Verschöwrungstheorien

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Medienhunde und Zahlschafe: Wirklichkeiten in Deutschland 2011

Die Medien haben ja eine Wächterfunktion. Sagt man jedenfalls. Sie sollen den politisch und wirtschaftlich Mächtigen auf die Finger schauen, das die nicht ihre Macht missbrauchen und hinterrücks die Monarchie wieder einführen. Eine Zeit lang ging das ja auch ganz gut. Das waren die Zeiten, wo die Regierung noch die Redaktionsräume des Spiegel durchsuchen ließ. Eine unschöne und hässliche Sache, einer Demokratie nicht würdig - aber andererseits führte es dazu, das der Bürger dem Spiegel trauen konnte.

Die Medien haben ja eine Wächterfunktion. Sagt man jedenfalls. Sie sollen den politisch und wirtschaftlich Mächtigen auf die Finger schauen, das die nicht ihre Macht missbrauchen und hinterrücks die Monarchie wieder einführen. Eine Zeit lang ging das ja auch ganz gut. Das waren die Zeiten, wo die Regierung noch die Redaktionsräume des Spiegel durchsuchen ließ. Eine unschöne und hässliche Sache, einer Demokratie nicht würdig – aber andererseits führte es dazu, das der Bürger dem Spiegel trauen konnte. Wenn die Regierung Mist macht, würde der Spiegel schon einschreiten. Darum habe ich ihn gelesen. Jede Woche – jahrelang. Ist aber schon lange her. Während des Studiums bin ich stutzig geworden … ich habe gemerkt, das man anfing, mich zu manipulieren. Es gab wenig Nachrichten, dafür aber viel Kommentar. Nichts gegen Kommentare – sie können einen sehr zum Denken anregen. Ich schreibe ja selber nichts anderes. Aber … es gab Kommentare, die mich mit Gewalt in eine Richtung zu drängen versuchten. Besonders nervig waren die antitheistischen Attacken. Nichts gegen Atheismus – das ist eine private Angelegenheit. Aber Antitheismus ist so nervig wie Jehovas Zeugen – nur wirkt er im Spiegel viel aufdringlicher, weil es sich hier um ein Nachrichtenmagazin handelt, um das Sturmgeschütz der Demokratie und nicht um den Wachturm religiöser Sektierer.

Es gab sicher Zeiten, in denen man „Kirche“ als Ableger der Staatsmacht sehr kritisch gegenüberstehen musste. Das Bodenpersonal Gottes rekrutierte sich jahrhundertelang aus den zweitgeborenen Söhnen des Adels und war genauso machthungrig wie der Rest der Familie – aber das hat ja mit Erkenntnistheorie, Wissenschaftstheorie, Religionsphilosophie, Gnostik oder Mystik nicht viel zu tun. Die Zeiten sind auch noch nicht vorbei. Kirche interessiert sich immer noch für Macht. Sie hat aber kaum noch welche. Sie hilft aber vielen einfachen Menschen, mit dem kumulierenden Wahnsinn um sich herum fertig zu werden, ohne selber dem Wahn zu verfallen. Opium lindert Schmerzen, in hoffnungslosen Fällen sollte man davon Gebrauch machen.

Hinter der Frage nach „Gott“ steckt eine uralte Sehnsucht der Menschen: Neugier. Die Frage nach dem, was  hinter der Welt steckt, einer Welt, die – wie die Physiker jetzt erstaunt im Einklang mit christlichen, hinduistischen und buddhistischen Mystikern feststellt, eigentlich nicht aus Materie besteht. Manche sind sogar so dreist, das sie „Bewußtsein“ als eigenständige Naturkraft in ihr physikalisches Weltbild einbauen wollen….doch hier greift die Wächterfunktion der Medien, besonders des Spiegel und seiner Partner – und auf einmal sind mir mitten drin im Thema Politik, obwohl wir eigentlich gerade bei der Metaphysik verweilten, die eigentlich nur ein Prozent der Bevölkerung wirklich interessiert.

