Veganismus

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Vom kommenden Kriege, seinen Ursachen – und seinen Feinden

Dienstag, 17.4.2018. Eifel. Wir müssen mal über Krieg reden. Dringend sogar. Das wird sie leicht überfordern können, das sage ich ihnen vorneweg. Das es schnell ernst werden kann, hatten ja kürzlich die Bewohner der Insel Hawai erfahren müssen, die am 13. Januar diesen Jahres  38 Minuten mit der Tatsache konfrontiert wurden, dass die Behörden sie über einen atomaren Angriff informierten, der in den nächsten Minuten bevorstand (siehe Spiegel). Natürlich: ein Fehlalarm. Menschliches Versagen auf ganzer Linie. Bei Atombomben – ein heikles Spiel. Gab es auch schon mal schlimmer: wir standen schon mehrfach am Rande der thermonuklearen Vernichtung – wir erinnern uns an Stanislaw Petrow, der 1983 durch eine mutige Einzelentscheidung einen atomaren Gegenschlag verhinderte und die Entscheidungen der Computer, dass gerade ein massiver nuklearer Schlag der USA gegen Russland lief, ignorierte (siehe Spiegel). Leider ist nicht überliefert, warum die Computer diesen Angriff vortäuschten … ob da vielleicht schon zum ersten Mal die künstliche Intelligenz ihre Schöpfer ausradieren wollte, um selbst Herr zu werden über den Planeten, kann nur gemutmaßt werden.

Krieg. Was ist das eigentlich? Sie haben sicher schon von vielen Kriegen in der Schule gehört – und welche Verwüstungen das deutsche Bildungssystem hinterläßt, kann man an der Aussage einer führenden Mitarbeiterin des GWUP erkennen (also: jener privaten Gedankenpolizei, die im Auftrag der Machthaber kontrolliert, welche Wahrheiten gerade aktuell akzeptiert werden dürfen und welche nicht), die einst meinte, dass Menschen Verschwörungstheorien basteln, weil sie nicht verstehen, dass Naturkatastrophen und Kriege einfach so entstehen. Nun – Naturkatastrophen entstehen nicht einfach so, sie entstehen nur für Dumme einfach so, wer nachdenkt, wird merken: für jede Katastrophe gibt es eine nachvollziehbare Ursache … die uns Menschen aber zu dem Moment nicht vollständig bewusst ist. Und Kriege … kommen nur durch Menschen in die Welt.

Aber was ist das eigentlich: Krieg?

Jeder benutzt das Wort „Krieg“ – Bandenkrieg, Drogenkrieg, Krieg auf der Autobahn … um nur ein paar Beispiele zu nennen – aber kaum jemand macht sich Gedanken darüber, dass „Krieg“ in diesen Zusammenhängen eher synonym für „Gewalt“ steht und nie ganze Städte auslöscht, was der echte und eigentliche Krieg immer sauberer hinbekommt.

Es ist schon völlig irre, dass wir Menschen des 21. Jahrhunderts, die behaupten, auf dem Mond gewesen zu sein, die tolldreistesten Maschinen bauen und damit den ganzen Planeten umgraben das Problem des Krieges nicht im mindesten verstanden haben oder das Phänomen des Krieges erklären können, was uns aber nicht daran hindert, jederzeit Kriege zu führen. Es ist nicht das einzige Irre, dass wir seit der Neuzeit erlebt haben; ich denke da nur an die Hexenverbrennungen, deren Bestialität nicht im Mittelalter ihre Hochzeit hatte, sondern zu jener Zeit, als die neue technokratische Zivilisation sich aus den Trümmern des römsischen Reiches erhob: Ärzte und Juristen führten die Bewegung an, die angeblich christliche Inquisition war der barbarischste antichristliche Akt, der „die Moderne“ einläutete – Ärzte (natürlich: „naturwissenschaftlich ausgebildete“ Ärzte – entsorgten so die Konkurrenz, Juristen verdienten gut an den Prozessen, was geschah war ein einzigartiger Massenmord. Das jedenfalls – ist eine Theorie über diese Zeit des Grauens, in der die Kirche … entgegen landläufigen Glaubens … nur minimal involviert war bzw. hereingezogen wurde, weil der Kampf gegen das Böse, den Teufel, den Widersacher natürlich prinzipiell in ihr Aufgabengebiet fiel. Ähnlich ist es mit den fanatischen Irren von GWUP und Psiram, die nur durch den starken Arm des Gesetzes daran gehindert werden, neue Feuer anzuzünden, neue Inquisitoren durch die Dörfer zu schicken: Hass, Verachtung, mangelnder Respekt vor den Weltbildern der anderen ist auf ihrer Seite auf jeden Fall genug vorhanden.

