Wikileaks

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Wikileaks! Panik! Alle nervös! Bürger wird informiert!

Die Botschaft unserer Medien ist einfach zu verstehen in den letzten Tagen: bleiben Sie zu Hause, trinken sie Kaffee und warten Sie weitere Anweisungen ab. Draußen warten nur irre Mörder voller „Mordlust“, verrückte Attentäter und zunehmend lästig werdende Arbeitslose. Zur Rettung der Welt kann man nun bei REWE nun „eins mehr für die Tafeln“ kaufen … womit wir den Bürger, den Souverän des Landes, endgültig zum gedemütigten Almosenempfänger machen – wer Pech hat, findet seine Spende direkt neben der Tierfutterbox und weiß, was dieses Land wirklich von ihm hält. Ich weiß, die Aktion ist gut gemeint … „gut gemeint“ ist aber oft das Gegenteil von „gut“.  Zu Hause jedoch, wo man seinen Einkauf wohlgelaunt genießen kann, kann man bei der Beantwortung der richtigen Fragen EINE GANZE MILLION einsacken – bei einem Herrn namens Jauch, der offenbar noch viele davon hat – das ist doch besser als sich beim „heißen Herbst der Gewerkschaften“ die Nase abzufrieren.

Die Realität außerhalb der Wohnzimmer wird auch wirklich immer düsterer – wenn man den Medien trauen darf … und nicht nur die schäbige Behandlung des Herrschers dieses Landes, des Bürgers, durch seine Verwaltungsangestellten deutet darauf hin, das einiges im ARGEN liegt.

Irgendetwas scheinen diese Angestellten zu wissen, das die Bürger nicht wissen, sonst wären die nicht so frech.

Dort, in der heilen Welt des Fernsehen, wo Millionen einfach so verschenkt werden, gibt es keine Tafeln, keine Rockerbanden, die mit Frauenhandel immer mehr Geld machen, keine Weltkriegsphantasien amerikanischer Multis – dort ist die Welt gut, heil und gerecht, nur draußen (weit draußen), jenseits der Grenzen von Mutter Merkel haust das Böse, das aber manchmal (häufig mit Migrationshintergrund oder Tafel-Geruch an den Kleidern, oft sogar mit beidem) doch noch ins Land eindringen kann.

Dann aber kommt auf einmal so ein kleiner Stinker daher und mißbraucht das Internet, jenes Geschenk des CIA an die Welt, zur Veröffentlichung von Dokumenten, die dazu geeignet sind, das „heile -Welt -Bild“ unserer Nachrichtenallesfresser in Gefahr zu bringen: Wikileaks heist diese Kloake der Unaufrichtigkeit.

Schlimme Dinge könnte man da laut Welt erfahren:

In Deutschland werden wir wohl erfahren, was die ehemalige und die derzeitige US-Außeninisterin, Condoleeza Rice und Hillary Clinton, wirklich von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), vom SPD-Fraktionsvorsitzenden Frank-Walter-Steinmeier oder von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hielten und halten.

Wie die US-amerikanische Regierung die Welt wirklich sieht, sollte nie ein Bürger erfahren. Man würde merken, das wir jenseits des Atlantiks keine Freunde haben.

Wie bescheiden die US-Amerikaner deutsche Bundeswehrsoldaten in Afghanistan behandeln, kann man bei Peter Scholl-Latour nachlesen, wenn man will – „Kampf gegen den Terror, Kampf gegen den Islam“ heißt das schon ältere Werk.  Die Vernichtungsoffensive amerikanischer Renditeinteressen in Europa trägt gerade große Früchte, 1500 Milliarden Euro wollen wir jetzt für die Banken bereitstellen, um den Zinsdurst der amerikanischen Anleger zu befriedigen – da können die Boni in den USA wieder reichlich fließen.

Es wäre doch schlimm, wenn der Bürger erfährt, das die USA so groß geworden sind weil sie strategisch Denken und nicht nur – wie uns die Medien gerne weis und unsere Politiker uns vormachen wollen – einfach so in den Tag hineinleben. In den achtziger Jahren haben sich die Konzernstrategen überlegt, wie sie an die Gelder unseres Sozialstaates herankommen … und jetzt haben sie sie, dank „Wirtschaftkrise“. In den neunziger Jahren haben sie sich überlegt, wie sie die Bundeswehr zum Kampf für ihr mafiöses Imperium einspannen könnten – jetzt stehen wir weltweit im Einsatz.

