westliche Wertegemeinschaft

This tag is associated with 4 posts

Last Exit in the Land of Free (Kurzinterview im Grünen mit Robert F. Kennedy)

USA 2020. Korporatokratie kurz vorm Endsieg. Nur noch beim bösen Russen gibt’s im ‘Freien Westen’ ein bisschen Freedom of Speech.

The times, they’re changing. So what.

Gibt’s doch gar nicht (Potzblitz!)

190 pixabay soleimani_thunderstorm-1768742_1280 (7190)

Kraftvolle Neujahrsbotschaft

Entgegen meinem Neujahrsvorsatz, die Nase nicht mehr unnötig in Mülltonnen zu stecken, ließ ich mich dann doch zu einem Griff zur Bild-Zeitung verleiten. „Kann nicht schaden“, dachte ich mir – in einer Zeit, in der uns Bürgern von Seiten der Leitmedien ja eindringlich nahegelegt wird, „raus aus der Blase“ zu kommen und uns auch ausreichend die herrschende, evidenzbasierte Meinung zuzuführen (ich kann jeden nur vor dieser Empfehlung warnen!). Nur einen kurzen Blick wollte ich erheischen und blieb wieder einmal mit dem obligatorischen „das gibt’s doch gar nicht“-Erlebnis zurück, das sich für selbständig denkende Menschen mittlerweile auch bei nur kurzem Kontakt mit Produkten der Rat Media Solutions GmbH (Blöd-Zeitung, Relotius-Narrenspiegel, Südtäusche, Springers transatlantische Liliput-Welt & Co) unweigerlich einstellt. Bild-Chefredakteur Julian Reichelt spricht in einem Leitartikel von einer „kraftvollen Botschaft“, die „vom verglühten Autowrack“ des von den USA zum Jahresauftakt per Drohne getöteten Generals Soleimani ausgehe: Die USA hätten damit deutlich gemacht, dass sich niemand „vor der Stärke Amerikas verstecken könne“.

Soleimani war der zweitwichtigste Amtsträger des Iran. Er galt als Architekt der „Achse des Widerstands“ und war maßgeblich beteiligt an der Verhinderung von westlichen Regime-Change-Bestrebungen in Syrien sowie anderen Ländern des Nahen Ostens. Soleimani hat auch entscheidend dazu beigetragen, die Terrormiliz IS sowohl in Syrien als auch im Irak zu zerschlagen. Im Iran war der 62-Jährige Generalmajor sehr beliebt, insbesondere weil er dafür gesorgt hat, dass der IS vom Nachbarland Irak nicht in den Iran eindringen konnte. In den iranischen Medien wurde Soleimani als „General der Herzen“ bezeichnet und als möglicher nächster Präsident gehandelt. Aus Sicht der westlichen Wertegemeinschaft jedoch ein „Monster“ und Terrorist – also jemand, den man ohne Gericht, ohne Anwalt und ohne offizielle Anklage einfach per Hellfire-Rakete auslöschen kann.

[Anm.: Was von Soleimani wirklich zu halten ist, darf man ruhig dahingestellt lassen. Ebenso wie bei allen anderen tagespolitischen Ereignissen findet ja auch in diesem Fall meist ein sofortiges Urteilen und Parteinahme statt. Entweder ist man für oder gegen etwas. In diesem Fall: Entweder war es ein Held oder ein Monster, der/das hier getötet wurde. Wieder einmal kann man also auch dieses für den Weltfrieden durchaus bedrohliche Ereignis nutzen, um sich in einer Tugend zu üben, die leider noch wenig ausgeprägt ist: Dass man bei einem Ereignis zunächst einmal nur ruhig beobachtet und Eindrücke sammelt, jedes vorschnelle Urteil jedoch streng suspendiert. Ganz im Sinne Goethes benützt man sein Denken also nicht zum schnellen Urteilen, sondern bloß zum Kreisen um eine Begebenheit oder eine Person. Hat man genügend Wahrnehmungen gesammelt und auch genügend oft darüber geschlafen, dann wird sich irgendwann wie von selbst ein profundes Beurteilen der Sache ergeben – natürlich nur, wenn man dazu selbst fragende und unbefangene Gedanken aufgebaut hat, sonst steigt nicht viel anderes auf als die Meinung, die andere produziert haben.]

