USA

This tag is associated with 217 posts

American Hero and American Way of Life

Für dieses Wahlversprechen erhält er gerade tosenden Applaus und stehende Ovationen: Donald Trump will „America great again“ machen.

Dabei wissen nicht einmal die US-Chefapologeten so richtig, was am American Way of Life so besonders „great“ sein soll. In seinem Buch „Die einzige Weltmacht“ spricht etwa Zbigniew Brzezinski – also derjenige Präsidentenberater, der für Carter bis Obama die Leitsätze des American Dream definiert hat – vom „nicht genauer bestimmbaren, aber erheblichen kulturellen Reiz des American Way of Life“, auf dem „Amerikas imperiale Macht beruht“.

Wer also verstehen will, was sich hinter dem American Way of Life wirklich verbirgt, der kann sich das Studium des fast 300 Seiten dicken Wälzers (siehe Amazon) von Brzezinski sparen. Er kann sich aber stattdessen eine einminütige Sequenz aus den Simpsons ansehen, um in kompakter Form darüber in Kenntnis gesetzt zu werden, welches Ideal, welche Träume und welches Lebensgefühl sich hinter dem vielgepriesenen American Way of Life verbirgt.

Er wird danach auch verstehen, warum unser Globus sich schon demnächst in eine gefrackte, mechatronisierte und ziemlich verkokelte Wüste verwandeln würde, falls dieser – zugegebenerweise höchst attraktive – Way of Life weiterhin die Köpfe des homo zappiens beherrschen sollte und wir keine ernsthafte Alternative dazu entwickeln.

(Anmerkung: Das nachfolgende Video stammt von Steve Cutts, einem Cartoonisten, der sich früher als Werbegrafiker für Google, Coca Cola, Kellog’s & Co. verdingt und es in der Disziplin des Illusionserzeugens bis zur höchsten Meisterschaft gebracht hat. Seit er bemerkt hat, dass er mit seiner Werbung nur ein Lebensgefühl anheizt, das uns nirgendwohin anders hinbringt als an den Abgrund des Grand Canyons und in ein großes Würgen Aller gegen Alle, benützt er seine meisterhafte Feder nun dazu, um die Illusionen, die er uns früher verkauft hat, wieder aufzulösen.)

 

KenFM Positionen – Wie autark ist Europa

Wer nach dem Zusammenbruch der UdSSR davon ausging, die Zeit des Kalten Krieges sei vorbei, muss sich getäuscht sehen. Unmittelbar nach dem „Ende der Geschichte“ ging der Westen dazu über, eine aggressive militärische Expansionspolitik zu fahren. Die NATO zeigte ihr wahres Gesicht, sie wandelte sich von einem Verteidigungsbündnis in ein Angriffsbündnis. Völkerrechtswidrige Kriege gegen Jugoslawien, Afghanistan, den Irak oder Libyen wurden zur Selbstverständlichkeit. Das alles wurde begleitet durch eine Propaganda, die ihresgleichen suchte. Orwell’sches Doppelsprech ist heute die Standardsprache in unseren Massenmedien. So werden uns Angriffskriege gegen souveräne Staaten, um an deren Bodenschätze zu kommen, als „Peace Keeping Operations“ verkauft. Bombenteppiche werden heute als Demokratieexport verpackt und aus bezahlten Söldnern, die eingesetzt werden, um Terroranschläge zu verüben, werden in unseren Medien „Oppositionelle“ oder „gemässigte Rebellen“.

Pervers an dieser Situation ist die Tatsache, dass Europa von den USA als Schlachtfeld des dritten Weltkrieges vorgesehen ist. Hier bei uns soll der finale Schlagabtausch des Westens mit Russland stattfinden. Dass die russischen Streitkräfte, wenn es um die konventionelle Bewaffnung geht, es mit der geballten Schlagkraft der NATO nicht mal annähernd aufnehmen können, ist der Einsatz von taktischen Nuklearwaffen mehr als wahrscheinlich. Er ist aus militärstrategischer Sicht Moskaus ein Muss. Nur wenn Russland bei einem Angriff die US-Stützpunkte in Europa ausschaltet, kann es die Überlegenheit der NATO ausgleichen. Ein solcher Krieg kennt keinen Gewinner, denn Europa wäre nuklear verstrahlt. Dass die USA sich nicht schon längst für diese Lösung entschieden haben, ist dem Umstand geschuldet, dass sie nicht verhindern können, dass russische Langstreckenraketen auch Großstädte der USA erreichen. Gäbe es einen wirksamen Schutzschild, wäre Europa längt von den USA zum Schlachtfeld umfunktioniert worden.

Die Eroberung Europas durch die USA – Wolfgang Bittner bei KenFM

Ein von Wachstum getriebenes Wirtschaftssystem, dessen Kraftstoff ein verzinstes Geldsystem ist, das also permanent expandieren muss, um nicht zu implodieren, muss ab Punkt X entweder seine Bevölkerung enteignen, oder aber Krieg führen.

Die Enteignung läuft bei uns längst. Die Preise steigen, während die Löhne stagnieren oder fallen. Der Abbau sozialer Rechte, verkauft als „Eigenverantwortung“, ist ebenfalls eine schleichende Form der Enteignung, denn was der Staat auch an Altersversorgung nicht mehr leisten kann, oder besser will, fehlt dem Bürger im Alltag im Geldbeutel.

Betroffen von dieser Mechanik ist längst auch die BRD. Wir sind der größte Niedriglohnsektor der Welt. Hartz IV ist das Gegenteil von Sozial, denn es schließt Menschen vom sozialen Leben nahezu aus. Wer Hartz IV bezieht, hat für Kultur kein Geld mehr.

Um die exponentiell steigenden Zinsen im Kapitalismus bedienen zu können – sie sind der eigentliche Kern des Problems – spielt die Regierung, oder besser die Banken hinter der Regierung, am Ende die Spielkarte Krieg.

Ein sich im Krieg befindendes Land investiert vor allem in teure Kriege, um die Beute später dazu zu nutzen, das eigene völlig marode Wirtschaftssystem wieder zu stabilisieren. Ein Land, das sich auf einen Krieg zubewegt, erklärt jeden, der auf das eigentliche Motiv hinweist, zum Staatsfeind. Staatsfeinde heißen heute Verschwörungstheoretiker, Aluhut-Träger oder Putinversteher.

Personen, die diese Vokabeln dann gegen die Warner, zum Beispiel nicht embeddete JournalistInnen nutzen, stehen direkt oder indirekt auf der Lohnliste der Geheimdienste. Sie geben gerne vor, Links zu sein, nur ist ihre zentrale Aufgabe, das, was Links ausmacht, zu zerstören. Die „Neuen Linken“ sind Teil des Neoliberalismus und tun alles dafür, um ein völlig in vergessen geratenes Klassenbewusstsein, wo immer es sich zeigt, im Keim zu ersticken.

Damit sind wir bei der Ukraine-Krise. Schon der Name „Krise“ täuscht. Hier liegt eben so wenig eine Krise vor, wie damals in Afghanistan, dem Irak, Libyen oder aktuell Syrien.

Die Ukraine ist ein riesiger Flächenstaat, der reich an Bodenschätzen ist. Zudem ist sie DIE Kornkammer Europas. Die Ukraine grenzt direkt an Russland.

Da der Westen nicht bereit ist, sein Neoliberales Wirtschaftssystem zu überdenken, da seine Staaten sich von privaten Banken Geld leihen und damit erpressbar sind, tanzen sie nach den Regeln des „Marktes“. Hinter dem Markt verstecken sich Wirtschaftsverbrecher. Sie brauchen Krieg, um ihr Schneeballsystem weiter spielen zu können. Krieg, also die willkürliche Enteignung Dritter, ist dabei Teil des Business.

In repräsentativen Demokratien verkauft man Kriege, einen Putsch oder einen Regime-Change dann gerne unter der Tarnbezeichnung Demokratie-Export, doch geht es in Wahrheit immer nur um Wirtschaftsinteressen.

Wer auf diese Tatsache hinweist, wie der Schriftsteller Wolfgang Bittner in seinem aktuellen Buch „Die Eroberung Europas durch die USA“, wird aufs Heftigste verleumdet und bekämpft.

Nur die Heftigkeit des Gegenwindes sollte stutzig machen. Wenn das, was Bittner schreibt, dummes Zeug wäre, könnte man es lässig ignorieren. Tut man aber nicht.

Was wir heute brauchen wie ein Loch im Knie: „Bodenständige“ Politiker im Maulwurfspelz und AFX-Parteien

31 Maulwurf

Foto:[Copyrighted free use] v. Sir Boris, Quelle   

Die Gänsehaut steht dem Politologen Philipp Ruch noch am Rücken wie nach einer Geisterbahnfahrt durch ein Mumienkabinett:

„Ich war kürzlich wieder im Bundestag – das war grausam, ein Armutszeugnis. Wer den Nährboden für Kleingeistigkeit sucht, sollte genau dorthin gehen. Die Mitglieder der Bundesregierung sind Verwalter des Status quo. Keiner von denen ist es gewohnt, unkonventionell zu denken oder seine Fantasie anzuschmeißen. Keiner von denen hat eine Vorstellung davon, wie unsere Gesellschaft in Zukunft aussehen könnte. […] Die derzeitige politische Führung ist die reinste Provokation. Diese Gleichgültigkeit im Land ist grauenvoll und gefährlich. […] Aber unsere Politiker verteilen Schlaftabletten.“ (Interview in Telepolis, 07.01.2016)

Peter Sloterdijk hat dazu einen weniger emotionalen, sondern mehr philosophischen Zugang. Wir leben, so Sloterdijk, längst in einer „Lethargokratie“ – „Wo Politik war, wird betreutes Dahindämmern“ (siehe Handelsblatt). Auch Merkel kommt in seiner Betrachtung nicht gut weg – er bezeichnet sie wenig schmeichelhaft als „Hohlraumfigur“.  Während Sloterdijk den „Lügenäther heute so dicht wie zu Zeiten des Kalten Krieges“ einschätzt, hält er hingegen den EU Kommissionspräsidenten  Jean-Claude Juncker mit seinem Ausspruch „Wenn es ernst wird, musst du lügen“ durchaus für keinen Zyniker: „Juncker ist kein Zyniker. Er ist ein redlicher Arbeiter in der wahrheitslosen Sphäre, die man Politik nennt. Insofern fast ein Journalist.“

Mit einem Wort also: In besagter wahrheitsloser Sphäre der Politik haben heute Pragmatiker das Sagen. Sie wollen die fernsehenden Bürger mit noch mehr Wohlschand und Wirtschaftwachsdumm beglücken, obwohl uns diese Schande und Dummheit bereits in jeder Hinsicht an den Rand des Abgrunds gebracht haben. Aber macht nichts, die Losung lautet: Wir brauchen einfach nur noch mehr davon, dann wird’s schon wieder aufwärts gehen. So wie es auch Donald Trump verspricht, der robuste Unternehmer, der weiß wie man sich in einem Krokodilteich das Recht des Stärkeren zunutze macht und der „America great again“ machen will.

Was ist übrigens so „great“ am American Lifestyle? Nicht einmal die Chefapologeten wissen es so richtig. In seinem Buch „Die einzige Weltmacht“ spricht US Präsidentenberater Zbigniew Brzezinski vom „nicht genauer bestimmbaren, aber erheblichen kulturellen Reiz des american way of life“, den er neben „der Fähigkeit, riesige wirtschaftliche und technologische Ressourcen umgehend für militärische Zwecke einzusetzen“ als die beiden Hauptfaktoren bezeichnete, auf der „Amerikas imperiale Macht beruht“.

Nachdem der frenetische Applaus, den Trump für sein Wahlversprechen erntet, verebbt ist, kommen dem ein oder anderen vielleicht auch die Worte von Christian Morgenstern in den Sinn:

„Wozu, so fragt man sich, Reichtum, Wohlstand, Macht,
wenn alles dies den Menschen nur verflacht?“

Und in der Tat ist die frühere Begeisterung über den American Way of Life bei den meisten Menschen, inklusive den Amerikanern selbst, mittlerweile stark abgeflacht. Ernüchterung, sogar Untergangsstimmung hat sich breitgemacht, auch wenn es nicht jedermann so radikal formuliert wie  Georges Clemenceau: „Amerika – das ist die Entwicklung von der Barbarei zur Dekadenz ohne den Umweg über die Kultur“.

Aber wir brauchen gar nicht zu unseren transatlantischen Freunden gucken, vor unserer eigenen Tür gibt es genauso viel zu kehren. Unsere TTIP Politiker haben inzwischen den gleichen rosa Hasen im Programm, den sie auf der Showbühne medienwirksam aus dem Zauberhut ziehen: ein frisch geföhntes, strahlrosa Vieh mit Duracell-Batterien im Hintern, LED-Blinklichtern in den Augen und Bluetooth-Stöpseln in den Ohren, das solange blind im Takt trommelt bis die Batterien alle sind – ein Synonym quasi für den uniformen, leistungsbereiten Wettbewerbsbürger, wie er heute en masse an den Schulen und Unis gezüchtet wird (siehe Züchtung zum Axolotl-Bürger).

„Visionen? Wer Visionen hat, braucht einen Arzt!“, meinte schon Altbundeskanzler Schmidt auf die naive Frage der Jugend nach menschengerechten politischen Perspektiven. Er erntete damit ebensolch sattes Gelächter wie Berlusconi, als er in einer TV-Show einer verzweifelten jungen Italienerin die Frage beantwortete, wie sie als working poor ihre Existenz bestreiten solle. Der Cavaliere schmunzelnd: „Nun, Sie könnten doch einen der Söhne Berlusconis heiraten.“

Unsere Politiker geben sich stattdessen gerne als Pragmatiker, als Realos – als „bodenständig“ … dabei ist der Stand bzw. das Menschenbild, das sie haben, bereits so unterirdisch und sub-zero, dass man nicht einmal mehr ihre Ohrenspitzen aus dem Boden herausragen sieht.

Aber da der Wähler bisher mit Vorliebe solch „bodenständigen“ Typen das Mandat gegeben hat, haben wir heute die groteske Situation, dass unsere Parlamente randvoll besetzt sind mit Personen, die die Welt aus einer Maulwurfsperspektive betrachten. Und es ist eben eine dunkle und feuchte Welt, in der es darum geht, sich durch die Erde zu graben und nach Würmern zu schürfen. Nicht, dass diese Weltsicht falsch wäre – aus der Sicht eines Maulwurfs ist sie die einzig richtige Realität. Und der Maulwurf kann auch gar nicht anders, als dieser Realität gemäß zu handeln. Auch liegt es in seiner Natur, jede darüber hinausgehende Realität zu leugnen. Wenn man ihm erzählte, dass es da oben noch eine ganz andere Welt gibt, mit Sonne, Sternen, Regenbögen, Blitzen und Hurrikans – der Maulwurf würde das große Zittern bekommen und vor Aufregung in die Nähe eines Herzinfarkts geraten. Schon alleine die Vorstellung, dass seine ans Dunkel gewöhnten Augen der strahlenden Sonne ausgesetzt werden, bereitet ihm Schmerz. Er muss eine solche Realität also schon aus reinem Selbstschutz abwehren.

Das Problem ist nur: Indem die Maulwürfe die Maulwurfsrealität zur einzig gültigen und möglichen Realität erklären, bleibt diese auch für den Rest der Bevölkerung alternativlos.

Da jedoch der Großteil von uns Zweibeinern in Wirklichkeit gar nicht der Spezies der Maulwürfe zugehörig ist, man uns aber trotzdem ein Dahinvegetieren in einer lichtlosen und kalten Umgebung aufnötigt, verwundert es nicht, dass mittlerweile Vitamin-D-Mangel und seelischer Rheumatismus epidemisch zunehmen und wir in dieser vermeintlich alternativlosen Welt zugrunde zu gehen drohen. So werden Depressionen lt. WHO-Statistik innerhalb der nächsten 15 Jahre die Volkskrankheit Nr.1 sein (siehe Ärztezeitung).

„We have elections, but we have no choice“, schrien wütende junge Menschen seinerzeit während der Unruhen in den Vororten von Paris in die Kameras – sie hatten damals die Wahl zwischen Nicolas Sarkozy und Segolene Royal, Kandidaten verschiedener Parteien, aber Absolventen der gleichen Schulen und Universitäten, also aus denselben ideologischen Kaderschmieden kommend. Eine akademische Schicht, von der Noam Chomsky sagt, dass sie „deeply indoctrinated“ (zu deutsch: zutiefst gehirngewaschen) ist.

In der Tat ist es in unserem Zeitalter der Postdemokratie relativ einerlei, welche drei Buchstaben eine Partei trägt. Da alle Köpfe dieser Parteien vom Förderband desselben Schul- und Universitätssystems gelaufen sind und daher im gleichen (szientistisch-technokratisch-nihilistischen) Takt ticken, ist es auch relativ bedeutungslos, welche Partei gerade an der Macht ist – nach kurzer Zeit wird auch eine neugewählte Partei „auf Linie“ sein und nur noch ökonomische Direktiven ausführen, egal ob sie sich AFD, AFX, oder SOS nennt.

Dass hinter der „AFD“ übrigens nichts anderes wartet als ein knallhartes neoliberales Programm, hat der Eifelphilosoph ja schon kurz abgehandelt (siehe AfD – Alternative für Deutschland?). Die übliche transatlantisch verkrückte Melange mit Aussicht auf mehr Effizienz, schärferen Wettbewerb und „vernünftiges“ Wirtschaften – überaus verlockende Worthülsen also,  mit denen auch die FDP unter dem kürzlich abgeschiedenen Guido Westerwelle zumindest kurzfristig reüssieren und satte Wahlergebnisse einfahren konnte, bevor dann die Maulwurfsmilch ranzig wurde und sich die Wähler wieder ernüchtert an dem Ort wiederfanden, den sie ohnehin schon gewohnt waren: im Bockshorn.

In Wirklichkeit brauchen wir keine strukturellen/wirtschaftlichen/technokratischen Verbesserungsvorschläge, sondern eine grundlegend andere Sicht von Welt, Mensch und dem Sinn unseres Daseins im Sinne von Platons Höhlengleichnis (das heute übrigens im Schulunterricht geflissentlich verschwiegen wird). Solange ein Politiker das nicht als Motiv hat, sondern nur so tickt, wie er vom Förderband von Schule und Uni gelaufen ist – szientistisch-technokratisch-nihilistisch eben, ist das was er bringt, vollständig für die Katz‘.  Sogar der Strom fürs Mikrophon und die Beleuchtung, mit dem die Frauken und Manneken solcher Parteien in Szene gesetzt werden und mit dem sie ihre technokratischen Verschlimmbesserungen in den Raum trompeten, ist reine Verschwendung. Ebenso die Tonnen an giftiger Druckerfarbe, mit der man die Litfasssäulen unserer Städte mit den Konterfeis besagter Frauken und Manneken zukleistert.

Solche „bodenständigen“ Politiker brauchen wir heute in Wirklichkeit genauso wie einen 35. Maulwurf in einem Garten, in dem bereits 34 andere Maulwürfe am Werk sind, um den Radieschen die Wurzeln abzufressen.

31 Steve Geshwister_Im Wahlkreisbüro

Bild: „Zu Besuch im Wahlkreisbüro“ von Steve Geshwister (Quelle)

Ich habe daher schon zuletzt vorgeschlagen, dass die großen Parteien ihre heiße Luft lieber dem Fernwärmeheizwerk spendieren und sich stattdessen das Talent von Steve Geshwister, dem Zeichner des obigen Bildes (siehe auch: Galerie) zunutze machen sollten. Er hat die geniale Gabe, dasjenige darzustellen, zu was man die menschliche Realität heute reduziert hat: zu bloßer Wirtschaftlichkeit bzw. was das ganze Drumherum heute ist: nur noch eine hohle Phrase.

Würden wir statt der heuchlerischen Imagewahlwerbung flächendeckend die Cartoons von Steve Geshwister plakatieren, dann wäre endlich einmal das Bekenntnis am Tisch, was denn eigentlich noch der Inhalt all unserer hochtrabenden Phrasen ist: nämlich nackte Wirtschaftlichkeit.

Dann könnten wir endlich neu anfangen und am Aufbau einer wirklich humanen Gesellschaft, an der Verwirklichung von Sinn etc. zu arbeiten. Solange dieses Eingeständnis jedoch nicht am Tisch ist (dass wir unsere Intelligenz für bloße Bedürfnisbefriedigung prostituieren, wie es die Ratte übrigens auch ganz ohne den Luxus menschlicher Intelligenz und Freiheit, sondern rein aus ihrem Instinkt schafft), solange wird es weiter abwärts gehen und die Zustände werden immer unerträglicher werden.

Wenn wir das Malheur, in dem wir heute stecken, rein menschheitsgeschichtlich betrachten, dann braucht es keineswegs Anlass zu Resignation geben. Ganz im Gegenteil, dass alle Begriffe, die früher einmal Substanz hatten, heute leer und zur Farce geworden sind, musste unweigerlich so kommen. Denn nur indem unsere Kultur vollkommen leer von allem geworden ist, was früher einmal Bedeutung hatte, ist nun der notwendige Platz vorhanden, der mit einer ganz neuen Art von Humanität und Sinnhaftigkeit gefüllt werden kann, die dem eigentlichen Potenzial des Menschen entspricht.

Dass wir als Kinder des 20./21. Jahrhunderts uns nicht mehr der gleichen Illusion wie unsere Eltern und Großeltern hingeben können – dass dann, wenn wir uns ein Zweitauto, eine Waschmaschine und einen großen Farbfernseher erarbeiten, alles besser sein wird – ist zwar bitter, aber das ist eben unser Schicksal. Natürlich ist die Sehnsucht nach solchen Illusionen riesengroß – und wird nicht nur von der Politik, sondern auch von der Werbeindustrie weidlich ausgenützt, indem sie uns vorgaukelt, dass wir dieses und jenes Produkt unbedingt haben müssten, dann würden wir so grinseglücklich sein wie das Model im Werbespot. Wie gerne würden wir uns solchen Illusionen wie anno dazumal hingeben, als die Welt noch einfältig und saftig war und man auf vermeintlich festem Boden stehen konnte!

Um uns zumindest noch ein paar Jährchen in solch nostalgischen Gefühlen zu wiegen, sind wir sogar bereit, blechernen Pappkameraden wie Trump und Berlusconi das Steuerrad in die Hand zu geben. Die erzählen uns faustdicke und mittlerweile abgründig gefährliche Lügen, aber egal, man kann dank ihnen kurz nochmal die Augen vom Ernst der Stunde, die heute geschlagen hat, abwenden und ein bisschen dahindösen. In diesem Zusammenhang nennt Sloterdijk Angela Merkel auch deshalb eine Hohlraumfigur, „weil in ihr zahllose Menschen etwas von ihren Hoffnungen, ihren Ärgernissen, ihren Träumen, ihren Niederlagen, ihren Sorgen, ihren Müdigkeiten“ ablegen könnten.

Natürlich sind all diese Illusionen zum Platzen verurteilt wie Seifenblasen. Denn die Wahrheit ist: Der menschheitsgeschichtliche Frühling und Sommer sind vorbei, wir sind nun in die kalte Jahreszeit des Frostes (Herbst/Winter) eingetreten, in der die Vegetation, die früher üppig geblüht hat, sterben muss. So wie nächste Woche Ostern ist, könnte man sagen, dass das, was wir als Zeitzeugen und Akteure des 20./21. Jahrhunderts  miterleben dürfen, eigentlich ein einziges ausgedehntes Ostern ist: Eine Phase des Absterbens von allem, was früher einmal gehaltvoll und angemessen war, einhergehend mit der Möglichkeit eines Neuerstehens. Vermutlich ist das die entscheidendste Phase in der gesamten Geschichte überhaupt. Und wie die Geschichte ausgehen wird, ist keinesfalls festgeschrieben sondern liegt in der Freiheit jedes einzelnen. Es wird auch keine kollektive Entscheidung sein, sondern eine höchst individuelle, die jeder für sich treffen darf.

Zwei Wege stehen uns offen:

Wir können das tun, was uns die Trumps, Merkels & Maulwurfskollegen vorschlagen: alle Ressourcen einsetzen, um den faulen, morschen Baum unseres alten Systems noch einmal in Beton zu gießen, mit Stahlkonstruktionen zu stützen und zu mechatronisieren. Das wäre allerdings gleichbedeutend mit dem sicheren Untergang unserer gesamten Zivilisation.

Wir können aber auch die faule, morsche Substanz der sterbenden Kultur einfach als Humus benutzen, um darin ganz neue Keime zu setzen – und jeder von uns, der sich der Spezies homo sapiens zuzählt und nicht zu den Borgs, trägt einen ganz individuellen Keim in sich, den er nur ausfindig  machen und am richtigen Ort einsetzen muss. Er ist oft schwer zu finden, ich weiß. Meist wurde er durch Schule, Uni und Medien zugeschottert und zugeteert. Aber es gibt ihn, jeder von uns hat ihn und in Wirklichkeit ist dieser individuelle Keim unser Lebensatem. Wenn viele Menschen diesen individuellen Keim zum Leben bringen, dann könnte unser Globus mit einer neuen, wunderbaren Vegetation erfüllt werden. Die Welt könnte ein empathischer, lebenswerter Ort werden, in dem der Mensch nicht mehr dem Wahnsinn dient, sondern dem Sinn – wo er an sinnvollem Aufbau und an einer Entwicklung arbeitet, die auch allen anderen zugute kommt.

Damit dieser neue Keim zum Leben erwacht und sich entfaltet, muss er allerdings vorher durch eine Art Todesprozess gehen – er muss die alte Hülle, die ihn umgibt, auflösen. Nur dann ist der Umschlag zum neuen Leben möglich.

Mit Goethes Worten:

“Und so lang du das nicht hast,

Dieses: Stirb und Werde!

Bist du nur ein trüber Gast

Auf der dunklen Erde.”

 

***

Ach ja, wie das Foto unten beweist, treiben da und dort ja schon einige Keime durch die eisige Kruste …

in diesem Sinne: Frohe Ostern! – der Schnee wird bald schmelzen.

31 Krokusse im März

Update – 20.März 2016:

31_Krokusse_update

„Es ist langsam an der Zeit …“ – wenn der Generation X/Y/Z endlich der Kragen platzt

30_XYZfin

Generation X, Generation Y, Generation Z – die Soziologen gelangen mit ihren Versuchen zur Beschreibung der Jugend und ihrer seelischen Metamorphosen allmählich ans Ende des Alphabets. Eines haben die soziologischen Studien aber gemeinsam: Sie beschreiben allesamt eine ziemlich dystopische und makabre Zukunft.

Aber nicht nur die Jugend sieht sich einem ökonomischen, ökologischen und allgemeinmenschlichen Abgrund gegenüber, sogar die Vertreter des führenden Establishments, also die angeblichen „winner“ der Globalisierung glauben nicht mehr an die Sinnhaftigkeit ihres eigenen Tuns: In einer Studie des US-Unternehmensberaters Jeremy Rifkin wurde 150 führenden Managern der  internationalen Konzerne die Frage gestellt, ob sie die Welt, die sie gerade durch ihre Arbeit mitgestalten, für ihre Enkel als lebenswert ansehen. Die Frage wurde 150 Mal – also ausnahmslos ! – schlichtweg verneint.

Wenn also selbst diejenigen, die wir als die Hohepriester unserer Gesellschaft anerkennen, die derzeit herrschenden Denk- und Handlungsmaximen für fatal halten, dann stehen die Karten für unsere Zukunft womöglich wirklich nicht allzu gut. Inzwischen sehnen sich viele nach einer Alternative zur derzeit auf Hochdampf betriebenen „Globalisierung“, die leider auf einem längst nicht mehr überlebensfähigen Dinosaurierprinzip beruht. Immer mehr Menschen realisieren, dass sich hinter euphemistischen Wörtern wie „Neoliberalismus“, „Wettbewerb“ und „Globalisierung“ etwas verbirgt, was der UN-Menschenrechtskommissar Jean Ziegler ganz unverblümt als „kannibalistische Weltordnung“ bezeichnet – wobei laut freimütiger Aussage des ehem. US-Außenministers Henry Kissinger „Globalisierung nur ein anderes Wort für US-Herrschaft ist“ (siehe Zitat aus Wikipedia).

