Wissenschaft

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Corona Impfen

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Bild:pixabay.com/CCO

Sie können dafür oder dagegen sein, doch oft wäre bei manchen Fragen, eine klare persönliche Entscheidung, durch kompetente nicht kommerzielle Beratung sehr vorteilhaft. Leider ist das nicht immer einfach. Denn vieles spricht dafür, dass die Forschung immer mehr kommerzialisiert wird. (Quellen: msn.com,ndr.de, sueddeutsche.de,zeit.de). Warum sollte das gerade in der Medizin anders sein? (Quelle: orf-at). Wissenschaftler, die sich für die Wahrheit einsetzen, die werden heute von den Lobbies diskreditiert, mit Fälschungsvorwürfen bedacht und auch wenn sie sich höchstgerichtlich rehabilitiert haben, dann nehmen weder Politik, noch Medien davon Notiz. (Quelle: youtube.com oder der Film von Scheidsteger Thank you for calling). Auch die Medien sind werbefinanziert. (Quelle: bpb.de). Man könnte berechtigt sagen: Die freien Medien sind in der Person Julian Assange in England inhaftiert, und mit schon längst in der Botschaft Ecuadors abgesessen Vorwürfen konfrontiert. Die bestehenden Anklagen des einvernehmlichen Sex mit 2 verschiedenen Frauen, aber ohne Kondom, würden auch kaum vor anderen Gerichten standhalten. Schweden hat die Anklage auch ruhen lassen. Wegen Verstoß gegen die öffentliche Ordnung sitzt Assange jetzt weiter in England.  Die Medienfreiheit wird also mit Füssen getreten!!  Chelsea Manning hat ihre Strafe schon abgesessen, doch war sie wieder inhaftiert worden. Eduard Snowden befindet sich in Russland und darf von dort nicht weg. Alle drei haben Menschenrechtsverletzungen der Weltmacht veröffentlicht und wurden deshalb ihrer Freiheit beraubt. Dieses System, die wirtschaftskonforme Demokratie, mit autoritären Tendenzen, höhlt die Demokratie aus. Das wirtschaftsliberale System geht bis zu der obersten Gesundheitsbehörde, der WHO. (Quelle: aerzteblatt.de ,deutschlandfunkkultur.de). Die Mittel der WHO stammen zu 80% aus Spenden, die aber eine Eigendynamik der sogenannten Gesundheitsbehörde als Folge haben. Die Tendenzen sind immer mehr Impfungen und Einfluss der Industrie.

Gerade bei dem Szenario der Covid 19 Erkrankung, wird immer wieder auf die Hilfe durch Impfungen gehofft. Wie sieht es jetzt aus in der Welt? Haben die gegen Grippe Geimpften jetzt eine bessere Situation?  In der Österreichischen Zeitung der Standard (Quelle: derstandard.at) vom 13.12.2018 werden die Grippeimpfzahlen für Europa aufgelistet:

Großbritannien (70,5 Prozent)

Spanien (55,5 Prozent),

Irland (54,4 Prozent),

Italien (49,9 Prozent),

Frankreich (49,8 Prozent),

Schweden (49,1 Prozent)

Finnland (47,3 Prozent).

Unter dem EU-Durchschnitt rangierten

Dänemark (40,8 Prozent),

Luxemburg (37,9 Prozent),

Deutschland (35,3 Prozent),

Litauen (22,6 Prozent),

Kroatien (21,0 Prozent),

Slowakei (13,3 Prozent),

Slowenien (9,78 Prozent),

Rumänien (7,8 Prozent),

Österreich (6,4 Prozent)

Lettland (4,3 Prozent)

Estland (2,8 Prozent)

Hier sind die Zahlen aus der USA: cdc.gov/flu/fluvaxview/coverage

Es geht hier nicht um Impfen oder nicht Impfen, es geht hier nicht um Grundsatzdiskussionen. Impfen kann Leben retten. Aber es gibt auch zahlreiche Nebenwirkungen. Auch Intensiv-patientinnen durch Impfungen, von denen die Medien nicht berichten.

Es gibt hier die Statistik der Corona Fälle: https://www.worldometers.info/coronavirus/

Aus rechtlichen Gründen darf ich die heutige Statistik nicht hier hineinkopieren. Suchen Sie die Schlusslichter bei den Grippeimpfungen jetzt in der Corona Statistik. Die Staaten Rumänien, Lettland, Estland, sind auch weit hinten bei den Infizierten. Das heißt, es gibt bei den am wenigsten Grippe Geimpften auch am wenige Infizierte. Stand 30.03.2030

Warum? Wie gesagt es geht hier nicht um eine generelle Grundsatzdiskussion. Es geht um einen Gedankenanstoß: Sie gehen einen Berg hinauf, immer wieder? Sie entwickeln dadurch Muskeln? Und sie können bei Bedarf auch einen unbekannten Berg relativ leicht besteigen?

Und im Immunsystem? Sie lassen sich impfen? Keine Frage für alte und Immunsuprimierte, oder Organgeschädigte, sondern vielleicht auch für Otto Normalverbraucher? Sie haben durch die Impfung weniger Arbeit für das Immunsystem,  weil Sie einen Totimpfstoff verabreicht bekommen haben. Ihr Immunsystem ist daher bei einer neuen Herausforderung nicht so trainiert, als wenn Sie regelmäßig gewohnt sind, Ihr Immunsystem neuen Erregern auszusetzen. Alles natürlich mit Maß und Ziel. Wenn Sie sich vor einer Reise nicht gegen Malaria schützen, so kann das fatal enden, wobei man Malaria natürlich nicht mit Impfungen vorbeugt, sondern mit anderen Mitteln. Gelbfieber wäre so etwas, wogegen man sicher auf Reisen impfen sollte. Auch Kinder brauchen Schutz.

Ob Sie für das Covid 19 Virus mehr Schutz brauchen, als gegen Influenza, das erklärt Ihnen sehr kompetent Prof.Dr.Stefan Hockertz. (Quelle: youtube.com). Mein Beitrag hier ist durch die immer wieder durchsickernden Informationen von Zwangsimpfungen zu sehen. Es heißt, Dänemark hätte ein Gesetz zur Zwangsimpfung der Bevölkerung erlassen?

2009 war die „Schweinegrippenpandemie“. Die Folgen der Impfung wurden erst Jahre später entschädigt. 30 Millionen Europäer erhielten damals den Impfstoff Pandremix. Allergischer Schock, Gesichtslähmungen Zuckungen wurden festgestellt. (Quelle: spiegel.de ). Nebenbei gab es 4 Tote in Schweden. (Quelle: taz.de).

Es gibt noch immer zahlreiche Informationen, dass die Spanische Grippe bei den durch einen Impfstoff, in einer katastrophalen Qualität Geimpften, zum Tode geführt hat. (Quelle z.B: equapio.com). Sie werden sich wundern, warum ich vor 5 Tagen, Möglichkeiten, bei der Spanischen Grippe in Dänemark, als Erfolg, gut ernährt und nicht überlastet, eine Grippe überstanden zu haben. Dann kommt bei mir vor 3 Tagen die Frage auf, ob nicht auch die Elektromagnetischen Felder bei der Entstehung der vielen schweren Symptome, der spanischen Grippem 1918 eine wichtige Rolle gespielt haben. Es wurde damals die Elektrizität in Europa und der USA eingeführt. Dann Tote durch nicht ausgereifte Impfungen, laut equapio oft 25 Impfungen pro Person. Man könnte zusätzlich anführen, dass berichtet wird, dass die Menschen damals auch Aspirin in großen Mengen konsumiert haben, mit Magenblutungen und Blockierung des Immunsystemes. (Quelle: spektrum.de). Wahrscheinlich gab es, viele Faktoren, die damals diese Katastrophe ausgelöst haben.

Da jetzt so viel Hoffnung auf einen schon im Herbst zu testenden Impfstoff da sind, wollte ich die Gedanken an unfertige Impfungen, die ich aus Schilderungen auch aus der Ukraine, mit fatalem Ausgang kenne, lenken. Auch in Indien gab es Probleme durch Wohltätigkeitsstiftungen, die Impfungen, wohl noch nicht ausgereift, an Kinder verabreichten. (Quelle: netzfrauen.org). Stiftungen haben auch, was die WHO betrifft, wie erwähnt eine gewisse Eigendynamik, (Quelle: deutschlandfunk.de).

Länder, wie Frankreich, Spanien, aber auch Italien haben meiner Information nach, sehr restriktive Gesetze gegen die Komplementärmedizin erlassen. Andere Staaten im Norden auch, doch haben diese weit bessere Gesundheitssysteme. Die Methoden der Komplementärmedizin arbeiten mit dem Aufbau der Selbstheilungskräfte. Gerade das ist bei einem neuen Erreger wichtig. Es wäre eine großartige Ergänzung, zu den sicher gut bewährten etablierten Methoden in der Medizin.

Hat Italien nicht überhaupt einen anderen Erreger? Prof. Claudia von Werlhof hat zu dieser Frage interessante Informationen. (Quelle: nrhz.de).

Es war so wichtig, dass Dr.Ignaz Semmelweiß seine Forschungen, die ihn in das Irrenhaus gebracht haben, der Welt geschenkt hat, er war der Vater der heutigen Hygiene: Ganz einfache hygienische Maßnahmen, Abstand halten, Menschenansammlungen vermeiden, wären einfach durchzuführen. In Taiwan hatten ganz normale, bei uns jetzt als nicht sicher bezeichnete Masken einen großen Erfolg. Taiwan hatte es, laut Freund-innen geschafft, ohne Quarantäne, nur mit Hygiene, ohne Kollateralschaden für die Wirtschaft, die Krise zu überstehen. (Quelle z.B: businessinsider.com ). Die Bundesregierung wusste seit 2013, dass es dieses Szenario einer Corona-Virus Epidemie aus China geben kann. (Quelle: bundestag.de). Die Liste der freiwilligen Möglichkeiten wäre groß gewesen, doch hat die WHO die Panik und das Vertrauen der Bevölkerung, durch Schweinegrippe und Vogelgrippe schon ziemlich ausgereizt. Deshalb werden die jetzigen Hygiene-Maßnahmen, ich rede von Hygiene und nicht von Quarantäne nicht mehr sehr ernst genommen. Leider sind meine Informationen aus einer Intensivstation wirklich nicht beruhigend, so dass man die Sache mit Ruhe und Gelassenheit, aber durchaus ernst nehmen soll!

So wichtig wäre es, dass wir wieder unabhängige Forschung und unabhängige Medien bekommen. In der USA werden Forschungen durch gemeinsame Forschungsstiftungen, durchgeführt. Großartig wäre es, wenn es solche Forschungstöpfe gemeinsam mit Staatlichen Mitteln gäbe, wobei weder der Staat, noch die Industrie Einfluss auf die Ergebnisse nehmen könnte. Wenn man sich die Brillen färbt, oder wenn man die Brillengläser verformt, was sinnbildlich geschieht, wenn Forschungsergebnisse manipuliert werden, dann wird man die Wahrheit nicht sehen können. Vor allem aber die oberste Gesundheitsbehörde, die WHO sollte frei von industriellem Einfluss sein!!

Vorerst bleibt es an uns,uns unser Urteil so gut wir können, selbst zu bilden. Es gilt wieder Vertrauen aufzubauen und Grenzen für überbordende Wirtschaftsprozesse, die die Wahrheit, die Erziehung und die Politik ja die Demokratie überwuchern.

Die Zeit ist offen für gute klare Ideen. Kein System kein Gegenstand ist ohne Gedanken und Plan entstanden. Da Teile der Wissenschaft, derzeit die Medien auf Pandemiestatus, ohne Bürgerrechte sind, die Politik sich auf Wissenschaft, der diese Situation doch relativ neu ist, oder doch nicht, denn der deutsche Bundestag hat sich 2013 ganz genau mit diesem Szenario eines Corona-Virus aus China befasst, (Quelle: bundestag.de ab Seite 55 wird es spannend) so sind unser aller Gedanken, der Input, aus dem wieder etwas Gesünderes entstehen kann!!

Corona-Krise: Offener Brief an die Bundeskanzlerin von Prof. Sucharit Bhakdi

Prof. Dr. med. Sucharit Bhakdi, Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiolgie, leitete 22 Jahre das Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universität Mainz. Er hat einen offenen Brief an die Bundeskanzlerin geschrieben mit 5 Fragen, die nach sofortigen Antworten verlangen, um festzustellen, wie begründet die derzeitigen massiven Einschränkungen unserer Grundrechte sind. Das Video erläutert die Fragen und deren Hintergrund.

„Solchen Wissenschaftlern würde ich gerne Kamera oder Mikrofon entziehen“ Gerd Bosbach zu Corona

Täglich melden die Medien neue „Infiziertenzahlen“, von denen eigentlich alle Beteiligten ganz genau wissen, dass sie viel zu niedrig sind. Im nächsten Halbsatz geht es dann um „Sterblichkeitsraten“, bei denen alle Beteiligten wissen, dass sie viel zu hoch sind. Es herrscht ein Begriffswirrwarr und die Politik muss auf Basis von höchst unsicheren Annahmen Entscheidungen treffen, deren Auswirkungen gravierend für die Gesellschaft sind. Jens Berger sprach für die NachDenkSeiten mit dem Statistikprofessor Gerd Bosbach über Definitionen, Zahlen und die Lehren, die wir nicht aus vergangenen Krisen gezogen haben und hoffentlich künftig aus dieser Krise ziehen werden.

Studentenfutter #4: Gut und Gerne beknackt

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Meine Katze frisst zwar keine Nüsse, aber sie hat einen Heidenspaß daran, mit Nüssen Katz-und-Maus zu spielen. Bevor die Nuss, die ich schon vor einiger Zeit geknackt und beiseitegelegt habe, in ihre Krallen gerät und zu Sägespäne verarbeitet wird, schnippe ich sie also lieber ins Netz.

Jeder Gutmensch des anderen Menschen Wolf

Die Evolution hat ja nun ihren vorläufigen Höhepunkt hervorgebracht: Den Gutmenschen 4.0. Er erlaubt es sich zwar aus CO2-Gründen nicht, eine Katze zu halten so wie ich Bösmensch, aber er hat kein Problem damit, in seinem Wohnzimmer eine mehrere Meter lange und oberschenkeldicke Anakonda zu mästen, mit der er sich auch jeden Abend vor der Umnachtungsschau („Tagesschau“) in den Schlaf wiegt.

Was habe ich mich doch selbst empört, als dieses Wort „Gutmensch“ aufgetaucht ist. Dachte damals: Will man denn jetzt wirklich die ums Gute bemühten Menschen verächtlich machen? Inzwischen ist einiges Wasser den Bach runtergeflossen und ich sehe nun klarer, was der Pudelkern dieses „Guten“ ist. Gutes, für das man ja heute – im Gegensatz zu  Freiheits-, Friedens- und Menschenrechtsaktivisten früherer Zeiten – vollkommen ungestraft und mit vollem Rückenwind eines Systems, das Jean Ziegler als „kannibalisch“ bezeichnet, streiten und demonstrieren darf. Man bekommt vom System sogar Busse, Förderbudgets, Konzerttickets und Gratiseis zur Verfügung gestellt, um sich im Namen des „Guten“ zusammenzurotten und das „Böse“ zu bekämpfen: die Fortschrittsfeinde, die sich dem Guten und Gernen Leben in einer (neo)liberalen, digital transformierten, grenzenlosen, gegenderten und gechippten Smart City Gesellschaft verweigern, in der frei nach Thomas Hobbes jeder Mensch die Freiheit besitzt, des anderen Menschen Wolf zu sein.

Dass der politisch korrekte sogenannte „Gutmensch“ in Wirklichkeit nur ein Produkt der Kirche ist (deren Nachfolgeorganisation „Wissenschaft“ heute nahtlos alle kirchlichen Funktionen samt Inquisitionsapparat und päpstlichem Unfehlbarkeitsanspruch übernommen hat) und dass dieser Gutmensch in Wirklichkeit das regelrechte Gegenteil eines selbstbestimmten, mündigen und kreativen Menschen ist, der im Leben Neues und Nachhaltiges schaffen kann – um diese schmerzhafte Erkenntnis zu vermeiden, wird der Gender Madstream Surfer / Astroturfer alles tun: kratzen, beißen, spucken, geifern …

Er will der Welt Gutes tun und endlich alle Diskriminierung beenden. Doch wehe: Wenn man nicht dasselbe denkt wie der Gutmensch … ja dann wird man ihn kennenlernen, diesen Gutmenschen!

Der Gutmensch dient dem System und glaubt unbeirrt an die gute Sache, die dieses System zu sein vorgibt, selbst wenn ihm von diesem System bereits selbst das Fell über die Ohren gezogen wird und er den Abgrund vor sich sieht. Aber dieses gute und gerne System hat einen solch gewaltigen Sog, dass er sich ihm kaum entziehen kann. Was den Gutmenschen besonders begeistert: Er darf im Gender Madstream eines hochprofessionellen Meinungs- und Empörungsmanagements sogar für oder gegen etwas anbrüllen, ohne deswegen persönliche Folgen befürchten zu müssen, so wie das in der Geschichte bisher immer bei Freiheitskämpfern der Fall war. Der Gutmensch wird bei seinem neoliberalen Aktivismus sogar den vollen Rückenwind des Systems und der herrschenden Lehre des Infotainmentsystems von Medien, Regierung, Thinktanks, PR-Agenturen, Presssprechern, wissenschaftlichen Experten & sonstigen Talkmastern genießen. Dass er in diesem Karussell des Konsensmolochs (© Wolf Reiser) in Wirklichkeit einen Bärendienst erweist und nur als willkommener nützlicher – sagen wir Funktionär, um nicht das Vulgärwort Idiot strapazieren zu müssen, dazu beigetragen hat, dass die noch verbliebenen Umwelt- und Humanressourcen nun von konzernwirtschaftlich akkreditierten „Experten“ nach „streng wissenschaftlichen, evidenzbasierten“ Kriterien ausgeschlachtet werden können … diesen Gedanken muss der Gutmensch mit aller ihm zu Gebote stehender Kraft energisch verdrängen. Wie soll er/sie/es sonst abends noch abhängen und downchillen können? Noch dazu, wo die Morphine der Umnachtungsschau („Tagesschau“) trotz Steigerung der Dosis immer mehr an Wirkung verlieren?

Foto: pixabay/CC0

Über Terminator-Saaten, Aufklärungsschutzmittel und Paranüsse (Studentenfutter #1)

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Wenn man, so wie ich gerade, ununterbrochen vorm Bildschirm sitzen und „Leistung bringen“ muss, bleibt mitunter wenig Zeit zur Nahrungsaufnahme, geschweige denn zum Schreiben von Blogartikeln. – Obwohl der Mensch bekanntlich nicht vom Brot allein lebt und er dann, wenn er auf das Formulieren eigenständiger Gedanken verzichtet, in heutiger Zeit mehr oder weniger verhungert bzw. erfriert. In solchen Rush Hour-Zeiten greife ich gerne zu „Studentenfutter“, das ist ein Mix aus Hasel-, Erd- und Paranüssen, die angeblich reich an Lecithin sind und daher dem Gehirn die notwendige Grundlage geben, damit es Leistung bringen bzw. „büffeln“ kann.

Aus Zeitgründen daher nur ein paar Paranüsse bzw. Gedankensplitter, damit das Futter zum Nachdenken nicht ausgeht. Die Nüsse wurden von unserem geschätzten Kollegen Marigny de Grilleau bereits weitgehend geknackt, man braucht sie bloß auflesen  – was nicht heißt, dass man sie nicht auch selbst kauen, verdauen und in eigene Körpersubstanz umsetzen muss.

Die Paranüsse stammen aus einem aktuellen Facebook-Thread, in dem erörtert wird, warum wir  gerade einen derart gespenstischen „Chillstand“ (Matuschek) erleben und alles trotz kunterbuntem 4k-5G-wireless Hitechanstrich irgendwie nach Verwesung und Untergang riecht. Im nachfolgenden Dialog geht es auch umd die maßlose Überschätzung heutiger Intellektueller und warum sich derzeit viele Menschen, die sich von der Aufklärung dieser Intellektuellen viel versprochen haben, nun wieder enttäuscht abwenden.

Die einleitende Paranuss von Marigny sei auch deswegen hier nochmals wiedergegeben, da seine Texte auf Facebook sukzessive gelöscht und er immer wieder gesperrt wird (siehe auch „Gefährdung der marktkonformen Demokratie – Für solche Memes wird man heute auf Facebook gesperrt“), während angebliche Systemkritiker wie Rezo, Jung&Naiv, Mailab & Co. – die der nachrückenden Generation allesamt eine „wissenschaftlich“ geführte Welt predigen – mit Medienpreisen, Deutschen Fernsehpreisen und Grimmepreisen überhäuft werden.

Aufgrund gnadenlos tickender Uhr diesmal also kein elegischer Aufsatz, sondern nur c&p als schnöder FB-Thread (Wer sich überfordert fühlt, wenn heilige Kühe, heilige Mausbären und heilige Hipster angetastet werden, die wir derzeit als Ikonen der Aufklärung vor uns hertragen, der lese hier auf keinen Fall weiter, er riskiert sonst womöglich einen Herz-Kreislauf-Zusammenbruch):

 

Marigny de Grilleau

Aufklärungsarbeit sind wie kleine Pflänzchen, die auch auf einen fruchtbaren Boden fallen müssen, ansonsten geht die Saat nicht auf. Und genau das ist unser aller Problem.

Aufklärungsarbeit fällt auf vergiftete Böden, die untauglich sind, sie können sich nicht entfalten. Diesen Acker, der bestellt vom herrschenden Establishment sprich von der ökonomischen Macht, die besprühen diesen Acker mit Aufklärungsschutzmittel, das nur ihre Aufklärung wachsen und gedeihen kann. Sie wissen nämlich allzu gut, dass eine Gegenaufklärung sie entlarven würde und es unter Umständen ihre ökonomische Macht kosten könnte. Also sprich ihr Machtvakuum in Gefahr sehen. Und so besprühen sie die Böden mit einem Aufklärungsschutzmittel, dass nur ihre Terminator-Saat aufgehen kann. So haben sie über mehrere Jahrhunderte ihre Netzwerke und Wissenschaftstempel gegründet und installieren die Systeme und die Aufklärung, die sie brauchen, um ihr Machtvakuum aufrechtzuerhalten.

Um darüber aufzuklären über diese Struktur, die uns gefangen hält, ist so gut wie unmöglich. Denn der Betrug an uns Bürger ist so gewaltig, dass keiner diesen Betrug als Betrug erkennen will nicht, weil nicht sein kann, was nicht sein darf, vielmehr weil die Lüge so gigantisch ist, dass keiner es glauben mag, dass es eine Lüge sein kann. Und so ist es möglich, dass das herrschende Establishment gar ihre eigene Bevölkerung opfert, also umbringt, um politische Weichenstellungen voranzubringen. Siehe Geheimarmee Gladio, deren Aufklärung bis heute von unseren Volksvertretern sabotiert wird. Helmut Scheer, der leider zu früh verstorben ist, berichtete darüber.

