Verschwörungstheorien

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Griechenland, Wirtschaftskrise und Verschwörungen

Wir hatten ja jetzt Finanzkrise. Die sollte sehr schlimm werden, ist sie aber nicht geworden. Jedenfalls nicht in Deutschland. Wir haben nämlich so viele neue Schulden gemacht, das im Alltag niemand etwas von der Krise merken konnte ... jedenfalls so lange nicht, bis die Schulden mal fällig werden. Fragt man nun, welche Ursache die Finanzkrise hatte, so bekommt man eine eindeutige Antwort: die Gier war es. Aktuell fällt der Gier gerade Griechenland zum Opfer, Portugal, Spanien, Irland und Italien, England, Frankreich und die USA sind schon im Fadenkreuz gesehen worde.

Wir hatten ja jetzt Finanzkrise. Die sollte sehr schlimm werden, ist sie aber nicht geworden. Jedenfalls nicht in Deutschland. Wir haben nämlich so viele neue Schulden gemacht, das im Alltag niemand etwas von der Krise merken konnte … jedenfalls so lange nicht, bis die Schulden mal fällig werden. Fragt man nun, welche Ursache die Finanzkrise hatte, so bekommt man eine eindeutige Antwort: die Gier war es. Aktuell fällt der Gier gerade Griechenland zum Opfer, Portugal, Spanien, Irland und Italien, England, Frankreich und die USA sind schon im Fadenkreuz gesehen worden.

Es ist immer schön, wenn man einen Täter hat, den man klar benennen kann. So sind die Menschen eben. Hexe identifizieren, Hexe fangen, Hexe verbrennen: Fall gelöst, das Paradies ist nah. Geht auch mit Juden, Kommunisten, Zigeunern oder Arbeitslosen, notfalls kann man auch mal Bayern oder Polen nehmen. Einfach mal drauf achten, das Prinzip klappt auch bei Seuchen so: „DIE GURKE WAR ES!“ – und schon landen Nahrungsmittel, die reale Leben hätten retten können im Müll.

Seitdem wir die Gier als Täter identifiziert haben ist es deshalb auch recht ruhig geworden um die Ursachen der Krise. Leider … kann man die Gier nicht verhaften noch erschiessen, weshalb das Volk irritiert vor dem Fernseher sitzt.

Vielleicht mal Zeit, sich um den Täter zu kümmern – die Gier. Ich denke, das Wort braucht man nicht länger zu beschreiben. Jeder hat schon mal Zustände kennengelernt, wo er gierig auf etwas war – und sei es nur das nächste Level bei dem aktuellen Lieblingsspiel.

Aber halt … wenn es jeder kennt, wenn es jeder empfindet – das wäre ja schlimm! Dann wären ja wir alle schuldig – schuldig an einer Finanzkrise, von der wir vorher noch nicht mal wussten das sie droht. Dann kann man aber auch nichts dagegen tun, das sie nochmal wieder kommt – und kennt vielleicht den Grund, warum die Krise keinerlei Folgen für die Banken hatte. War eben die Gier, da kann man nichts machen.

Ich habe dann man einen Test gemacht. Voller Gier habe ich mich in meinen Nachdenksessel gesetzt und gierig gegrübelt. Ich habe die Gier auf ein Maximum gesteigert – hatte ja auch sonst nichts zu tun. Das Ergebnis?

Hätte ich den Versuch nicht abgebrochen, wäre ich im Sessel verhungert.

Gier ohne Tat führt zu nichts, auch wenn sie noch so gewaltig ist. Den Selbstversuch kann ich nur jedem empfehlen. Damit Gier schädlich wird braucht man noch etwas mehr – ein Ziel zum Beispiel. Essen, Frauen, Landbesitz, Goldmedaillen – Gier kommt von allein nicht richtig in Schwung. Es kann aber auch … die Gier nach Gerechtigkeit geben, nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit.

Gier kann sogar etwas Gutes anstreben, auch wenn sie sich … generell etwas unbeherrscht anfühlt.

Das paßt aber gar nicht zu Investmentgeschäften. Unbeherrschtheit ist kein Charakterzug von Bankern – ganz im Gegenteil: die seriöse Beherrschtheit ist doch viel eher ihr Metier. Sonst würde denen doch keiner sein Geld anvertrauen. Gier nach Essen, Frauen, Landbesitz oder Goldmedaillen führt zu Mord, Raub und Vergewaltigungen – oder zu sportlichen Höchstleistungen … also zu Berufen und Taten, wo sie sich austoben kann. Oder man wird eben Revolutionär – aus Gier nach Gerechtigkeit. Staatsanwalt geht auch. Oder Kabarettist. Überall dort kann und darf man unbeherrscht sein.

Schließen wir also erstmal … die Gier an sich – war es nicht. Sie steht zwar am Pranger und sieht da gut aus, ist aber nur ein traditionelles Schlachtopfer – wie der Jude, der Kommunist, der Zigeuner oder der Arbeitslose. Sie erfüllt aber einen wichtigen Zweck: sie lenkt von den wahren Tätern ab.

Täter?

Ja. Selbst wenn in der kühlen, emotionslosen Bankerwelt in der Tat „Gier“ zugelassen worden wäre, so bewirkt Gier alleine noch  nicht, das man Phantasiekredite auf Werkzeugschuppen zum alltäglichen Geschäft machen kann, diese dann bündelt und für viel Geld weiterverkauft. Dafür braucht es – Vorsatz, Plan, Absicht und Tat. Hat man diese Elemente, so kann man auch ganz ohne Gier viel Geld machen. Um auf diese Art und Weise viel Geld zu machen, braucht man einige Regimenter an Kreditverkäufern, Investmentberatern und Mathematikern, die dafür sorgen, das das Geschäft läuft und … sich rechnet.

Das Geschäft selbst können sie auch ganz ungierig erledigen – trotzdem haben sie einen Charakterzug, der sie vereint.

Es ist ihr erklärtes Ziel, auf Kosten anderer reich zu werden – zur Not vernichten sie eben auch die komplette wirtschaftliche Existenz einer ganzen Familie. Ohne ihre wirtschaftliche Grundlage (essen, trinken, schlafen, warm und trocken haben) leben die allerdings auch nicht lange. Ein- bis drei Tage … wenn niemand hilft. Kinder erziehen ist in dem Klima erst recht unmöglich, das ist ein psychisches Klima wie in einer belagerten Burg.

Wir sehen also: ohne Täter funktioniert das System nicht. Kredite laufen nicht von selbst durch die Welt. Sie landen vielleicht mal in der Post, aber hinter dem kleinen unverbindlichen Angebot steckt eine ganze Maschine, viele nüchterne, rationale Überlegungen, deren Gewinnträchtigkeit abgesichert wurde von den besten Mathematikern des Landes.

Wer nun seinen Hauptschulabschluss nicht gerade im Kongo gemacht hat oder dafür bezahlt wird, absichtlich und boshaft Informationsnebel zu erzeugen, der die Täter weiterhin verschleiert, wird diese Zusammenhänge schnell einsehen und in Folge verstehen, warum die Griechen sich so ihre Gedanken machen. Die dürfen das noch – hier in Deutschland tritt sofort und umgehend aus irgendeiner bezahlten Ecke die Gedankenpolizei auf den Plan, wie aktuell in der Welt, die uns darüber aufklärt, das in Griechenland nur Verschwörungstheorien blühen. Es lohnt sich, den Artikel zu lesen, steigert den Blutdruck und die Gier nach Wahrheit und Gerechtigkeit.

Man merkt auch, das man den gemeinen Normalbürger für ziemlich blöde hält, wenn man erfährt, das es da die reichen Unternehmertypen gibt, die sich ihr Geld im Bauwesen verdient haben und sich darüber aufregen, das der Staat sein Geld für unnütze Bauarbeiten ausgegeben hat. Zusammenhänge zwischen der Staatsverschuldung und dem Reichtum einzelner Bürger werden da erst gar nicht wahrgenommen – das ist dann schon Verschwörungstheorie.

Die Verschuldung Griechenlands kam nämlich vom Himmel oder ist … wie es einer der besonders dämliche Kommentatoren des Artikels betont … unser aller Schuld. Da sieht man, was geschieht, wenn Konzernpropaganda auf reformierte gymnasiale Oberstufe mit technisch-naturwissenschaftlichem Schwerpunkt trifft: es wird geist- und sinnlos, aber man bekommt eine gute Note für sonstige Mitarbeit. Da merkt man, welche Folgen die Informationsnebel im Gehirn der Menschen anrichten – gerade jener Menschen, die ihre Bildung aus dem Fernseher beziehen und es selten unterlassen können, über das Internet herzuziehen, das als Quelle des Bösen abgeschafft gehört.

Wer aber nun Menschen dieser Art gerne folgen möchte, dem möchte ich als „Realitätscheck“ einen weiteren Selbstversuch empfehlen. Geht auch mit Gier, besser ist aber, man tritt möglichst beherrscht auf, das gilt in unseren gesellschaftlichen Kreisen als extrem seriös. Einfach mal zur nächsten Bank gehen und sagen: „Ich möchte einen Kredit über 65 Milliarden Euro!“. Soviel kostet uns Deutschen die Griechenlandkrise.

Im Phantasieunviersum der Giertheoretiker bekommt man sein Geld selbstverständlich sofort. In der normalen Welt jedoch … wird erstmal die Bonität geprüft. Das geschieht bei Banken schon bei Summen von hundert Euro – einfach mal einen kleinen Konsumkredit beantragen: schnell wird man merken, das die kein Geld verschenken. Wie kommt es also, das Griechenland solche enormen Schulden hat? Wer hat denen denn die Kredite verkauft? Wieso haben wir jetzt bei Griechenland, Portugal, Irland, Island, Italien, Frankreich, England und den USA die gleichen Erscheinungen wir bei dem Immobiliencrash in den USA?

