Völkermord

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Biggest Corporate Monsters of All Time

The psychopaths at the top are always creating new examples of how corporations put profit over lives

Deutsche Kolonialverbrecher: Was tun mit ihren Statuen und Straßen?

In den USA, Großbritannien und Europa fordert die Black Lives Matter Bewegung, dass Statuen aus der Kolonial- und Sklavenhalterzeit abgebaut werden. In Deutschland sind solche Proteste deutlich schwächer. Ein Grund dafür: Es sei zu wenig über die deutsche Kolonialzeit bekannt, sagt der Berliner Soziologe Oumar Diallo. Man habe sich bisher überwiegend mit den Verbrechen des Dritten Reichs befasst. Das würde sich nun langsam verändern.

Deutschland 2017: Alltag in der Kolonie der kannibalischen Weltordnung

Freitag, 1.9.2017. Eifel.  Na, Sie Bürger? Alles klar? Na sicher: immerhin ist bald Bundestagswahl und überall stehen Plakate herum, die Ihnen sagen, dass dies ein Land sei, in dem wir gut und gerne leben (siehe CDU). Wer würde es schon wagen, der Großkanzlerin, die diese Partei und dieses Land führt, zu widersprechen? Sie sagt ja selbst: „Deutschland geht es gut und das ist ein Grund zur Freude“. Besonders freuen sich die Kinder in diesem Land, sie haben wieder einen Rekord gebrochen: zum ersten Mal liegt ihre Armutsquote über 20 Prozent (siehe Junge Welt). Man sieht: Deutschland hat Zukunft.  Dabei haben wir mal wieder riesige Exportüberschüsse. 40 Prozent der Bundesbürger verdienen zudem weniger als vor 20 Jahren (siehe wsws):

„In Deutschland verdienen vierzig Prozent der Beschäftigten weniger als vor zwanzig Jahren. Das geht aus einem Papier des Bundesarbeitsministeriums hervor, das diese Woche an die Öffentlichkeit gelangte.

Danach waren die realen Bruttostundenlöhne der „unteren 40 Prozent“ im Jahr 2015 bis zu 7 Prozent niedriger als 1995, während die Löhne der „oberen 60 Prozent“ Zuwächse bis zu 10 Prozent verzeichneten. Die Schere bei den Löhnen ging also deutlich auseinander.“

Ja, sicher, das sind wieder „linke“ Blätter, die ich da zitiere. Wer will deren Geunke denn nun wirklich hören? Niemand, entschied unser Innenminister, verbot daraufhin das Webmortal „linksunten.Indymedia“, das unter anderem rechtsradikale Tendenzen innerhalb der AfD durch Veröffentlichung der Chatprotokolle aufzeigte (siehe twitter). Die Behauptung, bei den Betreibern dieses Portals seien Waffen gefunden worden, war mal wieder ein Regierungsfake (siehe Netzpolitik), eine jener absurden und widerlichen Lügengeschichten, an die wir uns ja schon lange gewöhnt haben. Der Kampf „gegen Rechts“, der ja jahrelang unseren Blätterwald beherrschte, wurde innerhalb kurzer Zeit zum Kampf gegen links. Mal schauen, wogegen wir dann morgen kämpfen. Hauptsache: wir kämpfen.

Das gekämpft wird, ist wichtig. Da bleiben die Bürger beschäftigt. Haben klare Feindbilder. Die Rechten. Die Linken. Die Arbeitslosen. Bald sicher wieder im Angebot: die Ausländer. Immer wieder gern genommen. Sind ja gerade wieder viele neue frische angekommen, die so richtig schön fremd sind. Darf ich Ihnen mal etwas erzählen über diese Kämpfe, die gerade jeden vernünftigen Dialog über die Zukunft der Bundesrepublik unmöglich machen? Ziehen Sie sich warm an:

„Völlig zu Recht sagte Francois Xavier Ngarambe, Botschafter Ruandas bei den Vereinten Nationen in Genf: „Ein Völkermord ist kein isolierte Ereignis … ein Völkermord wird geplant“. Es ist ein Prozess, der mit der Identifizierung der potentiellen Opfer beginnt, dann folgt ihre Klassifizierung, ihre Entmenschlichung, die Polarisierung, Symbolisierung, Vorbereitung und schließlich die Vernichtung.“ (aus: Jean Ziegler, Der schmale Grat der Hoffnung, Bertelsmann 2017, Seite 126)

Das kennen Sie doch, oder? Klassifizierung: hier die Leistungsträger (deren größte Leistung ist, von anderen viel Geld aufs Konto überwiesen zu bekommen), dort die Minderleister (deren größte Sünde es ist, von anderen wenig bis gar kein Geld überwiesen zu bekommen).  Wer wo warum übermäßig viel bekommt, wird nicht diskutiert, warum andere zu wenig bis gar nichts bekommen, ebensowenig.

Dann die Entmenschlichung. Auf der einen Seite der gebildete Krawattenträger beim Cocktailempfang, auf der anderen Seite … Bierbauch und Lockenwickler, Alkohol und Nikotin, Pro 7 und Fast Food, „bildungsferne Schichten“ werden sie vorsichtig genannt, um zu diesem frühen Zeitpunkt noch keine schlafenden Hunde zu wecken. Gemeint ist aber: hirnlose Zombies. Keine Menschen, nur zufällg gleicht ihr Äußeres in groben Zügen denen eines echten Herrenmenschen, im Innersten jedoch sind sie … bildungsfern. Geistlos. Oder, anders ausgedrückt: Hirntod.

Dann die Polarisierung. Haben wir auch schon hinter uns. Gibt nur noch zwei Menschenarten in Deutschland: die Guten und die Bösen. Die Guten fahren SUV, kaufen im Bioladen ein, haben das Dach voller Solarzellen und gehen gerne ins Theater. Die Bösen fahren Diesel, fressen Dreck und wohnen zur Miete. Die Guten sind für Migration, die Bösen sind Nazis. Oder: die Guten sind für noch mehr Globalisierung, die Bösen sind dann linksextrem.

Was folgt ist die Symbolisierung. Gut – die gibt es auch schon: die Guten präsentieren sich mit Statussymbolen. Und Gutheitsgesten. Der gute Mensch fährt SUV. Hat Haus, Zweitwagen, Kinder auf der Privatschule, einen hohen Zaun ums Grundstück und isst nur in teuersten Restaurants, hat die besten Plätze bei Fußball und Oper (die Musik da, nebenbei bemerkt, ist unwichtig, die versteht von denen auch keiner: wichtig ist die Demonstration kultureller Überlegenheit). Der böse Mensch … sucht essen in Mülltonnen. Wie … abstoßend. Der gute Mensch trägt Armani, der böse „second hand“. Der Gute hat ein I-Phone, der Böse Festnetz. Der Gute hat Aktien, der Böse kriegt Hartz IV. Oder ist noch im Sklavenstatus (siehe Deutschlandfunk)

„Onkel Toms Hütte kann auch irgendwo am Neckar stehen. Sklavenhandel, so eine Stuttgarter Arbeitsrechtlerin, Sklavenhandel gibt es nämlich immer noch, sogar dort, wo Deutschland am reichsten ist. Bei Paketdiensten, im Baugewerbe, in der Gebäudereinigung, der Pflege sowie der Gastronomie arbeiten Menschen häufig unter Bedingungen, die es so eigentlich gar nicht geben dürfte.“

Das war jetzt mal kein linkes Kampfblatt, das war der Deutschlandfunk. Und Uwe Bork, der den Artikel erstellt hat, wird noch deutlicher:

„Natürlich sind sie keine Sklaven im strengen Sinne des Wortes, obwohl es auch Leibeigenschaft gerade da noch gibt, wo genau dieser Leib verkauft werden soll. Nein, ich rede hier nicht von jenem internationalen Menschenhandel, der mit verheerenden Auswirkungen die Prostitution bestimmt, ich meine die Arbeitsverhältnisse, die auf den ersten Blick ganz normal aussehen. Nur dass die Arbeitnehmer hier eben oft miserabel bezahlt sind, dass sie um Überstunden und Lohn betrogen werden, dass sie gar keinen oder nur einen befristeten Vertrag haben. Ausbeutung in ihrem schlechtesten Sinne eben.“

Ohne diese Millionenheere von bösen Sklaven unten gäbe es keine guten Millionäre oben.

Was noch fehlt aus Zieglers Zitat: die Vorbereitung und die Vernichtung. Das möchte ich natürlich niemandem unterstellen. Sind ja alles edle, gute Menschen, die nur gutes tun und gutes leisten wollen (siehe Deutschlandfunk):

„Im Juli wurde vom bayrischen Landtag die unbefristete Vorbeugehaft für „Gefährder“ beschlossen. Auch wer keine Straftat begangen hat, kann dort künftig unbefristet festgehalten werden. Dieses Gesetz ist der Anfang vom Ende des Rechtsstaats, warnt der Publizist Konstantin Sakkas.“

„Seit dem 11. September 2001 ist die Kluft zwischen den USA und Europa weiter gewachsen. Guantánamo und Abu Ghraib haben tiefe Wunden ins transatlantische Bewusstsein gerissen, die noch lange nicht verheilt sind. Mit der Einführung der unbefristeten Vorbeugehaft für so genannte Gefährder hält nun der Geist von Guantánamo auch in Deutschland Einzug.“

Ja – lang leben die Bayern. Wir … haben jetzt Guantanamo. Jeder kann jederzeit für immer und ewig verhaftet werden, sofern nur irgendjemand anders sagt, er sei ein Gefährder. Bildungsferne ist ja auch eine Art Gefährdung. Kommt aber noch besser: während die Massen auf den Straßen die „Ehe für alle“ feierten, paukte die Groko erbärmliches durch (siehe Focus)

„So dürfen Ermittlungsbehörden mit dem Bundestrojaner künftig Schadsoftware auf private Geräte spielen. Die Große Koalition wendete einen Kniff an, damit der Vorschlag weder vom Bundestag noch vom Bundesrat ausführlich beraten werden musste. Sie hat die Änderungen demnach in einem schon bestehenden Gesetzentwurf untergebracht, der mit dem Trojaner ursprünglich nichts zu tun hatte. Folglich entfielen die sonst nötigen drei Lesungen im Bundestag.““

Mit Tricks die Gesetzgebungsverfahren aushebeln…wieviel kriminelle Energie braucht man dafür?

Wie wir weiter erfahren, ist das Bankgeheimnis faktisch abgeschafft, der Goldkauf wurde eingeschränkt … während die Auswertung des Wissenschaftlichen Dienstes zu den „dramatischen“ Folgen der Sanktionen bei Hartz IV völlig ignoriert werden … obwohl diese Auswirkungen lebensgefährlich sind (siehe jungewelt):

„Es verwundert daher nicht, dass die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages nach einer Auswertung mehrerer Studien zu dem Ergebnis kommen: Hartz-IV-Kürzungen gefährden die physische Existenz.“

„Gefährdung der physischen Existenz“ heißt auf deutsch: die bringen einen um. Gut, dass diese linken Schmierenblätter jetzt im Rahmen einer großen Säuberung verboten werden – oder denkt jemand, man hört bei linksunten.Indymedia auf?

Wie kommt man eigentlich in die Situation, sanktioniert zu werden? Nun, der Weg ist einfach: Ihr Konzern verlegt ihren Arbeitsplatz nach China. Wie es zum Beispiel „Apple“ gemacht hat. Dort werden die teuren I-Phones von billigen Arbeitern in 60-Stunden-Wochen unter unwürdigsten Bedingungen produziert: in den Gemeinschaftsunterkünften muss eine Dusche für 150 Mann ausreichen (siehe Spiegel). Sind wohl auch böse Menschen. Ist ihr Arbeitsplatz fort, werden Sie feststellen, dass für Sie Bedingungen wie auf dem Sklavenmarkt herrschen: Sie haben einen „Marktwert“ … und der ist altersabhängig. Befinden Sie die Anwerber der Ausbeuter nicht mehr als würdig, einen Arbeitsplatz besetzen zu dürfen – was über einem Alter von 40 Jahren schwierig wird – dann landen sie auf der Biomüllkippe Hartz IV, wo Sie für den Niedriglohnsektor bereitgeschliffen werden. Funktionieren Sie nicht gut genug nach den Anforderungen des Sanktionierer, gibt es als Strafe Hunger und Obdachlosigkeit – in dem Land, in dem wir gut und gerne leben, so daß es uns eine Freude ist.

Was ist aber, wenn der Konzern mal Mist baut? Wenn er nicht genügend Geld erwirtschaftet, um seine Löhne zahlen zu können? Keine Sorge: für die guten Menschen gibt es goldene Fallschirme: 150 Millionen Euro von Vater Staat für ein bankrottes Unternehmen (dessen Großaktionär aus dem arabischen Raum kommt), sind da kein Problem (siehe Tagesspiegel). Noch krasser: die jüngsten Fehlschläge bei dem Privatisierungswahn der Bundesregierung: nicht genug, dass dort jene Autobahnen verscherbelt werden, die wir schon längst mehrfach bezahlt haben (also: wir, die bösen Minderleister): Firmen, die sich bei den Kalkulationen verhauen (und so beweisen, dass sie die Wirtschaftskompetenz von Kohlköpfen ihr eigen nennen) kriegen erst nochmal 640 Millionen (siehe Spiegel). Nur zur Erinnerung: wenn Sie über ihre Verhältnisse leben und damit für ihr Unternehmen wirtschaftlich untragbar werden, kriegen Sie Hartz IV. Das ist der Unterschied zwischen Ihnen, dem bösen Minderleister … und den guten Leistungsträgern. „Die“ bekommen sehr viel und nennen das „verdienen“ (ja – eine der viel zu vielen Lügen in diesem Land, denn: alles Geld wird ja nur von „Entscheidern“ zugeteilt – und sind die ethisch und moralisch minderwertig, kommt es zu bösen Verzerrungen, die wir weltweit beobachten können) … „Sie“ bekommen sehr wenig bis gar nichts (und das nennt man „Minderleistung“) … obwohl alles aus unserem gemeinsamen großen Topf stammt.