  • Vietato Fumare [Parkwaechter] Mausfeld hat es einmal schön ausgedrückt: „Wir haben es heute mit einer Gegenaufklärung zu tun, die sich perfiderweise als Aufklärung tarnt.“ – Wobei man ja sehen kann, dass nicht einmal kluge Köpfe wie Mausfeld selbst vor dieser Gegenaufklärung gefeit sind und dass auch er – bei aller zweifelloser Scharfsinnigkeit – auf eine noch sehr viel fundamentalere Ebene der Lüge nicht hinzublicken vermag. Wenn man es also schafft, dass sogar unsere klügsten Intellektuellen letztlich doch im Netzwerk des Manufacturing Consent befangen bleiben und der herrschenden „W issenschaft“ dienen, wie soll man es dann vom dschungelcampguckenden Taggesschaubürger erwarten, dass er sich vom Emmentalerwurm, der in seinem Gehirn kreist, befreit?
  • Vietato Fumare Die Gründe, warum Mausfeld das nicht tut, sind trotz postmoderner Smartheit im Prinzip die gleichen wie im Mittelalter: Man würde ihn umgehend auf die Streckbank spannen und dann durch die heilige Inquisition am – heute digitalen – Scheiterhaufen der herrschenden Lehre (der „Wissenschaft“) verbrennen.
  • Christina Falke Vietato Fumare  Ich dachte immer, dass sich die Älteren weniger vor der Veröffentlichung der Wahrheit fürchten müssen, denn sie haben sich lebenslang einen Ruf erarbeitet und konnten auch finanziell ihre Schäfchen ins Trockene bringen. Mir ist dies deshalb ein Rätsel.
  • Vietato Fumare Christina Falke  Das ist bei Mausfeld auch der Fall und diesebzüglich muss man ihm auch zugutehalten, dass er sich ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt hat und einen wichtigen Beitrag zur Systemkritik gegeben hat. Es ist aber vielmehr ein ideologisches Problem. Bei aller gedanklicher Beweglichkeit, die sich Intellektuelle wie Mausfeld zweifellos erarbeitet haben und die man auch anerkennen muss, haben sie das „Betriebssystem“, das ihnen in Schule und Uni aufgespielt wurde und mit dem sie nun surfen, nicht geändert. Dieses Betriebssystem bzw. deren technokratisch-szientistische (und letztlich nihilistische) Denkweise haben sie dermaßen verinnerlicht, dass sie ihr gesamtes Selbstverständnis darauf gründen. Es gäbe ja bekanntlich auch andere Betriebssysteme wie Linux, aber da wäre dann die aufgespielte „wissenschaftliche“ Software nur noch bedingt kompatibel und der Anwender, der es gewohnt war, als Professor souverän in den ihm vertrauten Gewässern zu surfen, müsste mit Abstürzen rechnen bzw. wieder bei Null anfangen.
    – Mit 50, 60 oder 70 Jahren noch einmal bei Null anfangen und sich nach den Maßstäben der herrschenden Lehre lächerlich machen? Bei solchem Gedanken muss einer in der wissenschaftlichen bzw. intellektuellen Fachwelt anerkannten Autorität natürlich schummrig vor Augen werden. Insofern hat jeder von uns, der in dieser Fachwelt kein Renommee hat, einen großen Vorteil: Er hat diese Last und dieses autoritative Damoklesschwert nicht über sich, sondern kann im Prinzip frei manövrieren bzw. denken. Und was die Handlanger und Medientreibenden dieses zutiefst kranken Systems über ihn denken, kann ihm auch relativ egal sein. Er zieht es vor, unabhängig zu denken und damit geistig gesund zu bleiben.

Vietato Fumare Das Gleiche gilt übrigens auch für all die medien- und grimmepreisgekrönten Mailabs, Rezos, Tilos, Struppis und Bummstis, die heute im „Nicht-Mainstream“ die Meinungsführerschaft innehaben und ganze Millionenschaften an Followern in seichten Gewässern in Strandnähe halten, während auf hoher See gerade der entscheidende Kampf um unsere Zukunft ausgefochten wird.

 

Quelle: Facebook/Marigny de Grilleau

[Anm.: Falls Marigny de Grilleau auf FB für das Verteilen solchen Studentenfutters gesperrt wird, kann man ihn auf seiner eigenen Seite weiterverfolgen: grilleau.blogspot.de .]

Foto: Pixabay / CC0

Der Konsens-Nonsens – Markus Fiedler bei SteinZeit

Zu Gast bei Stein-Zeit.Tv war der Diplom-Biologe und Lehrer Markus Fiedler, der vielen bekannt geworden ist durch seine Filme über die manipulativen Machenschaften der Wikipedia. https://wikihausen.de/dokumentarfilm-…

Im Interview mit Robert Stein bespricht er den angeblichen Konsens in der Wissenschaft in Sachen Klimaforschung. Zentraler Bestandteil war eine Studie vom Januar 2013 von Cook et al, die immer wieder herangezogen wird um die Einigkeit unter den Wissenschaftlern zu illustrieren. Von fast 12.000 ausgewerteten Studien stimmen nicht 97% der These des vom Menschen verursachten Klimawandel zu, sondern sage und schreibe nur 0,54%. Zusätzlich erklärt Markus Fiedler anhand der Rohdaten dieser Studie wie die Ergebnisse ad absurdum geführt wurden und Ursache und Wirkung einfach vertauscht wurden.

 

Warum der Untergang naht … und warum wir uns jetzt trotzdem entspannen können

Vergiftete Brunnen und Influencer mit Morbus Science

Manchmal schafft es auch ein Bericht in die Massenmedien, der nicht der Banalität oder der Desinformation dient, sondern durchaus lesenswert ist. So etwa ein gestern in der NZZ erschienenes Essay einer promovierten Historikerin, die es wagt, die Käseglocke anzuheben, unter welcher die Welt der akademischen Lehre gerade vor sich hinschimmelt.

Die Historikerin beschenkt uns in ihrer Betrachtung auch mit einem historisch denkwürdigen Begriff, den wir uns merken sollten, um dasjenige zu verstehen, wo der gesunde Hausverstand derzeit kapitulieren muss: „Agendawissenschaft“. Wissenschaftlern dieser neuen, sich epidemisch ausbreitenden Zunft ginge es nicht mehr um ergebnisoffene Forschung und Erkenntnis, sondern darum, „mithilfe von Forschung und Lehre ein ideologisch verbrämtes gesellschaftspolitisches Programm voranzubringen“. Inzwischen habe sich in der wissenschaftlichen Welt ein regelrechter Widerwille etabliert, sich mit <<falschen Positionen>> zu befassen“.

Wer in dieser Nichtwissenwollenschaft den Kopf über den Tellerrand heben – oder eigentlich nur die Augen für die unmittelbare Realität öffnen möchte, der muss mit Disziplinierungsmaßnahmen rechnen. Disziplinierungsmaßnahmen, an denen sich bereits Erstsemestrige eifrig beteiligen, um Lehrende, die nicht auf Linie sind, zu diskreditieren und aus dem öffentlichen Diskurs zu verdrängen.

In Zeiten von Social Media geht das per Knopfdruck und in Echtzeit. Auf Phasen der Reflexion über Gehörtes und allenfalls verflogene Wut nach einem  Heimspaziergang kann heute nicht mehr gerechnet werden. „Daumen runter“ gibt’s sofort, wenn einem eine Ansicht begegnet, welche der persönlichen Kompassnadel widerspricht. Dass diese persönliche Kompassnadel nur deswegen in eine bestimmte Richtung zeigt, weil „Manufacturing Consent“-Spezialisten einen kleinen Magneten installiert haben, der eine freie Bewegung der Kompassnadel nicht zulässt, wird nicht in Betracht gezogen.

Nach Beobachtung der Historikerin werde stattdessen „die enorme Komplexität des Wissens, mit der sich Studenten vor allem in den ersten Semestern konfrontiert sehen, auf ein leicht verstehbares und durch Aneignung der «richtigen» Sprache schnell anwendbares Schema“ reduziert, mit dem die Welt in Gruppen aufgeteilt werden könne. Alles natürlich, um dem Guten und Gernen Leben zu dienen. Um ein auf Andersdenkende disziplinierend wirkendes Klima zu erzeugen, bedürfe es einer kritischen Masse solcher Agendawissenschaftler in jeweiligen Forschungsfeldern. Nach Ansicht der Historikerin habe der Marsch durch die Institutionen vor allem in den Kultur-, Sozial- und Geisteswissenschaften dazu geführt, dass diese kritische Masse vielfach bereits erreicht wurde.

Wer nachfolgenden Artikel liest, wird verstehen, wie der Brunnen der herrschenden Lehre gerade sukzessive vergiftet wird und wie es dazu kommen konnte, dass wir im gesellschaftlichen Diskurs derzeit regelrecht wahnhaften Vorstellungen folgen. Denn aus besagtem Brunnen der herrschenden Lehre der (Agenda-)Wissenschaft schöpfen auch alle Influencer, die derzeit ihre Millionenschaften an Followern und fast eine ganze Generation mit dieser Influenza influenzieren: All die Junk Science „Bildungskanäle“ wie maiLab (bereits bedacht mit dem Grimme Online Award für Wissen und Bildung), Rezo, Porno-Katja & die 90 Super Youtuber etc.

Da die WHO den Virus von Morbus Science immer noch nicht in seiner letalen Auswirkung erkannt hat, hat sich diese bislang nur in bestimmten Thinktanks und Universitätsinstituten grassierende Krankheit mittlerweile zur Pandemie ausgeweitet.

Ritter*Innen der Kokosnuss

Natürlich gebietet es das Selbstverständnis eines im akademischen Leben verankerten Nichtwissenwollenschaftlers, dass er nicht untätig bleibt. Das Schul- und Universitätssystem hat ihm einen aufs Höchstmaß zugespitzten Intellekt aufgesetzt, mit dem er jetzt nicht ganz tatenlos zusehen kann, wie rundherum in der Welt alles den Bach runtergeht. Er muss diesen Intellekt auch schon aus Gründen der reinen Selbsterhaltung in irgendeine Richtung einsetzen. Denn würde er sich  mit einem mit 400 U/min vor sich hinrotierenden hybriden Intellekt nicht irgendwo einkuppeln sondern nur im Leerlauf drehen, dann würden sich die Zahnräder seines Getriebes selbst zerreiben. Doch wo darf man ihn in Zeiten wissenschaftlichen Prekariats noch einkuppeln, diesen Intellekt? Für irgendetwas möchte man kämpfen, damit man sich nicht ganz wertlos vorkommt. Aber die von Regierung und Medien vorgegebene Linie lässt kaum noch etwas zu, gegen das man kämpfen bzw. für das man sich engagieren darf. Nur zwei mickrige Ventile werden der Masse angeboten, über die sie ihren Überdruck abpfeifen lassen darf. Angesichts des massiven Überdrucks, der sich jetzt über diese beiden Ventile Ausdruck verschaffen möchte, hat es die Ventilsitze samt den Adaptern allerdings bereits vollkommen durchgerissen, sodass nun der ganze Reifen plattmacht.

pixabay/CC0

Diese beiden, mittlerweile ausgeleierten Ventile sind jedem bekannt: Einerseits der „Kampf gegen Rechts“ (laut Prof. Mausfeld ein „Fake-Kampf“, der vor der Konfrontation mit den wirklich anstehenden Problemen ablenken soll) und andererseits der Kampf für Geschlechterneutralität. Wer also nach Schulende seinen vorgeschriebenen Grundwehrdienst als Infanterist im Kampf gegen Rechts schon abgeleistet hat und der Gesellschaft besonders progressiven Fortschritt bescheren möchte, der darf beim Orden der Ritter*Innen der Kokosnuss seine Lanzen brechen. Nach sechs Semestern Gender Studies kann er dann als Bätschelor mit evidenzbasierten Studien die drängende Frage abarbeiten, ob es noch Inklusion oder bereits Diskriminierung ist, wenn man Mushroom Mermaids als Reinigungskräfte einsetzt, um das Stehurinal zu putzen, in dem Wombat Cockster und Hustler Hedgehogs ihre Notdurft verrichten.

Relax, don’t do it!

Wer den nzz-Artikel liest (der in Wirklichkeit nur die Spitze eines von hunderten Eisbergen zeigt und der sehr zurückhaltend geschrieben ist, da die Autorin ansonsten ja ihre eigene Position als Masterstudiengangs-Leiterin gefährden würde), der wird auch etwas sehr Ernüchterndes realisieren: Dass es angesichts des bereits vorangeschrittenen Grades an neoliberaler Indoktrination wohl nur eine relativ kleine Anzahl an Menschen sein wird, die sich der Vermassung entziehen und ein gesundes, eigenständiges Denken ausbilden wird können.

Diese an sich fatale Tatsache einzusehen, hat aber auch etwas Entspannendes: Man ist dann nicht mehr versucht, die gesamte Gesellschaft zu retten bzw. dem kollektiven Wahnsinn eine Wende geben zu müssen (dazu ist dieser Wahnsinn bereits zu weit vorangeschritten bzw. in das Innere der Menschen hineingedrungen).

Auch wenn es also nur vergleichsweise Wenige sein werden, die nicht Opfer des Wahnsinns  werden (siehe Dostojewskijs Traum von der szientistischen Pest), so kommt es aber gerade darauf an, dass es sie gibt. Wie sie in einer weitgehend irre gewordenen Welt leben werden können, ich vermag es auch nicht zu sagen. Man kann nur darauf hoffen, dass sich schon irgendwie Möglichkeiten ergeben werden. So wie auch nach einem Vulkanausbruch am aschebedeckten Umfeld wieder vereinzelt Samen aufgehen und zu Bäumen heranwachsen, die Anderen Schatten spenden können.

Mit ‚Entspannen‘ meine ich natürlich nicht, dass man jetzt die Füße auf den Tisch legen und Dschungelcamp gucken soll. Ganz im Gegenteil: Man muss jetzt äußerste Kraft aufwenden und in Bewegung bleiben, damit man im neoliberal vergletschertem Lebensumfeld nicht erfriert. Wer gesund bleiben und verhindern will, dass einen der Wahnsinn packt, der muss geistig rege sein wie noch niemals zuvor. Insofern ist es auch nicht umsonst, dass es Einzelkämpfer gibt, die mit ihren kleinen Piratensendern die Stellung halten, obwohl der Wind des Wahrheitsministeriums mit aller Kraft versucht, sie von der Bildfläche zu blasen (was dank Zensur und Shadowbanning-Techniken in den sozialen Medien auch durchaus erfolgreich vorangetrieben wird). Denn diejenigen, die noch geistig gesund sind, brauchen auch gesunden, nicht mit dem Virus des Wahnsinns influenzierten Input von anderen, sonst müssten auch sie mehr oder weniger verzweifeln.

Mit ‚Entspannen‘ meine ich vielmehr, dass man es sich weitgehend abschminken kann, andere überzeugen zu wollen, die ihre Wahl vorerst bereits getroffen haben, obwohl man ihnen die Worte von Max Jacob zurufen möchte: „Ich weine vor Euch, weil ich weiß zu welchen Schlünden ihr wandert.“ Das heißt nicht, dass man nicht den ein oder anderen bei Gelegenheit doch davon abhalten könnte, in den Abgrund zu marschieren. Doch wer sich dies für die Gesellschaft als Ganzes erwartet, der würde sich hoffnungslos verausgaben. Die Verpflichtung, die jeder noch gesund denken könnende Mensch hat, ist jedoch: sich selbst und diejenigen, die sich ebenfalls dem Wahnsinn verweigern, geistig gesund zu erhalten bzw. aus dem medial verordneten Eintopf der Ignoranz zu emanzipieren und jetzt vollkommen unabhängig  denken zu lernen. Auch vollkommen unabhängig von denjenigen Autoritäten, die sich in schönen Gewändern als Wissenschaft bezeichnen, aber meist nur eine Nichtwissenwollenschaft verkörpern. Ebenso unabhängig von Intellektuellen, von denen derzeit ja viele enttäuscht sind, da sie sich in mancherlei Hinsicht ebenfalls der Agenda des Mainstream ergeben haben. Mit dem Erlangen und Bewahren dieses unabhängigen Denkens ist das Notwendige getan. Was dann kommt, wird sich schon ergeben.

Aufgrund verschärften Zitaterechts diesmal nur ein schlichter Link zum vorgenannten Artikel:

Wenn Wissenschafter eine Agenda verfolgen: wie Macht und Moral an den Hochschulen die Erkenntnis ersetzen (nzz)

 

P.S.:
Was an diesem nzz-Artikel eventuell zu bemängeln wäre, ist die Verwendung des Wortes „Moral“, mit welcher die besagte Disziplinierung neben „Macht“ erfolge. Um wohl klingende Wörter sind wir ja heute nicht verlegen, um unsere Lebenslüge zu rechtfertigen, obwohl das Motiv der Agendawissenschaftler eher mit dem Wort „Moralisieren“ zu charakterisieren wäre – wobei „Moralisieren“  ja geradewegs das Gegenteil von wirklicher Moral und eigentlich eine Amoral oder sogar Antimoral ist.

Auch wird im nzz-Artikel die Frage, wer denn eine solche Agenda der Agendawissenschaften überhaupt ausgibt, nicht einmal berührt. Wer sich darüber kundig machen möchte, der wird eventuell bei Noam Chomsky (siehe „Die Wachhunde der Machtelite“), bei Edward Bernays oder bei Bertrand Russel fündig:

>> Ich denke, das Thema, das politisch am wichtigsten sein wird, ist die Massenpsychologie. … obwohl diese Wissenschaft sorgfältig studiert wird, wird sie starr auf die regierende Klasse beschränkt sein. Die Bevölkerung wird nicht wissen dürfen, wie ihre Überzeugungen entstanden sind. Wenn die Technik perfektioniert ist, wird jede Regierung, die für die Erziehung einer Generation verantwortlich ist, in der Lage sein, ihre Untertanen sicher zu kontrollieren, ohne dass Armeen oder Polizisten benötigt werden … Bald werden verschiedene Ergebnisse erzielt werden: dass der Einfluss der Heimat hinderlich ist … Erziehungs-Propaganda könnte mit Hilfe der Regierung dieses Ergebnis in einer Generation erreichen. Es gibt jedoch zwei mächtige Kräfte, die gegen eine solche Politik sind: die eine ist die Religion, die andere der Nationalismus. … Eine wissenschaftliche Weltgesellschaft kann nicht stabil sein, wenn es keine Weltregierung gibt. <<  (Bertrand Russell, Der Einfluss der Wissenschaft auf die Gesellschaft, 1953)

Das Imperium schlägt zurück: 320 renommierte „Wissenschaftler*Innen und Expert*Innen“ verfassen Gegendarstellung zum Folterbericht des UN-Sonderberichterstatters über Julian Assange

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(Foto: RT / screenshot aus Youtube, 11.04.2019 /colormod pw)

Der offene Brief des UN-Sonderberichterstatters über die Diffamierung und Folterung von Julian Assange (siehe „Das Schweigen der Leitmedien und die Zukunft der Lämmer“) wurde nun von „Experten“ massiv kritisiert. Über 300 „Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler“ waren sich nicht zu schade, in konzertierter Aktion eine vehemente Entgegnung zu Melzers Artikel zu unterzeichnen. Wer die ellenlange Unterzeichnerliste durchscrollt (siehe medium.com), der muss unweigerlich vor Andacht in die Knie gehen: Die Creme der akademischen Jurisprudenz von Oxford, der University of London bis nach Hongkong, Professor*Innen und Direktor*Innen namhafter Universitäten in den USA, Europa, Schweiz, Australien, Südamerika und der sonstigen großen Welt der Campus-Freunde im Verein mit Gender- und Global Human Rights Instituten, Centers for International Law and Justice, Gender-based Violence specialists etc. reichen sich hier geschlossen die Hand bzw. machen die Mauer, damit wir nicht solch unwissenschaftlichen und an den schlichten menschlichen Hausverstand gerichteten Appellen wie von Nils Melzer folgen.

Da auch eine ganze Generation, die soeben zu einer Art politischem Bewusstsein erwacht ist, geneigt ist, sich „gegen Unvernunft“ und bedingungslos „auf die Seite der Experten zu stellen“ (so die – keine Frage, gut gemeinte – gemeinsame Aussage im millionenfach angesehenen Video-Statement von Rezo & den 90 Super-Youtubern – siehe „Endlich: Jetzt schlägt die Stunde der Experten! – Über Evidence Based Bullshit“), kann man nicht oft genug auf Noam Chomsky hinweisen. Chomsky ist jemand, der sich wohl am profundesten mit der meinungsbestimmenden Funktion der sogenannten Experten und akademischen Wissenschaftler befasst hat. Er nennt sie eine „Art säkulare Priesterschaft“ für die Machtelite, „indem sie Ideen, Pläne, Strategien, Werte, Theorien, Rechtfertigungen und Doktrinen für die ökonomischen und politischen Entscheidungsträger des Herrschaftssystems entwickeln und dem Rest der Bevölkerung verkünden, was sie glauben sollen.“

Diese heute regelrecht vergötze akademische Schicht an „wissenschaftlichen Experten“, die sich ach so aufgeklärt gibt und uns vor „irrationalen Ansichten“ warnt, ist nach Ansicht von Chomsky selbst „deeply indoctrinated“ (auf deutsch: zutiefst gehirngewaschen). Diese rein nach „streng wissenschaftlichen“ Kriterien agierenden Experten sind heute auf ausnahmslos allen Gebieten des Lebens tonangebend. Sie bestimmen schon längst und dies lückenlos, was in ökonomischer,  ökologischer, militärischer, finanztechnischer, kommerzieller, pädagogischer und sozialer Hinsicht geschieht und was unsere Politiker zu tun haben. Alles, was wir in unserer nicht nur vorm sozialen Abgrund und  finanziellen Kollaps, sondern auch kurz vorm Ökozid stehenden Gesellschaft erleben, IST also bereits real anschaubare Konsequenz GERADEWEGS DIESER „streng wissenschaftlichen“, rein der „rationalen Vernunft“ und Effizienz verpflichteten Denkweise, der zufolge Mensch und Welt nur sinn- und geistlose Kohlenstoffzusammenballungen – also WURST – sind, daher ihrer restlosen Ausschlachtung nach rein betriebs-/volkswirtschaftlichen Kriterien nichts im Wege steht bzw. jeder, der anderes behauptet, „irrational“ und dem Fortschritt schädlich ist.

Leute, bitte rafft es rechtzeitig: Diese Expertenschaft hat es nicht im Geringsten notwendig, dass wir oder die Superyoutuber sich auf ihre Seite stellen. Die verachten euch Fußvolk sogar und tun alles, damit ihr auf Distanz und vor allem: unten bleibt. Das werden sie euch natürlich nicht direkt sagen. Ich kenne den akademischen Betrieb und die Denkweise seiner streng wissenschaftlichen Esperten selbst zur Genüge – sind meist allesamt sehr nette Damen und Herren, die Wert auf ein gepflegtes Äußeres legen, sich neuerdings sogar bemühen, lustig und volksverständlich zu sein (wie FAZ-Korrespondent Reinhard Bingener schreibt, soll es ja keine trockene, sondern eine fröhliche Wissenschaft sein, die im Zuge der szientistisch-neoliberalen Agenda Eingang in die Köpfe des postmodernen Menschen findet: Sie „deklinieren die Evolutionstheorie bis in die Grundfragen der Lebensführung herab: Was dürfen wir nicht mehr glauben? Was sollen wir essen? Wie können wir es treiben? – es soll eine fröhliche Wissenschaft sein.“).

Natürlich werden sich diese hochkarätigen Experten empört dagegen verwehren, wenn man ihnen vorwirft, dass sie eigentlich gar keine Wissenschaft, sondern eher eine NICHTWISSENWOLLENSCHAFT vertreten. Wer das im heutigen Diskurs öffentlich zu sagen wagt, der wird umgehend mit einer erschlagenden Fülle an Argumenten und Tonnen an streng wissenschaftlichen „Papers“ plattgemacht, noch bevor er richtig Luft holen konnte. Er ist sofort einen Kopf kürzer, noch bevor man ihn auf die Guillotine des Manufacturing Consent oder auf den digitalen Scheiterhaufen schleppen konnte. Passt also gut auf, meine lieben jungen Freunde, wenn ihr euch „auf die Seite der Experten stellen“ wollt. Die haben scharfe Klingen und Streitäxte im Talon, gegen die unsere gut gemeinten Forderungen für mehr Menschlichkeit, Klima- und Umweltschutz wie stumpfe Kartoffelschäler wirken. Die SUV-fahrenden wissenschaftlichen Würdenträger lachen in Wirklichkeit über unser naives Ansinnen für mehr Menschen- und Klimagerechtigkeit. Sie wollen unseren Schwung und unser  gut gemeintes Engagement sogar noch ausnutzen, um uns mit neuen Steuermodellen noch weiter abzuzocken, während Business as usual weitergehen soll wie gewohnt. Behaltet bei Eurer neu entdeckten Hinwendung zu den „wissenschaftlichen Experten“ also eventuell im Hinterkopf, was Noam Chomsky über diese grauen Eminenzen gesagt hat. Glaubt mir, als Professor des renommierten Massachusetts Institute of Technology/MIT in Cambridge weiß er, wovon er redet. Er hat fast sein ganzes Leben am Campus der Universität verbracht.

