Überwachung

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Das unhygienische Bargeld

In der Folge der Corona-Krise wird die Bargeldabschaffung massiv vorangetrieben.

Ein Standpunkt von Hansjörg Stützle.

Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten. Und niemand will das Bargeld abschaffen. Leider Gottes zwang die Corona-Epidemie aber viele Händler dazu, ungewöhnliche Maßnahmen zu ergreifen. „Aus hygienischen Gründen bitten wir Sie, mit Karte zu bezahlen.“ Solche Schilder sind an vielen Ladenkassen angebracht. Und manche belassen es nicht bei Bitten. Sie nehmen Bargeld — ein offizielles Zahlungsmittel — gar nicht mehr an. Der vorgeschobene Grund: An Geldscheinen und Münzen könnten tödliche Corona-Viren kleben. An Kartenterminals, die täglich von Hunderten Menschen berührt werden, offenbar nicht. Der ganze Vorgang riecht stark nach einer umfassenderen Agenda. Maßgebliche Kräfte wollen das Bargeld schon länger abschaffen. Dieser Prozess wird durch Corona massiv beschleunigt. Zu den Folgen gehören ein höheres Verschuldungsrisiko, die Ausgrenzung „altmodischer“ oder auch nur politisch bewusster Menschen, die lückenlose Kontrollierbarkeit unserer Zahlungsvorgänge und unabsehbarer Machtzuwachs für wenige Institutionen.

Die Coronakrise absorbiert einen großen Teil des Aufmerksamkeitspotenzials der Menschen. Und in ihrem Windschatten gedeihen sehr fragwürdige Entwicklungen, die von der Öffentlichkeit fast gänzlich unbemerkt bleiben.

Trotz Verdachts auf Staatsterrorismus: Deutsche Geheimdienste dürfen bald WhatsApp-Chats mitlesen

Die Bundesregierung hat beschlossen, dass Verfassungsschutz, Bundesnachrichtendienst und Militärischer Abschirmdienst künftig bei WhatsApp mitlesen dürfen. Ein weiterer Schritt in den Überwachungsstaat ist damit getan. Besonders besorgniserregend ist, wer uns da überwachen soll.

Ich bin natürlich ein alter Sack, aber als ich zur Schule gegangen bin, wurde uns noch beigebracht, dass das Post- und Telefongeheimnis heilig seien und dass dieser Schutz der Privatsphäre unsere „freiheitliche Demokratie“ von den bösen Diktaturen im Osten unterscheidet, wo die Stasi alles und jeden abhört. Dass das schon damals nicht galt und dass die Geheimdienste nach Lust und Laune Briefe geöffnet haben, wusste damals noch niemand. Heute macht sich die Regierung aber nicht einmal mehr die Mühe, so zu tun, als würden diese demokratischen Freiheitsrechte noch irgendeinen Wert haben.

Das Commons-Project: der digitale Gesundheitspass

Rockefeller-Stiftung und Weltwirtschaftsforum machen ernst mit der privaten Weltpassbehörde.

Ein Kommentar von Norbert Häring.

Das Weltwirtschaftsforum hat sich mit einer von der Rockefeller-Stiftung neu gegründeten “gemeinnützigen” Organisation zusammengetan. Sie wollen Corona nutzen, um eine private, globale Gesundheitspassbehörde zu bilden. Damit treiben die beiden ihre techno-autoritären Pläne Known-Traveller, ID-2020 und Lock-Step entschlossen voran.

Geschichte wird gemacht, es geht voran. Sehr schnell. Im April hatte ich geschrieben: “Wir sind nicht mehr weit davon entfernt, dass die digitalen Technologiekonzerne der USA virtuelle Passbehörde der Welt werden, die bestimmt, wer sich in welchem Radius bewegen darf.” Anlass war, dass im Zuge der Einführung von Covid-Kontaktverfolgungs-Apps Apple und Google ankündigten, dass künftig alle physischen Kontakte jedes Trägers eines Android oder Apple-Smartphones erfassbar und von den USA aus auswertbar werden sollten.

Die Rockefeller Foundation hat schon 2019 (offenbar allein) die Anschubfinanzierung von 300.000 Dollar für The Commons Project bereitgestellt, und zwar für “die Entwicklung und Strukturierung eines neuen Organisationsmodells zur Entwicklung, Finanzierung und Umsetzung von digitalen öffentlichen Infrastrukturprojekten.” (Zitate durchgehend meine Übersetzungen.) Erstes Projekt, das noch unterhalb des Radars flog, war CommonHealth.

Vorbereitung 2019

In der Selbstbeschreibung von CommonHealth heißt es:

CommonHealth hilft den Menschen ihre persönlichen Gesundheitsdaten zu sammeln und zu verwalten und sie mit den Gesundheitsdiensten, -organisationen und -apps zu teilen, denen sie vertrauen. CommonHealth dehnt das Modell der Gesundheitsdaten-Portabilität und Interoperabilität, das von AppleHealth entwickelt wurde, auf die 55% der Amerikaner mit Android-Geräten aus (85% global).

