Vernunft

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Das Ende der Arbeit? Brennende Manager, Hunger und steuerfreie Millionäre.

Wie gerne würde ich was Schönes schreiben – etwas, das zum Wetter passt. Früher habe ich so Menschen motiviert: Geschichten von der Goldenen Zukunft erzählt, einer Zukunft, in der der Mensch die Möglichkeit hat, sein volles kreatives Potential zu entfalten, weil der „Fluch Arbeit“ durch Maschinen von ihm genommen wurde und so Gelegenheit genug war, das Reich des Ewigen Friedens auf Erden zu etablieren.

Nun – für manche scheint es dieses Reich zu geben, in der SZ lese ich heute von ihnen:

Was für ein Leben: viel Geld verdienen, eine Villa am See besitzen – und die Gewissheit haben, dass das Finanzamt nur selten vorbeikommt. Nach Ansicht der Grünen reduzieren viele Bundesländer absichtlich die Zahl der Steuerprüfungen.

Irgendwie sind manche auf der Reise in die Goldene Zukunft falsch abgebogen. Am Ende der Arbeit wartete nicht das Paradies auf uns, sondern die ARGE, eine Institution, die Armut per Gesetz verordnet und sich der hohen Kunst verschrieben hat, zehn reale Arbeitslose mit einem einzigen (oft auch noch fiktiven) Arbeitsplatz zu beschäftigen. Was dabei herauskommt, kann jeder daheim selbst herausfinden: einfach mal zehn Tomaten in eine Tasse quetschen, in die eigentlich nur eine einzige hineinpassen würde.  Ein Tipp: mit Vernunft hat das Ergebnis nur noch wenig zu tun.

Gegen Hartz informiert vorab aber schon mal, welche Pläne noch so angedacht sind, um das Problem der verschwundenen Arbeit zu  lösen:

So wird ersichtlich, dass Union und FDP langfristig das System der Absicherung und Integration von Arbeitslosen umorganisieren wollen, weg von einem Leistungsanspruch, hin zu mehr Subventionen für Arbeitgeber, dem Ersatz von Pflichtleistungen, auf die Arbeitslose einen Rechtsanspruch haben, in Ermessensleistungen und hin zu einer entlohnungsfreien Arbeitspflicht in der freien Wirtschaft für Arbeitslosengeld II Bezieher (ALG II).

Entlohungsfreie Arbeitspflicht … schönes Synonym für Sklavenarbeit. So errichtet man Imperien – einfach mal Babylonier, Römer oder Mongolen fragen, die haben damit schon Erfahrungen gesammelt.

Nun reagieren Arbeitslose auf diesen Prozess der Integration von zehn Personen auf einen Bürostuhl im Prinzip wie Tomaten: sie gehen kaputt – oft, aber nicht immer. Unsere weichen Westtomaten neigen da besonders schnell zum zerplatzen, die Inder sind da laut Welt schon ganz anders drauf:

Sie waren sauer über anstehende Entlassungen: Mehrere Stahlarbeiter haben einen Manager ihres Konzerns mit Benzin übergossen und verbrannt.

So kann es auch gehen – Kampf um den Arbeitsplatz mal ganz anders.  Sollte sich das Einbürgern, würden Tarifverhandlungen in Zukunft wohl andere Ergebnisse zeitigen, aber man könnte dann wohl nicht mehr darauf verzichten, Millionäre zu besteuern. Ob dieses Modell des Arbeitskampfes sich durchsetzt, wird die Zukunft zeigen – erkennbar ist aber jetzt schon, das am Ende der Arbeit nicht das Paradies auf uns wartet – sondern seltsamerweise der Hunger. In den USA hat man da laut „Querschüsse“ schon Erfahrungen gesammelt:

Laut den Daten des US-Landwirtschaftsministerium (United States Department of Agriculture) stieg die Zahl der Food Stamps Bezieher im Dezember 2010, bereits den 26. Monat in Folge, auf 44,082 Millionen an, nach 43,595 Millionen im Vormonat und nach 38,978 Millionen im Vorjahresmonat.

Das riecht verdächtig nach Hunger, kann aber nicht sein, weil es den in den USA nicht mehr gibt. Den haben die USA aber so elegant aus dem Weg geräumt wie die Deutschen ihre Arbeitslosenzahlen, siehe Wikipedia:

Im Jahre 2006 geriet das Ministerium in die Schlagzeilen, weil es in seinem neuesten jährlichen Bericht über die Nahrungsmittelversorgung der US-Bevölkerung den Begriff Hunger entfernte und durch dieeuphemistische Bezeichnung „sehr niedrige Nahrungssicherheit“ (very low food security) ersetzte. Dem Bericht zufolge gehören 12 % der US-Amerikaner, also über 35 Millionen Menschen, zu der durch sehr niedrige Nahrungssicherheit gefährdeten Gruppe.