Die „Wächterfunktion“ übernimmt das Sturmgeschütz der Demokratie immer noch – doch nun wird das Volk bewacht. Eine Aufgabe, der sich die anderen Medien dankbar angeschlossen haben, winkt doch eine Einladung zum Bundespresseball, das Medienkreuz mit Eichenlaub und Schwertern. Eifrig lauern die Chefredakteure in ihren Sesseln, ob sich nicht irgendwo im Lande eine Gefahr für die „Demokratie“ entwickelt, jenes System, das ihre Hintern in den Sesseln fett werden läßt, weshalb ihr Engagement in dieser Hinsicht groß ist.

Eifrig lauern die Medien darauf, das sich das Zahl- und Wahlvieh nicht ausserhalb der festgelegten Gatter bewegt. Das System braucht die Gier und den Konsumwahn der Massen, sonst kommt oben zu wenig an. Wenn die auf einmal alle zu Mönchen werden und nur noch ganztätig glücklich ihre Bedürfnisse auslöschen anstatt sich permanent neue einreden zu lassen, mit denen man unglücklich werden kann, dann muss der Chefredakteur hungern – das geht ja nun mal gar nicht.

Darum teilen Kapitalismus und Kommunismus das gleiche streng dogmatische Weltbild des Materialismus. Darum haben Gewerkschafter kein Problem, Rekordboni für Manager durchzuwinken, darum begrüßen Linke im Kern Hartz IV und die Massenarbeitslosigkeit, ohne die sie keine Argumente gegen den Kapitalismus hätten. So läuft das System rund, hat den Anschein eines ordentlichen, umfassenden demokratischen Diskurses, darum bleiben aber auch die Alternativen aus: Atomkraftwerke strahlen weiterhin, Stuttgart 21 wird gebaut, Deutsche Soldaten marschieren ins Ausland, die Bürger werden täglich ärmer, müssen dafür aber mehr strampeln.

Richtig fiesen Ärger bekommt man nur, wenn man … das Gatter verlässt. Die Richtung ist egal. Alles, was nicht den von Experten festgelegten Realitätskriterien entspricht, wird bestraft – zur Not mit Zwangsjacke und Entmündigung.

Das die Hintergrundphilosophie des aktuellen Materialismus ebenso peinlich ist wie die Weltsicht des Katholizismus im Mittelalter, interessiert da keinen:

Der Mensch ist die Krone der Schöpfung!

Er ist das einzige intelligente Lebewesen im Universum!

Seine Technik stellt den Gipfel der universalen Kulturentwicklung dar!

Das sind die Glaubenssätze des neuen naturwissenschaftlich verkleideten Religionsersatzstoffes, dessen Priester sich „Experten“ nennen und deren Tempelwachen „Journalisten“ heissen.

Ein Beispiel?

Manager Magazin. Sonst nüchterner im Gebrauch der Vernunft, glänzt momentan mit einem an sich völlig sinnlosen Artikel, der den Mord an Osama bin Laden in eine Reihe stellt mit Alienlegenden, dem Mord an Kennedy, der fingierten Mondlandung und der – auch für mich neuen – Kartoffelkäferinvasion in der DDR.

All jenen Geschichten und Legenden ist eins gemeinsam: sie stellen die offizielle Meinung in Frage. Aus guten Grund. Es war das Militär, die den Absturz eines UFO´s meldete … und dann die Wetterballongeschichte einstreute. Ohne diese Erstmeldung wüsste heute niemand, wo Roswell liegt.  Und wären nicht die dreißig Zeugen, die mehrere Attentäter gesehen hatten,  kurz nach dem Mord an Kennedy auf unterschiedlichste Art und Weise ums Leben gekommen, dann hätte niemand eine Verschwörungstheorie entwickeln können.

Und wie es momentan aussieht … hätten die Zeugen wirklich was berichten können, siehe Spiegel:

Ballistische Untersuchungen unter Rückgriff auf moderne Methoden der Statistik und der chemischen Analyse zeigten, dass Lee Harvey Oswald damals nicht der einzige Schütze gewesen sei, heißt es in der jüngsten Ausgabe des Fachblatts „Annals of Applied Statistics“. Die seinerzeit von den Experten angeführten Belege, wonach die Möglichkeit eines zweiten Mörders ausscheide, hielten den Tatsachen nicht stand, schreibt der Ex-FBI-Agent William Tobin, der die Arbeit gemeinsam mit dem Statistik-Professor Cliff Spiegelman und dem Chemiker William James von der Texas A&M University vorgelegt hat.

