Vernunft

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Legislatur Achtzehn

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Die Existenz Gottes und der Sinn des Lebens: Spiegel-online im Einsatz

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Montag, 28.12.1015. Eifel. Nun – es gibt aktuell viele spannende Themen, zu denen Position außerhalb von Eigeninteresse bezogen werden sollte, doch aktuell gibt Deutschlands führendes politisches Nachrichtenmagazin die Themen vor: „Glaube und Wissenschaft – gibt es Gott?“.  Diese Frage hatte die griechische Philosophie lange vor Christus erschöpfend behandelt, aber das ist ja kein Grund, sie nicht einfach jedes Jahr nochmal zu stellen. Sie mögen jetzt meinen: die Entsendung von deutschen Awacs in die Türkei ist aber doch viel wichtiger, diese Maschinen sind entscheidend für die Erlangung der Luftüberlegenheit in einem Gebiet – doch glauben Sie mir: Sie irren. Wir werden recht schnell in ein Gebiet vorstoßen, dass hochpolitisch ist, ja, unsere Probleme überhaupt erst produziert – versprochen.

Zwei Menschen wurden zur Führung dieser Debatte aufgerufen – der eine ein Astrophysiker, der andere in Pastor. Schon weiß man, dass man diese Debatte gar nicht mehr zu verfolgen braucht: hier diskutiert ein Fachmann für Tiefseefische mit einem Flötisten über die Reparatur meines Autos, das Ergebnis ist von vornherein klar: die Karre bleibt stehen.

Ich weiß wenig über „Gott“ – außer vielleicht, dass wir ihn besser „Vater/Mutter-Kosmos“ nennen – so hat Christus ihn genannt, das wäre eine korrekte Übersetzung aus dem Aramäischen, seiner Muttersprache. „VAMUKO“ hört sich aber doof an – also bleiben wir bei dem Arbeitsbegriff „Gott“ – aber ich kann Ihnen sagen: mit absoluter Sicherheit ist er nicht ein Teilchen der Natur. Weder das stärkste Teleskop noch das größte Elektronenmikroskop werden ihn auffinden können – was soll ich also mit einem Naturwissenschaftler über dieses Thema reden? Sobald einer von denen sein Fachgebiet verläßt (genau gesagt: physikalische Theorienbildung), ist er ein Scharlatan, der Aufgabe und Ziel seines Schaffens nicht begriffen hat – es ist jemand, der nach MACHT trachtet, Macht über Menschen, im Rahmen der Naturwisenschaft sogar Allmacht über Menschen. Was daraus wird, haben wir schon gelernt: Auschwitz ist die direkte Folge lieblosen naturwissenschaftlichen Denkens. Nun schauen Sie nicht so: wenn wir dieses kalte Denken nicht aus den Kreisen menschlicher Entscheidungen verbannen, ist „Auschwitz“ für alle Ewigkeiten das erprobte Muster für den Umgang mit unerwünschten Personen. Hören wir doch mal diesem Naturwissenschaftler zu:

„Einen Sinn des Lebens gibt es nicht, nein. Wir sind durch Zufall hier, wir sind hier, weil Moleküle diesen erstaunlichen Weg von Bakterien zu Elefanten hin zu Menschen eingeschlagen haben, es gibt keine Regeln, wie Moleküle sich verhalten sollen. Es ist erstaunlich, es ist großartig, dass wir hier sind, aber es steckt kein Sinn dahinter. Gefühle sind eine molekulare Interaktion, Hormone führen dazu, dass wir uns gut fühlen oder schlecht.“

Ja – der Weg ist in der Tat erstaunlich. So erstaunlich wie die Tatsache, dass dieser angeblich so chaotische Planet viel Harmonie im Miteinander erzeugt, um überhaupt Leben zu ermöglichen. Die Vorstellung, dass dies alles sich zufällig ergeben hat, ist mutig – in etwa so mutig wie die Vorstellung, dass ich alle Buchstaben einer Druckerei in eine große Wanne packe, diese in die Luft schmeiße und als Resultat dann eine komplette Zeitung auf dem Boden liegen habe. Auch ohne große Kenntnisse in Wahrscheinlichkeitsrechnung können Sie erahnen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass dies geschieht – „Null“ ist da eine recht sichere Wette.

Ja – es geht um Macht – nicht um Vernunft und Weisheit. Es geht um Forschungsgelder und das hemmungslose, ungebremste Ausleben aller Triebe, die gerade über einen kommen – und um eine Philosophie, die dies legitimiert. Unser Professor für Astrophysik weiß dass auch – nicht umsonst kommt er ins Staunen über die Wunder, die seine maschinelle, geistlose Evolution ohne Sinn und Verstand so über Millionen Jahre hinweg geliefert hat. Der Mensch ist wertlos in dieser Philosophie, eine zufällig, sinnlose Kombination von Molekülen, die weg kann, wenn sie stört. Sicher: Eliteatheisten wie Richard Dawkins würden hier argumentieren, dass es sehr wohl einen angeborenen Moralkodex gibt (siehe Richard Dawkins.net): „Der „Gute-Puppe/Böse-Puppe“-Test bei Babys legt nahe, dass uns allen ein grundlegender Sinn für Fairness, Gerechtigkeit und leider auch Bigotterie geboren ist. Die menschliche Moralität kann nicht mit Religion oder dem Fehlen von Religion erklärt werden; dafür ist sie zu komplex.“

Komplex ist sie nur, wenn man ein eingeschränktes Weltbild hat. Schließe ich in meinem Weltbild die Existenz von „Strom“ willkürlich aus, habe ich enorme Probleme, das Glühen meiner Zimmerlampe zu erklären – ja, ich wäre geneigt, es „erstaunlich“ zu finden. Der „eingeborene Sinn für Fairniss und Gerechtigkeit“ ist nichts anderes als das altbekannte „Gewissen“ – jene Instanz, deren Existenz aus dem glühenden Atheisten Clive Staple Lewis einen überzeugten Katholiken gemacht hat (siehe „Pardon, ich bin Christ“ – ein so humorvolles Werk, dass es heute noch verlegt wird). Ich kann mir sogar gut vorstellen, dass wir hier zum eigentlichen Lebenssinn vorgestoßen sind (und zu dem Grund, warum „Gott all´dies Leid zuläßt“): das Gute zu leben trotz der Herausforderungen einer lebensfeindlichen (ergo: bösen) Welt.

Was sagt eigentlich der Herr Pastor dazu?

„Ich widerspreche entschieden. Menschen haben Gedanken und Gefühle. Wie wollen Sie die Selbstwahrnehmung, das Selbstbewusstsein des Menschen mit diesem Modell verstehen? Sicher, jedes Gefühl, jeder Gedanke ist mit einem materiellen Prozess im Gehirn verbunden, lässt sich aber nicht auf diesen reduzieren. Die Frage, wie man sich bewusst zu einem Gegenstand verhält, wie man ihn interpretiert und versteht, geht doch weit über neurophysiologische Reaktionen hinaus“.

Nun: der Herr Naturwissenschaftler kann es nicht verstehen, deshalb staunt er ja. Er gleicht einem Menschen, der jede Schwingung eines Instrumentes bis ins Detail mit mathematischen Begriffen umschreiben kann, Begriffen, die sich dem Schwingungswert des Tones immer mehr annähern, der aber so die Harmonie der Symphonie niemals erlebt – und deshalb messerscharf schließt: da gibt es gar kein Konzert, da sind nur einzelne Töne, die zufällig aufeinandertreffen.

Nun – ich bin kein Pastor, muss nicht eine einzige Religonsform als absolut trefflich verkaufen noch mich wie er auf erstmal rein subjektive Gefühle zurückziehen – ich neige auch eher dazu, die Evangelien psychoanalytisch zu verstehen (wie andere Märchen auch), so wie es Eugen Drewermann getan hat: das tut ihrer  Heiligkeit überhaupt keinen Abbruch. Ich würde deshalb auch anders argumentieren: die Erfahrungen, die wir in der schlecht ausgestatteten, massiv bekämpften und bislang nur rudimentär durchgeführten Nahtodesforschung gemacht haben (exemplarisch seien hier zwei Mediziner genannt Pim von Lommel, ein Kardiologe, der aufgrund seiner Erfahrungen mit wiederbelebten Menschen davon überzeugt ist, dass „Bewusstsein“ nicht an einen Körper gebunden sein muss, oder Dr. med Eben Alexander, der seine eigenen unkonformen und unerwünschten Erfahrungen in seinem Werk „Blick in die Ewigkeit“ veröffentlicht hatte – und vom Saulus zum Paulus wurde), entsprechen den Erfahrungen, die wir aus ältesten religiösen Schriften haben: dem tibetanischen Totenbuch oder dem ägpytischen Totenbuch – um nur zwei zu nennen. In der Bekämpfung der Erfahrungen dieser Menschen wiederholt sich der Kampf um die Sicht der Erde als Scheibe: alle Erfahrungen, die dem „Scheibencharakter“ widersprechen, werden systematisch ausgegrenzt – das die Erde eine Scheibe ist, wird als gottgegeben vorausgesetzt. Wir wissen, wie das ausgegangen ist.

Bewusstsein, dass sich selbst in der Interaktion mit langsam schwingender Energie („Materie“) erfahren will – das wäre ein „Sinn des Lebens“, den auch der Neandertaler, der Elefant und die Mikrobe erfüllen kann – auf unterschiedlichem Bewusstseinsniveau. Mehr brauchen wir auch nicht über ein „Jenseits“ zu wissen – im Gegenteil: zu viel Wissen über die „letzten Dinge“ würde unsere Erfahrungsdimension einschränken – wir modernen Menschen kennen das nur zu gut. Denken Sie nur an sich selbst, wenn Sie ins Kino gehen: Sie wollen gar nicht dauernd an das Studio denken, an den Beleuchter, den Toningenieur, den Kameramann, wollen nicht dauernd reflektieren, warum der Film gerade hier und jetzt geschnitten wurde, noch wie Naturwissenschaftler die Töne und Helligkeitsgrade benennen – Sie wollen eine überzeugende Geschichte genießen, so gruselig sie auch manchmal sein mag (diese Idee führt Richard Bach, der Vater der „Möwe Jonathan“, in seinem Werk „Illusionen“ an).

Zurück zur Naturwissenschaft, die in der stetigen (und ehedem notwendigen) Auseinandersetzung mit der katholischen Kirche selbst zu einem dogmatischen Glaubenssystem wurde, das nicht mehr der Wahrheit sondern (wie ehedem „Religion“) dem Machterhalt der Elite verpflichtet ist. Im Jahre 2015 wird es da mal dringend Zeit, Bilanz zu ziehen – eine kurze Zwischenbilanz nach 200 Jahren Terrorherrschaft.

Sie haben – aus der Sicht eines Metaphysikers und Kosmologen – einen weisen, liebevollen, hochintelligenten Urgrund des Seins (also: eigentlich die pure Essenz von Güte, Liebe und Intelligenz im höchsten Ausmaß) durch etwas anderes ersetzt: einen blinden, dummen, chaotischen, lebensfeindlichen Klumpen mächtigen Matsches, der in seinen Auswirkungen auf die Menschheit die finstersten Dämonen jeder Mythologie bei weitem übertrifft. Das Ergebnis: die Menschheit als solche war noch nie so sehr in ihrer Existenz gefährdet wir jetzt. Durch dümmlichem, überheblichem und grundlosem Herumspielen mit Atomen und der sie zusammenhaltenden Energie wurden Waffen geschaffen, mit denen wir 600 Planeten vernichten können – dabei haben wir nur einen. Ebenso verdanken wir der Spielerei mit Öl einen plastikverseuchten Planeten, dessen Atmosphäre so sehr mit Giftstoffen zersetzt ist, dass das gesamte Klima in Gefahr ist. Unsere Nahrung ist überwiegend nur noch optisch ok, der Gehalt der Speisen sinkt beständigt – trotz „überlegener“ Naturwissenschaft, dafür steigen die Krebsraten kontinuierlich an – und vor allem der Geist des Menschen nimmt in der Maschinenwelt großen Schaden: 2030 werden Depressionen in den reichen Industriestaaten (also jenen, die mit „naturwissenschaftlicher Kultur“ die meisten Erfahrungen haben) Volkskrankheit Nr. 1 sein (siehe Ärztezeitung), ebenso verarmt die Vielfalt des Lebens zusehends von Jahr zu Jahr – das Artensterben nimmt rapide zu (siehe Unric).

Und die andere Seite, die „gottgefällige“ Welt? Kennen wir historisch noch nicht, wurde von den Priestern der Macht bislang immer untergraben. Wir werden sie aber kennenlernen, in Zukunft: es wird die Welt der planetaren Zivilgesellschaft sein, auf die uns unsere Vernunft (und unser Gewissen) automatisch hinführen wird, eine Welt, in der Liebe, Weisheit und Intelligenz einen höheren Stellenwert als Mathematik, Eigenkapitalrendite oder physikalisch messbare Leistung haben werden.

Ach ja: die Messbarkeit. Ich schätze naturwissenschaftliche Methodik ohne Weiteres: immerhin war es die Philosophie, die sie in die Welt gesetzt hat. Um sich in der Welt zurecht zu finden und sich gegen ihre Unannehmlichkeiten durchzusetzen, ist sie recht nützlich – es hilft ungemein, zu wissen, dass Feuer Wasser zum Kochen bringt – und nicht etwa Schnee. Was die (undogmatische) Naturwissenschaft von einer Kraft fordert, um sie anzuerkennen, ist „Wirkung“. Hat nun die Kraft „Gott“ Wirkung? Nun – zumindest auf ein Element der beobachtbaren Welt: den Menschen. Ich könnte nun auf die Welt der Altväter verweisen, jener Menschen, denen das Erleben Gottes so wichtig war, dass sie sich in abgelegene Wüstenhöhlen jenseits allen imperialen Treibens zurückgezogen haben (wie „Weise“ in allen bekannten Kulturen zuvor) und in der Lebensfeindlichkeit der Wüste mehr Leben fanden als im Trubel des Stadtlebens, doch diese Altväter, Urväter aller christlichen Mönchsorden, sind bei Google kaum bekannt. Bekannter ist Anselm Grün, ein noch lebender Mensch und Mönch, der viel Erfahrung mit Gott gemacht hat – was einzigartige (aber in jenen Kreisen normale) Wirkungen gezeigt hat (siehe Süddeutsche):

„Wenn ich unterwegs zu meinen Vorträgen bin, genehmige ich mir manchmal einen Cappuccino in der Raststätte. Das ist mein Luxus. Aber ich gebe keine 50 Euro Bargeld im Monat aus.“

Sagt ein Mann, der ein Vermögen von 100 Millionen Euro hätte haben können – doch es gibt da etwas, was ihm wichtiger war. Er spekuliert im Übrigen auch sehr erfolgreich an der Börse – doch bleibt bei seinen fünfzig Euro im Monat. Sein Geheimnis? Alles Sehnen und Streben, alle Bedürfnisse des Menschen, die über das bloße funktionieren des Körpers hinausgehen, entstehen nur aus einem tiefen Loch, dass durch die Entfremdung von Gott entsteht – einem Loch, das wir verzweifelt mit Sondermüll füllen, der das Leben das ganzen Planeten vernichtet. Ist diese Entfremdung überwunden, schrumpfen die Bedürnisse gewaltig zusammen.

Fragen Sie ihn mal nach dem Sinn des Lebens – er hat da eine deutliche Antwort:

„Das eigentliche Ziel meines Lebens besteht nicht darin, möglichst viel zu leisten, sondern darin, meine ganz persönliche Lebensspur in diese Welt einzugraben. Und um diese Spur zu entdecken, brauche ich Zeit und Stille“. (aus A. Grün, 365 Tagesimpulse, Herder 2012, Seite 101).

Und ein bedingungsloses Grundeinkommen – aber das ist ein anderes Thema … obwohl wir gerade damit in die Welt der Politik zurückkehren. Wir werden aber noch einen kleinen Schlenker machen, ein wichtiges Korrektiv einbauen, einen wichtigen wissenschaftlichen Schritt vornehmen – und die Frage nach dem Nutzen stellen … es gibt eine ganze philosophische Schule, die sich damit beschäftigt, doch die braucht uns nicht interessieren, wir bleiben auf dem Boden. Entscheiden Sie selbst: welche Philosophie bringt Ihnen und Ihrem Leben das höchste Maß an Glück, welcher kosmologische Rahmen fördert ihr Glück – welcher hemmt es? Ist es die Kosmologie eines blinden, dummen Idiotengottes, der Sie durch zufälliges Herumspielen mit Materie aus Versehen erschaffen hat (das ist die moderne Version, für die es kaum Belege aber viele Theorien gibt) und genug Rechtfertigung gibt, „unwertes Leben“ in Massen zu vernichten – oder ist es die Kosmologie eines weisen, liebevollen, intelligenten Gottes (… immer im Sinne von „Vater/Mutter-Kosmos“), der seine geliebten Kinder eine Weile auf dem Pausenhof Erde herumtollen läßt (das ist eher die Vision, die sich aus den Berichten von jenen speist, die von dem Tode zurückgekommen sind – und es ist die Vision, die die Existenz unseres Gewissens hinreichend erklärt) und den Sie in der Stille und Einsamkeit der Wüste persönlich kennenlernen (oder eher: spüren) können?

Sie werden sich entscheiden müssen.

Unsere Unkenntnis in diesen Dingen ist der Preis, den wir für dieses Leben bezahlen müssen – und unser Sinn, unser Verstand, unsere Denkkategorien sind auch zu beschränkt, um das Konzert in seiner Gänze verstehen zu können: soviel hat die Philosophie als Mutter der modernen Naturwissenschaft schon verstanden. Diese „Entscheidung“ ist alles, was Gott von Ihnen verlangt – und selbst ohne sie können Sie ins Paradies zurückkehren. Aber diese Entscheidung bestimmt viel, sie ist die ursächliche Entscheidung aller Politik. Folgen Sie dem blinden Idiotengott, der eine lieblose Welt des ultimativen Krieges aller gegen alle verlangt, wird die Welt früher oder später in einem nuklearen Chaos versinken, das Leben wird ein Kampf aller gegen alle, lieblos, dumm und äußerst grausam. Oder sie folgen der Essenz von Liebe, Intelligenz und Weisheit – und werden selbst für eine Zeit ein Licht in der Welt. Sie brauchen für diese Entscheidung keinen Astrophysiker oder Pastor – etwas Zeit und (vor allem) Stille reicht völlig aus, Vernunft und Gewissen haben Sie von Geburt an hinreichend mitbekommen. Nutzen Sie es einfach – zu Ihrem eigenen Nutzen und dem Nutzen des gesamten menschlichen Universums, bevor es die „Naturwissenschaft“ in blindem Zerstörungsdrang völlig vernichtet (siehe z.B. Stephen Hawking, N 24).

Diese Entscheidung nennen die Christen in Ihrem Umfeld „Glauben“ – es hat also nichts mit üblem, beliebigen Einhornwahn zu tun, sondern mit einer hochbewussten intelligenten Leistung, von allen verfügbaren Kosmologien mangels eindeutig erkennbarer Wahrheit diejenige zu wählen, die den Menschen den meisten Nutzen bringt. Dafür haben Sie ja Ihre „Freiheit“.

Entscheiden Sie sich zwischen jener Philosophie, die jede Art von menschlichem Leben (und überhaupt jede Art von Leben) schätzt und selbst dem tumbsten Tor das gleiche Lebensrecht und seinem Leben die gleiche Wichtigkeit einräumt wie einem Lehrstuhlinhaber für theoretische Physik oder jener Philosophie, in der optimalerweise der zeitweilig Stärkere als Sieger aus dem ewigen chaotischen Kriegsgetümmel hervorgeht, solange er jung und stark ist, einer Philosophie, in der es keinen Platz für alte, kranke, schwache Menschen oder Kinder gibt.

Diese Entscheidung ist wichtig: sie bestimmt jedes von Menschen erlassene Gesetz und all´ sein politisches Handeln samt der bekannten Folgen.

In der Spiegel-Umfrage haben sich 57  % der Leser (insgesamt stimmten bislang 40000 ab) für den Idiotengott entschieden – was die Entsendung von Awacs in die Türkei erklärt oder die Akzeptanz von „sozialem Waterboarding“ durch Hartz IV.

 

 

 

 

Deutschland 2015: Das Ende der offenen Gesellschaft und der Bürgerkrieg gegen die Vernunft

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Montag, 14.12.2015. Eifel. Dieses Jahr wird noch vielen in Erinnerung bleiben – noch über Jahrzehnte hinaus. In diesem Jahr endete die offene Gesellschaft in Deutschland, verwandelte sich in eine totalitäre, autoritäte Masse, die – wir kennen das schon aus der Geschichte – sich hauptsächlich selbst belauert, selbst denunziert, neue Menschen- bzw. Hexenjagden veranstaltet zur Unterhaltung und zum Nutzen einer Elite, die von Jahr zu Jahr unverschämter in die Kassen greift. Ziemlich doof, wenn man mich fragt: eine eine solche … doofe … Generation macht ja jetzt Politik. Angst macht sich breit in diesem Land: Angst, von einem wildgewordenen Mob der wahnhaften Idioten angeprangert und angegangen zu werden, Angst, von der Millionärspresse als „unerwünschte Person“ definiert zu werden: mit allen Folgen für Leben und Beruf, die solche Definitionen mit sich bringen.

Noch ist man dabei, zu sortieren, wer alles zu den „unerwüschten Personen“ gehört, zu jenen, die aussortiert, selektiert gehören, weil sie den Alltag stören. Noch ist man sich nicht ganz sicher, wer alles „an die Wand“ gehört, aber sicher ist schon: man hasst mit aller Kraft jene, die angeblich Hassparolen verbreiten. Ob sie dies wirklich tun, ist egal – es reicht, dass es von ihnen behauptet wird. Das unausgegorene, dümmlliche Vorurteil ist wieder Haupttriebkraft jeder Politik geworden und ein bildungsferner, unkritischer Mob geifert mit, beständig auf der Suche nach neuen Opfern. Wir dürfen zusehen bei diesem Selektionsprozess, der den Säuberungen im Hitlerreich ebenfalls schon mal vorrausging; die Elite träumt mal wieder von einer Zeit, wo „die anderen“, die „Fremden“, die „Juden“, das ganze Gesochse endlich mal angegangen werden kann, wo man endlich wieder einmal seinen eigenen Lebensfrust straflos an anderen auslassen darf.

Höre Sie einfach mal genau zu, wie man sich auf den Feind einschießt: Deutschlands politisches Leitmedium ist gerade voll in Aktion (siehe Spiegel):

„An diesem Wochenende soll vor dem Kanzleramt in Berlin wieder demonstriert werden. Es geht gegen den deutschen Kriegseinsatz in Syrien, gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung und gegen irgendwas mit Amerika. Interessant ist, welch breites Bündnis von ganz rot bis sehr braun zur Teilnahme aufruft. Selbsternannte Abendland-Patrioten schreiten Seit an Seit mit Putin-Fans, Neonazis mit Anhängern der Linkspartei, Israel-Gegner mit Islam-Hassern.“

Niemand demonstriet gegen „irgendetwas mit Amerika“ – aber was soll man sich denn überhaupt noch mit den Argumenten der Bürger auseinandersetzen, wenn man doch schon sein eigenes, kleinbürgerliches Vorurteil geschmiedet hat: die sind alle unerwünschte Persönlichkeiten – die … und noch viele andere mehr, die Aufzählung nimmt kaum ein Ende:

„Deutschland ist dabei, seine politische Mitte zu verlieren. Die neuen Wutbürger kommen aus allen Teilen der Gesellschaft. Es sind wertkonservative Intellektuelle darunter, fromme Christen, linke Globalisierungsgegner und radikale Pazifisten. Es ist ein Aufstand der Verängstigten, denn sie alle eint die Sorge vor dem Fremden und das Misstrauen gegenüber den Eliten.“

Intellektuelle, Christen, Pazifisten, Linke: schon der alte  „Führer“ konnte mit diesem friedliebenden Pack nichts anfangen – die neuen ebenso wenig. Natürlich eint sie alle nicht die „Sorge vor dem Fremden“ – aber das ist ja auch egal für das eigene Vorurteil: wer soll einen schon groß aufhalten, wenn man für die Millionärspresse schreibt und von ganzen Anwaltsbrigaden geschützt wird: die Arroganz der Macht wird immer unverhohlener öffentlich demonstriert – das spricht für die Qualität der Gespräche hinter den Kulissen. Deutschland zieht wieder in den Krieg, die ganze Elite verdient gut daran. Wer dem entgegensteht, gehört entmenschlicht. Lager, in denen diese Menschen zum Zwecke der Besinnung konzentriert werden, folgen noch.

Die Elite verdient daran? Nun – ohne die deutschen Waffen wäre die IS ziemlich zahnlos, so jedenfalls urteilt Amnesty International (siehe FAZ). Und wir pumpen noch immer mehr Waffen hinein, an denen wir exzellent verdienen – schon jetzt können sich unsere Staatssekretäre wieder auf tolle „Incentives“ der Rüstungsindustrie freuen: solange der Rubel rollt, ist für die „Elite“ genug da. Seltsam eigentlich, wie sich diese Elite selbst definiert: Intellektuelle, Christen, Pazifsten und Linke scheinen nicht dazu zu gehören – darf ich daraus schließen, dass man eher antichristlich gesprägt ist, eher blöde und kriegsverherrlichend eingestellt und damit stramm ultrarechts und extrem menschenfeindlich?