Geht man diesen Fragen nach, kommt man in eine Welt, wo nüchtern kalkuliert worden ist. Da wurden Riesensummen an ein Land gezahlt, von dem bekannt ist, das es außer Oliven nichts zu bieten hat – und jetzt wundert man sich ernsthaft, das die ihre Kredite nicht bezahlen können? Dachte man etwa, die Oliven würden sich über Nacht in Diamanten und Rohöl verwandeln?

Wer hat denn da die Bonität geprüft, wessen Unterschrift steht unter den Verträgen? Das ist doch wohl leicht zu überprüfen, oder?

Es ist garantiert nicht meine Unterschrift.

Es gibt aber ganz klar MENSCHEN, die dies zu VERANTWORTEN haben. Keine Gier, keine Götter, keine unsichtbaren Hände des Marktes, sondern Manager und Banker, die in Zusammenarbeit mit Politikern Kreditzusagen gegeben haben, für die nur sie alleine verantwortlich sind – UND NICHT WIR!.

Wäre dann doch auch schön, wenn man dann eben genau jene zur Verantwortung zieht und zur Kasse bittet, die den Schlamassel verursacht haben, in dem sie Milliarden für Oliven geboten haben. Ein Rückzahlung der Kredite in Olivenform kann man aber gnädigerweise ebenfalls erwägen. Sollen dann die Täter sehen, das sie die Oliven gewinnbringend verkaufen können.

KEIN EINZIGER EURO des deutschen Steuerzahlers sollte zur Rettung dieser Kredite verwendet werden. Es wäre etwas anderes, wenn die 65 Milliarden den Griechen selbst zu Verfügung stehen würden, um Obdachlosigkeit und Hunger zu verhindern – immerhin, bei 11 Millionen Bürgern wäre allein der Anteil aus Deutschland 6000 Euro pro Bürger. Davon könnte man schon wieder eine Wirtschaft am Laufen halten. Ich bin mir aber sicher, das die Bürger selbst keinen einzigen Euro erhalten werden: die müssen nämlich sparen.

Das Geld landet bei denen, die die unmöglichen Kredite vergeben haben, Kredite, an deren Rückzahlung – wegen den Oliven – niemand glauben konnte, der ohne Taschenrechner bis drei zählen kann.

Und das ist der einfache, überschaubare und überhaupt nicht phantastische Nährboden für Verschwörungen, die nur deshalb blühen, weil die Medien in ihrer Aufgabe der Aufklärung und Mobilisierung der Bevölkerung so sehr versagt haben wie die Parteien bei der Aufgabe, den Willen des Volkes zum Ausdruck zu bringen oder die Wirtschaft, für den Wohlstand des Landes zu sorgen.

Bedauerlicherweise ist – eher zufällig als geplant – aus dem Internet eine gigantische Kommunikations- und Wissensmaschine geworden. Sicherlich enthält sie auch viel Müll, im Gegensatz um Privatfernsehen findet man hier aber auch alles, was man braucht, um sich eine eigene Meinung bilden zu können – und es ist genau diese eigene Meinung, die stört. Sie könnte dazu führen, das wir sehr zornig werden, wenn wir in unser Portemonai schauen und dort nur Ebbe finden, mit der wir die aktuellen Preisanstiege nicht mehr bewältigen können.

So jedoch zucken wir mit den Schultern, denken uns „Ach so, ja, die GIER!“ … und schnallen den Gürtel noch enger.

 

Tsunami und Kernschmelze in Japan: Lügen, Verschwörungen – und der schwarze Montag an der Börse

Es sind schon schlimme und erbärmliche Tage. In der Zeit umfassendster Information versuche ich seit gestern vergeblich  zu erfahren, was denn da in diesem Atomkraftwerk los ist, ob es da eine Kernschmelze gegeben hat. Was ich erhalte, sind Regierungserklärungen: „Kernschmelze? Welche Kernschmelze? Wir haben da unten noch nicht mal mehr ein Atomkraftwerk!“.

Die Welt formuliert das dann so:

Fukushima erhält Stufe 4 von 7 auf Störfallskala Nach der Explosion in dem AKW Fukushima in Japan droht ein GAU. Es wurde bereits mehr Radioaktivität gemessen als erlaubt. Trotzdem soll alles unter Kontrolle sein.

Ich hatte Bilder gesehen – japanisches Fernsehen – die zeigten, mit welch´ unglaublicher Wucht das Kraftwerk zerfetzt wurde. Da beruhigt es mich sehr, das ich jetzt die Nachricht erhalte, das „alles unter Kontrolle ist“, nur ein „Störfall Stufe 4“, man beginne ja auch schon wieder mit den Aufräumarbeiten.

Ich mußte ein längeres Telefonat führen, als die Meldungen von dem Tsunami hereinkamen. Eine zehn Meter hohe Welle in einem der am dichtesten bevölkerten Länder der Erde? Ich habe sofort mit hunderttausend Toten gerechnet … vielleicht sogar mit Millionen Toten. Wie viele es wirklich waren, werden wir nie erfahren – nicht nur, weil die rücklaufende Welle die Leichen einfach mit sich gerissen hat, sondern auch, weil unsere Kultur erstmal ihren Gottesdienst leisten muß: oberstes Gebot von allem ist: „Schützt die Börse“. Deshalb tritt auch gleich Untergebot Nr. 1 in Kraft: Unangenehme Nachrichten dürfen niemals unkontrolliert an die Öffentlichkeit gelangen.

Hören wir das Marktorakel dazu:

Japan hat offenbar auf „Bitten“ der USA, die Weltöffentlichkeit über die wahren Ausmasse des Erdbebens nicht ausreichend informiert.

Erst jetzt erfahren wir, wie beim letzten Tsunami, dass es nicht hunderte Menschen, sondern bereits  zehntausende und mehr Menschen vermisst werden.
Ganze Städte sind verschollen.
Alles ist viel, viel schlimmer als man uns weismachen wollte.
Aber eines hat man doch geschafft: Einen schwarzen Freitag zu vermeiden.

Das die Nachrichten lange Zeit von überraschend wenig Toten sprachen, kann ich bestätigen. Ich war überrascht (und bin es heute noch) das niemand mal mutig die Millionengrenze anvisiert – damit sollte man angesichts der Umstände rechnen. Ebenso sollte man wohl mit einem schwarzen Montag rechnen, wie das Marktorakel weiter ausführt:
Nach der Explosion im japanischen Atomkraftwerk Fukushima ist es am Samstag im außerbörslichen Handel zu panikartigen Aktienverkäufen gekommen.
Bei der Wertpapierhandelsbank „Lang und Schwarz“ in Düsseldorf wurden Papiere des Versicherungskonzerns Allianz und des Energieversorgers EON mit den größten Abschlägen gehandelt. Beide Werte gingen gegenüber dem Freitagsschluss bis 10:30 Uhr rund vier Prozent nach unten. Auch alle anderen im DAX notierten Aktien ließen nach.
Quelle: dts Nachrichtenagentur

Da brennen dann wohl die Schreibtische an der Börse. Schon irgendwie pervers, wie diese Geldwelt so denkt. Ich fand es unangemessen angesichts der Katastrophe sofort nach dem Geldbeutel zu schielen. Immerhin waren zu dem Zeitpunkt ja schon vier oder fünf Menschen dem Tsunami zum Opfer gefallen, da berichtet der Spiegel:
Tokio – Es kam eine Viertelstunde vor Börsenschluss: Das schwere Erdbeben in Japan hat am Freitag die Kurse an der Tokioter Aktienbörse kräftig ins Minus gedrückt. Der Betrieb an den Märkten lief zwar weiter, aber die Anleger wollten wegen der schweren Erdstöße offenbar ihr Risiko reduzieren – als sicher geltende Staatsanleihen verbuchten einen Kurssprung.

Der Yen geriet dagegen stark unter Druck. Die japanische Währung fiel gegenüber dem Dollar auf ein Tagestief von 83,29 Yen, nachdem sie zuvor bei 82,80 Yen gelegen hatte. Der Nikkei-Index schloss 1,7 Prozent schwächer auf einem Fünf-Monats-Tief von 10254,43 Punkten.

Das erinnerte mich dann auch gleich an die erste Verschwörungstheorie, die mich fast zeitgleich erreichte, aber wohl noch nicht im Netz publik ist. Ich hatte bislang kein Interesse die Details zu kontrollieren, aber angeblich wollte Japan den Yen weltweit als Alternativwährung zum Dollar ausbauen. Das war den „Entscheidern“ dann zuviel: wieder gab es einen Schlag mit der Erdbebenwaffe. Nach dem Ausstieg von Pimco konnte wollte man eine weitere „Ohrfeige“ (siehe N-tv) nicht mehr hinnehmen – die war eigentlich schon zuviel.
Der Fonds Total Return des weltgrößten Anleihen-Investors Pimco hat sich von sämtlichen US-Staatsanleihen getrennt. Der Schritt ist das bislang stärkste Signal dafür, wie negativ einige Investoren Schuldenpapiere des Staates USA inzwischen bewerten.

Zudem hat so ein lauter Knall enorme Vorteile: er lenkt ab von der strategischen Neuorganisation des arabischen Raumes, denn während wir immer noch versuchen herauszufinden, was denn da mit diesem Atomkraftwerk los ist und uns vor den realen Opferzahlen des Tsunamis fürchten, erobert sich die Nato – mal wieder ohne angegriffen worden zu sein – die Lufthoheit über die Ölreserven Lybiens, so berichtet rian.ru am 1. März:
Im Fernsehsender Fox News teilten Pentagon-Sprecher am Montag mit, die USA verlegen ihre Flugzeugträger näher an die libysche Küste heran. So hat jetzt die Enterprise, die zur Bekämpfung von Piraten vor der Küste Somalias kreuzt, Kurs auf den Suezkanal genommen und soll sich weiter in Richtung Libyen bewegen.

