Zukunft

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KenFM über: EU will Medikamentenversuche an Menschen erleichtern

Das Thema Medikamentenversuche am Menschen wird nur am Rande behandelt. Der Rest ist einigermaßen gruselig. Aber leider wahr:

[Video, bitte Beitrag anklicken]

Die Ängste der Frau Merkel … und die dunkle Zukunft Deutschlands

4.7.2012. Eifel. Ein besonderer Tag. In den USA feiert man die Unabhängigkeit, den Verlust des kolonialen Status und die Erlangung der Freiheit. Für die einen waren es freie Menschen, die der Sklaverei des europäischen Feudalismus entkommen wollten - für die anderen (die, zugegebenermaßen nur selten zu Wort kommen) freimaurerische Schwarzmagier, die mit einem getürkten Krieg unter Verwendung ihrer freimaurerischen-magischen Baukunst ein Experimentierfeld für ihre Weltherrschaftsträume suchten. Letzteres ist sicherlich sehr phantastisch - aber einerseits sind Exemplare dieser Baukunst systematisch in Washington zu finden, andererseits hat die Geschichte diesen seltenen Stimmen recht gegeben: der Aufstieg der kleinen amerikanischen Kolonie war ähnlich wundersam wie die Blitzkriege Hitlers (dessen Förderer sich auch damit beschäftigten, mit welchen Tricks und Kniffen - auch in der Architektur) man das Schicksal gewogener stimmen kann. Wenn diese Leute Recht haben - so meine kritische Meinung zu dem Thema - dann wird Deutschland bald führende Nation in Europa, das jedenfalls sagte ich 2006 anlässlich einer Begehung des Regierungsviertels, in dem vielen ähnliche Strukturen zu erkennen sind, mit denen auch in Washington experimentiert wurde. Scheint so, das die Geometriezauberer doch Recht hatten.  Zu fremdartig? Ja, hier - nicht jedoch in Asien, wo die Wissenschaft des Feng Shui hilft, Konzernen zur Weltgeltung zu verhelfen.  Erleben wir auch gerade - aber erfahren nichts darüber. Doch auch für uns vom Nachrichtenspiegel ist heute ein besonderer Tag: zwei Jahre lang gibt es nun dieses Format, das Hilfe bei der Orientierung zwischen den blühenden Traumgebilden des öffentlich-rechtlichen Wohlfühlfunks und den Horroszenarien der privaten Nutzviehbespaßungsprogramme liefern möchte ... und gerade heute zu einer Widerstandsaktion der besonderen Art angeregt hat.

4.7.2012. Eifel. Ein besonderer Tag. In den USA feiert man die Unabhängigkeit, den Verlust des kolonialen Status und die Erlangung der Freiheit. Für die einen waren es freie Menschen, die der Sklaverei des europäischen Feudalismus entkommen wollten – für die anderen (die, zugegebenermaßen nur selten zu Wort kommen) freimaurerische Schwarzmagier, die mit einem getürkten Krieg unter Verwendung ihrer freimaurerischen-magischen Baukunst ein Experimentierfeld für ihre Weltherrschaftsträume suchten. Letzteres ist sicherlich sehr phantastisch – aber einerseits sind Exemplare dieser Baukunst systematisch in Washington zu finden, andererseits hat die Geschichte diesen seltenen Stimmen recht gegeben: der Aufstieg der kleinen amerikanischen Kolonie war ähnlich wundersam wie die Blitzkriege Hitlers (dessen Förderer sich auch damit beschäftigten, mit welchen Tricks und Kniffen – auch in der Architektur) man das Schicksal gewogener stimmen kann. Wenn diese Leute Recht haben – so meine kritische Meinung zu dem Thema – dann wird Deutschland bald führende Nation in Europa, das jedenfalls sagte ich 2006 anlässlich einer Begehung des Regierungsviertels, in dem vielen ähnliche Strukturen zu erkennen sind, mit denen auch in Washington experimentiert wurde. Scheint so, das die Geometriezauberer doch Recht hatten.  Zu fremdartig? Ja, hier – nicht jedoch in Asien, wo die Wissenschaft des Feng Shui hilft, Konzernen zur Weltgeltung zu verhelfen.  Erleben wir auch gerade – aber erfahren nichts darüber. Doch auch für uns vom Nachrichtenspiegel ist heute ein besonderer Tag: zwei Jahre lang gibt es nun dieses Format, das Hilfe bei der Orientierung zwischen den blühenden Traumgebilden des öffentlich-rechtlichen Wohlfühlfunks und den Horroszenarien der privaten Nutzviehbespaßungsprogramme liefern möchte … und gerade heute zu einer Widerstandsaktion der besonderen Art angeregt hat.

Ja, gerade heute ist der erste nationale Kaufnixtag, unsere Antwort auf das beständige Dauergenörgel, das man ja sowieso nichts tun kann. Heute kann jeder tun, woran ihn keiner hindern kann: einfach mal nichts kaufen. Ich selbst kaufe heute etwas (und bin da ein schlechtes Beispiel), weil ich den Strom brauche, um diese Zeilen niederzuschreiben. Ich habe auch eine Tiefkühltruhe, einen Elektrowecker, einen Kühlschrank – wahrscheinlich werde ich auch kochen. Aber Bargeld sieht heute keiner von mir, versprochen. Würde ganz Deutschland (oder einfach nur alle, die sich standardmäßig gerne empören) dem Beispiel folgen, könnte dieser Tag erneut in die Geschichte eingehen als der Tag, wo ein Volk einfach mal „NEIN“ gesagt hat. NEIN zu einem Leben, in dem man nur noch Bereicherungsobjekt für „Leistungsträger“ ist, die für die Vernichtung unserer Ersparnisse im Grandhotel dinieren und in Luxusbordellen fast zu Hause sind (siehe Handelsblatt) NEIN zu einem Leben, das im Alter nur noch den geglückten „Sturz aus dem Fenster“ als Altersvorsorge anzubieten hat (wie jetzt bei Margot Werner, siehe Spiegel),  NEIN zu einem Leben, in dem der Verfassungsschutz zum größten Feind der Bevölkerung wird (siehe Welt), NEIN zu einem Leben, in dem die Witwen von Systembütteln (mit 85 Tagen Jahresurlaub und einem Renteneintrittsalter von 55 gesegnet) vom Steuerzahler Fahrstühle für den Weinkeller bekommen (siehe Welt) , aber die Kinderarmut explosionsartig zunimmt.

So einen Tag könnten wir gebrauchen … denn es steht sehr schlimm um Deutschland. Dies sagen nicht etwa die vielgescholtenen Blogger, sondern eine Frau, die es wissen muss: Angela Merkel, ihres Zeichen nach Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, ausgestattet mit einem beispiellosen Macht- und Informationsapparat.

Natürlich sagt uns Frau Merkel das nicht direkt: man will uns nicht beunruhigen. Wie groß ihre Ängste wirklich sind, sieht man eher indirekt – aber dafür umso deutlicher. Das zeigt ein Artikel im Spiegel, der „Madame no“ von einer ganz anderen, besorgteren Seite zeigt:

Finanzkrise, taumelnde EU-Länder und ein bröckelnder Euro? Für viele Deutsche offenbar kein Grund zur Sorge. Für Kanzlerin Merkel dagegen schon – umso mehr überrascht sie der Optimismus ihrer Landsleute. Für diesen sieht die CDU-Chefin kaum zwingende Gründe.

Der Artikel hat neun meist kleine Sätze – aber offenbart große Dimensionen. Die Kanzlerin selbst treibt die Sorge um, wovon Deutschland in zehn Jahren leben soll, weil sie weiß, wie es um die Wirklichkeit bestellt ist. Sie wundert sich, das der Bürger ihr in ihrer Sorge nicht folgt … und vergisst dabei ganz ihre eigenen Anweisungen an die Presse, von der wir als Bürger nur zufällig erfahren haben. Ich habe diese paar Zeilen schon oft zitiert – und möchte gerne noch öfter machen, bis ich sicher sein kann, das sie auf jedem Frühstückstisch in Deutschland liegen. Jakob Augstein hat in seinem Freitag einen Artikel über die Zukunft des Journalismus etwas äußerst Brisantes ganz nebenbei erwähnt:

Ein paar Monate zuvor, am 8. Oktober 2008, hatte es ein sonderbares Treffen gegeben, das in diesem Zusammenhang Erwähnung finden soll. Die Bundeskanzlerin hatte an jenem Tag die bedeutenden Chefredakteure der bedeutenden Medien eingeladen. Es war die Zeit, in die der Ausbruch der großen Finanzkrise fiel. Man findet keinen ausführlichen Bericht über dieses Treffen, der veröffentlicht worden wäre und überhaupt nur wenige Erwähnungen in den Archiven, nur hin und wieder einen Nebensatz, eine knappe Bemerkung. An einer Stelle liest man in dürren Worten, worum es an diesem Abend im Kanzleramt ging: Merkel bat die Journalisten, zurückhaltend über die Krise zu berichten und keine Panik zu schüren.

Sie haben sich daran gehalten, die Chefredakteure. Noch im Februar 2009, vier Monate später, wunderte sich die taz über die Medien: „Sie halten die Bürger bei Laune, auf dass diese stillhalten.

Da wundert sich die Kanzlerin, das die Deutschen sich nicht sorgen – hat aber selbst darum gebeten, nichts zu veröffentlichen, was den Bürger in Sorge treiben könnte. Die haben sich daran gehalten – über den Putsch in Deutschland liest man nur noch selten, aber seine Folgen spüren alle: eine bösartig gewordene Wirtschaft schickt sich an, die Demokratie vollständig zu vernichten, um den Täter einen Dauerwohnplatz im Grandhotel inklusive Freikarte für das nächstgelegene Luxusbordell zu sichern. Die Medien jedoch schweigen zu diesen Zusammenhängen, folgen dem Wunsch der Kanzlerin, weil es in der Tat schlimme Folgen haben könnte, wenn die Bürger realisieren würden, das die Party Deutschland in zehn Jahren vorbei ist – ähnlich wie in Stockton, USA, der „bislang größten Kommunalinsolvenz in der amerikanischen Geschichte„, siehe Handelsblatt.

Die Pleite von Stockton ist bemerkenswert, weil sie zeigt, wofür wir wirklich in zehn Jahren kein Geld mehr haben werden: für Alte und Kranke. Stockton sind die heute schon zu teuer – aber die Lösung liegt nahe. Einfach mal Insolvenz machen und die Rentenansprüche gegen Null fahren: wo kein Geld ist, hat der Kaiser sein Recht verloren.

Merkel weiß das … hat aber wohl vergessen, dass sie selbst den Wohlfühlfunk angeordnet hat – und die Mehrheit der Bürger folgt nur zu gerne der Einheitsjauche der  Einlullmedien: die Realität der alternativlosen Altersarmut und eines dreissigjährigen Siechtums am Ende eines harten Arbeitslebens ist für viele kaum zu ertragen. Ausserdem ist es ja nur zu schön, die Realität nur noch gefiltert durch den Bildschirm zu sich zu nehmen: gefällt einem die Realität nicht mehr, kann man einfach umschalten.

So einfach geht das.

Wir gleichen dem Deutschen im Jahr 1913, der sich nicht vorstellen konnte, das es jemals wieder zu einem Krieg in Europa kommt – die Kombination von Stacheldraht und Maschinengewehren würden einen solchen Krieg ja auch letztlich unführbar machen und Opfer fordern, wie sie die Welt noch nie gesehen hat. Außerdem waren Zivilisation und Vernunft so weit fortgeschritten, das man den Krieg als für immer und ewig erledigt ansah, er war eine hässliche Randerscheinung barbarischer Kulturen, nur was für „Neger“, „Mongolen“ und „Rothäute“, von der sich das zivilisierte Europa entgültig verabschiedet hatte.

1914 hat man dann gemerkt, wie sehr man sich da doch geirrt hat – mit ganz schlimmen Folgen für das Ansehen des „zivilisierten weißen Mannes“ in den Kolonien – einfach mal Gandhi lauschen, der völlig außer sich war, als er mitbekam, was da in dem von ihm bewunderten Europa für Massaker veranstaltet wurden.  Nach 1914 war die Legende von der „kulturellen Überlegenheit des weißen Mannes“ Geschichte – so wie bald die Legende von der deutschen Demokratie Geschichte sein wird.

Die „Auflösungserscheinungen der demokratischen Ordnung“ werden aktuell sogar von Günter Lachmann in der konservativen Welt wahrgenommen – sind somit nicht mehr nur Bestandteil von linken Dauernörglern. Er wählt harte Worte, die jeden Bürger in Angst versetzen sollten:

Der Bundespräsident, die Justizministerin und Altkanzler Schmidt bedrängen die Verfassungsrichter. Gleichzeitig steht der Verfassungsschutz unter Terrorverdacht – und die Parlamente sind ohnmächtig.

Altkanzler Schmidt hat sich für seinen Angriff auf die Unabhängigkeit der Gerichte ein feines Forum ausgesucht: die Atlantikbrücke, jene Institution, die gezielt daran arbeitet, das der Wille jener zweihundert superreichen Amerikaner, die die USA aktuell gestalten, auch in Deutschland umgesetzt wird:

Gerade auch für die Deutschen seien nun „Entschlusskraft und Opferbereitschaft dringend geboten“, sagte der 93-Jährige in einer Rede vor der Atlantik-Brücke in Berlin. Und: „Man muss sein Herz über die Hürde werfen. Das gilt ganz gewiss auch für uns Deutsche und ganz gewiss auch für das Bundesverfassungsgericht.“

Wer sein Herz über die Hürde wirft, ist bereit zu äußerst herzloser Politik. Das Sozialdemokraten darin ihre wahre Stärke sehen, haben wir an HARTZ IV erkennen können.

Nur ein paar Blicke in die Nachrichten, ein wenig umstrukturiert und in andere Zusammenhänge gebracht: schon sehen wir, warum Angela Merkel sich Sorgen macht. In spätestens zehn Jahren werden wir merken, in welchem Ausmaß uns „die Wirtschaft“ wirklich betrogen hat – und das nicht nur Banker und Versicherungsvertreter unser Vermögen im Bordell versoffen haben.

Wir werden sehen, das der Sozialstaat nicht mehr zu finanzieren ist … und das nur noch Millionäre eine Zukunft haben. Darum stellt sich für ganz Deutschland halt nur noch eine Frage: „Wer wird Millionär“ … und wer wird krank, hungernd und frierend auf der Straße landen, weil einfach kein Geld mehr für Renten, Pensionen und ärztliche Hilfe vorhanden ist – jedenfalls nicht für jene 99%, die den Millionären als „Kosten auf zwei Beinen“ das Leben bzw. die Rendite schwer machen.

Aber für die … wird man schon eine Lösung finden.

Eine Lösung, die für uns heute noch so undenkbar und unglaublich ist, wie ein vernichtender Weltkrieg mit Millionen Toter und Millionen gräßlich verstümmelter Veteranen für die Deutschen des Jahres 1913 galt.

Trotzdem kam der Krieg – und für die Millionäre folgten die „Goldenen zwanziger Jahre“.

Die anderen saßen ohne Kiefer, Beine und Augenlicht vor der Eingangstür und bettelten um Pfennige – was der Party keinen Abbruch tat.

So gesehen wird die Verwunderung der Frau Merkel über die optimistischen Deutschen mehr als verständlich.

Die glauben halt an das, was die von Merkel eingenordeten Medien tagtäglich predigen.

Nur die Kanzlerin selbst hat für einen kurzen Moment vergessen, das sie selbst es war, die die Predigten angeordnet hatte.

 

Nationaler Kaufnix-Tag – nur noch vier Wochen! Ein kleines Signal … in einem sterbenden Land.

4.6.2012. Eifel. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Nur noch vier Wochen bis zum ersten nationalen Kaufnixtag, dem 4.Juli 2012. War mal so eine Idee von mir. Eine andere war ... der Menschenschutzbund. Nicht, das ich selbst einen gründen wollte (zum Henker: wann denn noch?) - aber mir kam die Idee aufgrund eines Artikels über die Behandlung von Schauspielern bei der Fortsetzung des Filmes "V"... ja, das ist der Film mit der Occupy-Maske. So wie die behandelt wurden, wäre kein Tier behandelt worden. Bei Menschen macht man das - die können sich "freiwillig" selbst Gewalt antun. Leider hat der Mensch an sich zu wenig Freunde - und als es dann Partei werden sollte, war alles endgültig vorbei. OP 100 war auch so eine Idee - animiert durch das beständige Geklage "wir können ja sowieso nichts tun". Klar kann man was tun - dort, wo Politik käuflich wird, kann man zusammenlegen und gute Lobbyisten mit dem Auftrag losschicken, eine Hartz-IV-Erhöhung durchdrücken. Gibt jeder Arbeitslose nur einmal einen Kleckerbetrag, hätte man schon eine ordentliche Kriegskasse beisammen.

4.6.2012. Eifel. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Nur noch vier Wochen bis zum ersten nationalen Kaufnixtag, dem 4.Juli 2012. War mal so eine Idee von mir. Eine andere war … der Menschenschutzbund. Nicht, das ich selbst einen gründen wollte (zum Henker: wann denn noch?) – aber mir kam die Idee aufgrund eines Artikels über die Behandlung von Schauspielern bei der Fortsetzung des Filmes „V“… ja, das ist der Film mit der Occupy-Maske. So wie die behandelt wurden, wäre kein Tier behandelt worden. Bei Menschen macht man das – die können sich „freiwillig“ selbst Gewalt antun. Leider hat der Mensch an sich zu wenig Freunde – und als es dann Partei werden sollte, war alles endgültig vorbei. OP 100 war auch so eine Idee – animiert durch das beständige Geklage „wir können ja sowieso nichts tun“. Klar kann man was tun – dort, wo Politik käuflich wird, kann man zusammenlegen und gute Lobbyisten mit dem Auftrag losschicken, eine Hartz-IV-Erhöhung durchzudrücken. Gibt jeder Arbeitslose nur einmal einen Kleckerbetrag, hätte man schon eine ordentliche Kriegskasse beisammen.

Die Resonanz war groß für einen Blog …. aber viel zu klein für eine Bewegung. Gut – das ist auch eigentlich nicht die Aufgabe von Philosophen. Wir sollen Wegweiser sein – und kein Wegweiser geht selbst den Weg, den er weist.

Ich habe dann etwas nachgedacht und gleich gemerkt, woran es hakt.

Erstens will niemand Arbeit investieren. Gut,  nicht wirklich niemand – aber zu wenig um handlungsfähige Strukturen aufzubauen.

Zweitens will niemand Geld investieren. Gut, das sollte man auch eigentlich nie mit einplanen – manche haben wirklich extrem wenig davon.

Da kam dann die Idee des „nationalen Kaufnixtages“. Einen Tag lang nichts zu kaufen kostet nichts (man spart sogar viel) und ist auch keine Arbeit (im Gegenteil – man hat etwas weniger davon).  Die Idee verbreitete sich schon weiter als die vorherigen.

Was war das für eine schöne Vision: am jenem Tag, an dem die nordamerikanische  Kolonie ihre Unabhängigkeit von der übermächtigen Kolonialmacht erklärte, erklärt der Souverän der Bundesrepublik Deutschland seinen eingebildeten Herren einfach mal, was sie ihn können: gern haben.

Die Verkäufer und Verkäuferinnen stehen in den Geschäften und haben viel Zeit, sich auszuruhen. In den Bars, Cafés und Kneipen herrscht gähnende Leere, ebenso bei McDonalds, im Kinopark, im Museum, im Zoo. Schön wäre es, wenn auch der Fernseher ausbliebe: eine garantierte Quote von null Prozent wäre auch für Talkmaster mal ein nachdenkenswerter Moment. Die Straßen wären so still, das man darauf tanzen könnte – und vielleicht sollte man das auch einfach mal tun.

Lieber wäre mir aber Stille. So eine Art High-Noon-Western-Stille, die immer dann eintritt, wenn man weiß, das gleich der weiße Hut auf den schwarzen Hut trifft. Die Krönung wäre natürlich etwas Wüstengras, das der Westwind durchs Regierungsviertel treibt … aber das ist vielleicht nicht machbar.

Die Tankstellen könnten dreimal täglich ihre Preise erhöhen, ohne das auch nur ein einziger Liter aus dem Schlauch kommt: das erleichtert die Abrechnung am Abend. Im Lager von Amazon würden die Packer Zeit für Kartenspiele haben, Prostituierte könnten sich mal um eine Fortbildung kümmern und Regierung und Wirtschaft könnten jenen Zustand erleben, von dem sie schon ewig lange träumen: endlich mal ein Leben ohne das dämliche Volk.

Leere Busse, leere Züge, leere Flugzeuge, leere Schiffe – was spart man da Sprit, wenn die sich gar nicht erst bewegen.

Auch die Arztpraxen wären leer, ebenso die Apotheken. Man sollte fein auf die Statistiken zu diesem Tag achten: es werden plötzlich weniger sterben als sonst.  Wir hatten das schon mal … und zumindest Volker Pispers hatte das bemerkt.

Cool wäre auch, wenn man an dem Tag den Verbrauch an Strom, Gas und Wasser auf Null fahren kann. Wichtig ist nur die Zahl auf dem Schreibtisch der Chefs: die muss NULL sein.

Nun gut – zehn Jahre später wird das dann wieder ein Feiertag, den sich die SPD auf die Fahne schreibt.

Wird das was bringen, werden sich manche fragen.

Klar. Wenn es am 4.7.2012 soweit kommt, werden die Verantwortlichen in Wirtschaft und Politik merken, das das Volk sich seiner selbst und seiner Kraft bewusst geworden ist.  „Käufer, wenn Dein starker Arm es will, stehen alle Räder still“.

Steht die NULL eine Woche lang da, wird es richtig schmerzhaft: die ersten Geschäfte verzeichnen Verluste bei verderblicher Ware – aber so weit wollen wir ja gar nicht gehen.  Es landet sowieso zuviel auf dem Abfall: ein Drittel der weltweiten Nahrungsmittelproduktion landet auf dem Müll (Quelle: Test.de) – was für uns heißt: wir könnten 10 Milliarden Menschen locker ernähren. Da hätten wir schon was zu tun an dem Tag: einfach mal Gedanken über den disziplinierten Umgang mit Essen machen. Das wäre auch für alle ein Gewinn.

Schön wäre die Null natürlich an den Börsen – aktuell würden die sich über eine Null sogar freuen … wenigstens kein Minus.

Leider ist der Name nicht so schön geworden – es könnte Verwechslungen zum internationalen Kaufnixtag geben, der nur ein konsumkritischer Tag im November ist. Der nationale Kaufnixtag sollte mehr ein politischer Tag sein, ein Signal, das vielen Menschen zeigt, das sie nicht allein sind mit ihrem Frust, ihrer Verbitterung, ihrer Enttäuschung und ihrer Angst, was denn die Zukunft so bringen mag.

Gutes wird sie nicht bringen.

Heute, am 4.6.2012, erlaubt sich die Presse schon ganz wundersames: sie ruft offen das Ende der Bundesrepublik Deutschland aus, ich zitiere aus der Welt:

Begonnen hat der Prozess freilich schon vor Jahren. Als sich Gerhard Schröder im Frühjahr 2005 vor den Bundestag stellte und seine Agenda 2010 verkündete, markierte dies das Ende einer Gewissheit, die vielen Deutschen die wichtigste überhaupt war: Dass der Staat gesellschaftliche Gegensätze ohne Rücksicht auf die Kosten mit sozialen Leistungen zukleistert und einer breiten Mittelschicht steigenden Wohlstand zur Not auf Pump garantiert. Schröder kündigte den Gesellschaftsvertrag der alten BRD (wie sich nun herausstellt mit gutem Grund und enormem Erfolg).

So etwas kann man  heute schreiben – ganz offen. Ich übersetze das gerne mal auf Umgangsdeutsch: die Agenda 2010 hat den ersten offenen deutschen Sezessionskrieg ausgerufen – nicht Nord gegen Süd, sondern Reich gegen Arm.

Und damit es sich richtig lohnt, hat man erstmal Arme herangezüchtet – ein Millionenheer von verhartzen Kindern steht für die Zukunft bereit, Menschen, die Ingenieure, IT-Nerds, Ärzte und Erfinder hätten werden können … genau jene Menschen, die wir ja angeblich so dringend brauchen.

Deutschland stirbt. Wir bewusst und absichtlich zugrunde gerichtet.

Während die Kinder (und auch die Jugend) auf ein Leben mit staatlich subventionierten Minijobs, Praktika und immer wieder neu befristeten Stellen hin trainiert werden, sind für Luxusartikel 19 Milliarden Euro jährlich locker drin: Lippenstifte, Kunst und Designermöbel sind im Aufwind. Weniger als 2 Milliarden investieren wir im Jahr in die Ernährung der Kinder von Arbeitslosen, mit 96,55 Euro im Monat müssen die auskommen, ist am Ende des Geldes noch Monat übrig, steht Hunger ins Haus.

Und wir?

Wir laufen alle mit, jeder, jeden Tag.

Der verharzte Teil der Bevölkerung macht da keine Ausnahme, viele gleichen in ihren Forderungen dem Topmanagement und langweilen so die Republik: MEHR GELD will wirklich jeder, die Forderung als solche hat leider keinerlei revolutionäre Brisanz sondern ist im Grunde erzkapitalistisch … vielleicht der Hauptgrund, warum die Partei „DIE LINKE“ während der Krise des Kapitalismus nicht auf die Beine kommt.

Es wäre angesichts der kommenden Weltwirtschaftskrise (laut Joschka Fischer schlimmer als alles, was wir je erlebt haben – siehe Welt) doch toll, wenn wir einfach mal aufhören würden, mitzulaufen.

Erstmal einen einzigen Tag.

Nur den.

Und wieder hat man etwas zu tun: einfach mal einen Tag im Jahr schauen, was man selbst vom Leben will. Welchen Sinn man dem eigenen Jahren geben will, bevor es vorbei ist – und auf was man wirklich selbst stolz sein würde, wenn man im Alter auf sein Leben zurückschaut. Wir könnten sogar supermutig werden und uns dem absoluten Reichtum  hingeben, dem einzigen sicheren Reichtum, der für Menschen erhältlich ist, ein Reichtum, den uns niemand nehmen kann und der sogar sehr glücklich machen soll … jener Reichtum, der merkt, das er reich ist WEIL ER NICHTS BRAUCHT.

Und wer merkt, das er nichts braucht, wirklich gar nichts von dem, was gerade im Angebot ist, ist der erste Mensch, der hinreichende Qualitäten für einen neuen Bundestag hat: kein Lobbyist könnte ihn steuern. Wer nichts braucht ist so reich, das er sogar für die deutschen Lobbyisten unbezahlbar ist.

Diese Besinnung an jenem Tag ist – wie man sehen kann – sogar mehr als Gold wert. Sie könnte uns sogar jene Politiker bescheren, die wir dringend brauchen, jene wackeren Menschen, die sagen „Diäten – brauch´ ich nicht. Bin ja reich“.

Das wäre der Beginn einer neuen politischen Kultur, die das Land voran bringen könnte.

Viel Zeit, diese Kultur ins Leben zu rufen, scheint nicht mehr zu sein – „Spiegel-Online“ redet aktuell von wieder von Opfern, die Deutschland bringen muss.

Ratet mal, wer dann auf einmal wieder „Deutschland“ ist und die Opfer bringen darf?

Ich schätze mal … 2013 reden wir über eine Kürzung des Hartz-Regelsatzes um 50% (wegen der Märkte und weil das „aus gutem Grund“ und „mit Erfolg“ geschieht), 2015 über eine 50-prozentige Kürzung der Renten und 2022 wird es soviele unfreiwillige Kaufnixtage geben, das man sich gewünscht hätte, zehn Jahre zuvor einfach mal mitgemacht zu haben bei jenem Tag, wo jeder Mensch mal seine eigene persönliche Unabhängigkeitserklärung abgeben konnte.

Ich denke aber … real werden das mal wieder ganz ganz wenig sein, oder?

 

 

2012: Alpträume werden Wirklichkeit … und Träume möglich.

2012: Alpträume werden Wirklichkeit ... und Träume möglich.

Mittwoch, 30.5.2012. Eifel. Mir fallen manchmal kleine Nachrichten ins Auge, die seltsam „niedrig“ gehandelt werden. Kannibalismus zum Beispiel. Jahrhundertelang DAS Horrorbild des zivilisierten Menschen, mit dessen Hilfe er sich – als christlicher „Kolonisator“ – deutlich von den „primitiven Barbaren“ unterschied – zum Beispiel von Holländern. Dort hatten sich ja zwei Moderatoren gegenseitig aufgegessen – obwohl vom jeweils anderem noch genug übrigblieb, das sie das Ergebnis der Speisung ausführlich diskutieren konnten. Ein Riesenthema eigentlich … doch bleibt es seltsam ruhig darum, so als wäre es schrecklich normal, das die Menschen schon mal anfangen, sich selbst als Konsumobjekt und Nahrungsmittel zu testen. Benjamin R. Barber, ein „Professor für Zivilgesellschaft“ an der Universität Maryland warnte uns dereinst ausdrücklich vor den verheerenden Wirkungen und Auswirkungen der modernen Wirtschaft (McWorld genannt) – das es so enden könnte, hat wohl auch er nicht geahnt.

Das Thema Kannibalismus ist damit aber nicht erschöpft. Andernorts gab es Berichte über mehrere chinesische Fabriken, die Babyfleisch verarbeiten und es den Südkoreanern in Kapseln liefern. Die Chinesen sind über solche Meldungen empört – man weiß nicht so Recht, ob man es mit einer neuen Dimension der Barbarei zu tun hat (die in meinen Augen an die Horror-Qualität von Konzentrationslagern heranreicht – oder diese sogar übertrifft), oder nur mit einem geschickten Propagandafeldzug gegen China, um den neuen großen (und vielleicht sogar finalen) Weltkrieg NATO gegen SOZ medial vorzubereiten. Wer würde nicht gerne gegen Babyschlächter und Menschenfresser in den Krieg ziehen?

Oder die neue Meldung aus den USA: dort hat ein Mann einen anderen aufgefressen – eine Szene wie aus einem Zombiefilm. Nase, Auge – alles weg. Und wie es sich für einen richtigen Zombiefilm gehört, waren mehrere Kugeln nötig, um die Bestie zu stoppen. Und wie es sich ebenfalls für einen richtigen Zombiefilm gehört, sind die Erklärungsmuster der Polizei sehr verwirrend: Obdachlose sollen es gewesen sein – in einer Kokainpsychose. Bei den Preisen für Kokain passt das eigentlich nicht zusammen – und die Erscheinungsformen einer Kokainpsychose sind auch deutlich passiver als das, was man uns dort präsentiert hat. Schauen wir mal, was das Psychosezentrum Ruhrgebiet dazu sagt:

Eine weitere gravierende Folge kann die „Kokain – Psychose“ sein. Hier treten unabhängig von einer Substanzeinnahme optische, akustische und taktile Halluzinationen, Unruhe, Wahnerlebnisse, und Trübungen des Bewußtseins auf. Die Symptome ähneln denen einerSchizophrenie.