Man hat sich daher schon eine Weile gefragt, wann denn endlich unserer Jugend der Kragen platzt. Schließlich wird ebendiese Jugend von uns – wenn wir es einmal ehrlich und schonungslos beim Namen nennen wollen -, auf allen Ebenen grausam verarscht, mit Sondermüll gefüttert und um ihre gesamte Zukunft betrogen (siehe auch: Züchtung zum Axolotl-Bürger).

Wir gehen mit unserer Jugend, also mit unserer Zukunft, um wie mit industriell gezüchteten Bienen: Wir nehmen ihnen das Beste was sie hätten, den Honig ihres Potenzials, restlos weg und füttern ihnen als Surrogat eine billige synthetische Industriezuckerlösung. Aufgrund dieses vollkommen denaturierten und toxischen Nährstoffs degenerieren die dauerUNTERhaltenen Zuchtbienen, ihre Immunkraft wird zusehends zersetzt, bis sie schließlich ein Fraß der Varoa-Milbe und anderer Krankheiten werden.

Warum regt sich aber diese Generation nicht wirklich auf, obwohl sie auf einem Förderband sitzt, das sie sukzessive in Richtung eines Abgrunds befördert und man die zuvorderst vom Förderband herunterpurzelnden Menschen bereits panisch schreien hört? Falls wir ein Interesse daran haben, dass vorgenannter Neokannibalismus nicht in totalem Kahlfraß, Fracking und Vergiftung unseres Planeten ausartet, dann wäre es doch eigentlich an der Zeit, uns als mündige Bürger ein bisschen auf die Beine zu stellen und die Schienen, die unseren Zug derzeit in Richtung Grand Canyon führen, umzulegen.

Nun, ein junger Rapper aus Wien hat schon mal den Anfang gemacht, die faule Dinosauriernuss zu knacken. Seinen Namen werden die wenigsten kennen. Denn da er zwei absolute NO-GOs begangen hat, wird er von den Mainstream-Medien konsequent boykottiert und totgeschwiegen – obwohl ihn bereits hunderttausende Menschen als independent street art Künstler kennen und schätzen: Kilez More. Die „Meinungsmacher“ haben sogar erreicht, dass er mit seiner künstlerischen Vita nachträglich aus Wikipedia wieder komplett gestrichen wurde. Und ein Künstler, der nicht in Wikipedia aufscheint in einer Zeit, in der bereits jeder Dschungelcamp-C-Promi einen Wikipedia-Eintrag besitzt, der ist für das öffentliche Bewusstsein einfach nicht existent. Wer heute Ketzer ist, der wird eben auf dem medialen Scheiterhaufen verbrannt. Im Falle von Ketzerei gilt da immer noch das gleiche Prinzip wie im Mittelalter.

Und was Kilez More getan hat, ist Ketzerei in Reinkultur: Er hat sich die in seine Arterien gesteckte Injektionsnadel herausgerissen, die mit der toxischen Industriezuckerlösung gefüllte Infusionsflasche in den Müll geworfen und stattdessen beschlossen, aufrechter Mensch zu werden und nicht Tretmühlenesel des Mammon. In Interviews nimmt er für sich das frevelhafte Recht in Anspruch, eigenständig zu denken und seine Meinung nicht von Fernsehen und Medien „machen“ zu lassen. In der Folge war es für ihn ganz leicht, sich sein gesundes Hirn und sein Herz wieder zurückzuerobern und mit diesen nun gegen den Wahn-Sinn, der seiner Generation zur Normalität erklärt werden soll, zu kämpfen.

Den von den Medien gehypten Gangsta-Rap bezeichnet er als Müll – und hält dem „Truth Rap“ entgegen. In einem Interview mit einem Schweizer Magazin bricht er sogar das größte Tabu für Rapper und angehende Stars: Er wagt es, nicht nur emotionalen Nonsens und Bullshit zu brabbeln, sondern macht sich klare Gedanken über Zukunft, Mitmensch und Umwelt – ein absolutes NO-GO, weshalb ihm auch ein Boykott der Mainstream-Medien und der UNTERhaltungsindustrie sicher war.

Seit er den u.a. Videoclip auf Youtube gestellt hat, wird er vermutlich weder bei Goldman Sachs noch bei McKinsey einen Job bekommen, aber ich vermute, in solche Wirtschaftskratzleien würden den jungen Mann auch so keine fünf Elefanten freiwillig hineinbringen.

Vor allem sollte er nun nicht versuchen, in die USA einzureisen. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, das sogar dem renommierten Schriftsteller Ilija Trojanow am Flughafen die Einreise verweigert hat, weil er ein Buch mit Titel „Angriff auf die Freiheit“ über den ausufernden Bürgerüberwachungs-Rinderwahnsinn geschrieben hat (hier die erstaunlich humorvolle Stellungnahme von Trojanow zu den kafkaesken Ereignissen) – nun, ein solches Land wird vermutlich auch wenig Spaß verstehen, wenn jemand den von ihm ausgehenden technokratischen Wirtschaftsimperialismus kritisiert. Darüber zu singen, dass besagter Wirtschaftsimperialismus alle von ihm missionierten Länder und Völker nicht wie versprochen mit „Fortschritt“, sondern mit Kulturtod und Verderben überzieht, das ist ein zweites, unverzeihliches NO-GO. Da ja, wie schon erwähnt, laut Henry Kissinger „Globalisierung nur ein anderes Wort für US-Herrschaft“ ist, wird auch verständlich, warum es in immer mehr Ländern zero tolerance gegenüber Globalisierungskritikern gibt und man einschlägige Demonstrationen von Exekutivkräften niederknüppeln lässt.

Schließlich wird das Geschäftsmodell der neoliberalen Profitmaximierung bzw. der kategorische Imperativ des Fracking („Put in poison, get out money“) als Wohlstandsmodell angepriesen. Wo kommen wir denn da hin, wenn die Menschen, die damit beglückt werden sollen, anfangen, es zu verteufeln?

Ilija Trojanow hatte als mehrfach preisgekrönter Schriftsteller und Mitglied einer internationalen Journalistenvereinigung, zu deren Kongress er in die USA einreisen wollte, eine respektable Lobby hinter sich, die sich über die Freiheitsbeschränkung ihres Mitglieds auch öffentlich entsprechend empörte und damit dem Land der Freiheit, das mit seinen Sondereinsatzkräften (Special Operations Command / SOCOM) wie Green Berets, Delta Force und Navy Seals derzeit 147 (von insg. 195) Länder unseres Globus „aktiv befriedet“ (Quelle: The Intercept), einen weiteren drastischen Image- und Vertrauensschaden bescherte.

Kilez More hingegen hat gar keine Lobby hinter sich. Er wäre daher für die Schergen des Imperialismus – pardon, für die Exekutivkräfte der Demokratie und Freiheit -, ein leichtes Opfer. Während also Ilija Trojanow am Flugplatz von grauen Männern einfach nur heimgeschickt wurde, so dürfte Kilez More durchaus mit einem kleinen Waterboarding im Hinterzimmer rechnen, falls er die Grenze zum Land „unserer verlässlichen Freunde“ überschreiten wollte.

Da der junge Sänger somit bisher alles falsch bzw. alles richtig gemacht hat, hat er nun nichts mehr zu verlieren sondern kann nur noch gewinnen. Jedenfalls beweist der junge Mann mit seinem neuesten Song, dass er mehr Mumm in den Knochen und mehr Durchblick hat als ein ganzes, mit Spiegelbildjournalisten vollgefülltes Hochhaus.

Wenn sich jetzt noch andere davon eine Scheibe abschneiden würden, dann bestünde auch in unserer verfahrenen Situation durchaus wieder Hoffnung – dann müssten die dicken Schneemänner, die derzeit noch groß und mächtig vor uns stehen und alles zu erfrieren bzw. zu mechatronisieren drohen, dahinschmelzen wie im Frühling.

Genug aber jetzt der Vorrede, lassen wir den jungen Mann selbst zu Wort kommen. Seinen fulminanten Bushido-Remix und Abgesang auf den Imperialismus leitet er mit den trockenen Worten ein: „Es – ist langsam an der Zeit – mich zu der Scheiße hier zu äußern…“

+ zwei ebenfalls beachtliche Songs von Kilez More (sowohl lyrisch als auch hinsichtlich Sounddesign):

„Ich bin frei“ https://www.youtube.com/watch?v=9m8Thk3D558

„Die Welt von Morgen“ https://www.youtube.com/watch?v=ddvDp8XovsA

 

Brief eines verharzten Deutschen an einen Flüchtlingsgast.

Digital StillCamera

Montag, 29.2.2016. Eifel. Lieber Gast – heute möchte ich Dir einen Brief schreiben. Ich nenne Dich Gast, weil einer Deiner Brüder das gerne so gesehen hätte, er stammte aus dem Iran und wurde gefragt, wie er denn sich selbst gerne bezeichnet sehen würde. Er meinte – nicht Flüchtling (weil es sich wie Schädling anhört) oder Refugee (das ist Schädling in ausländisch), sondern: Gast. Ein seltsamer Moment, wie ich meine: mir fiel dort auf, dass auch die, die hemmungslos Gäste willkommen heißen, lieber über die Gäste reden als mit ihnen – selbst wenn sie welche in ihre eigenen Wohnung aufgenommen haben.

Ach ja, lieber Gast: ein herzliches Willkommen erstmal. Ein herzliches Willkommen meinerseits von denen, die sich noch ein Herz bewahrt haben und es wirklich so meinen: den Armen in diesem Land. Ja – es gibt Arme in diesem Land. Das hat man Dir nicht erzählt, oder? Nein: sie sind nicht so arm wie Eure Armen im Sudan, im Tschad oder im Irak – jedenfalls, wenn man nur auf die materielle Versorgung schautund die Wertschätzung  durch ihre Umwelt nicht berücksichtigt. Viele von ihnen haben sogar ein Dach über dem Kopf, fließend warmes Wasser in der Wohnung und gelegentlich sogar warm im Winter … nur: den Standard, den man braucht, um gesellschaftlich anerkannt und integriert zu werden, den erreichen sie nie. Sie können keine Geschenke machen, keine Partys geben, nicht zum Essen mitkommen, weder Theater noch Kino oder Oper können Sie mit uns besuchen – zumal sie staatlicherseits Hausarrest haben und erst recht nicht weit reisen dürfen. Sie müssen immer telefonisch erreichbar sein und wenn sie nicht gehorchen, nimmt Frau Merkel ihnen alles weg. Alles – sogar die Kinder.

Sieh mal: wir haben über eine Million Gäste im letzten Jahr empfangen müssen – und ich sage extra: müssen. Das war ein großer Fehler der Regierung – oder aber finstere Absicht, aber darauf komme ich gleich zu sprechen. Viele Gäste stehen den ganzen Tag vor dem Lageso, bei jedem Wetter – auch im Winter. Weißt Du eigentlich, wie viele Deutsche hier ähnlich leben? Wir haben 350000 Odachlose im Land – bald sollen es – Euren Bedarf nicht dazu gerechnet – 500 000 werden. Manche erfrieren sogar mitten in der Hauptstadt, auf dem Kudamm, dort, wie die reichen Deutschen Kaffee trinken. Deine deutschen Brüder und Schwestern wissen das, denn es ist ein Schickals, dass hier vielen droht. Das überrascht Dich jetzt?

Nun – davon erzählen wir auch nicht gerne im Ausland … jedenfalls nicht in der Öffentlichkeit. Den Regierungen erzählen wir es schon gerne – und die hören dort auch gerne zu, denn seit dem hart gegen Arbeitslose vorgegangen wird, sie zum Volksfeind Nummer Eins erklärt worden sind, der den ganzen Wohlstand in Gefahr bringt, ist Ruhe im Land: keine Demonstrationen mehr, keine Gewerkschaften, keine alternativen Experimente – jeder Deutsche, der von der Wirtschaft keinen Chef bekommt, bekommt einen vom Staat, der ihm genauestens auf die Finger guckt – oft auch durch überfallartige Hausbesuche, bei denen die Wohnung gründlich inspiziert wird – auch das Schlafzimmer der Ehefrau.

Man munkelt davon, dass tausende Deutsche sich schon umgebracht haben, um dieser Schmach zu entgehen – doch Genaues weiß man da nicht, die Regierung zählt diese Toten nicht und alle anderen können nur schätzen.

Zurück zu den Obdachlosen. Das sind keine armen, faulen Menschen, erst recht keine Staatsfeinde: es sind Menschen wie Du und Ich. Im Unterschied zu Dir haben sie aber kein Zeltlager, wo viele Freiwillige darauf warten, das Leid zu lindern: es sind Parias, Ausgestoßene, die man sonst nur aus der alten indischen Klassengesellschaft kennt. Kein Arzt kümmert sich um sie, niemand heißt sie willkommen, niemand denkt daran, für sie neue Häuser zu bauen. Was sie falsch gemacht haben, um so arm zu enden? Nun – manche haben einfach den falschen Anlageberater gehabt. Oder eine hinterlistige Frau. Manche haben sich überarbeitet und verloren die Kontrolle, manche wurden von ihren Drogen kontrolliert, die sie brauchten, um überdurchschnittlich viele Arbeit zu leisten. Manche sind einfach nur schüchtern und können nicht so gut nach Hilfe rufen, manche sind krank. Du – ich hätte selbst einer werden können – nur ein glückliches Schicksal hat mich davor bewahrt, jetzt unter einer Brücke zu liegen, um wenigstens trocken zu bleiben.

Ja – ich habe mal sehr viel verdient – doch dann bin ich krank geworden. So krank, dass ich nicht mehr arbeiten konnte – jedenfalls konnte ich keine Arbeiten erledigen, an denen der Arbeitgeber und das Finanzamt noch super verdient. Dann kam der Tag, an dem die Miete für die Wohnung zu teuer wurde – und es hätte schnell geschehen können, dass eine Räumung nach Berliner Modell mir mein allerletztes Eigentum geraubt hätte. Kennst Du nicht: Räumung nach Berliner Modell? Nun – ursprünglich war das für Mietnomaden entwickelt worden, weil es da nichts Wertvolles gab, jetzt setzt man das aber auch gerne bei jenen Menschen ein, die gerade frisch arbeitslos geworden sind: die dürfen noch eine Tasche packen – und der restliche Inhalt der Wohnung gehört fortan dem Vermieter. Fortan gilt: ohne Wohnung kriegt man keine Arbeit – und ohne Arbeit keine Wohnung, ein Satz, den die Deutschen seit den fünfziger Jahren kennen.

Sowas stand nicht in den Werbebroschüren, die Euch Deutschland schmackhaft gemacht haben, oder? Man muss sich das mal vorstellen: Deutschland schafft es noch nicht einmal, 350000 Obdachlose zu versorgen, Millionen von Menschen im eigenen Land sind unter- bzw. mangelenährt, weil sie sich finanziell einfach kein gesundes Essen mehr leisten können – auch jene nicht, die ein ganzes Leben lang gearbeitet haben und nun mit Minirente langsam verhungern.

Weißt Du, warum ich Dir das erzähle? Nun – damit Du verstehst, warum gerade viele Deutsche völlig ausrasten. Du weißt was ich meine? Belagerte Busse mit Gästen, brennende Unterkünfte für Euch, Hassparolen an den Wänden – das kann man nur verstehen, wenn man weiß, in welchem Land diese Deutschen eigentlich leben. Gerade die im Osten sind besonders davon betroffen, denn die haben erlebt, was Dir noch bevorsteht: sie wurden aufs Herzlichste Willkommen geheißen, bekamen Geldgeschenke, blühende Landschaften wurden ihnen versprochen- und dann durften sie für die Gewinne ihrer westlichen Herren schuften, bis sie nutzlos geworden sind. Sie bekommen bis heute weniger Lohn als ihre Brüder und Schwestern im Westen, bis heute werden sie von der Unterhaltungskaste der Herren ausgegrenzt, belächelt, bespöttelt – und das wird auch Euer Schickal sein. Die im Osten haben 25 Jahre darauf gewartet, dass die versprochenen Reichtümer auch zu ihnen kommen – und dann merkten Sie, dass an Stelle der neuen Reichtümer … Ihr kamt. Und dass sie sich nicht darüber beschweren durften, weil sie Untermenschen waren, immer noch, nach einem Vierteljahrhundert. „Ossis“ halt.

Verstehst Du jetzt, warum sie so zornig sind? Und das gilt nicht nur für die aus dem Osten. Auch im Westen gibt es gibt es zig Millionen, für die die Unternehmen gar keinen Platz mehr haben – oder haben wollen. Es gibt nur wenige Familien in Deutschland, die richtig reich sind, Familiendynastien, von denen man offen sagt, dass sie Deutschland regieren (siehe Welt). Ein Prozent der deutschen Haushalte besitzen 33 Prozent des gesamten Vermögens, die reichsten 40000 davon 17 Prozent, die unteren fünfzig Prozent besitzen gerade mal 2,5 Prozent des Reichtums dieses Landes, mit dem wir weltweit protzen (siehe Spiegel): so etwas gibt es in keinem anderen Land Europas. Wir nennen uns zwar noch Demokratie, doch 60 Prozent der Deutschen glauben schon längst  nicht mehr daran, merken, dass „die Wirtschaft“ – also: die Reichen – dieses Land zu ihrem eigenen Spielball gemacht haben (siehe Handelsblatt). Wären wir noch eine Demokratie: diese Zahlen hätten für einen Aufstand der Anständigen sorgen müssen. Doch die Anständigen … sind arm und kämpfen im reichsten aller Länder Europas ums Überleben.

Lies doch einfach mal die Zeitungen in diesem Land – die alle Millionären gehören, die dort ihre Meinung lesen möchten. Aktuell hat der Vizekanzler vorgeschlagen, die armen Deutschen (immerhin mindestens fünfzig Prozent der Einwohner) auch mal in dem Umfang zu unterstützen, in denen Euch Unterstützung versprochen wurde, doch dieser Vorschlag wurde von der Kanzlerin und ihrem Finanzminister als „erbarmungswürdig“ abgelehnt (siehe Zeit): das war erneut ein „Stinkefinger“ des herrschenden Machtkartells zum eigenen Volk hin – das Volk durfte das schon häufiger erleben.

Siehst Du: wenn der Frau Merkel und ihren Freunden wirklich etwas an Euch gelegen wäre, dann hätte sie schon frühzeitig mit ihrem Volk reden können – sie wusste früh genug Bescheid, in welchem Umfang bald die Aufnahme von Gästen notwendig wurde (siehe Südddeutsche Zeitung). Man hätte tausenden Deiner Brüder und Schwestern viel Leid – und sogar den Tod – ersparen können, wenn man frühzeitig gehandelt hätte … doch das wollte man nicht. Noch heute betreibt man eine perverse Selektion: nur jene, die stark genug sind, die Reise zu überstehen, werden überhaupt wahr genommen – die vielen Millionen, die gar nicht mehr zur Reise fähig sind, interessieren niemanden.

Ich möchte Dir auch etwas erzählen über diese Kaste, die insgeheim die deutsche Demokratie unterwandert hat. Das stammt aus dem Jahre 1997 – ist also fast zwanzig Jahre alt:

„Die Entscheidungsträger unserer Zeit sind zu dem geworden, was Robert Reich „Symbolmanipulatoren“ oder, wenn man so will, „Symbolanalytiker“ nennt, die nicht (oder kaum) mit der alten Welt der „Arbeitgeber“ in Verbindung stehen. Was sollten sie mit all den so kostspieligen „Beschäftigten“ anfangen, für die Sozialvericherung gezahlt werden muss und die so unbeständig und hinderlich sind im Vergleich zu den klaren, stabilen Maschinen, die keinerlei sozialen Schutzes bedürfen, die von Natur aus dienstbar sind und außerdem wirtschaftlich und frei von zweifelhaften Gefühlen, aggressiven Klagen und gefährlichen Wünschen?“ (siehe:Viviane Forrester, Der Terror der Ökonomie, Paul Zsolnay Verlag, Wien 1997, Seite 35)

Dieses Land arbeitet seit Jahrzehnten an der Abschaffung des Menschen – wie die ganze westliche Welt. Wir stehen auf Grund der Aktivitäten der Symbolmanipulatoren kurz vor dem „Ende der Arbeitsgesellschaft“ (siehe Good Impact) – und trotzdem lügt man Euch die Hucke voll, ihr könntet Euch hier durch Arbeit integrieren. Es ist wie eine idiotische Religion des offenen Wahns, der niemand widersprechen darf, eine Religion, in deren Mitte ein blinder Idiotengott steht, der „Markt“, von dem man glaubt, er würde mit „unsichtbarer Hand“ Heil in die Welt bringen. Da der Markt aber schon längst in der Hand einer Hand voll Familien und deren dienstbeflissenen Dienern ist (wie auch der ganze Bundestag), macht der Markt nur noch die Reichen reicher – und dazu brauchen sie auch Euch.

Ja – ich muss Dir noch ein wenig erzählen über den Westen, den Du Dir als Zuflucht auserkoren hast – und ich denke da erstmal an Deine irakischen Brüder, von denen eine Million im völkerrechtswidrigen Krieg der USA umgekommen sind. An diesem Krieg wollten die Deutschen nicht teilnehmen – und überraschenderweise auch nicht die deutsche Regierung. Frau Merkel aber – jene Frau, die heute Kriegsflüchtlinge aus dem völlig destabilisierten Irak voller Freude aufnimmt – wollte gerne mit in den Krieg ziehen, flog persönlich in die USA, um dort ihre Ergebenheit kund zu tun – und ihre Begeisterung für jenen Krieg, der ein reiner, unbegründeter Angriffskrieg mit verheerenden Folgen für das irakische Volk war (siehe Spiegel). Wie gern hätte sie mitgemacht an dem Völkerschlachten, an der Verseuchung der Bevölkerung mit Uran-Munition, die heute noch Kinder mit unbeschreiblichen Verstümmelungen zur Welt kommen läßt – die niemand als „Refugees“ würde haben wollen.

Das ist Deine Gastgeberin, die heute all jene zornigen Mitbürger „Rassisten“ schimpfen läßt, die sich über ihre Politik beschweren. Weißt Du, wo es wirklich noch Rassismus gibt? In der führenden Weltmacht des Westens, den USA, wie man an der aktuellen Oskarverleihung sieht, die wieder einmal völlig ohne einen nicht-weißen Oskarnominierten von statten geht. Über diesen Rassismus beschwert sich niemand – obwohl er eine langjährige Tradition hat (siehe Spiegel):

„Warum protestieren wir jetzt? Warum bei diesen Oscars?“, fragte Rock. Immerhin sei es schon die 88. Verleihung. Diese ganze „keine Schwarzen“-Sache habe es schon mehr als 70-mal gegeben.

„Damals gab es aber keine Proteste“, so der 51-Jährige mit Verweis auf die Fünfziger- und Sechzigerjahre. „Wir Schwarzen waren damals damit beschäftigt, vergewaltigt und gelyncht zu werden. Wenn deine Großmutter an einem Baum hängt“, dann sei es einem egal, welche Dokumentation einen Oscar gewinnt.

Das ist ein Einblick in den finsteren Charakter jener Weltmacht, die Eure Heimatländer verwüsten hilft – und der Merkel voller Ergebenheit dient. Was viele vergessen: diese Frau, die jetzt als „Mutter Theresa der Flüchtlinge“ gefeiert wird, gehört einer Partei an, deren Mitglieder eine deutliche Meinung zu „Zuwanderern“ haben: „Abschau, Gesindel, Ratten, Müll“ seid ihr (siehe CDU-Abgeordneter Landowsky in der Tagesschau). Das war 1997 – und galt jenen, die vor fünfzig Jahren nach Deutschland eingeladen worden sind und bis heute ungeliebt am Rande der Gesellschaft leben. Merkels Ziehvater Helmut Kohl wollte sogar die hier etablierten Türken wieder aus dem Land jagen – jedenfalls die Hälfte (siehe Tagesspiegel):

„Doch die Forderung „Türken raus“ gehörte vor 30 Jahren nicht nur zu den politischen Plänen von CDU und CSU, sie stieß auch auf breite Zustimmung in der Bevölkerung. Unter anderem mit dem Versprechen, die Zahl der Ausländer in Deutschland drastisch zu reduzieren, hatte Kohl zudem die Bundestagswahl im März 1983 gewonnen.“

Hat sich seitdem viel geändert? Es war auch die CDU, die in den sechziger Jahren für die Wirtschaft massiv in der Türkei um Einwanderer geworben hatte – zu jener Zeit, als die Deutschen noch geburtenstarke Jahrgänge in die Welt setzten. Der Grund war einfach: der Türke war – wie der Spanier, der Grieche, der Italiener – billig. Er zahlte hohe Mieten für Bruchbuden, arbeitete für kleines Geld: und genau das erwartet man von Euch. Der Deutsche … der soll nämlich einen Mindestlohn bekommen. 8,50 Euro  die Stunde – immer noch so wenig, dass man damit arm ist (nicht vergessen: hier ist ein Hochpreisland!), aber trotzdem viel mehr, als man Euch zahlen wird: 3,82 Euro die Stunde ist für Euch genug. Und wenn ihr dreißig Jahre fleißig für die Gewinne der deutschen Oligarchen gearbeitet habt, dann werdet ihr sehen, wie schnell ihr wieder Abschaum, Gesindel, Ratten, Müll sein werdet – ebenso wie eure deutschen Brüder, die nirgendwo mehr hinflüchten können und Fremde in der eigenen Heimat sind.

Das solltet ihr bedenken, wenn ihr hier ansiedeln wollt. Ihr seid im Land jener Menschen, die fähig waren, ihre eigenen Brüder und Schwestern, ja sogar ihre Eltern und Kinder in industriellen Vernichtungslagern zu vertilgen. Auch heute noch machen die vor keiner Grenze halt … die Dir vielleicht noch unantastbar vorkommt (siehe Netzfrauen):

„Es gibt Firmen, die abgetriebene Föten aufkaufen und gewinnbringend weiterverkaufen. Es ist ein lohnendes Geschäft und egal, ob nun im Bereich Organhandel, der Kosmetik- oder Pharmaindustrie, ja sogar in der Nahrungsmittelindustrie, abgetriebene menschliche Föten werden wie Rohstoffe gehandelt und dies sogar mithilfe von staatlich finanzierten Beratungsstellen.“

Wenn Du dazu mehr erfahren willst: lies das Buch „Gott spielen“ von Stefan Rehder (Pattlochverlag 2007), dort erfährst Du, dass allein in Spanien und Frankreich 400000 menschliche Embryonen als Rohstoff einer neuen, gewinnträchtigen Industrie lagern (Seite 83), einer Industrie, an der Deutschland kräftig mit verdienen will.

„Der Islam betrachtet die Kinder und das Vermögen als die größten Gaben Gottes und als Pracht und Schmuck des Diesseits“ (siehe IGSaarland) … während der Deutsche seine eigenen Kinder mit Klagen vor Gericht erfolgreich aus der Öffentlichkeit verbannt … sie sind ihm zu laut (siehe Focus).

Das ist nun ein anderes Bild von einem Land, ein Bild, dass Du erhältst, wenn Du länger hier lebst … und nicht mehr genug Gewinn abwirfst für Deine Herren. Ich denke, es ist nur fair, Dir offen zu sagen, wo Du hier gelandet bist.

Meinen Brüdern und Schwestern aus dem Osten habe ich das 1990 auch erzählt … sie wollten das nicht glauben, zu magisch und verführerisch war die kunterbunte Glitzerwelt der Medien. Heute zünden Sie Eure Heime an, weil sie Angst haben, dass die Regierung ihnen noch mehr wegnimmt, dass auch noch das Wenige, was sie haben, in Gefahr gerät (siehe Spiegel) und sie – wie bald 500 000 ihrer Mitbürger – den Winter frierend im Stadtpark verbringen müssen.

Und zu diesen 500000 werdet auch ihr gehören … wenn ihr nicht mehr genug Gewinn abwerft. Und dann dürft ihr selbst erleben, wie schnell man in der Öffentlichkeit vom  Leistungsträger zum Parasiten wird, an dem man seine Vernichtungsphantasien austoben darf. Und wenn der Zeitpunkt gekommen ist, wo ihr die Gewinnerwartungen nicht mehr erfüllt, wo ihr frecherweise Versicherungsleistungen einfordern müßt, für die ihr jahrzehntelang einen Großteil Eures Geldes investieren musstet – nun: ihr wisst, was ihr dann sein werdet:

Abschaum, Gesindel, Ratten, Müll.