Dafür braucht man Flugzeugträger … zum Kampf gegen Piraten und Diktatoren. Offenbar vermutet man eine Bedrohung aus dieser Richtung auch in Japan, denn Folgendes findet man in der Märkischen Allgemeinen:
Die USA schicken unter anderem einen Flugzeugträger nach Japan. Er solle die Hilfsmaßnahmen nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami unterstützen, sagte Präsident Barack Obama auf einer Pressekonferenz. Obama hatte am Morgen auch mit dem japanischen Regierungschef Naoto Kan telefoniert. Der US-Präsident nannte Japan einen der „stärksten und engsten“ Verbündeten der USA.

Was man da jetzt mit ein- und zweisitzigen Kampfflugzeugen soll, verstehe ich noch nicht. Vielleicht nur nachschauen, ob die Stilllegung des Reaktors gelungen ist, geplant war sie laut N-Tv ja wirklich für diesen Monat:
Inzwischen wurde bekannt, dass der Betrieb des Reaktors 1 des Meilers Fukushima 1 nach etwa 40 Jahren in diesem Monat den Betrieb eingestellt werden sollte. Eine Datenbank des Forschungszentrums Nuclear Training Centre (ICJT) in Slowenien nennt als „erwartetes Datum der Stilllegung“ den März 2011.

Das nennt man nun das „Informationszeitalter“. Man wird hinfortgespült von Daten und Fakten und muß vor allem damit rechnen, das im Dienste der Börse die Hälfte davon noch „frisiert“ wurde, schick gemacht für den Auftritt vor der Weltöffentlichkeit. Da lobe ich mir doch die klaren Worte des ehemalitgen Chefs der deutschen Atomaufsicht, ebenfalls in dem Bericht bei n-tv:
Der ehemalige Chef der Atomaufsicht in Deutschland, Wolfgang Renneberg, sieht keine Chance mehr für eine Kontrolle des Meilers Fukushima 1. „Das ist das klassische Szenario, das den sogenannten Super-GAU umschreibt“, sagte Renneberg. Eine Kühlung des Reaktors sei offenkundig nicht mehr möglich, die Batterien zur Versorgung des Systems müssten am Samstagmorgen erschöpft gewesen sein. „Das ist das, was in manchen Kinofilmen inszeniert wurde.“ Japan bliebe offenkundig nur noch der Katastrophenschutz wie Evakuierungen oder das Verteilen von Jod-Tabletten. „Das sind aber keine Maßnahmen mehr, um den Reaktor zu kontrollieren.“ Aufgrund der großen Entfernung werde Deutschland aber von Radioaktivität praktisch nicht getroffen werden. China und Russland seien dagegen gefährdet.

Das ist dann aber schon ein schön praktischer Zufall: die in den letzten Monaten sehr lästig gewordenen Chinesen und die immer noch irgendwie argwöhnisch beäugten Russen werden in Zukunft dann ganz schön zu tun haben.

Ich weiß nicht, ob es so etwas wie Erdbebenwaffen gibt – das sollen mal Physiker oder Okkultisten unter sich ausdiskutieren. Was man aber mit Sicherheit sagen kann ist: es fängt gerade an eng zu werden für die Räuberelite in den USA.

Lauschen wir etwas Michael Moore in jungewelt:

Im Gegensatz zu dem, was die Machthaber euch glauben machen wollen, damit ihr auf eure Rente verzichtet, selbst eure Löhne kürzt und euch mit einem Lebensstandard aus der Zeit eurer Großeltern zufrieden gebt, ist Amerika nicht pleite. Bei weitem nicht. Das Land quillt über vor Reichtum und Geld. Das Problem ist nur, daß es nicht in eure Hände gelangt. In einem der größten Raubzüge in der Geschichte ist der Reichtum von den Arbeitern und Konsumenten zu den Banken und Portfolios der Superreichen transferiert worden.

Das gilt nicht nur für die USA – wie wir Deutschen aus eigener Erfahrung beitragen können.

Heute verfügen nur 400 Amerikaner über den gleichen Reichtum wie die Hälfte aller US-Bürger zusammen.

Laßt mich das wiederholen: 400 absolut reiche Leute, von denen die meisten auf die eine oder andere Weise von der Multibillionendollar-Rettungsaktion des Jahres 2008 aus Steuermitteln profitierten, verfügen jetzt über genausoviel Zaster, Aktien und Eigentum wie das Vermögen von 155 Millionen US-Amerikanern zusammengenommen. Wenn ihr es nicht über euch bringt, das einen finanziellen Putsch zu nennen, dann seid ihr einfach nicht ehrlich bezüglich dem, was ihr im tiefsten Innern als Wahrheit empfindet.

Diesen Putsch haben wir auch kennengelernt.

Ihr in Wisconsin habt den schlafenden Riesen geweckt, die Werktätigen der USA. Schon bebt die Erde unter den Füßen derer, die das Sagen haben. In allen 50 US-Bundesstaaten sind viele Menschen von eurer Botschaft begeistert, die da lautet: Wir haben die Schnauze voll! Soll uns niemand mehr weismachen, Amerika sei pleite oder bankrott. Das Gegenteil ist der Fall! Wir sind reich an Talenten und Ideen, haben den Willen, etwas anzupacken, und wir empfinden Liebe und Mitgefühl für all jene, die unverschuldet in Not geraten sind. Auch sie sehnen sich nach dem, wonach wir alle uns sehnen: Wir wollen unser Land zurück! Wir wollen unsere Demokratie zurück!

Man sollte sich diese Worte mal in Ruhe zu Gemüte führen und sich überlegen, wie sich die Räuberallianz der Superreichen dabei fühlt. Ist es wirklich so undenkbar, das die … ein wenig Endzeit unter das aufmüpfige Volk bringen wollen? Hätten sie so eine Erdbebenkeule … wären sie nicht gerade jetzt versucht, das Volk mal wieder unter Kontrolle zu bringen?

Es wäre eine haltlose Spekulation, die als solche schon zu vermeiden ist – sie würde allerdings erklären, weshalb alle wie verrückt dem Geld hinterherrennen, so als wäre das Ende der Welt nah – nur nicht für jene, die genug Kapital haben, sich frei zu kaufen. Diese blinde Gier scheint mir nicht weniger verrückt zu sein als die verrücktesten Verschwörungstheorien … deren pauschale banale Ächtung durch den Milliardärsfunk eher darauf hindeutet, das sie mehr als ein Körnchen Wahrheit enthalten.

Warten wir also ab, ob man uns im Laufe des Tages noch für würdig erachtet, zu erfahren, ob es nun in einem oder zwei Reaktoren zu einem oder zwei kleineren oder größeren Kernschmelzen gekommen ist, oder ob man der Meinung ist, das wir noch nicht reif genug sind für solch wichtige Nachrichten. Sollen wir weiterhin glauben, das die am Besten gesicherten und kontrollierten Einrichtungen der westlichen Welt so unüberwacht sind, das wir uns nur mit Hilfe von Kristallkugeln und Tarotkarten der Wahrheit nähern können?

Wahrscheinlich wird man aber versuchen, die Meldungen über die Kernschmelze (eine, zwei oder … drei?) solange zurückzuhalten, bis sich gezeigt hat, das der Schwarze Montag vermieden werden konnte.

Mir würde das als „Verschwörungstheorie“ vollkommen reichen. Und das da jetzt ein Flugzeugträger herumschwimmt, der … nebenbei … dezent auf die Wünsche der Wall Street bezüglich der Informationspolitik der japanischen Regierung hinweist, wird auf einmal plausibel.

 


Der kommende Auftstand: Die große Weltverschwörung triumphiert! Und nun?

Man mag mir verzeihen, das ich nicht immer ausführlich auf Kommentare antworten kann. Ich bin zeitlich mehr als ausgelastet und habe eine negative Zeitbilanz – Zeitschulden häufen sich auf, sozusagen. Da muß ich knapp haushalten. Ich kenne einige Einstellungen zur Weltpolitik schon seit Jahren – auch die extremen Verschwörungsanalysen, die ich absichtlich nicht Theorien nenne, da ich davon ausgehe, das es hinreichend Indizien gibt, über bloße haltlose Theorien hinaus- und zur nüchternen Analyse der Verschwörungspraxis überzugehen.

„Even the worst case“ ist ein für mich wichtiger Managementgrundsatz,  der in der Wirtschaft wunderbar funktioniert, aber in der Politik kaum angewendet wird, was zu einer enormen Staatsverschuldung führt, weil alle staatlichen Angestellten davon auszugehen scheinen, das wir Onkel Dagoberts Geldspeicher in Bonn/Berlin frei zugänglich zur Verfügung hätten. Hatten wir leider nicht.

Selbstverständlich gehe ich persönlich nicht davon aus, das die extremsten Verschwörungsphantasien real sind. Ich würde sonst nicht mehr schreiben. Aber – ich mache es mir hier bequem und muß mir selbst vorwerfen, hier zu mangelnder Gründlichkeit zu neigen. Darum hier mal Skizzen für den ganz ganz schlimmen Fall – wobei ich nicht weiß, welcher der schlimmen Fälle es denn jetzt sein soll.

Ist es die Verschwörung altägyptischer Zauberpriester zur Übernahme (oder Weiterführung) der Weltherrschaft?

Ist es die schleichende Übernahme der Welt durch reptiloide Aliens?

Oder sind es nur weitere Ausformungen der normalen Verschwörungen, die sich quer durch die US-amerikanische Geschichte wühlen?

Ist die Welt ein Gefängnis gefallener Seelen oder eine Schule für Götter?

Ist die Welt wie wir sie wahrnehmen, überhaupt real?

Fragen über Fragen … die erkennen lassen, das wir in erster Linie ein philosophisches Problem haben: wir wissen nicht, wo wir eigentlich stehen.

