Widerstand

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#wissenschaftstehtauf – Wissenschaftler aller Faktultäten stellen sich gegen die Corona-Politik

#‎diewahrheitliegtaufderanderenseite‬

Alle Stellungnahmen hier: https://www.wissenschaftstehtauf.de/

 

Hotelbetreiberin wehrt sich gegen Corona Schikane – Klagepaten unterwegs mit Tina

Daniela Tigges hat ein Familienhotel in Ebbinghof (Sauerland) und genug vom Lockdown – sie macht einfach auf!

Tina von den Klagepaten berichtet und trifft interessante Menschen, die sich ebenfalls kreativ gegen die Maßnahmen stellen.

Besucht das Hotel in Ebbinghof: https://www.familotel-ebbinghof.de/

 

 

WIR MÜSSEN UNS AUF WIDERSTAND EINSTELLEN DER NOCH SCHLIMMER WIRD

Samuel Eckert

Ort/ Datum: Stuttgart (Cannstatter Wasen) am 03.04.21

ITS TIME

Stop being static at home watching illusory videos from the internet and TV and take your part.
The part of the people. Only by uniting ourselves against these genocides will we win!

Der Alpen-Widerstand

Die Proteste gegen die Einschränkungen des Corona-Regimes in Österreich haben ein neues Ausmaß erreicht und zu den Lockerungen Anfang Februar beigetragen.

Ein Standpunkt von Eric Angerer.

Eine immer deutlichere Mehrheit der österreichischen Bevölkerung steht den autoritären Maßnahmen der schwarz-grünen Regierung skeptisch bis ablehnend gegenüber. Mit dem Unmut wächst auch die Zahl der kleinen Akte von zivilem Ungehorsam. Gleichzeitig haben die Demonstrationen in den letzten Wochen deutlich an Größe und Entschlossenheit zugenommen. Gewonnen ist aber noch nicht viel. Die Protestbewegung ist ausgesprochen heterogen, ihre Perspektive unklar.
Kippende Stimmung

Schon seit Dezember haben sich in Österreich immer weniger Menschen an die Vorschriften des Corona-Regimes gehalten, haben wieder vermehrt Freunde getroffen oder waren in Gruppen im Freien unterwegs. In einer Genossenschaftswohnanlage kamen Volksschüler trotz staatlichen Verbots heimlich in benachbarten Wohnungen zusammen, um gemeinsam Lego zu spielen; die Eltern verlangten geschlossene Vorhänge, damit Nachbarn nicht hineinsehen konnten, und setzten sich abends zu einem Glas Wein zusammen. Die Bewohner einer Reihenhaussiedlung trafen sich, um gemeinsam Silvesterraketen abzuschießen und begriffen das als bewussten Akt gegen die Bevormundung durch die Obrigkeit.

In einer Kleingartenanlage tranken die Menschen regelmäßig vor den Hauseinfahrten gemeinsam Glühwein, die meisten waren längst gegen die Regierungsmaßnahmen, manche hin- und her gerissen zwischen der medialen Propaganda und ihrer eigenen Wahrnehmung, was das Regime mit ihren Kindern macht. Die Ausnahme in dieser Siedlung ist ein pensionierter hoher SPÖ-Funktionär, der genau beobachtet und sich darüber empört, in welchem Haus sich mehrere Jugendliche aufgehalten und sich „verantwortungslos“ mit Küsschen begrüßt hätten.

80 Prozent der Österreicher sehen — nach einer Studie der Universität Salzburg von Anfang Februar 2021 — die Covid-Maßnahmen kritisch.

Lockdown forever – oder wendet sich das Blatt?

Ein Kommentar von Ernst Wolff.

Die Welt verändert sich zurzeit in einem Tempo, das sämtliche Umwälzungen der Vergangenheit in den Schatten stellt. Wer hätte sich jemals vorgestellt, dass man unsere Freiheiten mit immer fadenscheinigeren Argumenten in einem derartigen Ausmaß beschneiden und uns wirtschaftlich so unter Druck stellen könnte wie in den vergangenen zwölf Monaten?

Doch die Entwicklung hat auch einen positiven Aspekt, denn sie hilft den Menschen, mit einigen falschen Vorstellungen der Vergangenheit aufzuräumen und viele Dinge klarer zu sehen.

Beginnen wir mit der parlamentarischen Demokratie. Für die meisten Menschen galt sie bis zum letzten Jahr als Garant für die Herrschaft des Volkes, das in regelmäßigen Abständen seine Vertreter wählen darf und damit die eigentliche Macht im Staat darstellt.

Anpassung oder Widerstand?

Vorbemerkung: Die folgenden Auszüge sind dem Buch „Anpassung oder Widerstand? Der Bürger als Souverän – Grenzen staatlicher Disziplinierung“ entnommen, das 1987 erschien, damals im Kontext des zivilen Ungehorsams innerhalb der Friedens- und Anti-Atom-Bewegung.

Es war die letzte Buchveröffentlichung des 1925 geborenen und 1990 verstorbenen Strafrechtsprofessors Joachim Hellmer, von dem seinerzeit Gastbeiträge auch in der Süddeutschen Zeitung und der Zeit veröffentlicht wurden. Multipolar veröffentlicht einige Auszüge aus diesem Buch, das mehr als 30 Jahre nach Erscheinen sehr aktuell wirkt.

Bürger und Staat

Ich erinnere mich an ein Kindheitserlebnis. Es muss etwa 1936 gewesen sein. In einer deutschen Zeitung war auf der ersten Seite Stalin mit bluttriefenden Händen abgebildet. Darunter stand etwa: Der Schlächter von Moskau. Ich fragte, wer Stalin sei, und als mich meine Eltern aufgeklärt hatten, schien es mir unfasslich, dass der Regierungschef eines Landes ein Mörder sein sollte. Der oberste Repräsentant eines Staates konnte doch kein Verbrecher sein. Staat und Verbrechen – das war für mich wie Feuer und Wasser.

Etwas von diesem kindlichen Glauben wohnt heute noch in jedem von uns. Unglaublich erscheint uns der Gedanke, dass der Staat Unrecht begehen könnte. Unter Staat versteht gerade der Deutsche die Personifizierung des Rechts. Der Staat ist für uns schlechthin der Hüter der Verfassung, ja die Verfassung selber. Widersprüche, ja Gegensätze zwischen Staat und Verfassung sind für uns undenkbar. Was der Staat tut, ist grundsätzlich wohlgetan.

Verfassungsrecht auf Widerstand?

Ein Kommentar von Dirk Pohlmann.

Artikel 20 des Grundgesetzes ist einer der wesentlichen Normen des Grundgesetzes. Das bedeutet konkret, dass die ersten 3 Absätze des Artikel 20 in ihrem Bestand und Sinn nie geändert werden dürfen. Das gilt ansonsten nur noch für den Artikel 1, der die Würde des Menschen und die Menschenrechte als Grundlage und Zweck allen staatlichen Handelns festschreibt.

In den ersten 3 Absätzen des Artikel 20 wird festgelegt, dass Deutschland eine Demokratie mit Wahlen ist, ein Sozialstaat, ein Bundesstaat, in dem die Länder wichtige Regelungen treffen können und eine Republik. Die Umwandlung Deutschlands in eine Monarchie ist also nicht mehr legal möglich.

Wörtlich lautet der Artikel 20:

(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.

(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

Den ersten 3 Absätzen wurde 1968 ein vierter hinzugefügt. Artikel 20 Absatz 4 des Grundgesetzes lautet:

Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

Was bedeutet dieses Recht zum Widerstand gegen die Abschaffung der verfassungsmäßigen Ordnung?

Das Recht auf Widerstand gegen eine tyrannische Herrschaft wurde von verschiedenen Philosophen seit dem Altertum deklariert. Aber dieses Recht ist ein Naturrecht jenseits des kodifizierten Rechts, also eine Idee und kein Gesetzestext. Ein juristisches Recht auf Widerstand gibt es in dieser Form nur in Deutschland. Das hat seine Gründe…

Tyrannische Denkfaulheit

Beim Versuch, „Verschwörungstheorien“ abzukanzeln, versteigt sich der Literaturwissenschaftler Joseph Vogl selbst in wirre Theorien.