Super! Einer von acht Amerikanern hungerte schon 2006. Man darf nicht daran denken, was wäre, wenn es heute auch noch Hunger in den USA gäbe, die Zahlen würden wohl sehr unheimlich werden. Wie gut, das die Definitionskünstler unter den wohlversorgten Regierungsbeamten immer erfolgreicher das Sandmändchen für die Bevölkerung spielen, während der Hunger laut Manager Magazin immer weiter vorrückt:

Eskalierende Preise treiben tausende Inder durch die Straßen, in China warnt Premier Wen Jiabao vor Unruhen: Ein Inflations-Tsunami droht das boomende Asien zu überfluten, das Deutschland wie ein Hafenschlepper aus der Rezession ziehen half. Jetzt fürchten Ökonomen Schockwellen bis nach Deutschland.

Auf diese Schockwellen bereiten sich wohl die asozialen Raffgeier und Gierschlünde der Gesellschaft vor – zusammen mit den Verantwortlichen in Regierung und Opposition, alle nach dem Motto: nach mir die Sintflut! Nur so scheint man die steigende Abwesenheit praktischer Vernunft  in Regierungs- und Wirtschaftsgeschäften erklären zu können.

Das haben wir also davon gehabt, das wir uns vor 150 Jahren (eine unglaublich kurze Zeit, wenn man recht bedenkt) mit ein paar glitzernden Perlen von unseren Äckern haben fortlocken lassen. Im Prinzip geht es uns da wie den Indianern, die auch die gleichen Perlen hereingefallen sind. So verlockend, so sicher, geborgen und golden schien die Zukunft in den industrialisierten Städten zu sein, doch am Ende war das alles nur ein Trugschluß und auf Sand gebaut. Am Ende der ganzen Zivilisationsentwicklung zeigt sich, das wir immer noch dem gleichen Urteil unterliegen, dem schon unsere Urväter gehorchen mußten: ohne Arbeit droht der Hunger – nur ist er diesmal künstlich erzeugt, politisch gewollt – oder durch bloße Dummheit in die Welt gekommen.

Diesmal aber haben wir nicht mehr die Kraft, ihn im Notfall zu verbannen. Sollte die Welt uns wirklich mal übel gesonnen sein, so kann dieses Land nur noch einen winzigen Bruchteil seiner Bevölkerung ernähren, die man bei „Freies Wort“ nachlesen kann:

Die regionale Selbstversorgung liegt in Deutschland nur noch bei alarmierenden 10%, in Havanna, Kuba, sind es 70%.

Wer würde also richtig ernste Krisen überleben? Jene Krisen, die unserer Bundeswehr den Ölhahn abdrehen könnten?

Über mangelnden Revolutionswillen in diesem Land sollte man sich anhand dieser Zahlen nicht mehr wundern – hier steht der Hunger schon vor der Tür, obwohl der Tisch noch prall gefüllt scheint. Bricht nur einmal die Lieferkette zusammen – wegen Ölmangel, Krieg, Seuchengefahr … dann haben wir auch kein Problem mehr mit der Arbeitslosigkeit, sondern nur noch eins mit der Leichenentsorgung.

Da müssen die Millionäre und Parteifunktionäre dann aber mal selbst Hand anlegen und zum ersten Mal in ihrem Leben richtig arbeiten. Vielleicht tröstet das ja den einen oder anderen jener Mitbürger, die in ihrem Leben immer nur eins kannten: zuviel Arbeit für zuwenig Geld.

 



 

 

 

 

Schwulenhass, Yetispott, die Trümmerwelt der Naturwissenschaft und Swedenborgs „Eigenrealitäten“

Die Chinesen machen ja gerade etwas Ungeheuerliches: sie suchen den Yeti. Ungeheuerliche Ungeheuersuche.  Wie können die nur so etwas machen, weiß doch jeder, das man sich in Europa mit der Suche nach dem Yeti lächerlich macht, gerade bei den großen Nachrichtenagenturen wie dem „Spiegel“:

Man könnte meinen, es sei hinlänglich bekannt, dass es das Wesen nur in der Mythologie gibt. Schließlich gibt es bislang keinen stichhaltigen Beweis für seine Existenz. Nur ein paar Augenzeugenberichte und verwaschene Fotos.

Ein einziger Satz nur … und schon ist man im Herzen der wissenschaftlichen Finsternis und der Manipulation. Es sei … „hinlänglich bekannt“ … ja, wem denn? Was den Yeti betrifft, so ist es wie mit allen Phänomenen, die nicht jederzeit herbeirufbar sind (sich also der menschlichen Kontrolle und Machtausübung aus freiem Willen entziehen können):  entweder, man gehört zu denen, die einen gesehen haben oder aber man gehört zu jenen, die keinen gesehen haben. Nach guter alter naturwissenschaftlicher Tradition der Empirie ist „hinlänglich bekannt“ das ein Zeuge ausreicht. Nach guter alter naturwissenschaftlicher Tradition beugte sich sogar der „Alleszertrümmerer“ Kant (hier aus einem Spiegelartikel von 1974) den Fakten:

Gleichwohl, auch einige Rationalisten blieben im Zweifel. Sogar Immanuel Kant, der „Alleszertrümmerer“, rätselte darüber, wie es dem schwedischen Ingenieur Emanuel Swedenborg an einem Abend des Jahres 1759 gelingen konnte, von Göteborg aus einen in Stockholm stattfindenden Großbrand „fernzusehen“.