Von der Verwandlung in agressive Menschenfresser steht da nichts, eher hat man so ein verängstigtes Suchtkneuel vor Augen, das sich zitternd in der Ecke seiner Gummizelle befindet. Wäre auch gut so, denn bei der Menge Koks, die in Deutschland konsumiert wird, sollten wir uns in Zukunft wohl nur noch schwer bewaffnet aus der Wohnung wagen.

Fügt man die drei Informationen zusammen und legt die beschwichtigenden Kommentare dazu erstmal zur Seite, wird das Bild unheimlich: auf einmal entsteht vor unserem geistigen Auge das Bild einer neuen Menschheit, die frei ist von alten Zwängen und Einschränkungen, einer Menschheit, die sich über ihre Grenzen erhebt und sich des alten Ballastes entledigt, der sie jahrtausendelang niedergedrückt hatte. In Romanen gab es das schon mal:

„Dieser Zeitpunkt sei leicht zu erkennen, denn der Mensch sei dann wie die Großen Alten geworden, wild und frei jenseits von Gut und Böse, Gesetze und Moral wären dann niedergerissen, und alle Menschen brüllten, töteten und schwelgten in Lust. Dann würden ihnen die Großen Alten neue Wege zu brüllen, zu töten, zu schwelgen und zu genießen zeigen, und die Erde würde in Vernichtung, Ekstase und Freiheit flammen. In der Zwischenzeit müßte der Kult durch angemessene Riten die Erinnerung wachhalten und IHRE sichere Rückkehr prophezeien.“
(H.P.Lovecraft, Cthulhu Geistergschichten, Suhrkamp 1979, Seite 218)

Gut, das das nur eine Gruselgeschichte aus den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts ist.

„1984“ war auch nur eine Gruselgeschichte – aber auch die wird jetzt wahr. Wie es aussieht, haben freundliche Regierungsstellen („Regierung“ ist seit dem 11.9.2001 immer „freundlich“, wer des Gegenteil behauptet, ist ein Terrorist – oder ein Verschwörungstheoretiker, was so etwas ähnliches wie ein „Sympathisant“ ist) diese Gruselgeschichte jetzt eine gewisse Realität verliehen – sie haben eine Cyberwaffe entwickelt (genau so eine, vor der sie schon immer gewarnt haben), die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt. „Big Brother“ gibt es nicht nur im Fernsehen – sondern auch auf jedem Rechner. Dem vorgestylten Konsumzombie der Neuzeit stört das nicht – immerhin sammelt auch seine X-Box-360 via „Kinect“-Sensor Bilder aus seiner Wohnung sowie Sprachmuster und – wie nützlich – auch Kreditkarteninformationen. Und das alles wird als harmlose Spielkonsole verkauft.

Endgültig in der Realität der James-Bond-Romane sind wir durch die Meldung in der Welt gelangt, wonach US-Fallschirmtruppen in Nordkorea geheime Tunnelanlagen untersucht hatten. Na ja – Nordkorea richtet Kannibalen kompromislos hin – offensichtlich eine Gefahr für unsere westliche Kultur. Durch diese Nachricht werden aber Meldungen aus dem Jahre 2003 wieder aktueller, wonach in Nordkorea in der Tat Menschenfleisch gehandelt wird.

Das Romane Realitäten vorwegnehmen können, ist natürlich völliger Quatsch. Das dachte ich zum Beispiel im Jahre 1983, als der Roman „Der dritte Weltkrieg“ in Deutschland erschien. Geschrieben von General Sir John Hacket beschreibt er den Beginn des dritten Weltkrieges, der überraschend mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion endet – für viele Friedensaktivisten ein Wunschdenken politischer Wirrköpfe.

Sechs Jahre später war der Zusammenbruch der Sowjetunion politische Realität, die politischen Wirrköpfe knallharte Realisten und die Friedensaktivisten als ahnungslose Träumer enttarnt.

Nur gut, das es keine Romane über den Zusammenbruch der USA gibt.

Wirklich?

Nun – wir lesen nicht mehr soviel: wir gucken lieber. Zum Beispiel „Star Wars“ … deren letzte verfilmte Episoden uns eine Geschichte erzählen, in der mächtige  Interessengruppen aus Industrie, Banken und Handel mittels geschickter Intrigen die Republik vernichten. Die Filme wurden 1999 bis 2005 gedreht – und 2012 scheinen sie Realität geworden zu sein. Begriffe wie „marktkonforme Demokratie“ sind gesellschaftsfähig geworden sind, die Macht der „Märkte“ verdrängt alternativlos weltweit demokratisch gewachsene Strukturen. Die Bürger schauen drein wie die Iren : voller Zorn auf die Banken beugt man sich einem scheinbar über Nacht gewachsenem neuen System, in dem Bankvorstände Sozialpolitik diktieren und sich die alten Republiken, Demokratien und Volksherrschaften in etwas Neues verwandeln.

Im Star-Wars-Märchen übernehmen „Regionalgouverneure“ die Macht … im Euro-Märchen sind es Goldman-Sachs-Mitarbeiter.

Im Prinzip – ein absoluter Horrorstoff, in dem wir leben. Gruselig wie das Schicksal unserer „High-Potentials“, unserer Wissenschaftler, die von 40 Stunden in der Wochen noch 19 bezahlt bekommen.  Wenn die erstmal mit ihrem Studium fertig sind, werden die keine Verständnis mehr dafür haben, das Arbeitslose überhaupt noch Geld bekommen.

Welche Zukunft eine Gesellschaft noch hat, die ihre Elite so verheizt, will ich jetzt gar nicht überlegen.  Möglicherweise erleben wir gerade eine Phase, in der sich wirklich zeigt, das Regierungen an sich die „Schlimmste Seuche aller Zeiten“ sind – mit sechsmal soviel Todesopfern wie die spanische Grippe.

Da macht es Hoffnung, das aktuell gemutmaßt wird, das die USA ebenso zusammenbrechen können wie die Sowjetunion … ihr wirtschaftlicher Zusammenbruch scheint eh´ kurz bevor zu stehen. 

Merkt man nun, wie wichtig es in Zukunft werden könnte, das wir uns daran erinnern, das es nicht gut ist, Menschen zu essen? Das es auch nicht notwendig ist, schon mal den Geschmack zu testen, weil unsere Wirtschaft bald so derangiert ist wie die in Nordkorea – und schon längst so unmoralisch wie die in den Babyfleischfabriken Nordchinas?

Merkt man nun, das es vielleicht dringend nötig ist, die Lösungen der aktuellen Krise nicht der koksenden Oberschicht zu überlassen, weil man nie genau weiß, wann die ihre Kokain-Psychose bekommen? Vielleicht haben wir die aktuelle kannibalistische Wirtschaftsform genau jenen Kokain-Psychosen zu verdanken, die nun in Miami schon zu öffentlichen Kannibalenattacken führen.

Benjamin R. Barber hat da schon eine Idee, wie die neue Gesellschaft funktionieren könnte, zitiert bei  Wikipedia:

„Die Zivilgesellschaft, der bürgerliche Raum, besetzt die Mitte zwischen Politik und privatem Sektor. Dort geben wir weder unsere Stimme ab, noch kaufen und verkaufen wir; dort sprechen wir mit unseren Nachbarn über die Einstellung eines Schülerlotsen, planen eine Benefizaktion für die örtliche Schule, diskutieren darüber, wie unsere Kirche oder Synagoge Obdachlosen eine Unterkunft schaffen kann, oder wir organisieren ein Softball-Sommerturnier für unsere Kinder. In diesem Bereich sind wir ,öffentliche‘ Wesen, wie eine Regierung haben wir einen Sinn für öffentliche Aufgaben und Achtung vor dem Gemeinwohl; aber anders als eine Regierung erheben wir keinen Anspruch auf die Ausübung eines Gewaltmonopols. […] Wie der Privatsektor hat auch dieser nachbarschaftliche, kooperative Bereich der Zivilgesellschaft teil am ,Geschenk der Freiheit‘, […] aber anders als der Privatsektor, strebt er Gemeinsamkeit und konsensuelle […] Handlungsweisen an. Die Zivilgesellschaft ist somit öffentlich-politisch, ohne Zwangscharakter zu haben; sie ist freiwillig-voluntaristisch, ohne privatisiert zu sein“ (S. 281).

Wir als Bürger zeigen uns jeder Regierung überlegen. Wir als Bürger bräuchten kein Hartz IV. Wir wüssten genau, wo in unsere Gemeinschaft Menschen mit Leistungsdefiziten einen würdigen Platz bekommen können. Arbeit gibt es genug. Wir bräuchten auch kein Zinssystem, das uns leistungsloses Einkommen garantiert – wir wissen, das das langfristig nie gut gehen kann, weil niemand mehr die Zinseszinsen erarbeiten könnte. Wir haben schon längst bewiesen, das wir viel effektiver, menschlicher, realistischer, vernünftiger und wirtschaftlicher arbeiten als es Regierungen, Banken oder Konzerne je tun könnten.

Und darum könnten die Alpträume der Gegenwart genau jener Startschuss sein, den wir brauchen, um unsere Gesellschaft eine neue Richtung vorzugeben … ohne Banken, ohne Staatsmacht, ohne Profitgier und verschiedene Formen von Kannibalismus (unter die ich auch Hartz IV sehe, wo sich der Staat die Lebensarbeitsleistung von Menschen aneignet, die die Wirtschaft als unnütz ausgespuckt hat – oder die Diätenkultur unserer Abgeordneten).

Leider finde ich solche Überlegungen in den Medien nicht.

Die predigen mir hauptsächlich vom DAX – und wie schön man mit seiner Hilfe ohne Arbeit reich werden kann … reich von der Arbeit anderer, wohlgemerkt.

Auch so ein Kannibalenakt.

Und in letzter Konsequenz so blutig wie der in Miami.

 

 

 

 

 

 

 

Ehrensold: Wulff I kontra Hartz IV – endlich mal eine bürgerfreundliche Sozialreform!

Ehrensold: Wulff I kontra Hartz IV - endlich mal eine bürgerfreundliche Sozialreform!

Freitag, 2. März 2012. Eifel. Ein unglaubliches Experiment der Bundesanstalt für Arbeit sorgt gerade bundesweit für Aufsehen.  Das bislang wegen Erfolglosigkeit ins Gerede gekommene Hartz IV wird in einem mutigen Akt durch Wulff I ersetzt, amtsintern auch „Ehrensold“ genannt. Ich begrüsse diesen Schritt. Es ist ein richtiger, mutiger und einer Demokratie angemessener Akt, die Lebensleistung eines Menschen zu würdigen und auch dafür zu sorgen, das seine Würde nicht unter entwürdigenden materiellen Verhältnissen leidet.  Immerhin: nicht jeder hat das Glück, hauptberuflich „Sohn“ sein und sein Geld für sich arbeiten lassen zu können.

Gut – „sein Geld für sich arbeiten lassen zu können“ ist ein dummer und verführerisch falscher Werbespruch, denn Geld kann gar nicht arbeiten. Machen Sie mal einen Versuch: gehen sie in die Küche und legen sie 100 Euro auf den Abwasch. Die machen nichts, die Euro, die regen sich kein bischen.  Auch beim Rasenmähen, Wäsche waschen oder Staubwischen sind die völlig nutzlos – alte und kranke Menschen pflegen können sie erst recht nicht. Dem Irrtum, das Geld arbeiten kann, verdanken wir ja unsere augenblickliche Misere. Wir dachten: prima, wenn Geld für uns arbeitet, haben wir ja alle frei. Das Ergebnis war aber ein Anderes.

Sicher, ein paar Menschen geht es gut mit diesen neumodischen Regeln. 10 000 Millionen haben allein die 40 Topmanager im letzten Jahr mit nach Hause genommen, während es für den Normalbürger einen massiven Mangel an bezahlbaren Wohnungen gibt. Aber den meisten Menschen fehlt es an Geld, um echte Arbeit zu bezahlen. Geld repariert keine Straßen, saniert keine Schwimmhallen und Schulgebäude, es trägt noch nicht mal die Post aus – es war gedacht, um Arbeit und Waren zu bezahlen – aber wenn zu viele versuchen, mit seiner Hilfe und niederträchtigen Tricks ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, haben bald wenige ganz viel und ganz viele gar nichts – und das spart dann wie in Griechenland die Wirtschaft kaputt. Darum ist Wulff I jetzt die richtige Anwort auf die Krise: einfach allen ganz viel geben, dann hat man auch wieder Geld, um Arbeit einzukaufen.

545,21 Euro beträgt Wulff I PRO TAG, während früher Arbeitslose noch mit 345 Euro im Monat auskommen mussten. Das ist sehr viel Geld. Aktuell wird deshalb diskutiert, ob er auch einen eigenen Fahrer bekommt. Das erscheint mir sinnvoll. Arbeitslose, die eine so hohe Unterstützung bekommen, brauchen ihre ganze Aufmerksamkeit für die Einkaufsplanung: gegen Sie mal 500 Euro pro Tag aus – das ist gar nicht mal so einfach. Da muss man schon weit fahren – am besten mit einem großen Auto, denn sonst kriegt man die ganze Ware ja überhaupt nicht nach Hause. Ausserdem: wenn jeder Arbeitslose einen Fahrer bekommt, dann haben wir dadurch schon mal Millionen von Arbeitsplätzen neu geschaffen.

Im Falle des Namensgebers von Wulff I – dem ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff – spendet die milde Gabe sogar besonderen Segen: nie wieder wird man in die peinliche Situation kommen, sich von Menschen einladen lassen zu müssen, die das Geld anderer Leute für sich arbeiten lassen (was, wie ich mir habe sagen lassen, noch besser ist, als sein eigenes Geld für sich arbeiten zu lassen).

Natürlich ist die linke Kampfpresse gegen das Projekt Wulff I. Das war ja auch nicht anders zu erwarten: sind alle reich, besetzt niemand mehr für die Linken die Fabriken, weshalb die neidvolle Intelligenzia jetzt aus allen Rohren gegen Wulff I schießt. Ntv hat da ein paar Stimmen zusammengefasst:

Rente mit 67? Nicht mit mir!

Doch so bleibt er sich und Schnäppchenjägers Credo bis zuletzt treu: Mitnehmen, was man kriegen kann.

Gemein, oder? Wie kann man die neue Sozialreform nur so niederträchtig ignorieren? Natürlich braucht man mit Wulff I keine Rente mehr – weder mit 67 noch mit 87: man kriegt doch so genug Geld.

Der Westen deutet sogar an, das es sich um politische Kungeleien handelt, die Wulff I erst möglich gemacht haben:

Wie das Bundespräsidialamt mitteilte, wurde die Entscheidung vom Chef des Amtes, Lothar Hagebölling, sowie vom zuständigen Abteilungsleiter Rüdiger Hütte gebilligt. „Das ist das übliche Verfahren, wenn Prüfungsergebnisse der Behördenleitung zur Kenntnis gegeben werden“, so die Sprecherin. Hagebölling war vor seinem Wechsel ins Bundespräsidialamt Leiter der Staatskanzlei in Hannover unter Ministerpräsident Wulff.

Es gehen sogar Gerüchte um, das die mutigen Männer, die Wulff I gegen jeden Anstand bewilligt haben, nun wegen Untreue verklagt werden sollen: niemand hätte daran gedacht, die Schröder/Clement/Fischergang wegen Sozialraub und Sozialbetrug anzuklagen.

Lesen Sie mal, was die Süddeutsche zum Thema schreibt:

Am dümmsten ist dieser Name: Ehrensold! Der Name ist töricht, unangemessen und entlarvend. Er trägt die Kritik schon in sich, weil fast jeder bitter auflacht, wenn er ihn hört. Ehrensold: Das klingt so, als wäre er Ausdruck der Verehrung, ein Lorbeerkranz in Geld.

Christian Wulff hat aber keine Ehre eingelegt. Kein Bundespräsident vor ihm hat sich so blamiert, kompromittiert, diskreditiert, deklassiert.

Schäbig, oder? Da werden die Menschen, die die effektivste Sozialreform in Deutschland angeregt haben, in entwürdigender Art und Weise an den Pranger gestellt: dabei brauchen immer mehr Menschen Wulff I um finanziell nicht vor die Hunde zu gehen. Wir brauchen das Geld ganz dringend beim Menschen – und nicht irgendwo, wo es auf kaum erkennbare Art und Weise nutzlos vor sich hinarbeitet. Wulff I ist die Gelegenheit dazu, und, seien wir doch mal ehrlich: es wäre doch schön, wenn wir als Bürger auch ein klein wenig unter die ständig wachsenden Rettungsschirme schlüpfen können, die bislang nur jene retten, die dem religiösen Credo folgten, Geld könne Arbeit ersetzen.

Einen kleinen Trick brauchen wir schon noch: das generelle und allgemeine Zinsverbot. Wo es keine Zinsen gibt, kann man sein Geld auch für andere Dinge ausgeben anstatt es dem Anlageberater zu überlassen.

Was Wulff I im Jahr kostet? Nun – 16 Billionen – wenn wirklich JEDER das bekommt und nicht nur der Familienvorstand. Es sollte aber ja wirklich auch nur für Arbeitslose gedacht sein wie für die 12000 bei Schlecker, für die sich jetzt gerade keiner interessiert. Wulff I für drei Millionen Arbeitlose macht: 600 Milliarden. Das hört sich doch gar nicht mehr nach so viel an, oder? An solche Summen haben wir uns schon längst gewöhnt – wir wissen: das können wir stemmen! Und das Tolle ist: das alles fließt sofort wieder zurück in die Wirtschaft – ohne Zinsen macht es keinen Sinn mehr, das Geld irgendwo nutzlos abzulegen, wo es nichts anderes macht, als sie nutzlos zu vermehren und sich so selbst zu entwerten.

Es ist auch gut so, das wir jetzt Wulff I bekommen. Was meinen Sie denn, was wir sonst für eine Zukunft erwarten dürften? Schauen Sie doch mal nach England, wo die „Eiserne Lady“ mit ihrem Besen durchgefegt hat, um die politisch zu bevorzugen, die sich vom „arbeitenden Geld“ eine goldene Zukunft versprochen hatten. Die Welt berichtet gerade von den Endergebnissen des neoliberalen Projektes:

Drogenkartelle degradieren Stadtteile zu No-go-Areas Ein UN-Bericht attestiert englischen Großstädten ähnlich schlimme Zustände wie in südamerikanischen Metropolen.

Gewaltsame Drogen-Kartelle hätten zumindest Teile der Städte zu „No-go-Areas“ verkommen lassen – ähnlich wie man es sonst nur aus Metropolen in Brasilien, Mexiko oder den USA kennt. In diesen Gegenden vollziehe sich ein „Teufelskreis von sozialer Absonderung, Drogenproblemen und zerbrochenen Gemeinschaften“, warnte Professor Hamid Ghodse, Präsident desInternationalen Suchtstoffkontrollrats (INCB) der UN.

Wollen wir das wirklich auch – für Stuttgart, Paderborn und Bielefeld?

Nein – – deshalb Wulff I …. auch wenn Kiffen für die Lunge gesünder ist als rauchen und Drogengangs deshalb eigentlich von den Krankenkassen unterstützt werden sollten.  Entlastet auch die Rentenkassen, erhöht die Lebensqualität und sorgt für eine erfrischende Dynamik am Arbeitsmarkt:

schon jetzt fordert die Gewerkschaft Verdi Wulff I auch für Krankenschwestern.

 

Der Verfassungsschutz als ausführendes Organ des Bösen? Wie das Kapital hemmungslos den Staat vernichtet.

Der Verfassungsschutz als ausführendes Organ des Bösen? Wie das Kapital hemmungslos den Staat vernichtet.

Mittwoch, 25.1.2012, Eifel. Meine Tochter hat heute Geburtstag. Zeit, sich mal Gedanken um ihre Zukunft zu machen. Gut, das sie hier nicht lesen kann – es gibt halt Nachrichten und Gedanken, die sind für junge Menschen, die glauben, in einer heilen Welt groß zu werden, nicht geeignet. Und schlimm, das es so gekommen ist, das man als Vater so denken muss. Schlimm, das man Wahrheiten vor seinen Kindern verstecken muss, damit die nicht merken, das ihre Zukunft schon heute verkauft worden ist. Noch schlimmer ist es, das wir damit rechnen müssen, auch nicht mehr lange darüber reden zu dürfen, weil wohl bald der Verfassungsschutz auch den Graswurzeljournalismus im Internet als staatsgefährdend ansehen wird. Zu pessimistisch gedacht? Man schaue sich bitte einfach mal an, was der Partei der Linken gerade widerfährt,  siehe Spiegel:

Bei der Überwachung der Linken werden „punktuell auch nachrichtendienstliche Mittel“ eingesetzt. Das hat der Verfassungsschutz in Niedersachsen zugegeben. Die Bundesregierung hatte behauptet, dass Abgeordnete der Partei nur über öffentlich zugängliche Quellen überwacht würden.

So erfährt man nebenbei, das die Bundesregierung lügt. Mal wieder. Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht – sagt der Volksmund. Was würde der wohl von den Regierungen der letzten Jahrzehnte halten? Das Amt des Regierungssprechers wäre bei konsequenter Umsetzung der Volksmundphilosophie inzwischen völlig überflüssig. Grüne, SPD und FDP empören sich über diese Vorfall – dafür werden sie ja auch bezahlt. Andererseits würde das bedeuten, das die Mehrheit im Bundestag weder mit den Lügen der Regierung noch mit der Arbeit des Verfassungsschutz einverstanden ist.

Konsequenzen?

Wohl nur neue Lügen.

Der Spiegel veröffentlicht eine Liste der beobachteten Abgeordneten – fast nur Ostdeutsche, unter anderem auch jene, die mit der  Kontrolle des Verfassungsschutzes beauftragt sind.

Welche Dimension muss die ethische Degeneration erreicht haben, um solche Entscheidungen überhaupt nur andenken zu können?

Während Nazi-Todesschwadrone jahrzehntelang unbehelligt bundesweit mordeten, hat der Verfassungschutz nicht besseres zu tun, als Abgeordnete einer demokratisch legitimierten Partei zu beobachten. Darf ich nochmal aus einem älteren Artikel zitieren? Eine Spielerei mit Unwörtern des Jahres?

Durch gezielte Entlassungsproduktivität in betriebsratsverseuchten Unternehmen wurde das Humankapital alternativloszu Wohlstandsmüll, gerade noch tauglich für Ich-AG oder zur Aufblähung der Rentnerschwemme, vor der uns nur das sozialverträgliche Frühableben retten kann.

Es sind Menschen, die diese Entmenschlichungsmaschine in Deutschland in Gang gesetzt haben – gegen wie viele Grundgesetzartikel verstößt diese menschenfeindliche Art des Denkens wohl?

Gegen alle, will ich meinen.

Wo beobachtet der Verfassungsschutz die Täter, die unser Land tagtäglich weiter in eine Kopie des alten Rom verwandeln, in dem sich das Volk daran ergötzt, wie andere vor aller Augen Ekelfraß in sich hineinstopfen müssen, eine Folter, die umso degenerierter ist, weil die Menschen sie sich selbst gegen Geld antun … müssen, um wieder die Gnade der hohen Herren der Medienwelt (also: mal wieder eine Rolle) erhalten zu dürfen?

Wo sind seine Agenten, wenn die Bundeskanzlerin von einer „marktkonformen Demokratie“ faselt – einem staatlichen Konstrukt, das es überhaupt nicht geben dürfte und den Staat zum ausführenden Organ von Geldgebern macht – zu einem willfährigen Mietsklaven?

Es sind ja nicht nur einige wirrköpfige Nordkoreaenthusiasten, die vor einer vollständigen Entgleisung und zunehmender Entmenschlichung der alten westlichen Wertegemeinschaft warnen – diese Befürchtungen werden ja auch von George Soros getragen, siehe International Business Times:

Er meint, es ist Zeit, eine Katastrophe abzuwenden. Nach seiner Ansicht steht die Welt vor einer der gefährlichsten Episoden der modernen Geschichte, eine Periode des, so nennt er es, „Bösen.“

Europa sei mit einem Abstieg in Chaos und Konflikte konfrontiert. In Amerika prognostiziert er Unruhen auf den Straßen, die zu einem brutalen Durchgreifen der Staatsmacht und zu drastischen Einschnitten bei den bürgerlichen Freiheiten führen wird. Dabei könnte sogar das globale Wirtschafts-System völlig zusammenbrechen.

Eine Periode des Bösen … das sind doch keine Kinkerlitzchen mehr, oder? Wenn einer der reichsten Männer der Welt Angst ums nackte Überleben hat … welche Zukunftsaussichten hat denn da meine Tochter?

Und – wo bleibt denn da der Verfassungsschutz?

Das Böse in Deutschland ist doch ebenfalls beobachtbar – und zwar nicht nur bei Netto und Kaufland. Damit meine ich jetzt auch nicht nur die Hartz-IV-Opfer der Gegenwart, denn das Böse, das Soros meint, scheut auch vor Reichen nicht zurück – siehe Manager-Magazin:

In dem Klageentwurf behauptet sie, dass ihre Vermögensverwalter Esch und Sal. Oppenheim sie aus Eigeninteresse immer tiefer in das Arcandor-Engagement getrieben hätten, um über ihre Kundin Schickedanz an die auf sieben bis zehn Milliarden Euro geschätzten, in den Karstadt-Immobilien liegenden stillen Reserven heranzukommen. Esch und das Bankhaus Sal. Oppenheim, das nach einer Beinahepleite heute im Eigentum der Deutschen Bank steht, wiesen die Vorwürfe ebenso zurück wie einige der ehemaligen Bankleiter.

Nachdem die Geldjäger das Geld der deutschen Arbeitslosen an sich gerissen hatten, brauchen sie jetzt neue Opfer. Arbeitnehmer und Mittelstand haben auch nicht mehr viel zu bieten – also zieht man jetzt die Vermögenden über den Tisch. Systematisch wird eine Volkswirtschaft ausgeplündert, mit dem Ergebnis, das sie eigentlich schon heute pleite ist:

Felix W. Zulauf von Zulauf Asset Management sieht die gleiche Thematik konträr. Deutschland sei genauso zahlungsunfähig wie Griechenland. Die einzige Möglichkeit um aus der Schuldenkrise herauszukommen, bestehe darin, Geld zu drucken oder gleich den Staatsbankrott anzumelden. „Womöglich wird Griechenland austreten, was verheerende Folgen nach sich ziehen wird“, so der Fondsmanager und Anlagestratege, der gleichzeitig vor den „weintrinkenden Nationen“ warnte.

 Banken würden in verschiedenen Ländern verstaatlicht werden müssen und die EZB müsse dann trotzdem noch allen unter die Arme greifen: „Unter diesen Bedingungen kann der Euro nicht stärker werden“, so Zulauf. Die 500 Milliarden Euro an Subvention des 1. Quartals können zwar kurzfristig beruhigen, allerdings reiche dies nicht für das gesamte Jahr.

Kein Wunder, das man den Rettungsschirm schon jetzt für eine Nebelkerze hält, die Geschichte vom Krisengewinnler Deutschland nur ein Märchen ist und ein deutscher Bank-Volkswirt vor dem Kollaps des gesamten Geldsystems warnt.

Wer nun meint: ach, das ist doch nur Wirtschaft, das hat doch mit Politik nichts zu tun – und erst recht kann das nicht das Böse sein – der hat aus der Geschichte nicht gelernt. Faszinationmensch hat einen faszinierenden Artikel über die Bedeutung der Finanzkrise für den Untergang des römischen Reiches veröffentlicht:

Egal, ob es sich um die Geschichte der Griechen, Römer, Araber, Spanier usw. handelt, die Ursache des Unterganges war immer in der Ökonomie zu suchen. Dabei spielten die Zinsen die entscheidende Rolle:

Zinsen > Vermögenskonzentration > Verschuldung > Zinssklaverei > Dekadenz – Brot und Spiele > Gesetze/Steuerlast – Unruhen > Zusammenbruch

Merkt man nun, warum ich ganz unruhig werde, wenn ich auf Sendeformate wie „Dschungelcamp“ stoße – und mich über die ausufernde Berichterstattung dieser Ekelorgien entsetze? Welche Warnsignale die steigende Dekadenz im Volk aussendet? Auf jeden Fall kann man merken, das George Soros sich in römischer Geschichte auskennt:

„Aber während die römischen Bauern in fernen Ländern die feindlichen Armeen vernichteten, hatte der Kapitalismus in der Heimat die Alleinherrschaft errungen. Von da ab geht unverkennbar die Entwicklung mit eilenden Schritten abwärts. In wenigen Jahrzehnten ist der altrömische Bauernstand vernichtet.“ Ungeheure Wahlbestechungen lieferten Brot und Spiele für die proletarischen Bürger. Um die hoffnungslosen Massen ruhig zu halten, wurden Gladiatorenspiele eingeführt: „Weil die Masse der Bürger in Rom verarmt war, keine Beschäftigung fand und nichts zu essen hatte, hat man staatliche Getreidelieferungen zu billigsten Preisen eingeführt. Und um eventuell gefährlich werdende Langeweile des Bürgerproletariats zu verscheuchen, wurden „öffentliche Spiele“ gewährt.“

Die Situation verschlimmerte sich und nur durch blutigere Vorführungen, mit beispielsweise einer zunehmenden Zahl von Löwen, konnte das Volk bei Laune gehalten werden. Auf der anderen Seite nahm der Reichtum der oberen Schicht kaum vorstellbare Ausmaße an, was zu Luxus und Genusssucht führte.

Na – erkennt man schon die Paralellen zu Deutschland im Jahre 2012? Gibt noch mehr:

Als dann Sulla im Jahr 84 v. Chr. Kleinasien eine Kriegssteuer von 102 Millionen Mark auferlegte, die von römischen Kapitalisten vorgestreckt wurde, weil das Volk nicht selbst bezahlen konnte, da war binnen 14 Jahren die Schuldsumme auf das Sechsfache gewachsen, sodass die Gemeinden ihre öffentlichen Gebäude, die Eltern ihre Kinder verkaufen mussten, um den unerbittlichen Gläubigern gerecht zu werden.