Die iranische Staatsführung hat jedenfalls Vergeltung angekündigt. An der Dschamkarān-Moschee, einem der bedeutendsten Zentren des schiitischen Islam, wurde die blutrote „Fahne der Rache“ gehisst – in der Geschichte dieses als heilig geltenden Ortes zum ersten Mal. In der schiitischen Tradition symbolisiert die rote Fahne das ungerechte Vergießen von Blut und den Aufruf, das Opfer zu rächen.

Nachdem die in Syrien hochgezüchteten Terroristen inzwischen fast ausgemerzt sind und in Idlib ihre letzten Scharmützel liefern, haben Angela Merkels „verlässliche Freunde“ also nun dafür gesorgt, dass das Feuer des Terrorismus verlässlich weiterlodert. – Denn nur, wenn man sich nirgends mehr sicher fühlen kann und es verabscheuungswürdige Anschläge gibt, kann die eigene Agenda von globaler Dominanz und Kontrolle fortgeführt werden.

Foto: Pixabay/CC0

Julian Assange, das Recht und die entwurzelte Menschheit

Julian Assange, das Recht und die entwurzelte Menschheit


(Foto: RT / screenshot aus Youtube, 11.04.2019 /colormod pw)

Eine öffentliche Stellungnahme zur „Candles4Assange“-Rede von Ken Jebsen zu dem Thema: „Deutsche Medien beweisen bei Assange, dass sie reinste NATO-Presse sind“

 

Lieber Herr Jebsen,

vollkommen zu Recht kritisieren Sie das beschämende Schweigen der Politiker, Medien und Juristen zu der grausamen und für die gesamte sog. westliche „Wertegemeinschaft“ unwürdigen Isolations- und Folterhaft von Julian Assange.

Soweit Berichte über den aktuellen Gesundheitszustand von Julian Assange an die Öffentlichkeit gelangt sind, müssen wir alle in der Tat davon ausgehen, dass in einem europäischen Staat, das Einige für die Wiege der Demokratie halten, nicht nur das Leben, sondern gleich die gesamte Persönlichkeit dieses mutigen Mannes zerstört wird.

Natürlich wirft das auch ernste „rechtliche“ Fragen auf, insbesondere dazu, in welchem Zustand eigentlich die gesamte Rechtspflege und Politik ist, deren vorrangige Aufgabe es doch sein muss, allen Menschen den Zugang zum Recht zu garantieren.

Es muss aber niemand „Rechtswissenschaften“ studiert haben um erkennen zu können, dass die vor den Augen der gesamten Weltöffentlichkeit inszenierte Auslöschung der Persönlichkeit dieses Mannes himmelschreiendes Unrecht ist.

Nach meiner Überzeugung weiß jeder Mensch, der noch einen Rest Empathie in sich hat, dass Julian Assange schweres Unrecht geschieht.

Jedem Menschen müsste in kürzester Zeit Gerechtigkeit widerfahren, damit wir von rechtsstaatlichen Verhältnissen sprechen könnten. Ein Rechtssystem, das einem Menschen über viele Jahre hinweg den Zugang zum Recht verweigert, ist wie eine Medizin, die Leid eines Menschen eigentlich sofort linden sollte, ihn aber statt dessen schleichend vergiftet und zerstört, so dass der Tod dann am Ende noch die einzige Gnade ist, die der Schöpfer dem schließlich unheilbar zerstörten und leidenden Menschen gewähren könnte.

