Zukunft

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Zukunftsprognose: Armut und Weltwirtschaftskrise 2015

Einen Blick in die Zukunft werfen zu können: das wäre vielen Leuten viel Wert. Zum Beispiel der EU, die ja Geld wie Heu hat, während ihre Mitgliedsländer ständig größere Schuldenberge anhäufen. Dort gab es jetzt laut FTD eine Million Euro für ein ganz besonderes Projekt:

Sehr gern würde die EU-Kommission mal einen Blick in die Zukunft werfen. Deshalb hat sie den Ökonomen Rafael Popper beauftragt: Ausgestattet mit 1 Mio. Euro Fördergeld soll er herausfinden, was so alles auf die Menschheit zukommt.

Was man für eine Million Euro an Prognosen bekommt, ist schon erstaunlich, zum Beispiel den pseudowissenschaftlichen Religionsersatz:

Nun, einige Leute glauben an Gott, weil man an irgendetwas glauben muss, weil es Dinge gibt, die man sich nicht mit reiner Wissenschaft erklären kann. Ich stelle mir ein Wiki im Internet vor: ein Werkzeug, mit dem man die eigene Zukunft planen kann, die eigenen Stärken und Schwächen analysieren und sich am guten Beispiel anderer orientieren. Dann haben die Leute weniger Zeit, um in die Kirche zu gehen und zu beten. Sie würden begreifen, dass sie Dinge in ihrem Leben erreichen können, wenn sie einen Plan dafür haben.

Genau das ist das, was die Leute brauchen: einen Plan. Zum Beispiel einen konkreten Plan, wie man aus der eigenen finanziellen Misere herauskommt. ARBEIT, die klassische Methode zur Armutsbewältigung, scheint da laut Süddeutscher Zeiung nicht mehr zu greifen:

Die Krux mit der Bezahlung: Leiharbeiter verdienen nur etwa halb so viel wie normale Arbeitskräfte. Fast jeder achte ist deshalb trotz des Jobs auf Hilfe vom Staat angewiesen.

Der Studie zufolge erhielten Arbeitskräfte in der Verleihbranche, die in den alten Bundesländern tätig waren, 2009 durchschnittlich monatlich 1456 Euro brutto, einschließlich Urlaubs- und Weihnachtsgeld. In Ostdeutschland, wo die Löhne insgesamt etwas geringer sind, betrug der Verdienst sogar nur 1124 Euro.

Mehr als zehn Prozent im Westen und gut 20 Prozent im Osten verdienten sogar weniger als 1000 Euro brutto im Monat, obwohl sie Vollzeit arbeiten.

Kommt nun zum niedrigen Einkommen noch steigende Preise hinzu, ist Armut vorprogrammiert. Laut Focus sehen die Aussichten dort düster aus, weil man Computer nicht essen kann:

Im wirklichen Leben hilft es allerdings wenig, wenn Fernseher oder Computer billiger werden und sich dafür Brot, Sprit und die Miete verteuern. So betrug die offizielle Inflationsrate im vergangenen Jahr auch gerade einmal 1,1 Prozent. Die Preise für Gemüse stiegen dagegen durchschnittlich um 17,5 Prozent, Obst wurde um knapp acht Prozent teurer.

Das ist die Krux mit der Statistik. Es geht uns theoretisch so unglaublich gut, nur merken wir nichts davon. Insgesamt scheinen wir in eine Phase kollektiver Geldillusion zu marschieren … weshalb manche gar nicht genug davon bekommen können, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet:

Die großen britischen Banken wollen einem Bericht der «Sunday Times» zufolge ihrem Personal Boni in Höhe von bis zu sechs Milliarden Pfund (7,12 Milliarden Euro) zahlen.

Die Regierung hatte die Großbanken – einige davon sind teilverstaatlicht – angesichts der vom Finanzsektor ausgelösten schweren Wirtschaftskrise in Großbritannien zur Zurückhaltung aufgefordert.

Und das sind nur die großen Banken. Die kleinen werden wahrscheinlich auch nicht knausrig sein. Immerhin – man bedient sich ja gerne bei den Leiharbeitern, deren Konto durch die mickrigen Erträge des Arbeitseinkommens immer gerade mal so knapp gefüllt werden kann … und die Regierung schaut laut „Extrem News“ gnadenlos zu:

Bankkunden können nicht auf deutlich geringere Kreditzinsen hoffen, wenn sie ihr Konto überziehen. Wie die „Saarbrücker Zeitung“ berichtet, will die Bundesregierung nicht gegen horrende Dispozinsen von bis zu 17 Prozent bei zahlreichen Banken und Sparkassen vorgehen.

Aber nicht nur durch die Ausplünderung der Ärmsten kommt man zu Geld. Für Milliardenboni braucht man schon ganz andere Pläne und Methoden, wie die TAZ heute berichtet:

Die März-Ausgabe der US-Zeitschrift Vanity Fair berichtet, dass die Investmentbank Merrill Lynch bereits im März 2008 in einem Bericht vor dem Zusammenbruch der irischen Banken warnte, weil die den Bauunternehmen das Geld nachwarfen. Der Bericht wurde noch am selben Tag zurückgezogen: Die irischen Banken hatten gedroht, ihre Geschäftsbeziehungen mit Merrill Lynch abzubrechen. Der Autor des Berichts, Phil Ingram, musste nach der Übernahme der Investmentbank durch die Bank of America im September 2008 seinen Hut nehmen.

In demselben Monat veröffentlichte Merril Lynch einen völlig anderen Bericht. „Alle irischen Banken sind profitabel und gut kapitalisiert“, hieß es darin. Für den siebenseitigen Bericht kassierte Merrill Lynch 7 Millionen Euro von der irischen Regierung – 1 Million pro Seite.

Eine Million Euro für eine Seite voller Lügen? In dem System stecken Boni drin – mehr sogar als in dem Orakelgeschäft für die EU. Dabei bräuchte die EU Orakel ganz dringend, denn für Irland sieht es schlecht aus:

Diese Bankengarantie entpuppte sich als Fass ohne Boden. Die Banken rückten mit ihren roten Zahlen nur zögerlich heraus, die Summe stieg beinahe täglich, und ein Ende ist nicht abzusehen. Der irische Wirtschaftsprofessor Morgan Kelly, der mit seinen Prognosen seit Jahren ziemlich richtig liegt, prophezeit, dass es sich um 106 Milliarden Euro handeln wird. Dieses Geld kann Irland nicht zurückzahlen. Das glaubt auch ein US-amerikanisches Unternehmen für Bonitätsbeurteilung: Es hat Irland, das noch vor wenigen Jahren zu den reichsten Ländern der Welt gehörte, an die dritte Stelle der Länder gesetzt, die ihren finanziellen Verpflichtungen wahrscheinlich nicht nachkommen können. Eigentlich werden diese Ränge nur von Drittweltländern belegt. Inzwischen ist selbst der Irak kreditwürdiger als Irland.

Irland gehörte vor wenigen Jahren noch zu den reichsten Ländern der Welt – mitlerweile ist selbst der Irak kreditwürdiger.  Das gehört eigentlich auf den Tisch eines jeden deutschen Abgeordneten geschrieben, damit wir in vier Jahre nicht „Deutschland“ anstelle von „Irland“ schreiben müssen. Wer tiefer in den Nachrichten herumstöbert kann – ganz ohne EU-Millionen – einen Ausblick auf die Zukunft erlangen, zum Beispiel wieder in der FTD:

Der weltgrößte Anleiheinvestor Pimco hat seine Kritik an der Geldpolitik der amerikanischen Regierung verschärft. Der Chef des Unternehmens, Mohamed El-Erian, bescheinigte Washington, den Anstieg der Inflation billigend in Kauf zu nehmen oder unter Umständen gar zu befeuern. Um ihre hohe Schuldenlast zu reduzieren, ließen die USA eine höhere Teuerungsrate zu, sagte er in einem Interview mit dem Magazin „Der Spiegel“.

Die Methoden sind sehr einfach und leicht verständlich zu beschreiben:

„Schecks in Billionenhöhe auszustellen, ist keine Sache, die Anleihebesitzer glücklich machen sollte, sie wirkt stattdessen inflationär und, um die Wahrheit zu sagen, wie ein Schneeballsystem“, hatte Gross das Vorgehen verurteilt. Die Verbindlichkeiten souveräner Staaten fußten schon immer auf der Annahme, dass sie niemals zurückgezahlt werden müssten, weil sich die Länder mit Wachstum aus dem Schuldendilemma befreien könnten. Doch das funktioniere nicht mehr. „Es gibt wie in einem Schneeballsystem keine Notwendigkeit, weitere Leichtgläubige zu finden. Sie (die US-Notenbank) wird die Schecks einfach selbst ausstellen. Ich frage: Hat es jemals ein dreisteres Schneeballsystem gegeben?“

Wenn das Brötchen eine Million Euro kostet, dann kann ich die 500000 für mein Haus schnell abzahlen – so der Plan der US-Regierung. Natürlich – wer dann nur noch einen Regelsatz von 359 Euro hat, der kommt dann nicht weit. Aber die Bonifürsten sorgen für sich selbst schon mal vor, damit es nicht an Brötchen im Büro mangelt.

Darum kommt auch 2015 die nächste Wirtschaftskrise – laut einer Studie, über die Cash.ch berichtet:

Während sich Bankenchefs und Politiker vergangene Woche auf Partys und in Arbeitsgruppen beim Weltwirtschaftsforum in Davos vernetzten, war Barrie Wilkinson in einem nahe gelegenen Hotel und warnte dort vor einer sich abzeichnenden Finanzkrise im Jahr 2015.

“Die grundsätzliche Probleme wurden nicht behandelt”, sagte Wilkinson, ein Partner beim Londoner Beratungsunternehmen Oliver Wyman, in einem Interview mit Bloomberg News. “Das, was die vorherigen Krise auslöste – eine lockere Geldpolitik und Ungleichgewichte im Handel – ist heute sogar stärker vorhanden als es damals war.”

Angesichts dieser Aussichten wird es verständlich, warum kein Geld mehr für Arbeit ausgegeben werden kann und warum niemand wirklich das System verändern möchte. Wer die Macht hätte, es zu verändern, würde sich ins eigene Fleisch schneiden: immerhin profitieren ja alle davon.  Alles giert nach großen Boni, die einem helfen werden, die Inflation zu überleben … die Inflation sowie die Maßnahmen des IWF zur Stabilisierung der Situation, die Michel Chossudovsky bei IRIB erwähnt:

In Ägypten wurde 1991 ein verheerendes IMF-Programm auf der Höhe des Golfkrieges durchgesetzt. Es wurde im Austausch für die Streichung von Ägyptens Schulden bei den USA für militärische Ausrüstung in Milliardenhöhe und für Ägyptens Beteiligung am Krieg ausgehandelt. Die darauf folgende Deregulierung der Lebensmittelpreise, die umfassende Privatisierung und massive Sparmaßnahmen führten zu der Verarmung der ägyptischen Bevölkerung und zur Destabilisierung seiner Ökonomie. Ägypten wurde als vorbildlicher „IMF-Schüler“ gepriesen.

Die Rolle von Ben Alis Regierung in Tunesien war es, die tödliche ökonomische Medizin der IMF durchzudrücken, die über 20 Jahre lang die nationale Ökonomie destabilisierte und die tunesische Bevölkerung verarmte. In den vergangenen 23 Jahren ist die ökonomische und soziale Politik in Tunesien durch den Washington-Konsens diktiert worden. Sowohl Hosni Mubarak als auch Ben Ali blieben an der Macht, weil ihre Regierungen den Diktaten des IMF gehorchten und sie effektiv durchsetzten.

So – Zukunft vorhergesagt. Es wird immer weniger Geld für Bürger geben und dieses wenige Geld wird immer wertloser werden, weshalb jene, die Geld drucken können, immer mehr davon machen. Das geht nicht lange gut.

Kriege ich jetzt auch meine Million? Die bräuchte ich nämlich, denn wenn ich meine Stärken und Schwächen analysiere und Pläne für meine Zukunft mache, dann muß ich sagen: für alte und kranke Menschen ohne Beziehungen zum Finanz- und Politikfeudalismus bleibt nur der Hungertod – oder eben beten.

Na ja – ist ja auch ein Plan, irgendwie.

Utopia wird gebaut.

Ich könnte diese Artikel als Märchen beginnen: was wäre wenn – doch das wäre unfair, denn es ist kein Märchen. Ich könnte diesen Artikel beginnen wie einen der letzten zweitausend Artikel, die ich in den letzten Jahren geschrieben habe, zum Beispiel durch einen Hinweis auf aktuelle Nachrichten aus dem Spiegel:

In der Wohnung eines 64-Jährigen in Berlin-Marzahn hat die Polizei ein regelrechtes Waffenarsenal entdeckt. Der Mann lagerte unter anderem panzerbrechende Geschosse und Granaten. Die Beamten fanden sie jedoch nur aus purem Zufall.

Oder der Welt:

Dem deutschen Jobwunder droht ein jähes Ende.

So könnte – wieder einmal – ein sehr düsteres Bild der Welt entstehen, das der Realität eher entspricht, als das Wohnzimmerkino es normalerweise abbilden darf. Es ist wichtig, solche Bilder zu zeichnen, weil es unverantwortlich wäre, die Menschheit bis zum Schluß in einer trügerischen Sicherheit zu wiegen. Man sollte wenigstens die Chance haben, sich auf das Ende vorzubereiten und seinen Frieden mit seinem Leben zu machen – jedem Hinrichtungskandidat wird das gegönnt – warum nicht auch uns?

Stattdessen schreibe ich lieber: „Utopia wird gebaut“ – weil es der Wahrheit entspricht. Nicht das wir uns falsch verstehen: es handelt sich hierbei nicht um eins der üblichen Kleinprojekte auf Ölbohrinseln, Bauernhöfen oder alten Stasianlagen sondern um die Realisierung eines zivilisatorischen und technischen Fortschritts in realistischem Ausmaß mit einem Finanzvolumen, das ausreichen würde, eine kapitalistische Bank am Ende ihrer wirtschaftlichen Karriere aus der Not zu helfen (und da für diesen Unsinn über 100 Milliarden Euro vorhanden waren, kann man sich vorstellen, das 50 Milliarden, die der ganzen Menschheit regelmäßig neue kreative Impulse für eine Zukunft in Wohlstand, Harmonie und Sicherheit auf ständig fortschreitendem technischem Niveau gibt leicht aufzutreiben waren).

Es ist ein konkretes Vorhaben, eine detailreich ausgearbeitete Zukunft, die schon jetzt Realität wird. Es geht nicht mehr und nicht weniger um die Errichtung von Utopia, jenem glückseligen Ort der Zukunft, an dem die ideale Gesellschaft Realität wird – als Keimzelle, Beispiel und Muster für die ganze Menschheit.

Utopia als Begriff – stammt von mir. Das Projekt heißt anders. Es hat wenig zu tun mit dem, was uns Thomas Morus 1516 beschrieben hatte – aber unsere Situation, unsere politische, gesellschaftliche Situation ist ähnlich wie damals: es gibt keine Zukunft mehr. Schon damals haben die Menschen in Scharen Europa verlassen, weil sich eine feudale und klerikale Kultur entwickelte, die alle Lebendigkeit erstickt hatte: die Ursachen für die Weltmacht USA wurde von den gleichen Kräften initiiert, die heute für die Auswanderungswellen in Deutschland verantwortlich sind.

Heute ist es die Religion des dogmatischen Materialismus, Grafen und Raubritter sind durch Banker und Anlageberater ersetzt worden. Für den kleinen Mann auf der Straße hat sich im Prinzip (was uns Philosophen ja immer wichtig ist) nichts geändert – im Gegenteil: trotz allem Wohlstand rundherum kommen Hunger und Kälte dank Hartz IV mit jedem Tag ein Stück näher an uns heran. Kein Wunder, das Rentner sich bewaffnen und Ausbeuter mit der Androhung von Massenentlassungen das ganze politische System dirigieren können.

Ich werde konkret nichts darüber veröffentlichen dürfen – das habe ich versprochen. Ich halte mich auch dran. Weshalb ich es erwähne, überhaupt konkreter darüber schreibe, hat einfach den Grund, das ich den Menschen die Chance geben möchte, wieder Hoffnung zu haben. Vielleicht werden sich die unsäglichen sich täglich verschlimmernden Zustände in Deutschland auch durch eine friedliche Revolution verändern lassen – ich persönlich hätte eher den Verdacht, das Revolutionen übelste Charaktere nach oben schwemmen, die gerne von der Arbeit anderer leben möchte, aber keine Chance hatten, Anlageberater zu werden.

Politiker halt.

Generell scheint es mir sinnvoller, Energie in anabole Prozesse zu stecken – in aufbauende Entwicklungen. Menschen können Unglaubliches leisten, wenn sie auf ein positives Ziel hinarbeiten – sie haben so Weltmächte gegründet.

Und die Vorstellung, in Ruhe und Stille ein Glas Wasser oder ein Tässchen Tee mit Aussicht auf bunte Fischschwärme genießen zu können oder Sonnenuntergänge fernab der deutschen Kälte unter Palmen erleben zu dürfen würde auch einem Eifelphilosophen gefallen.  Das scheint mir allemal sinnvoller zu sein als katabole Prozesse aufhalten zu wollen, die von den Entscheidungsträgern bewußt gefördert werden und nur noch weiter Phantasiewerte zu virtuellen Vermögen aufhäufen, während die reale Wirtschaft in den letzten Zügen liegt.

Was mich an „Utopia“ (so möchte ich das bequemerweie nennen) so fasziniert, ist natürlich die politische Dimension. Die technischen Aspekte kann ich nicht kommentieren – aber das das Projekt der Technik insgesamt einen innovativen Schub geben wird, wie es sonst nur Kriege schaffen, scheint mir mehr als wahrscheinlich.

Auch ist der Konzept der Schaffung eines „Bürgerstaates“ anstelle von historisch gewachsenen Nationalstaaten revolutionär – aber längst überfällig. Es würde mir gefallen, wenn es viel mehr dieser Projekte geben würde – aber wenn das erste erstmal an die Öffentlichkeit gelangt ist, werden andere sicher folgen. Die Menschheit als solche bekommt wieder eine Chance, während Konzepte wie der volkswirtschaftlich parasitäre Berliner Nationalstaat (um ein Beispiel zu nennen) mit ihren Schuldenbergen und egomanen Selbstbereicherungsstrukturen dem natürlichen Ende aller katabolen (abbauenden) Prozesse entgegen gehen können – aber gerne auch ohne mich.

Ich weiß auch, das es Unkenrufe gibt – was aber einfach nur Unfug ist. Bleiben wir beim Prinzip, weil ich Details nicht nennen darf:

Angesichts unserer technischen Möglichkeiten könnten wir – wenn wir wollten – innerhalb von wenigen Jahren ganz Europa zum Beispiel in der Mongolei komplett neu aufbauen, wenn wir wollen würden. China und die arabischen Staaten machen gerade vor, was man mit Maschinen alles bewegen kann. Und wir werden so oder so etwas bewegen müssen, um der Ölabhängigkeit zu entkommen. Das ist innerhalb der raubwirtschaftlichen Strukturen des Westens nicht mehr möglich – die Krebsgeschwüre würden durch noch mehr zugefügte Energie nur noch größer werden.

Einen durch und durch krebsverseuchten Körper zu retten bedarf einer immensen Menge Energie. Viel weniger braucht man, um einen neuen Menschen wachsen zu lassen.

Ereignisse wie „Woodstock“ haben gezeigt, das man riesige Menschenmengen ohne starke Polizei- und Staatsmacht zu friedlichen Zwecken versammeln kann, ohne das es Mord- und Totschlag gibt … wenn man drauf verzichtet, die „Hell´s Angels“ als Ordner einzusetzen und nicht gerade CDU-Schatzmeister oder  FDP-Wirtschaftsminister mit der Organisation der Versorgung beauftragt.

Was sollte diese Menge aufhalten, wenn sie … eine Regierung findet, die bereit ist, ihnen Land zu geben, im Gegenzug zu – know how, Lebenserfahrung, Bildung, Arbeitskraft. Wer würde nicht den letzten Cent seines Vermögens (oder seiner Rente) dafür ausgeben, aus dem alltäglichen Alptraum des bundesdeutschen Alltages aussteigen zu können um ganz direkt konkret mit seiner Arbeit an der Zukunft der ganzen Menschheit (und vor allem der Zukunft der eigenen Kinder) arbeiten zu können und nebenbei dafür seinen Lebensabend sinnvoll im Kreise von Gleichgesinnten, gut gelaunten, kooperativen Menschen verbringen kann, während in Deutschland eine Krise die nächste jagt, weil niemand die Ursachen angehen möchte?

Wäre es nicht sinnvoller, sich als junger Mensch eine Existenz jenseits der altbackenen Strukturen aufzubauen, die einem nach oft inhaltsleerer „Beschulung“ und „Notstudium“ gerade mal noch einen Praktikumsplatz anbieten können – vorausgesetzt, Oma zahlt Essen und Unterkunft? Wäre es  für ausgebildete Fachkräfte nicht sinnvoller, sich eine Existenz an einem warmen, freundlichen Urlaubsort zu sichern anstatt seine Arbeitskraft für einen Konzern zu opfern, der einen bei der nächsten Restrukturierungswelle (die alleine schon deshalb kommt, weil jede Form von Aktionismus – auch die Unsinnigste – die „Phantasie der Aktionäre“ beflügelt, aber nur solange anhält, bis der nächste Chef zwei Jahre später wieder Phantasien beflügeln muss) vor die Tür setzt?

Wem das noch nicht reicht, dem sei noch die letzte brutale Zukunftsperspektive Deutschlands aufgezeigt, die uns alle droht: das Leben in einem personell unterbesetzten Pflegeheim, wo man zu teuersten Tarifen die Chance hat, bei lebendigem Leib zu verfaulen. Das „Sozialbudget“ in diesem Land extrem unerwünscht ist, brauche ich – glaube ich – nicht noch explizit auszuführen und welche Folgen das für eine überalterte Gesellschaft haben wird, die vor allem im Sozialbereich sparen will, kann sich jeder selbst ausmalen.