Wäre es so schlimm, wenn der Bürger erfahren würde, das nine-eleven unmöglich von Taliban, el-Qaida oder Osama Bin-Laden von Afghanistan aus organisiert worden sein kann (so jedenfalls die Meinung des langjährigen Auslandskorrespondenten des ARD … und die Meinung des russischen Geheimdienstes und der gesamten islamischen Welt)? Wäre es so schlimm, wenn er erfährt, das die Machtelite der USA aufgrund ihrer wirtschaftlichen Basis Zukunft  20 – 30 Jahre im Voraus planen und auf die Gestaltung in ihrem Sinne mit Erfolg hinarbeiten kann?

Natürlich wäre das schlimm, denn die Aktion „Bürgereinschläferung“ war ja bisland extrem erfolgreich.  Was früher noch „enttarnte Geheimdienstoperationen“ waren, sind heute „Verschwörungstheorien“. „Die Welt ist ROSA“, so die deutliche Botschaft der Medien für Deutschland.  Schon in der Schweiz sieht es anders aus.

In Deutschland jedoch stehen die kritischen Medien schon jetzt „Gewehr bei Fuß“, um im Interesse der „Nationalen Sicherheit“ dem Bürger allzu gräßliche Details zu ersparen. Es wäre doch schlimm, wenn der Bürger merken würde, das er noch Macht hat, das System von Grund auf zu erschüttern. Das kann er jedoch erst dann tun, wenn er das System verstanden hat und die Säulen kennt, auf denen dieses System seine Macht gründet. Damit das nicht geschieht, bilden die Kriegsgewinnler der Medien eine geschlossene Front … immerhin geht es auch um ihren Arbeitsplatz, der komplett durch Konzerngelder finanziert wird – Wer zahlt, befiehlt wird dort jedem Redakteur als Plakette auf die Hand genagelt.

Die britische Regierung bittet jetzt laut Zeit die Medien ganz offen um Selbstzensur – und der Spiegel gehorcht umgehend:

Das deutsche Nachrichtenmagazin Der Spiegel ist, wie auch die vergangenen Male, an der Veröffentlichung der Akten beteiligt. Wie das Blatt in einem Vorabartikel dazu schreibt, wird es nicht die kompletten Daten zugänglich machen, die Wikileaks erhielt.

Dabei braucht man eigentlich kein „wikileaks“ um zu wissen, was gerade vor sich geht. Bücher dazu gibt es reichlich. Hinter jedem Buch steht ein Mensch, der seine Erfahrungen mit einem teilt – aber wer beherrscht heutzutage noch die Kunst, anderen zuzuhören … möglicherweise über tausende von Seiten.

Anstelle von FREIHEIT, GLEICHHEIT, BRÜDERLICHKEIT, anstelle von WAHRHEIT, GERECHTIGKEIT, WOHLSTAND haben wir BESCHÄFTIGUNG als Sinn unseres Lebens angenommen. Wer keine BESCHÄFTIGUNG  hat, hat deshalb nur Unsinn im Kopf.

Wenn wir wüßten, was hinter der Bühne der Medienpolitik alles läuft, könnten wir möglicherweise sehr zornig werden und unserem Leben einen anderen Sinn geben, weil wir von Unfreiheit, Ungleichheit, elitärer Arroganz, von Lügen, Ungerechtigkeit und Armut die Nase voll haben.

Oder wir lernen noch mehr Unsinn, damit wir bei Jauch ins Fernsehen kommen. Wir sehr gut bezahlt, wie man hört.

Wikileaks meint es nicht gut mit uns.

soldiers

Kriegführende Mächte leben grundsätzlich immer in einem Dilemma. Spätestens Vietnam brachte die Erkenntnis, dass wahrhaftige Bilder echten Tötens in Kriegen meist bei denen nicht so gut ankommen, die die zukünftigen Toten aus ihren Familien stellen müssen.