So wie ich auch.

 

 

 

Europa, ein Bastard zwischen Schaf und Ziege oder ein Pudel? – Karneval 2016

europa

(Schau-Genau-Bild des Autors)

Achtung Falschmeldungen. Die Handlung und die agierenden Personen sind frei erfunden, wenn es Namensgleichheiten gibt, so liegt das an der Verwechslungsgefahr im Karnevalsgetümmel.

Vor 70 Jahren gab es einmal einen großen Ziegen-Schafskopf hier in Mitteleuropa, der ließ wie besessen, Autobahnen bauen. Seither stehen die Pendler in den Großstädten oft sehr lange im Stau. Man hatte viele Alleen und Grünflächen diesen Projekten geopfert. Es kam seither zu einem großen Flächenfraß an landwirtschaftlich nutzbarer Fläche (siehe Online-Handbuch Demografie). Wenn man sieht, wie wichtig landwirtschaftliche Fläche in Zukunft sein wird, so erklärt sich das Interesse des Westens und des Ostens und deren Konzernen an diesen Rohstoffen in der Ukraine sehr einfach. Vor allem gehört die Erde dort dem Staat und die Ukraine ist eigentlich pleite. Mehr pleite wie Griechenland.

Die Menschen, die Anfang des 20 Jahrhunderts noch täglich ca. 15 km zurücklegten, die bewegen sich jetzt nur mehr 500 m. Und die landwirtschaftliche Fläche wird seither mit viel chemischem Schutz betrieben, damit wir Menschen, die in der Umwelt viele Tierarten zum Aussterben bringen, in uns neue Tiere wieder erzeugen können: Nämlich Krebse. (siehe The Guardian: Roundup weedkiller ‚probably‘ causes cancer, says WHO study)

Wir wissen auch, dass in Gegenden wo sehr viele Herbizide und Pestizide angewendet werden, die Rate an diesen niedlichen Krebs-Tieren in uns signifikant höher ist. Diese in uns wachsenden herzigen Tiere, die stellen wieder die Nahrung für viele Dinosaurier da. Nämlich für gigantische pharmazeutische Firmen, die sowohl an den Spritzmitteln als auch an den Krebsmedikamenten verdienen. Also wenn es um unsere eigenen Krebse geht, da ist es mit der Arterhaltung und dem Artenschutz nicht weit her.

Aber am Bewegungsmangel, der z.B. über den Straßenbau vielfach für diesen Flächenfraß verantwortlich ist, da leben ja auch die Dinosaurier, sowohl die Baugiganten, als auch die Autogiganten, aber auch die Pharmariesen wunderbar mit. Es gibt ein Volkslied: „Wozu sind die Straßen da? – zum Marschieren…“ Allerdings waren die Straßen, über die dieses Volkslied singt, nicht asphaltierte Straßen, die zum Marschieren viel besser geeignet waren. Die Asphaltstraßen sind für die Räder da.

In den Ländern, die den eingangs erwähnten Schafskopf ernsthaft bekämpften, z.B. Schweiz und Skandinavien, da ist die Geschichte interessanterweise durchaus anders verlaufen. So hat die Schweiz, wo die Intelligenz Mitteleuropas oft Zuflucht fand, das beste öffentliche Verkehrssystem der Welt und in Skandinavien gibt es, trotz Kälte, einen großen Fahrradanteil am Verkehr. In Schweden werden die königlichen Gärten sehr ökologisch bewirtschaftet.

Vergewaltigung der Europa

Ja, Europa, die hatte es schon seit der Gründung Europas nicht leicht. Wieso die Europa?
Weil die schöne Europa eben, so sagt es die griechische Mythologie, von Zeus zunächst in Gestalt eines Stieres vergewaltigt worden ist. Wenn man genau hinter die Kulissen des vorigen Jahrhunderts schaut, so war die Vergewaltigung Europas in der Antike nun keinesfalls ein Einzelfall. Heute nicht mehr von Zeus, sondern vom jüngeren Bruder über dem Atlantik.

Wie hieß es doch in den Tagebüchern Lenins, als er nach New York reiste: Die Wallstreet würde die kommunistische Revolution zwar finanzieren, doch selbst wollte man dieses System nicht einführen.

Ja Europa, musste sie sich denn mit diesem Ziegenschafskopf einlassen ?

Ja, sie hatte gedacht, es wäre wieder Zeus, dem langweilig war, aber dieser Ziegen-Schafskopf, der sie vor allem zwischen 1938 – 1945 heimsuchte, das war nichts anderes als der Teufel in Ziegengestalt.

Ja, die Europa wurde stark verletzt. Alle Fähigkeiten, die sie vorher hatte, Musik, Gesang, Humor, sie war nicht nur eine hervorragende Ingenieurin, Literatin, Wissenschaftlerin und wunderschön obendrein, alle Fähigkeiten gingen ihr verloren. Sie war zutiefst in ihrer Seele und in ihrem Geist verletzt, wenn nicht fast ganz ausgelöscht. Sie war verwüstet, nicht nur vergewaltigt.

Und da dachte sich der kleine wesentlich jüngere Bruder über dem Atlantik im Westen, wir müssen diese Schlampe an die Hundeleine nehmen, wenn sie nicht selbst auf sich aufpassen kann.

Und seither führt die Europa alle transatlantischen Befehle meist sehr brav aus. Wenn es im Westen heißt, es ist jetzt Jugoslawienkrise, dann ist eben Jugoslawienkrise. Wenn es heißt, jetzt ist Afghanistan dran, dann ist eben Afghanistan dran, oder Irak oder Nordafrika oder Ukraine etc. Und fast immer folgt Europa über die Hundeleine aufs Wort. Wenn es heißt, jetzt sind die Drogen dran, natürlich dann auch bei uns. Wenn es heißt Übergewicht, so ist es eben auch bei uns Übergewicht. Bei der Gentechnik da folgt Europa nicht so recht, aber auch bei der Atomkraft da hat Europa jahrzehntelang brav gefolgt.

Und wenn es 2007 heißt, wir dein kleiner Bruder sind pleite, so zahlt Europa und vor allem China brav. Wenn es heißt, wir können unser Budget nur über Rüstungsexporte sanieren, so folgt die brave Europa nahezu widerstandslos.

Wenn es gegen allen Menschenverstand heißt, ihr müsst das neoliberale System einführen, das uns überall Antisemitismus, Armut und Menschenhass erzeugt, so folgt Europa, obwohl sie eigentlich schon erlebt hat, wohin diese Ideen führen. Und selbst wenn es komplett gegen den Überlebenstrieb der gepeinigten Europa heißt, wir beginnen wieder aufs Neue einen Konflikt mit Russland, so folgt sie willenlos.

Ja, der Export von Halbfertigwaren, wie der Kommunismus und der Neoliberalismus, also nicht zu Ende gedachte Gedankengebilde, das ist der Exportschlager unseres kleinen jüngeren Bruders im Westen. Robert Junk, ein Zukunftsforscher (siehe Wikipedia) schrieb in einem seiner Bücher: Europa macht zahlreiche Entwicklungs-Schritte, die es schon durchgemacht hatte, in dieser Imitation unseres kleinen Bruders im Westen durch. Und ob der nicht auch gelegentlich vom Teufel besessen sei, wenn er in der Welt z.B. im Irak die irakischen Bauern zwingt, die Getreideernten, deren keimfähige Saaten das heiße Klima gut vertragen haben, zu vernichten um sie von seinen eigenen, genmanipulierten Getreidelieferungen abhängig zu machen. Und der ihnen Mini Nukes, das sind kleine Atombomben, die eben die Artenvielfalt im Rahmen der Krebsentstehung gut fördern, verpasste. Damit sie lange an die Freunde im Westen denken sollen. Neben diesen Grundlagen für Menschenrechte und Demokratiebildung, meint Michel Chossudovsky, dass unser kleiner Bruder im Westen auch direkt den IS unterstützt (siehe Wikipedia).

Michel Chossudovsky ist der Sohn des jüdisch-russischen Wirtschaftswissenschaftlers und UN-Diplomaten Evgeny Chossudovsky (* 15. August 1914, † 4. Januar 2006). Im deutschsprachigen Raum ist er als Gegner der Militärpolitik der USA in Asien und auf dem Balkan bekannt geworden.

Dies geht auf seine Herausgeberschaft für das gemäss Telepolis „zu Verschwörungstheorien neigende“ [2] Centre for Research on Globalization zurück. Chossudovsky schrieb auch Beiträge für die Zeitschriften Le Monde diplomatique, Third World Resurgence und Covert Action Quarterly. Den Kampf um die Kontrolle über das Weltwährungssystem und die Geldschöpfung hielt er für eine Mitursache vieler heutiger – kriegerischer und wirtschaftlicher – Auseinandersetzungen.

 Er hatte aber auch eine amerikanische Waffe für eine neue Weltordnung postuliert, welche den Klimawandel herbei führen könne und behauptet, die USA hätten im Voraus um den Tsunami von 2004 gewusst.

Zwischen 2006 und 2007 warf Chossudovsky den USA und Israel mehrmals vor, einen Angriff mit Atomwaffen auf den Iran, bzw. in seinen Worten „einen nuklearen Holocaust im Nahen Osten“ zu planen.

Im 2011 warf sein Blog dem Weißen Haus unter Präsident Obama vor, nur ein Instrument der Reichen und Mächtigen zu sein, eine Attribution, welche früher nur republikanischen Regierungen gemacht worden war. 2013 wurden hingegen die „Demokratischen Prinzipien“ Venezuelas unter Präsident Chavez gewürdigt.

In seinem Buch „The Globalization of War, America’s Long War against Humanity“ stellt Chossudovsky im Jahr 2015 die These auf, Terrorismus würde von den USA hergestellt, um ihre Hegemonie auszudehnen („Dr Chossudovsky said terrorism is made in the US and that terrorists are not the product of the Muslim world.“). Den IS nannte er „die Fußtruppen der westlichen Allianz“, die Luftwaffen-Angriffe der USA einen Versuch, Syrien und Irak zu zerstören.

Robert Misik erwähnte zur russischen Propaganda gegen die Ukraine die Seite von Globalresearch als Seite, auf welcher Autoren aus dem typischen Autorenpool von Voice of Russia tätig sind, welche auch auf weiteren, sich als globalisierungskritisch ausgebenden Webseiten aktiv sind. Als Publikum nannte er linke Globalisierungsgegner, rechte Wirrköpfe und Verschwörungstheoriefreunde mit deren Hang, „Wahrheiten“ prinzipiell nur abseits der sogenannten Mainstreammedien zu suchen.

Ja und wenn wir schon bei Verschwörungstheorien sind, so sind einige weise alte Herren, – keinesfalls rechte Spinner, die es wissen müssten – auch der Meinung, dass der Ziegenbock, der eigentlich vom Teufel besessen war, anfänglich vom kleinen Bruder im Westen mit viel Geld unterstützt worden ist. Da ja weder die Revolutionen in Nordafrika oder der Ukraine oder die kommunistische Revolution irgend etwas mit unserem kleinen Bruder im Westen zu tun hatten, so sind diese Verschwörungstheorien natürlich haltlos (siehe Sueddeutsche).

Eine Freilassung der durch ihre große Reue geläuterten Europa durch den kleinen Bruder ist also nicht in Sicht. Der kleine Bruder begreift auch nicht, dass er seine große Schwester bei seinem Ungestüm und seiner Begeisterung etwas ohne nachzudenken durchzuführen, dringend brauchen würde. Der wilde kleine Bruder sieht die Freiheit beschränkende Diktatoren und handelt. Was dabei herauskommt? Flüchtlingskrise, Stalin oder vieles andere mehr.

***

Einmal trafen sich die Granden der Welt in Heiligendamm. Die Pudel unseres kleinen Bruders im Westen auf der einen Seite, auf der anderen Seite Putin, dem fast alle Hunde abhanden gekommen waren. Er war damals schon gelb vor Neid. „Du sollst nicht begehren deines nächsten Pudel oder alles was sein ist … Vor allem sollst Du nicht begehren die Pudel, die dir in Jalta zugesprochen worden sind.“ Ja, Putin weint dem Kommunismus nach, er hat aber gar keinen Grund dazu, denn bei uns wird er gerade wieder aufgebaut. Und Väterchen Stalin war ein Heiliger? Und kein Massenmörder.

Die ausführenden Politiker, die Handlanger der Pläne unseres kleinen wilden Bruders im Westen haben durchaus auch Vorteile ihrer transatlantischen Treue. Sie werden rund um die Uhr von ihm beschützt.   Mütterchen Merkel, Jean Claude Juncker, Schäuble aber auch Martin Schulz etc. werden befördert. Sie werden von den Schleppenträgern unseres kleinen Bruders zu seinen Türstehern erhoben.

Durch die durchdachten Planungen unseres kleinen Bruders steht Nordafrika mittlerweile auf dem Kopf. Das hat dazu geführt, dass eine Völkerwanderung nach Europa in Gang gesetzt wurde. Zunächst sprach Mutti Merkel „Kommt alle zu uns“, „Wir schaffen das!“ – Und nahm gleich bei sich 20 Flüchtlinge auf. Da das Begrapschen zu Silvester auch in Köln ja zu den Kavaliersdelikten gehört, so wird aus der sexuellen Belästigung, deren Verbot ja die Pensionen gefährden könnte eine Verpflichtung ja ein Menschenrecht. Ein Recht auf Begrapschung, gleiches Recht für alle auch für etwas ältere Personen. Wie sich das dann in der Wohnung von Merkel abspielt, darüber wird Schweigen herrschen.

Sigmund Freud sprach ja von dieser weit verbreiteten sexuellen Verdrängung. Eigentlich wollen die, die sich am meisten über diese sexuelle Belästigung beschweren, natürlich mit den kraftstrotzenden Fremden schlafen.

Warum die Menschen das letzte Buch Sigmund Freuds nicht lesen. Sie würden entdecken, dass Religionen durchaus ihren Sinn haben.

Und weil eben jetzt die Ukraine gerade am Tisch unseres kleinen Bruders im Westen liegt, da sind auch die Medien sehr folgsam. Sie schreiben wenig über die Todesstrafen im Reich unseres kleinen Bruders, wenig über Assange, Snowden, Manning, sie schreiben über Litwinenko, über den man ja durchaus auch schreiben soll.

Der Wirtschaftsklub, der bei der armen Europa vieles steuert, heißt Amerikanische…….
Deshalb sind viele Informationen, die durchaus beachtenswert wären eben nur „russische Propaganda“ (siehe Spiegel-Artikel über das Maidan Massaker) .

Poroschenko hat Janukowitsch sogar eine Weile als Außenminister gedient (siehe Junge Welt).
Eine Studie der Universität von Ottawa kommt nach Auswertung von tausenden Belegen zum Ergebnis: Die Schüsse gegen die Demonstranten am Maidan kamen nicht von der Regierung, sondern aus den Reihen der vom Westen unterstützten Opposition (siehe Hintergrund.de).
Vergangenen Sommer hatte das US-Repräsentantenhaus einen Abänderungsantrag des Verteidigungshaushaltes für das Jahr 2016 einstimmig verabschiedet, in dem der „offen neonazistische“ und „faschistische“ Charakter des Asow-Bataillons festgestellt worden war. Der Erlass verbot es der US-Regierung, die rechtsextreme Kampftruppe etwa durch Ausbilder oder Waffenlieferungen zu unterstützen.  

 Mit dessen Aufhebung habe der Kongress und die Administration den „Weg dafür bereitet“, dass US-Gelder „in den Händen der schädlichsten Elemente“ gelangen könnten, „die gegenwärtig in der Ukraine aktiv sind“, bewertet das US-Magazin den Vorgang. (siehe Spiegel)

 Nach Straßenschlachten ging im Mai 2014 in Odessa das Gewerkschaftshaus in Flammen auf, 48 Menschen starben. Nun stellt der Europarat der Ukraine ein vernichtendes Urteil aus.

Wie aber kann Moskau die Bildung einer Mehrheitsbildung der ukrainischen Bevölkerung für die NATO am besten unterstützen? Indem es genau das tut, was gerade läuft. Russische Unterstützung für die Separatisten, gemeinsam mit dem Geld der gestürzten Oligarchen. Westliche Geheimdienste und die Medien in den Händen der westorientierten Oligarchen, da kommt Bewegung in die Finanzen der Rüstungskonzerne. Momentan gibt es eine Mehrheit der ukrainischen Bevölkerung für die NATO.
Ein endloses Thema. Warum schauen die Menschen nicht in die Schweiz, wo man so manche Rezepte für ein friedliches Zusammenleben mehrerer Religionen und Sprachen finden könnte.
Direkte Demokratie, und wohl auch Dank Jean Ziegler doch kein so eklatanter Neoliberalismus.
Föderation, das könnte auch ein Rezept sein, wo Europa wesentlich besser leben könnte. Die Vorschläge Camerons gehen in eine ähnliche Richtung.

Vielleicht am besten gleich, so wie von der Verfassung vorgesehen, eine Gewaltentrennung zwischen einer demokratischen Gesetzesbildung, einer Gerichtsbarkeit, wo alle gleich sind, ohne Ansehen des Standes, Religion, Geschlecht etc., einer tatsächlich freien Presse, einer freien Forschung , Schul-Erziehung und Bildung, und einer Wirtschaft, die brüderlich und bedarfsorientiert arbeitet. Wenn alle diese drei Kräfte sich die Waage halten, so würde Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit entstehen können.

Vielleicht zum Abschluss ein kurzer Ausflug in die Medizin, um die derzeitigen Verhältnisse zu beleuchten:

Medizinischer Fasching

Die Lobby kennt nur eine Not

ist der Patient gesund oder er ist tot

damit die Lobby dies erlebe

hält sie ihn zwischen beiden in der Schwebe

die Eliten sind ihr dabei nicht im Wege

denn eine Hand die andere hält

damit der Euro nicht weit fällt

Wenn der Patient sich nicht bewegt

er in vielen Gefahren schwebt

dass er vieles nicht überlebt.

Dr. Leibetseder lehrt,

er ist von uns ja sehr verehrt,

dass Blutdruck nur Bewegungsmangel

die Gelenkskrankheiten, der Schlaganfall und der Zucker auch

die kommen zusätzlich auch, von dem dicken Bauch

ganz zu schweigen von dem vielen Rauch.

Die Lobby weiß ganz gut

wie man die Konkurrenz zum schweigen bringen tut.

Die Studien, die kann nur ein Pharma-Dinosaurier machen

die anderen haben nichts zu lachen.

Homöopathie, chinesische Heilkunst,

orthomolekulare und anthroposophische Medizin

die macht man so erfolgreich hin

Auch wenn die kraniosakrale Medizin, Physiotherapie und Psychotherapie

so vielen hilft, wie noch nie

wenn die Menschen kommen in Scharen

und dabei Unmengen an Medikamenten sparen

denn – Oh Schreck

die Medikamente sind oft darnach weg,

die Politik die hilft der Lobby

die anderen Methoden außer Medikamente, das ist Euer Hobby

Die Forschung ja der Medizin

die ist trotzdem nicht dahin

der Staat hat zwar kein Geld

die Lobby forscht das, was ihr gefällt

und bestimmt damit den „State of the art“

das ist wirklich smart

die Freunde dann im Parlament

die sagen dann ja justament

„Ihr müßt sparen“, und sparen und sparen

und mit den Jahren

sie sind doch nicht dumm

zahlen wir uns krumm!

Denn die Industrie

die forscht für den Profit

und alle machen begeistert mit !

Wenn die Autolobby bestimmt den state of the art

dann fahren alle SUVs, nicht mit der Bahn, dem Fahrrad oder dem Smart!

Wenn die Patienten sich schon als Auto sehen

Warum sie dann nicht zum Service gehen?

Die Manager haben eine viel biologischere Sicht

sie sehen die Arbeitnehmer als Zitronen! Nicht ?

Die da zum Pressen und zum Quetschen sind

Dass davon „burn out“ kommt, das versteht jedes Kind!

Die Lobby sich durchaus freut,

wenn der Arzt hat wenig Zeit

Denn wenig Zeit bedeutet viele Medikamente

wenn er alles vorbeugen will, so nimmt das kein Ende

Außerdem ist die Bezahlung der Ordination

sehr wenig ohnehin schon

Die Lobby ist ohne Zweifel

kein Teufel

Denn sie lindert viele Beschwerden

Heilen kann sie sie oft nicht

das ist eben die Gschicht

Doch sag mir eins zwei drei

was denn Gesundheit sei?

– Den Kopf halt kühl

die Füße warm

und fülle nicht zu voll den Darm

Und sage mir wer heilen kann!

Das ist der Arzt im Inn’ren, lieber Mann!

 

Wie wäre es übrigens mit dem „Bedingungslosen Grundeinkommen“ für alle? Ich wäre sofort dafür. Denn wenn wir schon auf Kosten der zweiten und dritten Welt und auf Kosten der Natur leben, so sollen doch bei uns wenigstens die Armen etwas davon haben. Ich würde mich dann auf die Karibik zurückziehen und mich von den Anstrengungen des Lebens erholen.

Doch was machen wir, wenn dort aus heiterem Himmel ein Erdbeben entsteht – oder gemacht wird? Sie wissen schon, mit solchen Spielereien wie Haarp, übersetzt „Harfe“? Da wäre es mir schon lieber, in der Schweiz zu leben.

Dritter Weltkrieg 2016: über großosmanische Reiche, Kriegsrecht in Europa und atomare Erstschläge

Digital StillCamera

Mittwoch, 25.11.2015. Eifel. Wer momentan die Grenze von Belgien nach Deutschland überquert, bekommt einen Geschmack von der Zukunft: schwer bewaffnete Truppen kontrollieren jedes Fahrzeug, viele Deutsche, die in Belgien wohnen (also: Miet- und Hausbauasylanten, die vor deutschen Hochpreisen flüchteten) müssen lange Wartezeiten in Kauf nehmen und blicken in die Mündungen scharfer Waffen. Die Begründung? Die Geheimdienste haben die Macht übernommen, können jederzeit durch Anschlagswarnungen Anschläge gegen die Menschenrechte zu jeder Zeit an jedem Ort vornehmen. In Frankreich ist es  noch schlimmer: 66 Millionen Franzosen stehen akut unter Kriegsrecht – so erfolgreich war bislang kaum ein Terroranschlag. Für Frankreich finden wir bei Telepolis einen Aufsatz, der schon jetzt die weit reichenden Hintergründe beleuchtet (siehe Heise):

„Außerdem dienen die Maßnahmen gegen den IS der Vorbereitung auf größere soziale Konflikte im Inneren. Insbesondere Frankreich steht wegen der Eurokrise unter zunehmendem wirtschaftlichem Druck. Um seine Konkurrenzfähigkeit am Weltmarkt zu erhöhen, muss das Land demnächst Sozialleistungen einschränken, die Arbeitsgesetze verschärfen und das Lohnniveau senken (In Deutschland bereits durch die Agenda 2010 geschehen). All diese Maßnahmen werden wegen der schon bestehenden sozialen Ungleichheit im Lande erheblichen sozialen Widerstand hervorrufen, der dann unter Zuhilfenahme der jetzt beschlossenen Einschränkungen des Versammlungsrechts, der erweiterten Überwachung des Internets und der Ausweitung polizeilicher und militärischer Befugnisse unterdrückt werden kann.“

Das gilt nicht nur für Frankreich:

„Die Regierungen der übrigen Euroländer haben keine Sekunde gezögert, sich dieser Strategie umgehend anzuschließen, ebenfalls demokratische Rechte einzuschränken und die Aufrüstung von Militär und Polizei anzukündigen.“

Auch wir bekommen mehr Geheimdienstler – gerade noch bevor eine Historikerkommission die Nazi-Netzwerke in den Geheimdiensten aufdecken würde. Ob das Ergebnis noch veröffentlicht wird oder vielleicht dann eher doch die nationale Sicherheit gefährdet, steht heute noch in den Sternen, denn: die Antwort könnte uns möglicherweise dann doch sehr verunsichern.

Während wir mit zumeist nutzlosem Nachrichtenmüll zugeschüttet werden (Mode, Fußball, Promis, Autos und vor allem: Fernseh“events“) und viel Zeit investieren müssen, die wirklich wichtigen Fakten mühsam selbst herauszufiltern, bereitet sich die westliche Welt auf einen Kriegsalltag vor, gewöhnt sich Tag für Tag mehr an Bilder, die wir schon längst vergessen glaubten.

Ja: der wäre schon schön bequem, so ein Krieg: für viele, vor allem für jene Kreise, die momentan drum bangen müssen, dass ihre Selbstbereicherungsorgien in den diversen Bankenskandalen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt werden, wie britische Militärs erforschten, droht sogar ein neuer Neomarxismus die Welt zu erobern: Zeit, sie mal ein wenig durcheinander zu bringen.

Es ist noch nicht lange her, da offenbarte uns Vizekanzler Gabriel die Existenz kriegstreibender Mächte in der Nato (siehe Spiegel), gestern haben diese Kräfte einen weitern kräftigen Schritt in Richtung Dritter Weltkrieg unternommen.

Was war geschehen? Ein russisches Flugzeug wurde über syrischem Gebiet abgeschossen – allerdings lesen Sie das so nicht in der Millionärspresse. Die formuliert das anders, um den Russen eine große Mitschuld zu geben und von den wahren Verantwortlichen abzulenken (siehe Spiegel):

„Ein Sprecher des US-Militärs bestätigte, dass die russischen Piloten über Funk zehnmal gewarnt worden seien: „Wir konnten alles mithören.“ Wahr ist offenbar aber auch, dass die Su-24 nur wenige Sekunden im türkischen Luftraum war. Das bestätigte ein Nato-Insider nach dem Sondertreffen des Nordatlantikrats, das direkt nach dem Vorfall in Brüssel einberufen worden war. Ein US-Regierungsvertreter hatte sich zuvor ähnlich gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters geäußert.“

Nur wenige Sekunden war die russische S-24 in türkischem Luftraum. Zehnmal war über Funk gewarnt worden, drei Kilometer legte die Maschine über türkischem Luftraum zurecht, man davon ausgehen, dass die Maschine also erst über Syrien abgeschossen wurde – warum sollte sich ein Flugzeug, dass über Syrien fliegt, auf Warnungen der türkischen Luftwaffe einlassen? Hätte man Frieden im Sinn, wäre das auch gar kein großes Thema: dafür gibt es Diplomatie. Doch leider … hat die Türkei ganz andere Pläne, die schon lange bekannt sind. Immer wieder tauchen Meldungen auf, die eigentlich beunruhigen sollten: die Türkei sei auf dem Weg zu einem neuen Sultanat (siehe Welt), von „wuchtigen historischen Dimensionen“ ist die Rede, wenn die Ausmaße dieses neuen Sultanats beschrieben werden: das reicht von Österreich bis nach Russland hinein, von Tunesien bis tief in den Saudi-Arabischen Raum (siehe Welt). Nachrichten, die einen verstören sollten: was geschieht dort im Reich der Türken?

Nun – es wird ein neuer Traum vom osmanischen Reich inszeniert, ein neo-osmanischer Kult erhebt sich, verherrlicht das Osmanische Reich und unterdrückt unbequeme Wahrheiten (siehe Deutschlandfunk), doch nicht nur kitschige Fernsehserien, die zufällig die dunklen Seiten des Sultans beleuchten, werden abgesetzt: auch große, regierungskritische Medienkonzerne werden ohne richterliche Legitimation besetzt und abgeschaltet (siehe Tagesschau) – wären das nicht unsere großen Freunde, man könnte von einem Polizeistaat reden, in dem auch Richter und Staatsanwälte unter enorem politischen Druck stehen (siehe Hintergrund).

Mehrere Minuten lang hatte der Pilot der türkischen Maschine Zeit, seine Entscheidung zu überdenken – beachtet man die üblichen Befehlsketten, so dürfte der Befehl von ganz oben gekommen sein – gerade angesichts der Tragweite der Aktion: immerhin schießt dort ein Natojet eine russische Maschine im fremden Luftraum ab – das ist unter normalen Umständen ein Kriegsgrund. Wir können nur von Glück reden, dass Putin nicht der Kriegstreiber ist, als den die Presse ihn gerne darstellt: sonst hätten wir heute schon Meldungen über Wellen russischer Raketen, die türkische Flugplätze zerstören.