Mag sein, dass das der Grund ist, weshalb die Mehrheit des deutschen Volkes keine Demokratie mehr erkennen kann? Es gibt noch andere Daten dazu – außer dem gepflegten Vorurteil des Spiegel-Kommentators (siehe Handelsblatt):

„60 Prozent aller Deutschen empfinden den Einfluss der Wirtschaft auf politische Entscheidungen als zu hoch. Der Wähler sei dabei mehr und mehr außen vor. Das Ergebnis einer breit angelegten Studie ist besorgniserregend.“

Das war im Februar 2015. Hat diese Studie irgendeine Resonanz gehabt? Auch nur eine kleine? Als Deutschland noch eine klar erkennbare Demokratie war, wären sofort Parteien, Kirchen und Verbände ausgeschwärmt, um diese Enwicklung zu studieren und ihr entgegen zu wirken. 2015 jedoch: interessiert sich die „Elite“ kein bischen dafür.

Wie definiert sich eigentlich diese Elite selbst? Nun – ich gehe mal davon aus, dass sie mit Intellektuellen, Christen, Pazifisten, Linken nichts gemein hat – und auch nicht mit den Freunden Israels. Ja – das verwundert etwas: in den Reihen der oft als „rechts“ verschrieenen „Pegida“ findet man wehende Israel-Fahnen – natürlich nur aus Tarnungsgründen, wie das Vorurteil der Millionärspresse zielsicher lautet (siehe Spiegel). Die haben jetzt Neonazis zu sein – ob die wollen oder nicht. Die echten Neonazis jedoch – findet man woanders: in der Millionärspresse selber (siehe Berliner Zeitung):

„Bereits am 21. Februar 2014 hatte die Süddeutsche Zeitung den Trend gesetzt. Damals druckte sie eine Karikatur, die Zuckerberg als Krake mit Hakennase zeigte, mit Löckchen, fetter Gierlippe und blitzend-hervortretenden Raffäuglein. Der Spiegel berichtete damals kritisch. Jetzt bezeichnet Sascha Lobo, ein Kolumnist von Spiegel-online, Zuckerberg „als erste Stütze und größten Nutznießer eines Systems, das unbedingt kritikwürdig ist“. Lobo beschimpft ihn als einen, der „mehrdeutigen Grundsätzen“ folgt, „die Ökonomisierung von allem nicht als Problem, sondern als Lösung betrachtet“ und – besonders verwerflich – listig „getarnt“ nur nach einem trachtet, „die gesamte Menschheit zu Facebook zu holen“.“

Der Führer hätte seine wahre Freude daran: die Elite der Millionärspresse einträchtig im antisemitischen Gleichschritt – und keinen störts. Nun ja – der Berliner Zeitung ist dies aufgefallen. Während Pegida mit Israelfahnen durch Dresden zieht, bemerkt der Berliner Kurier, dass es eine „schlimme Wiederkehr finsterer Zeiten“ gibt: Gewalt gegen Juden wird wieder gesellschaftsfähig (siehe Berliner Kurier). Wo bleibt da der Aufstand der „Gutmenschen“? Nun – wer Intellektuelle zum Feind erklärt, weiß, wo er steht: „Generation Doof“ verherrlicht sich gerne selbst.

Sicher – sie kann schöne Worte aufschreiben (siehe Spiegel):

„In diesen schönen Worten zeigt sich: Es ist das Wesen der Vernunft, dass sie sich selbst erkennt, in ihren Wahrheiten, in ihren Werten, die dann auch keiner Begründung mehr bedürfen.Die Vernunft schafft sich ihre Ordnung selbst. Die Gleichheit ist so ein vernünftiger Wert, auf der Gleichheit baut alles auf, aus ihr erwächst die Toleranz.“

Wichtige Worte, auf die unsere ganze Kultur beruht: aus dem Wert der Gleichheit wächst die Toleranz. Wir können dem Autor auch noch einen Schritt weiter folgen:

„Und jeder Politiker, jeder Forumspöbler, der das Schicksal der Flüchtlinge diskutiert, ohne diese grundsätzlich Gleichheit zu akzeptieren, kündigt damit das Versprechen der Vernunft auf, auf dem die Demokratie beruht.“

Und hier … ist unsere Gemeinsamkeit auch gleich zu Ende. „Forumspöbler“ – kennt man nur bei der „Elite“. Die Vernunft fordert uns nicht nur auf, politische Flüchtlinge als „gleich“ anzuerkennen, sondern auch den politischen Gegner, die „Intellektuellen, Christen, Pazifisten, Linken“ – ohne ihnen zu unterstellen, sie würden unter dem (historisch völlig falschen) Begriff „Querfront“ eine geheime Allianz der Staatsfeinde zum Zwecke des Umsturzes bilden. Wir müssen auch noch mehr als „gleich“ ansehen: zum Beispiel die, die gegen „irgendwas mit Amerika“ demonstrieren. Schön wäre, wenn man sich auch mal informiert hätte, wogegen die eigentlich demonstrieren, bevor man sie verurteilt: aber wer „gleich“ ist und wer nicht, ist halt inzwischen reine Entscheidungssache der Elite.

Gerne summiert man diese Menschen auch unter dem Titel „Verschwörungstheoretiker“, verleiht ihnen einen „Goldenen Aluhut“ unter Applaus von Stern, Focus, Spiegel-Online, DerWesten, Deutschlandradio, Bild, Rolling-Stone und anderen mehr (siehe Der goldene Aluhut), ein Preis, der aufzeigen soll, wer „der Doofste im ganzen Land“ ist (siehe Spiegel): dass dieser Preis die politische Qualität eines Judensterns hat, fällt in einer Branche, die bei dem Namen „Zuckerberg“ gleich in alte antisemitische Reflexe verfällt, kaum noch weiter auf. Entsprechend qualifiziert ist auch das Gremium, das sich diesen Judenstern ausgedacht hat: ein Mechatroniker, ein Krankenpfleger, ein Ingenieur für Informationstechnik, ein Jurastudent, ein IT-Systemelektroniker und ganz vorne: eine Frau ohne nähere Berufsbezeichung, aber einem breiten Spezialwissen über … na, eigentlich alles, von Medizin, Psychologie, aktuelles Zeitgeschehen bis Homöopathie (siehe Goldener Aluhut). Sie hat auch selbst recht merkwürdige Ansichten, die sie in einem Interview ganz keck verbreitet (siehe Wired):

„Anstatt manchmal zu akzeptieren, dass die Welt scheiße ist und es Kriege und Krankheiten gibt — und es dafür keinen Grund gibt —, werden Verschwörungstheorien erfunden.“

Ja – das ist die Ponyhofwelt der Generation Doof: wir sollten halt einfach aktzeptieren, dass es Kriege gibt – und wer das nicht kann und will, bekommt einen Aluhut. Hier wird Wahn zum Gesetz – aber vielleicht braucht man dafür etwas mehr Bildung, als es das Leben der vielgelobten, sich selbst als omnipotent empfindenen Protagonistin her gibt: Kriege … kommen nicht einfach so. Kriege werden – ganz anders als Naturkatastrophen – einzige und allein von Menschen gemacht. Menschen denken sie sich aus, bereiten sie vor, bewaffnen sich dafür und beschließen dann, „das Krieg ist“. Jeder einzelne Krieg der ganzen Menschheit läßt sich detalliert auf Entscheidungen von Menschen zurückführen: und aufgrund dieser Erkenntnis haben wir die Geisteswissenschaften erschaffen, die nur einen einzigen wirklichen Zweck haben: den Krieg zu verhindern, in dem man versteht, warum Menschen ihn veranstalten. Einfach zu akzeptieren, „das es Kriege gibt“, wirft uns zurück in den blinden Aberglauben vorchristlicher Zeiten, in denen man noch Kriegsgötter hatte, die ihn mit Macht in die Welt setzten.

Wer das nicht versteht, darf sich einfach mal vorstellen, was vom „Krieg“ übrigbleibt, wenn keiner hingeht.

Der Massenmord an einer Million Iraker: egal, Hauptsache man hat Spaß und kann sich über andere lustig machen.

Schade, dass Bildung so selten geworden ist in diesen Zeiten. Insofern ist es aber verständlich, dass die Kinder vom Goldenen Aluhut auch in Frage stellen, ob „Theologie“ überhaupt noch an Universitäten gelehrt werden soll – wir merken, da reiht sich jemand gerne ein in die Querfront jener, die Intellektuelle, Christen, Pazifsten und Linke als Feind der kriegsführenden Gesellschaft verstehen und sie gerne selektieren möchten. Klar ist: wer der Regierung widerspricht, lebt ihm Wahn – so der Titel eines Filmes im ZDF über „Verschwörungstheorien“. Im Interview mit einem der Filmmacher wird deutlich: von der offenen Gesellschaft hat man sich weit verabschiedet (siehe Berliner Morgenpost):

„Natürlich machen wir uns auch über das Thema lustig. Es fällt einfach schwer, das ernst zu nehmen, weil alles so abstrus ist.“

Wenn etwas ernst zu nehmen schwer fällt, kann das einfach an mangelnder Bildung liegen: dass die Erde eine Kugel ist, wurde ebenfalls lange Zeit verfolgt und belächelt.

Wäre man eher an Bildung als an naiven Vorurteilen interessiert, hätte man wahrnehmen können, dass es zu „Verschwörungstheoretikern“ schon wissenschaftliche Arbeiten gibt (siehe Forschung und Wissen):

Eine Forschergruppe aus den U.S.A. und Großbritannien, hauptsächlich bestehend aus Psychologen und Gesellschaftswissenschaftlern, haben eine neue Studie vorgestellt, welche darauf schließt, dass Verschwörungstheoretiker entgegen allen Mainstream-Stereotypen vernünftiger sind als Menschen, welche die offizielle Version nicht hinterfragen und umstrittene oder beschrittene Ereignisse einfach akzeptieren.

Umstrittene Ereignisse wie … Krieg, zum Beispiel. Diese Studie über eine vernunftbegabte, kritische Gegenkultur hatte auch noch ein interessantes Nebenergebnis:

„Die Gruppe der Menschen, die der offiziellen Version glauben – welche im Internet eine deutliche Minderheit darstellt – reagiert auf die Kommentare anders Denkende oftmals verärgert, angewidert oder gar aggressiv. Die Forscher vermuten dahinter Frust, dass die Aussagen der alteingesessenen Mainstream-Medien unter Verschwörungstheoretikern nicht mehr akzeptiert werden.

In der Studie heißt es, dass „Menschen, welche die offizielle Darstellung über den 11. September favorisierten, im Allgemeinen einen feindseligeren Ton anschlugen, wenn sie versuchten, Andersdenkende zu überzeugen“.“

Der Hass … ist auf Seiten des Mainstream. Dort – und nur dort – gibt es faschistoide Erscheinungen wir den „Goldenen Aluhut“ und Geseiere über „irgendwas mit Amerika“. Die Autoren dieser seriösen Studie gehen sogar noch weiter:

Der Politikwissenschaftlers Lance deHaven-Smith erklärt, dass dies mit der CIA-Kampagne mit dem Begriff „Verschwörungstheoretiker“ zusammen hängt. Mit dieser Kampagne soll angeblich der Name Verschwörungstheoretiker bzw. Verschwörungstheorie in der Öffentlichkeit lächerlich gemacht werden. So werden Menschen, welche die offizielle Version einer Regierung anzweifeln, öffentlich als Spinner angesehen und man schenkt ihnen so kein Gehör. Laut Lance deHaven-Smith ist dies wohl eine der erfolgreichsten Propaganda-Initiativen aller Zeiten.

Der goldene Aluhut: ganz offen ein Auswuchs von Geheimdienstpropaganda. Keiner merkts – mangelnde Bildung zahlt sich halt aus.

Sind diese einzelnen Erscheinungen der Generation Doof noch als Ausfallerscheinungen moderner Bildungspolitik zu sehen, wird es gefährlicher, wenn eine ganze Partei offen das Ende der demokratischen Kultur fordert (siehe Spiegel):

„Nach der 74,3-Prozent-Schlappe für SPD-Chef Sigmar Gabriel war es sein Stellvertreter, der am Samstagmorgen nun zur Geschlossenheit mahnte: „Wir müssen aufhören mit der Misstrauenskultur in der SPD“, sagte Ralf Stegner. Es müsse Schluss sein mit den Vorwürfen, dass die Sozialdemokraten das eine sagen und das andere tun. „Nur eine selbstbewusste SPD, die die Gegner nicht in den eigenen Reihen sucht, hat Chancen, auch Dinge durchzusetzen. Das sollten wir uns merken.“

Nur: es geht nicht darum, irgendetwas durchzusetzen, weil man sich selber toll dabei fühlt: es geht darum, dass Beste für das Volk zu tun – das ist der Auftrag der Basis. Wer mit Worten wie „Misstrauenskultur“ den Gegner psychische Schwäche diagnostiziert, hat sich ganz weit entfernt von den Forderungen der Vernunft für ein demokratisches Miteinander … und fordert unverhohlen einen Führerkult zwecks Machterhalt.

Doch es kommt  noch schlimmer: zum Erhalt der Meinungshoheit über „das Pack“ gibt es offene Allianzen zwischen Konzernen und Regierung, um „genehme Meinung“ zu generieren (siehe Spiegel):

„Er sei dankbar, sagte der Minister, dass Facebook seine Verantwortung wahrnehme. Und er werde eine Arbeitsgruppe gründen, nicht nur mit Facebook, sondern mit anderen sozialen Netzwerken, mit NGOs und „der Politik“. Es soll wieder eine Debatte über den Hass im Netz werden.“

Nun: gemeint ist natürlich nicht der Hass der Regimetreuen gegen die Skeptiker – denen sehr Unwohl wird angesichts der gewünschten Allianz von Regierung und Konzern gegen das Volk … eine Allianz, die einigen Faschismustheoretikern zufolge ein zentrales Definitionsmoment für Faschismus ist.

Nun – vielleicht gibt es in den USA noch einen anderen Freiheitsbegriff – vielleicht sogar erst Recht im Reich des Herrn Zuckerberg. Doch in Deutschland: da gibt es einen Bürgerkrieg gegen die Vernunft, einen Bürgerkrieg gegen die offene Gesellschaft – in der jeder und jede alles und jedes glauben darf: auch über Einhörner. Es darf auch jede und jeder seine Meinung sagen – auch über Flüchtlinge. In einer offenen Gesellschaft muss man das ertragen können: sonst ist man schnell viel faschistischer als jene, denen man unterstellt, so zu sein. Und 2015 scheint mir das Jahr zu sein, in dem sich die Masse der Journalisten von der offenen Gesellschaft verabschiedet hat – zugunsten von … etwas anderem.

Vielleicht … irgendwas mit Amerika.

PS: ein Nachwort noch für die ganz Doofen. Dass wir uns für den Wert der Meinungsfreiheit einsetzen, heißt nicht, dass wir alle Meinungen teilen, die unbequem sind. Angesichts von 70000 jährlichen Toten durch Nebenwirkungen und Ärztepfusch wäre für diese Menschen „Einhornmedizin“ eine clevere Alternivative gewesen. Jedenfalls … bringt die weniger Leute um. Und darüber … können wir gerne lange diskutieren. Der Autor dieser Zeilen hat 17 Jahre Pharmaindustrie hinter sich und kann da viel Material beibringen. Reichsbürger … sind da ein anderes Thema (doof – erläutere ich später). Flüchtlingskritiker sind nicht automatisch rechtsextrem, viele von ihnen haben nur zu viele Mainstreamsendungen über den „Islamischen Staat“ gesehen – oder Mein Kampf der Kulturen gelesen.  Für die Folgen dieser Sendungen sind aber nicht die Informierten allein verantwortlich. Und weiße Balkenmuster am Himmel ärgern mich als Fotografen: egal, was drin ist. Ich lasse mir da ungern einreden, dass die eigentlich gar nicht da sind. Wäre so, als müßte ich akzeptieren, dass die Erde wieder eine Scheibe sei.

Wer wissen will, woher die Skepsis gegenüber der „Elite“ kommt, sei auf diese aktuelle Nachricht verwiesen (siehe Spiegel):

Die Finanzbehörden haben nach einem Medienbericht belastendes Material über mehr als hundert Banken und Fonds gesammelt, die den Fiskus mit dubiosen Aktiendeals um mehr als zehn Milliarden Euro betrogen haben sollen. Etlichen Instituten drohten Razzien

So werden Gelder generiert, mit denen man im „Spiegel“ Anzeigen schalten kann und so den Redakteuren Traumhonorae ermöglicht. So – schließt sich der Kreis. Oder?

 

 

 

 

Die planetare Zivilgesellschaft

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Dienstag, 3.11.2015. Eifel – und Welt. Ich sage es Ihnen gleich zu Beginn: Kritik ist hier nutzlos. Ich weiß, Sie werden sich aufregen, Sie werden versucht sein, sich in der bundesweit gepflegten Kunst des Nörgelns zu versuchen, empört sein, tausend Gefahren sehen, aber ich sage Ihnen: an der planetaren Zivilgesellschaft, der großen Menschheitsfamilie, geht kein Weg vorbei. Das wissen wir schon lange, das ist alles andere als neu. Als sich der Philosoph Immanuel Kant Gedanken über die Funktionsweisen, Chancen und Grenzen der menschlichen Vernunft machte, fiel ihm – quasi als Abfallprodukt – ein Regelwerk für den Frieden in die Hände, er nannte es „Zum ewigen Frieden“ und besagte kurzerhand eines: irgendwann in der Zukunft wird der Krieg für immer ausgemerzt sein, weil der Mensch durch den Gebrauch der reinen Vernunft dies als die sinnvollste Lösung ansehen wird. Dies kann früher oder später geschehen – auf jedem Fall gibt die bekannte Geschichte ihm bislang recht.

Entwickelt hat sich der Mensch zuerst als Familie – einer sozialen Ordnung, der man, sofern man lebendig sein will, kaum entkommen kann. Die Vernunft gebot, aus der Familie ein Dorf zu machen: die Schätze von Mutter Erde waren so vielfältig, dass ein einzelner Arbeiter sie niemals hätte alle gebrauchen können, ihr Nutzen aber versprach einen deutlichen Vorteil gegen Raubtier und Kälte, gegen Langeweile und Missernte, es wäre unvernünftig gewesen, darauf zu verzichten. So konnte sich einer auf das Heilen von Menschen konzentrieren, einer auf das Schmieden von Metall, einer auf den Ausbau der Ernte, einer auf die Jagd nach großer Beute, einer auf den Bau der Behausungen, einer auf Spiel, Gesang und dem Erzählen von Geschichten – die Arbeit wurde geteilt und man merkte: die Summe der gemeinsamen Arbeit war größer als die Arbeit der Einzelnen – Reichtum entstand.

Je mehr man die alten Feinde in den Griff bekam, sich eigene, warme Höhlen in Flussnähe baute, die jagenden Raubtiere zum Ziel der eigenen Jagd machte, mit Waffen und Werkzeugen seine Macht über die Unbillen der Natur stabilisierte, mit Spiel und Gesang für ein frohes Gemüt sorgte, um so mehr bildeten sich neue Feinde heraus: Menschen mit Raubtierbewusstsein, nicht sehr vernünftig, aber verschlagen, hinterlistig und asozial. Sie bildete die unvernünftige, unnatürliche Raubtierklasse, die als Bande ins Land einfiel, es zum Eigentum erklärte, sich eine Burg darin baute und mit Gewalt die Ernte einfuhr, die legitim durch Arbeit entstanden war: so kam der Adel  ins Land, ein Adel, der später den Adel der Seele für sich beanspruchte, um seine Herrschaft zu legitimieren – dabei war jener Adel der Philosophen unter ihnen überhaupt nicht zu finden, im Bauern jedoch allgegenwärtig.

So wurde aus dem Dorf die Stadt, die den Raubrittern Einhalt gebot: Stadtluft machte frei – von Sklaverei. Geleitet durch die Vernunft bauten die Dörfler Städte, die größer waren als die Festungen des Adels und nur schwer zu erobern. Der Adel reagierte, vereinte Raubritterburgen zu Ländereien, zu Fürstentümern, zur Nation, die Städter reagierten, breiteten den Gedanken der Stadt aus und machten aus dem Land einen Staat. Die schweizer Pikeniere zeigten dem Hochadel in ganz Europa, wie leicht man ihn aus dem Sattel stoßen konnte, wenn man nur vernünftig vorging: der Adel verlor Schlacht um Schlacht gegen sie, sie wurden die gefürchtetsten Söldner des Mittelalters und erhielten so die Ehre, die Garde des Papstes stellen zu dürfen: ein revolutionäres Signal der Kirche an den Adel. Der Kampf gegen die Raubtierklasse währte lang, wurde zum Kampf um den Sitz an den Schalthebeln der Macht im Staat: sollte dort ein König sitzen – oder ein Bürger? Die Vernunft setzte sich durch – wie nicht anders zu erwarten. Der Mensch als vernünftiges Wesen kann letztlich  nicht anders. als nach seiner Natur zu handeln: 1789 fegte ein breites Bündnis von Bauern, Städtern, niederen Raubmenschen und Söldnern der Herrschenden den König und seine Diener für kurze Zeit aus dem Amt und hätte fast – unter der Führung eines kleinen korsischen Leutnants – ganz Europa vom Adel befreit.

Das Dorf brachte Frieden zwischen den Familien, die Stadt Frieden zwischen den Dörfern, der Staat Frieden zwischen den Städten, mehr und mehr Ländereien schlossen sich zu Staaten zusammen – und wiederholten ein altes Spiel: manche wurden Raubstaaten und plünderten die Welt aus: Frankreich, Spanien, England sind fürchterliche Beispiele dafür, wie der Raubgedanke die Vernunft beiseite drängte, gleichzeitig wurde klar, wie das Spiel enden wird: letztlich würde die Vernunft alle Staaten zu einem planetaren Staat formen, weil der Mensch als biologisches Wesen vernünftigerweise Werte wie Freiheit, Sicherheit, Frieden, Wohlstand und Gerechtigkeit Unwerten wie Sklaverei, Bedrohung, Krieg, Armut und Rechtslosigkeit vorziehen wird: letztlich … wird eine planetare Zivilisation entstehen und diese wird sich strikt vernünftig gegen die Raubtiere in den eigenen Reihen wenden, kommen sie nun als clevere Geschäftemacher, Anlagebetrüger oder Straßenräuber daher.

So wäre – kurz gesagt (und extrem verkürzt dargestellt) – die Geschichte der Menschheit. Die Charta der Vereinten Nationen bezieht sich im Großen und Ganzen auf diese „Schrift zum Ewigen Frieden“ – womit man mal wieder sehen kann, was Deutsche – neben Luther und Marx – zu leisten vermögen imstande sind. Aktuell ist der Stand folgender: nachdem der Mensch sich vom Jäger und Sammler zum Landwirt entwickelte, durch die Technik zum Dienstleister und Informatiker wurde, geht der Trend jetzt wieder zurück: wir sind aktuell Jobjäger und „Tafel“-Müll-Sammler, gezwungen durch staatliche Gewalt. Die Raubtierklasse hat sich neu formiert und hat zurückgeschlagen, ihre gegenwärtige Offensive gegen den Staat, gegen die Vernunft, gegen die Menschheit und sogar die gesamte natürliche Umwelt läuft enorm erfolgreich, sie beschert uns Klimawandel, Finanzkrisen, Flüchtlingskrisen, Umbau des Sozialstaates zum Zwangsarbeitslager und die Verblödung der Jugend … von denen 98 % bei der Geburt noch hochbegabt sind, bis die Schule dies auf 2 % nach Schulende herunterreguliert  hat. Ungeniert greift sich die Raubtierklasse Funktionsträger demokratischer Strukturen und erzieht sie sich zu Dienstleistern der eigenen Sache (Stichwort: Lobbyismus und „Drehtüreffekt“), rafft mehr und mehr Tauschmittel an sich, die vom Staat nie zum Zwecke des Raffens für einige wenige geschaffen wurden, sondern als Tauschobjekt für alle. Viele der Raubtierklasse entstammen dem „alten Adel“, viele rafften sich empor zu milliardenschweren Halbgöttern, die Staaten kaufen könnten und massiven Einfluss auf die höchsten Steuerungsebenen von Supermächten (genannt: Präsident) haben.

2015 scheint Kant widerlegt zu sein, wir bekommen seit den neunziger Jahren den Begriff des „failed state“: jenes Staates, der seine Aufgaben nicht mehr erfüllen kann, gescheitert ist, aufgelöst und abgewickelt gehört: die Raubtierklasse – die neuen Fürsten – nutzt ihre globale Macht, ihren alten Feind zu zerstören: die Stadt … bzw den Staat. Glauben Sie nun nicht, dass Sie in ihrem Deutschland sicher sind, nachhaltige Staaten gibt es nur eine Hand voll auf der Welt: Schweden, Irland, Finland, Norwegen, Österreich, Kanada, Australien und die Schweiz gehören dazu – Deutschland ist – wie die USA – lediglich momentan stabil, weite Teile Asiens, Afrikas und Südamerikas gleiten ab in Richtung „failed state“. Es wäre leicht zu beweisen, dass dies kein Zufall ist, dass eine globalisierte „Superklasse“ gezielt einen Großangriff auf die Idee des Staates durchführt, der letztlich wieder die alte Ordnung herstellen soll: der Halbgott in seiner Burg umgeben von Tagelöhnern, die im Müll nach Nahrung suchen, wenn seine Gunst sie nicht mehr am Leben erhält.

Beweise dieser Art finden sich in diesem Medium – dem Nachrichtenspiegel – und tausend ähnlichen Formaten zu hauf, dies möchte ich jetzt nicht noch weiter vertiefen, da es mir diesmal um den größeren Rahmen geht – und einen ferneren Ausblick.

Egal wie die aktuellen Turbulenzen aussehen: die planetare Zivilgesellschaft wird kommen. Der Mensch als vernünftiges (und soziales) Wesen kann gar nicht anders, als letztendlich am Ende seines politischen Weges den planetaren Staat auszurufen – der ähnlich vernünftig ist wie dieses „Deutschland“, dass als Staat die Kriege zwischen Preussen und Bayern (der letzte war 1866) undenkbar gemacht hat – wie auch „Europa“ Kriege zwischen Frankreich und Deutschland als völlig absurd erscheinen läßt.