Ist es in diesem Land wenigstens in dieser Vorweihnachtszeit noch gestattet, alle Menschen daran zu erinnern, dass der liebe Gott in das Herz und den Geist aller Menschen hineingeschrieben hat, was „Recht“ ist? So wird Jesus Christus in den alten Schriften der Essener, die von Dr. E.B. Székely als das „Friedensevangelium der Essener“ veröffentlicht worden sind (Sie können den vollständigen Text im Web finden), u.a. wie folgt zitiert: (Zitat)

„[…] Sie saßen rund um Jesus und fragten ihn: »Meister, welches sind die Gesetze des Lebens? Weile länger bei uns und lehre uns. Wir möchten deinen Worten lauschen, damit wir geheilt und rechtschaffen werden.«

Und Jesus antwortete: »Sucht das Gesetz nicht in euren heiligen Schriften; denn das Leben ist das Gesetz, die Schrift jedoch ist tot. Wahrlich, ich sage euch, Moses empfing seine Gesetze von Gott nicht schriftlich, sondern durch das lebende Wort. Das Gesetz ist lebendiges Wort des lebendigen Gottes an lebendige Propheten für lebendige Menschen. In allem, was da lebt, steht das Gesetz geschrieben. Ihr findet es im Gras, im Baum, im Fluss, in den Bergen, in den Vögeln des Himmels, in den Fischen des Meeres; doch vor allem sucht es in euch selber. Denn wahrlich, ich sage euch, alles, was lebt, ist näher bei Gott als die Schrift, die ohne Leben ist. Gott schuf das Leben und alles, was da lebt, damit sie durch das ewig lebendige Wort dem Menschen die Gesetze der wahrhaften Gottheit lehren. Gott schrieb die Gesetze nicht in die Seiten der Bücher, sondern in euer Herz und in euren Geist. Sie sind in eurem Atem, eurem Blut, euren Knochen, in eurem Fleisch, euren Eingeweiden, euren Augen, euren Ohren, und in jedem winzigen Teilchen eures Leibes. Sie sind allgegenwärtig in der Luft, im Wasser, in der Erde, in den Pflanzen, in den Sonnenstrahlen, in den Tiefen und in den Höhen. Sie alle reden zu euch, damit ihr das Wort und den Willen der lebendigen Gottheit verstehet. Doch ihr schließt eure Augen, damit ihr nicht sehet, und ihr schließt eure Ohren, damit ihr nicht höret. Wahrlich, ich sage euch, die heilige Schrift ist Menschenwerk; doch das Leben und alle seine Heerscharen sind das Werk unseres Gottes. Warum hört ihr nicht auf die Worte Gottes, die in seinen Werken geschrieben stehen? Und warum studiert ihr die toten Schriften, die das Werk von Menschenhänden sind?« […]“(Zitat Ende)

Jeder frage sich selbst, ob diese Botschaft die eigene Wahrnehmung bestätigt, bevor er den lieben Gott, den er nie getroffen oder auch nur gesucht hat und dessen Wahrnehmung er deshalb allenfalls aus den Texten ableiten konnte, die von Menschen verfasst sind, wieder einmal verteufelt und damit – zumindest unbewusst – seinen eigenen Beitrag dazu leistet, dass die Herrschaft des Unrechts (und der Kräfte, die dieses Unrecht und die Lüge fördern) auf jeden Fall unangetastet bleibt.

Jeder Mensch will Zugang zum Recht haben, braucht ihn auch, denn sonst ist er kein Mensch.

Das Recht ist – wenn wir anderen Quellen Glauben schenken möchten – ewig, und niemand kann es zerstören.

Aber es kann durchaus außer Funktion gesetzt werden, und bei Julian Assange ist genau das geschehen, und das war nur möglich, weil die Menschen vergessen haben (auch: weil man sie es vergessen ließ), dass letztlich alle Macht und damit auch Verantwortung für das Schicksal ihres Landes in ihren Händen liegt.

Ein Generalstreik in ganz Europa, der erst enden würde, wenn Julian Assange wieder ein freier Mann ist, würde in kürzester Zeit bewirken, dass die Mächte, die Julian Assange zerstören wollen, nachgeben müssten.

Denn niemand ist mächtiger als das Volk, und solange das Volk noch im Tiefschlaf dahindämmert, ist das Schicksal von Julian Assange ebenfalls ungewiss.