Um die Frage „Was ist nun zu tun“ zu beantworten, muß man sich zuerst entscheiden, wo man stehen möchte. Entscheiden? Ja. Philosophie setzt an das Denken bzw. an Erkenntnis und Wissenschaft strengere Maßstäbe an als es die Naturwissenschaften tun. ABSOLUTE SICHERHEIT gibt es nicht. Dafür ist der menschliche Verstand nicht geeignet. Darum muß man sich irgendwann für eine Wahrheit entscheiden, sonst kommt man nicht ins Handeln. Ohne diese Entscheidung gibt es keine Strategie, die Handeln präzise definieren kann.

Dann haben wir noch eine nächste Wahrheit – eine einzige, die todsicher ist, auch wenn wir nicht wissen, was sie bedeutet: WIR WERDEN ALLE STERBEN! – das steht schon mal fest. Auch wenn wir nicht wissen, was läuft, was gespielt wird, so wissen wir doch eins: wir sind nicht ewig hier. Das kann uns schon mal zu der Entscheidung führen: „Siehe zu, das Du ein möglichst glückliches Leben hast, denn es ist nur von kurzer Dauer“. Glück und Sinn stehen nun in einem engen (leider häufig in der Glücksforschung nicht sonderlich berücksichtigten)  Zusammenhang. Sinnvolles Leben kann einem die Schrecken der Konzentrationslager überstehen helfen – siehe Viktor Frankl.

Somit wäre ein sinnvolles Leben mit Glück gesegnet – unabhängig von der Dauer. Ein kurzes glückliches Leben scheint auch mehr Sinn zu machen als ein langes voller Qual. Das ist der Rahmen, in dem wir uns bewegen. Kommen wir von dem Rahmen nun zum Bild.

Was wäre also zu tun, wenn ich mich für die Alienvariante entscheide?

Hierzu müßte man erstmal die Alienvariante konkret kennen. Im ungünstigsten Falle droht uns das Schicksal der Indianer. Für diesen Fall (riesige Raumschiffflotten von der Venus erobern die Welt) gibt es erstmal keine Anzeichen. Wir würden sterben (wie gehabt) und müssten aufgeben. Das war es dann. Gut das wir sterblich sind, da müssen wir das nicht ewig erdulden. Wer will, könnte noch Widerstandszellen bilden, auf Hilfe von Außen hoffen („gute“ Aliens), aber die Chancen auf Erfolg stehen so schlecht, das sie mathematisch nicht mehr auszudrücken sind.

Und die Unterwanderung durch Reptiloiden? Wäre im Prinzip nichts anderes als die bisherige „Superreichentheorie“, nur sind die dann nicht nur superreich, sondern auch noch schuppig. Strategie? Sich abwenden und an einer neuen, eigenen Zivilisation bauen, bei steigendem militärischen Widerstand die Infrastruktur soweit zerstören, das renditefreundliches Wirtschaften unmöglich ist – wie gehabt: der Generalstreik.

Altägyptische freimaurer-illuminaten-Zauberpriester? Wie Reptiloiden … mit einer Ausnahme. Hier muß man sich ganz sicher sein, das der metaphysische Bereich keine unangenehmen Überraschungen bereithält. Wir haben uns als Gesellschaft für den Atheismus als Weltanschauung entschieden (Freimaurer mal ausgenommen) – was nützlich und in Ordnung ist. Allerdings sollten wir uns nicht darauf verlassen, das unsere Gedanken die Welt formen – auch Bärbel Mohr, die Botschafterin der Bestellungen beim Universum, ist tot – siehe Bunte:

Trauer in der Esoterik-Szene: Bestsellerautorin und Wünsche-Expertin Bärbel Mohr ist tot. Sie starb am 29. Oktober im Alter von 46 Jahren. Am vergangenen Dienstag wurde sie beigesetzt. Sie hinterlässt ihren Mann Manfred und neunjährige Zwillinge.
Vor einem Jahr war bei Bärbel Mohr ein Burn-out festgestellt gestellt worden, fast zeitgleich brach ihre Krebserkrankung aus.

Möglicherweise funktioniert Magie, möglicherweise kann man Wahnsinn künstlich hervorrufen. Unwahrscheinlich … aber nicht undenkbar. Möglicherweise gibt es einen echten Satan, Hexen die Darmkrebs anhexen können und böse Geister, die das Büroklima versauen sowie eine Kaste von Zauberleuten, die das ausnutzen.

Hier wäre die Strategie eine andere: Gott suchen. Gilt der Zauberkram, dann auch … die Gegenseite. Wie man munkelt, ist „Gott“ in allen Kulturen der Stärkere. Wir haben nur seine Nummer verlegt. Die bräuchten wir dann. Im Prinzip aber: die gleiche Strategie wie zuvor, nur mit einer Phalanx von Betern (oder geisterjagenden Schamanen, dann geht auch der Krebs weg) dabei, die für günstige Winde sorgen.

Die Frage, was zu tun ist, ist die konkrete Frage nach dem, wo man eigentlich steht.

Das Risiko ist immer gleich: wir könnten sterben.

Das wäre schlimm … ist aber sowieso unvermeidlich. Wenn wir das akzeptieren (und ich denke, hier hapert es gewaltig in der Kultur: wir wissen alle, das wir sterben werden, aber wir glauben nicht daran), dann werden wir unbesiegbar. Und je aufrichtiger, ehrlicher, liebevoller, wahrhaftiger wir gelebt haben, umso größer kann die Hoffnung sein, das das, was nach dem Tode kommt, eine feine Angelegenheit ist. Damit brauchen wir uns aber erstmal nicht zu beschäftigen, denn zuerst kommt das Leben vor dem Tod – und in dem ist vor allem eins zu tun: eine Mehrheit bilden. So läuft das in Demokratien. Oder kriminell werden – geht auch, ist aber nicht fein.

Um Mehrheiten zu bilden, muß man viele Worte machen, Informationen verbreiten, Gegenpropaganda entlarven – ist halt viel Schreibkram, so eine Revolution, eine komplette Umkehr einer in satanische Werte abdriftenden Gesellschaftsordnung macht halt viel Arbeit …. die einem niemand ersparen kann. Bequem auf der Straße herumstehen, schöne Pappschilder tragen und laut brüllen ist auch ok, verschafft Luft, motiviert, zeigt Präsenz und … ändert nur dann was, wenn sich die Mächtigen auf das Ritual einlassen. Tun sie es nicht … wovon wir gerade ausgehen … dann braucht man absolute Mehrheiten.

Kriegt man die aber nicht … auch gut. Dann kann man immer noch den Ernst Jünger machen und mit einem Glas Rotwein in der Hand die light-show des thermonuklearen Krieges genießen oder mit der Kuchengabel in der Hand noch einen guten Kampf gegen die Gestapo führen … zwar wird man verlieren, aber landet vielleicht bei den mutigsten Kriegern in Walhalla.

Was heißt das nun konkret für morgen?

Entscheidet euch für ein Weltbild – oder verreckt. So kurz und knapp könnte man es in der Tat fassen. Nur wenn man in den (von den Medien gezielt forcierten) wischi-waschi-Bereichen der Erkenntnistheorien bleibt, bleibt man handlungsunfähig. Hat man ein Weltbild, sollte man dabei bleiben. Welches richtig war, wird sich zeigen, wenn man anfängt, seine eigene Welt aufzubauen. Könnte sein, das dann irgendwann die Aliens, die Reptiloiden, die Illuminaten oder der Teufel selbst vor der Tür steht … oder das einfach nichts passiert, weil sie draußen bleiben oder nie existent waren.

Bis dahin aber kann uns niemand daran hindern miteinander zu reden, unsere Kräfte zusammenzulegen und unsere Zukunft wieder selbst in die Hand zu nehmen.

Fernseher, Alkohol und Nikotin aus seinem Leben zu verbannen, kann da schon mal sehr helfen.

Und dann? Straßen blockieren, wenn das Gespräch nicht funktioniert. Den „Besatzungstruppen“ das Leben so unangenehm wie möglich machen, sich empören, ihre Schande aufzudecken (und ihnen die schlimmsten Höllenstrafen vor Augen zu führen, die es für dieses asoziale Pack seit Anbeginn der Menschheit gibt, weshalb sie ja auch ihren Traum vom Atheismus so pflegen, um ihre Geschäfte ruhigen Gewissens weiter führen zu können).

Ghandi hat gezeigt, das man sogar Weltmächte friedlich in die Knie zwingen kann.

Ewiges Leben und Unverwundbarkeit gab es aber auch für ihn nicht.

Ein Beispiel für Strategien – aus der hohlen Hand geschossen?

Zweihunderttausend Menschen, die nichts weiter tun, als ihren Müll auf Autobahnen abzuladen – das Land stünde still. So schnell kommt keine Müllabfuhr hinterher. Das geschieht eigentlich heute schon … nur schmeißen sie den Müll nicht auf die Fahrbahn – aber es sind viel mehr, die ihren Müll so irgendwo entsorgen. Raus mit dem Müll auf die Autobahn, monatelang … und das Land wird sich ändern, weil keiner mehr Spaß am Porsche hat. Da geht nichts kaputt, das bringt keinen um, aber es wird für die Mächtigen unangenehm.

Aber bevor man das macht, braucht man die Legitimation der Mehrheit zur Veränderung  – und dafür muß man viele Worte machen.

Wie gut, das das immer mehr geschieht.

Dank Internet reden die Leute wieder miteinander und bilden sich ihre eigene Meinung – und meiner Meinung nach hat die schon längst einen kleinen gemeinsamen Nenner: „SCHNAUZE VOLL!“ – von Armut, Überstunden, Lügen, Plagiaten, Kriegen, Steuern, Fernsehprogrammen, Gebühren, Benzinpreisen, Gammelfleisch, Lobbyismus … und … und … und … und.