Und by the way: Wisst ihr eigentlich, was ‚Campus‘ bedeutet? Diese Bezeichnung für unversitäres Terrain stammt vom lateinischem Wort campus = Schlachtfeld. Es gibt wohl in der Tat kein besseres Wort für denjenigen Boden, von dem aus unsere Köpfe und Herzen erobert werden sollen. Erobert wird heute freilich nicht mit Peitschen und Kanonen, das wäre ja barbarisch und im Zeitalter von political correctness nicht mehr zeitgemäß.  – Nein, erobert wird heute mit viel effizienteren und global wirksamen Waffen: mit den alternativlos zwingenden, streng wissenschaftlichen Argumenten von akademisch und konzernwirtschaftlich akkreditierten Experten. Wissenschaftlichen Experten, die Noam Chomsky folgendermaßen charakterisiert:

Sie identifizieren sich mit den Interessen der Mächtigen und halten diese für ihre eigenen. Für ihren Dienst und für ihre Verinnerlichung und Verteidigung des Wertekanons und der Interessen der Machtelite erhalten sie einen gewissen Anteil an der Macht, des Reichtums, der Privilegien und des Prestiges. Damit bilden sie nicht nur einen zentralen Pfeiler des ideologischen Indoktrinationssystems, sondern sie sind vielmehr entscheidende Akteure des staatskapitalistischen Propagandasystems für die Herrschaftssicherung der Machtelite, weil sie die breite, weniger gebildete Bevölkerungsgruppe (rund 80 Prozent) ideologisch zum Gehorsam, zur Passivität, Konformität, Habsucht und Unterwerfung erziehen, indem sie diese in ihrem sozialen, kulturellen Verhalten, Wissen und Denken bzw. in ihrer Wahrnehmung entsprechend formen, disziplinieren und kontrollieren.

(…) Für die extrem indoktrinierten und gebildeten Schichten existieren intellektuell ´anspruchsvolle` Elite- und Leitmedien, die politische und ökonomische Gegebenheiten und Entwicklungen innerhalb des vorgegebenen ideologischen Indoktrinierungsrahmens der Machtelite darlegen und kommentieren. All dies dient auch dazu, den übrigen 80 Prozent der Bevölkerung die notwendigen Illusionen bzw. Lügen als Wahrheit zu verkaufen, hinter denen sich die handfesten Interessen der Machtelite verbergen. Denn diese Leitmedien liefern nicht nur die passenden Themen, Bilder und Informationen, sondern setzen vor allem den zu befolgenden ideologischen Rahmen zulässiger Meinungen und Ansichten über die Welt für alle weiteren Massenmedien.

Für den übrigen Teil der Bevölkerung, also die ´weniger gebildete` und zum Gehorsam erzogene Mehrheit, gibt es die anspruchslosen Massenmedien, die vor allem dafür zuständig sind, die Menschen zu unterhalten, zu amüsieren, abzulenken (Sport, Seifenopern, Boulevard, Comedy, Krimis etc.), und sie mithilfe bedeutungsloser (nationalistischer, chauvinistischer) Slogans und des Fernsehens zu apathischen, autoritätsgläubigen, kaufsüchtigen wie desinteressierten Konsumidioten zu formieren. So wird die Bevölkerung sozial atomisiert, fragmentiert und dadurch politisch marginalisiert.

(…) So wird die Bevölkerung sozial atomisiert, fragmentiert und dadurch politisch marginalisiert. Dies wird durch eine falsche, lügenhafte oder irreführende Darstellung politischer, sozialer, ökonomischer Tatsachen, Erklärungen und Zusammenhänge begleitet, die von Regierungen und Konzernen mithilfe der PR-Industrie sowie intellektuellen Experten als notwendige Illusionen produziert und verbreitet werden. Die breite Bevölkerung soll eben nicht über die Welt selbstständig nachdenken, sie soll sich noch viel weniger politisch einmischen, vielmehr soll sie sich darauf beschränken, die in der Werbung angepriesenen Waren zu konsumieren, um einen fremdgesteuerten Lebensstil zu imitieren und nachzueifern.“

 

Link zu Chomsky Volltext-Rezension: „Die Wachhunde der Machtelite“ (Nachdenkseiten)

siehe auch „Alles in Butter: Prof. Michael Butter – Wie man tapfer feige eine wissenschaftliche Lanze bricht“ (Nachrichtenspiegel)

Der Psiram Lehrmeister – Massentaugliches Infotainment und marktkonformer Brainfuck

Endzeit-Poesie 4.0: Unser „Ich“ – Staatsfeind Nr.1

 

Debunked: Vom Über- zum Unmenschen (Alles in Butter – Teil 2)

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Verschwörungstheoretiker aller Länder geben sich gegenüber der Inquisition der herrschenden Lehre gerade geschlagen. Nicht nur Florian Kirner erklärt im Namen seiner Kollegen die Kapitulation (siehe „Wir schwören ab“), sogar die bisher immer wie eine junge Löwin gegen den zur Normalität erklärten Wahnsinn kämpfende Umweltaktivistin Julia Szarvasy hisst nun die weiße Flagge. In ihrem jüngsten satirischen Essay „Warum wir keine Ahnung haben“, das uns der Regenbogenbieger dankenswerterweise verlinkt hat, kommt sie zum Fazit: „Die Politik und die Wirtschaft müssen vor der blöden Bevölkerung besser beschützt werden.“

Bei der Aufzählung der schützenswerten Bastionen der herrschenden Lehre hat Julia Szarvasy allerdings die gewichtigste Festung vergessen, die mit ihrer technokratischen Priesterschaft eigentlich erst die Macht von Politik und Wirtschaft legitimiert: Die „Wissenschaft“. – Auch wenn das viele Fortschrittsfreunde jetzt ganz von den Socken hauen wird: aber genau in diesen scheinbar unangreifbaren Stahlharnisch hat sich die Wurzel des ganzen neoliberalen Übels verschlüpft. Und solange wir dieser Hydra nicht den Kopf abschlagen und den Tyrannenmord wagen, wird sich unser Sinkflug auf allen Ebenen ungebremst fortsetzen und wir werden uns in einer Lebensumwelt wiederfinden, gegen die Dantes Eishölle noch das reinste Wellnesspool war.

Denn indem diese Art von „Wissenschaft“, wie wir sie heute haben, als herrschende Lehre die Deutungshoheit beansprucht und die Köpfe unserer Kinder von klein auf in den Schulen (nach Aussage des Präsidenten der Europäischen Akademie der Wissenschaften schlichtweg „Vertrottelungsanstalten“ / Quelle: Welt) ebenso wie in Universitäten (lt. dem Soziologen Prof. Rosa nur noch „Entfremdungszonen“ / Quelle: Zeit) konditioniert, wird eigentlich ein perfektes selbsterhaltendes System erschaffen: Egal, welcher grünlilaeitergelben Partei oder Bewegung ein Mensch später einmal zugehören wird – grundsätzlich tickt er innerlich trotzdem im Takt gemäß den technokratisch-nihilistischen Kriterien, die ihm die „Wissenschaft“ – die entgegen aller Beteuerungen eigentlich eine Nichtwissenwollenschaft ist – beigebracht hat.

„We have elections, but we have no choice“, schreien wütende Demonstranten  anlässlich der Wahlen in Frankreich und den USA in die Kameras – sie realisieren nämlich mittlerweile, dass die „Wahl“, die sie haben, lediglich eine Wahl zwischen Absolventen derselben ideologischen Kaderschmieden ist. Egal, welche Parteifarbe sie äußerlich annehmen, sie sind alle auf die gleichen Schulen und Universitäten gegangen und wurden über Fernsehen und Presse jahrzehntelang täglich mit den gleichen Medieninhalten abgefüllt. Eine akademische Schicht, von der Noam Chomsky sagt, dass sie „deeply indoctrinated“ (zu deutsch: zutiefst gehirngewaschen) ist.

Eine akademische Schicht, auf die das zutrifft, was Albert Schweitzer seinerzeit bei der Entgegennahme des Friedensnobelpreises charakterisiert hat: Eigentlich seelisch zutiefst verarmte Menschen, die jedoch vermeinen, aufgrund der überwältigenden Macht von Technik und Technokratie zu Übermenschen geworden zu sein:

„Es hat sich ereignet, dass der Mensch ein Übermensch geworden ist… Er bringt übermenschliche Vernünftigkeit, die dem Besitz übermenschlicher Macht entsprechen sollte, nicht auf … Damit wird nun vollends offenbar, was man sich vorher nicht recht eingestehen wollte, dass der Übermensch mit dem Zunehmen seiner Macht zugleich immer mehr zum armseligen Menschen wird … Was uns aber eigentlich zu Bewusstsein kommen sollte und schon lange vorher hätte kommen sollen, ist dies, dass wir als Übermenschen Unmenschen geworden sind.“

Nähme man dem ‚Übermenschen‘ diese Krücken von Technik und technokratischer Macht wieder weg – übrig bliebe nicht viel mehr als ein gerupftes Huhn auf zwei dünnen Stelzen. Kein Wunder also, dass die stolzen Hühnerbrüste den Technikwahn, der unser Ökosystem und die Menschheit bereits an den Rand des Abgrunds gebracht hat, immerzu noch mehr ausbauen wollen, nur um sich ihrer Nacktheit nicht bewusst werden zu müssen. Sie ziehen daher den Verglühungstod in der digitalen Transformation bzw. den Erfrierungstod in der neoliberalen Eishölle (was in Konsequenz ein und dasselbe ist) den heute notwendigen Veränderungen vor. Denn wie Erich Fromm schon sagte: „Die notwendigen Veränderungen sind so einschneidend, dass der Einzelne die sich am Horizont abzeichnende Katastrophe den Opfern vorzieht, die er jetzt bringen müsste.“

Über-/Unmenschen, die laut Erich Fromm „ die Natur verachten ebenso wie alles, was nicht von Maschinen hergestellt wurde… Die Menschen sind heutzutage fasziniert vom Mechanischen, von der mächtigen Maschine, vom Leblosen und in zunehmenden Maß von der Zerstörung.
(Danke an dieser Stelle auch an unseren Kollegen Dr. Eulenspiegel für den Hinweis auf den Erfahrungsbericht eines Philosophen über die schizophrene und mittlerweile zur regelrechten Ersatzreligion avancierte Technikgläubigkeit, die von ihren ‚aufgeklärten‘ Anhängern die gleiche blinde Gefolgschaft einfordert wie die Kirche im Mittelalter).

„Evidence based medicine“ nennt sich dann z.B. hochtrabend die medizinische Wissenschaft, mit der derzeit aller Hausverstand und alle Naturheilmittel plattgewalzt werden, da sie „wissenschaftlich unhaltbar“ seien. In den epidemologischen und rasterelektronischen Untersuchungen derjenigen Freunde der „Wissenschaft“, die auch im Menschen nichts anderes sehen als ein geistloses Urschlamm-Artefakt, erweisen sich nun sogar jahrhundertelang bewährte Haus- und Naturheilmittel als wirkungslos, werden als Mythen „enttarnt“, Fürsprecher von Naturheilverfahren werden als Scharlatane und Spinner „debunked“. Überhaupt geht in der „evidence based“-Wissenschaftswelt ohne strenge epidemologische Studien gar nichts. Wer eine Kräutertinktur oder eine Teemischung zu medizinischen Zwecken auf den Markt bringen will und die horrenden Kosten für ein Zulassungsverfahren gemäß den Kriterien der ‚evidence based‘-Weißkittel  nicht stemmen kann, der ist von vornherein raus aus dem Rennen. Monsanto/Bayer, Pfizer & Co. können nun endlich den Markt von unqualifizierten Mitbewerbern bereinigen. (Wann bekommen diese Gwup-Weißkittel übrigens endlich einen Oscar oder zumindest den alternativen Nobelpreis verliehen so wie die syrischen Al Nusra- Weißhelme? Wieviel Menschenfreundlichkeit und Fortschrittswillen sollen die Freunde Sheldon Coopers denn noch an den Tag legen, dass wir sie gebührend würdigen?)


(Foto: „Medizin 4.0“-Wissenschaftler mit automatischer Resthirnabsaugung)

Im Gegenzug ist man sich in den epidemologischen Studien der ‚evidence based‘-Weißhelme darüber einig, dass das Gift Glyphosat und sogar die im Irak, Afghanistan etc. verschossene Uranmunition für den Menschen keinerlei gesundheitlich nachteilige Auswirkungen hätte. Also wenn ich naiver unwissenschaftlicher Blödmann – um in der Begrifflichkeit von Julia Szarvasy zu bleiben – mir dann die massenhaft existierenden Fotos von missgebildeten Babies ansehe, deren Eltern dem Uranstaub ausgesetzt waren (siehe dazu z.B. den WDR-Filmemacher Frieder Wagner: „Die Geburtsklinik von Basra war ein Blick in die Hölle“ bzw. seine Doku „Der Arzt und die verstrahlten Kinder von Basra“), nun, dann wird’s echt knifflig: Wem soll ich jetzt glauben: Der spinnerten Realität oder der ehrenwerten Theorie unserer akkreditierten Wissenschaftler, dass ja alles in Butter ist?

 


Ergänzung:

Hingewiesen sei in diesem Zusammenhang auch auf das jüngste „Sommergespräch“ von Julia Szarvasy mit dem Autor Dirk C. Fleck. Das Fazit, das Dirk Fleck nach jahrzehntelangem Kampf gegen den Wahnsinn zieht, ist ernüchternd, aber nichts desto Trotz sehenswert. Menschen, die sich heute gegen den systemischen Wahnsinn engagieren, sagt er ganz unverhohlen, dass sie damit „ein sehr großes Risiko“ eingingen. Im selben Atemzug meint er aber, dass diejenigen Menschen, die dies nicht wagten, damit allerdings ihr Rückgrat und ihre menschliche Würde verlieren würden.

Wie immer gilt also auch hier : In der Wahl, was wir tun und nicht tun, sind wir vollkommen frei. Im Tragen der Folgewirkungen dann allerdings ganz und gar nicht mehr.

 

Fotos: pixabay/CCO 1/2

Gut und Böse – letzte Worte eines Ketzers vor seiner Enthauptung

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pixabay/CC0

In einem jüngsten Artikel schildert Bernhard Trautvetter, wie sich die Menschheit gerade mit Siebenmeilenstiefeln dem Abgrund nähert, während kostbare Zeit zum Handeln mit fruchtlosen politischen Debatten vergeudet wird. Der von Trautvetter zitierte Cub-of-Rome-Autor Dennis Meadows meinte bereits 17 Jahre nach seinem apokalyptischen Report in einem Spiegel-Interview: „Außerdem verhält sich die Menschheit wie ein Selbstmörder, und es hat keinen Sinn mehr, mit einem Selbstmörder zu argumentieren, wenn er bereits aus dem Fenster gesprungen ist.“

Man könnte zu den von Trautvetter und Meadows geschilderten apokalyptischen Szenarien und Möglichkeiten zu ihrer Entschärfung nun Vieles mehr oder weniger Kluges sagen. Es wird aber alles nichts nützen, solange wir nicht ein grundlegendes Paradigma ändern, mit dem wir gerade fröhlich jubelnd in den Grand Canyon sausen.

Da wir laut Denis Meadows sowieso Kopf und Kragen einbüßen werden, wenn wir weitermachen wie bisher, brauche ich mich also nicht zu scheuen, dass mir von den Inquisitoren der herrschenden Lehre gleich der Kopf abgehackt wird, wenn ich dieses Paradigma, auf das wir ja als aufgeklärte, fortschrittsgläubige Bürger so stolz sind, einmal ganz ketzerisch auf den Kopf stelle. Dieses Paradigma betrifft: Unsere Technik- und Wissenschaftsgläubigkeit.

Die nicht nur naive, sondern regelrecht infantile Begeisterung, mit der uns unsere Politiker, Industrielobbyisten und ihre medialen Claqueure gerade die ‚digitale Transformation‘ und die totale Automatisierung schmackhaft machen wollen (siehe „Der Führer 4.0 – Er ist schon längst da“), ändert nämlich rein gar nichts an der abgründigen Gefahr, die auf uns zurollt und uns schon demnächst Kopf und Kragen kosten könnte. Denn wenn wir die uns gerade über den Kopf wachsende technisch-wissenschaftliche Entwicklung nicht in ein anderes Fahrwasser bringen und humanen Kriterien unterstellen, dann wird sich der Mensch schlichtweg obsolet machen (siehe dazu auch Matthias Burchardts Essay „Orwell 3.0“).

Währenddessen wird einer ganzen Generation von klein auf beigebracht, dass alles, was Technik und Wissenschaft entspringt, ja bedingungslos GUT ist. In einem Interview mit Jean Ziegler, in dem dieser auf die verheerende ideologische, finanzielle, wirtschaftliche und politische Macht hinweist, mit der sich die 500 größten transkontinentalen Konzerne jeder sozialen, staatlichen und gewerkschaftlichen Kontrolle entziehen und den „wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt“ vorantreiben, antwortet sogar der an sich kritische Soziologe Marcus Klöckner: „Das zuletzt Genannte muss nicht negativ sein. Warum sagen Sie das in einem Ton, als ob großes Unheil droht?“ (Ziegler dazu: „Das Unheil ist doch schon längst eingetreten.“)

Gemäß der herrschenden Lehre sehen daher viele junge Menschen in dem, was durch nuklear-, digital-, gen-, nano- und biotechnologische Hochrisikotechnologien mit Mensch und Lebensumwelt gemacht werden kann, etwas Fortschrittliches und grundsätzlich Gutes. Wenn sogar kritische, alternative Denker diese herrschende Lehre verinnerlicht haben und ihr das Wort reden, können wir es dann jungen Menschen verübeln? Wenn wir überleben wollen, dann müsste man die Argumentation jedoch einmal umdrehen, auch wenn das die fortschrittsgläubigen Freunde Sheldon Coopers natürlich voll uncool finden und einen sofort zu beißen und zu kratzen beginnen werden:

Das, was der derzeitigen technizistischen und ’naturwissenschaftlichen‘ Denkweise entspringt ist nicht grundsätzlich gut, sondern – wenn man diesen Begriff einmal ganz wertfrei im Sinne von „destruktiv“ bzw. „fatalistisch“ verwendet: es ist grundsätzlich BÖSE. Es wird erst dann gut, wenn der Mensch es mit humanen Kriterien in die Hand nimmt und verantwortlich führt – keinesfalls jedoch wird es gut, wenn der Mensch seine Verantwortung abgibt und sich von den Effizienzkriterien der Algorithmen führen – und damit entmündigen – lässt.

Wenn wir diese 180°-Kurve in unserer Vorstellung hinkriegen (Trautvetter spricht in seinem Artikel von einem „gordischen Knoten“), dann könnte sich vieles sehr schnell wieder zum Konstruktiven wenden. Dann könnte das scheinbare Ende zu einem neuen Anfang werden. Die angesprochene Klarheit über Gut und Böse ist dabei allerdings eine conditio-sine-qua-non. Bei dieser Behauptung bleibe ich, auch wenn man mir den Kopf dafür nehmen will. Solange wir Gut und Böse auf den Kopf stellen oder diese Kriterien in unserem hybriden Rausch der Nichtwissenwollenschaft sogar vollständig für obsolet erklären wollen (siehe Dostojewskijs Traum von der szientistischen Pest), wird der Sinkflug unseres Jumbos rasant weitergehen. Der Aufprall wird dann allerdings weit weniger amüsant sein als der Geschwindigkeitsrausch, den wir gerade bei vollem Bordservice genießen. Und bei Amazon werden wir die Bluetooth-Headsets, die es uns dabei aus den Ohren fetzen wird, womöglich nicht mehr nachbestellen können.

Die grausame Wahrheit: Das Outing des Parkwächters


(Foto: cc by Parkwaechter)

Vor Kurzem erhielt ich als Antwort auf meinen Artikel „Warum überhaupt noch denken?“ eine empörte Zuschrift, in der mir Technik- und Wissenschaftsfeindlichkeit vorgeworfen wird. Als Draufgabe wird mir sogar geistige Nähe zum Unabomber unterstellt.

Den Unabomber kann ich ja gerade noch wegstecken, aber Technik- und Wissenschaftsfeindlichkeit … puh. – Nun, da Wehrmachtzersetzung seit Horst Seehofers jüngstem Polizeiermächtigungsgesetz jetzt wieder unter Ausschluss des Rechtsweges standrechtlich geahndet werden kann und ich keine Lust habe, auf offener Straße gelyncht zu werden, ist es höchste Zeit, um mich von diesen Vorwürfen rein zu waschen und mich selbst zu outen.

Wer ist also der Parkwaechter, der laut Leserzuschrift schöngeistiges „philosophisches Geschwurbel“ betreibt, der so ketzerisch gegen die digitale Transformation / Industrie 4.0 wettert und der die Szientisten und Transhumanisten kritisiert, obwohl uns diese Freunde des Fortschritts doch nur „von der tierischen Natur des Menschen befreien“ wollen?

Nun, wie immer ist die Wahrheit auch diesmal schrecklich. Wenn nach meinem Outing jemand kein Wort mehr mit mir reden will, dann habe ich dafür vollstes Verständnis. Also, dann lassen wir die Katze mal aus dem Sack und enthüllen die nackte Wahrheit, die sich wohl keiner hätte ausmalen können und die dem Parkwaechter womöglich auch keiner glauben wird (aber welchen digital reproduzierten Buchstaben soll man in postfaktischen Zeiten denn auch noch glauben?): Der Parkwaechter ist gar kein Ökophilosoph in Jute-Latzhose und Birkenstock-Patschen, sondern ein knallharter Industrieanwalt und Lobbyist mit Fachgebiet Automatisierungstechnik, der internationale Konzerne berät und in feinem Zwirn und schwarzen Lackschuhen selbst an vorderster Front bei der Umsetzung von „Industrie 4.0“ und damit einhergehender neuer Produkte und Technologien mit das Rad dreht. Seine Spezialität: Amtlichen oder bürgerlichen Widerstand, der gegen neue Produkte und Technologien geleistet wird, durch fachkundige wissenschaftliche Expertisen und anwaltliche Erwiderungen zu entkräften.

Der Parkwaechter ist also keineswegs ein Feind der akademischen Wissenschaft, ganz im Gegenteil: Er hat diese Art von Wissenschaft und szientistischer Denkweise im Zuge dieser Tätigkeit als sein wertvollstes Klemptnerwerkzeug schätzen gelernt. Konnte er doch im Laufe seiner Berufspraxis sehr schnell feststellen, dass man mit szientistischer Argumentation alles – und mit „Alles“ meine ich wirklich: Alles – entweder durchsetzen oder aber entkräften kann. Was übrigens auch der schlichte Grund ist, warum die Herren dieser Welt alles daransetzen, alle sonstigen Kategorien menschlichen Denkens aus der Welt zu schaffen und nur noch die szientistische Weltanschauung gelten lassen wollen.

Sogar Fälle, die von Seiten von Konzernkunden bereits aufgegeben waren, da sie nach Aktenlage und Stand des amtlichen Prüfungsverfahrens de facto aussichtslos waren, konnte die Kanzlei des Parkwaechters erfolgreich für sich entscheiden und die Behörden und NGOs zu einem Umdenken bewegen, wenn die Mandantschaft nur  genügend Jetons auf den Spieltisch legte, auf dem der Croupier bereits „rien ne va plus!“ verlauten ließ.

Da ich wie gesagt selbst beim Club der toten Dichter in der Küche stehe, den digitalen Suppentopf rühre und den Menüplan der Chefköche kenne, kann ich an dieser Stelle allen Technikfreaks versichern: Was uns in den Medien, sogar in den futuristischen Schilderungen der Techie-Fachmagazine, über die umwerfenden Segnungen von Industrie 4.0, Smart Living und der kommenden digitalen Transformation erzählt wird, ist noch gar nichts. – Das, was  Kybernetik, Nano- und Biotechnologie derzeit im Ofenrohr haben und was demnächst ausgebacken sein wird, ist noch sehr viel toller!

Keine Sorge also, meine kritischen Kommentare sollen den Götzen, dem wir derzeit folgen (siehe „Der Führer 4.0 – Er ist schon längst da“), nicht etwa aus dem Fenster stürzen und köpfen, sondern ihn lediglich auf einen etwas bescheideneren Platz zurechtrücken, sonst wird er nämlich UNS demnächst aus dem Fenster stürzen und köpfen (siehe auch ARTE-Doku „Welt ohne Menschen“), auch wenn uns in den Smart Home Hochglanzprospekten, den Techie-Magazinen und in den vollmundigen Reden der Politiker anderes versprochen und Dantes Eishölle als das Paradies verkauft wird (siehe auch „Pig Business Monkey Events, Global Playboys und bezaubernde Jeannies – Auf dem Weg zur digitalen Transformation und zum Final Handshake“). Wenn wir diesen Füher jedoch von seinem überhöhten Podest herunterholen und so in etwa auf unsere Kniehöhe stellen, dann kann er uns in dieser Position nützliche Dienste leisten, ohne dass er uns allzugefährlich wird.

Hier also nochmals die Antwort, die ich dem Leser „Kalle“ geschrieben habe. Ich kann seine Kritik übrigens zu 100% nachvollziehen. Wenn man als digital native in einer Zeit aufwächst, wo einem von Kindesbeinen an über Schule und Uni sowie über alle medialen Kanäle gepredigt wird, wie großartig doch der Fortschritt sein wird, den uns unser Führer bringt, und dann kommt jemand daher und sagt: „Der Führer ist doof“ – nun, … ich glaube, ich brauche hier nicht weiter ausführen, welche Gefühle dann innerlich aufsteigen und was man mit einem solchen Querulanten am liebsten zu tun gedenkt.