Ein Standpunkt von Matthias Rohl

Erschütternd, was sich seit Monaten vor unseren Augen abspielt: Immer tiefer gerät die Exekutive eines nervösen Staates in die selbstgestellte Autoritätsfalle. Die Verstetigung des Ausnahmezustands kann dabei die eklatanten Widersprüche einer evidenzlosen Maßnahmenpolitik kaum noch verdecken. Der Staat spielt Krieg im Frieden — gegen die eigenen Bürger; denunziert wird, wer Fragen stellt. Jetzt hat auch der renommierte Literaturwissenschaftler Joseph Vogl in einem Interview pauschal jede Demonstration gegen diese Maßnahmenpolitik in das imaginierte Reich des Postfaktischen verbannt. Was geht hier vor? Und wie sähe eine intelligente Alternative aus?

„Wacht auf und habt keine Angst mehr!“ (Prof. Dr. med. Sucharit Bhakdi)

Wir sprechen mit Univ.- Prof. Dr. med. Sucharit Bhakdi über die aktuelle Situation unserer WELT. Sie erfahren welche weiteren Entwicklungen seiner Meinung nach zu erwarten sind und welche Handlungsempfehlungen er den Menschen gibt.

(mehr …)

Wir stehen vor einem Herbst, der es in sich hat

Samuel Eckert Rede in Köln

Markus Haintz + Milorad Krstic – Reden in München am 11. Juli

Markus Haintz

Milorad Krstic

New Proof Oil Industry Collapsing

The fossil fuel industry is collapsing and it’s becoming clearer every day. The latest example being that Dominion & Duke Energy decided to cancel the Atlantic Coast Pipeline simply for economic reasons.

Our movements fought them. People were sent to jail. We were sold out. The pipelines were built. But we were right to fight. We were right the whole time.

Die Zerstörung des Corona Hypes

Statement von Sebastian & Markus Haintz

Hier nochmal das Video:

Die Zerstörung des Corona Hypes

Demokratischer Widerstand – Die Psychologie der Massen

DEMOKRATISCHER WIDERSTAND – Erfurt 6.6. 2020

Rubikon: „Schluss mit Ausnahmezustand“ – Hier erneut hochgeladen wegen totalitärer YouTube Zensur.

Auf der Kundgebung wird das Grundgesetz in gedruckter Fassung verteilt.

Die Demonstration richtet sich gegen die totalitären Notstandsgesetzgebungen durch die derzeit fast alle grundlegenden Grundrechte (Versammlungsfreiheit, Bewegungsfreiheit und auch die Meinungsfreiheit) außer Kraft gesetzt werden. Diese Einschnitte hat es in dieser Dimension noch nicht einmal 1933 bei der Machtergreifung der Nazis gegeben.

Wegen einer angeblich gefährlichen Viruspandemie werden in zahlreichen sogenannten „Demokratien“ dieser Welt mit die wichtigsten Menschenrechte
außer Kraft gesetzt.

Demonstriert man dagegen, meint das Youtube-Team, dass die Videodokumentation dieser Demonstration gegen die Youtube-Richtlinien verstößt.

Dies stellt einen Angriff auf den für Demokratie konstituierenden Artikel 5 des Grundgesetzes dar. Derartige Zensur ist nicht hinnehmbar!
Daher laden wir dieses Video erneut hoch und bitten um Nachahmung!

Die Erklärung:

Der Artikel:

Der Mirror:

Reiner Wahnsinn, verdünnt mit einem Schuss Essig …

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Bild: Jacques Prilleau

„Sie zieh’n uns immer tiefer rein, Stück für Stück,
Und seit heute früh um fünf Uhr schießen wir wieder zurück!“
(Reinhard Mey, „Sei Wachsam!“)

Der Konflikt rund um die Affäre Skripal droht gerade zu eskalieren. Obwohl für den Anschlag auf den Doppelagenten kein einziger Beweis für eine Schuld Russlands vorliegt, kündigt gerade eine Serie an NATO-Ländern die diplomatischen Beziehungen zu Russland auf (siehe auch heise.de: „Die Eskalationsstrategie des Westens“). In unseren Leitmedien wird mit bisher ungekannter Leichtfertigkeit über die Möglichkeit eines nuklearen Schlagabtauschs gesprochen, die EU-Kommission hat soeben einen Plan zur Infrastrukturertüchtigung vorgelegt, sodass Panzer, Truppen und Munition zügiger an die russische Front rollen können (siehe Spiegel).

Laut einer jüngsten Pressemeldung will die britische Premierministerin Theresa May die Feinde Großbritanniens mit umfassenden Maßnahmen und allen zur Verfügung stehenden Ressourcen besiegen“. Und setzt auch sogleich hinzu, welche Art von Ressourcen sie da einzusetzen gedenkt: nicht nur „wirtschaftliche Hebel und politischen Einfluss“, sondern auch „Polizei, Geheimdienste, Militär (sic!)“ (Quelle: apa/orf)

Ebenso wie ihre britische Kollegin, will auch von der Leyen „Putin weh tun“ (siehe Interview BILDpolitik). Dabei will sie den atomar bestückten russischen Bären nicht etwa nur mit einer Stecknadel piesaken, sondern „mit allen Mitteln, die angemessen sind“ – sagt die Chefin der deutschen Bundeswehr.

Die hinter der von der Leine gelassenen Bundeswehrchefin stehende Angela Merkel? … – macht die Raute und ist offensichtlich wild entschlossen, als diejenige Bundeskanzlerin in die Geschichte einzugehen, die Deutschland am Anfang des 21. Jhdt. wie ein transatlantisches Senkblei Richtung Meeresgrund gezogen hat.

Grund für all die martialischen Töne gegen Russland, mit denen von unseren Leitpolitikern und ihren Leitmedien derzeit sogar ein nuklearer Holocaust achselzuckend in Kauf genommen wird: Ein bis dato ungeklärter Giftanschlag auf einen russischen Staatsbürger auf britischem Boden, der sich als Doppelagent betätigt hatte.

Dass das eingesetzte Gift vom Typ „Nowitschok“, das angeblich nur aus russischer Manufaktur stammen kann, den gegnerischen Geheimdiensten genauso zugänglich war, kann man sogar im Archiv einer genuin-britischen Nachrichtenagentur, der BBC nachlesen (datiert mit 9.6.1999): Dem BBC-Bericht zufolge hatten die USA nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion bereits 1999 Zugang zu Giften der „Nowitschok-Reihe“, als US-Chemiexperten ein entsprechendes Labor in Usbekistan außer Betrieb setzten und dort „für Sicherheit sorgten“ (Quelle: BBC news).

Es wird jedoch noch wundersamer. Nach Aussage des russischen Laborchefs für chemische und analytische Kontrolle, Igor Rybaltschenko, liegt ein vom National Bureau of Standards der Vereinigten Staaten (NBS) veröffentlichtes Dokument vor, wonach das gegenständliche Gift gar nicht im dunklen Russland entwickelt wurde, sondern im strahlenden Sauberland USA selbst: “Ich bestätige, dass sie genau der Formel entspricht, die von Mirzajanow (Wil Mirzajanow, sowjetischer Chemiker, der in die USA ausgewandert und der Autor eines Buches über das Gas A-234 war) veröffentlicht wurde. Der chemische Name dieser Substanz ist A-234 und wurde von Boris Johnson “Novitschok” genannt — eine Substanz, die im Labor von Porton Down erhältlich ist.“  (Quelle: Sputnik)

2018: Thersa May macht den Colin Powell (Grafik: Markus Gelau/facebook)

Fakten, die einen nachdenklich machen können. Nur: Wer interessiert sich in einem postfaktischen Zeitalter schon noch für Fakten? Für Theresa May und Angela Merkels „verlässliche Freunde“ (falls jemand über diese „verlässlichen Freunde“ und ihre „Dienste“ noch nicht ganz im Bilde sein sollte: Peter Frey hat dazu ein kompaktes historisches Psychogramm erstellt –siehe Rubikon) ist der Fall klar: Putin war’s. Dass kein einziger Beweis vorliegt: Egal. Dass Putin umgehend Mithilfe zur Aufklärung des Falles angeboten hat (immerhin war es ja ein russischer Staatsbürger, der auf NATO-Boden angegriffen wurde): schlichtweg abgelehnt. Wozu auch kriminalistische Aufklärung, wo der Fall doch bereits klar ist und man sich auf Seiten der westlichen Wertegemeinschaft nach zwei Regierungsperioden Obama nunmehr an das Drohnen-Prinzip gewöhnt hat: Verurteilt und auch gleich exekutiert wird anhand von virtuellen Metadaten. Wozu da noch die Arbeit von Kriminologen, Richtern und Staatsanwälten abwarten?