Vernichtung … so müssen wir sehen … läuft also auch schon. Leiser, stiller, unauffälliger als früher – aber auch schon tödlich … ohne das auch nur irgendwo noch jemand aufsteht und „wehret den Anfängen“ ruft. Warum auch – wie sind schon jenseits der Anfänge. Das können wir gerade jetzt in Deutschland erleben: wir haben die ersten Todesschwadrone aufgedeckt, sie sich darauf vorbereiten, die Macht zu übernehmen und die „Linken“ zu eliminieren (siehe NDR):

„In Mecklenburg-Vorpommern haben Ermittler am frühen Montagmorgen Wohnungen und Büros eines Polizeibeamten und eines Rechtsanwalts in Rostock sowie im Landkreis Ludwigslust-Parchim durchsucht. Ermittelt werde wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, hieß es. Nach Angaben des Generalbundesanwalts sollen sich die Verdächtigen in Chats darüber ausgelassen haben, dass ein Krisenfall auch eine Chance sein könne. Dann könne man die Macht übernehmen, linke Politiker internieren und schließlich liqudieren.“

Ein Anwalt und ein Polizist. Leistungsträger. Mit sicherem Blick auf die Folgen ungesteuerter Migration in eins der dicht bevölkertsten Länder der Erde. Vielleicht haben die zuvor auch Geolitico gelesen, den Block eines ehemaligen Journalisten der „Welt“, der nun den thüringischen Landesverband der Afd berät, dessen Chef Bernd Höcke ist (siehe meedia). In jenem Medium finden wir Artikel, die uns nahelegen wollen, dass reiche Milliardäre die Migrationswellen fördern und steuern (siehe Geolitico) … was ein Skandal wäre, ein ungeheuerlicher Eingriff in die Souveränität eines Staates durch internationales Finanzkapital – aber solche Eingriffe sind wir ja gewöhnt. Darf man dann argwöhnen, dass superreiche „Leistungsträger“ bewusst Konflikte schüren, die anderen Leistungsträgern dann zur Machtübernahme verhelfen sollen? Nun – solche Spekulationen sind ja quasi verboten, obwohl ich gerade nicht weiß, ob das jetzt aktuell im Moment linksextrem oder rechtsextrem ist. Wird ja auch schwierig, dies bei der Zeitschrift Emma zu verorten (glaube, die war mal links), wenn die sich über die Pläne der SPD-Integrationsministerin auslassen (siehe Emma):

„So genannte „Vielfaltsberater*innen“ der Migrantenorganisationen (MO) sollen unter Anleitung einer Art Kontrollbehörde mit dem Titel „Nationaler Rat zur interkulturellen Öffnung“ die Standards zur Interkulturellen Öffnung (IKÖ), die „IKÖ-Checks“ durchsetzen. Man stellt sich wohl so etwas wie ein „Halal“-Zertifikat vor, mit dem das vom islamischen Glauben „Erlaubte“ gekennzeichnet wird. Selbst Gesetze sollen, bevor sie vom Deutschen Bundestag beschlossen werden können, ein IKÖ-Siegel benötigen.

Resultat wäre die Etablierung der ­Pa­rallelgesellschaft auf Staatsebene. Die Migrantenorganisationen wollen ein Veto in Schlüsselstellungen und Entscheidungen in Politik und Gesellschaft. Das ist keine Teilhabe, es ist Landnahme.“

Landnahme. Hört sich an wie Eroberung. Ist das nun linksextrem oder rechtsextrem? Müssen wir uns jetzt an Zustände wie in Düsseldorf gewöhnen, wo hunderte Jugendliche randalierten, weil sie nicht in eine Disco kamen (siehe DerWesten)? Nun – solche Szenen finden wir nicht nur bei vermeintlichem Migrationshintergrund (allein das Wort ist schon rassistisch – aber wir wollen ja nicht an die alten Sünden der „guten“ CDU erinnern), sondern auch bei „Biodeutschen“, die die Inobhutnahme von Kindern verhindern wollten (siehe Frankfurter Rundschau). Es scheint rauher zu werden auf den Straßen. So machte es vielleicht ja Sinn, dass die Mitarbeiter der Jobcenter mit dem Verfassungsschutz kooperieren (siehe tichyseinblick), denn … mutmaßlich handelt es sich bei all´ den Tätern ja um böse Minderleister (denn sonst wären die ja bei Champagner und Kaviar in Monaco am Pool … und nicht auf der Straße).

Wo kommen eigentlich die Migranten her? Nun – aus jenen Ländern, deren Rohstoffe wir ausbeuten und deren Märkte wir mit unseren Nahrungsmittelüberschüssen zerstören (siehe Deutschlandfunk), hier ist eine Quelle des vielen Geldes, das in diesem Land unter wenigen verteilt wird. Hier erfüllen wir unseren Auftrag als Kolonie der kannibalischen Weltordnung, die Jean Ziegler so vehement bekämpfen möchte (siehe Freitag). Alle gegen alle, jeder gegen jeden. Außer … die Leistungsträger unter sich.

Wissen Sie, wie sie Milliardär werden können? Also: Superultrahyperleistungsträger? Das geht ganz einfach: mit Hilfe der Banken, die unser aller Geld verwalten. Ich zitiere da mal was (siehe Zeit):

„Die Sache begann 2008. Unter der Führung des ehrgeizigen Schaeffler-Geschäftsführers Jürgen Geißinger kaufte die Familienfirma mithilfe einiger Banken Conti-Aktien auf. Das geschah heimlich mithilfe von Swaps, das sind Tauschgeschäfte mit Banken. Die Blaupause dafür hatte Porsche bei VW geliefert. Als Schaeffler sich 36 Prozent der Conti-Aktien gesichert hatte, machte das Unternehmen seinen Übernahmeplan öffentlich.“

Man leiht sich Geld – und kauft damit Firmen, die dreimal so groß sind wie man selbst. Wäre doch ein auch Modell für Hartz IV-Abhängige, die könnten dann den örtlichen Aldi kaufen und selbst betreiben. Nur: böse Menschen kriegen keine Kredite – und Kannibalismus funktioniert für die Kannibalen nur dann richtig schön, wenn die Opfer aus einem anderen Stamm kommen. Wurde fast eine Katastrophe, diese Conti-Geschichte – 11,9 Milliarden Euro Schulden häuften sich auf (zum Vergleich: für Hartz IV sind im Bundeshaushalt 21 Milliarden vorgesehen … für sechs- bis sieben Millionen Menschen und ein ganzes Jahr – das ist die erbärmliche Welt der Minderleister). Wer sorgte dafür, dass alles gut ging? Lesen Sie den Artikel, es kommen bekannte Namen darin vor: Schröder, Wulff, Steinbrück. Es gab keine direkten Staatshilfen – aber  indirekte durch Teilverstaatlichung der Banken. Und durch einen künstlich hochgeputschten Aktienkurs infolge der Geldschwemme durch Herrn Draghi. So sichert sich das Korps der guten Leistungsträger ihre Milliarden durch das Geld und den Geldwertverlust der bösen Massen.

Und so … wirkt die kannibalische Weltordnung in ihrer deutschen Kolonie.

Und währenddessen rückt der Weltüberlastungstag – jener Tag im Jahr, in dem wir unseren Rohstoffverbrauch auf Pump fortführen, immer weiter vor (siehe wdr):

„Der Erdüberlastungstag rückt mit den Jahren immer weiter nach vorn. Im vergangenen Jahr war es der 8. August, im Jahr 2000 lag er noch auf dem 1. Oktober.“

Dieses Jahr lag er schon beim 2. August.

Ach ja, und wenn Sie jetzt an „Wahl“ denken: da dürfen Sie bislang nur zwischen Leistungsträgern in verschiedenen Geschmacksrichtungen wählen. Dafür hat das große Geld gesorgt.

Viel Spaß dabei.

 

 

 

 

 

 

 

Heißer Krieg in der Ukraine in vollem Gange, Natoeinsatz im September geplant.

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Samstag, 30.8.2014. Eifel. Na – sind Sie bereit für Krieg? Schon von ihren Kindern verabschiedet? Die werden bald Uniformen bekommen. Und Waffen. Dann geht es ab in die Ukraine, wie die deutsche Bundeskanzlerin es am 27.2.2014 versprochen hat (siehe Nachrichtenspiegel):

Deutliche Worte von der Bundeskanzlerin: Europa stehe der Ukraine bei, “wenn es darum geht, Recht und Freiheit zu schützen”, sagte Angela Merkel am Donnerstag in einer Rede in London.

Sie hat auch das erste mal das Wort „Krieg“ in den  Mund genommen.

In ihrer Rede vor dem britischen Parlament sagte Merkel mit Blick auf die Ereignisse in Russland und der Ukraine, 100 Jahre nach dem Ersten und 75 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg sei ein Krieg mitten in Europa nicht mehr denkbar.

Mindestens 67000 Menschen haben diesen Artikel gelesen: genug, um mit etwas Struktur und Organisation eine gewaltige Friedensdemo auf die Beine zu stellen, die die Politiker in Berlin an ihre diplomatischen Pflichten erinnert, den Nutzen für das deutsche Volk zu mehren und Schaden von ihm abzuwenden.

Es gab damals Kommentare, die behaupteten, ich hätte übertrieben, wir sind weit von einem Krieg entfernt. Ich würde mit den Traumtänzern heute gerne noch mal ein Wörtchen reden. Sechs Monate sind seit dem Artikel vergangen, sechs Monate, in denen ich mir erlaubt habe, die wachsende Kriegsgefahr zu beschreiben – und nicht als einziger. Heise hat einen bemerkenswerten Artikel veröffentlicht, Matthias Bröckers schreibt über „Lüge in Kriegszeiten“ (siehe Heise):

Am Beispiel des Ersten Weltkriegs formulierte Arthur Ponsonby 1928 die Strukturgesetze der Kriegspropaganda – sie gelten, wie die aktuelle Berichterstattung über die Ukraine zeigt, noch immer.

Die Prinzipien sind einfach: der Feind ist ein böses, abartiges, unmenschliches, grausames Ungeheuer, das die edlen Elben und Elfen der Nato bitterböse und hinterlistig hereinlegt. Diese Sicht hatte schon schlimme Folgen im ersten Weltkrieg, wie Herr Bröckers erwähnt:

„Wie wird die Welt regiert und in den Krieg geführt? Diplomaten belügen Journalisten und glauben es, wenn sie’s lesen“, notierte der Wiener Schriftsteller Karl Kraus, nachdem auf eine Falschmeldung der deutschen und österreichischen Presse über einen französischen Bombenabwurf auf Nürnberg Ende Juli 1914 unmittelbar die Kriegserklärung an Frankreich erfolgt war. Dieser fingierte Bericht war für ihn die Urlüge und das Paradebeispiel für die Manipulation der Massen in Kriegszeiten, die Kraus dazu führte, „den Journalismus und die intellektuelle Korruption, die von ihm ausgeht, mit ganzer Seelenkraft zu verabscheuen“.

Journalisten führen Völker in den Krieg! Unglaublich oder? Die lieben, armen, harmlosen, politisch so neutralen Journalisten, die doch immer nur die Wahrheit erzählen, früher jeder eine andere (was sehr zum eigenen Denken und profunden Urteil anregt), heute alle die selbe. Was? Das ist linke Verschwörungspropaganda? Lauschen wir doch mal Wolfgang Grupp zu diesem Thema (siehe Wiwo):

Wer jeden Tag Zeitung liest und die Fernsehnachrichten verfolgt, muss miterleben, wie sich  Journalisten überschlagen, um Misstrauen gegenüber dem russischen Präsidenten Wladimir Putin teils offen, teils verpackt in den Worten ukrainischer Politiker, zu schüren.

Wolfgang Grupp ist Unternehmer, Chef von Trigema – alles andere als eine „linke Bazille“. Eher das Gegenteil: ein erfolgreicher Leistungsträger des westlichen Wirtschaftsmodells, der in Zeiten um sich greifenden geifernden Kriegswahns seine Vernunft bewahrt hat und seinem Job als „Wirtschaftsmensch“ nachkommt: für die Versorgung der Bevölkerung zu sorgen. Das dies in Kriegszeiten schwer wird, ist ihm klar, er scheint über ein gewisses Maß an historischer Bildung zu verfügen:

Dieser verbalen Verschärfung der Ukraine-Krise durch den veröffentlichten Mainstream muss Einhalt geboten werden. Alle, die ein Mindestverständnis von Geschichte, wirtschaftlichen Zusammenhängen und den Bedingungen für ein friedliches Zusammenleben der Völker mitbringen, müssen sich zu Wort melden. Die mal unverhohlene, mal kaschierte Hetze gegen Putin muss aufhören. Putin ist kein Kriegstreiber. Er hat in der Ukraine-Krise nicht agiert, sondern reagiert: auf schwere Fehler des Westens und auf die Tour der Amerikaner, die Nato an die Grenze Russlands heranzuführen.

Wer hatte nochmal den Herrn Klitschko 2013 in die Ukraine gesandt, damit er sich dort für die CDU in die inneren Angelegenheiten eines fremden Landes einmischt? Was machte nochmal ein Herr McCain in der Ukraine (ein Mann, der auch schon zuvor bei anderen „Revolutionen“ unangenehm aufgefallen war)? Früher, als wir noch kleine Bundesrepublik mit Haupstadt Bonn waren, waren solche Einmischungen undenkbar. Eine Partei, die so etwas plant und durchführt – das war undenkbar. Heute jedoch, fast ein Vierteljahrhundert nach der Gründung von „Großdeutschland“,  ist dies Alltag, der niemanden sonderlich aufregt.

Leise und schleichend haben sich grundsätzliche Werte verabschiedet.

Unsere Journalisten? Veröffentlichen Meldungen der ukrainischen Regierung so unkritisch, als wären sie fanatisch Gläubige, die die Botschaften des Papstes verbreiten (siehe z.B. Handelsblatt über das Eindringen russischer „Militätkonvois“, Focus über Unmengen getöter Separatisten oder der Spiegel und die Tagesschau über den Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine). So unglaublich es ist: 2014 wird die deutsche Medienlandschaft aus unerfindlichen Gründen zum Propagandainstrument einer Putschregierung in der Ukraine. Erinnert man sich an den „Job“ Vitali Klitschkos, an die Versprechen einer Angela Merkel, so macht das ohne weiteres auch Sinn: es sind ja „unsere“ Leute, die dort die Macht innehaben, dafür ist ja auch viel Geld in die Ukraine geflossen – und noch viel mehr soll dahin fließen.