„@Kalle:
Vorneweg: Keine Sorge, ich bin nicht gegen Technik. Wie sollte ich auch, wo ich doch selbst Automatisierungstechniker bin und in der Industrie 4.0-Branche mein Brot verdiene? Die Technisierung, über die ich schreibe, habe ich also selbst am Kerbholz und mitzuverantworten. Bei meiner Arbeit folge ich jedoch einer Devise: Technik soll dem Menschen dienen und nicht der Mensch einer eigenläufig gewordenen Technik. Wenn man das beherzigt, dann kann Technik im Leben des Menschen einen nützlichen Platz einnehmen, ohne dass sie ihn erstickt. Dazu müssen allerdings die Positionen fundamental zurechtgerückt werden: Man muss dann die Technik, die derzeit über uns thront und vor der wir andächtig knien, nach unten rücken und den Menschen wieder nach oben bzw. in die Mitte.

Die Technik wächst sich ja nur deshalb zu einem solch utopischen Mammon aus – sie würde augenblicklich auf eine gesunde Größe zurechtschrumpfen, wenn man wieder den Menschen in die Mitte der Blickrichtung stellte. Dazu muss man aber auch bereit sein, den Menschen als das zu erkennen, was er philosophisch-existenziell ist und wozu er sich entwickeln möchte, und nicht als das was ihn die Szientisten und Transhumanisten sehen: ein geistloses Stück Gammelfleisch.

Ich weiß, das ist Häresie, aber glaub mir: Die Technik wird uns nicht „von der tierischen Natur emanzipieren“, wie Du schreibst, sie wird uns, wenn wir sie nicht in eine humane Richtung lenken, sogar UNTER eine solche tierische Natur zurückwerfen (siehe dazu auch ein ganz nettes Essay von Egon Kreutzer: https://www.rubikon.news/artikel/der-mensch-bleibt-analog )

Und zum Unabomber, den Du erwähnst: Ja, das wäre wirklich vollkommen sinnlos, zu versuchen, den Technikwahn auszubomben. Da müsste der Unabomber heute ja für jeden einzelnen Haushalt eine Bombe basteln, wo ja jeder Bürger heute mit leistungsfähigerem Technikkram umgeben ist als die US Techzentrale, die der Unabomber seinerzeit eliminieren wollte.

Überhaupt halte ich es im Prinzip lediglich wie beim Segeln auf hoher See: Man ist gut beraten, sich entgegen die Seite des Bootes zu lehnen, aus der der Wind bläst, sonst kommt es ganz schnell zum Kentern und man findet sich am Meeresgrund wieder. Hätten wir heute ein Übergewicht an Back-to-the-roots/back to nature und Humanismus, nun, dann würde ich mir womöglich den Spaß machen, mich dagegen lehnen und für unsere Gesellschaft mehr Terminator-Faktor fordern. So aber … kann ich leider nicht anders, als gegenzusteuern. – Nicht für mich, ich bin fein raus, ich steh‘ ja mitten im Epizentrum des Hurricans und treibe die Technisierung selbst mit voran – und im Auge des Hurricans herrscht bekanntlich Windstille … alle anderen, über die unser Ding drüberziehen wird, wird es allerdings umreißen. Hab‘ also eher an die Zukunft von Leuten wie Dich gedacht, wenn ich in meiner knappen Freizeit solche Artikel schreibe, die Dich so sehr aufregen …“

Ostern … und wieder einmal: “Ans Kreuz mit ihm! – Wir wollen den Barrabas!!!“ (*)

(*) Vorwort/Fußnote zum Titel:

Barrabas … dieser im Titel genannte Name ist ja heute womöglich vielen gar nicht mehr bekannt. Bushido rappt nicht über ihn, Dieter Bohlen hat ihn noch nie erwähnt und auch auf Bento und Vice macht man lieber einen auf Fack ju Göhte. Barrabas – diesen Namen kann man ohne Fußnote also gar nicht mehr einfach so hinstellen … wäre aber womöglich doch nicht ganz uninteressant, wer denn das ist, dem man derzeit alle Türen öffnet, ihm euphorisch entgegenjubelt und ihm sogar willfährig alle seine Gegner beseitigt, sodass er freie Bahn vorfindet für den Triumphzug, den er demnächst antreten will (siehe auch „Der Führer 4.0 – Er ist schon längst da“).

Barrabas. Nun, wie heißt es im ominösen Buch rund um das Ostermysterium als Kommentar mit fünf knappen Worten, nachdem sich das Volk am Marktplatz frenetisch schreiend für den – offensichtlich über fantastische Entertainerqualitäten verfügenden – Barrabas entschieden hatte, obwohl ihnen der römische Statthalter auch einen anscheinend wenig unterhaltsamen, von Peitschenhieben zerschundenen und bluttriefenden Nazarener zur Wahl geboten hätte, der Nächstenliebe und Frieden im Programm gehabt hätte?: „Barrabas aber war ein Mörder …“

50 Jahre nach dem Attentat auf Rudi Dutschke: Die Full spectrum dominance der „Realos“

An Gründonnerstag jährt sich zum 50. Mal der Mordanschlag auf Rudi Dutschke. Der Attentäter Josef  Bachmann hatte ihm drei Kugeln verpasst, die Dutschke zwar zunächst schwerverletzt überlebte, ihm jedoch Jahre später in der Badewanne einen epileptischen Anfall bescherten, sodass der ehemalige Studentenrevolutionär hilflos ertrank. Mit ihm schied auch viel zu früh eine unermüdliche, energiegeladene Impulskraft ab, die die Studenten- und Friedensbewegung in einer kritischen Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs in der Folge schmerzlich vermisste. Bei den soeben in Gründung befindlichen Grünen, wo Dutschke mit seinen Idealen für Furore sorgte und er als Bundesdelegierter kandidieren sollte, übernahmen in der Folge die „Realos“ – mit allen bekannten Folgen bzw. dem heute in seiner Endphase befindlichen Niedergang der ehemaligen Friedenspartei, deren Vorsitz inzwischen ein Mitglied des PNAC („Project for a New American Century“) innehat.

Hätte man Dutschke und andere alternative Denker nicht  vorzeitig weggeräumt, wer weiß, vielleicht müssten wir dann nicht die unsägliche Depression ausbaden, die heute auf allen Ebenen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft herrscht. Dutschke hätte sich jedenfalls eher den Kopf abschneiden lassen, als dass er zugelassen hätte, dass bei den Grünen ein Mitglied des PNAC die Parteiführung übernimmt, der als „Young Leader“ eines US Thinktanks wild entschlossen ist, in den Grand Canyon zu marschieren und zur Konfrontation mit Russland und für eine „Full spectrum dominance“ von Brzezinskis „Einziger Weltmacht“ trommelt (siehe „Die Glyphosat Kanzlerin und die Große Depression“).

So aber – haben andere das Rennen gemacht.

Der Gefängnispsychologe Götz Eisenberg geht in seinem jüngsten Essay einer interessanten Frage nach: Was bringt junge Menschen, insbesondere Studenten dazu, sich dermaßen in den Strom der herrschenden Meinung einzuordnen und sogar diejenigen erbittert zu bekämpfen, die ihnen mit alternativen Denkansätzen eigentlich aus der Lage heraushelfen wollen, in der sie selbst kaum noch atmen können (siehe auch Juri Galanskow: „In eurer Hölle kann ich nicht atmen“). Immerhin wachen in unserer wissenschaftlich aufgeklärten Gesellschaft heute jede Nacht mehr Menschen schweißgebadet auf als in totalitären Regimen (Quelle: Zeit), der Soziologie-Professor  Hartmut  Rosa bezeichnet unsere stolzen Universitäten mittlerweile als schiere „Entfremdungszonen“, in denen schon unter Jungstudenten Burn-Out und Angsterkrankungen grassieren. Laut jüngsten Krankenkassen-Report gilt bereits jeder sechste Student als psychisch krank (Quelle: handelsblatt). Womöglich würden diese Studenten – und wir alle – augenblicklich wieder gesund und tatkräftig, wenn wir als Lebenselixier nur einen Funken vom Elan und der Inspiration  in uns aufnähmen, die in den 60er/70er Jahren noch den Studentenführer Rudi Dutschke und mit ihm eine ganze Generation beseelten.

Aufforderung zur Lynchjustiz

Dass Dutschke es seinerzeit schaffte, Studenten zu mobilisieren, die couragiert für Frieden und gegen den Vietnamkrieg, Medienmanipulation und gegen die Große Koalition demonstrierten, war den deutschen Qualitätsmedien ein besonderer Dorn im Auge. Umgehend setzte eine mediale Maschinerie ein, um die Friedensaktivisten mit Querfront-Attributen zu diffamieren: „verantwortungslose Störer, bösartige Krawallmacher, Rowdies, Kriminelle und Schädlinge der Gesellschaft“ wären es, die dem Fortschritt von Kommerz und Technik im Wege stünden. Im Februar 1968 rief schließlich die Bild-Zeitung ganz unverblümt zur Lynchjustiz auf:  „Man darf auch nicht die ganze Drecksarbeit der Polizei und ihren Wasserwerfern überlassen.“(sic)

In der Tat ist zu beobachten, dass die seinerzeit von der Springer-Presse bzw. der Bild-Zeitung ausgegebene – heute stillschweigend zum common sense gewordene – Losung, in kleinbürgerlicher Selbstjustiz diejenigen Subjekte zu lynchen und von der Bildfläche verschwinden zu lassen, die dem herrschenden Narrativ (eines technokratisch-kommerzialistisch-nihilistischen Systems) widersprechen, heute nicht nur von einigen labilen Einzeltätern wie Josef Bachmann in die Tat umgesetzt wird. Nein, heute haben sich ganze Rudel an selbsternannten Säuberern zusammengerottet, die diese Drecksarbeit erledigen – ganz unblutig und rein virtuell durch konzertierte Mobbing-, Dissing- und Diffamierungskampagnen, die die Existenz anderer Menschen aber mitunter genauso vernichten können wie das Inbrandsetzen ihres Hauses.

Diplom-Proletariat im Inquisitionsfieber

Die Blaupause des aus der „Unterschicht“ stammenden Hilfsarbeiters Josef Bachmann, der vor Gericht zugab, dass er sich von den hetzerischen Artikeln der Bild-Zeitung zu seinem Attentat auf den Intellektuellen Rudi Dutschke hatte anregen lassen, wurde heute auf unzählige Bürger gerade auch der akademischen intellektuell gebildeten Mittelschicht übertragen. Denn wie uns auch der Jurist Milosz Matuschek in seinem nzz-Essay „Das Gastmahl der Geistlosen“ aufklärt, ist dieser gut ausgebildeten Schicht das klassische Bildungsbürgertum zwischenzeitlich abhanden gekommen, sodass man in besagter akademischer Intelligenzia heute zumeist leider im Trüben fischt: in einem „akademisch zertifizierten, aber intellektuell desinteressierten Diplom-Proletariat aus Ärzten, Juristen, Lehrern, Bankern und Ingenieuren, das sich in einen Zustand der Wohlstandsbehinderung hineinpäppelt … wobei sich das Gesprächsniveau in solcher Gesellschaft oft indirekt proportional zur Höhe des Durchschnittseinkommens verhält.“

Strampelt es gerade nicht im Hamsterrad, dann gefällt sich besagtes Diplom-Proletariat darin, ebenso wie Josef Bachmann Jagd auf Fortschrittsverweigerer zu machen. Zwar virtuell auf diversen digitalen Prangern, aber nicht minder brutal und menschenverachtend. Als sich etwa im vorigen Jahr angesichts zunehmender medialer Kriegstreiberei gegen Russland die zarten Sprosse einer neu erstandenen Friedensbewegung wieder sammeln wollten, wurden diese umgehend ebenso niedergetreten wie z.B. die geplante Friedenskonferenz „Angst essen Zukunft auf“ mit Daniele Ganser. Durch Hassblogger aus dem Dunstkreis des Psiram-/Skeptiker-Netzwerks gezielt sabotiert, musste diese in der Folge abgesagt werden (siehe Rubikon), ebenso wie sich die streng wissenschaftlichen Heckenschützen durch konzertierte mediale Aktionen mittlerweile darauf verstehen, Veranstaltungen wie das vom Vorstand  der Humanistischen Friedenspartei HFP, Malte Klingauf organisierte Pax Terra-Friedensfestival zu sabotieren und potentielle Besucher abzuschrecken (siehe Rubikon).

Zusammengerottet zu schlagkräftigen digitalen Rollkommandos, diffamieren die Blogger der Psiram-, Skeptiker- und Antifa-Bewegung Friedensforscher, meucheln investigative Journalisten, homöopathische Ärzte und Heilpraktiker (inklusive Angabe ihrer Adressen im Netz, sodass jeder, der meint, dass er diesen fortschrittsfeindlichen Subjekten mal einen Besuch abstatten sollte, auch weiß, wo er mit der S-Bahn hinfahren muss, wenn er Dampf ablassen und damit gleichzeitig ein gutes Werk tun und der Wissenschaft einen Dienst erweisen möchte). Sie feiern frenetisch, wenn eine konzertierte Mobbingaktion wieder einmal erfolgreich war und es ihnen gelungen ist, einen Friedensforscher von einer Universität zu verdrängen, einer alternativmedizinischen Reha-Klinik die Fördermittel zu sabotieren oder die Lehre eines Gemeinwohlökonomen aus den Schulbüchern zu streichen, da die Bildungsministerin ihrer Argumentation gefolgt ist, dass eine solche Gemeinwohl-Lehre definitiv „unwissenschaftlich“ sei – in fortschrittlichen neoliberalen Zeiten wie unseren, in der „jeder Mensch des anderen Menschen Wolf“ zu werden droht (Hobbes): Ja, wirklich, wer braucht da schon Gemeinwohl?

In einem solchen Klima des Hasses und der Häme auf Andersdenkende ist es dann auch nichts Ungewöhnliches mehr, wenn etwa Ken Jebsen, der Betreiber der alternativen Nachrichtenplattform KenFM, mitten in Berlin auf offener Straße in bester Gegend von Schlägern attackiert wird. Auch dass ihm beim Verlassen seiner Wohnung zu Attacken mit abgebrochenen Bierflaschen aufgelauert wird, die er samt seiner Familie und Tochter bisher nur durch Glück unbeschadet überstanden hat (siehe Interview mit Rubikon/Youtube), sowie Aufrufe auf Youtube zum Mord an seiner Tochter – im Jahre 2018 scheinbar Business as usual.

Autoimmune Allergie als Vorbote von Dostojewskijs Pest

Überhaupt kann man beobachten, dass das, was in den 60er und 70er Jahren noch möglich war: Ideale formulieren, Begeisterung für humanistische Ziele wecken, soziale Einrichtungen, Menschrechts- und Umweltschutzorganisationen begründen, heute kaum noch denkbar oder zumindest unendlich erschwert ist. Hingegen schießen Wettcafes, Flatratebordelle und sonstige Pissbuden allerortens wie die Pilze aus dem Asphaltboden. Beobachtet man den politischen und gesellschaftlichen Diskurs, dann kann man zusehen, wie sinnvolle und notwendige alternative Denkansätze  und Reformbemühungen auf wirtschaftlichem, finanztechnischem, sozialem, pädagogischem oder gesundheitlichem Gebiet oder gar philosophisch-humanistische Gedanken umgehend im Keim erstickt werden. Kaum wagt sich jemand aus der Deckung und versucht, ein paar couragierte Gedanken zu formulieren und dem politischen Tagesgeschehen etwas entgegenzusetzen, da er den unfassbaren Niedergang, die Selbstzerfleischung des Landes und die Verödung der Menschen nicht mehr tatenlos mitansehen kann: Sofort setzt ein vehementes Hauen, Kratzen und Beißen ein, sodass derjenige gar nicht mehr weiß wie ihm geschieht: „Bäääh, weg damit ….!!“, plärrt und unkt es dann aus allen Löchern, aus denen dann neunmalkluge sieche Gestalten ihre Schreihälse herausrecken, die sich der Intelligenzia 4.0 / der bored students violence / dem Club der sklerotisierten Flachbildschirmlemuren / den Transhumanisten / den Smartphoneonanisten / den Teletubbies / Sheldon Coopers Cumpels / der Antifa / Rattifa oder den ganz besonders hellen „Brights“(sic!)/GWUPs/Skeptikern zugehörig fühlen und die vor allem eines mitbringen: einen unbändigen Hass gegenüber allen Menschen mit einem anderen Weltbild als sie selbst es haben. Wild zum streng wissenschaftlichen „Fortschritt“ und zur Ausmerzung allen Geistes entschlossen, merken die beim Gastmahl der Geistlosen sitzenden Ritter von Shledon Coopers Tafelrunde gar nicht, wie sie in Wirklichkeit Dantes Eishölle den Weg bereiten.

Die in Dostojewskijs Traum von der szientistischen Pest vorhergesagte Krankheit, sie droht also gerade mit voller Wucht um sich zu greifen und sich zur Pandemie auszuweiten. Wenn wir diesem Wahn nicht rechtzeitig den Stecker ziehen, dann könnte er uns womöglich schon demnächst alle dahinraffen.

Ein altes Problem …

Eigentlich wollte ich mit diesen Worten nur zu einem lesenswerten Essay von Götz Eisenberg einleiten, in welchem der Gefängnispsychologe anlässlich des Dutschke-Gedenktages zu ergründen versucht, warum mutige Aufklärer sogar von den Bürgern, denen sie helfen wollen, dermaßen gehasst werden.

Das Problem, das Götz Eisenberg dabei beleuchtet, ist eigentlich ein altbekanntes: Platon hat darüber in seinem Höhlengleichnis bereits berichtet (siehe dazu auch Eifelphilosoph). Vielleicht wäre es also heute im 21. Jahrhundert, an der Schwelle zum dritten Jahrtausend an der Zeit, diesen stupiden Mechanismus, mit dem wir uns um unsere wertvollsten Köpfe und auch uns selbst stetig dem Grand Canyon näher bringen, endlich einmal zu knacken. Denn allzuviel Zeit bleibt uns womöglich nicht mehr: Die „Doomsday Clock“ wurde soeben auf zwei Minuten vor Mitternacht, d.h. der symbolischen Apokalypse vorgestellt (siehe Spiegel).

Wie bereits in meinem letzten Kommentar muss ich wieder eine Warnung  anbringen: Das Lesen von Götz Eisenbergs Essay kann melancholisch machen, vor allem wenn der Autor den Esprit und die Ideale der damaligen Studentengeneration mit unserer Situation heute vergleicht (was uns aber gleichzeitig anspornen kann, diesen Elan – diesmal nicht als Gruppe, sondern individuell – wiederzugewinnen, denn er ist in Wirklichkeit nicht weg, er ist nur zugeschottert und man muss ihn freischaufeln:)

„… Die Erinnerung daran, dass eine menschliche Welt möglich ist, soll getilgt werden. Ein großes Vergessen soll sich breitmachen und jede Alternative schon im Ansatz erstickt werden. Ein Blick auf den Zustand der jüngeren Generation zeigt, dass dieses Vorhaben bereits weit vorangekommen ist. Das gilt leider auch für das Gros der heutigen Studierenden. Sie unterwerfen sich den Anforderungen einer zur Lernfabrik verkommenen Universität und lassen sich widerspruchs- und widerstandslos zu „Kopflangern“ (Brecht) des digitalisierten Kapitals herrichten. Sie begeben sich auf ein Reise-nach-Jerusalem-Spiel um gutbezahlte Jobs und verfahren nach dem altgriechischen Motto: „Glück ist, wenn der Pfeil (der Arbeitslosigkeit) den Nebenmann trifft“. Konkurrenz und Ellenbogeneinsatz statt Solidarität und gegenseitiger Hilfe. Sie pfeifen sich leistungssteigende Medikamente rein, vergöttern Markt und Effizienz, rennen wie Somnambule hinter ihren Smartphones her und trinken auf dem Weg zur Uni einen Coffee to Go. Statt sich in den Kampf zu stürzen, jagen sie Pokémons und tanzen nach der digitalen Pfeife. Insgeheim ahnen oder wissen sie, dass sie keine Perspektiven haben. Das macht sie latent wütend und gereizt. Deswegen besaufen sie sich regelmäßig und trinken oder kiffen sich weg aus einer frustrierenden Realität. Dass sie diese ändern könnten, ist ein Gedanke, der ihnen fremd ist. Von Revolution ist bloß noch die Rede, wenn es um eine neue Geschäftsidee oder die Gründung eines Start-up-Unternehmens geht. Ihr Traum, den sie leben wollen – wie ein gängiger Werbeslogan heißt – ist ganz von dieser Welt: reich sein, Karriere machen und dabei Spaß haben.

(…)

Warum will Bachmann [Anm.: der Attentäter, der auf Dutschke geschossen hat] unbedingt jemanden erschießen, der sich zeitlebens für die Erniedrigten und Beleidigten, also für Leute wie ihn, eingesetzt hat? Um der Antwort auf diese Frage näher zu kommen, muss man die kritische Sozialpsychologie zu Rate ziehen. Das von seinen Erziehern gezüchtigte und gequälte Kind ist dennoch auf deren Wohlwollen und Zuwendung angewiesen. Es muss seine Peiniger lieben, und diese sadomasochistische Verfilzung von Quälerei und Liebe bleibt oft ein Leben lang wirksam. Die Erziehung zu Gehorsam und Unterwerfung unter Autoritäten mündet in eine „Identifikation mit dem Angreifer“, die einen Menschentyp hervorbringt, der verbissen seine eigene Knechtschaft verteidigt. Die in einem „erbärmlichen geistigen und seelischen Zustand“ gehaltenen Menschen, schrieb der junge Max Horkheimer in seinem Buch „Dämmerung“, „sind die Affen ihrer Gefängniswärter, beten die Symbole ihres Gefängnisses an und sind bereit, nicht etwa diese ihre Wärter zu überfallen, sondern den in Stücke zu reißen, der sie von ihnen befreien will“. Diesem, wenn man so will, perversen Mechanismus fielen immer wieder Revolutionäre zum Opfer – von Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, Kurt Eisner, Gustav Landauer bis Rudi Dutschke.“

(ganzer Artikel: siehe Nachdenkseiten)


Foto:Rosa-Maria Rinkl/CC BY-SA 3.0/Wikimedia 

Alles in Butter: Prof. Michael Butter – Wie man tapfer feige eine wissenschaftliche Lanze bricht


Eiserne Jungfrau, aufgenommen im Folterkeller einer Burg aus dem 14. Jhdt. (CC BY Parkwaechter / nachrichtenspiegel.de)

Butter am Brot der Gedankenpolizisten

Prof. Michael Butter, ein von unseren DIN-ISO-zertifizierten Leitmedien wie Spiegel, Welt & Co. vielrezipierter Autor, der in besagten Medien unermüdlich darüber aufklärt, wie verwerflich es doch sei, „Verschwörungstheorien“ aufzustellen (siehe auch Jens Wernicke: Vorsicht, Verschwörungstheorie!), hat nun ein ganz dickes Ei gelegt und selbst ein apologetisches Grundlagenwerk wider die Ketzerei geschrieben: „Nichts ist, wie es scheint: Über Verschwörungstheorien“ (Suhrkamp Verlag, Berlin 2018).

Eines der Hauptziele von Butters publizistischen Schmähungen: Der Schweizer Friedensforscher Daniele Ganser. Bei nüchterner Betrachtung des gegenwärtigen Weltgeschehens darf man sich an dieser Stelle vielleicht einmal eine naive Frage stellen: Was bewegt einen an der Uni Tübingen angestellten Professor, in einer verhängnisvollen Zeit, in der der Weltfrieden dermaßen bedroht ist, dass uns nicht nur der scheidende Außenminister Sigmar Gabriel an der Münchner Sicherheitskonferenz MSC „am Abgrund“ sieht (Quelle: nzz) und auch das aus Nobelpreisträgern und renommierten Wissenschaftlern zusammengesetzte Gremium des Bulletin of the Atomic Scientists seine „Doomsday Clock“ gerade auf zwei Minuten vor Mitternacht, d.h. der symbolischen Apokalypse vorgestellt hat (Quelle: Spiegel), nun ausgerechnet auf einen couragierten Friedensforscher einzuschlagen, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, über die politisch-ökonomischen Hintergründe der gegenwärtigen Übelstände aufzuklären, eine neue Friedensbewegung anzuregen und damit die gnadenlos tickende Doomsday Clock, kurz bevor endgültig der Kuckuck herausschnellt und „Game Over“ verkündet, womöglich doch noch anzuhalten? Wären wir in solch unheilsschwangerer Zeit, in der unsere Leitmedien mit bisher ungekannter Leichtfertigkeit über die Möglichkeit eines nuklearen Schlagabtauschs zwischen NATO und Russland, also über ein Game Over für uns alle sprechen, nicht besser beraten, wenn wir zusammenhalten, anstatt uns in akademischen Grabenkämpfen gegenseitig aufzureiben?