Wann werden wir unsere Kinder verkaufen müssen, um den „Rettungsschirm“ weiter finanzieren zu können? Wir können auch gerne noch weiter ins Detail gehen:

„Im Jahr 104 v. Chr. konnte der Tribun Phillipus in öffentlicher Rede erklären, dass es in Rom nicht mehr als 2000 Personen gebe, welche ein Vermögen hätten. Diese Verarmung des Volkes durch Bereicherung der oberen Zweitausend hat sich anscheinend in erschreckend kurzer Zeit vollzogen.“ Die Kultur verkam in Dekadenz. Nur noch der Besitzer von Geld wurde geachtet; „Geld gibt Geltung“ hieß die Losung. Dadurch kam es zu einer fortschreitenden Sittenverderbnis mit Erbschleicherei, Erpressung und Bestechlichkeit für Richter. Vetternwirtschaft verhinderte, dass fähige Personen in entscheidende Stellungen gelangen konnten.

Auch im privaten Bereich änderten sich die Gewohnheiten. So wurde die früher heilig gehaltene, unauflösliche Ehe zu einem leicht lösbaren Vertrag. Gleichzeitig war eine starke Zunahme der Prostitution feststellbar.

Das ist Deutschland 2012 – oder? Nein, ich spreche jetzt nicht von der Wulff-Maschmeyer-Schröder-Gang, das Amt des Präsidenten ist mit heilig – aber die oberste Wertmaxime – die haben wir: Geld gibt Geltung.

Geld gibt Geltung – die endgültige Losung zum Untergang des Staatswesens. Wir können das auch gerne „marktkonforme Demokratie“ nennen.

Am Ende konnte das Römische Reich von einigen tausend schlecht bewaffneten Germanen überrannt werden – römische Soldaten, bzw. Geld für Verteidigung gab es schon lange nicht mehr.

Bei uns – könnten das einige tausend schlecht bewaffnete „Lybier“ sein, falls die CIA-Söldner jetzt nicht von der neu aufgeflammten Gegenrevolte wieder im Zaum gehalten werden. Ich denke, das George Soros genau diese Entwicklung vor Augen hat, als er seine Warnungen aussprach. Dann würden die Prophezeiungen des Nostradamus in der Tat – ärgerlicherweise – Wirklichkeit werden.

Einige Paralellen zum römischen Reich ganz aktuell bei uns? Obst und Gemüse in Deutschland werden knapp – unter anderem, weil wir unsere Versorgung gerade von jenen Menschen abhängig gemacht haben, denen wir jetzt per Rettungsschirm einige Ungeheuerlichkeiten zumuten. Da bekommt die Meldung, das ein Steikposten von einer deutschen Fernfahrerin getötet wurde, gleich einen ganz anderen Beigeschmack. Das wir Deutsche also via Nahrungsmittellieferungen von der Wirtschaft der „weintrinkenden Länder“ profitieren, gelangt nebenbei ins Blickfeld.

Mich besorgen auch jene Meldungen, die als medizinischer Erfolg verkauft werden: wo Arme, Beine und Gesicht von Selbstmördern erfolgreich verpflanzt werden, etabliert sich gerade ein unheimlicher Markt, der es Familien ermöglichen könnte, ihrer Schulden außer durch Prostitution auch noch durch ganz andere Gräuel abzuarbeiten. Es haben halt nicht alle die Möglichkeit, sich durch Verspeisen eines Hirschpenis finanziell zu sanieren: selbst dieser Ekel bleibt einer Elite vorbehalten.

Wer sich keine Sorgen macht, sind die deutschen Top-Manager – die sind sehr optimistisch. Kein Wunder, nach dem, was man in Deutschland alles so abziehen kann, ohne aufgehalten zu werden, während normal Arbeit – von der es weltweit 200 Millionen Stellen zu wenig gibt – zunehmend psychisch krank macht.

Europa, die europäische Union – vielleicht sogar die ganze Zivilisation droht in den nächsten Monaten zusammenzubrechen – und was macht der Verfassungsschutz?

Er bespitzelt die Kritiker der Entwicklung.

Die USA sind aktuell bei der Liste der Pressefreiheit um 27 Plätze gefallen, Deutschland belegt noch – mit Zypern und Jamaica – Platz 16.  Grund für das schlechte Abschneiden der USA? Zahlreiche Verhaftungen bei den Protesten gegen die Wallstreet. Dort wie hier geht man gegen die Kritiker des Untergangs gezielt vor.

Vielleicht beobachtet der Verfassungsschutz jetzt auch den Weltwirtschaftsgipfel in Davos. Dort hört man seltsame Töne – siehe Welt:

Man habe es versäumt, die richtigen Lehren aus der Finanzkrise zu ziehen, sagte Schwab im Vorfeld der Konferenz. „Der Kapitalismus in seiner heutigen Form ist nicht länger das Wirtschaftsmodell, das die globalen Probleme lösen kann.“ Ein weltumspannender Geist der sozialen Verantwortung sei daher nötiger als jemals zuvor.

Das ist die Meinung von Klaus Schwab, des Gründers der Davos-Treffen.

Die Linke sieht das wohl auch so.

Nur gut, das meine Tochter das alles nicht lesen kann.

Mir aber bleibt nur die Hoffnung auf weitere Einschränkung der Pressefreiheit. Dann merke ich erstmal nicht, wie das Kapital hemmungslos den Staat vernichtet.

 

 

Der BLOGGER … und die politische Welt Deutschlands im Jahre 2011

20.11.2011. Eifel. Schaut man in hinaus in die Welt der Medien, glaubt man seinen Augen nicht mehr. Die Welt listet ein Minimum von 182 rechtsradikalen Morden seit 1990 auf - und alle tun so, als sei dies vom Himmel gefallen. Vom Verfassungsschutz weiß man nur, das er dem Treiben tatenlos zusieht - oder schon längst von rechtsradikalen Elementen unterwandert ist wie die Bundeswehr. Und was taten die Medien in den letzten 21 Jahren? Wo war das wache Auge der Intelligenz dieses Landes, in dem Arbeitslose, köperlich und geistig Behinderte, Ausländer, Obdachlose, Linke, Juden, Polizisten und Rechtsanwälte wieder systematisch ermordet werden? Wo war das Wächteramt der Gesellschaft, als durch Hartz IV staatlich verordnete Armut erneut "unwertes Leben" schuf, weil der Minister Wolfgang Clement in diesem Zusammenhang von "Parasiten" schwadronierte und ein Thilo Sarrazin zum Superstar wurde, weil er wirtschaftliche Gewalt gegen Beamte, Arbeitslose und Ausländer befürwortete?

20.11.2011. Eifel. Schaut man in hinaus in die Welt der Medien, glaubt man seinen Augen nicht mehr. Die Welt listet ein Minimum von 182 rechtsradikalen Morden seit 1990 auf – und alle tun so, als sei dies vom Himmel gefallen. Vom Verfassungsschutz weiß man nur, das er dem Treiben tatenlos zusieht – oder schon längst von rechtsradikalen Elementen unterwandert ist wie die Bundeswehr. Und was taten die Medien in den letzten 21 Jahren? Wo war das wache Auge der Intelligenz dieses Landes, in dem Arbeitslose, köperlich und geistig Behinderte, Ausländer, Obdachlose, Linke, Juden, Polizisten und Rechtsanwälte wieder systematisch ermordet werden können? Wo war das Wächteramt der Gesellschaft, als durch Hartz IV staatlich verordnete Armut erneut „unwertes Leben“ schuf, weil der Minister Wolfgang Clement in diesem Zusammenhang von „Parasiten“ schwadronierte und ein Thilo Sarrazin zum Superstar wurde, weil er wirtschaftliche Gewalt gegen Beamte, Arbeitslose und Ausländer befürwortete?

Nun – die Chefredakteure waren vielleicht einmal zu oft bei einem Treffen im Kanzleramt gewesen:

Ein paar Monate zuvor, am 8. Oktober 2008, hatte es ein sonderbares Treffen gegeben, das in diesem Zusammenhang Erwähnung finden soll. Die Bundeskanzlerin hatte an jenem Tag die bedeutenden Chefredakteure der bedeutenden Medien eingeladen. Es war die Zeit, in die der Ausbruch der großen Finanzkrise fiel. Man findet keinen ausführlichen Bericht über dieses Treffen, der veröffentlicht worden wäre und überhaupt nur wenige Erwähnungen in den Archiven, nur hin und wieder einen Nebensatz, eine knappe Bemerkung. An einer Stelle liest man in dürren Worten, worum es an diesem Abend im Kanzleramt ging: Merkel bat die Journalisten, zurückhaltend über die Krise zu berichten und keine Panik zu schüren.

Sie haben sich daran gehalten, die Chefredakteure. Noch im Februar 2009, vier Monate später, wunderte sich die taz über die Medien: „Sie halten die Bürger bei Laune, auf dass diese stillhalten. Wie viel Geld bereits in die Banken gepumpt wurde, wie viele Milliarden Bürgschaftszusagen vergeben wurden (und wie viele Hartz-IV-Monats“löhne“ das sind), das steht auch nicht in der Zeitung. 

Sie haben sich nicht nur daran gehalten: sie haben sich selbst sogar noch einen Preis dafür verliehen:

Die Bild-Zeitung übrigens bekam sogar einen Preis dafür, dass sie so „verantwortungsvoll“ berichtet habe. Einen Preis, der von Journalisten verliehen wurde. 

Die Frage, „Wozu noch Journalismus“ stellt sich eigentlich nicht, die Antwort ist klar: damit jene, die immer mehr Geld haben jenen, die immer weniger haben (und reihenweise vom Neonaziterror „totgeklatscht“ werden) zeigen können, das alles wunderbar in Ordnung ist.

Ist es aber nicht.

Es ist kein politischer Terror, der momentan das Land durchzieht, sondern asozialer Terror – auf allen Ebenen. Es sind keine politischen Strukturen, sondern Zusammenrottungen von geistig kranken Asozialen, die nur ein Ziel haben: ihre Mordlust,  ihren Spaß an Menschenjagden, ihre pervesen Phantasien hemmungslos ausleben zu dürfen. Ihnen das Mäntelchen einer politischen Bewegung umzuhängen, wäre zuviel des Guten – es sind nur Psychopathen, die dringend in Behandlung gehören.

Sie sind das Äuquivalent zum Investmentbanker, der seine Opfer ebenfalls völlig zerschlagen am Boden liegen sieht und ebenfalls nur aus purer Lust am Reichtum Besitz vernichtet … inzwischen sind es schon ganze Volkswirtschaften, die den „Bordsteinkick“ bekommen, damit er sich – in Seide gehüllt und die Füße in feinstem Leder verborgen – den nächsten Opfern zuwenden kann.

Zufällig … verhindern ihre Taten gerade das, was nötig wäre: eine Besinnung auf die deutsche Wirtschaftsgemeinschaft, mit der es sehr im Argen liegt, damit US-Investoren Traumrenditen einfahren können. Wie will man aber hier Widerstand organisieren, wenn hinter dem Wort „deutsch“ gleich dumpfnudelig blöckende Glatzköpfe mit Hakenkreuzfahnen auftauchen … oder gezielt finanziert und vorbeigeschickt werden. Irgendwer … füttert die ja auch durch – außer dem Verfassungsschutz, meine ich.

Dabei ist es gerade Hartz IV, das uns im Osten  die Widergeburt tödlichen Naziterrors beschert hat: gerade dieses asoziale Gesetz erlaubten Rechtsradikalen, sich als Hüter der sozialen Ordnung hervorzuheben in dem sie den Opfern bei der Bewältigung der Antragsflut halfen – und ihnen ein Gemeinschaftsgefühl gaben, das in diesem Land selten geworden ist.

Ich hätte – ehrlich gesagt – mit nichts anderem gerechnet. Dort, wo die Demokratie anfängt, Menschenrechte einzuschränken um einen Niedriglohnsektor zu schaffen, mit dessen Hilfe viele skrupellose Ausbeuter zu (durch Hartz IV indirekt subventionierten) Millionären werden, die dann genug Geld übrig haben, „ihren“ Abgeordneten mal in die Oper einzuladen und ihm die Hilfe von zehn Lobbyisten zur Seite zu stellen, die ihn anleiten, auch ja die „richtigen“ Entscheidungen zu treffen, hat Demokratie ihre Legitimität als System verloren, wodurch eine Marktlücke für Systemanbieter entsteht.

Und wo ist da die Presse? Wo erhebt sich das Wort für Millionen von Bürgern, die ein Recht auf Information haben, ein Recht auf Meinung und die Möglichkeit der politischen Entscheidungsfindung?

Nun – dort, wo Meinungsfindung nichts kostet. Dort, wo man jenseits des Nutzviehentertainments, der Renditepropaganda und des staatlichen Beruhigungsfunks sich noch einfach eigenen Gedanken machen darf, wo sich jenseits aller Kontrolle durch das Establishment eine neue Kultur des menschlichen Miteinanders entfaltet, eine neue Kultur der Kreativität, des Engagements und der gemeinsamen Verantwortlichkeit.

Insofern freut es mich, die Geburt eines neuen Mediums ankündigen zu dürfen: „Der BLOGGER“ macht sich auf den Weg in den Zeitungskiosk. Gerade zum richtigen Zeitpunkt, möchte man meinen, den wir in Europa haben inzwischen überhaupt keine Ahnung mehr davon, was um uns herum vor sich geht: siehe Handelsblatt:

 Die Gesprächsrunde, in der Guttenberg als Experte auftritt, beginnt mit Untergangsszenarien. Ein Einspielfilmchen zeigt die „Occupy Wall Street“-Bewegung und wie sich der Zorn in bürgerkriegsähnlichen Protesten entlädt. Die Moderatorin spricht vom Ende des amerikanischen Empires, vom verlorenen Jahrzehnt und vom Aus für den Westen. Zwar sind all diese Einlassungen in Fragen gekleidet, doch was bleibt ist: Alarmierender kann die Weltlage kaum sein.

Was erfahren wir eigentlich von diesen alarmierenden Zuständen? Wissen Sie das, als Bürger, das das Ende des Westens droht, das wir ein verlorenes Jahrzehnt vor uns haben, wissen Sie, welche Folgen der Todeskampf des amerikanischen Empires für ihren Arbeitsplatz, ihre Währung, ihren Kleingarten und ihr Fernsehprogramm haben wird?

Wir hier … dürfen doch noch nicht einmal darüber reden, das es so etwas wie ein „amerikanisches Empire“ gibt, wir dürfen uns nur wundern, das unser Plagiator über sein Ende fabulieren darf. Hören wir ihm noch mal zu … dem Mann, dem die Massen noch vor kurzem so zugejubelt hatten, weil sie überhaupt nicht wussten, wer der vorbeigegelt kam:

Schlimm steht es um die Eurozone, sagt Guttenberg, aber es kann noch schlimmer kommen. Warum? „Die Deutschen haben keine Ahnung davon, wie der Euro, wie Europäische Union funktioniert“, sagt der 39-Jährige. Zu tun habe das mit der Unfähigkeit der politischen Führung in Deutschland, den Menschen zu erklären, was derzeit auf dem Spiel steht. „Es gibt keinerlei intellektuellen Ansatz darüber, wie die Europäische Union in der Zukunft aussehen soll“, klagt der CSU-Politiker. „Wir stolpern konzeptionslos von einer Krise zur nächsten“.

Nun, wen er mit diesem „wir“ meint, hätte ich gerne mal erläutert gehabt, das es im Lande der Dichter und Denker inzwischen einen eklatanten Mangel an selbigen gibt, dafür aber einen Überhang an überbezahlten Selbstdarstellern, hirnlosen Entertainern und humorlosen Zotenklopfern und Schmierenkomödianten ist tagtäglich zu beobachten. Wer die warum bezahlt und für sie Werbung macht, wird ja auch nicht weiter erläutert.

Es ist doch aber auch nicht nur die Unfähigkeit der Politiker. Nach sechzig Jahren Parteipolitik schraubt sich bei uns regelmässig der profillose Karrierist nach oben, die kernigen Idealisten werden schon frühzeitig aussortiert, weil sie sich weigern, auf dem Presseball mit der politischen Gegnerin zu tanzen. Es geht doch auch um ein völliges Versagen der politischen und wirtschaftlichen Medien, die vor lauter Rücksichtnahme auf Parteiproporz, Anzeigenkunden und persönlichen Neigungen des Ressortleiters nur noch abschreiben, was ihnen andere als Meinungen gestatten oder vorlegen.

In diesen Zeiten kann man gar nicht genug Öffentlichkeit schaffen, gar nicht genug Engagement und Initiative zeigen, weil es nicht mehr um die läppischen Geplänkel zwischen „rechts“ und „links“ geht, sondern um eine Auseinandersetzung, die letztlich das Schicksal der gesamten westlichen Welt betreffen wird. Asoziale mit Naziparolen sind da nur eine kleine Randerscheinung, sie wachsen dort gut, wo Asoziale mit perversen Boniträumen und „Parasiten“hetzerei die Grundfesten der zivilen Gesellschaft zerrütten und manche noch nicht einmal davor zurückschrecken, ihre Doktorarbeit bei anderen abzuschreiben.

Ich weiß nicht, ob man uns wirklich nochmal mitteilen wird, was „für uns in Europa wirklich auf dem Spiel“ steht oder ob wir das einfach eines Tages wieder erleben werden, wenn (wie auch immer) Uniformierte wieder in aller Öffentlichkeit jedermann foltern dürfen (nicht nur die Arbeitslosen, mit deren Entmenschlichung die momentane Asozialenwelle gestartet wurde) und alle nachher wieder in den Trümmern sitzen und darüber jammern, „das sie von all dem nichts gewußt haben“. Vielleicht weht auch einfach irgendwann alternativlos die US-Flagge ganz offen über dem Bundesstag, der dann unter (dann offener) Notverwaltung von Goldman-Sachs steht  – oder die Flagge Chinas, weil die uns einfach mit unserem eigenen Geld aufgekauft haben, das unsere „cleveren Unternehmer“ ihnen in Unmengen in den Hals gesteckt hatten.

Ich weiß aber, das ich mich schon als Unterstützer für „den Blogger“ gemeldet habe.

Dies wird mein fünfhundertdreissigster Artikel für unser kleines Bloggermagazin – trotz meiner Vielschreiberei haben wir nicht die Manpower, noch mehr Meinungsbildung zu gestalten. Viele haben in Kommentaren zu den Artikeln zu Handlungen aufgerufen, zeigten sich unzufrieden damit, nur Worte machen zu können, unzufrieden mit ihrer eigenen Ohnmacht und den Zuständen im Land.

Hier kann ein Schritt gemacht werden, eine – nicht nur politische – Wende mit zu gestalten:

„Der Blogger“ – Das monatliche Printmagazin von Bloggern, das die Qualität der deutschen Blogosphäre in einem Druckwerk bündelt.

Wer unabhängigen Journalismus mitten aus der Gesellschaft – der nicht unter der Fuchtel eines großen Verlagshauses steht – unterstützen möchte, der unterstützt den Blogger. 
Für mehr Pressefreiheit und damit mehr Demokratie!

„Der Blogger“ wird ein Printmagazin, in dem Blogger als freie Autoren tätig werden und exklusiv neue Artikel zu verschiedensten Themen verfassen, die dann exklusiv print, und erst später online zu lesen sein werden.

Ich habe angeboten, mitzuschreiben.

Ohne Honorar.

Bin doch kein „Politiker“.

„Der Blogger“ braucht aber noch mehr Unterstützung: 15000 Euro sollten als Startkapital bereitliegen, um neben Hintergrund und Freitag eine Alternative zu den „staatstragenden“ Medien zu schaffen, weil deren „tragende“ Funktion inzwischen so aussieht, das sie helfen, Volksvermögen fort zu tragen.

Eine Chance für viele stille Menschen, sich mal zu engagieren. Geht schon ab sechs Euro … und dafür bekommt man die Zeitung noch umsonst ins Haus geschickt.

 

 

 

Thesen für ein neues Deutschland – und ein neues Goldenes Zeitalter

Sonntag, 13.11.2011. Eifel. Langsam wird es kalt in Deutschland. Empfindlich kalt. Und dunkel. Das liegt in allererster Linie an der Überheblichkeit der Politik, die meint, sie wüsste alles und kriegt auch alles geregelt. So war die Politik in Gestalt eines ehemalig grünen deutschen Innenministers (und des gesammten deutschen Polizeiapparates) in der Lage, eine fremdenfeindlichen oder terroristischen Hintergrund bei fremdenfeindlichen und terroristischen Attentaten auszuschließen - so wird die Erde wieder zur Scheibe, Wahrheit wird beliebig. Das ist vielleicht die schrecklichste Erkenntnis jener neuen Enthüllungen, die das Land schockieren: unsere Politiker sind dumm (oder bösartig), die Polizei ist unfähig (es sei denn, beim konzentrierten Virenangriff auf die Computer unbescholtener Bürger), die Wirtschaft ist schlichtweg bösartig geworden - was sogar Fussballer merken, siehe Handelsblatt:

Sonntag, 13.11.2011. Eifel. Langsam wird es kalt in Deutschland. Empfindlich kalt. Und dunkel. Das liegt in allererster Linie an der Überheblichkeit der Politik, die meint, sie wüsste alles und kriegt auch alles geregelt. So war die Politik in Gestalt eines ehemalig grünen deutschen Innenministers (und des gesammten deutschen Polizeiapparates) in der Lage, eine fremdenfeindlichen oder terroristischen Hintergrund bei fremdenfeindlichen und terroristischen Attentaten auszuschließen – so wird die Erde wieder zur Scheibe, Wahrheit wird beliebig. Das ist vielleicht die schrecklichste Erkenntnis jener neuen Enthüllungen, die das Land schockieren: unsere Politiker sind dumm (oder bösartig), die Polizei ist unfähig (es sei denn, beim konzentrierten Virenangriff auf die Computer unbescholtener Bürger), die Wirtschaft ist schlichtweg bösartig geworden – was sogar Fussballer merken, siehe Handelsblatt:

Früher waren die Kapitalmärkte sehr viel überschaubarer. Heute gibt es unzählige Hedge-Fonds, die mit dem Geld nur so um sich schmeißen. Sie wollen alle das große Rad drehen – und manipulieren dabei die Märkte. Da muss man zwangsläufig vorsichtig sein. Die großen Investoren machen sehr oft gemeinsame Sache. Sie konstruieren Trends, die sie dann durchziehen, bis die Märkte ausgequetscht sind.

Das darf man offiziell sagen, das muss man als Bürger über sich ergehen lassen, ohne zurückschießen zu dürfen.  Für sowas stehen wir jeden Morgen im Stau, sollen mit immer weniger Geld immer mehr Rechnungen bezahlen, verplempern unsere Lebenszeit als würden wir noch zehn Leben im Schrank haben, die wir im Notfall leben könnten. Neben den zehn Leben hängen im Schrank noch zehn weitere Erdplaneten, deren Ressourcen wir brauchen, wenn wir alle den „American Way of Life“ leben wollen. Wenn der Tag kommt, an dem unser biologischer Trägermechanismus an Altersschwäche eingeht, werden wir sagen: „Hurra! Ich habe immer alles gemacht, was man mir gesagt hat – Frisur, Kleidung, Meinung, Baustil, Automarke – ich war immer voll im Trend!“ … im Trend der anderen Leute.

Vom eigenen Leben – bleibt nur wenig übrig. Beten wir, das es wirklich keine Seele gibt, kein Leben nach dem Tod, keine große Abrechnung hinter der Bühne, von der alle Hochkulturen der Menschheit überzeugt waren … die Konsumzombies müssten sich mangels echtem, eigenen Leben große Sorgen machen. Aber ein Leben nach dem Tod kann ja auch „ausgeschlossen werden“ – wie die Existenz rechtsradikaler Terrorzellen in Deutschland, die Massenmorde wie in Schweden begehen.

Das Leben ist halt doch ein Ponyhof – jedenfalls für deutsche Politiker. Was nicht sein darf, dass kann dann auch nicht sein. Hier hat die Irrationalität Dimensionen angenommen, die den menschlichen Verstand schlichtweg überfordern, die „Heile-Welt-Medien“ sind ihrem Auftrag der menschlichen Nutzviehbetäubung so perfekt nachgekommen, das sie inzwischen selber an die Rosa-Wolken-Welt glauben, die sie tagtäglich herbeibeten, eine Welt voller guter, edler, aufrechter Menschen die nichts anderes wollen als mit all ihrer Kraft und Lebensenergie die Rendite der Kapitalanleger grenzenlos zu steigern.

Zeit, selbst mal irrational zu werden.

Vor einigen Jahren fiel mir auf, das wir zwar viel Tierschutzvereine haben, das aber der Mensch – obwohl er ja auch ein Tier ist – denselben Schutz nicht für sich in Anspruch nehmen kann. Also kam die Idee, das es neben einem Tierschutzbund auch eines Menschenschutzbundes bedurfte, für dessen Ausgestaltung ich ein wenig Internetraum reservierte. Es gab viele Diskussionen – manches ging hin bis zum Wunsch einer Parteigründung – doch all das überforderte einen kleinen Eifelphilosophen, der nebenbei noch einen ganz dicken Batzen turbulentes Privatleben leben muss … und möchte. Was jedoch übrig blieb – in wenigen Minuten geschrieben – waren einige Thesen, die neue Ziele bei der Planung der menschlichen Zukunft weisen sollten, Thesen, die den Menschen als Tier, als biologisches Wesen in den Mittelpunkt rücken und ihn als Souverän seines eigenen Lebens ernst nehmen. Ich habe mir erlaubt, die alten Thesen etwas aufzupolieren – und möchte sie heute mal … weil ja auch Sonntag ist … an meine virtuelle Kirchentür nageln:

Mensch und Wohnraum 
-menschengerechte Stadtplanung … Stadt muss Lebensmittelpunkt werden statt Einkaufs- und Verkehrsknotenpunkt.
-menschengerechte Verkehrsplanung … der Fussgänger muss wieder Priorität vor dem Auto bekommen.
-menschengerechter Hausbau … das Verbot der Massentierhaltung sollte auch für Menschen gelten.
-Priorität absoluter Verkehrssicherheit für Kinder … es soll nicht mehr ein einziges Kind in Deutschland von einem Auto getötet werden.

Mensch und Wirtschaft
– Mensch statt Rendite als Mittelpunkt wirtschaftlichen Handelns, Priorität der menschlichen Bedürfnisse vor wirtschaftlichen Interessen
– menschengerechte Gestaltung des Arbeitslebens
– Priorität nachhaltiger Energiegewinnung und -Nutzung vor kurzfristigem Profit
– Abschaffung von Zins und Zinseszins
– weitgehende Mitsprache von Arbeitnehmern bei der Gestaltung von Arbeitszeit und Arbeitsort
– absolute Priorität der Arbeitsplatzsicherheit und Sicherheit am Arbeitsplatz vor Profitmaximierung
– Dominanz der Binnenkonjunkturorientierung vor Exportorientierung
– Maximierung der Steuerlast auf Produkte, die von exportierten ehedem deutschen Arbeitsplätzen geschaffen wurden
– als Notwehrmaßnahme zeitweilige Enteignung von Unternehmen, deren Politik der Volkswirtschaft und der Demokratie eher schadet als nutzt, beispielsweise durch Export von Arbeitsplätzen, Steuerverweigerung, Implementierung von menschenfeindlichen Strukturen im Arbeitsleben, Manipulationen der politischen Entscheidungen durch Lobbyismus, volkswirtschaftlich schadende Finanzmanipulationen
-Förderung der Vielfältigkeit der Produktion entsprechend der menschlichen Erwartungen, Förderung von handgefertigten Produkten vor maschineller Massenware

Mensch und Politik
– Sicherung und Förderung der Stellung des Menschen und Bürgers als absoluter Souverän des Staates
– Förderung parteiunabhängiger Bundestags- Landtags- und Bürgermeisterkandidaten
– strikte Trennung von Medien, Wirtschaft und Politik, Verbot inoffizieller Kontakte von staatlich alimentierten Amtsträgern zu anderen gesellschaftlichen Kräften (auch nicht durch „Wandervereine“, „Rotarier“ oder „Burschenschaften“).
– konstruktive Entwicklung einer erweiterten demokratischen Struktur in allen menschlichen Lebensbereichen
– Grundgesetz- und Menschenrechtskenntnisprüfung für jeden Abgeordneten, Ausschluss bei Nichtbestehen
– Staatsbürgerrechtsentzug auf Zeit bei Steuerhinterziehung
– freiwillige Ausbildung in gewaltlosem Widerstand anstelle von Wehrdienst
– Erhöhung der Erbschaftssteuer nach schwedischem Vorbild

Mensch und Alltag
– Konsequente Förderung einer angstfreien Kultur, Sicherheit und Glück vor Leistungsdruck und Arbeitsanreiz
– konsequenter Schutz vor „Nebenwirkungen“ unausgereifter technischer, chemischer und biologischer Entwicklungen, absolute Priorität der „Null-Risiko“-Strategie gegenüber der bisherigen risikominimierenden Strategie
– konsequenter Schutz vor gesundheitsschädigendem Stress (Lärm, Zeitdruck, Sommerzeit, überzogener Leistungsdruck)
– Dezentralisierung von politischen und wirtschaftlichen Versorgungs- und Verwaltungsstrukturen zugunsten bürgernaher und nutzerfreundlicher Einrichtungen
Mensch und Medien
-Manipulationseleminierung in den Medien
-Konzentration der Medien auf Nachrichtenfunktion bzw. Priorität der Nachrichten
-Beobachtung der strikten Unabhängigkeit privater Medien von Einzelinteressen, strikte Entflechtung von Kapital-, Partei- und Medienmacht
-Verbot der Entwürdigung des Menschen in Talkshows, Dschungelshows und ähnlichen Sendeformaten
-Verhinderung der Innenweltvergiftung durch verfremdende Wirklichkeits- und Menschenbilder in Medien und Werbung
-Sicherstellung der Freiheit und politischen sowie wirtschaftlichen Unabhängigkeit von Journalisten durch Ausgestaltung des „Wächteramtes“

Mensch und Bildung
-Umbau des dreigliedrigen Schulsystem zugunsten zukunfts- und schülerorientierter Unterrichtsformen, Diversifizierung frühestens nach der sechsten Klasse
-Integration von begleitender Berufsausbildung in die Schulzeit bis hin zur Möglichkeit der Meisterprüfung
-Garantie der Möglichkeit lebenslanger Bildung ohne Einkommens- oder Rentenanspruchsverlust
-Medizin, Bürgerrechte, Menschenrechte als Pflichtfächer ab Klasse 8
-Integration philosophischer Fakultäten in Naturwissenschaft und Medizin zwecks Ausbremsung potentiell gesellschaftsschädigender Entwicklungen

Mensch und Umwelt 
-Priorität von Umwelterhalt vor Straßenbau und Stadtentwicklung
-Steuern gemäß des individuellen ökologischen Fußabdrucks
-Notfalls Rückbau auswuchernder Stadtstrukturen und Industriebrachen zur Schaffung von Naturoasen
-Förderung und Ausweitung von Nationalparks
-Förderung von biologischen Anbaugebieten, Förderung von Hofgründungen

Mensch und Medizin
-Priorität von Ernährungsmedizin vor Pharmaindustrie
-Entflechtung Pharmaindustrie – Krankenhaus/Ärzteschaft, Deprivatisierung von Forschung und Lehre
-Intensivierung der Erforschung „sanfter Medizin“
-Abschaffung von irrationalen Tierversuchen
-medizinische Grundausbildung für jeden Bürger

Mensch und Gesellschaft
-strikte Trennung von Staat und Kirche, Religion bleibt absolut schützenswert und unantastbar aber Privatsache
-Förderung alternativer, dörflicher Lebensstile, die Mehr-Generationen-Modelle als Grundlage haben
-Einarbeitung von Zivildienstaufgaben als Praktika in den Schulunterricht zwecks Förderung von Lebenserfahrung
-Erarbeitung von sanktionsfreien Grundversorgungsstrukturen zur Sicherstellung eines angstfreien Alltages
-striktes Verbot lobbyistischer Tätigkeiten in den Räumen des Bundestages, strikte Trennung von Volks- und Wirtschaftsvertretern
-Vereinfachung des Steuerrechtes
-aktive Integration von Nichtwählern in politische Entscheidungsprozesse
-Realisierung von Volksentscheiden auf allen politischen Ebenen

Das … ist nur eine Auswahl von Änderungen, die sofort angegangen werden können. Sie sind nicht vollständig (dafür fehlt mir die Zeit – siehe Privatleben) noch ausführlich genug – dürfen aber gerne von jedermann jederzeit weiterentwickelt werden.