Sprechen Sie also bitte nicht einzelne Gruppen an, sondern alle Menschen an, wenn Sie für Julian Assange etwas erreichen wollen, denn wir alle sind Julian Assange, weil wir alle Menschen sind, die in der Wahrheit und unter einem Recht leben wollen, das ein Leben in Würde erlaubt.

Solange die Völker schlafen, müssten schon zwei der mächtigsten Politiker der Gegenwart, Donald J. Trump und Wladimir W. Putin, ihre Macht nutzen, um die Freilassung von Julian Assange erreichen zu können.

Von daher kann ich allen Menschen, die sich für Julian Assange einsetzen wollen, nur dazu raten, diesen beiden Männern, aber auch den Politikern zu schreiben, die in dieser Angelegenheit, die uns alle angeht, durch ihr feiges Schweigen in aller Öffentlichkeit einen moralischen Offenbarungseid abgelegt und sich in jeder Hinsicht disqualifiziert haben, irgendeinen Menschen zu vertreten.

Wie es scheint, gibt es eine mächtige Agenda, die das Ziel verfolgt, alles, was den Menschen das Gefühl von Heimat, Herkunft und Geborgenheit vermittelt, zerstört werden soll: die Familie, Rechtssicherheit, eine menschenwürdige materielle Existenzgrundlage (denn ohne materielle Basis hat das Recht keine Chance, was ebenfalls schon in jahrtausendealten Quellen nachzulesen ist), eine eigene, in Jahrtausenden gewachsene kulturelle Identität.

Wussten Sie z.B., dass alleine in Deutschland mittlerweile jährlich über 80.000 Kinder (neu) „fremduntergebracht“ werden, in ungezählten Fällen vollkommen zu Unrecht, und dass mit diesem „Geschäft“ der Fremdunterbringung jährlich ca. 45 Milliarden umgesetzt werden?

Haben Sie das noch nicht mitbekommen? Es gibt tausende Artikel und Videos zu dieser Thematik im Web, so dass auch Sie nicht sagen können, dass Sie davon noch nichts gehört haben.

Können Sie „den Juristen“ einen Vorwurf machen, wenn auch Sie selbst – bei allem redlichen Bemühen – nicht mehr in der Lage sein können, zu jedem Wahnsinn noch öffentlich Stellung zu beziehen, der nur deshalb möglich ist, weil die „Lämmer“ überall noch schweigen und allem Anschein nach selbst das größte Unrecht schweigend hinnehmen, freilich solange sie selbst noch nicht direkt und unmittelbar betroffen sind?

Solange der Mensch glaubt, dass das Recht etwas ist, dass sich außerhalb von ihm befindet und dessen Verteidigung er irgendwelchen Institutionen überlassen darf, deren Repräsentanten er bloß alle paar Jahre in ihrem Ämtern bestätigen darf, wird sich nichts ändern.

Demokratie funktioniert eben nur, wenn alle demokratisch gesinnt sind. Für die Rechtspflege gilt das gleichermaßen: Es kann keinen „Rechtsstaat“ geben, wenn er von Rechtsnihilisten verwaltet wird, denen das Recht nur eine „unheilige“ Sache zu sein scheint, eine gefährliche Kreatur gleichermaßen, die man wegsperren muss, damit der Mensch nicht seine natürlichen, gottgegebenen Rechte erkennt und einfordert.

Wenn Sie sich also nur an die Medien, die Politiker, die Juristen wenden, obwohl das Schicksal von Julian Assange ausnahmslos alle Menschen betrifft, denen das Recht heilig ist, werden Sie nichts erreichen können.

Für mich selbst sind das Recht, Gott, die Wahrheit ein und dasselbe.

Aber wer nicht an Gott und den Tag des Jüngsten Gerichts glauben kann, der auch den Folterknechten von Assange sicherlich den verdienten gerechten „Lohn“ bringen wird, sollte sich nicht wundern, wenn ihm das, was er liebt und was ihm heilig ist, eines Tages verlieren wird, „obwohl“ er doch zu allem geschwiegen hat.

