Weihnachtsgeld

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Ralph Boes, Brigitte Vallenthin und die dringende Suche nach Totalsanktionierten: bitte umgehend melden!

Samstag, 1.12.2012. Eifel. Ich wollte heute ja nichts schreiben.  Habe eine schwere Reise hinter mir, viel Arbeit, bin sehr erschöpft und endlich einen Tag Ruhe. Bin froh, das ich gestern noch eben kurz in aller eile meine nationalsadistischen Leser anbellen konnte und wäre froh, wenn die jetzt anderswo zum Deutschtümeln antreten.  Will ja nicht irgendwann als Förderer menschenfressender Bestien Besuch vom Verfassungsschutz bekommen - gerade als jemand, der die Verfassung liebt und zu schützen trachtet, wäre mir das sehr peinlich - und außerordentlich demotivieren.  Ich bin auch zu sehr Pragmatiker, als das die Legenden von meiner angeblichen Reichszugehörigkeit aufgrund spitzfindiger Paragraphenauslegung (motiviert durch nationalgeifernde Führerverliebtheit) und der Nichtexistenz der BRD mir irgendetwas bedeuten würden: diese nicht existerende BRD greift nämlich ganz schön aktiv in mein Leben ein und sucht ständig neue Wege, sich an mir zu bereichern - und wenn ich mich dem zu entziehen versuche, kann die ganz schön rabiat werden. Eine Raubkultur, sicherlich - aber eine echte, existierende mit einem gut durchdachten und schützenswertem Grundgesetz und einer ganzen Bande von widerlichen Zecken, die sich daran bereichern wollen (ja, ich mache hier mal den Clement und vergleiche Menschen mit Parasiten - wenn der das darf und dabei Karriere macht, dann ist dieser Vergleich mehr als gerechtfertigt). Wir wissen, woher diese Raubkultur kommt: aus den USA. Wir sind nicht das erste Land, das ihr zum Opfer fällt - in Argentinien wurde das Ganze schon mal durchexerziert - wir werden eher eins der letzten Länder sein. Es sind auch nicht die USA selbst, die dort anzuklagen sind. Genau wie Deutschland als Weimarer Republik einst aufgrund seiner vorbildlichen demokratischen Strukturen Schutz und Sicherheit für eine verbrecherische Bewegung bot, bietet der amerikanische Republik Schutz für Wirtschaftskriminelle in großem Stil - obwohl sie Korruption paradoxerweise deutlich stärker verfolgen als wir in der Bundesrepublik. Es ist wichtig, das wir diese Unterscheidung treffen, um nicht - wie geplant - unwillkürlich unseren Platz im großen Schachspiel der Superreichen einzunehmen.

Samstag, 1.12.2012. Eifel. Ich wollte heute ja nichts schreiben.  Habe eine schwere Reise hinter mir, viel Arbeit, bin sehr erschöpft und endlich einen Tag Ruhe. Bin froh, das ich gestern noch eben kurz in aller eile meine nationalsadistischen Leser anbellen konnte und wäre froh, wenn die jetzt anderswo zum Deutschtümeln antreten.  Will ja nicht irgendwann als Förderer menschenfressender Bestien Besuch vom Verfassungsschutz bekommen – gerade als jemand, der die Verfassung liebt und zu schützen trachtet, wäre mir das sehr peinlich – und außerordentlich demotivieren.  Ich bin auch zu sehr Pragmatiker, als das die Legenden von meiner angeblichen Reichszugehörigkeit aufgrund spitzfindiger Paragraphenauslegung (motiviert durch nationalgeifernde Führerverliebtheit) und der Nichtexistenz der BRD mir irgendetwas bedeuten würden: diese nicht existerende BRD greift nämlich ganz schön aktiv in mein Leben ein und sucht ständig neue Wege, sich an mir zu bereichern – und wenn ich mich dem zu entziehen versuche, kann die ganz schön rabiat werden. Eine Raubkultur, sicherlich – aber eine echte, existierende mit einem gut durchdachten und schützenswertem Grundgesetz und einer ganzen Bande von widerlichen Zecken, die sich daran bereichern wollen (ja, ich mache hier mal den Clement und vergleiche Menschen mit Parasiten – wenn der das darf und dabei Karriere macht, dann ist dieser Vergleich mehr als gerechtfertigt). Wir wissen, woher diese Raubkultur kommt: aus den USA. Wir sind nicht das erste Land, das ihr zum Opfer fällt – in Argentinien wurde das Ganze schon mal durchexerziert – wir werden eher eins der letzten Länder sein. Es sind auch nicht die USA selbst, die dort anzuklagen sind. Genau wie Deutschland als Weimarer Republik einst aufgrund seiner vorbildlichen demokratischen Strukturen Schutz und Sicherheit für eine verbrecherische Bewegung bot, bietet der amerikanische Republik Schutz für Wirtschaftskriminelle in großem Stil – obwohl sie Korruption paradoxerweise deutlich stärker verfolgen als wir in der Bundesrepublik. Es ist wichtig, das wir diese Unterscheidung treffen, um nicht – wie geplant – unwillkürlich unseren Platz im großen Schachspiel der Superreichen einzunehmen.