Die, die körperlich und/oder geistig schwer beschädigt oder sogar zerstört aus Kriegen heimkehren, haben diese Bilder alle mit eigenen Augen gesehen. Viele, wir wissen dies von Bundeswehrsoldaten, leiden an diesen Bildern bis an ihr Lebensende.

Deshalb werden uns Bilder vorenthalten – und nicht nur die fotografischen bzw. filmischen, sondern auch die in Worte gefassten zeigt man uns nicht. Das Sterben soll unsichtbar werden, selbst an den Zahlen wird so lange „gearbeitet“, bis sie weniger furchtbar klingen.

Oft wird uns die Wahrheit zusammen mit den Bildern vorenthalten, weil viele, viel zu viele der Geschichten hinter dem Sterben einfach zu entsetzlich sind und uns nahetreten; viel näher, als es eine abstrakte Zahl jemals vermag. Wer mag vom Gefühl her schon unterscheiden, ob ich von „10.000“ Toten spreche oder von „12.000“. Fass- und fühlbar wird das Entsetzen erst, wenn ich jedem der Toten ein Gesicht und eine Geschichte gebe.

(Quelle: Qantara.de)

Stets bemühen sich die, die einen Krieg führen, gewisse Geschehnisse vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Nichts anderes heißt es, ein Dokument als „streng geheim“ zu klassifizieren. Denn auch der moderne Krieg und sogar der, für den es gute, humanitäre Gründe geben mag, ist ein Krieg. Und das bedeutet, Menschen zu töten, die man als Feinde identifiziert hat. Menschen zu töten, setzt voraus sie zu entmenschlichen und dieser Vorgang entmenschlicht auch die Täter.

Menschen, die ja alle Töchter und Söhne und allzu oft auch Väter und Mütter sind, muss das genommen werden, was sie zu Menschen macht: ihre menschliche Empfindung, ihr Mitgefühl. Und den Opfern muss alles genommen werden, was sie zu Menschen macht, denn sonst hätten sie nie zu Opfern gemacht werden können. Man nimmt ihnen ihr Gesicht. Man nimmt ihnen die Vater-, die Mutter-, die Tochter- und die Sohnesschaft. Man nimmt ihnen ihre Geschichte.

In unserer intellektuell immer weiter absinkenden, völlig desinteressierten und zunehmend ungebildeten Gesellschaft sind uns die Geschichten hinter den Kriegen, in denen unsere Soldaten ebenso sterben und töten wie die „gegnerischen“ Kämpfer, ist der Schrecken des Krieges unbeliebt. Er wird verdrängt, vergessen und mit Konsum ersäuft; wir stehen fassungslos und menschlich unfähig vor dem Leid der Familien, die durch die Rücksendung ihres Soldaten in Plastikfolie plötzlich aufwachen und lernen mussten, was Krieg eigentlich wirklich ist.

Sie sollen weggehen, die Betroffenen, die Leidenden, die Angeschossenen und die Toten und wir wollen sie nicht sehen, die bizarr verrenkten und zerrissenen, „gegnerischen“ Kämpfer. Uns interessiert ihre Geschichte und ihre Existenz nicht, weil wir sie nicht ertragen wollen – obschon wir es könnten und natürlich auch müssten.
Wir sehen weg.
Wir vergessen.
Wir WOLLEN vergessen.

„Wikileaks entreißt die schmutzige Wahrheit des Krieges dem bewussten Vergessen. Ich sage Vergessen, denn man kann nur vergessen, was man bereits weiß. Wir wissen natürlich alle, was Krieg bedeutet, aber wir wollen es nicht wahrnehmen, wenn wir die täglichen Agentur-Meldungen über zivile Opfer der Nato-Truppen und Selbstmordanschläge auf Moscheen oder ISAF-Konvois lesen. Auf jeden Fall nicht die dahinter liegenden Geschichten.“

Wir kennen sie alle, diese Geschichten und wir wissen, dass es noch sehr viel mehr davon gibt, geben muss, als wir kennen. Weil wir häufig rechtzeitig genug abwinken, wegsehen, nachschütten und trinken, feiern und ganz bewusst in Bewusstlosigkeit versinken mit psychologischen Turboschnaps: „ICH kann doch GAR NICHTS dafür!“
Aber natürlich können wir alle etwas dafür, niemand ist schuldlos daran.