Dass die Türkei sich mit dieser Aktion auf die Seite des IS gestellt hat und quasi als deren Luftwaffe fungiert, wird kaum wahrgenommen: immerhin war die Türkei einer jener Kunden, die den Mordbrennern vom IS das von denen geklaute Öl zu guten Preisen abkauften – jenes Öl, dass russische Bomber zuerst angriffen, um den Banden, die in Paris 130 Europäer getötet haben, die Finanzierungsgrundlage zu entziehen. Eigentlich ein logischer Schritt – wäre nicht die IS für Neoosmanen ein nützliches Instrument zur Durchsetzung ihrer Ziele: ein neues, großes, osmanisches Reich braucht ein destabilisiertes Umfeld, eine schwache UN, womöglich auch einen Krieg in Europa, um sich ausbreiten zu können, auch die Lenkung von Flüchtlingsströmen nach Europa – durch die Türkei aktiv vorgenommen (siehe FAZ) – ist eine wichtige Maßnahme zur Schwächung Kerneuropas, zudem kann man in Zukunft davon ausgehen, in Europa Verbündete zu haben, die dem neuen Reich dankbar sein werden.

Es ist nicht so, dass sich die Nato nicht bewusst wäre, dass sie einen Wahnsinnigen in ihren Reihen hat, der mit „westlichen Werten“ so viel anfangen kann wie die IS (allerdings noch lange nicht so brutal gegen die eigene – arme – Bevölkerung vorgeht wie Saudi-Arabien): erst vor kurzem warnte Jochen Bittner in der Zeit davor, dass die Nato „Erdogans nützliche Idioten“ seien (siehe Zeit), dazu missbraucht, seinen eigenen Krieg gegen die Kurden zu führen – unter dem Schutz der Nato. „Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufspringen, bis wir am Ziel sind.“ – so ein Versprechen des neuen Sultans (siehe Zeit), der sein Ego schon mal mit einem gigantischen neuen Palast aufpolierte (siehe FAZ):

„Es sollte ein neuer großer Tag im Leben des großen Herrschers Recep Tayyip Erdogan werden. Einen Palast hatte er sich bauen lassen, in den das Weiße Haus sechsmal passen würde und der Amtssitz des französischen Präsidenten gar 27 Mal. Überhaupt soll es der modernste Regierungssitz der Welt sein.“

Dabei hat er auch gleich neue Maßstäbe in Punkto Autokratie gesetzt, die im Westen undenkbar wären:

„Dass Erdogan bei dem Bau, der 340 Millionen Euro gekostet hat, gegen die Bauordnung der Türkei verstoßen hat, ficht ihn nicht an. Der Palast wurde in ein Naturschutzgebiet hineingebaut, das auf Atatürk zurückgeht. Ein Verwaltungsgericht in Ankara hatte einen Baustopp angeordnet. Verächtlich soll Erdogan gesagt haben, dann solle das Gericht das Gebäude doch einreißen, „wenn es das kann“.“

Schauen Sie sich den Palast ruhig an: mit tausenden von Zimmern ist er wohl für einen Weltenherrscher gemacht. Vor dem Hintergrund wird verständlich, warum die Nato aktuell vor Eskalation warnt (siehe Spiegel), doch die Eskalation ist schon da: Russland läßt seine Bomber jetzt von Jägern begleiten und hat seinen Kriegsschiffen klare Anweisungen gegeben (siehe Spiegel):

Außerdem wurde der russische Raketenkreuzer „Moskwa“ angewiesen, vor der syrischen Mittelmeerküste Position zu beziehen und alle Ziele zu vernichten, die Russlands Luftwaffe in dem Bürgerkriegsland gefährden könnten.

Nachdem hunderte russische Bürger von der IS ermordet wurden, dürfte klar sein, dass Putin sein Gesicht verliert, wenn er die Türkei als Schutzmacht der IS weitere russische Bürger töten läßt. Und natürlich ist damit zu rechnen, dass Großmufti Erdogan seinen Kurs weiter fortsetzt, den Traum vom großosmanischen Reich unter seiner Führung weiter träumt und die Nato zu diesem Zwecke missbraucht – eine Nato, die sich Schritt für Schritt ebenfalls weiter auf den Krieg vorbereitet, in der ebenfalls Kräfte wirken, die gerne wieder einen großen Brand auf der Welt entfachen wollen – einfach, weil´s so schön laut knallt und es wieder Orden gibt.

Man muss schon weit außerhalb der Millionärspresse suchen, um zu sehen, was aktuell im Pentagon diskutiert wird – in aller Öffentlichkeit, was ein Reporter des WSWS vor Ort bei drei Kongressanhörungen  mitbekam (siehe Linkezeitung):

„Der amerikanis­che Mil­itär– und Geheim­di­en­stap­pa­rat bere­itet sich derzeit sys­tem­a­tisch auf den drit­ten Weltkrieg vor. Das Pen­ta­gon betra­chtet einen mil­itärischen Kon­flikt mit China oder Rus­s­land, oder sogar mit bei­den Staaten gle­ichzeitig, als unver­mei­dlich. Diese Per­spek­tive ist mit­tler­weile die treibende Kraft hin­ter den aktuellen tak­tis­chen und strate­gis­chen Projekten.“

Die Pläne des Natopartners USA reichen so weit, dass sie den Natopartner Türkei fast freie Hand zur Jagd auf russische Flugzeuge geben. Sogar die konservative deutsche Presse weist darauf hin (siehe Focus):

„Die USA sind die größte Bedrohung für den Westen. Da ist sich der kanadische Professor Michel Chossudovsky sicher. Er behauptet, dass die Amerikaner einen atomaren Erstschlag gegen Russland in Erwägung ziehen – was zwangsläufig zum dritten Weltkrieg führen müsse. Eine krasse These, für die der Kanadier jedoch Unterstützung von anderen Experten bekommt.“

Ein atomarer Erstschlag gegen Russland – der Traum aller Psychopathen, die selbst kaum etwas zu befürchten haben. 19000 Bomben werden jetzt – im laufenden „Kampf gegen den Terror“ – an Saudi Arabien geliefert (siehe jungeWelt): hier bereitet man sich auf groß angelegte, lang andauernde Kriegsoperationen vor. Wer wird dort bewaffnet? Der Spiegel informiert (siehe Spiegel):

Was den Terror gegen Frauen, Homosexuelle oder Andersdenkende angeht, sind die Saudis die Großmeister der Arabischen Halbinsel. In diesem Jahr haben sie schon mehr Menschen geköpft als der IS. Sogar Teenager werden hier hingerichtet. Enthauptung und anschließende Kreuzigung lautet das Urteil gegen Ali Mohammed Baqir al-Nimr, weil er es als 17-Jähriger gewagt hatte, gegen das Königshaus zu demonstrieren.

Was muss ich da lesen? Todesstrafe wegen Homosexualität? Todesstrafe wegen Abwendung vom Islam? Amputationen von Händen und Füßen bei Raub und Diebstahl? Steinigung bei Ehebruch? Saudi-Arabien – der Freund des Westens, der – nach offizieller Verschwörungstheorie – die meisten Attentäter zu „nine-eleven“ beisteuerte, die höchste Twitter-Begeisterung für die Taten des IS aufbringt, dessen Mitglieder des Königshauses in großem Stil Kokain aus Syrien schmuggeln (siehe t-online) und die besten Kunden deutscher Waffenexporteure sind, die  – ganz ungeniert – 350 Bundestagsabgeordnete mit „exklusiven Lobbyreisen“ gefügig machen, finanziert von der „Deutschen Gesellschaft für auswärtige Politik“ (siehe Spiegel): wo bleibt da eigentlich die große Empörung der deutschen Zivilgesellschaft, die sich gerade daran ergötzt, wem man eigentlich alles ungeniert und unverschuldet einen „Nazi“-Aufkleber verpassen kann … so wie früher einen Judenstern?

Gleichzeitig erfolgen Angriffe auf die Krim, die dort natürlich die gesamte Zivilbevölkerung treffen, der man von heute auf morgen die Stromversorgung zerbombt hat (siehe Zeit) während die Ukraine den „Islamischen Staat“ mit Luftabwehrraketen ausstattet (siehe Epochtimes): so sind die dann in der Lage, auch mal ein paar französische Passagiermaschinen abzuschießen und können auf die Rekrutierung von Selbstmordattentätern verzichten. Gleichzeitig müssen wir Deutsche erfahren, dass wir 15 – 20 Millionen illegale Waffen im Land haben (siehe Spiegel): wer Geld hat, kann hier jederzeit kleine Privatarmee nach dem Vorbild der Oligarchen in der Ukraine aufstellen und im Krisenfall schnell die Herrschaft über eine weitgehend unbewaffnete Bevölkerung übernehmen: diesen Waffen stehen nur 240000 Polizisten gegenüber (siehe Statista): ein Krisenpotential der besonderen Art.

Natürlich kämen wir noch gegen diesen Wahn an – noch. Doch nicht mit diesem Personal, denn den deutschen „Selbstoptimierern“ mangelt es an der wichtigsten Fähigkeit zur Politikgestaltung, an einer Kernkompetenz: der Ernsthaftigkeit (siehe Prof.Dr. Heinz Bude im Spiegel): was kann einem auch schon geschehen, wenn man selbst „Fit for Job“ ist, einen „heißen Body“ hat und finanziell „voll im Lack“ ist?

Nun – die Antwort auf die Frage ist ganz einfach: das Kriegsrecht und die Einberufung, der man nichts mehr entgegensetzen kann, weil alle Bürgerrechte durch das Kriegsrecht ausgehebelt werden. Wäre einem das klar: die deutsche Friedensbewegung (jetzt auch schon „Nazis“ … also: „superultrahyperböse“, ganz anders also als die Saudis …so weit sind wir schon wieder) könnte wieder Millionen von Menschen auf die Straße bringen, Parlamentsmehrheiten verschieben und für produktive Allianzen quer durch alle Parteien sorgen, politische Entscheidungen mitgestalten (wie den ´Rausschmiss der Türkei aus der Nato, was die Kriegsgefahr enorm minimieren würde – oder die Auflösung der Nato zugunsten einer EU-Verteidigung, mit der Russland und China kein Problem mehr hätten … und die Islamisten wahrscheinlich auch nicht).

Doch was geschieht im Land der „Schpassfanatiker“?

Nichts. Noch nicht mal, als ein Innenminister ihnen dringende Informationen vorenthielt, um die kleinen Doofen nicht zu verunsichern: man hätte ihm ja auch „Populismus“ vorwerfen können. Dass so die Geheimdienste einen Freibrief bekommen, jederzeit und überall für Terror zu sorgen, wird gar nicht mehr gesehen.

Wirklich: fahren Sie mal an die belgische Grenze – sie ist nicht weit von hier. Dort können Sie für einen kurzen Moment erleben, wie es es, wenn Bürgerrechte im Kriegsfall außer Kraft gesetzt werden, können erleben, wie es ist, wieder in die Läufe geladener Maschinenpistolen zu blicken. Oder reisen Sie auf die Krim: Strom ist im Kriegsfall ganz schnell Mangelware. Könnte ganz schnell ein Blick in die deutsche Zukunft sein … bevor die Bomben fallen.

Vielleicht sogar genau die, die die USA jetzt an Saudi-Arabien verkaufen.

 

Der „Nazi“ und seine gesellschaftspolitische Funktion in Deutschland und den USA

Digital StillCamera

Montag, 7.9.2015. Eifel. Derweil ist viel Aufregung im deutschen Land. Die einen fürchten ein Widererstarken des Nationalsozialismus (des „Bösen“), die anderen die Vernichtung ihres eigenen Lebensraumes. Als hätten wir keine anderen Probleme. Derzeit erreichen mich Gerüchte, nach dem namhafte deutsche Unternehmer und Politiker sich in Kanada einkaufen, „weil sie wissen, was kommt“. Ich will hoffen, dass ich hierzu bald Näheres erfahre, denn wenn die Ratten anfangen, dass Schiff zu verlassen, könnte es sein, dass wir bald mit einem Eisberg kollidieren. Es geht um Krieg, den Feind aller Menschen, den Feind der Menschheit an sich, der sich nahe der polnischen Grenze wieder breit macht. Während in Japan 120000 Menschen vor dem Parlament lagern, um ein Gesetz zu verhindern, dass der japanischen Armee wieder Auslandseinsätze erlaubt (siehe Spiegel), herrscht in Deutschland Totenstille. Man vermutet russische Soldaten, die inoffiziell in der Ostukraine kämpfen und schickt deshalb offiziell Soldaten in die Westukraine, verstärkt trotz Warnungen der Wissenschaft beständig die Streitkräfte an der Ostgrenze der Nato, riskiert täglich einen Krieg aus Versehen, an dessen vorderster Front deutsche Soldaten stehen werden und niemand regt sich auf. Das Nato- und EU-Mitglied Griechenland wird zur Ausplünderung freigegeben und muss seine wertvollsten Besitztümer an private Investoren verkaufen (siehe Handelsblatt) (warum eigentlich nicht an die Bürger jener Staaten verpfänden, die für die Schulden bürgen – ach, das ist ein anderes Thema, ich merke schon, dass verstehen nur Experten), während man der Regierung des Bürgerkriegslandes Ukraine problemlos einen gewaltigen Schuldenschnitt gewährt (siehe Spiegel), der es ihr erlauben wird, noch mehr westliche Waffen zu kaufen, für die der Bürger zahlt und der Reiche kassiert – für Empörung und Unmut von Seiten der Steuerzahler wäre hier Raum genug, auch für die Empörung von Müttern, die ihre Kinder nicht wieder von Panzerketten im russischen Matsch zermalmen lassen wollen.

Doch nicht nur der Krieg droht. Jenseits der Wohlfühlpropaganda deutscher Werbesender erleben wir einen Umweltkollaps ungeahnten Ausmaßes, ein Artensterben, wie es der Planet noch nie gesehen hat, eine Vergiftung unserer Lebensgrundlage in einem Ausmaß, als würden wir Krieg gegen uns selbst führen. Allein nur das Problem der Nanoplastik kann uns vollkommen den Garaus machen, es findet sich schon im Trink- und Regenwasser (siehe Welt), lagert sich im Körper an, wo es unschöne Sachen mit uns anstellt. Grausam, aber noch längst nicht alles.

Der dritte apokalyptische Reiter ist ebenfalls seit vielen Jahren schon unser alltäglicher Begleiter: der drohende Finanztsunami (siehe Heise). Dank „Rot-grün“ haben wir vollständig die Kontrolle über Billionen virtueller Währungseinheiten verloren, die jederzeit über die Märkte hereinbrechen und diese zerstören können, ohne das wir auch nur das Geringste dagegen unternehmen könnten: die Billionen sind international, wir jedoch – nur national. Sie sehen: wir haben ernste Probleme – und man fragt sich, warum dies den Deutschen nicht stört?

Nun – die Antwort ist leicht zu finden: die „satte Generation“ ist ganz zufrieden mit dem Zustand, immerhin räumt sie in dem Chaos richtig gut ab (siehe Spiegel):

„Das Ergebnis zeichnet das Bild einer satten „Generation Mitte“, die es sich in einem funktionierenden System bequem gemacht hat und deren Wunsch nach Veränderung eher schwach ausgeprägt ist.“

Das war auch 1933 – 1945 so. Viele hatten sich in einem funktionierendem System gut eingerichtet, der Wunsch nach Veränderung war eher schwach ausgeprägt, der Ehemann war Gauleiter, man selbst hat eine führende Position in der „Kraft durch Freude“-Organisation: wen kümmerte es da, was mit Homosexuellen, mit Juden, Sinti, Roma, Kommunisten, Kriegsdienstverweigerern und den übrigen „Anderen“ geschah, die sich nicht so gut an die neuen Zeiten anpassen konnten. Hauptsache, der Champagner floss, es gab Kaviar und Oper – wie heute.

Nicht, dass wir heute nicht auch Not im eigenen Land hätten: der Kinderschutzbund warnt ja nicht umsonst davor, dass 2,5 Millionen Kinder in Deutschland armutsgefährdet sind – das ist fast jedes fünfte Kind (siehe dksb). Die Folgen sind gravierend: diese 2,5 Millionen Kinder verlieren völlig den Anschluss, weil sie von der sozio-kulturellen Teilhabe ausgeschlossen werden, enorm krankheitsgefährdet und in ihren Entwicklungsmöglichkeiten völlig eingeschränkt sind – hier wird künstlich eine Hartz-IV-Heer für die Zukunft gezüchtet, während die satte „Elite“ über Facharbeitermangel stöhnt.

Gezüchtet?

Ja. Hören wir dazu einmal einen Armutsforscher (siehe Tagesspiegel):

„Armut und Reichtum sind keine unsozialen Kollateralschäden der Globalisierung, wie man die Menschen glauben machen möchte, sie sind im kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftssystem vielmehr strukturell angelegt. Armut ist gewollt und bewusst erzeugt, weil sie die „Aktivierung“, Motivierung und Disziplinierung der Bevölkerungsmehrheit gewährleistet. Die (Angst vor der) Armut sichert den Fortbestand der bestehenden Herrschaftsverhältnisse. Während der Reichtum als Belohnung für „Leistungsträger“ dient, gilt die Armut als gerechte Strafe für „Leistungsverweigerer“, „Faulenzer“ und „Sozialschmarotzer“.“

Das ist die Alltagsrealität der Mehrheit der Deutschen: beständig auf der Flucht vor der staatlich durchgesetzten Armut. Selbst vor Kollateralschäden an 2,5 Millionen Kindern wird nicht halt gemacht in diesem Wahn, der aus Reichtum ein Gottesgeschenk macht, während er doch nur auf politischen Beschlüssen und Entscheidungen einzelner Unternehmerverbänden beruht.

Bekämen wir wie Griechenland eine Troika, so wäre hier direkt anzusetzen (siehe Spiegel):

„Weil die Höhe der Sozialversicherungsbeiträge im Gegensatz zu anderen Ländern gedeckelt ist, zahlen deutsche Gutverdiener weniger Abgaben als im OECD-Durchschnitt. Die Belastung von Armen und Mittelschicht liegt hingegen deutlich höher als in anderen Industriestaaten.“

Die Entwicklung verschärft sich zusehends, wie aktuelle Analysen zeigen (siehe Spiegel):

Die Kluft zwischen Arm und Reich ist in Deutschland besonders groß, größer als irgendwo sonst in der Eurozone. Neue Berechnungen zeigen, dass sie sogar noch weitaus stärker ausgeprägt ist als bisher angenommen: Die reichsten fünf Prozent besitzen mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens, die ärmsten 50 Prozent hingegen nur 2,5 Prozent. Kein Zweifel – Deutschland hat ein profundes Gerechtigkeitsproblem.

Nochmal zum Mitschreiben für die, die es nicht verstanden haben: Deutschland hat ein profundes Gerechtigkeitsproblem…das die satten Leistungsträger in vollen Zügen genießen.

Diese Situation muss man sich vor Augen halten, wenn man die aktuellen Entwicklungen in der Flüchtlingsdebatte verstehen will, das aktuelle Getöse um deutschen Rassismus oder das erstaunliche Phänomen, dass in einem Land, in dem jede Form von Mitleid bzw. Empathie als „Sozialromantik“ gebrandmarkt wird, auf einmal eine erstaunliche Ausländerfreundlichkeit zu Tage tritt, die man ansonsten eigentlich nicht erwartet hätte. Während man bei den Kindern der Armen jeden möglichen Cent einsparen möchte – und sie am liebsten ganz auf „Null“ setzen möchte, was ja via Sanktionen jederzeit möglich ist – hat man für Flüchtlinge plötzlich 10 Milliarden Euro über (siehe FAZ). Bedenkt man, dass die Flüchtlingsströme nicht aussetzen werden, sondern eher zunehmen, kann man hier in Zukunft mit einer Belastung rechnen, die die Kosten für Hartz IV (die ja unsere Kommunen zuvor noch so arg belasteten, dass die vor dem Kollaps standen – siehe t-online) übertreffen werden.

Der Zorn, der jetzt aus gewissen Teilen der Bevölkerung auf die Flüchtlinge losbricht, wirkt in diesem Rahmen gleich ganz anders – gar nicht so rassistisch, faschistisch und deutschnational, sondern erstmal nur als Ausbruch von Emotionen aufgrund eines im Land existierenden profunden Gerechtigkeitsproblems … das bewusst, gezielt und absichtlich von Regierung, Medien und Wirtschaft geschaffen worden ist. Man regt sich über Entwicklungen auf, die man selbst initiiert hat. Trotzdem ist das Geschrei groß: überall wird „der Nazi“ entdeckt – obwohl „der Nazi“ 1933 – 1945 mehr Fremdarbeiter ins Land geholt hatte als es Merkel je möglich wäre, doch das ist dem satten Wohlstandsbürger egal – seine politische Bildung hat er von Hollywood erhalten, das erklärt alles.

Was ist das eigentlich, ein „Nazi“? Ich kann Ihnen da eine Definition anbieten: jeder, der dem religiösen Kult zuspricht, der die Weltgeschichte als heroischen Kampf der arischen Herrenrasse gegen den jüdischen Untermenschen versteht. Einfach mal Horst Mahler fragen: der Ex-Linke hat diesen Mythos als Glaubensgrundsatz angenommen. Das ist auch die wahre Grundlage des „Rassismus“: der Glaube an eine bessere Rasse, die sich gegen eine minderwertige Rasse alles herausnehmen kann – auch ihre totale Vernichtung. Einfach mal in die USA schauen, wo aktuell die Mordraten in den Städten wieder massiv ansteigen (siehe Spiegel) nachdem der „tief sitzende Rassismus in den USA“ (siehe Zeit) wieder wahrnehmbar wurde.

Das ist kaum ein Problem für die deutschen Bürger, die jetzt mit dem Etikett „Nazi“ um sich werfen, ohne zu verstehen, was man damit eigentlich anrichtet. Auch kein Problem ist es, dass in den USA immer noch eine NSDAP-Aufbauorganisation aktiv ist, der viele führende deutsche Nazis angehörten:  hier wird keine Petition entworfen, die USA zur Schließung aufzufordern, die dürfen weiterhin Reklame machen. Seltsam, dass die Nazi-Sauerei nur in Deutschland ein Problem ist … dabei ist die Ideologie doch länderübergreifend. Das bewies auch die Waffen-SS, Urbild des Bösen: einfach mal in den Wikipedia-Artikel über „Ausländische Freiwillige in der Waffen-SS“ schauen, dort finden sich Italiener, Finnen, Kroaten, Norweger, Niederländer, Schweizer, Belgier, Rumänen, Ungarn, Dänen, Russen, Kosaken – sogar Moslems sind dabei. Juden waren und sind halt in vielen Nationen unbeliebt.

Man sieht: der Nazi-Mythos kann international begeistern, die endgültige Auslöschung des jüdischen Volkes (inklusive des Staates Israel) ist immer noch der Traum vieler Gläubiger, die sich davon das Heil der Welt versprechen … doch warum wird der Nazi so gerne auf Deutschland beschränkt?

Die Antwort ist recht einfach … und weist auch auf einige Hintergründe zur aktuellen deutschen Pseudo-Nazi-Hatz hin.

„So grotesk es klingen mag: ohne die schemenhafte Silhouette des SS-Mannes (Darth Vader im Krieg der Sterne) hätte die amerikanische Identität eine zum Teil (meiner Meinung nach von Grund auf heilende) Neudefinition nötig. Der Schatten der bösen Nazis ist der ewige Joker in den Karten der US-Rhetorik; er ist das wesentliche Stück mythologischen Kapitals der Vereinigten Staaten…“ (aus: Preparata, Wer Hitler mächtig machte, Basel, Perseus 2010, Seite 388).

Man braucht den Hollywoodnazi (auch als „Stormtrooper“ mit MG 34 … ein verrückte Nebenannekdote zu „Star Wars“), das Urbild des absoluten Bösen, um sich selbst zur Lichtgestalt zu erhöhen … und von eigenen Massenmorden abzulenken. Je größer der eigene Mist ist, umso lautern muss man „Nazi“ schreien und auf irgendjemanden zeigen … dessen Intention womöglich gar nicht der Kampf gegen das böse Judentum war, sondern nur die Angst davor, dass man als armer Mann die neuen 10 Milliarden wieder aus eigener Tasche zahlen muss – doch wer will hier schon Dialog und Aufklärung?

Finanztsunami, Weltkriegsgefahr, Umweltvernichtung – welcher dieser apokalyptischen Reiter, die aktuell die ganze Menschheit bedrohen, geht vom „Nazi“ aus? Keiner. Würde man klar diejenigen trennen, die dem alten Nazi-Mythos folgen (das sind einige – und nicht nur in Deutschland … vielleicht haben selbst wir sogar nur noch recht wenige davon) von denen, die durch aktuelle Entwicklungen völlig überfordert sind, so würde man erkennen, dass die eigentliche „Nazi-Gefahr“ ziemlich gering ist und wir ganz andere Probleme haben … zum Beispiel ein gravierendes Gerechtigkeitsproblem wie in den USA, zu deren begeisterten Tochtergesellschaft wir zusehends werden … was – laut Preparata – eine gezielte Absicht der US-Regierung ist, die in ihrem mythischen Kampf gegen den unheiligen deutschen SS-Mann nur die deutsche Multi-Kulti-Gesellschaft tolerieren kann … jene Gesellschaft, die Kanzlerin Merkel einst für gescheitert hielt (siehe Spiegel).

Sind eigentlich die vielen Artikel vergessen, die den ordentlichen Deutschen zur Sorge antrieben … seitdem der „Islam“ im Rahmen des „Kampfes der Kulturen“ „nine-eleven“ verursacht hat? Suchen wir eigentlich auch nach „Nazis“ in jenen Redaktionen, die mit feuriger Begeisterung jede Bombe auf Afghanistan feierten, jede Rakete im Jemen und jede Kugel im Irak? Haben alle auf einmal vergessen, dass das Volk jahrzehntelang zum „Kampf gegen den Terror“ aufgerufen wurde … einen Terror, der arabische Gesichter und eine islamische Religion hatte? Und jetzt wundert man sich, dass die agressiv werden, wenn der „böse“ Moslem zu Hunderttausenden ins Land strömt – meist in Form junger Männer in wehrfähigem Alter und Multi-Kulti für Madam Merkel der letzte Schrei wird, während die eigenen Kinder zusehends verarmen (siehe Zeit)?

Noch bevor medial – ja erst vor kurzem – die bedinungslose, kritiklose Flüchtlingsfreundlichkeit ausgerufen wurde (die ich trotz aller Unkerei sehr begrüße – nur halt für verlogen halte) – musste man in deutschen „Leitmedien“ noch Folgendes lesen (siehe Spiegel):

„Einschüchterungen, Bedrohungen, Gewalt: In einer vertraulichen Analyse warnt die Duisburger Polizei nach SPIEGEL-Informationen vor No-go-Areas. Die öffentliche Ordnung sei „akut gefährdet“.“

„Mittelfristig werde sich an der Lage auch nichts ändern, so der Bericht. Dem stünden unter anderem die hohe Arbeitslosigkeit, die Perspektivlosigkeit von Zuwanderern ohne Qualifikationen für den deutschen Arbeitsmarkt und ethnische Spannungen unter den Migranten entgegen.“

Alles Nazis beim „Spiegel“ – und bei der Duisburger Polizei? Darf man schon zwei Monate später nicht mehr besprechen, diesen Artikel – schon ist man Nazi.

Was ist aber, wenn man wirklich Ärger mit echten Nazis bekommt? Ja – seltsamerweise wachsen die immer wieder nach – bzw. logischerweise: solange die Aufklärung über das Phänomen „Nationalsozialismus“ in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt bzw. auf den Dachboden zu den anderen unerwünschten Dingen verbannt wird, werden auch immer wieder junge Menschen von dieser Religion angezogen werden, die ihnen ein enormes Selbstwertgefühl geben kann: damit hatte die SA zu Zeiten der Wirtschaftskrise enorme Erfolge erzielt.