Die haben gerade ihren nächsten Zug geplant – er war leicht vorauszuahnen: der Rettungsschirm verliert seine Bonitätsnote, siehe Handelsblatt. Gut, Angela Merkel verspricht uns in der Welt, das sie uns immer sagt, wie die Lage ist, leider ist die Lage nur nicht immer so, wie sie sagt: das erfährt man gleich im nächsten Artikel der Welt, der uns plausibel darüber aufklärt, warum für Deutschland noch ganz schlimme Zeiten anstehen (siehe Welt). Das kann sich auch jeder selbst denken, der sieht, wie die Staaten purzeln: gerade hat Griechenland groß abgeräumt, da meldet sich Zypern und braucht zur Bankenrettung auch noch mal zehn Milliarden (siehe finanznachrichten.de).  Auch ohne Taschenrechner und Hauptschulabschluss kann man sich ausrechnen, was das für uns hier vor Ort heißt: der größte Raubzug der Menschheitsgeschichte läuft weiter, der in den achtziger Jahren im Spiegel angekündigte Run des US-Kapitals auf die deutschen und europäischen Sozialsystem läuft via EU ungebremst fort.

Viele interessieren sich nicht für diese Zusammenhänge, fürchten sich vor dem gezielt produzierten Etikett „Verschwörungstheorie“ und fürchten mit jenen Spinnern in einen Topf geworfen zu werden, die uns erklären, wie Nazi-Ufos aus der Arktis uns vor den Chemtrails retten: im Rahmen dieser Furcht vergessen sie aber, das große (also: superreiche) Menschen große Pläne machen – und ganz viele Arme (Anwälte, Unternehmensberater und Arbeiter) ihnen dabei helfen, um selber etwas von dem Kuchen ab zu bekommen – man siehe sich nur die üppigen Weihnachtsgeldzahlungen an, mit denen die schrumpfende Zahl der Vollzeitangestellten zu Systemgewinnern wird (siehe Handelsblatt), wofür die sich bei der nächsten Wahl bedanken. Viele haben auch schon längst Aktien von ihrer Firma und fühlen sich wie Rockefeller persönlich, ohne zu sehen, das sie für Weihnachtsgeld und Firmenanteile einen sehr viel höheren Preis bezahlen, als der ganze Ramsch wert ist: ihr Land wird vor ihren Augen ausgeplündert (wie alle anderen europäischen Staaten auch), der Staat zerbricht immer weiter und verliert immer weiter an Substanz und aus der einst zu heiligen, schützenswerten Familie ist die … kalte, nüchterne „Bedarfsgemeinschaft“ geworden: eine kulturelle Revolution, die in den Medien kaum beachtet wird – dabei hat sie weitreichende Folgen.

Das System, das die Sozialsysteme zerschlagen hat um die Superreichenmästung voranzutreiben, nennen wir Hartz IV. Die Politiker erhofften sich Superinvestitionen von Superreichen, und öffneten ihnen alle Türen, die sie nur öffnen konnten, um sie in der deutschen Wirtschaft ungehemmt wüten zu lassen (was diese auch taten). Bezahlen sollten das die Arbeitslosen in Deutschland, die von den Medien mit einer Schmutzkampagne überzogen wurden, wie wir sie seit dem Dritten Reich nicht mehr erlebt haben (ein Vergleich, der die Leiden der Juden nicht schmälert, aber helfen kann, die Leiden der Arbeitslosen als den neuen Juden in Zukunft in Grenzen zu halten).  Dieses System war von Anfang an ein Ungeheuer, auch wenn es im Prinzip fürsorglich angedacht war. Es konnte aber nur Versagen, weil die Methoden der Mitarbeiterführung in einem Großkonzern nur ganz minimal auf den Sozialstaat zu übertragen sind … und dort, wo der Betrieb bei Minderleistern den Lohn kürzt, kann das Sozialamt nur die physische Vernichtung des Einzelnen beschließen … denn mehr hat der ja gar nicht.