Wir brauchen aber nicht hierbleiben – und ich finde es wunderbar, das es Menschen gibt, die diese Träume in die Tat umsetzen. In der Tat – wir können jederzeit gehen und uns etwas Anderes aufbauen. Hierzu braucht man nur Geschäftspartner, die ihren eigenen deutlichen Gewinn bei der Transaktion sehen, einen Gewinn, der darin liegt, das Wohlstand und Wachstum auf hunderte von Jahren hinaus gesichert werden kann – zum Wohle der gesamten Menschheit. Und wenn es gelingt, die Konzeption durchzuhalten, wenn die notwendigen diplomatischen Absicherungen und die medialen Präsentationen weiterhin erfolgreich zielstrebig und effizient durchgeführt werden, dann wüßte ich nicht, wo die Gegenmacht entstehen sollte, die das jemals ins Wanken bringen kann – außer natürlich im Inneren.

Irgendwann kommt auch dort der parasitäre Anlageberater oder Politikprofi hoch – aber das mag wieder fünfhundert Jahre dauern. Oder tausend, wenn man Glück hat.

Auf jeden Fall erfreut mich die Vorstellung, wie meine Urenkel 2350 die erste Expedition in die europäischen Ruinenlandschaften unternehmen, um dort Ausgrabungen vorzunehmen – so wie wir heute Expeditionen ins Inkareich unternehmen, das vor kurzem auch noch riesig war. Man wird dann sehen, welche Kultur Juristen, beurlaubte Gymnasiallehrer und Unternehmensberater aufbauen bzw. erhalten können, wenn die Arbeiter und Bauern, Ingenieure und Bergleute einfach das Land verlassen.

Utopia wird gebaut – schon jetzt. Welch´ eine ungeheure Chance für die ganze Menschheit auf ein kooperatives Miteinander, auf Sicherheit, Wohlstand, Reichtum, Freiheit, Gerechtigkeit und all die anderen Früchte kooperativer Strukturen, die hierzulande immer seltener werden, weil destruktiven Strukturen der Vorzug gegenben wird und man eher Geld damit verdienen kann, die Lebensarbeitsleistung seiner Mitmenschen möglichst effizient (und möglichst irgendwie legal) an sich zu reißen.

Gut, das alles macht nicht automatisch glücklich … aber wenn erstmal Wolf und Investmentbanker von der Tür ferngehalten werden können, lohnt es sich, wieder konzentriert daran zu arbeiten, weil das Ergebnis der Arbeitsleistung dann eine Chance auf Bestand hat.

Und da wollte man uns erzählen, wir seien am Ende der Geschichte.

In Wirklichkeit fängt alles gerade erst richtig an. Die Zukunft einer kooperierenden Menschheit hat gerade erst begonnen.

Deutschlands Zukunft schon jetzt: Menschenhandel, Lohndrückerei, Korruption, Gammelfleisch und der Arbeitsführerschein

Wie sehr uns das Wasser schon bis zum Hals steht, werden viele erst dann merken, wenn die Stromkonzerne ihre Lieferungen einstellen, weil sich das Geschäft in Deutschland nicht mehr lohnt. Dann erlöschen die verführerischen virtuellen Welten, man schaut hinaus in ein ausgeplündertes, zersiedeltes Land und fragt sich: wie konnte es so weit kommen – eine Frage, die man sich in Deutschland immer mal wieder gerne stellt.

Bis zu dem Zeitpunkt wird man sich an eine Zunahme von Zerrüttungserscheinungen gewöhnen müssen, Erscheinungen von Zerrüttungen des Gemeinwesens, die im Prinzip eine Chance beeinhalten: inne zu halten und den Kurs zu ändern. Wenn wir den Kurs nicht ändern, werden die momentan kleinen Zerrüttungen zu großen Beben, was praktisch heißt, das unsere Töchter Frischfleisch für den chinesischen und arabischen Geldadel werden, wie der Spiegel aktuell berichtet:

Bei einer Razzia in Dubai ist ein chinesischer Menschenhändlerring aufgeflogen. Zwei Minderjährige aus Deutschland sollen von der Geliebten ihres Vaters in ein Bordell entführt worden sein.

Beide Mädchen seien geschlagen worden und wurden in der Wohnung gefangen gehalten. Im Februar 2010, so F. G., habe ein Inder 100.000 Dirhams (etwa 20.000 Euro) für ihre Jungfräulichkeit geboten. „Er hatte Sex mit mir in L.Y.s Wohnung. Ich war da fünfzehn Jahre und elf Monate.“ Sie sei dann auch zu Sex mit einem Chinesen gezwungen worden.

Die harte Hand des Islam, die dem kleinen Dieb die Hand abhackt, hört dort auf, wo das Geld winkt. Der Kampf gegen den militanten Islam ist ein Kampf gegen den armen Islam, dort wo er reich ist  (zum Beispiel in Saudi-Arabien, dessen Bürger laut offizieller Legende die Attentate von nine-eleven begangen haben) hat er Narrenfreiheit. Aber wer könnte da schon widerstehen: 20000 Euro sind eine Menge Geld – und mit Menschenhandel leicht verdient.

Eine weitere Erscheinung der modernen Gesellschaft erregt ja gerade die Gemüter: der Fall des ermordeten Mirco. Der Täter – laut Welt – ein Vorzeigebürger.

H.’s Zuhause ist ein Einfamilienhaus in Schwalmtal. Seit 2006 lebt er hier mit seiner dritten Frau und mit zwei seiner drei Kinder, die 17, 14 und zwei Jahre alt sind. Das Haus steht in einem ländlichen Neubaugebiet. Dahinter gibt es Wiesen und Felder und einen kleinen Fluss. Der Garten ist sehr gepflegt, „Gartenarbeit und seine Kinder waren sein Hobby“, sagt Thiel.

H. war eine tickende Zeitbombe, sagt Thiel. Ein Mann, der beruflich stark unter Druck stand und seinen Frust ablassen wollte.

Diese „tickende Zeitbombe“ macht mich etwas nervös, denn das Modell „Egotempel“ auf dem Lande ist weit verbreitet – und der Frust auch, wie im Spiegel zu lesen ist:

Ständige Erreichbarkeit und Termindruck machen krank: Laut einer Krankenkassen-Studie hat jeder fünfte Arbeitnehmer psychische Störungen aufgrund von Stress im Job. Immer mehr Menschen lassen sich krankschreiben und greifen zu Antidepressiva.

Jeder fünfte Arbeitnehmer eine tickende Zeitbombe? Sollte man da nicht drüber nachdenken, Arbeitnehmer sicherheitshalber gleich streng zu bewachen, bevor die ihren beruflichen Frust an anderen ablassen? Zumal unsere großen Firmen dabei sind, diese Zeitbomben in Serie zu produzieren wie in der Sendung Monitor zu erfahren ist:

Sonia Seymour Mikich: „Es war eine lange Pause, und ich heiße Sie ganz besonders willkommen! Für minimales Geld maximal schuften, ohne jede Absicherung – Lohndrückerei macht Schule. Das ist der Geist unserer Zeit, und das steckt auch hinter unserem Jobwunder. Wir haben lange in einer Szene recherchiert, wo Lohndrückerei eine ganz besondere Form annimmt. „Branchenüblich“ sei das, heißt es da. Aber der Paketbote, der Ihnen noch abends die Bestellungen aus dem Internethandel vorbeibringt, der kämpft vielleicht Tag für Tag ums Überleben.

Der Bericht lohnt sich auch im Detail. Es ist die Zukunft der deutschen Arbeit: wir bringen noch Geld mit, um arbeiten zu dürfen. Und damit das auch klappt, müssen wir nur die Daumenschrauben der Jobcenter fester anziehen.

Konnte man sich bislang darauf verlassen, das der Staat das schon richten wird – immerhin ist er genau dafür geschaffen worden – so blickt man aktuell etwas dümmlich aus der Wäsche, denn laut NDR ist der Staat käuflich geworden:

Die Forscher kommen dabei zu dem Ergebnis, dass rund zwei Drittel (68 Prozent) der Behörden in den eigenen Reihen mit Kriminalitätsfällen zu kämpfen haben. Es geht dabei um Unterschlagung oder Veruntreuung, gefolgt von Korruption wie Bestechlichkeit. Bundesweit liegt die Quote bei 52 Prozent. Aus der Studie ergibt sich auch, dass Behörden das eigene Kriminalitätsrisiko sehr gering einschätzen, dafür andere Verwaltungen eher als korruptionsgefährdet ansehen.

52% – das  heißt: die Mehrheit der deutschen Behörden sind korrupt, je schlechter es der Wirtschaft geht, umso korrupter sind die Behörden. Immerhin wollen alle dieses kleine Gartenparadies, das sich auch Mircos Mörder angeschafft hat. Die schöne heile kleine Binnenwelt, in die die böse Wirklichkeit niemals eindringen kann.

Das tut sie aber. Auch bei Reichen oder solchen, die es werden wollen, denn den jüngsten Nahrungsmittelskandalen folgen laut Plusminus (hier bei Finanznachrichten) weitere auf dem Fuße – alles im Namen der Eigenkapitalbildung:

Lebensmittel-Betrug: Wie Händler die Verbraucher hereinlegen Neuer Skandal mit Lebensmitteln: Internationale Schmugglerbanden bringen Billig-Lebensmittel aus China in die Europäische Union (EU). Hier werden sie unter falschen Etiketten und Herkunftsbezeichnungen zu hohen Preisen an Verbraucher verkauft.

Wer aber nun denkt, das wenigstens die reichen Bürger unseres Landes in einem Paradies leben, der irrt, wie die Gesundheitsforscherin Kate Pickett in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau erläutert:

Wovon wir in unserem Buch sprechen, ist das obere Fünftel der Einkommenspyramide. Und da gilt: In hierarchischen, individualistischen Wettbewerbs-Gesellschaften bedeutet in der Nähe des Gipfels zu sein, eben nicht ganz oben zu sein. Das löst dieselben Status-Ängste aus wie bei Leuten auf den unteren Sprossen.

Nach unseren Erkenntnissen gibt es in reichen Demokratien mit großer Ungleichheit deutlich mehr Gewalt und Verbrechen, mehr Teenager-Schwangerschaften und mehr psychische Erkrankungen, viel mehr Fettleibige, eine sinkende Lebenserwartung, mehr Mobbing in der Schule und so weiter. Jeder Einzelne in dieser Gesellschaft ist davon betroffen.

Die düstere Zukunft Deutschlands, seine sinkende Lebensqualität, seine soziale Verrohung sind also wirklich keine Naturgewalten, sondern von Menschen gemacht?

Gut zu wissen, denn dann … gibt es ja Alternativen. Zum Beispiel Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit anstelle von Menschenhandel, Lohndrückerei, Korruption und Gammelfleisch. Wie meint Professor Picket?

Ökonomen dachten lange, dass Menschen zu allererst so handeln, wie es ihren materiellen Interessen dient. Verhaltensforscher und Psychologen haben bewiesen, dass das nicht stimmt. Menschen haben einen ausgeprägten Sinn für Fairness und Gerechtigkeit.

An und für sich ist der Mensch ein sehr soziales Wesen. Es gibt auch Entartungen, asoziale Egomanen, die aus einem Gemeinschaftssystem nichts anderes als ihren eigenen Vorteil ziehen, sprich ihren Lebenssinn darin sehen, möglichst viel Geld auf das Privatkonto zu schaffen – egal wie.

Die Mehrheit jedoch – zahlt gerne Steuern, wenn es ihren Mitmenschen Hunger, Kälte und Tod erspart.  Das wäre doch mal einen Versuch wert: wir führen einen „Arbeitsführerschein“ ein. Wer in diesem Land einen der selten werdenden Vollzeitarbeitsplätze belegen möchte, muß zuvor beweisen, das er psychisch auch dazu in der Lage ist, des er auch mit steigendem Druck und wachsender Verantwortung nicht sozial entartet. Immerhin – diese kranken Egomanen haben unser ganzes Wirtschaftssystem aus purem Eigennutz zerschlagen – ob nun als Manager oder Politiker spielt da keine Rolle. Wir sollten aus der Krise die Lehre ziehen, das Geld immer mit Verantwortung einhergehen muß. Im Straßenverkehr sortieren wir die verantwortungslosen Fahrer ja auch gnadenlos aus – zum Wohle der Allgemeinheit.

Jetzt haben wir gelernt, das wir das auch im Wirtschaftsbereich und in der politischen Verwaltung machen müssen. Somit werden die Auseinandersetzungen der Zukunft nicht mehr zwischen „rechts“ und „links“ verlaufen (da gibt es in der Praxis ja kaum noch erkennbare Unterschiede) sondern zwischen sozialen und asozialen Wesen.

Gewinnen die Sozialen, hat Deutschland eine goldene Zukunft vor sich.

Verlieren sie, landen unsere Töchter in Dhubai und unsere Söhne auf den Schnibbeltischen der Organmafia.


Hartz IV macht Krebs – die Entmenschlichung der Gesellschaft als Werk des Teufels

Macht es eigentlich noch Freude, Nachrichten zu lesen? Also – so ganz ohne Tabletten und Alkohol? Geht das gut durch, das ein Chef der Bundesanstalt für Arbeit das deutsche Jobwunder preist und zwei Wochen später genau das Gegenteil prophezeit: weniger Geld für alle?

Gestern erst hatte ich über das Ende das Kapitalismus geschrieben, weil ein Professor im Handelsblatt sein Ende konkret beschrieben hatte. Heute erfahre ich bei Spiegel-online: der legt erst mal richtig los, der Kapitalismus … bedauerlicherweise:

Der Kapitalismus dürfte deshalb keineswegs am Ende sein, sondern lediglich eine neue Stufe erreichen. Man kann das schlecht oder gut finden – ändern wird es wenig. Unabhängig von moralischen Kategorien kann es sein, dass in der heraufziehenden Ära der Kapitalknappheit die Wirtschaft sich erst recht an den Interessen der Kapitaleigner orientieren wird.

Das wäre dann der Supergau: Hartz IV für alle, die nicht 80 Stunden die Woche Tag und Nacht mit voller Leistung bis zum siebzigsten Lebensjahr durcharbeiten können. So schlimm wird es nicht kommen, tröstet uns der Autor:

Die große Frage ist, wie die Wirtschaft darauf in den kommenden Jahren und Jahrzehnten reagieren wird. Wird die „Entmenschlichung“ des Systems fortschreiten, die die Kapitalismuskritiker beschwören? Werden im Szenario der Kapitalknappheit die Interessen der Beschäftigten und der Bürger tatsächlich vollkommen unter den Tisch fallen?

Vermutlich nicht. Vielleicht passiert gerade das Gegenteil: Ohne den Faktor Mensch, ohne sein Wissen, seine Fähigkeiten und seine Kreativität, ist Kapital unproduktiv. Erst durch das intelligente Zusammenspiel der beiden wichtigsten Produktionsfaktoren Mensch und Kapital lassen sich jene hohen Renditen erreichen, die künftig erwirtschaftet werden müssen.

Kann man allerdings die Arbeitskräfte in großen Massen aus dem Ausland beziehen (wie es – welch´ Zufall – gerade massiv gefordert wird) dann … steht einem Fortschreiten der Entmenschlichung der Gesellschaft doch nicht mehr im Wege, oder?

Damit das System funktioniert, muß man nur die „soziale Hängematte“ fortnehmen … dabei ist sie der Grund, weshalb wir überhaupt Gemeinschaften bilden. Da aber Gemeinschaften den egoistischen Kapitalinteressen entgegenstehen, braucht man auf sie keine Rücksicht zu nehmen – genauso wenig wie auf die Wahrheit, wie die Welt heute berichtet:

„Sachverstand ist bei vielen Politikern offensichtlich nicht mehr gefragt“, sagte Bosbach „Welt Online“. Stattdessen werde mit frisierten Zahlen und Statistiken gezielt Stimmung gemacht, und Entscheidungsprozesse würden so vorangetrieben.

Als Beispiel nennt er die angebliche Kostenexplosion im Gesundheitswesen. Bei genauerer Betrachtung zeige sich, dass die Ausgaben für Gesundheit seit Anfang der Neunzigerjahre nicht stärker gestiegen sind als die Konsumausgaben der Deutschen.

Der Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) erreichte 2003 mit 10,8 Prozent einen Höchststand und ist seither sogar leicht rückläufig. Die Sozialquote liegt seit Mitte der Siebzigerjahre konstant bei etwa 30 Prozent des BIP, rechnet Bosbach vor. Von einem Wildwuchs des Sozialstaates könne da doch keine Rede sein.

Indes sind die Einnahmen der Krankenkassen seit 1992 kontinuierlich zurückgegangen, weil die Löhne und Gehälter seit 1995 schwächer gestiegen sind als das BIP und es immer mehr prekär Beschäftigte, Arbeitslose und Hartz-IV-Empfänger gebe.

Wie es die „Welt“ aushält, solche Erkenntnisse zu veröffentlichen und gleichzeitig gegen den Sozialstaat zu wettern, bleibt ihr Geheimnis. Vielleicht hilft ja Kokain in hohen Dosen.

Das ganze Geheimnis unseres sozialen Elendes ist: Karsten Maschmeyer und Konsorten brauchen Spielgeld – und das nimmt man den Bürgern in großem Umfang fort, indem man einfach für Arbeit kein Geld mehr bezahlt, beides aber trotzdem einfordert. Das so ein System ohne Drogen krank macht, zeigt eine aktuelle Untersuchung, veröffentlicht bei heilpraxis.net:

Arbeitslosigkeit wird zum Stress eigener Art“, so seinerzeit der Studienautor Wilhelm Adamy vom IGES-Institut. Laut Studie litten Hartz IV-Bezieher vor allem unter Stoffwechselstörungen und Krebserkrankungen. Auch psychische Leiden wie Depressionen nehmen laut der Studie konstant zu. Eine weitere wissenschaftliche Auswertung der Universität Leipzig ergab, dass viele Arbeitslose regelrecht apathisch werden und ihre Situation kaum verkraften. Die Folge: Depressionen, Ängste und soziale Phobien.

Das Druck Menschen kaputt macht, weiß man seit tausenden von Jahren. Aber wir modernen, aufgeklärten Menschen versuchen es gerne mal mit was Neuem: zum Beispiel mit noch mehr Druck. Auch diese Logik scheint nur unter Drogen zu überzeugen.

Wir sind ja nun ein christliches Land. Wir feiern Weihnachten, Ostern und Pfingsten, halten den Sonntag arbeitsfrei und lassen die Armen nicht verrecken. Dafür, das das so bleibt, stehen vor allem unsere christlichen Parteien. Doch was erfahre ich jetzt in der Welt? Die stehen mit dem Teufel im Bunde:

Welt Online: Wie steht es um die Drogenhändler, sind sie den Verlockungen des Teufels erlegen?

Pantoja: Ja, so ist es. Der Teufel hat ihre Schwäche fürs Materielle erkannt. Aber das gilt nicht nur für die Drogenhändler, sondern auch für viele Politiker und ganz normale Menschen. Die Verlockungen des Geldes und der Macht sind die stärksten unserer Zeit und führen dazu, dass die Menschen von Gottes Weg abkommen.

Aha. Verlockungen des Geldes und der Macht sind des Teufels (den es zwar im Christentum eigentlich nicht geben darf, ich will jetzt aber mal nicht kleinlich werden).  Was heißt das jetzt für die Kapitalrendite und das Kanzleramt? Klar: Teufelsdreck. Und für Hartz IV, dem Ergebnis des Schulterschlusses von Politik und Wirtschaft? Teufelswerk, na klar.

Ich denke, wir sind nicht mehr weit von dem Schluß entfernt, das der Porsche der Kinderwagen des Teufels ist … und das Hartz IV ganz real Menschen tötet, und zwar viel mehr als man bislang angenommen hat. Die werden statistisch nur anders erfaßt – schon sind sie weg. Geschieht schon jeden Tag. Die Kinder Gottes können den Teufelsatem von Erniedrigung, Demütigung, Verachtung, Drohung und Anfeindung nicht ewig aushalten – immerhin sind sie eigentlich fürs Paradies geschaffen.

Wenn man nun schon nicht aus Gründen der Menschlichkeit, des Bekenntnisses zu den allgemeinen Menschenrechten oder natürlicher Solidarität (ohne die wir schon lange ausgestorben wären) dazu kommen, uns der Entmenschlichung der westlichen Welt in den Weg zu stellen, vielleicht schaffen wir es ja, weil wir eine christliche Kultur haben – oder wir bekennen uns offen zu dem Gegenteil, dann ist auch endlich Schluß mit den lästigen Feiertagen und dem kindischen Sonntag.

Teufelsrepublik Deutschland – wir hätten nicht nur die passende Geschichte dazu, sondern auch einen passenden Mythos, wie der Berliner Dialog zitiert:

Aber auch mitten in Deutschland gibt es nach der Erkenntnis pfingstlerischer Endzeitpropheten Stätten und Bauwerke, die direkt in der Bibel vorkommen – allerdings als Unheilsstätten. Unter der Schlagzeile „Das ist Satans Thron – Offenbarung 2,13 – Heute in Berlin!“, behauptet die extrem pfingstlerische Zeitschrift „Prophetic Vision“ des David Hathaway, der von deutschen Archäologen ausgegrabene und ab 1902 in Berlin ausgestellte Pergamon-Altar sei der in Offenbarung 2, 12-13 in dem Sendschreiben an die Gemeinde in Pergamon genannte „Thron Satans“.

