Weltkrieg

This tag is associated with 24 posts

Wie Regierung, Medien, Wirtschaft und Mario Barth die Zivilgesellschaft zerstören

Na, auch erleichtert? Worüber? Na, über die Rettung der Welt. Über die vielen positiven Nachrichtenlügen, die nun den DAX soweit gestützt haben, das er wieder langsam nach oben zu klettern beginnt. Lügen? Das sei zu weit gegriffen? Darf ich nochmal etwas in Erinnerung rufen, auch wenn es nervt, das ich mich dauernd wiederhole?

 “Wir wissen doch alle, dass unser System auf Dauer so nicht funktionieren kann”, sagt von Issendorff, Gründer von Tungsten Capital Management.

Was auch Fakt bleibt - im gleichen Artikel erwähnt - ist die Verschönerungsverschwörung der Leitmedien (oder waren es Leidmedien?) in Deutschland:

Na, auch erleichtert? Worüber? Na, über die Rettung der Welt. Über die vielen positiven Nachrichtenlügen, die nun den DAX soweit gestützt haben, das er wieder langsam nach oben zu klettern beginnt. Lügen? Das sei zu weit gegriffen? Darf ich nochmal etwas in Erinnerung rufen, auch wenn es nervt, das ich mich dauernd wiederhole?

 “Wir wissen doch alle, dass unser System auf Dauer so nicht funktionieren kann”, sagt von Issendorff, Gründer von Tungsten Capital Management.

Was auch Fakt bleibt – im gleichen Artikel erwähnt – ist die Verschönerungsverschwörung der Leitmedien (oder waren es Leidmedien?) in Deutschland:

An einer Stelle liest man in dürren Worten, worum es an diesem Abend im Kanzleramt ging: Merkel bat die Journalisten, zurückhaltend über die Krise zu berichten und keine Panik zu schüren. 

Ich denke, ich werde diese Zitate so oft wiederholen, bis sie jeder Bundesbürger gelesen hat, bis sie über jedem Rathauseingang hängen, in jedem Gericht zu beobachten sind, im Bundestag vor jeder Rede Erwähnung finden, in jeder Schule einmal die Woche in einer separaten Stunde auseinandergenommen werden und an jedem Streifenwagen der Polizei als Aufkleber hängen. Man kann diese kleinen Nachrichtenperlen am ansonsten zugemüllten Nachrichtenstrand der Republik gar nicht hoch genug einschätzen, weil sich Politik und Wirtschaft selten so tief in die Karten gucken lassen und man selten einen solch deutlichen Ausblick auf die wirklichen Zustände in diesem Land bekommt.

Das „wir“ des Herrn von Issendorf ist klar und deutlich … aber es schließt nicht alle ein. Neben dem „wir“ – zu dem die führenden Köpfe von Wirtschaft, Politik und ebenauch Medien zählen, wie wir dank des „Freitag“ erfahren durften – gibt es noch ein „die“.  „Die“ wissen nicht so viel. „Die“ kriegen auch nicht so viel – Arbeit, Grundbesitz, Bargeld, Ersparnisse … das alles ist nichts für „die“ – und „Wissen“ erst recht nicht.

Was „wir“ wissen, hat Herr von Issendorf vor zwei Jahren schon mal in der Wiwo erklärt:

Die Gefahr ist groß. Deshalb investieren die meisten vor allem dort, wo sie bei Problemen schnell wieder verkaufen können, also am 
Aktienmarkt. Die Zentralbanken fluten die Märkte mit billigem Geld, es gibt eine Liquiditätsschwemme. Die kann aber nicht ewig weitergehen, sondern wird irgendwann enden. Das ist schon wieder ein heißer Tanz auf dem Vulkan. Es ist schwer, nicht mitzutanzen.

Das ist was, was „wir“ wissen: der ganze „Aufschwung“ lief nur auf Pump – in Griechenland genauso wie hier, in den USA wie in China. Die Zentralbanken geben Geld billig ab (natürlich nicht an jedermann, das ist klar, „die“ kriegen nichts), mit dem Geld überschütten die Banken die Börsen, die Kurse steigen, die Gewinne werden abgeschöpft, das billige Geld zurückgegeben und das funktioniert solange, bis die Blase platzt. „Wir“ wissen, das sie platzt, aber „wir“ sollten „die“ weiterhin im Unklaren lassen.

Man braucht keine verschwörerischen Orden in bunten Kutten zu visionieren, um zu verstehen, wie so etwas läuft – es reicht eine herunterregulierte gesellschaftliche Ethik, eine miserable allgemeine Moral und der Blick auf die eigenen Kreditkarten samt dem Wissen, das hundert andere nebenan das auch gerne hätten, um „an einem Strang“ zu ziehen und das System zu melken, solange es noch geht.

Immerhin: „wir“ wissen, das das alles ein Ende hat.

„Wir“ wissen auch, wozu „wir“ fähig sind. Die gezielte Ausrottung bzw Vertreibung von Indianerstämmen interessiert uns nicht, die Ermordung von 160 Kindern durch Drohnen läßt uns kalt, das eine Pleitenation mit Hochdruck an Killerdrohnen arbeitet, die in einer Stunde auf der anderen Seite der Welt sein können, während die Kriegstreibermaschine inzwischen nahezu ungehindert in aller Öffentlichkeit arbeitet, nehmen wir gar nicht öffentlich zu Kenntnis. Weil „wir“ wissen, wie die Welt läuft, wissen „wir“ auch, dass ein neuer globaler Krieg unverzichtbar ist. Kriege sind eine hervorragende Gelegenheit, das Volk zu beschäftigen und sein Schäflein ins Trockene zu bringen, wo es vor den bösen Mitbürgern in Sicherheit ist.

Was „wir“ von denen denken, sagen „wir“ gerne offen, wenn „wir“ uns überlegen fühlen, wie hier Richard Sennet im „Spiegel“ erwähnt:

Der Londoner Bürgermeister Boris Johnson, ein Konservativer aus der Oberschicht, führt das gerade exemplarisch vor. Johnson hat die Plünderer als Unterschichtsmob bezeichnet. Wenn man Menschen so nennt, will man sie nicht mehr erreichen. Die Sprache, die wir größtenteils für soziale Unruhen benutzen, begegnet den Menschen mit Verachtung – und das heizt das Problem weiter an. 