Denn leider haben publizistische Affronts wie die von Michael Butter einen unangenehmen Schneeballeffekt: Es ist nicht nur die Lebenszeit eines möglicherweise gelangweilten Professors aus Tübingen, die durch solche Dispute fruchtlos in den Sand gesetzt wird, auch ein Teil der Arbeitszeit von Daniele Ganser und vielen anderen Menschen der Friedensbewegung ist jetzt damit gebunden, da man sich nun mit Butters Angriffen auseinandersetzen, Erwiderungen schreiben, Behauptungen mit entsprechenden Quellenangaben widerlegen muss etc. – wer schon selbst einmal eine akademische Arbeit verfasst hat, der weiß, wieviel Kapazität damit okkupiert wird und wie geschlaucht man sich oft fühlt, nachdem man alle dokumentierten Sachverhalte gemäß den herrschenden Zitierregeln mit Quellenangaben versehen und in einen im akademischen Diskurs akzeptierten Kontext gestellt hat. – Zeit und Kapazität, die man in der Friedensbewegung angesichts der vielen Brandherde, die derzeit auflodern, eigentlich für wesentlich dringendere Arbeitsaufgaben bräuchte, um das Schlimmste zu verhindern.

Wie dem auch sei: Exerzieren wir das gegenwärtige Malheur ruhig einmal exemplarisch durch, auch wenn wir mit unserer knapp bemessenen Zeit Besseres anzufangen wüssten. Da uns der Fehdehandschuh nun mal bereits hingeworfen wurde, dann heben wir ihn eben auf und betrachten, aus welchem Stoff er eigentlich gewoben ist. – Vielleicht löst sich mit dem, was wir anhand dieses eigentlich unwichtigen, aber symptomatischen Falles erkennen können, ja ein fundamentaler gordischer Knoten, an dem die Welt derzeit fast zu ersticken droht.  Stricken wir also die Ärmel hoch, knipsen wir die Stirnlampe an und machen wir uns ans Werk: Wer ist der akademische Ritter, der aktuell eine Lanze gegen Ganser und gegen „Verschwörungstheorien“ bricht?

„Ein deutscher Amerikanist“ …

In einem einzeiligen Wikipedia-Eintrag erfährt man über Michael Butter nicht mehr, als dass er „ein deutscher Amerikanist ist“. Nun, eventuell finden sich demnächst einige Freunde der amerikanistischen Zunft, die seinen mageren Wikipedia-Eintrag um ein paar weitere Lorbeerkränze und Verdienstorden auffetten, aber vielleicht ist mit dem derzeitigen Einzeiler auch wirklich schon alles gesagt, was es über seine Person zu wissen gilt.

Butters neues Buch soll nach eigenem Bekunden „mit Mythen aufräumen … und zu einem besseren Verständnis des Phänomens beitragen, indem es die Grundlagen, Funktionen, Effekte und die Geschichte verschwörungstheoretischen Denkens vorstellt“. In Anleihe an diejenige Framing-Technik, die der Kognitionsforscher Rainer Mausfeld als „mentale Vergiftung“ bezeichnet, wird der Historiker Daniele Ganser hierbei in eine Reihe neben Alex Jones, Reptiloiden-Theorien und sonstigen ufoesken Ansichten gestellt und als „bekanntester Verschwörungstheoretiker des deutschsprachigen Raums“ bezeichnet. In seinem Buch deutet Butter des Weiteren an, dass Ganser wohl aus finanziellen Motiven Verschwörungstheorien verbreite.

Die Gilde der Gwup/Psiram-Schreiberlinge wird nun frohlocken: Mussten sie ihre auf Daniele Ganser gerichteten Giftpfeile bisher immer aus dem Off der Anonymität abschießen, so haben sie nun eine akademisch akkreditierte, zitierfähige Quelle zur Verfügung. Die Aussage, dass Ganser „ein Verschwörungstheoretiker ist“, entstammt nun nicht mehr nur irgendwelchen Trollen und digitalen Schlägertrupps aus dem Dunstkreis der Psiram-/Skeptiker-Bewegung, die auf zwielichtigen, in Panama und Hongkong lokalisierten Servern ihr Unwesen treiben, sondern dieses Etikett wird der Fachwelt nun in zitierfähigem Normformat von einer wissenschaftlich anerkannten Autorität am digitalen Tablet serviert: von einem Professor an der Universität Tübingen, also einem in der akademischen Hierarchie oberhalb des nur mit der Doktorwürde versehenen Ketzers Ganser rangierenden Würdenträger – über dessen Verdikt sich damit auch alle Zweifel erübrigen sollten. In der Folge kann Professor Butters Butter nun von dem bereits durch Markus Fiedler in seiner Reportage „Zensur“ erläuterten Skeptiker-Netzwerk auf Wikipedia & Co. hundertfach rezipiert und als Teil der „anerkannten wissenschaftlichen Lehre“ ausgewiesen werden. Mit anderen Worten: unzählige trockene Brote werden nun mit der akademischen Butter von Prof. Butter bestrichen werden. Dank der professoralen Butter als Deckschicht ist der unbedarfte Konsument, der noch nie etwas von Ganser & sonstigen alternativen Denkern gehört hat, geneigt, in die akademischen Brötchen der Gegenaufklärer hineinzubeißen, nicht ahnend, dass diese womöglich arg verschimmelt und daher eigentlich ungenießbar sind.

(K)ein Witz

Vor Kurzem habe ich am Marktplatz einen Witz aufgeschnappt: >> Sagt ein Schaf zum anderen: „Du, ich hab‘ gehört, wir werden nächstes Jahr alle geschlachtet.“ – Milde lächelnde Antwort des anderen Schafs: „Aber geh‘, das ist bestimmt eine Verschwörungstheorie!“ <<

Sollte in Zukunft wieder einmal ein Whistleblower ein internes Memo wie dasjenige von NATO-General Wesley Clark veröffentlichen, in dem von einer bis dato noch nicht festzumachenden Instanz aus dem oberen Bürogeschoss der Auftrag erging, „innerhalb von fünf Jahren sieben Länder zu zerstören: beginnend mit Irak, dann Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, Sudan und zuletzt den Iran“ (Quelle: Democracy Now/Youtube), dann wird dies beim skeptisch aufgeklärten Bürger in Zukunft womöglich nicht mehr die Alarmglocken zum Läuten bringen, sondern nur noch ein müdes Lächeln hervorrufen: „Aber geh‘, das ist nur eine blöde Verschwörungstheorie.“

Auch über diejenigen grauen Eminenzen, über die unsere Bundeskanzlerin immer nur kryptisch als „unsere verlässlichen Freunde“ spricht und denen sie so blind vertraut, dass diese nicht nur die private Kommunikation des Fußvolks, sondern auch ihr eigenes Telefon lückenlos überwachen dürfen, sollte man nicht unnötig Fragen stellen. Wie meinte schon Kater Carlo, als ihm die detektivische Mickey Maus bei seinen im Schutze der Nacht durchgeführten Coups auf die Schliche kam: „Schnüffeln ist aller Laster Anfang.“

Im Schutze der Nacht und unter Ausschluss der Öffentlichkeit durften sich besagte „verlässlichen Freunde“ daher vor einigen Wochen auch zusammenfinden, um nichts weniger zu planen als eine gezielte Zerschlagung Syriens (siehe Bericht in Rubikon) – Ein entsprechendes Protokoll von Benjamin Norman, einem für die Politik des Mittleren Ostens zuständigen Diplomaten der britischen Botschaft in Washington wurde von einem Whistleblower der libanesischen Tageszeitung Al Akhbar zugespielt. Der Inhalt dieses Protokolls entlarvt nicht nur einen menschenverachtenden Bruch des Völkerrechts, das Sabotieren des Friedensprozesses von Sochi und die Instrumentalisierung der UNO sowie der Genfer Syriengespräche durch die sogenannte „Small American Group on Syria“ (USA, Großbritannien, Frankreich, Saudi-Arabien und Jordanien), sondern lässt vor allem tief in die Abgründe einer kriminellen Energie blicken, mit der hinter den Kulissen das Schicksal ganzer Länder ökonomischen Interessen und geostrategischen Plänen geopfert wird. Die alternative Nachrichtenplattform Rubikon und die FB-Seite von Daniele Ganser waren zunächst die einzigen, die dieses brisante Protokoll zu veröffentlichen wagten. Alle anderen Journalisten in der stolzen Landschaft der deutschen „Qualitätsmedien“ guckten betreten zur Seite, obwohl das transatlantische Dokument nun für jedermann verfügbar war. Auch von Seiten der Zunft der an unseren Universitäten habilitierten „deutschen Amerikanisten“ – herrscht Funkstille.

Was, wenn in den Kellern und verspiegelten Hochhäusern derjenigen grauen Eminenzen, von denen uns NATO-General Wesley Clark erzählt, nicht nur detaillierte Pläne über die neoliberale Neugestaltung von Syrien und den Nahen Osten, sondern ebenso über das Schicksal Deutschlands und die zukünftige politische, wirtschaftliche und demografisch-ethnische Gestaltung Europas existieren, zu deren Absegnung auf demokratischem Wege die Bevölkerung niemals bereit wäre? – Eine wilde Verschwörungstheorie? Wo solche Pläne von gewichtigen US Thinktanks wie CFR, PNAC, STRATFOR & Co. doch mittlerweile bereits ganz unverblümt publiziert wurden (siehe Nachrichtenspiegel)? Dass den Denkpanzergenerälen hierbei von der Zukunft Europas nicht das Bild einer friedlichen Insel der Humanität und der Sozialdemokratie vorschwebt, sondern dass ihnen ein mit Russland zerstrittenes, durch kriegerische Konflikte und Terror gezeichnetes Europa im neoliberalen Zeitalter als zeitgemäßer erscheint (Quelle: Chicago Council on Global Affairs / siehe Kurzfassung via Youtube)? – Nein, leider keine Verschwörungstheorie eines psychopathischen Spinners, sondern der nüchterne Report eines der einflussreichsten US Strategen und Politikwissenschaftlers George Friedman, der nicht nur Kommandeure der US-Streitkräfte eigenhändig ausgebildet hat, sondern dessen Thinktank-Organisation STRATFOR laut New York Times weltweit über 4.000 Unternehmen, Personen und Regierungen berät, darunter das US-Außenministerium, Monsanto, Microsoft, Lockheed Martin und die Bank of America. – Vom Tübinger Institut für Amerikanistik wiederum: Kein Kommentar, alles in Butter.

Würden all die Verschwörungstheorien, die in diesen Kreisen abseits der demokratischen Meinungsbildung ausgedacht werden, bloße Theorien bleiben, dann könnte man sich ja in der Tat gemeinsam mit Professor Butter gemütlich aufs Sofa zurücklehnen und süffisant über solche Gehirngespinste lächeln. Blöd nur, dass diese Pläne, über die man sich sogar in der transatlantisch orientierten Redaktion des Spiegel fassungslos gab (siehe Spiegel) und die auch der US Präsidentenberater Brzezinski in seinem Buch „Die einzige Weltmacht“ relativ detailliert darlegt, nun sukzessive in der Realität ihre Verwirklichung finden, sogar mit erstaunlich akkuratem Zeitplan. Aber wer im derzeitigen Weltgeschehen unlautere Absichten vermutet, macht sich ja in Wirklichkeit nur lächerlich – wo doch heute jeder weiß, dass es die unsichtbare Hand des Marktes ist, die alles regelt.

„Sapere aude!“ („Wage es, weise zu sein!“) lautete einmal die Losung der Aufklärung, die gerade bei lebendigem Leibe zu Grabe getragen werden soll.  Dass die postfaktischen Totengräber der Aufklärung nun sogar die Chuzpe haben, sich selbst als Aufklärer zu präsentieren, setzt der grotesken Szenerie noch das Sahnehäubchen auf. Aber egal ob man darüber lachen oder weinen möchte, das „Sapere aude“ scheint ausgedient zu haben. Wozu auch sich selbst seines Verstandes zu bedienen, wo es doch heute Experten gibt, die alle Fachgebiete auf akademischem Niveau „beherrschen“? (siehe auch Nachrichtenspiegel: „Warum überhaupt noch denken?“)

Was aber, wenn in der Gilde der herrschenden Lehre gähnende geistige Leere herrscht, so wie uns das in einem köstlichen Essay der nzz nahegelegt wird: siehe „Das Gastmahl der Geistlosen“– in dieser Betrachtung verortet der Jurist Milosz Matuschek ein „akademisch zertifiziertes, aber intellektuell desinteressiertes Diplom-Proletariat aus Ärzten, Juristen, Lehrern, Bankern und Ingenieuren“, das den klassischen Bildungsbürger abgelöst hat und „uns in einen Zustand der Wohlstandsbehinderung hineinpäppelt“. Das Gesprächsniveau in solcher Gesellschaft verhalte sich laut Matuschek oft indirekt proportional zur Höhe des Durchschnittseinkommens. Nun, darf es uns dann wundern, wenn die ehrenwerten akademischen Ritter, die in dieser Gesellschaft sitzen, sich weniger dem Interesse des gemeinen Bürgers verpflichtet fühlen, sondern sehr viel lukrativeren Interessen nachgehen (siehe z.B. Noam Chomsky: „Die Wachhunde der Machtelite“ oder Christian Kreiß: “Missbrauchte Wissenschaft“)? Das Menü bei diesem Gastmahl der Geistlosen ist bei aller Fortschrittlichkeit, zu der sich die Ritter der Tafelrunde bekennen, allerdings ein altbekanntes:

Das Tagesmenü: Aufgewärmte Naphtalin-Kugeln aus Heinrich Kramers Mottenkiste

„Verschwörungstheoretiker“ – eigentlich ein läppisches Wort, das mittlerweile etwas abgewetzt ist, nach Einschätzung des Publizisten Mathias Bröckers jedoch auf der nach unten offenen Denunziations- und Diffamierungsskala weiterhin nur knapp über „Kinderschänder“ rangiert und daher ein genuines Mittel ist, um diejenigen Personen, die man mit diesem Etikett belegt, zu ächten. Wie einem historischen Memo der CIA zu entnehmen, ist dieses Schmähwort ein gezielt zum Zwecke tendenziöser Meinungsmache erschaffenes Konstrukt, um seinerzeit Kritiker der offiziellen Version der Ermordung Kennedys zu diffamieren. Obwohl über die „Markteinführung“  dieses Wortes 1967 bereits hinreichend aufgeklärt wurde, hat es seine Wirksamkeit auch im 21. Jahrhundert noch nicht ganz verloren und dient heute weiterhin dazu, um unliebsame Stimmen zum Schweigen zu bringen. Die Anwender dieses Keulenbegriffs bauen dabei weniger auf die – nicht vorhandene – Substanz dieses Wortes, sondern auf einen schlichten psychologischen Mechanismus: Niemand möchte gerne geächtet sein und die meisten Bürger wollen auch nicht mit gebrandmarkten, an den Rand gedrängten Personen der Gesellschaft zu tun haben. Da dieses, eigentlich genuin kirchlich-inquisitorische Dogma („Gut ist, wer sich der herrschenden Lehre/Macht anschließt, böse und verdammenswert ist derjenige, der sich gegenüber dieser Macht selbständig macht“) immer noch nicht gesprengt wurde, kann es weiterhin wirksam sein – was von den Spindoktoren der herrschenden Lehre auch weidlich ausgenutzt wird.

Der Affront von Professor Butter erfolgt akkordiert mit Angriffen gegen Daniele Ganser in mehreren Schweizer Tageszeitungen. Darin wird Ganser mit weiteren diffusen Begriffen wie „Verschwörungsmystiker, Guru, Sekte“ etc. belegt. – Begriffe, die in Wirklichkeit nicht das geringste über eine Sache oder eine Person aussagen, sondern die ganz im Gegenteil einer bloßen Vernebelung dienen, um sich mit einem Sachverhalt bzw. mit dem, was eine Person zu sagen hätte, gar nicht erst auseinandersetzen zu müssen.

Man könnte heute in Zeiten einer verfassungsmäßig verbrieften Meinungs-, Glaubens- und Gewissensfreiheit über solche Diffamierungsbegriffe lachen. Nur leider waren es ebensolche Begriffe, welche in der Geschichte schon bisher die Legitimationsbasis für die allergrößten Verbrechen gebildet haben – sind solche Begriffe doch ein genuines Mittel, um andersdenkenden Mensch quasi das Persönlichkeitsrecht abzusprechen und sie für vogelfrei zu erklären. Genauso wie es im Mittelalter ausgereicht hat, jemanden als „Ketzer“ oder als „Hexe“ zu bezeichnen oder in der McCarthy-Zeit als „Kommunisten“, um ihn auszugrenzen und existenziell zu vernichten, so wird mit diversen Synonymen auch heute noch die Diffamierungskeule geschwungen. Ein inhaltlicher Diskurs mit dem, was diese „Ketzer“ wirklich zu sagen hätten, wird dadurch vermieden. – Auf diese Weise hat sich die Gesellschaft schon bisher um ihre wertvollsten Köpfe gebracht. Vielleicht ist das Verbrennen der Ketzer bzw. das Ausmerzen alternativer Denker auch der schlichte Grund, warum wir heute vor schier unlösbaren globalen Problemen und lt. Sigmar Gabriel sogar „am Abgrund“ stehen (Quelle: nzz). Ein unangenehmer Verdacht drängt sich auf: Die allerortens prädominierende Geistlosigkeit (siehe nzz: „Gastmahl der Geistlosen“) und scheinbare Alternativlosigkeit – sind diese womöglich allesamt nur eine Konsequenz unserer akademischen Arroganz und einer chronifizierten Ignoranz?

Der Hexenhammer 4.0

Wie dem auch sei, wie es scheint, sind gewichtige Vertreter unserer akademischen Intelligenzia gewillt, den Marsch in den Grand Canyon unbeirrt fortzusetzen, obwohl dessen gähnender Abgrund bereits für uns alle in Sichtweite ist. Der streng wissenschaftlichen Fachwelt liegt mit dem Grundlagenwerk von Professor Butter zum Thema „Verschwörungstheorien“ also nun eine Art Hexenhammer 4.0 vor, um alternative Denker plattzumachen. Der „Hexenhammer“ war ja schon im Mittelater ein von der herrschenden Lehrmeinung herausgegebenes probates Mittel, um die allerorts treibenden Blüten der Häretiker und Hexen wieder einzustampfen bzw. dem Scheiterhaufen zuzuführen. Der Inhalt des Hexenhammers lässt sich verkürzt in dem historischen Zitat „Alle Zauberei sollst Du töten!“ wiedergeben – ein Imperativ, der in der Folge von einem ein Heer an Inquisitoren und ihren exekutiven Schergen auch mit eifriger Akribie befolgt wurde. Auszug aus ARD-Enzyklopädie/planet-wissen.de:

„Es gilt als eines der verheerendsten Bücher der Weltliteratur und hat Tausenden von Menschen den Tod gebracht: Der „Hexenhammer“ des Dominikanermönchs Heinrich Kramer. Von seiner ersten Auflage im Jahr 1487 an ist das Buch ein mächtiges Instrument für die Inquisitoren. Es legitimiert die Hexenverfolgungen durch den Papst und dient als Anleitung zur Überführung und Verurteilung von vermeintlichen Hexen (… ) Auch Kritik am „Hexenhammer“ kann zu jener Zeit überaus gefährlich sein, werden doch im „Hexenhammer“ auch mögliche Beschützer der Hexen als Ketzer bezeichnet. Sie sollten den gleichen Verfahren ausgesetzt werden wie die Hexen.“

Zurück aber aus dem dunklen Mittelalter in unsere helle, LED-beleuchtete Gegenwart. Ketzern und Hexen mit glühenden Zangen, Daumenschrauben und eisernen Jungfrauen zu Leibe rücken, nein, das geht in unserer politisch korrekten, gentrifizierten Zeit gar nicht mehr – gäbe üblen Schmorgeruch und gellende Schreie, die heute jeder Anrainer der wissenschaftlichen Hochburgen mit seinem Smartphone aufzeichnen und per Knopfdruck via Youtube ins Licht der Öffentlichkeit stellen könnte. In Zeiten von Industrie 4.0 braucht es heute ein wesentlich smarteres Vorgehen, um von der herrschenden Lehre abweichende Meinungen auf Linie zu bringen.

Wobei sich solche smarte soft power und „Governance“-Knigge hinsichtlich ihrer Abschreckungswirkung im Übrigen als wesentlich effektiver erweisen als archaische Gewalt, die in der Geschichte dann ja doch immer zu einer Revolution gegen die Obrigkeit geführt hat. Und eine Revolution gegen die herrschende – von Jean Ziegler als kannibalisch bezeichnete – Lehre können die amtierenden Polit- und Wirtschaftsmächte heute am allerwenigsten gebrauchen, dazu laufen ihre Geschäfte einfach zu gut. – Wie Noam Chomsky feststellt, gibt es heute im Parlament zwar Demokraten, Republikaner etc., aber in Wirklichkeit nur eine einzige Partei: „Die Partei des Business“.

Um Abweichler dieses gut eingespielten Business wieder zur Räson zu bringen, braucht es heute in einer perfekt vernetzten Wissenschafts- und Medienwelt keinen Hexenhammer und keine Folterwerkzeuge mehr – eine bloße Tastatur und einige Mausklicks reichen aus. Sofern man eine akkreditierte akademische Signatur daruntersetzt, kann man mit den Buchstaben, die man in diese Tastatur hämmert und damit in die Welt setzt, bei anderen Menschen und sogar in ganzen Ländern und Kontinenten mitunter gewaltige Verwerfungen bewirken (siehe z.B. Essay von Dirk C. Fleck „Wenn die Fetzen fliegen“), ohne dass man sich bei dieser gleichermaßen ehrenwerten wie hochdotierten Arbeit sein weißes Hemd bekleckert.

Jeder Ansatz von Aufbegehren gegen die anerkannte, „streng wissenschaftliche“ Lehre kann auf diese Weise im Handumdrehen befriedet werden. Friedensmission nennt man so etwas. Die neuzeitlichen digitalen Ritter, die man auf das Schlachtfeld dieser Friedensmission schickt, stattet man gegebenenfalls auch noch mit einem „robusten Mandat“ aus – sie sollen schon klotzen, nicht nur kleckern dürfen, wenn sie erfolgreich ihre Lanze für die allein seligmachende herrschende Lehre brechen sollen. Jüngst hat ein solcher unbeirrter Ritter also wieder eine Lanze gebrochen und sich dabei selbst um Kopf und Kragen geschrieben.

In der Arena

Der Ritter: Der eingangs erwähnte Michael Butter – seines Zeichens Freiherr und Fahnenträger des mit der kaiserlichen Bulle ausgestatten Ritterordens der „deutschen Amerikanisten“ (Wikipedia), einem mittlerweile säkularisierten Orden, der den hehren ritterlichen Tugenden der Tempelritter schon längst abgeschworen hat und sich stattdessen lieber auf handfeste Werte ausgerichtet hat. Böse Zungen, die diese Art von Rittern als Raubritter bezeichnen, werden von umsichtigen Ordnungshütern umgehend von der Bühne entfernt und auf die mediale Streckbank gespannt.

Der längst überfällige Ketzer, dem die szientistische Lanze diesmal in den Leib gerammt werden soll: Daniele Ganser. Es war auch höchste Zeit, dass diesem unerhörten Sektierer (von lat. secta: abgespaltene Lehrrichtung; also: einer, der sich von der herrschenden Meinung emanzipiert hat und individuelle Wege geht) das Handwerk gelegt wird, schließlich war er gerade drauf und dran, eine ganze Generation junger Menschen wachzurütteln und dazu zu bewegen, in einer Welt, die laut dem bereits erwähnten Bulletin of the Atomic Scientists „zwei Minuten vor Mitternacht“, d.h. dem symbolischen Weltuntergang steht, in letzter Minute doch noch den Zeiger anzuhalten. Ganser geht es dabei nicht um oberflächliche Kontroversen, mit denen sich zeitgenössische Nerds die Nächte um die Ohren schlagen wie z.B. die Frage, ob nun Microsoft oder Linux das bessere Betriebssystem ist, um darauf dann Powerpoint und Call of Duty laufen zu lassen. Nein, Ganser stellt Powerpoint und den Call of Duty bzw. das von Jean Ziegler als „kannibalisch“ bezeichnete Betriebssystem an sich in Frage! Er fordert nämlich nichts weniger, als das neoliberal-transatlantische Business auf ein humanes Betriebssystem umzustellen – Welch Häresie! Welch Vermessenheit! Welch verwerfliche Irrlehre! Mein Gott, Walter/Heinrich Kramer, steh‘ uns bei! … schick‘ uns Deinen Hexenhammer!