Kant lehnte jede Form von „Geisterseherei“ aus guten Gründen ab, in der Welt des Rationalismus hat Empirie aus methodischen Gründen nichts verloren – aber die Welt des Rationalismus ist nicht die Welt selbst, sondern nur das Kategorienraster,  durch das die Menschen „Welt“ betrachten. Über seine Erfahrungen mit Swedenborg schrieb Kant 1766 ein eigenes kleines Werk: Träume eines Geistersehers.

Er beschreibt dort auch die „Modes des Unglaubens“, die zur damaligen Zeit politisch wichtig und deshalb per Vernunft geboten war. In Zeiten, wo die Kirche als Weltmacht hinter den Thronen stand und jede widersprüchliche Glaubenslehre als „Geheimnis des Glaubens“ postulieren konnte, war es unverzichtbar, sich im Widerstand gegen weltliche Mächte ein heiles Reich der Vernunft zu schaffen, um nicht durch „Träume eines Geistersehers“ lenkbar zu werden. „Hellsichtigkeit“ als empirische Beobachtung stand da der Vernunft im Wege.

Heute sind wir weiter … eigentlich. Heute wissen wir über die Einflüsse des Mondes auf Psyche und Natur … und manche Passagen des Seher Swedenborg könnten heute von den neuen Predigern der Metaphysik kommen: den Quantenphysikern (hier bei Kant:)

Ein Hauptbegriff in Schwedenbergs Phantasterei ist dieser: Die körperliche Wesen haben keine eigene Subsistenz, sondern bestehen lediglich durch die Geisterwelt; wiewohl ein jeder Körper nicht durch einen Geist allein, sondern durch alle zusammengenommen. Daher hat die Erkenntnis der materiellen Dinge zweierlei Bedeutung, einen äußerlichen Sinn, in Verhältnis der Materie aufeinander, und einen innern, in so ferne sie als Wirkungen die Kräfte der Geisterwelt bezeichnen, die ihre Ursachen sind. So hat der Körper des Menschen eine Verhältnis der Teile untereinander nach materiellen Gesetzen; aber, in so ferne er durch den Geist, der in ihm lebt, erhalten wird, haben seine verschiedene Gliedmaßen und ihre Funktionen einen bezeichnenden Wert vor diejenige Seelenkräfte, durch deren Wirkung sie ihre Gestalt, Tätigkeit und Beharrlichkeit haben.

Wenn es denn Materie nicht gibt, die Welt der Formen und Farben nur Illusion ist, so werden wir irgendwann zu der Frage stoßen: welche Kraft hält das alles zusammen?

Nun, Swedenborgs Geister- und Höllenvisionen haben mich nie sonderlich interessiert – was vielleicht ein Fehler ist. Die Vorstellung von Wesen (Engeln wie Teufeln) die aufgrund ihrer natürlichen Beschaffenheit in der Lage sind, „Eigenrealitäten“ zu bilden, fand ich jedoch für jemanden in der Mitte des 18.Jahrhunderts sehr fortschrittlich, da „Eigenrealitäten“ ein abstrakter Begriff ist, der wir uns erst durch die Physik der letzten Jahre faßbarer erscheint. Und die Vorstellung, das nur jene in der Hölle landen, die selbst dort hineinwollen, fand ich sehr beruhigend – und irgendwie auch überzeugend.

Wir schreiben aber nun nicht mehr das 18. Jahrhundert in dem sich die Welt von der Kirche emanzipieren mußte, wir schreiben das 21. Jahrhundert, in dem man wissen können müßte, das die Sichtung von „Yetis“ mit der „Mythologie“ nichts zu tun haben. Trotzdem finden sich noch Anhänger der „Mode des Unglaubens“. Die Welt der Mythologie ist die Welt der Schöpfungsgeschichten, der Sagen und Legenden. Die Welt der Yetis ist die Welt der Biologie – bzw. die Frage, ob es noch große Tierarten in der Welt gibt, die in geringen Populationen leben.

Das sind zwei ganz verschiedene  Felder. Mit dem Yeti ist es wie mit dem Riesentintenfisch, der lange Zeit als „Mythos“ verächtlich gemacht wurde, bis er im britischen Museum hing. Es gibt keinen Grund für Spott oder Hohn, was die Yetiforschung betrifft – es sei denn, man hält Mode für Wissenschaft.

In der Waldregion, die nun untersucht werden soll, wurden im Laufe der Zeit 400 Sichtungen des mysteriösen Wesens registriert. Demnach ist die Kreatur größer als ein Mensch, geht aufrecht und ist von Kopf bis Fuß mit Haaren bedeckt.