In diesen Zeiten sollten wir uns nicht entmutigen lassen von den Rückschlägen, die die planetare Zivilgesellschaft aktuell erdulden muss – und derer sind es viele: die demokratischen Verwaltungsstrukturen der Staaten werden von einer globalisierten Klasse der Superreichen unterlaufen, korrumpiert und für eigene Ziele eingesetzt … im Prinzip erdulden wir die Wikingerüberfälle erneut, die größere Mobilität (wir reden hier über Menschen, die in New York aufwachen und beschließen können, dank der eigenen Gulf Stream V in Venedig zu frühstücken, in Dubei zum Mittagessen abzusteigen und den Abend am Strand von Rio an Bord der eigenen Yacht zu genießen) bringt hier den entscheidenden Vorteil gegenüber der großen Zahl der Ausgebeuteten, die globalisierte Raubwirtschaft plündert hunderte von Millionen Menschen weltweit aus, produziert immer mehr immer billiger für immer weniger Lohn zum einzigen Vorteil der Profiteure ohne Rücksicht auf die begrenzten Ressourcen dieses wunderbaren Planeten: der Kollaps ist vorprogrammiert, weil immer mehr Menschen immer weniger Geld haben, um die Warenmassen abzunehmen. Jedoch sind das Erfahrungen, die man immer im Laufe einer Offensive macht: der Gegner scheint schier übermächtig: so erging es den Streitkräften der russischen Revolution, als sie sich den Konterrevolutionären gegenüber sahen, die von Tschechen, Briten und Franzosen unterstützt wurden, so erging es der russischen Armee im großen vaterländischen Krieg, als die Wehrmacht in den ersten Tagen des Krieges mit ihren 3600 Panzern 20000 russische Panzer vernichtete: trotzdem gewannen sie letztlich, auch wenn es zwischendurch nicht gut aussah.

Worauf wir den Blick richten sollten, ist die Zukunft – jene Zukunft, auf die wir uns unabänderlich seit 10000 Jahren  hinbewegen: die Gründung der großen, planetaren Zivilisation, die schon jetzt weltweit anwächst. Der Begriff – obwohl in Kant´s Schriften schon immanent vorhanden – wurde 2008 angesichts der Proteste gegen den G 8-Gipfel von dem UN-Kommissar Jean Ziegler (einem führenden Kritiker der Raubtierklasse, wie ich den modernen Adel mal nennen möchte) geprägt (siehe Spiegel):

„Die „planetare Zivilgesellschaft“ wachse überall auf dem Planeten, sagt Ziegler enthusiastisch“, „Der gewaltlose Zug der Aufständischen ist unterwegs“, sagt Ziegler – tosender Beifall.“

Der Raubtierklasse ist klar, dass diese Entwicklung kommen wird – weshalb der Spiegelautor als Mitglied der untersten Dienstklasse der Raubtiere auch eifrigst spöttelt. Sie weiß, dass diese Entwicklung so unaufhaltsam ist wie der Aufgang der Sonne – und dass diese Entwicklung ihr Ende sein wird, weil die demokratische Zivilgesellschaft sich die geraubten „privatisierten“ Ländereien (ja: privare ist lateinisch und steht für „rauben“ – die waren noch weise, die Lateiner) zurückholen werden – ebenso wie sie die Wirtschaftsordnung revidieren werden, die kleingeistigen, dümmlichen Raub der vernünftigen nachhaltigen Lebensweise vorzieht. Sie wissen, dass aktuell 88 (!) Prozent der Deutschen sich – vernünftigerweise – eine neue Wirtschaftsordnung wünschen (siehe Spiegel, hier mit Beispielen, wie die neue Wirtschaftsordnung gerade wächst) , die auch schon längst vielfältig durchdacht wurde (siehe beispielsweise Treeec, wo ein globales, kooperatives Genossenschaftsmodell mit zinsfreiem Geld für die Effektivierung von Lebensqualität für jederman – und nicht nur für eine Superklasse – sorgt und schon viele Elemente der planetaren Zivilgesellschaft vorgedacht wurden).

Ich weiß selbst: es gibt viele Bedenken gegen die planetare Zivilgesellschaft, die unter dem Stichwort „NWO“ gesammelt werden – doch alles, was dort an Kritik geäußert wird, betrifft nur die Bestrebungen der Superklasse, sich schon jetzt (und schon seit vielen Jahrzehnten) führende Plätze in dieser Zivilisation zu kaufen und sie so zu formen, dass sie ein Exekutivorgan der Superklasse wird. Letztlich aber wird die Superklasse wie auch der Adel grandios scheitern: dies kann friedlich durch Gebrauch der Vernunft geschehen (auch der eigenen Vernunft der „Superreichen“ und „Ultramächtigen“, die als Menschen ebenso vernunftbegabt sind wie der künstlich als „aussätzig“ definierte Arbeitslose), oder auch gewaltsam (was seit dem Siegeszug der Vernunft oft geschehen ist und immer wieder geschehen wird, wenn die Vernunft die Raubtiere wieder mal ausrottete, weil ihre Vernichtung betriebswirtschaftlich sinnvoller ist als der ewige Kampf gegen sie).

Gerade Deutschland – das Land in dem die meisten unsere Leser leben (die zweitmeisten leben in den USA – wo es sehr viele, ganz wunderbare planetare Bürger gibt, auch wenn der Staat momentan durch nine-eleven immer mehr zum Instrument der Superklasse umgebaut wird) – kann hier eine ganz besondere, historisch gewachsene Rolle spielen: wir haben die meisten Erfahrungen mit der logischen Entartung der Zivilgesellschaft, wenn der Staat völlig als Instrument der Raubtierklasse umfunktioniert wird (Stichwort: Drittes Reich), wir haben das Potential zweier langjähriger Gegner im Kampf der Systeme (BRD gegen DDR) – und wir haben das geistige Erbe jener Menschen, die die planetare Zivilgesellschaft von oft vorangetrieben haben (wie schon erwähnt: neben Kant auch Luther und Marx … und nur einige zu nennen), sind als Land der Dichter und Denker eigentlich prädestiniert, das Erbe des alten Griechenlands zu übernehmen – und wir haben durch die Flüchtlingskatastrophe (die wir letztendlich nicht bewältigen können, wenn sich 300 Millionen planetare Bürger auf den Weg machen, um hier ihr Glück zu suchen – oder mehr) jene Herausforderung, die wir nur im planetaren Zusammenspiel der Bürger miteinander lösen können und die deshalb der Zündfunke für die Etablierung der planetaren Zivilgesellschaft seien kann.

Die Bedenken gegen die planetare Zivilgesellschaft sind auch 10000 Jahre alt: es sind die Bedenken des Meisters der Schmiedekunst, ob er nicht hungern wird, wenn er den ganzen Tag nur schmiedet aber nichts anbaut, die Bedenken der Bayern, ob sie nicht unterjocht werden, wenn sie mit den Preussen einen Staat gründen, die Bedenken von Minderheiten, ob sie nicht von gesichtslosen Mehrheiten unterdrückt und ausgerottet werden – solange wir Menschen als Raubtiere dulden, anstatt jene unmenschliche (weil unvernünftige) Form der Existenz konsequent einer pathologischen Diagnose zuzuordnen, werden wir auch mit solchen Erscheinungen übergangsweise leben müssen – aber nur übergangsweise.

Die Ausformung der planetaren Zivilgesellschaft kann nun nie das Werk eines Einzelnen oder einer Elite sein: das spräche der Vernunft zuwider, die in allen Menschen zuhause ist – auch in Arbeitslosen, Niedriglöhnern und Hausfrauen – und auch im „Lumpenproletariat“ … jenem Begriff, mit dem Karl Marx aus der kommunistischen Bewegung eine neue Raubtierklasse schuf: das gewählte Raubtier, den (unvernünftigen) Absolutismus der „Macher“ und Kommissare – ein Grund, weshalb heute sich die unterste Dienstklasse der Raubtiere von „bildungsfernen Schichten“ abzugrenzen versucht: als hätte ein Professor für Maschinenbau auch nur ansatzweise einen Anspruch auf das Prädikat „Bildung“, dass eher auf den geisteswissenschaftlichen Bereich, auch den Menschen an sich abzielt und in dem ihm ein ständig lesender Hilfsarbeiter schnell weit überlegen sein kann – eine einfach Nebenwirkung des Buchdrucks, der der Elite den Vorteil der Schnelligkeit des Wissenerwerbs entzog.

Sie wird das Ergebnis von Kommunikation sein, ein dauernder Prozess, dessen Ausformung abhängig ist von den Herausforderungen, die die Zukunft mit sich bringen wird – und die können vielfältig sein.

Was wir aber jetzt machen können – als Menschen, als vernunftbegabte Wesen: wir können uns schon heute dazu bekennen, dass wir uns als Bürger der planetaren Zivilgesellschaft verstehen, diese „Staatsbürgerschaft“ über alle privaten, nationalen, egoistischen Interessen stellen und unsere politische Meinung als planetare Bürger bilden und mit abschätzigem Blick auch die sterbenden Reste der Raubtierkultur blicken, die untergehen wird: in zehn Jahren, in hundert Jahren … nein, tausend Jahre wird es nicht mehr dauern. Wir können – und dürfen – wissen, dass unsere Art letztlich den Sieg davon tragen wird – auch wenn wir auf empfindliche Rückschläge zurückblicken müssen. Unsere „Art“ – das ist die Art von vernunftbegabten Wesen, die immer das Große und Ganze im Blick haben können. So kann die große Evolution (oder Revolution der Evolution der Raubtierklasse) genau HEUTE beginnen – mit einer Hand voll Menschen, die ganz bewusst auf ihr Wesen blicken, auf die unabänderliche Zukunft des Triumphes der reinen Vernunft, die mit absoluter Sicherheit kommen wird – und die (das wird jetzt manche erschrecken) dem Sozialismus viel näher stehen wird als dem Feudalkapitalismus der Moderne. Wir können uns schon heute als Agenten jener Macht begreifen, die seit 10000 Jahren die menschliche Kultur lenkt, schon heute aufstehen und sagen: wir sind schon heute Teil jener Bewegung, die der politischen Welt den ewigen Frieden bringen wird – und eine Welt, die dem sehr nahe kommt, was wir dereinst als Paradies verstanden haben … und wer würde nicht im Paradies leben wollen, vernünftigerweise?

Je mehr das heute schon tun – umso sanfter wird der Weg dahin. Ansonsten werden wir noch ein paar häßliche Apokalypsen erleben dürfen, an denen aktuell die Raubtierklasse feilt (siehe Spiegel):

„Es gebe Kräfte in Europa und in den USA, die kein Interesse an der Beilegung des blutigen Konflikts hätten. „Denen wollen wir keine Chance geben.““ – womit der deutsche Vizekanzler das erste Mal die Existenz kriegstreibender Gewalten innerhalb der Nato gegenüber Wladimir Putin zugab, denen wir hilflos ausgeliefert sein werden, wenn wir weiterhin der Superklasse den Ball überlassen.

Der Vernunft (und diesem Planeten) ist es übrigens egal, wie lange es dauert, bis sie das ihr gemäße kooperative, kommunikive, symbiotische System errichtet hat, um in der Evolution weiter voranschreiten zu können: sie kennt „Zeit“ nur als eine ihr untergeordnete Kategorie, auf die sie keine Rücksicht nehmen braucht.

Das wichtigste Instrument zur vollendeten Etablierung der planetaren Zivilgesellschaft liegt übrigens vor Ihnen: das Internet.

Wenn im Übrigen jemand gerade Lust auf Abenteuer hat: gerne sei zur Disskussionsrunde aufgerufen, die Plattform Facebook gibt uns genug Raum, Millionen Menschen zu erreichen – solange, bis die planetare Zivilgesellschaft sich eigene Räume schaffen kann, bis hinreichend Ressourcen vorhanden sind, nicht mehr auf das sterbende System zurückgreifen zu müssen. Hier kann diskutiert werden, geforscht, geträumt, informiert, beraten und geplant:

https://www.facebook.com/Die-planetare-Zivilgesellschaft-1637060316581470/

Mehr – kann ich dazu kaum leisten. Nun – ist die planetare Zivilgesellschaft gefragt. Es werden viele Antworten gesucht: und die Gegenwart bietet erstklassige Fragen dazu und exzellente Instrumente. Fangen wir also an zu handeln. Das wird spannender als Fernsehen gucken. Versprochen.

 

 

 

 

Politische Intelligenz

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UFO

UFO

Sonntag, 12.1.2014. Eifel. Kürzlich meldet der Spiegel ein UFO über Bremen. Ein … „vermeintliches“ Ufo. Viele Leser regten sich darüber auf: entweder ist ein Flugobjekt unbekannt oder nicht – das Wort „vermeintlich“ ist hier völlig sinnlos. Warum so ein Kasperletanz um ein Ereignis über Bremen, das eigentlich keine Meldung wert gewesen wäre? Nun – das Thema UFO ist ein politisches Tabuthema – und wir werden noch sehen, warum.

Wir nennen uns selbst eine freie, offene, demokratische Gesellschaft – aber das es mitten unter uns Tabuthemen gibt, erkennen wir kaum. Wo es aber gedankliche Tabus gibt, gibt es keine Freiheit. Wo politische Kräfte ein Thema tabuisieren, liegt der Verdacht nahe, dass noch weitere Themen tabuisiert werden – noch weiter Anschauungsformen von Wirklichkeit bewußt von politischen Kräften gestaltet werden. Gibt es jene Kreise – wovon wir ausgehen müssen, wenn es nur ein nachgewiesenes Tabu gibt – ist unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung extrem in Gefahr: wer weiß was die noch so alles gestalten – Arbeitslosenzahlen, Wirtschaftsaufschwung, Geschichte … da wäre vieles denkbar.

Gibt es das überhaupt – unbekannte Flugobjekte im Lauftraum?

Nun – über Bremen könnte schon eins geflogen sein. Der Spiegel veröffentlichte ein Interview, in dem die DFS-Sprecherin Kristina Kelek eine bemerkensferte Feststellung machte: die möglicherweise außerirdische Herkunft des Objektes könne nicht ausgeschlossen werden.

SPIEGEL ONLINE: Apropos außergewöhnlich. Können Sie einen außerterrestrischen Besuch ausschließen?

Kelek: Wir können weder etwas ein- noch ausschließen.

Eine bemerkenswerte Aussage. Mutig, die Sprecherin, so offen gegen ein Tabu zu verstoßen – aber auch einfach ehrlich und wissenschaftlich korrekt: alles andere wäre plumpe Dogmatik. Der Spiegel-Autor war da schon sensibilisierter … wenn über UFO´s gesprochen wird, gehört ein „vermeintlich“ dazu, UFO´s gehören zu den peinlichen Themen, die einem die Karriere versauen können.

Das bemerkte auch Professor Mack, ein Psychiater der Elite-Uni Harvard. Der Focus hatte ihn 1995 mal interviewt. Eigentlich eine sensationelle Geschichte, die in den Schulunterricht gehört: da geht ein renommierter Psychiatrieprofessor hin und untersucht Fälle der Entführungen durch Außerirdische, die er für völlig verrückt hält. Am Ende der kritischen Untersuchungen an über 100 Patienten kommt er zu dem Schluß: die Patienten sind geistig gesund, die Erlebnisse traumatisch und real:

Denn die Palette ihrer Symptome und die Intensität ihrer Gefühle machen mich glauben, daß ihnen wirklich etwas zugestoßen ist. Daß da draußen etwas Gewaltiges passiert. Es ist keine Phantasie, kein Traum, keine Psychose.

Meine Patienten sind nicht gern UFO-Opfer, sie haben auch nichts davon, sich solche Geschichten auszudenken.

Er kommt sogar auf ein besonderes Ziel dieser Entführungen:

Was den Hintergrund betrifft: Ich glaube, wir wissen nicht, worum es geht. Es scheint aber, daß eine Bewußtseinsevolution angestrebt ist. Alle Phänomene weisen auf einen kosmischen Prozeß hin, auf ein Programm der Kontinuität des menschlichen Lebens für den Fall der ökologischen oder militärischen Zerstörung der Erde.

Was für eine Sensation: während wir noch darüber debattieren, ob es im ganzen Universum außer uns Menschen überhaupt noch intelligentes Leben gibt, hat er Beweise dafür in der Hand, dass außerirdische Wissenschaftler schon längst Genmaterial sammeln, um die Erde wieder zu rekultivieren, wenn wir mit ihr fertig sind: der Gentresor der Superreichen in der Arktis verfolgt ein ähnliches Ziel.

Neun Jahre nach diesem Interview starb John E. Mack an den Folgen eines Autounfalls, die Ergebnisse seiner Arbeit versickern im Bereich der profitorientierten „Esoterik“ und verschwinden langsam aus dem Bewußtsein … die Erde wird wieder zur Scheibe, an deren Rändern man schnell herunterfallen kann … oder einen tödlichen Autounfall hat, der weitere unbequeme Arbeit unmöglich macht.

Kehren wir zurück nach Deutschland: auch hier gibt es Wissenschaftler, die nüchtern und sachlich an den beobachtbaren Phänomenen arbeiten. Angesichts der UFO-Welle über Belgien (die ich damals als neuer Grenzbewohner live miterleben durfte: alles geschah in enger Nachbarschaft der Eifel) war ich auf ihn gestoßen und fand seinen Ansatz sehr raffiniert: bei der Analyse der Sichtungen konzentrierte er sich nicht auf die Objekte, sondern auf beobachtete Interaktionen der Objekte mit ihrer Umwelt. Das war ein neuer Ansatz – aber wissenschaftlich interessant: wenn die Objekte echt sind, dann wird man das daran erkennen, dass sie Einfluß auf ihre Umwelt haben.

Inzwischen arbeitet eine ganze Gruppe von Naturwissenschaftlern auf dem Gebiet, organisiert in den Arbeitsgruppen von MUFON-CES. Sie leisten nicht nur empirische Arbeit und Feldforschung, sondern auch theoretische Arbeit:

Das UFO-Phänomen konfrontiert nicht nur die Zeugen sondern die gesamte Wissenschaft mit einer unbekannten Realität. Gegenstand der Arbeit ist die Auseinandersetzung mit Antrieb und Transit von UFOs sowie den Bewusstseinszuständen, in denen sich Menschen während des UFO-Kontakts befinden. Wegweisend ist dabei die einheitliche Feldtheorie Burkhard Heims.

Ein Punkt, der von zentraler Bedeutung ist und mich selbst sehr beeindruckte: die Art der Interaktionen jener Objekte mit der Umwelt belegen die Theorien der einheitlichen Feldtheorie des Burkhard Heims, deren Relevanz auch durch andere Wissenschaftler zunehmen bestätigt wird … obwohl der Mann selbst wegen seiner verschrobenen, wenig auf Reputation bedachten Art wenig Beachtung fand.

Ludwiger ist es auch, der in einem Artikel bei Grenzwissenschaften.de die politische Dimension der UFO´s herausstellt:

Die Anerkennung ihrer Existenz würde eine dreifache Gefahr für die Regierungsmacht nach sich ziehen, eine physikalische, eine ontologische und eine metaphysische. (Wendt & Duvall 2008) Weil der Staat seine Bürger beruhigen muss, wurde in den USA die einzig rationale Antwort auf die Sichtungsberichte gegeben, nämlich sie zu ignorieren.

Sie zu ignorieren fällt auch der Wissenschaft leicht, die in den letzten Jahrzehnten eine sehr merkwürdige Ausrichtung genommen hat:

In der globalen Wissenschaftsdefinition gilt der (Einstein zugeschriebene) Grundsatz: „Es ist die Theorie, die bestimmt, was wir beobachten.“ Wir wollen es das Einsteinsche Wissenschafts-Konzept nennen. Dieses Konzept wird von allen Wissenschaftlern geteilt. Die wissenschaftliche Methode ist der einzige zielführende Weg, Fakten festzustellen und deren Eigenschaften schließlich in das gesamte Theoriegebäude einzuordnen.

Ja, richtig: das ist das Pippi-Langstrumpf-Modell: „ich mach´ mir die Welt, wie sie mir gefällt“. Das gibt es auch in der Psychologie: nachdem man festgestellt hat, dass das menschliche Bewußtsein (also, das was wir „ich“ nennen) nur sozusagen die Spitze des Eisberges darstellt, die den gesamten Menschen mit all seinen seelischen Regungen ausmacht und 90 % davon im Raum des „Unbewußten“ anzusiedeln sind, hat man aufgehört, sich mit dem Unbewußten zu beschäftigen: seitdem besteht der Eisberg nur noch aus der Spitze. So was kriegen die ohne Alkohol nicht hin, soviel ist sicher. Allerdings darf die Manipulationswissenschaft die Erkenntnisse zur Steuerung der Wählermassen weiterhin nutzen.

Doch dem Bereich der Magie wollen wir uns ein andermal zuwenden, bleiben wir bei den Außerirdischen.

Neben Mack und Ludwiger gibt es noch einen dritten Ansatz, sich gegen das verordnete Tabu zu wehren: Dr. Stephen M. Greer sammel in den USA Zeugen für das Disclosure-Projekt:

The Disclosure Project is a research project working to fully disclose the facts about UFOs, extraterrestrial intelligence, and classified advanced energy and propulsion systems. We have over 500 government, military, and intelligence community witnesses testifying to their direct, personal, first hand experience with UFOs, ETs, ET technology, and the cover-up that keeps this information secret.

Auch ein interessanter Ansatz: er sammelt nur Zeugen, die wirklich etwas risikieren: Menschen aus der Regierung, dem Militär, den Nachrichtendiensten. Jeder der dort aussagt, riskiert, wegen Geheimnisverrat für immer aus dem bekannten Universum zu verschwinden.

Auf you tube findet sich noch ihre Pressekonferenz:

On Wednesday, May 9th, 2001, over twenty military, intelligence, government, corporate and scientific witnesses came forward at the National Press Club in Washington, DC to establish the reality of UFOs or extraterrestrial vehicles, extraterrestrial life forms, and resulting advanced energy and propulsion technologies. The weight of this first-hand testimony, along with supporting government documentation and other evidence, will establish without any doubt the reality of these phenomena.

Man erfährt dort, dass die Regierung der Vereinigten Staaten knapp sechzig verschiedene außerirdische Zivilisationen kennt. Wer jetzt sagt, das der 11.9.2001 nur dazu diente, diese entlarvende Bewegung völlig aus dem Blickwinkel der Öffentlichkeit zu drängen, geht ziemlich weit in seinen Theorien. Aus den zwanzig Zeugen sind inzwischen über 500 geworden … alles Menschen, die viel risikieren, wenn sie öffentliche Aussagen zu dem Thema machen.

Nun – Menschen stellen sich viele Fragen, wenn sie solchen Fakten gegenüber stehen … vor allem haben sie panische Angst davor, mit der öffentlich verbreiteten Mehrheitsmeinung in Konflikt zu kommen – hier wirkt besonders in Deutschland noch die NS-Zeit nach, wo auch nur die kleinste Abweichung vom Kurs der Partei zu Folter, Qual und Lagerhaltung führen konnte.

Vor allem stellt sich natürlich die Frage: warum landen die nicht einfach mal offiziell in Berlin und stellen sich ordentlich der Kanzlerin vor?

Vielleicht sollten wir für einen kleinen Moment mal innehalten und uns ein paar weiter Fakten vor Augen führen: auch wenn viele atheistische Naturwissenschaftler immer noch die katholische Doktrin der Einzigartigkeit des Menschen im gesamten Univerum predigen, zeigen uns doch neuere Forschungen, dass das Leben immer einen Weg findet – sogar in Gegenden, in denen unsere Wissenschaftler jegliches Leben per Theorie für immer und ewig ausgeschlossen hielten (siehe: Extremophile).

Denken wir uns ein Universum, in der das Leben sich entwickelt, wo immer es gerade auch nur irgendwie möglich ist. In diesem Universum kommt die Erde mit ihren gerade mal 4 Milliarden Jahren ziemlich neu auf die Bühne. Unsere Wissenschaftler haben ausgerechnet (mit Theorien, die haarsträubender sind als nahezu jede Theorie zu nine-eleven … trotzdem glauben wir sie, weil sie besser verkauft werden): das das Universum 13,80 Milliarden Jahre alt ist.

Andere Zivilisationen wären uns also um Millionen von Jahren voraus – und wenn wir mal das katholisch-atheistische Weltbild (seltsam, wie einig die da sind, oder?) von der Einzigartigkeit des Menschen für einen Moment beiseite lassen können wir damit rechnen, dass es Millionen dieser Zivilisationen gibt: darauf deuten die Ergebnisse des Disclosure-Projektes hin. Wir sind wahrscheinlich nur ein ziemlich unbedeutender, langweiliger Planet fernab der Handelsrouten, was bei uns aufschlägt, sind verirrte Urlauber, Tramper, Unfallopfer, gelegentlich mal ein Forscher, der ein spezifische Interesse an z.B. Rindern hat … aber mehr ist da nicht zu erwarten.

Der Präsident der USA hat auch keine Vertretung in jedem Kannibalenstamm Neu-Guineas … und hier stoßen wir auf einen Aspekt, der so gut wie gar nicht bedacht wird, wenn wir über die Möglichkeit von UFOs reden: wie würden wir eigentlich als Zivilisation in den Augen kosmischer Besucher dastehen? Unsere Wirtschaftsform ist asozial und kannibalistisch, unser Umgang mit unsere Heimat – dem Planeten Erde – selbstmörderisch, unsere Ausstattung mit nuklearen, biologischen und chemischen Waffen angsterregend, unsere Freude am Hass besorgniserregend.