Wir müssen lernen, den Menschen wieder in den Mittelpunkt unseres Betrachtens zu stellen … so als wäre er ein Hund. Wie groß wäre der Aufschrei, würden wir einen Hund täglich neun Stunden in fensterlosen Räumen bei Kunstlicht einsperren und ihn dort andressierte Kunststücke vorführen lassen – bei den Empfangsdamen der Stationen der Uniklinik Aachen akzeptieren wir das gedanken- und mitleidlos. Über das im Transporter eingesperrte Schwein regen wir uns auf – das es dem Fahrer auf Langstecken im Termindruck kaum besser geht, sehen wir nicht. Über die Haltung von Hühnern empören wir uns, bis auch das letzte Ei biologisch korrekt auf harter Erde gelegt wird – Millionen von Kindern, die ohne Zukunft in den Elendsquartieren der Hartz-Ghettos aufwachsen, sind uns egal.

Das liegt sicherlich auch daran, das wir 20 Millionen Rentner haben, bald 5 Millionen Millionäre, von denen direkt weitere 25 Millionen Menschen in „Dienstleistungsberufen“ abhängig sind. Das sind schon mal 50 Millionen Menschen von einem 80-Millionenvolk, die inzwischen von dem System leben und dabei nichts anderes tun als die Überlebensfähigkeit der menschlichen Rasse auf diesem Planeten Tag für Tag ein wenig mehr zu gefährden – und einzuschränken.

Das Menschen dabei zunehmend durchdrehen – wie übrigens auch andere Tiere in Gefangenschaft – scheint nur natürlich zu sein, für die Zukunft werden wir mehr Massenmorde erwarten dürfen … weil bei diesen „Mehrheitsverhältnissen“ eine Änderung des Kurses nicht zu erwarten ist.

Der Kurs führt uns in eine Gesellschaft von Folter, Krieg und nuklearem Holocaust, ganz direkt, ganz offen und ohne Tarnung und Täuschung – das können auch die Nutzviehmedien nicht völlig verleugnen:

Solch einen TV-Auftritt erlebt man nur mit US-Republikanern. Erstmals stritten die Präsidentschaftsbewerber vor laufender Kamera über Außenpolitik. Ihr Weltbild ist so schräg wie einfach: Überall droht Terror, Folter ist wieder erlaubt – und Europa kommt nicht vor.

So darf Michelle Bachmann ihre politischen Ziele inzwischen offen äußern, ohne das Deutschland oder der Rest Europas damit droht, aus der Nato auszutreten:

So sieht sie einen „weltweiten Nuklearkrieg gegen Israel“ heraufziehen, plädiert für die Ermordung terrorverdächtiger Amerikaner in Übersee und gelobt – unter lautem Jubel eines sehr martialisch gestimmten Publikums – die Wiedereinführung des Waterboardings: „Ich wäre dazu bereit.“

Das hier die mächtigsten Menschen der Welt – die Kaste der Superreichen – eine ganz neue Weltordnung der Folter und des globalen Krieges installieren möchte, müßte umgehend Konsequenzen haben … die natürlich ausbleiben werden, weil wir letztlich alle von ihren Krediten und Aufträgen abhängig sind.

Wie vor zweihundert Jahren arbeitet das ganze Dorf wieder für den Großgrundbesitzer.

Was ziehen wir als Lehre daraus?

Das wir uns als Menschheit den Typus „Großgrundbesitzer“ so wenig leisten können wie den Raubmörder, den Tyrannen oder den Brunnenvergifter. Wir haben einfach zu wenig Ressourcen auf diesem Planeten, um solche Experimente durchzuziehen – auch dann nicht, wenn der Großgrundbesitzer als „Partei“ auftritt.

Was uns helfen kann, den Kurs zu ändern?

Die Technik – sie gibt uns als Internet eine neue Dimension des internationalen Miteinanders und eröffnet dem Menschen die Möglichkeit, sich ganz praktisch als „Menschheit“ zu erleben – jenseits der Horrorgemälde vom „bösen Anderen“, das die Politik zu gerne malt.

Die Vernunft – wenn sie den Menschen in ihren Mittelpunkt stellt … und nicht die Nation, die Partei, das Kapital, die Religion, die Kampagne.

Der Mensch – als sterbliches Wesen ist er nur Gast auf diesem Planeten. Nichts spricht dagegen, sich in seinem Leben als der Gemeinschaft Gewinn bringendes Wesen erwiesen zu haben – falls danach wieder erwarten doch mehr als „Nichts“ kommen sollte, ist man auf der sicheren Seite.  Wenn nicht – verliert man nichts, aber hat einen positiven Beitrag zur Erhaltung der Art geleistet. Die Natur mag so etwas, das pflanzt sich fort.

Das alles sei nicht finanzierbar werden jetzt jene sagen, die vom momentanen System profitieren. Das System hat viele Büttel, die sich bequem und gemütlich eingerichtet haben und davon träumen, es möge ewig so weitergehen mit „Supermodell“, „Superstar“ und „Supernanny“, „Superfussballer“, „Superjackpot“ und „Superwetter“.

Wird es aber nicht. Schon jetzt läuten die Republikaner in den USA neue Kriege ein – „Superkriege“ – und irgendwann werden sie die Macht haben, diese Kriege durchzusetzen. Zufälligerweise wird China ja mehr und mehr eingekreist,  immer mehr Gegner des letzten, großen globalen Superkrieges der „Superklasse“ der USA gegen den Rest der Welt werden ausgeschaltet, bis nur noch das „Reich des Bösen“ übrig bleibt.

Wäre es nicht viel sinnvoller, wenn wir als Europäer uns diesmal einfach heraushalten? Wenn wir – wieder – eine Zivilisation begründen, die den Menschen weltweit Hoffnung auf Zukunft gibt, wenn wir – wieder – ein „Goldenes Zeitalter“ erschaffen, von dem die Menschheit noch in tausenden von Jahren spricht, ein Zeitalter, in dem der Mensch sich endgültig von allen feindlichen Mächten befreit hat – nicht von von dem Raubtier, der Hungersnot, der Naturkatastrophe sondern auch von dem widerlichen Wahn der neuen kleinen Götter – den „Märkten“, den „Parteien“, den „Moden“?

Grund genug haben wir dafür – gerade jetzt. In dem „Clash of Civilisations“ haben wir nur noch Platz als Hilfstruppen und Aufmarschgebiet, als Absatzmarkt und Personalreserve der US-Armee. Nicht umsonst feuern US-Rating-Agenturen gegen die europäische Währung und bringen so die „Verbündeten der USA“ in existentielle Nöte, die wir so seit sechzig Jahren nicht mehr gekannt haben – wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.

Seien wir doch ehrlich:

Wir sind wirtschaftlich am Ende.

Wir sind politisch am Ende.

Wir sind kulturell am Ende.

Was unsere Jugend erwartet, ist, für Niedrigstlöhne befristet von Job zu Job zu springen, versorgt mit Gammelprodukten, an denen das Blut der Dritten Welt klebt – zu der wir bald verkommen werden. Dafür werden sie im Alter die Freuden der Massenpflege zu spüren bekommen, weil menschengerechte Pflege unter der Tyrannei der Märkte einfach unfinanzierbar ist. Entkommen können diesem Schicksal nur jene, die bereit sind, unter allen Umständen ihr „Scherflein ins Trockene zu bringen“, die sämtliche menschlichen Werte verraten und verkaufen (und sich – unglaublich – sogar Doktortitel ermogeln) um dem System zu entkommen, das sie für andere weltweit errichten.

Schön blöd, oder?

Wäre man nicht so blöde, dann wüßte man, das man als egozentrischer Asozialpragmatiker nur in einer Gesellschaft voller gemeinschaftsfähiger Sozialromantiker überleben kann, ja, das der Sozialromantiker der unverzichtbare Urtypus des Menschen ist, der dafür gesorgt hat, das die menschliche Rasse das Jahr 2011 überhaupt lebend erreichen konnte.

Geld genug für ein neues Goldenes Zeitalter haben wir – wir haben sogar mehr als genug. Uns steht die Arbeitskraft von sieben Milliarden Menschen zur Verfügung, die momentan für die Kultur der Superklasse arbeiten, zudem haben wir genug Maschinen, mit denen wir die Welt so gestalten könnten, das selbst das Paradies neidisch werden würde.  Würden wir Morgen eine neue Währung einführen und so einen weltweiten Schuldenschnitt für alle Menschen machen: wir hätten sofort keine Probleme mehr. Jeder Haushalt wäre ausgeglichen, alle würden schwarze Zahlen schreiben – nur die Halbgottansprüche der Superklasse wären nicht mehr finanzierbar noch erwirtschaftbar, wenn wir das Zinsverbot konsequent durchhalten.

Möchten wir aber wirklich deshalb morgen früh wieder im Stau stehen, mit unseren Abgasen die Zukunft unserer Kinder vergiften um danach Tag für Tag unsere Lebenszeit hilflos im Büro und im Geschäft versickern zu sehen … nur damit egozentrische Asozialpragmatiker aus aller Welt auf ihren Ranches in den USA Halbgott spielen können – oder möchten wir nicht lieber dereinst auf dem Sterbebett friedlich dahinscheiden, mit dem sicheren Wissen, als gemeinschaftsfähiger Sozialromantiker der Menschheit die Chance auf ein neues, goldenes Zeitalter ermöglicht zu haben, das im Universum seinesgleichen sucht?

Mir persönlich fällt die Wahl nicht schwer – ich habe sie schon getroffen.

Und ihr?

 

 

 

 

Wirtschaftskollaps 2012 … oder alternativlos das bedingungslose Grundeinkommen kontra Massensterben

11.11.2011. Eifel. Wie jeden Tag könnte man über das Gleiche schreiben: die progressive Vernichtung des deutschen Mittelstandes. Wer nur mal kurz von Kokain runterkommt und eine Woche die Finger von Alkohol und Nikotin nimmt, merkt: das braut sich was ganz Dickes zusammen, die Krise 2008 war nur ein Vorbeben - und der nächste Knall wird die Weltwirtschaftskrise von 1929 weit übertreffen. Schauen wir doch mal hin, was sich allein heute schon wieder zusammenbraut:

11.11.2011. Eifel. Wie jeden Tag könnte man über das Gleiche schreiben: die progressive Vernichtung des deutschen Mittelstandes. Wer nur mal kurz von Kokain runterkommt und eine Woche die Finger von Alkohol und Nikotin nimmt, merkt: das braut sich was ganz Dickes zusammen, die Krise 2008 war nur ein Vorbeben – und der nächste Knall wird die Weltwirtschaftskrise von 1929 weit übertreffen. Schauen wir doch mal hin, was sich allein heute schon wieder zusammenbraut:

In Griechenland ist einer der Täter nun Chef geworden. Seine Qualität – laut Spiegel: er hat Konservative und Sozialisten in die Schranken gewiesen. Ein denkwürdiges Zitat, zeigt es doch, welche Stellung die großen politischen Strömungen des letzten Jahrhunderts im 21. Jahrhundert noch haben: sie sind Feinde des Systems, jenes Systems, das sich weltweit krakenartig ausbreitet, um die finanziellen Ressourcen des Mittelstandes völlig zu vernichten. Ein Euro-Banker als Chef einer „Notregierung“ in einem demokratischen Land: warum schreibt man nicht gleich „Der Bankenclan hat die Zwangsausschlachtung Griechenlands übernommen“.

In Italien wurde ein weiterer Regierungschef abgeschossen (was er schon lange aus vielen Gründen verdient hat, was jedoch jetzt einen üblen Nachgeschmack erhält). Die Hoffnung: „die Märkte“ werden sich gnädig zeigen. Primitivreligion in Reinkultur – wie auch schon in Griechenland: wir opfern Menschen, damit die Götter uns wohlgesonnen sind. Pech nur, das „die Märkte“ Arschlöcher sind, siehe „Spiegel„:

Der Tag, nachdem das politische Ende von Silvio Berlusconi besiegelt war, sorgte für Entsetzen. Wer glaubte, an den Finanzmärkten würde der bevorstehende Abgang des italienischen Regierungschefs bejubelt, sah sich getäuscht: Statt zu fallen, stiegen die Zinsen, die Italien für neue Schulden bezahlen muss, am Mittwoch rasant an. 

Wir merken uns: wenn wir „den Märkten“ nicht gehorchen, steigen die Zinsen; gehorchen wir jedoch den Märkten, steigen die Zinsen „rasant“. Alternativen zum fälligen Staatsbankrott auch im Zentralland der europäischen Umgestaltung: KEINE. Damit wir uns von dem Entsetzen überhaupt nicht erholen können, gibt es gleich nochmal einen Nachschlag. „Die Märkte“ marschieren in ihrer Offensive gegen das europäische Bürgertum gleich noch weiter, Spanien, Irland, Belgien, Portugal … all das ist ihnen nach dem gigantischen Triumph in Griechenland viel zu billig.

FRANKREICH ist das nächste Ziel, siehe Welt:

Auch Frankreichs Anleihen geraten in gefährliches Fahrwasser – der Aufschlag für Paris steigt. Die Europäische Zentralbank bleibt die letzte Rettung.

Was der Deutsche wohl nie begreifen wird: „die Märkte“ klauen unseren Kunden das Geld, mit dem die normalerweise unsere Ramschwaren kaufen. Unser „unbremsbarer Aufschwung“ war mit den Schulden unserer Freunde erkauft, ein kleines Strohfeuer zur Beruhigung des Bürgers, gelegt, damit nicht alle gleichzeitig merken, das nun ein langer, harter Winter bevorsteht. Wie intelligent sind wohl unsere Politiker, das sie das nicht merken?

Der Bürger kann sich nur wundern, siehe Welt:

„Wir gehen mit Siebenmeilenstiefeln voran – manche trotten im Gänsemarsch hinterher“, sagte Brüderle und erntete Kopfschütteln bei allen, die lieber ihrem gesunden Menschenverstand vertrauten als seinen luftigen Prognosen, die dann in dem Satz gipfelten: „Dieser Aufschwung wird noch lange andauern.“

Heue ist klar: Europa stürzt in die Rezession. In der gesamten Union wird das Bruttoinlandsprodukt „bis weit ins Jahr 2012 hinein stagnieren“. Und das betrifft nicht nur Krisenstaaten wie Spanien, Portugal oder Italien. Nein, auch Deutschland stagniert mit einem Minimalwachstum von 0,8 Prozent.

Diese Politiker sind entweder strohdoof – oder gekauft. Schaut man sich die Karrieren der Hartz-Minister und Hartz-Kanzler an – oder die moralische Dimension des Herrn Hartz selbst – so kann man schon auf seltsame Gedanken kommen – zumal sich gerade Geschichte wiederholt, siehe Rudolf Augstein im Spiegel:

Dabei könnten gerade die Deutschen seit den dreißiger Jahren wissen: Wenn man in der Krise den Gürtel noch enger schnallt, landet man in der Rezession. Dennoch muten sie das Rezept, das sie selbst schon einmal haben scheitern sehen, jetzt den Griechen zu.

 Griechenland, sagt der Harvard-Professor Niall Ferguson, erlebe jetzt das, was die Ex-DDR erlebt hat: „Erst gibt man den Leuten eine harte Währung, mit der sie auf große Einkaufstour gehen. Dann macht man sie arbeitslos, und schließlich muss man sie finanziell unterstützen.“ Europa kann sich noch auf einiges gefasst machen.

Schaut man sich die Liste von Regierungen an, die „die Märkte“ zu Fall gebracht haben, so kann einem ganz anders werden, siehe Handelsblatt:

Fünf Regierungen hat die Eurokrise bislang abserviert. Griechenland und Italien sind die bislang letzten Stationen einer Tournee, die bereits durch Irland, Portugal und die Slowakei zog. Immer wieder überfordert die Aufgabe, im Staatshaushalt für Ordnung zu sorgen und in Brüssel beschlossene Rettungsprogramme umzusetzen, die Regierungschefs. Einige, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel, können sich mit intensivem Fraktionszwang retten, andere fallen.

Der Autor findet das gut, sieht keine Gefahr für die Demokratie – eher einen Nutzen und beweist damit die Gefahren des grassierenden Mangels an politischer Bildung in diesem Land:

Aber damit erweisen sich die Marktakteure nicht als Leichenträger der Demokratie, sondern im Gegenteil als ihre Stützen. Denn sie haben das Glück, jeden Tag abstimmen zu dürfen – und nicht wie die Wähler nur alle vier Jahre.

Das Problem ist nur: „Marktakteure“ sind keine Bestandteil des demokratischen Willensbildungsprozesses, noch sind sie Bestandteil des politischen Souveräns, sie haben weder aktives noch passives Wahlrecht, sie bestimmen zwar jeden Tag durch Steuerung der Geldflüsse wo es langgeht (und wieviel Geld „unten“ ankommt), sie haben aber keinerlei politische oder demokratische Legitimation. Genauso gut könnte man sagen: die tägliche Befehle aus Moskau oder Peking retten unsere Demokratie vor sich selbst, nur – so formuliert, würden selbst Politiker merken, was gerade vor sich geht.

Mit vollen Händen werden Irrsinnbeträge in die Märkte gepumpt, die keinerlei Gegenwert mehr im realen Wirtschaftsleben haben. Gerade noch haben wir Griechenland gerettet, da steht zwei Tage später schon der nächste Kanditat vor der Tür:

Der Abwehrschirm stehe bereit, um Italien bei einem entsprechenden Antrag an die Euro-Gruppe zu helfen, sagte er. „Wenn ein Land kommt und sagt, es braucht sofort Hilfe, dann sind wir bereit.“ Der EFSF könne derzeit noch 250 bis 300 Milliarden Euro an Krediten vergeben.

Kann man sich noch daran erinnern, wie beschämend sich die deutsche Arbeitslosenministerin gedreht und gewendet hatte, um sich davor zu drücken, die Regelsätze für die Kinder von Arbeitslosen zu erhöhen? Ich habe gestern für 1,5 Stunden parken mehr Geld ausgegeben, als das Kind eines Arbeitslosen für seine tägliche Ernährung ausgeben darf: deutlicher kann man wohl die erbärmliche Situation in diesem Land nicht erleben. Würden wir nur ein Milliarde für diese Kinder ausgeben, könnten die ihr Ernährungsbudget um 50 % verbessern. Dafür ist kein Geld da, aber für ZINSEN jederzeit das Hundertfache.

Von Zinsen lebt ja auch jeder gern und je mehr Menschen gerne von Zinsen leben wollen, umso weniger Geld ist für die Wirtschaft da. Das ist die eigentliche Front des 21. Jahrhunderts – nicht die zwischen Sozialisten und Konservativen. Nicht mehr lange, da werden Linke und Rechte auch in Deutschland durch eine Übergangsregierung der Banken ersetzt, die die Zinszahlungen sicherstellen sollen. Jeder, der ohne Hilfe von Taschenrechnern bis drei zählen kann, weiß, das das die alternativlose Zukunft der Deutschen sein wird, ebenso wie Hartz IV dafür sorgen wird, das die Massen ruhig bleiben.

Uns droht eine Gesellschaft von 5 Millionen Millionären – und, ihnen zugeordnet – zwanzig Millionen Niedriglöhner für Nageldesign, Frisur, Garten, Hausputz und Auto –  und 55 Millionen völlig verarmten Restbürgern. So spaltet man ein Volk und übt Herrschaft durch Geld aus – und so vernichtet man eine Volkswirtschaft. Weder die faulen Säcke, die sich aufs Zinskissen legen noch die Niedriglöhner werden die Innovationskraft haben, sich dem Ansturm der Schwellenländer wiedersetzen zu können, so das man jetzt schon sagen kann, das auch die Millionen der Millionäre mittelfristig nichts mehr Wert sein werden, weil die Währung keine Kraft mehr haben wird.

Griechenland exerziert gerade vor, wie schnell der Absturz kommen kann – und unsere Politik setzt Signale genug zum zu sehen, das wir ein Volk von konkurrenzunfähigen Ich-AG´s werden, die vom Arbeitsamt subventioniert werden müssen.

Dafür sind wir gut frisiert und haben super Fingernägel.

Es wird Zeit, das wir uns klar werden, das eine neue Zeit neue Herausforderungen mit sich bringt, die nicht durch alte Rezepte gelöst werden können: die Raubherrschaft der Zinsbarone fordert andere Maßnahmen, ein neues Denken und neue Strukturen, die verhindern, das der Bürger zum bloßen Nutzvieh für Bankkonten wird.

Alternativlos ist und bleibt hier das bedingungslose Grundeinkommen: 1000 Euro für jeden – und keine weiteren Diskussionen. Die Wirtschaft wird ihre Kompetenz und Leistungsfähigkeit dadurch beweisen müssen, das sie diese Beträge erwirtschaftet – die Zeiten, das Bürger hungern müssen, um Traumlandzinsen zu erwirtschaften, müssen vorbei sein, der Traum vom leistungslosen Einkommen durch Zinsen von Opas Vermögen muss zuende gehen, bevor die Gesamtwirtschaft zusammenbricht. Hören wir nochmal Götz Werner:

Das Grundeinkommen wird möglich durch die steigende Produktivität bei sinkendem menschlichen Arbeitseinsatz. Darum ist das Grundeinkommen auch nötig. Denn die Versorgung der Menschen mit Einkommen kann nicht mehr allein durch Erwerbseinkommen und durch von ihr abgeleitete Sozialleistungen bewältigt werden. Wir bewegen uns in eine neue Zeit. Viele Aufgaben werden nicht ergriffen, weil ihnen kein Erwerbseinkommen winkt. Viel aktueller Bedarf bleibt unbefriedigt. Zeit für Menschen. Der prinzipielle Vorrang des Erwerbseinkommens lähmt die bedarfsgerechte Vielfalt der Arbeit und den Ideenreichtum, beschränkt Initative und untergräbt Selbstverantwortung. Das hemmt die Entwicklung. Eine Trennung von Arbeit und Grundeinkommen rückt den Sinn der Arbeit in den Vordergrund.

Das Arbeit Sinn machen kann  und nicht nur alltägliches, zweckentfremdetes Ritual sein muss, ist vielleicht für viele neu, das die Zinsknechtschaft der Überversorgten zwangsläufig zu einem volkswirtschaftlichen Herzinfarkt führt, wahrscheinlich auch – aber möglicherweise kann man einfach mal seinen eigenen Körper anschauen, um zu verstehen, was geschieht, wenn ich einen ständig wachsenden Teil des Blutkreislaufes nur auf ein Organ konzentriert (egal, welches): es kommt zu Minderversorung plus Organversagen an anderen Orten, was früher oder später den Tod des ganzen Organismus zur Folge hat.

Wo im Körper dann die Nekrose um sich greift, kommt es in der Volkswirtschaft zum Massensterben.

Was uns hier in den Wirtschaftsnachrichten präsentiert wird, ist keine Spielerei, keine Diskussion darüber, in welcher Farbe wir die Grundschulklasse streichen, welches Trikot unsere Dorfmannschaft bekommt oder wie wir die neue Seitenstraße benennen wollen – es geht hier konkret um die millionenfache Vernichtung von Menschen, die irgendwann nicht mehr versorgt werden können, weil der Geldkreislauf sich an immer weniger werdenden Knotenpunkten aufstaut.

Wir haben das schon oft erlebt – und deshalb Revolution gemacht, was zum Massensterben bei den Überversorgten führte, die politischen Positionen von „rechts“ und „links“ sind ein Echo dieser Zeit, das sich bis heute erhalten hat: der beständige Streit darum, wer denn nun erschossen gehört, weil er dem Paradies im Wege steht.

Alternativlos zum Massensterben wäre es, einen neuen, historischen Schritt zu tun, den Souverän auch mit der nötigen Wirtschaftskraft auszustatten, das er auch souverän leben kann. Rechtlich möglich wäre das ohnehin: im Prinzip gehört das Geld dem Staat: nur er bestimmt, wieviel es davon gibt – und nur er garantiert seinen Wert. Er kann es dem Bürger eine Zeit lang zum Spielen geben, er kann auch eine Zeit lang dem kapitalistischen Versprechen vom Paradies folgen (so wie er auch dem kommunistischem Versprechen vom Paradies gefolgt ist), aber wenn er merkt, das die Propheten ihre Versprechungen nicht einhalten können und es nur noch romantische Träumereien von „Markt“ und „Leistung“ gibt, die keinerlei reale Grundlage mehr haben, dann muß er mit harter Hand für Ordnung sorgen – auch wenn das heißt, das die Millionäre von heute wieder arbeiten gehen und möglicherweise ihre Nägel wieder selbst schneiden müssen.

Was wir begreifen müssen, ist: das dieser Schritt alternativlos ist. Die Zukunft unsere Systems beschreibt ein Nutznießer ziemlich deutlich in dem Artikel: „Der Staat hat keine Chance“

«Eure Jobs wird es nicht mehr geben, und wenn ihr nichts ändert, wird der Wind – bildlich, aber nicht nur bildlich gesprochen – eines Tages das trockene Laub durch eure verlassenen Häuschen am Stadtrand treiben.»

Das ist die Zukunft, die unsere „Investmentbanker“ gezielt und bewußt anstreben:

Es ist ein Aufruf an den eiskalten Überlebenskampf.

Das ist in der Tat die Zukunft die auf uns wartet, wenn sich nichts ändert. Wir Deutschen müssten das Gefühl kennen – wir haben dank Hitler erleben dürfen, wie schnell eine Hochkultur in finsterste Barbarei versinken kann … auch wenn wir nicht dran glauben mögen. Jetzt möchten uns die Herren des Geldes wieder in eine Zukunft führen, in der für Alte, Kranke, Behinderte, Kinder und im Prinzip für Menschen generell kein Platz mehr ist, in der entartete Asoziale um die letzten Bröckchen streiten, während die Massen am Wegesrand verhungern.

Wer kann so etwas schon wirklich wollen?

Wir müssen uns verabschieden von romantischen Vorstellungen des 20. Jahrhunderts, von den niedlichen Träumen der Zinsbarone, die gerne lebenslänglich ein leistungsloses Einkommen auf Halbgottniveau hätten. Wir brauchen einen mutigen Schritt nach vorne, der auch Härten mit sich bringen wird: die eine oder andere Yacht wird möglicherweise nicht mehr finanzierbar sein, manche werden ganze Straßenzüge verkaufen müssen, um den Spritverbrauch ihrer SUV-Flotte weiterhin finanzieren zu können – dafür werden wir die europäischen Volkswirtschaften vor dem Abgrund bewahren, die europäische Kultur vor einem Rückfall in eine Barbarei, die noch umfassender werden wird als die der Nazis.

Wir werden sicherheitshalber einige zentrale Elemente der Infrastruktur in Staatsbesitz übergehen lassen müssen, ebenso wird sämtlicher Immobilienbesitz unveräußerbares Staatseigentum werden müssen – wobei wir die Wohnrechte unverändert lassen. Wir werden auch eine neue Währung brauchen – die alte liegt sowieso schon größtenteils auf Konten in Übersee, wir sollten aber nicht weiter tagtäglich unsere Arbeitskraft und die unserer Kinder und Kindeskinder verpfänden, um den Wert des Raubvermögens in alle Ewigkeit zu garantieren. Führen wir gleich morgen den „Demo“ ein, garantieren seinen Wert mit der Leistungsfähigkeit und Wirtschaftskraft der europäischen Volkswirtschaften … und tauschen keine Euro mehr um.

Das wird ein wenig unbequem werden, das wird ein wenig ruckeln – aber was für ein Ruck wird erstmal durch die Wirtschaft gehen, wenn sich Arbeit und Leistung wieder mehr lohnt als nur faul und bequem von den Zinsen von Opas Vermögen zu leben.

Auch wenn es sich radikal anhört (und für „Rechte“ kommunistisch klingt, während es für „Linke“ unheimlich wirkt, weil das Volk wieder Macht bekommt und nicht nur als Steigbügelhalter für Funktionäre herhält): viel radikaler wird es werden, wenn wir aus Bequemlichkeit und Faulheit den Kurs nicht ändern.

Wir brauchen keine millionenschweren Entertainer, Fussballer, Musiker oder Finanzjongleure, wir brauchen Bauern, Bäcker, Lehrer, Polizisten, Sozialmediatoren, Elektriker, Maurer, Förster, Kindergärtner, Altenpfleger, Klempner, Krankenpfleger, wir brauchen zufriedene, glückliche, kreative Menschen die die Zukunft mutig anpacken und aktiv gestalten wollen anstelle von traurigen Gestalten, die das Volksvermögen auf Megapartys versaufen.

Wir müssen sehen, das wir diesmal die Chance haben, den Kontinent wieder neu aufzubauen, bevor alles wieder in Schutt und Asche liegt.

Wir wäre es, wenn wir sie einfach mal ergreifen?

Und bitte jetzt keine Diskussionen darüber, ob das finanzierbar ist oder nicht.

Das ist einfach … alternativlos – da erübrigt sich jede Debatte.

Und das Wort dürften wir doch inzwischen gut kennen, oder?