Die Beweisführung der Pfingstler ist so erdrückend wie die unserer Politiker:

„Seit 1945 erlebte das wiederaufgebaute Deutschland mit seiner geteilten Stadt Berlin und getrennt vom Pergamonaltar einen wirtschaftlichen Aufschwung, wie es solchen weder in Deutschland noch in Europa jemals zuvor gegeben hatte.“

Als Westdeutschland durch die Mauer vom Ischtar-Tor, „Babylons Symbol des Judenhasses“, getrennt war, habe sich Westdeutschland auf eine Gnadenzeit zubewegt. Mit der Wiedervereinigung 1990 habe sich dies geändert. Deutschland befinde sich wieder in einer Wirtschaftskrise.

Problem erkannt, Gefahr gebannt, möchte man sagen. Doch was ist jetzt zu tun? Nationalexorzismus? Beutegut zurück nach Pergamon schicken (wäre sowieso eine korrekte Idee)? Die Bonner Republik zurückholen? Oder den Hartz-Regelsatz um 33 Euro erhöhen?

Einmal abgesehen von der Spielerei mit Bildern und jenem Pergamonmythos (der sich im Übrigen noch viel weiter ausdehen ließe, wenn man Spaß an solchen Spielereien hätte) ist es auch ohne Teufel klar, wohin die Reise geht: die Entmenschlichung der Gesellschaft schreitet voran – und in ihrem Gefolge entwickelt sich die Hartz-Gesetzgebung zum Vernichtungsprogramm auf leisen Sohlen. HARTZ MACHT KREBS … wäre mal eine dicke Schlagzeile wert.  Und ich wüßte nur allzugerne, wie eine christliche Gesellschaft mit einem solchen Teufelswerk leben kann.


Neujahrsansprache 2011 – auf dem Weg von der „Offenen Gesellschaft“ ins Reichsarbeitslager

Jedes Jahr dasselbe: Bundeskanzler wagt Neujahrsansprache. Dank der noch stark alkoholisierten Mitbürger bekommt kaum einer mit, worum es da geht.  Darum konnte man ja schon mal eine ältere Kohlansprache fürs neue Jahr nochmal senden, ohne das einer was gemerkt hätte:

Besondere Berühmtheit erlangte die TV-Neujahrsansprache von Bundeskanzler Helmut Kohl, die das Erste Deutsche Fernsehen am 31. Dezember 1986 ausstrahlte: Statt der aktuellen Aufzeichnung wurde die Rede vom Vorjahr 1985 gesendet – nach Angaben des Ersten und des Norddeutschen Fernsehens aus Versehen.

Seit 1970 ist das so – und kaum einer macht sich Gedanken darüber, was da eigentlich geschieht.

Nehmen wir einmal an, wir wären reiche Erben und hätten eine Firma. Weil wir uns nicht immer um alles gleichzeitig kümmern können, stellen wir Leute ein, die die Verwaltung für uns übernehmen und den Laden in Schuß halten.  Wie würden wir uns fühlen, wenn der Chef unserer Angestellten auf die Idee kommt, uns jedes Jahr einen Vortrag zu halten – zumal er ja sowieso dauernd im Fernsehen ist. Man könnte mal fragen, ob der Bundeskanzler – in diesem Falle Frau Merkel – die Zeit eigentlich aus eigener Tasche bezahlt … bestellt haben wir den Auftritt ja nicht. Man könnte auch fragen, ob die eigentlich mit ihrer Zeit nichts Besseres zu tun hat, als fünf Minuten Redezeit mit Worten zu füllen, ohne Inhalte zu bringen – eine Übung, die Politiker hierzulande meisterhaft beherrschen.

Wir fragen aber nicht, wir nehmen das hin … weil wir uns dran gewöhnt haben, wie Angestellte behandelt zu werden. Dabei – sind wie die Chefs. Jedenfalls wäre das so, wenn wir eine Demokratie wären, aber das haben wir ja abgeschafft – hat es einer gemerkt? Geschah letztes Jahr im Vorbeigehen, die letzten Reste demokratischen Selbstverständnisses wurden als „Wutbürger“ abgestempelt und ins soziale Abseits gestellt, während die politische Klasse einhellig zustimmte, das wir eine „parlamentarische“ Demokratie sind – also eine Demokratie mit Einschränkung. Unsere Einschränkung ist, das Demokratie bei uns halt nur im Parlament stattfindet, wo FÜNFTAUSEND Lobbyisten dafür sorgen, das der Satz „Wer zahlt befiehlt“ unter dem Reichsadler hängt und von jedermann befolgt wird. Draußen … findet etwas anderes statt. Ob man da schon einen korrekten Begriff aus der politischen Philosophie gefunden hat, der den Zustand beschreibt, wenn ein Parlament Kriege führt, die keiner will, Steuern erhebt, die keiner will, Staatenbünde und Volksverbrüderungen beschließt, ohne Rücksicht auf das Volk und seine Finanzen zu nehmen, weiß ich nicht – lese ich aber die Neujahrsansprache von Frau Merkel, die die WELT für uns Fernsehverweigerer dankenswerterweise wörtlich abgedruck hat, so fällt mir da schon etwas ein: die Verwandlung der Republik in ein Reichsarbeitslager.

Letzteres ist nicht weiter schlimm für die, die sich damit abgefunden haben, für immer mehr Geld immer weniger Leistung zu bekommen. Sie werden immer länger arbeiten und immer weniger dafür bekommen. Im Ruhrgebiet sind jetzt erste Gemeinden an die Bürger herangetreten  und haben ihnen mitgeteilt, das die Gebühren drastisch erhöht werden und das als Dank dafür die Bürger die Schneeräumpflicht in Seitenstraßen in Zukunft in Eigenregie übernehmen dürfen.

Die jubeln vor Glück, die Bürger.

Und über eines vor allem können wir uns freuen: Noch nie hatten im geeinten Deutschland mehr Menschen Arbeit als heute.

Die weiß genau, wovon sie spricht:

Deutschland ist so erfolgreich, weil Sie Tag für Tag Ihre Arbeit machen. Sie sind frühmorgens auf den Beinen. Sie arbeiten im Schichtdienst, an Sonn- und Feiertagen. Sie kümmern sich um Aufträge und um Ihre Mitarbeiter. Sie meistern Ihren Alltag, wie schwer er oft auch sein mag.

Während andere von den Erträgen dieser Arbeit ein sorgenfreies Jet-Set-Leben leben können. Aber die kommen in der Rede ja nicht vor. Es ist eine Nutzviehrede — so spricht der Schäfer zu seiner Herde, wenn er mal einen guten Tag hat:

Die christlich-liberale Bundesregierung setzt deshalb alles daran, im kommenden Jahr wichtige Etappenziele zu erreichen.Das wohl wichtigste: Noch mehr Menschen sollen Arbeit bekommen können.

Hier spricht der Autokrat zu seinem Volk und macht klar, wo es langgeht: Rente mit 70 und die Fünfzigstundenwoche für jedermann ohne ausreichendem Kapital ist fest im Visier der Lobbyisten und man wir mit aller Entschlossenheit deren Ziele weiter verfolgen.

Diese „Adelung der Arbeit“ war dereinst kennzeichnend für die Entwicklung des Arbeitsbegriffes der NSDAP – und der Beginn einer Kultur, die in Vernichtung durch Arbeit endete. Man sollte sich mal daran erinnern – hier bei Teilhabe-Berlin.de:

Die Arbeitsämter grenzten nun nicht mehr allein widerspenstige Personen und Gruppen aus, die nicht der normalen Arbeitsfähigkeit entsprachen, sondern sie beteiligten sich unter dem Titel der „Mobilisierung der Arbeitskraftreserven“ an der direkten arbeitspolizeilichen Verfolgung. Die Praktiken der zwangsweisen Verschickung in Arbeitsdienstlager, in die Landhilfe, in Notstandarbeiten und die Vermittlung in unterwertige Arbeitsverhältnisse, die die 1.Phase der „Arbeitsschlacht“ dominierten, ermöglichten in der Regel lediglich Einkommen knapp über oder unter dem Unterstützungsniveau. Dennoch wurden diejenigen, die sich der Arbeitspflicht nicht unterwarfen, zu „asozialen Elementen“. Spätestens seit 1938 wurden polizeiliche Verfolgung, Inhaftierung und KZ-Haft zu einem Bestandteil der Arbeitsamtpraxis. Der „Wohlfahrtsstaat“ des Nationalsozialismus war nicht Instrument der Integration der Schwachen und Benachteiligten, sondern der Verschärfung rassistischer Ungleichheit. Der „Asoziale“ und „Arbeitsscheue“ wurde dem „schaffenden Volksgenossen“ entgegengestellt.

Wer sich heutzutage nicht der Arbeitspflicht unterwirft, bekommt Probleme. Dank der ARGEn haben wir inzwischen ein Instrumentarium, das eine Reichsarbeitsschlacht wieder möglich macht. Viele Mitarbeiter der ARGEn machen in dieser Hinsicht einen guten Job, weil sie das Instrumentarium NICHT voll ausschöpfen, das der Gesetzgeber ermöglicht hat. Wie die „Zielvereinbarungen“ der Frau von der Leyen mit der Bundesagentur für Arbeit zeigen, ist man nicht mehr gewillt, dies widerstandslos hinzunehmen.

Man sollte nie vergessen, das manche unheimlichen Geister der NSDAP den Fall des Dritten Reiches überlebt haben … und weiter in Gefilden herumspukten, aus denen letztlich unsere aktuelle Bundeskanzlerin hervorging – hier gefunden bei Artikel32.com:

In der Erziehung der Jugend legte man die gleichen Methoden an den Tag wie die NSDAP von 1939-45. Die Kinder und Jugendlichen wurden zu „Heimatliebe“ und „Stolz auf die Errungenschaften“ erzogen. Genauso war die Mitgliedschaft in der FDJ (siehe Anhang) Pflicht. Jedoch hießen in der DDR die Tugenden nicht Zäh wie Leder, Hart wie Kruppstahl (Westdeutsche Firma!!), Flink wie ein Windhund; sondern Freundschaft zur Sowjetunion, Liebe zur SED und Verehrung der Parteiführung. Doch sonst unterschieden sich die HJ und die FDJ nicht viel von einander. In der DDR gab es, wie im Westen auch Skinheads, die aber im Gegensatz zu den Punkern nicht wirklich verfolgt wurden, da sie mit einigen Tugenden der SED, wie Arbeitsliebe, Ordnung, Sauberkeit und den Willen zur Ableistung des Militärdienstes, übereinstimmten.

Daher passten sie nicht in das Fahndungsbild der Staatssicherheit (Stasi), die eher auf der Jagd nach faulen Objekten, sog. Volksschädlingen waren, wie z.B. Punker. 1978 wurde ein Skinhead-Überfall auf die Zionskirche (siehe Anhang) nicht weiter verfolgt, da er sich gegen Volksschädlinge richtete. Das heißt, die Rechtsextreme Szene war nicht gern gesehen, doch wenn sie der Regierung auch nur indirekt einen Gefallen tat, da wurde sie vom Staat unterstützt.

Arbeitsliebe, Ordnung, Sauberkeit, Militärdienst – Werte, die Autokraten aller Farben lieben. Nochmal Frau Merkel:

Gemeinsam haben wir Enormes geleistet. Wir haben erfahren, was möglich ist. Das ist wichtig, denn wir Deutschen sind uns unserer Stärken selbst nicht immer bewusst. Unsere Fußball-Nationalmannschaft hat in Südafrika ganz wunderbar genau die Tugenden gezeigt, die uns stark machen: Fleiß und Disziplin, Ideenreichtum und Technik auf höchstem Niveau.

Ich wußte nicht, das Frau Merkel mitgespielt hatte, noch wüßte ich, welche Maschinen jetzt Fuball und Spieler ersetzt oder ergänzt haben, auch bekomme ich den Verdacht, das der „Ideenreichtum“ der Regierung dann wohl eher auf einen Migrationshintergrund derselben hinweist, wenn das wirklich eine deutsche Tugend sein sollte.  Fleiß und Disziplin lassen sich jedoch mit Ideenreichtum nicht gut zusammenbringen – Ideen brauchen Muße und Freiheit. Nach sechzig Stunden Großraumbüro in der Woche bleibt da wenig Zeit über, die Anforderungen der Kanzlerin zu erfüllen – und die sind nicht gering:

Der Philosoph Karl Popper hat gesagt: „Die Zukunft ist weit offen. Sie hängt von uns ab, von uns allen.“ Lassen Sie uns in diesem Sinne mit Ideen, mit Neugier, mit Leidenschaft und mit dem Blick für den Nächsten die Lösung neuer Aufgaben anpacken.

Die Zukunft ist weit offen – sagt ein Mann, der Zeit und Muße hatte, sich Gedanken zu machen. Mit Ideen, Neugier, Leidenschaft und dem Blick für den Nächsten lassen sich utopische Realitäten schaffen – oder Reichsarbeitslager. Doch hören wir, wie sich der zitierte Popper eine Gesellschaft vorstellt – hier bei Wikipedia:

Institutionen sind zwar unumgänglich, müssen sich in Offenen Gesellschaften aber einer ständigen Kritik stellen und immer veränderbar bleiben. Der Nationalstaat ist in einer Offenen Gesellschaft lediglich ein momentanes Übel, das langfristig überwunden werden kann. Er soll eine ausreichende Grundversorgung sichern, vor allem aber eine egalitäre Gesellschaftsstruktur ohne die Herrschaft von „Eliten‟ ermöglichen. Popper schlägt als Maxime statt der Maximierung des Glücks die bescheidenere Minimierung des Leidens vor.

Ich sehe in der Rede der Bundeskanzlerin nirgendwo den Wunsch zu einer egalitären Gesellschaftsordnung, noch den entschlossenen Willen zur Minimierung des Leidens.  Eher ist sie eine weitere Wegmarkierung auf dem Weg von einer von Popper geschätzten „Offenen Gesellschaft“ hin zu einem „Reichsarbeitslager“, wo alle ständig immer und überall am Ruhm und der Ehre der Nation und ihrer Elite schaffen.  Und der Nationalstaat in seiner positiven Ausrichtung weicht dem europäischen Superstaat. Nochmal Merkel:

Deutschland braucht Europa und unsere gemeinsame Währung. Für unser eigenes Wohlergehen wie auch, um weltweit große Aufgaben zu bewältigen.

Welche Aufgaben? Wird im nächsten Satz sofort präsentiert:

Wir Deutsche nehmen unsere Verantwortung wahr, auch wenn sie manchmal sehr schwer ist. Unsere Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan mussten in diesem Jahr den Tod von neun Kameraden verkraften.

„Unsere Soldaten in Afghanistan“? Wollen wir in Deutschland mal abstimmen lassen, wer dafür ist, das wir dort herummarschieren? Ach ja … dieses „unser“ war ja nicht gemeint.

Wir vollenden den Wandel der Bundeswehr zu kleineren und flexiblen Streitkräften, indem wir die Wehrpflicht durch einen freiwilligen Wehrdienst ersetzen.

Hier merkt man … das „wir“ wird unheimlich. Hier wird das „wir“ immer mehr das „wir“ der Elite – jener Elite, die zu den Feinden der offenen Gesellschaft gehört und die uns in dieser Ansprache deutlich mitteilt, was sie von uns in Zukunft erwartet: Schnauze halten und mitmarschieren in die nächsten globalen Abenteuer unter Mobilisierung aller Arbeitskraft des deutschen Volkes – der Alten, der Kranken, der Behinderten, der Mütter und Kinder in einer einzigen gewaltigen nationalen Kraftanstrengung:

Das im Nationalsozialismus erzogene, geschulte und disziplinierte deutsche Volk kann die volle Wahrheit vertragen. Es weiß, wie schwierig es um die Lage des Reiches bestellt ist, und seine Führung kann es deshalb auch auffordern, aus der Bedrängtheit der Situation die nötigen harten, ja auch härtesten Folgerungen zu ziehen. Wir Deutschen sind gewappnet gegen Schwäche und Anfälligkeit, und Schläge und Unglücksfälle des Krieges verleihen uns nur zusätzliche Kraft, feste Entschlossenheit und eine seelische und kämpferische Aktivität, die bereit ist, alle Schwierigkeiten und Hindernisse mit revolutionärem Elan zu überwinden.

Wenn wir je treu und unverbrüchlich an den Sieg geglaubt haben, dann in dieser Stunde der nationalen Besinnung und der inneren Aufrichtung. Wir sehen ihn greifbar nahe vor uns liegen; wir müssen nur zufassen. Wir müssen nur die Entschlußkraft aufbringen, alles andere seinem Dienst unterzuordnen. Das ist das Gebot der Stunde. Und darum lautet die Parole: Nun, Volk, steh auf und Sturm brich los!

Goebbels, „Sportpalastrede“, Quelle: DHM.

Darum mein persönlicher Wunsch für das neue Jahr: „Wehret den Anfängen„. Erlauben wir uns in diesem Jahr …  ein wenig Arbeitsabscheu, weil es nur menschlich ist, ein wenig Undiszipliniertheit, weil es dem Geist der Freiheit entspricht, ein wenig Hass auf den Militärdienst, weil das Töten von Menschen immer und überall ein Verbrechen ist … und vielleicht einfach ein wenig Staub in der Wohnung, weil es Wichtigeres gibt als täglich zu wischen – zum Beispiel die Rettung der offenen Gesellschaft vor ihren Feinden, jedes Jahr aufs Neue.


Deutschland – Räuberland: Bürger gegen „Wirtschaft“

Am Ende des Jahres hat der Bundespräsident erstmal ein Fass aufgemacht. „Ehrenamtliche leben länger“ – eine Aussage, die laut Handelsblatt von seriösen Studien unterstützt wird:

Auch nach Ansicht des Hirnforschers Manfred Spitzer ist ehrenamtliches Engagement gesund und kann in manchen Fällen sogar Medizin ersetzen. Es wirke Einsamkeit entgegen, löse Glücksgefühle aus und verlängere das Leben. „Rein rechnerisch könnte man allein durch Ehrenämter die Streichung einer ganzen Reihe von Langzeitmedikationen ausgleichen“, sagte der Direktor der Psychiatrischen Uniklinik Ulm. Freiwilliger Einsatz für andere beuge Krankheiten wie Bluthochdruck, erhöhter Blutzucker oder zu hohe Blutfette vor.

Auf diese Entwicklung folgte laut Welt prompt die Antwort. Es ist seltsam in diesem Land: kaum zeichnet sich ab, das Geld freiwerden könnte, schon kommt jemand und greift es ab:

Der Staat wird wegen der Überalterung mehr Geld brauchen. DIW-Chef Zimmermann plädiert für eine Erhöhung der Mehrwertsteuer – so schnell wie möglich.

Klarer Fall: jede Form von lebensverlängernden Maßnahmen – und sei es auch nur ein harmloses Ehrenamt – bedroht das System in seiner Existenz. Der DIW-Chef wird noch deutlicher:

„Wenn zudem die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse ab dem Jahre 2016 seriös greifen soll, braucht die Bundesrepublik in den kommenden fünf Jahren das größte Sanierungsprogramm ihrer Geschichte. Gemessen an der Größe dieser Aufgabe sind die bisherigen Sparbemühungen noch ziemlich moderat.“

Immerhin sei infolge der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise „unser gesamtstaatliches Defizit von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen auf den dramatischen Rekord von mehr als 1,7 Billionen Euro geklettert“.

Es ist schön zu sehen, wie sich die Sprache ändert, wenn es um die Butter geht. Jeder baut sich einen kleinen – schicksalhaft unüberwindlichen – Sachzwang, der natürlich nur mit noch mehr Geld zu bewältigen ist. Das wir die Rekordverschuldung gerade diesen Sachzwängen zu verdanken haben, wird nur in äußerst seltenen Fällen von Menschen genannt, die schnell als „Verschwörungstheoretiker“ verschrien sind. Sich selbst Gedanken über Politik zu machen, ohne die Lotsenfunktion des Journalismus wahr zu nehmen, ist seit einigen Jahren völlig „out“ … und ziemlich verdächtig. „Nähe zum Terrorismus“ rückt da als Vermutung schnell in Mittelpunkt des Verdachtes.

Wer aber genau hat die deutsche Industrie ruiniert, indem er Arbeitsleistungen im Ausland einkaufte, deren Transport unsere Umwelt nachhaltig geschädigt hat? Wer genau hat hunderte Milliarden in den Sand gesetzt, um faulen Säcken ein leistungsloses Einkommen auf Millionärsniveau zu sichern? Wer hat zunehmend Reserven der Versicherungen für versicherungsfremde Leistungen  ausgegeben? Wer genau plündert den Wirtschaftsraum Deutschland seit Jahrzehnten gezielt aus?

Die Antwort ist leicht: Konzerne, Parteien und ihre Nutznießer.  Räuberbanden halt.

Wer zahlt die Zeche? Der Bürger.  Er wird in diesem Land an sich ziemlich überflüssig – jedenfalls als menschliches Wesen. Als Arbeitskraft zwischen 20 und 35 Jahren alt, kerngesund, bereit zu unbezahlten Überstunden und lebenslänglichen Praktika kann er sich gerade noch so über Wasser halten, wird er allerdings krank oder alt … dann landet er bei Mutter Gnadenlos:

Von der Leyen signalisiert Härte – so titelt heute die Zeit, es geht um fünf Euro pro erwachsenen Langzeitarbeitslosen und ein Bildungspaket für ihre Kinder, das ihnen 30 Minuten Klavierunterricht im Monat spendiert:

So trage die SPD nicht mit, dass 1300 neue Beamte eingestellt würden, um die Regelungen des Bildungspakets zu verwalten. „Auch die halbe Stunde Klavierunterricht im Monat löst nicht die Probleme der Kinder, die in Armut aufwachsen„, kritisierte Steinmeier das Bildungspaket von der Leyens.