Was ist aber nun der wirkliche Grund dafür, dass man derzeit unser aller Kopf und Kragen aufs Spiel setzt? Sind die furiosen Damen und Herren auf der Atlantikbrücke von einem tollwütigen Fuchs gebissenen worden, sodass sie nicht mehr zwischen echtem Leben und Videospielrealität unterscheiden können? Oder greifen sie einfach mit kühlem Kalkül zum Standardtrick aus der propagandistischen Mottenkiste und erschaffen ein künstliches Feindbild – diesmal, um eine kurz vor dem finanziellen, politischen und moralischen Bankrott stehende westliche Welt zu „einen“? Vielleicht lässt sich angesichts der Gefahr, die durch einen bösen Putin droht, und gegen die wir als verwesende – pardon: als westliche Wertegemeinschaft, zusammenstehen müssen, ja sogar das Zerbröckeln der EU aufhalten und der Brexit rückgängig machen? Wenn zwecks Zähmung dieser russischen Gefahr dann auch noch die Rüstungsindustrie im Vierschichtbetrieb neue Rekordergebnisse feiern kann, haben wir aus neoliberaler Sicht die perfekte win-win-Situation: dann profitiert sogar die Volkswirtschaft davon und unser bereits bis zur Rotglut erhitzter Motor, der eigentlich dringend einen Boxenstopp und ein umfassendes Service bräuchte, kann zumindest noch ein paarhundert Meter weiterrollen.

Es sind allerdings womöglich nicht nur die inzwischen öffentlich gemachten US Thinktank-Pläne betreffend ein mit Russland zerstrittenes, durch kriegerische Konflikte und Terror gezeichnetes Europa (Quelle: Chicago Council on Global Affairs / siehe Kurzfassung via Youtube), die nun in Erfüllung zu gehen scheinen. Solche sogar in der Schreibstube des Spiegel als „bizarr“ und „schockierend“ bezeichnete Pläne der neoliberalen US Falken würden meiner Ansicht nach dann, wenn es wirklich ans Eingemachte geht, durch den schlichten Überlebenstrieb der europäischen Politiker ausgebremst werden. Es hat sich jedoch in jüngster Zeit etwas breit gemacht, was diesen Überlebenstrieb lähmt und was sich des Gemüts unserer Spitzenpolitiker wie eine Art suizidaler Untergangssehnsucht bemächtigt macht (siehe „Die Götterdämmerung 2018 und die kollektive Lust am Untergang“), womöglich  – das ist jetzt eine unsubstanziierte Vermutung und kann auch andere Gründe haben –, weil ihnen die Arbeit, die sich zu verrichten haben und derentwillen sie, kaum dass sie aus dem Bett aufgestanden und vor den Badezimmerspiegel getreten sind, jeden Tag aufs Neue ihr Rückgrat verkrümmen und die Eide brechen müssen, die sie bei Amtsantritt zum Wohle des Volkes geschworen haben. Wie soll man es auf die Dauer auch ertragen, täglich aus seiner Wohnung ausrücken zu müssen und dann als Büttel eines sinnentleerten neoliberalen Systems zu agieren, das Jean Ziegler als „kannibalisch“ bezeichnet hat?

Wie dem auch sei. Ich hätte die Geheimdienste jedenfalls für effizienter gehalten. Anstatt diese mühsame Skripal-Nummer abzuziehen, hätten die „Dienste“ doch genausogut einen der tausenden Alkoholiker, die jährlich in Europa an russischem Wodka sterben, heranziehen können, um Putin verantwortlich zu machen und ihm ein Ultimatum zu stellen.

Aber vielleicht sollte man den derzeit am Horizont heraufziehenden Sturm weniger aus der Perspektive der Menschheitsfamilie heraus sehen, sondern einfach vom neoliberal-egoistischen Standpunkt, der uns ja von Kindesbeinen an beigebracht wurde: Dann kann man die derzeitige Anti-Putin-Propaganda einfach beinhart ausnützen: Wenn einem der Rasenmäher oder das Auto eingeht … oder der Kühlschrank leer wird: – einfach bei der Versicherung einreichen mit der Begründung: Putin war’s. Unter der derzeitigen transatlantischen Großwetterlage wird es kein Versicherungs-Sachbearbeiter wagen, den Antrag auf Schadenersatz abzulehnen. Muss er sich doch tunlichst hüten, als „Russenfreund“ zu gelten und Anschuldigungen gegen Putin durch sachliche Argumente zu rechtfertigen.

 


Nachsatz:

Mal im Ernst: Wenn wir unserer bis zur Rotglut erhitzten, kurz vorm Kolbenreiber stehenden Maschine jetzt nicht einen Boxenstopp und eine umfassende Reparatur vergönnen – und dem aufgrund eines transatlantischen Virus immerzu in Richtung Grand Canyon führenden Navi ein anständiges Softwareupdate verpassen –  dann könnte die Sache womöglich wirklich schon demnächst ins Auge gehen.  

Oft begegnet einem die Antwort: Man könne ja „eh nix machen“. – Es würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen, zu ergründen, wo uns diese nihilistische Suggestion beigebracht wurde. Vorerst nur so viel: Es gibt keine größere Lüge als diese. Inmitten all der globalen Wolken, die uns bedrücken, vergessen wir leicht, wie groß gleichzeitig auch unsere Möglichkeiten sind –  sogar als einzelner Mensch hat man immer Möglichkeiten, die landläufig weit unterschätzt werden. Dabei muss es nicht nur um politischen Aktionismus gehen, obwohl auch dieser dringend angesagt wäre. Bereits der Wille, sich nicht mehr mit dem Einheitsbrei und den Schlaftabletten der Massenmedien abfüttern zu lassen (Medien, die übrigens ihrerseits nur von sage und schreibe drei Tankstellen gefüttert werden), sondern sich selbst Einsicht zu verschaffen, IST bereits eine wirksame demokratische Handlung des mündigen Bürgers. In Wirklichkeit ist dieses Sich-Einsicht-Verschaffen bereits die halbe Miete, alles andere wird sich dann zur rechten Zeit bei rechter Gelegenheit wie selbstredend ergeben. Wir würden damit eine gesamtgesellschaftliche Atmosphäre erschaffen, in der die derzeit bereits fast schon als Normalität akzeptierte Korruption und halsbrecherische neoliberale Agenda gar keinen Bestand mehr hätte. So wie Schwarzschimmel nur in einem sumpfig-feuchten Milieu, am besten unter Ausschluss des Sonnenlichtes wachsen kann. Sorgt man für Trockenheit und lässt man das gleißende Licht der Sonne auf den schwarzen Schimmelpelz scheinen – ist er erledigt.

In diesem Sinne auch ein anregender Appell auf Rubikon, in dem der Autor Karl-Jürgen Müller „dieser verfluchten Merkel-Regierung“ (Florian Kirner) den Vogel zeigt, dass sie sich erdreistet, mit einer eigentlich abgewählten Regierungs-Koalition der Wahlverlierer nun die Kriegstrommeln zu rühren:

„Nicht in unserem Namen!“

Kapitalismus – Feind der Menschheit und Religion für Idioten

Karfreitag, 14.4.2017. Eifel. Ostern. Endlich mal Zeit für ein paar besinnliche Gedanken jenseits der Belästigungen des Alltags. Wir haben Ostern mit einem Riesenfeuer im Hof gefeiert: zwei alte Autos ohne Batterien gingen zeitgleich in Flammen auf, standen weit auseinander. Auch Polizei und Kripo waren da – um 2 Uhr morgens. Ja – da gibt es einen Verdacht … geht um Eigentum. Das hat mich etwas vor trüben Gedanken abgelenkt: in einem nahen Dorf wird bald ein großes altes Haus abgerissen, eine alte Schule, die momentan fünf armen Familien Obdach gibt – drei behinderte Kinder werden ihr Heim verlieren. Ein großer Baustoffhandel hat das Gebäude erworben, will – mutmaßlich – den alten Konkurrenzkampf zweier Baumärkte hier vor Ort weiterführen, von denen einer extra fort gezogen ist, um den Krieg zu beenden – genau in dieses Dorf. Die armen Familien werden ein Jahr vor Abriss informiert – und müssen sich dann auf dem Mietermarkt beweisen, für den sich ganz schlecht ausgestattet sind. Dank Amt, Regierung und Presse stehen arme Menschen in diesem Land auf einem Level mit den Vogelfreien des Mittelalters, gelten als Staats- und Gesellschaftsfeinde und nutzlose, räuberische Existenzen, die nur vom Geld anderer überleben … als hätte sich auch nur einer die Armut selbst ausgesucht. Nun – sie gilt wohl als Strafe Gottes, wobei wir wieder bei Ostern sind.