Andere „wir“ nannten ihre „die“ Juden, Nigger oder Asoziale. Die Sprache ändert sich, die Zielgruppen wandeln sich, aber das Ergebnis bleibt gleich: „wir“ echten lebenden Menschen gegen die unmenschlichen Zombies – wundert man sich da über den Boom eines mythologischen Randthemas zum Kultfilm?

16000 Polizeibeamte mussten in London einmarschieren, um die öffentliche Sicherheit wieder herzustellen, die Bürgerkriege in den dahinsiechenden westlichen Industrienationen richten mitlerweile mehr Schäden in den Metropolen an als die Nazibomben im zweiten Weltkrieg – und die Morde in Norwegen gehören in die gleiche Kategorie.

Nochmal Richard Sennet:

Ich hoffe, man redet bald über die Ursachen. Und die liegen für mich darin, dass diese Regierung die Zivilgesellschaft und die zivilen Institutionen zerstört hat. Ich hoffe, dass das die Diskussion ist, die stattfinden wird.

Diese Diskussion werden wir aber nicht bekommen…es sei denn, in zwei bis drei lauwarmen Talkshows, damit das Volk denkt, das „wir“ das Problem schon in den Griff bekommen, während „wir“ nur unseren Griff um ihr Bargeld stärken möchten, während die Politik immer offener ihre Machtlosigkeit erlebt, wie hier im Spiegel detalliert aufgeführt:

Machtlos, ratlos, kraftlos. Die Führer der Welt wirken überfordert. SPIEGEL ONLINE gibt einen Überblick über die bedrängten Mächtigen.

Wie sollten sie auch anders wirken, denn: „wir wissen doch alle, das unser System auf Dauer nicht funktionieren kann“. Aber „wir“ haben die Medien schon mal auf unsere Seite gebracht, damit sie nicht so dramatisch über die Entwicklung berichten.

„Spekulanten wetten auf den Weltuntergang“, so titelt das Handelsblatt. Man versteht solche Wetten gut vor den Einsichten, die Herr von Issendorf preisgegeben hat. Im schon zitierten Wiwo-Artikel erläutert er noch weiter, wie „wir“ gerade Kasse machen:

Das Gros bei neuen Anleihen verdienen die Banken nicht mit der Emissionsmarge — also der Gebühr, die wenige Prozent des Anleihenennwerts beträgt —, sondern mit anderen Geschäften, die daran gekoppelt sind. Für Swap-Geschäfte zum Beispiel, mit denen Unternehmen Laufzeiten oder Währungen tauschen und absichern, lassen sich die Banken gut bezahlen. Wie hoch ihre Marge ist, weiß meist nicht einmal der Kunde.

Was Swaps sind? Die Kreditausfallversicherungen, die aktuell gerade für Frankreich und Deutschland immer teurer werden, weil die von „denen“ geretteten Banken „uns“ helfen, gegen ihre eigenen Länder zu wetten, dadurch an der Preisschraube zu drehen und die Volkswirtschaft Richtung Hungertod zu treiben.

Gut, das „die“ das nicht alle gleichzeitig merken.

Man nannte das früher auch mal Bürgerkrieg, weshalb die Ausschreitungen in London in Wirklichkeit niemanden verwundern. Dort haben „die“ erfahren, was „wir“ mit ihnen vorhaben – ein klassisches Versagen der Medien …. oder die Blogger waren Schuld, weil sie den Schulterschluss von Regierung, Wirtschaft und Medien unterlaufen haben.

Wann starten eigentlich die Abrüstungsverhandlungen mit China? Wann ziehen wir die Drohnenkiller zur Verantwortung? Wann fangen wir an, Indianer als schützenswerte Menschen zu beachten, wann merken wir, das die Zivilgesellschaft durch Regierungen, Wirtschaft und Medien zerrüttet wird … und durch uns selbst, denn noch … sind ethische Entscheidungen nicht verboten, noch sind ethische Urteile erlaubt, noch darf man ethische Forderungen aufstellen wie die:

Stoppt die Killer der Zivilgesellschaft!“ 

Damit kann man ganz klein anfangen … denn „wir“ lachen gerne über Mario Barth, jenen Menschen, den Dieter Hildebrandt für abgrundtief dumm hält. Wer über diesen albernen Mumpitz lachen kann, lacht im Prinzip … über seine eigene Dummheit – und ist auch noch stolz darauf. Warum die gezielte Förderung von Frauenfeindlichkeit nun dumm ist, und die Zivilgesellschaft zerstört muß ich – so hoffe ich – nicht noch detalliert beschreiben, oder?

Doch?

Man ersetze bei „Barth“ das Wort „Frau“ durch das Wort „Jude“, „Nigger“ oder „Asoziale“ – und werfe einen Blick auf die gesellschaftlichen Realitäten, die den Aufstieg des Herrn Barth begleiten:

Frauen können noch immer nicht gleichberechtigt leben. Ihr Anteil im Top-Management ist 2007 von 7,5 auf 5,7 Prozent zurückgegangen. Nirgendwo in Europa ist der Lohnabstand zwischen Frauen und Männern größer als in Deutschland.

Na, noch lustig?

So lustig wie die Meldung, das der britische Premier David Cameron das Militär im Landesinneren einsetzen will, womit Großbritannien sich ganz offen auf eine Stufe mit den großen Militärdiktaturen der Geschichte stellt.

Das ist der Humor jener Killer der Zivilgesellschaft, die sich gerne vom Unterschichtenmob abgrenzen, von den hirnlosen Zombies (ich glaube, Herr Barth nennt sie „Frauen“), die man nur mit einer Ladung Schrott im Gesicht aufhalten kann. Anders Breivik hat sich an diese Botschaft gehalten:

Fast eineinhalb Stunden schoss der Attentäter mit einem Schnellfeuergewehr gezielt auf die panischen Jugendlichen, die weder von der Insel Utøya fliehen noch auf schnelle Hilfe hoffen konnten. «Es sah aus, als habe er Spaß», sagte Augenzeuge Magnus Stenseth (18).

Wie gut, das die Leitmedien uns mit diesen Perspektiven verschonen … uns könnte das Lachen im Halse stecken bleiben, wenn wir merken, das wir selbst es sind, die unsere eigene Gesellschaft zugrunderichten….und das die Herren des Spiels sich hinter verschlossenen Eichentüren auf feinsten Leder in edlem Marmor- und Mahagonieambiente über uns kaputtlachen, weil sie wissen, das wir bald wieder im Schützengraben verrecken werden, während unsere Frauen danach den Wiederaufbau organisieren … Frauen, die „wir“ dann schnell gefügig kriegen, wenn sie was zu essen haben wollen.