1300 neue Beamte zur Verwaltung des „Bildungspaketes“? Da kann man aber wieder viele treue Parteigenossen in Lohn und Brot bringen, während man den Kindern kurz einen Blick in eine Welt erlaubt, die niemals mehr die ihre sein wird. Aber so ist halt die Sozialpolitik von Räuberbanden: „Wenn ich von dem, was ich dem Bürger genommen habe, was abgeben soll, dann will ich aber auch was dafür haben!“

Für Räuber eine akzeptable Logik.

Wir Bürger jedoch … sind anders gestrickt.  Wir kaufen gerne Hosen, die zehn Jahre lang halten, weil sie nicht von Kindern in Asien sondern von Erwachsenen in Deutschland produziert wurden. Wir arbeiten auch ehrenamtlich – also: umsonst. Jedenfalls – wenn wir nicht gerade Hartz IV beziehen oder zwei Jobs haben, um unsere Familie über Wasser halten zu können. Wir Bürger sind auch sonst unverzichtbar für den Staat, wenn man der FAZ glauben darf:

Wenn nicht mehr über zwei Drittel der Familien ihre Solidarität für die sehr Jungen wie die Alten in vollem Umfang wahrnehmen würden, wäre das für die Gesellschaft wie für den Staat finanziell und emotional eine Katastrophe. Kein Wunder also, dass sich die Familien und zuvörderst die Frauen mehr Anerkennung vom Staat wünschen. Junge Familien wünschen sich vor allem finanzielle Anerkennung ihrer Familienarbeit, Geldsorgen stehen bei 45 Prozent an erster Stelle, die Kinderbetreuung liegt weit abgeschlagen dahinter.

Wie schön zu sehen, das sich der Staat jetzt sehr für die Kinderbetreuung organisiert. Aber so zwischen 20 und 35 sind ihm die Bürger am wertvollsten, diese Zeit sollte man nicht mit Kindererziehung verplempern, da kann man noch optimal an preiswerter Arbeitskraft verdienen, vorher und nachher sind sie einfach nur Kosten auf zwei Beinen.  Darum plädiert der Chef der DIW ja auch so vehement für jene Form von Steuern, die gerade Familien, Kinder und Kranke am Meisten belastet.

Wäre es nicht schön, wenn wir Bürger dafür plädieren, eine Gesellschaft von Ehrenamtlichen zu bilden? Wie es aussieht,  sind wir das doch sowieso schon, wenn man sieht, das neben den offiziellen Ehrenamtlichen auch noch die Familien den Großteil der Arbeit machen.  Könnten wir uns nicht so organisieren, das wir uns die überversorgten Leistungsträger sparen könnten und so das Haushaltsdefizit spielend leicht abbauen? Immerhin – zur Erinnerung hier bei Telepolis – es sind einhundert Milliarden Euro jedes Jahr (also einhunderttausend Millionen), die aus diesem Land geschleust werden

Während Hartz-IV-Bezieher damit rechnen müssen, dass Kontrolleure sogar in ihren Kühlschrank blicken, um potentiellen Missbrauch aufzudecken, dürfen Wohlhabende in Deutschland in puncto Steuerzahlungen mit einem rücksichtsvollen und nachlässigen Vorgehen des Staates rechnen – und dass, obwohl dem notleidenden Fiskus damit dreistellige Milliardensummen entgehen. Dabei offenbaren die Besserverdiener in Sachen Steuerhinterziehung olympischen Ehrgeiz und ungeahnte anarchistische Energien. Ein Interview mit Kim Otto, der sich mit seinem Kollegen Sascha Adamek für das Buch „Schön Reich – Steuern zahlen die anderen“ investigativ dem Thema widmete.

Kim Otto: Ich finde Sozialleistungsmissbrauch auch nicht gut, um das vorab zusagen. Auch diese Menschen nutzen den Sozialstaat aus, genauso wie die Steuerhinterzieher. Allerdings kam es bei einem Sozialleistungs-Etat für’s SGB II (Arbeitslosengeld II) in Höhe von 24 Mrd. Euro im Jahr 2009 zu Überzahlungen in der Größenordnung von 72 Millionen Euro. Hingegen kostet die Steuerhinterziehung, laut OECD, den deutschen Steuerzahler jedes Jahr über 100 Mrd. Euro. Anders gerechnet belastet das jeden einzelnen Deutschen mit gut 1250 EUR im Jahr.

Schleust man jedes Jahr 100 Milliarden Euro am Fiskus vorbei, so hat man nach 17 Jahren unsere Staatsverschuldung komplett auf Auslandskonten liegen. Wer also wissen will, wie die Bürgergesellschaft finanziert werden soll, der braucht nur den Räubern die Beute zu nehmen. Das Wort „Wirtschaft“ will ich aber in dem Zusammenhang nicht mehr hören. Fährt der Bauer mit Rüben auf den Markt, dann ist das Wirtschaft. Maximiert die Hausfrau Lebensqualität mit gleichbleibenden Ressourcen, dann ist das Wirtschaft. Bläht sich ein Krämer so sehr auf, das er die Konkurrenz mit Hilfe der Banken aufkauft und sich in Folge an hemmungslosen Preiserhöhungen dumm und dämlich verdient, dann ist es ein Verbrechen – Räuberei mit „Firma“ als Waffe gegen die Mitbürger.  Schafft er die Beute dann ins Ausland … ist es ein Kapitalverbrechen gegen den eigenen Wirtschaftsraum.

Aber „wetten dass“ … sich daran nichts ändern wird? Und „wetten dass“ diese hochinteressante Wette bei Gottschalk nie eine Chance hätte, erwähnt zu werden?

Dabei … würden sich so viele Probleme lösen lassen. Schaffen wir für Bürger ein Bürgergeld, sparen wir die Hartz-Verwaltung. Schaffen Bürger im Ehrenamt, könnten viele Probleme durch Selbstorganisation gelöst werden, gleichzeitig bräuchte niemand mehr die Kinderarbeitswaren aus den Billigläden kaufen.

Die deutsche Ehrenamtgesellschaft könnte ein leuchtendes Beispiel für die Welt werden, ein mutiger Schritt Richtung Fortschritt und Zukunft anstatt das dieses Land sich weiterhin verstärkt zur Quelle weltweiten Elends macht während die Früchte seiner Schaffenskraft auf Offshore-Konten vergammeln.

Ich denke aber, wir werden einfach mal wieder höhere Preise für alle und alles bekommen, die immer weniger bezahlen können. Das ist zwar keine Lösung, aber halt Räuberethik: „Wenn ich zuwenig habe, dann nehme ich mir einfach mehr – schon habe ich genug!“

Und da Räuber sich nicht vorstellen können, das Bürger umsonst arbeiten, haben sie die Agenda 2010 entworfen, weil der Räuber in allen anderen nur Räuber sieht und panische Angst hat, die anderen Räuber könnten besser stehlen als er.

Es wohnen aber nicht nur Räuber in diesem Land. Genau genommen, sind es nur sehr wenige. Sie sind nur gut getarnt – als Biedermänner. Aber ihr Denken verrät sie immer und überall.

Eine gesunde, glücklich alternde Gesellschaft von Ehrenamtlichen hat natürlich auch ihre natürlichen Feinde – all jene, die von dem hemmungslosen unkontrollierten Geldfluß leben, den sie brauchen, um sich selbst hemmungslos zu bedienen und sich ein arbeits- und sorgenfreies Leben zu schaffen, weshalb ich fürchte, diese Gesellschaft werden wir nicht so geschenkt bekommen, wie wir die Demokratie dereinst geschenkt bekamen.

Wir werden sie aber zum Überleben brauchen, da der Räubergesellschaft irgendwann die Lichter ausgehen, wenn der letzte Euro auf den Bahamas gebunkert wurde, um sich dort von selbst zu vermehren.

Der kommende Aufstand

Man findet in den Medien ja auch mal klare Worte – wenn man will. Verstörende Worte, die nicht zu den üblichen Aufschwungparolen passen. Zum Beispiel gestern in der WELT:

Schon jetzt steht Deutschland mit einer prognostizierten Gesamtverschuldung von 1,884 Billionen Euro an der Spitze der europäischen Schuldenstaaten. Sollte die Wirtschaft einbrechen, wäre das eine unbezahlbare Hypothek.

Das sind Sätze die man gerne hört. Sie erklären die Aufschwunghysterie: wir können es uns gar nicht mehr erlauben, ohne Aufschwung auszukommen, dürfen uns schon längst nicht mehr erlauben, ihn auch nur im geringsten Maße zu bremsen, obwohl auch das wahrscheinlich nicht mehr ausreichen wird:

Gleichwohl dürfte es unmöglich sein, von diesem Schuldenberg wieder herunterzukommen. „Allein um die deutschen Rettungsmaßnahmen nach der Finanzkrise zu bezahlen, wäre in den kommenden 15 Jahren ein Wachstum von deutlich mehr als sechs Prozent pro Jahr erforderlich“, rechnet Michael Müller vor, früherer SPD-Staatssekretär im Umweltministerium. Solche Erwartungen aber sind geradezu illusorisch. Denn zwischen 1998 und dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 wuchs die deutsche Wirtschaft jährlich im Schnitt um gerade mal 1,5 Prozent. In den sechziger Jahren, also zur Zeit des Wirtschaftswunders, waren es 4,5 Prozent.

Das heißt: wir Deutschen sind pleite. Bankrott. Und hatte noch nicht mal was davon:

In Deutschland gibt es seit bald zwei Jahrzehnten keinen nachhaltigen Konsum, der nennenswert über das existenziell Notwendige hinausgeht. Der Grund hierfür sind Einkommen, die deutlich hinter der konjunkturellen Entwicklung zurückblieben. Obwohl Deutschland Exportweltmeister ist und zu den reichsten Ländern der Erde zählt, wuchs die Kluft zwischen Arm und Reich deutlich. „Seit dem Jahr 2000 haben in Deutschland Einkommensungleichheit und Armut stärker zugenommen als in jedem anderen OECD-Land“, heißt es in einem OECD-Bericht aus dem Jahr 2008.

Wer meint, die Renten sind sicher, der irrt, zumindest, wenn er Beamter ist

Da sind die gewaltigen Pensionslasten für die Beamten, für die bislang kein Cent zurückgelegt wurde, noch gar nicht eingerechnet

Dazu passen zwei weitere Meldungen in der gleichen Zeitung vom gleichen Tage. Die erste hier:

Das Haushaltsdefizit des Bundes ist in den ersten drei Quartalen dieses Jahres auf 49,4 Milliarden Euro gestiegen. Damit war die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben um 16,1 Milliarden Euro größer als im Vorjahreszeitraum. Dies teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden nach vorläufigen Ergebnissen mit.

Die zweite hier:

Immer mehr Menschen gehören zu den Empfängern von Arbeitslosengeld II und Sozialgeld – ein Viertel davon sind Kinder unter 15 Jahren.

Normalerweise wären das Fakten, die man dem Bürger jeden Tag um die Ohren hauen müßte, damit er zu Besinnung kommt und Politik und Wirtschaft in die Pflicht nimmt, nicht nur Beiträge zur Selbstbereicherung einzustreichen sondern ihren Beitrag zur Lösung des Problems zu liefern – am liebsten in Bargeld. Andererseits darf man das nicht zu laut sagen, weil sonst auch noch das letzte Privatgeld ins Ausland geht und sich dort in Luft auflöst.

In diese Zeiten, die – nach nur einer Ausgabe der WELT zu urteilen – mehr als düster und vor allem scheinbar zu Ende sind, fällt eine Schrift, über die ich andernorts schon mal geschrieben habe und die in derselben Ausgabe der WELT zu einem denkwürdigen Kommentar führt.

In Frankreich hat ein „Unsichtbares Komitee“ eine Hetzschrift gegen Metropolen veröffentlicht. Damit treffen die Extremisten offenbar den Nerv der Zeit.

Dieses Pamphlet, getragen von schneidender Verachtung und von der Gewissheit, dass die Städte, in denen wir leben, nichts Besseres verdient haben, als auf der Stelle in Brand gesteckt zu werden, verkündet eine einzige diagnostische Botschaft:

Das Leben ist ganz fürchterlich, und zwar ausnahmslos jedermanns Leben; wer etwas anderes glaubt, macht sich bloß etwas vor. Woran immer die Menschen Spaß haben, es ist in Wahrheit bloß ein Narkotikum, das sie davon abhält, mit der Wahrheit in Kontakt zu treten – jener Wahrheit, dass nichts mehr geht.

Offenbar sollte man die Wahrheit des unsichtbaren Komitees ernster nehmen, denn das bald „nichts mehr geht“ scheint auch die Wahrheit der anderen WELT-Autoren zu sein. Wie es momentan aussieht, werden wir ein Volk von Hartz IV – Beziehern, denen man letztendlich die Leistungen komplett streicht, weil „kein Geld mehr da ist“.

Auch die Unterhaltungselite gerät in die Kritik:

die Milieus der Literaten, Journalisten, Sportler und Künstler „mit ihrem Getratsche und ihren informellen Hierarchien, jedes einzelne von ihnen beauftragt, eine Wahrheit zu neutralisieren“

was dann letztlich den Zorn des Autors aufkommen läßt:

Hin und wieder versucht man, sich die Menschen zu dieser grimmigen Stimme auszumalen, aber diese Vorstellung ähnelt einem Wackelbild, aus dem einem alle möglichen Gesichter entgegenspringen. Spricht da ein muffiger Rentner, der mit all dem neumodischen Teufelszeug nichts anfangen kann?

Ein von seinem Job angeekelter Werbetexter, der endlich für etwas Fundamentaleres Propaganda machen will? Ein gewaltig untervögelter Philosophiestudent, der sich vorgenommen hat, der entfremdeten Welt mal ordentlich die Leviten zu lesen? Ein Kabarettist, ein Taxifahrer?

Die Hilflosigkeit, mit der man versucht, diese Schrift einzusortieren, hat etwas verstörendes an sich, verstörend deshalb, weil doch nicht das unsichtbare Komitee das Problem ist – sondern die Wirklichkeit, die sie beschreiben. Bis gestern hätte ich nicht gedacht, das diese kleine Schrift nochmal in mein Leben tritt – aber sie scheint weite Kreise der medialen Welt zu beunruhigen.

Ob nun Süddeutsche Zeitung, die mit eindeutigen Anweisungen für Ordnung sorgt (Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum es falsch wäre, den „Aufstand“ als antimodernes Pamphlet abzutun), die FAZ, die der linken Revolution ein schnelles Ende voraussag (Eine kollabierende öffentliche Ordnung würde nicht von Deleuze lesenden Kommunarden verbessert, sondern durch eine Mafia regiert. Wenn die Züge nicht mehr fahren, folgt nichts Besseres. Nach dem kommenden Aufstand kommen die schwarzen Geländewagen) oder die TAZ, die sich empört, das das alles nicht richtig links ist (Der kommende Aufstand ist linke Erlösungsfantasy mit rechten Elementen. Das mögen viele immer noch nicht erkennen).

Was man merkt ist: der Journalist sieht seine Deutungshoheit in Gefahr. Was man aber in zweiter Linie merkt ist – die kleine Schrift scheint Angst zu machen. Angst davor, das sie die Wahrheit beschreiben? Eine Wahrheit, die man tagtäglich in den eigenen Magazinen nachlesen könnte und die man gerne so formuliert, das sie möglichst positiv klingt?

Die öffentliche Ordnung wird nicht zusammenbrechen, weil Kommunarden den Strom abstellen, sondern weil Banken die Zahlungen einstellen. Das ist doch die Botschaft der Artikel in der WELT heute: Deutschland ist pleite und daran wird sich auch nichts ändern. Aller künstlicher Jubel über wenige Arbeitslose, steigende Steuereinnahmen und Rekordexporte kann die Wahrheit nicht mehr vertuschen: das Land ist pleite und wird es bleiben.

Noch was aus der TAZ und der dort weltbewegend wichtigen Schlacht über die korrekte Einordnung der Schrift in ein rechts/links Schema?

Noch weiter versteigt sich Alex Rühle in der SZ. Weitgehend kritiklos bestaunt der Internetverweigerer den „düsterrevolutionären Zorn“ des Buches, seine „Aura der Hellsichtigkeit“ und seine „heroische Melancholie“. Gerade die darin vertretene „Partizipationsverweigerung“ sagt ihm zu. Sein Urteil lautet kurz, es handele sich um „ein Weißbuch des Überlebens in stürmischen Zeiten“. Und auch zu weiteren Entgleisungen lässt er sich verleiten: „Das System“, schreibt er, „ist überall, fast wie Gas ist es noch in die letzten Ritzen des Privatlebens gedrungen.“

Ein „Weißbuch des Überlebens in stürmischen Zeiten“ wäre notwendig – wenn die Zeiten stürmisch werden. „Überleben“ als solches ist auch erstmal weder „rechts“ noch „links“. Man beruft sich als „Linker“ gerne auf Werte wie „Freiheit“ „Gleichheit“ „Brüderlichkeit“ – was aber  ist, wenn diese Werte die Abkehr von der Maschinenkultur fordern? Was ist, wenn diese Maschinenkultur, die seit über hundert Jahren Rohstoffe in Müllberge und Landschaften in Betonwüsten verwandelt, als solche nicht überlebensfähig ist? Was, wenn immer mehr junge Menschen „aus bestem Hause“ gerade zu diesem Ergebnis kommen und in der Großstadt das Symbol jener Entwicklung sehen, die ihnen die Zukunft stiehlt … und sich aufmachen, sich einfach selbst eine Zukunft zu sichern?

Wenn der König zum Bauern wird, wird´s für den Höfling ungemütlich, das kam mir in den Sinn, als ich die Kommentare las. Und ich fragte mich: lesen die die anderen Artikel in ihren eigenen Zeitungen nicht – und erwarten die dasselbe von den anderen Lesern? Zeitungskauf wird (Partei)Spende für Meinungsverbreitung – kann man den Prozess dann nicht effektivieren und das Drucken ganz sparen? Ich denke, wären da nicht die Werbeeinnahmen,  würde man darüber schon nachdenken.

Dabei ist die Grundaussage des „unsichtbaren Komitees“ nicht neu, „Nur Stämme können überleben“ war schon in den siebziger Jahren bekannt. Vielleicht merken das jetzt immer mehr, ebenso wie immer mehr merken, das die Fleischtöpfe weniger werden – auch für Journalisten.  Und das macht dann Angst.

Die „Mitte“ ist ein Arschloch und betet für den neuen Holocaust

Es gibt Artikel … die verbreiten nur noch Angst. Nein, nicht jene, in denen Merkel droht, sie würde jetzt anfangen zu regieren (obwohl das auch beunruhigen kann), sondern jene, die schon in sich den Hauch von Holocaust tragen. Einen von jenen gibt es heute bei Spiegel-Online:

Wieder einmal ist da ein Experte der sagt, was denn die Mitte so denkt. Ich finde das immer Klasse, das jemand mir sagt, wie ich zu denken habe – mir oder meinen Nachbarn. Ich dachte immer:  Mitte, die kenne ich. Wohne ja auch mittendrin. Aber die Experten machen mir klar, das die Mitte irgendwo ganz anders ist – und sie ist bösartig.

Aber während die Nachfrage nach Solidarität zugenommen habe, seien die tragenden Bedingungen solidarischer Zusammenschlüsse und Aktionen zuletzt erheblich erodiert – abgeschmolzen „wie Gletscher in den Zeiten globaler Erwärmung“, so der Politologe Herfried Münkler von der Berliner Humboldt-Universität.

So sagt da ein Experte. So hat die Mitte zu sein. Ein weiterer legt was obendrauf:

„Den Leuten gehen die Messer in den Taschen auf“, so Soziologe Heinz Bude, „wenn jemand Geld oder Ehre einsteckt, ohne etwas dafür getan zu haben.“

Scheint, als müßte man beständig mit bewaffneten Attacken rechnen. Nun – die Amokläufer der letzten Zeit kamen ja nicht gerade aus der Unterschicht … und eine Rechtsanwältin ist wohl deutliche Mitte.

Es ist nicht lange her, da waren Vorwürfe gegen „arbeitsscheues Gesindel“ wohlfeil, die dem Steuerzahler auf der Tasche lägen.

Nun, das stimmte für die Presse, aber vor Ort habe ich nie etwas davon vernommen – und durch eine weitreichende und kontaktfreudige Familie kann ich mich der „Mitte“ nicht verschließen. Hass auf Banken, Abscheu vor der SPD, Belustigung über Westerwelle – das sind erkennbare Trends. Aber Hass auf Arbeitslose? So blöd ist da keiner. Wer nicht Beamter ist, weiß, das er selbst im Alter da landen kann. Das geht schneller als einem lieb ist. Aber auch Beamte müssen nicht herzlos sein,  ebensowenig wie Ärzte.

Der letzte Experte, der Autor des Artikels selbst, legt dann noch etwas drauf, obwohl er der Mitte

Bezeichnend ist sicher auch, dass sich die soziale Mitte bildungs- und schulpolitisch keineswegs für das Modell erweiterter Chancen auch für Kinder des „sozialen Unten“ ins Zeug legt. Dabei zählen viele Mittezugehörige selbst zu Gewinnern der ersten Bildungsreform in den sechziger und siebziger Jahren. Doch gerade weil sie seinerzeit den Aufstieg von unten in die Mitte geschafft haben, gerade darum besitzen sie nun – ganz wie schon in früheren Jahrzehnten die etablierten Mittel- und Oberschichten – kein Interesse an weiteren Emanzipationsschüben von unten, da das für sie zusätzliche Konkurrenz, auch die Entwertung der eigenen, mühselig erworbenen Bildungsabschlüsse und Statusposition bedeuten würde. Soziologen bezeichnen einen solchen Vorgang als „soziale Schließung“.