Sich-aus-allem-Raushalten und Feigheit sind eben gerade nicht die beste Lebensversicherung.

Die von Ihnen ausgelobten „50 Euro“ benötige ich nicht. Sie können den Betrag gerne für ein Projekt spenden, das sich beispielsweise mit den von Uranmunition verstrahlten Kindern befasst.

Ich wünsche Ihnen und allen, die sich für die Freiheit von Assange und überhaupt für die Rechte von Mensch und Natur einsetzen (dabei aber nicht der CO2-Mainstream-Propaganda aufsitzen, sondern sich von wissenschaftlichen Fakten leiten lassen) frohe und besinnliche Weihnachtstage und einen guten Rutsch ins Jahr 2020, das der Welt und Julian Assange, aber auch allen willkürlich ihren Familien entrissenen Kindern mehr Frieden und Gerechtigkeit bringen möge.

Mit freundlichen Grüßen

Wilfried Schmitz
Rechtsanwalt

Der historische Abhörskandal der westlichen Wertegemeinschaft und seine ausbleibenden Folgen

Der historische Abhörskandal der westlichen Wertegemeinschaft und seine ausbleibenden Folgen

Montag, 24.6.2013. Eifel. Seltsame Zeiten, oder? Zeiten, wo Realisten zu Pessimisten umgedeutet werden, weil alle den „Kapitalismus ist super-Hype“ mitmachen wollen. Der große Gesang der 1.Klasse-Passagiere auf der Titanic nach dem Kollision mit dem Eisberg, der bei uns aus unüberschaubaren Finanzderivaten bestand. Was hätten Sie mir gesagt, wenn ich vor einer Woche gesagt hätte: „Wir werden alle vom Geheimdienst belauscht!“?

Sie hätten mich für einen besserwisserischen Aufschneider gehalten, für einen „Verschwörungstheoretiker“, einen üblen, schwarzseherischen Spinner – und ich hätte es ihnen noch nicht mal übel genommen, immerhin schreibe ich unter dem Motto „even the worst case“.

Jeder Konzern hat dieses Szenario im Blick – auch bei kleinsten Geschäftsentscheidungen.

„Wie lautet der Plan B, wenn Plan A scheitert?“

Es geht nicht darum, Wahrscheinlichkeiten für´s Scheitern auszurechnen oder Gründe zu benennen, weshalb das Projekt scheitern musste, es geht darum, alles mal für eine Weile nicht mit der rosigen Brille der Projektmanager zu sehen, für die ein Scheitern mit Arbeitslosigkeit verbunden wäre.

Für mich als kleinen Feld- Wald und Wiesenphilosoph war es klar, dass wir alle abgehört werden. Eine Regierung, die Mist baut, die ihre Arbeit nicht hin kriegt, die ihren Job vergeigt wird misstrauisch gegenüber dem Chef – und das sind wir.

Die Geheimdienste halten Wache auf dem Flur, während die Regierung Akten vernichtet, bevor der Wachmann kommt, den man zudem mit „Unterhaltung“ zudröhnt, so dass der gar nicht auf die Idee kommt, Aufsicht zu führen.

Ist man nun zu der Überzeugung gelangt, dass die Regierung versagt, ist es nur logisch, dass sich die Geheimdienste – die immerhin direkt im Dienste der Regierung arbeiten – gegen das Volk wenden … abgesehen von ein paar einzelnen idealistischen Gewissensträgern, die wissen, was sie da gerade tun sollen und dies verweigern, weil sie mit diesem Verrat nicht leben können.

Na ja – jetzt ist es ja auf dem Tisch. Nicht nur der amerikanische Geheimdienst, auch der britische Geheimdienst hat uns abgehört – und zwar in einem enormen Umfang, wie der Spiegel erwähnt:

Zwei Jahre später brüstete sich der GCHQ schon damit, den größten Internetzugang der „Five Eyes“ zu haben, der Spionageallianz zwischen Australien, Großbritannien, Kanada, Neuseeland und den USA. Nicht einmal der US-Dienst NSA würde derart viele Verbindungsdaten sammeln. Seit etwa 18 Monaten würden die Daten gezielt ausgewertet, berichtet der „Guardian“.