 

 

 

 

Hellsehereien über China, Weltkriege, Armin Risi und Rente mit 60

2011 wird ein spannendes Jahr. China erobert laut Managermagazin die Welt mit Geld:

Mit immer ausgefeilteren Strategien strebt Peking nach globaler Dominanz. Auch die demonstrative Harmonie während des Staatsbesuches von Chinas Vizepremier Li Keqiang kann nicht verdecken: Der angeschlagene Westen hat dem chinesischen Expansionsdrang wenig entgegenzusetzen.

Man kann davon ausgehen, das diese Entwicklung nicht zufällig gerade jetzt eintritt. Die ehedem primitive und schlecht ausgerüstet Volksbefreiungsarmee hat sich mitlwerweile – lange versteckt vor der Öffentlichkeit – zu einer hochmodernen Riesenarmee entwickelt, die laut Handelsblatt schon jetzt Sorgen macht:

China lässt nicht nur wirtschaftlich, sondern auch militärisch die Muskeln spielen: Ob Flugzeugträger, U-Boote oder neue Mittelstreckenraketen – die Volksrepublik steckt Milliardensummen in seine Streitkräfte. In den USA und den Nachbarländern löst die Aufrüstung Unbehagen aus.

Dabei war doch – ebenfalls laut Handelsblatt – erst vor fünf Monaten ein reisefreudiger SPD-Parlamentarier vor Ort um die Sache zu klären:

„Vom Selbstverständnis her strebt China nur eine regionale Rolle an“, sagt der SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Bartels, der sich vor wenigen Tagen in seiner Funktion als Mitglied des Verteidigungsausschusses vor Ort informiert hat.

Selbstverständlich ist der SPD-Mann davon ausgegangen, das er vor Ort von den Chinesen umgehend alles Material ausgehändigt bekommt, weil er ja immerhin vom Verteidigungsausschuß kommt. Wie es aussah, war die Reise zwar nicht billig, aber umsonst – wenn man dem Spiegel glauben kann:

Ballistische Anti-Schiffs-Raketen, Flugzeugträger, Tarnkappen-Kampfjets: China modernisiert seine Streitkräfte mit atemberaubendem Tempo. Die USA fürchten um ihre Vorherrschaft im Pazifik – und kontern Pekings Ambitionen mit einer neuen Militärdoktrin, die Anleihen im Kalten Krieg nimmt.

Was die USA momentan planen, wird detalliert beschrieben:

Auf diese Gefahr reagiert die „AirSea Battle“-Doktrin. In einer weiteren Studie des CSBA sind die wahrscheinlichen Kernpunkte aufgelistet:

Die Air Force würde chinesische Satelliten ausschalten, damit US-Schiffe nicht mehr anvisiert werden und frei operieren können,

Aegis-Schiffe würden die Raketenabwehrsysteme von US-Luftwaffenbasen im Westpazifik verstärken,

Langstrecken-Schläge würden Chinas landgestützte Ozean-Überwachungssysteme und Startrampen für ballistische Raketen zerstören,

von US-Flugzeugträgern würden Kampfjets aufsteigen und die bemannten und unbemannten Aufklärungsflugzeuge der Volksbefreiungsarmee angreifen,

Kampfflugzeuge würden chinesische U-Boote mit Minen und Bombenangriffen bekämpfen.

Ich würde das dann einfach mal Weltkrieg nennen. Wir dürften dann nämlich auch dabei sein um unsere Bündnispflichten zu leisten oder im Sinne Guttenbergs unsere Wirtschaftsinteressen dort militärisch durchzusetzen.  Während der SPD-Mann noch verbale Narkotika verteilt, um die Rente mit 67 in Deutschland zu verteidigen (der rückständige primitive chinesische Kommunist legt ja schon mit sechzig den Hammer hin) , schreibt die Welt heute Klartext:

Die Chinesen machen die Welt schwindelig. Keine Woche vergeht bei uns ohne Titelseiten von Magazinen oder Fernseh-Features, die respektvoll, ehrfürchtig, Furcht einflößend oder rätselnd raunen und warnen über die heraufkommende, bald alles beherrschende Supermacht. Was immer wieder vergessen wird: Es geht nicht um eine einfache globale Gewichtsverschiebung. Die passiert alle paar Generationen. Wir aber erleben eine historische Premiere: Zum ersten Mal wird eine einst führende Weltmacht nach vielen Jahrhunderten ein grandioses Comeback feiern.

Der Drachenthron kommt wieder … und mit ihm eine alte Kultur, die Gelehrte seit Jahrtausenden fasziniert – eine Kultur, die andere Prioritäten setzte, in der der Soldat nichts galt, der Geisteswissenschaftler aber viel: das sorgte zu Zeiten der Aufklärung für viel Aufsehen in Europa. Weise Menschen als Regenten … ja, geht denn das?

Es kommt auch eine andere Philosophie zum Tragen, eine Philosophie, die nicht unbedingt unseren Vorstellungen vom Kommunismus entspricht – aber das scheinen wir ja dankenswerterweise schon verstanden zu haben, denn in den Artikeln ist ja nicht vom großartigen Sieg des Kommunismus die Rede, wenn über das Erfolgsmodell China gesprochen wird. Es ist die jahrtausendealte Philosophie der Harmonie, des Zusammenspiels von Ying und Yang, der Vorstellung davon, das politische Auseinandersetzungen nicht offen auf der Straße sondern besser innerhalb des Regierungsapparates – oder innerhalb der Partei – ausgefochten werden sollten, um den gesellschaftlichen Frieden zu wahren.  Das ist eine andere Philosophie als die des Westens, der eher den Sozialdarwinismus in verschiedenen Schattierungen bevorzugt und sich zu einer merkwürdigen Religion bekennt, die Akupunktur hemmungslos einsetzt, ohne nur im Mindesten zu verstehen, wie sie funktioniert: der Religion des Materialismus.

Historisch gesehen hat sich der Materialismus aus einer Gegenbewegung zum Katholizismus entwickelt – und wie alle Gegenbewegungen hat er ihn erstmal kopiert.