So berichtet der Spiegel weiterhin. 400 Sichtungen sind eine Menge. Grund genug, mal zu schauen, ob es sich um eine neue Bärenart handelt – oder um eine alte Bärenart und ungenaue Beobachtung. Oder um die Kleinpopulation eines seltenen Großtieres, von denen man heute immer noch einige findet.  Seit dem mit dem Quastenflosser ein angeblich schon vor den Dinosauriern ausgestorbener Urahn alle Landlebewesen fröhlich schwimmend in den Weltmeeren gefunden wurde, würde es mich nicht wundern, wenn jüngere Vertreter seiner Art auch im Loch Ness schwimmen. Es wäre im Prinzip nicht unvernünftig….nur unmodern.

Die Mode des Unglaubens selbst könnte man heutzutage noch tolerant akzeptieren, wenn sie nicht … eine ganz häßliche politische Schattenseite hätten. Ignoranz, Dogmatik, Ideologie, Intoleranz, die im wissenschaftlichen Bereich noch existieren können ohne großen Schaden anzurichten (aber auch keinen großen Nutzen bringen), werden außerhalb der wissenschaftlichen Sphäre ganz schnell ganz häßlich, hier laut Spiegel:

Belgrad im Ausnahmezustand: Tausende rechtsextreme und nationalistische Randalierer lieferten sich in der serbischen Hauptstadt Straßenschlachten mit Polizisten. Diese versuchten den ersten Umzug von Homosexuellen seit neun Jahren zu schützen – Dutzende Menschen wurden verletzt.

In Polen laut Welt:

Der Zug durch Warschau wurde begleitet von rund 2000 Polizisten, die die Teilnehmer vor möglichen Angriffen von Rechtsextremen oder ultrakonservativen Katholiken schützen sollten. Beide Gruppen hatten Gegendemonstrationen angekündigt. Vereinzelt wurden Eier und Flaschen auf Teilnehmer geworfen. Nach Polizeiangaben wurden acht Menschen festgenommen, weil sie Polizeibeamte angegriffen hatten. Beim Marsch durch die polnische Hauptstadt trugen die Gegendemonstranten unter anderem Transparente „Perverse nach Berlin“.

„Es ist hinlänglich bekannt, das Schwule pervers sind und das der natürliche homosexuelle Mann ins Reich der Mythologie gehört“. Homosexualität als Krankheit … das bricht sich wieder Bahn, hier ebenso wie in den USA. Dahinter steckt der gleiche Geist, der Yetiforscher verspottet: der Mensch mit Gier nach Macht.

Im 21. Jahrhundert stehen wir vor einem Trümmerhaufen, den uns das naturwissenschaftliche Weltbild gebracht hat. Umweltkatastrophen (mit einen drohenden Rekordwinter 2010/2011, den viele Hartz IV-Abhängige dann wohl diesmal wirklich nicht überleben werden) ,  Umweltgifte, Atombomben, Artensterben … die Liste der Vernichtungen ist schier unendlich lang. Zeit sich mal Gedanken darüber zu machen, was denn da schief gelaufen ist, wie denn aus der harmlosen und begrüßenswerten vernünftigen Beobachtung und des ruhigen Studiums der Natur eine Vernichtungsmaschinerie derselben werden konnte … oder wollen wir lieber weiter in den sicheren Untergang ein überbevölkerten, waffen- und giftverseuchten Welt marschieren, weil die Mode des Unglaubens es uns befiehlt?

Es ist Zeit, sich zu Fragen, was denn da schief gelaufen ist … in nur 150 Jahren. Zeit, einfach mal die Frage nach dem letztendlichen „Nutzen“ von Naturwissenschaft zu stellen – was man heutzutage auch tun kann, ohne gleichzeitig die Kirche wieder aus dem Sack der Geschichte hervorholen zu müssen.

Was die Herrscher der Welt am Yeti, am UFO, an der Telepathie stört ist … es sind Objekte menschlicher Wahrnehmung, die nicht ihrer Kontrolle unterliegen. Sie stellen die Allmacht ihres Gottes in Frage, mit dessen Hilfe sie über die Menschheit herrschen … und der auch Quell für viele wunderbare renditefreundliche „Sachzwänge“ ist.

Deutet mein Gott „Naturwissenschaft“ den Menschen als Tier, so kann ich die Population in Auschwitz logisch und vernünftig mit Gas reduzieren, das gleiche gedankliche Prinzip gebar im Nachkriegsdeutschland das Sozialmonster Hartz IV: Massentierhaltung in Zeiten (künstlich hervorgerufener) knapper Ressourcen – solche Vergleiche dienen auch nicht der Verharmlosung des Nationalsozialismus, sondern lediglich der Verhinderung seiner (bevorstehenden und laufenden) Wiedergeburt, die in Deutschland mit großen Schritten voranschreitet und die neuen „Juden“ trifft: die Arbeitslosen, denen nicht nur der billige Wohnraum weggenommen wird sondern auch noch (laut Spiegel) der Artzbesuch unmöglich gemacht:

Um die Kosten im Gesundheitssystem zu senken, sollen Patienten laut Gesundheitsminister Rösler ihre Rechnung selbst bezahlen – und das Geld dann von der Krankenkasse erstattet bekommen. Der Chef der Kassenärzte hält das für richtig.