Das bemerkenswerte an diesem Artikel ist: er wird mit Bildmaterial unterlegt, das Hollywoodschauspieler und gemalte Aliens zeigt, so das der Leser gleich weiß: Finger von dem Thema oder du kommst in die Klapsmühle.

Ursachen für Verschwörungstheorien sind Diskrepanzen in der Berichterstattung, die wir aktuell um den erneuten Tod des Osama Bin Laden wieder einmal erleben durften.

Doch die Konzernmedien sind mitlerweile so frech, fühlen sich so sicher im Sattel, das sie ganz offen von ihren Zahlschafen verlangen, jeden Scheiß mit Begeisterung zu fressen, den sie so ablassen – auch wenn es das Gegenteil von dem ist, was sie gestern aus von sich gegeben haben. Wer da noch neugierig hinterfragt, bekommt einen Aliensticker mit Kornkreisrand und der Aufschrift: Jesus liebt Dich aufgedrückt, auch wenn es um ganz knallharte Fakten geht wie die aktuelle Verschwörung hinter den Kulissen des Euro, mit der der Spiegel gerade seine Auflage erhöht:

Unter dem Strich käme ein Austritt Griechenlands mit anschließender Staatspleite die Euro-Staaten und ihre Steuerzahler noch teurer zu stehen. Zusammen mit dem Internationalen Währungsfonds haben sie dem Land Hilfen in Höhe von 110 Milliarden Euro bewilligt – von denen rund die Hälfte bereits ausgezahlt wurde. „Die Euro-Staaten müssten nach der Insolvenz des Landes auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten.“

Und dann stelle man sich vor, die anderen Krisenländer steigen auch noch aus: massive Regelsatzkürzungen ständen ins Haus, Regelsatzkürzungen, die für andere Mitbürger Lohnverzicht und Rentenkürzung bei gleichzeitigem Preisanstieg und Arbeitszeitverlängerung sowie massive Steuererhöhungen bedeuten.

Mit normalen, geistig gesunden Souveränen des Landes wäre so etwas nicht zu machen. Gesetzt den Fall, der Souverän des Landes wäre noch König und nicht nur Volk – kann sich jemand vorstellen, das ein Höfling vor den König tritt und ihm gesteht, das er den königlichen Schatz gerade mal ein paar Privatpersonen im In- und Ausland geschenkt hat? Rübe ab wäre noch das freundlichste, was ihm passieren würde.

Hier jedoch wacht der Medienhund über die Zahlschafe, wacht gründlich darauf, das sie alle in die gleiche Richtung laufen – eine Richtung, die Rechten und Linken gleichermassen gefällt, weil sie alle ihren Vorteil davon haben. Der Souverän dieses Landes – der Bürger – hat ein Halsband um, Hunde links und rechs von sich, die Armutspeitsche hinter sich und wandert so seinem sicheren Ende entgegen.

Warum wir überhaupt noch etwas erfahren, kleine Bruchstücke und Splitter erhaschen? Nun – die Medien müssen jeden Tag die Leere der Seiten füllen. Soviel kann sich kein Phantast ausdenken, erst recht nicht, wenn er zuviel Geld für Konsum hat.

Man kann den Medienhunden natürlich trauen. Man kann brav seien und ihnen hinterherlaufen: das ist nicht verboten und wird mit Lob der Bildzeitung vergütet:

DEUTSCHE HEUTE WIEDER RICHTIG BRAV! SUPER!

Manche brauchen so etwas, das ist auch in Ordnung.  Ich will dann aber kein Gejammer über die ständig klammer werdenden Geldbeutel hören.

Hinter dem Tabu der Verschwörungstheorien stecken handfeste wirtschaftliche Interessen: die Angst davor, man könnte die Gründe für die eigentliche, die große, die wirkliche bedrohliche Verschwörung entdecken: jene, mit der uns eine skrupellose Lumpenelite täglich ärmer werden lässt. Da aber die Täter die Wächter gut schmieren (dafür reicht inzwischen schon die Aussicht auf eine „Festanstellung“), wird man von der erst ganz zum Schluss erfahren, wenn die Bankschalter geschlossen bleiben und die Geschäfte nur noch Gold annehmen.

 

 

 

 

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