Ein Blogger aus dem Rheinland hatte diesbezüglich kürzlich eine unangenehme Erfahrung gemacht: er war von Unbekannten als Mörder denunziert worden, der angeblich seine eigene Frau umgebracht hatte. Was musste er feststellen? (siehe Generalanzeiger Bonn)

„Hoffnung, dass die Anrufer, die ihn und seine Familie versuchten einzuschüchtern, gefasst werden hat der Rechtsanwalt, der seit 1987 in Euskirchen eine Kanzlei führt, jedoch nicht. Auch Schutz für sich und seine Familie durch die Behörden sei nicht zu bekommen. „Und von den Institutionen kann man relativ wenig Unterstützung erwarten. Schutz von der Polizei zu bekommen, können Sie vergessen“, so Schmitz, der aber nicht nur die Polizei sondern auch seine Mitbürger angreift.“

Ja – die Mitbürger, die aktuell fleißige Nazi-Schimpfer sind und so im Ausland das Bild des bösen Deutschen wieder zusätzlich aufleben lassen, ohne zu verstehen, dass es sich hierbei nicht unbedingt um ein Phänomen der Wiederkehr des Nationalsozialismus handelt – sondern um ein Phänomen einer ungerechten, für viele einfach nicht mehr verständlichen Gesellschaft, die gestern noch Multi-Kulti und den Moslem verdammte und ihn einen Tag später hochleben läßt, die einerseits vor einem völligen Verlust staatlicher Autorität in Ballungsgebieten warnt, andererseits aber für neue Einwanderungsgesetze plädiert, einerseits die eigenen Kinder wegen Geldmangel verrotten läßt, aber flugs 10 Milliarden Euro für junge Erwachsene aus Krisengebieten auftreiben kann.

Was steckt dahinter? Hören wir nochmal den Blogger Heinrich Schmitz, der nun das Handtuch geworfen hat (siehe Tagesspiegel):

„Die Mehrzahl der Bevölkerung hat den Staat offenbar schon aufgegeben und begnügt sich damit, sich entspannt am Sack zu kratzen, während andere für sie die Kastanien aus dem Feuer holen sollen. Nicht mal zur Wahl schleppen diese Staatsbürger im Wellnessmodus. Es sind ja auch nur die leeren Flüchtlingsheime die brennen, nicht unsere Häuser. Und wenn als nächstes die Flüchtlinge selbst brennen, dann geht uns das doch gar nichts an. Wir gucken lieber DSDS und außerdem fängt nächste Woche ja die Bundesliga wieder an. „Lass mich doch in Ruhe mit Deinem Politkram, uns tut doch niemand was. Übertreib doch nicht. Die Gefahr sind doch nicht die besorgten Bürger, die Gefahr ist der Islam, der Ami, der Jude, der Euro, der Fremde.““

Da kann man ihm nur Recht geben. Vor allem, was die Klagerei über den Juden angeht, die in Deutschland jede Diskussion über die politische Brisanz des angehäuften US-Kapitals erstickt, weil sofort jemand die Stichworte „Ostküste“ und „Jude“ herausgibt … obwohl die führende Kaste in den USA aus weißen, angelsächsischen Protestanten besteht … die aber völlig unangreifbar sind, wie Guido Giacomo Preparata feststellen musste (siehe Preparata, Nachwort zur deutschen Ausgabe).

„Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ wird in Deutschland schon seit Jahren wieder praktiziert, ohne dass sich der edle, satte Neureiche groß dran stört. Wer vor 5 Jahren die Studie von Heitmeyer über die Entsolidarisierung der deutschen Gesellschaft gelesen hatte – über die Meinung von 61 % der Deutschen, das „zu viele schwache Gruppen mitversorgt werden müßten“ (siehe Boell.de) – der hätte die Krawalle vor Flüchtlingsheimen voraussagen können. Die Fremdenfeindlichkeit hatte demnach abgenommen – aber der Hass auf Arme war gestiegen.

Kriegt der Arme nun richtig Angst, wird er zum Nazi abgestempelt – der Wohlstandsbürger fühlt sich als Held, als Partner der hellen und lichten USA und kann sich weiter „entspannt am Sack kratzen“.

Und man selber kann dann seinen Rassismus, seine gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit gegen Arme richtig schön ausleben.

Warum wurde Heinrich Schmitz angegriffen? Wegen einer Petition, die ein – strikt vernünftiges – Demoverbot vor Flüchtlingsheimen fordert. Wie viele der 80 Millionen deutschen Antinazis haben unterschrieben?

50000.

Einer davon bin ich.

Währenddessen wachsen die echten Nazis in Deutschland, die „Gläubigen des alten Kultes“, im Stillen stetig an: Antisemitismus ist in Deutschland ein wachsendes Problem … der gebildeten Schichten (siehe Frankfurter Runschau).

Davon kann man aber schön ablenken, wenn man den verunsicherten Kleinbürger als „Nazi“ beschimpft. Und auch die anderen – großen – Probleme werden auf einmal winzig klein … und man selbst kann sich ganz besonders groß fühlen.  Groß, gut, edel und heroisch, denn man weiß: sind ja gar keine echten Nazis. Die sind gefährlich … und da kneift man lieber vor Auseinandersetzungen, wie der Blogger Heinrich Schmitz an den Reaktionen seiner Mitmenschen erkennen konnte.

 

 

Am Vorabend einer Völkerwanderung und globalen Katastrophe – auf der Suche nach einer Lösung, die keinesfalls „humanitär“ sein darf

14_512px-Hurricane_Isabel_from_ISS

Foto: Hurrican Isabel, von Raumstation ISS, Earth Sciences & Image Analysis Laboratory , Johnson Space Center (PD)

In einem jüngsten Essay erzählt uns einer, der es wissen muss, was uns in Zukunft bevorsteht: Nichts anderes als eine epochale Völkerwanderung, welche die uns derzeit bekannte Welt aus den Fugen bringen wird.

Peter Vonnahme, emeritierter Asylrichter bzw. Richter am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof räumt hierbei alle Illusionen und Emotionen, die derzeit zum Thema Flüchtlinge und Asyl hochkochen, beiseite und führt uns die nüchterne Realität vor Augen:

Was wir momentan an Zuwanderung erleben (die vom Innenministerium verlautbarte Jahresprognose allein für die in Deutschland ankommenden Asylbewerber wurde vor Kurzem auf 800.000 angehoben), sei nur die Vorhut. Viele weitere Millionen stünden bereit, dieser Vorhut nachzufolgen.

„Wir tun gut daran, uns mit dem Gedanken vertraut zu machen, dass diesen Zug nichts aufhalten wird, weder das Dampfgeplauder der Stammtische, noch die Militanz der Pegidaaktivisten und auch nicht die zum Ritual verkommenen Wir-haben-alles-im-Griff-Parolen der Politiker und deren Claqueure in dienstbeflissenen Medien.

Wenn der CSU-Vorsitzende Seehofer beim Politischen Aschermittwoch mit heiserer Stimme tönt, dass er sich „bis zur letzten Patrone … gegen eine Zuwanderung in die deutschen Sozialsysteme“ sträuben werde, klingt das unerschrocken und heldenhaft. Es hat jedoch die gleiche Verlässlichkeit wie die Ankündigung eines durch Alkoholgenuss enthemmten Sprücheklopfers auf dem Marktplatz, er könne den bevorstehenden Sonnenuntergang aufhalten. Tatsache ist nämlich, dass es nichts mehr zum Aufhalten gibt. Denn die Zuwanderung ist seit Längerem im Verlauf und wir sind ohnmächtige Zeugen derselben. Es wird kein Zurück in die Beschaulichkeit der letzten Jahrzehnte geben“

Vonnahme schildert, dass es den Afghanen, Irakern und Syrern vollkommen egal sei, ob sie hier etwa Abschreckungen in Form gekürzten Taschengeldes oder sogar rechtsradikale Anfeindungen erwarten, denn bei ihnen gehe es ums nackte Überleben. Kann es ihnen jemand verübeln? An ihrem derzeitigen Heimatort fliegen ihnen Kugeln, Granaten und Bomben um die Ohren. Es ist nicht sicher, ob ihre Kinder abends wieder vom Spielen auf dem Feld heimkommen oder ob sie von Warlords grausam niedergemetzelt oder, etwas humaner, von einer US Drohne erfasst und als Kollateralschaden im von George W. Bush ausgerufenen und von Friedensnobelpreisträger Obama geflissentlich fortgesetzten „War against Terror“, buchhalterisch abgeschrieben werden. – Drohnen, deren Surren die Menschen in manchen Krisengebieten ständig über sich haben und die wie aus dem Nichts zuschlagen und auch schon mal ganze Hochzeitsgesellschaften in Sekundenbruchteilen ausgelöscht und in den Himmel befördert haben.

Wobei nicht nur die Infrastruktur zerstört wurde und am Boden liegt, sogar normaler Ackerbau oder das Zeugen von Nachkommenschaft stellt in manchen Ex-Kriegsgebieten nun einen Hochrisikoakt dar. Warum? – Nun, eben nicht nur, weil man beim Kartoffelernten das Pech haben kann, in eine Landmine zu treten. Die Zerstörung geht sogar noch viel tiefer und betrifft weite Landstriche und Ökosysteme, obwohl das von den etablierten Medien beharrlich verschwiegen wird.

Bereits in Wikipedia erfährt man, dass z.B. der Irak das am stärksten durch Uranwaffen kontaminierte Land ist. Die USA und Großbritannien hätten dort in den Kriegen von 1991 und 2003 mindestens 400.000 Kilogramm Uranmunition verschossen. Die als erbgutschädigend und hochtoxisch eingestufte Uran-Munition wurde auch im Kosovo, in Afghanistan und an weiteren Kriegsschauplätzen eingesetzt.

Die Folgen des Einsatzes von Urangeschossen schildert der WDR-Filmemacher und Journalismus-Preisträger Frieder Wagner z.B. in diesem Interview: „Die Geburtsklinik von Basra war ein Blick in die Hölle“.

>> Der Besuch in der Uni-Geburtsklinik von Basra war für mich ein Blick in die Hölle. Ich haben Babys gesehen, die man nicht mehr als menschliche Wesen erkennen konnte. Mit monströsen Hinterköpfen, mit einem Hautsack am Rücken, der die inneren Organe enthielt. Sie hatten keine Arme, keine Beine, keine Nase oder nur ein Auge in der Mitte. Davon träume ich heute noch. Die Frauen von Falludschah, einer irakischen Stadt, die im Frühjahr 2004 hart umkämpft war, weigern sich heute, Kinder zu bekommen – aus Angst vor Missgeburten. Die Mütter fragen dort nach der Geburt nicht mehr danach, ob ihr Kind ein Junge oder ein Mädchen ist. Sie wollen wissen, ob ihr Baby Strahlenschäden hat oder nicht.

(…)

Den Menschen wird damit Angst gemacht, dass die Terroristen von Al Kaida mit radioaktivem Material eine „schmutzige Atombombe“ bauen könnten, die nicht explodiert, aber ganze Landstriche verseucht. Genau das ist aber schon massenhaft geschehen. <<

Hier übrigens die preisgekrönte, aber aus dem WDR-Archiv wieder „verschwundene“ Doku über die Uranverseuchung (nach deren Aufdeckung der Regisseur vom deutschen Fernsehen keinen einzigen Filmauftrag mehr bekam:)

 

Warum wollen die Menschen dort nicht einfach weiter Gemüse anbauen, im Bombenhagel, bei zerstörter Infrastruktur, auf drohnenüberkreisten, über weite Landstriche vergifteten und mit US Uranmunition radioaktiv verseuchten Feldern?

Wir brauchen es nur einmal kurz umgekehrt zu denken: Wenn wir hungrig und barfuß in einer zerbombten, vergifteten Hölle leben müssten, ohne Aussicht auf ein geregeltes Leben, gleichzeitig aber im Fernsehen die Bilder aus Ländern sehen, in denen alles in Luxus glänzt und sich die Tische mit fünfgängigen Menüs biegen (dass das bei uns auch nicht mehr unbedingt der Regelfall ist, wissen die dort drüben natürlich nicht, die stehen nur fassungslos vor dem Überfluss und obszönen Exzess, der da über die Flachbildschirme als „western way of life“ ausgestrahlt wird) – würden wir da nicht auch schleunigst das Weite suchen wollen?

Wie auch immer, der couragierte Asylrichter Vonnahme nennt in seinem jüngsten Essay jedenfalls auch die Ursachen des Elends und der vor der Tür stehenden Völkerwanderung ganz klar beim Namen:

„völkerrechtswidrige Militärinterventionen, zumeist der USA und ihrer Bündnispartner“.

Und er nennt auch einen der Lösungsschritte:

„Wer Massenflucht eingrenzen will, muss in einem ersten Schritt militärische Abenteuer unterbinden“ und „Militärbündnisse wie die NATO auf reine Verteidigungsaufgaben zurückführen“.

Wenn man bedenkt, dass unter Bundeskanzler Willy Brandt im SPD Grundsatzprogramm die Auflösung der NATO als Ziel festgeschrieben war, da den führenden Politikern damals sehr wohl bewusst war, dass nach Auflösung des Warschauer Pakts die Dinosaurierstrukturen des Kalten Krieges mit ihren machtpolitischen Globalstrategien selbst das allergrößte Sicherheitsrisiko für den Frieden und die Zukunft Europas bilden würden, dann muss man mit Schaudern beobachten, inwieweit sich unsere Spitzenpolitiker heute in US Machtpolitik haben verstricken lassen, die unseren eigenen Interessen in eminentester Weise schadet – und uns so wie in der derzeitigen Ukraine-Krise Kopf und Kragen kosten könnte.

Zitat aus dem Berliner Grundsatzprogramm der SPD vom 20. Dezember 1989:

   „Unser Ziel ist es, die Militärbündnisse durch eine europäische Friedensordnung abzulösen. Bis dahin findet die Bundesrepublik Deutschland das ihr erreichbare Maß an Sicherheit im atlantischen Bündnis, vorausgesetzt, sie kann ihre eigenen Sicherheitsinteressen dort einbringen und durchsetzen, auch ihr Interesse an gemeinsamer Sicherheit. Der Umbruch in Osteuropa verringert die militärische und erhöht die politische Bedeutung der Bündnisse und weist ihnen eine neue Funktion zu: Sie müssen, bei Wahrung der Stabilität, ihre Auflösung und den Übergang zu einer europäischen Friedensordnung organisieren. Dies eröffnet auch die Perspektive für das Ende der Stationierung amerikanischer und sowjetischer Streitkräfte außerhalb ihrer Territorien in Europa.

   Im Bündnis muss der Grundsatz gleicher Souveränität gelten. Das Bündnis muss verteidigungsfähig, defensiv und entspannungsbereit sein. Der politische Wille muss über Militärstrategie, Militärtechnik und wirtschaftliche Interessen der Rüstungsindustrie herrschen, nicht umgekehrt. Friede ist eine politische, keine waffentechnische Aufgabe. ..

   Die Bundeswehr hat ihren Platz im Konzept gemeinsamer Sicherheit. Sie hat ausschließlich der Landesverteidigung zu dienen. Ihr Auftrag ist Kriegsverhütung durch Verteidigungsfähigkeit bei struktureller Angriffsunfähigkeit. …

   Von deutschem Boden muss Frieden ausgehen.“

—————————————————————————————————————————————————————————————————

Auf der Suche nach einer Lösung des schon eskalierenden Chaos kehren wir noch einmal kurz zurück zu Regisseur Frieder Wagner. Da ihm das Thema seiner Reportage im Nahen Osten selbst sehr an die Nieren gegangen war, suchte er das Gespräch mit hohen deutschen Regierungsbeamten – und bekam eine verblüffende Antwort:

>> Der Völkerrechtler Manfred Mohr und der Chemiker Albrecht Schott und ich waren 2008 und 2010 eingeladen ins Auswärtige Amt, jeweils zu eine Zwei-Stunden-Gespräch über Uranmunition. Unsere Gesprächspartner haben uns gesagt, dass wir sie sehr beeindruckt haben und auch der anwesende Spezialist vom Helmholtz-Institut für Strahlenschutz in Neuhersberg in München meinte, dass die DU-Munition verboten werden müsse – wenn auch nicht wegen der Radioaktivität, sondern wegen ihrer chemischen Giftigkeit. Der Moderator dieses zweiten Gespräches im Auswärtigen Amt hat zum Abschluss gesagt – und das bitte ich Sie wörtlich zu zitieren – unsere Faktensammlung sei beeindruckend bis beängstigend gewesen. Aber im Grunde genommen seien all unsere Argumente gegen diese Waffe doch nur humanitäre Argumente. Und mit humanitären Argumenten könnte man dem Pentagon nicht kommen. Was diese Äußerung bedeutet, kann sich jeder selbst überlegen… <<

Wie man sieht, weiß unsere Regierung also ganz genau, dass man unseren „verlässlichen Freunden“ nicht mit humanitären – also AUF DEN MENSCHEN BEZOGENEN Argumenten kommen könne.

Um das global eskalierende Chaos zu bewältigen, dürfen wir uns also finanztechnische, sachzwängliche, militärische, machtpolitische, technokratische, unterhaltungsindustrielle Argumente und dergleichen überlegen, die wir vorm Imperator eventuell vorbringen können. Es dürfen auch durchaus unmoralische und teuflische Argumente sein, kein Problem. Aber bei Gott keine humanitären! Denn Gott Mammon soll ja bekanntlich humanitäre Bekundungen scheuen wie der Teufel das Weihwasser.

Unsere verlässlichen Freunde und Mammon … in einem Topf … – Geht das jetzt nicht ein bisschen zu weit?

Nun, dann halten Sie sich mal kurz fest. Lassen wir einfach einmal einen der Architekten des derzeitigen Finanz-/Ökonomiesystems unserer „verlässlichen Freunde“ höchstpersönlich zu Wort kommen. In einer Antwort auf die Frage des US Kongresses, wie er einen drohenden wirtschaftlichen Niedergang der USA verhindern wolle, antwortete der FED-Chef Alan Greenspan am 7.6.1996 (zitiert aus „Proceedings US-Congress, Washington D.C., Bd.555, S.732f.):

„Herr Vorsitzender, meine Damen und Herren, nicht monetäre Techniken und Details können uns sicher davor retten, sondern nur allein der immer feste, inbrünstige Glaube aller an die Kraft des Geldes, unserer Geld-Verfassung der Freiheit und Demokratie. Wenn wir nicht mehr an den US-Dollar glauben, an die wunderbare Stärke der USA und ihre Aufgabe für die Welt, … dann sind wir verloren. Und die Kräfte der Finsternis, die nur darauf warten, uns zu verderben, werden die Oberhand gewinnen. Wir werden immer wieder nur gerettet in der göttlichen Vorsehung und seinem uns gnädigen Willen, wenn wir an die rettende Kraft des Geldes immer wieder so fest glauben, wie an Gott und unsere Verfassung. Denn unsere unabhängige Notenbank in ihrer Weisheit, ist mit der Verfassung unter Gott, unsere alleinige Garantie von Freiheit, Recht und Demokratie.“

Nach diesem mammonistischen Offenbarungseid vor dem US Kongress war jedenfalls das Manadat Greenspans für seine weitere Tätigkeit als oberster FED-Chef gesichert. – Und er durfte den Weg ebnen für jene Finanzprodukte, die Warren Buffet später als „Massenvernichtungswaffen“ bezeichnet hat.

In seiner vor Kurzem erschienenen Biografie geizt Greenspan auch nicht weiteren klaren Aussagen. Z.B. erklärt er uns in einem Satz, was die Globalisierung, die uns derzeit ökonomisch, ökologisch und allgemeinmenschlich an den Rand des Abgrunds treibt, denn ihrem Wesen nach eigentlich ist:

„Globalisierung ist die Ausdehnung des Kapitalismus auf die Weltmärkte“

US-Außenminister Henry Kissinger, der seinerzeit an derselben George Washington High School die Schulbank gedrückt hatte wie Greenspan, gibt uns dazu eine noch griffigere Definition:

„Globalisierung ist nur ein anderes Wort für US-Herrschaft“ (Quelle: Wiki).

Noch Fragen?

Schachspiel am Abgrund – über das größte NATO Manöver seit 25 Jahren und depressive Soldaten im Neuen Kalten Krieg

12_256px-Gorbatschow_DR-Forum_256

Michail Gorbatschow (Fotolink / By user:Bernd_vdB CC SA 1.0 via Wikimedia Commons)

Nach Aussage von US-Präsidentenberater Zbigniew Brzezinski „befinden wir uns wieder im Kalten Krieg“ (siehe Spiegel). Brzezinski fordert Waffenlieferungen an die Ukraine und droht Putin mit Krieg.

In einem Spiegel-Interview hat sich vor Kurzem auch Michail Gorbatschow zu Wort gemeldet und eindringlich vor einer akuten Kriegsgefahr mit Russland gewarnt, die Europa auslöschen würde. Er kommt ohne Umschweife zur Sache:

„Ein solcher Krieg würde heute wohl unweigerlich in einen Atomkrieg münden. Wenn angesichts dieser angeheizten Stimmung einer die Nerven verliert, werden wir die nächsten Jahre nicht überleben“, erklärte der Friedensnobelpreisträger dem SPIEGEL. „Ich sage so etwas nicht leichtfertig. Ich mache mir wirklich allergrößte Sorgen.“

Die Konfrontation des Westens mit Putin bezeichnet er als „saudumm und höchst gefährlich“.

In dieser angeheizten Stimmung findet aktuell das größte NATO-Militärmanöver seit 25 Jahren bzw. seit dem Ende des Kalten Krieges statt: Operation Swift Response (übersetzt: „schneller Gegenschlag“). – Und treibt Russland nun genau in die Richtung, vor welcher Politexperten gewarnt haben: in die Arme Chinas, mit dem Russland jetzt ebenfalls ein Militärmanöver startet. Im Zuge dieses Manövers sind auch nuklear bestückte Interkontinentalraketen im Einsatz.

Weil das Reizen des atomar bestückten russischen Bären so viel Spaß macht, ist Deutschland beim Säbelrasseln natürlich an vorderster Front dabei.

Der folgende Gedanke soll nun nicht zu schlaflosen Nächten führen, aber irgendwie erscheint es in der eskalierenden Situation notwendig, unsere Köpfe wieder ein bisschen abzukühlen und uns auf den Teppich der Tatsachen zurückzubringen.

Vielen ist nämlich inzwischen die Brisanz der Lage durchaus bewusst und sie bangen mit, dass die Zenturios in diesem russischen Roulette (die Breedloves, Kerrys, Merkels, Van der Leyens) Nerven und Vernunft bewahren und keinen Fritze-Lacke hinlegen. Kaum jemand denkt jedoch über die Legionäre nach, das sind jene zigtausend behelmten Ameisensoldaten, die in dem aufgestocherten Meisenhaufen nun kreuz und quer durch die Gegend laufen, schwimmen und fliegen. Denn ein jeder dieser Ameisensoldaten hat ebenfalls irgendwo zu Luft, zu Land oder zu Wasser seine Hand auf einem Joystick, auf dem er mit einer einzigen Bewegung seines Zeigefinders eine tödliche Sprengladung auf die Reise durchs Mündungsrohr schicken und somit den Gegenschlag gegen uns alle auslösen könnte. Das muss nicht notwendigerweise ein Yankee sein, auch auf russischer Seite soll es ja angeblich Männer geben, die dem Wodka nicht abgeneigt sind und deshalb zeitweise unter Linsentrübung und zittriger Hand leiden.

Wenn also sogar Maschinen und dreifach abgesicherte Hochsicherheitstechnologien wie Kernkraftwerke versagen können, ist es da sehr abwegig, sich vorzustellen, dass es auch unter Soldaten depressive bzw. suizidal gestimmte Personen in der Art des German Wings-Piloten Andreas L. gibt, der ja vor Kurzem in einem Anflug von psychischer Schwäche anscheinend beschlossen hat, mit Beendigung seines Lebens gleich möglichst viele andere Menschen mit ins Jenseits zu nehmen? Menschen in persönlicher Krise, die – vielleicht nach mehreren schlaflosen Nächten, Medikamentenwirkungen, Überforderung, sonstigen externen Einflüssen oder nervlicher Zerrüttung wie Andreas L. – mit einem kleinen Torpedo an der richtigen Stelle zur richtigen Zeit die Initialzündung für das Ende einer für sie persönlich unerträglich gewordenen Welt geben? So etwas wagt man nicht zu denken? – Warum denn, wo doch heute das Risk-Management in allen Wirtschaftssparten und Ratingagenturen sämtliche Eventualitäten bis ins kleinste Detail evaluiert und in hard facts bzw. Ziffern gießt. Wo auch die Märkte wie Seismographen auf jede kleinste psychische Verstimmung der Anleger reagieren und eine Versicherung keinen Vertrag abschließt, wenn ihr das Schadensrisiko zu hoch ist.

Stellen wir zu diesem Anlass mal eine kleine Laienrechnung an. Lt. Statistik der Psychotherapeutenkammer NRW sind ca. 8 Prozent der Bevölkerung depressiv krank (Tendenz übrigens stark steigend, laut WHO Prognose werden in den nächsten 15 Jahren Depressionen die Volkskrankheit Nr. 1 sein). Versicherungsmathematiker und Risk-Manager unter uns können nun ausrechnen, wie hoch das Risiko einer irrationalen bzw. suizidalen Handlung ist, wenn man die der deutschen Statistik geschuldeten 8 Prozent depressiver, d.h eher schwarz sehender Personen nun großzügigerweise einfach einmal auf US- und sonstige NATO-Soldaten umlegt (über die Zulässigkeit dieser fiktiven Annahme lässt sich streiten; aber wenn man die Annahme zugrunde legt, dass der tägliche Fernsehkonsum und der Lebensstil eines US Bürgers heute im Wesentlichen dem eines deutschen Bürgers entsprechen, dann erscheint es nicht abwegig, dass sich auch die depressive Gestimmtheit interkontinental in einer ähnlichen Größenordnung bewegt.)

However, die „gewachsene Verantwortung Deutschlands“ auf Brzezinskis „Grand Chessboard“ fordert eben ihren Tribut (aus dem Klappentext des Buches des US-Präsidentenberaters von Carter bis Obama: „Brzezinski erklärt, warum Deutschland und Frankreich zentrale geostrategische Rollen spielen werden…“)

Was zählen da schon Sicherheit, die Zukunft Europas und unsere Kinder? Im Schachspiel unserer „verlässlichen Freunde“ müssen wir gute Figur machen. Und in einem Schachspiel muss man eben bekanntlich schon mal all seine Pferde und Bauern opfern, um in eventu den König zu schützen.

Auch wenn unsere „verlässlichen Freunde“ inzwischen ganz unverblümt aus der Schule plaudern und offen sagen, was seit Ende des 2. Weltkrieges oberste Priorität in ihrer Europapolitik hatte: Eine Freundschaft zwischen Mitteleuropa, insbesondere zwischen Deutschland und seinem Nachbarn Russland zu verhindern, da der eurasische Kontinent somit zur größten und prosperierendsten Wirtschafts- und Kulturmacht werden würde. Damit wir erst gar nicht auf diese unverschämte Idee kommen und man notfalls diplomatisch oder geheimdienstlich intervenieren kann, werden wir auch von unseren „verlässlichen Freunden “ bis ins Bundeskanzleramt hinein nach Strich und Faden überwacht und abgehört. – Und als willfährige Handlanger in unnötige Konflikte hineinverwickelt, die uns jederzeit Kopf und Kragen kosten könnten.

Obwohl also das russische Roulette rund um die Ukraine ein Spiel ist, bei dem wir nichts gewinnen, dafür aber alles verlieren können – „verlässlichen Freunden“ zuliebe muss man eben alles, was man hat, aufs Spiel setzen um den globalpolitischen Interessen dieser „verlässlichen Freunde“ Nachdruck zu verleihen. Und selbst wenn es ganz unmissverständlich durch den Mund dieser „verlässlichen Freunde“, z.B. aus dem Mund der ranghöchsten mit der Europapolitik betrauten NATO Beamtin und US Vize-Außenministerin Victoria Nuland tönt, dass ihnen unser Schicksal vollkommen egal ist (Zitat: „Fuck the EU“), dann spornt uns das nur an, ihnen um so mehr zu Diensten zu sein, uns ins eigene Fleisch zu schneiden und ins offene Messer zu laufen.

Da unsere führenden Politiker anscheinend vollkommen umnachtet sind und nicht mehr zwischen Videospielrealität und echtem Leben unterscheiden können, kann man derzeit jedenfalls nur raten: Machen Sie täglich einen Waldspaziergang … und atmen Sie nochmals in vollen Zügen die frische Luft und die Schönheit der Natur ein … erfreuen Sie sich der Sonne und des Vogelgezwitschers und bestaunen Sie das Wunderwerk einer Blume am Wegrand. Wir sind hier keine Pessimisten, aber es ist nämlich durchaus nicht mehr so sicher wie vorgestern, dass Ihnen das übermorgen noch möglich sein wird.