Es ist das gleiche Denkprinzip, das auch Ausschwitz errichtete: Das Kosten/Nutzendenken der Tierhaltung auf den Menschen übertragen. Rationalismus ohne Religion wird schnell gefährlich, das wußte schon Kant. Er findet keinen Halt in der Welt und hat keine eigenen Werte, wähnt sich aber selbst von allem gefährdet, was er sich nicht Kraft seiner Gedanken selbst erschließen kann und was seinen jeweiligen aktuellen Modewerten wiederspricht. Es sind aber nur … Modewerte, keine „ewigen Werte“.

Wie anders würde die Welt aussehen, wenn wir uns  – nur um ein Beispiel zu denken – eher an Swedenborg denn an Kant orientiert hätten … möglicherweise wäre schon jeder Mensch soweit, das er Kraft seine Willens seine eigenen Realitäten schaffen könnte. Wen sollte das schon stören?

Seltsamerweise die gleichen, die auch den Yeti lächerlich machen. Aber vielleicht ist das gerade die Wahrheit, die die Reichen und Mächtigen vor uns verbergen wollen: jene Fähigkeiten, die wir erlangen, wenn wir 100% unsere Gehirnkapazität nutzen können. Dann würde ja niemand mehr Macht über Menschen ausüben können … und das wäre für gewisse Charaktere schlimm.

Es ist weder wünschenswert noch notwendig, das man nun den naturwissenschaftlichen Modeglauben durch esoterischen Modeglauben ersetzt.  Aber ich denke es ist notwendig und wünschenswert, bevor aus verständlichen und vernünftigen Sachzwängen die nächsten Hassorgien angesagt werden und neue Leichenberge zeugen, mal das grundsätzliche Übel anzugehen: den naiven und primitiven Glauben an die Allmacht rationaler Vernunft … denn es ist ebenso unvernünftig an den Yeti zu glauben wie den Schwulen am Leben zu lassen.

Ein Werkzeug ist kein Wert an sich … und es mutet schon fast wie ein Zaubermärchen an, das die Menschen sich aus der Flucht vor der kalten und mitleidlosen Bestialität ihres Werkzeuges wieder in die Arme der Kirche flüchten müssen – und alles wieder von vorn beginnt. Aber vielleicht wählen die Menschen gerade deshalb wundersame Auswege:

Die mächtigste Frau der Welt ist laut „Forbes“ Michelle Obama, in Großbritannien dagegen hat die einflussreichste Dame nichts mit Politik am Hut: Die Rangliste wird von Joanne K. Rowling angeführt, Autorin der Harry-Potter-Saga.

Die Harry-Potter-Saga ist in vielerlei Hinsicht eine Sage von … „Eigenrealitäten“.  Ich schätze sie nicht, weil man (wie auch im „Herrn der Ringe“, in dem „Star Wars Mythos“, der „Matrix-Sage“ oder den vielen Vampirlegenden) sehr vorsichtig auf das Element des „Herrenmenschentums“ in jenen Geschichten achten muß, was bei ihr durch die Einführung des minderen „Muggel“ (unmagische Normalmenschen) schon einen finstereren Beigeschmack hat, aber das eine Zauberbuchautorin als einflußreicher gilt als die Spitzen der Gesellschaft … das hat was freundliches. Was sehr freundliches.


Die Vernunft – ein Werkzeug der Vernichtung und … der Garten Findhorns

Massenmörder sind unter Umständen extrem vernünftige Menschen. Natürlich stellt sich in uns erstmal alle quer wenn wir so etwas hören. Vernunft hat uns die Demokratie gebracht, Vernunft hat uns die Wissenschaft gebracht, die Aufklärung – und das stimmt ja auch alles. Vernunft hat uns auch Auschwitz gebracht, die Atombombe, die Umweltzerstörung und die Innenweltzerstörung. Vernunft bringt RTL dazu, den Nachmittag mit folterartigen Sendeformaten zuzustopfen, Vernunft gebietet die Kürzung des Regelsatzes auf 121 Euro sowie die Begrenzung seiner Bezugsdauer auf fünf Jahre.  Vernunft führt dazu, das wir Rentner als „Soylent Green“ vermarkten und unser Heil im Weltall suchen werden – dabei haben wir schon ein sehr komfortables Raumschiff namens „Erde“, wir fühlen uns hier nur – vernünftigerweise – nicht mehr so wohl.