Gefragt ist nun der ganz große Wurf, der nicht aus den Kreisen der abgehobenen weltfremden politischen Lehrer- und Juristenkaste kommen wird, die meinen, man könnte die Arbeitslosigkeit wirklich erfolgreich nach den Prinzipien der „schwarzen Pädagogik“ des frühen Kaiserreiches in den Griff bekommen, eine Einstellung, die aber bei Lehrern nicht verwundert und die Juristen mangels jeglicher Orientierung gerne ungefiltert übernehmen.

Kommt der Wurf nicht … droht auch den Besserverdienenden das Verrotten im renditefreundlichen  Pflegeheim. Wem das gefällt, wer meint, das Risiko für sich persönlich eingehen zu können, der braucht nichts zu tun. Anders als die Konzentrationslager für Langzeitarbeitslose ist allerdings das Pflegeheim etwas, das ganz sicher droht: je reicher man ist, umso unwahrscheinlich ist leider auch der schnelle, früher Tod, der einem das Heim sicher erspart. Im Gegenteil: man hat gute Hoffnung auf zehn Jahre live-Verrottung mit allen Extras.

Also … mich würde das hinreichend motivieren, mich auch als Reicher den Nörglern anzuschließen.

Manchmal denke ich: die Natur hat die Raubtiere erschaffen, um den alten Menschen genau jenes grausame Schicksal zu ersparen, das wir ihnen in Heimen angedeihen lassen. Bei dem, was ich da sehen durfte … das ist der Grizzly schon gnädiger. Aber das denke ich nur manchmal – auch weil ich die Menschen mit satanisch angehauchter Wertebildung nicht auf noch blödere Gedanken bringen möchte.

 

 

Satanismus in Deutschland und die große Weltverschwörung

In den achtziger Jahren hatte ich Kontakt zu einer Sektenberatung – beruflich bedingt. Nebenbei besuchte ich diverse Vorträge der Sektenbeauftragten der evangelischen Landeskirche. Was man dort erfahren konnte, war ungeheuerlich und führte ja auch zu Irritationen im Bundestag, die letztlich dazu führten, das ein anderer Landesbeauftragte für Sektenkunde bescheinigte, das das alles Humbug sei.

Es gibt keine Satanisten, es gab nie Satanisten noch wird es irgendwann welche geben.

Gut zu wissen, eigentlich. Als Philosoph darf man anderer Meinung sein … hier geht es ums Prinzip, nicht um die Maskerade. Es gibt nun eine Doktorarbeit zum Thema Satanismus, die – wie üblich – zu dem Ergebnis kommt, das an allem nichts dran ist. Es gibt eigentlich keine Satanisten und wenn, dann spielen sie keine große Rolle. Schaut man aber genauer hin … wird es gruselig, hier zitiert bei BR-Online:

Kritisch sieht Dagmar Fügmann gewisse Wertvorstellungen von Satanisten. Aufgrund ihrer Weltanschauung treten sie für einen radikalen Sozialdarwinismus ein. Sie glauben an das Recht des Stärkeren. Weil sie eher als andere nach der Natur des Menschen leben, halten sich Satanisten für eine Art Elite. Größere Unterschiede in den Werten von Satanisten zur übrigen Bevölkerung gibt es nur in wenigen Bereichen. Satanisten akzeptieren in deutlich höherem Maße verschieden Formen der Sexualität, insbesondere auch Homosexualität. Sie betonen in der Frage der Abtreibung die Freiheit der Frau. Und sie befürworten in höherem Maße Euthanasie als der Rest der Bevölkerung. Ansonsten haben Satanisten keine abweichenden Wertvorstellungen. Im Gegenteil: Dagmar Fügmann glaubt, dass allgemein die Gesellschaft soziales Verhalten weniger und individuelle Freiheit zunehmend höher bewertet, dass sie sich also in Richtung satanistischer Wertvorstellungen entwickelt.

Die Gesellschaft entwickelt sich in Richtung satanischer Wertvorstellungen, damit scheint die Welt für Frau Fügmann in Ordnung zu sein, da Satanisten dann ja keine Aussenseiter mehr sind, die abweichende Wertvorstellungen praktizieren.

Ich stutze hier … und komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Erst kürzlich hatten wir eine Wertedebatte, in der das christliche Abendland sich energisch vom Islam distanzierte – und jetzt gibt es da eine religionswissenschaftliche Arbeit, die nebenbei erwähnt, das wir uns insgesamt von christlichen Werten verabschiedet haben und de facto – gemessen an den Werteprinzipien, nicht an der Anzahl der öffentlichen Kuttenträger – in eine satanische Gesellschaft verwandeln?

Nun – die Hartz-Abhängigen merken jeden Tag, das ihnen da jemand ans Leder will, das der Sozialdarwinismus ihr Leben bedroht, da ihr Leistungsniveau nicht mehr den Mindestanforderungen entspricht. DAS sich das Wertesystem des Westens in ein antichristliches System verwandelt, ist dort offenbar geworden. Mir stellt sich aber die Frage WARUM das so ist. Und nebenbei möchte ich GANZ SICHER gehen, das diese Entwicklung nicht gesteuert wird … denn normal scheint mir der Prozess der Umgestaltung der Gesellschaft in einen Förderverein antichristlichen Eliteglaubens nicht zu sein – wäre der Mensch ein so asoziales Wesen, würden wir immer noch auf Bäumen hausen und hätten nie Dörfer gebaut.

Ich bin da auch etwas beunruhigt über ein gewisses Grundrauschen, das immer lauter wird – zum Beispiel im Fall der „Lady Gaga“. Ich kenne sie nicht, ebensowenig wie die anderen Größen der industriell produzierten Popkultur. Ein Konzertveranstalter hat mir mal plausibel berichtet, das die Musikindustrie ganz gezielt Strömungen fördert, um Phänomene wie die Beatles und die Stones NIE WIEDER aufkommen zu lassen – die waren nicht steuerbar und stellten in ihrer Gesamtheit durch die Förderung alternativer gesellschaftlicher Entwicklungen auch eine politische Gefahr für „das Establishment“ da. Seitdem hat es mich nicht gewundert, das die Rockmusik zunehmend verkümmerte zugunsten von Flachtonprodukten. Darum kenne ich Lady Gaga nicht – und muß mich da auf Nina Hagens Urteil verlassen, hier bei Oe24:

Sie ist eine satanistische Schlampe, mit ihren faschistischen und dämonisch-angehauchten Geheimzeichen. Ihre Pop-Prostitution hat mehr mit Bikini-Werbung als mit Wärme zu tun. Ich habe immer die Liebe verspritzen lassen, aber bei ihr verspritzt bloß der Luxus.

Ich gestehe – ich mußte mich bei Wikipedia über Lady Gaga informieren – und fand: eins der üblichen Kunstprodukte der Musikindustrie. Und eine immense Anhäufung von „dämonisch-angehauchten Geheimzeichen“, wenn ich Nina da mal zitieren darf.

Man marschiert bei diesem Thema natürlich mit Hochdruck auf eine gesellschaftliche Großtabuzone zu: die Illuminaten, die große freimaurerische Weltverschwörung, an deren Ende ein satanisches Weltreich entsteht: Hartz IV für alle, die ihrer Oma keine Lehmannpapiere aufdrücken wollen. Mir ist es schon verdächtig, das es in einer demokratischen, offenen Gesellschaft Tabuthemen geben soll – erst recht, wenn diese Themen den Bestand der Firma, des Unternehmens gefährden könnten. In der normalen Wirtschaft wäre so etwas undenkbar – hier gilt es, immer den schlimmsten möglichen Fall anzunehmen um Vorsorge zu treffen, die Folgen aufzufangen. Man will ja nicht insolvent werden. Gesellschaftlich fahren wir gerade den anderen Kurs – die rosa Dauerbrille – was uns Rekordverschuldungen eingebracht hat, neben einer ständigen Abnahmen von Lebensqualität und zunehmendem Abbau von Bürgerrechten zugunsten einer Welt, in der … die Anbeter des Mammon (ein Unterteufel) triumphieren.

Wieso eine Gesellschaft, die die Werte von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit im Grundgesetz huldigt und sich der Erklärung der allgemeinen Menschenrechte verpflichtet fühlt, eine Entwicklung hin zu einer Gesellschaft mit eher satanischen Werten nimmt, wird man doch wohl mal fragen dürfen, oder? Und wenn man erkennt, das die Musikindustrie die Jugend mit satanischen Symbolen füttert, dann wird man doch wohl auch mal fragen müssen, ob der Kurs der Massengesellschaft nicht doch etwa gesteuert wird. Immerhin gibt es ein Dokument, das gerade das behauptet, gefunden bei „Lübeck-Kunterbunt“:

Letzte Zweifel werden ausgeräumt durch den Brief … von Albert Pike an Guiseppe Mazzini vom 15. August 1871, der bis vor einigen Jahre in der Bibliothek des Britischen Museums in London ausgestellt war und dann ebenfalls auf mysteriöse Weise aus dem Verkehr gezogen worden ist. In diesem Brief schildert Pike seinem Freund Mazzini Einzelheiten eines im Sinne des Wortes „luziferischen“ Planes zur Welteroberung. Es ist mehr oder weniger die metaphysische Beschreibung der zwei bereits stattgefundenen und eines offenbar noch geplanten (möglicherweise in seiner Vorbereitungsphase bereits im Gang befindlichen) dritten Weltkrieges. Nach Pikes Worten „werden wir (im ersten dieser Kriege) die Nihilisten und die Atheisten loslassen; wir werden einen gewaltigen gesellschaftlichen Zusammenbruch provozieren, der in seinem ganzen Schrecken den Nationen die Auswirkungen von absolutem Atheismus, dem Ursprung der Grausamkeit und der blutigen Unruhen klar vor Augen führen wird. Dann werden die Bürger – gezwungen, sich gegen die Minderheit der Revolutionäre zur Wehr zu setzen – jene Zerstörer der Zivilisation ausrotten, und die Mehrheit der Menschen wird, gottgläubig wie sie ist, nach der Enttäuschung durch das Christentum und daher ohne Kompaß, besorgt nach einem neuen Ideal Ausschau halten, ohne jedoch zu wissen, wen oder was sie anbeten soll. Dann ist sie reif, das reine Licht durch die weltweite Verkündung der reinen Lehre Luzifers zu empfangen, die endlich an die Öffentlichkeit gebracht werden kann. Sie wird auf die allgemeine reaktionäre Bewegung, die aus der gleichzeitigen Vernichtung von Christentum und Atheismus hervorgehen wird, erfolgen.“ Das sozusagen theologische Dogma des Großmeisters Pike ist in den Instruktionen festgelegt, die von ihm am 4. Juli 1889 für die 23 höchsten Räte erlassen wurden: „Folgendes müssen wir der Menge sagen: ‚Wir verehren einen Gott, aber unser Gott wird ohne Aberglaube angebetet!‘ Euch, den souveränen großen Generalinstruktoren, sagen wir, was ihr Brüder der 32., 31., und 30. Grade wiederholen sollt: Die Maurer-Religion sollte von uns allen, die wir Eingeweihte der höchsten Grade sind, in der Reinheit der luziferischen Doktrin erhalten werden. Wäre Luzifer nicht Gott, würde Adonai (der Gott der Juden), dessen Taten Beweise für seine Grausamkeit, Verschlagenheit, seinen Menschenhaß, sein Barbarentum und seine Ablehnung der Wissenschaft sind, würden dann Adonai und seine Priester ihn verleumden? Ja, Luzifer ist Gott; unglücklicherweise ist Adonai auch Gott. Denn nach dem ewigen Gesetz gibt es Licht nicht ohne Schatten, Schönheit nicht ohne Häßlichkeit, Weiß nicht ohne Schwarz. Das Absolute kann nur in der Gestalt zweier Gottheiten existieren …“ Zweifellos ein Text, der zu allerhand Spekulationen in bezug auf die möglichen „Endzwecke“ dieser oder jener mit der Menschheitserlösung befaßten Hochgradmaurer provozieren könnte. … Es ist nicht zu übersehen, daß sich auch hinter diesen Texten das bekannte Credo vom Menschen als dem werdenden Gott versteckt, wie es aus dem philosophisch-religiösen Umfeld des Thule-Reiches bekannt ist … Quelle: E. R. Carmin „Das schwarze Reich. Geheimgesellschaften und Politik im 20. Jahrhundert“

Wie gesagt …. dunkelste Verschwörungsmythen erwarten uns da. Mythen, um die man sich eigentlich nicht kümmern bräuchte … würde die Gesellschaft nicht diesen seltsamen, merkwürdigen Kurs einschlagen, der sie von ihren humanitären, christlichen Wurzeln entfernt und zu einer satanischen Gesellschaft konvertiert, in der für arme, kranke, alte oder schwache Menschen kein Platz mehr ist.

Anders als in den achtziger Jahren, wo es eher so aussah, als gäbe es – in gesellschaftlich betuchteren Kreisen – einen ziemlich verrückten Kult, der sich erschöpfend erklären ließe durch den verzweifelten Kampf gegen die unerträgliche Langeweile des Reichtums, sieht es nun so aus, als hätte jener Kult inzwischen soviel Einfluß, das er politische Realitäten bestimmen kann … und möglicherweise sogar noch Größeres vorhat, weshalb er die Jugend auf eine bestimmte Symbolik trimmt, die schon erstaunlich oft auftritt, wie sogar PM bemerkt:

Für Experten der Semiotik, der Wissenschaft der Zeichen und Symbole, ist Lady Gaga aber aus einem ganz anderen Grund interessant: Ihre Auftritte, ihre Fotos und vor allem ihre Videos wimmeln geradezu von offenen und versteckten Hinweisen auf Dinge, die mit ihrer Musik überhaupt nichts zu tun haben. Bei der Analyse dieser Zeichen haben die Fachleute eine erstaunliche Entdeckung gemacht. Hinter der grellen Bilderflut, mit der die 25-jährige Künstlerin ihre Musik vermarktet, liegt eine verschlüsselte dunkle Ebene mit mysteriösen Hinweisen auf Gehirnwäsche, Folter und Satanismus.

Das gilt nicht nur für Lady Gaga, sondern für weite Bereiche der modernen Popkultur, Filmwelt und Architektur, wie der VigilantCitizen regelmäßig ausführt.

Sicherlich ist die Methodik vieler Verschwörungstheoretiker zu bemängeln. Da häufen sich schnell Hypothesen auf Annahmen, gestützt von Vermutungen und Interpretationen. Mit dieser  Methodik läßt sich schnell beweisen, das der Eifelphilosoph ein Ausserirdischer ist, der vom Aldebaran kommt um gegen die Verbreitung von Schokomüsli bei Aldi zu kämpfen.

Andererseits … haben wir die Absichtserklärung eine Mitbegründers einer politisch sehr einflußreichen gesellschaftlichen Gruppierung, aus der ersichtlich ist, das man eine antichristliche Gesellschaftsordnung zu etablieren wünscht, wir haben eine enorme Zunahme an semiotischen Phänomenen dieser Art – und eine Degeneration der politischen und sozialen Kultur Deutschlands, die exakt in diese Richtung führt.

Da quakt etwas wie eine Ente, riecht wie eine Ente, schwimmt und fliegt wie eine Ente – und wie reagieren wir politisch darauf?

Vollgekleckert mit Entenkot stellen wir uns mit stolzgeschwellter Brust vor die Menge und sagen: „Wir reden nicht über Enten!“.

Dabei liegt eigentlicheine große Chance in der Thematik: ist die Geschichte von Menschen gemacht und nicht nur purer Zufall, der sich als Nebenwirkung von Alltagsverrichtungen quasi nebenbei ergibt, dann hätte die Menschheit noch eine Chance, die Richtung schnell zu ändern. Stecken keine größenwahnsinnigen Freimaurer dahinter … dann ist es wohl eher die menschliche Natur, die uns in diese Richtung treibt.

Das wäre dann … wirklich übel.

Die Ermordung des Uwe Barschel und Verschwörungstheorien

Niedersachsen hat ja gerade laut Spiegel mit zwei Toten zu kämpfen:

Schock in einem Dorf in Niedersachsen: Eine offenbar seit Tagen vermisste 14-Jährige ist zusammen mit einem 13-jährigen Jungen tot aufgefunden worden. Die Leichen lagen an einem Bach – die Polizei geht von einem Kapitalverbrechen durch einen Unbekannten aus.

Eine Tragödie in einem friedlichen Land. Leider kommt so etwas vor. Schon jetzt kann man ahnen, was über den Täter geschrieben wird: „psychisch gestört“ wird er sein, denn … normale Menschen bringen keine Menschen um.  Darum sind wir ja in der Geschichte der Menschheit von Kriegen so verschont geblieben. Das heißt … wenn es ein Motiv gibt, machen wir ja schon mal eine Ausnahme.

Bei den Protesten gegen den Castor-Transport hat es laut Focus auch einen Toten gegeben, vielleicht kennt den jemand:

Der Mann war laut Polizei 30 bis 40 Jahre alt, etwa 1,80 Meter groß und 85 Kilogramm schwer. Er trug etwa 30 Zentimeter lange Rastalocken sowie eine Tätowierung in Form eines Skorpions auf dem rechten Oberarm.

Ich dachte bei der Meldung ganz unwillkürlich sofort an einen prügelnden Rettungssanitäter.  Da scheint es ein Motiv gegeben zu haben, denn Sanitäter werden ja nicht zum Prügeln ausgebildet, Mittel und Gelegenheit wären denkbar.  Trotzdem geht man davon aus, das dieser Mann beim Wasserlassen ertrunken ist.

In US Strafrecht, Mittel, Motiv und Gelegenheit ist eine populäre kulturelle Summierung der drei Aspekte von  Verbrechen erforderlich überzeugen Jury von der Schuld in  kriminelles Verfahren. Beziehungsweise beziehen sich sie: die Fähigkeit des Beklagten, das Verbrechen festzulegen (bedeutet), mußte der Grund das Beklagte das Verbrechen festlegen (Motiv) und ob oder nicht das Beklagte die Gelegenheit hatte, das Verbrechen festzulegen (Gelegenheit). Ironisch ist Motiv nicht ein Element vieler Verbrechen, aber die Prüfung des Motivs kann es einfacher häufig bilden, eine Jury der Elemente zu überzeugen, die für eine überzeugung nachgewiesen werden müssen.

So ist´s bei Worldlingua nachzulesen. Millionen von Fernsehzuschauern werden dieses Verfahren der Theorienbildung anhand von Kapitalverbrechen in Filmen kennen – und kommen so eher zu dem Schluß, das die Anschläge vom 11.9.2001 von US-amerikanischen Kreisen inszeniert wurden, um das neue amerikanische Jahrhundert möglich zu machen, während der dialysepflichtige Bin Laden da eher schlecht abschneidet … nicht beim Motiv, sondern beim Rest. Verdächtigt wurde auch der Mossad … was in Deutschland – hier bei Wikipedia –  schnell gewohnte Bahnen annimmt:

Kritik an antisemitischen Stereotypen oder der Anfälligkeit dafür veröffentlichten der Historiker Wolfgang Wippermann und der Kommunikationswissenschaftler Tobias Jaecker. Beide wiesen auf Parallelen heutiger Verschwörungsthesen zu den Protokollen der Weisen von Zion hin: Der israelische Geheimdienst Mossad übernimmt dabei die Rolle der in den „Protokollen“ fantasievoll beschriebenen jüdischen Geheimorganisation, Israel selbst verkörpert das „internationale Judentum“, und der Eigner des World Trade Center Larry Silverstein gilt als Repräsentant der „jüdischen Wucherer“

Das stimmt aber dann die Nachdenker nicht nachdenklich, das man sich auf einmal konfliktfrei in Adolf Hitlers verschrobenem Weltbild wiederfindet. Allerdings … Motiv, Mittel und Gelegenheit – wären denkbar. Und wie alle Verschwörungstheorien hat auch diese einen realistischen Ansatz zugrunde:

Nach dem Anschlag wurden über zweihundert Israelis ohne Visa aus den USA ausgewiesen – solche Absonderlichkeiten regen zum Grübeln an – wie auch die vielen merkwürdigen Begleitumstände im Umfeld von nine-eleven.