Big Brother for your home? | Amazon unveils a flying spy

#Amazon’s home security subsidiary #Ring has released a tiny drone to watch over users’ possessions while they’re gone – capitalizing on paranoia and laziness while further cementing the presence of Big Brother in the home.
The Ring Always Home Cam is a pint-sized drone that syncs up with the user’s Ring home security system to fly around checking on things whenever the user is away. Homeowners can watch it do its thing on their smartphones, but can’t manually control it – which must be frustrating in the event the flying spy does actually catch someone breaking in.

Robert F. Kennedy Rede in Berlin

Robert F. Kennedy Jr. – supports Germany at the anti-Corona-Demo in Berlin on August 29th 20. Biggest demo against Corona-Fascism on August 29th 20 in Berlin. Come all to Berlin! We want to make the world peaceful again!
To do so, the Nazi regime i…

Interviews

RUBIKON: Vor Ort: „Bericht aus Berlin“ (Robert F. Kennedy und Jens Lehrich)

Rede

What your smart devices know (and share) about you

Kashmir Hill and Surya Mattu

Once your smart devices can talk to you, who else are they talking to? Kashmir Hill and Surya Mattu wanted to find out — so they outfitted Hill’s apartment with 18 different internet-connected devices and built a special router to track how often they contacted their servers and see what they were reporting back. The results were surprising — and more than a little bit creepy. Learn more about what the data from your smart devices reveals about your sleep schedule, TV binges and even your tooth-brushing habits — and how tech companies could use it to target and profile you. (This talk contains mature language.)

Dazu passt:

You think your wireless and other technology is safe? From Blue Tooth to automobile remotes, PCs, and „secure“ credit cards, Hacker extraordinaire shows how nearly every secure system is vulnerable.

Wearables und soziale Kontrolle

Eine Krise ist immer auch ein Beschleuniger für gewisse Entwicklungen: Aktuell erleben wir den rasanten Aufstieg der Wearables – ob als #Smartwatch, als #Ouraring oder #Fitness-Armband. 2019 publizierten Anna-Verena Nosthoff und Felix Maschewski das Buch „Die Gesellschaft der Wearables“, schon damals trug ein Viertel der Bevölkerung in Deutschand ein solches (Selbst-)Überwachungsgerät, um ständig Gesundheitsdaten zu ermitteln und auszuwerten. Der Boom hat aber gerade erst begonnen – und die großen Tech-Konzerne befinden sich derzeit im einem erbitterten Wettbewerb um die Vorherrschaft bei diesem „next big thing“. Im neuen „Wohlstand für Alle“-Spezial spricht Wolfgang M. Schmitt mit Nosthoff und Maschewski über diesen neuen Markt im Überwachungskapitalismus.

Literatur:
Anna-Verena Nosthoff, Felix Maschewski: Die Gesellschaft der Wearables: Digitale Verführung und soziale Kontrolle. Nicolai Verlag.
Anna-Verena Nosthoff, Felix Maschewski: Wie Big Tech die Pandemie «lösen» will: https://www.republik.ch/2020/05/09/wi…

Propaganda Stops Peace But Protesters Stop Pipelines

The New York Times reported, without evidence, last week that anonymous intelligence agents had leaked that Russia was paying Taliban forces bounties to kill US soldiers. The story comes at the right time to stop peace talks and troop withdrawals. Lee tears into this unfounded narrative and reminds us that the US actually used to fund the Taliban. Ghislaine Maxwell was arrested, Dominion and Duke Energy gave up on the Atlantic Coast Pipeline, the Dakota Access Pipeline was shut down by court-order, wildfires rocks Arizona, and more.
Natalie McGill reports on a leak of law enforcement communications that reveals how the FBI and other agencies surveilled activists through social media… and Twitter helped them. This led them to target National Lawyers Guild members, journalists, and medics. Anders Lee sits, socially distanced, with Lee to discuss how New York City has tacitly allowed tenant harassment and eviction in this pandemic, how the fashion industry have screwed garment factory workers by cancelling their orders, and more.

China unser Vorbild? Gesundheitsüberwachung, an Stelle von Freiheit? Apps an Stelle von guter Luft?

https://ul-we.de/5g-in-china-wenn-der-staat-alles-sieht/

Das 5G wird die Patente schon in die richtige Richtung z.B. nach China weiterschicken, denn 5G braucht Huawai, in der derzeitigen Version, die viel mehr Energie verschlingt, als Glasfaser, ein stromfreier Lichtleiter, den man End-zu End sicher installieren kann. https://www.golem.de/news/bruce-schneier-es-ist-zu-spaet-um-5g-wirklich-sicher-zu-machen-2001-146156.html

Wie wäre mit guter Luft, Stärkung der Immunkraft, Freude, Ideen, Ideale, an Stelle von Staatlichem Überwachungszwang?

Wer frei sein möchte, der achte auf seine Gesundheit! Vor allem in Zeiten wirtschaftlicher Knappheit. Fast alle Lösungen dafür sind viel besser für das Klima, als der jetzige Zustand.Siehe: nachrichtenspiegel.de. https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/ernaehrung-rotes-fleisch-erhoeht-risiko-frueher-zu-sterben-a-615283.html, https://www.bioaktuell.ch/pflanzenbau/nachhaltigkeit/bio-und-welternaehrung.html, nachrichtenspiegel.de. Die Ernährung wurde bei uns durch weniger Fleisch, deutlich kostengünstiger. Das Radfahren spart viele Kosten!

