Weisheit

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Die Existenz Gottes und der Sinn des Lebens: Spiegel-online im Einsatz

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Montag, 28.12.1015. Eifel. Nun – es gibt aktuell viele spannende Themen, zu denen Position außerhalb von Eigeninteresse bezogen werden sollte, doch aktuell gibt Deutschlands führendes politisches Nachrichtenmagazin die Themen vor: „Glaube und Wissenschaft – gibt es Gott?“.  Diese Frage hatte die griechische Philosophie lange vor Christus erschöpfend behandelt, aber das ist ja kein Grund, sie nicht einfach jedes Jahr nochmal zu stellen. Sie mögen jetzt meinen: die Entsendung von deutschen Awacs in die Türkei ist aber doch viel wichtiger, diese Maschinen sind entscheidend für die Erlangung der Luftüberlegenheit in einem Gebiet – doch glauben Sie mir: Sie irren. Wir werden recht schnell in ein Gebiet vorstoßen, dass hochpolitisch ist, ja, unsere Probleme überhaupt erst produziert – versprochen.

Zwei Menschen wurden zur Führung dieser Debatte aufgerufen – der eine ein Astrophysiker, der andere in Pastor. Schon weiß man, dass man diese Debatte gar nicht mehr zu verfolgen braucht: hier diskutiert ein Fachmann für Tiefseefische mit einem Flötisten über die Reparatur meines Autos, das Ergebnis ist von vornherein klar: die Karre bleibt stehen.

Ich weiß wenig über „Gott“ – außer vielleicht, dass wir ihn besser „Vater/Mutter-Kosmos“ nennen – so hat Christus ihn genannt, das wäre eine korrekte Übersetzung aus dem Aramäischen, seiner Muttersprache. „VAMUKO“ hört sich aber doof an – also bleiben wir bei dem Arbeitsbegriff „Gott“ – aber ich kann Ihnen sagen: mit absoluter Sicherheit ist er nicht ein Teilchen der Natur. Weder das stärkste Teleskop noch das größte Elektronenmikroskop werden ihn auffinden können – was soll ich also mit einem Naturwissenschaftler über dieses Thema reden? Sobald einer von denen sein Fachgebiet verläßt (genau gesagt: physikalische Theorienbildung), ist er ein Scharlatan, der Aufgabe und Ziel seines Schaffens nicht begriffen hat – es ist jemand, der nach MACHT trachtet, Macht über Menschen, im Rahmen der Naturwisenschaft sogar Allmacht über Menschen. Was daraus wird, haben wir schon gelernt: Auschwitz ist die direkte Folge lieblosen naturwissenschaftlichen Denkens. Nun schauen Sie nicht so: wenn wir dieses kalte Denken nicht aus den Kreisen menschlicher Entscheidungen verbannen, ist „Auschwitz“ für alle Ewigkeiten das erprobte Muster für den Umgang mit unerwünschten Personen. Hören wir doch mal diesem Naturwissenschaftler zu:

„Einen Sinn des Lebens gibt es nicht, nein. Wir sind durch Zufall hier, wir sind hier, weil Moleküle diesen erstaunlichen Weg von Bakterien zu Elefanten hin zu Menschen eingeschlagen haben, es gibt keine Regeln, wie Moleküle sich verhalten sollen. Es ist erstaunlich, es ist großartig, dass wir hier sind, aber es steckt kein Sinn dahinter. Gefühle sind eine molekulare Interaktion, Hormone führen dazu, dass wir uns gut fühlen oder schlecht.“

Ja – der Weg ist in der Tat erstaunlich. So erstaunlich wie die Tatsache, dass dieser angeblich so chaotische Planet viel Harmonie im Miteinander erzeugt, um überhaupt Leben zu ermöglichen. Die Vorstellung, dass dies alles sich zufällig ergeben hat, ist mutig – in etwa so mutig wie die Vorstellung, dass ich alle Buchstaben einer Druckerei in eine große Wanne packe, diese in die Luft schmeiße und als Resultat dann eine komplette Zeitung auf dem Boden liegen habe. Auch ohne große Kenntnisse in Wahrscheinlichkeitsrechnung können Sie erahnen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass dies geschieht – „Null“ ist da eine recht sichere Wette.