Schauen Sie sich nochmal den oben verlinkten Bericht der Tagesschau an, blenden Sie die vielen Kommentare aus und beobachten sie aufmerksam die „Beweise“ für den russischen Aufmarsch, sie befinden sich am Ende der Nachrichten. Einige schlechte Aufnahmen zeigen (probably = vermutlich – ganz sicher ist sich die Nato hier selber nicht) eine Batterie nicht genau identizifizierbarer Panzerhaubitzen (die genauso gut von der ukrainischem Armee sein könnten, die ebenfalls mit Waffen aus russischer Produktion ausgestattet ist), die irgendwo im Gelände stehen – vermutlich in der Ukraine. Vielleicht aber auch in Russland. Oder in Ungarn?

Artillerie im freien Gelände ist sehr angreifbar, selbst, wenn es sich um schwerfällig Panzerhaubitzen handelt. Die Vorstellung, Moskau schickt eine einzige, sogar durch Infanterieangriffe gefährdete und gegen Luftschläge völlig ungeschützte Artilleriebatterie in die Ukraine, um dort in die Kämpfe einzugreifen, ist für Militärs eine völlig absurde Vorstellung. Wer mir das verkaufen möchte, schickt mir wohl bald auch Aufnahmen von Putin, wie er mit nacktem Oberkörper und gezogenem Säbel allein gegen Kiew reitet.

Und die Aufnahmen selbst? Vor dreissig Jahren brüsteten sich die Geheimdienste der USA damit, einen Eimer aus dem All fotografieren zu können … und jetzt können sie nur Aufnahmen liefern, die so wirken, als hätte man sie vom Hubschrauber aus mit einer billigen Aldi-Kamera aufgenommen? Oder benutzen die Geheimdienste nur Google-Earth – und haben ihre unbemannten Aufklärungsdrohnen im Keller versteckt?

Interessiert sich eigentlich noch jemand für die Position des Angeklagten? Früher – vor „Großdeutschland“ – hatten wir noch andere Prinzipien des Urteilens und Verurteilens – im Zweifelsfalls für den Angeklagten, hies es sogar. Heute gibt es keine Verhandlungen mehr: Deutschland folgt in allem den Kommandos aus Kiew.

Dabei können wir ohne weiteres Kenntnis von Putins Sicht haben, dafür reicht ein Blick in den Spiegel:

Die ukrainische Armee kessele nun Dörfer und Städte ein und greife Wohngebiete an. Sie habe dabei das Ziel, die Infrastruktur zu zerstören, beklagte Putin. Er bezog sich dabei auf die Kämpfe um die Städte Luhansk und Donezk.

Wörtlich sagte er der Agentur Interfax zufolge: „Ihre Taktik erinnert mich an die der faschistischen deutschen Truppen in der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg. Großstädte wurden eingekesselt und durch gezielten Beschuss zerstört, samt Einwohnern.“

Mit dieser Meinung steht Putin nicht alleine da. Der Spiegel selbst berichtet über zehntausende von Flüchtlingen, die Schutz in Russland suchen – und die alle gruselige Geschichten erzählen:

Aus den Heimatorten der etwa zwei Dutzend Menschen, die an diesem Nachmittag hier anstehen, kommen in den letzten Wochen Nachrichten, wie man sie in Europa nicht mehr für möglich gehalten hätte: Granatbeschuss von Wohngebieten, ganze Städte ohne Wasser und Strom, Mangel an Lebensmitteln und Medikamenten. Seit April sind laut der Uno im Osten der Ukraine insgesamt 2200 Menschen, also Zivilisten und Soldaten, ums Leben gekommen, darunter 20 Kinder.

Liest man den Artikel, so merkt man, dass es nicht „zehntausende“ Flüchtlinge sind, sondern hunderttausende. Hier tobt ein brutaler Krieg gegen die russischsprachige Bevölkerung, Bomben und Granaten im Einsatz gegen die Zivilbevölkerung: das sind die „Guten“, auf deren Seite wir stehen: diesen Menschen hat Angela Merkel vor sechs Monaten ein Beistandsversprechen gegeben.

Ist es so verwunderlich, dass Russen jenseits der Grenze dem Massaker an Zivilisten nicht tatenlos zusehen wollen? Würde irgendeine andere Regierung dieser Welt mit schwerem Kriegsgerät die Zivilbevölkerung angreifen: wir würden uns schrecklich empören. Geht es aber gegen „Russen“ – ja, da machen wir sogar Witze drüber, geschmacklose Witze wie die der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die davon faselt, „schießendes Personal“ nach Russland zu schicken (siehe Neues Deutschland).

Wieviel Dilettantismus muss man als Bürger von Seiten des politischen Personal eigentlich noch ertragen?

Viel, wenn man an Äußerungen aus den Reihen der CDU denkt (siehe Handelsblatt):

Auch der Vorsitzende der Deutsch-Ukrainischen Parlamentariergruppe, Karl-Georg Wellmann (CDU), hält eine deutliche Reaktion des Westens auf das Vorgehen Russlands für geboten. „Darauf muss der Westen mit einer Erweiterung des Sanktionsregimes reagieren. Gleichzeitig muss der anstehende Nato-Gipfel geeignete Schritte zur Erhöhung der Präsenz in den östlichen Mitgliedsländern beschließen“, sagte der Bundestagsabgeordnete Handelsblatt Online.

Das Wort „Krieg“ – lange vom politischen Personal gemieden – ist jetzt gesellschaftsfähig geworden.

„Russland führt Krieg gegen die Ukraine“, sagte Wellmann weiter. „Ohne die Lieferung von Waffen und Munition sowie regulären russischen Soldaten würde der Aufstand der Separatisten innerhalb kurzer Zeit zusammenbrechen.“ Inzwischen seien ganz offensichtlich russische Militäreinheiten in die Ukraine eingedrungen. „Dieses ist eine offene militärische Aggression“, betonte der CDU-Politiker. „Das Ziel Russlands ist die Besetzung der Südostukraine und die Schaffung eines von Russland kontrollierten Streifens über Odessa bis Transnistrien.“

Welche Beweise gibt es eigentlich für diese Behauptung? Das Russland Krieg gegen die Ukraine führt, ist erstmal eine Behauptung, die man höchstens mit den dilettantischen Aufnahmen von nicht genau identifizierbaren Panzerhaubitzen belegen kann: Grund genug, von einem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine zu sprechen? Und wenn wir so werten – wie bewerten wir dann den Einsatz von Vladimir Klitschko in der Ukraine – oder das Beistandsversprechen der deutschen Bundeskanzlerin, beides gut belegte Aktionen, die deutlich vor den Gerüchten über russische Waffenlieferungen an Separatisten geschahen.

Mag sein, dass Russland hier nur reagiert?

Die öffentliche Unterstützung der ukrainischen Übergangsregierung (oder auch „Putschregierung“) durch die Nato stellt offenbar für niemanden ein Problem dar (siehe Spiegel):

Wie der „Guardian“ weiter berichtet, habe Rasmussen zudem vor dem Nato-Gipfel Schritte skizziert, die helfen sollen, die Sicherheit der Ukraine zu erhöhen und die Streitkräfte des Landes zu „modernisieren“.

Also – russische Truppen an der russischen Grenze stellen eine „Bedrohung“ dar. Natotruppen an der russischen Grenze nicht? Russische Waffenlieferungen an die „Rebellen“ sind ein Skandal, die „Modernisierung“ der Streitkräfte der Ukraine durch die Nato sind völlig in Ordnung?

Wo sind eigentlich unsere Diplomaten? Jene Menschen, die wir fürstlich dafür bezahlen, Frieden zu schaffen? Haben die alle Sommerurlaub? Was hat sich eigentlich so schrecklich verändert seit der Zeit des Kalten Krieges, wo solche Eskalationen über diplomatische Kanäle schon im Keim erstickt worden wären, weil jedem klar war, dass ein Krieg UNTER ALLEN UMSTÄNDEN vermieden werden muss? Wo ist das Selbstverständnis unseres politischen Personals geblieben, das wir – inklusive der Natofunktionäre – dafür bezahlen, Schaden vom Volk abzuwenden?

Haben Sie inzwischen wahr genommen, dass die von Putin angeprangerten faschistischen Verbände innerhalb der Putschregierung inzwischen von der Tagesschau bestätigt worden sind? Der fantasiert nicht, der Mann. Ist aber vielleicht sehr erschrocken von den verbrannten Separatisten in Odessa.

Wäre ich auch.

Nun – natürlich hilft irgendjemand den Separatisten, so wie – laut Bildzeitung – CIA, FBI und private Söldner Kiew unterstützen. Die momentan aktuelle Einkesselung unkrainischer Verbände in großem Stil zeugt von großer taktischer Kompetenz, die bei revoltierendem Zivilpersonal nicht zu erwarten ist (siehe Ria Novosti). Aber: sollte einen das wirklich überraschen? Galt nicht früher mal „gleiches Recht für alle?“.

Sechs Monate nach Merkels grundlos abgegebener Beistandsverpflichtung, fast ein Jahr nach dem Eingriff der Konrad-Adenauer-Stiftung in die innere Angelegenheit der Ukraine findet man auch in der Mainstreampresse die ersten klaren Töne zum drohenden Weltkrieg, der von „alternativen“ Medien schon seit einem halben Jahr befürchtet wird (siehe Handelsblatt):

Der Direktor des Instituts für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel, Joachim Krause, hält einen Krieg zwischen Russland und dem Westen für möglich, sollte der Westen jetzt angesichts der eskalierenden Lage in der Ukraine nicht deutlich Flagge zeigen. „Einen Krieg zwischen Russland und dem Westen sehe ich derzeit nicht aufziehen, aber wenn der Westen jetzt nicht mit der notwendigen Entschlossenheit und Effektivität reagiert, könnte ein Krieg in wenigen Jahren eine reale Möglichkeit werden“, sagte Krause Handelsblatt Online.

Sechs Monate nach der Rede der Kanzlerin in Großbritannien ist der Krieg denkbar geworden. Fordert außer mir noch jemand das Verbot der Konrad-Adenauer-Stiftung samt Auflösung der CDU? Gerne würde ich auch das gesamte, unfähige diplomatische Personal der Fürsorge der Jobcenter überlassen, die vielleicht Beschäftigungen für die Partylöwen finden, die ihrem Leistungspotential angemessen sind: Pflege der öffentlichen Anlagen in Kleinstädten käme mir da spontan in den Sinn.

Dabei reagiert der Westen schon jetzt mit „Entschlossenheit“ und „Effektivität“ – schon lange, bevor dem Bürger klar wurde, dass ein neuer Konflikt droht, waren Natoverbände schleichend immer weiter Richtung Osten vorgedrungen – entgegen aller Versprechungen, dies nicht zu tun (siehe z.B. Neues Deutschland vom 25.8.2014). . Eine weitere „entschlossene“Reaktion – ohne dass in den letzten Jahrzehnten eine russische Agression überhaupt zur Debatte stand und man recht erfolgreich an „Sicherheitspartnerschaften“ gearbeitet hat, deren Notwendigkeit 2010 noch erkannt wurde (siehe MSC)?

Manöver in der Ukraine unter US-Führung sind für den September geplant: „Rapid-Trident“ soll es  heißen (siehe u.a. RiaNovosti).

Darf ich eine Vorhersage treffen? Könnte es nicht sein, dass dort ein Natoflugzeug von „Russen“ abgeschossen wird, was eine „entschlossene Antwort des Westens“ erfordert? Oder Bodentruppen der Nato werden in Gefechte mit „Separatisten“ verwickelt, die alle russische Pässe haben? Warum riskieren wir als „Nato“ eigentlich solche Eskalationen … und leisten uns Personal, das Witze über „schießendes Personal“ macht?  Immerhin: die Natotruppen arbeiten dort direkt mit einer der Kriegsparteien zusammen: da sind „Unfälle“ schon fast vorprogrammiert. Vielleicht … kooperieren sie auch mit rechtsradikalen Kämpfern?

Nun – Sie werden die Folgen dieser Entwicklung persönlich spüren. Wird eine schlimme Erfahrung sein, dass die Welt auf den Bildschirmen eine erschreckende Realität darstellt. Wird man merken, wenn der Einberufungsbefehl nach alternativloser Wiederinkraftsetzung der Wehrpflicht in der Post liegt.

Was man jetzt schon merken könnte: den entschlossenen Willen des politischen Personals des Westens zur kriegerischen Auseinandersetzung mit Russland. Und wenn es soweit ist, werden wir merken, wie weltfremd die Ängste von Greenpeace eigentlich sind: durch Beschuss gefährdete Atomkraftwerke (siehe Spiegel) werden dann unser geringstes Problem sein: Kugeln töten viel schneller als Radioaktivität.

 

 

 

 

 

 

Völkermord und Kriegsverbrechen in der Ukraine – und die dubiose Rolle der EU-Kommission beim Wirtschaftsweltkrieg

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Freitag, 15.8.2014. Eifel. Geht es Ihnen auch so? Man schlägt morgens die Zeitung auf – und es verschlägt einem die Sprache! Also ehrlich – ich bin bald sprachlos. Sprachlos vor Erschütterung darüber, wie sehr ein laufender Völkermord und laufende ethnische Vertreibungen in den Medien verniedlicht werden. Völkermord? Ja – so habe ich gelernt, es zu sehen, wenn hunderttausende Menschen vertrieben werden, wenn schwere Artillerie ihre Städte beschießt, wenn die Versorgung der Überlebenden mangels Wasser und Nahrung massiv in Gefahr ist. Sowas meldete der Spiegel gestern:

Die Regionalverwaltung teilte mit, in der Region Donezk seien in den vergangenen Tagen 74 Zivilisten getötet und 116 weitere verletzt worden. In Luhansk wurden laut einem örtlichen Behördenvertreter bei Artillerieangriffen in den vergangenen 24 Stunden mindestens 22 Einwohner getötet.