Klare Gedanken und Ideen, ja Ideale können uns in dieser Zeit aufrichten und Kraft bringen!

 

 

Conspiracy

Vorsicht, enthält Spuren von Verschwörungstheorien

Benjamin Fulford: Wochenbericht vom 09.03.2020

Der Zustand unserer Zivilisation oder der Rückfall in die Barbarei

Merkel: Regime-Change in Syrien ist gescheitert – Russland aber schuld am Flüchtlingsproblem

The Exxxit Polls Are Way Off

Am Ende der NSU-Trio-Version

Finanz-Tsunami: Jetzt kommt das Derivate-BebenDerivate

Coronavirus: Heikle Puzzleteile, die sich zusammenfügen

Gemengelage am 4. März 2020

Compilation Of Biden’s Public Lies & Plagiarism

Smart Meter, Smart Dust und ein „Weltraumzaun“ – die kühnsten Überwachungsmechanismen des Deep State

Hass, Gewalt, Feindseligkeit: Was hindert uns Menschen am notwendigen Wandel?

Lohnarbeit schlimmer als Sklaverei: über Herrenmenschen und Untermenschen

Freitag, 21.7.2017. Eifel. Es geschieht soviel in der Welt, dass man kaum noch weiß, wo man anfangen soll, die bedenklichen Entwicklungen aufzuzeigen. Dirk Müller (also: Mister Dax) warnte kürzlich in einer Videobotschaft vor der Einführung der künstlichen Intelligenz – die würde uns alle fertig machen. Auf You tube erzählte mir ein Geheimdienstler aus Südosteuropa, dass Deutschland dicht vor einem Bürgerkrieg steht, getragen von den neuen Einwanderern. War ein Fernsehinterview. Sowas – kommt woanders ins Fernsehen … und hier dürfen wir noch nicht einmal darüber diskutieren, ob wir Einwanderungsland werden wollen oder nicht. Sie hätten den mal hören sollen: der hat ganz offen von einer gezielten Attacke der Ölstaaten gesprochen, die sich ihre Macht auch nach dem Öl (ja – das geht bald zu Ende, sehr bald) erhalten wollen: ich habe ja den Mund nicht mehr zu bekommen vor lauter Schrecken über soviel politische Unkorrektheit. Mehr habe ich mich jedoch darüber erschrocken, dass ich mir nicht mehr locker alle Diskussionen im öffentlichen Raum anhören darf: schnell landet man auf einer Liste (die fertigen ja Rechte und Linke überall an) und wird bearbeitet: von schwarzen Neonazikommandos, schwarzen Antifaschisten oder der schwarzen Polizei.

Ja – auch die Polizei ist nicht mehr nur noch Freund und Helfer (außer hier in der Eifel), sondern auch immer mehr Exekutor von politischer Gewalt: das lassen die vielen Berichte über sinnlose Polizeigewalt in Hamburg vermuten (siehe junge Welt). Wissen Sie, was merkwürdig ist? Nur so ein Beobachtung am Rande: wenn die Spitzenfunktionäre der Machtstaaten sich sinnlos in Hamburg treffen, kommen erstmal 20000 Polizisten wegen der „Sicherheit“. Wenn der potentielle britische Thronfolger durch deutsche Innenstädte streift … dann reichen eine Hand voll Sicherheitsbeamte, der kann samt Prinzessin einfach in der Menge baden und es geschieht ihm nichts … dabei wäre er doch ein so bedeutsames Angriffsziel für Terroristen oder Antikapitalisten. Müsste nicht mindestens 1000 voll bewaffnete Beamte Heidelberg belagern?

Ach, was mache ich mir da überhaupt Gedanken. Habe ja noch nicht mal verstanden, warum aus der großen „rechten Bedrohung“ auf einmal wieder eine linke Bedrohung wurde: erinnert an ein Fähnchen, das im Winde weht – oder Bedrohungen, die je nach Wetterlage den Bedürfnissen angepasst … wenn nicht sogar staatlicherseits initiiert werden (so Gregor Gysi, siehe t-online). Vielleicht auch ein Grund, warum Kate und Wilhelm nichts zu befürchten haben: es sind gerade keine V-Leute in Heidelberg. Außerdem durfte das königliche Paar sich ja aussuchen, wem sie begegnen wollten (siehe Stuttgarter Zeitung):

Davor hat die Stadt 200 Ehrengäste vor das Rathaus geladen. Wer zu den Auserwählten gehört, ist geheim. Das Paar habe sich „einen Querschnitt durch die Stadtgesellschaft gewünscht““

Verstehen Sie schon, warum ich von Herrenmenschen und Untermenschen rede? Das sind ja wieder Zustände wie im Feudalstaat. Auf der anderen Seite die bittere Erfahrung:  ruft der Normalbürger um Hilfe, weil seine Freundin von Einwanderern vergewaltigt wird, interessiert sich die Polizei nicht so dafür (siehe Focus). Dafür werden Journalisten überwacht, die Brisantes über sonderbare Vorfälle innerhalb der Polizei ermittelten (siehe kn-online). Nun – wir sollten vielleicht froh sein, dass wir noch keine amerikanischen Verhältnisse haben: dort wird man schon mal erschossen, wenn man den Notruf wählt (siehe Spiegel). Haben Sie sich wirklich noch nie gefragt, wieso für dahergelaufene aristokratische Snobs Ausgangssperren für Behördenmitarbeiter verhängt werden können, Wochenmärkte geschlossen werden und sogar der Schiffsverkehr eingestellt wird? Aber Sie dürfen noch nicht mal auf Ihrer eigenen Terrasse in ihrem eigenen Haus rauchen wann sie wollen und müssen dort einen korrekten Stundenplan einhalten  (siehe WDR).