Welche Millionen Jahre alte Kultur würde sich schon dazu herablassen, hier zu erscheinen, um die Legende unserer ungeheuren Wichtigkeit zu pflegen? Haben Sie schon einmal daran gedacht, sich dem Maulwurf in Ihrem Vorgarten mit Visitenkarte und Gastgeschenk vorzustellen – oder im nächsten Ameisenhaufen eine diplomatische Vertretung aufzubauen?

Wahrscheinlich kreisen automatische Sonden um das Sonnensystem, die vor einem Besuch auf dem Planeten Erde warnen – so wie wir Reisewarnungen ausgeben. Entwickelt sich nämlich Vernunft so weiter, wie Kant es analysiert hat, haben die Zivilisationen dort draußen eine millionen Jahre lange Evolution der Vernunft durchlaufen – und sind so friedlich wie Christus, Buddha und Baldur zusammen.

Auf der Erde landet man nur, wenn man einen Unfall hat … oder gezielt einige Spezies vor der unausweichlichen Auslöschung allen Lebens auf dem Planeten zu bewahren. Wahrscheinlich haben diese Wissenschaftler das Schicksal von Planeten, die von bösen Geistern wie dem Kapitalismus, dem Faschismus oder der banalen Egomanie befallen sind, schon millionenfach erlebt, man macht dann seinen Job routiniert wie ein Tierfänger.

Ja – am Ende der Entwicklung der menschlichen Vernunft sowie der Demokratie wird die gesamte Gesellschaft christlich, perfekt demokratisch oder … kommunistisch – die Unterschiede liegen hier nur um Wort, nicht im Inhalt. Das gefällt vielen in den USA schon vom Prinzip her nicht.

Wir müssen uns ein außerordentlich hohes, moralisches Niveau bei diesen Wesen denken und fein ausgewogene, äußerst gerechte Prinzipien im Miteinander – während unser Miteinander dem Zustand in einem Käfig mit ausgehungerten Ratten gleicht: wer würde da schon freiwillig hineingehen?

Kurz gesagt: aus der Sicht der Galaxis ist unser Planet klein, unbedeutend, vergiftet und von einem äußerst bösen Geist beherrscht, der alles Denken durchdringt – nur selten wird ein paar Studenten gestattet, das Treiben vor Ort live zu studieren – als abschreckendes Beispiel für die Entartung einer Zivilisation.

Wären wir eine Gemeinschaft von Musikern, Gärtnern, Dichtern und Denkern: schon längst hätten wir das zivilisatorische Niveau erreicht, um offen die in Gemeinschaft der Intelligenz gebärenden Planeten aufgenommen zu werden.

Wie sind aber leider nur eine Bande von Arschlöchern, die verlangen, dass sich das ganze Universum vor ihnen verneigt.

„Seid nett zueinander, dann klappt das auch mit den Außerirdischen“ … so könnte der Werbespruch fürs TV sein. Aber auch ohne UFO könnte man sich mal daran machen, anders miteinander umzugehen … und so nebenbei würdig zu werden, von weit überlegenen Zivilisationen als akzeptable Lebensform anerkannt zu werden.

Nichtsnutze, die nur sich selbst und ihren Planeten ruinieren, hat das Universum schon genug erlebt – und solche asozialen Schmarotzer haben keinen Platz in der fein gesponnen, friedlichen Kultur des Universums, die peinlich genau darauf achtet, dass keine intergalaktischen Massentransportmittel in die Hände von Raubwesen gelangen, die mit deren Hilfe nur ihren asozialen Wahn ins Universum tragen würden.

Und – mal ehrlich: noch nicht mal wir würden zulassen, dass die Kannibalen aus Westafrika Atombomben und Düsenjäger in Betrieb nehmen. Wir erlauben das noch nicht mal entwickelten Ländern – aus gutem Grund.

 

 

 

 

 

Urlaubsterror

Dienstag, 23.7.2013. Eifel. Es ist Urlaubszeit! Hurra! Was freue ich mich darauf. Urlaub - die wertvollste Zeit im Jahr. Die Zeit, wo wir endlich einmal so richtig seien können, wie wir wirklich sind. Wo wir frei sind, ungebunden, voller Glück und guter Laune - jedenfalls: wenn der Flieger keine Verspätung hatten, das Auto nicht um Stau steht oder das heiß ersehnte Hotel sich in eine verwanzte Touristenfalle mit Großbaustelle nebenan verwandelt hat. Worauf freuen wir uns da eigentlich?

Dienstag, 23.7.2013. Eifel. Es ist Urlaubszeit! Hurra! Was freue ich mich darauf. Urlaub – die wertvollste Zeit im Jahr. Die Zeit, wo wir endlich einmal so richtig seien können, wie wir wirklich sind. Wo wir frei sind, ungebunden, voller Glück und guter Laune – jedenfalls: wenn der Flieger keine Verspätung hatten, das Auto nicht um Stau steht oder das heiß ersehnte Hotel sich in eine verwanzte Touristenfalle mit Großbaustelle nebenan verwandelt hat. Worauf freuen wir uns da eigentlich?

In einem Beitrag über nachhaltiges Reisen beim SWR fand ich eine Erklärung:

Reisen kann in der Tat nachhaltig sein, aber nur sehr eingeschränkt, sagt Prof. Jörn Mundt, Tourismusexperte der Dualen Hochschule in Ravensburg: „Wenn sie zum Beispiel aus dem Haus gehen, sich aufs Fahrrad setzen, damit zu ihrem Segelboot fahren, dann benutzen sie nur diese drei Verkehrsmittel.“ Zu Fuß und mit dem Fahrrad von zuhause aus reisen, das wäre wirklich nachhaltig, aber leider wenig realistisch, denn der Mensch ist neugierig und will in die Welt hinaus.

Ja – deshalb zieht es uns in die Welt hinaus: der Mensch ist neugierig. Sagt jedenfalls der Professor. Im Alltag erlebe ich denselben Menschen nicht als sonderlich neugierig – wäre ja schön, wenn er mal was anderes wählen würde als CDU oder SPD – einfach aus purer Neugier, wie der Alltag sich verändern würde, wenn verantwortungsbewusste Parteien an der Macht sind.

Vielleicht ist es ja auch nicht der Mensch, der neugierig ist, sondern der Deutsche? Immerhin: die geben besonders viel Geld aus, siehe Spektrum.de:

2011 machten immerhin drei Viertel der Bevölkerung mindestens eine Reise von fünf Tagen Dauer und länger. Pro Person und Reise ließen sich das die Bundesbürger durchschnittlich 868 Euro kosten – insgesamt gaben sie für Urlaube knapp 80 Milliarden Euro aus.

Zum Vergleich dazu vielleicht mal die Entwicklungshilfe? Die gibt´s im Handelsblatt:

6,3 Milliarden Euro, um die Armut zu bekämpfen. Um hungernde Kindern zu ernähren, um Kranke zu behandeln, um Menschen Zugang zu Wasser zu ermöglichen. 6,3 Milliarden Euro – das ist das Budget des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) für 2012.

Um hungernde Kinder zu retten, zahlen wir einen Euro. Um sie uns anzugucken, zahlen wir 13 Euro. Cool, oder? Wir lassen uns unsere Neugier richtig was kosten.

Natürlich fahren wir nicht nur in Hungergebiete. Wir fahren überall hin. Was das für unsere geliebte Umwelt bedeutet – vom Landfraß und Landschaftsverschandelung durch kreditfinanzierte Bettenburgen in Naturschutzgebieten (in Spanien weitläufig zu bewundern – als eine weitere Ursache für die Eurokrise) einmal völlig abgesehen – hat der WWF ausgerechnet:

Erstes Beispiel: eine Reise nach Südtirol, fünf Tage von Berlin mit dem Reisebus.

Touristischer Klima-Fußabdruck 216 kg CO2

Oder eine Reise nach Mallorca, typischer Pauschalurlaub.

Bei der An- und Abreise werden pro Person 925 Kilogramm CO2
-Äquivalente freigesetzt, 916 Kilogramm davon entfallen auf den Flug.

Drei Millionen Deutsche tummeln sich jährlich auf dieser Insel. Gut, dass Chinesen und Inder nicht so reisefreudig sind.

Natürlich geben wir uns nicht mit solchen Billigangeboten zufrieden. Wir wollen auch gerne mal weiter weg. Mexiko ist sehr angesagt, habe ich mir sagen lassen – natürlich nur im klimatisierten Hotel. Hier die Daten für eine dreizehn-Tages-Reise:

Touristischer Fußabdruck 7.218 kg CO2 pro Person
Der Flug nach Cancún setzt Treibhausgase in Höhe von 6.356 Kilogramm frei. Da fallen die Fahrt zum Flughafen und der
Transfer zum Hotel kaum noch ins Gewicht (insgesamt sechs Kilogramm). 13 Übernachtungen in der Fünf-SterneAll-Inclusive-Anlage um so mehr – der extrem hohe Stromverbrauch führt zu 487 Kilogramm CO2-Äquivalenten. 2

Nehmen wir den Aral-Rechner zur Hilfe und schauen mal, wie viel Tonnen CO2 wir bei 6 Litern auf 100 Kilometer erzeugen: 1,4 Tonnen ist das Ergebnis. Für einen Flug nach Mexiko könnte wir mit dem Auto mehr als einmal um die ganz Erde fahren.

Wäre schön, wenn wir nachhaltig zu Fuß, mit dem Rad oder dem Segelboot reisen würden … aber das kommt ja unserem Bedürfnis nicht entgegen. Dabei: gehen sie mal zu Fuß in die nächste Stadt. Schlafsack nicht vergessen, wenn´s zu weit ist. Und Barfuß gehen: ich garantiere, sie erleben ihre Umwelt ganz anders als sonst. So neugierig ist jedoch keiner, nehme ich an, weshalb ich „Neugier“ nicht als Grund aktzeptieren kann.

Natürlich möchte ich jetzt nicht auf der Klimawelle mitschwimmen – die ist mir zu instabil. Aber wir können auch einfach mal von Ressourcen reden, die dort sinnlos vergeudet werden und unseren Nachkommen bei der Erzeugung von Nahrungsmitteln fehlen werden. Einmal nach Mexiko fliegen – oder fünf Jahre umsonst Auto fahren? Na, die Rechnung klappt nicht ganz: das umweltschädliche Fliegen wird stark subventioniert. Der Staat möchte, dass wir reisen.

Was richten wir dort an – wo immer wir gerade einfallen oder aufschlagen? Lesen wir dazu ein Standardwerk des modernen Tourismus, Grundlagen des Tourismus:

Unter günstigen Rahmenbedingungen kann der Tourismus einen Beitrag zum Aufbau von Bewusstsein und Verständnis für die kulturelle Andersartigkeit leisten und eine Erweiterung des diesbezüglichen persönlichen Horizontes fördern. Im Gegensatz dazu steht jedoch die in der Realität häufig geringe Vorbereitung auf die in der Destination vorliegenden kulturellen Gegebenheiten. Die gravierendste Folge kann ein Kulturschock sein, der Hilflosigkeit, Angst oder gar Feindseligkeit auslöst. Auch die häufig kurze Dauer des Aufenthaltes im Zielgebiet und die Konzentration des Tourismus sowie die damit einhergehende Trennung der Kulturen durch im Zielgebiet abgeschottete Ferienanlagen („Ghettoisierung“) lassen nur noch bedingt einen Austausch der Kulturen im Sinne der Völkerverständigung zu.

Schlimm, oder? Wir reisen ins Ausland, um andere neidisch zu machen, ihnen unsere „überlegene“ Kultur unter die Nase zu reiben, ihre Umwelt zu vergasen, ihre Landschaft zu zersiedeln – und dann düsen wir wieder ab und lassen den Müll zurück.

Warum kommt mir nur der Begriff „Vandalen“ in den Sinn – eine Form von reisenden Barbaren – wobei wir mal außer Acht lassen wollen, dass die wirklichen germanischen Vandalenstämme besser als ihr Ruf waren. Erinnert an Vandalismus, den Wikipedia wie folgt definiert:

Vandalismus im Sinne destruktiven Zeitvertreibs aus Mangel an wirklich lustvollem Handeln, aus aggressiver Abreaktion von Wut oder aber von Imponiergehabe(einer Kraftmeierei) ohne darüber hinausgehenden Sinn.

Ist es wirklich Neugier, die uns in die Ferne treibt? Oder ein uralter Stammesinstinkt? Das wir vandalisches Imponiergehabe schätzen, zeigt die abnorme Zunahme der SUV auf deutschen Straßen: Kraftmeierei in Blech gegossen.

Und im Urlaub? Kraftmeiern wir dann in aller Welt herum, zeigen denen so richtig, wo der Hammer hängt, siehe Bund:

Die rasant steigende Reiselust bis in die entferntesten Regionen der Welt geht zunehmend auf Kosten von Umwelt und Natur. Durch den Klimawandel und das Aussterben vieler Tier- und Pflanzenarten aufgeschreckt versucht die Tourismusindustrie zwar, neue Konzepte für einen umweltfreundlichen Fremdenverkehr zu entwickeln.

So müssen Reisende auf den Malediven ihren Müll mit nach Hause nehmen und auf Mallorca wird eine Öko-Steuer für Touristen erhoben. Trotzdem zeigt beispielsweise die Zunahme von Steinschlag und Lawinenabgängen in den Alpen, dass die globalen Klimaschäden nicht mehr aufzuhalten sind.

Das schädlichste Reisemittel? Das Flugzeug – wird von Vandalen immer lieber benutzt, siehe Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz:

Das starke Wachstum, das der Flugverkehr in der Vergangenheit zeigte, wird auch
für die Zukunft prognostiziert. So erwartet Airbus in seinen aktuellen Vorhersagen1
bis 2015 eine weitere Zunahme der Verkehrsleistung um 5,3 % und bis 2025 um
4,4 %. Dies entspricht einer jährlichen Zunahme von knapp 5 % für die nächsten 20
Jahre. Für 2025 ist demnach eine Passagierleistung von über 10.500 Milliarden
Passagierkilometern zu erwarten.

Und das wird – vom Klima mal ganz abgesehen – sehr teuer für uns alle, siehe VCD:

Der Flugverkehr belastet aber nicht nur das Klima, er verursacht auch erheblichen Lärm, unter dem über 10 Millionen Menschen in Europa leiden. Ab einer bestimmten Alltagsbelastung drohen gesundheitliche Schäden durch Lärm, darüber hinaus wird die Lebensqualität Betroffener stark beeinträchtigt. Fluglärm verursacht außerdem enorme volkswirtschaftliche Schäden: Wertverfall von Häusern und Grundstücken fällt darunter ebenso wie die Belastung des allgemeinen Gesundheitssystems durch die Behandlung von fluglärmbedingten Krankheiten.

Alles wegen Neugier? Seit wann hat Neugier was mit Dummheit zu tun?

Nun – wir sehen: auch ohne Klimadebatte bedeutet Urlaub Vandalismus … und doch ist das Thema weitläufig tabu, wird gerne auf die Klimadebatte reduziert, der wir natürlich skeptisch gegenüberstehen … und dabei so tun als ob das, was aus Düse und Auspuff herauskommt, nur feinstes Wasser wäre.

Ich kenne ältere Studien zum Urlaubsverhalten von Lehrern, die ich leider im Netz nicht finde: das Netz ist halt jünger als viele Informationen – und die unnützen werden hier nicht hineingestellt. Diesen Studien zufolge fühlten sich jene Lehrer, die ihren Urlaub daheim verbrachten, noch Wochen nach Ferienende frisch und erholt, während die neugierigen Vandalen nach wenigen Tagen wieder völlig fertig waren.

Der Apothekenumschau ist dies bekannt:

Aus der Erholungsforschung ist bekannt, dass der Erholungseffekt von Urlaub recht schnell wieder verfliegt – dies wird auch als „fading out“ bezeichnet. Bereits nach wenigen Tagen zurück in der Arbeit ist bei vielen subjektiv der Erholungseffekt wieder weg.

Wen interessiert aber schon die Erholungsforschung. Sie soll jene Daten produzieren, die unseren Reisewahn vor unserer Vernunft rechtfertigen soll, immerhin reisen wir ja nur, um unsere Ausnutzbarkeit durch den Arbeitgeber zu maximieren. Dafür geben wir immer gerne Geld aus.

Kritik ist hier völlig unerwünscht, nachdenken ebenfalls – aus gutem Grund. Unser Vandalismus hat wirtschaftliche inzwischen enorme Bedeutung erlangt, siehe Deutscher Reiseverband:

Unter Berücksichtigung indirekter und induzierter Effekte ergibt sich insgesamt eine dem Tourismus zurechenbare Bruttowertschöpfung von 214,1 Milliarden Euro. Dies entspricht 9,7 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung der deutschen Volkswirtschaft.Damit trägt der Tourismus in Deutschland mehr zur Wertschöpfung bei als etwa die Fahrzeugindustrie.

Zudem auch noch eine Wachstumsbranche, die schöne Zahlen für die Statistik produziert: Regierungen lieben so etwas. Darum wird Flugbenzin auch nicht besteuert – und darum predigen uns die Lobbyisten der Airlines, der Automobilindustrie und der Tourismusbranche, dass es ja so etwas wie Klimawandel überhaupt nicht gibt.

Und wenn: Scheiß drauf!

Niemand wird uns bei unserem „destruktivem Zeitvertreib aus Mangel an wirklich lustvollem Handeln“ im Wege stehen.

Und so reisen wir weiter, bis wir wirklich die letzten Naturparadiese vergast und zubetoniert haben – nur um nachher im Büro mit unseren Kilometerleistungen imponieren  zu können: „Ich habe mehr CO2 produziert als ein Supertanker!“ – das wird der Spruch des Jahres.

Und warum machen wir das?

Weil wir uns nicht trauen, zu sagen, dass wir lieber zu Hause bleiben.

Super Möbel, beste Verpflegung, bequemes Bett, garantiert kein Ungeziefer und alle sprechen unsere Sprache,  nebenbei ist es kostengünstig, klimaneutral und erholungsintensiv.

Aber da war halt die Werbeindustrie mal wieder deutlich stärker als unsere Vernunft oder unsere Liebe zur Natur: 75 % der Deutschen hat sie so fest im Griff – so fest, dass wir die wertvollste Zeit im Jahr damit verbringen, den Rest das Planeten in etwas zu verwandeln, das letztlich wie Duisburg, Gelsenkirchen oder Berlin aussehen wird.

 

 

Atheismus: unwissenschaftlich, unmoralisch, undemokratisch, grausam und selbst nur ein dunkler Gott

Samstag, 12.1.2013. Eifel.  Philosophie hat eine ganz konkrete Aufgabe im Kanon menschlicher Wissenschaften. Sie kümmert sich (schon immer) um die ersten und letzten Dinge, um die Frage: wo kommen wir her, wo gehen wir hin – und was machen wir hier überhaupt? Es gibt viele Themen, die die Philosophie erschließt und die im Nachhinein von ihren Kindern übernommen werden: Physik, Mathematik, Chemie, Biologie, Hermeneutik, Ingenieurwesen  sowie der ganze Bereich der „Geisteswissenschaften“ sind ursprünglich aus der einfachen, philosophischen Frage entstanden: wo sind wir hier eigentlich? Wer sind wir? Und was machen wir hier? Antworten auf diese Fragen gibt es reichlich. Ob sie richtig oder falsch sind, können wir nicht beurteilen – wir hätten die Fragen nie gehabt, wenn wir das könnten. Daraus kann man eine gewissen Beliebigkeit bei der Wahl seines Weltbildes ableiten – wie es ja heute auch geschieht. Der religiöse Bereich ist der Mentalität des Konsums unterworfen, wodurch er aus dem Bereich der Philosophie heraustritt und in das Reich der Beliebigkeit hineintritt: dort darf man an alles glauben, das Disney produziert. Es gibt jedoch eine dieser Anschauungen, über die wir trotzdem Aussagen machen können: den Atheismus – oder seine kriminelle Form, den Antitheismus. Er ist grober Unfug. Gröbster Unfug sogar – aus der strengen Sicht der Erkenntnistheorie. Und außerdem: ziemlich gefährlich, wenn er Hand in Hand  mit dem primitiven und unreflektiertem Materialismus.

Doch fangen wir erstmal mit der Erkenntnistheorie an. Dieser Bereich ist sehr komplex, über „Wahrheitstheorien“ sind ziemlich viele umfangreiche Bücher geschrieben worden. Wir können es uns aber auch einfach machen und starten die Diskussion im 17. Jahrhundert. Dort starteten unsere Naturwissenschaften – erst später stellte man fest, das der Mensch vielleicht auch mal Gegenstand der Untersuchung sein könnte und es folgten die Geisteswissenschaften.

Prinzipiell gibt es nur zwei Möglichkeiten für Menschen, „Wissen“ zu sammeln: entweder wir bekommen es durch Beobachtung (das ist – die von Bacon vorbereitete Position Lockes) – oder aber (so Descartes) durch Nachdenken. Die darauffolgende Diskussion dauert bis heute an, füllt Millionen von Seiten – ändert aber nichts daran, das diese beiden Prinzipien aus naturwissenschaftlicher Sicht unsere einzigen Wahrheitsinstrumente darstellen (das wir Emotionen auch als „Wahrheitsinstrument“ anerkennen können und müssen, würde hier zuweit führen: das ist eine noch sehr moderne Sichtweise, die – hoffentlich – zukünftige Generationen bei der Wahrheitsfindung anleiten wird).

Damit ist die Debatte um den Atheismus schon zu Ende. Rational zeigen uns die Gottesbeweise, das wir ohne irgendeine Art von Ursache, die die unglaubliche Fähigkeit hat, sich aus sich selbst heraus zu bewegen, das Universum nicht  denken können. Empiriker halten das gleich für eine Schwäche des Geistes – haben aber eine ähnliche Schwäche … bzw. ein ähnliches Problem. Sie müssen eine Unzahl von Geister- und Dämonensichtungen für wahr nehmen, weil sie belegbar Bestandteil der Naturbeobachtungen der Menschheit sind. Der Rationalist hält das für völlig verrückt … und verweist gleich auf die Schwäche der Sinne: sie können sich täuschen.

Der Materialismus (als besondere Form des Atheismuskomplexes, der unter anderem auch Elfengläubige erfasst, die aber die Existenz des christlichen Gottes ablehnen) macht es sich hier besonders bequem: er handelt einfach unwissenschaftlich und setzt willkürlich eine „Wahrheit“. Das kann man machen: die schlimmsten Verschwörungstheoretiker arbeiten genauso, haben aber eine Qualität, die der Atheismus nicht hat: sie berufen sich auf Dinge, die beobachtbar sind – und rational nachvollziehbar. Alles was die Rationalisten an Fragen am Rande der menschlichen Existenz auffinden, hält der wissenschaftliche Materialismus für Geistesschwäche, alles, was an Beobachtungen stört, für völlig verrückt.

Solche geschlossenen Beweiszirkel sind in der Philosophie schon lange bekannt: aber diskutiert mal mit einer Horde, ausgebeuteter, wütender, hasserfüllter Arbeiter die mit roten Fahnen vor dem Werktor stehen und meinen, der Kampf gegen den Gedanken „Gott“ sei Teil des Kampfes gegen ihre asozialen Fabrikführer. Natürlich haben sie aus einer gewissen Perspektive Recht mit ihrer Anschauungen: lange Zeit war es für den Adel Tradition, das der Zweitgeborene der Kirche gehört – sie haben die Kirche schlicht und einfach gekapert um sich Gott zu unterwerfen, in dessen Namen sie dann fürchterliche Kriege geführt haben. Quelle des Übels ist aber hier der Adel – nicht Gott.

Mit solchen Beweiszirkeln kann man alles beweisen, was man will. Wenn ich sage: die Farbe Rot gibt es nicht – so kann ich das beweisen. Alle die, die Rot sehen, haben eine Geistes- oder Sinnesschwäche, alle die, die mir irgendwelche Farbspektren erklären wollen, sind schlicht und ergreifend verrückt, denn es gilt: Rot gibt es nicht.

So beweise ich alles: das der Mond aus grünem Käse ist, wir alle nur im Traum eines wahnsinnigen Gottes leben, das Merkel ein Alien ist, Deutschland eine souveräne Demokratie, das es keine rechten Winkel gibt oder die Erde eine Scheibe ist – für solche „Methodik“ ist das kein Problem, sie kann wirklich ALLES beweisen.

Und alles, was so bewiesen wird, ist falsch, weil es willkürliche Setzungen von Wahrheiten sind. So arbeiten Diktatoren, aber so arbeitet nicht die Wissenschaft – weder die rationalistische noch die empiristische.

Jetzt kommen wir natürlich in ein gefährliches Fahrwasser, weil der neugierige Leser jetzt wissen will: wenn Atheismus grober Unfug ist, heißt das dann, das es den lieben Gott gibt?

Nun – diese Frage kann ich nicht beantworten … und würde mich auch nicht auf die Seite der widergöttlichen Mächte stellen, die ganz klar wissen, wir Gott aussieht. Widergöttliche Mächte? Ja, was die Vorstellung von Gott betrifft, so gelten in dem hiesigen Kulturkreis ganz klare Regeln (an die sich der Adel natürlich nicht gehalten hat – als Speerspitze der widergöttlichen Mächte war das zu erwarten: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst haben die wohl nie im Leben praktiziert – damals wie heute tanzen sie lieber um das Goldene Kalb):

1. „Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.“

Ja, das war ihm wichtig. Oder ihr. Oder es. Keinen Baal, dem man Kinder in Feueröfen opferte (war damals Alltag), keinen „Führer“, keinen Gottkaiser, keinen „Fortschritt“ und keinen „Markt“. Eine weise Botschaft, eigentlich, denn diese Götter fordern – so lange wir denken können – Menschenopfer. Auch heute noch verlangt der Mammon (wir nennen den nicht so – aber die Bibel würde ihn so nennen) aus ganz vernünftigen Gründen die Reduktion des Menschengeschlechtes um einige Milliarden Seelen … und da diese Seelen keine Kinder Gottes mehr sind, sondern aus einem chaotischen Urschlamm zufällig entstandene Schädlinge, die keine Daseinsberechtigung haben, wenn sie zu schwach sind (oder arbeitslos oder Juden  oder Armenier oder Kurden oder Christen oder Moslems oder alt und krank), spricht auch rein rational nichts dagegen, sie zum Schutze des eigenen Wohlstandes zu opfern – oder sie, wie in Griechland, bis aufs Blut zu quälen.