Man erfährt auch, wie das im Detail aussieht:

Auch mehrere Wohnhäuser an der Technischen Universität sind betroffen. Neef weiter: „Auf der Straßenkreuzung lagen drei Menschen: eine ältere Frau – beide Beine blutüberströmt – und gegenüber zwei jüngere Männer, von denen einer sofort tot war.“

Hier muss man kurz innehalten, sich befreien von Wertungen über Ukrainer und „Pro-Russen“. Hier schießt die Armee eines Landes mit schwerem Geschütz auf Wohnhäuser und Zivilisten. Bin ich der einzige Schreiberling, den das stört? Wir haben eine Genfer Konvention, die Zivilisten unter besonderen Schutz stellt und den gezielten Angriff auf Zivilisten als Kriegsverbrechen beschreibt. Diese Konvention beschreibt ganz deutlich die Grenzen der zivilisierten Kriegsführung (siehe Wikipedia):

Personen, die nicht direkt an den Feindseligkeiten teilnehmen, einschließlich der Mitglieder der bewaffneten Streitkräfte, welche die Waffen gestreckt haben, und der Personen, die infolge Krankheit, Verwundung, Gefangennahme oder irgendeiner anderen Ursache außer Kampf gesetzt wurden, sollen unter allen Umständen mit Menschlichkeit behandelt werden, ohne jede Benachteiligung aus Gründen der Rasse, der Farbe, der Religion oder des Glaubens, des Geschlechts, der Geburt oder des Vermögens oder aus irgendeinem ähnlichen Grunde.

Wie menschlich ist der Beschuss von Wohnhäusern durch Artillerie? Gar nicht. Hier werden „Kollateralschäden“ bewusst erzeugt – ohne dass man überhaupt weiß, ob sich dort gegnerische Kämpfer aufhalten. Doch damit nicht genug. Ein russischer Hilfskonvoi ist unterwegs, 287 LKW voller Hilfe für die Zivilbevölkerung. Eine überschaubare Zahl an Fahrzeugen, die man innerhalb eines Tages gründlichst untersuchen könnte, um den Not leidenden Menschen schnell helfen zu können. Doch was geschieht? Mit der Unterstellung, es handle sich um sowas wie eine Invasionsarmee (als hätte Russland in dieser Hinsicht nicht die Möglichkeit einer ganz anderen Performance), wird die Lieferung von Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Medikamenten nicht ins Land gelassen (siehe Spiegel).

Gut – angesichts des künstlich aufgeheizten Bedrohungspotentials ist eine solche Reaktion verständlich. Man hätte sie mit etwas gutem Willen (und gründlichen Kontrollen) entschärfen können, so dass SCHON HEUTE hätte HILFE geleistet werden können, aber offensichtlich ist das nicht gewünscht. Wer liefert denn dann was in welchen Mengen zu den eingeschlossenen Zivilisten?

Die Antwort scheint einfach: niemand. Deshalb spreche ich hier das erste mal von Völkermord. Gibt es Widerspruch? Neben dem Völkermord wollen wir auch das oben geschilderte Kriegsverbrechen nicht außen vor lassen.

Die UNO meldet sich gerade mit alarmierenden Zahlen (siehe Spiegel):

Die Vereinten Nationen sprechen von einem „eskalierenden Trend“: Die Zahl der Todesopfer im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine hat sich seit Ende Juli verdoppelt. Pro Tag kommen 60 Menschen ums Leben oder werden verletzt.

Leider enthält diese Nachricht eine manipulierende Falschinformation: es gibt bislang noch keinen Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, bislang ist das eine „innere Angelegenheit“, in die sich der Westen massiv einmischt und bislang jeglichen Beweis für russische Unterstützung der „Separatisten“ schuldig geblieben ist. Dem entgegen verhält sich die Nato ziemlich parteiisch, plant hochriskante Manöver in einem Land, dass sich in einem Bürgerkrieg befindet (siehe Neues Deutschland) und schickt ihren Generalsekretär mit unmissverständlichen Botschaften nach Kiew – Botschaften, die unter anderen als Kriegserklärung an Russland gewertet werden könnten (siehe Deutschlandfunk):

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat der prowestlichen ukrainischen Regierung im Konflikt mit Russland demonstrativ den Rücken gestärkt. „Die Nato steht bereit, die Ukraine zu unterstützen“, sagte Rasmussen am Donnerstag bei einem Besuch in Kiew. Er warf Russland die Destabilisierung des Landes und die Unterstützung der prorussischen Separatisten vor. Der Konflikt im Osten bedrohe „die Freiheit und die Zukunft der Ukraine“, sagte der Nato-Generalsekretär.

Vorwürfe kann man jederzeit machen – langsam wären mal Beweise angesagt. Beweise für laufenden Völkermord und Kriegsverbrechen (ich wähle hier bewusst mal eine andere „Sprachregelung“, die ich derjenigen entlehne, die dereinst gegen die vorherige gewaltsam gestürzte Regierung der Ukraine in Mode war) liefern Spiegel-Korrespondenten  (siehe Spiegel):

Aber nun herrscht Krieg, die einst so stolze Stadt ist nicht wiederzuerkennen, mit jedem Tag stirbt sie ein bisschen mehr. Kiews Armeesprecher hat die Bevölkerung gestern dazu aufgefordert, die Stadt zu verlassen – der Angriff stehe unmittelbar bevor. Für die Flüchtenden stünden Transportmittel bereit, humanitäre Korridore seien eingerichtet. Wo? Darüber schwieg er sich aus.

Eine sterbende Millionenstadt, deren Bevölkerung durch die eigene Armee vertrieben wird? Wie läßt sich das mit der Genfer Konvention vereinbaren?

Gar nicht, genauso wenig die die Versprechen rechtsextremistischer Milizen, die für den Häuserkampf in Donezk bereit stehen (siehe Frankfurter Rundschau):

Nun liegt der tote Balagan im offenen Sarg, aufgebahrt in der Mittagshitze in Ursuf, dem Stützpunkt seines Bataillons. Am Kopfende weht die Fahne mit der Wolfsangel-Rune. Bataillonskommandeur Andrej Belezki hält vor dreihundert Kämpfern eine kurze Ansprache: Balagan hat gelebt wie ein Mann und ist gestorben wie ein Mann, sagt er, Balagan bereut nichts! „Versprechen können wir ihm nur eins“, sagt Belezki und schaut auf den Sarg – „dass wir ihn rächen bis zum letzten Mann! Und nach Möglichkeit keinen seiner Gegner gefangen nehmen.“

Wie werden sich diese Kämpfer in der Millionenstadt verhalten? Wie wird ihre Rache aussehen? So wie in Odessa (siehe Spiegel)?

Die Polizei sah tatenlos zu, als im südukrainischen Odessa ein Gewerkschaftshaus in Brand gesetzt wurde. Dutzende prorussische Aktivisten kamen ums Leben. Der Gouverneur lobt die Brandstifter: „Sie haben Terroristen neutralisiert.“

Wer wird eigentlich alles zum „Terroristen“, wenn die Jungs mit der Wolfangelrune in Donez einmarschieren? Alle, die es nicht geschafft haben, durch nicht näher bezeichnete Fluchtkorridore zu entkommen?

Doch der Krieg bezieht nicht nur Zivilisten in der Ukraine mit ein, infolge der Sanktionen werden auch Zivilisten in Europa mit einbezogen, die in den letzten Jahren auf die Sicherheit einer konstruktiven, friedlichen Zusammenarbeit mit Russland gesetzt hatten und umfangreiche Geschäftsbeziehungen mit russischen Unternehmen aufgebaut haben. Auf diese konstruktiven Geschäftsbeziehungen haben die mit Steuermitteln gut versorgten westlichen Lenker des Konfliktes (die sich bewusst für einen Konfrontationskurs entschieden haben, wenn ich ihr Gebaren richtig deute) keine Rücksicht genommen, noch umschauend die Folgen möglicher Gegenmaßnahmen Russlands einkalkuliert, über die das Handelsblatt informiert:

Die Maßnahmen dürften auch deutsche Unternehmen hart treffen, und es ist womöglich nur der Anfang: Nach den Sanktionen des Westens plant Russlands Präsident Wladimir Putin Überflugbeschränkungen für europäische Airlines.

Nebenbei erhalten wir auch konkrete Zahlen über das Ausmaß der Vertreibung:

Wegen der Kämpfe in der Ostukraine sind nach UN-Angaben knapp eine dreiviertel Million Menschen aus ihrer Heimat nach Russland geflüchtet.

750 000 Flüchtlinge – das ist eine ganze Menge. Verständlich – angesichts der schonungslosen Angriffe der ukrainischen Armee und der Drohungen der Runenfreunde.

Ein weiterer Schlag: die Einstellung der Einfuhr westliche Lebensmittel. In der FAZ deutet ein 34-jähriger Autor die Geschehnisse auf seine Weise:

Russland verhängt ein Einfuhrverbot für West-Lebensmittel. Putin riskiert, dass es vielen Russen schlechter geht. Die Alten kennen es ja ohnehin noch aus der Sowjetunion: Zuhause schlecht ernährt, in der Welt unbeliebt, aber immerhin gefürchtet

Leider war die Deutung falsch. Russland ist in der Welt gar nicht unbeliebt, im Gegenteil: es gibt viele Länder, die gerne mit einem Land Geschäfte machen, das kaum von westlichen Geldern abhängig ist und eine äußerst geringe Staatsverschuldung hat – also im Vergleich zu den hochverschuldeten westlichen Industrienationen als „reich“ zu gelten hat. Hierüber wird man bei Heise informiert – einer sinnvollen Alternative zu abhängigen Medien der Moderne:

Nach Polen fordert nun auch Spanien EU-Entschädigungen für Sektoren, die davon betroffen sind, dass Russland einen Importstopp auf Waren aus der EU verhängt hat. Doch Spanien fordert zudem auch die massive Vernichtung von Lebensmitteln, damit die nicht den Markt überschwemmen und die Preise purzeln lassen. Das Land trifft dabei auf offene Ohren beim Landwirtschaftskommissar. Die EU droht derweil wenig unverhohlen Ländern wie Brasilien, Argentinien und anderen mit Konsequenzen, die nun die Waren liefern wollen, die Russland nicht mehr aus der EU importiert.

Da kommt erstmal eine polnisch-spanische Kostenlawine auf uns zu. Angesichts der Hungersnöte in der Welt werden mal wieder – im Auftrag des „Marktes“ – kostenintensiv hochwertige Nahrungsmittel vernichtet. Sowas wird im Krieg mit Russland zwanglos hingenommen, während in vielen Ländern Europas (einschließlich Deutschland) die Versorgung der ärmeren Schichten der Bevölkerung nicht gerade berauschend ist.

Viel brisanter sind jedoch die Drohungen der EU an andere Länder.

Deshalb stößt es der EU-Kommission jetzt übel auf, dass sich auf einem globalisierten Markt sofort Ersatzanbieter finden, die schnell einspringen und sich Schwellenländer besonders hervortun. Brüssel warnt deshalb ziemlich unverhohlen südamerikanische Staaten, wie Brasilen, Argentinien, Uruguay, Chile, Ekuador oder Paraguay, aus denen Russland neben der Türkei, Israel, Marokko und ehemaligen Sowjetstaaten verstärkt beliefert werden soll. Übereinstimmend haben European Voice und die größte spanische Tageszeitung El País berichtet, dass schon diverse Länder gewarnt wurden.

Welcher weltfremde Wahn treibt eigentlich die EU-Kommission um, sich nun außer mit Russland auch noch mit den größten Nationen Südamerikas, der Türkei, Israel, Marokko und anderen ehemaligen Sowjetstaaten anzulegen? Auch China wird in dem Artikel als Ziel der Warnungen genannt. Bahnt sich hier ein Wirtschaftsweltkrieg an – um eine ukrainische Putschregierung (ja, das wird im Westen schnell und gern vergessen) zu unterstützen, was die ohnehin finanziell angeschlagenen Weststaaten wirtschaftlich enorm belasten wird? Arbeiten wir hier möglicherweise unbewusst an unserem eigenen Untergang – zur Freude unserer weltweiten wirtschaftlichen Konkurrenz, die auch in den USA zu Hause ist?

Welche strategischen Ziele werden mit diesen Aktionen von der EU-Kommission verfolgt? Oder agiert man hier einfach mal planlos ohne Sinn und Verstand auf der Grundlage des eigenen, aufgeblasenen Egos? Aus welchen Gründen nimmt man eine im Heise-Artikel erwähnte „dritte Rezession“ in Europa billigend in Kauf?

Wie ist man eigentlich – mal den schlimmsten Fall vorausgesetzt – auf eine militärische Konfrontation mit Russland, China, der Türkei und fast ganz Südamerika vorbereitet?

Militärische Konfrontation?

Nun – daran musste ich denken, weil ich noch die Worte von Wolfgang Münchau im Kopf habe, der den Sanktionen gegen Russland positiv gegenüber stand (siehe Spiegel):

Wirtschaftssanktionen sind die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln.

Stammt nicht von mir, diese Deutung. Aber die Absicht wird deutlich: man will Krieg – erstmal mittels Wirtschaftssanktionen – oder?

Darf ich noch einen anderen Artikel zitieren? Einen vom 14.8.2014 (siehe Spiegel)?

Deutschlands Wirtschaft schrumpft, Italien rutscht in die Rezession, die Eurozone stagniert: Europas Konjunktur schwächelt bedenklich. Droht eine neue Krise?

In konkreten Zahlen:

0,0 Prozent Wachstum zwischen April und Juni im Vergleich zum Vorquartal.

Wieviel Wirtschaftskrieg können wir uns eigentlich finanziell leisten? Und was kosten uns die zu erwartenden Sanktionen gegen China, Südamerika, die Türkei und wer alles noch die Gunst der Stunde nutzt?

Fragen, die die EU-Kommission langsam mal beantworten sollte.

Ob der Begriff „Völkermord“ hier korrekt verwendet wird? Urteilen Sie selbst (siehe Wikipedia):

Gekennzeichnet ist er durch die spezielle Absicht, auf direkte oder indirekte Weise „eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören“. 

 

 

 

 

Die Mord-Julia

Eine Merkel-Freundin für Russen-Vernichtung

Was ist im Medien-Rauschen zu hören? Grausiges Schweigen. Was twittert die Politik-Szene? Null Text. Zwar haben die deutschen Blöd-Maschinen über Jahre die heilige Julia angebetet, selbst ihre Bandscheibe wie eine Reliquie verehrt und ihren Russenhass geflissentlich überhört. Aber jetzt, als die Merkel-Freundin Julia Tymoschenko in einem mitgeschnittenen Telefonat zum Mord, zur atomaren Vernichtung aufruft, findet sich kein Wort der Empörung, keines der Entschuldigung, dem blonden Gift die Hand gereicht zu haben.