Aus Priestern wurden Kommissare oder Wissenschaftler – je nach Gesellschaftsmodell, in das man hineinkam. Deshalb konnten Sowjetforscher leichter „parapsychologische“ Studien durchführen, weil ihr Äquivalent zur Priesterkaste sich als politische Kommissare und Funktionäre niederlassen konnte, während sie im Westen an die Universitäten eilte, gemäß dem Motto: Wissen ist Macht.  Nur vor dem Hintergrund des Religionscharakters des Materialismus kann man diese Artikel verstehen – und diesen Gelehrtenstreit, über den der Spiegel berichtet:

Vorhersagen, was in der Zukunft passiert – das ist Stoff für Science-Fiction-Filme. Oder tatsächlich machbar? Ein wissenschaftliches Journal veröffentlicht nun eine Studie, die angeblich belegt, dass Menschen dazu in der Lage sind. Die Fachwelt ist schockiert. Und widerspricht.

Die Fachwelt widerspricht – wie üblich – noch bevor sie Gegenbeweise angebracht hat. Es gibt dazu auch keine Gegenbeweise. Entweder sagen Menschen die Zukunft voraus – oder nicht. Wenn es nur einer mal geschafft hat, dann geht das – im Prinzip. Das heißt aber nicht, das es ständig wiederholbar ist, noch, das man es beherrschen kann.  Da ich selbst persönlich ein solches Erlebnis hatte (aber ganz unspektakulär – nur der Traum von einer Situation, die später detalliert eintraf),  und genug Menschen kenne, denen Ähnliches widerfahren ist, sage ich: es geht. Steuern und kontrollieren kann man es nicht, es „fällt zu“, wie manchmal Erkenntnis „einfällt“.  Niemand würde die Existenz von Newton, Bohr oder Einstein negieren, weil geniale Erkenntnisse nicht unter Laborbedingungen in Serie geschaffen werden können.

In der Tat ist die Prophetie keine nutzbringende Gabe, auch wenn es fürs Lottospielen und die Börse hilfreich wäre.

Warum ich nun gerade Chinas nagelneue radikale Expansion im Zusammenhang mit Hellseherei bringe?

Nun, ich bin neugierig auf die Zukunft – und manchmal lese ich auch prophetische Bücher. Sie sind in ihrer Aussagekraft nicht schlechter als die Wirtschaftsprognosen der Experten, denen bislang kaum eine treffende Voraussage gelang. Einer dieser Propheten ist Armin Risi, der in seinem Buch „Machtwechsel auf der Erde“ 1999 das Heraufziehen einer – apokalyptischen – chinesischen Bedrohung voraussagte – unter anderem mit Bezug auf die Vorgänge des Diebstahls der Unterlagen zum hochmodernen W-88 Nuklearsprengkopf der USA.

Ich hielt seine Ausführungen für plausibel, aber völlig unwahrscheinlich. Lese ich jedoch die oben zitierten Artikel, so muß ich sagen: ich sollte diesen Risi nochmal lesen. Er vertritt zwar ein dem herrschenden Materialismus und Monotheismus völlig entgegengesetzes Weltbild – aber das muß deshalb nicht falsch sein.

Und wer weiß – vielleicht sind seine Spekulationen und synkretistischen Arbeiten auch durch ein kleines Traumbild motiviert worden, das einen Ausblick auf die Zukunft warf … so wie auch die Arbeiten von Einstein und Bohr durch Träume nachhaltig beeinflußt wurden.  Aber hier zeigt sich ja auch gleich die Schwäche der Traumdeuterei … man weiß nie, was jetzt ein reales Zukunftsbild war, eine geniale Erkenntnis … und was einfach nur alltägliches, übliches, verschlüsseltes Traumtheater ist.  Wer also meint, man könnte es renditetauglich nutzbar machen … der investiert vergebens.

Aber seitdem die Gerac-Studie Akupunktur bei deutschen Krankenkassen hoffähig gemacht hat, werden wir uns in Zukunft vielleicht auch mit anderen Aspekten des menschlichen „Energiekörpers“ auseinandersetzen müssen, Aspekten, die wir eigentlich nicht wahr haben wollen, weil unsere materialistische Religion sie mit einem Tabu belegt hat … einem Tabu, das auch die Überlegenheit der weißen Rasse, ihrer Art zu Denken und die Welt zu deuten beinhaltet hatte.

Nach der nun erkennbaren Rückkehr des Drachenthrones werden wir uns möglicherweise noch von viel mehr liebgewonnenen Tabus lossagen müssen … wobei die Philosophie der Harmonie der gesellschaftlichen Kräfte nicht so unfreundlich wirkt wie die Philosophie des Kampfes aller gegen alle.  Vielleicht heißt in Zukunft wieder: von China lernen heißt siegen lernen.

Dann wäre es vielleicht auch für uns möglich, Alternativen  zur alternativlosen Rente mit 70 zu entwickeln.

Weltkrieg 3: Made in USA

Man macht sich ja als Vater so seine Gedanken. Zum Beispiel über die Zukunft. Früher war es üblich, sich sogar schon vor der Geburt Gedanken über die Zukunft zu machen, eine Einstellung, die sich als ganz nützlich bewies. Manche waren in den Siebzigern der Meinung, das es unverantwortlich sei, „in diese Welt“ Kinder zu setzen. Ich war anderer Meinung. Ohne Kinder gibt es keine Zukunft, das ist schon mal sicher. Doch selbst wenn man die Perspektive ausschließen möchte, selbst in irgendeiner Weise am Elend seiner eigenen Kinder beteiligt zu sein, das ihnen in dieser Welt wiederfährt, so gibt es doch außerhalb der Dimension der Politik ein unendlich reiches Leben, welches lediglich durch Kriege in Gefahr geraten könnte – und Kriege hielt ich für ausgeschlossen.

Ende des zwanzigsten Jahrhunderts konnte doch wirklich niemand mehr ernsthaft daran denken, die Grauen von 1914 oder 1939 zu wiederholen. Immerhin gab es Fernsehen – eine, wie ich meinte, wunderbare Erfindung, die es Menschen erlaubte, sich einen lebhaften Eindruck von der Vergangenheit zu machen, realistische Bilder von Kriegen zu sehen, die ihnen die Lust an dieser Veranstaltung für immer und ewig nehmen würden. Kriege – erst recht in großem Ausmaß – hielt ich für unmöglich.

Heute sehe ich das anders – heute muß ich es anders sehen. Ich hatte mich vertan, mich verrechnet. Zum einen wiederholt sich etwas, was schon 1914 zu beobachten war: junge Leute, die den Krieg nicht kannten, deuten ihn als heroisches Abenteuer, das – selbstverständlich – alternativlos im Dienste höherer Ziele anzustreben ist.