Wo leben wir hier eigentlich?

Nun … diese Frage wird uns ja von der Kanzlerin persönlich beantwortet: „Deutschland geht es gut und das ist ein Grund zur Freude“! Und wer zu diesem Satz in Opposition geht, ist eine linke Sau, ein rechtes Schwein oder Hartz IV-Empfänger, die Titel sind egal, Hauptsache es wird wieder klar: es gibt Herrenmenschen in Deutschland, um die sich unser Sicherheitsapparat ganz besonders sorgfältig kümmert … und es gibt Untermenschen, vor denen die Herrenmenschen vom Sicherheitsapparat geschützt werden müssen. Wäre es wirklich zu viel von Kate und Wilhelm verlangt, wenn man von ihnen erwarten würde, ganz incognito wie Sie und ich durchs Land zu reisen? Mal ehrlich: wer würde die denn erkennen, wenn sie vor einem stehen würden? Klar: es gibt gewisse Risiken. Die haben Sie und ich aber auch: neuerdings bilden sich schon Mobs aus 1000 Leuten, um zu randalieren – ganz ohne G 20  (siehe Spiegel).

Haben wir Mäusekot, Schaben und Käfer in dem Mehl, aus dem unser Brot gebacken wird, bleiben die Berichte geheim (siehe Spiegel), der Untermensch darf Müll essen. Die Herrrenmenschen aber: die bleiben straffrei, zum Beispiel die, die uns in einer großen kriminellen Massenaktion getürkte Dieselautos verkauft haben, die dann gar nicht mehr so klima- und verbrauchsfreundlich waren wie gehofft … in den USA werden die weltweit zur Fahndung ausgeschrieben, von unseren Herren jedoch … nicht ausgeliefert (siehe Süddeutsche). Wenn die Käufer Pech haben, legt die EU Ihnen die entsprechenden Modelle ab nächstem Jahr still (siehe Spiegel). Sowas machen Herrenmenschen mit Untermenschen.

Die machen aber noch mehr. „Die Industrie“ (auch so ein schrecklich inhaltsleeres Kampfwort, von denen unser Alltag übervoll ist, um keine Verantwortlichen mehr nennen zu müssen) hat eine so gute Stimmung „wie seit sechs Jahre nicht mehr“ (siehe Spiegel) – und die Frage nach dem Warum ist leicht zu beantworten (siehe jungewelt):

„Sie malochen an Fließbändern oder Supermarktkassen. Doch mit ihrem Lohn kommen sie nicht über die Armutsgrenze hinaus: Mehr als vier Millionen Beschäftigte fristeten 2014 ein Leben am unteren Limit – mehr als doppelt so viele wie zehn Jahre zuvor. Während die Wirtschaft brummt und die Arbeitsagenturen monatlich sinkende Erwerbslosenzahlen bejubeln, erhöht sich die Zahl der Hungerlöhner weiter.“

Weiß jetzt nicht, ob die junge Welt aktuell als rechtsradikal oder linksradikal oder arbeitslos zu bezeichnen ist, aber klar wird, warum die Industrie jubelt: die Politik stellt ihnen immer mehr Gratisarbeitskräfte zur Verfügung, an denen sich bestens abkassieren läßt – und das aktuelle Wahlprogramm der Union zeigt, dass man das auch die nächsten Jahre beibehalten und noch ausdehnen will (siehe Spiegel):

„Kanzlerin Angela Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer haben das gemeinsame Wahlprogramm der Union vorgestellt. „Ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben“, ist das Leitthema. Erreicht werden solle dies unter anderem bis zum Jahr 2025 mit einer Vollbeschäftigung, kündigte Merkel an. Eine Arbeitslosenquote unter 3 Prozent gilt als Vollbeschäftigung.“

Das „wir“ der Kanzlerin bezieht sich nun nicht auf Sie und mich, sondern auf sie und Horst Seehofer: die – und deren Kameraden -leben hier gut und gerne, verkaufen manipulierte Luschenautos und Madenbrote für goldene Berge und werden umfangreich vor Strafverfolgung geschützt … anstatt dass man den Betrieb enteignet und in einen genossenschaftlichen Betrieb umwandeln, in dem Bürger Autos für Bürger bauen – mit einer Sorgfalt und Umsichtigkeit, die sich Herrenmenschen gar nicht vorstellen können.