TYMOSCHENKO: „Scheiss drauf … wir sollten Waffen nehmen und die verdammten Katsaps (Russen) töten, zusammen mit ihren Anführern.“

Im abgehörten Telefonat mit dem ehemaligen stellvertretenden Leiter des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats der Ukraine, Nestor Shufrych, zeigt die Tymoschenko ihren wahren Charakter: Tollwütig, mörderisch und eindeutig rassistisch wütet sie gegen den russischen Feind, mit dem sie doch jahrelang gute Gas-Geschäfte gemacht hat. Und wie reagieren die Heiligenverehrungs-Medien wenn sie denn reagieren? Die BILD-Zeitung schreibt: „In einem Telefongespräch zog die ukrainische Politikerin furchtbar böse über Kreml-Chef Wladimir Putin und die Russen her.“ Furchtbar böse, wie niedlich. Und die WELT sorgt sich: „Ein mitgeschnittenes Telefonat bringt die ukrainische Politikerin Julia Timoschenko in Erklärungsnot.“ Erklärungsnot, Atemnot, Russentod, alles eins.

TYMOSCHENKO. „Sehen Sie, ich selber bin bereit ein Maschinengewehr in die Hand zu nehmen und dem Drecksack (Putin) in den Kopf zu schiessen.“

„Willkommen in der Freiheit”, jubelte Kanzlerin Angela Merkel der sakrosankten Julia entgegen. Und die Tymoschenko revanchierte sich artig auf dem Kongress der Europäischen Volkspartei: „Angela war die stärkste Anführerin für Demokratie und Freiheit“. Von der stärksten Führerin gibt es zur Mordhetze der Tymoschenko keine Stellungnahme. Warum auch? Mit Millionären stellt sich die Merkel immer gut. Und Geld hat die ehemalige Ingenieurin der Maschinenbaufabrik „Lenin“ ausreichend: Ihr Privatvermögen wird auf mehrere Hundert Millionen Dollar geschätzt. Die düsteren Quellen der „Gasprinzessin“ finden sich zwischen 1995 und 1997. Damals setzte sie im Gashandel mit Russland zehn Milliarden Dollar jährlich um.

Weiterlesen in der Rationalgalerie (jaa, genau hier klicken)

Die Malthusianer, der CIA, der 11. September, Hartz IV und die anderen Überflüssigen

Freitag, 12.10.2012. Eifel. Der 11. September 2001 war ein ganz besonderer Tag. Es jährte sich nicht nur der Tod des Militärputsches gegen Allende, es war auch jener Tag, in dem in Frankfurt ein ganz besonderer Vortrag stattfand. Henry Kissinger referierte dort über die "Auswirkung der Globalisierung auf die Weltbevölkerung".  Am gleichen Tag geschah ebenfalls noch etwas sehr bemerkenswertes, siehe Wikipedia:
Am 28. Jahrestag des Putsches in Chile, dem 11. September 2001, reichten Anwälte einer chilenischen Menschenrechtsorganisation deswegen Klagen gegen Kissinger,Augusto Pinochet, Hugo Banzer, Jorge Rafael Videla und Alfredo Stroessner ein. Gleichzeitig erfolgte beim Bundesgerichtshof in Washington, D.C. eine Zivilklage gegen Kissinger und den damaligen CIA-Chef Richard Helms von Angehörigen General Schneiders, Hintergrund waren die CIA-Aktivitäten im Vorfeld des Putsches.

Freitag, 12.10.2012. Eifel. Der 11. September 2001 war ein ganz besonderer Tag. Es jährte sich nicht nur der Tod des Militärputsches gegen Allende, es war auch jener Tag, in dem in Frankfurt ein ganz besonderer Vortrag stattfand. Henry Kissinger referierte dort über die „Auswirkung der Globalisierung auf die Weltbevölkerung“.  Am gleichen Tag geschah ebenfalls noch etwas sehr bemerkenswertes, siehe Wikipedia:

Am 28. Jahrestag des Putsches in Chile, dem 11. September 2001, reichten Anwälte einer chilenischen Menschenrechtsorganisation deswegen Klagen gegen Kissinger,Augusto Pinochet, Hugo Banzer, Jorge Rafael Videla und Alfredo Stroessner ein. Gleichzeitig erfolgte beim Bundesgerichtshof in Washington, D.C. eine Zivilklage gegen Kissinger und den damaligen CIA-Chef Richard Helms von Angehörigen General Schneiders, Hintergrund waren die CIA-Aktivitäten im Vorfeld des Putsches.

General Schneider war ein wichtiges und populäres Opfer der us-amerikanischen Aussenpolitik:

Bereits seit 1963 hatte die CIA in Chile eine Reihe verdeckter Operationen mit dem Ziel durchgeführt, die Wahl des Sozialisten Salvador Allende zum Staatspräsidenten zu verhindern. Nachdem diese Aktionen erfolglos geblieben waren und Allende 1970 Präsident wurde, waren die USA zu massiven Geheimdienstoperationen übergegangen, mit dem Ziel, die chilenische Regierung zu destabilisieren und die Voraussetzungen für den Militärputsch vom 11.September 1973 zu schaffen. Im Zuge der CIA-Operationen kam es zur Ermordung des verfassungstreuen und zu Allende loyalen Generalstabschefs René Schneider. Die Verschwörergruppe war zuvor von der CIA mit Maschinengewehrenund Tränengasgranaten ausgestattet worden.

Ja, so etwas machen die USA – und so etwas macht vor allem Henry Kissinger, weshalb man ihn ja weltweit an verschiedenen Orten mal gerne vor ein Gericht geladen hätte. Gut, das ist alles lange her. So lange, das viele, die das hier lesen, gar nicht geboren waren. Und heute – da sind wir uns ja alle einig – würden die Geheimdienste der USA niemals mehr so weit gehen wie damals. Das predigen uns jedenfalls die Medien und die Parteien.

Ach ja – Medien und Parteien: die waren in der Tat der Hauptansatzpunkt des Geheimdienstes bei der Umsetzung der US-Politik in Übersee, hier in Chile (siehe: Wikipedia):

In einem Memorandum des US-Geheimdienstes hieß es später, dass El Mercurio und andere chilenische Zeitungen, die von der CIA finanziell unterstützt wurden, eine wichtige Rolle dabei gespielt hätten, die Voraussetzungen für den späteren Militärputsch zu schaffen.

Die wissen, wie man Politik macht: über Medien. Einfach mal oft genug an allen Ecken und Enden den Satz „die Erde ist eine Scheibe“ bringen und schon werden die Leute so unsicher, das sie weniger Kreuzfahrten buchen. So sind die Leute: wenige verfügen über ausreichend Bildung, auf Anhieb in einer Zeitung diejenigen Informationen zu entdecken, die einen Ausblick auf die Zukunft werfen, noch weniger verfügen über profunde Geschichtskenntnisse … wie zum Beispiel Kenntnisse über das Memorandum NSSM 200.  Wir finden im Jahrbuch 2001 einen Kommentar dazu:

Das Programm für die Bevölkerungskonferenz wurde bereits 20 Jahre zuvor entworfen, in einer ungefähr 90 Seiten langen geheimen Studie des Nationalen Sicherheitsrates der USA samt seinen zahlreiche Unterausschüssen. Dort gelangten die vielfach widerlegten Thesen aus dem Schulungsbuch des Thomas Malthus für die Commis der East Indian Company zu neuer, global folgenschwerer Aktualität. Hohe Regierungsbeamte der USA und angesehene Vertreter des Establishments bekannten vor der Öffentlichkeit, sie seien überzeugte Neomalthusianer. Nirgends jedoch zeigte sich die Besessenheit von Malthus`Essay über das Bevölkerungsgesetz so brutal wie im Nationalen Sicherheitsrat.

„Bessenheit“ ist hier das Wort, das wir uns merken sollten – gleichfalls die Tatsache, das hohe Regierungsbeamte und angesehene Vertreter des Establishments sich zum Neomalthusianismus bekennen. Wir wollen diese Aussagen mal im Hinterkopf behalten, während wir uns dem Kernthema nähern: was ist denn das überhaupt, so ein Malthusianer – oder Neomalthusianer.

Die Antwort ist leicht gegeben, in dem wir den Namensgeber der Bewegung, Herrn Pastor Thomas Robert Malthus, 1766 – 1834, persönlich zitieren (siehe Wikipedia):

„Ein Mensch, sagte er, der in einer schon occupirten Welt geboren wird, wenn seine Familie nicht die Mittel hat, ihn zu ernähren oder wenn die Gesellschaft seine Arbeit nicht nötig hat, dieser Mensch hat nicht das mindeste Recht, irgend einen Teil von Nahrung zu verlangen, und er ist wirklich zu viel auf der Erde. Bei dem großen Gastmahle der Natur ist durchaus kein Gedecke für ihn gelegt. Die Natur gebietet ihm abzutreten, und sie säumt nicht, selbst diesen Befehl zur Ausführung zu bringen.“

Kurz gesagt: wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen. Obwohl … nein, das ist falsch. Wer seine Arbeit nicht zum Gewinne anderer verkaufen kann, der soll auch nichts essen: so ist das gemeint. Der soll nicht nur nicht essen, der soll „abtreten“ – wenn er denn in eine „schon occupierte Welt“ geboren wurden, in einer Welt also, in der die Ururgroßväter der heutigen Erben erfolgreich Landraub begangen haben, Vermögen mit Sklaven- Waffen- und Drogenhandel anhäuften und dieses mit ein wenig Tricksereien an den Börsen verhundertfachten.

Manche würden meinen: eine Anleitung zum Massenmord.

Das ist im Prinzip Kern des geheimen Memorandum NSSM 200, das die Marschrichtung der USA für die nächsten Jahre vorgab (nochmal Jahrbuch 2001):

Am 24. April 1974, auf dem Höhepunkt der Ölkrise, unterschrieb der Sicherheitsberater des Weißen Hauses ein Memorandum, das die Grundlinien der US-Politik für die nächsten Jahre festlegte. Das „National Security Study Memorandum 200“ trug den Titel „Auswirkungen des weltweiten Bevölkerungswachstums auf die Sicherheit der Vereinigten Staaten und ihre Interessen in Übersee“. Es richtete sich an alle Kabinettsmitglieder, an den Generalstab und die verantwortlichen Leiter der CIA und anderer Dienste der USA. Am 16. Oktober 1975 bestätigte Präsident Gerald Ford auf Betreiben seines Außenministers in einem weiteren Memorandum die Notwendigkeit „amerikanischer Führung in Sachen Weltbevölkerung“. Es bezog sich im wesentlichen auf das geheime Memorandum NSSM 200. Diese Ausführungsverordnung machte zum ersten Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten den Malthusianismus zur Leitidee der Sicherheitspolitik der amerikanischen Regierung.

Die beiden US-Memoranden argumentierten, das Bevölkerungswachstum in den Entwicklungsländern, die an die Schwelle zur Industrialisierung heranrückten und in denen wichtige Rohstoffquellen lagen, stelle eine „potentielle Bedrohung der nationalen Sicherheit der USA“ dar. NSSM 200 warnt davor, daß diese Länder unter dem Druck ihrer wachsenden Bevölkerung von den USA für ihre Rohstoffe höhere Preise und für sie günstigere Handelsbedingungen durchsetzen könnten. 

Da kommt Konkurrenz auf, es droht echte Marktwirtschaft: das darf nicht sein. Ein Zitat aus dem Memorandum belegt, wie man sich die Konkurrenz vom Halse schaffen wollte:

„Um wieviel wirksamer sind Ausgaben für Maßnahmen zur Bevölkerungskontrolle als Investitionen, die die Produktion anheben, zum Beispiel Investitionen in Bewässerungsanlagen, Kraftwerke und Fabriken.“

Das heißt: nicht Wohlstand für alle ist das Ziel, sondern erklärte Beseitigung zukünftiger Generationen, was zur Vergreisung des Landes führt (da können wir Deutschen ein Lied von singen) – mit allen Folgen, die sich skrupellose Profiteure von dieser Situation versprechen. Wir bauen keine Krankenhäuser, verbessern nicht die Anbaumöglichkeiten, steigern nicht die Produktion, sondern vernichten das Volk … natürlich mit guten Worten.

Wie es heißt, wollte der Papst selbst 1991 mit Bill Clinton persönlich darüber sprechen, ob die USA eigentlich immer noch dieses Ziel verfolgen. Christliche Ethik und besessener Malthusianismus einer militärischen Supermacht lassen sich immerhin nicht gut miteinander vereinen:

Ein Teil der heutigen militanten Malthusianer hat für die Armen und Schwachen, die Schwarzen und Indios usw. kaum mehr als Verachtung übrig. Die Gleichheit aller Menschen, das Recht aller auf Freiheit, ihr Zugang zu den materiellen, geistigen und spirituellen Gütern sind für sie nichts als unzulässige Ziele, die es zu bekämpfen gilt. Wenn man sich um die gleiche Würde aller Menschen kümmert, so zerstört man ihrer Meinung nach das naturgewollte Gleichgewicht, das die Besten auswähle und die Schwächsten beseitige oder zumindest den Stärkeren weiterhin Zugang zu materiellem Wohlstand sichert und die Schwächeren in Armut und Not beläßt.

Die „Stärkeren“ … sind die Menschen in den USA – vor allem ihre weiße Oberschicht (siehe Spiegel). Die verdienen auch in der Wirtschaftskrise noch super – und gleichen darin den deutschen Milliardären (siehe Welt).

Nun, wir könnten immer noch denken: och, das ist ja alles Vergangenheit und Geschichte, was soll mich das denn interessieren … allerdings wird Hartz IV-Abhängigen wahrscheinlich schon etwas mulmig, wenn sie diese Zeilen lesen: gehören sie doch zu den Schwächeren, die man in einem superreichen und hoch gebildeten Land bewußt und absichtlich per Gesetz in Armut hält und per Bild-Zeitung sogar zu einer asozialen Untermenschenrasse hochstilisiert. Gerade in Deutschland läßt das häßliche Erinnerungen an die  Zeit von 1933-1945 hochkommen, wo ein „Führer“ der Welt schon mal zeigte, wie man mit unnützen Essern umgeht. Er hatte viele Sympathisanten in der Oberschicht der USA – und wahrscheinlich fanden auch viele seine Methoden recht praktikabel.

Leider können wir diesen Malthusianismus nicht völlig ins Archiv der menschlichen Verirrungen stellen, davon kündet ein aktueller Artikel in der TAZ.