Wir debattieren ja auch nicht darüber, ob wir heute vielleicht mal das Atmen sein lassen wollen.

 

 

 

 

 

 

Eilmeldung! Deutscher Mittelstand bis 2020 abgebaut – Widerstand zwecklos!

Montag, 17.10.2011. Eifel. Der Tag nach den weltweiten Protesten gegen die Bankster. Was hat sich alles geändert - nach den Protesten. Wie wichtig war es einfach mal auf die Straße zu gehen und zu zeigen, das man sowas von total dagegen ist, das das ganze Establishment vor Angst erzittert. Wahrscheinlich loben deshalb alle Politiker schon jetzt die Protestbewegung - jedenfalls bis heute, denn heute hat der Spiegel erstmal Fakten genannt: 99% der 99% blieben weltweit zu Hause. Nach dreissig Jahren Privatfernsehen und Neoliberalismus hätte man eigentlich auch nichts anderes erwarten können. Die wenigsten Bürger verstehen doch noch die Zusammenhänge internationaler Wirtschaft und Politik - und in Zeiten, wo jeder, der den Pressesprechern von Politik und Wirtschaft nicht vollstes Vertrauen entgegenbringt, als stinkender, geistig kranker, asozialer terrorverdächtiger Verschwörungstheoretiker gebrandmarkt wird ist es sowieso nicht ratsam, öffentlich eine eigene Meinung zu haben.  Wieso denn auch? Die Eliten werden schon wissen, was sie tun. Das wissen sie auch: abräumen im großen Stil. Das Handelsblatt liefert nun Details dazu:

Montag, 17.10.2011. Eifel. Der Tag nach den weltweiten Protesten gegen die Bankster. Was hat sich alles geändert – nach den Protesten. Wie wichtig war es einfach mal auf die Straße zu gehen und zu zeigen, das man sowas von total dagegen ist, das das ganze Establishment vor Angst erzittert. Wahrscheinlich loben deshalb alle Politiker schon jetzt die Protestbewegung – jedenfalls bis heute, denn heute hat der Spiegel erstmal Fakten genannt: 99% der 99% blieben weltweit zu Hause. Nach dreissig Jahren Privatfernsehen und Neoliberalismus hätte man eigentlich auch nichts anderes erwarten können. Die wenigsten Bürger verstehen doch noch die Zusammenhänge internationaler Wirtschaft und Politik – und in Zeiten, wo jeder, der den Pressesprechern von Politik und Wirtschaft nicht vollstes Vertrauen entgegenbringt, als stinkender, geistig kranker, asozialer terrorverdächtiger Verschwörungstheoretiker gebrandmarkt wird ist es sowieso nicht ratsam, öffentlich eine eigene Meinung zu haben.  Wieso denn auch? Die Eliten werden schon wissen, was sie tun. Das wissen sie auch: abräumen im großen Stil. Das Handelsblatt liefert nun Details dazu:

Die Reichen werden reicher und es wird mehr von ihnen geben: Laut einer Studie über Dollar-Millionäre von Deloitte LLP wird deren Zahl allein in den Industriestaaten bis 2020 um zwei Drittel auf 55,5 Millionen steigen. In den Schwellenländern wie China, Brasilien oder Indien werde sie sich auf zehn Millionen verdoppeln. Handelsblatt Online zeigt die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung zeigt die für 25 Staaten, darunter auch Deutschland. 

Ein Anstieg der Reichen um zwei Drittel – was meint ihr wohl, was das für euren Geldbeutel bedeuten wird? Autobahnmaut, Gardinensteuer, Spritpreis bei fünf Euro den Liter (für grüne Politiker mit Dienstwagen das Paradies), Butter bei drei Euro, Kilo Äpfel bei zehn. Mal die Zahlen für Deutschland anschauen? Hier, bitte schön, wir stehen auf Platz drei des internationalen Millionärsrankings:

2011: 3.485.000 Millionäre mit einem Gesamtvermögen von 5,14 Billionen US-Dollar

2020: 5.789.000 Millionäre mit einem Gesamtvermögen von 10,94 Billionen US-Dollar

Das heist: die Nichtmillionäre dieses Landes müssen innerhalb von neun Jahren 5,8 BILLIONEN DOLLAR aufbringen, um die Vergrößerung der Luxusarbeitslosenkaste finanzieren zu können. Das ist die logische Folge eines Geldkreislaufes als geschlossenes System: will ich eine Überversorgung in einem Bereich, bekomme ich Unterversorgung in anderen Gebieten.

Wenn wir fünftausendachthundert Millarden Dollar in neun Jahren aufbringen müssen, um die deutsche Millionärszüchtung voranzubringen, heist das für jeden von uns: in neun Jahren ist ein Beitrag von 72500 Euro zu entrichten, macht 8055 Euro pro Jahr und 22 Euro pro Tag. Auf den Tag umgerechnet … geht es ja sogar. An manchen Tagen könnte sogar ich meinen Beitrag bezahlen, Hartz-IV-Kinder mit 2,67 Euro pro Tag für Essen wären da schlechter dran: die müssten Schulden machen.

Machen sie ja auch – einfach mal die aktuelle Staatsverschuldung anschauen … die korrespondiert weltweit ganz gut mit dem Millionärsanteil der Bevölkerung. Da Millionäre ja nicht mehr arbeiten brauchen, sind diese Kinder schon jetzt zu lebenslanger Finanzknechtschaft verurteilt.

Man stelle sich mal vor, wir würden die Geldverteilung anders organisieren. Immerhin: ein Bürgergeld von 671 Euro ZUSÄTZLICH ZU ALLEN GERADE BEZOGENEN LEISTUNGEN – ob nun Rente, Arbeitslosengeld, Kindergeld, Gehalt oder Alimente wäre locker finanzierbar. „Grundeinkommen ist unfinanzierbar“ ist eine zynische Lüge, die wir uns ab heute niemals mehr anhören müssen.

Oder man stelle sich vor, alle Millionäre würden einmalig 50 % ihres Vermögens zur Tilgung der Staatsschulden beitragen. Wäre ja auch nur vernünftig, denn ohne dieses Systems könnten sie diese großen Haufen nicht auftürmen. Wir wären sofort schuldenfrei und hätten sogar noch 500 Milliarden übrig. Kein Kind in Deutschland bräuchte mehr hungern.

Sorgen wir dafür, das der Anstieg in den nächsten Jahren nicht auf Privatkonten landet, könnten wir einer Familie mit zwei Kindern ein Grundgehalt von 2684 Euro bezahlen – zusätzlich zu allen anderen Leistungen. Arbeitslosigkeit, Armut und Prekariat wären Themen von vorgestern.

Warum das nicht geschehen wird? Nun … 40000 Menschen haben gestern bundesweit demonstriert. Denen stehen knapp 3,5 Beutemillionäre gegenüber, die das System ganz Klasse finden, weitere 2,2 Millionen sehen sich bald in Millionärskreisen angekommen. Schätzungsweise weitere zehn Millionen Menschen hängen indirekt an diesen Vermögen – als Journalisten, Friseure, Autohändler, Inneneinrichter, Architekten.

Kein Wunder, das in der Welt ein Journalist und Architekt ein „Ende der Trillerpfeifendemokratie“ fordert oder ein Joachim Gauck die Antikapitalismusdebatte unsäglich albern findet: beide verdienen sehr gut an dem System. Wovon ein Joachim Gauck eigentlich seit dem Jahre 2000 seine Anzüge bezahlt, bleibt fraglich. Wir wollen mal nicht davon ausgehen, das er schon mit 60 in Rente gegangen ist, während man vom Standardbürger verlangt, das er bis 67 knechtet.  Immerhin – man kann ihn … wenn man Geld hat … als Redner mieten, bei der gleichen Agentur wie Lothar De Maiziere, Heiner Geissler, Norbert Blüm, Lothar Späth:

Ob Kunden- oder Mitarbeiterevent, Festveranstaltung, Kongress, Messe, Workshop, die intime Runde eines Kamingesprächs oder unterhaltsame Vorträge als Dinner speech – mit der langjährigen Erfahrung unser Referenten-Agentur unterstützen wir Sie bei der Wahl des richtigen Redners.

So sind Intimkontakte der reichen und mächtigen Menschen dieses Landes untereinander beständig möglich – vorausgesetzt, die Kasse stimmt. Deshalb – überzeugt mich die Kritik des Herrn Gauck nicht so richtig, aber ich gehe davon aus, das 15 Millionen Menschen in diesem Land das System ganz Klasse finden. Die werden jetzt den Gauck öfter mieten – und auch alle anderen, die in das gleiche Horn stoßen. Bedenkt man, das dieser monetäre Mob auch die Macht über Einstellungen, Gutachten, Gehaltserhöhungen, Arbeitsplatzabbau, Wochenarbeitszeit, Programmgestaltung, redaktionelle Arbeit in Zeitungen sowie über die Gestaltung von Steuern und Gesetze hat, wird klar, wie armselig das Häuflein von 40 000 ist, die am Samstag ihre Stimme gegen das System erhoben haben.

Das ist mal wieder: David gegen Goliath.

Auf jeden einzelnen Demonstranten in Deutschland kommen über 80 Millionäre – plus 240 Lakaien.

Wird jetzt klar, warum wir anderen bis 70 arbeiten müssen … und eine breite Front von Millionen von Millionären dies ganz Klasse findet und es mit viel medialer Wucht im Lande verbreiten kann?

Blicken wir nach Amerika, wird die Misere noch deutlicher, nochmal Handelsblatt:

2011: 10.541.000 Millionäre mit einem Gesamtvermögen von 38,6 Billionen US-Dollar

2020: 20.551.000 Millionäre mit einem Gesamtvermögen von 87,11 Billionen US-Dollar

Hier verdoppelt sich die Anzahl der Millionäre, während ihr Vermögen noch schneller wächst.

Bereits jetzt gehören den US-Reichen 42 Prozent des weltweit von Millionären besessenen Vermögens – der mit Abstand höchste Wert.

Jetzt sieht man vielleicht, warum die „deutsch-amerikanische Freundschaft“ so bedeutsam ist. Wir liegen auf Platz drei im Millionärsranking, Japan auf Platz 2, die USA auf Platz 1.

Und weil all das Geld für Millionäre irgendwo herkommen muss, hat diese Entwicklung schreckliche Folgen für viele viele Millionen Menschen, siehe Spiegel:

Der Wohlstand der Amerikaner sinkt dramatisch. Laut einer Gallup-Umfrage haben 19 Prozent kein Geld für ausreichend Nahrung. Brisant ist der Vergleich mit China – hier beklagen dies nur 6 Prozent. Auch andere Armutsindikatoren zeigen: Den US-Bürgern geht es immer schlechter, den Chinesen immer besser.

72500 Euro muss jeder deutsche Bürger zwecks Millionärszüchtung bis 2020 aufbringen. Man kann sich also selbst leicht ausrechnen, wo man 2020 finanziell steht. Was man nicht vergessen darf: die Hartz-Abhängigen haben ihr Vermögen schon jetzt aufgebraucht, sie und ihre Kinder (knapp 6 Millionen Menschen) werden sich am Millionärslotto nicht mehr beteiligen können, weshalb auf die anderen noch mehr Kosten zukommen.

Das dürfte dann das Ende für den deutschen Mittelstand bedeuten. Laut Spiegel merkt der das schon jetzt:

Deutsche Arbeitnehmer gehen immer häufiger wegen seelischer Krankheiten in Frührente  – nach Zahlen der Deutschen Rentenversicherung sind Depressionen und Angststörungen der Hauptgrund für ein unfreiwilliges frühes Ausscheiden aus dem Beruf. Viele trifft das Leiden bereits vor dem 50. Lebensjahr. 

Solche Erscheinungen sind kein Wunder. Wir rasen mit großer Geschwindigkeit auf einen Riesenabgrund zu, weil das System der Geldverteilung zugunsten einiger weniger auf Kosten vieler zu einer 20/80 Gesellschaft führt, von 20% unheimlich viel haben, 80 % dafür gar nichts.

Der Motor dieser Entwicklung – der Bankenclan – kann deshalb auch ganz öffentlich die Politik vor einer Kriegserklärung warnen, eine Warnung, die sich z.B. der Spiegel ganz offen anschliesst:

Geldhäuser zerschlagen, Zocker hart bestrafen: In seltener Eintracht knöpft sich die Politik die Finanzindustrie vor, selbst die FDP scheint sich mit der weltweiten Anti-Banken-Bewegung zu solidarisieren. Der Staat will so Stärke signalisieren, doch der neue Kurs ist populistisch – und riskant.

Natürlich ist das riskant. Unter den zwanzig deutschen Topverdienern 2009 beziehen allein acht ihr Geld direkt von der Deutschen Bank, siehe Statista.

Die bestbezahlten Berufe in Deutschland?

2007 waren es laut Wiwo Anwalt in einer Wirtschaftskanzlei, Unternehmensberater, Fondmanager und Investmentbanker.  Alles „Täterjobs“. Die Weltwirtschaft in den Abgrund zu führen, wird sehr gut bezahlt.

Dafür ist Geld da.

Das die ständig steigenden Ansprüche der Finanzjongleure bezüglich Luxusversorgung im Halbgottbereich sich mit normalem Wirtschaften auf Dauer nicht mehr vereinbaren lassen, merken noch viel zu wenig Menschen – und mit welcher kriminellen Energie die Spitzen der Bewegung vorgehen, merkt man jetzt gerade wieder an den Umtrieben des Barons August von Finck junior – der Mövenpickfink, der diese unsägliche Steuersenkung für Hotels durch Parteispenden vorfinanziert hatte und an der Vernichtung von Karstadt beteiligt war, siehe Wikipedia

August von Finck junior hielt auch Anteile an einem Fonds-Konsortium, dessen überhöhte Mietforderungen der Warenhauskonzern Arcandor AG nicht mehr bedienen konnte und daher am 9. Juni 2009 Insolvenz anmelden musste.

Das „die Anleger“ bei diesem System allen Grund zum Juben haben, dürfte verständlich sein. Das Geld vermehrt sich wie von selbst … durch die vollständige Auslöschung des deutschen Mittelstandes.

 

 

 

 

 

Das Ende der sozialen Bewegungen, der Zivilisation und der Menschheit – und der Tod von OP 100

Gestern erfuhr ich nebenbei, das die Website "OP 100" vom Netz genommen wurde. Der Grund war rein technisch. "Nachrichtenspiegel-online" verursacht beim Server Kapazitätsprobleme, die durch die Verbindung zu "OP 100" potentiert wurden. Die Ursache für die Potenzierung der Probleme durch die Verbindung zwischen beiden Seiten zu finden, wäre sehr zeitaufwendig gewesen.  Bei zwei Seitenaufrufen pro Woche hat sich die Technik dann dazu entschieden, OP 100 zu löschen.

Gestern erfuhr ich nebenbei, das die Website „OP 100“ vom Netz genommen wurde. Der Grund war rein technisch. „Nachrichtenspiegel-online“ verursacht beim Server Kapazitätsprobleme, die durch die Verbindung zu „OP 100“ potentiert wurden. Die Ursache für die Potenzierung der Probleme durch die Verbindung zwischen beiden Seiten zu finden, wäre sehr zeitaufwendig gewesen.  Bei zwei Seitenaufrufen pro Woche hat sich die Technik dann dazu entschieden, OP 100 zu löschen.

Das ist nun die vierte soziale Bewegung, die ich initiiere oder mitinitiiere, die dritte im Internet. Neben „All-in-one – Soziale Innovation“ in Aachen ist es der „Menschenschutzbund“ bei Blog.de, die einmalige Solidarabgabe für Reiche und eben die Gründung einer Lobby für Arme: Operation 100. Das Echo ist immer … verhalten. Hundert Blogger tummeln sich beim Menschenschutzbund, doch sucht man welche, die auch bereit sind, die Idee durch Arbeit weiter zu entwickeln, dann merkt man schnell: es bleiben nur eine handvoll Menschen übrig, Menschen, die eigentlich durch Beruf und Privatleben schon völlig ausgelastet sind. Tatmenschen halt. Dabei wird gerade das ein Thema der Zukunft werden: den Schutz von Menschen in den Mittelpunkt politischen Handelns zu stellen. Mit wachsender Sorge beobachte ich die Meldungen, die auf eine zunehmend Brutalisierung der Gesellschaft hinweisen: immer öfter lese ich von grässlichen Morden unter Ehepartnern, von Gangs, die sich ihre Sexsklavinnen von der Straße holen, von sinnloser Brutalität an U-Bahnhöfen. Ich schreibe noch nichts darüber, beobachte den Prozess noch denn noch kann ich nicht beurteilen, ob die Verrohung des Mittelstandes sich schon in realer Tat austobt oder ob sie nur durch besondere Betonung in den  Nachrichten ihren Stellenwert erlangt.

Die einmalige Solidarabgabe für Reiche (gerne auch fünfzig Prozent des erbeuteten Vermögens) hätte auch eine Chance, sich durchzusetzen. Sie ist allemal angenehmer als eine dauerhafte Vermögenssteuer, senkt die Staatsschulden sofort auf einen Schlag und ist – dank Solidarzuschlag Ost – eine akzeptierte Form der Bürgerbeteiligung an den Kosten der Fehler der politischen Kaste. Es gab gerade mal fünfzig Menschen (von hunderten von Lesern) die bereit waren, das durch ihre Unterschrift zu unterstützen.

Dann OP 100 – die Karnevalsidee: Schaffung einer Lobbistentruppe zur Erhöhung des Arbeitslosenregelsatzes um 100 Euro als Ausgangspunkt für die Etablierung einer sozialen Lobby. Monatelang arbeiten wir nebenher an einer Gesellschaftsform, die verhindern soll, das das geschieht, was anderen Parteien und Bewegungen gerade widerfährt (sogar der großen und mächtigen SPD): die Unterwanderung durch Lobbyisten. Machen wir uns nichts vor: sobald ein Vermögen in zweistelliger Millionenhöhe irgendwo herumliegt, kommen die Aasgeier, jene inzwischen sehr breite und gut vernetzte Schicht von Politprofis, die in den alten Parteien auf dem dritten Rang herumgammeln und an ihrem angestammten Platz bis zur Rente vergeblich auf ihre „ganz große Chance“ warten. In der Piratenpartei haben diese Ladenhüter gerade ihren großen Auftritt, bei den Linken tummeln sie sich schon etwas länger, die Grünen haben sie schon völlig eingesackt.

Zeit und Geld in den Aufbau einer Organisation zu stecken, die diesen Schmarotzern der politischen Kultur ein neues Werkzeug zur Selbstbereicherung bietet, war uns zuwieder. Sowohl Werner als auch ich kennen das Spiel schon und wollen deshalb mit absoluter Sicherheit ausschließen, das es sich wiederholt.  Aber der Aufbau einer GmbH (die einzig machbare Gesellschaftsform)  ist kostenintensiv – und das Geld brauchen wir für andere Optionen. „Nachrichtenspiegel-online“ wird bald ebenfalls kostenintensiv werden – hier lesen zuviel. Es wäre trotzdem sinnvoll gewesen, einfach mal hier anzufangen, wenn nicht … gerade mal fünf Freiwillige für die Mitarbeit vorhanden gewesen wären, neben einer ganzen Reihe von interessierten Menschen, die aber alle gut in Lohn und Brot stehen.

Angesichts des wirtschaftlichen, politischen und sozialen Rahmendaten des Jahres 2011 glaube ich nicht, das man noch viel Zeit hätte, eine soziale Bewegung über zehn Jahre hinweg aufzubauen. Bricht der Export Deutschlands weiter ein, wird man sich am Ende dieses Jahres schon in einer ganz anderen sozialen Realität wiederfinden, dann herrscht die Angst eines verrohten Mittelstandes über den Stammtischen; das sich China die militärischen Provokationen der USA ewig gefallen lässt (wie unsere Medien offenbar grundlos annehmen) glaube ich auch nicht unbedingt, ebenso ist fraglich, ob der Euro überhaupt das Jahresende erlebt und was danach mit der Währung geschieht.

Das sind keine guten Aussichten für soziale Bewegungen, weil die Zusammenhänge zu komplex sind, als das die Gefahren von breiten Mehrheiten zu erkennen sind. Die breite Mehrheit lebt – ganz vernünftig übrigens – nach dem „Prinzip Hoffnung“:  es ist noch immer gutgegangen. Stimmt zwar nicht, sagt sich aber leicht.

Die Menschen, die sehen, das alles auf ein Ende zuläuft, das schon Ende 2011 erreicht sein kann – oder eben erst 2022 – sind in allen sozialen Schichten vorhanden. Manche sind reich und benutzen ihren Reichtum, um sich vorzubereiten. Andere sind arm und genießen das Leben, solange es geht.  Beides akzeptable Strategien. In solche Zeiten aber zu erwarten, das es großes Engagement für andere gibt, ist wohl zuviel des Guten. Der „Andere“ kann bei den befürchteten und laufenden Verteilungskämpfen der vom Kapital vom übervollen Tisch geworfenen Essensreste ganz schnell der bitterböse Feind von Morgen werden.

Darüber hinaus … kommen auch meine persönlichen Bedenken ins Spiel. Ich finde es gut, das wissenschaftlicherseits mitlerweile die Mechanismen psychosozialer Zerstörung detalliert herausgearbeitet werden. Ich hatte sie im Personalmanagement von großen Konzernen beobachten dürfen, mir war klar, wohin die Reise geht, als ein Konzernpersonalchef eine Sozialreform gestaltete: man wollte die Prinzipien der Vernichtung auch auf arbeitslose Menschen ausdehnen.

Das ist ja dann auch geschehen.

Dieser Aspekt wird in der Kritik an Hartz IV selten benannt, aber durch die Reform kommen arbeitslose Menschen in einen Zustand, in dem sich der arbeitende Teil der Bevölkerung schon lange befindet: die sollen sich gefälligst auch herumquälen, so der generelle Tenor der Masse, die sich ebenfalls in einem äußerst unangenehmen Zustand befindet. Die psychosoziale Vernichtung beginnt nicht mit Hartz IV, Hartz IV stopft die letzten Fluchtmöglichkeiten. Der Umbau der Gesellschaft zu einem Arbeitslager ist in vollem Gange, das merkt eigentlich fast jeder. Auf wessen Kosten das geschieht, zeigt ein Blick in die eigene Geldbörse.

Was aber fehlt, sind die richtig „Bösen“ gegen die man vorgehen könnte. In dem Sinne wäre es schön, wenn es denn so richtig finstere Weltverschwörungen geben würde, denn dann hätte man einen richtig echten Feind, gegen den man sich vereinen könnte. Was aber heute Feind ist, ist keine Lehre (wie Kapitalismus oder Kommunismus) sondern lediglich eine psychopathische Organisationstruktur, welche wir – sehr verharmlosend – „Großkonzern“ nennen.  Ohne es zu wollen, haben wir künstliche Wesen erschaffen, die sich alles verschlingend durch die Wirtschaftwelt fräsen und dabei Millionen von Menschen gut ernähren. Sie vernichten reale Werte – Firmen, Wälder, Ländereien – zugunsten einer virtuellen Rendite, die schon jetzt Dimensionen angenommen hat, das sie niemals ausgezahlt werden könnte. Alles Geld der Welt würde dafür nicht reichen. Der Film „The Corporation“ beschreibt Geburt und Funktion dieser Ungeheuer (aufgrund ihrer psychopathischen Grundstruktur muss man sie so nennen), ich halte dieses Werk (neben den Veröffentlichungen von John Perkins, der die Arbeitsweise dieser Gewalten vor Ort beschreibt) für eines der wichtigsten Werke des 21. Jahrhunderts, das erste Mal wird der Feind der Menschheit des 21. Jahrhunderts konkret beschrieben, man bekommt ein Gefühl dafür, wie ein „Alien“ sich in die menschliche Gemeinschaft eingenistet hat, ein künstliches, von Menschenhand geschaffenes Ungeheuer – ein Unfall der Geschichte, der sich aufgrund seiner von Menschen geschaffenen Struktur in dem von Menschen geschaffenen Umfeld mit der Hilfe vieler kleiner Hände wie ein eigenständiges, alles vertilgendes Lebewesen bewegt. Es erinnert an die „Müllmonster“ alter japanischer Gruselfilme, leidet fehlt uns ein „Godzilla“, um sie zu besiegen.

Aktuell sind sie dabei, ganze Länder zu verschlingen. Griechenland steht ganz vorne auf der Speisekarte, selbst die antikapitalistische Kultur in China wird gerade von innen heraus aufgefressen, ohne das Widerstand überhaupt nur denkbar wäre. Korporatokratie vertilgt Marktwirtschaft, Kapitalismus sowie Kommunismus gleichermassen, mit der gleichen Effektivität, Geschwindigkeit und Unaufhaltsamkeit.

Die Vorstellung, man könnte diese tobenden Gewalten mit ein paar hunderttausend Menschen, die friedlich auf einem großen Platz demonstrieren, aufhalten, ist nur naiv zu nennen. Wer so denkt, hat nicht verstanden, wie groß die Gefahr ist, in der wir uns befinden, er hat die Struktur des Feindes noch nicht im Ansatz erkannt. „Konzerne“ haben mitlerweile nahezu 100 prozentigen Zugriff auf unsere Nahrung, sie arbeiten mit Hochdruck daran, diese Macht durch genverändertes Saatgut noch auszuweiten. Sie versorgen uns mit Strom, mit Benzin, mit Heizöl, haben Zugriff auf unser komplette Versorgung erlangt – und können bei kleinsten Anzeichen von erfolgreichem Widerstand ihr Kapital in sekundenschnelle aus dem betreffenden Land abziehen. Sie verhalten sich in der Tat wie lebendige Wesen – dazu sind sie ja auch geschaffen worden. Sie sollten Kräfte bündeln und Märkte erobern. Das machen sie jetzt gerade – unaufhaltsam, solange es noch Menschen gibt, die ihnen ihre Arbeitskraft schenken. In nicht mehr ganz so ferner Zukunft wird der Konzern wohl auch ohne Menschen auskommen. Dadurch, das er allen gehört, gehört er eigentlich niemanden – weshalb es auch niemanden gibt, der ihn einfach so abschalten kann. Erschwerend kommt hinzu, das all jene, die ihn (wenn auch als sehr heterogene Gruppe von Anteilseignern) abschalten könnten, momentan noch an den vernichtenden Exzessen verdienen – das motiviert erstmal nicht zur Tat. Erst dann, wenn man sieht, das das logisch zu Ende gedachte Wirken der Konzernwelt zu einer entvölkerten und toten Erde führt, in der alle realen Werte vollständig in virtuelle umgewandelt worden sind, die von Rechenmaschinen in Bunkern verwaltet werden, dann weiß man, das die Menschheit selber keine Zukunft mehr hat, läßt man diese Prinzipien weiter walten.

Insofern wundert es mich nicht, das man in den USA – dem Geburtsland des Konzerngedankens und jenem Ort, wo man sein Wirken am deutlichsten erforschen kann – an die Gründung klösterlicher Gemeinschaften als einzige Alternative glaubt. Religion – bzw. der transzendente „Ort des Religiösen“ jenseits der alltäglichen Wirklichkeit ist der letzte nicht einnehmbare Fluchtpunkt der Menschheit – alles andere wird über kurz oder lang dem „Wachstumswahn“ zum Opfer fallen, was in erster Linie Konzernwachstum bedeutet – nicht die Vermehrung von „Tante-Emma-Läden“.

Momentan feiert die Konzernwelt gerade wieder einen sehr großen Triumph: in Griechenland scheint es das erste Mal etwas zu gelingen, was in Bolivien am Widerstand der Bevölkerung scheiterte: Konzerne bekommen die Wasserversorgung in die Hand, danach gieren sie schon lange.

Operation 100 ist nun gedacht gewesen als erster Schritt einer Bewegung, die sich den Konzerngewalten entgegenstellen kann in dem sie eine der wenigen Schwachstellen angreift, die Konzerne noch haben. Noch – aber nicht mehr lange – brauchen Konzerne Personal. Selbst der gute alte Börsenhändler wird mehr und mehr von Computern ersetzt, mehr und mehr machen sich Konzerne von Menschen unabhängig. Der Kernbereich, das Herz das Kapitalismus ist schon längst kein feudalistisch auftretender Industriebaron mehr sondern … ein Hochleistungsrechner. Selbiger zeigt sich aber von noch so rührenden Demonstrationen in Hauptstädten (sofern diese überhaupt genehmigt werden) völlig unbeeindruckt. Operation 100 sollte Menschen ein Werkzeug geben, in die Machtstrukturen der Konzerne einzudringen genauso wie die Konzerne in die Verwaltungsstrukturen der Menschheit eingedrungen sind und dort Menschen beeinflussen – bzw. vor der Beeinflussung schützen. An und für sich … ging es nie nur darum, 100 Euro mehr für jeden Hartz-Abhängigen herauszuschlagen, das hätte zwar nebenbei passieren können, aber wenn man so weit gewesen wäre, hätte man auch das ganze miserable Gesetzeswerk eleminieren können – das wird nämlich nicht besser, nur weil man besser dafür bezahlt wird.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei all jenen bedanken, die Beiträge zu der Entwicklung geliefert haben – auch wenn diese Beiträge überwiegend sehr demotivierend waren, weil sie zeigte, wie sehr die Mechanismen der psychosozialen Zerstörung schon gegriffen haben, wie zerstört und desillusioniert jene Menschen schon sind, die am finanziellen Ende unserer Zivilisation dahinvegetieren. Gleichzeitig habe ich aber gemerkt, das es auch in etablierten Kreisen Interesse gibt, Widerstand zu leisten. Die Anzahl der Menschen, die merken, das die Menschheit als solche keine Zukunft mehr haben wird, wenn wir so weiter wirtschaften wie bisher wächst ständig – auch wenn sie insgesamt noch gering zu sein scheint.

Dem entgegen stehen … faule, besoffene Asoziale. In keiner anderen gesellschaftlichen Organisationsform sammeln sich so viele arbeitsscheue kriminelle Säcke wie in einem Konzern. Ordentlicher Kurzhaarschnitt, perfekt sitzender Anzug, tolle Seidenkrawatte … aber innerlich völlig der faule asoziale Sack, der keinerlei Hemmungen hat, sich auf Kosten der Allgemeinheit zu bereichern und nichts so sehr scheut wie reale, echte Arbeit. Der Konzern, selbst – als Person gesehen – hochgradig psychopathisch, zieht Psychopathen an wie die Motten das Licht. Insofern überraschen die Zahlen zur Wirtschaftskriminalität nicht wirklich.