Es sind ja gerade solche Nachrichten, an denen sich die aufklärerische Vernunft reibt und keine Anwort findet, weil die Plausibilität fehlt. Da bleibt nichts anderes übrig, als zu konstruieren – oder ignorieren. Die meisten machen bequemerweise lieber letzeres, ist weniger anstrengend und versaut nicht die Stimmung beim Skatabend.

Nun wird der Mossad aktuell in Verbindung mit der Ermordung Uwe Barschels genannt.

Einer der wichtigsten Gutachter im Fall Uwe Barschel verdächtigt den israelischen Geheimdienst Mossad, den früheren schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten ermordet zu haben.

Die chemischen Analysedaten stimmten bis in Details mit einem Mordablauf überein, den der ehemalige Mossad-Agent Victor Ostrovsky in einem Buch schildere, schreibt der Schweizer Toxikologe Hans Brandenberger in der «Welt am Sonntag». Es ist das erste Mal, dass sich der Professor zur Frage nach den Tätern äußert.

Da ist man in erster Linie verblüfft – ein deutscher Provinzpolitiker Ziel terroristischer Akte durch einen ausländischen Geheimdienst? Das war doch das Schöne an der alten BRD – man war von Weltmacht zur Provinz geworden und in der Provinz war die große böse Welt immer weit draußen. Nichts war naheliegender, als sich der Selbstmordtheorie anzuschließen, zumal sie so vieles so schön vereinfachte und ein simples Weltbild bestätigte, das man mühelos Grundschulkindern in vier- bis fünf Sätzen erklären konnte.  Anders als sie Wikipedia über Verschwörungstheorien ausläßt, vereinfachen sie nicht die Welt … sie verkomplizieren sie.

In der Welt der Verschwörungsphobiker geschieht grundsätzlich nichts mit irgendeinem Hintergedanken, alle ist öffentlich für jedermann zu jederzeit zugänglich und Geheimdienste sind überflüssige, harmlose Aktenträger.  Die wirkliche Welt ist oft nicht so einfach und naiv gestaltet … man merkt es, wenn man sich mit dem Fall Barschel weiter beschäftigt:

Der südafrikanische Waffenhändler Dirk Stoffberg hat 1994 in einem Entwurf einer eidesstattlichen Versicherung angegeben, Barschel sei vom späteren CIA-Direktor und heutigen amerikanischen Verteidigungsminister Robert Gates nach Genf bestellt worden. Barschel habe mit Enthüllungen gedroht, die mehrere Regierungen und Waffenhändler in Verlegenheit gebracht hätten. Ein psychologisches Gutachten kam zu dem Urteil, dass Stoffberg glaubwürdig sei. Seine eidesstattliche Erklärung konnte er allerdings nicht mehr abgeben. Er starb kurz davor, im Juni 1994. Offizielle Todesursache: Er und seine Freundin haben Doppelselbstmord begangen.[34][20] Für den Verdacht, wonach der damalige CIA-Mann Gates am fraglichen Wochenende in Genf war, spricht noch eine andere Passage in der Ermittlungsakte. Dort heißt es, dass im Flugzeug, mit dem Barschel am 6. Oktober 1987 von Frankfurt nach Genf flog, auch ein Mister Gates gesessen habe. Sein Ticket erhielten die Lübecker Ermittler vom Kapitän der betreffenden Lufthansa-Maschine. Der inzwischen pensionierte Pilot will sich zu dem Thema nicht mehr äußern. Seine Frau sagte der Zeitung Die Welt, sie und ihr Mann seien bedroht worden. [27]

Auch eine Verwicklung des Bundesnachrichtendienstes in den Todesfall Barschels ist bekannt.[27] So schreibt der Autor Udo Ulfkotte in seinem Buch Verschlusssache BND[40], dass sich nach Angaben eines ranghohen Bonner Beamten in der Todesnacht mindestens ein BND-Mitarbeiter der Abteilung I (operative Aufklärung) im Hotel „Beau-Rivage“ aufgehalten habe. Der ehemalige deutsche Top-Agent Werner Mauss, der als Unterhändler für die Bundesregierung bei Geiselnahmen verhandelte, hielt sich zum Zeitpunkt von Barschels Tod in Genf auf; er sagte jedoch aus, dass sein Genf-Aufenthalt ausschließlich seiner Vermittlerfunktion bei einer Geiselbefreiungsaktion diente.[41] Offenkundiger ist in diesem Zusammenhang die Zeugenaussage des Schweizer Privatdetektivs Jean-Jacques Griessen, der laut Lübecker Akte 1987 für Werner Mauss arbeitete. Laut dieser Zeugenaussage telefonierte Griessen am Vormittag nach Barschels Tod mit Werner Mauss. Der Agent forderte ihn auf, sich bereit zu halten, „da etwas passiert sei“. Griessen soll angegeben haben, dass er im Auftrag von Mauss Zimmer im „Beau-Rivage“ mit Wanzen und Kameras präpariert habe.[27] Im Gesamtbericht der Lübecker Ermittlungsakte heißt es: „Griessen konnte nicht mehr befragt werden, da er am 09.11.1992 in Zürich während eines Aufenthaltes bei einer Prostituierten an einem Herzversagen gestorben ist.“ Griessen hatte sich am selben Tag mit einem BKA-Mann und einem Mossad-Agenten treffen wollen.[27]

Auf einmal ist man mitten drin in der Welt der Geheimdienste, in deren Nähe sich Selbstmorde, Herzversagen und Autounfälle merkwürdig häufen. Und auf einmal … wird es kompliziert, so kompliziert wie die Geschichte um die Barschel-Affäre, die laut Netzzeitung keine war:

Im Grunde war das das Resultat des zweiten Untersuchungsausschusses: Barschel hatte nicht die Schuld auf sich geladen, unter deren Last er hätte zusammenbrechen und Selbstmord begehen können. Schließlich war das Hauptmotiv für Barschels vermeintlichen Suizid vom Tisch. Immer nur war nämlich zuvor von seiner großen Schuld die Rede gewesen und von seiner Karriereversessenheit, die ein Leben ohne politische Macht ihm sinnlos hätte erscheinen lassen.

Das ist aber blanker Unsinn. Freunde von Uwe Barschel wissen es übrigens auch besser. Justus Frantz, der mit ihm zusammen das Schleswig-Holstein-Festival ins Leben gerufen hatte, erinnert sich daran, dass Barschel ohnehin plante, sich Mitte der 1987 beginnenden Legislaturperiode von der Politik zurückzuziehen und in die Wissenschaft zu gehen. Er hatte seine Habilitationsschrift bereits fast fertig gestellt. Barschel war von der Politik maßlos enttäuscht.

Als er von den heimlichen Waffengeschäften, die hinter seinem Rücken gelaufen waren, erfahren hatte, wollte er nicht weiter mitmachen. Das Metier insgesamt war ihm suspekt geworden. Als er sich aber weigerte, Grundgesetzbrüche auf seine Kappe zu nehmen, bekam er zunehmend große Angst und fühlte sich bedroht. Das hat er auch wiederholt geäußert.

Da kommt ein deutscher Politiker in eine Welt, in die er nicht gehört – und die schon anderen das Leben gekostet hat:

Olof Palme ist im Februar 1986 auf offener Straße erschossen worden, weil er Waffenlieferungen aus Schweden in Kriegsgebiete verhindern wollte. Uwe Barschel ist aus dem gleichen Grund aus dem Weg geschafft worden. Auch er hatte von Waffengeschäften zwischen Israel und dem Iran erfahren, die über Schleswig-Holstein abgewickelt worden waren. Der Ministerpräsident Barschel wusste davon aber nur durch eigene Recherchen und durch die Informationen seiner engsten Mitarbeiter.

Der Artikel mit dem Interview mit dem Autor Wolfgang Baentsch kommt aus dem Jahre 2006 – und enthält schon damals die Details, die nun nochmal veröffentlicht werden:

So hat zum Beispiel der Zürcher Toxikologe Professor Brandenberger in einem Gutachten akribisch nachgewiesen, dass das tödliche Gift Barschel erst verabfolgt worden ist, als er schon bewusstlos war. Er hat es also gar nicht selbst aufnehmen können.

Vier Jahre lang  ist das bekannt, vier Jahre lang ist nichts passiert außer das die Staatsanwaltschaft bekannt gab, das die „Waffenhändlerspur“ in Luft aufgelöst hat.

Dazu sagte Wolfgang Baentsch, Autor des Buches „Doppelmord an Uwe Barschel“ schon 2006:

Hierzulande sind die Staatsanwälte ja weisungsgebunden, und je brisanter ein Fall in politischer Hinsicht ist, desto massiver greift die Politik in die Arbeit der Staatsanwaltschaft ein. Das ist illegitim.

In dem System der weisungsgebundenen Staatsanwälte (das vom Wall-Street-Journal mal als schwerwiegender Systemfehler benannt wurde) wird ermittelt, was der Politik genehm ist – und auch mit Staatsanwälten Politik gemacht. Das mußte laut wsws auch Joschka Fischer erleben:

Fischers Reaktion auf die Einleitung eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens gegen ihn besteht darin, dass er in seinen politischen Standpunkten noch weiter und schneller nach rechts rückt als bisher. Abgesehen von Großbritannien war die Berliner Regierung die einzige in Europa, die die jüngsten Bombenangriffe auf den Irak unterstützte, wohl wissend, dass die brutale und feige Militäraktion zur Durchsetzung einer Sanktionspolitik dient, die seit dem Ende des Golfkriegs hunderttausenden Irakern, wegen Mangelernährung und Krankheiten das Leben kostete.