Generell gilt: In der gegenwärtigen Druck- wie Konkurrenzsituation grenzen sich die verschiedenen Elternmilieus schroff voneinander ab, verhindern, dass ihre Kinder mit dem Nachwuchs der jeweils unter ihnen verorteten Schichten in Kontakt geraten. Das klassische Bildungsbürgertum achtet neuerdings mehr als in den vergangenen drei Jahrzehnten darauf, dass ihre Sprösslinge nicht mit den „Parvenüs“ aus dem Mittelstand ihre Freizeit verbringen. Und die kleinbürgerliche Mitte unterbindet entschlossen Begegnungen mit Familien aus der „Underclass“. Denn dort wittert sie kulturelle Verwahrlosung, haltlosen Konsumismus, Unheil stiftende Disziplinlosigkeiten.

Man weiß nicht, ob es die Träume und Wunschvorstellungen des Autors sind, die dort durchdringen. Meinen Erfahrungen entspricht es nicht … aber wenn er recht hat, bedeutet das das Ende der demokratischen Gesellschaft. Das muß im Anfang für den Einzelnen nicht schlimm sein. Viele haben im Dritten Reich mit konfisziertem Judenvermögen ein gutes Geschäft gemacht, viele schielen heute schon nach Israel, ob man nicht dort mit der Eliminierung des Staates ebenfalls ein gutes Geschäft machen könnte.

Ich denke, viele zwangsversteigerte Immobilien von Langzeitarbeitslosen haben heute auch schon neue glückliche Besitzer, anderen etwas wegzunehmen ist immer der sicherste Weg, es ohne Arbeit zu etwas zu bringen. Natürlich gibt es immer Kriegsgewinnler – es gibt auch immer Arschlöcher, aber eine ganze Schicht, ja sogar ein ganzes Volk als Volk von Arschlöchern zu bezeichnen … geht das nicht ein wenig zu weit?

Die zwei Drittel-Gesellschaft ist ja schon lange ein Traum der Funktionsoberkaste dieser Gesellschaft in Politik, Bildung und Wirtschaft. Einfach ein Drittel des Volkes auf Hartz IV setzen und sich von dem Rest fein die Taschen füllen lassen: der Traum eines jeden Chefredakteurs. Man klebt auf das letzte Drittel das Schild: „Faule dreckige Schweine“ und hofft, das jemand das Messer aus der Tasche holt und die Schweine endlich absticht. Dann hat man wieder eine gute Story, einen neuen Helden und Leben in der Bude.

Es würde auch funktionieren – je mehr Maschinen das Land bevölkern, umso weniger Menschen werden gebraucht. Da kann man ruhig mal ein paar Millionen aussondern, das stört nicht sonderlich.  Inzwischen jedoch … ist „die Mitte“ kleiner geworden. Sie schrumpft. Sollte sie so blöd sein, nicht zu merken, das ihre Rente gerade zur Finanzierung der HRE ausgegeben wird? 1400 Millionen … ist das eine zu große Zahl, als das es ein Mittehirn begreifen könnte?

Die Mitte merkt, wenn Straßen nicht repariert werden, Schulgebäude verfallen, der Onkel mit 45 wegen Krankheit entlassen wird. Die Mitte weiß, was es für ein Leben ist, sich vor dem Alter fürchten zu müssen … nicht vor der Rente, sondern vor den Jahren jenseits der 40, wenn jede Kündigung das berufliche Ende bedeutet.

Die Mitte weiß, das es mal den Beruf der „Hausfrau“ gab, jener Mittelpunkt einer jeden Familie, der haushalten und die Kinder erziehen konnte (und auch männlich sein durfte), weil ein einziges Gehalt ausreichte, die Familie zu ernähren. Die Mitte weiß sehr gut, das heute alle anschaffen gehen müssen, um über die Runden zu kommen – und ihre Eltern wissen noch, das das nicht immer so war.

Sicher, es gibt Erscheinungen, die geben einem zu denken – wie hier das Ossischießen, über das das Handelsblatt berichtet:

Ein Computerspiel zur innerdeutschen Grenze sorgt für Aufregung: Opferverbände laufen Sturm, weil Spieler in die Rolle eines DDR-Grenzsoldaten schlüpfen können, um auf Flüchtlinge zu schießen.

Auch Berichte des Westen scheinen nicht geeignet, die asoziale Tendenz im Lande zu widerlegen:

Die Bereitschaft der Deutschen zur umfassenden Betreuung ihrer pflegebedürftige Angehörigen geht deutlich zurück. Dies ergab eine neue Studie. Demnach würde jeder fünfte Bundesbürger ein Familienmitglied rund um die Uhr pflegen. Noch vor fünf Jahren wollten doppelt so viele die Rundum-Pflege übernehmen.

In Zeiten  knapper Kassen und drohender Staatspleiten kriegen natürlich gerade diejenigen Panik, die noch nicht genug für die Bahamas haben aber zuviel als das es in den Rucksack paßt. Hartz-Abhängige haben da nichts mehr zu verlieren, aber Universitätsprofessoren und sonstige vom Staat bezahlte Unselbständige schon. Darum wäre es für die schön, wenn der Deutsche so wäre wie sie ihn predigen: ein asoziales Arschloch das für den neuen Holocaust betet, der das letztes Drittel der Gesellschaft entsorgt.

Doch so blöd ist der Deutsche nicht – und wenn doch, dann werden chinesische Funktionäre und russische Mafia den maroden Rest übernehmen. Machen die indirekt ja jetzt schon.

Was mich nur zögern läßt, die Meinung des Professors in Bausch und Bogen zu verdammen ist … wir hatten das hier in Deutschland schon mal. Manche halten das Nazitum für eine spezielle deutsche Eigenschaft, die immer dann zum Tragen kommt, wenn keiner guckt. Der „Jude“ ist wieder Feindbild – nun als „Zionist“ in „Israel“ fein verpackt, aber mit dem gleichen Endziel der Auslöschung des Staates und seiner jüdischen Bewohner – natürlich nur zum Wohle der Palästinenser, nach denen ohne ein jüdisches Israel kein Hahn krähen würde.

Wenn dem aber so ist, wie der Professor sagt, dann brauche ich mich für meine harsche Wortwahl nicht zu entschuldigen: dann ist die Mitte ein Arschloch und betet für den neuen Holocaust. Dann müssen zur Beruhigung des deutschen Michel wieder ein paar Millionen vergast werden, denn im feinen, reinen, perfekten neuen Sauberenergiedeutschland ist kein Platz für unwertes Leben.

Dann möchte ich aber an dieser Stelle schon mal vorsorglich dafür plädieren, das dieses Volk nach dem nächsten Zusammenbruch komplett aufgeteilt wird – wie es nach dem Zeiten Weltkrieg schon mal angedacht war. Die scheinen dann wirklich … seltsam zu sein.

Ich halte jedoch den Deutschen weder für so blöd noch für so herzlos. Es ist seine Rente und die Zukunft seiner Kinder, die dort gerade verbraten wird. Es ist das nachvollziehbare Machtkalkül einer gewissenlose Funktionselite, die gezielt ein asoziales Bild vom Deutschen verbreitet – in der Hoffnung, das der Mittedeutsche ihre Fleischtöpfe mit seinem Leben verteidigt.

Der Mittedeutsche weiß jedoch eins:  er ist eine aussterbende Art. Von zehn schafft es noch einer nach oben, der Rest … hat ARGE Zukunftsprobleme. Und seine Kinder erst recht – für die kommt die ARGE gleich nach dem Praktikum.


Gott, der Papst, der Steinbrück und die Zukunft Deutschlands

Sich Gedanken über die Zukunft zu machen ist immer ein heikles Geschäft und ähnelt der Wetterprognose. Zudem spielt ein Faktor eine Rolle, der beim Wetter nie …. oder fast nie …. eine Rolle spielt: Geschichte wird nur von Menschen gemacht und Menschen sind launig, wankelmütig, wechselhaft und unzuverlässig.  Vielleicht treten ja morgen alle in die Kirche ein und die Welt wird ein Paradies?

„Die Katholiken in Großbritannien und auf der ganzen Welt werden sich weiter dafür einsetzen, Brücken der Freundschaft zu anderen Religionen zu bauen sowie Fehler und Wunden der Vergangenheit zu heilen“, sagte Benedikt am Freitag in London vor führenden Vertretern anderer Religionen.

„Sobald ein solcher Respekt und eine solche Offenheit bestehen, werden die Menschen aller Religionen gemeinsam wirksam für den Frieden und das gegenseitige Verständnis arbeiten und so vor der Welt ein erstrebenswertes Zeugnis geben“, fügte das Kirchenoberhaupt an.

Glaubt man dem Papst, so ist es nur ein kleiner Schritt, der zum Frieden nötig ist:

In seinen langen Ausführungen vor etwa 2000 Zuhörern hob Benedikt den Glauben als Partner einer an Vernunft orientierten Gesellschaft hervor und bekräftige seine Forderung nach einem ethischen Handeln in Politik und Wirtschaft auch im Kampf gegen Hunger und Armut. „Die Religion ist für die Gesetzgeber nicht ein Problem, das gelöst werden muss, sondern ein äußerst wichtiger Gesprächspartner im nationalen Diskurs.“

Besorgt sei er darüber, „dass die Religion und besonders das Christentum in einigen Bereichen zunehmend an den Rand gedrängt werden, auch in Ländern, die großen Wert auf Toleranz legen.“ Manche sprächen sich dafür aus, die Stimme der Religion zum Schweigen zu bringen oder wenigstens ganz auf die Privatsphäre zu beschränken, sagte er mit Blick auf atheistische Strömungen im Land.

Quelle: Spiegel-online

Die Methode, mit der man Öffentlichkeit manipuliert, ist ziemlich einfach und wird weitläufig gelehrt. These aufstellen, Gegenthese zulassen, Synthese genießen.

Seit zweitausend Jahren arbeitet die Kirche nun für den Frieden. Die Ergebnisse sind … vorsichtig ausgedrückt – beunruhigend.

Vielleicht liegt das darin begründet, das „Kirche“ und „Religion“ zwei völlig verschiedene Dinge sind? Nehmen wir … die Bibel.  Neben Tolkiens „Herr der Ringe“ das meistverkaufte Buch der Welt. Was ist die Bibel? Eine Sammlung von Erzählungen (überarbeitet und den Erfordernissen der Kirche und der Zeit angepaßt) der Begegnungen von Menschen mit etwas, das sie „Gott“ nennen.

2 Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus.
3 Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.
4 Du sollst dir kein Gottesbild machen und keine Darstellung von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde.
5 Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir Feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation;
6 bei denen, die mich lieben und auf meine Gebote achten, erweise ich Tausenden meine Huld.

Quelle: Wikipedia

Vor dreitausend Jahren war das … die Aufforderung zum Atheismus. Aus dem Grund glauben heute ja noch viele, das die Juden mit dem Teufel im Bunde sind. Aber … die haben ja auch Christus umgebracht. Weiß man ja.

Geht man nun in eine katholische Kirche, so findet man: ein Gottesbild. Hängt tot von Kreuzen herab. Weil die Protestanten Gebote nicht nur predigen sondern auch einhalten wollten, haben sie die Leichen von den Kreuzen entfertn.

Aus philosophischer Sicht ist es eine Weise Erkenntnis. „Mach´ Dir kein Bild von Dingen, von denen Du keine Ahnung hast“ – hört sich auch heute  nicht verkehrt an.

In Zeiten, wo der „Fortschritt“, der „Wohlstand“, die „Arbeit“ und der „Arbeitsplatz“ quasi religiöse Elemente sind und sich alle einer „unsichtbaren Hand des Marktes“ unterwerfen, sogar noch weiser.

Nun ist die Bibel ja von Priestern gesammelt worden und voll von Menschen, die selbst persönlich mit Gott gesprochen haben. So etwas geht. Machen auch heute noch viele – nur nicht bei den Katholiken, denn dort … ist der Papst zwischengeschaltet worden. Als Stellvertreter Christi auf Erden quasi Gottes Stiefsohn. Und der Sohn hat ja gesagt, was Sache ist:

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

DAS zentrale Gebet. Milliardenfach aufgesagt. Ganz einfache Botschaft: was ICH will, ist nicht zu wichtig. Was Gott will, ist wichtig. Und er wird selbst am Besten Wissen, was er will.

Kurz: irgendwo da draußen (oder tief drinnen) exisitiert der lebendige Urgrund allen Seins und will seine Ruhe haben. Er will sein eigenes Ding durchziehen und verbietet den Menschen ausdrücklich, sich detalliert mit ihm zu beschäftigen. Man darf zu ihm beten … muß sich aber immer gegenwärtig sein, das es SEIN Wille sein soll, der geschieht – und nicht der Eigene.

Religion und Atheismus sind somit kein Gegensatzpaar – und da wird auch der Erkenntnistheoretiker glücklich, der weiß, das Urteile in jeder Art in diesen Gefilden eine Lüge sind.

Er ist ja auch mit wenig zufrieden. Es sind ja keine Horrorgebote, die er uns auferlegt: nicht stehlen, nicht morden, nicht lügen und was ihm da noch so einfällt: sind doch alles Sachen, die auch außerchristlich weltweit verboten sind. Hätte er uns eigentlich nicht noch extra sagen müssen. Ganz wichtig jedoch ist ihm … die Freiheit des Menschen. Ganz sauer wird er, wenn man „anderen Göttern“ hinterherrennt. Klar – folgt man seinen Gedanken, dann gibt es die anderen ja gar nicht. Und außerdem hat er den Menschen wohl absichtlich so geschaffen, das er Göttern nicht hinterherrennen braucht. Er kann frei und ungebunden sein eigenes Dingen durchziehen.

War eigentlich alles mal ganz funktionabel eingerichtet, will mir scheinen. Da ist ich auch kein Platz für eine Kirche. In dem Heldenepos „Der Herr der Ringe“ finden sich deshalb auch kaum Götter. Eigentlich kommt er ganz ohne aus, obwohl Tolkien (der selbst ein gläubiger und überzeugter Katholik aus England war) Zauberer, Elben, Zwerge, Drachen und eine Vielzahl übler Ungeheuer auferstehen läßt … beziehungsweise eine Unmenge europäischer Mythen in seinem Epos zu einer einzigen Bilderwelt vereint. Letzteres ist vielleicht auch der Grund für seinen Erfolg … irgendwo dürfte uns das alles irgendwie bekannt vorkommen. Nur einmal wird eine Kirche erwähnt: im „Silmarillion“, so einer Art Genesis für Mittelerde, findet sich ein Tempel für einen bösen Gott (der aber eigentlich nur ein gefallener Engel ist – aber Tempel bleibt Tempel).

Sogar das Wochenende hat Gott erfunden.

Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du, dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin, dein Vieh und der Fremde, der in deinen Stadtbereichen Wohnrecht hat.

Noch nicht mal Sklaven, Tiere oder Gastarbeiter sollen da malochen. Sollte man mal dem Bundesverband der Deutschen Industrie über die Eingangstüren ihrer Konferenzsäle hängen. Aber auch die Kirchen selbst huldigen gerne anderen Göttern:

Nur: Zum Angebot der katholischen Bank zählt der Investmentsparplan Uniprofirente, dessen Gelder bei Uniglobal investiert werden. Zu dessen Werten gehörten in diesem Jahr neben Tabakkonzernen die Rüstungsfirma BAE Systems, die von Atom-U-Booten bis zu Jagdbombern weltweit ein komplettes Waffenarsenal anbietet, und bis vor kurzem der langjährige Streumunitionshersteller Lockheed Martin. Peinlich auch das Bild des aktuellen BKC Treuhand Portfolio: Dessen jüngster Halbjahresbericht weist Alkoholwerte wie Carlsberg und Unternehmen wie Walmart aus, die wegen ihrer Arbeitsbedingungen massiver Kritik ausgesetzt sind.

Quelle: Spiegel-online

Was bleibt uns Menschen da übrig, wo These (Religion – Kirche) und Antithese (Atheismus – Materialismus) beide das gleiche Ergebnis haben: die Welt wird Hölle. Zumindest für die geistig Armen, die dem Sohn Gottes mal so wichtig waren. Na, vielleicht hat er damals schon gewußt, das die mal über sein werden:

Was die Menschen in 20 Jahren bedroht

Die unter der Leitung des Zukunftsforschers Georges T. Roos erstellte Studie zeigt nicht ganz überraschend vor allem eines: Das Leben wird komplizierter. Wir müssen uns in einer komplexen Welt zurechtfinden, in der Informations- und Kommunikationstechnologie den Alltag noch stärker prägen werden. Das Leben wird weiter beschleunigt. Kopfarbeit wird körperliche Arbeit noch mehr ablösen; die Anforderungen an die Arbeitnehmer steigen, der Leistungsdruck wird zunehmen. Klar ist, dass diese Veränderungen und Anforderungen krank machen können.

Quelle: NZZ Online.

Für die, deren mentale Kompetenz nur zum Bauer reicht, wird kein Platz mehr da sein. Die Zukunft wird ein kleiner Hamsterkäfig, in dem immer weniger immer schneller rennen müssen. Das das auf die Dauer nicht gutgeht, weiß auch der Herr Steinbrück:

Der Ex-Finanzminister wirft den Blick in den Abgrund bei der Finanzkrise. Er empört sich über Verkommenheit von Teilen der Wirtschaftselite und mangelnde Standfestigkeit der politischen Klasse. Der Sozialstaat bisheriger Prägung wird zum Auslaufmodell erklärt.

Quelle: Welt-online

„Auslaufmodell Sozialstaat“ … denkt man reflexhaft gleich an Arbeitslose. Doch um diese verschwinden kleine Minderheit geht es nicht. Es geht um die Kranken und Alten, die zu teuer werden, wenn sich an dem System nichts ändert. In einer Welt, die von Menschen mit christlichen Werten regiert wird, bräuchte man sich keine Sorgen machen. Aber offensichtlich hat Peer Steinbrück als Politiker andere Erfahrungen gemacht.

„Wir sind nicht ausreichend auf die Zukunft vorbereitet. Unser Fundament hat Risse. Die schlechteren Tage der letzten Jahre könnten auf lange Sicht die besseren gewesen sein.“

Für diese eher düsteren Vorahnungen bleibt Steinbrück den Beweis aus seiner Sicht nicht schuldig. Mit größter Sorge betrachtet er die eklatanten Entscheidungsdefizite der Europäischen Union. Anhand von Beispielen zeigt er auf, wie Europa gegenüber Amerika und vor allem gegenüber China immer weiter an Kompetenzen, Fähigkeiten und Einfluss verliert. Er nimmt tektonische Verschiebungen der politischen und ökonomischen Zentren auf dieser Welt wahr und geht vor allem mit den Europäern und Amerikanern hart ins Gericht.

Diese Art von Sozialdemokratie jedenfalls fordert heraus und verdient Respekt.

Quelle: Welt-online

Das letzte Lob kommt von: Friedrich Merz. Kein Unbekannter in der politischen Welt. Eng verbandelt mit der Atlantikbrücke, die im Auftrag der Kosmokraten (siehe Jean Ziegler)  und der Korporatokratie (siehe John Perkins) die Ausplünderung Europas, Asiens, Afrikas, Australiens und … nicht  zuletzt … ganz Amerikas vornehmen, dabei im Laufe der Jahrzehnte wirtschaftliche Systeme aus dem Gleichgewicht bringen und sinnlos zerstören, was den Tod von hunderten von Millionen von Menschen zur Folge hat. Und dabei haben sie gerade erstmal angefangen, sich auszudehnen, befinden sich noch in einem recht frühen Stadium der Ausbreitung.

Stehlen, Morden, Lügen … alles kein Problem. Man will ja kein Weichei sein.

In der Gestalt des modernen Konzerns ist uns ein neuer Gott erwachsen, an den wir glauben müssen, weil er sich die Welt angeeignet hat. So wie uns die Vorsehung Hitler geschickt hat, hat uns die unsichtbare Hand des Marktes den Konzern geschickt … will man uns jedenfalls glauben machen.

Konzerne … sind als gesellschaftliche Akteure Psychopathen. Der kanadische Film „Corporation“ untersucht dieses Ungeheuer, das Monarchie, Kirche und Kommunistische Partei gleichermaßen ersetzt hat (und deshalb auch in China problemlos Fuß fassen kann).  Das Ergebnis: Konzerne sind als gesellschaftliche Akteure geistig kranke Psychopathen – aufgrund ihrer Konstruktionsparameter können sie auch nie etwas andere sein.

Aus der Sicht der Religion haben sie sogar noch mehr ersetzt: sie sind an die Stelle Gottes getreten indem sie sich die ganze Schöpfung zu eigen machen. Was wir essen, was wir trinken, der Boden auf dem wir gehen, die Struktur unseres Alltages, unser Leben von der Geburt bis zu Tod: alles minutiös durchgeplant und auf maximale Rendite getrimmt.  Noch nie gab es in der Geschichte der Menschheit eine Macht, die so sehr den Alltag der Menschen bestimmt hat und der man so wenig entkommen konnte.

Na ja, das Alte Testament hatte uns ja schon mal gewarnt: das wird nicht gut gehen.

Am Ende der Geschichte wartet auf uns eine Welt, in der nur noch diejenigen Überleben können, die sich für die Profite der Konzerne maximal abstrampeln können. Wer schwächelt … fliegt aus der Kurve.

Das sollte man mal mit dem Papst diskutieren. Der Islam hat deshalb soviel Zulauf, weil seine Bürger die teuflische Macht der Korporatokratie deutliche spüren – dort wirkt sie noch mit größerer Gewalt als hier, wo sie sich flächendeckend durchgesetzt hat.  Die Kirche hat da weniger Zulauf, weil sie selbst Konzern geworden ist … der älteste Konzern der Welt. Ware? Dieselbe wie Disney. Gottesbilder.

Was ich mir von der Kirche in Zukunft wünschen würde? Das sie ihren Job macht und den Menschen lehrt, mit Gott zu sprechen. Mit ihm – nicht über ihn. Soll ja möglich sein – die Bibel ist voll von solchen Geschichten.  Oder das sie wenigstens über die Gefahren des Götzendienstes aufklärt … aber dazu müßte sie ihn erstmal selber sein lassen. Ich kann allerdings nicht ausschließen, das es der Rendite schaden würde … und das die Guttenbergs dieser Welt bei der Auswahl ihrer Dorfpfarrer strengere Maßstäbe anlegen würden, wenn diese Anfangen, ihren Gott ernst zu nehmen.

