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Atom: Deutschlands strahlende Zukunft und die Antiregierung

Mal ehrlich gesagt: diese Atomgeschichte ist doch nur noch peinlich, oder? Was haben wir uns Ende der siebziger Jahre die Füße plattgelaufen um diesen Unfug zu verhindern. Inzwischen weiß man, das Atomkraftwerke unglaublich teuer waren (nur die Kosten wurden anders definiert – wahrscheinlich waren Statistiker vom Arbeitsamt dran), das sie gefährlich sind (Tschernobyl, Harrisburg … ist ja alles nochmal gut gegangen – ja, wirklich, auch Tschernoby ist … relativ gutgegangen) und das man überhaupt nicht weiß, wohin man mit dem extrem giftigen Müll soll – von den Mißgeburten und Leukämiefällen in der Nähe der AKW´s mal ganz abgesehen.

In einer von Terror geprägten Welt – die man uns ja jetzt verkaufen will – sind diese Dinger nebenbei zusätzlich noch brandgefährlich, ihre Bewachung extrem teuer – gerade, wenn man kein Geld hat, ein Problem, dachte ich.

Was waren wir froh, als wie die Dinger los waren, noch bevor die BRD Atomwüste wurde.

Aber wenn es um Geld geht, dann kennen gewisse Individuen keine Grenzen mehr. Immerhin: über 100 Milliarden Euro bringt  der Deal mit unserer Sicherheit, unserer Gesundheit und unserer Gesellschaftsordnung den Betreibern. Die Kosten – tragen wieder wir, ist klar. Machen wir auch gerne.

Durch zwölf Jahre längere Laufzeiten fallen nämlich 6000 Tonnen mehr Atommüll an, rechnet Greenpeace vor. Bundesumweltminister Norbert Röttgen will den strahlenden Abfall am liebsten in Gorleben entsorgen und lässt die potenzielle Lagerstätte deshalb weiter erkunden. Damit aber bringt er die Anti-Atom-Bewegung gegen sich auf. Schon beim nächsten Castor-Transport soll es Großdemonstrationen geben. Folglich könnte der Transport nur durch ein Massenaufgebot an Polizisten gewährleistet werden.

Kein Wunder, das wir das nicht mögen.

Die Mehrheit der Deutschen sah dies freilich bereits vor der Entscheidung im Kanzleramt ganz anders. In einer Umfrage für den ARD-„Deutschlandtrend“ von Infratest dimap sprachen sich 59 Prozent der Befragten gegen eine Verlängerung der Laufzeiten für Kernkraftwerke um 10 bis 15 Jahre aus. Nur 37 Prozent waren für eine Laufzeitverlängerung.

Quelle: Welt

Afghanistan, Rente, Atomstrom, Verteilungsgerechtigkeit – überall das gleiche Bild. Das Volk will nicht, aber seine gewählten Treter schon. So war das wahrscheinlich gemeint mit diesen Ver-Tretern. Vertreter verkaufen einem ja auch immer Sachen, die man eigentlich gar nicht haben will. Es scheint inzwischen schon so, das die extra das genaue Gegenteil von dem machen, was wir so wollen würden, wenn man uns nur machen ließe.  Das muß denen doch mal auffallen … tut es wahrscheinlich auch, aber aus Parteidisziplin sagt man dann lieber doch nichts und läßt „die da oben“ machen. Eine richtige Anti-Regierung.

Nur – wenn wir dann freiwillig auf Lohn verzichten wollen, machen wir dann eine Ausnahme und kürzen doch, anstatt wie üblich paradoxerweise das Gegenteil zu machen: das merken die dann schon noch:

Eigentlich sind sich fast alle einig: Nach Jahren der Zurückhaltung sind nun die Arbeitnehmer dran, sie sollen durch spürbare Lohnerhöhungen vom Aufschwung profitieren. Allzu große Hoffnungen können sich die meisten Beschäftigten dennoch nicht machen.

Es hat sich herumgesprochen, dass die deutschen Arbeitnehmer „zu den bescheideneren in der Welt“ („Handelsblatt“) gehören. Hierzulande verdienen die Beschäftigten schon seit vielen Jahren nach Abzug der Inflation nicht mehr, sondern weniger. Sogar in den Boom-Jahren von 2004 bis 2008 sanken die sogenannten Reallöhne.

Quelle: Spiegel-online

Wir müssen ja jetzt auch den Atomdeal bezahlen, da ist für mehr Lohn nichts mehr drin in der Tüte.

Das wir aber jetzt auch noch als korrupte Bananenrepublik gelten, das ist doch wohl die Höhe:

Die Regierung muss für ihr Atompaket viel Kritik einstecken. Etwa: Der Staat schenke den Stromkonzernen den Großteil ihrer Riesenprofite aus längeren Laufzeiten. Das weist die Kanzlerin zurück. Ihr Finanzminister betont, er sei bei der Atomsteuer nicht eingeknickt. Für die Deutschland-Chefin von Transparency International, Edda Müller, ist die Sache klar: Angela Merkel ist gegenüber den Stromkonzernen eingeknickt.

Quelle: Handelsblatt

Gut, das die Kanzlerin den Vorwurf zurückgewiesen hat. Letztlich schenken wir den Konzernen wahrscheinlich alles und nicht nur den Großteil – und legen zusätzlich noch gut was drauf.  So machen wir das ja sonst auch.  Ich kenne auch schon die nächste Runde: neue Atomkraftwerke sind ja so viel sicherer als alte … wir wollen die zwar nicht, aber da die alten ja jetzt laufen dürfen … wären so ein paar nagelneue schon sicherer. Und hübscher.  Und … überhaupt,

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