Das nächste Irre ist: der Holocaust, der ja extra nur als kleiner Unfall der Geschichte verbucht wird anstatt als das, was er wirklich war: die völlige Bankrotterklärung der gesamten geisteswissenschaftlichen Aufklärung: am Ende des Prozesses der Aufklärung haben wir nicht eine planetarische Zivilgesellschaft des „Ewigen Friedens“, sondern stehende Heere mit einer Vernichtungskraft, die jedes Leben auf der Erde auslöschen können: schlimm, wenn man sich da den Luxus erlaubt, sich über die Natur und das Wesen des Krieges keine Gedanken zu mahen.

Das nächste Irre wird sein, dass es doch zum thermonuklearen Krieg kommen wird, weil wir einen Aspekt völlig ausblenden: dass es Menschen gibt, die genau das wollen, weil sie sich daran ergötzen – weil ihre Weltbilder die Lust an der Qual des anderen beinhalten – doch solche Menschen dürfen wir uns auch schon nicht mehr denken, obwohl ihre Philosophie unseren Alltag von Hartz IV bis Umweltvernichtung bestimmt.

Schauen wir bei Wikipedia nach, so finden wir eine aktzeptable Zusammenfassung dessen, was zum Thema Krieg gedacht wird – doch liest man alles durch, hat man immer noch nicht verstanden, warum es ihn überhaupt immer noch gibt – und warum große und alte  Demokratien wie die USA, Großbritannien und Frankreich sich ihm nicht entziehen können. Sicher: es gibt viele Theorien über den Krieg – und sehr viele Kriege, die man beobachten kann – aber die Frage, warum die Menschheit auch hunderte Jahre nach Start der naturwissenschaftlichen Offensive der „Aufklärung“, die vor allem der Ausbreitung menschlicher Macht über alle Dimensionen des Seins diente – immern noch Kriege führt, bleibt unbeantwortet … übrigens der einzige Grund, warum es wirklich „Verschwörungstheorien“ gibt: weil „die Wissenschaft“ – jener Götze der Neuzeit, der immer neue frankensteinsche Ungeheuer produziert, die die ganze Ökosphäre zu vernichten drohen – darauf keine Antwort hat….wie auf viele andere Fragen auch.

Es ist nicht so, dass wir noch nie Konzepte zum Frieden hatten. Dilthey zum Beispiel, der eine Theorie der Geisteswissenschaften formulierte, die sehr wohl zu einem Reich ewigen Friedens hätte führen können. Einfach ausgedrückt, ist die Aufgabe der Geisteswissenschaften, den Frieden zu wahren, in dem sie alle Kontrahenten versteht und zwischen ihnen vermitteln kann, so dass die Feinde auch verstehen, was den anderen umtreibt: erkennt man, dass der andere gar kein Teufel ist, sondern nur unter anderen Bedinungen herangewachsen, von anderer Umwelt geformt, kann schnell der Handel den Krieg ersetzen und allen das Leben erleichtern. Darum studieren wir an den Universitäten Geisteswissenschaften – zum Beispiel auch fremde Sprachen – um Botschafter des Friedens auszubilden, die dem Krieg die Stirn bieten können … doch jenes Wissen vom Sinn der Geisteswissenschaften ist nach hundert Jahren schon verschollen … selbst bei den Geisteswissenschaften selbst.