Nun, wir wollen das Beste hoffen, vielleicht geht auch alles gut, die dem Wahnsinn dienenden Politiker werden rechtzeitig psychiatrisiert und die menschliche Vernunft gewinnt wieder Oberhand … aber während wir fernsehenden Bürger derzeit die Bundesliga und unser Gute-Nacht Bier genießen, hat ein Global Risk-Manager, der um die sensiblen Parameter in der Gleichung des aktuellen globalen (Un-)Gleichgewichts weiß, indes schlaflose Nächte.

 

Der Tod von Phillip Mißfelder – eine Verschwörungstheorie

Digital StillCamera

Dienstag, 14.7.2015. Eifel. Das haben Sie doch jetzt erwartet, oder? Eine Verschwörungstheorie. Wieder einmal ist ein markanter deutscher Politiker überraschend verstorben – als wären Barschel, Möllemann und Jörg Hayder nicht genug gewesen. Gut – Hayder war Österreicher … aber da haben wir schon früher nicht so genau hingeschaut. Das Barschel ermordet wurde – daran habe ich keine Zweifel … darüber wurde aber schon genug geschrieben. Das Möllemann nicht ermordet wurde, scheint mir nach dem Auffinden seines Testamentes (siehe RP) ebenso plausibel … falls dieser Brief nicht nachträglich angefertigt wurde. Das auch ein Jörg Hayder bei 1,8 Promille und 142 Stundenkilometer nicht ohne Schaden aus dem VW steigt, scheint mir akzeptabel zu sein – doch bei Phillip Mißfelder hatte ich eine Aktion erwartet. Seit Monaten liegen hierzu schon ein paar Links im Mailfach, die zu einem Artikel heranwachsen wollten … doch ich wollte warten, bis das Imperium zuschlägt – wer immer das auch sein mag. Das das auch seinen Tod bedeuten könnte – damit hätte ich nicht gerechnet.

Nun – mit dem Herrn Mißfelder habe ich mich immer schwer getan, gebärdete er sich doch wie die Speerspitze eines Sozialfaschismus, der alle Armen, Alten und Kranken lieber heute als morgen abserviert hätte. Sie können sich wahrscheinlich noch an die Sprüche erinnern, oder? 2009 hatte er die Erhöhung der Regelsätze von Hartz IV als „Anschub für die Spirituosen- und Tabakindustrie“ bezeichnet (siehe Ruhrnachrichten). Er, der keinen einzigen Tag in seinem Leben richtig gearbeitet hatte und ein reines Parteigewächs war, wollte dem arbeitenden Teil der Bevölkerung 2010 die Rente mit 70 aufdrücken (siehe Süddeutsche), die ganz Alten wollte er von der medizinischen Versorgung abschneiden (siehe Tagesspiegel) und G 8 -Gegner (also: heute wären das G 7-Gegner) rückte er gerne in die Nähe der RAF (siehe NGO-online). Ein ganz harter Bursche, der von seinen Netzwerken selbst gut versorgt wurde – 2013 wurde er sogar in den Vorstand der Atlantikbrücke gewählt (siehe WAZ).

Eigentlich ein Vorzeigepolitiker des Westens … des Westens, der sich einem kannibalistischen Neokapitalismus verschrieben hat. Doch dann … geschehen seltsame Dinge. Der Mann, dem man in Zukunft in der CDU höchste politische Ämter zutraute (was über den Zustand der Bundesrepublik nicht unbedingt viel Gutes aussagt) (siehe Spiegel), fuhr zur Geburtstagsparty von Gerhard Schröder nach Russland – eine Party, auf der auch der neue Satan des Westens – Wladimir Putin – anwesend war. Es waren erstaunliche Dinge aus seinem Mund zu vernehmen (siehe Süddeutsche):

„Der CDU-Außenpolitiker fügte hinzu, er sei nicht offiziell, sondern als Privatmann nach Sankt Petersburg gereist. Den Umgang mit der Krise um Russland und die Ukraine verfolge er mit „großer Sorge“. Er warne davor, „dass hier Sachverhalte dämonisiert werden, die man mit etwas Vernunft anders bewerten würde und sollte“.“

Friedensapostel Mißfelder … fährt mitten in der Morgendämmerung eines neuen Krieges ins Feindesland. Als „Privatmann“ – als könne man als außenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion einfach als Privatmann überall hinfahren.

Die FAZ stellte zu dieser Reise ein paar Fragen – bzw. wollte sie stellen, bekam aber nur Anwaltspost (siehe FAZ):

„Die Frage bleibt, warum Mißfelder in St. Petersburg mit Schröder gefeiert hat. Er sagte „Bild“: „Weil ich ihn als früheren Bundeskanzler schätze und wir ein gutes Verhältnis pflegen.“ Aber wieso fühlt er sich Schröder so verbunden, dass er seine Parteivorsitzende sitzenließ und den Fraktionschef ahnungslos? Warum schickt er Journalisten, die ihn sprechen möchten, einschüchternde Briefe aus der Anwaltskanzlei des CSU-Politikers Peter Gauweiler ins Haus – der sich zurzeit erklärtermaßen Sorgen über das „Russland-Bashing“ macht und nicht zulassen will, dass Russland „von Kiew und anderen“ aus Europa ausgegliedert werde? Wieso antwortet die von Mißfelder beherrschte Junge Union auf unsere Nachfragen ebenfalls mit einem Anwaltsbrief – diesmal aus der Kanzlei des früheren SPD-Abgeordneten Peter Danckert?“

Merken Sie, wie es anfängt nach … „Verschwörung“ zu riechen? Wenn die JU eine Kanzlei eines früheren SPD-Abgeordneten in Anspruch nimmt …. darf man wohl mal kurz stutzig werden.

Der Artikel in der FAZ ist lesenswert, die Zeitung überrascht mit Details, die zeigen, wie weit die Macht von Medien eigentlich reichen könnte, wenn sie ihren kritischen Auftrag ernst nehmen würden:

„Anfang 2014 machte ihn die Bundesregierung sogar zum Amerika-Beauftragten. Das ist eine hohe Auszeichnung für einen Politiker von vierunddreißig Jahren. Mißfelder übernahm den Job Ende Januar. Anfang April warf er ihn überraschend wieder hin.“

Drei Monate lang Amerika-Beauftragter der Bundesregierung – und dann die Brocken wieder hingeschmissen? Man muss auf die Feinheiten hören, denke ich, die die FAZ gut herausarbeitet:

„In der CDU/CSU-Fraktion sagt einer, kein Mißfelder-Freund, vielleicht habe Mißfelder auch keine Wahl gehabt. Anders könne er sich eine solche politische Dummheit jedenfalls nicht erklären. Die Ersten, denen Mißfelders Ostpolitik unangenehm wurde, waren die Amerikaner. Mißfelder hatte sie schon mit verschiedenen Äußerungen, etwa zur NSA oder zu den deutschen Goldreserven in amerikanischen Tresoren, kritisiert. Auch seine wiederholte Kritik am amerikanischen Irak-Krieg und sein Lob für Schröders „Nein“ in diesem Zusammenhang befremdete. Zugleich wurden seine guten Russland-Verbindungen beäugt.“

Was soll ich mir denn dabei denken – er habe keine andere Wahl gehabt? In seinem Amt als Amerika-Beauftragter wurde er scherzhaft als „neuer russischer Botschafter“ bezeichnet, berichtet die FAZ, gleichzeitig weist sie darauf hin, dass er wohl in Folge gezielt von der US-Botschaft zu einem Abendessen wieder ausgeladen wurde.

Ist der Artikel die Rache der FAZ für Kommunikationsverweigerung seitens Mißfelder? Die CDU jedenfalls läßt ihn mit einem „Rüffel“ davonkommen (siehe Spiegel) – ich jedoch hatte mehr erwartet seit jener Zeit … jedoch nicht seinen Tod. Ich gestehe – trotz meiner Abneigung gegen einen Politiker, der … in meinen Augen … außer fast „ewiger“ Student zu sein kaum einer normale Arbeit nachgegangen ist (auch die FAZ findet hier kaum reale Leistungen für die Firma, die er für viel Geld beraten hat), fand ich die Tat mutig – und beachtenswert. Man sollte sich nicht fragen, warum ein Phillip Mißfelder in Zeiten äußerst brisanter Krisen nach Russland gereist ist – man sollte sich eher fragen, warum andere nicht viel häufiger dahin fahren. Immerhin droht ein neuer Krieg, angeblich tobt er schon in der Ukraine, das ganze diplomatische Corps müsste permanent nach Russland unterwegs sein – und in die USA, die die Dämonisierung des Hitlersatans Putin vorantreiben … und direkt mit Krieg drohen (siehe Handelsblatt):

„Carter warnte Moskau zum Auftakt einer fünftägigen Europa-Reise deutlich: „Wir werden uns gegen russische Aktionen und den Versuch Russlands wehren, wieder eine Einflusssphäre wie zu Sowjetzeiten aufzubauen“. Zugleich betonte er, die USA seien nicht an einer weiteren Eskalation des Konflikts interessiert: „Wir wollen keinen kalten und schon gar keinen heißen Krieg mit Russland“.“

Das sagte der US-Verteidigungsminister anläßlich seiner Europareise. Wie ich mal gelernt habe, kann das Unterbewußtsein in solchen Aussagen die Wörter „nicht“ und „kein“ nicht sofort verarbeiten – womit die Botschaft in erster Linie lauten würde: wir wollen einen kalten und erst recht einen heißen Krieg mit Russland. Offenbar ist meine Ausbildung in modernen Kommunikationstheorien besser als die des US-Verteidigungsministers – oder er hat bewusst eine eiskalte Drohung ausgesprochen. Auch vor dem ersten und zweiten Weltkrieg kam aus „dem Westen“ die eindeutige Botschaft, dass man keinen Krieg wolle … deshalb höre ich die so ungern.

Ich erinnere mich auch daran, dass nichtjüdische britsch-amerikanische Finanzeliten den Staat Israel bewusst als Basis für weitere Kriegsaktionen in den Nahen Osten verlegt haben (hierzu später mehr) und das ein Herr Möllemann komische Dinge über deren Geheimdienst äußerte (siehe Stern):

„FDP-Chef Westerwelle sei bei seinem Israel-Besuch im Frühjahr vom Geheimdienst Mossad erpresst worden: Entweder er, Westerwelle, stelle Möllemann politisch kalt, oder man werde peinliche Details aus dem Privatleben des FDP-Vorsitzenden enthüllen. Und Geheimdienste, raunte Möllemann beim Aussteigen, seien nun mal unberechenbar.“

Ja – die Welt der großen Politik und der Geheimdienste: für uns kleine Bürger ein großes Tabu. Was sollen wir auch davon halten, dass ein Jörg Hayder von dem Hitlersatan Gaddafi 45 Millionen Euro erhalten hat – zur freien Verfügung (siehe Falter)? Der Hitlersatan Saddam Hussein hatte ihm 5 Millionen US-Dollar geschenkt (siehe Profil). Gaddafi, Sadam Hussein – Jörg Hayder: die neue „Achse des Bösen“?

Wo kommen wir dahin?

„Als CIA-Direktor George Tenet dem Präsidenten erklärte, falls er sich wirklich die Länder vorknöpfen wolle, die Terroristen unterstützten oder beherbergten, stehe er vor einem „Sechzig-Länder-Problem“, entgegnete ihm Bush: „Schießen wir sie der Reihe nach ab“. (Aus: B.R. Barber, Imperium der Angst, Die USA und die Neuordnung der Welt, dtv, Oktober 2007, Seite 35).

Wie Olaf Palme, der sich mächtige Feinde schuf, als er die Vision einer dritten Macht zwischen den Militärblöcken in die Welt setzte und dabei die Organisation der blockfreien Staaten im Visier hatte (siehe hierzu … und zu einigen anderen Ungereimtheiten zu seinem Tod … friedensblick), jene Staaten, die sich 2012 im Iran trafen – wovon wahrscheinlich keiner im Westen je gehört hat. Ihr gehören 118 Staaten an, ihr Vorsitzender ist Hassen Rohani, amtierender Präsident des Iran … was für eine gigantische „Achse des Bösen“, die die absolute Mehrheit der Länder der Welt unter iranischer Führung vereint. Wahrscheinlich haben Sie noch die davon gehört.

Nun – wo sind wir da nun wieder gelandet?

Sicher verwirre ich Sie jetzt momentan ganz, denn die politischen Realitäten der „Tagesschau“ werden bei näherem Hinsehen völlig verzerrt – dabei war vor kurzem noch alles so einfach. Was ist das nur für eine Welt … von der wir nur einen ganz kleinen Ausschnitt sehen.

Und was ist jetzt mit der versprochenen Verschwörungstheorie?

Lungenembolien kann man auch mit Medikamenten herbeiführen – doch zu solchen Aussagen möchte ich mich jetzt nicht hinreißen lassen. Eher möchte ich zum Nachdenken über eine Welt anregen, die uns vollkommen verschlossen ist – und verschlossen bleiben soll … eine Welt der Züge und Gegenzüge, einer Welt, die vor Mord – auch an Politikern – nicht zurückschreckt, einer Welt, in der es Netzwerke gibt, die uns als einfachen Konsumzombies völlig verschlossen bleiben soll (siehe Berliner Zeitung über die Ermittlungen des Krimiautors Stieg Larrson zu dem Mordfall Palme):

„Wie aus den Unterlagen hervorgeht, verdächtigte Larsson einen schwedischen Ex-Offizier namens Bertil Wedin, der während der Apartheid beim südafrikanischen Geheimdienst anheuerte. Wedin galt als eine zentrale Figur in der rechtsextremen Szene Schwedens und war womöglich in Waffengeschäfte zwischen Schweden und Südafrika verwickelt.“

Es ist eine Welt, in der man damit rechnen muss, dass auch bundesdeutsche Zipfelmützenpolitiker eines gewaltsamen Todes sterben … können. Was nicht bedeutet, dass nicht auch zufällig ein im Westen in Ungnade gefallener Politiker mal mit 35 aus natürlichen Gründen aus dem Leben scheiden kann.

Doch nach so vielen Ungereimtheiten sollte man aus Sicherheitsgründen einfach noch mal nachfragen, ob das wirklich alles so seine Richtigkeit hat – oder ob gewisse Kreise nicht wirklich einem nach dem anderen abschießen, wie sie es angekündigt hatten.

Der Familie des Herrn Mißfelder – mein Beileid. Es ist für Kinder immer schrecklich, ihren Vater zu verlieren.

Mir persönlich jedoch – sterben zu viele Politiker, die dem „Imperium der Angst“ im Wege stehen … und blicke ich zurück auf das Buch „Das RAF-Phantom„, so bekomme ich Sorgen, dass hier eine lange Tradition weiterlebt – eine unheimliche Tradition.

Wissen Sie, wer mir da noch in den Sinn kommt? Herrmann Scheer, der plötzlich nach kurzer, schwerer Krankheit verstarb und in dem Film „Let´s make Money“ ein denkwürdiges Zitat hinterließ (siehe Wikipedia):

„Wenn wir so weiter machen, dann kommen neue Selektionsmechanismen zwischen Staaten, zwischen Rassen, zwischen Religionen, zwischen berechtigten Menschen und unberechtigten, zwischen wertvollen und nicht wertvollen Menschen, dann wird der monetäre Wert des Menschen irgendwann in den Vordergrund geschoben und dann beginnt ein neues Zeitalter der Barbarei. Das ist unausweichlich.“

Das war 2008. Sieben Jahre später: haben wir uns von dem  Zeitalter der Barbarei nun entfernt? Oder entfernt man uns Menschen, die dem Zeitalter der Barbarei im Wege stehen?

Nun – entscheiden Sie selbst.

 

 

 

 

 

 

„Jugendamt, der Nachhall Nazi-Deutschlands“ – wie die USA Deutschland sehen

Digital StillCamera

Mittwoch, 24.8.2015. Eifel. Gelegentlich bekomme ich Post. Briefe wie diesen – von einer Leserin:

„Guten Tag,
Ich schreibe Ihnen, da ich auf Ihrer Seite schon so manchen Eintrag hierzu fand.

Mein Thema ist komplex. Es fängt nun dort an, wo es vor fast 2 Jahren hätte enden sollen.
Meine Tochter lebt seit 1 1/2 Jahren bei meiner Mutter aus Gründen die ich an anderer Stelle erzählen werde. Nun gab es vor einigen Tagen einen Besuch vom Jugendamt, ganz formell. Sollte man meinen. Das Gespräch handelte sich im Grunde darum, das ich als kindesmutter, mit 2 h täglich, zuviel Kontakt zu meiner Tochter habe. Das ich kein guter Umgang bin und meine Mutter in der Verantwortung steht dieses zu unterbinden, ansonsten könnte man über ein erziehungsgutachten nachdenken. Aus dem Kindergarten will die jugendamts Mitarbeiterin weiterhin erfahren haben das meine Tochter ein auffälliges verhalten zeigt.  Auf Nachfrage verneinte der Kindergarten diesen Vorwurf, lediglich als sehr aktiv und manchmal wild hätte man mein Kind beschrieben, aber so sind Kinder in dem alter (4 Jahre) nunmal. Meine Mutter bekommt kein pflegegeld, kein Unterhalt,keinerlei finanzielle Unterstützung. Nun flatterte ihr ein Antrag ins Haus den sie bitte ausfüllen sollte – Antrag auf Erziehungshilfe -.
Zuviel für mich, da ich befürchte mein Kind nun vollständig zu verlieren rief ich beim kinderschutzbund an, warte auf rückruf. Zudem habe ich mir einen Anwalt gesucht, von dem ich hoffe das er mich in der Sache unterstützt, notfalls such ich solange bis ich einen finde der es tut.

Der Anfang dieser absurden Geschichte liegt noch in meiner eigenen Kindheit. Ich hatte Probleme in der schule, kam dann von heim zu heim, von Psychologe zu Psychologe. Man drohte meiner Mutter damals, sie müsse mich fremd unterbringen, sonst kann sie keinerlei Hilfe mehr vom Jugendamt erwarten. Und man sieht, sie haben ihr Wort gehalten. Sie behielt mich daheim. Ich wurde mit 17 schwanger und bekam mit 17 mein Kind. Schon vor der Geburt wurde mir gedroht – man müsse sie mir direkt nach der Geburt abnehmen.  Das Jugendamt blieb stets an meiner Seite. Anfangs war alles recht positiv, bis kurz bevor die Hilfe auslief. Plötzlich war ich konfrontiert mit übler nachrede, lügen, der Verdrehung meiner Worte, Anschuldigungen, Drohungen und mobbing. Schlussendlich wurde ein Gutachten erstellt das auf den Aussagen des Jugendamtes basierte, wie hätte man da gewinnen können?  Ich sei nicht erziehungsfähig, psychisch krank, ich könnte (vielleicht)  irgendwann eine Gefährdung für mein Kind sein. Da wir da nicht gegen ankamen und ich zu der Zeit schlichtweg fertig mit den Nerven war, entschieden wir uns das sorgerecht meiner Mutter zu geben.

Jedoch eine Situation, kurz vor der Gerichtsverhandlung, da möchte ich noch drauf eingehen. Ich kam früher wie gedacht aus der schule, fuhr heim, macht den Haushalt. Ich bemerkte einen Anruf in Abwesenheit – Jugendamt.  Ich solle SOFORT zu Ihnen fahren. Warum erfuhr ich erst nach einer Stunde, der ich schon dort anwesend war. Meine Tochter war im Heim, ohne Grund, ohne Beschluss, ohne Wissen der Anwälte oder des Richters – 24h. Ich durfte mir anhören wie nutzlos ich als Mutter sei, das meine Tochter niemals mit mir glücklich werden würde, das ich froh sein Kann, wenn überhaupt Kontakt besteht, was sie verhindern wird usw. Ich brach verständlicherweise kurz in mich zusammen. Zuhause rief ich meine Mutter, meinen Anwalt, den Richter an. Alle waren entsetzt und Taten was sie konnten um meine Tochter daraus zu bekommen. Ich bekam sie nicht wieder, durfte sie anfangs nicht sehen. Sie lebte nun bei meiner Mutter. Plötzlich hatte ich nix und niemandem mehr. Daraufhin wurden die Gelder gestoppt, Wohnung war zu teuer. Ich musste daraus innerhalb weniger Wochen sonst hätte ich mich verschuldet.

Sie nahmen mir alles und gaben nichts. Ich bin bereit, habe nichts mehr zu verlieren und werde diese Frau zur Rechenschaft ziehen und wenn es mein ganzes Leben dauern wird! Für jedes Kind das grundlos alleine und hilflos im Heim Leben muss und für die Eltern die keine kraft mehr haben. Ich hin fassungslos und wütend.

Liebe grüße“

Wenn ich solche Geschichten erzähle, bekomme ich zumeist postwendend die Antwort: ja – aber vielleicht ist die „Inobhutnahme“ ja gut für das Kind. Jeder denkt zuerst an Horroreltern, die ihre Kinder auf glühende Herdplatten setzen – so etwas gibt es, aber höchst selten. Für solche Fälle haben wir auch eine Institution: die Polizei, die auch bei allen anderen Formen von Misshandlung eingreifen darf. Man fragt sich: wozu also „Jugendamt“, deren Lust daran, Eltern ihre Kinder zu nehmen, ständig zunimmt (siehe Destasis):

„Im Jahr 2013 haben die Jugendämter in Deutschland 42 100 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen. Das waren gut 1 900 Minderjährige (+ 5 %) mehr als 2012. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, hat die Zahl der Inobhutnahmen in den letzten Jahren stetig zugenommen, gegenüber 2008 (32 300 Inobhutnahmen) stieg sie um 31 %.

Der häufigste Anlass für die Inobhutnahme eines/einer Minderjährigen war mit einem Anteil von 40 % (16 900 Kinder und Jugendliche) die Überforderung der Eltern beziehungsweise eines Elternteils.“

„Überforderung eines Elternteils“ – eine gern gesehene Floskel. Wer Kinder hat, der weiß, dass jeder jederzeit mal „überfordert“ sein kann – viele sind schon überfordert ohne Kinder (siehe „burn-out“), kommen da noch Kinder hinzu, könnte man gleich ganzen Generationen die Kinder fortnehmen und weiterer Verwertung zuleiten.

Meine jüngeren beiden Söhne standen auch mal vor der „Inobhutnahme“ – mitten während einer Gerichtssitzung, was Richter, Anwälte und meine Ex-Frau sehr überraschte. Begründung: erstmal keine, auf Nachfrage – der Vater ist ja krank. Rückenleiden. Habe hübsche, wohlerzogene Jungs, die dieses Jahr wieder Klassenbeste werden – sowas läßt sich gut vermitteln. Den Jugendamtsmitarbeiter von damals – der auch mal eine spontane Hausdurchsuchung durchführte – hatte ich vor zwei Wochen zu einem Gespräch bei der Erziehungsberatung nochmal eingeladen, wo er mir einen überraschenden Vorschlag unterbreitete: um den Platzmangel im Haus bei Besuchen meiner Kinder zu beheben, sollte doch meine 23-jährige Tochter in meinem Bett schlafen. Ich will gar nicht wissen, wovon der Typ sonst noch so träumt.

Es sind so diese kleinen, persönlichen Erfahrungen mit einer Behörde, die durch keinerlei staatliche Aufsicht kontrolliert wird, die mich an diesen Themen dran bleiben lassen – immerhin handelt es sich bei den deutschen Jugendämtern um die letzte überlebende Nazi-Behörde. Das diese Behörde ihrem gedanklichen Vater – Adolf Hitler – alle Ehre macht, ist nun auch in den USA aufgefallen.

CBS-Veteran Dale Hurd berichtet in den USA in einem kurzen Filmbericht über sie (Übersetzung des Textes von Dr. Karin Jäckel, uns zugeleitet von Gerhard Jüttner):

„Es hört sich an wie Nazi-Deutschland: Familien in Angst vor einem lauten Klopfen, früh morgens an der Tür, herein stürmende Polizisten, die ihnen ihre Kinder wegnehmen.
Aber das ist nicht Nazi-Deutschland. Es ist das Deutschland von heute.“

Ja – uns geht es gut in Deutschland, das wurde schon zu Hitlers Zeiten beständig gepredigt, obwohl im Alltag alle merkten: da stimmt etwas nicht. 42100 Kinder wurden 2013 ihren Eltern weggenommen – ein Zustand, der einen US-Amerikaner in unglaublichem Entsetzen zurückläßt: Nazi-Deutschland ist wieder aktiv, grundlegende Menschenrechte werden mit Füßen getreten.

In Berlin, als Behördenmitarbeiter wegen des 7-jährigen Dan Schulz kamen, filmte seine Familie heimlich die Kindesentziehung. Auf dem Film weinen
Familienmitglieder und man kann den Jungen schreien hören: „Mama! Ich will nicht weg!“
Ein deutscher Beamter antwortet: „Deine Mutter kann dir jetzt nicht helfen.“

Der Junge wurde von Deutschlands rühriger Jugendbehörde, dem Jugendamt, mitgenommen. Der offizielle Grund, weshalb der kleine Dan mitgenommen wurde, war, dass er nicht zur Schule ging, sondern zu Hause unterrichtet und danach auf einer Privatschule eingeschult worden war.

Szenen wie aus dem Dritten Reich. Schrecklich, wie wir Normalbürger uns daran gewöhnt haben, oder? Daran gewöhnt haben, dass wieder „abgeholt“ wird. 60 % der Deutschen glauben nicht mehr, dass wir in einer Demokratie leben, eine komplette Stadt voller Kinder wird jedes Jahr von ihren Eltern gestohlen … z.T. nur deshalb, weil sie ihren Kindern eine bessere Bildung zuteil werden lassen wollen, als es der Staat sich noch leisten kann – und wir rühren uns nicht wie zu den Zeiten, als man Juden, Zigeuner und Andersdenkende abgeholt hatte.

Vielleicht findet man das angesichts der grassierenden Kinderfeindlichkeit ja auch gut?

Es lohnt sich, den Film anzuschauen und das Entsetzen in den Augen der US-Moderatoren zu sehen: Child Welfare Agency Echoes Nazi-Germany, heißt er. Und das aus gutem Grund:

Im Januar wurde den Romeikes, einer deutschen Homeschooler-Familie, Asyl in den USA gewährt, nachdem ein Einwanderungs-Richter geurteilt hatte, dass Deutschland und das Jugendamt ihre Menschenrechte verletzt habe. Mike Donnelly, von der „Home School Legal Defense Association“ war einer der Anwälte der Romeikes.

„Der Richter sagt, dass diese Verfahrensweise allem widerspricht, woran wir als
Amerikaner glauben“, führte Donelly aus. „Er bewertete diese [verletzten Rechte] als grundlegende Menschenrechte. Es war die Art Recht, das kein Land seinen Bürger verweigern darf.“

Unsere Verbündeten, unsere Aliierten – ein Land, in dem der Nazi-Terror wieder Fuß fasst: für US-Amerikaner ungeheuerlich, für Menschen, die „Jugendamt“ schon mal live erlebt haben, ein Gräuel. In Gesprächen mit dem qualifizierten Fachpersonal fühlt man sich schon mal zu Zeiten des Volksgerichtshofes: es hagelt Unterstellungen, Beleidigungen und Beschimpfungen – und wenn man sich wehrt, ist man  aufgrund aktiver „Beratungsresistenz“ schnell das Kind los, dem dann ein grauenhaftes Schicksal droht:

„Meine Erfahrungen mit dem Jugendamt waren schrecklich“, sagte Dans Mutter Heidi
Schulz. „Sie zerstören Familien; sie quälen Menschen und machen Geld damit.“ Sie wird immer noch von dem Morgen verfolgt, als ihr Sohn ihr weggenommen wurde. „Er schrie so laut und hielt mich fest und ich konnte nichts tun. Gar nichts“, erinnerte sie sich.

Nach drei Jahren Kampf und Beten für ihren Sohn ordnete ein Richter endlich die Rückführung Dans nach Hause an. Heidi sagte, ihr Sohn sei in einem Waisenhaus untergebracht wurde, wo er von anderen Kindern verprügelt , schlecht ernährt und schlecht gekleidet und für anderthalb Jahre nicht unterrichtet wurde.