Was war eigentlich nochmal der Grund für Ostern? Nun: der Sohn Gottes wurde vom römischen Imperium verhaftet, gefoltert und hingerichtet, so die Legende, die gerade bezweifelt wird: in einem vor ein paar Jahren gefundenen Bibelfragment – dem Evangelium des Barnabas – steht geschrieben, dass Christus gar nicht am Kreuz starb (siehe sott.net). Passt zu den Berichten, dass man sein Grab in Kaschmir (Indien) finden kann – wenn man will. Wäre natürlich ein Riesenschock für die Weltreligionen, sollte das wahr sein: Ostern, das Fest der Auferstehung wäre in Gefahr! Ja: kein Tod, keine Auferstehung. Und: keine Kreuze mit Leichen dran, die zum Sinnbild der christlichen Religion geworden sind. Überall sind sie inzwischen auf der Welt zu finden und vermitteln dem bloßen, theologisch ungeschulten Auge eine deutliche Botschaft:

„Sehet her: so groß ist die Macht der Mächte und Gewalten der Welt, dass sie selbst Gottes Sohn ans Kreuz nageln können! Fürchtet uns!“

Merken Sie die Parallele zu der Geschichte in meinem Nachbardorf? Nun: hätte Jesus gesiegt, würden wir solche Erscheinungen in der Alltagswelt nicht mehr wahrnehmen: Milde, Güte und Barmherzigkeit würden unseren Alltag prägen: jede Not hätte ein Ende. Es wäre aber dann zu wenig Geld für gesellschaftliche Krebswucherungen vorhanden – sprich: für Reichtum. Und unseren Krebs wollen wir ja behalten, wie nennen ihn liebevoll Kapitalismus und kümmern uns gar nicht mehr um seine Wirkungen, die dazu führen, dass wir mehr arbeiten als die Neandertaler – mehr als doppelt soviel, ja, denke, wir kommen sogar auf das Dreifache, wenn wir Einkaufen und Hausarbeit noch dazu rechnen. Ein toller Anstieg der Lebensqualität, oder?

Haben Sie sich schon mal überlegt, wie man unsere Zivilisation der Gegenwart so in 5 Millionen Jahren betrachten wird? Welches Bild man sich von uns machen wird? Ja: es werden wahrscheinlich Bilder sein. Bilder vermitteln in kürzester Zeit mehr Sachverhalte als Worte es können, darum sprechen Religionen so gerne in Bildern – die man nie wörtlich nehmen darf, weil man damit den Sinn des Bildes nicht verstanden hat. Darum verstehen einseitig naturwissenschaftlich gebildete Menschen auch die Religion nicht: sie übersetzen die Welt in Zahlen (im Prinzip: eine eigene Form von Sprache, die die Weltsicht auf Mengen reduziert und für Qualitäten keinen Blick hat) und erhoffen sich davon die Erlösung, gebracht hat uns das Auschwitz, Hiroshima und Monsanto. Ja – diese „Wissenschaftler“: sie sind in ihrer degenerierteren Form die Gesinnungspolizei des Kapitalismus, denn diese Seuche braucht ihre eigenen Dogmen, sonst funktioniert sie nicht. Ganz wichtig ist, dass ihre Religion des dogmatischen Materialismus (aus philosophischer Sicht eine perfekte Kopie des mittelalterlichen Katholizismus) allgemein verbreitet wird: die ist sie so gnadenlos wie alle monotheistischen Religionen – nur ihr Gott ist ein anderer: an Stelle des guten, lieben Schöpfergottes tritt ein wahnsinniger, gnaden- und geistloser Idiotengott, dessen irrwitzige Gelüste aus purem Schlamm lebende Wesen erschafft, um sich an ihrem sinnlosen Leiden mit praller sadistischer Lust bis zu ihrem Tode zu ergötzen: das beste, was man dagegen tun kann, ist: ein Haus kaufen und es nie wieder verlassen, bis das der Tod einen scheidet.

Und mal ehrlich: so leben wir doch alle. Aus lauter Langeweile füllen wir dann die Häuser mit unnützen Dingen auf, die uns eine Zeitlang von der Öde, von der Leere, von der Wüstenei unseres eigenen Lebens abhalten. Ich habe dazu eine interessante Sicht in einem Buch gefunden, dass mutmaßlich die Sicht der Aborigines auf das Leben darstellt:

„Das Leben bedeutet für dieses Volk Bewegung, Fortschritt und Veränderung. Sie sprechen von lebender und nichtlebender Zeit. Die Menschen leben nicht, wenn sie wütend, traurig, voller Selbstmitleid oder Angst sind. Atmen allein bedeutet noch nicht, dass man lebt. Es ist nur ein Zeichen für die anderen, welcher Körper beerdigt werden kann und welcher nicht!“ (aus: Marlo Morgan, Traumfänger, Goldmann 1995, Seite 172-173)

Eine verblüffend ähnliche Sicht fand ich mal bei der Todesforscherin Kübler-Ross: einfach nur Atmen und Konsumieren ist am Ende des Lebens vielen zu wenig gewesen. Leider kann man die Uhr nicht zurückstellen und ein anderes Leben wählen, dass nicht völlig dem blinden Idiotengott Kapitalismus dient.

Seien Sie ehrlich: Sie denken doch jetzt sicher wieder, dass wir uns dem „Opium fürs Volk“ – der Religiösität – nähern, oder? Keine Sorge, wir bleiben beim Kapitalismus: aber wir müssen ihn verstehen, um ihn überwinden zu können und ihn in die finsteren Abgründe zurückzuschicken, aus denen er kroch. Ach ja: „Opium fürs Volk“ … wer mal richtig Schmerzen hatte, der weiß, wie gut und hilfreich jede Form von Opium sein kann: ein Segen für die Menschheit, dieser Stoff. Man braucht aber schon Schmerzen, um ihn schätzen zu können – und die sind vielfältig bei denen, die sich nicht von aller Last freikaufen können.

Wir brauchen dieses kleinen Schlenker auch nur, um die religiöse Dimension des Kapitalismus aufzuzeigen, ein Kult, der – wie alle anderen Kulte auch – seine Päpste, Bischöfe und Priester mit all jenem ausstattet, was man den anderen Menschen gnadenlos nimmt. Es ist ein primitiver, blinder Glaube, der die Welt beherrscht und sie in den Untergang treibt: der glaube, dass der „Markt“ eine unsichtbare Hand hat, die alles gut werden läßt. Würden wir im medizinischen Bereich so denken, wären wir über „dreimal pusten und alles ist wieder gut“ nie hinausgekommen. Und weil er ein religiöser Kult ist, haben seine religösen Eiferer auch solche Probleme mit anderen Religionen: auch für ihn gilt: du sollst keine Götter neben mir haben, nicht Christentum, nicht Islam, nicht Judentum, nicht Hinduismus, Shintoismus oder isländischen Elfenglauben, sondern nur den blinden Idiotengott des Urschlamms und seine nihilisten Priester, die in Auschwitz und Hiroshima ihre größten Triumphe feierten. Ja: der Kapitalismus forderst systematisch Menschenopfer: alle Minderleister, die vom Staat nur noch durchgefüttert werden, müssen irgendwann entsorgt werden, weil der Renditehunger der Kapitalfürsten nie erlöscht, Geld aber endlich ist.