Eile ist nun dringend geboten, schließlich sprengen Gansers Videovorträge auf Youtube bereits die Millionenmarken, seine quer in Europa gehaltenen Vorträge sind restlos ausgebucht, Ganser-Bücher wie „Illegale Kriege“ avancieren zu Bestsellern und alle Versuche zum Mundtotmachen haben bisher nur ein umso größeres Interesse an dem bewirkt, was der eloquente Schweizer zu sagen hat. Manche rechnen ihm sogar eine historisch größere Bedeutung zu als Robin Hood oder William Wallace, man nennt ihn bereits den neuen „Wilhelm Tell aus den Schweizer Bergen“, die Rubikon-Autorin Christiane Borowy bezeichnet ihn als „das schärfste Schwert, das die Schweizer Friedensforschung zu bieten hat“:

„Der Historiker Daniele Ganser ist das schärfste Schwert, das die Schweizer Friedensforschung zu bieten hat. Präzise zerschlägt er mit seinen aufklärerischen Büchern und Vorträgen politische Narrative — und zieht damit den Hass von Kriegsbefürwortern und deren medialer Gefolgschaft auf sich.“ (siehe Rubikon 1)

Eine schnöde Erklärung

In einem weiteren Beitrag auf Rubikon versucht Conrad Knittel das Machwerk von Professor Butter aufzuarbeiten (siehe Rubikon 2), widerlegt die Vorwürfe Punkt für Punkt und zeigt auf, wie Butters Lanzenstöße Richtung Daniele Ganser eigentlich ins Leere gehen. Butters Ausritt ist in Wirklichkeit aber nicht der einzige Lanzenstoß in Richtung alternativer Denker. In unseren Qualitätsmedien kommen einem ähnliche, teilweise noch deutlich aggressivere Bekundungen samt „Bekenntnissen“ der Autoren zur herrschenden wissenschaftlichen Lehre derzeit in geradezu inflationärer Weise entgegen.

Was intelligente Menschen dazu treibt, solche Pamphlete zu verfassen, fragen sich in diversen Foren gerade viele unbedarfte Leser, die bisher an die herrschende Wissenschaft und ihr Versprechen der Aufklärung geglaubt haben. Wo doch unsere Zeit heute so knapp ist und es so viel Wichtiges und Schönes zu tun gäbe, warum dann mit solch zähneknirschender Vehemenz Bücher in einen bereits übersättigten Markt pressen, in denen andere Personen, die sich ganz offensichtlich redlich bemühen, diffamiert werden?

Nun, um nicht noch weiter abzuschweifen, erlaube ich mir diese Frage an dieser Stelle einmal ganz unverblümt und schnöde zu beantworten:

Wie sollen akademische Würdenträger denn sonst ihre Würde und ihr Selbstbewusstsein aufrechterhalten, wenn sie es selbst nicht wagen, für Wahrheit, Frieden und Humanität das Wort zu ergreifen, sondern sich stattdessen feige in den Windschatten einer inzwischen monströsen Lügen-/Manipulationsmaschinerie der herrschenden Meinung und ihrer medialen Claqueure stellen und lieber demjenigen System dienen, das Jean Ziegler als „kannibalisch“ bezeichnet?

Solche Professoren, die eigentlich das Privileg einer erstklassigen Bildung im kulturell reichen Herzen Mitteleuropas und dazu noch Wohlstand und die Sicherheit eines pragmatisierten Berufsstands besäßen … und deren intellektuelle Kapazität die in Brand gesetzte und in vielerlei Hinsicht aus dem Gleichgewicht geratene zeitgenössische Welt dringend bräuchte – wie sollen sie ihr eigenes Versagen sonst rechtfertigen? Entweder sie gingen zerknirscht in eine Eremitage in den Wald (wo ihnen aber der gewohnte Zustrom an Anerkennung durch ihre Kollegen aus dem „wissenschaftlichen“ Diskurs verlustig ginge und damit auch ihr Selbstbewusstsein und ihre Lebensfreude) – oder sie müssen eben auf Andere, die das wagen, was sie selbst nicht wagen, eindreschen und versuchen, dasjenige, was für einen der Aufklärung verpflichteten Menschen eigentlich das Normalste auf der Welt wäre (herrschende Narrative zu hinterfragen, sich der Wahrheit verpflichtet fühlen und neue Wege zu gehen), als „nicht normal“ zu diskreditieren.

Denn das Eingeständnis, als renommierter Exponent der Wissenschaft eigentlich eine Nichtwissenwollenschaft zu verkörpern, würde wohl umgehend zu einem Kollaps der eigenen intellektuellen Großartigkeit führen.

Nachsatz:

Mit diesem wieder einmal viel zu lang gewordenen Aufsatz verabschiede ich mich dann auch schon wieder aus dem Feld der Amerikanistik, in dem ich schnöder Maschinenbautechniker in Wirklichkeit blutiger Laie bin und das ich daher lieber versierten und akademisch akkreditierten Experten wie Prof. Butter überlasse. Damit mich an dieser Stelle niemand falsch versteht: Als Techniker bin ich vielzusehr Pragmatiker, als dass ich die Logik von Prof. Butter & Konsorten nicht nachvollziehen könnte. Wenn ich in einem Auto sitze, in dem der Motor aufgrund eines Kühlerschadens völlig überhitzt ist und kurz vorm Kolbenreiber steht, was mache ich dann mit dem rot blinkenden Warnlämpchen, das mich auf diesen Umstand aufmerksam macht? – Ja, genau: Ich schraube es aus dem Armaturenbrett heraus und werfe es bei voller Fahrt aus dem Fenster, das nervig piepsende Teil.

Wer hat heute schon Zeit zum Anhalten, wenn er mit 130 km/h auf der Autobahn mit Verspätung zum nächsten Meeting unterwegs ist und sich ranhalten muss, wenn er außerdem noch rechtzeitig zum abendlichen Endspiel der Champions-League vor seinem 4K-extended-Ultra-HD-Smart-TV sitzen möchte?

 


zum Thema „Wissenschaft und ihre Wächter“ siehe auch zwei lesenswerte Essays von Matthias Burchardt:

“March for Science – Dead Men Walking”

“Terror und Technokratie”

sowie eine Rezension zu Noam Chomsky:

„Die Wachhunde der Machtelite“

Endzeit-Poesie 4.0: Warum keiner mehr zuhört …


Bild: Henry David Thoreau (cc by Parkwaechter/nachrichtenspiegel.de)

Alltag / Allnacht im Informationszeitalter: Von allen Seiten dringt ein nicht enden wollender Schwall an Worten an uns heran und fordert Einlass in unser Inneres. Der Spiegel erklärt uns ganz unverblümt die Intention der 1.500 Experten, die in der 77. Social-Media Brigade der UK/NATO-Armee ohne Unterlass vor den Bildschirmen sitzen: nichts anderes als eben „die Herzen und Köpfe der Menschen gewinnen“ (Quelle: Spiegel).

Warum aber finden die akademisch akkreditierten Informationen in unseren Herzen und Köpfen keine nachhaltige Resonanz, obwohl sie doch dermaßen vernünftig und sachzwänglich sind, dass der fernsehende Spiegelbildbürger vor ihnen alternativlos in die Knie gehen müsste? Und warum hat sich auf Erden noch nicht das Paradies verwirklicht, obwohl doch die Botschaften des Fortschritts dank Omnipräsenz der Massenmedien heute bis in die hinterste Buschhütte in Burkina Faso dringen? Warum herrschen trotz schrankenlosem Informationsfluss heute mehr Hass, Spaltung und eskalierendes Chaos als jemals zuvor?

Warum lässt es uns kalt, wenn die neue SPD-Chefin Andrea Nahles mit aller ihr zu Gebote stehender Inbrunst zur Vernunft (zur Groko) aufruft? Warum sinken die Umfragewerte der großen Parteien in den Keller, obwohl Fortschritt, Sicherheit und die digitale Transformation unserer Gesellschaft winken? Warum bleibt die Begeisterung hinterm Ofen sitzen, wenn uns die Bundeskanzlerin bei jeder Neujahrsansprache erneut erklärt, dass wir weiter über die Atlantikbrücke Richtung Grand Canyon trotten müssen, wenn wir gut und gerne leben wollen?

Warum reagieren sogar immer mehr Menschen mit vehementer Allergiebereitschaft gegen die strahlende Vernunft, die uns von Kindesbeinen an täglich eingetrichtert wird? Sind wir vielleicht sogar deswegen ein Volk von Allergikern geworden, weil wir bis oben hin angefüllt wurden mit dieser Art von Vernunft?

Und warum finden auch unsere eigenen Worte vielfach kein Gehör, obwohl wir doch von dem überzeugt sind, was wir sagen?

Henry David Thoreau hat versucht, diesen Fragen auf den Grund zu gehen. Es soll schon Menschen gegeben haben, die in diesen Worten Thoreaus den Schlüssel dafür gefunden haben, wie sie die Herzen und Köpfe ihrer Mitmenschen auf legitime Weise „gewinnen“ können:

Soll die Wahrheit gehört werden,
ist sie mit Güte vorzubringen.
Die Wahrheit ist nur dann gütig,
wenn sie ehrlich von Herzen kommt.
Wisse, wenn jemand etwas nicht versteht, das du ihm sagst,
dann trifft eines von beidem zu:
Entweder ist das Gesagte nicht wahr,
oder du hast es ihm ohne Güte gesagt.
Die einzige Art und Weise, die Wahrheit zu sagen, ist gütig.
Nur Worte eines liebevollen Menschen werden gehört.

(Henry David Thoreau)



Allgemeines zur Kolumne „Endzeitpoesie 4.0 – Brennholz gegen Robotisierung und drohenden Erfrierungstod“:

Da in unserer aus den Fugen geratenden Welt vieles nicht mehr rational verstehbar und auch kaum noch ertragbar ist, brauchen wir dringend ein Gegengewicht aus dem Reich der Poesie … mit diesem geistigen Gegengift in den Adern wird vieles Unverständliche plötzlich wieder verständlich und Unerträgliches wieder ertragbar – oder noch besser: gestaltbar!

Denn die größte Lüge, die uns heute beigebracht wird, ist: dass der Einzelne ohnehin nichts tun kann. – Das genaue Gegenteil davon ist wahr: Es kommt auf jeden einzelnen an und das mehr als jemals zuvor. Und wie uns schon Dostojewskij erklärt hat, ist im Leben auch niemals etwas umsonst, selbst wenn eine Bemühung keinen sichtbaren Erfolg zeigt: „Alles ist wie ein Ozean, alles fließt und berührt sich; rührst du an ein Ende der Welt, so zuckt es am anderen.“

Gerade unsere geistlose Zeit braucht philosophische Gedanken wie eine Wüste das Wasser. Dieses Wasser – die Gedanken der großen Geister der Menschheit – gibt es schon lange. Aber die scheinbar alten – in Wirklichkeit ewig jungen – Gedanken bleiben nicht dieselben: Jeder, der sie aufgreift und verinnerlicht, färbt sie mit seiner individuellen Persönlichkeitsnote ein und bringt dadurch wieder ganz neue Farben in die Welt, die bisher noch nicht existiert haben. Und solche Farben braucht unsere grau gewordene Welt (siehe 1000 Gestalten.de) heute dringend – sie saugt sie auf wie ein trockener Schwamm das Wasser … damit wieder Neues, Kreatives, Menschliches entstehen kann.

In diesem Sinne wollen wir der pseudopragmatischen Alternativlosigkeit (siehe „Der Führer 4.0 – Er ist schon längst da“) die Gefolgschaft in den Grand Canyon verweigern und es lieber mit Ilija Trojanow halten: „Die Welt ist groß und Rettung lauert überall“. – Dann kann die scheinbare Endzeit zu einem neuen Anfang werden.

Endzeit-Poesie 4.0: Der verlorene Faden zum Goldenen Schnitt


(Foto: cc by Parkwaechter/Nachrichtenspiegel)

Noch heute steht man oft staunend vor den Resten alter Kulturen, wo die Menschen trotz aller Widrigkeiten ihrer Zeit scheinbar noch eine unglaublich treffsichere Intuition besessen haben. Nicht nur konnten sie die Heilwirkung bestimmter Pflanzen und mineralischer Substanzen ohne Laborapparaturen und Rasterelektronenmikroskope ganz instinktiv erfassen. Sie hatten auch einen unfehlbaren Sinn für Maß und Harmonie. Wie der US-ungarische Architekt György Doczi in seinem Buch „Die Kraft der Grenzen“ nachweist, waren praktisch alle Bauwerke ebenso wie die profanen Gebrauchsgegenstände wie Hüte und Keramikkrüge vergangener Kulturen nach geradezu genialen mathematischen Harmonien und Proportionen gestaltet. Dabei hatte der Mensch damals noch gar keine Taschenrechner und smarte Apps zur Hand. Mit anderen Worten: Der „Goldene Schnitt“ ist uns damals noch im Blut gelegen. Dieser Goldene Schnitt, der sich im Übrigen in fast allen Lebensprozessen und in der Geometrie des Pflanzenwachstums (Phyllotaxis) ebenso wiederfinden lässt wie in der Anatomie des Menschen, wäre eigentlich ein schönes Gleichnis dafür, dass im Leben nichts fragmentarisch und isoliert, sondern alles aufeinander bezogen ist: „Das Kleine verhält sich zum Großen so wie das Große zum Gesamten“ (a:b = b:[a+b] = 0,618)

Es wird das Verdienst kommender Historiker sein, herauszufinden, wann dieser goldene Faden durchtrennt wurde bzw. wann unsere Umpolung stattgefunden hat. Denn nicht nur unsere Wohn- und Gewerbegebäude (allesamt streng im Tankstellenklo-Kubus-Stil gehalten) künden heute vom Verlust jedweder Harmonie und erscheinen wie eine Hommage an Sigmund Freuds Todestrieb „Thanatos“. Auch unsere innere Sicherheit im Erkennen von uns Schädlichem und Hilfreichem ist uns abhanden gekommen bzw. hat sich auf den Kopf gestellt. Mit schlafwandlerischer Selbstverständlichkeit ergreifen wir in unserem Leben das Desaströse, während wir das Konstruktive versickern lassen. Die Tore, durch die wir etwas Menschlich-Substanzielles erhalten könnten, haben wir verriegelt, während die Tore, durch die wir alles verlieren können, sperrangelweit offen sind.

Obwohl wir einen intellektuellen Zenit beschritten haben wie noch keine andere Kultur vor uns, sehen wir scheinbar den Wald vor lauter virtuellen Bäumen nicht mehr. Mit jedem Mal, wo man in eine Zeitung oder in einen Flachbildschirm blickt, erhärtet sich der grausame Verdacht, dass „Aufklärung“ offensichtlich nicht im Geringsten vor Ignoranz bewahrt und dass strenge Wissenschaftlichkeit überhaupt kein Widerspruch zu vollkommener Perversion sein muss. Der ehem. New York Times-Journalist und Pulitzer-Preisträger Chris Hedges versucht dieses Paradoxon in Worte zu fassen:

„Wir leben in einer Nation,
in der die Ärzte die Gesundheit zerstören,
Anwälte die Gerechtigkeit,
Universitäten das Wissen,
Regierungen die Freiheit,
die Presse die Information,
Religion die Moral,
und unsere Banken zerstören die Wirtschaft.“

 


Allgemeines zur Kolumne „Endzeitpoesie 4.0 – Brennholz gegen Robotisierung und drohenden Erfrierungstod“:

Da in unserer aus den Fugen geratenden Welt vieles nicht mehr rational verstehbar und auch kaum noch ertragbar ist, brauchen wir dringend ein Gegengewicht aus dem Reich der Poesie … mit diesem geistigen Gegengift in den Adern wird vieles Unverständliche plötzlich wieder verständlich und Unerträgliches wieder ertragbar – oder noch besser: gestaltbar!

Denn die größte Lüge, die uns heute beigebracht wird, ist: dass der Einzelne ohnehin nichts tun kann. – Das genaue Gegenteil davon ist wahr: Es kommt auf jeden einzelnen an und das mehr als jemals zuvor. Und wie uns schon Dostojewskij erklärt hat, ist im Leben auch niemals etwas umsonst, selbst wenn eine Bemühung keinen sichtbaren Erfolg zeigt: „Alles ist wie ein Ozean, alles fließt und berührt sich; rührst du an ein Ende der Welt, so zuckt es am anderen.“

Gerade unsere geistlose Zeit braucht philosophische Gedanken wie eine Wüste das Wasser. Dieses Wasser – die Gedanken der großen Geister der Menschheit – gibt es schon lange. Aber die scheinbar alten – in Wirklichkeit ewig jungen – Gedanken bleiben nicht dieselben: Jeder, der sie aufgreift und verinnerlicht, färbt sie mit seiner individuellen Persönlichkeitsnote ein und bringt dadurch wieder ganz neue Farben in die Welt, die bisher noch nicht existiert haben. Und solche Farben braucht unsere grau gewordene Welt (siehe 1000 Gestalten.de) heute dringend – sie saugt sie auf wie ein trockener Schwamm das Wasser … damit wieder Neues, Kreatives, Menschliches entstehen kann.

In diesem Sinne wollen wir der pseudopragmatischen Alternativlosigkeit (siehe „Der Führer 4.0 – Er ist schon längst da“) die Gefolgschaft in den Grand Canyon verweigern und es lieber mit Ilija Trojanow halten: „Die Welt ist groß und Rettung lauert überall“. – Dann kann die scheinbare Endzeit zu einem neuen Anfang werden.

Endzeitpoesie 4.0: Dostojewskijs Traum von der szientistischen Pest


Bild: flickr/Arun Jr/CC BY-NC-ND 2.0

Fjodor Dostojewskij gilt als einer der herausragendsten Psychologen der Weltliteratur, Hermann Hesse bezeichnete ihn sogar als einen „Seher und Propheten“. Wer sich heute mit seinem rationalen Verstand keinen Reim mehr auf die eskalierenden politischen, ökonomischen, ökologischen und sozialen Probleme bzw. den Wahnwitz unserer aus den Fugen geratenden Welt machen kann, der mag eventuell zwischen den Zeilen Dostojewskijs eine Antwort erhalten.

Was Dostojewskij bereits herannahen sah, erscheint angesichts der heutigen Weltlage gleichermaßen schaurig wie visionär. Von „Trichinien“, einer nie dagewesenen Pestilenz an bösen Geistern spricht er, die uns mit messerscharfem wissenschaftlichem Verstand begaben. Trotz – oder gerade aufgrund des intellektuellen Zenits, auf den uns diese Geister führen, kommt alles in den Verfall und beginnen wir, uns in einem besinnungslosen Taumel an Selbstverliebtheit und gleichzeitigem Hass aller Andersdenkenden gegenseitig zu erwürgen. Obwohl dieses große Würgen Aller gegen Alle laut dem Buch der Apokalypse eigentlich erst in einigen tausend Jahren hätte stattfinden sollen, so sind die zur Katalysierung des finalen Würgens vorgesehenen Trichinien durch einen bislang ungeklärten Betriebsunfall nun vorzeitig aus dem Reagenzglas von Industrie 4.0 entwichen und haben schon damit begonnen, in unseren Köpfen ihr gnadenloses Werk zu verrichten. Eine beeindruckend große Anzahl an akademisch höchstgradig gebildeten Menschen hat sich bereits, ohne sich dessen bewusst zu sein, zu Handpuppen dieser Trichinien gemacht und fährt mit durchgedrücktem Gaspedal auf den Grand Canyon zu.

Nicht nur der Nahe Osten sowie weite Teile Nord- und Zentralafrikas stehen in Flammen. Wenn auch noch auf medialer Ebene, hat das große Würgen und Selbstzerfleischen auch hierzulande bereits begonnen, die Scheiterhaufen für die Pogrome der Zukunft werden bereits geschlichtet. Pluralität der Meinungen und dialogisches Lernen waren gestern. Monokultur verspricht da mehr Effizienz. Und wenn unter den gentechnisch optimierten und mit Treibdünger angepumpten Hochleistungsnutzpflanzen zwischendurch doch irgendwo Kornblumen oder Kamillen aufschießen: „Round up ready“ erledigt das. Unkräuter auf dem neoliberalen Monokulturfeld (alternative Denker, Friedensaktivisten, Gemeinwohlökonomen und sonstige Querfrontler) werden von inquisitorischen Wächtern der wahren Wissenschaft, bestens vernetzt mit höchsten Kreisen aus Politik, Wirtschaft und Medien, im Namen des Fortschritts diffamiert, pathologisiert und als Vogelfreie zum Abschuss freigegeben (siehe „Netzfrauen am Scheiterhaufen – Über den Frevel des Alarmismus und seine unbarmherzige Ausrottung“).

Bange stellt man sich die Frage, ob es überhaupt noch möglich ist, die bereits geöffnete Büchse der Pandora wieder zu schließen und die intelligenzbestialen Trichinien zu bannen. Vieles deutet darauf hin, dass bereits eine Pandemie in Gange ist, die, wie Stephane Hessel warnte, die gesamten zivilisatorischen Errungenschaften der letzten Jahrhunderte dahinraffen und uns in ein sehr dunkles Zeitalter befördern könnte, wenn wir uns jetzt nicht dagegen aufrichten. Bei allem Schrecken der apokalyptischen Bilder, die wir täglich in der Tagesschau … – äh, ich meine, in Dostojewskijs Alptraum präsentiert bekommen, hat es doch auch etwas perfide Faszinierendes: Wer hätte gedacht, dass es der auf hybride Spitzen getriebene szientistische Intellekt des Menschen sein wird, der für die größtmögliche Ignoranz sorgen und ihn in den Abgrund stürzen wird? (siehe dazu auch Interview mit Noam Chomsky)

Wie auch immer, in den letzten Zeilen seines Traums deutet Dostojewskij immerhin an, dass die menschliche Tragödie nicht ganz umsonst sein wird. Zumindest ein kleines Häuflein an Menschen soll es geben, das sich vom nackten Wahnsinn nicht infiltrieren lässt und das in eine neue Zukunft hinüberleben wird. Dostojewskij verrät auch, dass das nicht die Dieter Bohlens, Kai Diekmanns, Angela Merkels oder sonstigen SUVs – ich meine natürlich: VIPs – sein werden, die derzeit noch formatfüllend die Leinwände und Flachbildschirme ausfüllen. Denn: „Niemand hatte diese Menschen irgendwo gesehen, niemand hatte ihr Wort und ihre Stimme gehört…“

Auszug aus Raskolnikoffs fünftem Traum („Schuld und Sühne“, F.M. Dostojewskij):

„Schon während der Genesung begann er sich seiner Träume zu erinnern, die er im Fieber phantasierend gehabt hatte. Ihm träumte in der Krankheit, dass die ganze Welt dazu verurteilt war, einer schrecklichen, unerhörten und nie dagewesenen Pestilenz, die aus den Tiefen Asiens über Europa kam, zum Opfer zu fallen. Alle sollten zugrunde gehen, außer einigen sehr wenigen Auserwählten. Es waren seltsame neue Trichinen aufgetaucht, mikroskopische Lebewesen, die sich in den Menschenleibern einnisteten. Aber diese Lebewesen waren Geister, begabt mit Verstand und Willen. Die Menschen, die sie in sich aufgenommen hatten, gebärdeten sich sofort wie Besessene und Wahnsinnige.

Aber noch nie, noch nie hatten Menschen sich für so klug gehalten und für so unerschütterlich in der Wahrheit, wie es diese Angesteckten taten. Nie hatten sie ihre Urteile, ihre wissenschaftlichen Ergebnisse, ihre sittlichen Überzeugungen und Glaubenssätze für unumstößlicher gehalten.

Ganze Ortschaften, ganze Städte und Völker wurden angesteckt und gebärdeten sich wie Wahnsinnige. Alle waren in Aufregung und verstanden einander nicht, ein jeder meinte, nur er allein sei im Besitz der Wahrheit, und es quälte ihn der Anblick der anderen, er schlug sich an die Brust, weinte und rang die Hände. Man wusste nicht, wen und wie man richten sollte, man konnte nicht übereinkommen, was für böse und was für gut zu halten sei. Man wusste nicht, wen man anklagen, wen man freisprechen sollte. Die Menschen erschlugen einander in einer gleichsam sinnlosen Wut. Ganze Heere sammelten sich gegeneinander, aber sie begannen schon auf dem Marsch plötzlich sich selbst zu bekriegen, die Kämpfer stürzten sich aufeinander, stachen und mordeten, bissen sich gegenseitig und fraßen einander auf.