Ob die Vernichtung der Menschheit durch eine blosse Organisationsstruktur, eine Gestalt gewordene Wahnidee noch aufzuhalten ist, weiß ich nicht. Wir haben hier alle zusammen an einer schön alternativlosen Zukunft gebastelt. Ich wüßte aber auch nicht, wie das Ende des Wachstums ohne großen Knall zu denken wäre. Große Lust auf das ganze Theater haben nur noch wenige, immer mehr bereiten sich ganz praktisch auf ein desaströses Ende vor – eine Entwicklung, die ich mit Sorge beobachte. All jenes, was ich hier nun geschrieben habe, ist der Mehrheit des westlichen Menschen bekannt – zumindestens als „gefühlte Wahrheit“, die konkreten Prozesse in der Makroökonomie sehen wahrscheinlich nicht so viele, aber die über Jahrzehnte laufende beständige Abnahme von Lebensqualität bleibt halt nicht unbemerkt noch folgenlos.

Was nun uns hier vor Ort angeht, so haben wir beschlossen, die OP 100 nicht mehr künstlich am Leben zu erhalten. Die Arbeit überfordert unsere „Manpower“ um ein Vielfaches – und wir denken, das wir mit dem „Nachrichtenspiegel“ ebenfalls einen wichtigen (und ebenfalls sehr zeitaufwendigen) Beitrag leisten, den wir möglichst erhalten wollen.

Man kann halt nicht immer alles haben, nicht wahr?

Ansonsten gilt: alles immer der Reihe nach. Erst retten wir die Welt, dann machen wir eine soziale Bewegung. Umgekehrt … macht es weniger Sinn. Und vielleicht sollten wir uns im praktischen Leben ebenfalls wie der Rest der Welt auf Strategien verlegen, die erstmal ein Überleben der Menschheit ermöglichen: die Superreichen legen ihre Saatguttresore auch nicht umsonst an. Wie das Sammelverhalten der Eichhörnchen auf einen strengen Winter hindeutet, deutet das Sammelverhalten der Superreichen auf … die Erwartung schlimmster Zeiten hin.

Sie sollten auch am ehesten wissen, das sie im Prinzip unaufhaltsame Ungeheuer auf die Menschheit losgelassen haben, virenartige Wesen, die erst dann erlöschen, wenn die Menschheit gestorben ist … oder aber eben in Rechnern noch weiterleben und sich gegenseitig Marktanteile abjagen, bis letztendlich nur noch ein Megakonzern übrigbleibt, dem die ganze Schöpfung gehört, ein Megagedanke, der alle virtuellen Reichtümer in sich vereint.

Ausserhalb der Rechnernetzwerke wird es dann aber nur noch Wüste geben, die mit viel Arbeit wieder fruchtbar gemacht werden muss.

Aber vielleicht finden wir ja doch noch einen Weg, diese Entwicklung zu stoppen. Wäre schon zu peinlich, so ein Ende der Lebensform Mensch: erlegt durch ein künstlich produziertes Wirtschaftssubjekt, das schneller wuchs als man es aufhalten konnte.

 

 

 

 

 

 

Währungs- und Wirtschaftscrash 2012 – und die Überlebensstrategien

"Das Ende ist nah" ... das merkt bald jeder. Wohin man auch kommt, mit wem man auch spricht: allen sitzt es in den Knochen. Wer Hartz IV bezieht, bemerkt die Erschütterungen am Schnellsten, zuvor jedoch bemerkt es der Sachbearbeiter. Wer jedoch noch viel früher dran ist, das Ende unserer zivilisierten Gesellschaft klar vor Augen zu sehen, das sind die, die sie in den Abgrund gesteuert haben um für einen kurze Zeit ihre Mietfrauen von der Steuer absetzen zu können ... und welche asozialen Degenerationserscheinungen es da sonst noch so gibt.  Darum ist es interessant, zu sehen, welche Strategien die Investmentbanker und Wirtschaftsprofis momentan fahren, siehe Zeit:

„Das Ende ist nah“ … das merkt bald jeder. Wohin man auch kommt, mit wem man auch spricht: allen sitzt es in den Knochen. Wer Hartz IV bezieht, bemerkt die Erschütterungen am Schnellsten, zuvor jedoch bemerkt es der Sachbearbeiter. Wer jedoch noch viel früher dran ist, das Ende unserer zivilisierten Gesellschaft klar vor Augen zu sehen, das sind die, die sie in den Abgrund gesteuert haben um für einen kurze Zeit ihre Mietfrauen von der Steuer absetzen zu können … und welche asozialen Degenerationserscheinungen es da sonst noch so gibt.  Darum ist es interessant, zu sehen, welche Strategien die Investmentbanker und Wirtschaftsprofis momentan fahren, siehe Zeit:

Und natürlich hält auch Max Otte die Schuldenquote des Westens für besorgniserregend hoch. Deshalb investiere er selbst außer in Aktien seit Jahren in Wald, Ackerland, Gold.

Es macht schon den Eindruck einer sehr breiten Bewegung, die da in „Expertenkreisen“ abläuft, so berichtet ein Hersteller von Notrationen:

Aber so etwas wie in den letzten drei Jahren hat er noch nie erlebt: dass plötzlich Männer in Nadelstreifen bei ihm bestellen, Zahlenmenschen, wohlhabende Finanzleute. Es habe etwa zehn Monate vor Lehman begonnen (die Reichen wissen ja immer schon vorher Bescheid), Orders aus London, teilweise sechsstellig, allem Anschein nach aus Finanzkreisen. Inzwischen, behauptet Kögel, kämen 60 Prozent seiner Kundschaft aus der Finanzbranche, und selbst zweieinhalb Jahre nach dem Urknall lasse die Nachfrage nicht nach. Investmentbanker, Ehefrauen von Investmentbankern, Direktoren kleiner österreichischer Banken. Von denen habe sich in den letzten Jahren ein gutes Dutzend mit Vorräten bei ihm eingedeckt, oft für die Mitarbeiter noch mit dazu.

Der Autor des Artikels zitiert auch aus einer E-Mail:

»Um es gleich vorwegzunehmen«, stand da, »die meisten Leute in meinem direkten Umfeld haben den Glauben an Deutschland/Europa/eine bessere Zukunft verloren. Sie können sich nicht vorstellen, wie viele Banker in London sich Ackerland, Gold und Hard Assetszulegen und gleichzeitig hoffen, dass die jetzige Form der Geldvermehrung noch lange anhält. Doch jeder ist sich bewusst, dass wir in einer gekauften Zeit leben.«

Verschuldete Menschen leben immer in einer gekauften Zeit. Wir sind als Staat hochverschuldet – und doch übertreffen unsere Schulden noch nicht unser Gesamtvermögen, siehe FAZ:

Die privaten Haushalte in Deutschland haben im vergangenen Jahr ihr Geldvermögen um 4,7 Prozent oder 220 Milliarden auf 4,88 Billionen Euro gesteigert. Zu diesem Ergebnis kommen die Volkswirte der Fondsgesellschaft Allianz Global Investors (AGI) in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie.

Wir sehen also: da ist noch viel Luft drin. Vielleicht mal die Gelegenheit, die Idee des „Notopfers Deutschland“ weiter zu verbreiten, bevor wir als Gesellschaft in unruhigere Fahrwasser gelangen.  Oder mal drauf hinzuweisen, wie wir im Vergleich zu Griechenland dastehen:

Indes bringen tausende Griechen ihre Ersparnisse im Ausland in Sicherheit. Die privaten Geldeinlagen sind laut Angaben der Athener Nationalbank von Januar 2010 bis April 2011 um mehr als 31Mrd. Euro auf 165,5 Mrd. Euro zurückgegangen.

Wir haben mehr Zuwachs als die Gesamtvermögen.

Es ist sehr verwunderlich, einen solchen Artikel in der Zeit zu finden. Die Zeit, unser intellektuelles Flagschiff, kann sich das auch leisten. Wer die liest, sitzt fest im Sattel und kann sich einen Blick auf die Welt jenseits der Aufschwungpropaganda gönnen, um im Anschluss den Diener einkaufen zu schicken.  Seit Fukushima wissen wir, wie gefährlich unsere „Just-in-Time“-Produktion ist. Geschieht etwas unvorhersehbares – was im System „Leben“ oft geschieht – bricht das System zusammen. Vielleicht auch ein Grund, warum wir unseren Alltag immer lebloser, mechanischer gestalten.

Die groben Skizzen der Endzeitstimmung unter den Verantwortlichen, den Experten und Fachleuten, den Wirtschaftslenkern und Politikern sind nicht fein genug, um wirklich zu beunruhigen, aber deutlich genug, um jeden Menschen mit etwas Sachverstand klar zu machen, das sich die Leistungselite auf ein Ende vorbereitet, ein Ende, von dem man mit Sicherheit ausgeht, das es kommt: man weiß nur noch nicht, wann es soweit ist.

Bis 2012 werden wir wahrscheinlich nicht warten müssen. Geht nur ein wenig fehl, dann haben wir nächste Woche schon einen heißen Krieg gegen China. Wie das geht? Drohnen schießen weiter auf Pakistan, Chinesen eilen zur Hilfe, schiessen Drohnen ab, die USA rufen den Bündnisfall aus und unsere Bundeswehr darf von Afghanistan aus Richtung Tibet marschieren.

Ein bequemer Krieg für die USA, wenn alle ihre Massenvernichtungswaffen im Schrank lassen – was im Zweiten Weltkrieg auch geklappt hat. Selbst Hitler ließ sein Giftgas im Schrank (oder im KZ).  Ein Krieg, wie ihn die USA lieben: die Europäer führen ihn und sie produzieren die Waffen dafür. Ging ja auch schon zweimal gut.

Gleich morgen früh, wenn die Börse öffnet, könnte die nächste Nachricht dafür sorgen, das der Dax zum Sturzflug einsetzt: die unabwendbare Pleite der USA (die im Übrigen ihre Fähigkeit Krieg  zu führen nicht beeinträchtigt – ganz im Gegenteil, man hätte einen Grund, landesweit das Kriegsrecht einzuführen). Vielleicht reicht ja schon die Nachricht, das erneut 22 Krankenkassen vor der Pleite stehen, weil sie die Ansprüche der Ärzteschaft und der Pharmaindustrie nicht mehr finanzieren können.

Oder die EHEC-Infektionen erreichen die Millionengrenze und entpuppt sich als neue unaufhaltsame Katastrophe.

Vielleicht spielt ja auch die Natur verrückt, liefert uns neue Rekorddürren, Tornados, die Städte eleminieren oder neue Superbeben, die unsere Infrastruktur endgültig zerrütten.

Laut junge Welt bereiten sich auch die politischen Kreise auf eine ganz neue Art des Miteinanders vor:

So könnten Eltern Schulräume selbst streichen, statt zunächst darüber zu streiten, »wer es bezahlt, wenn einer von der Leiter fällt«. Wenn das gelinge, hätte Berlin auch wieder genug Geld, geben sich Hassemer und seine Mitstreiter überzeugt. Das hört sich im ersten Moment nach hohlem Geschwätz an. Dahinter steckt jedoch eine Lobby, die sich die weitgehende Entstaatlichung wesentlicher Bereiche der Stadtentwicklung auf die Fahnen geschrieben hat. Und bei allen im Berliner Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien rennt sie damit offene Türen ein.

Die Entstaatlichung der Bereich der Stadtentwicklung? Es ist der unverhohlene Aufruf zur Zwangsarbeit auch für jene, die gerade mal nicht arbeitslos sind – die Mobilisierung des Volkes für den Endkampf, eine Mobilisierung, an der die LINKEN ebenso mitarbeiten wie GRÜNE, FDP, CDU und SPD. So sendet auch die Politik neben den Aufschwungtheorien auch ganz praktische Endzeitsignale, während spanienleben uns schon mal Bilder von dem zukünftigen Miteinander von Bürger und Staat im vereinten Europa schickt.

Man sieht also – Gründe für Endzeitstimmug gibt es genug.

Die veröffentlichten Gegenstrategien jedoch … sind erstaunlich dämlich. Sie passen aber zu dem Denkmuster asozialer Charaktere, die wirklich glauben, sie könnten im Falle des Zusammenbruches der Zivilgesellschaft weiterhin auf die staatlichen Eigentumsgarantien bauen.

Wo kein Staat ist, da gibt es auch kein Eigentum mehr – es sei denn, man kann es verteidigen.

Erlischt das Staatsrecht, gilt wieder Naturrecht – das ist in der Regel das Recht des Stärkeren. Der Stärkere ist dann jedoch nicht mehr derjenige mit den besten advokatischen Winkelzügen, den schlauesten Anlagetipps oder den besten Beziehungen in Börsenkreisen, sondern derjenige, er es schafft, Gemeinschaften um sich zu bilden. Der Brionianzug wird dann seine Macht verloren haben.

In der postapokalyptischen Gesellschaft ist das Gemüsebeet auf der Alm ja sehr lustig … bis die Zahnschmerzen kommen, die Nierenkolik die Schmerzen unerträglich werden lässt oder einfach das ganz normal Alter zuschlägt und man den Dosenöffner nicht mehr bedienen kann.

Was Menschen überlebensfähig macht, ist Gemeinschaft. Jenseits der von der Konsumindustrie propagierten Einzelkämpfermentalität ist die Bildung von arbeitsteiligen Gemeinschaften die sicherste Zukunftsvorsorge.

Das läuft schon seit Jahrtausenden so.

Ebenso gibt es schon seit Jahrtausenden die Industrie, die an Weltuntergangsängsten prächtig verdient: mit Bücher, Notrationen und dem Wunsch: „Gebt mir all euer Geld, das Ende ist nah!“.

Viel erquickender als als einsamer Kräuterkauer in den Wäldern dahin zu vegetieren ist das Leben in Gemeinschaften und der Neuaufbau der Gesellschaft auf den Trümmern der Alten.

Was wir da jedoch überhaupt nicht brauchen werden, sind die alten Egomanen mit ihrem „Master of the Universe“-Trip. Die sollten wir schnellstens entsorgen, sobald sie in die Nähe kommen, sonst werden sie auch neue Staaten wieder mit ihren Ängsten, Zwängen und Anlagestrategien an die Wand fahren.

„Zukunft“ heißt immer „Gemeinschaft“, der einsame Wolf erfriert nur im Wald – früher oder später, falls er nicht an Einsamkeit, Vergiftung oder einer Infektion stirbt.

Wenn wir aber verstanden haben, das „Zukunft“ „Gemeinschaft“ ist, dann … könnten wir jetzt schon damit anfangen. Noch ist die soziale Infrastruktur aktiv, obwohl Armeen von „Beratern“ an ihrem Abbau arbeiten. Noch können wir das Schlimmste verhindern. Allerdings … läuft die Zeit gegen uns. Viel haben wir nicht mehr davon, in der Tat leben wir von gekaufter Zeit … auf Pump gekaufter Zeit.

Und wer meint, das er mit seiner Garage voller Dosen gut durch die schlimmen Zeiten kommt, der sollte sich mal an einen alten Slogan erinnern:

„Eat the rich!“

Nicht auszuschliessen, das diese Devise in Zukunft Leitspruch einer Gemeinschaft wird, die Teile ihrer Menschlichkeit dem Verdauungsapparat geopfert hat. Ein Grund auf für Reiche, mal darüber nachzudenken, ob man sich nicht mal auf des gute alte MITEINANDER besinnen sollte, anstatt beständig und immer intensiver an einer Welt des GEGENEINANDERS zu arbeiten.

„Lieber arm als Schaschlik“ möchte ich da mal zur Besinnung mitgeben.

EHEC und der Brioniputsch: Die Vernichtung der bürgerlichen Gesellschaft und der linken Bewegung

Eine Regierung, die Grausamkeiten gegen ihre Bürger plant, ist keine Regierung, sondern ausführendes Organ einer staatsfeindlichen Macht - so einfach dürfen Philosophen die politischen Wirklichkeiten auf kleine Wahrheiten reduzieren, wenn sie aus der Eifel kommen. Der Satz ist eingängig, wirkt bedrohlich und ... wirklichkeitsfremd. Dabei merken wir alle, das er wahr ist.

Eine Regierung, die Grausamkeiten gegen ihre Bürger plant, ist keine Regierung, sondern ausführendes Organ einer staatsfeindlichen Macht – so einfach dürfen Philosophen die politischen Wirklichkeiten auf kleine Wahrheiten reduzieren, wenn sie aus der Eifel kommen. Der Satz ist eingängig, wirkt bedrohlich und … wirklichkeitsfremd. Dabei merken wir alle, das er wahr ist. Die haben sogar Uniformen, mit denen sie sich vom Volk unterscheiden – allerdings liebt man hier eher das dezente Auftreten, dieses brutale, krasse, dämliche Getue mit Armbinden und Fackelmärschen hat man vorerst abgeschafft. Wie die Uniformen aussehen?

Der Stern hatte dereinst darüber berichtet:

Sie führt die Liste der schrecklichsten Politiker-Ouftits eindeutig an: Claudia Nolte in Rüschenbluse. Auch bei ihren männlichen Kollegen herrscht oft Geschmacksverirrung. Doch seit Brioni ins Kanzleramt Einzug gehalten hat, haben viele dazugelernt.

Da hat Kanzler Schröder schon mal eine Richtlinie vorgegeben: wer dazu gehören will, trägt teuersten Stoff. Wer sich den nicht leisten will oder leisten kann … gehört eben nicht dazu.  Preis anstelle von Armbinde geht auch, wird aber eher innen als am Arm getragen.

Man kann sich auch mal die Entwicklung der Grünen anschauen: kann sich noch jemand erinnern, wie die 1980 ausschauten … und was die wollten? Heute sind auch sie ausführendes Organ einer staatsfeindlichen Macht und planen Grausamkeiten. Schaut sie euch an, wie sie aussehen: wie eine Aussenstelle der Jungen Union. Die haben des Kanzlers Weisung Nr. 1 verstanden: Brioni muss her.

In Finanzen-Net findet man ein Interview mit dem Brioni-Chef, der dem Kanzler Rückendeckung gibt:

Denn wenn man Brioni überall finden kann, wird die Exklusivität unserer Marke verloren gehen. Wir wollen die Marke in einer Nische halten, nicht den Massenmarkt bedienen. Nicht alle Menschen sollen sich Brioni leisten können.

Ich war mal beim Herrenausstatter Max Dietl um zu erfahren, wer das denn alles trägt und was das kostet:

Was haben Donald Trump, Nelson Mandela, Wladimir Putin, Eric Clapton, Al Pacino, Tom Hanks, Richard Gere, Kofi Annan und die beiden 007-Darsteller Daniel Craig und Pierce Brosnan gemeinsam? Sie gehören zu einer privilegierten Gruppe von etwa 25.000 Männern die ihre maßgeschneiderten Anzüge von Brioni fertigen lassen.

Die günstigsten Anzüge beginnen bei 5.000 Dollar, während die teuersten bis zu 50.000 Dollar kosten können.

So, 1000 Monate die fünf Euro Hartz-Erhöhung beiseite gelegt, dann könnte sich auch ein behinderter Arbeitsloser so einen Stoff leisten.  Das sind nur 83 Jahre, wenn er die überlebt, kann er im Sarg was ganz Feines tragen, während der Kanzler, der ihn enteignet hat, ganz offen mit dem Stoff durch die Gegend läuft und damit die nonverbale Botschaft verbreitet: „SEHT HER, ICH KANN MIR SOWAS LEISTEN – VON EUREM GELD!“

Solche Botschaften hört man doch als Bürger gerne von seinem Kanzler, oder?

Diese Anzüge sollen sich absichtlich nicht alle leisten können, damit man sich untereinander erkennt. Das ist der geheime Dresscode der Bruderschaft, den man verstehen muss, um dazu zu  gehören. Nebenbei bemerkt: die Wahl der richtigen Schuhe ist noch wichtiger, nur Eingeweihte bewegen sich hier sicher.

Nun gilt es jedoch erstmal den Satz zu beweisen, das die Regierung Grausamkeiten plant. Wie währe es mit Kürzungen bei Hartz IV? Die BA plant neben dem Abbau von 10000 Stellen deutliche Kürzungen bei dem Budget für Arbeitslose, „Konzentration auf die Fitten“ nennt das der Autor. Davon gibt es wohl nur noch wenige, der Rest wird abgeschoben und landet letztendlich dort, wo sich schon viele Ostdeutsche Wendeverlierer befinden: in der Generation Armut, siehe Zeit:

Vielen Ostdeutschen droht nach jahrelanger Arbeitslosigkeit nur eine kümmerliche Rente – aber auch im Westen wächst die Zahl der bedürftigen Ruheständler.

Währenddessen bezahlt der Staat (also WIR ALLE) ganz viel Geld dafür, das noch mehr Menschen in Armut bleiben, siehe Neues Deutschland:

Die Ausgaben des Bundes für Lohnzuschüsse an Geringverdiener sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Der Bund zahlte 2010 rund 1,62 Milliarden Euro Zuschüsse an Arbeitgeber, wie am Montag aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der LINKEN-Bundestagsfraktion hervorging. Demnach hatten im Jahr 2005 die Ausgaben des Bundes dafür nur rund 400 Millionen Euro betragen.

Doch damit noch nicht alles. Durch die gezielte Setzung von Realitäten züchtet die Regierung sich neue Menschentypen heran, so wie man dereinst Hunde gezüchtet hat. Die Frankfurter Rundschau berichtet aktuell darüber:

Nach der totalen Entkollektivierung und Entsolidarisierung der Gesellschaft wird ein „hypermodernes Individuum“ auf der Bildfläche erscheinen, ein neues Leitbild menschlichen Lebens, das ohne das schützende Kollektiv des Staates zu leben hat – prekär, riskant, asozial, kriminell, vagabundierend.

Nüchtern konstatiert Castel allerdings das Scheitern der Klassenfrage – zuerst die Sozialgesetzgebungen, dann aber vor allem die Verwandlung der proletarischen in Angestelltenmilieus haben die Antagonismen zwischen den Klassen in die Konkurrenz um Aufstiegschancen umgebogen.

Mit anderen Worten, der Angestellte liebt seinen Chef und fürchtet seine Nachbarn. Aber auch diese Zurichtung des Individuums, das sich den eigenen Erfolg am liebsten ganz allein zuschreibt und das Soziale nur noch als Hindernis empfindet, bleibt an die durch staatliche Institutionen gesicherten Transfers gebunden.

Nüchtern betrachtet: es geht um Dressur und Züchtung, es geht um die gezielte Umformung des Bürgers hin zu einem deformierten asozialen Wesen, das dann genau der Propaganda entspricht, die heute von den Medien gerne über „Arbeitslose“ verbreitet wird.

Ausführendes Organ: der Anzug – und die Regierung. Ich nenne sowas staatsfeindlich, wenn nicht sogar das bislang abscheulichste Verbrechen gegen die Menschlichkeit von dem die bekannte Geschichtsschreibung weiß. Es wurden zwar schon oft Volksgruppen ausgelöscht, aber noch nie hat man in diesem Ausmass versucht, Menschen herunter zu züchten.

Hier erkennt man auch die Chancenlosigkeit der Linken oder jeder anderen politischen Bewegung: es fehlt einfach an mobilisierbarem Volk, das „hypermoderne Individuum“ kann mit der ganzen sozialen Begrifflichkeit nichts mehr anfangen, er ist „seines eigenen Schicksals Herr“ und hat … versagt.  Oder auch nicht, dann wird er zu einem ausführenden Organ der Asozialität, bis es ihn selbst dahinrafft.

Diese Dimensionen der Vernichtung der bürgerlichen Gesellschaft durch den Brioni-Putsch werden kaum ins Auge gefasst – und deshalb läuft der Putsch weiter.

Und die Medien, die Wächter der Demokratie, die Hüter des kleinen Mannes, der Gerechtigkeit? Tragen Brioni oder haben versagt. Manchmal fällt es ihnen auf, wie aktuell in der Zeit:

Megabeben, Tsunami, Atomkatastrophe. Der Schock traf auch die Menschen in Deutschland – Angst und Unsicherheit nahmen zu. Sie fragen sich, wem sie glauben sollen und können. Risiken, die man gut zu kennen glaubte, müssen von jedem Bürger neu bewertet werden, vom einfachen Büroangestellten bis hin zum Spitzenpolitiker.

Es konnte nur einen Schock geben, weil man über die seit den siebziger Jahren bekannten Gefahren nicht  berichtet hat sondern sie TAGTÄGLICH verdrängt, verschwiegen oder verharmlost hat, womit ich die drei neuen zentralen Arbeitsfelder des modernen Journalismus nebenbei beschrieben habe. Den Grünen ohne Brioni waren die Gefahren durch Atomkraft noch bekannt, die Grünen mit Brioni haben aus der Angst vor dem Atom mehrere lukrative Geschäftsmodelle auf Staatskosten entwickelt.

Ebenso wird es einen Schock geben, wenn die Brioni-Gesellschaft sich auf allen Ebenen durchgesetzt und die bürgerliche Gesellschaft ins Museum verschoben hat, wo sie unter dem Schild „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ als Modell der Vergangenheit präsentiert wird, während draußen in der Wirklichkeit zunehmend „Sklaverei, Herrenmenschentum und Kannibalismus“ um sich greifen.

So hat eine politische Bewegung, die sich erfolgreich gegen die Vernichtung der bürgerlichen Gesellschaft stemmen will, eine Mammutaufgabe vor sich: sie muss die Züchtung des hypermodernen Menschen rückgängig machen bei gleichzeitigem Rückbau der monopolartigen Versorgungstrukturen der Wirtschaft, die zum Züchtungserfolg wesentlich beigetragen haben.

Einfach nur „Links“ wählen reicht da nicht. Bei Erfolg … tragen die dann auch nur Brioni. Die können es sich dann leisten. Und wenn die den Anzug anhaben, dann reden die auch gleich ganz anders, siehe Sozialisten im  Handelsblatt:

Die griechische EU-Kommissarin Maria Damanaki hat ihr Land in einem dramatischen Appell auf einen drastischen Sparkurs eingeschworen. „Ich bin gezwungen, offen zu reden“, sagte Damanaki am Mittwoch in Athen. „Entweder einigen wir uns mit unseren Schuldnern auf ein Programm mit brutalen Opfern, oder wir kehren zu Drachme zurück.“ Griechenland stehe an einem Scheideweg, sagte die in Brüssel für Fischerei und Maritime Angelegenheiten zuständige sozialistische Politikerin laut der halbamtlichen Athener Nachrichtenagentur weiter. Die größte Errungenschaft des Landes seit dem Zweiten Weltkrieg, der Beitritt zur Eurozone, sei in Gefahr. Deshalb sei alles andere zweitrangig.

Alles andere ist zweitrangig … darf ich das als Wahlspruch über die EU hängen? „Brutale Opfer“ sind also in den Augen von Sozialisten auf einmal unvermeidlich?

Wir sollten ein waches Auge auf Griechenland haben. Was dort geschieht,  droht auch uns – nur halt etwas später. Auch wenn es keiner glauben möchte: unsere Polizei rationiert jetzt schon den Treibstoff. Das hypermoderne Individuum stört sich daran nicht – Polizei ist eh´ nur lästig. Der Bürger jedoch weiß aus der Erfahrung von 3000 Jahren, das mit der Einsatzbereitschaft der Polizei das Gewaltmonopol der bürgerlichen Gesellschaft fällt – und damit der Barbarei wieder Tür und Tor geöffnet wird, was nichts anderes bedeutet als die völlige Vernichtung der bürgerlichen Gesellschaft und ihrer Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte im Sinne von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Werte, die die Brionibrüder auch gerne leben – wenn sie unter ihresgleichen sind.

Für den Rest gilt: Not, Leid und Elend per Gesetz.

Und zur Not wird noch etwas nachgeholfen, siehe Tagesspiegel:

Der aktuelle EHEC-Ausbruch ist ungewöhnlich und beunruhigend. Bei vielen Erkrankten tritt eine sonst seltene Komplikation auf. Die Quelle der Infektionen ist weiter unklar. Wurden die Bakterien gar absichtlich ausgebracht?

Ein mit Vorbehalt geäußerter Verdacht des Direktors des Instituts für Biologische Sicherheitsforschung in Halle.

Damit würde der Brioni-Putsch in eine neue Phase eintreten.

 

 

Wachstumsmarkt Deutschland: Armut, Asozialität und Adel im Aufwind – Leistung und Charakter eher nicht.

Deutschland hat ja eigentlich keine Probleme. Deutschland geht es gut. Erst kürzlich wurde sogar öffentlich vom Amt für Armutsverwaltung bekannt gegeben, das 2010 eine Million Langzeitarbeitslose wieder einen Job bekommen haben. Wir jubelten mit. Heute legt die nächste Abteilung noch einmal eine andere Statistik nach, siehe Welt:

Deutschland hat ja eigentlich keine Probleme. Deutschland geht es gut. Erst kürzlich wurde sogar öffentlich vom Amt für Armutsverwaltung bekannt gegeben, das 2010 eine Million Langzeitarbeitslose wieder einen Job bekommen haben. Wir jubelten mit. Heute legt die nächste Abteilung noch einmal eine andere Statistik nach, siehe Welt:

Die Zahl der Arbeitslosen geht deutlich zurück. Die Zahl der Hartz-IV-Empfänger sinkt dagegen nur minimal um knapp drei Prozent.

Wieso die Zahl der Langzeitarbeitslosen nicht stärker sinkt, wo doch eine Million von ihnen neue Jobs bekommen haben, kann nicht rational erklärt werden, hier stößt man an die Grenzen des Systems. „Geheimnis des Glaubens“, so heißt das bei der katholischen Kirche, wenn der Verstand die Lehrsätze nicht mehr nachvollziehen kann.

Auf jeden Fall können wir hoffnungsvoll in die Zukunft schauen, so wollen die Konzernmedien uns jedenfalls noch eine Weile lang sehen, denn solange das System noch läuft, solange kann „abgegriffen werden“. Und wenn der große Knall erstmal kommt, dann kann man gar nicht genug haben: Geld, Gold, Öl … das braucht man schon, um über die Runden zu kommen. Hat man das nicht, drohen amerikanische Verhältnisse … eine Metapher, die bald eine ganz andere Bedeutung bekommen kann, siehe Zeit:

Wenn der Kongress nicht bis spätestens Freitag einen Kompromiss im Budgetkonflikt erzielt, dann müssen zahlreiche Behörden schließen und Millionen Staatsbedienstete zuhause bleiben. Kriegsveteranen und Rentner bekommen keine Zahlungen mehr.