Um uns … geht es schon lange nicht mehr. Das kann ich Ihnen auch an einem einfachen Beispiel erklären: Sie wissen ja, wie fleißig die Deutschen sind – oder? Wir arbeiten gerne, immer und überall, auch umsonst – und darum ist unser Land ja auch perfekter als die Schweiz, richtig? Sollte man jedenfalls erwarten. Ein Land, wo immer und überall gearbeitet wird, sollte doch wohl gut in Schuss sein – das kennen Sie doch von Ihrem Haushalt! Doch wie sieht unser Land aus – obwohl so viele Menschen „Arbeit“ haben, mehr als seit vielen Jahren? Grausem sieht das Land aus, marode bis ins Mark (siehe Spiegel):

„Deutschland verschleißt: So lautet das Urteil einer von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel eingesetzten Expertenkommission, die in den nächsten Tagen einen weiteren Bericht darüber vorlegen will, wie es um die Infrastruktur der drittgrößten Exportnation der Erde bestellt ist. Die Daten sind alarmierend. Seit über zehn Jahren sind die Nettoinvestitionen des Staates zumeist negativ, was bedeutet, dass Straßen und öffentliche Gebäude schneller kaputtgehen, als sie repariert werden.“

Die Zustände sind so schlimm, dass schon die ersten Bundesländer erwägen, aus Deutschland auszutreten (siehe yahoo).

Wie kann das eigentlich sein, dass alle soviel rackern … und so wenig geleistet wird? Wie kann es sein, dass unser Land verrottet (wer hier Nationalismus fürchtet: ich rede von unserem gemeinsamen Verwaltungsbezirk, nicht von „Nation“ oder anderen verklärten Deutschtümeleien), während 40 Millionen Deutsche täglich malochen wie die Blöden? Wie kann es sein, dass Kanzlerin Merkel als Kanzlerin des Ruinenlandes in die Geschichte eingehen wird, in dem öffentliche Sicherheit nur noch für Herrenmenschen garantiert werden kann, während unsere Straßen, unsere Schulen und unsere Krankenhäuser immer mehr Dritte-Welt-Niveau erreichen? Ich gehe auch davon aus, dass dies nicht nur ein deutsches Problem ist, in England und den USA sieht es ähnlich aus (dazu später mehr), die haben ja auch diesen „Neoliberalismus“ schon früher ins Leben gerufen, jene Wirtschaftsform, die garantiert, dass die Kriminellen auf Kosten der ehrlich arbeitenden Menschen beständig reicher werden und sich ihren Reichtum dann durch Staatsgewalt schützen lassen können.

Wissen Sie – nebenbei bemerkt – was noch schlimmer ist als die zerbröckelnde Infrastruktur? Die Vernichtung der natürlichen Umwelt: 80 Prozent weniger Insekten als 1982 (siehe Spiegel) – und aktuell macht man sich Gedanken darüber, dass auch die Vögel sich verabschieden (siehe Spiegel). Und wie reagiert „die Industrie“ darauf? Will nächstes Jahr erstmal das vollautomatische Taxi einführen (siehe FAZ), der vollautomatische Fahrgast ist wohl auch schon im Gespräch – mal abgesehen davon, dass der neue Herrenmensch nicht mehr nur theoretisch ein Blutsauger ist, sondern sich real Blut von jungen Menschen injizieren läßt, um länger leben zu können (siehe Zeit) und von eigenen Superreichenwelten auf den Weiten der Meere träumt (siehe Spiegel), während wir anderen – also Sie und ich – absolut überflüssig werden (siehe Basellandschaftliche Zeitung) – sozusagen Biomüll auf zwei Beinen, vielleicht noch zu Organspenden zu gebrauchen … wozu man uns auf besonderen Farmen speziell kontrollieren müsste, damit wir nichts falsches essen – jedenfalls einen Teil von uns, während die anderen in den Ruinen ihrer alten Städte ums nackte Überleben kämpfen.

Und wieso lassen wir das eigentlich mit uns machen?

Nun – das ist eine ganz alte Geschichte.

Sie begann, als wie die Sklaverei durch eine noch viel schlimmere Form der Ausbeutung ersetzten: die Lohnarbeit, als jene Form von „Beschäftigung“, die uns seit hundert Jahren vollmundig als Religion gepredigt wird. Das Lohnarbeit selbst als Sklaverei angesehen wird, dürfte ja schon bekannt sein (siehe Taz):

„Beim Müßiggang geht es nicht um ein angenehmes Leben. Nicht mal um ein leichtes Leben. Vielleicht ist dein Leben sehr hart und du hast kein Geld. Aber du bist frei. Du tust, was Dir Spaß macht. Darum geht es, das hat schon Sokrates gelehrt. Auch Jesus hatte keinen Job. Lohnarbeit ist Sklaverei.“

Sagt Tim Hodgkinson, Initiator der Akademie für Faulheit- jener Faulheit, die Kanzler Schröder für ganz Deutschland als unrechtmäßig erklärt hat (siehe manager-magazin) und so schon 2001 indirekt jene Arbeitspflicht einführte, die nicht dem Land sondern nur den Herrschenden dient – jenen Herrschenden, deren größte Leistung im Leben es zumeist war, Erbe gewesen zu sein. Ist ja auch egal, wer herrscht, Hauptsache, die Kaste bekommt genug Personal, um funktionieren zu können.

Nun – jetzt denken Sie sicher: gut, Lohnarbeit hat ja schon was von Sklaverei – zumindest bleibt recht wenig zum Leben über … mal abgesehen davon, dass noch nie jemand durch Lohnarbeit reich geworden ist. Aber schlimmer als Sklaverei kann das doch nicht sein?