Ja – es geht um Macht – nicht um Vernunft und Weisheit. Es geht um Forschungsgelder und das hemmungslose, ungebremste Ausleben aller Triebe, die gerade über einen kommen – und um eine Philosophie, die dies legitimiert. Unser Professor für Astrophysik weiß dass auch – nicht umsonst kommt er ins Staunen über die Wunder, die seine maschinelle, geistlose Evolution ohne Sinn und Verstand so über Millionen Jahre hinweg geliefert hat. Der Mensch ist wertlos in dieser Philosophie, eine zufällig, sinnlose Kombination von Molekülen, die weg kann, wenn sie stört. Sicher: Eliteatheisten wie Richard Dawkins würden hier argumentieren, dass es sehr wohl einen angeborenen Moralkodex gibt (siehe Richard Dawkins.net): „Der „Gute-Puppe/Böse-Puppe“-Test bei Babys legt nahe, dass uns allen ein grundlegender Sinn für Fairness, Gerechtigkeit und leider auch Bigotterie geboren ist. Die menschliche Moralität kann nicht mit Religion oder dem Fehlen von Religion erklärt werden; dafür ist sie zu komplex.“

Komplex ist sie nur, wenn man ein eingeschränktes Weltbild hat. Schließe ich in meinem Weltbild die Existenz von „Strom“ willkürlich aus, habe ich enorme Probleme, das Glühen meiner Zimmerlampe zu erklären – ja, ich wäre geneigt, es „erstaunlich“ zu finden. Der „eingeborene Sinn für Fairniss und Gerechtigkeit“ ist nichts anderes als das altbekannte „Gewissen“ – jene Instanz, deren Existenz aus dem glühenden Atheisten Clive Staple Lewis einen überzeugten Katholiken gemacht hat (siehe „Pardon, ich bin Christ“ – ein so humorvolles Werk, dass es heute noch verlegt wird). Ich kann mir sogar gut vorstellen, dass wir hier zum eigentlichen Lebenssinn vorgestoßen sind (und zu dem Grund, warum „Gott all´dies Leid zuläßt“): das Gute zu leben trotz der Herausforderungen einer lebensfeindlichen (ergo: bösen) Welt.

Was sagt eigentlich der Herr Pastor dazu?

„Ich widerspreche entschieden. Menschen haben Gedanken und Gefühle. Wie wollen Sie die Selbstwahrnehmung, das Selbstbewusstsein des Menschen mit diesem Modell verstehen? Sicher, jedes Gefühl, jeder Gedanke ist mit einem materiellen Prozess im Gehirn verbunden, lässt sich aber nicht auf diesen reduzieren. Die Frage, wie man sich bewusst zu einem Gegenstand verhält, wie man ihn interpretiert und versteht, geht doch weit über neurophysiologische Reaktionen hinaus“.

Nun: der Herr Naturwissenschaftler kann es nicht verstehen, deshalb staunt er ja. Er gleicht einem Menschen, der jede Schwingung eines Instrumentes bis ins Detail mit mathematischen Begriffen umschreiben kann, Begriffen, die sich dem Schwingungswert des Tones immer mehr annähern, der aber so die Harmonie der Symphonie niemals erlebt – und deshalb messerscharf schließt: da gibt es gar kein Konzert, da sind nur einzelne Töne, die zufällig aufeinandertreffen.