2. „Du sollst dir kein Gottesbildnis machen, das irgendetwas darstellt am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde.“

Auch das war ihm wichtig. Wichtiger als der arbeitsfreie Samstag, das Verbot von Raub und Mord war ihm die Tatsache, das man gefälligst aufhören sollte, Religionen zu formen, die ganz klar wissen, wie das  „Jenseits“ aussieht.

Toller Gott, oder? Kommt daher und sagt: habt Euch lieb und macht Euch um mich keine Gedanken. Die Atheisten der griechischen Philosophie haben ähnlich gedacht. Und da kommt jetzt das politische Instrument des Atheismus (ja, ich urteile jetzt – und verweise auf die Ursprünge) und sagt: der hat keine Ahnung, den „gibt“ es gar nicht … wobei sie hier ein Urteil fällen, das purer Nonsens ist. Gott als höchster von Menschen zu denkender Gedanke (noch etwas größer als alle Universen zusammengenommen) ist kein Gegenstand der Welt des „Seins“ – also kein Objekt der Naturwissenschaften, das man beliebig zersägen, zerlegen oder spalten kann (und das ist auch gut so, denn genau das würde unsere machtbesessene „wissenschaftliche“ Kultur mit ihm machen), er ist auf jeden Fall und unwiderlegbar ein Objekt im menschlichen Geist – also ein Objekt der Geisteswissenschaften. Trotz aller Allmachtsphantasien des modernen Materialismus gibt es ein paar Dinge, die sich seiner Machtausübung entziehen … eins davon ist fast jedem Menschen bekannt  – man nennt es Liebe, ein anderes ist der Hass … und beide richten mehr Schaden an als alles Religiöse zusammen (was dafür spräche, den Geisteswissenschaften mehr Geld zu geben, damit die Haßprediger in Militär und Politik  nicht die Welt mit den Werkzeugen der Naturwissenschaftler zersägen, zerlegen, spalten und zerfetzen, bevor wir uns überhaupt bewußt geworden sind, was wir hier wollen).

Aber wie schön wäre es, wenn die Menschen „Atheismus“ als „wahr“ anerkennen (ja, das darf man, das ist im Reich der unwissenschaftlichen Beliebigkeit erlaubt: Ufos, Spukgeister und ein Mond aus grünem Käse – alles kein Problem, wenn man nur will), denn dann … kann man ihnen andere Götter geben, denen sie hinterher laufen – und ganz schnell vergessen sie, das Nachfolge Christi bedeutet, das man alles verkaufen sollte, was man hat – und den Armen geben. DIESER Gott mochte nämlich keine Armen, laut der Legende hat er sogar extra seinen Sohn heruntergeschickt, um das nochmal ganz ausdrücklich klar zu machen: liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst – und nicht: beute ihn aus, so gut Du kannst. Nicht umsonst wurde er … gekreuzigt.

Und jetzt merken wir: Atheismus ist nicht nur eine kleine, pubertäre Spinnerei von Individuen mit Allmachtsphantasien … er ist politisch und gesellschaftlich extrem gefährlich, weil er das gesamte moralische Fundament der Zivilisation untergräbt, alle Grundlagen eines sozialen Miteinanders in Frage stellt.

Sicher, wir haben ein Grundgesetz, das unser Verhältnis zu Gott klar zum Ausdruck bringt:

Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen […] hat sich das Deutsche Volk […] dieses Grundgesetz gegeben.

Und das geschah sehr überlegt und weise – aufgrund der Erfahrungen, die man mit einem anderen gottgleichen Wesen gemacht hat, das die „Vorsehung “ persönlich an die Spitze des deutschen Staates gestellt hatte … mit entsprechenden Ergebnissen: Menschenmassenopfer.

Das ist nichts weniger als die unabdingbare Anbindung unserer Gesellschaft an den Gedanken eines höchsten „Guten“. Wie Angriffe auf die Verfassung, Wünsche zu ihrer Veränderung  zu beurteilen sind, kann jeder selbst beurteilen. Im Prinzip, dem Sinn entsprechend: alles satanistisch (sofern wir Satan als Gegenteilbegriff zu Gottes Willen zulassen wollen).

Wir erleben das alles am eigenen Leibe – als Volk. Je weiter wir uns von dem an Gott gebundenem Grundgesetz entfernen, umso verharzter und verschuldeter werden wir … und umso unmenschlicher. Wie Immanuel Kant schon erkannte: die Vernunft als solche kann zwar moralische Regeln aufstellen … zeigt aber eine gewissen Schwäche bei der Frage: und was bringt mir das jetzt, wenn ich mich so verhalte, das meine Verhaltensmaximen jederzeit Gesetz eines Staates werden können – ich aber keine Millionen damit verdiene, während andere mit Menschenhandel und brutaler Ausnutzung der Not der Menschen superreich werden?

Was also wollen atheistische  Strömungen, die Gott (und in Folge auch seine Gebote) in Frage stellen?

Eine Förderung der Unmoral, die letztlich in Kindermord, Kinderprostitution und Lagerhaltung endet, weil alle moralischen Grenzen gefallen sind – wie man aktuell am Beispiel der Kirche sehen kann.

Jetzt wird es völlig verrückt, wird mancher denken: die Kirche als Speerspitze des Atheismus?

Antwort: siehe Gebot 1 und 2. Die verstoßen jeden Tat dagegen, kennen Gebote Gottes besser als er selbst, predigen Wasser und saufen Wein und haben natürlich auch kein Problem damit, die Kanonen jeder Seite zu segnen. Für Innenansichten der Kirche empfehle ich den Roman des ehemaligen Vatikanmitarbeiters und Papstvertrauten Malachi Martin („Der letzte Papst“), der dort schon in den neunziger Jahren die Kindermißbrauchsnetzwerke beschrieb, die jetzt allgemein bekannt geworden sind – die satanischen Gruppen, von denen er berichtete, sind aber noch nicht so weitläufig bekannt.

Hexenverbrennungen, „Ketzer“-Morde, Ablassbriefe und ein Hauptsitz, der voller Prunk und Pracht nur so glänzt lassen sich kaum in Einklang bringen mit jenem Gott, der im Verständnis des „Erfinders“ dieses Begriffes (das Judentum) das Heilige des Lebens selbst präsentiert, jenen göttlichen Hauch (Ruach), der überhaupt erst Lebendigkeit in die Materie bringt (ein Bild, mit dem wir schon wieder gegen das zweite Gebot verstoßen haben).

Nun – die Bibel ist kein Fax Gottes. Mag sein, das es einen Moses gab, der mit konkreten Anweisungen (oder altbekannten sittlichen Ideen) von einem Berg stieg, aber der Rest ist von Menschen geschrieben worden, die ihre eigenen Interessen haben.

Jetzt ist mancher sicher völlig verwirrt: wenn denn die Atheisten unrecht haben, die Theisten aber auch – was ist denn dann wahr?

Nun – hier sind wir im Kernbereich der Philosophie.

Was wahr ist, können wir nicht sagen, noch erkennen. Unsere Sinne sind zu beengt, unser Verstand zu unerfahren, das wir das Universum verstehen könnten. Daran wird sich auch in tausend Jahren nichts ändern (auch wenn es die Kirche in dem Zeitraum schaffen könnte, den Einfluss des Adels und des Kapitals aus sich herauszuwaschen – wenn sie das überhaupt wollte). Wir müssen uns also ENTSCHEIDEN, in welchem Rahmen wir leben wollen.

Anders geht es nicht.

Also entscheiden wir uns … zwischen einer Welt, die sinnlos und ziellos aus einer chaotischen Ursuppe entstanden ist – oder einer Welt, die liebevoll und gut durchdacht ein Spielfeld darstellt, in dem menschliche Seelen die Erfahrung materieller Existenz machen dürfen.

Das erste Bild wurde übrigens schon mal plastisch dargestellt: in der dunklen Mythologie des Howard Phillips Lovecraft hat der atheistische Materialisms eine Gestalt bekommen: Azathoth, der blinde und wahnsinnige Dämonengott, den man sich unter anderem als permanente Nuklearexplosion vorstellen kann … ein Zustand, dem die Kultur des wissenschaftlichen Materialismus  und Atheismus hier und jetzt schon möglich gemacht hat.

Das zweite Bild … entspricht eher einer freien, glücklichen Hippiekultur, die mit allen Sinnen das Leben genießt, weil sie weiß, das es gut ist und das sie vom Urquell des Seins geliebt werden.

Also … ich habe da als vernünftiges, rationales Wesen kein Problem, mich zu entscheiden und zu dieser Entscheidung mit aller Konsequenz zu stehen (und das ist im Übrigen die wahre Bedeutung des Wortes „Glauben“ – dort, wo man nicht urteilen kann, vernünftige Entscheidungen zu setzen … wenn man muss).

Die Frage, wie Gott jetzt aussieht und wie er zu Homosexualität steht (oder zu anderen völlig bedeutungslosen Themen) kann ich nicht beantworten – ich will ja den widergöttlichen Mächten keine Dienste leisten. Wenn Gott gewollt hätte, das wir darüber Bescheid wissen, dann wüssten wir es schon – ich schätze mal, es gehört zu den Spielregeln dazu, das wir hier unten keine Ahnung haben sollen. Würde die Ergebnisse des Experimentes verfälschen.

Was ich sagen kann, beschränkt sich auf geisteswissenschaftliche Methodik der Hermeneutik, auf vergleichende Religionswissenschaften, auf Ergebnisse der Nahtodesforschung und die religionsübergreifenden Erfahrungen der Mystiker, die zum Beispiel Jesus als Zenbuddhist begreifen … oder als Zauberer in der Tradition der Huna, die dereinst im Norden Marokkos anzutreffen waren, letztlich aber auf Hawai gelandet sind.

Wir können davon ausgehen, das die Zerstörung des Empfangsgerätes (wie beim Fernseher) nicht das Ende des gesendeten Programmes bedeutet – einige Fälle im Bereich der Reinkarnation sind dermaßen gut dokumentiert und rational anders nicht erklärbar, das wir eine gewissen Wahrscheinlichkeit dafür annehmen können. Dasselbe gilt für die Existenz des Geistes nach dem Tod (so wie ein Autofahrer noch weiter Autofahrer  ist, obwohl er aus dem Auto ausstieg). Ebenso bedeuten die reproduzierbaren Erfahrungen der Mystiker, das es auch im hier und jetzt eine gewisse Wahrscheinlichkeit mit einer begrenzten Kommunikation mit dem Transzendenten, Jenseitigem geben könnte (bekannt sind da Erfahrungen aus dem Bereich der Mathematik, des Gebetes, der Meditation oder einfach nur dem Bereich der emotionalen Schau der Welt) – hier rate ich aber nicht zu einem Urteil, sondern einfach mal zur Erarbeitung konkreter persönlicher Erfahrungen – wobei wir einen letzten Bereich betreten, der mir noch am Herzen liegt.

Atheisten und Materialisten betrachten sich selbst gerne als Speerspitze der Aufklärung, der Rationalität und der Vernunft (was wir jetzt schon in Ansätzen widerlegt haben) und sie wähnen sich aber auch als ein kleines Häuflein Auserwählter in einem Meer von Idioten.

Genau das Gegenteil ist aber der Fall.

Aus philosophischer Sicht kann ich nur jenen „Gläubigen“ als Gläubigen anerkennen, der:

a) empirische nachvollziehbare Hinweise für sein Weltbild hat oder

b) hinreichend gut durchdachte nachvollziehbare rationale Gründe dafür vorweisen kann.

Beides ist aber außerordentlich selten – und wird auch immer seltener. Quer durch alle Kulturen finden wir gemeinsame Aussagen über Techniken der Begegnung mit „Gott“ (schon diesen Namen zu gebrauchen, ist im strengen Sinne widergöttlich … weshalb ich hier mal anmerke, das ich das sehr ungern tue): dazu braucht es vor allem Stille und eine nur mit strenger Disziplin zu erzeugende Gedankenleere … d.h., man muss sein Denken in einen Zustand bringen, wo es außerhalb von Worten funktioniert.

Einfach mal einen Selbstversuch machen: einfach mal „Gott“ denken, ohne das dabei Bilder auftauchen – in unsere Kultur für den Normalbürger fast unmöglich. Unsere (satanische?) Kultur ist voll von Bildern von Gott … dafür sorgt allein schon Hollywood. Und Stille? Wann haben wir die das letzte Mal vernommen?

So sehe ich mich also einer Kultur gegenüber, in der der „Gläubige“ eine außerordentliche Seltenheit geworden ist … und schon verstehe ich, warum unsere Zivilisation so degeneriert. Konzentrationslager, Hexenverbrennungen (ja, die sind ein Produkt der „Neuzeit“- nicht des Mittelalters, wie es gern aus Propagandagründen behauptet wird), Atombomben, Giftgas, antibiotikaresistene Keime, Umweltvernichtung, Massenmorde … all das sind Teile einer Kultur, die sich gegen den Gedanken „Gott“ entschieden hat. Nicht de jure, aber de fakto … und das letztere ist, worüber Philosophen Urteile fällen.

Sonst könnten wir ja auch einfach glauben, das Deutschland 2013 der Gipfel dessen ist, was an demokratischer Gesellschaft überhaupt möglich ist – oder das ich der König der Welt bin, weil ich das gerade jetzt behauptet habe.

Nun habe ich viel belegt – Atheismus ist unwissenschaftlich, unmoralisch, undemokratisch und selbst ein dunkler Dämon … aber eins fehlt noch: das grausame.

Nun – Religion ist doch Opium für das Volk, oder? Das kann man sogar nachvollziehen – das ist eine Wirkung religiöser Gedanken.

Ich sehe aber keinen Grund, den an der Welt leidenden Menschen, der kleinen, verarmten, hungernden Rentnerin auch noch ihr Schmerzmittel zu nehmen, um sie völlig dem auszuliefern, was wir so selbstherrlich die „moderne“ Gesellschaft nennen – das wäre grausam und gemein.

Aber Menschen ohne Entscheidung für ein „gutes“ (nicht mehr hinterfragebares moralisches und ethisches)  Leben haben damit kein Problem – nicht nur das: ihr eigener, dummer, blinder und tauber Idiotengott ergötzt sich an diesen sinnlosen Grausamkeiten … und auf einmal erahnen wir auch, woher diese Illusion vom „Teufel“ ihren Ursprung hat: es ist nichts weiter als die entschiedene Abwendung von der Idee des „Guten“.

Und was ist jetzt dieses Gute?

Die unwiederbringliche Entscheidung, das wir letztlich über „gut“ und „böse“ nicht urteilen können, ebenso wenig wie über Gott, das Jenseits und die Existenz jenes Stuhles, auf dem wir gerade sitzen.

Wofür wir uns aber entscheiden können, das wir diese Reise von Geburt zu Tod vernünftigerweise gemeinsam unternehmen, ohne uns gegenseitig zuviel unnütze Probleme zu bereiten, in dem wir den anderen umbringen, seine Regelsätze zu niedrig berechnen oder ihn aus der Gemeinschaft ausstoßen, weil wir seine Rohstoffe für uns allein haben wollen. All das können wir zurecht teuflisch nennen, satanisch, widergöttlich, grausam, unmoralisch und gemein … und der höchste von Menschen zu denkende Gedanke gibt uns als „Gott“ sogar Recht.

Leider … sind die, die versuchen, ihm trotz der erkennbaren menschlichen Schwächen entschieden zu folgen in der absoluten Minderheit, die Mehrheit entscheidet sich für andere Verhaltensweisen … und deshalb auch gegen Gott.

Nun ist dieser Artikel jetzt schon wieder viel zu lang geworden fürs Internet, aber er wäre fast umsonst geschrieben, wenn man nicht aus seinen Erkenntnissen heraus einige Feststellungen treffen würde – und sie nochmal deutlich unterstreicht:

1. Ja, die Hippiekultur des „Love und Peace“ war in der Tat (im Prinzip) eine Wiederkunft Christi – aus kulturwissenschaftlicher Sicht, nicht aus der Sicht der Amtskirchen

2. Ja, jeder, der anderen vorwirft, sie seien „Sozialromantiker“, ist ein grausamer Diener Satans. Man sollte ihn auch fairerweise so nennen, damit ihm selbst ganz konkret bewusst werden kann, auf welchen Pfaden er gerade lustvoll wandelt.

3. Nein, Gott hilft nicht beim Einparken; Gebete nützen nichts beim Lottospielen, noch bei Bewerbungen, Aktienkursen oder der Erreichung von Kriegszielen. Wäre dies so … wir bräuchten das ganze Ereignis „Leben“ nicht, sondern würden uns nur noch in unfreien, gottgewollten Routinen bewegen. Wer will das schon – außer der NWO und ihren dunklen Aposteln.

 

 

 

 

 

 

Deutschland zerbricht. Das schleichende und unnötige Ende einer großen Zivilisation

Donnerstag, 1. November 2012. Eifel.  Der reichste Mensch, den ich persönlich kennengelernt habe, war Mister Akihiko Otsuka. Ein feiner Kerl. Er hätte gerne ein eigenes Leben gehabt, aber wie viele reiche Erben war es ihm nie vergönnt, ein eigenes Leben zu haben. Ein paar Momente als langhaariger Hippie, dann holte der Reichtum ihn ein und das Leben war vorbei. Sein Vater hat einige feine Dinge getan, die nicht so renditeträchtig sind - zum Beispiel eine Luxushotelkette für seine Mitarbeiter gebaut, wo die für ganz wenig Geld einen Spitzenurlaub erleben können.  Mister Otsuka hatte selbst nie Zeit, über sein Leben selbst bestimmen zu können, er lebt das Leben seines Vaters und seines Großvaters sowie seine Kinder und Enkel sein Leben leben werden. Das ist so im goldenen Käfig des Reichtums: Freiheit gibt es da nicht, dafür aber das beständige Gefühl der Bedrohung - nur einmal ohne Unterhose auf dem Balkon gewesen und schon sieht das die ganze Welt. Ähnlich bespitzelt wie die Reichen werden bei uns nur Hartz-IV-Empfänger. Die ärmsten Menschen die ich kennengelernt habe lebten in Wellblechvorstädten von Johannesburg - eine der mordreichsten Städte der Welt. Schon die Mittelständler dort sind superarm, weil sie in kleinen Gefängnissen wohnen - hohe Mauern, Stacheldraht, Suchlichter: so etwas kennen wir nur aus dem Knast, nicht aber aus Wohngegenden der Mittelschicht. Die Armen lebten damals in hastig zusammengebauten Wellblechhütten, die regelmässig von Bulldozern der Regierung niedergewalzt wurden. Manchmal blieb auch einer von ihnen unter den Ketten liegen. Hartz IV wäre für die der Traum: man hätte Wasser, Strom, Milch, Mehl, Eier, Zucker, Obst ... was für ein unglaublicher Reichtum.  Und es passiert in Kreisen von Hartz IV nur höchst selten, das der Nachbar an der Bushaltestelle mal eben kurz aus purer Lust am Morden mit einer Fahrradspeiche erstochen wird - was jener Mensch, der mich durch Johannisburg geführt hat, erst Tags zuvor erleben durfte.

Donnerstag, 1. November 2012. Eifel.  Der reichste Mensch, den ich persönlich kennengelernt habe, war Mister Akihiko Otsuka. Ein feiner Kerl. Er hätte gerne ein eigenes Leben gehabt, aber wie viele reiche Erben war es ihm nie vergönnt, ein eigenes Leben zu haben. Ein paar Momente als langhaariger Hippie, dann holte der Reichtum ihn ein und das Leben war vorbei. Sein Vater hat einige feine Dinge getan, die nicht so renditeträchtig sind – zum Beispiel eine Luxushotelkette für seine Mitarbeiter gebaut, wo die für ganz wenig Geld einen Spitzenurlaub erleben können.  Mister Otsuka hatte selbst nie Zeit, über sein Leben selbst bestimmen zu können, er lebt das Leben seines Vaters und seines Großvaters sowie seine Kinder und Enkel sein Leben leben werden. Das ist so im goldenen Käfig des Reichtums: Freiheit gibt es da nicht, dafür aber das beständige Gefühl der Bedrohung – nur einmal ohne Unterhose auf dem Balkon gewesen und schon sieht das die ganze Welt. Ähnlich bespitzelt wie die Reichen werden bei uns nur Hartz-IV-Empfänger. Die ärmsten Menschen die ich kennengelernt habe lebten in Wellblechvorstädten von Johannesburg – eine der mordreichsten Städte der Welt. Schon die Mittelständler dort sind superarm, weil sie in kleinen Gefängnissen wohnen – hohe Mauern, Stacheldraht, Suchlichter: so etwas kennen wir nur aus dem Knast, nicht aber aus Wohngegenden der Mittelschicht. Die Armen lebten damals in hastig zusammengebauten Wellblechhütten, die regelmässig von Bulldozern der Regierung niedergewalzt wurden. Manchmal blieb auch einer von ihnen unter den Ketten liegen. Hartz IV wäre für die der Traum: man hätte Wasser, Strom, Milch, Mehl, Eier, Zucker, Obst … was für ein unglaublicher Reichtum.  Und es passiert in Kreisen von Hartz IV nur höchst selten, das der Nachbar an der Bushaltestelle mal eben kurz aus purer Lust am Morden mit einer Fahrradspeiche erstochen wird – was jener Mensch, der mich durch Johannisburg geführt hat, erst Tags zuvor erleben durfte.

Solche Erlebnisse gönne ich jedem Menschen. Sie halten einen dazu an, das richtige Maß für sein Leben zu finden, zu schätzen was man hat und etwas weiser im Urteil zu werden – auch im Urteil über das eigene Land. Unter solchen Eindrücken fällt es auch schwer, im bedingungslosen Grundeinkommen die Lösung aller Probleme zu sehen – denn worin unterscheidet sich eigentlich der Anspruch auf immer mehr Geld für sich selbst von dem Anspruch raffgieriger offener Immobilienfonds? Nun – keine Sorge: hier folgt jetzt keine Generalabrechnung mit diesem neuen Traum einer solidarischen Gesellschaft. Der Schritt hin zu einem Grundeinkommen ist alternativlos.  Bei vielen Menschen – wie zum Beispiel der japanischen Familie Otsuka – würde er auf offene Ohren stoßen. Dort gibt es Menschen, die gerne anderen die Freiheit gönnen, die sie selbst für sich nie hatten … deshalb aber sehr wertschätzen. Im Prinzip ist es doch genau das, weshalb wir als Menschheit Zivilisation, Stadt und Staat gegründet haben: damit es uns alle besser geht, damit wir nicht mehr wie Conan der Barbar allein durch die Welt laufen, beständig bedroht von Krankheit, Winter, Hunger oder Raubtieren, sondern geschützt von einer Gemeinschaft, die deutlich stärker ist als alle Conans des Landes zusammen. Mag der Teufel auch als „Herr der Welt“ Legionen von Dämonen ausschicken, um sich beständig neue Plagen auszudenken: wir als Menschheit werden locker damit fertig.

Sicher, es ginge noch besser. Schlimm wird es nämlich, wenn Menschen selbst zur Plage werden. Das wußte schon Aristoteles, der eine Herrschaft von Reichen als deutlich schlimmer empfand als die Herrschaft durch einen Tyrannen. Die Reichen – und das ist gerade ein sehr aktuelles Thema – sind der schlimmste Fluch einer Gemeinschaft, weil sie der Zivilisation, der Stadt und dem Staat alle Lebenskraft aus den Knochen saugen und immer stärker saugen, je fetter sie sind. Mister Akihiko Otsuka würde das verstehen – er ist ja auch Milliardär. Er kann sich solche nüchternen, funktionalen Gedanken leisten, zudem hatte er das Glück, das Vermögen vererbt zu bekommen. Die Armen in den Wellblechhütten verstehen das auch: sie erleben tagtäglich, welchen gesellschaftlichen Zustand wir in Deutschland bekommen, wenn die Reichen keiner aufhält – oder sie selbst nicht zur Vernunft kommen und sich wieder in die soziale Gemeinschaft eingliedern, anstatt sich hemmungslos ständig neue Tricks einfallen zu lassen, wie sie den Reichtum der Gemeinschaft in ihre privaten Schatullen lotsen können.

Dabei wäre Zeit für Vernunft. Nach Ansicht mancher Historiker ist die Geschichte ein beständiger Kampf der reichen Familien gegen den König – mehr nicht. Das funktioniert wie ein Zweitaktmotor: haben die reichen Familien den Staat wieder bis zur Neige ausgeplündert, kommt ein neuer Führer, der dem Volk Würde, Achtung und Respekt verspricht und die Ordnung wieder herstellen will. Indianer nennen das dann den „Kriegshäuptling“ – und weil es um Krieg geht, kann es immer nur eine einzelne Führerpersönlichkeit sein. Hat der seinen Job erledigt und ist gescheitert (was die immer tun, weshalb die Kriegshäuptlinge der Indianer nach Beendigung des Krieges ihre Macht wieder völlig abgaben und ins Privatleben zurückkehrten), kamen die Familien wieder an die Macht: sie versprachen Demokratie, Freiheit, Bürgerlichkeit – jedenfalls solange, wie es nötig war, die neuen Überversorgungsstrukturen wieder aufzubauen, die der König sich selbst angeeignet hatte.