Bedenken Sie eins: als Sklave haben Sie für ihren Eigentümer noch einen gewissen Wert, er könnte sie noch verkaufen und hat deshalb ein gewisses Interesse daran, Sie nicht nur mit Madenbrot zu füttern. Als Lohnarbeiter reduziert sich der Wert deutlich: man braucht Sie ja nur für kurze Zeit – und wenn Sie es nicht schaffen, besser als die Maschinen (oder erstmal: besser als ihr Kollege) zu sein, dann sind sie nur noch … „Kosten auf zwei Beinen“. Betriebswirtschaftlich so nützlich wie ein Krebsgeschwür.

Blicken wir mal in eine Hochburg der Sklaverei: das alte Rom (siehe Zeit):

„Sklaverei war oft besser als Lohnarbeit. In Nordafrika war die typische Sklavenarbeit gerade nicht der Einsatz bei der Ernte von Wein, Oliven oder Getreide, wo man sich sechzehn Stunden lang täglich bücken musste. Diese harte Arbeit, die immer saisonale Arbeit war, erledigten freie Lohnarbeiter. Sie wurden mit Geld, Getreide und Wein bezahlt.“

„Sklaven verrichteten in der extrem arbeitsteiligen Wirtschaft des Römischen Reiches spezialisierte Arbeiten.“

„Jede Farm wurde von einem Sklaven verwaltet, der quasi Managementfunktion hatte.“

„In der Tat: Man muss sich das als eine sehr verantwortungsvolle Tätigkeit vorstellen – mit der Zuständigkeit für viele weitere Sklaven, die auch Verwaltungsfunktionen hatten. Unter ihnen gab es freie Pachtbauern und Lohnarbeiter. Nehmen wir als groben Vergleich die Familie Quandt, denen ein großer Teil der BMW-Aktien gehört: Der BMW-Vorstandsvorsitzende Norbert Reithofer wäre dann also ihr Sklave, der ein großes Unternehmen operativ führt.“

Warum kommt mir da nur das bundesdeutsche Beamtentum in den Sinn … jene Menschen, denen per Staatsgewalt das Recht auf Streik und Arbeitskampf genommen wurde, deren Pensionen in Zukunft jedoch die öffentlichen Haushalte sprengen werden (siehe Wiwo)?

Wohingegen der lohnarbeitende Untermensch mit immer weniger auskommen muss. Das war ja auch der Grund, warum es vielen befreiten Sklaven in den USA in den Fabriken des Nordens schlechter ging als auf den Farmen des Südens (siehe Südkurier): können die Herren die Preise für Wohnung, Heizung und Nahrung frei festsetzen, bleibt recht wenig über für den „freien Mann“, dessen Freiheit bald nur noch darin bestand, mit der ihm auferlegten Armut auf die Art und Weise umgehen zu dürfen, die ihm als die Beste dünkte.

Lohnarbeit schlimmer als Sklavenarbeit – wer hätte das gedacht? Und wer hätte gedacht, dass sich da seit 2000 Jahren nichts dran geändert hat?

Und wenn uns ausländische Königshäuser besuchen, können sie sich ein paar Sklaven zum Klatschen bestellen – wie vor 2000 Jahren.

Was wir dagegen tun können?

Nun – vielleicht nochmal Tim Hodgkinson lauschen (nochmal Taz):

„Na ja, ich bin Anarchist, ich sage niemandem, was er tun soll. Aber es gibt in unserer Kultur nur noch eine einzige Einstellung zur Arbeit. Und das ist falsch. Es ist genau so gut, im Bett liegen zu bleiben wie zur Arbeit zu gehen. Faulheit ist menschlich – und produktiv. Denken Sie an John Lennon. Er war sehr faul. Und sehr produktiv. Im Mittelalter wurden Leute verachtet, die zu viel gearbeitet haben. Das ist uns völlig verloren gegangen.“

Und dann müssen wir erstmal lernen, dass der lohnabhängige Untermensch noch unter dem Sklaven steht – oder sehen Sie das anders?

Bedenken Sie bitte, dass die Zukunft Ihrer Kinder auf einer Blutfarm für Herrenmenschen enden kann … wenn die Karawane so weiterzieht.

 

„Es ist langsam an der Zeit …“ – wenn der Generation X/Y/Z endlich der Kragen platzt

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Generation X, Generation Y, Generation Z – die Soziologen gelangen mit ihren Versuchen zur Beschreibung der Jugend und ihrer seelischen Metamorphosen allmählich ans Ende des Alphabets. Eines haben die soziologischen Studien aber gemeinsam: Sie beschreiben allesamt eine ziemlich dystopische und makabre Zukunft.

Aber nicht nur die Jugend sieht sich einem ökonomischen, ökologischen und allgemeinmenschlichen Abgrund gegenüber, sogar die Vertreter des führenden Establishments, also die angeblichen „winner“ der Globalisierung glauben nicht mehr an die Sinnhaftigkeit ihres eigenen Tuns: In einer Studie des US-Unternehmensberaters Jeremy Rifkin wurde 150 führenden Managern der  internationalen Konzerne die Frage gestellt, ob sie die Welt, die sie gerade durch ihre Arbeit mitgestalten, für ihre Enkel als lebenswert ansehen. Die Frage wurde 150 Mal – also ausnahmslos ! – schlichtweg verneint.