Wissen Sie, dass es bis heute noch nicht eine wirtschaftliche Prognose für die Zukunft gab, die stimmte? Trotzdem plappern die Experten ohne Unterlass: um uns vor Langeweile zu bewahren, schätze ich mal, denn großen Sinn gibt das alles nicht. Schauen Sie doch mal die Meinungen zum Thema „Brexit“ an: kein Mensch kann uns sagen, was denn dort jetzt auf uns und unsere britischen Brüder wartet: die Märkte selbst sind „zerstritten“ (siehe FAZ). Und diese zerstrittenen Märkte mit ihren geistlosen Professoren wollen wir die gerechte Verteilung der Güter dieser Welt anvertrauen? Doch um gerechte Verteilung geht es ja gar nicht: es geht um fressen und gefressen werden: gerade frisst Amazon ganze Einkaufszentren … und überraschend stehen wir schon wieder vor einer neuen Immobilienkrise (siehe Managermagazin):

„Amerikas gigantische Shopping-Malls sind legendär. Doch sie sind immer öfter gähnend leer. Flächendeckend bricht deshalb das Finanzierungsmodell für Einkaufszentren zusammen – Investoren bleiben vielfach auf Schrotthypotheken sitzen.“

Schrotthypotheken: auch so ein Produkt des viel gelobten Kapitalismus. Und wie oft verspekulieren sich die großen Päpste des Kapitalismus, die unfehlbaren Siegelbewahrer: die letzte Fehlspekulation bringt jetzt die Marke Jack Wolfskin in die Hände von Hedgefonds (siehe Handelsblatt), die keine Ahnung davon haben, wie man Kleidung produziert und verkauft. Aber von der Ausschlachtung gut laufender Firmen: da haben sie eine Menge Ahnung von. Mir wird ein wenig schwummerig bei dem Gedanken, was wohl in Europa passieren wird, wenn die Hedgefonds die Nahrungsmittelversorgung nicht mehr als rentabel genug bewerten. Nur fünf große Konzerne haben 90 Prozent der Nahrungsmittelversorgung in der Hand (siehe supermarktmacht): machen die lieber in anderen Geschäften Gewinn (z.B. durch Finanzspekulationen), dann wird Essen in Deutschland ein Luxus, den sich viele nicht mehr leisten können.

Was macht der Kapitalismus eigentlich aus uns Menschen? Nun: eine Ware, die gehandelt werden kann. Stichwort hierzu: Arbeitsmarkt. Für Ihre erfolgreiche Vermarktung sind die selbst verantwortlich, auf den Sklavenmärkten der Vergangenheit konnte man sich wenigstens noch erlauben, ein doofes Gesicht zu machen: heute müssen sich alle aufpudern, um vermarktbar zu sein und ständig das strahlendste Lächeln zu produzieren: die Versklavung des Menschen hat sein Innenleben erreicht. Ja – man kann die Degeneration der humanen Gesellschaft überall beobachten: auch im Liebesleben hat das kapitalistische Prinzip Einzug gehalten (siehe Profil)

„Tinder (zu Deutsch: Zunder) revitalisiert mit der Perfektionierung des zwischengeschlechtlichen Pragmatismus auch das Prinzip eines brutalen Darwinismus. Denn es geht im Grunde nur um Äußerlichkeiten und das Motto „survival of the fittest“.“

Der Kapitalismus hat ein zutiefst faschistisches Element, mit dem es untrennbar verbunden ist: der Sozialdarwinismus, welcher wiederum das Rückgrat des dogmatischen Materialismus ist: der blinde Glaube an lebensunwertes Leben, dass ausgemerzt gehört. Verstehen Sie langsam, weshalb der ans Kreuz genagelte Christus fürs Gemüt genau diese Botschaft verbreitet: wer Nächstenliebe als obersten Wert predigt, wird öffentlich hingerichtet! Das glauben Sie nicht? Was geschieht denn mit Firmen, die sich am Markt nicht behaupten können? Was ist denn überhaupt der Sinn von den modernen Märkten (die sich selbst immer wieder mit den Bildern der alten Märkte der Vorzeit schmücken, mit denen sie gar nichts mehr zu tun haben)? Die Verdrängung der Konkurrenz, der beständige Wirtschaftskrieg aller gegen alle ohne Rücksicht auf Verluste.

Wissen Sie, wie viele Oper der laufende Weltkrieg des Kapitalismus im letzen Jahr gekostet hat? 54 Millionen Menschenleben . Ja: Herr Ziegler spricht von einem laufenden dritten Weltkrieg – und zwar mit deutlichen Worten(siehe Jean Ziegler im businessinsider via yahoo):

„Für Ziegler steht fest: Schuld daran ist eine „Weltdiktatur des globalisierten Finanzkapitals“. Er kritisiert, dass die 500 größten Konzerne der Welt 52,8 Prozent des Weltbruttosozialproduktes kontrollieren würden. Das System der USA sei eine Oligarchie, Milliardäre seien dort direkt an der Macht, erklärt Ziegler.

Nach „200 Jahren Konkurrenz, Marktwillkür und Monopolisierung von Macht“ sieht Ziegler den Kapitalismus nicht als reformierbar. Der Soziologe prangert an, dass die Ungleichheit der Vermögen keine Konsequenzen hätte.“

Ja: so wie Deutschland einst dem Faschismus zum Opfer fiel, hat der dunkle Kult des Kapitalismus sich in den USA die Herrschaft über Atomwaffen und die kampfkräftigsten Streitkräfte der Welt gesichert – und schickt sie seit Jahren aus, die Welt untertan zu machen – ganz offen, ganz ohne Konsequenzen seitens der „zivilisierten Nationen“, die sich auch gerne in den nuklearen Narrrentanz stürzen möchten.

Wir können locker mit Angriffen gegen andere Länder leben, die offen gegen das Völkerrecht verstoßen, wer trotzdem seine Stimme dagegen erhebt, ist antiamerikanisch und antikapitalistisch – und wie man mit solchen Menschen verfährt hat der Kapitalismus mehrfach demonstriert – zum Beispiel in Griechenland:

„Kommunisten, Sozialisten, Künstler, Akademiker, Journalisten, Studenten, politisch aktive Frauen, Priester, einschließlich ihrer Familien und Freunde wurden gefoltert. Ihre Fuß- und Fingernägel wurden herausgerissen, ihre Füße wurden mit Stöcken geschlagen, bis die Haut abfiel und die Knochen gebrochen waren. Scharfe Gegenstände wurden in die Vagina geschoben. Dreckige Lappen, oft in Urin getränkt und manchmal auch in Exkremente, wurden in den Hals gesteckt, bis die Opfer fast erstickten. Rohre wurden in den Anus gesteckt und mit hohem Druck Wasser hineingepumpt, auch wurden Elektroschocks am Kopf verabreicht. „Wir alle hier sind Demokraten“ betonte Inspektor Basil Lambo, der Chef der Geheimpolizei in Athen gegenüber seinen Opfern.“ (aus: Daniele Ganser, Nato Geheimarmeen in Europa, Orell füsssli, 7. Auflage 2014, Seite 344)

Das geschah 1967. Wer sich näher für die Verwicklungen der USA in die Ausrottung der Kapitalismuskritiker interessiert, sollte Ganser selbst lesen. Wer das getan hat, wird sich wundern, warum es keine ernst zu nehmenden Alternativen zum Kapitalismus in Europa mehr gibt: ihre Akteure landen eben oft eher auf Friedhöfen als im Parlament.