Vernunft gebietet die Aufstellung von Atomwaffen und die Planung eines Präventivschlages, Vernunft gebietet Völkermord bei Raummangel und die Erfindung immer perfiederer Massenvernichtungswaffen. Letztlich … empfiehlt Vernunft sogar die Eleminierung des Menschen selbst, der wie eine Krankheit die Erde befallen hat.  Bilderbergerführer Prinz Bernhard von den Niederlanden wollte ja bekanntermaßen als ein solcher wiedergeboren werden. Strikt vernünftig.

„Handele vernünftig“ … sollte als Aufruf  eigentlich schon wegen Verdachts auf Vorbereitung einer Straftat verboten werden.

Somit ist es auch nicht „Gier“ oder „Dummheit“, die uns die Wirtschaftskrise eingebrockt hat, sondern die reine Vernunft. Mal ehrlich: ohne Vernunft fünfundzwanzig Prozent Rendite – das klappt nicht.  Dafür muß man sich schon was einfallen lassen.

Dabei waren wir mal so stolz auf unsere Vernunft, bei Wikipedia findet man was, was die allerdings selbst noch für verbesserungswürdig halten:

Mit Vernunft als philosophischem Fachbegriff wird die Fähigkeit des menschlichen Geistes bezeichnet, von einzelnen Beobachtungen und Erfahrungen auf universelle Zusammenhänge in der Welt zu schließen, deren Bedeutung zu erkennen und danach zu handeln – insbesondere auch im Hinblick auf die eigene Lebenssituation (vgl. Nous). Die Vernunft ist das oberste Erkenntnisvermögen, das den Verstand kontrolliert und diesem Grenzen setzt bzw. dessen Beschränkungen erkennt. Sie ist damit das wichtigste Mittel der geistigen Reflexion und das wichtigste Werkzeug der Philosophie. Dieses als Diskussionsgrundlage immer noch maßgebliche Verständnis von Vernunft steht in der Tradition der Philosophie Immanuel Kants.

Natürlich gibt es Vernunft auch als „Weltgeist“ und „Lieben Gott“ … doch das paßt nun überhaupt nicht in unsere Zeit.

Noch schlimmer wird es, wenn wir uns in das Gebiet der Kleingeisterei begeben und Verstand von Vernunft trennen, nachher noch den „gesunden Menschenverstand“ hinterherschieben – nur um die Heiligkeit der Vernunft zu retten.  Wir brauchen aber im Jahre 2010 die Heiligkeit der Vernunft nicht mehr zu retten, dreihundert Jahre Vernunft haben genug Ergebnisse gezeitigt, das sogar der gesunde Menschenverstand versteht, das es mit der Vernunft nicht weit her sein kann.

Die Theorie, das uns reine Vernunft ins irdische Paradies führen wird, ist leider an den Verhältnissen gescheitert und an etwas, was Kant selber schon erkannt hatte: Vernunft hat in sich keine Moral. Sie kann Grundlage einer Ethik sein, die aber in sich sehr unstabil ist. Nur hat sich Kant keine großen Sorgen um diesen Tatbestand gemacht, da es ja einen Sicherungemechanismus gab: die Religion bzw. die Gewissheit der Existenz Gottes und die Ewigkeit der menschlichen Seele. Mit diesen Sicherheitsmechanismen ausgestattet konnte sich Kant selbst dann nach getaner Arbeit ruhig zur Ruhe betten.

Je mehr dieser Sicherheitsmechanismus verschwindet, umso unmoralischer werden wir.  Auch das ist aber sehr vernünftig. Wenn ich mein Leben mit der Überzeugung lebe, das es mit dem Tod endgültig aus und vorbei ist, dann brauche ich ganz viel Geld, um zwischen Geburt und Tod so viel wie möglich erleben zu können, damit es sich auch gelohnt hat.  Rücksicht auf meine Mitmenschen sollte ich da nicht nehmen, dafür gibt es keinen vernünftigen strategischen Grund, nur einige taktische – sie könnten sich wehren. Somit ist es auch hier geboten, für eine Zeit lang ein halbwegs befriedigendes Sozialsystem zu schaffen … jedenfalls solange, wie man die Rache der Verlierer noch zu fürchten hat.

Kant konnte sich das nicht vorstellen, das Menschen mal derart entwickeln, sonst hätte er sicher seine Betrachtungen revidiert und seine „Schrift zum Ewigen Frieden“ wäre nicht so optimistisch ausgefallen, denn der sollte nach dem Zusammenbruch der letzten Kontrahenten des kalten Krieges eigentlich unaufhaltsam vor der Tür stehen – nur merken wir gerade: das Gegenteil ist der Fall.