Nun – ich bin kein Pastor, muss nicht eine einzige Religonsform als absolut trefflich verkaufen noch mich wie er auf erstmal rein subjektive Gefühle zurückziehen – ich neige auch eher dazu, die Evangelien psychoanalytisch zu verstehen (wie andere Märchen auch), so wie es Eugen Drewermann getan hat: das tut ihrer  Heiligkeit überhaupt keinen Abbruch. Ich würde deshalb auch anders argumentieren: die Erfahrungen, die wir in der schlecht ausgestatteten, massiv bekämpften und bislang nur rudimentär durchgeführten Nahtodesforschung gemacht haben (exemplarisch seien hier zwei Mediziner genannt Pim von Lommel, ein Kardiologe, der aufgrund seiner Erfahrungen mit wiederbelebten Menschen davon überzeugt ist, dass „Bewusstsein“ nicht an einen Körper gebunden sein muss, oder Dr. med Eben Alexander, der seine eigenen unkonformen und unerwünschten Erfahrungen in seinem Werk „Blick in die Ewigkeit“ veröffentlicht hatte – und vom Saulus zum Paulus wurde), entsprechen den Erfahrungen, die wir aus ältesten religiösen Schriften haben: dem tibetanischen Totenbuch oder dem ägpytischen Totenbuch – um nur zwei zu nennen. In der Bekämpfung der Erfahrungen dieser Menschen wiederholt sich der Kampf um die Sicht der Erde als Scheibe: alle Erfahrungen, die dem „Scheibencharakter“ widersprechen, werden systematisch ausgegrenzt – das die Erde eine Scheibe ist, wird als gottgegeben vorausgesetzt. Wir wissen, wie das ausgegangen ist.

Bewusstsein, dass sich selbst in der Interaktion mit langsam schwingender Energie („Materie“) erfahren will – das wäre ein „Sinn des Lebens“, den auch der Neandertaler, der Elefant und die Mikrobe erfüllen kann – auf unterschiedlichem Bewusstseinsniveau. Mehr brauchen wir auch nicht über ein „Jenseits“ zu wissen – im Gegenteil: zu viel Wissen über die „letzten Dinge“ würde unsere Erfahrungsdimension einschränken – wir modernen Menschen kennen das nur zu gut. Denken Sie nur an sich selbst, wenn Sie ins Kino gehen: Sie wollen gar nicht dauernd an das Studio denken, an den Beleuchter, den Toningenieur, den Kameramann, wollen nicht dauernd reflektieren, warum der Film gerade hier und jetzt geschnitten wurde, noch wie Naturwissenschaftler die Töne und Helligkeitsgrade benennen – Sie wollen eine überzeugende Geschichte genießen, so gruselig sie auch manchmal sein mag (diese Idee führt Richard Bach, der Vater der „Möwe Jonathan“, in seinem Werk „Illusionen“ an).

Zurück zur Naturwissenschaft, die in der stetigen (und ehedem notwendigen) Auseinandersetzung mit der katholischen Kirche selbst zu einem dogmatischen Glaubenssystem wurde, das nicht mehr der Wahrheit sondern (wie ehedem „Religion“) dem Machterhalt der Elite verpflichtet ist. Im Jahre 2015 wird es da mal dringend Zeit, Bilanz zu ziehen – eine kurze Zwischenbilanz nach 200 Jahren Terrorherrschaft.

