Zynismus

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Brechmittel des Tages: Beate Merk

Zitat Beate Merk, CSU, zur Wideraufnahme des Verfahrens gegen Gustl Mollath:

Die Justiz hat nun Gelegenheit, in einem weiteren öffentlichen Verfahren zu klären, ob Herr Mollath zu recht untergebracht ist oder nicht – und damit auch die Zweifel [auszuräumen], die viele Menschen an dieser Entscheidung haben

Zur Erinnerung an den Einwohner Alzheims… so klang die gleiche… ähm… Frau Justizministerin Beate Merk noch im November letzten Jahres:

Übrigens: Diese Staatsanwaltschaft, von der Frau Merk da faselt, ist politisch weisungsgebunden.

Mit Dank an Wut!, die dieses Machwerk unter eine Piratenlizenz gestellt haben. Natürlich nicht das Video, für das gilt die allgemeine youtube-Lizenz.

Bevormundet – Ausgegrenzt- Entmündigt– zum Idioten gemacht!

Geht es Euch nicht auch manchmal so, man wacht früh auf und ALLES ist gut gegangen ?
Der angekündigte Weltuntergang ist nicht eingetreten, die Anschläge der Lebensmittelindustrie ist man nicht zum Opfer gefallen, kein Reaktor der hochgegangen ist und Frau und Kinder sind auch noch da, was für ein Glück!

Das Leben könnte so schön sein, doch kaum hat man die Zeitung aufgeschlagen, Radio oder den Fernseher eingeschaltet, kommen die Zweifel.
Doch Gott sei Dank gibt es da für ALLES Experten, welche einen zur Seite stehen, besonders solche, welche der Unterschicht erklären, wie gut man in Armut leben kann. Menschen (un)würdige Ratschläge wie „Leben mit Hartz IV“.
Immer dann, wenn sogenannte Experten, sich Sorgen machen um Hartz IV Empfänger und armer Menschen in unseren Land, stellt man sich die Frage, welch Menschenbild diese Experten haben. Die Arroganz und Missachtung gegenüber den Betroffenen ist nur schwer nachvollziehbar. Nein ich spreche nicht von den üblichen Verdächtigen, Herren Sarrazin oder Buschkowsky und wie sie noch alle heißen mögen. Nein, von „Experten“ wie zum Beispiel Ute Albrecht, Bewerbungsberaterin ist ihre Berufung. Sie hat faktisch ein rund um Sorglos-Paket für die Unterschicht Deutschlands.
Ich mag mir gar nicht ausdenken, was es für Konsequenzen hätte, wenn diese Beratungshinweise in die Hände von Politiker geraten würden.
Das Motto dieser Expertin :

„STOP! Sie liegen auf dem Sofa. Das ist bequem, bringt Sie aber nicht weiter. Sie können mehr aus sich machen. Ich helfe Ihnen vom Sofa herunter und stärke Ihr Selbstbewusstsein. Sie lernen eine Menge über Ihre Fähigkeiten und wie Sie Ihren zukünftigen Arbeitgeber überzeugen. Schauen Sie mal ins Bewerbungsmagazin.“

Das Anliegen ist eigentlich nicht zu kritisieren und ich unterstelle mal, dass Frau Albrecht die besten „Absichten hat um den Betroffenen auf dem Sofa zu helfen“ um wieder am Leben teilhaben zu können. Aber bereits die Feststellung „STOP! Sie liegen auf dem Sofa. Das ist bequem, bringt Sie aber nicht weiter“ bewirkt bei mir ein gewisses Unbehagen. Richtig schlecht wird mir aber, wenn ich lese, was sie sonst noch für Ratschläge um sich im täglichen Leben zurecht zu finden.
Beispiele gefällig? Folgende Ratschläge gibt die Expertin unter anderem:

„Schreiben Sie sich einen Einkaufszettel. Genau diese Menge an Bargeld nehmen Sie mit – nicht einen Cent mehr. Das hilft der Einkaufsdisziplin enorm. Außerdem haben Taschendiebe nach Ihrem Einkauf keine Chance, denn Ihr Portmonnee ist leer“
Und ein weiterer „wichtiger Ratschlag“ beim Einkauf:
„Mit vollem Magen shoppen:
Gehen Sie nie hungrig einkaufen. Dann finden Sie nämlich so viele Dinge lecker, die in Ihrem Einkaufswagen landen, sodass Ihre Familie sie in der Woche nicht aufessen kann und ein Teil der Lebensmittel verdirbt. Machen Sie es wie die Spitzenköche: Kaufen Sie öfters, dafür aber frisch und nach der Saison ein. Theoretisch können Sie zwar Erdbeeren im Februar kaufen, aber sie sind erstens teuer und zweitens schmecken sie nicht besonders gut. Warten Sie lieber, bis in Deutschland die Erdbeersaison beginnt“.
Und natürlich weiß auch Frau Albrecht wo man am besten einkaufen kann, ohne „Schleichwerbung“ unterstellen zu wollen:
„Abonnieren Sie sich kostenlose Newsletter von Discountern wie z. B. Aldi, Lidl oder Penny-Markt. Das hat den Vorteil, dass Sie die Sonderangebote schon kennen. Sparen können Sie auch beim Kauf von Waschmitteln. Tandil Ultra Plus von Aldi wurde aber mit der Note 2,2 benotet und ist damit besser und billiger als das teure Markenprodukt!“
Und das die Frau wirklich Ahnung hat zeigen solche Ratschläge, wie
Hat die Waschmaschine ihren Geist aufgegeben, fragen Sie nach Waschmaschinen zweiter Wahl“
oder
„Reste kann man clever verwerten. Bleiben vom Mittagessen Gemüse und Kartoffeln übrig, dann kann man mit diesen Resten einen leckeren Auflauf zaubern“
und
„Backen Sie gerne? Dann schaffen Sie sich einen Brotbackautomaten an.“ !
Wasser sparen:
„Duschen Sie, anstatt ein Vollbad zu nehmen. Für ein Wannenbad verbrauchen Sie drei mal so viel Wasser wie bei einer Dusche. Auf diese Weise können Sie 80 Euro im Jahr sparen.“
Die richtige Raumtemperatur:
In der Küche sind etwa 16-18 Grad ausreichend, in den Wohnräumen schaffen Sie mit einer Temperatur zwischen 18 und 20 Grad[…]. Das Schlafzimmer kann ruhig kühl sein „.
„Wie steht’s mit Ihrem Kühlschrank? Ist Ihr Kühlschrank oder Ihre Gefriertruhe schon etwas älter, dann lohnt sich die Anschaffung neuer Kühlgeräte. Geräte der Klasse A++ sind die sparsamsten. Alte Geräte dagegen sind die reinsten Stromfresser.“
Um nun den Leser nicht zu überfordern, möchte ich verkürzt (abschließend ) weitere Weisheiten der Expertin vermitteln, die da lauten :
„Energiesparlampen anstatt herkömmlicher 60-Watt-Lampen verwenden.“
„Überprüfen Sie Ihr Fernsehverhalten. Seien Sie revolutionär – melden Sie Ihren Kabelanschluss ab.“
„Freunde bekochen anstatt ins Restaurant gehen. Wie wäre es mit der schnellen Reispfanne?“
„ Eisbecher selbst machen anstatt ins Eiscafé gehen“
„Jazztanz in Eigenregie anstatt im Fitnesscenter oder im Sportverein.“
„Literarisches Café im Garten anstatt Theaterbesuche.“ ( Anm. der Redaktion: „Garten?“)
und als Höhepunkt wäre da noch:
Selbst Theater spielen anstatt Kinobesuche“ !

Mal davon abgesehen, dass auch einige dieser Ratschläge eine gewisse Finanzierung voraus setzen, zeigt es doch deutlich, was man den Hartz 4 Beziehern und armen Menschen so zutraut: Nichts. Alles nur Idioten, denen man ALLES beibringen muß.
Und natürlich sind solche Beratungen und Weisheiten nicht zum Nulltarif zu haben. Denn, mit der Armut lässt sich gut Kasse machen.

VON DEN ARGEN/JOBCENTER ALS KUNDE BENANNT – ALS SKLAVE BEHANDELT UND VON DER GESELLSCHAFT BEVORMUNDET – AUSGEGRENZT – ENTMÜNDIGT – ZUM IDIOTEN GEMACHT !

Frank Ullrich
Dresdner Sozialwacht

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