In den Städten wurde den ganzen Tag die Sturmglocke geläutet: Alle wurden zusammengerufen, aber wer da rief und wozu man rief, das wusste niemand, jedoch alle waren in Aufregung. Man ließ das einfachste Handwerk im Stich, denn jeder kam mit seinen Gedanken, seinen Verbesserungen, die er vorschlug, und man konnte sich nicht einigen; der Ackerbau wurde eingestellt. Hier und da liefen Menschen zu Haufen zusammen, einigten sich über etwas, schwuren, einander nicht zu verlassen – aber gleich danach begannen sie etwas ganz anderes zu tun, als was sie soeben beschlossen hatten, begannen einander zu beschuldigen, wurden handgemein, fochten und schlugen sich gegenseitig tot. Feuersbrünste entstanden, Hungersnot trat ein. Alle und alles ging zugrunde. Die Pest schwoll an und verbreitete sich weiter und weiter.

Retten konnten sich in der ganzen Welt nur einige Menschen, das waren die Reinen und Auserwählten, denen bestimmt war, ein neues Menschengeschlecht und ein neues Leben zu begründen, die Erde zu erneuern und zu säubern; aber niemand hatte diese Menschen irgendwo gesehen, niemand hatte ihr Wort und ihre Stimme gehört…“

Nachsatz (25.09.2017): Wer die russische Sprache und ihren Duktus kennt, weiß um die Schwierigkeit von Übersetzungen ins Deutsche. Im o.a. Text angeführte Wörter wie „Reine und Auswerwählte“ klingen vielleicht etwas altbacken und historisch überholt. Würde Dostojekwskij heute leben, wählte er vermutlich ganz andere Wörter. Insbesondere würde er wohl die Wörter „Reine und Auserwählte“ seines passiven Beigeschmacks entkleiden und eine vollkommen aktive Formulierung wählen, wie sie für heute zeitgemäß wäre: Dass man nicht „erwählt“ wird , sondern man sich in Wirklichkeit täglich aufs Neue selbst wählt – zu dem, was man aus sich machen will. So hat heute jeder Mensch die freie Wahl, ob er sich der Vermassung ergeben und wahllos mit medialem Müll abfüllen lassen will – insofern dann seine Innenwelt „unrein“ wird – oder ob er „rein“ (d.h. seiner Individualität und der Humanität treu) bleiben und daher einen Weg gegen den Strom wählt, der zwar wesentlich mühsamer, dafür aber lohnend und in Wirklichkeit der einzig menschenwürdige ist.

Wieder einmal gilt: In der Wahl sind wir vollkommen frei, im Tragen der Folgewirkungen unserer Wahl bzw. dem damit einhergehenden Schicksal allerdings nicht mehr …

 


Allgemeines zur Kolumne „Endzeitpoesie 4.0 – Brennholz gegen Robotisierung und drohenden Erfrierungstod“:

Da in unserer aus den Fugen geratenden Welt vieles nicht mehr rational verstehbar und auch kaum noch ertragbar ist, brauchen wir dringend ein Gegengewicht aus dem Reich der Poesie … mit diesem geistigen Gegengift in den Adern wird vieles Unverständliche plötzlich wieder verständlich und Unerträgliches wieder ertragbar – oder noch besser: gestaltbar!

Denn die größte Lüge, die uns heute beigebracht wird, ist: dass der Einzelne ohnehin nichts tun kann. – Das genaue Gegenteil davon ist wahr: Es kommt auf jeden einzelnen an und das mehr als jemals zuvor. Und wie uns schon Dostojewskij erklärt hat, ist im Leben auch niemals etwas umsonst, selbst wenn eine Bemühung keinen sichtbaren Erfolg zeigt: „Alles ist wie ein Ozean, alles fließt und berührt sich; rührst du an ein Ende der Welt, so zuckt es am anderen.“

Gerade unsere geistlose Zeit braucht philosophische Gedanken wie eine Wüste das Wasser. Dieses Wasser – die Gedanken der großen Geister der Menschheit – gibt es schon lange. Aber die scheinbar alten – in Wirklichkeit ewig jungen – Gedanken bleiben nicht dieselben: Jeder, der sie aufgreift und verinnerlicht, färbt sie mit seiner individuellen Persönlichkeitsnote ein und bringt dadurch wieder ganz neue Farben in die Welt, die bisher noch nicht existiert haben. Und solche Farben braucht unsere grau gewordene Welt (siehe 1000 Gestalten.de) heute dringend – sie saugt sie auf wie ein trockener Schwamm das Wasser … damit wieder Neues, Kreatives, Menschliches entstehen kann.

In diesem Sinne wollen wir der pseudopragmatischen Alternativlosigkeit (siehe „Der Führer 4.0 – Er ist schon längst da“) die Gefolgschaft in den Grand Canyon verweigern und es lieber mit Ilija Trojanow halten: „Die Welt ist groß und Rettung lauert überall“. – Dann kann die scheinbare Endzeit zu einem neuen Anfang werden.

Endzeit-Poesie 4.0: „Wer vom Ziel nicht weiß …“ – Über Sinn und Unsinn des Lebens

Labyrinth von Chartres (cc by Parkwaechter)

Viele Menschen fragen sich, warum sie immer unglücklicher werden, obwohl sie in ihrem Leben doch genau dem folgen, was ihnen von klein auf durch Werbung, Medien und Schule beigebracht wurde.

Man wagt einen solch ketzerischen Gedanken fast gar nicht zu denken, aber: Könnte es etwa sein, dass die wissenschaftlichen Experten, denen wir heute bedingungslos Folge leisten (von Noam Chomsky bezeichnet als „säkulare Priesterschaft der Machtelite“) trotz ihrer umwerfenden Intelligenzbestialität keine Ahnung vom Sinn des Lebens haben und uns deswegen einen Weg weisen, der immer mehr ins Unmenschliche führt? Nicht, dass sie uns absichtlich in den Grand Canyon führen wollten – wer so etwas behauptete, begibt sich in den Bereich von Verschwörungstheorien. Da uns diese streng verboten wurden, müssen wir also nach anderen Theorien suchen, um das Absurde, das uns heute von allen Seiten her angrinst und in den Würgegriff nimmt, erklärlich zu machen. Vielleicht ist es ja schlicht und ergreifend nur ein Defizit, an dem unsere akademische Jurisprudenz krankt … ein zwar fundamentales, aber eben nur ein Defizit.

Ein Defizit, das jedenfalls zu Zeiten von Aristoteles noch nicht toleriert wurde. Definierte doch Aristoteles einen unmoralischen Menschen als jemanden, der nicht nach Weisheit („sophia“) strebt, sondern bloß in „techne“ (pragmatischem Können) und „episteme“ (wissenschaftlicher Erkenntnis) steckenbleibt – und sich somit von „nous“ (der geistigen Existenz) abschneidet.

Dass das Streben nach Weisheit bzw. der Sinn des Lebens heute in Schule und Uni nicht gelehrt wird – obwohl wir als Land der Dichter und Denker diesbezüglich aus dem Vollen schöpfen könnten – mag aber auch den Grund haben, dass es für jeden Menschen einen individuellen Sinn und eine ganz spezielle Lebensberechtigung gibt, die nicht normierbar sind und daher für eine rein auf Verwertungslogik und Massenproduktion ausgerichtete Ökonomie nur störend wären. Konsequenterweise wird diese von Viktor Frankl als „spezifisch human“ bezeichnete noetische Dimension unseres Menschseins durch ein perfekt eingespieltes Räderwerk an Aus-Bildung und Unter-Haltung möglichst schon im frühkindlichen Stadium zugeschottert und zugeteert. Der Mensch folgt dann in seinem Leben einem weitgehend fremdbestimmten Lebensstil mit unzähligen Surrogaten und kommerziell erzeugten Illusionen (siehe auch: „Über Mercedes neue ‚Grow up‘-Kampagne und Chomskys Dressur zu Habsucht, Passivität und Unterwerfung“), die ihn jedoch sukzessive aushöhlen und schließlich leer zurücklassen. Nicht nur, dass der medial suggerierte Lifestyle mit dem  innersten Lebensanliegen des Menschen nichts zu tun hat – er ist diesem sogar diametral entgegengesetzt. Das heißt, der Abstand zum eigentlichen Anliegen nach „nous“ (von griech. nous=Sinn), das man als Mensch verwirklichen möchte, wird immer größer, je mehr man den Direktiven  der „Grow up“-Werbung folgt. Dementsprechend steigt auch der Grad an innerer Verzweiflung, von Frankl bezeichnet als „existenzielle Frustration“, sodass Depression laut WHO-Prognose schon demnächst  zur Volkskrankheit Nr. 1 avancieren wird (siehe Ärztezeitung).

Die zähe Teerschicht aufzustemmen und den Schotter abzuschaufeln, unter denen unsere ursprünglichen Lebensambitionen vergraben sind, ist keine Kleinigkeit und dauert mitunter viele Jahre. Kein Wunder also, dass sich viele Menschen diese Mühe erst gar nicht antun wollen und stattdessen lieber im Beat der ‚Grow up‘-Werbung in einem unterirdischen Lebensstil dahinvegetieren. Wer sich die Mühe zur Ergründung des Lebenssinns nicht machen will (Anm.: der zwar ein individueller ist, jedoch immer auch aufs Gesamte bzw. aufs Gemeinwohl hin orientiert ist, insofern praktisch gar nichts mit dem zu tun hat, was üblicherweise als „Selbstverwirklichung“ propagiert wird) , der gleicht allerdings Helmut Qualtingers „Wildem auf seiner Maschin‘ “, der auf die Frage, wohin er denn auf seinem Motorrad rase, antwortet: „I waaß zwar net, wohin i foahr … aber dafür bin i g‘schwinder durt! “

Der Dichter Christian Morgenstern schlägt daher eine ganz andere Orientierung vor. Seiner Ansicht nach ist im Leben alles für die Katz‘ und verläuft man sich nur in einem ausweglosen Labyrinth, wenn man „das Ziel“ (den Sinn des Lebens und der Menschwerdung) nicht kennt. Den „Weg“ des Menschen, von dem Dag Hammarskjöld meinte, dass man ihn keinesfalls verspielen dürfe (siehe „Weine, wenn du kannst …“), könne man demnach nur finden, wenn man von diesem Ziel weiß.

Wer vom Ziel nicht weiß (Christian Morgenstern)

Wer vom Ziel nicht weiß,
kann den Weg nicht haben,
wird im selben Kreis
all sein Leben traben;
kommt am Ende hin,
wo er hergerückt,
hat der Menge Sinn
nur noch mehr zerstückt.

Wer vom Ziel nichts kennt,
kann’s doch heut erfahren;
wenn es ihn nur brennt
nach dem Göttlich-Wahren;
wenn in Eitelkeit
er nicht ganz versunken
und vom Wein der Zeit
nicht bis oben trunken.

Denn zu fragen ist
nach den stillen Dingen,
und zu wagen ist,
will man Licht erringen;
wer nicht suchen kann,
wie nur je ein Freier,
bleibt im Trugesbann
siebenfacher Schleier.


(Biographie + weitere Gedichte Christian Morgensterns siehe oppisworld.de)


Allgemeines zur Kolumne „Endzeitpoesie 4.0 – Brennholz gegen Robotisierung und drohenden Erfrierungstod“:

Da in unserer aus den Fugen geratenden Welt vieles nicht mehr rational verstehbar und auch kaum noch ertragbar ist, brauchen wir dringend ein Gegengewicht aus dem Reich der Poesie … mit diesem geistigen Gegengift in den Adern wird vieles Unverständliche plötzlich wieder verständlich und Unerträgliches wieder ertragbar – oder noch besser: gestaltbar!

Denn die größte Lüge, die uns heute beigebracht wird, ist: dass der Einzelne ohnehin nichts tun kann. – Das genaue Gegenteil davon ist wahr: Es kommt auf jeden einzelnen an und das mehr als jemals zuvor. Und wie uns schon Dostojewskij erklärt hat, ist im Leben auch niemals etwas umsonst, selbst wenn eine Bemühung keinen sichtbaren Erfolg zeigt: „Alles ist wie ein Ozean, alles fließt und berührt sich; rührst du an ein Ende der Welt, so zuckt es am anderen.“

Gerade unsere geistlose Zeit braucht philosophische Gedanken wie eine Wüste das Wasser. Dieses Wasser – die Gedanken der großen Geister der Menschheit – gibt es schon lange. Aber die scheinbar alten – in Wirklichkeit ewig jungen – Gedanken bleiben nicht dieselben: Jeder, der sie aufgreift und verinnerlicht, färbt sie mit seiner individuellen Persönlichkeitsnote ein und bringt dadurch wieder ganz neue Farben in die Welt, die bisher noch nicht existiert haben. Und solche Farben braucht unsere grau gewordene Welt (siehe 1000 Gestalten.de) heute dringend – sie saugt sie auf wie ein trockener Schwamm das Wasser … damit wieder Neues, Kreatives, Menschliches entstehen kann.

In diesem Sinne wollen wir der pseudopragmatischen Alternativlosigkeit (siehe „Der Führer 4.0 – Er ist schon längst da“) die Gefolgschaft in den Grand Canyon verweigern und es lieber mit Ilija Trojanow halten: „Die Welt ist groß und Rettung lauert überall“. – Dann kann die scheinbare Endzeit zu einem neuen Anfang werden.

 

Fukushima – strahlender Geburtstag. Die Rückkehr der Ungeheuer und ihrer Menschenopfer

Freitag, 10.3.2017. Eifel. Wir müssen heute mal reden. Über die Welt, in der wir leben. Über die Lügen, die uns umgeben. Über Star Trek. Über Frankenstein … und den Untergang der Menschheit durch eine neue düstere Religion, die hinter den Kulissen wirkt und das Ende der Welt in Gang setzen möchte. Reden wir aber erstmal über etwas anderes.

Morgen ist ja ein ganz besonderer Tag. Fukushima hat Geburtstag. Sie können sich noch daran erinnern? Hoffentlich, viele werden es schon vergessen haben, der Alltag ist ja vollgepackt mit Informationen, hundertmal mehr als ein Gehirn bearbeiten kann. Ist ja auch enorm wichtig, zu wissen, was welcher Politiker gestern in Paderborn gesagt hat, welche Prinzessin ihren Sohn nach langer Zeit wieder sieht oder wer welche Ergebnisse bei Leibesübungen in Schnee und Eis erzielt hat: davon hängen ja direkt ihre persönlichen Entscheidungen im Alltag ab, das bestimmt ja direkt ihre wirtschaftlichen Planungen für die nächsten fünf Jahre. Scherz beiseite: anders als Unternehmen können sie von der Welt, dem Staat, dem Universum natürlich keine Planungssicherheit fordern, noch schließt jemand mit Ihnen entsprechende Verträge, um Ihnen diese Sicherheit zu gewährleisten, weil: Sie sind diese Sicherheit! Jedenfalls für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Der Zahlmeister halt.

Fukushima. Da erinnere ich mich doch an die Physikerin Frau Dr. Angela Merkel, die immer meinte: Atomkraft ist sicher. Ja, stimmt: so lange bis sie kaputt geht. Das vergisst man immer zu erwähnen.

Atomkraft – da habe ich schon als junger Mann gegen demonstriert. Völliger Wahnsinn, im Prinzip: für ein bischen Strom füllen wir diesen Planeten mit hochkontaminierten Material auf. Wir können Atommüll schlichtweg nicht entsorgen, nur verbuddeln. Absolut verantwortungslos, so was. So etwas würden Sie als Privatmann nie genehmigt bekommen. Sie würden ja noch nicht mal ein AKW im Garten genehmigt bekommen, weil die Kinder Ihrer Nachbarn dann ein höheres Leukämierisiko hätten. Ja – das glauben Sie jetzt nicht, ist aber Fakt, dazu gibt es Studien (siehe contraatom). Selbst wenn ein AKW sicher ist, bringt es Kinder um. So etwas hätte es früher nicht gegeben: wenn einer Kinder umbringt, dann wird er aus dem Dorf gejagt und im Fluss versenkt (es sei denn: es ist die Regierung). Wissen wir doch von dieser Frankensteingeschichte. Kennen Sie Frankenstein? Ein junger Wissenschaftler – skrupellos, respektlos, geistlose … wie unsere ganze Technoelite halt – hatte einen Menschen aus Leichenteilen gebaut und ihn zum Leben erweckt. Der machte nur Ärger – unter anderem tötete er ein kleines Kind – und wurde dafür von den Dorfbewohnern gejagt. Ist nur eine Geschichte, klar. Zuerst veröffentlicht … 1818. Schon damals gab es Menschen, die dem Typus „Wissenschaftler“ enorm misstraut haben … lange, bevor er sich selbst überhaupt definiert und erfunden hatte.

Sie kennen doch diese Geschichte, oder? Im Rahmen der Aufklärung hatte die Menschheit wieder mal einen großen Schritt versucht: die Befreiung von den alten Göttern, die wir – das behaupte ich jetzt einfach mal – als zivilisierte Bürger eines Rechtsstaates durch die Bank als „Ungeheuer“ definieren würden, vor allem dann, wenn sie strafend durchs Land zogen oder die Seele nach dem Verlassen des Körpers in eine Untergrundhölle ziehen wollten. Jahrundertelang hatten die Sprößlinge des Adels – der damals das Personal für „Kirche“ stellte, was gerne mal vergessen wird – den Menschen mit ihren Göttern Angst gemacht, sogar den alten Gott der Juden und Christen – den liebenden Gott, den Gott, er Ursprung und Quelle von „Leben“ selbst war, dass sich dank seiner Wucht in Materie festsetzen konnte – so deformiert, dass er nur noch als gruselige Spukgestalt wahrgenommen werden konnte, mit deren Hilfe man aber ungeheure Summen als Kirchensteuer einnehmen konnte – oder als Schenkungen bzw. Erbschaften erhielt, himmlisches Schutzgeld sozusagen, mit deren Hilfe die armen Menschen hofften, sich von den irrealen Monstern der Kirche freikaufen zu können. Schlimme Zeiten damals.

Die Gegenbewegung formte sich – mit Darwin als Erlösergestalt – knapp fünfzig Jahre nach dem Roman „Frankenstein“ und nannte sich „Die Wissenschaft“ – wobei natürlich die Geisteswissenschaften von den geistlosen Mechanikern der Finsternis bald ausgeschlossen wurde. Wer für Menschlichkeit, Humanismus, Menschenrechte ist, wer sich mit den Fehlern des Menschen selbst beschäftigt und dabei die schwere Arbeit übernimmt, diese Fehler zu verstehen – in sicherer Gewissheit, selbst zu diesen fehlerhaften Wesen zu gehören und somit nie sauber arbeiten zu können – war den neuen Priestern im Wege, die die Unfehlbarkeit für sich reklamierten. Ja – mit „der Naturwissenschaft“ enstand eine neue Religion – manche nennen sie Scientismus, manche nennen sie Physikalismus, andere Formen sind der Biologismus: kurzum – alles reduktionistische Formen, die behaupten, dank ihrem Wesen würde die Welt genesen. Sie hätten Nitzsche lesen sollen, der uns nahelegte, zu bedenken, dass wenn wir zu lange in einen Abgrund schauen, irgendwann etwas aus dem Abgrund zu uns zurückschaut – oder, anders gesagt: dass man demjenigen, was man bekämpft, im Laufe der Zeit immer ähnlicher wird. So haben wir jetzt eine Kopie der katholischen Kirche in der Gesellschaft, die sich „Die Wissenschaft“ nennt, die Inquisitoren beschäftigt, die zumindest Existenzen virtuell verbrennen wollen (ich denke da an diese unsägliche GWUP-Sekte, die den „reinen Glauben“ mit sehr unreinen und unwissenschaftlichen Methoden verteidigt, Methoden, die an die Hexenjagden des Mittelalters erinnert – obwohl es eigentlich die beginnende Neuzeit war, als dieser bestialische Wahn sich Bahn brach und Ärzten sowie Rechtsanwälten ganz neue Möglichkeiten gab) … eine Wissenschaft aber, die es wirklich geschafft hat. die früher nur in der Fantasie vorhandenen Ungeheuer in vieler Art und Weise zu materialisieren.

Haben Sie noch nicht mitbekommen? Ach, hören Sie auf. Denken Sie sich mal, Sie wären einfacher Bauer im Mittelalter, ein rationaler, vernünftiger Mensch, der auf einmal Mäusen mit Menschenohren begegnet (siehe Welt): dieser Bauer wüßte sofort, dass da Kräfte am Werk sind, die das innere Gefüge unsere lebensnotwendigen Umwelt durcheinander bringen. Ab 1818 hätte er den Begriff „Frankenstein“ zur Verfügung, um zu beschreiben, wie man die menschlichen Ungeheuer nennen sollte, die dort unterwegs sind. Oder denken Sie an das Mischwesen Menschschwein, an dem gerade gearbeitet wird (siehe Focus). Noch irrer sind jene Wissenschaftler, die den Vogelgrippevirus ansteckend wie Schnupfen gemacht haben (siehe Spiegel): die setzen das Leben von hunderten von Millionen Menschen leichtfertig aufs Spiel. In China wurden durch Kreuzung von Vogelgrippe und Schweinegrippe sage und schreibe 127 neue Virustypen geschaffen (siehe Zeit) – und die Worte eines führenden Virologen sprechen diesbezüglich für sich (siehe Zeit):

„Wir haben die kaum infektiösen Vogelgrippeviren genetisch so verändert, dass sie über die Atemwege – also zum Beispiel beim Niesen oder Husten – übertragen werden.“

Was der Menschheit sicher einen großen Nutzen bringt, keine Frage.  Noch brisanter ist aber eigentlich, dass die gar nicht wissen, was die da tun:

„Es ist uns zwar gelungen, das Vogelgrippe-Virus ansteckend zu machen. Wir haben ihm mit den Mutationen die Fähigkeit verliehen, von Tier zu Tier zu wandern. Doch wir wissen immer noch nicht genau, warum es das plötzlich konnte.“

Erinnert Sie das an was? Ja – da sind wir wieder bei der Atomkraft. Der alte Satz „Macht Euch die Erde untertan“ erlangt eine ganz neue, düstere Qualität. Einst gerichtet an das gläubige Volk Israel, das unter „herrschen“ die Übernahme von Schöpfungsverantwortung verstand, wird dieser Satz nun von der neuen Religion aufgenommen als Freibrief für entsetzlichste Experimente. Auch bei der Atomkraft wusste man nicht so genau, womit man es da eigentlich zu tun hatte … habe sogar gehört, dass man sich nicht sicher war, ob die Zündung der ersten Bombe nicht sogar zu einem Atombrand geführt hätte, der den ganzen Planeten in eine glühende Aschewüste verwandelt hätte. Die Bombe wurde trotzdem gezündet – im Namen der Wissenschaft.

Natürlich predigen die Hohepriester des Scientismus was anderes: die Befreiung von der Last der Arbeit, den Aufstieg der Menschheit in ein technisches Paradies, „Star Trek“ leuchtet am Horizont als Symbol für eine ganz neue, galaktische Zivilisation … die allerdings kulturell einen riesigen Rückschritt bedeutet. Da fliegt eine auserlesene Herrenrasse durchs Weltall, die an Bord ihrer Schiffe Absolutismus praktiziert: die absolute Herrschaft von Jean-Luc Picard, dem Papst der Enterprise. Der Rest – jene die nicht auf den besonderen Akademien der Sternenflotte geschult und in ein absolutistisches Herrschaftssystem gepresst wurde – taucht in den Sagen und Mythen dieser modernen Märchen kaum auf – und wenn, dann als dumme, unterbelichtete Wesen, deren höchste Qualität ist, dass sie dem militärischen Kommando im Wege stehen. Das ist das politische Verständnis von Herrschaft dieser neuen Religion: ein Techno-Papst an der Spitze, der Rest absolut hierarchisch gegliedert. So fühlt sich der Wissenschaftler wohl – und weiß auch genau, warum es ihm bei seiner Arbeit geht: um Geld. Lauschen wir noch mal dem Virologen:

„Sie müssen sich auch bewusst machen, was das Moratorium für meine Arbeitsgruppe bedeutet hat: Wir haben mit acht Mann an den Viren geforscht. Dann plötzlich, von einem Tag auf den anderen, haben wir das Labor dicht gemacht. Meine Mitarbeiter mussten sich eine andere Arbeit suchen.“

Schlimm, oder? Dem können Sie doch sicher nachfühlen. Was bedeutet schon die Neuerschaffung tödlichster Krankheiten im Vergleich dazu, dass acht „Wissenschaftler“ ihre Arbeit verlieren? Das diese Wissenschaft im Rahmen der Automatisierungstechnik Millionen von Menschen arbeitslos gemacht hat, interessiert niemanden in diesen Kreisen. Dr. Frankenstein ist ein Herrenmensch erster Güte, der sich durch nichts davon abhalten läßt, im Namen „der Wissenschaft“ größte Übel in die Welt zu setzen. Aber wo finden sie noch Geisteswissenschaftler, die sich trauen, diesen unheiligen Kult anzuprangern?