Zum anderen gibt es doch noch eine verbliebene Macht, die mit Gewalt Weltherrschaft ausübt und in diesem Zusammenhang auch jederzeit bereit ist, große Kriege vom Zaun zu brechen – und das ist gerade die Macht, die öffentlich als Garant für Menschenrechte und Demokratie verkauft wurde: die USA.

Sie sind in ihrer Agressivität wohl bald durchaus zu vergleichen mit dem Dritten Reich Hitlers – jedenfalls wenn ich die neuen Enthüllungen von Wikileaks ernst nehmen soll, die man zum Beispiel bei wsws findet:

Depeschen des US-Außenministeriums, die WikiLeaks veröffentlicht hat, haben Geheimpläne der Nato für einen Krieg gegen Russland wegen der baltischen Staaten unter der Führung der USA aufgedeckt.

Die Geheimpläne sprechen klar und deutlich von den Vorbereitungen auf einen umfassenden Krieg mit Russland. Sie sahen für den Fall eines russischen Einmarschs in eine der ehemaligen baltischen Sowjetrepubliken die sofortige Entsendung von neun amerikanischen, englischen und deutschen Divisionen sowie polnischen Truppen vor.

Das westliche Demokratien ernsthaft daran gedacht haben, einen dritten umfassenden Krieg gegen Russland zu führen, würde ich unter normalen Umständen nicht glauben. Es widerspricht allem, wofür diese Länder stehen…..bzw. mal gestanden haben. Die Zeiten, wo man drauf vertrauen konnte, das Vernunft und Demokratie sich von ganz alleine durchsetzen werden, sind wohl spätestens seit der Einführung der Agenda 2010 vorbei. Hier konnte jeder auf einmal in aller Deutlichkeit vor der eigenen Tür sehen, das man Menschenrechte mitten in einem „demokratischen Staat“ einschränken kann, das der Souverän – sofern er der staatliche verordneten Arbeitspflicht nicht nachkommt – mit Hausarrest und sozialer Ausgrenzung seiner Kinder bestraft wird … Umgangsformen wurden etabliert, wie sie in totalitären Staaten üblich sind.

Wo so ein Geist herrscht, da wirft man auch gern Bomben auf die Nachbarn.

Am 5. Dezember gelangte Material an die Öffentlichkeit, das den zerrütteten Zustand der internationalen Beziehungen angesichts der sich verschärfenden globalen Wirtschaftskrise deutlich werden lässt. Insbesondere die sich im Niedergang befindliche Weltmacht USA setzt alles daran, ihre Vorherrschaft gegenüber aufkommenden Rivalen, wie z.B. China, zu retten. Dieser Konflikt ist Kern einer Meldung des Außenministeriums vom 24. März 2009, die über ein Treffen des damaligen australischen Premiers Kevin Rudd mit der amerikanischen Außenministerin Hillary Clinton bei einem Besuch in Washington berichtet.

Rudds Antwort beseitigt alle Illusionen: Er bezeichnete sich als “brutalen Realisten hinsichtlich Chinas.” Wie er ausführte, widmeten die australischen Geheimdienste der zunehmenden militärischen Stärke Chinas ihre volle Aufmerksamkeit und Australien werde „als Reaktion auf Chinas zunehmende Gewaltoptionen“ seine Seestreitkräfte im Südpazifik ausbauen. Er sagte, die USA und ihre Verbündeten müssten sich bemühen, China in eine von Amerika dominierte Struktur zwischenstaatlicher Beziehungen in der asiatisch-pazifischen Region einzubinden, und „sich gleichzeitig auf die Anwendung von Gewalt vorbereiten, falls das alles schief geht.“

So reden dort gewählte demokratische Politiker. Vom Ton her kein Unterschied zum Denken nazi-deutscher Panzergeneräle.

„Wenn es dem Esel zu gut geht, dann geht er aufs Eis“, sagt der Volksmund. Jetzt wundert es mich auch nicht mehr, das der Konflikt mit Nordkorea nicht zur Ruhe kommt: da es schon Pläne für ein „Korea der Widervereinigung“ gibt (Pläne, die von Peking energisch abgelehnt werden).

Der Autor des Artikels bei wsws sagt es deutlich:

Dieses Gespräch erinnert an die geheimen Diskussionen zwischen Großmächten in den Jahrzehnten vor dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, als diese um Machtpositionen und Einflusssphären rangen und gleichzeitig ihre Streitkräfte auf den ultimativen Kampf um die Vorherrschaft in Stellung brachten. In beiden Perioden wurden lokale und regionale Spannungen – auf dem Balkan, im Mittleren Osten und in Nordafrika – zum Zünder für einen weltweiten Konflikt.

Hier ringen schon längst nicht mehr Demokratien um ein friedliches Miteinander, hier positionieren sich Armeen zum Schlagabtausch, hier laufen Großmächte frontal aufeinander zu.

Der Kampf um Macht und Einfluß wird dabei mit einer unglaublichen Skrupellosigkeit geführt, bei der Menschenleben – hier bei „Zentrum der Gesundheit“ keine Rolle spielen:

Informationen, die einigen WikiLeaks-Berichten zu entnehmen sind, enthüllen eine mögliche Verschwörung der US-amerikanischen Regierung mit dem Ziel, gentechnisch veränderte Nahrungsmittel (GMO, engl.: genetically-modified organisms) auf dem afrikanischen Kontinent zu verbreiten und sich gleichzeitig die Bodenschätze Afrikas zu sichern.

Auch wenn die Dokumente bei Wikileaks keine Aussagen zu dem Thema machen: Geist und Denken der US-Politik würden erlauben, sich vorzustellen, das nine-eleven hausgemacht war, inszeniert von einflußreichen und finanzstarken Kreisen mit Weltherrschaftsphantasien. Immerhin war es genau dieses Ereignis, das es erlaubte, hemmunglos „zurückzuschießen“ – genauso wie Hitler nach einem fingierten Angriff zurückschießen konnte. Selbst so ein Superverbrecher bemühte sich noch um eine Legitimation seiner Kriege gegenüber dem eigenen Volk, umso mehr muß man erwarten, das kriegsinteressierte Kreise in den USA eine Legitimation benötigen.

Je größer der wirtschaftliche Druck in den USA wird, umso größer wird auch der Hunger nach einem Krieg, der die wirtschaftlichen Sorgen fortbläst und an dessen Ende reiche Beute steht: gewonnene Rohstoffe und zerbombte Konkurrenten.