Sie haben – aus der Sicht eines Metaphysikers und Kosmologen – einen weisen, liebevollen, hochintelligenten Urgrund des Seins (also: eigentlich die pure Essenz von Güte, Liebe und Intelligenz im höchsten Ausmaß) durch etwas anderes ersetzt: einen blinden, dummen, chaotischen, lebensfeindlichen Klumpen mächtigen Matsches, der in seinen Auswirkungen auf die Menschheit die finstersten Dämonen jeder Mythologie bei weitem übertrifft. Das Ergebnis: die Menschheit als solche war noch nie so sehr in ihrer Existenz gefährdet wir jetzt. Durch dümmlichem, überheblichem und grundlosem Herumspielen mit Atomen und der sie zusammenhaltenden Energie wurden Waffen geschaffen, mit denen wir 600 Planeten vernichten können – dabei haben wir nur einen. Ebenso verdanken wir der Spielerei mit Öl einen plastikverseuchten Planeten, dessen Atmosphäre so sehr mit Giftstoffen zersetzt ist, dass das gesamte Klima in Gefahr ist. Unsere Nahrung ist überwiegend nur noch optisch ok, der Gehalt der Speisen sinkt beständigt – trotz „überlegener“ Naturwissenschaft, dafür steigen die Krebsraten kontinuierlich an – und vor allem der Geist des Menschen nimmt in der Maschinenwelt großen Schaden: 2030 werden Depressionen in den reichen Industriestaaten (also jenen, die mit „naturwissenschaftlicher Kultur“ die meisten Erfahrungen haben) Volkskrankheit Nr. 1 sein (siehe Ärztezeitung), ebenso verarmt die Vielfalt des Lebens zusehends von Jahr zu Jahr – das Artensterben nimmt rapide zu (siehe Unric).

Und die andere Seite, die „gottgefällige“ Welt? Kennen wir historisch noch nicht, wurde von den Priestern der Macht bislang immer untergraben. Wir werden sie aber kennenlernen, in Zukunft: es wird die Welt der planetaren Zivilgesellschaft sein, auf die uns unsere Vernunft (und unser Gewissen) automatisch hinführen wird, eine Welt, in der Liebe, Weisheit und Intelligenz einen höheren Stellenwert als Mathematik, Eigenkapitalrendite oder physikalisch messbare Leistung haben werden.

Ach ja: die Messbarkeit. Ich schätze naturwissenschaftliche Methodik ohne Weiteres: immerhin war es die Philosophie, die sie in die Welt gesetzt hat. Um sich in der Welt zurecht zu finden und sich gegen ihre Unannehmlichkeiten durchzusetzen, ist sie recht nützlich – es hilft ungemein, zu wissen, dass Feuer Wasser zum Kochen bringt – und nicht etwa Schnee. Was die (undogmatische) Naturwissenschaft von einer Kraft fordert, um sie anzuerkennen, ist „Wirkung“. Hat nun die Kraft „Gott“ Wirkung? Nun – zumindest auf ein Element der beobachtbaren Welt: den Menschen. Ich könnte nun auf die Welt der Altväter verweisen, jener Menschen, denen das Erleben Gottes so wichtig war, dass sie sich in abgelegene Wüstenhöhlen jenseits allen imperialen Treibens zurückgezogen haben (wie „Weise“ in allen bekannten Kulturen zuvor) und in der Lebensfeindlichkeit der Wüste mehr Leben fanden als im Trubel des Stadtlebens, doch diese Altväter, Urväter aller christlichen Mönchsorden, sind bei Google kaum bekannt. Bekannter ist Anselm Grün, ein noch lebender Mensch und Mönch, der viel Erfahrung mit Gott gemacht hat – was einzigartige (aber in jenen Kreisen normale) Wirkungen gezeigt hat (siehe Süddeutsche):

„Wenn ich unterwegs zu meinen Vorträgen bin, genehmige ich mir manchmal einen Cappuccino in der Raststätte. Das ist mein Luxus. Aber ich gebe keine 50 Euro Bargeld im Monat aus.“

Sagt ein Mann, der ein Vermögen von 100 Millionen Euro hätte haben können – doch es gibt da etwas, was ihm wichtiger war. Er spekuliert im Übrigen auch sehr erfolgreich an der Börse – doch bleibt bei seinen fünfzig Euro im Monat. Sein Geheimnis? Alles Sehnen und Streben, alle Bedürfnisse des Menschen, die über das bloße funktionieren des Körpers hinausgehen, entstehen nur aus einem tiefen Loch, dass durch die Entfremdung von Gott entsteht – einem Loch, das wir verzweifelt mit Sondermüll füllen, der das Leben das ganzen Planeten vernichtet. Ist diese Entfremdung überwunden, schrumpfen die Bedürnisse gewaltig zusammen.