In Kreisen der sogenannten Elite wird seit einiger Zeit ein posthumanitärer Mischmasch aus neomalthusianischen und neoliberalen Positionen zusammengerührt. Schon 1996 erklärte CNN-Gründer Ted Turner der Zeitschrift Audubon:„Eine Bevölkerung weltweit von 250 bis 300 Millionen Menschen, ein Rückgang um 95 Prozent, wäre ideal.“ Im Alter gnädiger geworden, bekannte er sich 2008 beim Philadelphia World Affairs Council zu dem Ziel, die Weltbevölkerung auf 2 Milliarden zu verringern.

Es gibt auch noch mehr Namen aus den Kreisen der Elite: da wird Bill Gates zitiert, russische Zeitungen mit Artikeln über „Länder mit überflüssiger Bevölkerung“ oder auch der US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney.

Wir sehen also: wir haben es nicht mit einem Phänomen der Vergangenheit zu tun, sondern mit einer akuten und aktuellen Bedrohung des demokratischen Rechtsstaates, der – wie bei einem Putsch so üblich – erstmal medial vorbereitet wird. In Deutschland übernimmt das dankbar und gerne die „Atlantikbrücke„, Kenner erinnern sich auch an Ausfälle in der Blödzeitung und anderen privaten Medien, die eine besondere Nähe zu den USA demonstrieren wollen, in England übernehmen diese Arbeit auch gerne Finanzminister, die aktuell Arbeitnehmern empfehlen, ihren Kündigungsschutz zu verkaufen (siehe Welt).

Für den Malthusianer ist der Sozialstaat eine Brutstätte unwerten Lebens, eines Lebens, dem die Natur gebietet, abzutreten.

Und wo die Natur die Kraft dazu nicht mehr hat, kommt eben der Förster.

Erinnern wir uns an das Wort, das die Geistesverfassung der Malthusianer beschrieb? „Besessen“ … das war es.

Völlig unabhängig davon, wie oft Malthus´ Thesen schon wiederlegt worden sind, führen sie ihren Privatkrieg zur Rettung der Welt (und vor allem: zur Rettung ihres Reichtums) weiter. Wäre es so weit hergeholt, wenn man gewisse irrationale politische Entwicklungen, die seit dem 11. September 2001 eingetreten sind, ursächlich jenen Extremisten zuschreibt, die eine Reduzierung der Weltbevölkerung um 95% wünschen? Menschen, die Macht und Einfluss haben sowie Geld im Überfluss – und eine gemeinsame politische-religiöse Überzeugung vom natürlichen Recht des finanziell Stärkeren?

Nochmal zurück zu dem Artikel der TAZ, der bezeichnenderweise „Die Überflüsssigen“ heißt.  Der Autor berichtet hier auch von persönlichen Erfahrungen:

Einige Tage später sprach ich mit einer Investmentbankerin, die mich süffisant fragte, wie ich denn meine sozialen und ökologischen Überzeugungen mit der Tatsache in Einklang bringe, dass es zu viele Menschen auf der Erde gebe.

Investmentbanker und ihre Ethik: das wäre ein ganz neues Thema, andererseits zeigt das gut, wie sehr dieses krankhafte Denken schon in der Gesellschaft vorgedrungen ist – und natürlich kann man den Überflüssigen bedenkenlos jeden Anlageramsch verkaufen: sie sind eh´ nur Abfall, Gammelfleisch, Biomüll – oder Giftmüll, bedenkt man, was die Pharmaindustrie alles in sie hineinstopft.

Die „anderen“, die nicht überflüssigen Menschen, die „Leistungsträger“, die „Säulen der Gesellschaft“, dürfen das. Sie sind per Definition gerade mal die Stärkeren – erst im Alter werden sie merken, das diese Illusion von Stärke sehr relativ war.

Für uns, als demokratische Gesellschaft, die sich per Grundgesetz der Erklärung der allgemeinen Menschenrechte verpflichtet hat, ergeben sich aus den oben genannten Fakten ein paar Fragen:

Inwieweit ist die deutsche Presse schon von Agenten der Malthusianer unterwandert?

Inwieweit ist die Landschaft deutscher Arbeitgeber von Agenten der Malthusianer unterwandert?

Wer außer Schröder, Fischer, Clement und Müntefering ist noch von Agenten der Malthusianer beeinflusst worden?

Welche Gegenmaßnahmen unternehmen die deutschen Geheimdienste, um Einflüsse des malthusianischen Geistes auf die deutsche Gesellschaft abzuwehren?

Man wird um die Beantwortung dieser Fragen nicht herumkommen, wenn man den aktuellen Umbauprozess der bundesdeutschen Zivilgesellschaft in eine Sklavenhaltergesellschaft nach US-Vorbild stoppen will. Noch ist es Zeit dafür – wenn erst die Mehrheit der Deutschen erfährt, das ihre Medien, ihre Politik und ihre Wirtschaft schon längst von US-Geldern geflutet wird mit dem Ziel der kompletten Abschaffung der überflüssigen deutschen Gesellschaft, deren unvernünftige Sozialpolitik das mühsam am Leben erhält, was schon längst vergast gehört.

Das ist nicht persönlich gemeint: 95% der Weltbevölkerung sollen ebenfalls vergehen, um weiterhin eine Kultur zu ermöglichen, in der ein Mann wie Mitt Romney persönlich den gleichen Energieverbrauch hat wie eine Stadt in Afrika.

Sieht man die europäischen Aktivitäten von Goldman Sachs in diesem Lichte, wird verständlich, warum die überhaupt immer noch in der Welt agieren dürfen: wie McKinsey dürften sie einfach modernere Formen der Einflussnahme auf fremde Kulturen darstellen – die Zeiten, wo das CIA Gestalten wie Schröder, Clement, Fischer und Müntefering mit Maschinenpistolen und Tränengasgranaten ausgestattet hat, sind eindeutig vorbei. Heute gelten andere Gesetze, heute gibt es ganz andere Möglichkeiten, eine Gesellschaft zu unterwandern: Disney, Coka Cola und McDonalds stehen neben vielen anderen „Agenten“ stellvertretend für den weltweiten Export der malthusianischen Kultur – einer Kultur der gewollten Massenvernichtung. Hunger als Waffe wird aber auch schon gegen deutsche Arbeitslose bedenkenlos eingesetzt: selten zeigt sich die Degeneration einer Kultur so deutlich wie an diesem Tatbestand.

Im Prinzip haben wir es mit einer Wiedergeburt der faschistischen Kultur zu tun, der Geist des Adolf Hitler feiert in den USA neue Triumphe: der Begriff  „unwertes Leben“ hat wieder Hochkonjunktur, die „Leistungsträger der Kultur“ überschlagen sich in Maßnahmen zur Erzeugung beständig neuer überflüssiger Menschen – wie zum Beispiel Mitt Romney (nochmal aus der TAZ):

Als international erfolgreicher Geschäftemacher weiß er, dass es angesichts fortschreitender Globalisierung und Automatisierung unmöglich sein wird, für den allergrößten Teil dieser Menschen Arbeit zu schaffen (der von ihm gegründete Bain Capital Equity Fund schließt dieser Tage den profitablen Automobilzulieferer Sensada in Freeport, Illinois, um die Produktion nach China zu verlegen). Mit anderen Worten: diese Menschen sind überflüssig.

Früher waren arische Atribute gefragt,  heute zählt das Geld: ab einer Milliarde aufwärts gehört man zu den Gottmenschen der Moderne.

Als wüßten wir nicht aus der Geschichte, wie unermesslich schädlich diese Gottmenschen für die menschliche Gemeinschaft sind – deshalb waren sie ja lange Zeit auch abgeschafft … jedenfalls bis Hitler kam.

Jetzt werden sie in Serie produziert und merken kaum noch, das sie angesichts der ökologischen und ökonomischen Grenzen dieses Planeten die „Überflüssigen“ sind. Sie sind nicht nur „überflüssig“ – sie sind aus dieser Perspektive (die eigentlich ihre eigene ist) sogar echte Schädlinge.

Man kann sich ausrechnen, wie lange das noch gut geht.

Gar nicht.

 

 

 

 

 

 

 

Der ESM, seine Ursachen und seine grausamen Folgen: die Bankendiktatur beginnt

Montag, 2.7.2012. Eifel. Der erste Arbeitstag in postdemokratischen Verhältnissen - aber wir dürfen nicht darüber reden, das empört die Parlamentarier. Immerhin will keiner die Verantwortung für die sozialen Schrecken übernehmen, die jetzt folgen werden. Ist wie "früher" (aber auch das hören die Parlament-Arier nicht gerne): den Hitler hat auch keiner gewählt und an die Macht gebracht, das Deutsche Volk bestand aus einem geschlossenen Block von Widerstandskämpfern, die alle dicht vor der Hinrichtung standen. Man kennt die Systematik also schon. Die Medien sind sich der Dramatik der Ereignisse bewußt - Spiegel-online zum Beispiel, das meistgelesene politische Onlineportal bringt heute erstmal nach Seitenaufruf drei Artikel über Fußball, es folgt einer über türkische Querelen an der Grenze zu Syrien und die Leidensgeschichte von zwei Familienhelfern im Auftrage des Jugendamtes. Signalwirkung: alles ist bestens in Ordnung, wir haben Zeit für Marginalien. Ist ja auch sonst nichts weiter passiert - außer, das wir in Zukunft die Verfügungsgewalt über all unser Geld unangreifbaren Gouverneuren einer internationalen Finanzorganisation übertragen, die nach Belieben hochdodierte Mitarbeiter einstellen können - und schon kann man erahnen, mit welchen Methoden der Deutsche Bundestag auf Kurs gebracht wurde: es winken wieder lukrative Pöstchen mit leistungslosem Spitzeneinkommen. Da wird er schnell schwach, der deutsche Abgeordnete.

Montag, 2.7.2012. Eifel. Der erste Arbeitstag in postdemokratischen Verhältnissen – aber wir dürfen nicht darüber reden, das empört die Parlamentarier. Immerhin will keiner die Verantwortung für die sozialen Schrecken übernehmen, die jetzt folgen werden. Ist wie „früher“ (aber auch das hören die Parlament-Arier nicht gerne): den Hitler hat auch keiner gewählt und an die Macht gebracht, das Deutsche Volk bestand aus einem geschlossenen Block von Widerstandskämpfern, die alle dicht vor der Hinrichtung standen. Man kennt die Systematik also schon. Die Medien sind sich der Dramatik der Ereignisse bewußt – Spiegel-online zum Beispiel, das meistgelesene politische Onlineportal bringt heute erstmal nach Seitenaufruf drei Artikel über Fußball, es folgt einer über türkische Querelen an der Grenze zu Syrien und die Leidensgeschichte von zwei Familienhelfern im Auftrage des Jugendamtes. Signalwirkung: alles ist bestens in Ordnung, wir haben Zeit für Marginalien. Ist ja auch sonst nichts weiter passiert – außer, das wir in Zukunft die Verfügungsgewalt über all unser Geld unangreifbaren Gouverneuren einer internationalen Finanzorganisation übertragen, die nach Belieben hochdodierte Mitarbeiter einstellen können – und schon kann man erahnen, mit welchen Methoden der Deutsche Bundestag auf Kurs gebracht wurde: es winken wieder lukrative Pöstchen mit leistungslosem Spitzeneinkommen. Da wird er schnell schwach, der deutsche Abgeordnete.

Viele wird das jetzt nicht interessieren. Es ist zwar in Deutschland noch nicht so schlimm wie in Griechenland, wo die zwei Drittel der Bevölkerung dank der weisen Politik internationaler Finanzorganisationen unterhalb der Armutsgrenze leben, aber viel Geld, das man noch klauen kann, haben die meisten, die Zeit haben, Zeitungen zu lesen, sowieso nicht mehr. Vielleicht hilft da eine kleine Geschichte aus den USA (unserem großen Vorbildland), um unsere Zukunft etwas greifbarer zu machen? Bitte schön, Quelle: Yahoo.

In den USA machen jetzt ganz neue Gepflogenheiten die Runde. Da musste doch tatsächlich eine Mutter die Straßenreinigung bezahlen, weil eine betrunkene Idiotin dort ihren Sohn über den Haufen gefahren hat. Gut – uns Deutsche erschrickt das jetzt nicht wirklich: immerhin müssen wir unser Eigenheim, unsere Sparverträge und Altersvorsoge aufbrauchen, wenn der Konzern nach Ablauf der Staatshilfen lieber in Rumänien weiterproduziert, wo neue EU-Hilfen winken, aber ich hoffe, es reicht, um zu illustrieren, was geschieht, wenn der Staat kein Geld mehr hat, weil er alles nach Brüssel schicken muss.

Das der DAX explodierte, ist kein Wunder. Mit nur ein paar geschmierten Mitarbeitern in entscheidender Position ist es in Zukunft möglich, jeglichen Ramsch an den Mann  zu bringen – finanziert durch Kredite, die letztlich der Steuerzahler bezahlt.  Panzer, U-Boote, Flugzeuge – nur her damit, die „Waffenrepublik Deutschland“ verkauft gern auf Pump an jedermann, wenn nur der deutsche Steuerzahler letztlich dafür aufkommt. Luxusautos für den parlamentarischen Fahrdienst? Schon gebongt. Neue, hochriskante Finanzprodukte? Schon in Arbeit, leistungsloses Einkommen auf Halbgottniveau wird jetzt ganz schnell möglich dank der Spendenbereitschaft Deutschlands, einem Land, das gerne seine sozialen Gemeinschaftsleistungen zusammenstreicht, wenn es gilt, asoziale Millionärsvermögen zu schonen.

Pünktlich zur Öffnung der Geldschleusen findet auch Frankreich ein größeres Loch im Staatshaushalt – wen überrascht das noch? Jetzt, wo die ganz große „Bazooka“ herausgeholt wurde, wird die Zahl der Notleidenden sich deutlich erhöhen. Seltsam, das die Prinzipien, die für jeden deutschen Arbeitslosen gelten, keine Rolle spielen, wenn es um das ganz große Geld geht: hier wäre es undenkbar, das man alle Ansprüche der Globalisierungsopfer an Unterhaltungselektronik und Mobilität berücksichtigt – aber bei den großen Banken sieht das anders aus, die haben ein „Schonvermögen“, von denen man den deutschen Sozialstaat mehrfach finanzieren könnte – auf ganz anderem Niveau.