Ziegler meint, der Kapitalismus sei nicht mehr reformierbar – was bedeutet, dass wir ihn nur noch mit Gewalt loswerden. Das ist Gott sei Dank sehr einfach geworden: am Wahltag können wir einen Akt der Gewalt ausführen – einfach mal was anderes wählen. Doch vorher muss die gräßliche Fratze des Kapitalismus allen gezeigt werden, es muss verstanden werden, dass es sich hier um einen irrationalen Kult handelt, der nur durch den Glauben der Anhänger am Leben erhalten wird – und durch nichts anderes. Natürlich gibt es Profiteure des Kapitalismus – all jene dienstbaren Geister, die an ihm gut verdienen: sie sammeln sich aktuell hauptsächlich bei der CDU, die sich dadurch verdient macht, dass sie nichts gegen die räuberischen Angriffe der Banken in Europa unternimmt (siehe Oxfam):

„Da ist doch etwas faul: Europäische Banken verbuchen mehr als 25 Milliarden Euro ihres Gewinns in Steueroasen, obwohl sie dort nur einen geringen Teil ihres Umsatzes erwirtschaften. Auf Hunderte Millionen Euro haben sie keinen einzigen Cent Steuern gezahlt. Das sind starke Hinweise darauf, dass europäische Banken massiv Gewinne in Steueroasen verschieben und sich so vor ihrem fairen Steuerbeitrag zum Gemeinwohl drücken.“

Es sind gemeine Kriminelle, denen wir unser Geld anvertrauen – und die von Herrn Draghi jeden Tag 2 Milliarden Euro geschenkt bekommen (siehe manager-magazin). In den USA sind es schon 1600 Milliarden, die den Bürgern des Staates entzogen wurden (siehe Spiegel) … was für viel Armut am unteren Ende der finanziellen Nahrungskette sorgt. Irre, oder? Aber ich sagte ja: es ist ein irrationaler, unmenschlicher Kult – und kein „Wirtschaftssystem“. Wir sollten mal Aufkleber fürs Auto produzieren – und Anstecknadeln für die Kleidung:

„Ich glaube nicht mehr an den Kapitalismus!“

Das könnte schon was bewirken. Und die bekannten Alternativen? Sozialismus und Kommunismus? Ich denke, es macht unten wenig Unterschied, wenn oben anstatt des Unternehmers der Parteifunktionär das Kommando hat. Wir brauchen in der Wirtschaft einfach kein „oben“ mehr, sondern ein Miteinander zum Wohle aller. Vielleicht sollten wir uns mehr an Island orientieren, wo der Kult wenig Freunde hat: dort wurden die kriminellen Banker und ihre Freunde einfach eingesperrt, wie es sich gehört (siehe taz). Nun – die Isländer haben ja auch eine eigene Religion, die sie vor dem Kult des blinden Idiotengottes schützt und so Raum für vernünftige Reflexion schafft: dort besänftigen Bauarbeiter noch Elfen, wenn sie deren Kreise gestört haben (siehe Handelsblatt) … während die Prediger des Kapitalismus die Vermarktung des Menschen immer weiter forttreiben: Sex mit Leichen und Geschwistern wird der neue Renner eines Kultes, der an Düsternis kaum zu übertreffen ist (siehe Stern) und inzwischen seltsamste Ansichten verbreitet (siehe wired):

„Es gibt Gründe, warum Menschen so etwas glauben wollen. Sie möchten sich die Welt erklären, obwohl sie vieles nicht verstehen. Anstatt manchmal zu akzeptieren, dass die Welt scheiße ist und es Kriege und Krankheiten gibt — und es dafür keinen Grund gibt —, werden Verschwörungstheorien erfunden.“

So hochgradig intellektuell gibt sich die Verleiherin des „Goldenen Aluhutes“ – einer Gruppe von Anders-Irren, die gegen die (angeblich) Irren kämpfen und die Funktion des mittelalterlichen Inquisitors begeistert übernehmen. Kriege … „gibt es einfach“. Punkt. Ende der intellektuellen Reflexion, wer weiter kritisiert, nach Ursachen, Entscheidern und Förderern sucht, bekommt einen Goldenen Aluhut und wird so an den sozialen Pranger genagelt. Die griechische Junta wusste schon, warum sie Intellektuelle folterte: die verstehen einfach zuviel. Und Künstler können ihre Worte schön in Bilder umsetzen, die schneller mehr Gehalt transportieren als Worte es können.

Und was ist nun das Bild, dass sich die Menschen der Zukunft von uns machen werden? Wir tanzen wie die Idioten um ein menschenfressendes Götzenbild aus purem Gold – und interessieren uns deshalb auch nicht sonderlich dafür, dass die Diener dieses Götzenbildes Kriege entfachen, Staaten ausplündern, Länder vernichten und die gesamte Ökosphäre bei ihrem dämonischen Treiben bedrohen.

Und mal ehrlich – weil heute Besinnungstag ist: möchten Sie gerne zu diesen Irren gehören, die einem Idiotenkult folgen? Oder trauen Sie sich – am Arbeitsplatz, im Freundeskreis, in der Familie, im Verein – einfach mal zu sagen: „Ich glaube einfach nicht mehr an den Kapitalismus“.

Es reicht ja auch, wenn Sie an Luft, Wasser, Nahrung und Obdach glauben.

Das brauchen sie nämlich wirklich.

Und das wird knapp. wenn sich das kapitalistische Monster weiter ungebremst durch die Welt pflügt.

Das gute Leben – das gelungene Leben

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Freitag, 17.6.2016. Eifel. Gönnen wir uns heute mal eine Pause von der Politik – obwohl die Brisanz der tobenden Degeneration der demokratischen Zivilgesellschaft solche Pausen eigentlich nicht erlaubt. Da werden sozial gesinnte Politiker auf offener Straße erschossen, da werden Massenmorde an Anderslebenden verübt, Kriege von Demokratien vom Zaun gebrochen, in deren Folge Millionen Kinder sterben – alles Taten von Menschen, die sich selbst für bedingunglos „gut“ halten würden, wenn man sie fragen würde. Meine eigene Fragestellung für heute ist jedoch nicht die nach der Moral, nach dem moralischen Leben, sondern eher die Fragen nach dem gelungenen Leben, nach dem vollkommenen Leben, nach dem Leben, wo am am Sterbebett überzeugt sagt: „Na, das hat sich mal richtig gelohnt“.

Eine blöde Frage, ich weiß: aber Philosophen werden speziell an Universitäten zum Stellen blöder Fragen ausgebildet – bis hin zu saublöden Fragen. Wir in Deutschland haben es einfach, hier hat die Regierung angeordnet „Deutschland geht es gut“ – und somit muss sich jeder erstmal rechtfertigen, dem es nicht gut geht (siehe zum Beispiel FAZ). Ja – diesen Terror erleben wir doch alle im Alltag, wagen Sie es doch mal, auf die Frage „Wie geht´s“ nicht – wie vorgeschrieben – mit „gut“ zu antworten, sondern mit „schlecht“: Sie sind gleich ein Abtrünniger, ein Ketzer, ein Ausgestossener … und bald auch ein Arbeitsloser, weil Ihnen der „Teamgeist“ fehlt, womit heute die beständig fortschreitende Maximierung des vorauseilenden Gehorsams gemeint ist. Ach – wir sind jetzt wieder politisch geworden. Wollte ich gar nicht.

Fangen wir ganz von vorne an – mit Diogenes. Dem Diogenes von Sinope natürlich, von dem Peter Sloterdijk meinte, er hätte „die ursprüngliche Verbindung zwischen Glück, Bedürfnislosigkeit und Intelligenz“ in die Philosophie eingebracht (siehe Süddeutsche). Von diesem Diogenes kann man einiges lernen, ist er ja bekannt dadurch, dass er sehr reich war – nicht, weil er viel hatte (im Gegenteil, er suchte die Armut, wo er sie nur fand), sondern weil er Alexander (den Großen, wohlgemerkt), bat, dass er bitte aus der Sonne treten möge – obwohl der ihm gerade Millionen schenken wollte.

Nun – wir wollen uns nicht lange mit Diogenes aufhalten, der masturbierte auch in der Öffentlichkeit und lehnte die Maslow´sche Bedürfsnispyramide schon vor 2500 Jahren ab – jene Pyramdie, die wir heute so inbrünstig anbeten.

Kommen wir zu Epikur, dem wir die „Lustphilosophie“ verdanken. Bevor nun alle aufstöhnen und sagen: „Yeah, der ist cool“ lassen wir ihn lieber selbst zu Wort kommen (siehe Wikipedia)

„Daher ist die Einsicht sogar wertvoller als die Philosophie: ihr entstammen alle übrigen Tugenden, weil sie lehrt, dass es nicht möglich ist, lustvoll zu leben, ohne einsichtsvoll, vollkommen und gerecht zu leben, ebenso wenig, einsichtsvoll, vollkommen und gerecht zu leben, ohne lustvoll zu leben.“

„Einsicht“ … hat wieder etwas mit Intelligenz zu tun. Da wird allen gleich unheimlich. Geht „gutes Leben“ nur mit „Intelligenz“? Lustphilosophie hörte sich doch so gut an – „Bumsen und besoffen sein: des kleinen Mannes Sonnenschein“ – so versuchten mir einst Burschenschaftler ihre Überlegenheit über den „kleinen Mann“ zu demonstrieren, während ich ihnen die „Lust“ des Epikur nahelegte: die ganze Woche trockenes, verschimmeltes Brot essen, und dann am Wochenende ein Stück alten Käse gönnen: das ist der wahre Himmel. „Lust“ – eine lang vergessene Erkenntnis – ist steuerbar wie andere Bedürfnisse. Wirklich frei, wirklich mächtig, wirklich reich werden wir nur dann, wenn wir so stark geworden sind, dass wir die Gier bezwingen können wie Herkules den Löwen bezwang.