Fragen Sie ihn mal nach dem Sinn des Lebens – er hat da eine deutliche Antwort:

„Das eigentliche Ziel meines Lebens besteht nicht darin, möglichst viel zu leisten, sondern darin, meine ganz persönliche Lebensspur in diese Welt einzugraben. Und um diese Spur zu entdecken, brauche ich Zeit und Stille“. (aus A. Grün, 365 Tagesimpulse, Herder 2012, Seite 101).

Und ein bedingungsloses Grundeinkommen – aber das ist ein anderes Thema … obwohl wir gerade damit in die Welt der Politik zurückkehren. Wir werden aber noch einen kleinen Schlenker machen, ein wichtiges Korrektiv einbauen, einen wichtigen wissenschaftlichen Schritt vornehmen – und die Frage nach dem Nutzen stellen … es gibt eine ganze philosophische Schule, die sich damit beschäftigt, doch die braucht uns nicht interessieren, wir bleiben auf dem Boden. Entscheiden Sie selbst: welche Philosophie bringt Ihnen und Ihrem Leben das höchste Maß an Glück, welcher kosmologische Rahmen fördert ihr Glück – welcher hemmt es? Ist es die Kosmologie eines blinden, dummen Idiotengottes, der Sie durch zufälliges Herumspielen mit Materie aus Versehen erschaffen hat (das ist die moderne Version, für die es kaum Belege aber viele Theorien gibt) und genug Rechtfertigung gibt, „unwertes Leben“ in Massen zu vernichten – oder ist es die Kosmologie eines weisen, liebevollen, intelligenten Gottes (… immer im Sinne von „Vater/Mutter-Kosmos“), der seine geliebten Kinder eine Weile auf dem Pausenhof Erde herumtollen läßt (das ist eher die Vision, die sich aus den Berichten von jenen speist, die von dem Tode zurückgekommen sind – und es ist die Vision, die die Existenz unseres Gewissens hinreichend erklärt) und den Sie in der Stille und Einsamkeit der Wüste persönlich kennenlernen (oder eher: spüren) können?

Sie werden sich entscheiden müssen.

Unsere Unkenntnis in diesen Dingen ist der Preis, den wir für dieses Leben bezahlen müssen – und unser Sinn, unser Verstand, unsere Denkkategorien sind auch zu beschränkt, um das Konzert in seiner Gänze verstehen zu können: soviel hat die Philosophie als Mutter der modernen Naturwissenschaft schon verstanden. Diese „Entscheidung“ ist alles, was Gott von Ihnen verlangt – und selbst ohne sie können Sie ins Paradies zurückkehren. Aber diese Entscheidung bestimmt viel, sie ist die ursächliche Entscheidung aller Politik. Folgen Sie dem blinden Idiotengott, der eine lieblose Welt des ultimativen Krieges aller gegen alle verlangt, wird die Welt früher oder später in einem nuklearen Chaos versinken, das Leben wird ein Kampf aller gegen alle, lieblos, dumm und äußerst grausam. Oder sie folgen der Essenz von Liebe, Intelligenz und Weisheit – und werden selbst für eine Zeit ein Licht in der Welt. Sie brauchen für diese Entscheidung keinen Astrophysiker oder Pastor – etwas Zeit und (vor allem) Stille reicht völlig aus, Vernunft und Gewissen haben Sie von Geburt an hinreichend mitbekommen. Nutzen Sie es einfach – zu Ihrem eigenen Nutzen und dem Nutzen des gesamten menschlichen Universums, bevor es die „Naturwissenschaft“ in blindem Zerstörungsdrang völlig vernichtet (siehe z.B. Stephen Hawking, N 24).