In diesem Zirkus wäre ein Grundeinkommen ein gewaltiger Schritt nach vorn: es würde eine gewisse Menge an Volkseinkommen definieren, das unantastbar ist und sich auch jeglichen Tricks und Schlichen (oder „Geschäften“) der Reichen entzieht. Wir haben auch schon ein Grundeinkommen – deshalb will ich hier auch kein großes Geschrei dagegen hören. Wer sich da entblößt, hat noch nicht verstanden, das Hartz IV Grundeinkommen ist – allerdings momentan nur für Arbeitssklaven und Befehlsempfänger, was überhaupt nicht tolerierbar ist.  Erst recht ist es ein tödliches Machtinstrument in den Händen der Regierung – das ist nun mal mit Menschenrechten und Demokratie überhaupt nicht vereinbar.

Das interessiert jedoch die Reichen nicht. Fünfzig Jahre lang haben sie gezielt an dem großen Geldstaubsauger gebastelt, der ihnen die Milliarden in die Taschen spülen sollte und der läuft jetzt gerade auf Hochtouren. Wir müssen ja auch die Millionäre verstehen, die lange Zeit neidvoll die Tiraden der Milliardäre ertragen mussten, ebenso wie die Besserverdiener die Millionärseskapaden bestaunen durften oder der Mittelstand die SUV´s der Besserverdiener zu tolerieren gezwungen war, der Niedriglohnempfänger die landraubende Häuslebauerkultur des Mittelstands ohnmächtig ertragen sollte, wie die Sozialhilfeempfänger den Reichtum der Niedriglohnempfänger vor Augen geführt bekamen. Und alle wollen auf den Zug aufspringen, ein Wahn wie im Dritten Reich: damals war alles Glück der Welt vom Tod der Juden abhängig, heute soll immer mehr Geld alles richten.

Wer zahlt letztlich? Der Staat. Die Gemeinschaft, die in großem Umfang zerbricht. Finanziell sieht man es an den explosionsartig wachsenden Staatsschulden (was dazu führt, das Staatsdiener unbezahlten Zwangsurlaub nehmen müssen), menschlich an der zunehmenden Degeneration der zwischenmenschlichen Strukturen (was zu Überlegungen führt, kranke Alte ins ferne Ausland abzuschieben – ein sehr häßlicher Skandal, der seltsam wenig Aufmerksamkeit nach sich zieht – oder aber zu ersten Auflösungserscheinungen bei Krankenversicherungen, die sich dem Prinzip verschreiben, das auch die Arbeitslosenversicherung vorgelebt hat: viel kassieren, nichts leisten) und wirtschaftlich an der schlichten Tatsache, das man mit dem Geld auf den Bahamas in Deutschland  den Firmen die Luft abdreht, weil die auf ihren Waren sitzenbleiben. Sogar Mercedes und die sonst so boomende Computerbranche in Deutschland bekommen Probleme … die sie, um ihr Überleben zu sichern, auf die übliche Art lösen:

Der Computerzubehör-Hersteller ringt mit den sinkenden Absatzzahlen klassischer Rechner. Der Umsatz verfehlt die Erwartungen der Analysten. Immerhin klettert dank Sparmaßnahmen und Steuereffekten der Gewinn.

„Steuereffekte“ sind nichts weiter als ein schönes Wort für einen kräftigen Griff in die Gemeinschaftskasse – und „Sparmaßnahmen“ nichts weiter als ein Begriff für Entlassungen. Sogar die vom Steuerzahler mit phantastischen Beträgen geretteten Banken entlassen Zehntausende von Mitarbeitern, weil exorbitante Gewinne nur noch durch die Vernichtung von Leben und Lebensqualität zu erwirtschaften sind. Das Ende des deutschen Jobwunders – das sowieso nur ein Zwangsarbeits- und Niedrigstlohnwunder war – steht vor der Tür.

Schon jetzt erreichen uns die Warnungen der Geldhorter: Deutschland hat ein Problem mit schwachen Staatsfinanzen, unsicheren Börsen und kriselnden Banken. Wir wissen, was das heißt: Reformen müssen her, die kriselnden Immobilienfonds zerstören den Traum vom leistungslosem Einkommen für viele (mit großen finanziellen Verlusten), das darf nicht sein. Gleichzeitig werden aber Immobilien selbst immer unsicherer – eine kleine aber unangenehme Folge der Arbeit vieler dieser Fonds, die Preisblasen ohne Ende entstehen lassen und so die wichtigste Lebensgrundlage von Menschen zerstören: das Heim. Wir stehen dicht vor der Wellblechhütte als einzig bezahlbarer Alternative – und dicht davor, das der Hartz-Bagger die Hütte wegen ihren marktverzerrenden Eigenschaften wieder abreißt.

Wir wissen wo das Enden wird – logischerweise enden muss. Der König wird kommen, der neue Führer, der verspricht, das Volk vor den Wellblechhütten zu beschützen, die Arbeitslosen von der Straße zu holen und Gold vom Himmel regnen zu lassen. Wir wissen auch, aus welcher politischen Ecke der Führer in diesem Land der kleinen Mucker kommen wird – wir haben das alles schon mal durchgemacht. Die Reichen wissen das – und deshalb arbeiten sie mit Hochdruck an dem europäischen Superstaat, damit gezielter Widerstand aufgrund ethnischer Grenzen unmöglich wird … man schaut da einfach mal ´rüber zu den USA und lernt.

Währenddessen offenbart ein Bericht über die NPD, das die alles andere sind als der harmlose „Geschichte-von-Gestern“-Verein, als den man sie gerne darstellt. Im Gegenteil: taktisch und strategisch haben die dazugelernt und zeigen ziemlich intelligente Strukturen:

 „Unsere Kinderfeste bringen die Herrschenden ins Schwitzen und die Kinder und Eltern zum Lachen.“ 

Kinderfeste als Geheimwaffe der NPD – so weit sind wir schon. Das wirft ein schlimmes Bild auf unsere Gemeinschaft.

Je mehr der Staat sich aus der Gesellschaft zurückzieht, umso mehr werden die Anhänger des Führers das Volk übernehmen – Kinderfeste, Altenpflege, Krankenversorgung: die NPD kann schon jetzt mit Selbstverständlichkeiten punkten, während die Linken noch diskutieren, wer der beste, reinste Linke ist. Das einzige, was ihnen noch fehlt, ist ein neuer Führer, ein charismatischer Redner, ein politischer Saubermann, der aufräumen kann und will. Er wird nicht Hitler heißen – aber was heißt das schon. Er wird auch nicht der NPD zum Sieg verhelfen … aber die Massen hinter sich vereinen mit allen Folgen, die so etwas mit sich bringt: Uniformen, Aufmärsche, Fackelzüge, Verfolgung Andersdenkender, Vernichtung von „Staatsfeinden“, Abschaffung der bürgerlichen Gesetze – so ein Kriegshäuptling durfte noch nie zimperlich sein, wenn er die Macht der Reichen zerbrechen wollte. Insgeheim einigt man sich natürlich schnell – die neuen Volkskommissare/Gauleiter kriegen neue Pöstchen, der Geldadel protzt weniger herum und gibt was ab von seinem Reichtum, man einigt sich auf eine reiche Randgruppe als Feindbild, deren Vermögen hemmungslos geplündert werden darf – das letzte Mal waren es Juden, das nächste Mal werden es andere sein. Kann im Prinzip jeden treffen – außer den Superreichen, die wohnen woanders. Immer.

Wie ein Zweitaktmotor.

Und die Mittelschicht zahlt mal wieder die ganze Rechnung. Wie üblich … kommen die um ein paar Jahre in Wellblechhütten einfach nicht herum.

Gerade wir in Deutschland hätten eine Riesenchance gehabt, etwas ganz Neues zu gebären. Wir kennen den Horror des Dritten Reiches, wir kennen die lähmende Tristess des Kommunismus, wir haben die unterschiedlichen Zyklen der Geschichte im Detail erlebt – wahrscheinlich auch ein Grund, weshalb uns Politik immer weniger interessiert, weil wir das Versagen aller großer politischer Systeme am eigenen Leib erlebt haben.

Nur 1749 Wörter waren notwendig, um in groben Zügen den Verlauf der bisherigen und zukünftigen Geschichte zu skizzieren. Das haben viele andere auch schon getan. Noch weniger Worte braucht man, um eine Lösung zu präsentieren, die der gesamten Wirtschaft eine unglaubliche Dynamik verleihen würde: eine weltweite Strafgebühr fürs Geldhorten – inklusive der Einführung von zinslosen Banken ähnlich der schwedischen JAK-Banken, die seit 1965  produktiv mit zinslosen Darlehen wirtschaften. Würde man nicht fünf Prozent Zinsen dafür bekommen, das man wertvolles Tauschmittel auf fernen Inseln sinnlos hortet sondern müsste fünf Prozent Strafe dafür zahlen, das man das Geld dem Wirtschaftskreislauf entzieht – wir bräuchten uns keine Sorgen mehr zu machen. Arbeitsplätze wären in Massen da – denn lieber lasse ich mir drei mal täglich die Nägel maniküren anstatt mein Geld einfach sinnlos aus dem Fenster zu werfen. Geld – wäre auf einmal in Massen da … und jeder wäre froh, es loszuwerden. Dafür ist es aber auch da: zum Ausgeben. Nur so kommen Mercedes und Computer unter´s Volk.

Natürlich gibt es Risiken. Natürlich würde ein ganz neuer Wind durch das Land wehen und manch einem, der bislang auf dem Zinskissen vortrefflich geruht hat, wieder zur Arbeit motivieren. Leider sind dann für Banker, Politiker und Beamte nur Gehälter leicht unter dem Durchschnitt möglich, auch Manager müssten sich mit deutlich weniger zufrieden geben: ohne den Zinszirkus fehlt auch der ganze Druck im System. Wir hätten aber wieder Zeit für die Armen, Alten und Kranken in unserem Land und müssten nicht perverse Gedanken darüber hegen, wie wir sie möglichst preiswert im Ausland entsorgen können.

Warum das trotzdem nicht so kommen wird?

Einfach eine Frage der mangelnden Vernunft und Ethik im Volk. Ganz spannende Zeiten für Philosophen … und außerordentlich traurige Zeiten, denn das Ende dieser Zivilisation ist nicht alternativlos oder unvermeidbar. Faulheit, Dummheit und hemmungslose Egozentrik im Individuum – jahrzehntelang als Werte gepredigt, gewürdigt und gefeiert (einfach mal Programme von RTL anschauen, da geschieht das täglich), sind ursächlich verantwortlich für die Zerrüttung des Gemeinwesens. Wir verstehen das sofort, wenn wir das auf den Straßenverkehr übertragen: wenn es als richtig gelten würde, das für die schnellsten und stärksten Autos keine Regeln gelten und Mercedes immer eingebaute Vorfahrt hat … dann würden wir ganz schnell einen totalen Verkehrsinfarkt haben: die Blechlawine wäre Blechhaufen geworden.

Nur weil alle Individuen vernünftig, aufmerksam und der Situation angemessen reagieren, ist so etwas kompliziertes wie Straßenverkehr überhaupt lebbar.

Aber wir haben gezeigt, das wir es können. Wir tun es jeden Tag.

Das müssen wir jetzt nur noch wieder auf des Gemeinschaftsleben im Staat übertragen.

Oder wir übertragen wieder alle Macht dem Führer, damit der uns aus dem Mist herausholt. Wir können aber wissen, wie das wieder enden wird … wir hatten das schon mal. Mit ihm rechne ich zwei- drei Jahre nachdem die Discounter mangels Rendite die Tore geschlossen haben und man auch mit Geld in Deutschland keine Nahrungsmittel mehr bekommt. Zwanzig- dreissig Jahre später werden wir dann das Land wieder aus den Trümmern aufbauen und die großen „Unternehmerfamilien“ feiern, die uns angeblich den Wohlstand bringen, in Wirklichkeit aber nur erstmal sanftere Strukturen der Unterdrückung aufbauen – erst später werden diese Strukturen so unerträglich, das selbst ein Aristoteles den Schaden durch Tyrannen für geringer hält.

Daran sieht man, wie viele tausend Jahre das Problem schon besteht.

Selbstverständlich könnte man mit den Strafzinsen auch ein bedingungsloses Grundeinkommen erwirtschaften – für all´ jene, für die Aufgrund des Zahlungsmittelentzugs in der Volkswirtschaft kein Geld mehr da ist. Die können immerhin nichts dafür, das andere all das Vermögen der Gemeinschaft auf ihrem Privatkonto haben wollen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bundesparteitag Piratenpartei Offenbach – letzte Chance für die Menschheit?

Samstag, 3.12.2011. Eifel. Autor: "ganz dicke Virusgrippe" - laut Arzt. Die erste seit ... vielen vielen Jahren. War schon stolz auf meinen Lebenswandel. Vielleicht - haben aber auch ein paar Naturwissenschaftler wieder nur ein total neues, geiles Grippemodell entwickelt, das sie gerade ausprobieren. Wie jede Grippe bringt auch diese einen gestandenen Mann an den Rand des Todes, den man mit offenen Armen begrüßen würde, wenn er nur den Matsch aus dem Kopf entfernt. An schreiben - war nicht zu denken ... jedenfalls solange nicht, bis der Parteitag der Piraten in Offenbach ins Visier rückte. Es ist kein Geheimnis, das ich die Piratenpartei vor zwei Jahren als braunes U-Boot angesehen habe - der Fall schlägt bis heute Wellen:

Samstag, 3.12.2011. Eifel. Autor: „ganz dicke Virusgrippe“ – laut Arzt. Die erste seit … vielen vielen Jahren. War schon stolz auf meinen Lebenswandel. Vielleicht – haben aber auch ein paar Naturwissenschaftler wieder nur ein total neues, geiles Grippemodell entwickelt, das sie gerade ausprobieren. Wie jede Grippe bringt auch diese einen gestandenen Mann an den Rand des Todes, den man mit offenen Armen begrüßen würde, wenn er nur den Matsch aus dem Kopf entfernt. An schreiben – war nicht zu denken … jedenfalls solange nicht, bis der Parteitag der Piraten in Offenbach ins Visier rückte. Es ist kein Geheimnis, das ich die Piratenpartei vor zwei Jahren als braunes U-Boot angesehen habe – der Fall schlägt bis heute Wellen:

Ein anderes Ausschlussverfahren endete bereits mit einer Schlappe für den Bundesvorstand: Der Pirat Bodo Thiesen soll wiederholt auf Mailing-Listen der Partei Holocaust-Leugner zitiert haben – sein Landesverband verteidigte ihn im Namen der Meinungsfreiheit. Am Donnerstag entschied das Schiedsgericht in Rheinland-Pfalz, dass Thiesen Pirat bleiben darf. Seine Äußerungen würden der Partei keinen Schaden zufügen, hieß es. Der Bundesvorstand will Berufung einlegen. 

Bodo Thiesen soll – so wurde mir versichert – persönlich ein netter Mensch sein, der sich – für Nerds nicht selten – in rechtsradikalen Netzen verfangen hat, ohne es zu merken. Nun – andere braune Flecken der Partei haben gezeigt, das dies kein Einzelfall war, sondern Methode. Heute, nachdem die Morde des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ öffentlich geworden sind (und nicht nur dem Verfassungsschutz und anderen Nachrichtendiensten bekannt), darf man wohl vorsichtig den Verdacht äußern, das hier Strategie hintersteckt: die Unterwanderung liberaler Parteien durch NS-Kräfte war schon früher mal Thema, weil sie „weder rechts noch links“ sein wollen, eignen sie sich sehr gut dafür, rechte und linke Extreme lange Zeit im Sinne der Meinungsfreiheit zu decken.

Man ist ja „gut“ (oder „piratig“), das sollte reichen.

Wie „gut“ man ist, möchte die Piratenpartei nun in Offenbach beweisen – mit interessanten Themen … nochmal Spiegel:

An der Spitze des Top-40-Rankings steht ein Antrag für die Legalisierung von Drogen, gefolgt von einem Antrag über die Trennung von Staat und Religion. Andere wollen die Facebook-Seite der Partei löschen, Firmenspenden verbieten, Nahverkehr gratis anbieten oder die Zeitumstellung abschaffen.

Das sind Forderungen, die einen natürlich völlig umhauen. Zu Zeiten, in der es wieder eine reale Kriegsgefahr mit Russland gibt (ja, das ist eine Überraschung, oder? Russland hat Syrien zugesichert, sie militärisch vor Natointerventionen zu schützen, um ein zweites Libyen zu verhindern. Hält sich die Nato nicht dran, rollt der Russenpanzer bald wieder durch Polen und Berlin), haben wir natürlich keine anderen Probleme als uns hemmungslos zukoksen zu dürfen. Immerhin – der Kokainersatzstoff Ritalin wird regelmässig in viele Kinderhirne gepumpt, warum sollten da die Erwachsenen immer noch krumme Wege gehen müssen, um an ihr Speed zu kommen?

Trennung von Staat und Religion ist natürlich besonders wichtig, erst recht, nachdem der Papst die Deutschen mit Moral ängstigt und aus Abscheu vor der Welt sogar auf die Kirchensteuer verzichten will. Man will ja die Geschäfte nicht durch Anstand und Ethik gefährden.

Ob die Partei eine Facebookseite braucht, interessiert wohl wirklich niemanden … aber mit dem Verbot von Firmenspenden trifft man den Kern des Systems. Wovon sollen denn die Parteien ihre Funktionäre fürs Nichts- und Wichtigtun bezahlen, wenn nicht die Firmen – anstatt den Überschuss des Wirtschaftens als Preisminderung an die Kunden weiterzugeben, damit alle was davon haben – die Gelder großzügig herüberwachsen lassen … für eine kleine Gegenleistung, einen kleinen, unbedeutenden Gefallen, wohlgemerkt – wie zum Beispiel die Deregulierung der Arbeits- und Finanzmärkte.

Gegen dieses System, das nicht nur Deutschland sondern ganz Europa und die USA fest im Griff hat (mit katastrophalen Folgen für die Wirtschaft selbst, für die Bürger des Landes und die Zivilisation selbst) hilft nur noch die Notbremse, sonst rast es mit Schmackes vor die Wand.

In solchen wirtschaftlich kranken Zeiten den Nahverkehr gratis anzubieten, ist schon fast demokratische Pflicht – und könnte bei uns zu libyschen Verhältnissen führen.  Und hier wird es interessant – denn entgegen der Forderungen der Parteispitze und des neoliberalen Blocks in der Piratenpartei (das scheint ja fast schon Tradition zu werden in Deutschland: neoliberal ist man, sobald man im Vorstand ist – egal ob rechts, links oder orange) offenbart uns das Handelsblatt unter dem Titel „Skurriles Programm“ weitere Programmanträge, die sehr nachdenklich machen können – und eigentlich überhaupt nicht skurril sind:

Nacktheit im öffentlichen Raum als Grundrecht für Menschen klingt sicherlich ungeheuerlich – und wäre mit Sicherheit nicht mein Top-Thema – aber es ist als rechtsphilosophischer Aspekt nicht von der Hand zu weisen. Skurril ist da nichts – die Werbung lebt immerhin täglich davon. Ist ja auch Basisoutfit fürs Paradies.

Die Besteuerung von Kapitalerträgen in Höhe von 65% ist sicher ein weiterer Antrag, der im Rahmen der volkswirtschaftlichen Notbremse einfach alternativlos ist. Das hat mit „rechts“ und „links“ im Jahre 2011 nichts mehr zu tun: eher mit Notwehr. Wenn der Fürst das Dorf ansteckt, werden wir doch wohl auch nicht das löschen verbieten wollen, weil man es als „links“ deuten könnte derweil es gegen die Taten des Fürsten gerichtet ist?

Die große Staatsverschuldung der Bundesrepublik hat ein Antragssteller als Problem erkannt und liefert gleich eine Lösung dafür mit, wie man den Schuldenberg wieder loswerden kann. Die Vermögenden sollen bezahlen. Mit einer einmaligen Vermögensabgabe von 20 Prozent sollte sich die Staatsverschuldung laut Antrag erledigt haben.

Das kann man so sehen – und ist ja auch nicht skurriler als die Solidaritätsabgabe Ost. Nur geben diesmal diejenigen, die viel zu viel haben und nicht die, die ohnehin jedes Jahr weniger haben. Mit Klassenkampf hat dies nichts zu tun – aber mit volkswirtschaftlicher Notbremse und praktischer Vernunft viel.

Arbeits- und Unterrichtszeiten müssten generell so gestaltet werden, dass die Menschen nicht gezwungen seien, gegen ihre „innere Uhr“ zu leben.

Das würde natürlich für Staat und Unternehmen viel Arbeit bedeuten … aber welches Recht gibt es eigentlich, Menschen absichtlich krank zu machen, in dem man sie mit Gewalt (oder der Androhung des Hungertodes bei Weigerung via Hartz IV) in Lebensrythmen zwängt, die ihrer Gesundheit nachhaltig schaden? Gut, in einer Welt, in der Menschen nur noch „Kosten auf zwei Beinen“ sind, mag man die Massenvernichtung von Lebenskraft gern billigend in Kauf nehmen … aber das muss einem als Wähler dann doch nicht gefallen.

Wahlrecht schon für Kinder – würde Eltern etwas für ihre Arbeit entlohnen und ihnen die politische Macht geben, die sie dank ihrer Arbeit schon lange verdient haben.

Letztendlich ist es aber ein ganz zentraler Programmpunkt, der zur Debatte steht  siehe Welt:

Das bedingungslose Grundeinkommen wird wahrscheinlich auch in Offenbach eine große Rolle spielen. Es gibt einen Antrag, wonach die Forderung ins Wahlprogramm für die Bundestagswahl aufgenommen werden soll. Zwar werden erst die Mitglieder vor Ort entscheiden, worüber letztlich debattiert und abgestimmt wird. Doch das sozial- und wirtschaftspolitische Reizthema umtreibt viele Piraten.

Der Bundesvorsitzende ist dagegen – das eint ihn mit den Bundesvorsitzenden aller anderen Parteien in Deutschland. Wo kämen wir denn auch hin, wenn man den Vorsitzenden die Peitsche aus der Hand nehmen würde, mit der sie seit Jahrzehnten den Bürger so schön knechten: die ständig steigende Abhängigkeit von Geld.

Das diese Abhängigkeit inzwischen einen Grad erreicht hat, in der die Gleichung GELD = LEBEN herrscht und so bei sinkendem Geldlevel direkt die Allgemeinen Menschenrechte angreift, wird von den gut versorgten Parteioberen gerne übersehen. Da sie von der Industrie aber fleissig umworben werden und ihre politischen Aktivitäten größtenteils nur noch als gelebte Bewerbungsunterlage verstehen, sollte man Verständnis für diese Blindheit haben. Auch hier findet man auf einmal … Weisheit bei den Piraten:

Zudem hört man aus Berliner Piratenkreisen, dass die Partei nur deshalb einen Bundesvorstand habe, weil man ihn laut Parteiengesetz haben müsse.

Das es Weise wäre, auf einen Vorstand zu verzichten, merkt gerade auch die SPD, die sich mit Forderungen nach höheren Steuern für Reiche und mehr Rente für Arme bei der Führung unbeliebt macht: die Spitzenverdiener der Partei sind nicht einverstanden mit höheren Steuern für Spitzenverdiener.

Verständlich.

Umso unerhörter ist das, was bei den Piraten gedacht wird, siehe Welt:

Nur mit dem Unterschied, dass die Piraten ein „Programm“ gar nicht so ernst nehmen, weil sie nicht in Themen, sondern in Verfahren denken. Basisdemokratisch digital soll es zugehen. Der Rest steht zur permanenten Debatte.

Das klingt so liberal, dass die hierzulande sogenannten Liberalen den Schreck schon längst in den Gliedern spüren. Und es klingt so basisdemokratisch, dass der gleiche Schreck, wenn auch auf höherem Niveau, ebenso ins grüne Parteigebein gefahren ist. Nicht ohne Grund.

Denn das Magnetische an der Piratenbewegung ist die Einladung zum freigeistigen Aufbruch ohne allen Ballast. Und ohne die Verpflichtung, für die Ideen anderer etwas zu zahlen.

Manchen gefällt das sehr – wie dem Altkommunarden Rainer Langhans:

Alt-68er Rainer Langhans gibt einen Teil seiner Dschungelcamp-Gage an die Piratenpartei weiter. Er habe große Sympathie für die chaotischen Elemente in der Partei.

Ob man das Geld angenommen hat, weiß ich nicht. Möglicherweise ist es ja von „links“?

Es ist kaum zu glauben – aber im Jahre 2011 hängt das Schicksal des ganzen Landes von einer einzigen kleinen chaotischen Partei ab.

„Bedingungsloses Grundeinkommen“ ist nichts weiter als die allerletzte Notbremse, die – zumindestens übergangsweise – ein ganzes Land vor der kompletten Ausplünderung und wirtschaftlichen Vernichtung bewahren kann. Da diese Notbremse aber die automatische Bereicherung der „Entscheider“ in Politik und Konzernwirtschaft ebenfalls ausbremst, wird sie aus dieser Ecke niemals gezogen werden – einer Kaste der „Elite“, die dem Volk Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Vertauenskrise, Energiekrise, Sozialkrise und ein paar kleine häßliche Kriege (an denen man aber auch gut verdienen konnte) gebracht hat, steht wohl aber auch nicht der Sinn nach einer gut laufenden Volkswirtschaft.

Die Piratenpartei Berlin – zusammen mit dem Grundeinkommensaktivisten Ralph Boes, der die Partei in Berlin unterstützt – hat sich hier deutlich positioniert:

Auf Landesebene gibt es in Berlin einen Beschluss vom Oktober 2010, der in Form eines Positionspapiers ein bedingungsloses Grundeinkommen fordert und dies aus den im Grundgesetz verankerten Menschenrechten ableitet.