Der einzige Trost: beim nächsten Krieg hat Deutschland eine Chance, nicht mehr Frontgebiet zu sein. Womit wir vor Ort rechnen müssen, ist einfach nur eine wohlwollende Militärdiktatur, die uns unsere Kinder nimmt, um sie in Russland oder China zu verheizen. Zu weit gegriffen? Ich denke nicht. In Spanien ist das laut wsws schon Realität:

Die Entscheidung der spanischen Regierung, der Armee zu befehlen, die Kontrolltürme der Flughäfen zu besetzen, um einen spontanen Streik der Fluglotsen zu brechen, ist eine Warnung für die gesamte Arbeiterklasse.

Die Regierung von Ministerpräsident José Zapatero von der Spanischen Sozialistischen Partei (PSOE) hat dem Militär durch die Ausrufung des Notstands umfassende Befugnisse übertragen, durch den grundlegende demokratische Rechte ausgesetzt werden. Diese Maßnahme zeigt den durch und rechten Charakter dieser „sozialistischen“ Regierung. Sie ist entschlossen, den Willen der Finanzaristokratie durchzusetzen und ergreift Maßnahmen, wie es sie seit 1975, dem Ende des faschistischen Regimes von General Franco, nicht mehr gab.

Die Fluglotsen versehen weiterhin ihren Dienst unter vorgehaltener Waffe … und dürfen – wie der Spiegel heute berichtet – dankbar sein, nicht verhaftet zu werden:

Aufgrund der Sonderrechte hätten die streikenden Fluglotsen wegen Befehlsverweigerung vor Militärgerichten angeklagt und zu Freiheitsstrafen verurteilt werden können.

Sieht zwar politisch schlecht aus für die Sozialisten, die das angeordnet haben, aber das ist ihren Geldgebern egal. Sie stört es nicht, wer ihre Befehle ausführt, Hauptsache ist: sie werden ausgeführt. In der Konzernwirklichkeit ist jeder austauschbar, der nicht macht, was dem Konzern dient. Was dieser Mensch privat so macht, ob er Kommunist, Faschist, Christ, Moslem oder Demokrat ist, ist dem Konzern völlig egal – solange er seinen Job macht.

Und wir Bürger? Wir dürfen freiwillig bei dem Theater mitmachen – als Kommunisten, Faschisten, Christen, Moslems oder Demokraten. Solange wir mitmachen und gute Renditen abwerfen, werden wir auch noch gefüttert. Werden wir aber alt, krank und nutzlos, dann schmeißt man uns weg. Gut, das unsere „Fit for Job“-Kultur uns hilft, so lange wie möglich nützlich zu bleiben, gut, das unsere Medienkultur allzuschlimme Wahrheiten von uns fern hält und uns mit Tittytainment beruhigt, gut, das dieser Assange bald wegen Wehrkraftzersetzung eingesperrt wird, dann können wir weiterhin im alltäglichen Trott vor uns hinmarschieren, bis … ja bis die Bomben fallen.

Aber vielleicht treffen sie ja diesmal nicht unser Haus …

Wenn man so aus dem Fenster schaut, die Ruhe und den Frieden der Eifeler Winterlandschaft betrachtet, dann ist es kaum zu glauben, das ein paar kleine falsche Entscheidungen genügt hätten – und wir hätten wieder Krieg mit Russland.

Aber vielleicht kriegen wir den ja doch noch … vor oder nach dem Krieg mit China um die amerikanische Vorherrschaft in Asien.

Was aber noch weniger zu glauben ist, ist die Tatsache, das alle unsere Politiker von diesen Plänen wissen bzw. gewußt haben müssen. Das ist die Welt, in der sie sich tagtäglich bewegen – und vielleicht auch die Erklärung dafür, warum es egal ist, wen man wählt.  Egal wer es ist: er macht nur seinen Job.


Wir Einmaligen, der Weltkrieg, der Weltuntergang und der Tod.

Zivilisationskritik macht immer Spaß, gleichzeitig ist sie immer ein wenig unfair. Spaß macht sie, weil jeder im Alltag auf Kritikwürdiges trifft. Damit ist nicht nur die Politik gemeint (die ja inzwischen schon teilweise  so absurd erscheint, das man anstatt Kabarett lieber Comedy macht) sondern auch der ganz normal Alltag, der uns zum Beispiel sowas wie den „Smart“ auf deutschen Straßen beschert hat. Mal ehrlich … welcher normal denkender Mensch kauft sich ein Auto mit dem Transportniveau eines Kinderwagens? Etwas unfair ist die Kritik auch immer, denn Menschen wir Vieh zwischen Maschinen zu halten führt automatisch zu auffälligen Verhaltensweisen – wäre bei Kühen genauso. Sich dann auch noch darüber lustig zu machen wie seltsam die dabei aussehen ist schon etwas gemein – immerhin hat in dem freien Land voller selbstbestimmter Individualisten, die alle Herr über ihreigenes  Schicksal sind, niemand seine Lebensumstände selbst gewählt,  auch Einrichtung, Alltagsstruktur und Kleidung werden liebend gern von anderen übernommen….was laut einem in der Zeit vorgestellten Buch dann schon mal ziemlich unterhaltsam zu betrachten ist:

Wir Einmaligen heißt das Buch von Oliver Errichiello und Arnd Zschiesche. Sie sind Markensoziologen, erzählt der Klappentext. Ihr Befund: Unsere Einzigartigkeit ist eine Erfindung kluger Marketingstrategen. Weil die Warenwelt über uns herrscht und wir ihrem Versprechen von Individualität blindlings erliegen, kaufen wir Polarjacken, Apple Computer, nachhaltige Klappspaten von Manufactum und anderen Unfug. Wir wollen besonders sein, werden aber bloß zu Knallchargen der Konsumgesellschaft.

Wir stellen uns auf den Bühnen von Social-Media-Seiten aus und melden mit marktgängig optimierter Fröhlichkeit: „Dr. Stefan Oldenburg freut sich auf eine Woche voller Termine.“ Kurzum: Unser Leben ist eine Dauerwerbesendung.

Unter den vielen Kommunikationstherorien gibt es auch eine, die meint: jede Kommunikation ist auch Manipulation. Das ergibt sich alleine aus der Tatsache, das jede Kommunikation auch einen Zweck bzw. eine Absicht hat. Was aber Werbung angeht, so ist sie durchgängig Manipulation. Vorbei die Zeiten, wo uns eine Hausfrau mit Schürze mitteilte: „Spee ist toll!“. Die Werbung, der wir uns dank Fernsehen gezielt aussetzen, verändert unser Weltbild gezielt – und formt uns zu Knallchargen der Konsumgesellschaft, mit mit ihren Polarjacken in der Kölner Innenstadt nur lustig aussehen, besonders, wenn sie mit dem frisch gewachsten SUV vorfahren.