Wie aktuell zu erfahren (und noch zu vertiefen) ist, haben die „Argen“, „Jobcenter“ und wie sie alle heißen im Jahre 2012 schon 42 MILLIONEN DATENSÄTZE gesammelt, Datensätze von deutschen Bürgern, die bis ins Detail über deren Vermögen informieren. Da wir nur 40 Millionen arbeitende Menschen haben, die arbeiten gehen, ist das eine erschreckende Zahl. Sicher – sie enthält viele Millionen, die nur kurz dort waren, viele Millionen, die inzwischen in Rente gehen, viele Millionen, die wieder selbständig sind oder als Künstler schon längst wieder arbeiten. Aber ist es normal, das wie mit einer solchen Zahl leben müssen? Wir Deutschen sind zu einem Volk von Sozialhilfeempfängern geworden, lediglich ein paar Millionen bekommen noch Weihnachtsgeld.

Offenbar sagt uns „Mutti“ doch nicht alles … was allein aktuell der frisierte Armutsbericht der Regierung zeigt. „Regierung“ und „Lügen“ werden in wenigen Jahren im allgemeinen Sprachgebrauch zu Synonymen werden – zu unterschiedlicher Wörtern mit gleicher Bedeutung, was heißt, das die Kinder sich auf dem Schulhof dann vorwerfen, der andere sei ein „Regierungssprecher“ anstelle des üblichen „Lügenbarons“.

Die Regierung muss auch lügen, sonst bekommt sie ihre Kredite nicht – und die Kredite braucht sie, um ihre Wähler zu bezahlen: die Beamten und Angestellten des öffentlichen Dienstes, die wiederum dann dafür sorgen, das die Daten der Hartz-IV-Opfer eingesammelt werden.

Wo es bei Volkszählungen einen großen Aufstand gab, merkt hier keine mehr, das Daten in einem Umfang gesammelt werden, die jede Volkszählung zu einer lächerlich unwichtigen Aktion machen.

In diese Lage stößt nun ein Ralph Boes zu uns, ein Philosoph und Winzersohn, der aus der Altenpflege kommt und „Geistesschulungen“ anbietet. Er hat eine clevere Idee, die schon andere vor ihm hatten: ein Grundeinkommen muss her.

Das sehe ich genauso: nichts anderes ist nötig, um den Schutz des Bürgers (seiner Ernährung, Kleidung, Bildung, Versorgung mit Wasser und Nahrung sowie dem Erhalt der Infrastruktur) vor der internationalen Geldgier gewährleisten zu können. Bekommen wir das nicht, werden bald 42 Millionen Deutsche totalsanktioniert (Rentner dann aufgrund von Gesetzen, die heute erst angedacht werden), um die Schulden der EU-Staaten und die Sonnenkollektoren der Besserverdiener bezahlen zu können – oder die Strafzahlungen für hochsubventionierte Windkraftparks, die gar nicht am Netz hängen (noch so ein Selbstbereicherungsprojekt der deutschen Energiewirtschaft – siehe Spiegel).

Wir werden auch lernen müssen, beim Grundeinkommen anders argumentieren zu müssen – auch anders als Ralph Boes. Wir müssen die Wirtschaft um das Grundeinkommen herum konstruieren – und nicht schauen, wie das Grundeinkommen zur Wirtschaft passt. Wir sind ein Staat, eine Gemeinschaft – und kein Betrieb.

Nun – mit Grundeinkommen war Ralph Boes nicht so erfolgreich. Seltsamerweise. Aber er hat ja auch noch eine andere, persönliche Baustelle, die Sanktionierung als Hartz IV-Opfer. Da hatte er eine weitere, clevere Idee: den Gang nach Karlsruhe als Ergebnis seiner eigenen Totalsanktionierung. Der Fehler war nur: die Sanktionierung kam nicht. Überhaupt soll es in Deutschland nur 20 000 Totalsanktionierte geben – siehe Welt. Da hätte jeder Einzelne mehr als fünfzig Sanktionen erhalten … in einem Jahr eigentlich unvorstellbar. Das wäre jede Woche eine – wie soll das jetzt gehen.