Und wer den Bogen so spannen will … aus dieser Perspektive sind „Kosmokraten“ Satanisten – auch ganz ohne Kutte, persönliche Menschenopfer und erotische Rituale.  Allerdings kennt die christliche Religion eigentlich keinen Teufel. Jedenfalls nicht den, den Hollywood uns jedes Jahr in neuen Variationen zeigt.

Die Maschine denkt mit

„Wer jetzt schon Angst vor der Datensammelwut von Apple und Google hatte, darf nach Justin Rattners Rede auf dem IDF beruhigt in Panik ausbrechen.“

Und es wird wieder Menschen geben, die das als Fortschritt verkaufen…

http://www.golem.de/1009/78004.html

Völkermord – Ruanda gestern, Deutschland morgen?

Mit Ruanda habe ich mich beschäftigt, um einen Blick auf die Dimensionen menschlichen Fehlverhaltens zu erhalten. Ich wollte wissen, ob da – soweit wir überhaupt so urteilen können – eine neue Qualität Raum greift. Ein abschließendes Urteil ist mir noch nicht möglich – vor allem weil ich abgelenkt wurde. Abgelenkt durch die Frage der Schuld, durch die Frage nach der Medienmanipulation und durch die Schlußfolgerung meines Augenzeugen, General Romeo F. Dallaire.

Die Schuldfrage ist recht eindeutig. Ohne Weltbank, ohne Frankreich und die USA hätte es diese Massaker nicht gegeben. Ohne Europa gäbe es gar keine Hutu oder Tutsi, die würden noch Jahrtausende ruhig und friedlich nebeneinander leben können. Frankreich hat die Mörder ausgebildet und sie nachher in Sicherheit gebracht, die USA haben verhindert, das die UNO, die ja schon mit Truppen vor Ort war, stark genug wird, um die Massaker zu verhindern.  Insgesamt aber … ist es ein Versagen der Weltgemeinschaft, denn die hatte versprochen, das es nie wieder ein Ausschwitz geben würde. Ruanda war schlimmer, die Auswüchse an Bestialität vor allem gegen Kinder übertreffen das, was ich an Schilderungen aus dem KZ kenne deutlich.

Die Medien berichten über Ruanda bis heute, was ihnen in den Sinn kommt. Eine Erklärung für das Massaker haben sie alle nicht. Eine Erklärung für die Morde schon … aber keine Erklärung für den Grad der Bestialität, für die Sucht nach körperlicher und seelischer Folter der Opfer. ´

„Das globale Dorf erlebt einen raschen Niedergang, das nährt die Wut der Kinder dieser Welt. Es ist jene Wut, die ich in den Augen der jugendlichen Interahamwe-Milizionäre in Ruanda sah und in den Herzen der Kinder von Sierra Leone spürte, es ist die Wut, die mir in Massenversammlungen gewöhnlicher Bürger in Kigali entgegenschlug und die Wut, die zum 11. Semptember führte.  Die Menschen, die keine Rechte haben, keine Sicherheit, keine Zukunft, keine Hoffnung und keine Mittel zum Überleben sind eine verzweifelte Heerschar, die Verzweiflungstaten begeht, um sich zu nehmen was sie brauchen und zu verdienen glauben“.

So General Dallaire in seinem Buch Handschlag mit dem Teufel, Seite 765.  General Dellarie ist als Chef der UNO-Mission Augenzeuge der Massaker gewesen – von Anfang bis zum Ende. Liest man seine Berichte, versteht man, warum seine Mitarbeiterin sich das Leben nahm, bevor es ganz fertig gestellt war.

„Dieses neue Jahrhundert muß zu einem Jahrhundert der Menschlichkeit werden, wenn wir uns als Menschen über Volkszugehörigkeit, Glaube, Hautfarbe, Religion und nationale Eigeninteressen erheben und das Wohl der Menschheit über das Wohl unseres eigenen Stammes stellen“. (a.a.O. S 767)

Und was geht uns das an? werden sich viele fragen. Afrika ist weit weg, wir haben Aufschwung, uns geht es gut.

Ruanda wurde einst die Schweiz Afrikas genannt. Ein wunderschönes, reiches kleines Land … mit ein paar Konflikten, die man aus der Kolonialzeit geerbt hat und dem üblichen Problem, das die Kolonialherren einem eine Monokultur aufgezwungen hatten, mit der man nicht überlebensfähig war.

Ruanda ist von Deutschland nicht so weit entfernt, wie man denkt.  Winnenden, Erfurt und ähnliche Erscheinungen sind keine Erfindungen von Krimiautoren.

Es kocht auch in Deutschland und viele schüren das Feuer.

Die deutsche Wirtschaft boomt – und auch das Geldvermögen der Bundesbürger wächst rasant. Die Verluste aus der Finanzkrise sind laut einer DIW-Studie inzwischen komplett ausgeglichen. Davon profitieren besonders die Reichen: Noch nie gab es hierzulande so viele Vermögensmillionäre.

Quelle: Spiegel-online

Da wissen wir ja jetzt, wofür wir uns so verschuldet haben.  Dabei wäre das gar nicht notwendig gewesen, denn nicht nur die Bankenrettung war überflüssig:

Im Nachhinein zeigt ein Blick auf die Rettungsaktion für den Euro: Die Währung war nie in geringster Gefahr. Und: Es hätte eine Alternative zum gigantischen Rettungsschirm von 750 Milliarden Euro bestanden.

Quelle: Baseler Zeitung

Zusätzlich macht man noch ein paar Euro mit Spekulationen auf Grundnahrungsmittel und schon ist man ein gemachter Mann.

Weizenpreise und Nahrungsmittelpreise insgesamt steigen derzeit weltweit mit starkem Tempo: innerhalb eines Jahres um 64,2 % bzw. 15,1 % (Abb. 16145). Einige Nahrungsmittel, wie Gerste, Mais und Reis verzeichnen ebenfalls Preissprünge

Quelle: Jahnke.net

Die Quittung dafür kriegen wir aber inzwischen schon im eigenen Land – nicht nur in Form von Amokläufen und steigender Brutalität:

Pflastersteinwerfer, Böllerschüsse, brennende Barrikaden: Das Hamburger Schanzenviertel wurde im Anschluss an ein Stadtteilfest von schweren Krawallen erschüttert. Mehrere Personen wurden festgenommen, zwei Polizisten leicht verletzt. Der S-Bahn-Verkehr musste eingestellt werden.

Quelle: Spiegel-online

Wer aber nun denken sollte: gut, es ist ja wieder genug Geld da, da können wir ja Schulden abbezahlen, der hat nicht mit der Asozialenallianz West- Deutschland (AWD) gerechnet.  Die zahlen nichts, das sollte schon von vornherein klar sein.

Das Sparpaket der Bundesregierung schürt Unmut bei den Unternehmen. Jetzt protestieren Chemie- und Stahlproduzenten vehement gegen die Kabinettsbeschlüsse. In einem Brief an Angela Merkel fordern sie den umgehenden Stopp der geplanten Steueränderungen.

Quelle: Spiegel-online

Und wir bereiten uns auch schon mal darauf vor, den Weg Ruandas in Deutschland weiterzuverfolgen:

Die turbulente Integrationsdebatte verändert die politische Stimmung in der Republik: Fast jeder fünfte Deutsche würde einer Emnid-Umfrage zufolge eine neue Protestpartei wählen – vorausgesetzt deren Chef hieße Thilo Sarrazin.

Besonders viel Zuspruch bekäme eine Sarrazin-Partei bei Anhängern der Linkspartei (29 Prozent). Auch 17 Prozent der Unionswähler würden eine Sarrazin-Partei wählen. Emnid-Chef Klaus-Peter Schöppner sagte dazu: „Für sie ist Sarrazin jemand, der endlich ausspricht, was viele denken.“

Quelle: Spiegel-online

Nun, „Juden ´raus aus Palästina“ heißt auch „Türken ´raus aus Deutschland“, das werden die meisten wieder nur zu spät merken. Und die alten SED-Kader werden mit der weichen Hartz-IV-Politik nie so richtig einverstanden sein, ohne Arbeitslager und den alten „Rasenkantenasi“ wird das alles nichts.

Eine Partei der Unmenschlichkeit bekommt im Deutschland es Jahres 2010 locker 20 Prozent der Wählerstimmen. Im gleichen Jahr präsentiert uns das reichste Land der Welt seinen künstlich gezüchteten Hunger:

Es sind Zahlen, die an ein Armutsland erinnern – doch sie kommen aus den USA: Fast 50 Millionen Amerikaner haben nach Angaben von Forschern keinen sicheren Zugang zu regelmäßiger Nahrung. Die Experten warnen vor einer Verschärfung von Gesundheitsproblemen.

Quelle: Spiegel-online

Gleichzeitig … baut es seine Infrastruktur ab – oder teilt sie auf in „reich“ und „arm“.

Die kriselnde Wirtschaft stürzt US-Kommunen in die Krise. Um die Finanzlöcher zu stopfen, kommen Behörden auf abenteuerliche Ideen: Manche entlassen sämtliche Polizisten, andere knipsen Straßenlaternen aus. In Nevada will ein Politiker Autofahrern das Rasen erlauben – gegen Tagesgebühr.

Quelle: Spiegel-online

Währenddessen hält uns die Leistungselite der Welt den Stinkefinger hin:

Diplomat und früherer UNESCO-Botschafter, Jorge Ritto,  saß ebenfalls auf der Anklagebank sowie ein zur damaliger Zeit sehr bekannter und erfolgreiche Showmaster Carlos Cruz. Offensichtlich scheint der Kindesmissbrauch ein Hobby der Oberschicht zu sein. Internet-Pädophilie ist wohl eher ein Nebenprodukt, des real betrieben Kindesmissbrauch. Sind wir doch ehrlich, nicht die Klicks bringen Geld, sondern die Reichen, die für diese verbotene Vergnügen gut bezahlen. Doch dieser Tatsache schenkt die Politik und auch die Polizei für meine Auffassung ein zu kleines Maß an Aufmerksamkeit.

Ganze sechs Jahre dauerte der Prozess gegen die sieben Angeklagten und nur der Fahrer des staatlichen Kinderheimes „Casa Pia“, gestand seine Schuld ein. Alle anderen schwiegen. Die Staatsanwaltschaft sprache Haftstrafen von sechs bis 18 Jahre aus. Die einzige Frau, die mit angeklagt war, wurde dagegen zu keiner Haftstrafe verurteilt.

Bei den Opfern handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um mindestens 32 Minderjährige des staatlichen Waisenhauses „Casa Pia“ in der portugiesischen Hauptstadt

Quelle: Politikprofiler

Und während unsere „Prominenten“ in Portugal die gleichen schmutzigen Spiele spielen wie in Belgien (was mich langsam zu der Frage bringt: ab wieviel Millionen wird man eigentlich pädophil?) , geht der Rest des Planeten auf der Jagd nach dem Geld den Bach ´runter:

Dem Planeten Erde steht ein Artensterben bevor, dessen Ausmaße größer sein könnten als beim Aussterben der Dinosaurier. Dies zeigen neue Forschungen des amerikanischen Paläobiologen John Alroy an der australischen Macquarie Universität in Sydney, die im „Science“-Magazin veröffentlicht wurden. Der Wissenschaftler stellte Daten von beinahe 100.000 Fossiliensammlungen zusammen, um Aufschluss über das Schicksal von Meerestieren zu erlangen, die vor 250 Millionen Jahren ausgestorben waren.

Alroy gelangte zu der Erkenntnis, dass momentan eine Welle des Aussterbens in Gange sei, die schwerwiegender als jedes vergleichbare Ereignis in der Geschichte sein könnte. Der Forscher befürchtet dramatische Veränderungen am Meeresboden, da die Balance der dominierenden Arten schwer gestört werde. Er macht die menschlichen Einflüsse wie Düngemittel, Pestizide, Schadstoffbelastung und Abholzung der Wälder dafür verantwortlich. „Die Menschheit betreibt ein gigantisches Experiment mit der Natur“, so Alroy.

Quelle: Finanznachrichten

Wie gut das wir dann in unseren Einfamilienhäusern sitzen können um die besten Arten noch auf Blue-ray archiviert am Plasmabildschirm zu  genießen.

Kann sein, das das unseren Kindern zu wenig sein wird.

Noch ein Wort des kanadischen Generals Dellaire?

„Als Soldaten sind wir es gewohnt, Berge zu versetzen, um die Souveränität unserer Staaten und unseren way of life zu verteidigen. In Zukunft müssen wir bereit sein, Berge zu versetzen um über unsere nationalen Interessen hinauszuwachsen und unsere Ressourcen für die Menschlichkeit einzusetzen – und unser Blut für sie zu vergießen. “ (Dallaire, a.a.O. S. 776).

So oder so … Blut wird vergossen werden. Ich schätze mal: auch in Deutschland werden bald nicht mehr nur Autos brennen, sondern auch ihre Fahrer.  Der Hass auf die Asozialität der Leistungselite wird Tag für Tag größer, dabei sind ihre Kritiker selten besser.

Was geschehe denn, wenn wir gemäß des ökologischen Fußabdrucks den Verbrauch in Deutschland um über 50% senken müßten? Sprich: Renten, Löhne und Hartz IV-Bezüge um 50 % senken? Und wenn wir den Verbrauch nicht senken, müssen wir weiterhin den anderen Bürgern dieser Welt ihr Land und ihre Ernte mit Gewalt wegnehmen – wie schon bisher. Ich sehe die Grünenwähler jetzt schon zu ihren Bombern laufen, damit sie ihre luxuriösen sonnenenergiebeheizten Einfamilienhäuser inkl Rasenmähroboter  gegen die Asiaten verteidigen können, die einfach nur eine Hand voll Reis wollen.

Nun – und wir Deutsche ohne Hotel, ohne Staats-, Kirchen-  und Konzernpöstchen werden uns auch wieder neue Einnahmequellen überlegen müssen, die öffentlichen Kassen werden zunehmend von der Leistungselite leergesogen. Vielleicht hilft ja auch hier ein Blick nach Afrika:

Mohammed Garfanji, einer der am meisten gefürchteten Piraten Somalias, geht die Bildergalerie seines Handys durch. «Sehen Sie das da?», fragt er und zeigt das Foto eines Thunfischfangbootes. «Das ist nur ein paar Monate her, 20 Meilen vor Hobyo. Und das da, ein grosses spanisches Schiff.» Er hebt erwartungsvoll die Augenbrauen. «Ihre Armeen schicken Kriegsschiffe, damit Sie weiter unseren Fisch fangen können!»

Der kaum 30 Jahre alte Garfanji und seine Gesellen verbreiten im Indischen Ozean Angst und Schrecken und haben die mächtigsten Nationen der Welt herausgefordert. Sie kapern vor der Küste Somalias Frachter, bringen die Besatzung in ihre Gewalt und verlangen Lösegeld. Ein höchst lukratives Geschäft – und weil vor der Küste ihres Landes illegal gefischt und damit die Lebensgrundlage zahlreicher somalischer Fischer gefährdet wird, sehen sie ihr Handeln als rechtmässige Einkommensquelle an.

Quelle: Bernerzeitung

Ein Jahrhundert der Menschlichkeit? Es wird – wenn der Kurs beibehalten wird – DAS Jahrhundert der Unmenschlichkeit.  Jeder gegen jeden – überall auf der Welt. Und an der Spitze eine kleine wachsende Gruppe von Superreichen, die überall gleichzeitig und gleichzeitig nirgends sind, aber an der ganzen Vernichtungsmaschinerie  ausgezeichnet verdienen und ihre Leistungselite gut für die geleisteten Dienste bezahlen.

Die gezielte Vermehrung von Hunger in der Welt, das gezielte Verbreiten von Ungerechtigkeit selbst in schwerreichen Ländern läßt mich nichts Gutes für die Zukunft hoffen … es sei denn, wir ändern sie einfach.  Aber dafür wird man keine Mehrheit kriegen, schätze ich mal.

Demokratie ist schon klasse

„Es war der Tag nach Weihnachten und fast alle lagen noch erschöpft, vollgefressen oder betrunken von Glühwein, Single Malt oder Sekt in den Betten, als Diane nach draußen in den schmutzig-grauen Schnee trat.“

Ein schönes kurzes Märchen für Zwischendurch von Twister auf telepolis.de.

Das neue Deutschland

Nahezu nahtlos an meinen Artikel über die Glückspropaganda des Spiegel könnte man hier nahezu vollständig einen Artikel des Manager-Magazins vorstellen: Deutschland braucht ein neues Geschäftsmodell.

Der Autor Henrik Müller, stellvertretender Chefredakteur des Magazins, ist wohl nicht von aktuellen Wahlterminen in seiner Meinungsbildung beeinflußt und zeichnet ein düsteres, aber nichtsdestotrotz sehr logisches und folgerichtiges Bild von den Dimensionen der Krise – allem Aufschwungsgetöse zum Trotz.

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,620531,00.html

Die Szenarien sind erschreckend. Bis zu einem Drittel des Umsatzes und bis zu 45 Prozent der Jobs in Deutschland stehen in manchen Branchen auf dem Spiel.
Selbst wenn es nicht ganz so schlimm kommt: Ein spürbarer Aufschwung ist nicht in Sicht. Auch der Internationale Währungsfonds hält jetzt eine lange, schwierige Dürrephase ähnlich der Großen Depression der 1930er Jahre für möglich.

Na, das wird die Kanzlerin nicht gerne hören. Und die erfolgsverwöhnten deutschen Manager erst recht nicht, die mit ihrem übersteigerten Selbstbewußtsein diese Krise für einen kleinen Betriebsunfall halten,
den man mit deutschem Tatendrang, deutschem Fleiß und deutscher Gründlichkeit locker überstehen kann.
Denn die Wirklichkeit läßt sich auch durch noch so viel Tatendrang und Überheblichkeit nicht wegreden, nicht wegbefehlen oder wegbeten … um auch die Methoden der Kanzlerin von vornherein auszuschließen:

Der Kahlschlag wird viel brutaler sein, als es bislang im Bewusstsein von Politik und Wirtschaft angekommen ist. Stattliche Großkonzerne könnten im Zuge der Krise untergehen. Dass Millionen von Arbeitsplätzen in der Industrie und in mittelbar betroffenen Dienstleistungsbranchen verloren gehen werden, scheint bereits sicher.

Wenn man sich dann noch dran erinnert, das der Aufschwung ja sowieso auch zu fürchten ist, weil dann die Inflation losgeht, sollte man doch eigentlich froh über diese Nachrichten sein. Kann man auch. Nicht weil Notzeiten drohen, sondern weil diese Krise eine einzigartige Chance bietet. Nicht für Anleger, Renditepäpste oder Politikschranzen, sondern für alle. Denn ausnahmsweise bin ich mal der Meinung des Herren vom Managermagazin:

Diese Krise fordert zum Handeln: Deutschland – neben Japan die letzte große westliche Industrienation – muss sich neu erfinden. Wir müssen eine neue Vorstellung unseres zukünftigen Geschäftsmodells entwickeln. Das heißt nicht notwendiger Weise: Deindustrialisierung. Die Antwort kann auch in einer intelligenten Re-Industrialisierung liegen. Ideen sind gefragt: Wirtschaft, Wissenschaft und Politik müssen neue Visionen entwickeln. Weil das bloße „Weiter so!“ nicht mehr trägt.

Es heißt nicht notwendigerweise Deindustrialisierung, aber schön zu hören, das auch das eine Option sein könnte. Solche Artikel wünscht man sich nicht im selten gelesenen Managermagazin, sondern auf der Titelseite von Bild, Welt, WAZ, FAZ, Zeit und in allen Nachrichten und Kommentaren: täglich, rund um die Uhr gesendet. Das wir möglicherweise wieder auf dem Weg in einen Arbeitslosen- und Bauernstaat sind, hat so noch keiner angedeutet, aber es ist doch schön zu wissen, das das eine Möglichkeit sein könnte.

Es wäre schön so etwas frühzeitig zu wissen, das so etwas eintreten könnte … vielleicht möchte man ja auch noch mal selbst gefragt werden, ob man das überhaupt möchte.

Denn auch der Herr Müller sieht in diesem Land ein dickes Problem:

Aber in Deutschland nehmen wir diese grundsätzlichen Veränderungen bislang kaum wahr. Und viele glauben: Es wird schon wieder. Wir sind gut. Dies ist eine angelsächsische Krise, die uns nur kurzfristig und eigentlich bloß am Rande trifft.

Das diese Krise unsere Gesellschaft, unser „Geschäftsmodell“ in seinen Grundfesten nicht nur erschüttern sondern auflösen wird, legt der Chefredakteur deutlich da … und ich bin geneigt, ihm zu glauben.
Immerhin redet hier nicht der Ortsvorsitzende der LINKEN in Datteln, sondern jemand, der voll und ganz in dem alten System steckt und von ihm gut profitiert.

Wenn er Bedenken hat … dann sollten wir die alle haben.

Und die Chance sehen, die sich bietet. Es müssen ja nicht nur Manager sein, die ein neues Deutschland bauen, in dem sich alle wohlfühlen und nicht mehr ständig nur ans Auswandern denken.

Unruhen in Deutschland

Liest man nicht gerne, nicht wahr: Unruhen in Deutschland. Trotzdem wird es sie wohl geben, so jedenfalls die gut fundierte Meinung der Autoren des Buches „Brennpunkt Deutschland“. Sie zitieren in ihrem Werk die Bundeszentrale für politische Bildung:

Das alte Parteiensystem paßt nicht mehr zur Gesellschaft. Die große Frage ist allein, wie lange es noch so weitergehen wird.