Wir bekommen hier einen kleinen Ausblick über das gut funktionierende „Empire“. Sicherlich ist die Abhöraktion als solches empörenswert, doch sollten wir nicht einfach dabei stehenbleiben und mit offenem Mund nach Luft schnappen, denn jetzt erlauben die Geschehnisse einen Blick auf die Machtverhältnisse dieser Welt.

Christian Stöcker beschreibt im Spiegel erstaunlich mutig die neuen Perspektiven, die sich auftun:

Das britisch-amerikanische Überwachungsprogramm Tempora markiert einen historischen Wendepunkt. Geheimdienste haben sich, unbemerkt von der Öffentlichkeit, das Potential zur orwellschen Totalüberwachung verschafft. Regierungen haben ihren Wählern gezielt verheimlicht, wie sie beobachtet werden.

Es ist ein historischer Wendepunkt – in vielfacher Hinsicht. Das, was Verschwörungstheoretiker (also: nicht systemkonforme oder propagandagesteuerte Analytiker des Politgeschehens) seit Jahrzehnten am Horizont ausgemacht haben, ist brutale Wahrheit geworden. Christian Stöcker schreibt erstaunlich klar, worum es jetzt geht:

In den nächsten Wochen und Monaten wird sich entscheiden, ob die demokratischen Öffentlichkeiten der Welt stark genug sind, sich dem schrankenlosen, totalitären Anspruch westlicher Geheimdienste entgegenzustellen – oder eben nicht.

Und hier führt uns das ehemalige Nachrichtenmagazin schon in die Irre.

Hören wir dazu zunächst Karsten Polke-Majewski in der Zeit:

Da mögen Verfassungsgerichte Grundsatzurteile sprechen. Da mag die EU-Kommission eine neue Datenschutzrichtlinie auflegen. Da mögen Parlamente und Bürgerrechtsorganisationen über Jahre um die Vorratsdatenspeicherung ringen oder um die Weitergabe von Fluggastdaten an die USA oder um Telefonüberwachung und Staatstrojaner – jeder dieser Diskurse, mit denen unsere westlichen Gesellschaften auszuhandeln suchten, wo die Grenze zwischen Freiheit und Sicherheit, Privatsphäre und staatlichen Eingriffsrechten verläuft, wird konterkariert.

In der Tat haben wir in dem vorliegenden Skandal eine klare Aussage darüber, was „westliche “ Geheimdienste von „westlichen Werten“ halten – und das führt unseren Kommentator gleich zu den richtigen Schlussfolgerungen:

Was unterscheidet eigentlich die Methoden von GCHQ und NSA noch von jenen der Zensurbehörden in China oder im Iran? Sind die gewaltigen Speicher- und Filteranlagen tatsächlich nur errichtet worden, um Terroristen zu jagen? Wer hat alles Zugriff auf die Datenberge, wenn doch der Hinweis auf ihre Existenz vom Mitarbeiter einer privaten amerikanischen Sicherheitsfirma kam?

Und wir können doch schon jetzt sagen, was geschehen wird!

Gar nichts.

Hätte die demokratische Zivilgesellschaft noch die Kraft und die Macht, sich gegen die verschwörerischen Geheimdienste und ihr neoliberales Umfeld zu schützen, hätten wir den Skandal gar nicht erlebt, es gäbe schlichtweg solche völlig außer Kontrolle geratenen Institutionen gar nicht.

Dieser Skandal zeigt, dass sämtliche demokratischen Kontrollmaßnahmen vollkommen versagt haben – und dass hinter den Fassaden der „westlichen Demokratien“ Menschen am Werk sind, die sich schon lange von den demokratischen Grundwerten der westlichen Wertegemeinschaft verabschiedet haben.