Diese Idee des Ralph Boes fand ich gut – und seinen persönlichen Einsatz dabei erst Recht. Der Mensch lernt besser am Beispiel – und Philosophen sind in meinen Augen akzeptable Lehrer: dafür wurden sie ausgebildet. Er hat auch einen engen persönlichen Unterstützerkreis, der ihm den nötigen emotionalen Halt gibt, also habe ich ihn unterstützt, wo ich kann – sogar mein letztes Bargeld hat er bekommen (obwohl ich mir Spenden als armer Mensch gar nicht leisten kann) und ich habe etwas geschrieben über die bevorstehende Hinrichtung des neuen Stauffenberg – mit deutlich mehr Lesern als seine Initative Grundeinkommen wohl der beste Beitrag, den ich liefern konnte.  Strategisch gesehen, eine einzigartige Gelegenheit, eine breite Front des Widerstandes auf die Beine zu stellen, doch leider … scheiterte das an den typisch linken Zickereien. Man war nicht erfreut über den Vergleich mit Stauffenberg – den eine kleine sich für edel haltende Minderheit in Deutschland für einen Gangster hält. Das war er auch (ich hatte es auch angedeutet) – aber die absolute Mehrheit der Deutschen hält ihn für einen Helden: eine gute Gelegenheit, ihnen einen neuen Helden vorzustellen. Das war nicht erwünscht – wir wurden nicht in die Liste der Unterstützer aufgenommen. Nun – es gibt noch genügend Unterstützer, die es geschafft haben, in die engen Auswahlkritierien der Unterstützerblogs aufgenommen zu werden – wir haben hier einfach wieder zu viele Worte gemacht – auch nicht schlimm, da geht halt jeder seinen eigenen Weg.

Dann kam das erste taktische Desaster, was durch die übliche Weltfremdheit von Philosophen bedingt zu sein scheint: angeblich hungernd und darbend fuhr Herr Boes durch ganz Deutschland, präsentierte einen dynamischen, energischen und engagierten Vortragsredner und demonstrierte damit eindeutig: man kann selbst mit 37, 50 Euro im Monat noch gute Arbeit leisten. Die Professoren und Politiker, die eine Absenkung des Regelsatzes auf 120 Euro fordern, werden sehr hellhörig geworden sein.

Dann kam – als volle Breitseite – eine massive Kritik von Brigitte Valentin, die im Prinizip eins besagte: hier zieht ein Edelhartzer eine große Personality-Show auf Kosten der Normalsanktionierten ab. Ich schätze Brigitte Valenthin sehr –  und teile ihre Kritik vollkommen, weil ich ihre Perspektive verstehe. Naives Lob von ein-Euro-Jobs, Lücken bei den künstlich mit Gewalt konstruierten Sanktionierungen,  Bündnisse mit Behörden, pseudolinken Politikern, hartz-freundlichen Sozialverbänden und ein unkonsequentes Herumeiern (neben einem ungeschickten kokettieren mit dem geerbten Haus – das man auch gerne mir überschreiben kann, wenn es stört: ich kenne da einen, der sucht gerade eine ganz billige Wohnung, das Wohnrecht von Ralphs Bruder würde da nicht stören) bei der Frage, ob man nun weiterhungert oder auch nicht hinterlassen ein Bild, das nicht geeignet ist, Begeisterung für den Weg zu heucheln, der letztlich mehr Schaden als Nutzen anzurichten droht.

Dann folgt darauf noch eine Erwiederung an Brigitte Valenthin, die mit  kaltem Zynismus nicht geizt, aber einen interessanten Vorschlag enthält:

Sollen wir jetzt zusammen … … … Flaschen … sammeln … gehen ???   😉

Tolle Idee – bin ich auch dafür, denn obwohl ich Brigitte Valenthins Kritikpunkte alle unterschreiben kann, hätte ich diese doch niemals öffentlich gemacht. Das inspiriert mich langsam zu dem Merkspruch „es gibt keinen größeren Feind als einen linken Freund“, denn trotz aller Tölpelhaftigkeit, aller taktischen Ungeschicktheit, aller blinden, naiven und rücksichtslosen Vorteilsnahme hat er Großes gewagt: ein Stauffenberg eben. Den muss man auch nicht lieben, aber wenn er den Hitler beseitigt, ist das schon mal eine gute Sache (wobei man die Thematik „Tyrannenmord“ nochmal deutlich reflektieren sollte, der ist an sich nicht unumstritten – aber das würde jetzt zuweit führen).  In rechts gesinnten Kreisen wäre mir auch so etwas nie begegnet: da ist man weniger auf die eigenen Eitelkeit bedacht und mehr auf die Effektivität der Arbeit – und somit bieten beide zusammen eigentlich ein Bild des Jammers, das geeignet ist, das allgemeine Arbeitslosenbashing weiter auf die Spitze zu treiben und das Bild des unfähigen, unzuverlässigen kopflosen Dilettanten, das in den Medien so fein gepflegt wird, weiter zu vertiefen. Das gepaart mit einem lauten Ruf nach mehr Geld per Grundeinkommen – einem Ruf, dem sich im Prinzip auch alle Börsenmakler, Anlageschwindler und FDP-Wähler anschließen können, die auch ohne Rücksicht auf die  Belastbarkeit der Ökosphäre beständig mehr wollen  – ist geeignet, ein Bild zu erzeugen, das wenig schmeichelhaft ist – und das sage ich als jemand, der ebenfalls aufgrund der aktuellen politischen Situation ein Grundeinkommen für unverzichtbar hält.