Der Grund für den Unterschied?

Arbeitslose vergeben keine Jobs an ausrangierte Politiker.

Dort, wo die Jobs aber im Angebot stehen, stört es nicht weiter, das hier demokratiefreie Räume entstehen, in denen ein demokratiefernes Direktorium den Erpressungen der Bankenwelt hilflos ausgeliefert ist. Man versteht auf einmal, warum die ihre rechtliche „Immunität“ brauchen.

Das wir als deutsche Bürger zahlen – wie auch die Italiener, Spanier, Franzosen, Griechen, Portugiesen, Zyprioten, Belgier, Holländer, Griechen und sonstige Europäer – ist alternativlos. Der Grund dafür ist schnell gefunden: unsere Leistungelite hat uns als Volk in eine Situation hineinmanövriert, die nicht mehr zu beherrschen ist. Das erkennen die „Märkte“ … und ziehen sich schon mal mit guten Gründen aus den deutschen Staatsanleihen zurück, siehe Bazonline

«Wir erwarten, dass Deutschland seine Rolle als sicherer Hafen verlieren wird», sagte der Deutschlandchef der Allianz-Tochter, Andrew Bosomworth, der «Wirtschaftswoche».

Auf das Land kämen unabsehbare Lasten zu: «Überlebt die Eurozone, was wir hoffen und erwarten, zahlt Deutschland über Rettungsschirme und Euro-Bonds. Zerfällt sie, muss es Geld für die Bewältigung der folgenden Rezession und die Rettung von Banken ausgeben.»

Kurz: wir sind so oder so im Eimer … und folgen damit Zypern, das vor kurzem noch Haushaltsüberschüsse produzierte, jetzt aber recht hinterlistig unter den Rettungsschirm gezwungen wurde, siehe Nachdenkseiten, die zudem einen denkwürdigen Spruch bringen, an den wir uns alle noch oft erinnern werden:

Wo Brüssel regiert, gibt es bald keine blühenden Landschaften mehr.  

Wer da noch Fragen hat, sollte sich mal in seinem Alltag umschauen. Viele Familien merken gerade, das Brüssel teuer wird, weil all die kleinen lieben Kinder nun einen eigenen Reisepass brauchen, Kostenpunkt: 37,95 Euro. Oder schauen wir nach den Männern, die nach einem harten Arbeitsleben in der Regel recht früh verscheiden, während ihre Frauen locker noch mal zehn Jahre drauflegen: ab dem 21. 12. 2012 müssen sie die gleichen „Unisex“-Tarife  zahlen wir Frauen (ich nehme an, das meinten die Maya mit dem „Weltuntergang“).  Auf die Idee, mal eine Angleichung nach unten zu machen, kommt da erst gar keiner.

„Brüssel“ wird zum Synonym für „teuer“ und „alternativlos“, ein bequemes Wort, mit dem sich alle Sozialkürzungen der nächsten Jahre locker durchstehen lassen: „Brüssel“ sagt einfach alles, mit „Brüssel“ lässt sich alles  rechtfertigen … wenn zum Beispiel Hartz IV im Sinne der „unisozial“-Gesetzgebung an griechisches Niveau angepasst wird und wir hier auch gar nichts mehr bekommen, wenn die Zockerbanken unsere Realwirtschaft völlig ruiniert und Brüssel uns völlig ausgesogen hat.

Natürlich kann man vermuten: das ist jetzt alles übertrieben. Die Kritiker des ESM, die jetzt (siehe z.B. Süddeutsche) Verfassungklage gegen das Monster eingelegt haben, verstehen die Komplexität der internationalen Finanzmärkte einfach nicht und können den Segen, den der ESM darstellt, nicht erkennen.

Wer dieser Meinung ist, der sollte sich mal in der Welt genau das Timing anschauen, mit dem der ESM „durchgepaukt“ wurde, ich zitiere:

22.30 Uhr: So spät hat keine Bundesratssitzung seit 1950 begonnen. Doch auch die Länderkammer muss jetzt noch debattieren und über die Gesetze abstimmen. Denn sie hat auf die üblichen Fristen verzichtet, damit der Fiskalpakt zum 1. Juli in Kraft treten kann. Fünf Minuten vor Mitternacht erfolgt die Zustimmung.

Wie man sieht, war alles generalstabsmässig geplant. 1,5 Stunden hatte die Länderkammer Zeit, über das Schicksal Deutschlands zu entscheiden. Schon im Vorfeld hatte sie auf die üblichen Fristen verzichtet … und wartete geduldig auf des Votum der Abgeordneten. So eilig sind sonst nur Bankräuber.

Dazu passt, das Madame Merkel die deutsche Verfassung öfter ignoriert als jeder ihrer Vorgänger (siehe Freitag)  und sich zunehmend als Erfüllungsgehilfe jener anonymen „Märkte“ versteht, für die sie das deutsche Volk auf Euronorm zurechtstutzt, damit es „marktkonform“ ist.

Was „marktkonform“ heißt?

Der Bürger muss lassen, was die Rendite stört: Alter, Krankheit, Kinder … das alles muss weg. Aber was rede ich: jeder, der noch einen jener immer seltener werdenden ordentlichen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze hat, weiß, wie lange dieser Arbeitsplatz eine längere Krankheitsphase übersteht … oder den fünfzigsten Geburtstag.

Die Märkte selbst aber haben gerade heute wieder gezeigt, von welchem Kaliber sie sind, siehe Handelsblatt:

Mervyn King, der Chef der Bank of England, nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, seiner Wut über die Finanzbranche Ausdruck zu verleihen: „Ich denke, dass inzwischen jeder verstanden hat, dass mit den Banken etwas sehr schiefgegangen ist, und wir dringend einen echten Kulturwandel brauchen.“

Der Hintergrund? Eine jener 1-A-erste-Klasse-Verschwörungen, die es nach offizielle Lesart nur bei Verschwörungstheoretikern gibt:

Rund um den Globus gehen die Regulierer dem Verdacht nach, dass ein Kartell internationaler Banken über Jahre hinweg den globalen Interbanken-Zinssatz Libor manipuliert haben soll. 

In die Ermittlungen sind etwa 20 Banken verstrickt, neben Instituten wie der Schweizer UBS und der Royal Bank of Scotland auch die Deutsche Bank.

Man wird noch merken, das die ominöse und oft kritisierte Geburtstagsfeier von Deutsche-Bank-Chef Ackermann im Kanzleramt ein Arbeitsgespräch war – mit Dienstanweisungen für die Kanzlerin, die mit ihrer braven DDR-Vergangenheit den mit allen Wassern gewaschenen Bankern nicht im Mindesten gewachsen ist.

Aber gerade deshalb ist sie ja Kanzlerin geworden – mit den gleichen vielfältigen Methoden ins Amt geschoben, wie die Abgeordneten jetzt auf Kurs gebracht worden sind. Das „Fraktionszwang“ ein Wort ist, das in einer Demokratie eigentlich gar nichts zu suchen hat, sollte man wenigstens nebenbei nochmal erwähnen.

Das dieses „Kartell von Banken“ auch die Eurokrise inszeniert hat, um mal so richtig abzuräumen, wird wohl erst im nächsten Jahrhundert in den Geschichtsbüchern stehen, dann werden wir dort vielleicht auch zu lesen bekommen, wie der 11.9.2001 mithilfe gerade dieses Bankenkartells inszeniert wurde, um den Dritten Weltkrieg einzuleiten.

Und wer weiß – vielleicht fällt dann auch auf, das „Banken“ und „Weltkriege“ auf unheimliche Art und Weise zusammenhängen … wie der Muslim-Markt aktuell anmerkt.

Das moralische und ethische Niveau des Bankenkartells gleicht auf jedem Fall dem einer beliebigen Clique von Straßenräubern, wie der aktuelle Fall wieder aufzeigt, weshalb damit zu rechnen ist, das sie vor keiner sozialen Graumsamkeit zurückschrecken werden, um an „ihr“ Geld zu kommen … „ihr“ Geld, das eigentlich unseres ist.

Mit dem ESM haben sie auf jeden Fall das erste Instrument geschaffen, um direkt politische Macht über den Geldbeutel auf den bürgerlichen Alltag auszuüben.

Zur Erinnerung: in Ruanda hatten sie damals die Macheten geliefert, mit denen dann die brutalen Massaker durchgeführt wurden.  Als „zivile Waren“ deklariert wurden sie an den Waffenkontrollen gezielt vorbeigeschleust, um den Völkermord überhaupt erstmal möglich zu machen (sieh Global Brutal, Chossudovsky, Zweitausendeins 2002, Seite 132).

Mit solchen Aktionen werden wir in Zukunft auch rechnen müssen.

Vielleicht ist schon ein solches Programm in Planung, um Menschen zu entsorgen, die wegen körperlicher Defizite wie „Alter“ nicht marktkonform sind?

An wen liefert man dann die Macheten in Deutschland?

An RTL-Zuschauer?

Zuzutrauen wäre es denen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Antisemitische Propaganda

Der Zusammenstoß zwischen den Soldaten und den pro-palästinensischen Demonstranten fand am Samstag statt, als eine Gruppe von 250 Menschen einen Fahrradausflug ins Jordantal machte. Sie nannten die Aktion “stiller Protest” und wollten damit die Schikanen aufzeigen, denen die Palästinenser täglich auf der Jordan-Autobahn ausgesetzt sind. Sie wurden von israelischen Soldaten gestoppt, die sie schlugen und ihre Fahrräder auf die andere Seite der Strasse warfen.

(Gefunden bei Politaia.org)

 

Gabriels Verstoß gegen die Gesinnungsrichtlinien

aus le Bohémien:

Politisch korrekte Apartheid

Oder Gabriels Verstoß gegen die Gesinnungsrichtlinien

Von Sebastian Müller

Es ist schon ein bemerkenswerter Vorfall in der Bundesrepublik Deutschland. Ein Spitzenpolitiker hat Israel als ein Apartheidsregime bezeichnet. Man bedenke: Im gleichen Land, also jenem, dass sich eines beispiellosen Verbrechens an den europäischen Juden schuldig gemacht hat, ist seitdem die (bedingungslose) Solidarität mit Israel Staatsräson, die auch vor der Freiheit des Wortes nicht halt macht.

Freilich wird die Solidarität in Wort und Tat von Lobbygruppen mit institutionellem Charakter überwacht. Zu nennen wäre hier vor allem der Zentralrat der Juden, eine inoffizielle Außenstelle Israels in Deutschland, die nicht weniger als die Richtlinien und Regeln der Nahost-Debatte festlegt. Und wenn der ZdJ in Deutschland das Bannwort „Antisemitismus“ gebraucht, ist es um Karriere und Integrität der betreffonen Person meist geschehen.

Doch zurück zum oben genannten Casus Belli. Die umstrittene Äußerung war eine Reaktion von keinem Geringeren als dem SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel auf die Eindrücke seines Besuches in Hebron. Die dortige Situation, wo die Besatzung Israels – nicht zuletzt aufgrund der Gegenwart jüdischer Siedler – besonders deutlich spürbar ist, muss für Gabriel derart bedrückend gewesen sein, dass er sich zu einem solch politisch brisanten Manöver hinreissen ließ. Noch vor einigen Jahren hätte solch eine Bemerkung zu einem politischen Supergau geführt. 2002 wurde der FDP-Politiker Jürgen Möllemann mit Antisemitismus-Vorwürfen und letztendlich einem Parteiausschlussverfahren konfrontiert, weil er Israel des „Staatsterrorimus“ bezichtigte und scharfe Kritik an Ariel Scharon äußerte. Möllemann war politisch diskreditiert. Und wie bei Möllemann rollt auch jetzt eine Welle der Entrüstung auf Gabriel zu.

Wörtlich sagte Gabriel vorige Woche auf seiner Facebook-Seite: „Ich war gerade in Hebron. Das ist für Palästinenser ein rechtsfreier Raum. Das ist ein Apartheid-Regime, für das es keinerlei Rechtfertigung gibt.

Wir sind Zeugen eines Tabubruchs. Die zentrale Frage ist nur, ob dieser Tabubruch nach Jahrzehnten des schwelenden Nahostkonflikts nicht längst angebracht war. So banal diese Aussage für einen unbefangenen Beobachter in Hebron auch sein dürfte, muss man diese Feststellung noch einmal für den deutschsprachigen Raum betonen: Nüchtern betrachtet ist der Vergleich Israels mit einem Apartheidsregime, etwa mit dem Südafrikas vor Nelson Mandela, gar nicht einmal so falsch – und hat ganz sicher nichts mit Antisemitismus zu tun.

Solange die Palästinenser keinen eigenen, souveränen und völkerrechtlich anerkannten Staat besitzen, sondern mit der Willkür der israelischen Besatzung leben müssen, befinden sie sich tatsächlich in einem rechtsfreien Raum. Da eine Zwei-Staaten-Lösung in weiter Ferne liegt, und de facto große Teile palästinensischen Gebietes unter der Kontrolle Israels mit all ihren ausgrenzenden Bedingungen stehen, lässt sich eben dieser status quo als Apartheid definieren.

Entsprechend schildert dies – als einer von Wenigen – Werner Pirker in der Jungen Welt: „Und wer dort nicht auf Schritt und Tritt ein Apartheid-Regime wahrnimmt, muß blind und taub sein. Hier lebt eine kleine jüdische Minderheit in absoluter Feindschaft mit der arabischen Mehrheit. Auf Hügeln über arabischen Siedlungen wohnend, übt sie im Zusammenwirken mit der Armee ihre Vorherrschaft aus. Kaum ein Haus, auf dem nicht die Parole »Tod den Arabern!« zu lesen wäre. Viele Straßen dürfen nur von Juden befahren werden, was zur Folge hat, daß Palästinenser ihre Autos oft mehrere Kilometer von ihren Wohnorten entfernt abstellen müssen.

Dass ein solch völkerrechtlich und humanitär völlig inakzeptabler Zustand, – der so auch in anderen besetzten Zonen des Westjordanlandes herrscht -, mit der entsprechenden Begrifflichkeit kritisiert werden darf, sollte eigentlich auf der Hand liegen. Insofern ist nicht der sogenannte „Fauxpas“ Gabriels der eigentliche Skandal, sondern die Versuche, Gabriel mundtot zu machen. Gabriels Äußerungen zu skandalisieren, bedeutet im Umkehrschluss nichts anderes, als einen Verstoß gegen diverse UN-Resolutionen und nicht zuletzt einen Straftatbestand zu legitimieren.