Ob diese Veränderungen friedlich verlaufen werden, ist fraglich. Denn die tragenden Strukturen des Staates drohen zu verfallen, weil keine der politischen Parteien eine Lösung hat.

Nun … das merkt man schon mit den Parteien, nicht wahr? Denen trauen immer weniger Menschen etwas zu … außer, das sie versuchen, immer tiefer in die Taschen der Bürger zu greifen, während sie gleichzeitig die Zukunft dieses Lands ruinieren, um ihre Parteifreunde in den Aufsichtsräten zu stützen.
So denkt man doch, oder? Wer fühlt sich denn noch sicher und aufgehoben und kann sich ruhig den Herausforderungen des eigenen Alltags stellen, wenn er sieht, wie die Parteien aus der Bonner Republik die neuen dunkle Berliner Republik schaffen und aus dieser einen Selbstbedienungsladen für Politik und Wirtschaft machen – auf Kosten der Zukunft unserer Kinder, die alles sind, was ein Land wirklich an Zukunft hat.

Bis 2050 brauchen wir mitlerweile 188 Millionen Zuwanderer, um den Rentenstandard dieses Landes aufrecht zu erhalten. Aber die müssten zudem auch noch sehr fruchtbar sein, sonst haut das nicht hin.
Wo sind die Konzepte, dieses Land kinderfreundlicher zu machen? Das bedeutete einen radikalen Umbruch in politischen Grundsatzkonzepte … den man bei keiner Partei finden kann.

So ist es gut zu sehen, das die Parteien selber … sich überlebt haben. Was an ihrer Stelle kommen wird, weiß momentan noch keiner und das verunsichert die Menschen nur noch mehr.

Auch ich weiß nicht, was nach den Parteien kommen wird. Mir wäre es lieber, sie würden bleiben und ich könnte mich um meine eigenen Dinge kümmern. Aber sie werden nicht bleiben. Stattdessen werden wir mit Unruhen rechnen müssen, ob es uns paßt oder nicht.

Die Autoren sind der Meinung, das es sich nicht um Unruhen der herkömmlichen Art handeln wird. Sie gehen davon aus, das es zuerst gezielt Versorgungseinrichtungen des Staates angegriffen werden … wie schon geschehen. Es brannten schon Finanzämter und ein Fahrzeugpark der Bundeswehr. Die Medien meiden dieses Thema … wie sie oft gern die Wirklichkeit zugunsten der heilen Werbewelt verbiegen, die die Politiker so gerne hätten. Hacker sollen eine große Rolle bei den ersten Angriffen spielen, die zum Ziel haben, die Wirtschaft zu destabilisieren. Nun, vielleicht haben wir es mitlerweile schon mit geschickt manipulierten Börsenkursen zu tun, manche Banken in den USA benutzten entsprechende Programme ja auch schon mal selbst.

Es ist nicht mehr die Frage „ob“ es eine Veränderung geben wird, sondern nur, ob sie friedlich oder gewaltsam verläuft. Rechts- und Linksextremisten stellen sich schon mal auf für eine gewaltsame Lösung.

Die Rechtsextremisten haben eine großangelegte Internetoffensive gestartet, wo sie als der gute, hilfreiche Kumpel von nebenan auftreten, der sich große Sorgen über die Zukunft Deutschlands macht.
Sie könnten Seiten wie die meine betreiben … und warten nur auf den Moment, wo das Volk anfängt, laut nach Lösungen zu schreien. Dann werden die Konzepte einheitlich bundesweit ins Netz gestell und veröffentlicht … und schon hat man eine Chance, eine große Menge von Menschen hinter sich zu haben, die mal wieder gar nicht genau wissen, wo sie eigentlich hinmarschieren. Das alles … hatten wir schon mal.

Ist auch keine Lösung.

Die Linksextremisten haben ihre Gewaltdebatte neulich beendet … und sich für den Einsatz von Gewalt entschieden.

Ebenfalls … keine Lösung.

Der Menschenschutzbund ist auch keine Lösung. Er ist entstanden aus der beiläufigen Frage, warum es eigentlich einen Tierschutzbund aber keinen Menschenschutzbung gibt. Anlaß war eine Behandlung von Komparsen in einem Film, die man Tieren nicht hätte angedeihen lassen können, ohne das Tierschützer auf den Plan gekommen wären. Der Mensch, so scheint es, ist mitlerweile nur noch Dreck, mit dem man anstellen kann, was man möchte – erst recht, wenn er arbeitslos ist. Hier feiern sadistische Phantasien gerade Hochkonjunktur.

Aber der Menschenschutzbund ist ein erster Schritt. Ein logischer und konsequenter Schritt von Menschen, die verstanden haben, das das bequeme Leben der Vergangenheit vorbei ist. Leider. Es war schön. Es war … ein kleines goldenes Zeitalter. Wir werden unseren Enkeln davon erzählen können und sie werden uns ungläubig anschauen. Aber es waren Menschen, die dieses goldene Zeitalter geschaffen hatten.

Arme, Reiche, schlaue und dumme, gute und schlechte, linke und rechte, dicke und dünne, Vegetarier und Aasfresser (ich kann Menschen nicht ernsthaft als „Fleischfresser“ bezeichnen … wirklich nicht. Jedenfalls nicht, bevor sich nicht als Rudel die lebende Kuh verspeisen. Und das möchte ich gern sehen, bevor ich den Titel „Fleischfresser“ verleihe), Bürger und Bürgerschrecke, Soldaten und Pazifisten, Beamte und Angestellte, Arbeiter und Manager haben an diesem goldenen Zeitalter mitgewirkt, jeder auf seine Weise. Es gab eine gewisse Ethik … geboren aus der Erinnerung der Schrecken des Dritten Reiches, das man niemals wieder haben wollte.

Inzwischen ist man auf dem Weg zu einem Vierten Reich, das wohl noch scheußlicher wird. Und es wird Zeit, aufzustehen und etwas zu tun.

Wir sind nicht gewohnt, etwas zu tun. Die vollversorgten Bürger der Republik fallen aus einem Goldenen Zeitalter ohne Zwischenstufen in ein Zeitalter der Barbarei, vor dem auch schon Bundestagsabgeordnete warnen…wenn auch vergeblich.

5000 seriöse Studien gibt es mitlerweile über die Gefahren der Massenarbeitslosigkeit für unsere Demokratie … kennt irgendjemand wenigstens eine? Wahrscheinlich nicht, denn die Medien meiden dieses Thema. Die Massenarbeitslosigkeit wurde per Kanzlererlaß als Problem von faulen Menschen deklariert. Diese faulen Menschen wurden über Nacht geschaffen, per Gesetz. Der massenhafte Abbau von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen durch die Industrie (gefördert durch die Agenda 2010) wird kaum erwähnt. Fünf Millionen dieser für unser Sozialsystem so wichtigen Arbeitsplätze wurden in den letzen Jahren endgültig und ersatzlos vernichtet … und die Vernichtung im Interesse der kurzfristigen Renditemaximierung schreitet täglich weiter fort – mit wachsender Geschwindigkeit.

Auch der Menschenschutzbund hat keine Lösung für diese Probleme. Aber er ist ein erster Schritt auf einem Weg, den alle gehen müssen. Und er wird kein Häufchen Schafe sein, die ihren Sinn darin sehen, sich in Zeiten der Gefahr eng aneinander zu schmiegen, weil das so schön kuschelig ist, sondern ein Verbund von sehr heterogenen Menschen, die wissen, das andere Organisationsformen notwendig sein werden, um den Herausforderungen der Zukunft begegnen zu können, als jene, die wir gewohnt sind.

Und außer uns gibt es noch viel mehr, die dies so sehen und sich in anderen Formen organisieren.

Man kann nicht sagen, was ein Menschenschutzbund erreichen kann, aber man kann sagen, das ein Fokus auf den Schutz des Menschen als solchen in diesen Zeiten notwendig werden wird.

Und all jenen, die sagen: „man kann ja sowieso nichts tun“ kann man sagen: doch. Kann man. Hier und jetzt.
Man kann sich zusammenschließen, seine Ressourcen vereinen und sich aufstellen für eine ungewisse Zukunft – mit dem Ziel, soviele Leichen und Verstümmelte wir möglich zu vermeiden und soviel goldenes Zeitalter wie möglich zu bewahren … oder neu aufzubauen.

Das, so schätze ich, wird die Richtung werden, in die dieser Bund gehen könnte. Aber in die Zukunft schauen kann ich natürlich auch nicht. Aber ich sehe, was da ist: ein virtuelles Dorf.

Und das scheint mehr Zukunft zu haben als die Parteien … wenn ich der Bundeszentrale für politische Bildung trauen darf.

Wäre meine persönliche Meinung dazu, aber die ist auch geprägt von jenem visionären Satz eines roten Mannes: nur Stämme werden überleben.

Hoffen wir es nicht.

Riesenschritte in den Abgrund – die Endzeit naht

Dienstag Morgen, der 21.7.2009. Wir traben mit Riesenschritten in den Abgrund hinein. Warum nur? Sieht doch jeder, das es so nicht weitergeht. Sogar Barrack Obama.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,637220,00.html

Keine Konsequenzen, kein schlechtes Gewissen, kein Umdenken: Barack Obama hat das Verhalten der Wall-Street-Banker heftig kritisiert. „Man hat nicht den Eindruck, dass sich die Kultur geändert hat“, rügte der US-Präsident.

Nun, warum sollte sich die Kultur auch ändern? Die Kultur ist nicht mehr abhängig von der Ethik des Individuums, das weiß jeder, der sich mit amerikanischem Aktienrecht auskennt. Ein amerikanischer Konzern ist per Gesetz dazu verpflichtet, den Gewinn der Aktionäre zu mehren … und sonst nichts.

Nochmal … und sonst nichts. Selbst führende CEO´s haben schon offen bekannt: sie können nichts ändern. Sie sind nur ein Rad im Getriebe, und wenn sie nicht richtig rollen, dann … sind sie weg und werden durch das nächste Rad ersetzt. Die Boni sorgen dafür, das genug Ersatzräder zur Verfügung stehen.

Ein Konzern ist wie eine Maschine, die sich durch die Volkswirtschaften fräst, Geld in Unmengen anhäuft und an Aktionäre verteilt. Das ist keine Räuberbande, wo man dem Räuberhauptmann mal ins Gewissen reden kann. Das hier gewaltiger Mist läuft, wissen auch die konservativen Elitebanker – aber per Gesetz sind sie dazu verpflichtet, den Mist weiterlaufen zu lassen – und bekommen selbst in Zeiten der Krise ein fettes Schweigegeld, um ruhig mitzuspielen.

Wenigstens sie können sich halbwegs sicher sein, letztlich nicht auch in den Abgrund zu stürzen, in den die ersten jetzt schon hineinfallen:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,637222,00.html

26,3 Milliarden Dollar fehlen im Haushalt des US-Bundesstaats Kalifornien. Jetzt hat sich Gouverneur Schwarzenegger nach monatelangem Ringen mit dem Parlament auf Sparmaßnahmen geeinigt. Sozialleistungen werden massiv gekürzt, Zehntausende könnten ihre Krankenversicherung verlieren.

Die Leistungen für Menschen werden zuerst betroffen sein, um die Folgen der Mechanik der Kaptialanhäufung
durch das Konzernkonstrukt aufzufangen, werden sie hungern, frieren und an Krankheiten sterben müssen.
Irgenwo muß das Geld ja herkommen, das gierig und sinnlos an anderer Stelle konzentriert wird, um Geldspeicher zu füllen, die selbst Dagobert Duck, das Urbild das amerikanischen Kapitalisten, vor Neid erblassen lassen würden.

Schauen wir uns mal die Folgen in Kalifornien … für sich genommen die achtgrößte Volkswirtschaft der Welt, im Detail an:

Laut „Los Angeles Times“ würden Zehntausende ältere Menschen und Kinder aus der Krankenversicherung fallen. Die Gemeinden würden Milliarden bei Hilfsleistungen einsparen. Bei einer großen Zahl von Strafgefangenen werde die Haftstrafe reduziert, um Unterbringungs- und Bewachungskosten einzusparen. Angestellte des Bundesstaates würden weiterhin gezwungen werden, unbezahlte freie Tage zu nehmen.

Alte und Kinder … diejenigen, die am ehesten medizinische Hilfe brauchen, fallen schon mal aus der Krankenversicherung. Wie im Mittelalter wird es für Kinder ein Glücksfall werden, wenn sie erwachsen werden dürfen. Dann sind sie erstmal durch. Das ist die Rückkehr der Kindersterblichkeit, die früher dazu geführt hat, das die Bevölkerung nicht so schnell wachsen konnte. Die ersten 18 Jahre sind halt gefährlich … immer noch. Und die Alten … die brauchen auch wieder viel. Die dazwischen kommen mit deutlich weniger aus.

Die Gefängnisse werden entleert. Mörder, Vergewaltiger, Diebe, Dealer, Hehler … alles kommt ein wenig früher auf die Straße zurück. Nun, viele von ihnen saßen sowieso unschuldig…und in Amerika ist der Knast der Ersatz für das deutsche Sozialsystem. Aber wie werden sich diese Menschen entwickeln, wenn sie in ein noch weiter verarmtes Alltagsleben entlassen werden, das nun auch das Leben ihrer Kinder kosten kann? Werden sie reumütig ihren Beitrag zu einer positiven Gesellschaft leisten … oder weiter mit allen Mitteln ums Überleben kämpfen?

Nun, wir werden es sehen.

Auf jeden Fall werden die Angestellen des Bundes ihnen dabei immer seltener im Wege herumstehen, denn die sitzen unbezahlt zu Hause vor dem Fernseher … die preiswerteste Alternative (neben Lesen) die Zeit totzuschlagen.

Das riecht irgendwie schon nach einem Szenario, wie es in Entzeitfilmen gerne verwendet wird. Die „Klapperschlange“ läßt grüßen.

Zurück nach Deutschland. Hier in Hobbingen ist die Welt ja noch in Ordnung, man trinkt sein Bier, kümmert sich um traurige Eisbären im Zoo und trauert über abgelebte Popsänger.

Gut, am Horizont droht die Rente mit 69 und viele ahnen schon, das „Rente“ … wenn es für sie soweit ist … nur noch in Geschichtsbüchern als das „Goldene Zeitalter“ der Vergangenheit auftauchen wird.

Aber wir haben ja gelernt, ganz im „hier und jetzt“ zu leben, und „hier und jetzt“ hat man entweder Rente oder man braucht sie nicht. Was Morgen ist, braucht uns nicht zu kümmern, hat man uns gesagt, darüber nachzudenken beunruhigt nur und verzägert die Mahlzeiten.

Dabei ist eigentlich schon klar, was die nächste Regierung tun wird:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,637227,00.html

Regierung rechnet mit gewaltigem Schuldenschub
Die deutschen Staatsschulden steigen im Rekordtempo. Die Bundesregierung rechnet damit, dass Bund, Länder und Gemeinden bis Ende 2009 mit mehr als 1,7 Billionen Euro in der Kreide stehen – es wäre der höchste Wert aller Zeiten.

Klar, das auch hier ein Terminator gebraucht wird, das Volk schreit schon fast danach. Alte, Kranke, Kinder … alles fort damit, die kosten nur. Wurde im KZ auch so gemacht. ARBEIT MACHT FREI, aber dazu muß man schon schuften können bis zum Umfallen. Sonst wird das nichts.

Warum haben wir eigentlich diese Schulden?

Europa: 500 Milliarden investiert
Aufbau Ost: 500 Milliarden investiert
Banken: 500 Milliarden schon mal locker gemacht

Die Punkte 1 und 2 kosten weiterhin viel. Aber 1,5 Billionen hätten wir da schon mal. Sonderausgaben.
Scheint doch, als wenn wir ansonsten gar nicht so schlecht wirtschaften würden. Da wäre Agenda 2010 gar nicht notwendig gewesen, wenn wir den Rest nicht auch noch finanzieren müssten.

Was wir zu erwarten haben?

Ich denke, amerikanische Verhältnisse. Wir machen ja immer gerne nach, was die vormachen. Offene Gefängnisse, beurlaubte Polizisten … die schon jetzt so wenig verdienen, das sie zwischendurch Taxifahren, um ihre Kinder durchbringen zu können … gestrichene medizinische Versorgung, Rente weg …
das ist unsere Zukunft – auch in Hobbingen. Sie ist häßlich, sie ist unbequem, sie macht Angst.

Aber nur weil sie Angst macht, ist es nicht verkehrt, ihr ins Auge zu blicken.

Das hier ist kein schlechter Film, den man wegzappen kann, wenn´s zu gruselig wird.

Und, wie es aussieht, kommt auch kein James Bond und kein Kommissar Schimanski, der uns mal eben schnell aus der Falle heraushaut.

Wie es aussieht, sitzen wir in der Gülle und der Pegel steigt … unaufhaltsam.

Bildungsrepublik Deutschland, Mammonismus und Charakterbildung

Deutschland muß sich Gedanken über seine Zukunft machen. Dringend, sonst werden wir innerhalb einer Generation das Armenhaus Europas. Noch ist Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, wie und wo wir unseren Platz in einer globalisierten Welt finden wollen. Als Maurer und Klempner sind wir zu teuer. Schreinerei wird uns von Maschinen abgenommen sowie bald auch die Altenpflege. Maschinenbau wird ebenfalls bald von den Schwellenländern übernommen. Falls wir nicht eine Zukunft als Wanderarbeiter in Saudi-Arabien oder Dhubai ins Auge fassen wollen (kein Scherz: viele sind ja schon da) dann sollte man rechtzeitig die Notbremse ziehen und Ressourcen suchen, Spezialisierungen suchen, die uns wieder weltweit führend machen können. Oder aber wir werden das Volk, das – von der Eu dirigiert – sich gegenseitig für ein Euro die Stunde ein-Euro-Waren verkauft.

Wir haben da auch noch zwei. Die Ressource Sozialstaat und die Ressource Bildung, wobei letztere von aus billigst verramscht wird. Über die Ressource Sozialstaat schrieb ich schon. Die Ressource Bildung bedarf einer näheren Analyse, für die ich erstmal ins Kaiserreich zurückkehre, aus der unser jetziges Bildungssystem stammt.

http://www.petrakellystiftung.de/fileadmin/user_upload/newsartikel/PDF_Dokus/Bueb_Erziehung.pdf

„Die Moral unserer Jugend wurde und wird durch die offenbaren Missstände unseres
öffentlichen Lebens, die man in den kurzen Schlagworten: Mammonismus, Alkoholismus
(Nikotinismus) und Sexualismus zusammenfassen kann, besonders gefährdet. Diesen
Gefahren zu begegnen und diesen Notstand, in dem sich viele Familien und Kinder befanden
und noch befinden, abzuhelfen, wurde ich Erzieher und schuf mir, nach dem ich bereits an
verschiedenen Plätzen für diese Überzeugung gekämpft hatte, ein eigenes Wirkungsfeld.”
(Hermann Lietz, 1913).

Eine recht alte Aussage, knapp hundert Jahre alt. Und ich muß persönlich sagen: als Vater von vielen Kindern erfahre ich diese Gefahren durch eigene Kinder und durch ihre Freunde als immens. Wozu noch eine Ausbildung machen, wenn man doch als Superstar in einem Monat mehr Geld verdienen kann als Papa in zehn Jahren? Wozu Latein lernen, wenn es reicht, blöd zu sein und im Big-Brother-Container zu wohnen, um berühmt zu werden? Besser als Neil Postman kann man es glaube ich kaum beschreiben:

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis heute haben diese Erscheinungen eine neue
Dimension des öffentlichen und privaten Lebens erreicht, und zwar durch den Wandel zur
Informationsgesellschaft. Für jedes Kind und jeden Jugendlichen sind diese genannten
Phänomene über das Fernsehen und Internet zugänglich. Fernsehen und Internet werden
ihrerseits zu einer bedrohlichen Sucht.
Der amerikanische Soziologe Nell Postman hat ein bemerkenswertes Buch mit dem Titel
,,Das Verschwinden der Kindheit“ geschrieben Seine These lautet, dass Kindheit einen
Schutzraum vor der Welt der Erwachsenen darstellt, einen Schutzraum besonders vor ihrer
Sexualität, ihrer Gewalt, ihrer Korruption und ihrer Abhängigkeit vom Geld. Das Mittelalter
kannte diesen Schutzraum nicht. Kinder waren unmittelbar am Leben der Erwachsenen
beteiligt, sie genossen auch keinen Rechtsschutz. Erst die Neuzeit, vor allem das 19 und 20
Jahrhundert, haben die Idee der Kindheit als eines eigenen geschützten Erfahrungsraumes
erfunden und praktiziert.

Die Kindheit als geschützter Erfahrungsraum? Meine Kinder haben Gewalterfahrungen als erstes in der Schule kennengelernt. Meine und die Nachbarskinder. Die Täter? Zugewanderte Menschen. Alle ohne Migrationshintergrund, alle träumten den Traum vom schmucken Eigenheim, in dem man jederzeit stolz die „Supernanny“ empfangen konnte. Natürlich arbeiteten beide Eltern. Und natürlich … verwahrlosten die Kinder. „Verwahrlost“ im materiellen Sinne sahen eher die Dorfkinder aus (was mir das Leben dort so sympathisch machte): barfuß oder mit zerrissenen Strumpfhosen über die „Hauptstraße“ schlendern, Bollerwagen bauen, Mäuse jagen … alles ganz normaler Alltag.