Nun – während die beiden jetzt schön Flaschen sammeln gehen und dabei keinen weiteren Unfug mehr anrichten, gibt es andere Menschen, die jenseits ideologischer Scheuklappen und persönlicher Eitelkeiten das Ringen um ein gerechteres Land fortführen – auch früher gab es ja nicht nur Stauffenberg, sondern auch die Weiße Rose (für waschechte Pseudolinke auch ein Quell des Bösen, weil christlich motiviert).

Heute sind es zunehmend gebildete, intelligente, freiheitlich denkende Menschen, die selbst aus dem Staunen nicht mehr herauskommen, wenn sie erleben, was da auf den Ämtern alles mit Menschen gemacht wird, welch tödliche Gewalten dort ungebremst toben können – und es gibt zunehmend mehr Journalisten, die das der Öffentlichkeit nicht vorenthalten wollen … jener kleinen Minderheit, die noch nicht bei den Jobcentern registriert ist. Einer von ihnen sucht jetzt Totalsanktionierte … aber echte, die wirklich am Ende stehen und aus ihrem vermeidbarem Ende nicht nur eine künstliche Show machen. Deshalb zitiere ich jetzt mal eine Mail, die mir heute zugespielt wurde – in der Hoffnung, so einen der angeblich nur 20 000 Vollsanktionierten zu erreichen – oder andere Opfer des Sozialstaates, die nicht weniger bedenklich sind:

für die kommende Ausgabe des ARD Politikmagazins REPORT MAINZ (Dienstag, 4. Dezember, 21:45 Uhr im ERSTEN) arbeite ich an einem Bericht zum Thema „Totalsanktion gegen ALG II-Empfänger“. Corinna Scheller, die Büroleiterin von Wolfgang Neskovic hat mir empfohlen, mich dazu auch bei Ihnen zu melden.
Für die ARD hatte ich bereits 2010 die Dokumentation „Abgestempelt? – Leben mit Hartz IV“ (45 Minuten) gemacht und zuvor den Film „Herr Dinse wird obdachlos“, über einen Analphabeten, der so lange von seiner ARGE sanktioniert wurde, bis er seine Wohnung verlor:    http://www.swr.de/report/-/id=233454/did=4415336/pv=video/nid=233454/1o7hqxh/index.html

Nun suche ich nach weiteren Betroffenen, die vom Jobcenter zu 100 % sanktioniert wurden und die deshalb aktuell kein ALG II erhalten. Ein solcher „Fall“ (am besten eine Familie) ist die Voraussetzung für einen solchen Film. Von Hern Boes habe ich gelesen. Seine Aktion ist zwar interessant, aber als „echter“ Betroffener würde er natürlich nicht durchgehen. Deshalb meine Frage an Sie: Könnten Sie mir einen Kontakt zu jemandem vermitteln, der total sanktioniert wurde?

Und noch eine Bitte: Wir haben auch gehört von Menschen, die auf Hartz IV angewiesen sind und gleichzeitig Familienangehörige pflegen. Kennen Sie jemanden, der trotzdem vom Jobcenter zu einem Mini-Job, einer Schulung oder ähnlichem gezwungen wird?

Wir müßten in der kommenden Woche drehen und hoffen, dass Sie uns möglichst bald eine Rückmeldung geben könnten.

Ich würde mich freuen, wenn Sie uns unterstützen könnten.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Reutter

SÜDWESTRUNDFUNK /ARD
HA Chefredaktion Fernsehen,  Abt. Inland
Am Fort Gonsenheim 139
55122 Mainz

E-Mail: Thomas.Reutter@swr.de

Also: wenn jemand jemanden kennt, der jemanden kennt, der nicht Ralph Boes heißt und total sanktioniert ist: bitte bei Herrn Reutter melden. Die ordentlich beschnittenen Nachrichtenmagazine der öffentlich-rechtlichen Medien liefern gelegentlich noch erstaunlich gute Arbeit, die leider gegen die anderen Aktionen dieser Anbieter kaum durchkommen. Die Leute müssen in der kommenden Woche drehen – und es wäre schön, wenn sie genug Material bekämen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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