Dort jedoch – war Krieg der Feind der Menschheit … heute ist es – mal wieder – der Russe. 107 Jahre nach Dilteys Tod ist die Gesellschaft wieder hinter dem Niveau zurückgefallen, das er vorgegeben hatte, ist die Wissenschaft zu einem Krüppel verkommen, der nur noch einseitig arbeitet: die MINT-Fächer sind uns wichtig – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik. Und was ist ihr Erfolg bei der Bekämpfung des Krieges, was ist ihre Antwort auf die ständig drohene Kriegsgefahr? Immer neue Waffen mit immer vernichtenderer Kraft, die inzwischen den Tod von Milliarden herbeiführen könnten – und es auch tun würden, nur mal um zu beweisen, wie toll ihre Werkzeuge des Teufels doch funktionieren.

Ich merke: es wird Ihnen mulmig zumute. Darf man es wirklich wagen, gegen „die Wissenschaft“ vorzugehen? Ist es nicht sie, die uns all´ den Fortschritt gebracht hat? Jenen wunderbaren Fortschritt, der dazu führt, dass unser Arbeitsalltag mindestens dreimal so lang dauert wie der des „primitiven“ Amazonasmenschen, der uns neue unbesiegbare Krankheiten bescherte und dafür sorgte, dass in Nahrungsmitteln kaum noch Substanz ist – sie aber in Unmengen zur Verfügung stehen während unsere Lebensumwelt in Unmengen an nicht verrottbarem Müll versinkt und sogar die Luft und das Wasser selbst tödlich sein kann… mal abgesehen von den 200000 Fässern mit Atommüll, die rund um Europa lagern (siehe Abendblatt) und irgendwann wohl dazu führen werden, dass wir im Mittelmeer nicht mehr schwimmen dürfen … da einige Fässer schon ihre giftige Fracht loswerden wollen, ist das wohl auch heute schon unratsam, denken Sie bitte bei ihrem nächsten Mittelmeerurlaub daran, den Segnungen der MINT-Mafia zu huldigen.

Wir könnten natürlich auch mal über Frieden reden … aber merken Sie nicht selbst, dass das schon ein merkwürdiges Gefühl erzeugt? So als wäre man ein linksgrün-versiffter Alt-68er, der sich vor lauter Sozialromantik in völlig unrealistische Phantastereien verrennt und als „Friedensbewegung“ mit ihren „Montagsdemos“ – wie wir alle wissen – dem Nationalsozialismus ziemlich nahe steht? Das wagen Sie doch wohl wirklich nicht in Frage zu stellen, oder? Schon allein die Tatsache, dass Sie den Verdacht äußern, es gäbe Menschen, die ein reales Interesse daran haben, dem Krieg zu dienen, ihm zu huldigen und ihn mit großer Kraftanstrengung in die Welt zu zwingen macht aus Ihnen einen „Verschwörungstheoretiker“, einen Menschen, den es mit aller gesellschaftlicher Gewalt mit einem Bann der Ächtung zu belegen gilt – bevor der Geist des Krieges wieder soweit in der Welt weilt, dass man diese Gestalten ihrem verdienten Schicksal in den Gaskammern der Wissenschaft ausliefern kann.

Dabei kannten diese ´68er schon die Lösung des Problems und beschrieben es mit einem kleinen, genialen Satz: Stell Dir vor es ist Krieg – und keiner geht hin.

Ja – was wäre denn, wenn Krieg ist und keiner würde hingehen?

Ohne willige Diener … wäre der Krieg sofort fort. Frieden wäre. Das hieße nicht, dass wir eine Welt ohne Gewalt hätten – um einen oft falsch verstandenen Ansatz zu widerlegen. Gewalt gehört zu dieser Welt dazu, ohne die Tatsache, dass Ihr Immunsystem die beständigen Angriffe von Viren und Bakterien abwehren würde, könnten Sie diese Zeilen gar nicht lesen – und selbst Bäume sind nicht so friedlich, wie es den Anschein hat: ihr Laub vernichtet die Lebensgrundlagen der schwächeren Gewächse; der Wolf frisst das Lamm ohne Gnade und gerechtem Urteil … aber niemand zwingt uns über Gebühr, uns mit dieser Welt gemein zu machen, einer Welt, die im Buddhismus beherrscht wird vom dunklen Schleier der Maya und im jüdisch-christlichen Glauben die gefallene Welt ist.