Ich denke mir, es könnte auch einen Zusammenhang zwischen den Weltuntergangsphantasien und der Kultur der „Einmaligen“ geben. Den Tod hat man ja schön verdrängt, man vergräbt die Toten nicht mehr unter der eigenen Haustürschwelle, damit sie auch im Tode noch bei einem sind, man karrt sie auf den Friedhof. Wird einer krank, kommt er ins Krankenhaus, wird er alt, dann kommt er ins Altenheim – kommt er aus den Häusern nicht mehr heraus, dann ist er … von uns gegangen. Obwohl es nahezu schon strafbar ist, offen religiös zu sein und an ein Leben nach dem Tode zu glauben (oder einfach instinktiv zu wissen, das es da weitergeht), benutzen doch alle noch Formulierungen, die sehr freundlich wirken und auf eine Fernreise ohne Rückfahrkarte hindeuten und nichts mehr mit Erde und Würmern und Häßlichkeit zu tun haben.

Das einzige, was uns noch Angst macht, ist der Weltuntergang. Wenn einfach alles zusammenbricht. Den können wir nicht in ein separates Lager schicken, der schluckt die Lager selbst. Dabei – das was uns Menschen ausmacht, im Inneren, im Kern … ist LEBEN. Das gibt es sogar noch auf den Inseln, die mehrfach von Atombomben getroffen wurden. Und die Welt als solche … wird sich noch ziemlich lange um die Sonne drehen, selbst dann, wenn kein Mensch mehr auf ihr herumläuft. Die Welt also … kann gar nicht untergehen. Dafür sorgt allein schon der Energieerhaltungssatz.

Aber das tröstet uns nicht darüber hinweg, das so etwas absolut EINMALIGES, so was absolut GÖTTLICHES wie ICH einfach nicht EWIG SEIN soll – obwohl wir aussehen wie die Halbgötter des Konsums auf den Werbeplakaten. Ich denke, darum verdrängen wir auch die Möglichkeit, das es Kriege geben kann. Kriege waren jahrtausendelang Begleiter der Menschheit, wir erinnern uns (im übrigen weltweit) nur noch mühsam an Zeiten, in denen es etwas anderes als Kriege gab – der Mythos vom „goldenen Zeitalter“ der Vergangenheit sitzt tief verankert in der Menschheit.

Es gibt auch Menschen, die führen gerne Krieg. Die einen finden die Jagd auf Menschen oder den fairen Kampf Mann gegen Mann sehr erfrischend – oder, um der Zeit gerecht zu werden – sehr erotisch. Die anderen spielen lieber Schach …. auch wenn es zum Weltkrieg führen wird, wie Diane Johnson in ihrem Artikel „Rußland einkreisen, China ins Visier nehmen“ bei „Antikrieg“ ausführt:

Der einzige Grund, gegen China loszugehen, ist wie der sprichwärtliche Grund, den Berg zu besteigen: es ist da. Es ist groß. Und die Vereinigten Staaten von Amerika müssen über allem stehen.

Die Strategie für die Beherrschung Chinas ist die gleiche wie für Russland. Sie besteht in klassischer Kriegsführung: Einkreisung, Belagerung, mehr oder weniger geheimer Unterstützung für innere Unordnung. Beispiele für diese Strategie:

In provokanter Weise verstärken die Vereinigten Staaten von Amerika ihre militärische Präsenz entlang der pazifischen Küste Chinas, indem sie den ostasiatischen Ländern „Schutz gegen China“ anbieten.

Während des Kalten Krieges, als Indien seine Waffen von der Sowjetunion bekam und eine blockfreie Haltung einnahm, bewaffneten die Vereinigten Staaten von Amerika Pakistan als seinen wichtigsten Alliierten in der Region. Jetzt verlagern die Vereinigten Staaten von Amerika ihre Gunst nach Indien, um Indien aus dem Einfluss der Shanghai Cooperation Organization herauszuhalten und es als Gegengewicht zu China aufzubauen.

Die Vereinigten Staaten von Amerika und ihre Alliierten unterstützen jede innere Abweichung, die China schwächen könnte, sei es der Dalai Lama, die Uighuren oder Liu Xiaobo, der eingesperrte Dissident.

So ein Krieg ist für uns schwer vorstellbar. Wir haben jetzt 65 Jahre Frieden, selbst unsere Rentner kennen keinen Krieg mehr. Und das die USA in ihrer Politik keine Rücksicht darauf nehmen, das ICH ein Kunstwerk ist, an dem wir jahrelang gearbeitet haben bis es endlich nicht mehr so sehr zwischen den anderen Kunstwerken auffällt und endlich vollendet individuell in der Masse steht, ist uns völlig unvorstellbar.

Dabei … nur mal ein kleines Gedankenexperiment:

Was wäre, wenn der Arzt morgen nach der Routineuntersuchung uns mit der DIAGNOSE: KREBS überrascht (einer Diagnose, die im Übrigen selbst schon Krebs auslösen kann, nebenbei bemerkt)? Würde uns dann der Untergang der Welt oder der Krieg zwischen den USA und China (der eigentlich schon tobt, nur noch nicht heiß) noch irgendwie stören? Wären wir nicht total erschüttert, das dieses Welt es zuläßt, das so etwas unglaublich tolles und einzigartiges wie ICH einfach so vergeht?

Dabei ist das völlig klar: wir werden sterben. Wir sind jetzt schon wandelnde Tote, wir fallen nur noch nicht um, weil die Maschine noch funktioniert. Die hat aber nur eine beschränkte Haltbarkeit – was auch gut so ist, weil wir nur beschränkten Platz haben. Und gäbe es dieses Prinzip des Aussterbens in der Natur nicht, dann hätten wir uns zwischen Tyrannosaurus und Riesenskorpionen wohl nicht lange halten können und niemals eine Polarjacke in der Kölner Innenstadt tragen können.

Wenn wir die Gelassenheit haben, den eigenen Tod zu ertragen, dann haben wir auch die Gelassenheit, der Zukunft konstruktiv entgegen zu gehen.