Wenn also selbst diejenigen, die wir als die Hohepriester unserer Gesellschaft anerkennen, die derzeit herrschenden Denk- und Handlungsmaximen für fatal halten, dann stehen die Karten für unsere Zukunft womöglich wirklich nicht allzu gut. Inzwischen sehnen sich viele nach einer Alternative zur derzeit auf Hochdampf betriebenen „Globalisierung“, die leider auf einem längst nicht mehr überlebensfähigen Dinosaurierprinzip beruht. Immer mehr Menschen realisieren, dass sich hinter euphemistischen Wörtern wie „Neoliberalismus“, „Wettbewerb“ und „Globalisierung“ etwas verbirgt, was der UN-Menschenrechtskommissar Jean Ziegler ganz unverblümt als „kannibalistische Weltordnung“ bezeichnet – wobei laut freimütiger Aussage des ehem. US-Außenministers Henry Kissinger „Globalisierung nur ein anderes Wort für US-Herrschaft ist“ (siehe Zitat aus Wikipedia).

Man hat sich daher schon eine Weile gefragt, wann denn endlich unserer Jugend der Kragen platzt. Schließlich wird ebendiese Jugend von uns – wenn wir es einmal ehrlich und schonungslos beim Namen nennen wollen -, auf allen Ebenen grausam verarscht, mit Sondermüll gefüttert und um ihre gesamte Zukunft betrogen (siehe auch: Züchtung zum Axolotl-Bürger).

Wir gehen mit unserer Jugend, also mit unserer Zukunft, um wie mit industriell gezüchteten Bienen: Wir nehmen ihnen das Beste was sie hätten, den Honig ihres Potenzials, restlos weg und füttern ihnen als Surrogat eine billige synthetische Industriezuckerlösung. Aufgrund dieses vollkommen denaturierten und toxischen Nährstoffs degenerieren die dauerUNTERhaltenen Zuchtbienen, ihre Immunkraft wird zusehends zersetzt, bis sie schließlich ein Fraß der Varoa-Milbe und anderer Krankheiten werden.

Warum regt sich aber diese Generation nicht wirklich auf, obwohl sie auf einem Förderband sitzt, das sie sukzessive in Richtung eines Abgrunds befördert und man die zuvorderst vom Förderband herunterpurzelnden Menschen bereits panisch schreien hört? Falls wir ein Interesse daran haben, dass vorgenannter Neokannibalismus nicht in totalem Kahlfraß, Fracking und Vergiftung unseres Planeten ausartet, dann wäre es doch eigentlich an der Zeit, uns als mündige Bürger ein bisschen auf die Beine zu stellen und die Schienen, die unseren Zug derzeit in Richtung Grand Canyon führen, umzulegen.

Nun, ein junger Rapper aus Wien hat schon mal den Anfang gemacht, die faule Dinosauriernuss zu knacken. Seinen Namen werden die wenigsten kennen. Denn da er zwei absolute NO-GOs begangen hat, wird er von den Mainstream-Medien konsequent boykottiert und totgeschwiegen – obwohl ihn bereits hunderttausende Menschen als independent street art Künstler kennen und schätzen: Kilez More. Die „Meinungsmacher“ haben sogar erreicht, dass er mit seiner künstlerischen Vita nachträglich aus Wikipedia wieder komplett gestrichen wurde. Und ein Künstler, der nicht in Wikipedia aufscheint in einer Zeit, in der bereits jeder Dschungelcamp-C-Promi einen Wikipedia-Eintrag besitzt, der ist für das öffentliche Bewusstsein einfach nicht existent. Wer heute Ketzer ist, der wird eben auf dem medialen Scheiterhaufen verbrannt. Im Falle von Ketzerei gilt da immer noch das gleiche Prinzip wie im Mittelalter.

Und was Kilez More getan hat, ist Ketzerei in Reinkultur: Er hat sich die in seine Arterien gesteckte Injektionsnadel herausgerissen, die mit der toxischen Industriezuckerlösung gefüllte Infusionsflasche in den Müll geworfen und stattdessen beschlossen, aufrechter Mensch zu werden und nicht Tretmühlenesel des Mammon. In Interviews nimmt er für sich das frevelhafte Recht in Anspruch, eigenständig zu denken und seine Meinung nicht von Fernsehen und Medien „machen“ zu lassen. In der Folge war es für ihn ganz leicht, sich sein gesundes Hirn und sein Herz wieder zurückzuerobern und mit diesen nun gegen den Wahn-Sinn, der seiner Generation zur Normalität erklärt werden soll, zu kämpfen.

Den von den Medien gehypten Gangsta-Rap bezeichnet er als Müll – und hält dem „Truth Rap“ entgegen. In einem Interview mit einem Schweizer Magazin bricht er sogar das größte Tabu für Rapper und angehende Stars: Er wagt es, nicht nur emotionalen Nonsens und Bullshit zu brabbeln, sondern macht sich klare Gedanken über Zukunft, Mitmensch und Umwelt – ein absolutes NO-GO, weshalb ihm auch ein Boykott der Mainstream-Medien und der UNTERhaltungsindustrie sicher war.