Vernunft ist ein Werkzeug – aber nicht nur ein Werkzeug der Philosophie. Sie ist generell nur ein Werkzeug.  Sie zeigt mir an, wie ich von A nach B komme. Besonders drollig wird es, wenn das Erkenntnisinstrument sich selbst mit aller Strenge selbst beurteilt: das führt automatisch zu dem Philosophen der sitzenbleibt wo er gerade saß und vernünftigerweise verdurstet und verhungert. Die Kritikfähigkeit des Werkzeuges Vernunft ist größer als ihre Fähigkeit, Wahrheiten zu schaffen.  So kann sie – vernünftigerweise – noch nicht einmal die Existenz der sinnlichen Wahrnehmung oder des sinnlich Wahrgenommenen beweisen – Generationen von Philosophen haben sich an dem Tisch, der vor ihnen stand, gedanklich die Zähne ausgebissen. Da es Sinnestäuschungen gibt, können wir vernünftigerweise nicht sagen, wann diese Sinne getäuscht werden und wann nicht.

Das hätte zu viel Weisheit, Bescheidenheit und Ruhe im Leben führen können. Stattdessen haben wir (oder sagen wir besser: gewisse Kreise) die Vernunft entfesselt, sie von einem Erkenntnisinstrument zu einem Herrschaftsinstrument gemacht: mit bekannten Folgen.

Für die Vernunft gibt es kein „gut“ und „böse“, deshalb urteilt sie milder – auch wenn Israelis Menschen auf Hilfskonvois erschiessen. Anders als der Hass (der angesichts dieser Aktion mal wieder rundherum ausbrach), fragt die Vernunft: wie kann es dazu gekommen sein. Ihr Ziel ist es, die Funktionsweise von Gewalt zu verstehen, damit solche Ereignisse verhindert werden können … und das dauert, wie unsere Gerichtsprozesse zeigen, zuweilen ziemlich lange. Auch wenn nicht jedes Gerichtsurteil vernünftig ist – die Methodik ist es schon.

Im Rahmen der Erkenntnis funktioniert Vernunft immer noch sehr gut und könnte ich Werk tun, wenn nicht … deutlich erkennbar andere Kräfte am Werk sind, die jeder kennt aber über die nicht gesprochen werden darf, da sie mit einem Tabu belegt worden sind.

Einfach mal morgen auf die Hauptstraße stellen und laut davon predigen, das man a) Gott gesehen hat, b) mit kleinen grünen Männchen einen Rundflug zum Mars gemacht oder c) regelmäßig mit Naturgeistern tanzt – man wird sehen, aus welcher Ecke vehemente Kritik kommt. Seltsamerweise aus der Ecke jener Menschen, die Vernunft für sich gepachtet haben – die Naturwissenschaftler, die Juristen, die Wirtschaftswissenschaftler, die Politiker …. und wir merken schnell: hier geht es gar nicht um Vernunft, hier geht es um Macht – wie bei der Entfesselung der Atomkraft.

Vernunft als Erkenntnisinstrument aus seinen natürlichen Verankerungen gerissen, kann ähnliche Folgen haben wie ein gespaltenes Atom. Sie erlaubt uns, die Grundfesten einer Natur auseinanderzunehmen, die wir überhaupt nicht verstehen. Und immer … müssen wir dazu die Natur zerstören. Wir müssen die Leichen zerschneiden – das war der Beginn der Medizin. Und wenn gerade keine frischen Leichen da sind, dann … triffts eben einen Obdachlosen, der schnell zur frischen Leiche wird. Im Dienste der Wissenschaft spielt das keine Rolle, ist nur vernünftig, so zu handeln.

Bin ich als Arier im Kampf mit dem weltweiten allmächtigen Judentum, so muß ich die Juden vernünftigerweise isolieren so wie es die US-Amerikaner mit den Japanern getan haben. Gehen mir dann Kugeln und Essen aus, so zeigt mit die Vernunft Wege auf, wie ich eine Endlösung erzielen kann.  Bin ich als Moslem mit einer sündigen Frau konfrontiert, so greife ich vernünftigerweise zum Stein. Kommt eine fremde Flotte in meine Hoheitsgewässer und ich will sie dort nicht haben, dann versenke ich sie mit Mann und Maus. Arbeiten mir die Bürger zu langsam und zu unfolgsam, so bastel ich mir eben eine Peitsche in Form der Agenda 2010.

Alles strikt vernünftig.

Das haben auch die Väter der Allgemeinen Menschenrechte gesehen. Angesichts der verheerenden Folgen des Zweiten Weltkrieges haben sie etwas sehr Unvernünftiges getan: sie haben Wahrheiten gesetzt.  Sie haben erkannt, das Vernunft keine Werte schafft und selbst schrecklich mißbraucht werden kann, wenn die Ziele politischer, wirtschaftlicher oder technischer Natur sind. Darum haben sie Regeln geschaffen, die anstelle göttlicher Gebote gestellt worden sind und als absolut unhinterfragbar gelten: die Allgemeinen Menschenrechte. Darüber sollte nie wieder diskutiert werden – was recht unvernünftig ist, aber trotzdem heilsam und erlaubt.

Die Vernunft nun …. ficht die Menschenrechte seit ihrem Bestehen an. Es ist reinweg nur der Glaube der Menschen, der ihnen Kraft und Macht gibt, der Vernunft stehen sie oft genug im Wege herum.