Diese Entscheidung nennen die Christen in Ihrem Umfeld „Glauben“ – es hat also nichts mit üblem, beliebigen Einhornwahn zu tun, sondern mit einer hochbewussten intelligenten Leistung, von allen verfügbaren Kosmologien mangels eindeutig erkennbarer Wahrheit diejenige zu wählen, die den Menschen den meisten Nutzen bringt. Dafür haben Sie ja Ihre „Freiheit“.

Entscheiden Sie sich zwischen jener Philosophie, die jede Art von menschlichem Leben (und überhaupt jede Art von Leben) schätzt und selbst dem tumbsten Tor das gleiche Lebensrecht und seinem Leben die gleiche Wichtigkeit einräumt wie einem Lehrstuhlinhaber für theoretische Physik oder jener Philosophie, in der optimalerweise der zeitweilig Stärkere als Sieger aus dem ewigen chaotischen Kriegsgetümmel hervorgeht, solange er jung und stark ist, einer Philosophie, in der es keinen Platz für alte, kranke, schwache Menschen oder Kinder gibt.

Diese Entscheidung ist wichtig: sie bestimmt jedes von Menschen erlassene Gesetz und all´ sein politisches Handeln samt der bekannten Folgen.

In der Spiegel-Umfrage haben sich 57  % der Leser (insgesamt stimmten bislang 40000 ab) für den Idiotengott entschieden – was die Entsendung von Awacs in die Türkei erklärt oder die Akzeptanz von „sozialem Waterboarding“ durch Hartz IV.

 

 

 

 

O.T. oder Lamento eines Zukünftigen.

Einst, als die Fundamente der Feste fast standen,
Zwischen den geheizten Pools der Eliten
Und den Kanälen derer,
Die jene zum Zwecke des Gebens erfanden,
Da lebte die Chance noch einer Revolution,
Getragen von Weisen,
Die zu Frieden und Offenheit rieten.

Die Weisen sind tot, die da kamen sind hohl;
Erzogen im Interesse derer,
Die nicht lassen können und schon alles haben.
Strebe zur Sonne, der Rücken des Pöbels sei deine Stiege
Zum Reichtum, zur Macht, zum eigenen Wohl.
Um sich glücklich und leer
An Lebenszeit und Unglück der Massen zu laben.

Sie nahmen uns die Gelegenheit, die dorthin führt,
Wo wir alle Gerechte sind und Zeugen,
Wie die Geburt der gerechten Zukunft ihre Urständ‘ feiern darf.
Wo jedem die durch seine Geburt versprochene Achtung gebührt.
Wo wir uns vor dem Untersten der Unteren
Aus reinster Menschlichkeit und höchstem Respekt verbeugen
Und der Letzte das letzte Vorurteil hinter sich warf.

Jahrzehnte der Hoffnung nach weltweitem Krieg,
Den man brauchte als Vater der Dinge.
Ich kannte ihn nicht und bin dankbar dem Glück,
Weshalb ich das Lied der Entrechteten singe;
Im Auge das Rüsten des Geldes zum Sieg.
Wenn der obere Totpunkt schon hinter uns liegt
Können wir nicht zum Frieden zurück.

Ihr, die ihr strebt das Streben derer zu lenken
In eure Börsen, zu eurem Vorteil hin
Könnt durch das Geld an Geld nur denken
Wie es füllt eure Konten und Hirne,
Sich formiert zum Selbstwert so golden und hehr.
Das also ist das Leben und des Lebens Sinn?

Wir ließen uns trennen in Unten und Oben,
Glaubten und eiferten wie allseits befohlen
Von Kathedern, Podien, Monitoren herab.
Dabei sind wir ein Stoff nur, eng geknotet, verwoben!
Ihr habt daraus ein Leichentuch gemacht.
Doch zuvor habt ihr unsere Freiheit gestohlen.

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