Dann kamen die anderen, wie eine Invasion. Und auf einmal hatten wir Eltern ganz andere Probleme.
Sexfilme, Alkohol, Zigaretten, Drogen … alles für Zwölfjährige verfügbar. Und nach wenigen Jahren hatten diese Menschen … die Mehrheit im Dorf. Die Veränderung der soziokulturellen Normen waren deutlich zu erkennen. Auf einmal hatten wir, die wir niemals unsere Haustüren abschlossen und deren schlimmster Kriminalfall in zehn Jahren ein aufgebrochener Zigarettenautomat im Jahre 1995 war mit allen Formen von Kriminalität zu tun….und das alles völlig ohne Migrationshintergrund. Im Gegenteil, Hort der Asozialtität war: die gutbürgerliche Familie mit dem bunt angemalten freistehenden Einfamilienhaus.
Opfer: die Bauernkinder – in erster Linie. Sie, von deren Arbeit wir alle leben, kamen mit den neuen normen – Handy, PC, Playstation – nicht mehr mit … und hatten auch gar kein Interesse daran. Ihr eigenes Leben war viel reichhaltiger, vielfältiger – und sie hatten auch Zukunft: als Bauer den Hof des Vaters zu übernehmen. Sie hatten keine Zeit für Videospiele, konnten aber Kühen bei der Entbindung helfen.

Heute, sagt Neil Postman, haben wir uns in mittelalterliche Zustände zurück entwickelt. Der
kindliche Erfahrungsraum ist aufgehoben durch das Fernsehen und das Internet. Kinder und
Jugendliche sind wieder unmittelbar am Leben der Erwachsenen beteiligt. Wer sich die Mühe
machen würde, sich eine Woche lang die Fernsehprogramme zuzumuten, die Jugendliche
vornehmlich sehen, nämlich RTL, Sat 1 und Pro 7. müsste entsetzt sein über das. was die
Mehrzahl der Jugendlichen täglich erlebt. Jugendliche erfahren die Beliebigkeit sexueller
Beziehungen, die Auflösung aller Bindungen, den Primat von Spaß und Egoismus, die
grenzenlose Konsumgesellschaft, die Dauerpräsenz von Gewalt, die Selbstverständlichkeit
von Korruption und die Abhängigkeit der Menschen vom Geld.
Unter den Erscheinungen der Erwachsenenwelt ragt besonders die Bedeutung des Geldes
hervor, als letzte sinngebende Instanz für das Handeln und Denken der Menschen. Wir
erleben durch die Medien einen grenzenlosen Materialismus. Geldgier, Geldbesitz und
Gelderwerb sind der Hauptantrieb im Guten und im Bösen. Man muss sich nur das Beispiel
Sport vor Augen führen, um die Macht des Geldes zu erkennen. Die Güte einer Sache wird an
ihrem materiellen Wert gemessen, der Rang von Berufen an der Höhe des Einkommens
orientiert. In Aktiengesellschaften stehen nicht an erster Stelle die Qualität des Produkts und
das Wohl der Mitarbeiter. sondern der Shareholder Value.

Und weil das so ist, sterben immer mehr Menschen, denn die Qualität der Arbeit ist egal: so versagen Bremsen, Stadtarchive stürzen ein, Hüftgelenke müssen erneut raus´- und reinoperiert werden: Hauptsache, die Aktionäre bekommen mehr Zahlen aufs Konto. Und unsere Kinder erleben wieder mittelalterliche Zustände – und verlieren den Glauben an die Welt.

„Superstars“ werden gefördert – wozu sollen die lesen lernen? Und als Wert gilt nur noch eins: der Mammon. Und der hat mit der Fähigkeit lesen und schreiben zu können nichts zu tun. Entweder ist der Papa Arzt – dann wird man schon was, oder: Papa ist kein Arzt, dann muß man eben singen oder auf den Strich gehen.

Das Mammonismus seine Schattenseiten hat, wissen sogar Börsenprofis:

http://www.direktbroker.de/unser-service/boersenlexikon/Mammonismus%20(mammonism)/16331830/M

Ausdruck für die Meinung, dass Geld die (fast) alles bestimmende Wirklichkeit in der Welt gesamthaft sei. Eine Haltung, gekennzeichnet durch die Ausrichtung allein auf den Erwerb von Vermögen ohne Rücksicht auf andere Gegebenheiten. In der sozialistischen Anklageliteratur gegen die freiheitliche Wirtschaftsordnung der Vorwurf, die eigenständige Entscheidung der Privathaushalte und Unternehmen am Markt führe mit innewohnender Notwendigkeit in eine Gesellschaft, in der bald alle nur noch auf Geld und Anhäufung von Vermögen (auf Kosten anderer, schwächerer Personen und Unternehmen) ausgerichtet seien; auch Mancherstertum (mancuniasm; Mancunium = der lateinische Name für die englische Industriestadt Manchester) genannt.
� Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Universität Siegen

Wenn man dann aber sieht, wie die Elite ihre Kinder in Privatschulen erziehen läßt, dann wird einem ganz anders:

http://www.salem-net.de/fileadmin/Kundendaten/pdf/PERSOENLICHKEITSENTWICKLUNG/Die_7_Salemer_Gesetze/7_Salemer_Gesetze.pdf

Die sieben Salemer Gesetze
Die Impulse, aus denen heraus Kurt Hahn und Prinz Max von Baden 1920 die Schule Schloss Salem gründeten, kristallisierten sich zusammen mit den ersten praktischen Erfahrungen um 1930 zu den sogenannten ‘Sieben Salemer Gesetzen’.

Sie formulieren die Grundprinzipien Salemer Erziehung, und in ihren verschiedenen Varianten in Deutsch und Englisch bestimmen sie Leben und Arbeiten in Salem bis heute.

Erstes Gesetz

Gebt den Jugendlichen Gelegenheit, sich selbst zu entdecken.

Zweites Gesetz

Sorgt dafür, daß Jugendliche Erfolg und Niederlage erleben.

Drittes Gesetz

Schafft den Jugendlichen Gelegenheiten, sich über die gemeinsame Sache selbst zu vergessen.

Viertes Gesetz

Schafft Zeiten des Schweigens – Schafft Raum für Sammlung.

Fünftes Gesetz

Übt die Vorstellungskraft, die Fähigkeit vorauszuschauen und zu planen.

Sechstes Gesetz

Nehmt Spiel und Sport ernst, aber laßt sie nicht beherrschend sein.

Siebtes Gesetz

Befreit die Kinder der Reichen und Einflussreichen von dem lähmenden Bewußtsein ihrer Bevorzugung.

Es sind Lichtjahre, die diese Form der Charakterbildung von dem Bildungsalltag deutscher Gymnasien unterscheidet, wo jede mathematische Niete dank „sonstiger Mitarbeit“ eine drei einfahren kann und dann erst später im Leben merkt: „Mensch, ich kann ja gar nicht rechnen!“ … und häufig melden bringt an der Kasse bei Aldi auch nichts, die wollen Geld für ihre Waren, sonst nichts.

Förderung von Phantasie, Charakter, Verantwortungsgefühl, Gemeinschaftsbewußtsein, Mitleid, Individualität … aber nur noch für die, die es sich leisten können. Und jene Zöglinge sind es dann wohl auch, die dieses Land – durch Sarrazins und Henkels angewiedert – verlassen: sie haben jetzt Charakter, aber Land und Leute nicht mehr.

Wer diese Gesellschaft verändern will, der muß genau dort ansetzen: in der Schule. Nicht politische Parteien werden dieses Land verändern, sondern mündige Bürger. Und so könnten wir zur Hochschule der Welt werden – uns würde man das abkaufen, Brasilien, China und den USA nicht. Wir haben Kant, Marx, Luther, Beethoven und viele andere Größen hervorgebracht, wenn wir an diesem „Markenzeichen“ anknüpfen, haben wir die nächsten 500 Jahre Ruhe – und Arbeit genug.

Ganz Deutschland wird ein Bildungsgarten, in den die Weltbürger ihre Kinder schicken.

Ein schöner Traum, oder? Wir hätten wieder Arbeit für alle Bewohner des Landes, unser sozialer Friede würde den Bürgern aller Nationen ein Beispiel geben können und am „Deutschen Wesen“ könnte endlich mal „die Welt genesen“ … damit auch die Reichsdeutschen glücklich werden, auch wenn das Ergebnis und die Wege nicht ihren Wünschen entsprechen.

Ich schätze aber, das wird ein Traum bleiben, da bildungsferne Politiker inzwischen ihren eigenen wahnhaften und widerlichen Phantasmen nachjagen. Und dank ihnen wird Deutschland am Ende der Globalisierung ein deindustrialisierter Slum werden.

Unser Autobahnen geben jetzt schon nach.

726 worte über co² und das icpp

toter baum

es ist ein heißer sommer. ein verdammt heißer. und das ist auch gut so. denn: es war ein kalter winter. ein verdammt kalter. ein winter, der so kalt war, das die straßenmeistereien aufgrund des ewig langen, kalten winters… irgendwann kein streusalz mehr hatten und allerorts – in politik und wirtschaft – betont wurde, das dieser engpaß aufgrund der langanhaltenden kälteperiode zu stande kam. (was ausnahmsweise auch nachvollziehbar, da am eigenen leibe zu erspüren, war.)

nun… das stimmt aber alles gar nicht. der winter war nur so lang und kalt, weil wir ihn als lang und kalt empfunden haben. in wirklichkeit… war es verdammt warm und das liegt an der erderwärmung! denn dadurch, das die sommer so heiß sind, kommen und die winter nur kalt vor! aha.

bevor ihr jetzt denkt, hier schreibt ein schwachsinniger – ich gebe hier nur wieder, was uns professor leggewie, in einem interview im magazin „fluter“, der bundeszentrale für politische bildung, kundtut.

im regelfalle mag ich die sachen von diesem verein. ungekrönt die artikel über flugscheibenufos und die nwo… aber hier… vergallopieren sie sich zumindest insofern, als das hier – zum thema co² einfach vieles in den raum gestellt und nichts, aber auch gar nichts wirklich erläutert wird.

intressant ist zum einen, das prof. legewie nur noch von klimawandel und nicht mehr von erderwärmung spricht. gleichzeitig wird klargestellt, das die himmalya gletscher erst im jahre 2350 abgeschmolzen seien, und nicht 2035… wie es zuerst hieß. dies sei lediglich ein zahlendreher gewesen. hmmtja, lediglich ein zahlendreher. damit könnte ich leben.

zum anderen fällt mir jedoch auf, das ein mensch, der unzählige bücher und artikel veröffentlicht hat, sich nicht in der lage sieht, mir zu erklären wieso co² eigentlich die erde erwärmt und wieso die damen und herren wissenschaftler darauf kommen, das die erde sich um so und soviel grad erwärmt und das dies dann diese und jede folge hat. denn er sagt ohne zahlendreher und unmißverständlich:

die meisten daten des ipcc sind nicht nur valide, sondern – wo wir vergangene prognosen schon mit aktuellen messungen abgleichen können – untertrieben. das kein klimawandelleugner bestreiten.

doch – ein paar absätze vorher hieß es:

hinter der 2 grad leitplanke stecken immense rechenoperationen (…) die verstehen weder entscheidungseliten noch normale bürger. daher müssen sie darauf vertrauen, was die wissenschaft ihnen rät (…)

und da geht das los mit dem, womit ich nicht leben kann. ich sag das mal so, professor leggewie: in den guten alten tagen hätte ich jemandem, dem ich einfach vertrauen soll und der mir (hintenrum) sagt, ich sei zu dämlich zu kapieren, was er meint… einfach rechts und links einen auf die glocke gegeben und fertig. gut. aus dem alter bin ich raus, deshalb machen wir das mal anders und lesen mal das hier:

Politiker berufen sich bei der Begründung der Klimakatastrophen-Hypothese auf das “Intergovernmental Panel on Climate Change” (IPCC), welches ein Appendix der UNO ist. Das IPCC hat sich selbst zum Welt-Klimarat erhoben und fordert, daß Definitionen und Ergebnisse seiner Untersuchungen zum Global-Klima als endgültig und unveränderlich weltweit akzeptiert werden. Für die zu liefernden Berichte des IPCC ist kein Kontrollorgan zugelassen. quelle

und addieren hierzu noch den vertrauensanspruch, den sie da erheben… das endet dann in dem ergebnis, das ich ich kein vertrauen mehr habe in sie, ihr tolles ipcc und ihre schweinegrippefreunde von der uno. so sieht´s aus.

setze ich dann noch einen drauf, und überlege mir, das dieser planet schon eiszeiten und was weiß ich hinter sich hat, und das die wetteraufzeichnungen auf die sie sich berufen von trapper john im arizona des 19.jahrhunderts mit dem quecksilberthermometer gemacht wurden…. da kommen mir doch so langsam mehr als berechtigte zweifel an ihrem erderwärmungsgelabere mit dazugehörigem katatrophenszenario.

vielleicht lande ich sogar an dem punkt, das ich mich frage, ob dieses ganze co² geschwalle nicht einfach nur ein ersatz ist für die angst vor´m warschauer pakt, vor´ m atomkrieg, vor´m sauren regen, vor aids, terroristen und was weiß ich nicht noch alles.

und das… ist das einzig traurige an der geschichte: mit ihrem universalanspruch, herr professor, torpedieren sie das, was eigentlich gut wäre. den gedanken des umweltschutzes um der umwelt willen, die wir unseren nachfahren hinterlassen sollten, als gäbe es nur diese eine. aber solange leute wie sie und ihre un-spießgesellen mir etwas vordenken wollen, was sie mir nicht erklären können (s. wie vor!) und vorschreiben, wie ich zu leben habe… werde ich meinen partikelfilter nicht reparieren lassen.

in diesem sinne
mit aufrichtig zornigen grüßen
dreckscheuder

fotos: 2, sxc.hu

Arge 3000

Kompentent, Leistungsstark, Zukunftsorientiert.

Ein Unternehmen der Daimler/Siemens/Lidl- Group

Sehr geehrter Herr Hoffmanns,

mit dem heutigen Schreiben erhalten Sie ihre Ausgliederungsvereinbarung, die mit sofortiger Wirkung in Kraft tritt. Ab sofort ändert sich ihre Bezugsfähigkeit wie folgt:

1. Im Rahmen der einstweiligen Lebensmittelbezugseinschränkung erlischt die Erlaubnis der Privattonnenentnahme im Rahmen des Abfallbezugsberechtigungsscheines Klasse C, hinfort stehen Ihnen zur Existenzsicherung nur noch die öffentlichen Ensorgungspunkte im Bereich Badstraße und Parkstraße zwischen 00.30 – und 01.30 Uhr zur Verfügung.

2. Ihre Bürgerrechte erfahren eine Rückstufung auf die Klasse 6, hiermit fallen Sie unter das Öffentlichkeitsmeidungsgebot, die freiwillige Meinungsverzichtserklärung sowie der allgemeinen Ausgangsverzichtsverpflichtung.

3. Mit sofortiger Wirkung tritt ihre persönliche Wohnraumverzichtserklärung in Kraft, dadurch reduziert sich der Wohnraumwunsch der ihnen zugeteilten Bedarfsgemeinschaft auf zwölf Quadratmeter, aufzuteilen in zwei Räume.

Begründung:

Trotz mehrfacher Aufforderung zur konstruktiven leistungsorientierten Mitarbeit am Gemeinwesen haben Sie sich wiederholt und absichtlich folgenden arbeitsbeschaffenden Maßnahmen entzogen

Tierfuttervorkoster, Existenzsicherungsstelle ALDI-NORD/RWE-Group

Tierversuchsdouble, Existenzsicherungsstelle RUHRUNIVERSITÄT BOCHUM/OPELFIAT-Group

Crashtastobjekt Bereich gurtloser Aufprall, Existenzsicherungsstelle VW/BURGERKING

passiver Munitionstester mit Vollversicherung, Bereich Aufschlagsforschung, Existenzsicherungsstelle DAIMLER/SIEMENS/LIDL-Group

Transplantationsproband, Bereich Genschweinorgantransplantation, Pflichtversichert mit Versorgungsansprüchen aus Transplantationsüberschüssen, Gesundheitsamt
Gelsenkirchen/TU-München

Da das Gesetz zur Gegennahme der freiwilligen Ausgliederungsvereinbarung nur fünf Eingliederungsversuche
vorsieht, sehen wir diese damit als erfüllt an und erkennen Ihren aktiven Ausgliederungswunsch hiermit an.

Hieraus ergeben sich für die Ihnen zugeteilte Bedarfsgemeinschaft folgende zusätzliche Änderungen:

1. Betreff der Ihnen im Rahmen des Wohnraumoptimierungsgesetzte von 2015 zugewiesenen Obdachlosen
Puschmann, Raspel und Gödde erlischt deren Existensberechtigung mit sofortiger Wirkung, ihr Besitz ist umgehend einzuziehen und fällt Ihrer Bedarfsgemeinschaft uneingeschränkt zu. Die freiwilligen mobilen Sterbehelfer des Ordnungsamtes (gesponsort von McDonalds/BP-Group) wurden von uns im Vorfeld informiert und werden schnellstmöglichst mit dem Komitee der Landeskirche bei Ihnen eintreffen. Wir weisen in diesem Zusammenhang auf Ihre aktive Mitwirkungspflicht hin. Sollte diese nicht gegeben sein, so haben die freiwilligen mobilen Sterbehelfer diesbezüglich vollumfängliche Handlungsvollmacht.

2. Betreff der Ihnen im Rahmen des Antiisolationsgesetzes von 2012 zugeteilten Ehefrau Gerda Hennig-Klein
ergeben sich folgende Änderungen.

Die durch ihre Tätigkeit als
aktive Erosdienerin des Amtes für präventive Aufstandsbekämpfung, Einsatzgebiet Wohnblockquadranten mit Migrationshintergrund
erworbenen Bezugsansprüche bleiben erhalten, die Privatausgangssperre wird auf die Zeit von 06.00 bis
22.00 ausgedehnt, die Erlaubnis zur Privattonnenentnahme im Rahmen der Abfallbezugsberechtigungserlaubnis
erlischt für den Bereich Hauptstraße, die Bezugsberechtigung für Tierkadaverbeseitigungsüberschüsse wird auf Kleintierverwertung eingeschränkt

3. Betreff des Ihnen im Rahmen der Kinderbetreuungsverordnung vom 12.12. 2012 zugeteilten Kindes Nr. 11281215/PG treten folgende Änderungen in Kraft.

Das Erziehungsobjekt hat durch das freiwillige Ausscheiden aus der Solidargemeinschaft seines leiblichen Elternteils (4.2.2018, bescheinigt durch das Suizidkomitee der evangelischen Landeskirche Rheinland Komitee 222/4/38F, unterstützt durch den Suizidalsupport der Bayer/Merk/Schlecker-Group) einen Anteil der Bürgerrechte Klasse 3 erworben, die im Rahmen Ihrer Rückstufung eine Rückstufung auf Klasse 4 erfährt. Das berechtigt das Erziehungsobjekt zur fortlaufenden Beschulung
bis hin zum gesamten ABC, im mathematischen Bereich stehen im Erkenntnisse der einfachen Addition
sowie der Dreiereihe zu. Die Erlaubnis zur Privattonneentnahme im Schulbezirk 338975 bleibt erhalten im Rahmen der Schulspeisungsverordnung vom 22.12.2014.

Im Rahmen der Rückstufung der Bürgerrecht auf Klasse 6 entfällt Ihr Anspruch auf persönliche Betreuung durch Ihre Existenzsicherunsersatzstelle. Sollten Sie Fragen, Einwände oder Widersprüche geltend machen wollen, so entnehmen Sie die zulässigen Fragen bitte dem beigefügten Formular C/22 und richten diese per E-Mail oder SMS an unsere Informationsstelle FAQ in der Zentralen Datenverarbeitungsstelle der ARGE 3000.

Wir möchten Sie darauf hinweisen, das die Bürgerrechte der Klasse 6 auch das Recht auf einen Staatsbürgerschaftsaussteuerungsantrag beeinhalten sowie einen Antrag auf vorläufige humane Endlagerung.

Sollten Sie eine Staatsbürgerschaftsaussteuerung wünschen, so fügen Sie diesem bitte eine Bescheinigung
ihrer außereuropäischen Existenzsicherungsstelle zur Kostenübernahme bei.

Wünschen sie eine einstweilige humane Endlagerung (EHE), weisen wir Sie vorsorglich darauf hin das mit dem Gesetz zur Haushaltsstabilisierungskonsequenz vom 1.1.2021 nur noch kostenpflichtige Seebestattungen in der Bürgerrechtsklasse 6 möglich sind, außerdem benötigen Sie die Bescheinigung des zuständigen Sterbehilfskomitee der Landeskirche sowie die schriftlich bestätigte Zusage eines freiwilligen Sterbehelferteams Ihrer Nachbarschaft. Wir weisen in diesem Zusammenhang noch einmal nachdrücklich darauf hin, das das Sterbehilfsgesetz von 2014 die Durchführung suizidaler Absichten nur noch amtlich beglaubigten Fachkräften gestattet.

Zuwiderhandlungen hätte Konsequenzen bezüglich der Bürgerrechstaustattung Ihrer Bedarfsgemeinschaft und Ihrer noch lebenden leiblichen Angehörigen.

Wir weisen darauf hin, das schmerzfreie Suizidalhilfe gemäß des Gesetzes zur freiwilligen humanen Endlagerung vom 1.1.2016 nur noch bis Bürgerrechtsklasse 4 gewährt werden kann.

Sollten Sie sich im Rahmen Ihrer Endlagerung zu einer Vollorganbefreiung im Sinne des Leistungsträgerschutzgesetztes vom 1.1.2013 entschließen und diese Organe einem Bürgerrechtsinhaber der Klasse 1 zur Verfügung stellen, so würde dies die oben genannten Rückstufungen Ihrer Bedarfsgemeinschaft
rückgängig machen. Darüber hinaus würde ihr leibliches Kind Nr. 113475833/AH eingeschränkte Bürgerrechte der Klasse 3 erhalten.

Wünschen Sie die Angliederung in eine Bedarfsgemeinschaft mit Obdachlosemstatus im Sinne des Sozialfürsorgegesetzes vom 3.6.2012, so füllen Sie bitte Formular 66/F/13 aus.

Entsprechende Anträge liegen diesem Schreiben bei.

Das Schreiben wurde maschinell erstellt und ist ohne Unterschrift gültig.

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