Wir brauchen angesichts des Ausmaßes an krimineller Energie, dass hinter der Errichtung und dem Betrieb einer solchen Systems steckt, doch gar nicht mehr zu fragen, ob es nicht missbraucht wird: das System selbst ist schon der Missbrauch. Natürlich verkaufen einzelne Mitarbeiter auch sensible Unternehmens- und Bankdaten an interessierte Kreise, natürlich werden Daten über potentielle Kritiker gesammelt, um sie beizeiten mundtot machen zu können, natürlich werden Politiker observiert, berechnet und notfalls gesteuert: wer sich so eine gewaltige Waffe zur Vernichtung der Freiheit des Westens schafft, der will sie ja auch einsetzen, oder? Gewinn damit einfahren – in der einen oder anderen Hinsicht.

Für mich ist das keine Frage mehr: das ergibt sich aus der Absicht der Installation des Systems – und dem Renditegedanken einer neoliberalen Gesellschaft.

Oder andererseits: würden sie einem Beamten, der ein solch kriminelles und staatsfeindliches System installiert, wirklich noch zutrauen, dass er sensible Daten NICHT an die Meistbietenden verkauft?

Hören wir Martin W. Brock aus dem Managermagazin im Jahre 2009:

Was in Deutschland undenkbar ist, gehört in Ländern wie den USA zur offiziellen Politik: Seit vielen Jahren machen US-Regierungen kein Geheimnis daraus, dass sie die Geheimdienste angewiesen haben, zum Wohl der heimischen Wirtschaft Spionage zu betreiben.

Haben wir das schon vergessen?

Seit Beginn der Wirtschaftskrise stellen Unternehmen hierzulande eine erhebliche Zunahme der Wirtschaftsspionage fest, auch seitens der USA. Aber darüber wird nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen, niemand will es sich mit amerikanischen Auftraggebern verscherzen. Betroffen sind unter anderem Unternehmen mit Know-how im Bereich der Solar- und Umwelttechnologie.

Ich kann mich noch an mehr und ältere Skandale erinnern – und das versetzt mich in die Lage, zu sagen: nein, das ist kein Ausrutscher oder ein Versehen, das ist die logische Fortsetzung einer lang gehegten Tradition, die qualitativ schon lange vorhanden war, aber jetzt quantitativ Ausmaße erreicht hat, die selbst treuen Systemschreibern Angst einjagt.

Das ist aber noch nicht alles.

Es gibt noch eine weitere, sehr unangenehme Schlussfolgerung, die sich aus diesem Skandal ergibt.

Wir werden sie in den offiziellen Medien so nicht hören, weil es Wahrheiten gibt, die nicht für deutsche Ohren geeignet sind.

Wir haben eine Zwei-Klassen-Nato, in der wir Deutschen unseren Platz in der zweiten Klasse haben. Wir dürfen zahlen, bluten und ausspioniert werden. Das letzte zeigt sogar, dass wir ab einem gewissen Niveau wieder „Feindstaat“ sind – wie alle anderen europäischen Staaten auch, ausgenommen Großbritannien.

In der ersten Klasse sitzen das alte Imperium des Commonwealth und das neue Imperium des US-Kapitals, die nach der Weltherrschaft streben, bzw. die existierende Weltherrschaft ihres Systems „Neoliberalismus“ (eher als „Finanzdiktatur durch Staatsmacht“ zu bezeichnen) beibehalten wollen.

Unter diesem Zeichen sollten wir auch andere politische Geschehnisse betrachten – „nine-eleven“ zum Beispiel … oder die „Euro-Krise“. Auf einmal werden Verschwörungstheorien sehr plausibel, denn eine riesige Verschwörung haben wir ja gerade aufgedeckt: die Verschwörung der Geheimdienste Kanadas, Australiens, Neuseeland, Großbritanniens und der USA gegen die nicht-anglophonen westlichen Staaten.

Es ist kein großer Schritt mehr von der Absicht, treue und loyale Verbündete auszuspionieren und wirtschaftlich zu betrügen hin zu der Überlegung, mal ein paar eigene Hochhäuser in die Luft zu jagen, um ungehindert in fremde Länder einmarschieren zu können und die Machtbefugnisse der Geheimdienste grenzenlos auszuweiten, oder?