Zu einem Bedingungslosen Grundeinkommen gibt es angesichts der momentanen politischen und wirtschaftlichen Katastrophen keine Alternative, wenn diese Gesellschaft noch eine Zukunft haben soll. Von gigantischen Kapitalerträgen in China, den USA und den Konzernkassen kann ich in Bottrop keine Schulwände streichen, in Köln keinen Straße pflastern und in Wismar keine Arbeitsplätze schaffen, noch wüßte ich, wie die steigende Gier nach leistungslosem Einkommen auf Halbgottniveau auf der einen Seite ohne Hungertote in den Dörfern Sachsen-Anhalts und den Straßen Gelsenkirchens befriedigt werden sollte.

Der Geldkreislauf ist ein geschlossenes System – für die Millionenhaufen müssen Millionen leiden.

Will man dieses Leiden nicht, sondern lieber ein Leben in einer lebendigen, offenen, freien Gesellschaft, die dem Individuum größtmöglichen Schutz (!) und damit auch größtmöglichste Entfaltungsmöglichkeiten (inklusive einer gestiegenen Risikobereitschaft) gibt, dann muß man die Prioritäten anders setzen: erst Geld für die Menschen, dann für den Haufen.

Wenn da einer auf zwanzig Haufen Kartoffeln sitzt, die bald verfaulen, und zwanzig andere hungernd in der Ecke sitzen und nichts anpflanzen können, dann ist es nicht „links“ zu sagen: „Gib´ mal was ab, damit Du auch in Zukunft wieder Haufen anhäufen kannst“.

Das ist dann nur vernünftig. Das können auch Rechte.

Wie das finanziert werden soll?

Das zu berechnen, darf man getrost den Experten überlassen. Niemand macht sich ja auch Gedanken darüber, wie wir in Zukunft die jährlich fälligen 100 Milliarden Euro für die Beamtenpensionen aufbringen sollen … oder die Billionen für die Eurorettung.

Das System ist am Ende. „Nehmt bloß nichts eurem Schröder weg!“ – kann in Zukunft kein Ansatz mehr sein – und je länger wir das alte System laufen lassen, um so schneller wird es unsere Volkswirtschaft ausbluten.

Insofern kann es wirklich sein, das der Parteitag einer kleinen, chaotischen, rechtstoleranten Partei die letzte Chance der freien, offenen Bürgergesellschaft im 21. Jahrhundert ist, während sich die SPD darum streitet, wie die Vermögen ihrer Chefs zu sichern sind.

Immerhin, eins muss man den Piraten zugute halten: sie singen auch mal in der U-Bahn. Scheinen bei Rentern aber – siehe Link – nicht gut anzukommen. Rentner mögen keinen Lärm.

Den Gegnern sei nur eins gesagt: unseren „Fortschritt“ haben wir der Tatsache zu verdanken, das wir dem Adel den Besitz weggenommen und ihm dem Mittelstand gegeben haben: die hatten einfach mehr Ideen, mehr Tatkraft und Erfindungsgeist als der dekadente Blaublutmob.

Wieviel „Fortschritt“ brachte uns eigentlich die Superklasse der Superreichen in den letzten zwanzig Jahren?

Die letzte bemannte Mondlandung ist ein halbes Jahrhundert her – wirkt schon wie die übliche zivilisatorische Stagnation aristokratischer Gesellschaftsformen, oder?

Und Dieter Bohlen werdet ihr doch jetzt wirklich nicht als Fortschritt ansehen wollen, oder?

 

Wo ist Gott!!!

Jedesmal wenn es irgendwo eine menschengemachte Katastrophe gibt, kommt unweigerlich die Frage auf: Wo ist Gott!!! Wie kann es eigentlich sein, das so ein liebes, gutes allmächtiges Dingen so etwas zuläßt – eine Frage, die in jedem Schützengraben hundertfach gestellt wird. Selbstverständlich führen wir auch in logischer Eindeutigkeit dann den Gegenbeweis, das es so etwas wie einen „Gott“ gar nicht geben kann, denn sonst hätte er ja den Supergau verhindert – oder das römische Imperium, die Horden von Hunnen und Mongolen, das dritte Reich oder die Atombombe.

Das ganz läuft schon ab wie ein Reflex … und erreicht in windeseile Gebiete jenseits jeglicher menschlicher Vernunft, was einen nicht verwundern sollte: immerhin haben wir die größten Katastrophen der letzten Jahrhunderte („Weltkriege“ genannt) gerade unter konzentriertem Einsatz von Vernunft erreicht und auf jegliche sentimentale Gefühlsduselei verzichtet.  Steht uns jemand im Weg, wird er vernünftigerweise ausgerottet: Indianer, Juden, Arbeitslose, Flora und Fauna – weg damit, im Namen der Vernunft.

Aber dann, wenn wir wieder einmal an den Gräbern der Resultate unserer Vernunftgebrauches stehen, taucht regelmäßig die jammernde Frage auf: „Gott, warum hast Du das zugelassen?“.

Antworten auf diese Frage wären einfach … doch die würden wir nicht hören wollen.

Würden wir Menschen miteinander arbeiten statt gegeneinander … wir hätten wesentlich weniger Katastrophen. Sogar die Pest hätte weniger schlimme Auswüchse gehabt. Wir bräuchten gar keine Götter … und erst recht bräuchten wir uns nicht darüber aufzuregen, das „Gott“ nicht den Bildern entspricht, die wir tagtäglich von ihm malen – obwohl er uns deutlich gesagt hat, das wir genau das sein lassen sollen.

Würde Gott wollen, das wir uns tagtäglich mit ihm beschäftigen, würde er jeden Morgen mit glühendem Finger Botschaften an die Wände eines jeden Single-Appartments schreiben und seinen Willen mit Mordsgetöse durch die Himmel verkünden. Offensichtlich … gefällt ihm aber eher die leise Art – oder er möchte, das man sich während der Aufführung überhaupt nicht mit Regisseur, Kameramann und Drehbuchautor beschäftigt.

Lassen wir uns doch einfach mal auf das Gedankenexperiment GOTT ein … diesmal aber nicht als Politiker, Wirtschaftsboss oder Naturwissenschaftler, einfach mal jenseits aller Rollen der Funktionseliten der Superreichen einfach nur als Mensch.

Wir machen uns auch keine Bilder von ihm … aber wir zeichnen einen gedanklichen Rahmen, eine (von vielen) denkbaren Perspektiven.

Wir reden hier von einem … Wesen (schon das Wort ist eine Anmassung, eine von vornherein falsche Hypothese – aber die menschliche Sprache versagt in diesen Bereichen sehr schnell, weshalb wir mit einfachen Bildern arbeiten müssen) … das Universen erdacht hat, einem Dingen, nach dessen Harmonien Galaxien kreisen.

In einem dieser Universen, in einer dieser Galaxien gibt es am äußersten Rand eine kleine blaue Kugel, auf der seit 150 Jahren „Naturwissenschaftler“ die Macht an sich gerissen haben und – wie dreijährige  Kinder mit Papas Pistole – immer wieder wunderbare Erfahrungen der Überforderung machen.

Doch das ist noch nicht alles. Das Wesen hat die Macht, all das, was „ist“ jederzeit immer wieder neu zu erschaffen. Für „ihn“ ist nichts unvergänglich, für ihn gibt es auch keinen Tod. Er ist bedeutungslos für ihn.

Klar sterben Menschen (und wir richten jetzt ausnahmsweise mal den intergalaktischen Fokus auf jene kleine blaue Kugel) … aber das das für GOTT irgendeine Bedeutung hat, ist eine blosse Unterstellung. Warum sollte das für ihn Bedeutung haben? STERBEN ist der PREIS, den man für LEBEN zahlen muss. Eine marktwirtschaftliche Gesetzmäßigkeit. Ist aber nicht so schlimm, weil GOTT den FILM jederzeit wieder starten kann und ihn sicher archiviert hat. Alle Seelen finden ihr Zuhaus in IHM (wobei manche fieserweise behaupten, man müsse allerdings auch hierfür einen Preis bezahlen: GLAUBEN. Wer nicht GLAUBT, vergeht, verliert den Kontakt zur Quelle allen  LEBENS, seine Seele verdunstet in der Leere).

Jede Form von LEID ist der PREIS, den man für LEBEN zahlen muss.

Das Menschen AKTIV LEID SUCHEN, ist uns nicht fremd: jeder Krimi, jeder Kriegs- und Horrorfilm, jedes Familiendrama im TV erfüllt dieses Kriterium. Wir wissen, das es Perspektiven gibt, in der Leiderfahrung (auch jenseits von Sado-Maso-Spielchen) für uns interessant wird und wir sind bereit, viel Geld in Form einer Eintrittskarte für dieses Leid zu bezahlen. Aus dieser Perpektive (aus der göttlichen Perspektive) wird menschliches Leid somit … ganz schnell klein und unbedeutend und wir finden uns in den Überzeugungen platonischer Philosophie wieder, nachdem wir uns dieses Leid auch ausgesucht haben – sollten uns aber hüten, hier in die Pervertierung US-amerikanischen „positiven Denkens“ abzugleiten, das letztlich Ausschwitz legitimiert.

Menschengemachtes Leid ist NIEMALS gottgewollt, darum gilt der Satz „Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst„. Ausschwitz ist wie Hiroshima, Ruanda oder Fukushima im Plan der Schöpfung nicht vorgesehen – was möglicherweise für die Verantwortlichen hinsichtlich ihrer persönlichen Speicherung und Archivierung auf Gottes Festplatte unangenehme Folgen haben kann, hier greift „natürliche Selektion“ möglicherweise mit ganz anderen Ergebnissen, sozial untaugliche Konstrukte landen im Papierkorb.

Natürlich fragen wir uns: Wie kann Gott das Leid der Naturkatastrophen zulassen. Hätte er die Erde nicht sicherer machen können?

Wahrscheinlich.

Auch wir könnten unsere Kinder vor jedem Leid schützen, wenn wir sie in Gummizellen halten würden. Aber … was wären das dann für Kinder?

Offenbar tut es der Seele gut, wenn sie gelegentlich mal mit Frost, Hunger und Tod konfrontiert wird. Wir brauchen aber solche Fragen auch gar nicht beantworten … auch die Fragen: „Wie süss ist rot?“, „Wie grün ist warm?“, „Wie schwer ist  bitter?“ können wir zwar stellen aber nie beantworten.  Leid und Tod sind Konstanten des Lebens, sie bilden den Rahmen, in dem wir existieren.

Wie schwer wiegt eigentlich „Leid“ … und was wiegt eine menschliche Lebensspanne von 120 Jahren (wenn es hochkommt) für eine unsterbliche Seele, die Äonen überdauert?

Ganz schnell … wird alles ganz klein, unwichtig, unbedeutend – und nur dann erträglich, wenn man GLAUBT. Glaubt (nicht im Sinne von „vermuten“, sondern im Sinne von „überzeugt sein ohne es prüfen zu können“), das wenn es denn einen GOTT gäbe er schon wissen wird was er tut, auch wenn man es als Mensch nicht versteht.

Für Menschen, die so leben können, ist „das Himmelreich nah“. Menschen die nicht so leben können, geraten schnell – psychisch – in jede Form von Hölle … selbst wenn es sich nur um Zahnschmerzen handelt.

Es ist halt oft eine Frage der Perspektive.

Wenn ich mir einen gütigen, liebevollen, allmächtigen Vater denke,  der nur dafür da ist, mir jeden Wunsch von den Lippen abzulesen, dann …. bekomme ich in der Tag mit gewissen Erscheinungen des Lebens Probleme. Aber wer hat eigentlich gesagt, das die Welt so sein muss, wie Kinder sie sich idealerweise vorstellen?

Und wer würde seinen Kindern alles geben, was sie sich nur wünschen?

Die Ergebnisse solchen Verhaltens – die „Wohlstandsverwahrlosten“ – kennen wir zur Genüge.

Und wenn wir Gott suchen sollten … dann werden wir ihn nicht im Kreise der „NATUR“ finden. Vielleicht meinen wir, seine gestaltende Hand in Bäumen, Landschaften und Wolkengebilden zu erkennen, doch viel eher erkennen wir dort im Aussen etwas, was im Inneren vorhanden ist.

„GOTT“ ist nach den Vorstellungen des ALTEN TESTAMENT mit LEBEN gleichzusetzen – und die Urkraft des „LEBENS“ können wir als Menschen viel besser in uns selbst suchen als in irgendeiner Erscheinungsform der sinnlichen Welt. Die Vorstellung, das man in Menschen Leben finden kann, hat uns die Naturwissenschaft zum Wohle der Rendite aber schon ziemlich ausgetrieben. Trotzdem wäre das eine mögliche und sinnvolle Antwort auf die Frage „Wo ist Gott!!!“:

In Euch.

Von erfolgreichen Suchen in diesen Gebieten berichten alle Weltreligionen, alle Heidenreligionen und alle unreligiösen schamanischen Traditionen – auch wenn sie jeder für sich mit anderen Bilderwelten arbeiten.

Man darf ihn aber auch gerne mit Mikroskopen und Ferngläsern suchen … sollte aber nicht den Schluß ziehen, das es ihn nicht gibt, wenn man ihn mit diesen Werkzeugen nicht findet.  Wenn ich mit einem Hammer keine Tastatur bedienen kann, heißt das auch nicht, das es keine Computerprogramme gibt.

 

 

Das Ende der Arbeit? Brennende Manager, Hunger und steuerfreie Millionäre.

Wie gerne würde ich was Schönes schreiben – etwas, das zum Wetter passt. Früher habe ich so Menschen motiviert: Geschichten von der Goldenen Zukunft erzählt, einer Zukunft, in der der Mensch die Möglichkeit hat, sein volles kreatives Potential zu entfalten, weil der „Fluch Arbeit“ durch Maschinen von ihm genommen wurde und so Gelegenheit genug war, das Reich des Ewigen Friedens auf Erden zu etablieren.

Nun – für manche scheint es dieses Reich zu geben, in der SZ lese ich heute von ihnen:

Was für ein Leben: viel Geld verdienen, eine Villa am See besitzen – und die Gewissheit haben, dass das Finanzamt nur selten vorbeikommt. Nach Ansicht der Grünen reduzieren viele Bundesländer absichtlich die Zahl der Steuerprüfungen.

Irgendwie sind manche auf der Reise in die Goldene Zukunft falsch abgebogen. Am Ende der Arbeit wartete nicht das Paradies auf uns, sondern die ARGE, eine Institution, die Armut per Gesetz verordnet und sich der hohen Kunst verschrieben hat, zehn reale Arbeitslose mit einem einzigen (oft auch noch fiktiven) Arbeitsplatz zu beschäftigen. Was dabei herauskommt, kann jeder daheim selbst herausfinden: einfach mal zehn Tomaten in eine Tasse quetschen, in die eigentlich nur eine einzige hineinpassen würde.  Ein Tipp: mit Vernunft hat das Ergebnis nur noch wenig zu tun.

Gegen Hartz informiert vorab aber schon mal, welche Pläne noch so angedacht sind, um das Problem der verschwundenen Arbeit zu  lösen:

So wird ersichtlich, dass Union und FDP langfristig das System der Absicherung und Integration von Arbeitslosen umorganisieren wollen, weg von einem Leistungsanspruch, hin zu mehr Subventionen für Arbeitgeber, dem Ersatz von Pflichtleistungen, auf die Arbeitslose einen Rechtsanspruch haben, in Ermessensleistungen und hin zu einer entlohnungsfreien Arbeitspflicht in der freien Wirtschaft für Arbeitslosengeld II Bezieher (ALG II).

Entlohungsfreie Arbeitspflicht … schönes Synonym für Sklavenarbeit. So errichtet man Imperien – einfach mal Babylonier, Römer oder Mongolen fragen, die haben damit schon Erfahrungen gesammelt.

Nun reagieren Arbeitslose auf diesen Prozess der Integration von zehn Personen auf einen Bürostuhl im Prinzip wie Tomaten: sie gehen kaputt – oft, aber nicht immer. Unsere weichen Westtomaten neigen da besonders schnell zum zerplatzen, die Inder sind da laut Welt schon ganz anders drauf:

Sie waren sauer über anstehende Entlassungen: Mehrere Stahlarbeiter haben einen Manager ihres Konzerns mit Benzin übergossen und verbrannt.

So kann es auch gehen – Kampf um den Arbeitsplatz mal ganz anders.  Sollte sich das Einbürgern, würden Tarifverhandlungen in Zukunft wohl andere Ergebnisse zeitigen, aber man könnte dann wohl nicht mehr darauf verzichten, Millionäre zu besteuern. Ob dieses Modell des Arbeitskampfes sich durchsetzt, wird die Zukunft zeigen – erkennbar ist aber jetzt schon, das am Ende der Arbeit nicht das Paradies auf uns wartet – sondern seltsamerweise der Hunger. In den USA hat man da laut „Querschüsse“ schon Erfahrungen gesammelt:

Laut den Daten des US-Landwirtschaftsministerium (United States Department of Agriculture) stieg die Zahl der Food Stamps Bezieher im Dezember 2010, bereits den 26. Monat in Folge, auf 44,082 Millionen an, nach 43,595 Millionen im Vormonat und nach 38,978 Millionen im Vorjahresmonat.

Das riecht verdächtig nach Hunger, kann aber nicht sein, weil es den in den USA nicht mehr gibt. Den haben die USA aber so elegant aus dem Weg geräumt wie die Deutschen ihre Arbeitslosenzahlen, siehe Wikipedia:

Im Jahre 2006 geriet das Ministerium in die Schlagzeilen, weil es in seinem neuesten jährlichen Bericht über die Nahrungsmittelversorgung der US-Bevölkerung den Begriff Hunger entfernte und durch dieeuphemistische Bezeichnung „sehr niedrige Nahrungssicherheit“ (very low food security) ersetzte. Dem Bericht zufolge gehören 12 % der US-Amerikaner, also über 35 Millionen Menschen, zu der durch sehr niedrige Nahrungssicherheit gefährdeten Gruppe.

Super! Einer von acht Amerikanern hungerte schon 2006. Man darf nicht daran denken, was wäre, wenn es heute auch noch Hunger in den USA gäbe, die Zahlen würden wohl sehr unheimlich werden. Wie gut, das die Definitionskünstler unter den wohlversorgten Regierungsbeamten immer erfolgreicher das Sandmändchen für die Bevölkerung spielen, während der Hunger laut Manager Magazin immer weiter vorrückt:

Eskalierende Preise treiben tausende Inder durch die Straßen, in China warnt Premier Wen Jiabao vor Unruhen: Ein Inflations-Tsunami droht das boomende Asien zu überfluten, das Deutschland wie ein Hafenschlepper aus der Rezession ziehen half. Jetzt fürchten Ökonomen Schockwellen bis nach Deutschland.

Auf diese Schockwellen bereiten sich wohl die asozialen Raffgeier und Gierschlünde der Gesellschaft vor – zusammen mit den Verantwortlichen in Regierung und Opposition, alle nach dem Motto: nach mir die Sintflut! Nur so scheint man die steigende Abwesenheit praktischer Vernunft  in Regierungs- und Wirtschaftsgeschäften erklären zu können.

Das haben wir also davon gehabt, das wir uns vor 150 Jahren (eine unglaublich kurze Zeit, wenn man recht bedenkt) mit ein paar glitzernden Perlen von unseren Äckern haben fortlocken lassen. Im Prinzip geht es uns da wie den Indianern, die auch die gleichen Perlen hereingefallen sind. So verlockend, so sicher, geborgen und golden schien die Zukunft in den industrialisierten Städten zu sein, doch am Ende war das alles nur ein Trugschluß und auf Sand gebaut. Am Ende der ganzen Zivilisationsentwicklung zeigt sich, das wir immer noch dem gleichen Urteil unterliegen, dem schon unsere Urväter gehorchen mußten: ohne Arbeit droht der Hunger – nur ist er diesmal künstlich erzeugt, politisch gewollt – oder durch bloße Dummheit in die Welt gekommen.

Diesmal aber haben wir nicht mehr die Kraft, ihn im Notfall zu verbannen. Sollte die Welt uns wirklich mal übel gesonnen sein, so kann dieses Land nur noch einen winzigen Bruchteil seiner Bevölkerung ernähren, die man bei „Freies Wort“ nachlesen kann:

Die regionale Selbstversorgung liegt in Deutschland nur noch bei alarmierenden 10%, in Havanna, Kuba, sind es 70%.

Wer würde also richtig ernste Krisen überleben? Jene Krisen, die unserer Bundeswehr den Ölhahn abdrehen könnten?

Über mangelnden Revolutionswillen in diesem Land sollte man sich anhand dieser Zahlen nicht mehr wundern – hier steht der Hunger schon vor der Tür, obwohl der Tisch noch prall gefüllt scheint. Bricht nur einmal die Lieferkette zusammen – wegen Ölmangel, Krieg, Seuchengefahr … dann haben wir auch kein Problem mehr mit der Arbeitslosigkeit, sondern nur noch eins mit der Leichenentsorgung.

Da müssen die Millionäre und Parteifunktionäre dann aber mal selbst Hand anlegen und zum ersten Mal in ihrem Leben richtig arbeiten. Vielleicht tröstet das ja den einen oder anderen jener Mitbürger, die in ihrem Leben immer nur eins kannten: zuviel Arbeit für zuwenig Geld.

 



 

 

 

 

Schwulenhass, Yetispott, die Trümmerwelt der Naturwissenschaft und Swedenborgs „Eigenrealitäten“

Die Chinesen machen ja gerade etwas Ungeheuerliches: sie suchen den Yeti. Ungeheuerliche Ungeheuersuche.  Wie können die nur so etwas machen, weiß doch jeder, das man sich in Europa mit der Suche nach dem Yeti lächerlich macht, gerade bei den großen Nachrichtenagenturen wie dem „Spiegel“:

Man könnte meinen, es sei hinlänglich bekannt, dass es das Wesen nur in der Mythologie gibt. Schließlich gibt es bislang keinen stichhaltigen Beweis für seine Existenz. Nur ein paar Augenzeugenberichte und verwaschene Fotos.

Ein einziger Satz nur … und schon ist man im Herzen der wissenschaftlichen Finsternis und der Manipulation. Es sei … „hinlänglich bekannt“ … ja, wem denn? Was den Yeti betrifft, so ist es wie mit allen Phänomenen, die nicht jederzeit herbeirufbar sind (sich also der menschlichen Kontrolle und Machtausübung aus freiem Willen entziehen können):  entweder, man gehört zu denen, die einen gesehen haben oder aber man gehört zu jenen, die keinen gesehen haben. Nach guter alter naturwissenschaftlicher Tradition der Empirie ist „hinlänglich bekannt“ das ein Zeuge ausreicht. Nach guter alter naturwissenschaftlicher Tradition beugte sich sogar der „Alleszertrümmerer“ Kant (hier aus einem Spiegelartikel von 1974) den Fakten:

Gleichwohl, auch einige Rationalisten blieben im Zweifel. Sogar Immanuel Kant, der „Alleszertrümmerer“, rätselte darüber, wie es dem schwedischen Ingenieur Emanuel Swedenborg an einem Abend des Jahres 1759 gelingen konnte, von Göteborg aus einen in Stockholm stattfindenden Großbrand „fernzusehen“.

Kant lehnte jede Form von „Geisterseherei“ aus guten Gründen ab, in der Welt des Rationalismus hat Empirie aus methodischen Gründen nichts verloren – aber die Welt des Rationalismus ist nicht die Welt selbst, sondern nur das Kategorienraster,  durch das die Menschen „Welt“ betrachten. Über seine Erfahrungen mit Swedenborg schrieb Kant 1766 ein eigenes kleines Werk: Träume eines Geistersehers.

Er beschreibt dort auch die „Modes des Unglaubens“, die zur damaligen Zeit politisch wichtig und deshalb per Vernunft geboten war. In Zeiten, wo die Kirche als Weltmacht hinter den Thronen stand und jede widersprüchliche Glaubenslehre als „Geheimnis des Glaubens“ postulieren konnte, war es unverzichtbar, sich im Widerstand gegen weltliche Mächte ein heiles Reich der Vernunft zu schaffen, um nicht durch „Träume eines Geistersehers“ lenkbar zu werden. „Hellsichtigkeit“ als empirische Beobachtung stand da der Vernunft im Wege.

Heute sind wir weiter … eigentlich. Heute wissen wir über die Einflüsse des Mondes auf Psyche und Natur … und manche Passagen des Seher Swedenborg könnten heute von den neuen Predigern der Metaphysik kommen: den Quantenphysikern (hier bei Kant:)

Ein Hauptbegriff in Schwedenbergs Phantasterei ist dieser: Die körperliche Wesen haben keine eigene Subsistenz, sondern bestehen lediglich durch die Geisterwelt; wiewohl ein jeder Körper nicht durch einen Geist allein, sondern durch alle zusammengenommen. Daher hat die Erkenntnis der materiellen Dinge zweierlei Bedeutung, einen äußerlichen Sinn, in Verhältnis der Materie aufeinander, und einen innern, in so ferne sie als Wirkungen die Kräfte der Geisterwelt bezeichnen, die ihre Ursachen sind. So hat der Körper des Menschen eine Verhältnis der Teile untereinander nach materiellen Gesetzen; aber, in so ferne er durch den Geist, der in ihm lebt, erhalten wird, haben seine verschiedene Gliedmaßen und ihre Funktionen einen bezeichnenden Wert vor diejenige Seelenkräfte, durch deren Wirkung sie ihre Gestalt, Tätigkeit und Beharrlichkeit haben.

Wenn es denn Materie nicht gibt, die Welt der Formen und Farben nur Illusion ist, so werden wir irgendwann zu der Frage stoßen: welche Kraft hält das alles zusammen?