Das läßt mich persönlich mit Erscheinungen wie der Agenda 2010 hadern – und auch die Verdoppelung des Regelsatzes würde mich als Kritiker nicht beruhigen: die Agenda 2010 stellt die Menschenrechte … aus ganz vernünftigen Gründen … in Frage und schränkt sie ein. Die Allgemeinen Menschrechte stehen aber auf einer sehr wackeligen Basis, sie sind nicht seit Millionen von Jahren in Stein gemeißelt noch verkündete sie eine intergalaktische Supermacht mit Waffengewalt vom Himmel herab: sie stellen die unter Schock geborenen Notregeln da, die niemals verletzt werden dürfen, da jede ihrer Verletzungen nach Überzeugung (und Erfahrung) der Unterzeichner der Erklärung der Menschenrechte letztendlich direkt in die Hölle  Ausschwitz führt – vernünftigerweise … früher oder später.

Darum war ihnen die Freiheit des Glaubens so wichtig. Jeder muß glauben dürfen, was ihm gefällt. Und darum sind Menschen, die „alle Ufo-Gläubigen für Spinner“ halten, Feinde der Menschenrechte, obwohl sie sich selber wahrscheinlich für große Verfechter der Vernunft und der Aufklärung halten.

Die Vernunft selbst als Erkenntnisinstrument interessiert sich nicht für Ufos, Geister, Götter, Naturgeister wie jene in Findhorn, die die Kohlköpfe so riesig werden ließen, das sie damit weltweit Aufsehen erregt haben, ohne das das naturwissenschaftlich jemals geklärt worden wäre.  Vernunft hat kein Vorurteil und ist emotionslos wie ein Hammer. Mit dem kann ich auch Häuser bauen oder Köpfe einschlagen.  Ein Beispiel? Nehmen wir dieses Findhorn:

Bald ein halbes Jahrhundert ist es her, dass auf einem windigen Campingplatz an einem schottischen Meeresarm ein botanisches Wunder registriert wurde: Riesige Kohlköpfe und Gurken gediehen auf dem unfruchtbaren Boden, Blumen blühten auf das üppigste. Die Gärtner schrieben den Erfolg ihrer spirituellen Beziehung zur Natur und den Pflanzengeistern zu. Auch Wissenschaftler fanden keine bessere Erklärung. Heute ist Findhorn die größte alternative Gemeinschaft Schottlands – mit Gästen aus aller Welt. Auf dem Programm des Findhorn-Colleges stehen – neben der Kommunikation mit der inneren Stimme – Themen wie ein klima-neutrales Leben und die globale Umweltkrise. Ganzheitliches Leben im Findhorn-Stil ist auf einmal hochaktuell geworden.:

Quelle: SWR.de

Wie oft werden wir angesichts dieser Geschichten (die in diesem Fall auch wissenschaftlich nur als „Wunder von Findhorn“ bezeichnet wurde) die Klage hören, es würde sich hierbei um unvernünftigen Unsinn handeln?

Dabei … ist das kein Feld für Vernunft, das ist ein Feld für Glauben. Vernunft sagt lediglich: wenn Naturgeister bei der Landwirtschaft helfen können, dann ist es in Ordnung, sie einzusetzen. Sie fällt aber kein Urteil über Existenz oder Nichtexistenz von Naturgeistern und der Möglichkeit der Kommunikation mit ihnen.  Wer hier Urteile fällt ist (und hier wiederum vernünftigerweise) jener, der konkrete politische oder wirtschaftliche Interessen an einem ganz speziellen Weltbild hat.

Fragt man sich jetzt, welches Weltbild maximalen Konsum fördert … so finden wir hier vernünftigerweise wieder eine Lösung und erhält eine eindeutige Antwort. Setzen wir anstatt der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte nun Maximierung des  Pro-Kopf-Verbrauches (sprich Aufschwung und Wachstum) ein, so wissen wir, warum alles gerade so läuft wie es läuft.  Lange Zeit können übrigens beide gesetzte Werte problemlos nebeneinander herlaufen, erst, wenn die Ressourcen knapper werden, frisst der Aufschwung die Menschenrechte. Das erleben wir gerade.

So etwas sollte man schon bedenken, wenn Politiker, Wirtschaftler und Techniker wieder mit ihren „vernünftigen Argumenten“ kommen. Vernunft ist … sehr sehr relativ und macht vor Massenmorden nicht halt.

Und der technische Fortschritt, den sie uns gebracht hat … sollen wir den auch verurteilen?

Das fällt schwer. Wenn wir die Kräfte, die wir durch unzweckmäßigen Gebrauch der Vernunft entfesselt haben, beherrschen, dann ist das alles ganz in Ordnung. Vernichten wir dadurch irgendwann die Lebensgrundlagen der Menschheit komplett, dann war das nicht in Ordnung.  So einfach ist das. Wie es momentan ausschaut, haben wir Probleme, die entfesselten Gewalten wieder in den Griff zu bekommen.  Das wäre dann … Pech für uns.


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