So sieht Staatspleite dann praktisch aus. Die Rathäuser sind zu. Ruft man bei der Polizei an, um zu fragen, was los ist, kommt der Anrufbeantworter. Kommen dann die ersten Notfälle für die Feuerwehr herein, landet man … bei der Polizei, siehe dort. Will man sich bei den Ländern oder beim Bund melden, wird man zur Feuerwehr umgeleitet … weiteres siehe dort. Am Monatsanfang wird das Geld knapp, weil keinerlei staatliche Zahlungen mehr eintreffen – ja, liebe Besserverdienende, auch das Kindergeld nicht. Dafür ruft die Oma an und will was geliehen haben: die Auszahlungen der Renten und Pensionen wird dann ebenfalls gestoppt. Aber auch Subventionen fließen dann nicht mehr, ebenso die ach so lieb gewonnenen Bauaufträge für den Mittelstand.

Um solche Entwicklungen zu vermeiden, greifen die verrohten Sozialbarbaren des Mittelstandes gerne auch zu äußerst asozialen Mitteln wie dem Abbau der Gesundheitsversorge für Rentner, siehe Zeit:

Es geht also vor allem um teure staatliche Wohlfahrtsprogramme, auf die Bürger einen Rechtsanspruch haben – und dabei in erster Linie um Medicare und Medicaid, die Krankenversicherungen für Pensionäre, für Behinderte und für Arme.

Sie schlucken einen immer größer werdenden Teil des Bundeshaushalts, weil Amerikas Gesundheitsversorgung sowieso schon die teuerste der Welt ist und auch hier – wie in Europa – die Bevölkerung im Durchschnitt immer älter wird. Laut Voraussagen werden sich diese Kosten innerhalb der nächsten zehn Jahre fast verdoppeln. Senken kann man sie nicht einfach mit dem Rotstift. Sondern nur, wenn man zuvor die Ansprüche, also die gesetzliche Grundlage ändert. Indem man zum Beispiel das Rentenalter heraufsetzt, bestimmte Leistungen im Katalog streicht. Oder indem man, wie es einige Republikaner vorschlagen, das staatliche Wohlfahrtssystem privatisiert.

Man kann es auch in einfachen Worten sagen: unser Gesellschaftssystem hat kein Platz mehr für alte und kranke Menschen. Uns wäre es in unserer Gesamtheit lieber, es gäbe sie gar nicht, diese alten und kranken Dinge. Die kosten nur und bringen nichts. Das die früher mal was geleistet haben, ist ein Faktor, der heute nicht mehr so zählt, denn „Leistung“ ist ein Wirklichkeit kein Begriff der Marktwirtschaft, auch wenn man sich gerne mit ihm schmückt, siehe Zeit:

Sie ist in der freien Marktwirtschaft nicht entscheidend. Auf dem Markt bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis, nicht die Leistung, die jeder erbringt. Ich halte das übrigens nicht für eine Ungerechtigkeit. Im Gegenteil: Es ist das Gute am Markt, dass die Bedürfnisse der Kunden der entscheidende Faktor sind. Aber dann kann man eben nicht davon sprechen, dass es die Leistung allein ist, die über die Höhe der Einkommen entscheidet. Und es bedeutet eben auch, dass es eine gute Begründung für eine Umverteilungspolitik gibt.

Hier spielt viel Glück eine Rolle, wie der Philosoph Gosepath am Beispiel eines Sandsackproduzenten ausführt: gestern noch fast pleite, ist man heute Millionär – nicht dank Leistung, sondern dank Oderhochwasser.

Solche einfachen aber trotzdem überzeugenden Erkenntnisse halte natürlich andere nicht davon ab, trotzdem den Typus des erfolgreichen Leistungsträgers zu beschwören, wie es der Spiegel aktuell gerade macht:

Melanie Kramer, Soziologin in Potsdam, hat die Daten ausgewertet und fasst die Charaktermerkmale der Reichen so zusammen: „Sie sind weniger neurotisch, also psychisch und emotional stabiler. Außerdem sind sie häufiger extravertiert, sie sind gesellig und gern unter Menschen. Vermögende sind wesentlich offener für neue Erfahrungen, wissbegierig und tolerant. Dagegen sind sie weniger verträglich und scheuen keine Konflikte.“

Sind sie nicht toll, diese Reichen? Sind es nicht wahre Herrenmenschen, die aufgrund ihrer vorzüglichen Charaktereigenschaften zum Führertum geboren worden sind? Während hingegen doch der Arme mit seinen Neurosen, seinem ewigen Geheule und Gejammere, seiner angepaßten Zurückgezogenheit sich eher zum Herdentier eignet, wie uns nach kurzer Überlegung eigentlich plausibel ist.

Und das Schöne ist: der Adel hatte Recht! Erfolgreiche adelige Charaktereigenschaften vererben sich in der Tat:

Doch auch bei reichen Erben zeigen sich in signifikanter Weise die von Kramer genannten Charakterausprägungen. Diese Oberschichtssprösslinge können nicht aufgrund ihrer Charaktereigenschaften reich geworden sein – sie wurden ja bereits reich geboren. Hier funktioniert der Mechanismus offenbar in umgekehrter Richtung: In einem Oberschicht-Elternhaus aufzuwachsen, fördert bestimmte Charaktermerkmale.

Die sind nicht nur psychisch eindeutig überlegen, diese Reichen, die können auch noch ganze Dynastien von psychisch überlegenen Herrenmenschen gründen, die einfach zum herrschen geboren worden sind. Hätten wir das vorher gewußt, hätten wir den Guttenberg …. ach, lassen wir das. Was uns aber sofort klar sein dürfte: diese edlen Gene dürfen niemals in Gefahr gebracht werden, erst recht nicht durch überbordende Sozialstaatsansprüche.  Wie in jeder Herde, müssen halt die alten, kranken und behinderten Tiere selbst zusehen, wie sie sich gegen die Hyänen des Finanzkapitals durchsetzen. So ist die Natur. Grünenwählern ist das selbstverständlich. Die finden so etwas gut. Da bleibt nämlich mehr übrig für die Gestaltung des Privatbiotops im eigenen Garten. So etwas kostet halt. Im Manager Magazin wird man gerade darüber aufgeklärt, wie wichtig uns die Pflege der Superreichen ist:

Der schonende steuerliche Umgang mit großen Vermögen lässt nicht nur die Finanzierungsbasis des Staates zunehmend erodieren, er stellt auch einen eklatanten Verstoß gegen das Gebot der Leistungsgerechtigkeit dar, das ja gerade Angehörige der Oberschicht gerne postulieren. Ein Prozent der deutschen Kinder dürfte in den kommenden Jahrzehnten ein Viertel des gesamten Vermögens in Deutschland erben – und wird darauf kaum Steuern zahlen müssen. Ein Drittel aller Kinder wird hingegen von seinen Eltern gar nichts erben und kann bestenfalls durch hoch besteuerte Arbeit zu Wohlstand gelangen.

Ein Prozent der Kinder erben 25 % des gesamten Volksvermögens. Toll! Gut zu wissen, das die Menschen mit dem richtig guten Charakter dann auch sozial gut abgesichert sind. Nicht auszudenken, wie solch edle Naturen in der Gosse leiden würden. Schön auch zu sehen, das die Regierung alles in ihrer Macht stehende unternimmt, um den Prozess zu beschleunigen, bis letztlich in ferner Zukunft ein einziger Superreicher alles, ja wirklich ganz und gar alles hat, siehe FTD:

Die Bundesregierung plant eine unternehmerfreundliche Steuerreform: Nach FTD-Informationen dürfen deutsche Firmen künftig Verluste aus dem Ausland verrechnen. Das dürfte Steuerausfälle in Milliardenhöhe zur Folge haben.

Wir brauchen keine Steuern. Die werden sowieso nur von den Herdenmenschen gefressen. Wir brauchen auch eigentlich gar keinen Staat mehr. Wir organisieren das alles privat – Geld genug ist ja da. Ein paar eingezäunte Landstriche, in denen man das Paradies erblühen läßt … und außerhalb dann die kalte brutale Realität von „Hartzland“, wo man mit dem Messer in der Hand tagtäglich ums Überleben kämpfen muß – permanente Liveübertragungen sichern das Interesse der Herrenmenschen.

Damit wir schon heute etwas von dem neuen Wind in Deutschland mitbekommen, fangen manche Firmen schon jetzt an, neue Wege zu gehen, siehe FAZ:

Die Firma aus der Pfalz wollte nicht länger tatenlos zusehen. Sie nutzte die freien Kapazitäten in der jüngsten Wirtschaftskrise, in der es mehr Mitarbeiter als Aufträge gab, und erarbeitete ein Gesundheitssystem. Dazu gehören ärztliche Untersuchungen, finanzielle Zuschüsse für sportliche Aktivitäten und vor allem eine größere Sensibilität gegenüber dem Problem stetig wachsender Belastungen am Arbeitsplatz. Wer sich zum Beispiel krank gemeldet hat – und sei es auch nur für einen Tag – dem bieten die Vorgesetzten seither ein Gespräch an. „Das soll keine Disziplinarmaßnahme sein“, sagt Tanja Romboy, sie wollten nur erfahren, ob es an der Arbeit lag, dass jemand krank wurde, und ob sich womöglich etwas verbessern ließe. Auf diese Weise sollen Langzeitkrankheiten verhindert werden.

Natürlich ist das keine Disziplinarmaßnahme. Man verschwendet gerne Arbeitszeit für ein Pläuschchen, bei dem der Arbeitnehmer nicht so recht weiß, ob er noch einen Arbeitsplatz hat, wenn der das Büro des Chefs wieder verlässt.

Aber uns geht es gut. Der Aufschwung hat uns voll erfasst und lässt uns nicht wieder los. Gut – wir sollten nicht krank oder alt werden. Das wäre dann schlecht. Aber das entscheidet ja auch jeder für sich, gerade so, wie es ihm gefällt. Immerhin ist dies ein freies Land. Wer unbedingt meint, er müsse sich kaputt malochen anstatt einfach sein Geld für sich arbeiten zu lassen, der ist schlichtweg selber schuld. Wie man sich benimmt, wie es sich gehört, zeigen eben die Guttenbergs, hier der Senior im Manager Magazin:

Die beiden Autoren zeichnen darin das Bild eines Karl-Theodor zu Guttenberg senior, der seine Mitarbeiter wie Leibeigene behandelt, Überstunden nicht bezahlt, Betriebsräte zu verhindern sucht, Lehrlinge als billige Hilfsarbeiter missbraucht und selbst langjährige Beschäftigte wegen kleinster Vergehen feuert. Das adelige Standesbewusstsein zeigt sich vor allem darin, dass sich der Herr Baron bei einer Betriebsfeier vor den Augen der Belegschaft Rehbraten servieren lässt – für alle anderen gibt’s Würstchen.

Irgendwie bleibt bei mir allerdings das unangenehme Gefühl, das es kein besonders edler Charakter ist, der sich da im Reichtum suhlt. Aber … ich bin ja auch nur ein armes Herdentier, einer vom Würstchenvolk, nicht vom Rehbratenadel – was weiß ich schon.

 

 

 

Neue Massengräber in Deutschland: Armenverbrennungen nehmen zu!

Ein bald folgender Beitrag der Dresdener Sozialwacht hat mich auf ein unheimliches Thema gebracht: wir haben in Deutschland wieder anonyme Massengräber. In der Tat: man spricht nicht drüber, aber es gibt sie. Vorbei die Vorstellung, man könnte Oma und Opa dereinst nochmal am Grabe besuchen ... waren Oma und Opa nicht reich oder gut betucht, dann ... geschieht ihnen etwas, das die Welt im Detail schildert:

Ein bald folgender Beitrag der Dresdener Sozialwacht hat mich auf ein unheimliches Thema gebracht: wir haben in Deutschland wieder anonyme Massengräber. In der Tat: man spricht nicht drüber, aber es gibt sie. Vorbei die Vorstellung, man könnte Oma und Opa dereinst nochmal am Grabe besuchen … waren Oma und Opa nicht reich oder gut betucht, dann … geschieht ihnen etwas, das die Welt im Detail schildert:

Die Namen der Toten stehen auf weißen Aufklebern geschrieben, sie heften auf den Urnen. Es sind vergessene Tote. Tote, die einsam starben, weil es niemanden mehr gab, der sich um sie kümmerte. Stirbt eine Person, von der keine Angehörigen bekannt sind, so versucht das Friedhofsamt, Verwandte ausfindig zu machen und Kontakt aufzunehmen. Falls dies nicht gelingt oder falls sich diejenigen weigern, die verpflichtet wären, die Kosten für eine Bestattung zu übernehmen, werden die Verstorbenen auf Anordnung des Sozialamtes bei einer Massenbeisetzung beerdigt.

Der Westen beschreibt, wo man die Toten dann finden kann:

Große Begräbnisse lassen sich mit dem Gefundenen in der Regel nicht finanzieren. Eine „ordnungsbehördliche Bestattung” endet im Feuer. Die Asche landet fast immer anonym auf einem Gräberfeld in Lüdenscheid.

Der Fachbereich rechnet in diesem Jahr mit Kosten von rund 25 000 Euro für sogenannte „ordnungsbehördliche Maßnahmen”.

Tendenz: steigend.

Diejenigen, denen das Geld kaum zum Leben reicht, haben meist auch nicht genug für eine Beerdigung: Findet sich unter den Angehörigen niemand, der die Kosten für eine Bestattung übernimmt, muss das Sozialamt einspringen. Oft droht damit die Zwangsbestattung. In der Regel ist dies eine Einäscherung mit anonymer Beisetzung.

So formulieren es die „Bestattungsinformationen„.

Das wir es hier mit dem Aufblühen einer neuen Entsorgungskultur zu tun haben, ist beim 3.  hessischen Bestattertag schon zur Sprache gekommen, siehe „Bestattergewerbe“:

Tade Spranger vom Institut für Wissenschaft und Ethik der Rheinischen Friedrichs-Wilhelms-Universität Bonn brachte es auf den Punkt: „Eine Sozialbestattung ist kein Armenbegräbnis. Wir sind aber auf dem Weg dorthin, und die Rechtssprechung ist daran nicht ganz schuldlos“

Dezidiert wandte sich Spranger, der unter anderem einen Kommentar zum nordrhein-westfälischen Bestattungsrecht herausgegeben hat, gegen die um sich greifende „Entsorgungsmentalität“ wenn es darum gehe, „Menschen unter die Erde zu bringen“.

„Entsorgungsmentalität“ in dieser Qualität hatten wir schon mal. 1933 – 1945.

Kriegen wir auch wieder, der rundumvollversorgte Wohlstandsbürger ist zu allem bereit, um sein Einfamilienhaus im Grünen  in Betrieb zu halten. Es war die unsägliche rot-grüne Regierung unter Kanzler Schröder, die das Sterbegeld gestrichen hatte und gleichzeitig die Armut per Gesetz einführte, um Millionen von Menschen endgültig vom Arbeitsmarkt abzukoppeln und künstlich ein sozial abgestraftes Prekariat zu schaffen, deren Kinder keine Konkurrenz mehr für die eigenen Sprößlinge bedeutet, es war diese Regierung, die Arbeitslose als „Parasiten“ verurteilte, die den unheiligen Satz sprach: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“.

Kein Wunder, das wir nun auch wieder anonyme Massengräber und Massenverbrennungen bekommen, Menschenverachtung und Nazi-Entsorgungskultur gehören einfach zusammen, aber sofern die Abwärme aus dem Verbrennungsvorgang ökologisch sinnvoll noch zum Heizen des Rathauses mitbenutzt wird, dann wird es wohl so schnell keinen stören.

Angesichts der großen Welle von Armenleichen, die wir in Zukunft zu erwarten haben, läßt sich mit ihnen vielleicht sogar ein ganzes Kraftwerk betreiben – ich hoffe, ich habe da jetzt niemanden auf eine clevere Geschäftsidee gebracht.

In den normalen Medien wird man immer weniger zu diesem Thema finden. Die zeigen sich immer mehr als Mietmedien, die das bringen, wofür man sie bezahlt, siehe Meedia.de:

Mit erfundenem Firmennamen und falscher Identität hat taz-Redakteur Sebastian Heiser verdeckt recherchiert, wie käuflich deutsche Tageszeitungen sind. Mit dem Ziel, Schleichwerbung in Blättern von zehn Verlaugshäusern unterzubringen. Das beunruhigende Ergebnis: Tageszeitungen und Magazine nehmen es nicht so genau mit der Trennung von Anzeigen und Text. Besonders schlecht schnitten die FR, Neues Deutschland und die Westdeutsche Allgemeine ab.

Und hier sind die persönlichen oder partei- und gesellschaftspolitischen Verpflichtungen der jeweiligen Chefredakteure noch gar nicht berücksichtigt. Welche Lobby haben hingegen die toten Armen, die in nach ihrer Verbrennung im Pappkarton in anonymen Massengräbern entsorgt werden? Die sollten sich vielleicht mal ein Vorbild nehmen an der Glücksspielindustrie, die uns deutlich zeigt, wie man in Deutschland 2011 Politik macht, wenn man es sich finanziell leisten kann, siehe WAZ:

Spitzenpolitiker von CDU und FDP aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben sich in der heißen Phase der Verhandlungen um den Glücksspielstaatsvertrag von einer Sport-Wirtschaftszeitschrift zu einer Konferenz auf Sylt einladen lassen.

Leider können die toten Armen keine Spitzenpolitiker zu einem erneuten Sterbegeldgespräch auf die Malediven einladen, noch gibt es jemanden, der sich ihrer Sache annehmen würde. Es gibt auch niemanden, der großformatige Anzeigenkampagnen starten würde, um die Bevölkerung über die anstehenden Massenverbrennungen aufzuklären.

Ganz automatisch bringen uns die ungeschriebenen und geschriebenen Gesetze der Korporatokratie, der Herrschaft der Konzerne und ihrer Werte, wieder zu dem guten alten nationalsozialistischem Lagersystem für „unwertes Leben“. Das hat man nun davon, wenn man die Macht im Staate den Sachzwängen ausliefert, die von einem nach oben offenem Renditewahn diktiert werden. So hebelt man alle menschlichen Werte zugunsten fortschreitender Kostensenkung aus – was letztlich immer noch zu Leichenbergen geführt hat.

Und die politischen Optionen die man hat? Die werden von der Welt gerade am Beispiel Stuttgart 21 durchexerziert:

Kein anderer als Winfried Kretschmann könnte auf die zum Teil besessenen Bahnhofsgegner einwirken. Kein anderer als Kretschmann könnte die Notwendigkeit des Baus, wenn denn das Volk derart gesprochen hat, glaubhafter vertreten.

Selten hat man so deutlich gelesen, das sogar Ministerpräsidenten in diesem Land nur noch eine Aufgabe haben: Häßlichkeiten servieren. Und wenn die Mehrheit im Land rot-grün ist, dann werden sie eben von rot-grünen Politikern serviert. Häßlich bleiben sie trotzdem.

Darum bleiben unsere AKW´s aktiv. Darum wird Stuttgart 21 gebaut. Darum werden wir irgendwann Arme in Massen verbrennen müssen … und ich kann nicht garantieren, das die dann wirklich alle schon tot sind. Aber sie müssen fort, weil ihr Restleistungsvermögen erschöpfend ausgebeutet wurde und sie mithin nur noch Kosten verursachen.

Und das ist das, was von unserer Demokratie geblieben ist: wir dürfen den Kellner wählen … bzw. den Henker.

Die Suppe, die wir auszulöffeln haben, bleibt die gleiche.

 

 

 

 

Das Ende der Arbeit? Brennende Manager, Hunger und steuerfreie Millionäre.

Wie gerne würde ich was Schönes schreiben – etwas, das zum Wetter passt. Früher habe ich so Menschen motiviert: Geschichten von der Goldenen Zukunft erzählt, einer Zukunft, in der der Mensch die Möglichkeit hat, sein volles kreatives Potential zu entfalten, weil der „Fluch Arbeit“ durch Maschinen von ihm genommen wurde und so Gelegenheit genug war, das Reich des Ewigen Friedens auf Erden zu etablieren.

Nun – für manche scheint es dieses Reich zu geben, in der SZ lese ich heute von ihnen:

Was für ein Leben: viel Geld verdienen, eine Villa am See besitzen – und die Gewissheit haben, dass das Finanzamt nur selten vorbeikommt. Nach Ansicht der Grünen reduzieren viele Bundesländer absichtlich die Zahl der Steuerprüfungen.

Irgendwie sind manche auf der Reise in die Goldene Zukunft falsch abgebogen. Am Ende der Arbeit wartete nicht das Paradies auf uns, sondern die ARGE, eine Institution, die Armut per Gesetz verordnet und sich der hohen Kunst verschrieben hat, zehn reale Arbeitslose mit einem einzigen (oft auch noch fiktiven) Arbeitsplatz zu beschäftigen. Was dabei herauskommt, kann jeder daheim selbst herausfinden: einfach mal zehn Tomaten in eine Tasse quetschen, in die eigentlich nur eine einzige hineinpassen würde.  Ein Tipp: mit Vernunft hat das Ergebnis nur noch wenig zu tun.

Gegen Hartz informiert vorab aber schon mal, welche Pläne noch so angedacht sind, um das Problem der verschwundenen Arbeit zu  lösen:

So wird ersichtlich, dass Union und FDP langfristig das System der Absicherung und Integration von Arbeitslosen umorganisieren wollen, weg von einem Leistungsanspruch, hin zu mehr Subventionen für Arbeitgeber, dem Ersatz von Pflichtleistungen, auf die Arbeitslose einen Rechtsanspruch haben, in Ermessensleistungen und hin zu einer entlohnungsfreien Arbeitspflicht in der freien Wirtschaft für Arbeitslosengeld II Bezieher (ALG II).

Entlohungsfreie Arbeitspflicht … schönes Synonym für Sklavenarbeit. So errichtet man Imperien – einfach mal Babylonier, Römer oder Mongolen fragen, die haben damit schon Erfahrungen gesammelt.

Nun reagieren Arbeitslose auf diesen Prozess der Integration von zehn Personen auf einen Bürostuhl im Prinzip wie Tomaten: sie gehen kaputt – oft, aber nicht immer. Unsere weichen Westtomaten neigen da besonders schnell zum zerplatzen, die Inder sind da laut Welt schon ganz anders drauf:

Sie waren sauer über anstehende Entlassungen: Mehrere Stahlarbeiter haben einen Manager ihres Konzerns mit Benzin übergossen und verbrannt.

So kann es auch gehen – Kampf um den Arbeitsplatz mal ganz anders.  Sollte sich das Einbürgern, würden Tarifverhandlungen in Zukunft wohl andere Ergebnisse zeitigen, aber man könnte dann wohl nicht mehr darauf verzichten, Millionäre zu besteuern. Ob dieses Modell des Arbeitskampfes sich durchsetzt, wird die Zukunft zeigen – erkennbar ist aber jetzt schon, das am Ende der Arbeit nicht das Paradies auf uns wartet – sondern seltsamerweise der Hunger. In den USA hat man da laut „Querschüsse“ schon Erfahrungen gesammelt:

Laut den Daten des US-Landwirtschaftsministerium (United States Department of Agriculture) stieg die Zahl der Food Stamps Bezieher im Dezember 2010, bereits den 26. Monat in Folge, auf 44,082 Millionen an, nach 43,595 Millionen im Vormonat und nach 38,978 Millionen im Vorjahresmonat.

Das riecht verdächtig nach Hunger, kann aber nicht sein, weil es den in den USA nicht mehr gibt. Den haben die USA aber so elegant aus dem Weg geräumt wie die Deutschen ihre Arbeitslosenzahlen, siehe Wikipedia:

Im Jahre 2006 geriet das Ministerium in die Schlagzeilen, weil es in seinem neuesten jährlichen Bericht über die Nahrungsmittelversorgung der US-Bevölkerung den Begriff Hunger entfernte und durch dieeuphemistische Bezeichnung „sehr niedrige Nahrungssicherheit“ (very low food security) ersetzte. Dem Bericht zufolge gehören 12 % der US-Amerikaner, also über 35 Millionen Menschen, zu der durch sehr niedrige Nahrungssicherheit gefährdeten Gruppe.

Super! Einer von acht Amerikanern hungerte schon 2006. Man darf nicht daran denken, was wäre, wenn es heute auch noch Hunger in den USA gäbe, die Zahlen würden wohl sehr unheimlich werden. Wie gut, das die Definitionskünstler unter den wohlversorgten Regierungsbeamten immer erfolgreicher das Sandmändchen für die Bevölkerung spielen, während der Hunger laut Manager Magazin immer weiter vorrückt:

Eskalierende Preise treiben tausende Inder durch die Straßen, in China warnt Premier Wen Jiabao vor Unruhen: Ein Inflations-Tsunami droht das boomende Asien zu überfluten, das Deutschland wie ein Hafenschlepper aus der Rezession ziehen half. Jetzt fürchten Ökonomen Schockwellen bis nach Deutschland.

Auf diese Schockwellen bereiten sich wohl die asozialen Raffgeier und Gierschlünde der Gesellschaft vor – zusammen mit den Verantwortlichen in Regierung und Opposition, alle nach dem Motto: nach mir die Sintflut! Nur so scheint man die steigende Abwesenheit praktischer Vernunft  in Regierungs- und Wirtschaftsgeschäften erklären zu können.

Das haben wir also davon gehabt, das wir uns vor 150 Jahren (eine unglaublich kurze Zeit, wenn man recht bedenkt) mit ein paar glitzernden Perlen von unseren Äckern haben fortlocken lassen. Im Prinzip geht es uns da wie den Indianern, die auch die gleichen Perlen hereingefallen sind. So verlockend, so sicher, geborgen und golden schien die Zukunft in den industrialisierten Städten zu sein, doch am Ende war das alles nur ein Trugschluß und auf Sand gebaut. Am Ende der ganzen Zivilisationsentwicklung zeigt sich, das wir immer noch dem gleichen Urteil unterliegen, dem schon unsere Urväter gehorchen mußten: ohne Arbeit droht der Hunger – nur ist er diesmal künstlich erzeugt, politisch gewollt – oder durch bloße Dummheit in die Welt gekommen.

Diesmal aber haben wir nicht mehr die Kraft, ihn im Notfall zu verbannen. Sollte die Welt uns wirklich mal übel gesonnen sein, so kann dieses Land nur noch einen winzigen Bruchteil seiner Bevölkerung ernähren, die man bei „Freies Wort“ nachlesen kann:

Die regionale Selbstversorgung liegt in Deutschland nur noch bei alarmierenden 10%, in Havanna, Kuba, sind es 70%.

Wer würde also richtig ernste Krisen überleben? Jene Krisen, die unserer Bundeswehr den Ölhahn abdrehen könnten?

Über mangelnden Revolutionswillen in diesem Land sollte man sich anhand dieser Zahlen nicht mehr wundern – hier steht der Hunger schon vor der Tür, obwohl der Tisch noch prall gefüllt scheint. Bricht nur einmal die Lieferkette zusammen – wegen Ölmangel, Krieg, Seuchengefahr … dann haben wir auch kein Problem mehr mit der Arbeitslosigkeit, sondern nur noch eins mit der Leichenentsorgung.

Da müssen die Millionäre und Parteifunktionäre dann aber mal selbst Hand anlegen und zum ersten Mal in ihrem Leben richtig arbeiten. Vielleicht tröstet das ja den einen oder anderen jener Mitbürger, die in ihrem Leben immer nur eins kannten: zuviel Arbeit für zuwenig Geld.

 



 

 

 

 

Der kommende Aufstand – Gedanken zu Deutschland 2011

Vor zwei Jahren habe ich angefangen, Gedanken im Internet zu veröffentlichen. Zuvor hatte ich den politischen Bereich des Lebens zum Wohle meines Seelenheils ausgeblendet. Mir war nach einem ruhigen, beschaulichen Leben, das der Liebe zur Weisheit gewidmet war – und nicht er Erlangung von Ruhm, Ehre oder Macht, die jeder für sich und alle zusammen erst recht der menschlichen Seele nicht gut tun … nach meiner Erfahrung. Ich war nun nicht immer so weltabgewandt. Zuvor habe ich das Gesundheitsbudget im Auftrag der Pharmaindustrie vergrößert – da landen Philosophen heutzutage, wenn sie essen wollen. Ich habe in den teuersten Hotels in Deutschland gewohnt, teuerste Fernreisen mitgemacht und in kleiner Runde schwerreiche Menschen persönlich kennengelernt, Menschen, für die Ackermann ein kleiner Knilch ist. Man kann nicht sagen, das ich mich dort mit Ruhm bekleckert habe, aber ich habe Impressionen von „oben“ bekommen, Einblicke in Funktionen von US-Konzernen (die ich auch vor Ort besuchen konnte) und in die Mentalität von „Funktionseliten“.  Das war mir persönlich wichtig, um ein umfassendes Bild vom Menschen und der Welt entwerfen zu können.

Nun sind zwei Jahre ins Land gegangen, wo ich aufgrund ständig politischer werdender Artikel gezwungen war, einen konkreteren Blick in die Welt zu werfen, einen Blick, der zunehmend Beunruhigendes an den Tag bringt. Meine Überzeugung, das sich die Welt schon automatisch in Richtung Vernunft entwickeln wird und letztendlich in eine Welt des „ewigen Friedens“ verwandelt, schrumpft täglich und die bewußte, absichtliche Erzeugung von Leid und Qual per Gesetz durch gewählte Volksvertreter befremdet mich mehr als ich in Worte fassen kann. Vor kurzem zitierte ich eine Religionswissenschaftlerin, die in einem Nebenaspekt ihrer Untersuchung über „Satanismus in Deutschland“ zu der Erkenntnis kam, das Satanismus nicht mehr so schlimm sei, weil die Werte satanischer Sekten mitlerweile auf breite Bevölkerungsschichten übergehen. Ich war verwundert über die Banalität der Erkenntnis, die eigentlich alle Alarmglocken zum Klingen bringen sollten, denn: im Kern ist der Mythos „Satan“ der Mythos von einem absoluten Menschenfeind. Werden seine Werte gesellschaftlicher Standard, dann bekommen wir … die Hölle auf Erden in einer Form, das ein Konzentrationslager ein Urlaubsort dagegen wäre.

Jeder Mensch, der nur ansatzweise Kenntnis von der Bedeutung und Wirkung ethischer und moralischer Normen auf die Entwicklung gesellschaftlicher Prozesse hat, müsste Zeter und Mordio schreien angesichts dieser Entwicklung – und es ist kein Wunder, das mehr und mehr Menschen über Aufstände nachdenken, Aufstände wie jene, die gerade Nordafrika umgestalten.

Ich denke auch: wenn die breite Masse der Bevölkerung (die sowieso schon angenervt ist – inklusive weiter Teile der „Funktionselite“, die nur noch deshalb funktionieren, weil sie sich auf Kosten anderer bequem die Taschen füllen können, um sich dann auf ihrer Segelyacht unbeobachtet schöne drogenumnebelte Träume von einer fernen, besseren Welt erlauben zu dürfen) wissen würde, wohin die Reise geht, dann wäre die Reise schnell zuende. Weder Christen noch Atheisten, weder Arme noch Reiche, weder kluge noch dumme, weder Faschisten noch Kommunisten, weder Demokraten noch Monarchisten wollen so eine Welt wie die, auf die wir zusteuern – und ganz normale Wähler wie ich wollen das sowieso nicht.