Daran ändert auch die wütende Reaktion des Vizepräsidenten des Jüdischen Weltkongresses, Maram Stern, wenig bis gar nichts. Stern bezeichnete Gabriels Aussage im Focus als eine „unfaire Verleumdung Israels“: „Die Spuren der rund 300 Raketen, die palästinensische Extremisten in den vergangenen Tagen auf Israel abgefeuert haben, sind noch nicht verraucht, da schlägt mit Sigmar Gabriel eine diplomatische Granate ein, die der Kategorie „friendly fire“ zugeordnet werden muss (…).

Der Verweis auf die – sicher anzuprangernde – Gewalt der Hamas ist jedoch in diesem Fall ein Ablenkungsmanöver, das weder als Rechtfertigung der israelischen Siedlungs- und Landraubpolitik, noch der alltäglichen menschenunwürdigen Behandlung der palästinensischen Zivilbevölkerung dienen kann. Allerdings zeigt Sterns Verwendung des Wortes „friendly fire“ einmal mehr, dass es hier keineswegs um eine offene Debatte im Nahostkonflikt geht, sondern lediglich um die Aufrechterhaltung der Gesinnungsdisziplin innerhalb der proisraelischen Phalanx. Insofern ist die Empörung Sterns nicht mehr als Heuchelei.

Fakt ist, dass – und darauf verwies Stern ironischer Weise selbst – das Phänomen der Apartheid als Straftatbestand und Verbrechen gegen die Menschlichket ins internationale Recht aufgenommen wurde. Stern postuliert natürlich, dass diese Bezeichnung in Bezug auf Israel unangebracht sei und beruft sich dabei auf den aus Südafrika stammenden Völkerrechtsjuristen und ehemaligen UN-Sondergesandten Richard Goldstone. Dieser bezeichnete jüngst die Verwendung des Begriffs Apartheid in Bezug auf Israel als unfaire Verleumdung mit dem Ziel, die Friedensgespräche zu verhindern.

Doch Stern als auch der proisraelische Jude Goldstone vergessen bei ihrer Absolution Israels, dass das systematische Verhindern von Friedensgesprächen, die mehr als eine Farce sein sollen, Teil der Regierungspolitik Netanjahus und Liebermann ist. Ein Frieden im Heiligen Land würde die systematische israelische Siedlungs- und Expansionspolitik torpedieren. Genauso hat die Missachtung unzähliger UN-Resolutionen – in diesem Kontext insbesondere die Resolutionen 452, 468, 469, 605, 607, 608, 636 und 641 – seitens Israel System. Zehn weitere Sanktionen, darunter die erste Verurteilung des Siedlungsbaues seit 1979, wurden seitdem durch ein Veto der USA verhindert.

Insofern verdeutlicht die „Argumentation“ Sterns lediglich die im politischen Mainstream anerkannten Gesinnungsrichtlinien, die zwischen einer politisch korrekten Apartheidspolitik (Israel) – als „Sicherheitspolitik“ umgedeutet – und einer zu verurteilenden Apartheid (Südafrika) unterscheidet, obwohl es sich tatsächlich in beiden Ländern um die gleichen Merkmale der Entrechtlichung einer Mehrheit durch eine an der Macht sitzende Minderheit handelt.

Gabriel hätte also Chuzpe bewiesen, wenn er zu seiner Äußerung weiter gestanden hätte, anstatt – wie in den letzten Tagen geschehen – zurück zu rudern um vermeintliche Schadensbegrenzung zu betreiben. So will sich der Gescholtene – man ahnt es bereits – mit dem Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, treffen, um „entstandene Mißverständnisse auszuräumen“.

Sozialromantik und Völkermord

Es ist immer schwierig, über Ereignisse zu urteilen, bei denen man nicht selbst anwesend war – Beispielsweise den Alltag im Dritten Reich.  Vielen ging es da prima – bevor der Krieg ausbrach. Man hatte ja Aufschwung.

Weniger weit entfernt als der Völkermord im Dritten Reich ist – zeitlich gesehen – der Völkermord in Ruanda.  Ich versucht, zu ergründen, was dort geschehen ist – weil ich es noch grausamer empfinde als die Morde im Dritten Reich … falls man so gesehen überhaupt eine „Hitliste“ aufstellen kann.  Die beschriebenen Todesarten … lassen ein KZ fast als einen sozialromantischen Ort erscheinen. Aber auch nur fast … und nur in jenem engen Vergleichskanon. Stalinismus war auch grausam, aber kein Vergleich zu Konzentrationslagern – was Stalinismus auch nicht besser oder angenehmer macht.

Wie so etwas geschehen kann, wie es kommen kann, das Ärzte ihre Patienten töten, Nachbarn  kleine Kinder und alte Leute zerhacken und noch lebendig ohne Arme und Beine als Fraß für die Hunde übriglassen, das Schüler ihre Lehrer niedermetzeln, Pfarrer ihrer Gemeinde und umgehrt, bleibt für Aussenstehende ein Rätsel – ein Rätsel jedoch, mit dem man sich gerade in Deutschland beschäftigen muß, denn gerade hier kann man nicht sagen: bei uns würde so etwas nicht passieren.

Stimmt, so etwas nicht. Wir wählen Gas statt Ameisen und Hunden.

Immaculée Ilibagiza hat die Massaker überlebt: drei Monate lang in einer winzigen Toilette mit sieben anderen Frauen versteckt, beständig die Schreie der Opfer und Todesschwadrone im Kopf. Ihre Erlebnisse hat sie in einem Buch veröffentlicht, das als „Aschenblüte“ 2008 bei Ullstein erschienen ist.  Sie glaubt zu wissen, wie es anfing: Völkermord beginnt im Kopf, sagt sie.

Na ja, wo auch sonst. Sie hat eine eigene Internetseite, arbeitet inzwischen in New York, lefttotell heißt sei.

Ihre Geschichte ist eine sehr religiöse Geschichte, deshalb für Atheisten nicht geeignet. „Im Schützengraben gibt es keine Atheisten“ heißt ein geflügeltes Wort und bei der Lektüre dieses Buches konnte ich mich der Frage nicht erwehren, wieviel Trost, Hoffnung und Glück wohl der Glaube an Darwin und Marx gebracht hätten.  Ich schätze mal, das der Austausch von Religion durch Dogmatik hier keine Vorteile bringen würde.  Man merkt: Atheismus ist was für reiche weiße satte Leute in Europa.

Völkermord beginnt im Kopf, sagt Immaculée … und bemerkt die Versuchung bei sich selber. Nicht nur Gott ist bei ihr in der Isolationshaft sondern auch der Teufel.

Es ist – angesichts der Bestialität von Menschen – ein leichtfertiger Schritt zu sagen: der war vom Teufel besessen, erst recht, wenn am Vorabend der Massaker international bekannte Seherinnen von Leichenbergen und drohendem Unheil sprechen und sich ein „gelblich-schmutziger“ Schatten im Licht versteckt. Reiche weiße satte Menschen urteilen hier sehr schnell und sehr leicht: alles Humbug! – aber wenn man nicht das Glück hat, als Wohlstandsblase geborgen in sicheren vier Wänden die Realität nur noch über den Bildschirm erleben zu dürfen, dann kann man sich diesen nicht Luxus leisten.

Eingeschlossen in einer winzigen Toilette mit tobenden Mördern vor der Tür, die einen jeden Moment aufspüren können, geht das schlechter, wenn man verarbeiten muß, das der liebe nette immer korrekt gekleidete Nachbar gerade mit der Machete durchs Haus rennt und brüllt, das er schon 399 Kakerlaken erledigt hat und aus Immaculée gerne die Vierhundertste machen möchte.  Leichter ist es, wenn man sich sagen kann: da hatte der Teufel die Hand im Spiel. Erst recht ist es leichter, wenn man selbst auch seine verlockende Stimme vernommen hat.  Immerhin … man wird irgendwann mit den Tätern wieder Tür an Tür leben müssen. Das muß man irgendwie hinbekommen. Das erleichtert die Vorstellung, das kurzzeitig tausend Teufel in die Menschen gefahren sind … beziehungsweise, das die Menschen den Teufel in sich hineingelassen haben. Da wird schon fein differenziert und keine neuesoterische Verantwortungslosigkeit gepredigt.

Völkermord beginnt im Kopf – bei jedem einzelnen. So einfach ist er aufzuhalten – und so leicht ist er zuzulassen.  Daran mußte ich heute denken, als ich diesen Artikel in der Welt las:

Sozialromantik verhindert die Vollbeschäftigung

Weniger als drei Millionen Arbeitslose, dieser Erfolg ist auch Schröder zu verdanken. Umso wichtiger, dass von der Leyen Hartz-IV nicht ausbaut.

Hartz IV ist nur ein erster Schritt im Kopf. Unwertes, minderwürdiges Leben wurde definiert. Das war keine Kleinigkeit – noch sonderlich lustig. Arbeitslosigkeit wurde Straftatbestand, im Extremfall wurde der Tod des Kunden billigend in Kauf genommen – wenn ich die Gesetzgebung mal ganz PRAGMATISCH und nicht ROMANTISCH betrachte.

Asoziale Pragmatiker haben ihre Prinzipien in Wirklichkeit umgesetzt – Arbeit macht wieder frei. Zumindestens frei von der ARGE.

Auf der Ebene der Prinzipien stehen alle Figuren bereit für Völkermord. Die Frage ist, ob sie gezogen werden.

Man sagt (sowohl in Afrika als auch in Mexiko) der größte Schutz des weißen Mannes vor bösen Geistern ist sein Unglaube. Diane Fossey sah das anders. Noch in den USA bekam sie Panik, wenn jemand an ihre Haare oder abgeschnittenen Fingernägel ging – die Angst vor dem, was Hexer mit diesem Material anstellen können, saß ihr nach vielen Jahren Ruanda tief in den Knochen – so Phillip Gourevitch in seinem Buch: „Wir möchten Ihnen mitteilen, daß wir morgen mit unseren Familien umgebracht werden – Berichte aus Ruanda“, erschienen 1999 im Berliner Taschenbuchverlag.

Völkermord ist unchristlich, so sagt man. Doch gegen den Völkermord stehen hier „heilige Männer“, die Kanonen segnen, Hexen verbrannten, Juden verfolgten und dem Führer als  „ihrem Führer“ zum Geburtstag gratulierten. Die werden schneller umfallen als Kegel beim Bowling und mit Sicherheit vor keinem Teufel schützen.

Die Prinzipien, die die Hartz-IV-Gedanken tragen, werden weitere Folgen haben. Erst gestern habe ich die neuen Wünsche der Täter entdeckt: man will an die Krankenversicherung. Die ist in der Tat auch sozialromantisch (bzw. kommunistisch), ebenso wie die Rentenversicherung, die wohl als letzter Punkt geknackt wird. Und dann … aber auch erst dann … geht das große Sterben los. Zu schlimm gedacht? Man kann vor Völkermord nicht oft genug warnen. Lieber tausendmal umsonst gewarnt als wieder einmal zu spät reagiert.

Völkermord beginnt im Kopf … das versteht man hoffentlich auch, wenn man nicht an Teufel glaubt.  Man braucht die Teufel nicht hineinlassen … sollte man denen ins Gebetbuch schreiben, die an ihn glauben.

Bekämpft man ihn im Kopf – ist er schnell erstickt. Ein Streichholz ist schneller gelöscht als ein Waldbrand.

Bekämpft man ihn zu spät … kann man wieder nur kopfschüttelnd vor den Leichenbergen stehen und sagen: Wir müssen dafür sorgen, das das nie wieder passiert.

Das haben wir schon mal gesagt – 1945. 1994 stand die UN dann in Ruanda und … mußte ein „schon wieder“ einräumen. Es war nicht das erste Mal seit dem zweiten Weltkrieg, das so etwas geschah – aber es war eine neue Qualität an Systematik, Perfektion und Grausamkeit.

Und wer meint, mit Marx und Darwin in der Hand wäre man geschützt vor Volkermord, „guten“ Linken würde das nicht geschehen … er sei an die Roten Khmer erinnert, hier  im „Spiegel“

Etwa zwei Millionen Menschen, ein rundes Drittel der Bevölkerung Kambodschas, wurden zwischen April 1975 und Januar 1979 von den Steinzeit-Marxisten der Roten Khmer abgeschlachtet, vor allem Lehrer, Ärzte, Mönche, Professoren. Diktator Pol Pot, der „Bruder Nr. 1“, und sein Komplize Ta Mok, als der „einbeiniger Schlächter“ berüchtigt, wollten eine wahnwitzige Vision verwirklichen: Die uralte Kulturnation sollte gewaltsam auf die „Stunde Null“ zurückgedreht werden, um dort anschließend ein agrarisches Utopia zu schaffen – eine Gesellschaft ohne Intellektuelle, Bürgertum oder Technik, ausgerichtet nur an den Grundbedürfnissen.

Völkermord geht auch mit den besten Absichten. Eigentlich sind so richtig gute und vor allem alternativlos richtige Grundsätze immer der erste Schritt zum Völkermord.  Das meint ja kein Täter wirklich böse. Meistens ist man ja selbst edler Kreuzritter und die anderen sind heidnische unbelehrbare Barbaren oder schmarotzende Arbeitslose oder uneinsichtige „Andere“, die entweder unreligiös oder religiös oder falsch religiös sind … oder einfach nur unnütze Esser.

Nun, wir wissen um die Prinzipien der Gewalt – jedenfalls um einige. Wir brauchen keine Teufel um zu verstehen, wie sie funktioniert, das zeigt erst jetzt wieder eine Studie im Spiegel:

„Wenn man die Ursachen von Gewalt angehen möchte, ist es wichtig, dafür zu sorgen, dass Kinder nicht Gewalt oder Diskriminierung ausgesetzt werden“, betonte Kjaerum. Eine Politik gegen Jugendkriminalität oder gegen den Terrorismus müsse daher alltägliche Situationen der Ausgrenzung junger Menschen bekämpfen.

Darf ich dann der Regierung der Bundesrepublik Deutschland die Vorbereitung eines Völkermordes oder die Unterstützung bzw. Züchtung von Terrorismus vorwerfen, wenn ich die Ergebnisse dieser Studie mit der Hartz-Gesetzgebung für Kinder abgleiche?



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