Solche Zustände kenne ich aus nahe gelegenen Waisenhäusern – und von Quellen, die nicht genannt werden dürfen, weil sie sonst Aufträge in den Heimen verlieren … weshalb die Schilderungen für mich glaubhaft sind. Und dahinter steckt ein System:

Gegner und Opfer des Jugendamt sagen, das System laufe auf ein Kinder-HandelNetzwerk hinaus, in dem etwa 80 Kinder pro Tag ihren Eltern weggenommen und auf
Kinderheime und in Psychiatrien verschoben würden und die übrigen in Pflegefamilien kämen. Sie behaupten, dass das System ständig mehr Kinder entziehen müsse, um funktionieren zu können.

„Es gibt ein System von Personen, Sozialarbeiter, Lehrer, Psychotherapeuten, die davon leben, dass Kinder aus ihren Familien gerissen werden“, sagte die deutsche Psychologin Carola Storm-Knirsch. „Wir nennen es eine Industrie.“

Das System funktioniert ganz einfach: Parteimitglieder, Heime und Privatfamilien finanzieren ihre Eigenheime durch Pflegekinder – gibt es einen finanziellen Engpass, muss ein Kind her, dass die Lücke füllt. Alles im Dienste der Betriebswirtschaft. Höre ich so aus „in der Regel gut informierten Kreisen“. Aus den siebziger Jahren kenne ich noch spätere „Grüne“, die ihre alternativen Aussteigerexperimente ebenfalls mit Pflegekindern finanziert haben – ein Grund für mich, an solchen Experimenten nicht teil zu haben.

Ein Grüner  äußerst sich auch sehr engagiert zu Thema Jugendamt:

Ein Videofilm zeigt jedoch, dass, als ein anderes Jugendamtsopfer behauptete, das Jugendamt müsse als kriminelle Vereinigung angesehen werden, der frühere Vorsitzende der deutschen Grünen, Reinhard Bütikofer, aus der Haut fuhr: „Schluss mit diesem dummdreisten radikalen Geschwätz! Das ist dummdreistes radikales Geschwätz! Ich will mit solchem Geschwätz nicht belästigt werden!“

Ja – Kritik an der Nazi-Behörde gilt in Deutschland inzwischen als „radikales Geschwätz“ – jedenfalls in den Kreisen jener Partei, die schon immer mal gerne Straffreiheit bei Sex mit Kindern gefordert hat (siehe Zeit).

Hören wir doch mal die Mutter des kleinen Dan – eine Mutter, die sonst noch zwei Töchter hat, die in Japan und den USA studieren:

„Heidi, die im kommunistischen Ostdeutschland aufwuchs, sagte, in gewisser Weise sei der Kommunismus sicherer gewesen als das neue Deutschland.
„Sie (das Jugendamt) sind so mächtig“, sagte sie. „Sie haben alle Macht und du bist niemand.“

Das deutsche Establishment wird nicht gern daran erinnert, dass das Jugendamt unter Adolf Hitler etabliert wurde. Storm-Knirsch fügte hinzu: „Adolf Hitler machte seine Arbeit gut.“

Ein interessante Erfahrung, die eine erfolgreiche Mutter dort macht … inmitten eines ach so demokratischen Deutschland.

Das „dummdreiste, radikale Geschwätz“ – also, der Versuch von Bürgern, mit der Kaste der Politik ins Gespräch zu kommen – ist gut dokumentiert: der WDR sendete Anfang des Jahres einen Film „Mit Kindern Kasse machen“, ein Film, der aufzeigt, wie man mit Hilfe der Kinderklauindustrie Milliardenumsätze machen kann … was selbst den bekannten SPD-Bürgermeister Heinz Buschkowsky empörte.

Am Ende des Berichtes Child Welfare Agency Echoes Nazi-Germany ruft der Moderator die Zuhörer auf, etwas gegen den Horror in Deutschland zu unternehmen – die deutsche Botschaft selbst bedeutete CBS, dass keinerlei Reformbedarf bestehe.

Falls es da noch Zweifel gibt, ob Inobhutnahmen immer zum Wohle des Kindes sind, hier noch ein Zitat von Prof. Urusula Gresser, das mir via Mail vorliegt:

Spätestens seit den Untersuchungen ehemaliger Lebensborn-Kinder durch Prof. Dr. Theodor Hellbrügge und der Veröffentlichung der Ergebnisse in den 1960er Jahren weiß man, dass die Wegnahme der Eltern und die Isolation von ihnen bei den Kindern häufig zu schwersten lebenslangen nahezu irreversiblen Schädigungen führt. Wer kann und will das verantworten? Ambulante Unterstützung der Eltern – wenn denn erforderlich – muss Vorrang vor Zwangstrennung haben. Und Isolation der Kinder von ihren Eltern ist durch nichts begründbar und durch nichts zu rechtfertigen.

Selbst die schlechtesten Eltern sind für Kinder noch besser als die Zwangstrennung von ihnen.

Die Mutter, deren Geschichte ich anfangs zitierte, hatte Glück: der Kinderschutzbund stellt ihr einen Anwalt, der Kindergarten ist völlig auf ihrer Seite. Der Schaden, den das Kind jetzt erlitten hat, ist jedoch nie wieder gut zu machen – und wird jedes Jahr mehr Kindern zugefügt.

Hoffen wir, dass es den USA wieder einmal gelingt, uns vom Nazidreck zu befreien … wie es aussieht, wollen wir selbst wieder einmal davon nichts wahr haben, „Deutschland geht es gut“, sagt die Kanzlerin, die Opposition hält jede fundamentale Kritik für „dummdreistes, radikales Geschwätz“.

„Heil Deutschland“ kann man da nur sagen. Und wer sich wehrt – verliert seine Kinder.

PS: zum Fall Romeike eine Ergänzung. Der Familie wurde kein Asyl gewehrt, sie dürfen aber in den USA bleiben (siehe Spiegel).

 

Krieg oder Frieden in Europa – Wer bestimmt auf dem Kontinent?

Krieg als bewusst eingesetztes Mittel der Politik war in den letzten Jahrzehnten für und in Europa ein Tabu. Diese Zeiten endeten unmittelbar nach Mauerfall und dem Zusammenbruch der UdSSR.

Kaum war das Kräfteverhältnis beider Blöcke des Kalten Krieges Geschichte, wurde in Jugoslawien durch die USA und einzelne Staaten Europas ein völkerrechtswidriger Krieg geführt. In Deutschland war damals Rot-Grün an der Macht und öffnete so die Büchse der Pandora.

Seit rund zwei Jahren wird von Washington aus für einen bewaffneten Konflikt mit Russland „geworben“. Die Ukraine dient dabei nur als Hebel, um den russischen Militärstützpunkt Sevastopol auf der Krim in NATO-Besitz zu überführen und so Russlands Handelsflotte massiv zu behindern.

Putin hat auf der Krim ähnlich gehandelt wie die NATO in Jugoslawien, nur dass keine Bomben fielen und die Bürger der Krim die Wahl hatten, zu wem sie zukünftig gehören wollen: Zur Russischen Föderation oder zum Westen unter NATO-Doktrin. Mit der Entscheidung der Mehrheit gegen die NATO sucht dieses Militärbündnis, seine Niederlage rückwirkend zu kompensieren, indem alles dafür getan wird, Krieg gegen Russland zu führen.

Mehr als 80% der Deutschen lehnen Krieg ab. Egal, gegen wenn er geführt wird. Auch wenn es um einen Waffengang gegen Russland geht, will die große Mehrheit der Deutschen dies auf gar keinen Fall.

Dennoch oder gerade deshalb trommeln die flächendeckend embeddeten Massenmedien in der BRD für militärische Aktionen gegen Russland. Sie stellen Putin als Wiedergänger Hitlers dar.

Wird Deutschland, wird Europa in einen von den USA nahegelegten Russlandfeldzug geführt, obwohl es für diesen Krieg in Deutschland und Europa nicht den Hauch einer Mehrheit gibt?

„Krieg oder Frieden in Europa – Wer bestimmt auf dem Kontinent?“
Mit dieser Frage beschäftigt sich die erste Ausgabe der KenFM-Gesprächsrunde „Positionen – Politik verstehen“

Unsere Gäste: Willy Wimmer, CDU-Urgestein, ehemaliger Vize-Präsident der OSZE/KSZE und Autor des Buches „Wiederkehr der Hasardeure“; Mathias Bröckers, TAZ-Mitbegründer und Autor des Buches „Wir sind die Guten“; Dirk Pohlmann, Dokumentarfilmer für ARTE und ZDF und Dr. Daniele Ganser; Historiker und Friedensforscher aus der Schweiz, sein bekanntestes Buch: „NATO-Geheimarmeen in Europa – Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung“.

Das „geheime Komitee für Täuschungsoperationen“ Ronald Reagans (Doku ARTE 12.05.2015)

Verschwörungen, die die Welt an den Rand des Abgrunds treiben? – Gibt’s doch gar nicht! Und hat es noch nie gegeben. Und wenn doch: Die Politiker und Oligarchen, die uns heute regieren, tun sowas Böses ganz bestimmt nicht. Sondern wollen nur das Gute. Das verbürgt doch bereits ihr staatsmännisches Grinsen, das uns aus den Wahlplakaten und dem Flachbildschirm entgegenstrahlt.

Wenn in dieser ARTE-Doku gezeigt wird, wie US Spitzenpolitiker, Geheimdienstchefs und Präsidenten wie Kleinkinder in der Sandkiste mit Granaten und Atombomben spielen, dann sind das eben genauso kranke Einzeltäter wie der Pilot, der vor Kurzem seinen mit Passagieren vollbesetzten Jumbo angeblich mutwillig in die Alpen krachen hat lassen.

Aber unsere jetzige Politiker- und Geheimdienst-Generation, die ist gesund und hat natürlich alle Machtallüren, Egomanien und Destruktivismen, wie wir sie aus der Geschichte kennen, überwunden – Wer anderes behauptet, der ist eben ein unverbesserlicher Verschwörungstheoretiker.

Zur Sendung / (c) ARTE 2015:

„Mit seinem Machtantritt im Jahre 1981 bestimmt Ronald Reagan die Strategie der USA im Kalten Krieg neu: Angriff statt Verteidigung. Sein „Komitee für Täuschungsoperationen“ ist neben der Aufrüstung eines der wichtigsten Instrumente im Kampf gegen die Sowjetunion. Gasleitungen werden mit eingeschleusten Computerchips und Trojanern sabotiert, Flug- und Seemanöver vor dem wichtigsten Stützpunkt der Sowjets in Murmansk durchgeführt.

Das Ziel: Verunsicherung und Demütigung bei gleichzeitiger Demonstration von Stärke und technischer Überlegenheit. Diese Aktionen bringen die Welt an den Rand des Atomkrieges.

Als in den 80er Jahren der schwedische sozialdemokratische Ministerpräsident Olof Palme mit Willy Brandt und Egon Bahr seine Strategie der gemeinsamen Sicherheit vorschlägt und Schweden nicht mehr als „unsinkbaren Flugzeugträger“ der Nato zur Verfügung stellen will, macht er sich nicht nur die konservativen Machteliten im eigenen Land zum Feind. Sein Ansatz ist auch Reagan schon früh ein Dorn im Auge, denn ein Einlenken der Sowjetunion im Wettrüsten des Kalten Krieges wäre für seine Strategie kontraproduktiv. So werden die Annäherungsgespräche sabotiert und die Person Palme diskreditiert. Im Februar 1986 wird Palme von einem unbekannten Täter ermordet.

Der Film zeigt die Bedeutung der geheimen Kriegsführung der USA im Kalten Krieg unter Bezugnahme auf hochkarätige Zeitzeugen und exklusives Filmmaterial. Einmal mehr wird deutlich, dass die USA zur Durchsetzung eigener Interessen auch vor der Souveränität demokratischer Staaten nicht Halt machte. Eine Thematik, die gerade in Anbetracht der aktuellen politischen Lage und der jüngsten Geheimdienstskandale von beachtenswerter Aktualität ist.“

 

http://www.arte.tv/guide/de/050296-000/taeuschung-die-methode-reagan#arte-header

 

Dienstag, 05. Mai um 23:00 Uhr (53 Min.)

Wiederholung am Dienstag, 12.05. um 8:55 Uhr

Wiederholung am Montag, 18.05. um 8:55 Uhr

Dirk Müller und Willi Wimmer über den kommenden Krieg in Europa

 

Den Toningenieur bitte auf einen Grundkurs für angehende Toningenieure schicken.

Welt im Wahn: Afghanistan, Ukraine, Irak, Griechenland, Reebock und politisches Kleinganoventum

Digital StillCamera

Dienstag, 27.1.2015. Eifel. Lohnt es sich überhaupt noch, als normaler Bürger seine Gedanken öffentlich zu machen? Mehr geschieht hier ja nicht. Wir als kleines Nachdenkmagazin verfügen nicht über die Ressourcen, Korrespondenten in die Ukraine zu schicken – oder nach Afghanistan. Oder nach Reebock. Reebock? Ja, eine Addidas-Tochter, die die vor einiger Zeit selbst aufgekauft hatten. Die Meldung erschien im Oktober 2010 im Manager-Magazin – wahrscheinlich hat sie jeder überlesen, der nicht bei Reebock arbeitet . Der Artikel bringt mit einem einzigen Satz Licht in die Welt unserer modernen Wirtschaftsordnung (siehe Manager-Magazin):

Die Investorengruppe, zu der die in Hongkong ansässige Beteiligungsgesellschaft Jynwei Capital sowie Fonds mit Verbindungen zu der Regierung von Abu Dhabi gehören, seien der Ansicht, dass Reebok alleine besser aufgestellt sei, hieß es unter Berufung auf nicht näher genannte Insider.

Erstmal ist es ja schon Wahnsinn, welche Preise für eine Firma gezahlt werden, die Turnschuhe herstellt – aber was soll man machen: die Schlüsselindustrien sind schon alle verkauft. Der nächste Wahnsinn: das eine Gruppe von Geldanlegern (früher hätte man die „Sparer“ genannt – aber das klingt so trivial) sich eine milliardenschwere Firma kaufen kann – ohne auch nur die geringste Ahnung vom Turnschuhbusiness zu haben. Man weiß, wo das endet, hat es oft genug gesehen: Massenentlassungen, Leiharbeitsmaximierung, Qualitätssenkung zum Wohle der Rendite – denn das ist alles, woran Investoren Interesse haben: an leistungslosem Einkommen.

Alles beruht auf einer ganz einfachen Gleichung: Ich gebe Dir heute hundert Euro – und dafür bekomme ich nächsten Monat 125 Euro zurück (wenn ich mal auf die alten Renditeträume von Josef Ackermann zurückgreifen darf). Szenen, aus dem Kleinganovenmillieu, mit denen man heute unsere Wirtschaft beschreiben kann.

Der so erzeugte Druck – der im Übrigen nur aufrecht erhalten werden kann, wenn hinter den Forderungen auch Schlägertrupps stehen, die diese durchsetzen – führt zu erstaunlichen Entgleisungen im Sozialgefüge, zu einem deutlichen Abbau des Gemeinschaftsbewusstseins bei gleichzeitiger hemmungsloser Plünderung der Gemeinschaftskassen (vor allem der Krankenkassen und der Steuerkassen) und zu einer unbeschreiblichen Verrohung der Moral: Zustände, wie man sie sonst nur in kollabierenden Sozialordnungen beobachten kann.

Schlägertrupps? Ja – die Jungs, die einem die Finger brechen, wenn man nicht pünklich zahlt. Die braucht man, sonst hält das ganze Gefüge nicht zusammen. Unsere Schlägertrupps haben sogar einen Namen: NATO – gerade weltweit im Einsatz. Unter dem US-Nuklearschirm kann man sich halt einiges erlauben – zum Beispiel die hemmungslose Ausweitung dieses Kleinganoventums auf alle Länder der Erde – im Namen von Investoren, die schon viele Firmen zugrunde gerichtet haben … und dicht davor sind, mit ihrem Wahn die komplette weltweite Wirtschaftsordnung zu zerstören … und nicht nur Reebock.

Speerspitze dieser Schläger sollen jetzt wir Deutschen werden – die Sachsen sollen jene Truppen anführen, die als erste in die Kampfhandlungen mit russischen Streitkräften eintreten (siehe Spiegel): ja, solche Nachrichten gehen heute fast spurlos an uns vorbei … ebenso wie die Nachrichten über eine Neugestaltung der atomaren Doktrin (siehe Spiegel): ganz offen wird ein thermonuklearer Krieg in Europa angegangen.

Worum geht es in diesem Krieg?

Nun – die Schlägertrupps der Kleinganoven haben noch nicht überall Zugriff, der Zinsterror endet an der russischen Grenze – eine Sünde sondergleichen, denn dort existiert etwas, was Investoren hassen wie die Pest: ein starker Staat, der sich gegen die schleichende politische Machtübernahme durch „Investoren“ durch Enteignung wehrt. Früher war ihre Sünde der Kommunismus (was für ein grausamer und unverständlicher Gedanke auch, dass die Gesamtleistung einer Volkswirtschaft dem Wohle aller – und vor allem der Kinder – zugute kommen sollte, um die Zukunft der Bewohner zu sichern), heute ist es die Nichtaktzeptanz des Kleinganovenbusiness. Ja, ich weiß: das ist jetzt etwas einseitig dargestellt – aber diese Einseitigkeit wird doch vom Kleinganovenjournalismus vorgelebt … was soll ich also anderes tun, als dies nachahmen?

Lange Zeit war das kein Krieg. Lange Zeit gab es da gar nichts – nur Tote. Die Kleinganovenmedien hatten sich noch nicht auf einen Sprachcode geeinigt, 2015 kam dann die Erlösung: der Spiegel erklärte den Krieg für offiziell eröffnet … und beschreibt nebenbei die Zunahme an Grausamkeiten auf beiden Seiten … nebenbei wird lapidar die brutale Ermordung eines russischen Generals in der Ukraine erwähnt, ohne die Quelle kritisch zu prüfgen – so „beweist“ man hintenherum die Präsenz russischer Truppen in der Ukraine (siehe Spiegel). Weniger Beachtung finden Anschläge des ukrainischen Geheimdienstes auf die Pressefreiheit (siehe Ukraine-Nachrichten), wo sich Szenen abspielen wie bei Charlie Hebdo … nur momentan noch ohne Tote; die Frage, ob die ukrainischen „Freiwilligenbattalione“ ihre Foltermethoden (siehe Junge Welt) vom amerikanischen Geheimdienst gelernt haben, wird wohl länger unbeantwortet bleiben – ebenso wie der Einsatz von Streubomben durch die Regierungstruppen ungesühnt bleiben wird (siehe Süddeutsche).

Da tobt inzwischen ein Vernichtungskrieg gegen den politischen Gegner, ein Krieg, der von Deutschland finanziert wird – mit aktuellen Kreditgarantien (siehe FAZ) kann der Finanzoligarch seine Machträume von dem Aufbau einer Riesenarmee verwirklichen (siehe FAZ) obwohl das Land völlig bankrott ist (siehe Spiegel).  Worüber man sich beschwert? Das der neue Zar in Russland das merkt und die ukrainische Armee die „Fremdenlegion“ der Nato nennt, sollte aus der Perspektive nicht verwundern, zumal man im Westen inzwischen ganz offen über private US-Söldnerhaufen berichtet, die in der Ukraine aktiv sind (so der „Nahost-Sicherheitsexperte“ Michael Lüders am 20.1.2015 in einer Sendung von N-TV): was wir Russland vorwerfen, praktizieren wir selbst ganz ungeniert. Wahrscheinlich sind wir deshalb so sicher, dass „DIE“ das auch tun.

Wenden wir unseren Blick mal kurz von dem baldigen Dritten Weltkrieg ab – und bleiben bei den Investoren, die einen starken Staat fürchten wie der Teufel das Weihwasser: immerhin geht er konsequent seinem Job nach und schützt die Bürger vor Räubern und Piraten … auch vor denen in Armani-Anzügen und maßgeschneiderten italienischen Halbschuhen, die Geld genug haben, jeden führenden Politiker und Entscheidungsträger der westliche Welt auf größten Privatjachten durch die Paradiese des Universums zu schippern. Wie gehen wir eigentlich in Deutschland mit denen um? Der Putin sperrt sie ein und enteignet ihre Firmen … und was machen wir? Die Süddeutsche hat da aktuell einen kleinen Skandal aufgedeckt (siehe Süddeutsche):

„Fast die Hälfte der mehr als 2000 Hausausweise für Lobbyisten werden über die Parlamentarischen Geschäftsführern (PGF) der Fraktionen beantragt.
Etwa 900 davon werden über die PGF von Union und SPD beantragt. Zum Vergleich: Der Bundestag hat 613 Abgeordnete.
Die Namen der Lobby-Organisationen wollen weder Bundestagsverwaltung noch die PGF der großen Koalition nennen.“

Ganz offen wird über die Arbeit der Agenten des Kleinganoventums gesprochen:

Lobbyisten, die lieber ganz im Geheimen Abgeordnete beeinflussen wollen, können sich sicher sein, dass ihre Namen und die Namen ihrer Organisationen nirgends auftauchen.

Das .. ist das Ende der Demokratie. Sie starb – offiziell – am 24. Januar 2015. Und so bekommen „Investoren“ direkten Zugriff auf politische Entscheidungen in Deutschland … oder auf die Inhalte der Medien. Da niemand weiß, wer da wann und wo bei wem warum unterwegs ist, ist mit Gegenmaßnahmen, Verhaftungen und Enteignungen nicht zu rechnen.

Irre, oder?

Aber es wirft ein interessantes Licht darauf, woher die negativen Gefühle gegen Putin noch kommen können.

Na ja – Krieg mit Putin ist beschlossene Sache, machen wir uns da mal nichts vor. Der Kapitalismus braucht seine Weltkriege, um überleben zu können: der Zeitpunkt, wo man merkt, dass man auf 100 % Welt nicht noch Zinsen draufpacken kann, ohne einen anderen Planeten hinzu zu fügen, rückt mal wieder näher, bald gehören dem obersten einen Prozent (zu dem auch die Bundestagsabgeordneten gehören) über fünfzig Prozent der ganzen Welt … und in absehbarer Zukunft gehört ihnen alles.

Die Bilanzen der ersten Kriege zur Rettung des leistungslosen Zins-Grundeinkommens auf Fürstenniveau liegen jetzt vor (siehe Deutsche Welle):

„Nach einer Universitätsstudie haben die von den USA im Anschluss an 9/11 geführten Kriege in Afghanistan, Irak und Pakistan 225.000 Menschen das Leben gekostet. Die Kosten der Kriege lägen bei vier Billionen Dollar.“

Interessant auch, was die Präsidenten der von der Eisenhower-Stiftung unterstützten Kriegskostenstudie zur Absicht ihrer Arbeit geäußert hat:

„Wir wollten die Öffentlichkeit mit zusätzlichen Informationen versorgen. Denn vor allem hier in den USA operieren die Teilnehmer der öffentlichen Debatte nicht immer mit den richtigen Zahlen. Sowohl was die budgetären und finanziellen Summen angeht, wie auch bei den Opferzahlen.“

Das …. ist eine „Verschwörungstheorie“ …. so nennt man heute den Versuch, Regierungslügen aufzudecken und an die Öffentlichkeit zu bringen.

Vier Billionen Dollar. Das sind viertausend Milliarden Dollar. Der Irak hat 29 Millionen Einwohner, Afghanistan 30 Millionen. Hätte man die bisherigen Kriegskosten ohne Krieg JEDEM Iraker und Afghanen ausbezahlt, damit sie – wie ein ordentlicher deutscher Bundestagsabgeordneter – im Sinne des Systems funktionieren, dann … hätte JEDER 67000 Dollar erhalten können. Das ist das Durchschnittseinkommen eines Afghanen für 150 Jahre. Iraker haben sechs Mal so viel, wären also nach 25 Jahren wieder pleite (siehe Durchschnittseinkommen).

Irre, oder?

Die Opferzahlen stimmen jedoch jetzt schon nicht, auch dazu gibt es neue Studien (siehe Süddeutsche):

„Die ersten Bomben fielen 2003, acht Jahre später zogen sich die amerikanischen Soldaten aus dem Irak zurück. Einer US-Studie zufolge starben während des Irak-Krieges und der anschließenden Besatzung eine halbe Million Iraker. Und das ist eine „niedrige Schätzung“.

Wie viele wohl letztlich in der Ukraine sterben werden … und im Krieg gegen Russland?

Für die Freiheit, Konzerne wie Reebock aufkaufen zu können, sie auszuschlachten und ihre Reste profitabel zu veräußern – mit riesigen Kosten für die Sozialsysteme der so überfallenen Länder – morden wir weltweit wie die Wahnsinnigen.

Auch übrigens in Griechenland, dessen unverschämter Missbrauch des Wahlrechtes aktuell die Lobbyisten in allen Parlamenten aufschreckt. Über die Folgen der vor allem von Kanzlerin Merkel öffentlich so viel gepriesenen Sanktionen gegen Griechenland berichtete der Spiegel schon vor zwei Jahren (siehe Spiegel):

Die Zahl der Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht ist allein zwischen 2008 und 2010 um 19 Prozent gestiegen, die Zahl der Totgeburten um mehr als 20 Prozent. Als möglichen Grund führen die Wissenschaftler den – wegen hoher Kosten und geringem Einkommen – schwierigen Zugang zu Ärzten an, die zu Komplikationen in der Schwangerschaft führten. Auch die Säuglingssterblichkeit ist den Zahlen zufolge um 43 Prozent gestiegen.

100000 Kinder pro Jahr werden jährlich in Griechenland geboren (siehe Deutschlandfunk). Im selben Jahr starben 4,85 Säuglinge pro tausend Geburten (siehe Länderdaten.de), also 485 im Jahr. Macht: 200 tote Säuglinge mehr dank Sparpolitik.

Was wäre das für eine Überschrift: KAPITAL KILLT TAUSENDE SÄUGLINGE!

Und das sind noch nicht alle, die der Sparpolitik zum Opfer gefallen sind. Schon 2012 schilderte die Süddeutsche Zeitung den Anstieg der Suizidraten in Griechenland (siehe Süddeutsche):

Im Jahr 2008 nahmen sich in Griechenland knapp 300 Menschen das Leben. Laut der Weltgesundheitsorganisation hatte Griechenland damals die niedrigste Selbstmordrate in Europa. Doch seit Beginn der Krise hat sich diese Zahl mehr als verdreifacht. Schätzungen der Hilfsorganisation Klimaka gehen davon aus, dass sich seit Anfang 2010 weit mehr als 2000 Griechen das Leben genommen haben.

So etwas kennt man aus belagerten Burgen im Mittelalter: Säuglinge sterben, Menschen bringen sich um, die Hoffnungslosigkeit grassiert. Über „Krieg gegen Griechenland“ redet allerdings keiner, die „Sanktionen“ – in Deutschland auch Millionenfach gegen eigene Bürger ausgesprochen, in steigendem Maße auch gegen Behinderte (siehe „Gegen Hartz„) – werden auch anders genannt: „Auflagen“. „Tributzahlungen“ … so nannten das die Römer zu Zeiten Christi.

Wer in Deutschland seine Tributzahlungen nicht in erforderlichem Ausmaß entrichten kann, wird zur einkommenslosen Zangsarbeit im Altenheim verdonnert – so jedenfalls die Phantasien der vom Lobbyisten geformten Entscheidungsträger (siehe gegen-Hartz).

Wollen wir mal grob schätze, wie viele Menschenleben die Sanktionen gegen Griechenland gekostet haben? 20o Säuglinge pro Jahr, 600 Selbstmorde pro Jahr? Da kommen wir auf 4000 Tote für fünf Jahre … und haben die Toten durch nicht mehr behandelbare Krankheiten noch gar nicht mitgezählt.

Suchen Sie bitte mal selbst: das dürften wesentlich mehr als 4000 sein. Mehr als im sogenannten „Ukraine-Konflikt“. Wo bleibt da der Aufschrei?

Er bleibt aus – weil in der Welt des Kleinganoventums alles in dunklen Hinterzimmern besprochen wird. Von dort aus wird die Straße regiert, dort wird die Bestechung des Bürgermeisters in Szene gesetzt, werden gezielte Schläge gegen die Konkurrenz ausgeheckt und Mordaufträge vergeben. Der genialste Coup jedoch war: jegliche Ermittlungen gegen das Kleinganoventum im Keim zu ersticken durch den genialen Einsatz des Wortes „Verschwörungstheorie“ … Al Capone gibt die Parole aus „Es gibt keine Verbrechen in der Stadt!“ Wer das nicht glaubt … kriegt Besuch … vom Selbstmordförderverein.