„Die Geschichte von der Hochzeitsfeier in Nangarhar, die bombardiert wird und eine ganze Familie auslöscht, die Geschichte von dem Soldaten, der in Urusgan ein Bein verliert, schwer traumatisiert nach Hause zurückkehrt und bis heute auf Anerkennung wartet.

Die Geschichte von der Frauenbeauftragten in Kandahar, die vor ihrer Haustür niedergeschossen wird, die Geschichte des Gouverneurs von Ghazni, den einen Bombe zerreißt als er in einer Moschee für einen Verstorbenen betet und die Geschichte des Taxifahrers, der an einer Straßensperre in Kabul festgenommen, ins Militärgefängnis von Bagram gesteckt wird und erst Jahre später unschuldig aber von der Folter zerbrochen entlassen wird.“

Nein nein nein nein ….. das WOLLEN wir nicht!
Und deshalb frequentiert auch kaum jemand die neuerliche Dokumentenfülle von Wikileaks.

All die Gesichter dieser Toten, sie stören uns in unseren endlosen Tagträumen, beim Shoppen und beim Urlauben. Wir mögen sie nicht. Die, die töten und sterben sollen, die mögen dies in unserem Namen aber unsichtbar tun; springt etwas für uns dabei heraus, so sollen sie es auch weiterhin tun, unseren Segen haben sie.
Aber nein nein nein – frage uns niemals jemand nach unserer Verantwortung für die vielen tausend Geschichten, die nie ein Happy End haben werden oder können. Die in unwürdigen Schlammlöchern enden, in dreckigen Schützengräben und die uns schmerzzerrissene Angehörige zeigen, die vor ihren zerbombten Häusern und Angehörigen um Hilfe und Erklärung weinen.

Die wollen wir alle nicht.

© 2010 Echsenwut.

Afghanistan – eine überfällige Polemik

Dieser seltsame, vor (sehr) vielen Jahren mal durchaus ehrenwerte Peter Struck war in Deutschland der erste, der vor laufenden Kameras sagte:

„Jetzt verarsche ich euch richtig!“

(Übers.: „Die Sicherheit Deutschlands wird am Hindukusch verteidigt.“)

Und alles jubelte ihm zu. Man fand lobende, ermutigende Worte für die erfrischende Offenheit Strucks, der als erster recht offen bekannt hat, wie sehr deutsche Politik mittlerweile zum Dispositionsobjekt fremder Mächte verkommen ist. Nur angekommen ist die Botschaft irgendwie nicht dort, wo sie eigentlich hingehört hätte, nämlich unter das Volk – welches ja bekanntlich die Soldaten stellt.

Aber auch in all den folgenden Jahren, als die alliierten, westlichen Streitkräfte mit jedem Schuss für ein weiteres Erstarken der Taliban Sorge trugen, dämmerte auf unseren Straßen noch immer keine Erkenntnis. Die Sterberaten wuchsen zwischenzeitlich ins Unermessliche, ganze Dorfschaften in Afghanistan bettelten in Kabul ums Aufhören. Aber wen schert schon der Tod einiger tausend armseliger Bergbauern, wenn man doch für die Mädchenschulen ihrer Töchter tötet. Angeblich.

Ebenso angeblich habe man ja unterdessen durchaus sehenswerte Erfolge zusammengeschossen. Nur leider gibt es Wikileaks. Und Wikileaks fasst nur in einem Dossier von 92.000 Dokumenten schlussendlich zusammen, was all die Jahre sowieso immer wieder in der Presse zu erkennen war:

  • Militärische Erfolgsmeldungen sind/waren schlicht gelogen.
  • Kriegsberichte wurden gefälscht.
  • Zivile Todesraten wurden gefälscht.
  • Die militärische Situation wurde gezielt falsch dargestellt.
  • Das westliche Militär ist unfähig zu dieser Auseinandersetzung.
  • Die Taliban sind stärker als je zuvor.
  • Afghanistan wird von ihnen und einigen warlords regiert.
  • Die Marionette Karzai ist hilf- und machtlos, ohne jeden Einfluss.
  • Afghanische Regierungsmitglieder sind selbst tief in Korruption verstrickt und verschieben Hilfsgelder ins Ausland auf eigene Konten.