Nun kommt immer häufiger der Wunsch nach Aufruhr, nach Aufstand und wird auch in unseren Kommentaren öfter geäußert – manchmal so heftig und brutal, das wir es nicht veröffentlichen. Ich bin kein Freund von Aufruhr und Aufstand – so etwas stört die Kontemplation und die Besinnlichkeit und bringt die Mahlzeiten durcheinander. Aber als Schachspieler kann ich mich der Faszination der strategischen Planung nicht entziehen und möchte deshalb den kommenden Aufrührern einige Gedanken mit auf dem Weg geben.

Wer immer einen Aufruhr plant, braucht eine Analyse der Versorgungssituation, sonst verhungern seine Aufrührer auf dem Marktplatz. Unsere angeblich ach-so-freie Gesellschaft ist gekennzeichnet durch eine große (staatliche geförderte) Zersplitterung und Vereinzelung (weshalb auch getrennte Hartz IV-abhängige pro Monat 120 Euro mehr bekommen als normale „Hartz-Mütter“, hier hat der Gesetzgeber eine gezielte „Trennungsprämie“ vorgesehen, wie gestern erwähnt ist die gesamte Familienpolitik seit 2000 ähnlich ausgerichtet) sowie durch eine absolute Abhängigkeit der Gesamtbevölkerung von externen Dienstleistern, die Wasser, Nahrung und Energie in Händen halten. Selten waren Menschen so einsam wie heutzutage, so abhängig und hilflos. Sicherheitshalber (man weiß ja: „even the worsest case“ ist das erfolgreichste Managementprinzip, das der Bankenwelt durch umsichtige und fehlerfreie Planung Riesengewinne auf Staatskosten beschert hat) sollte man davon ausgehen, das diese Entwicklung seit dem Ende der 90´er Jahre gezielt gestartet wurde – vielleicht fürchtet man sich bei der Planung dann zwar vor einem blossen Verschwörungsgespenst, aber man erspart sich auf jeden Fall ein „böses Erwachen“.

Widerstand und Aufruhr lassen sich nur schlecht mit Formen der Legalität vereinbaren. Irgendwo wird es schon ein Gesetz geben, gegen das man versehentlich verstößt – und im Handumdrehen sind neue geschaffen, die die bisherigen erlaubten Lücken von Rebellion schließen. Was der Rebell aber braucht, ist Legitimität, nicht Legalität. Es ist entscheidend wichtig, das er „besser“ ist, das er Visionen von „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ in sich trägt und sein Leben nach dem Prinzip der Nächstenliebe ausrichtet, was umso wichtiger ist, als die Gesellschaft momentan einen ganz gegensätzlichen Kurs ansteuert. Wem sich nun unbewusst Bilder eines elitären „Seelenadels“ vor Augen entfalten, der liegt richtig – was die Effizienz der Bewegung und ihre Nachhaltigkeit angeht. Im Prinzip wird man im Laufe der Entwicklung nicht um eine Konsequenz herumkommen, der sich auch demokratische Indianerstämme beugen mußten: der Kriegshäuptling muß her (und zwar viele davon). Allerdings sollte man dieses Bild eher mit einem Gandhi als mit einem Che Guevarra auskleiden.

Die Werte sind bequemerweise schon da: die Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte hat ihr eine politische Form gegeben. Der Alltag scheint jedoch zu zeigen, das die Formulierung allein nicht reicht – einfach mal die Hartz-abhängigen fragen, wieviel Menschenrecht bei ihnen aktuell gerade ankommt, nach neuesten Meldungen müssen die sich jetzt auch als Tagelöhner verdingen, weil man sie sonst per Gesetz dem Hunger ausliefert … Prinzipien, bei denen es einem eiskalt den Rücken herunter laufen sollte, weil der Geruch der „Vernichtung unwerten Lebens“ wieder im Raum steht.

Im erweiterten Gegenzug würde ich empfehlen, der satanischen Gesellschaft ein größeres, positives Gesamtbild entgegen zu stellen, ein Gesamtbild, das aber völlig unabhängig sein sollte von klerikaler oder weltanschaulicher Kleinkariertheit und sich nicht darum kümmert, welcher Gott „den Größten“ hat (aber gleichzeitig offen ist für die Akzeptanz der einzelnen „Gottesbilder“), sondern gezielt die Arbeitshypothese formuliert, das es ein höchstes gutes Gefühl gibt, das wir empfinden können („können“,  nicht „müssen“) einen höchsten Gedanken gibt, den wir denken können („Gott“ ist dafür als Begriff schon viel zu klein) und das dieser höchste Gedanke moralische Forderungen stellt, die (wieder mal „even the worsest case“) nach unserem Ableben honoriert oder … sanktioniert werden. Dies ist der natürliche (und im Sinne der praktischen Vernunft) vernünftigste Gegenpol einer wertmäßig  ins „satanische“ abdriftetenden Gesellschaft.

Die Diskussion, ob es „Gott“ nun wirklich „gibt“ oder nicht, kann man sich völlig ersparen, schon die Begrifflichkeit in dieser Fragestellung ist eine Katastrophe. Letztlich brauchen wir nur eine Arbeitshypothese, die der aktuellen entgegenläuft, in der Investmenbanker sich für die „Herrscher des Universums“ halten … was auch eine Form von Religion ist, der man folgt, wenn man ihr nicht bewusst etwas entgegenhält und ihr sich nicht bewusst verweigert.  Neben der Aufklärung über das Bedrohungspotential der aktuellen politischen Entwicklung brauchte eine demokratische Erneuerungsbewegung auch einen minimalen Grundkonsens, der es erlaubt, das Verbindende in allen Menschen zu sehen und sich nicht – wie aktuell – darin zu vertiefen, was jetzt gerade bei dem anderen nicht hundert Prozent der eigenen Meinung entspricht.

Von Hitler über Pol Pot bis Stalin und Bush schätzten alle Übelmenschen ein gutes Essen, eine warmes Nachtlager, menschliche Geselligkeit und … zumindest den Namen nach … sogar ein Streben nach Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit – nur die Definition der Begriffe sowie die Methoden, die zum Einsatz kamen, waren recht kontraproduktiv.

Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit sind allgemeinverbindliche Werte, Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit sind normale humane Standardwerte, ohne die wir die Konfrontation mit Höhlenbären und Säbelzahntiger sowie die Unwetter der Eiszeit nicht überlebt hätten.

Das hat nun Konsequenzen bezüglich der Methoden, die bei einem Aufstand zur Wahrung der Legitimität zu berücksichtigen sind. Wer gleich morgen losrennen möchte um Barrikaden zu errichten und Banker, Politiker oder Unternehmensberater zu erschiessen, lebt im falschen Jahrtausend – oder der falschen Weltgegend. Das weiß auch die Nato, die deshalb den Begriff  „flexibel response“ entwickelt hat. Da man aber nun nicht die Potentiale der Natoarsenale hat (noch aus ethischen Gründen darauf zurückgreifen dürfte) , muss man andere Wege suchen – die schon längst entwickelt worden sind. Es gibt Strategien des gewaltlosen Widerstandes (die aber auf Seiten der Widerständler zu den gleichen Todesfällen führen können für „normale“ Kriege), die sehr überzeugend sind und im Prinzip die Armeen des Warschauer Paktes gewaltlos aus Europa vertreiben sollten – eine ungleich schwerere Herausforderung als die Änderung  gesellschaftlicher Leitprinzipien.

„Flexibel response“ bedeutet im Prinzip, das man den Grad der Heftigkeit der Auseinandersetzung vom Gegner bestimmen läßt – und sich in einer Situation weiß, in der man sich der materiellen Überlegenheit des Gegenübers bewusst ist. Für gewaltfreie Widerständler bedeutet dies, das man dem Feind die Beute möglichst „ungeniessbar“ werden läßt – bei möglichst geringem Verlust an Menschen oder Material. Im Extremfall (das wäre dann die zivile „Atombombe“) – auf Deutschland heruntergebrochen – würde das die komplette Blockierung von Schienen, Autobahnen und Landstraßen bedeuten, solange, bis hier keine Rendite mehr eingefahren werden kann, die Blockierung von Seehäfen und Flughäfen, Golfplätzen und anderen Orten, an denen man als Wirtschaftsräuber seine Beute genießen kann.

Das könnte funktionieren – selbst in einem der Kernländer der „satanischen Revolution“, die gerade die bürgerliche Welt zu vernichten trachtet um nach der Weltherrschaft zu greifen. Hierzu bedarf es zu allererst der Aufklärung, der Entwicklung einer gemeinsamen Sprache, der Besinnung auf gemeinsame (bürgerliche) Werte – genauso wie vor 1789. Das der Schuh drückt,  merken alle – von ganz oben bis ganz unten – nur wo genau der Stein sitzt, ist diesmal etwas schwieriger zu definieren als damals.

Aber wir wollen ja auch einen Aufstand des Miteinanders, nicht neue Variationen des Gegeneinanders, weshalb man auf die Definition von Feindbildern weitläufig verzichten kann.

Wer Aufstand will, sollte allerdings wissen, das er bereit sein muß, sein eigenes Leben für das Ziel zu geben – alles andere  ist Humbug. Je mehr Planung, Absicht und Bewußtheit hinter der Errichtung einer „satanischen Weltordnung“ steht (die sich aber auch genauso gut einfach aus Dummheit entwickeln kann), umso mehr Menschen werden sterben bei dem Versuch, sie aufzuhalten.

Andererseits … war es in unserer christlich-abendländischen Gesellschaftsordnung noch nie so leicht, große Gedanken real bei der Arbeit zu beobachten – und gerade wir Deutschen haben wir durch das Dritte Reich eine besondere Chance erhalten: wir durften live eine Gesellschaft erleben, in der „satanische“ Werte einen ersten Versuch auf Alltagstauglichkeit  starteten.

Das Ergebnis ist bekannt – und sollte normale Wähler nicht zur Nachahmung reizen.

So gesehen kann – wer will – die momentane historische Herausforderung mit größten Gedanken füllen: auf der Ebene der ethischen Leitprinzipien bewegen wir uns auf das Armageddon zu, auf die Apokalypse, auf den großen Kampf zwischen den fiesesten, übelsten Gedanken, die wir denken können („ich fresse den Rest der Menschheit auf um den größten Bauch der Weltgeschichte zu bekommen„) und den höchsten Gedanken, die wir leben können (die selbstlose Aufopferung für seine Mitmenschen), es ist eine Auseinandersetzung mit einer letzten, großen historischen Dimension, die letztlich über das Überleben der ganzen Menschheit entscheiden wird, wer will, mag hier die große Auseinandersetzung zwischen „gut“ und „böse“ sehen, eine Auseinandersetzung, die geeignet ist, die edelsten Züge der Menschheit hervorzurufen … oder ihre niedersten.

Wer nun als Normalbürger noch Motivation braucht, um Stellung zu beziehen, dem sei mal ein Besuch in einem Pflegeheim mit renditefreundlichen Personalschlüssel empfohlen. Eine Gesellschaft mit „satanischen“ Leitprinzipien hat keinen Platz für Alte, Kranke, Schwache … ja noch nicht mal für Kinder. Sie hat letztendlich … überhaupt keinen Platz für Menschen.

Insofern ist es nun die Aufforderung an die normalen Wähler, sich zu entscheiden: für die Prinzipien des Hasses oder die Prinzipien der Liebe, für den Gott der Vernichtung oder für den der Schöpfung, für den Geist des Gegeneinanders oder den Geist des Miteinanders, für asozial oder sozial, für inhuman oder human, für Sozialdarwinismus oder Menschenrechte.

Ich kann diese Entscheidung auch mit anderen Bildern ausmalen – und bleibe im christlichen Abendland bei christlichen Bildern (in Japan würde ich sie ganz anders malen), die ich Wikipedia entleihe:

Das Neue Jerusalem (auch „himmlisches Jerusalem“ genannt) entspringt einer Vision aus dem neutestamentlichen Buch der Offenbarung des Johannes, Kapitel 21, wonach am Ende der Apokalypse eine neue Stadt, ein neues Jerusalem entstehen wird. Dies geschieht, nachdem der alte Himmel und die alte Erde vergangen sind.

So beschreibt Offb 21,1–2 EU, dass bei der Apokalypse, dem letzten Gericht und dem Endkampf zwischen Gott und dem Teufel, letzten Endes Gott als Sieger aus diesem Kampf hervorgehen wird. Daraufhin werden die Erde und der Himmel erneuert und eine Stadt wird aus dem Himmel herabfahren: das neue Jerusalem.

Noch besser als ein blosses „gegen“ wäre mir eine Entwicklung „für“ etwas. Und wir selbst, wir ganz normalen Menschen, könnten problemlos ein himmlisches Jerusalem bauen, die Errichtung einer Stadt mit einer Ausdehnung von 2200 Kilometern wäre uns auch ohne göttliche Hilfe technisch möglich … und in einem blühenden Garten umgeben von seinen Lieben zu sterben scheint mir ein erstrebenswerteres Ziel zu sein als im Pflegeheim bei lebendigem Leibe zu verrotten.

Und in sofern – ist es die Entscheidung zwischen der Errichtung der Hölle auf Erden ganz nach Dantes Prinzipien, einem Ort, wo dem Hungernden die köstlichsten Speisen vor Augen geführt werden, die er aber nie erhalten wird (in etwa vergleichbar mit dem Besuch eines Hartz-abhängigen Kindes in einem Supermarkt, wo angesichts verlockendster Waren das beständige „NEIN“ des Elternhauses eine unüberwindbare Grenze setzt und tagtägliche Qual schafft) und der Schaffung eines neuen Paradieses, in dem die Menschheit wieder zu alten Prinzipien des Miteinanders zwecks Steigerung der Lebensqualität zurückkehrt.

Es ist im Prinzip – nur unsere Wahl, die den Verlauf der Geschichte entscheidet. Und eigentlich … ist die Wahl alternativlos. Die Hölle hat letztendlich keinen Platz für Menschen, im Sinne der Renditemaximierung sind wir Kosten auf zwei Beinen, die es gegen Null zu fahren gilt. Was das praktisch heißt, haben wir in Deutschland schon mal erlebt.

Persönlich ist es die Entscheidung, auf welches Leben man kurz vor seinem Tode zurückblicken möchte: das von Adolf Eichmann oder das von Albert Schweitzer.

Und … um noch mal ein Wort an die Eichmänner unter uns zu verlieren: man sollte schon ganz ganz sicher sein, das die weltweit in allen Religionskreisen und unterschiedlichesten Kulturen vorhandenen Vorstellungen von der Existenz von Bewußtheit nach dem Tode völliger Nonsens ist, denn … den Eichmännern unter uns soll es dort (völlig jenseits christlicher Auferstehungshoffnungen) ziemlich übel ergehen. Sollte man sich irren mit seinem materialistischen Egoismus … würde man sehr lange einen hohen Preis bezahlen. Extrem lange.

Ich persönlich glaube, das Mythen wie „Der Herr der Ringe“ gerade deshalb eine so hohe Resonanz im Gemüte der Menschen entfalten, weil sie instinktiv wissen, das es große Entscheidungen gibt, die gerade getroffen werden müssen – womöglich endgültige Entscheidungen, Entscheidungen darüber, ob der Mensch in Zukunft ein unantastbares Geschöpft „Gottes“ ist, ausgestattet mit unveräußerlichen Rechten … oder einfach nur ein Kostenfaktor, den es zu minimieren gilt, ob wir als „Elben“ oder „Orks“ enden wollen.

Diese Entscheidung ist die erste, die man fällen muß. Ganz persönlich und ganz alleine.

Und dann können die weiteren Schritte folgen – die Aufklärung, die Sammlung und die Transformation.

Am Ende mag wirklich eine „goldene Stadt“ entstehen, eine Zivilisation, die in den Mythen der Menschheit als „Goldenes Zeitalter“ weiterleben wird, aber diesmal als ein „Goldenes Zeitalter“, das nicht enden wird und nur noch als Schatten durch die Märchen der Menschheit geistert.

Am Anfang wird – wie so oft – das Wort stehen müssen.

Das geht dann aber auch ganz ohne Gott.

Und mal ehrlich – ganz ehrlich – wenn man sich wirklich vor das deutsche Volk stellen und sie fragen würde, ob sie die totale satanische Gesellschaft wollen: würden sie nochmal alle laut „JA!“ brüllen wie als Antwort auf Goebbel´s Frage nach dem totalen Krieg?

Ich denke, nach den Erfahrungen, die in diesem Land vorhanden sind, ist es eigentlich ein recht ideales Land, um Träume von „einem neuen Himmel und einer neuen Erde“ zu gebären und sie in die Tat umzusetzen.

Wir hätten auch ganz schnell keine Arbeitslosen mehr, denn zu tun und zu schaffen wäre genug. Das Leben ist momentan kein Ponyhof, aber wir könnten es einfach mal umbauen: dann wäre es einer.  Das ist zwar viel Arbeit, aber dann würde ja endlich gelten, das sich Leistung wieder lohnt – und das wollen ja sogar die Neoliberalen.

Also: fangen wir an.

Entscheiden wir uns. Ich bin mir sicher, das man weltweit eine Mehrheit für das Überleben der Menschheit in Wohlstand, Frieden, Sicherheit und Gerechtigkeit erhalten wird.

Der Rest ist banale Organisation von alltäglichen Arbeitsabläufen.

 

 

 

 

 

 

Die Ausschlachtung der Bundesrepublik, der Stinkefinger Hartz IV und die aktuellen Euthanasieprogramme

Manchmal geht es um die Ärmsten der Armen. Jene, die eigentlich voll im Leben stehen, aber mit Gewalt draußen gehalten werden: die Arbeitslosen. Kaum zu glauben: die Schaffenskraft von Millionen von Menschen liegt nutzlos auf dem Amt herum, während es in der Gesellschaft an allen Ecken und Enden an Arbeitskräften fehlt. Damit meine ich nicht die eine Million offenen 400-Euro-Jobs, sondern die Arbeit, die geleistet werden müßte, damit unsere Kinder die Last schultern können, die wir ihnen aufbürden.

Bei uns gehen gerade die selbständigen Handwerker vor die Hunde – da sie nicht als Ärmste der Armen gelten, spricht man ungern darüber. Vor Jahren noch zehn Angestellte, arbeitet der Chef nun selbst rund um die Uhr. Wenn es gut geht, bleibt Abends noch eine halbe Stunde für die Kinder übrig – mehr ist nicht drin. Der Schreiner, der Friseur, der Elektriker, der Bäcker … alle schuften sich kaputt bis zum Umfallen. Die Gemeinde kürzt wegen Finanzmangel die Aufträge, die Privatleute zahlen nicht mehr pünktlich – manche auch einfach gar nicht – aber die Kosten steigen lustig weiter: Energiekosten, Gemeindesteuern, Essen, Kindergartengebühren und was sonst noch anfällt.  Und während der Mittelstand im Hamsterrad rotiert und so seine Familie zerfetzt, stehen Millionen draußen vor der Tür und hätten gerne wenigstens wieder ein Hamsterrad, denn der Hamster wird wenigstens regelmäßig gefüttert.

Wir könnten gut doppelt so viele Lehrer gebrauchen  und für jeden Lehrer zusätzlich einen Sozialarbeiter und Psychologen, um die Schäden auszugleichen, die die Hamsterradgesellschaft bei den Kindern anrichtet – damit nicht alle solche Leistungsmuffel werden wie Sarrazins Sohn. Wir könnten auch gut noch zwei- drei Millionen Menschen brauchen, die die Schulen sanieren – wir hatten hier während des Schneefalls die erste Schule, die gesperrt wurde, weil die Flachdächer einzubrechen drohten.

Arbeit … gäbe es wirklich genug. Nicht nur für Handwerker, auch für Geisteswissenschaftler. Dringend bräuchten wir neue, motivierende Gesellschaftsmodelle, die die aufgebrauchten Altlasten ersetzen. Wir bräuchten neue Formen des Wirtschaftens und Verteilens, neue Regeln für ein konstruktives Miteinander und dringend ein Gesetz gegen „Innenweltvergiftung“, das unsere Kinder vor dem Trash des Konsumfernsehens und der Werbewelt beschützt, dringend Gesetze gegen die Ausbeutung von Arbeitslosen in Leiharbeitsfirmen, dringend Enteignungsformeln zur Rückgewinnung des verschleuderten Staatsvermögens – das Geld ist ja nicht weg, es ist nur woanders. Wir könnten locker zehn Jahrgänge von Politologen, Historikern, Soziologen, Psychologen und Philosophen beschäftigen, um die Fehler auszubügeln, die unsere gute alte BRD in diese desolate Situation gebracht haben, zudem bräuchten wir mehrer Waggonladungen von Wirtschaftsleuten, die nicht nur fordern und kürzen sondern Gewinn für alle erwirtschaften können.

Arbeit … gäbe es genug. Aber – es ist kein Geld mehr da. Uns geht es da wie jenen Menschen, die am Ende eines Flusses leben, der kein Wasser mehr führt, weil weiter oben Schwimmbäder für Superreiche gefüllt werden müssen. Genau das geschieht ja gerade: auf große Geldhaufen wird immer mehr Geld gelegt, das dann dem Friseur, dem Elektriker, dem Schreiner und dem Bäcker fehlt, weshalb die ihre Leute entlassen, die dann von Hartz IV leben müssen.  Die Schwimmbäder der Reichen lassen am Ende des Flusses das ganze Volk verdursten.

Sind die Leitungen erstmal neu verlegt, kommt halt unten nichts mehr an. Man sollte aber nicht vergessen, das dort kein Erdbeben stattfand, das für die Misere verantwortlich ist, sondern das es konkret benennbare Menschen sind, die die Leitungen verlegt haben. Wasserräuber, sozusagen.

Und tagtäglich findet man in den Nachrichten weitere Berichte über die Folgen ihrer Missetaten, Folgen, die in erster Linie jene tragen müssen, die weiter vom Wasser weg wohnen, wie zum Beispiel die Rentner, wie Euronews berichtet:

Viele Rentner werden sich in den nächsten Jahren wohl weniger leisten können. Die Bundesregierung erwartet, dass die verfügbaren Renten bis 2013 real um 1,8 Prozent wachsen, während die Inflation mit gut fünf Prozent mehr als doppelt so stark zulegen dürfte. Dies geht aus der Antwort der Regierung auf eine Frage der Linken im Bundestag hervor.

Fünf Prozent Inflation? Das heißt, unsere Globalisierungsopfer (gerne auch „Langzeitarbeitslose“ genannt) bekommen für jedes Prozent Inflation einen ganzen Euro zum Ausgleich? Da wird wohl von einem deutlich niedrigeren Regelsatz ausgegangen … was real heißt, das es 2011 zu einer massiven Kürzung der Regelsätze kommt.

Selten wurde das Volk so sehr betrogen und dem Verfassungsgericht (und damit dem ganzen deutschen Volk und Staat) so deutlich der „Stinkefinger“ gezeigt wie bei dieser Reform, die eine gerechtere Versorgung der Opfer nach sich ziehen sollte, aber real – siehe „livePR“ – eine Kürzungsorgie wurde:

Heute entscheiden Bundesrat und Bundestag über die Hartz-IV-Reform. „Wir sind sehr enttäuscht vom Ergebnis des Vermittlungsausschusses. Es zeigt, dass arme Menschen in der Politik keine Lobby haben“, so Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, Sprecher der Diakonie Baden-Württemberg GmbH. Die jetzige Reform sei eindeutig eine Mogelpackung. Denn statt mehr Geld für arme Menschen auszugeben, werde beim Bundeshaushalt über eine Milliarde Euro eingespart. Und Hartz-IV-Empfänger müssten künftig mit zusätzlichen Ausgaben rechnen.

Noch schlimmer als den Arbeitslosen geht es aber den Behinderten. Arbeitslose kriegen wenigstens fünf Euro mehr … Behinderte bekommen laut Freitag siebzig Euro abgezogen. So sieht wohl die Gegenfinanzierung aus.

Ein besonderer Skandal im Vermitlungs-Ergebnis soll hier aber einmal noch hervorgehoben werden: Erwachsene Behinderte, die bei ihren Eltern oder in einer Wohngemeinschaft leben, sollen tatsächlich nur noch 80 Prozent vom Regelsatz erhalten. Das entspricht einer Kürzung um rund 70 Euro.

Früher nannte man das „Euthanasieprogramm“, heute … redet man einfach nicht mehr drüber.

Voller Stolz ist man jedoch darauf, das man alles unternimmt, um die häuslichen Gemeinschaften (und damit das traditionelle Modell „Familie“) weiter zu zerschlagen, so daß die Behinderten auch gar niemanden mehr finden, der sich privat um sie kümmern kann. So berichtet die Zeit über das „Modell Hausfrau“:

Dementsprechend gestalten die Regierungen seit der Jahrtausendwende das Steuer-, Sozial- und Familienrecht Schritt für Schritt im Sinne dieses Ziels um. Kinderbetreuungskosten können nun besser von der Steuer abgesetzt werden. Rentenanwartschaften steigen, wenn beide Partner arbeiten. Das Elterngeld berechnet sich aus dem Gehalt. Vollzeithausfrauen erleben scharfe Einschnitte beim Unterhaltsrecht im Falle einer Scheidung.

Das hat wenigstens ein positives Element: die setzen keine Kinder mehr in die Welt. Der Deutsche mit seinem Wahn stirbt aus. Das Schule und Gesellschaft trotzdem mehr Arbeit als zuvor in die Familie verlagern, versteht sich von selbst – in Zukunft sollen sie ja auch verstärkt die Straßen reinigen, wenn sie so dumm waren und sich ein Haus für ihre Kinder gekauft haben um der forschen Kinderfeindlichkeit der Gesellschaft zu entgehen. Vielleicht kommen die dann auch selbst auf die Idee, wie man die behinderten Familienmitglieder kostengünstig entsorgen kann … jetzt, wo man auch noch ihren Lebensunterhalt bezuschussen muß.

Man sollte die Arbeitgeber von dieser Entwicklung unterrichten, damit die sich keine weiteren Sorgen machen müssen, von denen die Zeit gerade berichtet:

Die Hartz-IV-Reform wurde gerade beschlossen. Schon gibt es neue Kritik von Opposition und Gewerkschaften. Die Arbeitgeber sorgen sich um die Finanzierung des Kompromiss.

Nebenbei erfährt man: der ganze Müll ist aller Wahrscheinlichkeit nach schon wieder nicht mit der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland vereinbar.

Schrecklich, wie offen die politische Kaste ihre Missachtung für Land, Gesetz und Menschen inzwischen ausleben kann, ungeheuerlich, wie wenig man tragfähige Konzepte für die Zukunft erarbeitet und erbärmlich, wie sehr die sich dabei auch noch die Taschen füllen.

Und was uns in Zukunft weiterhin erwartet, leben uns die Japaner laut wiwo schon einmal vor:

Trotz des Aufschwungs fehlen in Japan massenweise Jobs für die junge Generation. Viele Betriebe rekrutieren ihren Nachwuchs im Ausland – oder beschäftigten billige Rentner.

Und die Rentner können auch nicht auf die Jobs verzichten …. denn um die Rente selbst ist es laut Investment.com schlecht bestellt:

Zu viele Rentner: Für Japans Anleihemarkt wird es eng

Japans Bevölkerung ist zu alt. Das wird nun zum Problem für den Staat. Denn der größte Pensionsfonds der Welt muss die Rentner auszahlen.

Da haben wir wirklich eine tolle Zivilisation aufgebaut. Wir können zum Mond fliegen, um die Welt düsen, vor den Malediven tauchen, uns Häuser an Traumständen mit Dolby-Souround-Sound leisten – aber für Menschen mit ihren „Schwächen“ wie Alter, Krankheit oder Behinderung haben wir keinen Platz mehr. Noch nicht mal für Kinder reicht es.

Also ehrlich … dafür haben wir 1789 nicht den König geköpft.

Dafür nicht.

Und sonderlich zukunftsträchtig sieht das auch nicht aus. Wirkt eher wie der Abschlussball auf der Titanic nach dem Eisbergzwischenfall.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schule und andere Grausamkeiten

Endlich mal eine Stimme die den Wahnsinn in unserern Schule aufzeigt. Gleich einer Legebatterie ähnelt dieses Schulsystem, auf grausame Art und Weise werden Kinderseelen vergiftet im Sinne der neoliberalen Ideologie. Es muss endlich ein Bewusstsein für diese täglichen Misshandlungen an Kinder geschaffen werden, denn nur so lassen sich die Missstände beseitigen. Der Beitrag: Schule der Zukunft, Befreiung unsere Kinder, ist solch einer, der Bewusstsein schafft. Ich möchte die Leser gerne einladen, sich auf die emotionale Reise dieses Artikels einzulassen.

Schulen der Zukunft: Die Befreiung unserer Kinder

Wir kommen neugierig und wissensdurstig auf diese Welt, voller Lust nach Erfahrung und Erforschung. Gleich nach unseren körperlichen Bedürfnissen scheint das geistige Bedürfnis zu lernen einer unserer stärksten Antriebe zu sein. Kinder fragen, forschen, untersuchen, verstehen, probieren und beobachten unablässig – zu lernen ist die natürliche Beschäftigung eines Kindes. Schon so mancher Erwachsener hat vor so viel Wissensdrang nach dem 4568sten „Warum?“ des Tages kapituliert. Wenn Lernen aber unsere Natur ist,wie kommt es dann, dass Schule für den Großteil der Menschen eine solche Qual ist?

Fortgesetzte Grausamkeit

Es ist eine Qual, weil unsere Schule mit Lernen wenig zu tun hat. Unser Schulsystem tut vor allem eines: Es lässt unsere Kinder geistig und emotional verkümmern. Wir haben uns so sehr daran gewöhnt, dass uns die ganze Grausamkeit dieses Vorganges schon gar nicht mehr ganz bewusst wird – es ist normal geworden. Äußert man solche Kritik an der Schule, erntet man oft beschwichtigende Kommentare (…mal nicht übertreiben..). Ich aber glaube, dass uns die ganze Tragweite des historischen Fehlers, den unser Schulsystem darstellt, erst ganz langsam wirklich klar wird.

Schule ist heute wie ein Feld mit zarten Pflanzenkeimen, dass von schweren Stiefeln niedergetrampelt wird. Es ist der Ort, wo uns die Neugier, die Lust auf das Leben, die Leidenschaft und tiefe Freude des Lebendigseins auf das gründlichst abtrainiert wird.

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