Ja, sicher. Fukushima war ein Unfall. Ausgelöst durch einen Tsunami – also jenen Teil der Natur, den wir noch nicht untertan gemacht haben. Man hätte auch drüber nachdenken können, dass es ziemlich doof ist, AKW´s auf einem Planeten zu errichten, auf dem es sowas wie Erdbeben noch gibt. Man hätte auch gleich auf die Idee kommen können, so etwas wie Atombomben gar nicht erst zu erfinden – immerhin ist deren Strahlung so tödlich, dass sie womöglich mehr für alle Lungenkrebsarten (und auch Hautkrebs) verantwortlich ist als das Rauchen (siehe Nachrichtenspiegel) – eine Vermutung, die durch harte Fakten untermauert werden kann, aber nie an die Öffentlichkeit kommen würde, weil die Entschädigungszahlungen nach US-Recht die ganze Industrie samt Staat in den Bankrott treiben würde.

Wissen Sie, auf welchem ethischen Niveau die Väter der Atombomben und ihre vielen tausend Nachfolger befinden? Auf dem Niveau eines Irren, der immer wieder Handgranaten in den Kindergarten legt, in der Hoffnung, dass die spielenden Kinder nicht den Sicherheitsring abziehen und die Granate zur Explosion bringen. Sehr klug und weise sowas, oder?

Glauben Sie nun nicht, dass Fukushima ein Einzelfall ist. Erstmal … dürfen die ganzen Katastrophen ja sowieso nicht an die Öffentlichkeit gelangen, weil sie ja den geregelten Gang der Dinge in Gefahr bringen, jenen  Gang, der darin besteht, dass die Produzenten von Atomkraftwerken (und auch ihre Wissenschaftler) an diesen Geräten hervorragend verdienen – und mir diesen Geldern können sie Poliker und Parteien sponsern und unglaubliche Lügen verbreiten – hier allein finden sie die  absurden Lügen der Atomlobby, die mit viel Geld die eh schon informativ überforderten Mitbürger überfluten. Die Macht der atomaren Ungeheuer in unserer Gesellschaft konnten erst vor kurzem einige Aktivisten aus Aachen erleben, die in Belgien gegen das marode Kraftwerk Tihange demonstrieren wollten und dabei brutal von der Polizei angegriffen wurden (siehe Aachener Nachrichten). Wissen Sie eigentlich, wieviel Geld uns die Atomkraft bislang gekostet hat? 204 Milliarden Euro (siehe Greenpeace) zahlen wir bislang für diese teuerste Form der Energiegewinnung, wobei die geschätzten 100 Milliarden Euro für den Abbruch der strahlenden Altmeiler noch gar nicht mitgerechnet worden sind … und wir auch noch gar nicht wissen, wo wir den strahlenden Bauwerksmüll in Zukunft lagern wollen. Wenn Sie Pech haben … was aktuell angesichts der drohenden Insolvenz der ausgegliederten Betreibergesellschaften so aussieht (siehe Heise), dann kommen da noch mehr Kosten auf sie zu … während führende Kernenergieunternehmen offen damit prahlen, dass sie sogar die Führungskräfte der ehedem Anti-Atom-Grünen gekauft haben (siehe RWE-Chef Großmann über Joschka Fischer im Stern).

Wir brauchen auch gar nicht so sehr nach Fukushima zu schauen. Oder nach Russland (Tschernobyl). Oder den USA (Three Mile Island). Wir haben auch in Deutschland solche Ungeheuer, die fast weltweit von sich Reden gemacht haben (siehe solarify):

„Wenn die Sache nicht zu ernst wäre, könnte man auf den Kalauer kommen: Gottseidank sind nur die Kosten und nicht die Meiler explodiert (obwohl es in Rheinsberg am 24.11.1989 beinahe zu einer partiellen Kernschmelze gekommen wäre)“

Ja – wir hätten … ganz ohne Tsunami … fast unsere eigenes Fukushima gehabt – nahe Berlin. Weiß kaum einer, oder? Noch besser: möglicherweise hatten wir auch unser eigenes Fukushima – es kam zu einer partiellen Kernschmelze – man redet nur nicht drüber (siehe atomkraftwerke.plag). Da wären dann weite Teile Norddeutschlands nicht mehr bewohnbar, auch für Dänemark und Schweden hätte es düster ausgesehen.

Es war ein Zufall, der den GAU in Greifswald verhinderte – wie auch ein Zufall die Explosion der Brennstäbe in Fukushima verhinderte (siehe SZ). Tolle „Wissenschaft“, oder? Ohne „Zufall“ hätten wir eine schlimmere Verstrahlung als bei Tschernobyl zu befürchten gehabt. Wieviel Tote hat eigentlich Tschernobyl bislang gefordert? Nun – die Experten streiten sich: wer will es schon mit den Atomgöttern aufnehmen? Manche reden von 1,44 Millionen (siehe Deutschlandfunk), ich kann Ihnen aber jetzt schon sagen, dass wir die wahre Zahl nie erfahren werden. Wieviel unsere modernen Ungeheuer, die am Rande unserer Wahrnehmung lauern, wirklich an Menschenopfern fordern, wird wohl des bestgehüteste Geheimnis „der Wissenschaft“ bleiben, die ja gerne weiter viel Geld möchte. In Belarus nahe Tschernobyl waren schon 1990 30 mal so viele Kinder an Schilddrüsenkrebs erkankt wie im Landesdurchschnitt (siehe Umweltinstitut), von den 800 000 Menschen, die den Müll der „Wissenschaft“ persönlich wegräumen durften, sind bislang 25 000 verstorben (siehe Spiegel). Hundertausende sind erkrankt (siehe Hamburger Morgenpost). Ob die wohl alle überleben werden?

Sie werden überrascht sein, dass korrekte Daten zu diesen Katastrophen nirgendwo zu finden sind: die Opfer der neuen künstlichen Ungeheuer sind nicht zu hinterfragen, der Moloch „Wissenschaft“ bekommt sie in ungezählter Menge zum Fraß vorgeworfen. Die japanische Regierung will aktuell die Schutzzone über Fukushima wieder aufheben und die evakuierten Bewohner zurückführen (siehe Greenpeace): Schwamm drüber und weitermachen. Und damit weiter geopfert werden kann, kommen nun auch die ersten Nachrichten, dass Fukushima ja gar nicht so schlimm war – und die Folgen von Radioaktivität weit überschätzt werden (siehe Zeit).

Da kann man nur sagen: Herzlichen Glückwunsch zum morgigen Geburtstag, liebes Fukushima! Dank Dir wissen wir jetzt, dass explodierende Atomkraftwerke keinerlei Schaden anrichten – außer bei 51 US-Matrosen auf dem Flugzeugträger Ronald Reagan, die zur Hilfe eilten (siehe Krone). Wir wissen, dass wir in den sicheren Händen einer mit gigantischen Summen ausgestatter Kaste von Wissenschaftlern sind, die dem Ruf von Dr. Frankenstein in großem Umfang gerecht werden.

Und wissen Sie, was Ihnen noch übrigbleibt … in der Auseinandersetzung mit diesem Moloch? Als einzige Waffe gegen diese Mächte und Gewalten?

Das gute alte „Beten“. Ja – damit wollte man dereinst den „Zufall“ für sich gewinnen.

Und nur der Zufall hat uns vor den Auswirkungen des seltsamen Kultes „Wissenschaft“ geschützt.

Bislang.

Beten wir, dass er uns weiter gewogen bleibt … bevor das nächste AKW explodiert oder zufällig in Supervirus aus dem Labor entfleucht.

 

Der Weltkrieg und die kommende Dunkelheit

Freitag, 10.Februar 1017. Eifel. Ja, was haben wir nicht gerade für ein Chaos in der Welt. Riesengroße Kriegsgefahr wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Wie bitte? Das stimmt nicht? Alles friedlich, alles nur postfaktische Fakenews? Alternative Fakten? Dann bitte ich doch mal das Handelsblatt zu lesen:

„Wir haben seit Jahrzehnten keine so potenziell gefährliche weltpolitische Lage gehabt wie heute. Deshalb kommen auch mehr wichtige Entscheidungsträger als je zuvor nach München.“

Sagt: Wolfgang Ischinger, Oberhaupt der Münchener Sicherheitskonferenz. Ja: es sind Wirtschaftszeitungen, in denen noch mehr Wahrheit herüberkommt als in den „politischen“ Medien, die gerne auch über Kino, Videogames, Leibesübungen und Klatsch und Tratsch berichten – wie der einst renommierte „Spiegel“. Seltsam, dass eine solche Bedrohungslage nicht Gegenstand allgemeiner Diskussion wird, gerade im Wahlkampf sollte man doch dazu mal Stellung beziehen: erst recht, wenn wieder ein „starkes Europa“ gefordert wird, das gegen Trump und Putin bestehen soll.

Doch heute wollte ich mal nicht über „Politik“ reden. Viel zu viel wird da geredet, eine „Trump“-Kampagne von unglaublich antiamerikanischen Ausmaß hält alle in Atem, als wäre der Beelzebub persönlich auf die Erde gekommen … und nur der deutsche Meinungsmacher ist schlau genug, ihm Widerstand zu leisten. Spiegel-online rettet das Universum.

Ach ja: Universum. Haben Sie sich darüber schon mal Gedanken gemacht? Nein, nicht wahr? Komisch: das machen Menschen seit Jahrtausenden, die klassische alte griechische Philosophie ist voll davon … doch die moderne Philosophie meidet dieses Thema, schwafelt lieber über Geistiges. Ich habe da letztens was gefunden, was schon seit Jahrtausenden diskutiert wird (siehe Grenzwissenschaften):

In Unregelmäßigkeiten in der kosmischen Mikrowellenhintergrundstrahlung will ein internationales Astrophysikerteam erstmals auf der Grundlage direkter Beobachtungen Hinweise darauf gefunden haben, dass unser Universum ein gewaltiges und komplexes Hologramm sein könnte. Die Beweise für eine derartige Theorie seien nicht weniger stichhaltig wie jene bisheriger, sozusagen natürlicher Erklärungen auf der Grundlage etwa der Inflation – also der raschen Ausdehnung des Universums nach dem Urknall.

Man belästigt uns selten in der Tagesschau mit solchen epischen Dimensionen, in denen man über das Sein an sich reflektiert. Warum wohl? Nun: wahrscheinlich ist das Herrschaftswissen, das nur für wenige Eingeweihte vorgesehen ist. Dabei wäre das doch mal interessant: wir kämen – mal wieder – direkt in die Welt der platonischen Philosophie (und vieler Religionen), wonach diese Welt nur ein blasses Abbild jener Welt der „Ideen“ ist, die hier unten die Welt der Formen steuert. Wer würde denn noch fleißig arbeiten gehen, wenn er erfahren würde, dass er nur die blasse Gestaltwerdung eines Gedankens ist, der aus anderen Welten herüberweht? Wer würde noch den Tod fürchten, wenn Gewissheit herrschen würde, dass man nach Erlöschen der blassen Erscheinung zurück in präsentere Wirklichkeiten kehrt – in eine Welt, in der alle Menschen in der Idee (der Druckschablone, um in dem Bild zu bleiben) „Mensch“ hängen, alle erleben würden, wie war der indische Begriff des „tat twam asi“ … des Bekenntnisses dazu, dass alles eins ist und verbunden mit höheren Wirklichkeiten? Wie sollte man noch Kriege führen, wenn solche Wahrheiten flächendeckend Verbreitung finden?

Vielleicht wäre es das definitive Ende der „Bequemlichkeitsverblödung“ (siehe Focus), wenn die Medien in breiter Front die philosophische Diskussion anstoßen würden, die Menschen erkennen würden, dass „der Russe“, der „Putin“, der „Trump“ nur Wesen wie sie selbst wären. Frieden könnte einkehren … auch sozialer Friede, denn niemand würde mehr einen anderen Menschen leiden lassen, da: tat twam asi.

Doch heute … arbeiten Milliardäre lieber an anderen Unheimlichkeiten: der Erlösung der Mensch aus der „Matrix“. Nein – das holografische Universum hat wenig mit der Matrix zu tun, der Film- Trilogie um jene Helden, die die Menschheit aus einer Alptraumwelt (unserer Realität) befreien …. und in eine noch viel düsterere Realität bringen, in denen Roboter Menschen die Lebenskraft aussagen, um ihre Maschinen am Laufen zu halten … dass dürfen Sie jetzt nicht durcheinander bringen. Die Milliardäre geben ihr Geld dafür aus, uns in eine andere Welt zu bringen, unsere „Idee“ für immer und ewig in der Welt der Materie gefangen zu halten (siehe Standard):

„Leben wir Menschen in einer „Matrix“-ähnlichen Computer-Simulation? Glaubt man Tech-Milliardär Elon Musk ist dem tatsächlich so. Bereits im Juli sagte der Tesla- und SpaceX-Gründer, dass die Chance, dass wir nicht in einer Simulation leben bei „eins zu einer Milliarde“ liege. Doch nicht nur Musk teilt diese Ansicht, auch Analysten der Bank of America haben im September offiziell bekannt gegeben, dass die Chancen für ein „Matrix“-ähnliches Leben der Menschheit bei 50 Prozent liegt“.

Und die wollen jetzt unsere Gehirne mit Computern verschmelzen, um die Matrix dirigieren zu können. Für diese Forschungen ist Geld da. Denken Sie mal weiter: was würden solche Menschen wohl zu dem Phänomen „Krieg“ sagen? Nun – der ist egal, ist ja nur ein Illusion, diese ganze Welt. Ist wie eine Religion, die sich da entfaltet – eine dunkle, düstere Religion ohne gütigen Gott, die Maschinengötzen verehrt. Es muss eine irre Welt sein, in der die Milliardäre da leben – in einer Welt, in der man gleichzeitg vor künstlicher Intelligenz warnt – und Milliarden dafür ausgibt, sie zu erforschen (siehe Heise).

Überhaupt: die Forscher. Die sind jetzt ganz stolz darauf, das erste lebendige Mischwesen aus Mensch und Schwein geschaffen zu haben (siehe Focus). Man will gezielt Organe züchten, die man dann transplantieren kann. Natürlich wissenschaftlich absolut wichtig – für den Materialismus. Der eine sehr eigentümliche und historisch außerordentlich isolierte Philosophie des Todes zeichnet und den Tod als die völlige Vernichtung allen Seins darstellt, der es unter allen Umständen zu entgehen gilt. Mit dieser Philosophie kann man natürlich Weltkriege inszenieren und Scharen junger Männer in den Tod treiben, immer mit der Drohung: schießt Du nicht auf den Feind, erschießen wir Dich! Sogar der deutsche Sozialstaat hat ja dieses Muster inzwischen verinnerlicht: gehst Du nicht arbeiten, lassen wir Dich verhungern!

Ach – wo sind wir nun wieder gelandet. Wir wollten ja über den Weltkrieg reden – und die kommende Dunkelheit. Na gut: Dunkelheit haben wir ja schon. Habe heute erst privat über eine seltsame Beobachtung gesprochen, die mich seit Jahren beschäftigt. Hatte damals ein Buch eines Theologen (Rothkrantz 666) gelesen, der sich später zu einer führenden Figur des Rechtsradikalismus entwickelte (siehe Holocaust-Referenz). Gut – man denkt an einen paranoiden Wahn, wenn man den Ausführungen dieses Mannes folgen möchte … aber eins blieb bei mir hängen: nicht nur die dreifache Sechs in allen Strichcodes, sondern auch auf jedem Apothekenrezept. Habe heute draufgeschaut: die Zahl ist immer noch da, angeblich dient die „666 rl“ der Justierung von Scannern im Abrechnungszentrum (siehe Deutschesapothekenportal), aber hätte man da nicht einfach mal ganz harmlose Zahlen nehmen können … anstatt diese unheilige Kombination mit dem potentiellen Kürzel für „Reich Luzifers“? Immerhin sind wir im christlichen Abendland, da hat die Zahl eine gewisse Brisanz – nicht wegen Juden, Freimaurern oder den üblichen Verdächtigen, sondern wegen der Apokalypse des Johannes, der gruseligen Endzeit der Geschichte. Huch – da sind wir schon wieder beim Weltkrieg. Wäre trotzdem neugierig, wieso gerade diese Zahlen auf jedem Pharmarezept stehen.

Nun – kehren wir zurück in die Realität, weg von düsteren Zahlen, irren Forschungen und verrückten Propheten, hin zu der Welt der Wirtschaftsmagazine, in der Entscheider Informationen für Entscheidungen finden müssen – weshalb man dort wohl auch noch veritable Nachrichten auffindet. Was findet man da? Jenseits der „Deutschland geht es gut“-Propaganda einer Regierung, der die Realität so weit über den Kopf gewachsen ist, dass sie den Kopf nur noch in den Sand stecken kann, jenseits der Jubelmeldungen über gar keine Arbeitslosen mehr und Superexporte (man wundert sich, dass bei soviel Export überhaupt noch Ware im Land bleibt) findet sich Apokalyptisches in einem älteren Artikel, der jetzt nochmal veröffentlicht wurde: „Rettet den Kapitalismus vor den Kapitalisten“(siehe Manager Magazin):

„Laut Berechnungen des McKinsey Global Institute erwirtschaften mittlerweile 10 Prozent der weltweit gelisteten Börsenfirmen 80 Prozent aller Gewinne. Zwischen 1994 und 2013 ist in den USA der Anteil, den die Profite der 100 größten Aktiengesellschaften zum Bruttosozialprodukt beitragen, von 33 auf 46 Prozent gestiegen. Big Corporate rules.“

Wenn das Managermagazin schon Alarm schlägt … warum hört man davon nichts in der Politik? Gut, dass wir heute über Politik gar nicht reden wollten.

Und der Weltkrieg? Ist in vollem Gange. Nur ist es bislang ein anderer Krieg, als wir es gewohnt sind: Konzerne vernichten Staaten, ersetzen sie, die Vereinigten Staaten von Silicon Valley rücken immer näher – und wären mächtiger als die USA.

Ist Ihnen eigentlich klar, wieviel Geld da in wenigen Händen ist? Gut, über Geld redet man nicht … aber wir haben da trotzdem Zahlen, zum Beispiel von einem jungen Scheich aus den Vereinigten Arabische Emiraten (siehe Manager Magazin):

„Dank des Ölgeschäfts wird sein Familienvermögen aktuell auf über eine Billion US-Dollar geschätzt. Scheich Mansour selbst soll laut „Forbes“ derzeit rund 26 Milliarden US-Dollar besitzen.“

Die Familie hat mehr Geld als die zwanzig reichsten Menschen der Welt zusammen. Und es ist nur eine von vielen Familien. Was wäre … wenn die sich mal zusammenschließen, um die Welt zu verändern? Zu ihren Gunsten, versteht sich, denn Geld verdirbt den Charakter. Ihre Funktionäre, ihr reiches Dienstpersonal schließt sich ja schon zusammen, sogar hier in Deutschland haben wir seltsame Allianzen von Managern, Fußballern und Gesichtsfürsten aus den Medien (siehe Manager Magazin), wobei man sagen muss: so heterogen ist die Truppe gar nicht, wenn man sieht, wo die ihren kleinsten gemeinsamen Nenner haben … in dem großen Geld, dass hinter ihren großen Karrieren steckt. Auch im politischen Bereich gibt es da denkwürdige Allianzen und Verschwörungen (siehe Deutschlandfunk).

Eine Billion Dollar – das ist dreimal der Bundeshaushalt. Was könnte man damit die Wirtschaft ankurbeln. Ach ja: die reichen Saudis und ihre Kollegen waren jetzt nicht von Trumps Einreisestopp in die USA betroffen, sie sind zwar Hauptfinanziers des islamistischen Terrors … aber auch Brüder jener Mächte, die gerade den Kapitalismus zugrunde richten; den Kapitalismus, die Demokratie und den Staat an sich, den sie sich nur als als Exekutivorgan ihrer Interessen vorstellen können – und nicht mehr als freien Zusammenschluss freier Menschen. Warum denke ich jetzt eigentlich gerade daran, dass Schwarzfahren eine Straftat ist, die mit Gefängnis bestraft werden kann? Ebenso wie der Verstoß gegen die Krankenversicherungspflicht in den Knast führen kann, Angriffskriege gegen den Irak, Jugoslawien, Afghanistan und Mali aber nicht?

Undenkbar, solche Verschwörungen zum Schaden der Menschheit an sich? Ich fand da unlängst eine Arbeit, die überzeugend darlegte, wie selbst große Verschwörungen denkbar werden (siehe Grenzwissenschaften) … und dabei stieß ich auf einen Kernsatz, der mir im Konzernwesen beruflich oft begegnet ist – bei unterschiedlichen, global agierenden Konzernen: „need to know“ (also: das Minimum an Wissen, dass ein Mitarbeiter haben muss, um seine Aufgabe zu erfüllen, ohne einen Blick auf das Ganze zu bekommen), ein Satz, der das zentrale Element jeder erfolgreichen Verschwörung ist.

Da sind wir schon wieder bei der Tagesschau und dem Phänomen, dass Erörterungen des holographischen Universums dort überhaupt nicht vorgenommen werden – weil auch der Bürger inzwischen nur noch nach „need to know“ mit Informationen gefüttert wird. Der Manager muss wissen, dass die Kriegsgefahr groß wie nie ist – aber der Bürger doch nicht. Der darf weiter vom Reichtum durch Lotto träumen, ein Leben als Frühaufsteher und ordentlich freundlicher, sanfter Mitläufer führen … während intelligente Menschen eigentlich eher spät ins Bett kommen, fluchen und unordentlich sind (siehe Edition F).

So – sind Sie jetzt so verwirrt wie ich? Die Welt der Wissenschaft – schon seltsam, oder? So weit weg von dem, was unser „need to know“ ist . Wenn wir wüßten, dass Roboter für einen großen Teil fremdenfeindlicher Kommentare verantwortlich sind (siehe Nachdenkseiten) würden wir uns fragen, was denn dann die Kampagne gegen „Hatespeech“ soll? Sollte man nicht eher schauen, wer das Geld hat, diese Roboter zu bauen und das Geld dafür auf den Tisch zu legen? Wohin will man uns da eigentlich führen?

Und wer plant diese ekeligen Versuche mit dem Blut junger Menschen, das lebensverlängernd auf Körper und Hirnealte Mäuse wirkt (siehe New Scientist)? Nun – die tollen Ergebnisse dieser Studie wurden schon längst wiederrufen, sind nicht unser „need to know“ … könnten aber das Verschwinden so vieler Kinder erklären … und andere Hintergründe der „Kinderschänderringe“ erläutern, die durch unsere Presse geisterten. Unverantwortlich, solche Veröffentlichungen: ich frage mich ernsthaft, wer sich nun schon alles Kinderblut injizieren läßt, um 100 zu werden – mit viel Geld ist da vieles denkbar.

Der Weltkrieg – nun, der spukt in vielen Köpfen herum. Der Trump, der Putin, die Chinesen: auf der Klaviatur der Angst wird gerade bravourös gespielt – hauptsächlich von jenen, die immer vor Angstmacherei warnen. Und währenddessen … baut die Konzernwelt still und heimlich an einer dunklen Zukunft für die ganze Menschheit – und erobert sich eine Macht, die die Macht von Staaten weit übertrifft.

Staaten haben noch Atomwaffen? Und militärische Macht?

Nun – wir werden sehen, wem die Loyalität materialistischer Egoisten (unser Konsumentennormbild) gehört, wenn der Staat keinen Sold mehr zahlt … und der Konzern mit Milliarden winkt. Ein kleiner Staatsbankrott der USA – und die Welt kann morgen schon ganz anders aussehen. Mit ganz anderen „Nationen“ … die dann eher Google und Facebook heißen, oder Microsoft und Goldman Sachs.

Diese Visionen dürften jedoch für Wohlstandsverblödete gar nicht mehr zu verarbeiten sein – und außerdem übersteigen sie unser „need to know“, weshalb man sie jetzt Fakenews nennt.

 

 

 

 

 

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