Gut, es mag sein, das die gleichförmige Monotonie des Alltags durchbrochen wird von Menschen, die lieber anderes im Sinn haben – zum Beispiel die Weltherrschaft, nochmal Diane Johnsson:

Einer, der sich dazu verstieg, Strategie zu definieren, ist Zbigniew Brzezinski, der Pate der afghanischen Mujahidin noch in der Zeit, in der sie benutzt werden konnten, um die Sowjetunion zu vernichten. Brzezinski nahm sich kein Blatt vor den Mund, als er in seinem 1993 erschienenen Buch The Grand Chessboard (Das Große Schachbrett) unverblümt das strategische Ziel der Politik der Vereinigten Staaten von Amerika beschrieb: „Amerikanische Vormachtstellung“. Was die NATO betraf, so beschrieb er diese als eine der Einrichtungen, die dazu diente, die amerikanische Vorherrschaft zu perpetuieren, „indem sie die Vereinigten Staaten von Amerika zu einem entscheidenden Mitspieler sogar bei innereuropäischen Angelegenheiten machte.“ In ihrem „globalen Netzwerk spezialisierter Institutionen“, das natürlich die NATO mit einschließt, üben die Vereinigten Staaten von Amerika die Macht aus durch „anhaltendes Verhandeln, Dialog, Diffusion und das Streben nach formalem Konsens, obwohl diese Macht letztlich von einer einzigen Stelle ausgeht, nämlich Washington, D.C.“

Dieser Brzezinski ist derzeit außenpolitischer Berater des amerikanischen Präsidenten. Ein Schachspieler, der genau weiß, was die Masse will: Tittytainment.

Kaum zu glauben, das wir unsere Jack Wolfskin-Jacke wegen Leuten wie ihm tragen, deshalb „Wetten Das“ schauen und den Superstar suchen, anstatt mit unseren Großeltern über ihr Leben zu reden, das nicht mehr ewig dauern wird.

Und selbst wenn der Krieg kommen sollte (was recht wahrscheinlich ist, weil die USA China ersticken werden und die Chinesen sich jetzt schon wehren) – der Tod ist sicherer als das. Wir werden auch im Kriege Menschen brauchen, die die Fahne der Menschlichkeit gegen die Barbarei verteidigen – und wir werden nach dem Krieg Menschen brauchen, die eine Ordnung errichten, die zukünftige Kriege unmöglich macht und vor allem den Kindern die Zusammenhänge erklärt, damit die wiederum etwas an ihre Kinder weitergeben können.

Es gibt nichts, wovor man sich fürchten muß. Sicher, es wird Einschränkungen im Leben geben. Die schlimmste Einschränkung im Leben ist der Tod selbst … und der kommt viel sicherer als ein neuer Krieg – für jeden von uns. Kommen wir damit klar …. kann uns der Rest auch nicht mehr erschüttern.

Der Waldviertler

image.png

imageEs wäre ja mal schön, wenn man ein paar freundliche Vorhersagen über die Zukunft lesen könnte. Aber wie das Leben so spielt, hat auch dieser Bauer aus Österreich hat leider nur Tod und Verwüstung auf Lager. Aber Phantasie hat er.

Hier ein paar Beispiele:

Russische Blitzaktionen gegen Deutschland

Der Russe sickere in gelegentlichen Blitzaktionen in die Bundesrepublik ein.

Eine Einzelversion schilderte er mir sodann. Er sah Panzer mit flachen Kuppeln. Und er sah Kettenfahrzeuge, auf denen Mittelstreckenraketen montiert waren. Sie wurden südwestlich seiner Heimat (Österreich, Krems) stationiert, gegen Zwettl und Großgerungs hin.

Ausweitung des Krieges auf Deutschland nach chinesischer Hilfe

Erst wenn China eingreife, weite sich der Krieg auf die Bundesrepublik aus, insbesondere auf Bayern. China komme mit Panzern in den Westen. Der Chinese helfe dem Westen. Doch sei man darüber hierzulande nicht eben erfreut. Dieser letzte Abschnitt des fürchterlichen Krieges dauere nur wenige Tage.

Aua, aber es wird noch besser:

Erwählung eines deutschen Kaisers

An anderer Stelle sagte er über den späteren deutschen Kaiser: “Dieser Mann, den die Deutschen am Ende des Krieges zu ihrem Kaiser machen, hat als Schulbub noch Hitlers Reden gehört.”

Der ist eventuell. jetzt ein wenig Alt. Aber wer weiß, vielleicht ist die Unsterblichkeitspille ja bereits erfunden. Und wer wäre ein besseres Versuchskaninchen dafür als der neue Deutsche Kaiser.

Auch Amerikanien bekommt sein Fett weg:

Bei der Zerstörung New Yorks sah ich hingegen Einzelheiten, die man mit dem Auge niemals wahrnehmen könnte. Es war auch die Lauffolge um ein Vielfaches langsamer. Ich sah diese Stadt in allen Einzelheiten. Da fiel ein dunkler Gegenstand auf einer sich stets krümmenden Bahn von oben herab. Gebannt starrte ich diesen Körper an, bis er barst. Zuerst waren es Fetzen, dann lösten sich auch diese auf. In diesem Moment begriff ich immer noch nicht, was geschehen war. Der erste Sprengkörper explodierte einige Häuser weiter hinter einem größeren, mit der Breitseite am Meer stehenden Haus, die anderen vom Meer aus gesehen, etwas südlicher dahinter. Die Häuser fielen nicht um oder in sich zusammen, sondern sie wurden meist als ganze, sich nur wenig neigend, vom Explosionsherd weggeschoben. Sie zerrieben sich dabei förmlich von unten her. Von vorne hatte es den Anschein, als würden sie näherkommend im Erdboden versinken.
Als ich wie üblich vom Hof aus gerade eine Kleinigkeit essen gehen wollte, kam erstmals diese Meldung im Radio. Das könnte, wie ich es für möglich hielt, zur Mittagszeit sein. (Ortszeit). Wenn man aber bedenkt, daß es im Frühsommer sehr zeitig hell wird, könnte das auch in den Morgenstunden sein. Bei uns konnte ich noch keinerlei Kriegseinwirkungen erkennen. Folglich muß dieses Ereignis viel früher eintreten als bisher angenommen wurde.

Wenn man schaut, wie viele unserer Landsleute sich eine züntige Monarchie zurückwünschen, kann man nur hoffen, daß unser Bauer recht behält. Auch wenn die Zeit für dem Schulbub, der noch Hitlers reden hören konnte, bald abläuft.

Bild: Universität Utrecht

Die letzten 100 Artikel