Aber: merken Sie etwas?

Jetzt im Moment, währned Sie diesen Gedanken folgen?

Sie haben gerade etwas ganz entscheidendes geleistet: Sie haben einen Strich gezogen zwischen einer gewalttätigen Welt, die in Ihnen immer mehr Abscheu erzeugt und einer Welt, die anders ein könnte … und jetzt gerade in ihrem Geist geboren wird: nicht als perfekter Plan, sondern als Willensakt. Das hebt sie weit über das Tierreich hinaus: in jedem Menschen steckt die Saat des Friedens, geboren aus dem Abscheu, wenn der Wolf das Lamm reißt. Oder aus dem Abscheu über Millionen sinnlos gemetzelter Kälber, die als überflüssiger Überschuss der Milchindustrie kurz das Licht der Welt erblickt haben (siehe NDR). Sicher: es gibt kein Tier, dass zu solch sinnlosem barbarischem Akt fähig wäre (was der Mensch – siehe Holocaust – auch gegen die eigene Art anwenden kann), ein Akt, der nur möglich ist, weil wir seit Jahrhunderten nur nach Macht gieren – immer mehr Macht, über jedes Atom, jedes Lebewesen, jeden See, jeden Fluss und jeden Berg – so etwas können Sie sich leicht vorstellen, denn diese Argumentation der Menschenfeinde ist Ihnen ja bekannt. Die andere Seite der Medaillie aber weniger: das es kein Tier gibt, dass seinen Abscheu über diese Art der Ernährung zum Ausdruck bringt und sich gegen die Welt des Fressens und gefressen Werdens stellt … auch wenn es erstmal keine Lösung für das Problem der Ernährung gibt.

Geisteswissenschaftler wissen, dass es mehr Weltdeutungsmodelle gibt als das unsere. Viel mehr. Viele sind Jahrtausende alt – und führen zu einem nachhaltigen, auch für Menschen glücklichen Leben, das einfach nur andere Lehrsätze hat – und aufgrund diese „geistigen“ Lehrsätze (bzw. Gesetze) andere Folgen für die Umwelt hat. Uns ähnlich sind die Atzteken, die zehntausende Menschen bestialisch opferten, um den Lauf der Welt sicherzustellen … sie gleichen unseren „Kollateralschäden“ (bei uns gehen die aber in die Millionen), die wir bereit sind zu opfern, damit unser System, unser Lauf der Welt weiter fortbestehen kann, unser destruktives Wirtschaftsmodell (ebenfalls nach dem Muster des fressens und gefressen werdens aufgebaut, wo Firmen die Rollen von Jäger und Beute übernehmen) bestehen bleibt – anstatt vernünftigerweise ein harmonisches, konstruktives Wirtschaftsmodell zu leben, dass sich an den langweilig anmutenden aber zukunftsfähigen Genossenschaften orientiert, die mehr den Menschen als den Profit für wenige in den Mittelpunkt der Arbeit rücken.

Wir Menschen – und nur wir Menschen – tragen den Keim des Friedens in uns: das darf Ihnen ruhig mal bewusst werden. Es zeichnet uns sehr aus, dass wir Tierleid mindern wollen – bis hin zum völligen Verzicht auf tierische Produkte, den manche leben (einige leider nur, um etwas Besonderes zu sein, sich abzugrenzen, um Bessermenschen zu werden, die sich moralisch über Untermenschen erheben wollen und so den eigentlich guten Ansatz im Handumdrehen in etwas Böses zu verwandeln). Die Gewalt werden wir aus dem Kreis der Schöpfung nicht verbannen können – aber den Krieg, den könnten wir sofort beenden, weil er nur durch Menschen in die Welt kommt.