Ebenso wie der amerikanische Militärschlag auch deutliche innenpolitische Bedeutung hatte, weil er einer Regierung, die von einem Großteil der Bevölkerung als illegitim betrachtet wird, als Warnung diente, so kündigt Fischers Unterstützung dieser Regierung weitere Angriffe der rot-grünen Regierung auf soziale und demokratische Rechte an. Unter der Geißel der Rechten sehen sich Fischer und Schröder noch mehr gezwungen ihre Politik im uneingeschränkten Interesse der herrschenden Elite unter Beweis zu stellen.

So macht man mitlerweile Politik in Deutschland. Das Uwe Barschel  ermordet wurde, scheint plausibel zu sein.  Es scheint da Fakten zu geben, die unumstößlich sind und von einer Welle passender Indizien begleitet werden.  Aber … werden wir je erfahren, wer es war und warum?

Nicht, solange wir gedanklich weder bereit noch fähig sind, uns komplizierteren Weltbildern zu stellen, in denen mächtige Netzwerke eher „Schach“ als „Mensch ärgere dich nicht“ spielen und lieber nichts dem Zufall als alles dem Wähler überlassen.

So langsam bekommt man ein Gefühl dafür, wie die Agenda 2010 in die Welt gesetzt wurde – von denen, von denen man es am wenigsten erwartet hätte. Man bekommt einen Ausblick darauf, wie „große Politik“ gemacht wird und welche Belohnungen für jene vorhanden sind, die mitspielen … und welche Strafen jene erwarten, die sich – absichtlich oder versehentlich – in den Weg stellen.

Fragt man nach Mittel und Gelegenheit, so gibt es genug potentielle Täter. Als Motiv kommt – selbst wenn die Waffenhändlertheorie ausfallen sollte – auch ein ganz anderes in Betracht: die Disziplinierung der bundesdeutschen Demokratie im Interesse der Netzwerke der Korporatokratie. Wo kommen wir denn dahin, wenn jeder Provinzpolitiker meint, er dürfe herumermitteln wie es ihm gerade paßt? John Perkins beschreibt in seinen Büchern die Arbeitsweise der „Schakale“ hinreichend … und als Bürger sollten wir froh sein über ihren Erfolg, denn da, wo sie keinen Erfolg haben, kommt die US-Air-Force und regelt die Details umfangreich.

Mit dem Fall Uwe Barschel ist die internationale Politik der Globalisierung der Welt im Interesse des neuen US-amerikanischen Jahrhunderts in Deutschland angekommen und wir haben einen kurzen Blick hinter die Kulissen werfen können in jene Welt, in der Unfälle, Selbstmorde und Herzinfarkte bei Politikern oft vorkommen – wenn sie der Rendite im Weg stehen. Und letzteres …. ist ein allgemein akzeptiertes Motiv.

Zu Verschwörungstheorien selbst findet sich bei Wikipedia Folgendes:

Grundlage vieler Verschwörungstheorien ist ein dezidiertes und vereinfachendes Welt– und Geschichtsbild, das auf der Grundannahme basiert, dass Strukturen der sozialen Wirklichkeit durch Handlungen von Personen direkt steuernd beeinflusst werden können. Vor dem Hintergrund der gegenseitigen strukturellen Abhängigkeiten und hochgradigen Vernetzungen komplexer sozialer Systeme gilt diese Voraussetzung heute jedoch allgemein als unplausibel. Sozialwissenschaftliche Modelle zeigen, dass sich weitreichende Ereignisse in Gesellschaft, Wirtschaft oder Staat nicht allein durch das zielgerichtete Handeln von Personen oder Personengruppen verursachen lassen.

Die Wahrheit der Grundannahme, das Strukturen der sozialen Wirklichkeit durch Handlungen von Personen direkt steuernd beeinflußbar sind, kann jeder Hartz IV-Abhängige tagtäglich bestätigen … es waren nur wenige, die an dieser Gesetzgebung beteiligt waren und sie kamen hauptsächlich aus klar definierten Netzwerken.  Somit mag dieses Modell für manche Menschen unplausibel klingen, was jedoch erstmal ihre verstandesmäßigen Fähigkeiten in Zweifel zieht und nicht die Wirklichkeit, die sie zu verstehen versuchen.

Es ist auch unplausibel, das Uwe Barschel sich selbst ermordet hat oder ermordet worden ist. Gegenargumente gibt es für beide Theorien genug … und ich habe momentan den Eindruck, das man darüber hinaus ganz vergisst, das es da eine Leiche gibt, die nicht verschwindet, auch wenn man ihre Existenz für unplausibel hält.

Mir ist auch in dem Zusammenhang schon die Theorie begegnet, das der Irakkrieg nichts anderes war als ein Exempel für die Welt, die verstehen sollte, das mit den USA nicht zu spaßen ist und die Globalisierung der Renditeindustrie kein Akt der Gefälligkeit darstellt. Vielleicht war Barschel auch ein Exempel – auf jeden Fall dürfte seine Ermordung für viele Politiker der BRD ein Zeichen gewesen sein, ein Zeichen dafür, das es Gebiete in der Politik gibt, die man nicht anrührt … und das auch die Provinz keine Sicherheit bietet.

Ob es nun der Mossad war, wird man wohl nicht herausfinden – man nennt Geheimdienste ja nicht umsonst Geheimdienste und nicht alle wirken so provinziell wie die deutschen Ableger. Vielleicht war er es – bezahlt von einem Pakistani mit saudi-arabischen Geldern im Auftrag irgendeines südafrikanischen Waffenhändlers … mit  solchen komplizierten Modellen muß man sich ja dann anfreunden.

Da ist es im Interesse der Inneren Sicherheit und des Vertrauens der Bevölkerung in die Souveränität der Politik schon sinnvoller, man drückt den Barschel als Selbstmord „in den Skat“, zahlt den Preis, damit das Volk nicht unruhig wird. Und notfalls hat man noch die Kategorie „psychisch gestört“, wenn man denn dann mal wirklich einen Mörder hat, den man nicht wegdiskutieren kann. Darf ich nochmal an einen alten psychisch gestörten Sündenbock erinnern, über den der Spiegel vor drei Jahren schrieb?

Neue Nahrung für alte Verschwörungstheorien: Der Mord an US-Präsident Kennedy geht einer aktuellen Studie zufolge vielleicht doch nicht allein auf das Konto von Lee Harvey Oswald. Forscher fordern jetzt eine erneute Untersuchung der am 22. November 1963 abgefeuerten Kugeln.

Eigentlich eine Sensation. Wer den Fall kennt, der weiß, das an der Einzeltäterhypothese viel hängt. Gab es mehr als einen Täter … dann gab es eine weitreichende Verschwörung, dann beherrschen Lügen und Intrigen die US-Politik und noch nicht mal Präsidenten sind vor der Macht des militärisch-industriellen Komplexes sicher, vor dem Eisenhower noch gewarnt hatte:

„Wir in den Regierungsräten müssen uns vor unbefugtem Einfluß — beabsichtigt oder unbeabsichtigt — durch den Militär-Industrie-Komplex schützen. Das Potential für die katastrophale Zunahme fehlgeleiteter Kräfte ist vorhanden und wird weiterhin bestehen. Wir dürfen es nie zulassen, daß die Macht dieser Kombination unsere Freiheiten oder unsere demokratischen Prozesse gefährdet. Wir sollten nichts als gegeben hinnehmen. Nur wachsame und informierte Bürger können das angemessene Vernetzen der gigantischen industriellen und militärischen Verteidungsmaschinerie mit unseren friedlichen Methoden und Zielen erzwingen, so dass Sicherheit und Freiheit zusammen wachsen und gedeihen können.

Welche Folgen haben sich seit dem Artikel für die Haltung der Politik der BRD gegenüber ihren us-amerikanischen Verbündeten ergeben, die in ihrer Demokratie offensichtlich unheimliche Kräfte wirken haben, vor denen selbst der „mächtigste Mann der Welt“ nicht sicher ist?

Keine. Und das wird auch im Fall der Ermordung des Uwe Barschel so sein … man stellt sich dem Imperium besser nicht in den Weg. Man tut lieber so, als gäbe es das alles gar nicht. Und vielleicht war es ja Osama bin Ladens Großvater, der Kennedy erschossen hat … oder ein anderer Moslem.

Und die von Eisenhower geforderten wachsamen und informierten Bürger … sind heute „psychisch labile Verschwörungstheoretiker„.

Für die Anwendung einer solchen Hypothese auf größere Zeiträume und die stereotype Vermutung, hinter verschiedensten Erscheinungen steckten Verschwörungen als Lenkungsursachen, schlug der HistorikerRichard Hofstadter in den 1960er Jahren die Bezeichnung „paranoider Stil“ der Welterklärung vor.[4] Der US-amerikanische Journalist Frank P. Mintz prägte dafür den Begriff conspiracism,[5] im Deutschen hat sich der Begriff „Verschwörungsideologie“ oder „Verschwörungsdenken“ eingebürgert.[6]

Erinnert irgendwie an die alte Sowjetunion, in der Kritik am System als solchen auch nur von paranoiden Subjekten ausgehen konnte … und schnell in der Psychiatrie endete. Und im Prinzip sollten ja auch Konzentrationslager ursprünglich dazu führen, das man sich besser auf die Wirklichkeiten des Führers konzentrieren konnte.  Wer sich Gedanken über Motiv, Mittel und Gelegenheit bei Morden macht kann nur psychisch krank sein.

Augsburger Puppenkiste und Sesamstraße wird dominante politische Therorie.

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