So weit sind wir nun gekommen … durch eine kleine Meldung über eine „Investorengruppe“ – die wahren Herrscher der Welt, die wie blutrünstige Mongolenhorden die zivilisierte Welt überfallen und die Realwirtschaft bei lebendigem Leibe ausschlachten, um traumhafte Zinsgewinne zu regenerieren.

Jetzt weiß ich auch, warum wir kleine Blogger trotzdem weiter schreiben sollten… und vor allem weiter lesen müssen:

„Wir wollten die Öffentlichkeit mit zusätzlichen Informationen versorgen. Denn vor allem hier in den USA operieren die Teilnehmer der öffentlichen Debatte nicht immer mit den richtigen Zahlen. Sowohl was die budgetären und finanziellen Summen angeht, wie auch bei den Opferzahlen.“

Übrigens – eine kleine Anmerkung noch für die Freunde der modernen Medien wie dem Manager Magazin: „unter Berufung auf nicht näher genannte Insider“ kann ich auch behaupten, dass der Mond aus grünem Käse ist.

Und sowas nennen wir „seriöse Medien“.

Ich weiß übrigens nicht, ob die Investorengruppe aus Hongkong mit ihren Kollegen aus dem Königshaus von Abu Dhabi Reebock wirklich gekauft haben – oder lieber woanders Arbeitslose produzieren. Das … ist aber auch unerheblich.

Die Zahl der Toten durch die Politik der letzten Jahre allerdings nicht.

 

 

 

 

 

Die totale Verarmung der USA – und die praktische Weltherrschaft der grausamen Kultur der Massenarmut

Digital StillCamera

Montag, 19.1.2015. Eifel. Man sollte diesem Herrn Snowden wohl doch mal einen Friedensnobelpreis geben: was der nicht alles bewegt hat – in Richtung Frieden, Völkerverständigung und vertrauensbildenden Maßnahmen, ist schon beeindruckend. Es war sicher kein leichter Schritt, einer Nation die Stirn zu bieten, die sich die Freiheit herausnimmt, weltweit durch ferngesteuerte Kampfroboter willkürliche Hinrichtungen ohne jeden Prozess auszuführen, geschützt durch einen Raketenschirm, den man nun noch weiter ausbauen will, um auch Zugriff zu den letzten drohnensicheren Gebieten erzwingen zu können. Sicher war es für einen Menschen mit Gewissen (und nur ein solcher Mensch kann so eine Tat begehen) nicht leicht, gegen den eigenen Dienstherrren vorzugehen: was müssen für Gewalten in dieser Seele getobt haben, während er sich dazu durchrang, die ganze Menschheit über eine Gefahr aufzuklären, die aus den US-Netzwerken von Industrie, Militär und Kapital entspringt (siehe Spiegel):

„Sie planen Schlachten im Internet, um Computernetzwerke lahmlegen zu können – und damit potenziell alles, was die steuern: Strom- und Wasserversorgung, Fabriken, Flughäfen oder Zahlungsverkehr“.

Es ist ein umfangreicher Artikel aus dem Online-Magazin, dass uns aktuell über die Absichten unserer Verbündeten aufklärt und uns als Europäern klar macht, das wir Natopartner zweiter Klasse – wenn nicht sogar ausgemachte Feinde – sind:

„Die Praxis, andere Dienste spionieren zu lassen und sich deren Erkenntnisse anzueignen, wird „Fourth Party Collection“ genannt. Alle Länder, die nicht zur Fünf-Augen-Allianz gehören, gelten als potenzielle Ziele für diese „nicht traditionelle“ Methode – also auch Deutschland.“

Ich denke, diese Informationen sollte man im Gedächtnis behalten, wenn man die politischen Entwicklungen und Entscheidungen der Gegenwart beurteilt – eine Perspektive die nur selten angewendet wird. Aus guten Grund, will ich meinen:

„Die NSA vermag inzwischen auch die Verteidigung in einen Angriff zu verwandeln: „Umnutzen und nachbauen“ heißt diese Methode. Dabei geht es um sogenannte Botnetze, die mitunter aus Millionen Rechnern von Privatpersonen bestehen, auf denen eine Software eingeschmuggelt wurde. So lassen sie sich als Teil einer „Zombie-Armee“ fernsteuern, um etwa Firmen lahmzulegen und zu erpressen.“

Merken Sie, welch´ungeheure Macht sich dort zusammenballt … jenseits der Kontrolle durch Parlamente und Öffentlichkeit? Merken Sie, dass intern keinerlei Kontrolle mehr über die Arbeit der Datenkrieger herrscht? Wie auch – die arbeiten … ab jetzt … ganz offen mit finstersten Verschwörungen.

„Dabei wird die Beute nicht direkt an die Internetadresse des ROC geleitet, sondern an einen sogenannten Sündenbock-Empfänger (Scapegoat). Geklaute Informationen können so auf den Servern von Gegnern landen, womit diese dann am Pranger stehen.“

Darf man dabei an Kinderpornos auf Politikerrechnern denken? Oder bei Kirchenfürsten? Vielleicht auch einfach mal so aus Spaß – weil man´s kann? Nun – Verschwörungen müssen wir erdulden, weil man uns verboten hat, Theorien über sie zu formulieren, die ihrer Entdeckung und Entlarvung voraus gehen müssen. Aber denken darf man ja noch, oder?

Ich stelle mir einfach mal einen deutschen Politiker vor (Partei ist egal) der in führender Position sitzt und diese Zeilen liest (gilt auch für jeden anderen „Entscheidungsträger“): er weiß sofort, dass jenseits des Atlantiks – fernab jeglicher parlamentarischer oder öffentlicher Kontrolle – ein Machtapparat existiert, der von heute auf morgen für großen Ärger im Atomkraftwerk sorgen kann – oder auf der eigenen Festplatte. Auf einmal hat man geklaute Informationen aus der albanischen Botschaft (oder Kinderpornos) auf dem Rechner und ist der Abschaum der Republik, ohne dass man auch nur die geringste Chance hat, auf die unsichtbaren Angreifer hin zu weisen: das Gefühl muss fürchterlich sein – erklärt aber hinreichend (auch ohne fremde Schlapphüte im eigenen Dienstzimmer) die seltsame Gleichschaltung von Poltik und Medien: ich schätze mal, jeder weiß heutzutage, welche Risiken er da eingeht.

Es ist ungeheuerlich, welche Auswüchse wir hier zu erdulden haben – erst Recht angesichts der Tatsache, dass hier eine zutiefst kranke, sterbende Wirtschaftsordnung zu beobachten ist, die letztlich mit allen Mitteln ums Überleben kämpfen wird, da der Wohlstand ihrer Entscheidungsträger (also auch der einzelnen Agenten an den NSA-Rechnern) direkt davon abhängig ist: nur ein Knopfdruck und der Euro ist Geschichte – oder das Internet in Europa fällt komplett aus – samt jedem PC .

Eine kranke, sterbende Wirtschaftsordnung?

2010 berichtete die Süddeutsche Zeitung über das Land der unbegrenzten Möglichkeiten (siehe Süddeutsche):

„Die Rezession hat die Armut in den Vereinigten Staaten auf den höchsten Stand seit 1994 getrieben. Wie das US-Zensusbüro mitteilte, lebten im vergangenen Jahr 43,6 Millionen Amerikaner, oder 14,3 Prozent der Bevölkerung, unter der Armutsgrenze. 2008 waren es noch 13,2 Prozent gewesen. Besonders betroffen sind die Jüngsten: Über ein Fünftel aller Kinder lebt danach in Armut“.

Man nannte es beschönigend ein „verlorenes Jahrzehnt“ (was auch auf Arbeitnehmer in Deutschland zutrifft) – dabei war es viel mehr: es ging um die verlorene Zukunft.

2012 konnte man in der „Zeit“ unglaubliche Wahrheiten über die USA lesen – veröffentlicht von führenden superreichen US-Amerikanern (siehe Zeit):

„Es ist kein Zufall, dass nur ein paar Kilometer weiter, in Boca Raton, Mitt Romney vor einem erlauchten Kreis von Gönnern jene unklugen Bemerkungen machte, die ihn vielleicht um das Präsidentenamt bringen könnten. 47 Prozent der Amerikaner hingen am Tropf des Staates und hielten sich für Opfer der Umstände, sagte der Kandidat, der aus reichem Hause stammt und ein Vermögen mit Geschäften an der Wall Street gemacht hat: »Sie glauben, dass der Staat für sie verantwortlich ist, dass sie einen Anspruch auf Gesundheitsversorgung, Essen, Obdach und was auch immer haben.«“

47 % der Amerikaner – vom Kapitalismus entsorgt – und von superreichen Plutokraten zum Abschuss freigegeben. Was ist das für eine Wirtschaft, die 47 % der Bevölkerung nicht versorgen und via Arbeitsplatz am Vermögen teilhaben lassen kann – und wie denken Menschen, die sowas klasse finden?

Noch schlimmer die Zahlen, die 2013 in der „Welt“ veröffentlicht wurden – nicht unter den Rubriken „Politik“ oder „Wirtschaft“, sondern unter „Panorama“, wo man nur liest, wenn man sich für das „Dschungelcamp“, kuriose Autounfälle  oder das Privatleben halbtoter Königshäuser interessiert. Lesen Sie selbst (siehe Welt):

„Für immer mehr US-Bürger ist der „amerikanische Traum“ nur Legende: Vier von fünf Amerikanern fallen vor Erreichen ihres 60. Lebensjahres zeitweise in Arbeitslosigkeit, sinken an die Armutsgrenze, benötigen staatliche Hilfe. Rezession, globalisierte Wirtschaft, das Sterben von Jobs für Arbeiter ohne Collegeabschluss haben zu einem extremen Auseinanderklaffen der Einkommen geführt. Und eine steigende Zahl ist weiß.“

80 Prozent der US-Amerikaner leben in prekären Verhältnissen – was für eine Schlagzeile. Im Schnitt leben 47% der Bürger der USA nur noch, weil der Staat sie unterstützt – und nur noch 20% bleiben von Arbeitslosigkeit verschont – wie die Datenkrieger der NSA, die mit den Reichen in einem Boot sitzen. Wie muss man denken, um angesichts dieser Zahlen nicht in Panik zu verfallen? Oder in grenzenloser Hilfsbereitschaft für eine Wirtschaft, die Dritte-Welt-Niveau erreicht hat?

Die Linken sagen es schon lange – und melden sich 2014 deutlich zu Wort (siehe Rote Fahne):

„Das US-Wirtschaftsministerium meldete kürzlich in seinem Dreimonatsbericht, dass das Bruttoinlandsprodukt der USA im fünften Quartal hintereinander wächst – im ersten Quartal 2014 betrug sein Anstieg 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Trotz dieser deutlichen Anzeichen für ein Ende der Weltwirtschafts- und Finanzkrise nehmen Armut und Not unter der Bevölkerung der größten Wirtschaftsmacht der Welt weiter zu. Nach einem Bericht der Federal Reserve (FED), der amerikanischen Notenbank, geht es heute mehr als einem Drittel der Amerikaner erheblich schlechter als im Jahr 2008 und einem weiteren Drittel genauso schlecht wie damals.“

Die „Wirtschaft“ – völlig entkoppelt vom Leben der Menschen. Wozu braucht man so was noch?

Nun – „brauchen“ tun das die oberen zwanzig Prozent, die für das obere eine Prozent arbeiten, dass richtig, richtig dicke abräumt. Das ist die Welt, die durch TTIP, TISA und wie die Geheimabkommen noch alle heißen hier Fuß fassen soll. Denken sie immer noch an die Macht der Geheimdienste, wenn Sie glauben, dass unsere Politiker uns davor schützen werden – ein Knopfdruck, und die Karriere ist vorbei. Machen die vielleicht auch zwischendurch einfach mal nur so zum Spaß: man wirbt ja nicht umsonst gerne Charaktere an, die Spaß daran haben, Dinge kaputt zu machen. Mit denen legt man sich besser nicht an – noch steht man ihnen gern im Weg herum … oder macht in irgeneiner für die unangenehmen Art und Weise auf sich aufmerksam.

Schlimmer wird es, wenn man historisch denkt. Schauen wir uns mal an, was die Regierung der USA im Jahre 1969 für Probleme hatte (siehe Food and Nutriation Service):

2,8 Millionen US-Bürger mussten die Hilfe dieser Lebensrettungsagentur in Anspruch nehmen, die aus 6,63 Dollar im Monat bestand. Überschaubare Kosten. 1972 waren es schon 11 Millionen Bürger.

1990 – die Sowjetunion brach gerade auseinander, man hatte den Feind „totgerüstet“ und somit die Überlegenheit der eigenen Wirtschaftsordnung bewiesen, waren es schon 20 Millionen Bürger, die nur dank staatlicher Hilfe vom Verhungern bewahrt werden konnten: die „Hochleistungswirtschaft“ warf für sie nicht mehr genug ab.

2013 waren es 47, 636 Millionen Menschen (2014 46, 5 Millionen), die im reichsten Land der Welt verhungert wären, gäbe man ihnen nicht ein monatliche Unterstützung von 133 Dollar, verglichen damit sind die Hartz IV-Regelsätze von 391 Euro (aktuell 449 Dollar – nach dem letzten Eurotief) schon paradiesisch zu nennen – aber daran wird ja auch gearbeitet … dank TTIP und TISA gehören diese Regelsätze wegen Verzerrung des Marktes bald der Vergangenheit an und wir dürfen uns auf US-Sätze freuen.

Und doch geben diese Zahlen nicht das ganze Elend der USA wieder – wie sonst könnte der Wall-Street-Millionär Mitt Romney 2010 von 47 Prozent reden, die nur noch dank staatlicher Fürsorge überleben können. Wie hat er eigentlich sein Geld gemacht, dieser „moderate“ Konservative aus „gutem“ Hause? Die Landeszentrale für politische Bildung in Baden-Würtemberg klärt uns darüber auf (siehe LBW):

„Allerdings verdiente er seine Millionen mit Bain Capital, einer Private-Equity-Gesellschaft, die Firmen aufkauft, auf Rendite trimmt und dann wieder verkauft.“

„Auf Rendite trimmen“ … das heißt: Massenentlassungen, Gewerkschaftsabbau, Niedriglöhne, kennen wir in Deutschland auch. Da wollte einer der Hauptverantwortlichen für die Prekarisierung der USA Präsident werden – und hätte es dank „Wahlmännersystem“ fast geschafft. Sein Programm bestand natürlich aus „Sozialkürzungen“: 148 Millionen US-Bürger sind inzwischen „über“, man braucht sie nicht mehr, sie liegen dem Staat nur auf der Tasche – und dank miserabler Aufstiegschancen (siehe hierzu „Armut als Schicksal“, Telepolis, Heise) wird das auch so bleiben.

„Private-Equtiy-Gesellschaften“ erweisen sich so als Krebsgeschwüre, die sich durch die gesunde Volkswirtschaft fressen, um immer mehr Menschen ins soziale Abseits zu stellen: nach neoliberaler Propaganda (die auch in Deutschland mit Hartz IV einen Riesenerfolg gefeiert hat) ist nämlich per Gesetzbeschluss auf einmal der Arbeitnehmer selbst für die Folgen der Arbeit der „Heuschrecken“ verantwortlich: das schwächste Glied in der Kette soll aus eigener Kraft den Kapitalismus retten: so blöd war schon lange keine politische Propaganda mehr. Tut er das nicht, giert man danach, ihn verhungern zu lassen … also: „Sozialausgaben zu kürzen“, das Lieblingsthema aller Konservativen (neben „Steuervergünstigungen“ … also dem ungehemten eigenen Griff in die Staatskasse). Hört sich auch so schöner an, als wenn man direkt über Massenmord an „unnützem“ Menschenmaterial reden würde. Und verhungern … tun die von ganz alleine.

Diese Gesellschaft, dieses Netzwerk aus Geheimdiensten, Industrie und Kapital hat nun einen neuen Rekord eingefahren: laut Washington Post sind inzwischen die Mehrheit der US-Schüler als „arm“ zu bezeichnen. Waren es 2010 noch ein Fünftel aller Kinder, so sind es jetzt über 50 Prozent (siehe Southern Education Foundation). Fast könnte man meinen: nach dem der „militärisch-industrielle Komplex“ der USA die Sowjetunion totgerüstet  hat, haben sie jetzt ihr eigenes Land totgerüstet – schon Grund genug, sich neue Kriege zu wünschen, um vom eigenen Versagen abzulenken … vielleicht auch Grund genug, Anschläge im eigenen Land nach zu inszenieren (also nicht nur auf fremden Rechnern), um weiter „im Geschäft“ zu bleiben.

Einzelne Daten?

Kalifornien – allein schon einer der größten Wirtschaften der Welt, ganz ohne den Rest der USA – hat 55 % Schüler, die an öffentlichen Schulspeisungen teilnehmen. Texas kommt auf 60 %, New York auf 49 %, Mississipi auf 71 Prozent, gerettet wird der Durschnitt von New Hampshire an der Ostküste, wo nur 27 Prozent der Schüler als arm gelten … bei einer Gesamtbevölkerung von 1, 3 Millionen Einwohnern. Insgesamt sind es inzwischen 51 % der Kinder, die von Armut betroffen sind, d.h. von Hunger, mangelnder Hygiene, mangelhafter Kleidung.

Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten … und der unbegrenzten Macht … demonstriert in eigenen Reihen die Zukunft der Menschheit, die Zukunft der „westlichen Wertegemeinschaft“, die sich so über den ganzen Planeten ausbreiten soll: ständig von Abschaffung bedrohte staatliche Ernährungshilfe auf der einen Seite gegen Apartments mit Pool für die 20 Prozent sichere Funktionselite (siehe Spiegel-Fotostrecke „Wohnungen mit Privatpool: Wenn Millionäre planschen gehen“) auf der anderen Seite: diese Kultur verbreitet sich im 21. Jahrhundert weltweit – mit militärischer Macht.

Nun – vielleicht zerstört einer der Cyberkrieger jetzt auch meinen Rechner – aus Absicht, weil ich „unkorrekte“ Meinungen vertretete oder einfach, weil es ihm Spaß macht – aber wenigstens sollte man Anfang 2015 noch mal schnell lesen können, dass der Kapitalismus die Kultur der Massenarmut ist.

Und das wollen wir wirklich jetzt in Europa etablieren … und auch weltweit als Leitkultur (besser: „Leidkultur“) einführen?

Nun – angesichts der Allmacht der NSA-Krieger im Internet bleibt uns gar nichts anderes über – aber das erklärt, warum alle so devot sind, wenn neue Kommandos aus den USA kommen – z.B. wenn „Putin“ auf einmal „böse“ zu sein hat. Ich denke: in den Zentralen der Macht in Europa (und auch in den Redaktionsstuben) ist man sich ganz genau bewusst welche Macht sich in den USA gerade entfaltet – einer Macht, der man lieber devot dient, bevor sie unwirsch wird.

Also … ich habe da keine weiteren Fragen.

 

 

 

 

Politischer Rummelplatz

Ist schon wieder Jahrmarkt? Überall in den Zeitungen kann man von Kuriositäten, Sensationen und Attraktionen lesen. Wo ist denn dieser Jahrmarkt? Ich konnte keinen genauen Ort bestimmen, aber es erweckt den Eindruck, dass die ganze Welt ein einziger Rummelplatz geworden ist. Kaum verlässt man das Haus, wird einem die Propaganda um die Ohren geschmissen, das Heiligste vom Himmel versprochen und sämtliche verbrecherischen Aktivitäten als legitime Sensation auf der politischen Kirmes verkauft.

150104

Aber schauen wir doch einmal, wer welche Attraktionen bietet. In Europa hat der Hütchenspieler Draghi seine Kundschaft gefunden. Laufend schiebt er seine EZB-Becherlein auf dem Tisch herum und die Leute dürfen raten, wo die Gelddruckmaschine drunter ist. Dass dies kein einziger richtig erraten kann ist eigentlich logisch. Kein Hütchenspieler lässt sich in die Karten schauen und sein Ziel ist es, die Zuschauer zu täuschen und ihnen das Geld abzuknöpfen. Herr Draghi hat seine Kunst perfektioniert und schiebt mittlerweile nur noch Luft in den Bechern hin und her. Gewinnen kann man nichts und die Europäer sehen sich als kollektive Verlierer. Diese falsche Nuss kann einem gestohlen bleiben. Also schauen wir, was es sonst noch für Sensationen gibt, die einen nicht gleich beim ersten Kontakt ruinieren.

Da wäre noch die kapitalistische Achterbahn. Das Hoch und Runter der Finanzmärkte lässt einem schon beim Zuschauen schlecht werden. Zuerst werden Milliarden auf den Markt geschmissen und wenn das Wägelchen ganz oben angekommen ist, geht die Talfahrt los. Egal ob Rubel, Dollar oder Euro, in jeder Kurve schleudert es Unmengen an Geld aus dem Wagen und kommt dann noch ein Looping, wird’s sogar den Finanzministern schlecht. Am Schluss der Achterbahnfahrt wird nicht sanft abgebremst, nein, man lässt die Wagenkolonne mit Volldampf in die nächste Inflationsmauer donnern. Eigentlich fährt man diese Bahn nur einmal. Aber die Finanzmärkte kotzen sich lieber die Seele aus dem Leib, um die G(eld)-Werte weiterhin auf der finanziellen Achterbahn bis zum Exzess auszukosten .

Einen grossen Teil des Jahrmarktes machen die Schiessbuden aus. Die werden von den Amerikanern gestellt. Sie sind aber im Dekorieren der Schiessbuden ziemlich einfältig. Man sieht nur aufgesteckte Islamisten, meist Kinder, Frauen und Alte. Manchmal entdeckt man dazwischen den Hauptpreis eines Terrorfürsten, dem man aber zuerst das Preisschildchen „mutmasslich“ wegballern muss. Damit jeder Besucher ein Erfolgserlebnis hat, darf man mit Uranmunition rumschiessen. Da kommt es nicht mehr drauf an ob man trifft oder nicht. Sogar der Schiessbudenbetreiber wird dabei kontaminiert, aber das ist ihm egal. Sollte er ebenfalls als Kollateralschaden enden, warten schon unzählige neue Ballermänner auf ihren Einsatz.

Kein Rummelplatz ohne Geisterbahn. Diese Attraktion darf auf keiner Kirmes fehlen. Der Andrang ist entsprechend gross, weil jeder mit eigenen Augen sehen will, mit welchen Mitteln einem heute das Gruseln gelernt wird. Betreiberin ist die deutsche Kanzlerin. Sie sitzt in ihrem Glashäuschen wie ein ausgestopfter Buddha mit schlechter Laune und freut sich über jeden Besucher, dem sie das Fürchten lehren kann. Kaum sitzt man im Wägelchen, geht es auch schon los. Man verschwindet hinter einer Türe und befindet sich in absoluter Dunkelheit. Plötzlich rollt einem der Schäuble entgegen und brüllt „Mein Schaaatz“. Nach diesem Adrenalinkick folgt sogleich der nächste. Hinter einer Kurve wartet der Sigmar Gabriel als übergrosser Marshmallow und droht einem unter sich zu begraben. Um der anschwellenden Panikattacke einen drauf zu setzen, wird man von unzähligen verkleideten Energiesparlampen verfolgt und geblendet. Blind und unfähig die Wahrheit zu erkennen geht’s weiter. Bis zur nächsten Kurve darf sich das persönliche Nervenkostüm kurz erholen, dann erscheint die Killer-Ursi. Einzelne Besucher der Geisterbahn suchen schon verzweifelt den Notausgang. Den hat es aber nicht. Einmal in den Fängen dieser Rambine wird die ganze Familie militarisiert. Papa killt während Mutti stillt.
Dann erscheint ein Licht am Ende des Tunnels. Für die einen ist es der Eintritt ins Paradies und für andere die Rettung aus dem deutschen Gruselkabinett.

Langsam macht sich etwas Hunger breit und ein Besuch beim Imbisstand ist angesagt. Den betreiben die Griechen. Sie tischen diverse Menus auf, die sehen auch gut aus, aber machen nicht satt. Sie schummeln bei den Zutaten, fälschen die Preise und mästen ausschliesslich Banken mit ihrem Finanz-Catering. Alle anderen dürfen sich mit den restlichen Krümeln begnügen, die aber in der Regel von den griechischen Polit-Maden schon weggefressen wurden. Die einzigen, welche bei den Griechen sonst noch satt werden ist die deutsche Rüstungsindustrie.

Weiter geht’s in Richtung Karussell. Das ist ein Gemeinschaftsprojekt der Italiener, Spanier und Portugiesen. Die drehen sich solange im Kreis, bis keiner mehr weiss, in welche Richtung sie sich bewegen sollen. Hauptsache keiner merkt die politische Richtung und wenn, dann wird weiter am Korruptionsrad gedreht, bis alle oppositionellen Stimmen rausgeschleudert wurden. Andere, die sich krampfhaft am Sessel festhalten werden kurzerhand von diesem enteignet, was unwiderruflich einen Absturz zur Folge hat. Unter dem Karussell türmen sich die Toten und Enteigneten immer höher. Hat aber für die politische Elite den Vorteil, dass sie besser zum Korruptions-Karussell hochsteigen kann. Sie trampeln bedenkenlos auf den leblosen Körpern des sozialen Friedens herum, Hauptsache man kann sich einen Sitz ergattern und sich dort mit viel Geld festschrauben lassen.

Russland ist ebenfalls vertreten. Sie betreiben einen Souvenir-Shop. Dort kann man sich Andenken kaufen, welche die westliche Kriegstreiberei darstellen. Angefangen bei einer Plaquette, wo die Zahl 28 Millionen drauf steht. Das sind die russischen Toten des zweiten Weltkrieges, dann findet man Modellflugzeuge, die zuerst wieder zusammengesetzt werden müssen oder Spielzeuglastwagen, die als Überraschungspaket deklariert sind. Einzelne westliche Besucher erwarben einen Röhrenbausatz, aber in ihrer Ungeduld machten sie das Spielzeug kaputt, bevor sie den eigentlichen Sinn des Spieles überhaupt begriffen hatten. Anstatt über ihr unvernünftiges Handeln nachzudenken, überschütten sie den armen Souvenir-Shop-Besitzer mit Drohungen und Schuldzuweisungen. Der hatte bald die Schnauze voll und nahm den Röhrenbausatz aus dem Sortiment. Sollen die Deppen doch selber schauen, mit was sie spielen können, mit den Russen haben sie’s jedenfalls verscherzt.

Gleich daneben findet man einen Markstand aus der Ukraine. Man kann zwar nicht sofort erkennen, was die verkaufen oder anbieten, aber bei genauerem Hinsehen sieht man, dass dort Reisen angeboten werden. Entweder kann man als Kriegstourist eine Anzahl Menschen zum Töten buchen oder sich in die Irrenanstalt in Kiew einweisen lassen. Natürlich mit Vollpension. Die Rechnung kann man getrost wegwerfen. In der Ukraine bezahlen immer andere. Entweder mit gestohlenem Steuergeldern oder mit dem Leben. Ab und an kommt der Frankensteinmeier aus dem deutschen Gruselkabinett und macht Werbung für die ukrainische Irrenanstalt. Bekommt der Provisionen aus Kiew? Pro Patrone oder pro Leiche?

Langsam macht sich beim Besucher des Kirmes-Wahnsinns eine Müdigkeit breit. Nicht weil ihn die Bahnen geschafft haben, sondern wegen des Dauererbrechens beim Anblick der medial aufgebauschten Sensationen. Die Massenblätter propagieren Frieden und Wohlstand und der Bürger erlebt Krieg und Verarmung. Erst allmählich wird den Besuchern bewusst, dass sie selber die eigentliche Attraktion auf dieser Wahnsinns-Kirmes sind. Die Betreiber amüsieren sich köstlich, wie sie dem Besucher jeglichen Schmus verklickern können und er dafür auch noch bezahlen darf. Wie bereits gesagt, entweder mit seinem sauer verdienten Geld oder mit dem eigenen Leben.

Man darf gespannt sein, mit welchen neuen Attraktionen wir in Zukunft unterhalten werden.

Die letzten 100 Artikel