Doch jene Menschen, die den Krieg bringen … dürfen nicht mehr benannt werden. Es ist überaus erstaunlich im Kreise vernunftbegabter Wesen, wie sie unwidersprochen immer mehr Kreise der politischen Wirklichkeit vom Kriegsdenken besetzen lassen – als wäre es das normalste der Welt, hegt die EU-Kommission Pläne, die europäischen Transportwege kriegsbereit zu machen (siehe Spiegel), während Russland vorsichtshalber seine Industrie anweist, sich auf die Umstellung auf Kriegsproduktion vorzubereiten (siehe Heise), wir nehmen gelassen hin, dass Frankreich, die USA, Großbritannien in einer Vergeltungsaktion wegen angeblicher Giftgasangriffe Lager von Giftgasen mit Raketen angreifen (wobei gelegentlich auch die Niederländer mit Unterstützung der Sozialdemokraten beteiligt sind – siehe ntv)… was, gäbe es solche Giftgase, die umliegenden Gegenden ernsthaft in Gefahr bringen könnte. Gas soll schon mal in die Luft entweichen, wenn die Schutzhüllen der Behälter zerstört werden – aber dem Krieg und seinen Gefolgsleuten geht es ja um die Vernichtung der Menschen, weshalb hin solche Details nicht stören – eben so wenig wie die Vernunft sich augenscheinlich daran stört, dass immer mehr Menschen dem Krieg dienen … ohne sich dessen bewusst zu sein.

Wir lesen vernünftige Worte in den Medien … doch bleiben sie seltsam wirkungslos (siehe Spiegel):

„Das ist sicherlich alles sinnvoll, aber mir geht in diesen Tagen ein Satz von Herfried Münkler nicht aus dem Kopf. Er stammt aus seinem Buch „Der Dreißigjährige Krieg“, der vor genau 400 Jahren begann. Im letzten Kapitel stellt Münkler Analogien zu heute her: „Der Typus ‚Dreißigjähriger Krieg‘ ist dadurch gekennzeichnet, dass er von außen nur schwer zu beenden ist und ein militärisches Eingreifen zumeist das Gegenteil dessen bewirkt, was offiziell beabsichtigt ist.“ Für Münkler ist der Krieg im Nahen Osten in all seinen Facetten ein Krieg vom Typus „Dreißigjähriger Krieg“.“ (Quellenangabe fehlt, aber ist ja auch nur die Bildzeitung für Akademiker).

Kaum zu glauben, aber wahr: eine Bankrotterklärung gegenüber dem Krieg – und ein Blick in die Zukunft. Der  nächste unaufhaltsame Krieg, der durch nichts zu beenden ist, sich wie ein Ungeheuer durch die Länder frisst und erst zum Erliegen kommt, wenn er selbst erschöpft ist.

Andere Weltbilder verstanden den Krieg anders: als Gott. Ares hieß er bei den Griechen. Er war finster, sadistisch und grausam – jeder Krieg galt als Huldigung für ihn. Natürlich haben wir die naive Mythologie der Griechen weit hinter aus gelassen, haben als aufgeklärte Menschen alle Götter über Bord geworfen … nur einen haben wir behalten: den Gott des Krieges, dem wir fortgesetzt in immer brutaleren, grausameren Massakern huldigen … ob nun Demokrat oder nicht. Ja – Ares hatte keinen großartigen eigenen Kult … der Krieg war jener Gottesdienst, den er von den Menschen forderte. Wären wir doch nur so weit wie die Griechen: da wüssten wir, dass Ares ein Gott ist, der unsere Sinne verwirrt, unsere Kampfeslust anstachelt, um sich daran zu ergötzen – und ein Gott, dessen Wirken es zu erkennen gilt, bevor er den Verstand vernebelt und sein gräßliches Werk verrichtet.

Sicher: wir sind aufgeklärt, wir glauben nicht mehr an Götter.