Alle kriegführenden Nationen sind diese Fakten selbstverständlich bekannt. Seit jetzt neun Jahren erleben ihre Truppen einen blutigeren Monat nach dem nächsten; es existieren faktisch überhaupt keine Erfolge, nur Rückschläge und Niederlagen. Allein nur der SPIEGEL schreibt jeden Monat aufs Neue: “ … der zurückliegende Monat gilt als der blutigste des Krieges mit den höchsten Verlustraten …“

Da wir hier aber nicht in den USA leben sondern als Deutsche in Afghanistan eine ganz eigene Verantwortung – auch für hunderte von zivilen Toten! – zu tragen haben, müssen wir uns um die Motivation bekümmern, die zu den massiven Lügen unserer Regierung führt.

Es spricht nicht gerade für unseren Kriegsminister Guttenberg, wenn dieser an den Särgen rückgeführter, deutscher Soldaten zu ekelerregender, niedriger Kriegspropaganda greift, die eines Göbbels würdig gewesen wären; man erinnere sich nur an seine bizarren Worte, dass er „seinen kleinen Töchtern“ erklärt haben wolle, diese „Toten seien deutsche Helden„. Diese Toten waren keine Helden, das weiß Guttenberg ganz genau, sie sind elend in einem Krieg verreckt, der von vornherein zu keinem Zeitpunkt gewinnbar war oder zu nachhaltigen Erfolgen hätte führen können. Insofern verkommt Guttenbergs Leichenrede zu immer wieder gezeigten Nazi-Reden aus dem Berliner Sportpalast und ähnlich widerlichen Durchhalte-, also Scheißhausparolen. Wikileaks zeigt es sehr eindrücklich: deutsche Soldaten werden immer stärker beschossen, begegnen täglich immer größeren Sprengfallen- und Hinterhaltsgefahren und haben keinerlei militärische Erfolge vorzuweisen. Da dies mittlerweile sogar die Taliban verstanden haben, konzentriert sich deren Feuer eher auf die afghanischen Soldaten und Polizisten, deren Treffer- und Tötungsquoten in der fraglichen Region ganz erheblich höher sind als die des deutschen Militärs.

Warum tut dieser pomadenschwangere Minister das? Und warum belügt uns unsere ganze Regierung immer weiter und immer weiter? Obschon mittlerweile selbst die bildungsfernste Bevölkerungsschicht zu begreifen scheint, dass Deutschland einen dreckigen Krieg führt wie es ihn niemals wieder hatte führen wollen?

Und warum hat aus diesem krüppeligen Regierungsverein niemand die Nerven, den Mut, ja, die Eier und sagt:

„Wir haben schwere Fehler gemacht. Und die korrigieren wir jetzt.“

Warum nicht? Fließt da etwa Geld aus Washington? Welche Geheimabsprachen gibt es da? Wer ist persönlich und wirtschaftlich am Weiterschießen beteiligt? Wer verdient daran? Welche Versprechen liegen aus den USA für welche Politiker vor? Es gibt schon lange schießgeile Minister und Abgeordnete, denen es nach der Kapitulation Deutschlands im Land sehr viel zu langweilig geworden war. Es war eine Angela Merkel, die beim damaligen „Nein!“ der deutschen Regierung unter Schröder gegen eine deutsche Beteiligung am Irak-Krieg nach Washington reiste und sich dafür bei Bush entschuldigte. Angeblich spiegele Schröders Nein nicht die Meinung des deutschen Volkes wieder, sagte sie, und wäre sie an der Macht, so wäre Deutschland mitmarschiert, mit und tief hinein ins Völkerrechtsverbrechen. So sagte sie. Aber davon will sie heute nichts mehr wissen, verständlich, und außerdem hat sie ja Afghanistan, nicht wahr?

Und es waren nicht wenige Politiker, die unlängst noch offen gesagt haben:

„Ja, ganz richtig, wir verarschen euch immer noch. Wie der Peter, nur schlimmer.“

(Übers.: „Der Satz von Herrn Struck ist heute noch so wahr wie damals.“)

© 2010 Echsenwut.

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