Nun, Swedenborgs Geister- und Höllenvisionen haben mich nie sonderlich interessiert – was vielleicht ein Fehler ist. Die Vorstellung von Wesen (Engeln wie Teufeln) die aufgrund ihrer natürlichen Beschaffenheit in der Lage sind, „Eigenrealitäten“ zu bilden, fand ich jedoch für jemanden in der Mitte des 18.Jahrhunderts sehr fortschrittlich, da „Eigenrealitäten“ ein abstrakter Begriff ist, der wir uns erst durch die Physik der letzten Jahre faßbarer erscheint. Und die Vorstellung, das nur jene in der Hölle landen, die selbst dort hineinwollen, fand ich sehr beruhigend – und irgendwie auch überzeugend.

Wir schreiben aber nun nicht mehr das 18. Jahrhundert in dem sich die Welt von der Kirche emanzipieren mußte, wir schreiben das 21. Jahrhundert, in dem man wissen können müßte, das die Sichtung von „Yetis“ mit der „Mythologie“ nichts zu tun haben. Trotzdem finden sich noch Anhänger der „Mode des Unglaubens“. Die Welt der Mythologie ist die Welt der Schöpfungsgeschichten, der Sagen und Legenden. Die Welt der Yetis ist die Welt der Biologie – bzw. die Frage, ob es noch große Tierarten in der Welt gibt, die in geringen Populationen leben.

Das sind zwei ganz verschiedene  Felder. Mit dem Yeti ist es wie mit dem Riesentintenfisch, der lange Zeit als „Mythos“ verächtlich gemacht wurde, bis er im britischen Museum hing. Es gibt keinen Grund für Spott oder Hohn, was die Yetiforschung betrifft – es sei denn, man hält Mode für Wissenschaft.

In der Waldregion, die nun untersucht werden soll, wurden im Laufe der Zeit 400 Sichtungen des mysteriösen Wesens registriert. Demnach ist die Kreatur größer als ein Mensch, geht aufrecht und ist von Kopf bis Fuß mit Haaren bedeckt.

So berichtet der Spiegel weiterhin. 400 Sichtungen sind eine Menge. Grund genug, mal zu schauen, ob es sich um eine neue Bärenart handelt – oder um eine alte Bärenart und ungenaue Beobachtung. Oder um die Kleinpopulation eines seltenen Großtieres, von denen man heute immer noch einige findet.  Seit dem mit dem Quastenflosser ein angeblich schon vor den Dinosauriern ausgestorbener Urahn alle Landlebewesen fröhlich schwimmend in den Weltmeeren gefunden wurde, würde es mich nicht wundern, wenn jüngere Vertreter seiner Art auch im Loch Ness schwimmen. Es wäre im Prinzip nicht unvernünftig….nur unmodern.

Die Mode des Unglaubens selbst könnte man heutzutage noch tolerant akzeptieren, wenn sie nicht … eine ganz häßliche politische Schattenseite hätten. Ignoranz, Dogmatik, Ideologie, Intoleranz, die im wissenschaftlichen Bereich noch existieren können ohne großen Schaden anzurichten (aber auch keinen großen Nutzen bringen), werden außerhalb der wissenschaftlichen Sphäre ganz schnell ganz häßlich, hier laut Spiegel:

Belgrad im Ausnahmezustand: Tausende rechtsextreme und nationalistische Randalierer lieferten sich in der serbischen Hauptstadt Straßenschlachten mit Polizisten. Diese versuchten den ersten Umzug von Homosexuellen seit neun Jahren zu schützen – Dutzende Menschen wurden verletzt.

In Polen laut Welt:

Der Zug durch Warschau wurde begleitet von rund 2000 Polizisten, die die Teilnehmer vor möglichen Angriffen von Rechtsextremen oder ultrakonservativen Katholiken schützen sollten. Beide Gruppen hatten Gegendemonstrationen angekündigt. Vereinzelt wurden Eier und Flaschen auf Teilnehmer geworfen. Nach Polizeiangaben wurden acht Menschen festgenommen, weil sie Polizeibeamte angegriffen hatten. Beim Marsch durch die polnische Hauptstadt trugen die Gegendemonstranten unter anderem Transparente „Perverse nach Berlin“.

„Es ist hinlänglich bekannt, das Schwule pervers sind und das der natürliche homosexuelle Mann ins Reich der Mythologie gehört“. Homosexualität als Krankheit … das bricht sich wieder Bahn, hier ebenso wie in den USA. Dahinter steckt der gleiche Geist, der Yetiforscher verspottet: der Mensch mit Gier nach Macht.

Im 21. Jahrhundert stehen wir vor einem Trümmerhaufen, den uns das naturwissenschaftliche Weltbild gebracht hat. Umweltkatastrophen (mit einen drohenden Rekordwinter 2010/2011, den viele Hartz IV-Abhängige dann wohl diesmal wirklich nicht überleben werden) ,  Umweltgifte, Atombomben, Artensterben … die Liste der Vernichtungen ist schier unendlich lang. Zeit sich mal Gedanken darüber zu machen, was denn da schief gelaufen ist, wie denn aus der harmlosen und begrüßenswerten vernünftigen Beobachtung und des ruhigen Studiums der Natur eine Vernichtungsmaschinerie derselben werden konnte … oder wollen wir lieber weiter in den sicheren Untergang ein überbevölkerten, waffen- und giftverseuchten Welt marschieren, weil die Mode des Unglaubens es uns befiehlt?

Es ist Zeit, sich zu Fragen, was denn da schief gelaufen ist … in nur 150 Jahren. Zeit, einfach mal die Frage nach dem letztendlichen „Nutzen“ von Naturwissenschaft zu stellen – was man heutzutage auch tun kann, ohne gleichzeitig die Kirche wieder aus dem Sack der Geschichte hervorholen zu müssen.

Was die Herrscher der Welt am Yeti, am UFO, an der Telepathie stört ist … es sind Objekte menschlicher Wahrnehmung, die nicht ihrer Kontrolle unterliegen. Sie stellen die Allmacht ihres Gottes in Frage, mit dessen Hilfe sie über die Menschheit herrschen … und der auch Quell für viele wunderbare renditefreundliche „Sachzwänge“ ist.

Deutet mein Gott „Naturwissenschaft“ den Menschen als Tier, so kann ich die Population in Auschwitz logisch und vernünftig mit Gas reduzieren, das gleiche gedankliche Prinzip gebar im Nachkriegsdeutschland das Sozialmonster Hartz IV: Massentierhaltung in Zeiten (künstlich hervorgerufener) knapper Ressourcen – solche Vergleiche dienen auch nicht der Verharmlosung des Nationalsozialismus, sondern lediglich der Verhinderung seiner (bevorstehenden und laufenden) Wiedergeburt, die in Deutschland mit großen Schritten voranschreitet und die neuen „Juden“ trifft: die Arbeitslosen, denen nicht nur der billige Wohnraum weggenommen wird sondern auch noch (laut Spiegel) der Artzbesuch unmöglich gemacht:

Um die Kosten im Gesundheitssystem zu senken, sollen Patienten laut Gesundheitsminister Rösler ihre Rechnung selbst bezahlen – und das Geld dann von der Krankenkasse erstattet bekommen. Der Chef der Kassenärzte hält das für richtig.

Es ist das gleiche Denkprinzip, das auch Ausschwitz errichtete: Das Kosten/Nutzendenken der Tierhaltung auf den Menschen übertragen. Rationalismus ohne Religion wird schnell gefährlich, das wußte schon Kant. Er findet keinen Halt in der Welt und hat keine eigenen Werte, wähnt sich aber selbst von allem gefährdet, was er sich nicht Kraft seiner Gedanken selbst erschließen kann und was seinen jeweiligen aktuellen Modewerten wiederspricht. Es sind aber nur … Modewerte, keine „ewigen Werte“.

Wie anders würde die Welt aussehen, wenn wir uns  – nur um ein Beispiel zu denken – eher an Swedenborg denn an Kant orientiert hätten … möglicherweise wäre schon jeder Mensch soweit, das er Kraft seine Willens seine eigenen Realitäten schaffen könnte. Wen sollte das schon stören?

Seltsamerweise die gleichen, die auch den Yeti lächerlich machen. Aber vielleicht ist das gerade die Wahrheit, die die Reichen und Mächtigen vor uns verbergen wollen: jene Fähigkeiten, die wir erlangen, wenn wir 100% unsere Gehirnkapazität nutzen können. Dann würde ja niemand mehr Macht über Menschen ausüben können … und das wäre für gewisse Charaktere schlimm.

Es ist weder wünschenswert noch notwendig, das man nun den naturwissenschaftlichen Modeglauben durch esoterischen Modeglauben ersetzt.  Aber ich denke es ist notwendig und wünschenswert, bevor aus verständlichen und vernünftigen Sachzwängen die nächsten Hassorgien angesagt werden und neue Leichenberge zeugen, mal das grundsätzliche Übel anzugehen: den naiven und primitiven Glauben an die Allmacht rationaler Vernunft … denn es ist ebenso unvernünftig an den Yeti zu glauben wie den Schwulen am Leben zu lassen.

Ein Werkzeug ist kein Wert an sich … und es mutet schon fast wie ein Zaubermärchen an, das die Menschen sich aus der Flucht vor der kalten und mitleidlosen Bestialität ihres Werkzeuges wieder in die Arme der Kirche flüchten müssen – und alles wieder von vorn beginnt. Aber vielleicht wählen die Menschen gerade deshalb wundersame Auswege:

Die mächtigste Frau der Welt ist laut „Forbes“ Michelle Obama, in Großbritannien dagegen hat die einflussreichste Dame nichts mit Politik am Hut: Die Rangliste wird von Joanne K. Rowling angeführt, Autorin der Harry-Potter-Saga.

Die Harry-Potter-Saga ist in vielerlei Hinsicht eine Sage von … „Eigenrealitäten“.  Ich schätze sie nicht, weil man (wie auch im „Herrn der Ringe“, in dem „Star Wars Mythos“, der „Matrix-Sage“ oder den vielen Vampirlegenden) sehr vorsichtig auf das Element des „Herrenmenschentums“ in jenen Geschichten achten muß, was bei ihr durch die Einführung des minderen „Muggel“ (unmagische Normalmenschen) schon einen finstereren Beigeschmack hat, aber das eine Zauberbuchautorin als einflußreicher gilt als die Spitzen der Gesellschaft … das hat was freundliches. Was sehr freundliches.


Die Vernunft – ein Werkzeug der Vernichtung und … der Garten Findhorns

Massenmörder sind unter Umständen extrem vernünftige Menschen. Natürlich stellt sich in uns erstmal alle quer wenn wir so etwas hören. Vernunft hat uns die Demokratie gebracht, Vernunft hat uns die Wissenschaft gebracht, die Aufklärung – und das stimmt ja auch alles. Vernunft hat uns auch Auschwitz gebracht, die Atombombe, die Umweltzerstörung und die Innenweltzerstörung. Vernunft bringt RTL dazu, den Nachmittag mit folterartigen Sendeformaten zuzustopfen, Vernunft gebietet die Kürzung des Regelsatzes auf 121 Euro sowie die Begrenzung seiner Bezugsdauer auf fünf Jahre.  Vernunft führt dazu, das wir Rentner als „Soylent Green“ vermarkten und unser Heil im Weltall suchen werden – dabei haben wir schon ein sehr komfortables Raumschiff namens „Erde“, wir fühlen uns hier nur – vernünftigerweise – nicht mehr so wohl.

Vernunft gebietet die Aufstellung von Atomwaffen und die Planung eines Präventivschlages, Vernunft gebietet Völkermord bei Raummangel und die Erfindung immer perfiederer Massenvernichtungswaffen. Letztlich … empfiehlt Vernunft sogar die Eleminierung des Menschen selbst, der wie eine Krankheit die Erde befallen hat.  Bilderbergerführer Prinz Bernhard von den Niederlanden wollte ja bekanntermaßen als ein solcher wiedergeboren werden. Strikt vernünftig.

„Handele vernünftig“ … sollte als Aufruf  eigentlich schon wegen Verdachts auf Vorbereitung einer Straftat verboten werden.

Somit ist es auch nicht „Gier“ oder „Dummheit“, die uns die Wirtschaftskrise eingebrockt hat, sondern die reine Vernunft. Mal ehrlich: ohne Vernunft fünfundzwanzig Prozent Rendite – das klappt nicht.  Dafür muß man sich schon was einfallen lassen.

Dabei waren wir mal so stolz auf unsere Vernunft, bei Wikipedia findet man was, was die allerdings selbst noch für verbesserungswürdig halten:

Mit Vernunft als philosophischem Fachbegriff wird die Fähigkeit des menschlichen Geistes bezeichnet, von einzelnen Beobachtungen und Erfahrungen auf universelle Zusammenhänge in der Welt zu schließen, deren Bedeutung zu erkennen und danach zu handeln – insbesondere auch im Hinblick auf die eigene Lebenssituation (vgl. Nous). Die Vernunft ist das oberste Erkenntnisvermögen, das den Verstand kontrolliert und diesem Grenzen setzt bzw. dessen Beschränkungen erkennt. Sie ist damit das wichtigste Mittel der geistigen Reflexion und das wichtigste Werkzeug der Philosophie. Dieses als Diskussionsgrundlage immer noch maßgebliche Verständnis von Vernunft steht in der Tradition der Philosophie Immanuel Kants.

Natürlich gibt es Vernunft auch als „Weltgeist“ und „Lieben Gott“ … doch das paßt nun überhaupt nicht in unsere Zeit.

Noch schlimmer wird es, wenn wir uns in das Gebiet der Kleingeisterei begeben und Verstand von Vernunft trennen, nachher noch den „gesunden Menschenverstand“ hinterherschieben – nur um die Heiligkeit der Vernunft zu retten.  Wir brauchen aber im Jahre 2010 die Heiligkeit der Vernunft nicht mehr zu retten, dreihundert Jahre Vernunft haben genug Ergebnisse gezeitigt, das sogar der gesunde Menschenverstand versteht, das es mit der Vernunft nicht weit her sein kann.

Die Theorie, das uns reine Vernunft ins irdische Paradies führen wird, ist leider an den Verhältnissen gescheitert und an etwas, was Kant selber schon erkannt hatte: Vernunft hat in sich keine Moral. Sie kann Grundlage einer Ethik sein, die aber in sich sehr unstabil ist. Nur hat sich Kant keine großen Sorgen um diesen Tatbestand gemacht, da es ja einen Sicherungemechanismus gab: die Religion bzw. die Gewissheit der Existenz Gottes und die Ewigkeit der menschlichen Seele. Mit diesen Sicherheitsmechanismen ausgestattet konnte sich Kant selbst dann nach getaner Arbeit ruhig zur Ruhe betten.

Je mehr dieser Sicherheitsmechanismus verschwindet, umso unmoralischer werden wir.  Auch das ist aber sehr vernünftig. Wenn ich mein Leben mit der Überzeugung lebe, das es mit dem Tod endgültig aus und vorbei ist, dann brauche ich ganz viel Geld, um zwischen Geburt und Tod so viel wie möglich erleben zu können, damit es sich auch gelohnt hat.  Rücksicht auf meine Mitmenschen sollte ich da nicht nehmen, dafür gibt es keinen vernünftigen strategischen Grund, nur einige taktische – sie könnten sich wehren. Somit ist es auch hier geboten, für eine Zeit lang ein halbwegs befriedigendes Sozialsystem zu schaffen … jedenfalls solange, wie man die Rache der Verlierer noch zu fürchten hat.

Kant konnte sich das nicht vorstellen, das Menschen mal derart entwickeln, sonst hätte er sicher seine Betrachtungen revidiert und seine „Schrift zum Ewigen Frieden“ wäre nicht so optimistisch ausgefallen, denn der sollte nach dem Zusammenbruch der letzten Kontrahenten des kalten Krieges eigentlich unaufhaltsam vor der Tür stehen – nur merken wir gerade: das Gegenteil ist der Fall.

Vernunft ist ein Werkzeug – aber nicht nur ein Werkzeug der Philosophie. Sie ist generell nur ein Werkzeug.  Sie zeigt mir an, wie ich von A nach B komme. Besonders drollig wird es, wenn das Erkenntnisinstrument sich selbst mit aller Strenge selbst beurteilt: das führt automatisch zu dem Philosophen der sitzenbleibt wo er gerade saß und vernünftigerweise verdurstet und verhungert. Die Kritikfähigkeit des Werkzeuges Vernunft ist größer als ihre Fähigkeit, Wahrheiten zu schaffen.  So kann sie – vernünftigerweise – noch nicht einmal die Existenz der sinnlichen Wahrnehmung oder des sinnlich Wahrgenommenen beweisen – Generationen von Philosophen haben sich an dem Tisch, der vor ihnen stand, gedanklich die Zähne ausgebissen. Da es Sinnestäuschungen gibt, können wir vernünftigerweise nicht sagen, wann diese Sinne getäuscht werden und wann nicht.

Das hätte zu viel Weisheit, Bescheidenheit und Ruhe im Leben führen können. Stattdessen haben wir (oder sagen wir besser: gewisse Kreise) die Vernunft entfesselt, sie von einem Erkenntnisinstrument zu einem Herrschaftsinstrument gemacht: mit bekannten Folgen.

Für die Vernunft gibt es kein „gut“ und „böse“, deshalb urteilt sie milder – auch wenn Israelis Menschen auf Hilfskonvois erschiessen. Anders als der Hass (der angesichts dieser Aktion mal wieder rundherum ausbrach), fragt die Vernunft: wie kann es dazu gekommen sein. Ihr Ziel ist es, die Funktionsweise von Gewalt zu verstehen, damit solche Ereignisse verhindert werden können … und das dauert, wie unsere Gerichtsprozesse zeigen, zuweilen ziemlich lange. Auch wenn nicht jedes Gerichtsurteil vernünftig ist – die Methodik ist es schon.

Im Rahmen der Erkenntnis funktioniert Vernunft immer noch sehr gut und könnte ich Werk tun, wenn nicht … deutlich erkennbar andere Kräfte am Werk sind, die jeder kennt aber über die nicht gesprochen werden darf, da sie mit einem Tabu belegt worden sind.

Einfach mal morgen auf die Hauptstraße stellen und laut davon predigen, das man a) Gott gesehen hat, b) mit kleinen grünen Männchen einen Rundflug zum Mars gemacht oder c) regelmäßig mit Naturgeistern tanzt – man wird sehen, aus welcher Ecke vehemente Kritik kommt. Seltsamerweise aus der Ecke jener Menschen, die Vernunft für sich gepachtet haben – die Naturwissenschaftler, die Juristen, die Wirtschaftswissenschaftler, die Politiker …. und wir merken schnell: hier geht es gar nicht um Vernunft, hier geht es um Macht – wie bei der Entfesselung der Atomkraft.

Vernunft als Erkenntnisinstrument aus seinen natürlichen Verankerungen gerissen, kann ähnliche Folgen haben wie ein gespaltenes Atom. Sie erlaubt uns, die Grundfesten einer Natur auseinanderzunehmen, die wir überhaupt nicht verstehen. Und immer … müssen wir dazu die Natur zerstören. Wir müssen die Leichen zerschneiden – das war der Beginn der Medizin. Und wenn gerade keine frischen Leichen da sind, dann … triffts eben einen Obdachlosen, der schnell zur frischen Leiche wird. Im Dienste der Wissenschaft spielt das keine Rolle, ist nur vernünftig, so zu handeln.

Bin ich als Arier im Kampf mit dem weltweiten allmächtigen Judentum, so muß ich die Juden vernünftigerweise isolieren so wie es die US-Amerikaner mit den Japanern getan haben. Gehen mir dann Kugeln und Essen aus, so zeigt mit die Vernunft Wege auf, wie ich eine Endlösung erzielen kann.  Bin ich als Moslem mit einer sündigen Frau konfrontiert, so greife ich vernünftigerweise zum Stein. Kommt eine fremde Flotte in meine Hoheitsgewässer und ich will sie dort nicht haben, dann versenke ich sie mit Mann und Maus. Arbeiten mir die Bürger zu langsam und zu unfolgsam, so bastel ich mir eben eine Peitsche in Form der Agenda 2010.

Alles strikt vernünftig.

Das haben auch die Väter der Allgemeinen Menschenrechte gesehen. Angesichts der verheerenden Folgen des Zweiten Weltkrieges haben sie etwas sehr Unvernünftiges getan: sie haben Wahrheiten gesetzt.  Sie haben erkannt, das Vernunft keine Werte schafft und selbst schrecklich mißbraucht werden kann, wenn die Ziele politischer, wirtschaftlicher oder technischer Natur sind. Darum haben sie Regeln geschaffen, die anstelle göttlicher Gebote gestellt worden sind und als absolut unhinterfragbar gelten: die Allgemeinen Menschenrechte. Darüber sollte nie wieder diskutiert werden – was recht unvernünftig ist, aber trotzdem heilsam und erlaubt.

Die Vernunft nun …. ficht die Menschenrechte seit ihrem Bestehen an. Es ist reinweg nur der Glaube der Menschen, der ihnen Kraft und Macht gibt, der Vernunft stehen sie oft genug im Wege herum.

Das läßt mich persönlich mit Erscheinungen wie der Agenda 2010 hadern – und auch die Verdoppelung des Regelsatzes würde mich als Kritiker nicht beruhigen: die Agenda 2010 stellt die Menschenrechte … aus ganz vernünftigen Gründen … in Frage und schränkt sie ein. Die Allgemeinen Menschrechte stehen aber auf einer sehr wackeligen Basis, sie sind nicht seit Millionen von Jahren in Stein gemeißelt noch verkündete sie eine intergalaktische Supermacht mit Waffengewalt vom Himmel herab: sie stellen die unter Schock geborenen Notregeln da, die niemals verletzt werden dürfen, da jede ihrer Verletzungen nach Überzeugung (und Erfahrung) der Unterzeichner der Erklärung der Menschenrechte letztendlich direkt in die Hölle  Ausschwitz führt – vernünftigerweise … früher oder später.

Darum war ihnen die Freiheit des Glaubens so wichtig. Jeder muß glauben dürfen, was ihm gefällt. Und darum sind Menschen, die „alle Ufo-Gläubigen für Spinner“ halten, Feinde der Menschenrechte, obwohl sie sich selber wahrscheinlich für große Verfechter der Vernunft und der Aufklärung halten.

Die Vernunft selbst als Erkenntnisinstrument interessiert sich nicht für Ufos, Geister, Götter, Naturgeister wie jene in Findhorn, die die Kohlköpfe so riesig werden ließen, das sie damit weltweit Aufsehen erregt haben, ohne das das naturwissenschaftlich jemals geklärt worden wäre.  Vernunft hat kein Vorurteil und ist emotionslos wie ein Hammer. Mit dem kann ich auch Häuser bauen oder Köpfe einschlagen.  Ein Beispiel? Nehmen wir dieses Findhorn:

Bald ein halbes Jahrhundert ist es her, dass auf einem windigen Campingplatz an einem schottischen Meeresarm ein botanisches Wunder registriert wurde: Riesige Kohlköpfe und Gurken gediehen auf dem unfruchtbaren Boden, Blumen blühten auf das üppigste. Die Gärtner schrieben den Erfolg ihrer spirituellen Beziehung zur Natur und den Pflanzengeistern zu. Auch Wissenschaftler fanden keine bessere Erklärung. Heute ist Findhorn die größte alternative Gemeinschaft Schottlands – mit Gästen aus aller Welt. Auf dem Programm des Findhorn-Colleges stehen – neben der Kommunikation mit der inneren Stimme – Themen wie ein klima-neutrales Leben und die globale Umweltkrise. Ganzheitliches Leben im Findhorn-Stil ist auf einmal hochaktuell geworden.:

Quelle: SWR.de

Wie oft werden wir angesichts dieser Geschichten (die in diesem Fall auch wissenschaftlich nur als „Wunder von Findhorn“ bezeichnet wurde) die Klage hören, es würde sich hierbei um unvernünftigen Unsinn handeln?

Dabei … ist das kein Feld für Vernunft, das ist ein Feld für Glauben. Vernunft sagt lediglich: wenn Naturgeister bei der Landwirtschaft helfen können, dann ist es in Ordnung, sie einzusetzen. Sie fällt aber kein Urteil über Existenz oder Nichtexistenz von Naturgeistern und der Möglichkeit der Kommunikation mit ihnen.  Wer hier Urteile fällt ist (und hier wiederum vernünftigerweise) jener, der konkrete politische oder wirtschaftliche Interessen an einem ganz speziellen Weltbild hat.

Fragt man sich jetzt, welches Weltbild maximalen Konsum fördert … so finden wir hier vernünftigerweise wieder eine Lösung und erhält eine eindeutige Antwort. Setzen wir anstatt der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte nun Maximierung des  Pro-Kopf-Verbrauches (sprich Aufschwung und Wachstum) ein, so wissen wir, warum alles gerade so läuft wie es läuft.  Lange Zeit können übrigens beide gesetzte Werte problemlos nebeneinander herlaufen, erst, wenn die Ressourcen knapper werden, frisst der Aufschwung die Menschenrechte. Das erleben wir gerade.

So etwas sollte man schon bedenken, wenn Politiker, Wirtschaftler und Techniker wieder mit ihren „vernünftigen Argumenten“ kommen. Vernunft ist … sehr sehr relativ und macht vor Massenmorden nicht halt.

Und der technische Fortschritt, den sie uns gebracht hat … sollen wir den auch verurteilen?

Das fällt schwer. Wenn wir die Kräfte, die wir durch unzweckmäßigen Gebrauch der Vernunft entfesselt haben, beherrschen, dann ist das alles ganz in Ordnung. Vernichten wir dadurch irgendwann die Lebensgrundlagen der Menschheit komplett, dann war das nicht in Ordnung.  So einfach ist das. Wie es momentan ausschaut, haben wir Probleme, die entfesselten Gewalten wieder in den Griff zu bekommen.  Das wäre dann … Pech für uns.


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