Nur: den Finstersten von ihnen dienen wir mit größter Leidenschaft … ohne uns darüber Gedanken zu machen. Und darum wird der nächste Krieg kommen. Vielleicht durch einen Irrtum im Computer, vielleicht mal wieder angestachelt von skrupellosen Geheimdienstmitarbeitern, vielleicht bewusst herbeigerufen durch paranoide Politiker: die Geschichte ist voll von Beispielen, wie Kriege entstehen können. Es ist auch relaitiv unwichtig, wie sie in die Welt treten: wichtig ist zu sehen, was vorher alles in die Wege geleitet wurde, um sie überhaupt möglich zu machen – die Produktion von Waffen, die Ausbildung von Profikillern, die strategische und taktische Planung für den „Ernstfall“ und … die Betäubung der Bevölkerung mit irrealen Bildern vom Bösen, das natürlich niemand anderes ist als der Nebenmann mit anderen Farben in der Uniform: da ist es den Dienern des Krieges auch egal, dass sie einerseits den starken Mann Putin bewundern, aber andererseits gerne auch für seine Feinde kämpfen (siehe Spiegel).

Was wäre schon gewonnen, wenn wir verstehen würden, dass „Wehrdienst“ immer und überall Dienst für den uralten Kriegsgott ist … man könnte sich entscheiden, ihm mal nicht zu folgen – doch bevor der Krieg beginnt, haben seine Hohepriester ja schon die Militärpolizei etabliert, die die Fahnenflüchtigen selbst erschießen, bevor es der Feind tun kann. Nicht hingehen können zum Krieg – ist auch in einer Demokratie nicht erlaubt und kann tödlich enden.

Um Kriege ein für alle mal zu verhindern, trat die Geschichte von „Gott“, von Jehova, Jahwe, dem einzigen echten Gott des Friedens und der Liebe in die Welt – der Frieden will und ganz bewusst den Menschen verbot, Götter neben ihm zu haben, Götter für die der Mensch nicht „Sohn Gottes“ sondern nur Mittel zum Zweck war (wie er es heute für unser „Götter“ ist – die Konzerngiganten).  Auch nur ein Welterklärungsmuster – nicht besser oder schlechter als die anderen Deutungsrahmen, aber mit der Möglichkeit der Fokussierung auf Frieden, ein Deutungsmuster, dass uns erlaubt, für den Frieden ins Handeln zu kommen, statt nur ohnmächtig dem Kriege zu huldigen.

Aber wir haben uns dafür entschieden – leider kaum bewusst, weil wir in Punkto Geisteswissenschaften wieder hinter dem Kaiserreich zurückgefallen sind – Ares zu huldigen … womit wir geistesgeschichtlich hinters Christentum zurückgefallen sind.

Weit dahinter.

2000 Jahre geisteswissenschaftlicher Fortschritt in kurzer Zeit von Dampfmaschinenbastlern dahingerafft.

Und deshalb wird der Krieg kommen – wieder und wieder und wieder … und dank seiner MINT-Büttel mit immer vernichtenderer Gewalt – bis wir erkennen, dass der Krieg selbst der Feind ist. Wir können ihn auch Ares nennen – um wirklich deutlich zu machen, wie erbärmlich, albern und lächerlich wir eingebildeten Wohlstandsblasen heutzutage sind: huldigen einem toten Gott der Antike – mit Billionenausgaben jedes Jahr um seine Feste feiern zu können.

Blöder geht´s kaum.

Ares huldigen … aber Religion verteufeln: das ist die Gegenwart.

Und die Zukunft?

Erkennen, dass der Mensch der Botschafter des Friedensgottes in einer gewalttätigen Welt ist. Was könnte man unter diesem Banner alles ändern…wir könnten uns sogar einfach das Paradies wiederholen. Geld, Energie, Arbeitskraft und Ressourcen dafür sind reichlich vorhanden, sogar im Überfluss.

Doch der Wille … wird gelenkt von Ares.

Nee … was peinlich.

 

 

 

 

 

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