Hört sich sehr anstrengend an – „Spaß“ geht da doch leichter, oder? Das führt uns zu den Stoikern, die Spaß absichtlich mieden und Gelassenheit als höchstes Gut priesen. Nun – über die Kosmologie der Stoiker könnte man Romane schreiben, ich mache es lieber kurz: ihnen ging es um die Herrschaft über die „Affekte“ – weil das intensive Erleben von „Spaß“ immer auch das Erleben von „Leid“ mit sich bringt … mit gleicher Intensität. Das Erleben von „Spaß“ wird täglich rund um die Uhr auf allen Kanälen der Gegenwart gepriesen, doch verschweigt man den Preis, den man zahlen muss: Leid in jeder Form wird ebenso intensiv erlebt (das die „Spaßgesellschaft“ auch eine „Burn out“ Gesellschaft mit Schwerpunkt auf „Depressionen“ ist, belegt diese Erkenntnis hinreichend) Stoiker wie Seneca und Mark Aurel fanden das doof und erlebten, dass das Leid verschwand, wenn man sich vom Spaß abwandte, sie zogen die Stille am See dem Jubel beim Metallicakonzert vor und meinten: unterm Strich hätten sie da einen enormen Gewinn eingefahren. Marc Aurel war – nebenbei bemerkt – fast zwanzig Jahre Kaiser des römischen Imperiums (also: Ultra High Neth Worth Individual der Super-Plus-Ultra-Klasse, kurz: reichster und mächtigster Mensch des bekannten Universums) … er hätte ganz andere Möglichkeiten gehabt. Und unserer Kanzlerin – der hätte er ordentlich was erzählt über das „gut gehen“.

Doch da … kommen wir auch langsam in den Bereich der Moral. Den … wollte ich ja meiden, weil er sehr beliebig ist und für jeden Menschen verschieden, abhängig von der Lehre, die über ihn (also: den Menschen) herrscht. Der überzeugte Nationalsozialist führt ein moralisch gutes Leben, wenn er der arischen Rasse die Herrschaft über die Welt besorgt und das unwerte Leben (und vor allem seinen großen, ewigen Widersacher: den Juden) vom Angesicht des Planeten tilgt (neben den Slawen und … später … den roten, schwarzen und gelben Menschen), der überzeugte Islamist sieht das ähnlich (auch das mit den Juden), ihm reicht es aber, die Ungläubigen zu köpfen und ihre Frauen zu verkaufen, er muss nicht gleich den ganzen Planeten entvölkern: sind alle gläubig, reicht es ihm schon. Der amerikanische Geldsack gibt erst dann Ruhe, wenn jeder Dollar, Euro, Rubel, Yen und Renmimbi auf seinem Konto liegt und hält alles für gut, was diesem Ziele dient, der gute Soldat bekommt dann einen Orden und fühlt sich göttlich, wenn er möglichst viele, ihm persönlich völlig unbekannte „Feinde“ getötet hat, was wir – bei leicht geänderten Zusammenhängen – als Mord bezeichnen dürfen.

Wird kompliziert, oder? Aber warten Sie, gehen Sie noch nicht, bleiben Sie noch eine Weile: wir sind fertig mit der Philosophie.

Das Urteil, dass „gutes Leben“ völlig beliebig sei und allein vom Auge des Betrachters abhängig ist, passt zwar in eine Konsumgesellschaft, die Philosophie zum Konsumgut machen will, ist aber nicht haltbar.

Nun – da springen jetzt ganze Scharen von Staatsphilosophen auf und zücken die Degen zum Duell: will da jemand wirklich absolute Werte in unsere wertlose Welt tragen? Will da jemand unsere lange Arbeit zunichte machen, für die wir so fürstlich bezahlt werden?

Ja. Das will er – und ruft dazu nur einfache Menschen an, keine großen Philosophen. Mir geht es ja auch um das gelungene Leben einfacher Menschen, ein gelungenes Leben muss für JEDERMANN lebbar sein: nicht nur für den Zögling der Reichen, der sich in Askese übt, weil er Angst vor dem Leid hat (eine andere Definition stoischer Weltanschauung, die wir auch im Buddhismus finden). Es geht nicht um die Befolgung möglichst vieler moralischer Ansprüche der Umwelt, sondern darum, am Sterbebett sagen zu können: ja, das hat sich voll gelohnt.

Wir wissen genau, was dieses gute Leben ist: ein Eigenheim, einen überdurchschnittlich bezahlten Job, einen SUV „anerkannter“ Marke, zwei Kinder (Gymnasium – minimal als Klassensprecher, Fernziel Kieferchirurg oder Fachanwalt für internationales Vertragsrecht), Markenkleidung, drei Fernreisen im Jahr, ein „curved UHD“ TV (oder einen „Zeus“ von der Firma „Titan“ für eine Millione Pfund). Das jedenfalls … ist die Botschaft der Konzerne für uns, dafür predigen sie Maslows Bedürfnispyramide, die … scheitert, weil sie nicht auf alle Menschen zutrifft: der Wikinger stellte Abenteuerlust über Sicherheit, der Künstler pfeift auf Essen, Schlafen, Trinken, wenn nur das Werk gedeiht, der Mönch meidet Wertschätzung und Anerkennung, weil sie nur die Eitelkeit fördern und einen von Gott entfremden – wie wollen wir eine „Psychologie“ ernst nehmen, die nur auf einen kleinen Teil von künstlich gezüchteten Konsumzombies zutrifft – nicht aber auf den Menschen an sich. Wären wir alle Maslowzombies … wir würden heute noch auf den Bäumen sitzen, weil unser Sicherheitsbedürfnis uns den Boden fürchten läßt, wo der Löwe haust.

Was aber viel schlimmer ist: dieses Leben, das uns die „Werbung“ (und – seit einiger Zeit – sehr raffiniert die unsichtbaren Kohorten der „Unternehmensberater“, die zunehmen am Umbau der Gesellschaft arbeiten) predigt … das ist DEREN Leben – nicht Ihres. Leben Sie dieses Leben – dann haben Sie gar keins. Sicher, Sie können sich im Gefühl (klitzekleiner) Macht baden: jeder Quadratzentimeter ihres Gartens ist IHREM WILLEN unterworfen, alles wächst nur dort, wo Sie es erlauben, ebenso definieren Sie jeden Quadratzentimeter ihres eigenen Heims selber – ihr eigener Tempel soll dies sein, dort, wo Sie sich selbst anbeten und verehren, begeistert sind von dem, was Sie alles an Ansprüchen anderer erfüllt haben … denn, ehrlich gesagt, machen Sie nichts anderes, auch wenn Sie noch so toll konsumieren, ein Haus – innen wie außen rosa gestrichen, voller rosa Blüten im Garten – werden Sie nicht durchsetzen können … um nur mal ein Beispiel zu nennen.

Ja, das ist das „gute Leben“ der Frau Merkel und ihrer reichen Freunde: die Freiheit, allen Ansprüchen zu genügen, die die Wirtschaft durch die Politik an Sie stellt. Leben Sie dieses Leben und ich verspreche Ihnen: die Angst vor dem Tod wird von Jahr zu Jahr panischere, wahnhaftere Züge annehmen … einfach, weil das nicht IHR LEBEN IST!

Jetzt denken Sie sicher: „Pass auf, jetzt kommt der auch noch mit Gott“.

Nein. Damit komme ich nicht. Ein gelungenes Leben sollte auch für Atheisten lebbar sein. Ich komme Ihnen mit etwas ganz anderem: der materialistischen Naturwissenschaft, die wir als Gottersatz anbeten und klaglos als Religionsersatzstoff akzeptiert haben, weil es so vorgeschrieben wurde.

Der Mensch ist demnach … Körper samt Funktion. Richtig? Gut, denn mehr … brauchen wir nicht.