Die schlimmsten Befürchtungen der übelsten Verschwörungstheoretiker sind wahr geworden: die große Verschwörung der Geheimdienste gegen das Volk ist Realität geworden.

Folgen?

Keine.

Dafür sorgen weitere gut bezahlte, gezielt implementierte Gefolgsleute in den einzelnen Feindstaaten, im Feindstaat Deutschland findet man die unter anderem in der Atlantik-Brücke, deren „Young Leaders“ (Guttenberg, Wulff, Özdemir, Bulman, Koch-Mehrin, Weidmann, Diekmann, Döpfner, de Maizière uvm) ganz besondere Spuren in der politischen Welt Deutschlands hinterlassen haben.

Das alles ist schon längst bekannt und wir weitgehend toleriert, weil wir an den guten, „großen Bruder“ glaubten.

Jetzt hat der große Bruder aber gezeigt, was er von uns hält – von uns und dem Rest von Europa.

Wie reagieren wir? Natoaustritt? Ausweisung der Botschafter entsprechender Länder? Gründung einer eigenen europäischen Verteidigungsunion wegen erwiesener Feindseligkeit unserer Verbündeten?

Nein – laut Spiegel erlauben wir unseren Geheimdiensten, ein eigenes Mega-Lausch-Programm zu installieren, siehe Spiegel:

Trotz des Skandals um das US-Spähprogramm Prism plant der Bundesnachrichtendienst, das Internet stärker zu überwachen. 100 Millionen Euro sollen nach SPIEGEL-Informationen investiert werden – geplant sind technische Aufrüstung und die Einstellung von bis zu hundert neuen Mitarbeitern.

Damit werden wir Deutschen zum am besten überwachten Volk der Erde. Alle unsere Freunde belauschen uns, ob wir nicht auch etwas gegen den guten alten demokratischen Rechtsstaat im Schilde führen, den sie selbst so treffsicher ausgehebelt haben.

Deshalb kann man schon jetzt sagen: politische Folgen wird dieser Skandal nicht haben, dafür werden die deutschen Freunde der USA in Politik und Wirtschaft schon sorgen – immerhin hat man sie ja genau deshalb gezielt geschult und implantiert.

Und sollten sie versagen, gibt es ja immerhin noch andere Mittel, ungeliebte Mitmenschen zu entsorgen. Geheimdienste kennen da viele Methoden, unbequeme Zeugen wegzubarscheln – und viele Politiker in Deutschland haben diese Botschaft sicher auch verstanden.

Ist das wieder zu weit gedacht – zu düster?

Ich halte es schlichtweg für notwendig, dass wir eine Weile mal die Brille mit der heilen rosa Weltsicht absetzen und uns nur den nackten Fakten widmen:

einer anglophonen Geheimdienstverschwörung gegen die gesamte westliche Wertegemeinschaft und den logischen Folgen, die sich aus dieser Tatsache für unser Weltbild ergeben.

Ich glaube nicht, dass wir uns noch großartig Fehler erlauben können, denn praktisch leben wir jetzt schon in einer antidemokratischen Gesellschaft, die von ein paar unsichtbaren Beamten in den Geheimdiensten kontrolliert wird.

Und es sind genau jene staatsfeindlichen Terroristen in den Schaltzentralen der Macht, die Russland dazu anhalten, einen Konfrontationskurs gegen den Westen zu fahren, obwohl der Kalte Krieg lange vorbei ist.

Für jene Geheim-Terroristen ist er nämlich auch nicht vorbei, sie haben ihm nur neue Ziele hinzugefügt.

Eins davon sind wir – das möchte man uns nur nicht so deutlich sagen.

Aber merken können wir das jeden Tag, wenn wir analysieren würden, wieviel Euro-Kapital durch die Eurokrise seinen Weg auf die Konten von US-Banken findet.

 

 

 

Die letzten 100 Artikel