Dieser Körper ist von der Natur speziell geschaffen worden (nein: hier ist „Natur“ noch nicht „Gott“, sondern nur eine Umschreibung für Prozesse, die nicht der menschlichen Steuerung unterliegen), um sich nahtlos in die vorgefertigte Umwelt einfügen zu können. Ebenso sind seine Sinne von der Natur geschaffen worden, um in ihr optimal leben zu können: Klang, Gerüche, Licht, Druck – alles sinnvolle Elemente menschlichen Seins. Kinder benutzen sie optimal, erst später wird unser Geist in der „Matrix“ der Erwachsenen eingefangen – während hingegen Naturvölker noch voller kindlicher Freude sind (Freude – nicht „Spaß“ … der auch sehr dunkel werden kann, wenn er sich an Schmerz und Qual ergötzt).

„Schön“ finden wir das, was natürlich ist: das hatte die Wissenschaft schon vor Jahrzehnten erkannt – deshalb fing man an, die Krankenhäuser bunt anzumalen. Die weißen Flächen waren unnatürlich (es war nie das Weiß der Blüten oder des frisch gefallenen Schnees, durch den das Erlebnis von „Licht“ noch intensiver werden kann) und machten den Geist trübe und krank, die Natur hat unser Auge so geschaffen, dass es den wogenden Blätterwald schön findet, den hellen, gelben Sonnenschein, das tiefe Blau des ruhigen Sees, den frischen Duft des blühenden Mai – weshalb wir diese Orte im „Urlaub“ aufsuchen und nicht etwa in Gelsenkirchen, Bottrop oder Bielefeld zu finden sind.

Was merken wir – ganz ohne Moral, ohne hohe Intelligenz, ohne Verstand – das „Tier“ Mensch ist für den Wald geschaffen – bzw. für das Leben in der Natur. Das ist artgerecht. Also ist der der „Gewinner“, der die größte Zeit seines Lebens in freier Natur verbringen kann, denn für dieses Leben ist der Mensch geschaffen worden. Den Mangel an Fell, Klauen, Muskeln können wir durch „Hirn“ gut ausgleichen, schnell ist eine Hütte gebaut, das Feuer geschürt, der Speer geschärft – das reicht an Sicherheit. Wir brauchen … Wärme, Wasser, Nahrung – in dieser Reihenfolge. Und Gemeinschaft, falls wir uns mal bei der Jagd ein Bein brechen und drei Wochen lang nicht zur Wasserstelle kommen oder Brennholz besorgen können: wir können drei Tage ohne Wasser auskommen … aber nur einen Tag ohne Wärme. Ja, hat mich auch überrascht, habe ich beim Survialtraining gelernt.

Das gelungene Leben der biologischen Entität „Mensch“ ist jenes, welches der Mensch aus freien Stücken seit Jahrtausenden wählt: das Leben mit seinem „Stamm“ unter freiem Himmel, dort finden seine Sinne den meisten Genuss, weil sie dort jene Umwelt finden, an die sie sich optimal angepasst haben. Das Leben mit Anzug und Krawatte im kalten, nüchternen Büro unter dem Neonhimmel der Industrieleuchten … kann nie gelungen sein, egal wie viel Sondermüll wir als Ausgleich dafür erhalten. Sondermüll? Ja – unser Elektroschrott, mit dem wir unseren Selbstherrlichkeitstempel garnieren, ist so hochgiftig wie unser Auto, das an sich nur Sondermüll auf vier Rädern ist (wir berichteten), mal abgesehen davon, dass jede Form von „Eigenheim“ ein Höchstmaß an Energieverbrauch und Landfraß darstellt. Jenes Leben, das unsere Industriepolitiker als „gut“ beschreiben, ist umso besser, je größer der Schaden ist, den es an unsere Umwelt (dem einzigen Aspekt des Universums, den wir gerechterweise als „Gott“ akzeptieren können … und müssen, wenn wir als Art überleben wollen) anrichtet – so lautet die einfache, nüchterne Formel, mit der sich unsere Gegenwart beschreiben läßt. Wir beschreiben das natürlich anders, so wie auch kein Soldat sich selbst als Mörder bezeichnen würde – und kein Faschist sich als Verbrecher.

Kurz gefasst: nackig am sonnigen Strand (damit die Sonne möglichst viel Haut erwärmt und der sanfte Wind möglichst viel Haut streicheln kann), funkelndes Licht auf tanzenden Wellen, eine frische Brise Meeresluft in der Nase, warme Sand oder feuchtes Gras unter den Füßen, das seichte Rauschen der Blätter im Ohr, frische Früchte zur Speise – das ist gelungenes Leben, gutes Leben, echtes Leben. Nicht aus Gründen der Moral, sondern aus Gründen unserer … biologischen Ausstattung. Nennen wir dies „gut“ (weil es uns einfach „gut tut“), so haben wir auch eine Vorstellung von … „böse“.

Wieviel Ressourcen brauchen wir für „gutes Leben“? Ganz ganz wenig. Ist noch genug für fünf weitere Milliarden Menschen da. Und wieviel für das, was die Industriepolitiker für „gut“ erklären? Unendlich viele, aktuell mehr, als der ganze Planet zur Verfügung stellen kann – was, ehrlich gesagt, ziemlich dumm ist, obwohl wir doch angeblich so vernünftige Wesen sind.

Der Gipfel echten menschlichen Reichtums findet sich also … bei den Naturvölkern, die mir ihren von der Natur geschaffenen Körpern in der opitmalen Umgebung und der Fülle des Lebens selbst leben. Wem da gleich schaudert, weil die kein Fernsehen haben: wir sind denen nicht so fremd, wenn wir uns anschauen, welche Ort wir aufsuchen, wenn wir „frei“ haben … was selten genug ist und worüber sich in einer sich als „frei“ verstehenden Gesellschaft viel zu wenige wundern. Und die Natur selbst bietet eine Bild- und Tonqualität, die weit über Ultra-Super-Extra HD liegt und sogar Dolby-Sorround-Sound mit Bassreflexboxen weit übertrifft.

Leben Sie ein solches Leben, so können Sie ein Gefühl erfahren, dass unsere Gesellschaft Ihnen nicht mehr bieten kann (aber zum Beispiel dem alttestamentarischen Menschen noch sehr bewusst war, wie viele Textstellen belegen): Sie können satt am Leben werden – lebenssatt, ein Begriff, der schon unglaublich fremd für uns geworden sind, weil wir nur Ersatzstoffe konsumieren, nicht aber das echte, wahre Leben.  Und wer satt des Lebens ist … kann ruhig sterben.

Wer aber ruhig sterben kann … hat wohl ein gelungenes Leben gelebt.

Oder irre ich da?

Und wieder – sind wir in der Politik … also der Frage danach, welche Entscheidungen wir für unsere Zukunft treffen sollen.

Die Antwort darauf ist einfach: so leben, wie es unseren Körpern gemäß ist. Alles andere … führt zu Ungemach. Bis hin zu Weltkrieg und Völkermord. Schauen wir aber auf das, wo wir leben, wie wir leben, so müssen wir leider eingestehen: die Rahmenbedingungen für ein gutes Leben sind gerade äußerst schlecht. Ob wir hier Adorno folgen wollen, wonach ein „gutes Leben im schlechten“ (oder ein richtiges Leben im falschen) nicht möglich ist?

Wollen wir dem Adorno lieber sagen: „Widerstand ist machbar, Herr Nachbar!“.

Und er kann mit der einfachen Forderung nach einem Leben beginnen, welches unsere sinnlichen Ausstattung angemessen ist – weit ab von Lärm, Gestank, Hässlichkeit und Unmenschlichkeit der modernen Zivilisation – wobei ich vermute, dass der Lärm, der Gestank, die Hässlichkeit und die Hektik viel zur Unmenschlichkeit beitragen … und auch zu dem für die Umwelt tödlichen Wunsch, sich eine eigene kleine, heile Selbstversorgereigenheimwelt mit staatlich subventionierten Sonnenkollektoren und Biogarten zu erschaffen.

Wem dies zu düster ist, dem sei als Trost gesagt: die größte Stärke des Menschen ist, sich allen widrigen Lebensumständen anpassen und selbst in kältesten Eiszeiten Oasen des Lebens schaffen zu können.

Mehr – ist aktuell nicht drin. Aber schon das ist ziemlich viel – und besser als alles, was die Staatsphilosophen der Industrieregierung zu bieten haben.

 

 

 

 

 

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