Seit er den u.a. Videoclip auf Youtube gestellt hat, wird er vermutlich weder bei Goldman Sachs noch bei McKinsey einen Job bekommen, aber ich vermute, in solche Wirtschaftskratzleien würden den jungen Mann auch so keine fünf Elefanten freiwillig hineinbringen.

Vor allem sollte er nun nicht versuchen, in die USA einzureisen. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, das sogar dem renommierten Schriftsteller Ilija Trojanow am Flughafen die Einreise verweigert hat, weil er ein Buch mit Titel „Angriff auf die Freiheit“ über den ausufernden Bürgerüberwachungs-Rinderwahnsinn geschrieben hat (hier die erstaunlich humorvolle Stellungnahme von Trojanow zu den kafkaesken Ereignissen) – nun, ein solches Land wird vermutlich auch wenig Spaß verstehen, wenn jemand den von ihm ausgehenden technokratischen Wirtschaftsimperialismus kritisiert. Darüber zu singen, dass besagter Wirtschaftsimperialismus alle von ihm missionierten Länder und Völker nicht wie versprochen mit „Fortschritt“, sondern mit Kulturtod und Verderben überzieht, das ist ein zweites, unverzeihliches NO-GO. Da ja, wie schon erwähnt, laut Henry Kissinger „Globalisierung nur ein anderes Wort für US-Herrschaft“ ist, wird auch verständlich, warum es in immer mehr Ländern zero tolerance gegenüber Globalisierungskritikern gibt und man einschlägige Demonstrationen von Exekutivkräften niederknüppeln lässt.

Schließlich wird das Geschäftsmodell der neoliberalen Profitmaximierung bzw. der kategorische Imperativ des Fracking („Put in poison, get out money“) als Wohlstandsmodell angepriesen. Wo kommen wir denn da hin, wenn die Menschen, die damit beglückt werden sollen, anfangen, es zu verteufeln?

Ilija Trojanow hatte als mehrfach preisgekrönter Schriftsteller und Mitglied einer internationalen Journalistenvereinigung, zu deren Kongress er in die USA einreisen wollte, eine respektable Lobby hinter sich, die sich über die Freiheitsbeschränkung ihres Mitglieds auch öffentlich entsprechend empörte und damit dem Land der Freiheit, das mit seinen Sondereinsatzkräften (Special Operations Command / SOCOM) wie Green Berets, Delta Force und Navy Seals derzeit 147 (von insg. 195) Länder unseres Globus „aktiv befriedet“ (Quelle: The Intercept), einen weiteren drastischen Image- und Vertrauensschaden bescherte.

Kilez More hingegen hat gar keine Lobby hinter sich. Er wäre daher für die Schergen des Imperialismus – pardon, für die Exekutivkräfte der Demokratie und Freiheit -, ein leichtes Opfer. Während also Ilija Trojanow am Flugplatz von grauen Männern einfach nur heimgeschickt wurde, so dürfte Kilez More durchaus mit einem kleinen Waterboarding im Hinterzimmer rechnen, falls er die Grenze zum Land „unserer verlässlichen Freunde“ überschreiten wollte.

Da der junge Sänger somit bisher alles falsch bzw. alles richtig gemacht hat, hat er nun nichts mehr zu verlieren sondern kann nur noch gewinnen. Jedenfalls beweist der junge Mann mit seinem neuesten Song, dass er mehr Mumm in den Knochen und mehr Durchblick hat als ein ganzes, mit Spiegelbildjournalisten vollgefülltes Hochhaus.

Wenn sich jetzt noch andere davon eine Scheibe abschneiden würden, dann bestünde auch in unserer verfahrenen Situation durchaus wieder Hoffnung – dann müssten die dicken Schneemänner, die derzeit noch groß und mächtig vor uns stehen und alles zu erfrieren bzw. zu mechatronisieren drohen, dahinschmelzen wie im Frühling.

Genug aber jetzt der Vorrede, lassen wir den jungen Mann selbst zu Wort kommen. Seinen fulminanten Bushido-Remix und Abgesang auf den Imperialismus leitet er mit den trockenen Worten ein: „Es – ist langsam an der Zeit – mich zu der Scheiße hier zu äußern…“

+ zwei ebenfalls beachtliche Songs von Kilez More (sowohl lyrisch als auch hinsichtlich Sounddesign):

„Ich bin frei“ https://www.youtube.com/watch?v=9m8Thk3D558

„Die Welt von Morgen“ https://www.youtube.com/watch?v=ddvDp8XovsA

 

Auf den Hund gekommen – über das Recht und die Pflicht des Hartzbürgers zum Fernsehen

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Mit einiger Verwunderung verfolge ich die hitzige Diskussion rund um den letzten Artikel des Eifelphilosophen (Die leise Hinrichtung der Kikki W.), in dem er ein weiteres Hartzleben in seinem Kampf gegen den eisigen Strom der Alternativlosigkeit schildert.

Es wäre für den Eifelphilosophen ein Leichtes gewesen, eines aus den zigtausenden anderen Hartzschicksalen auszuwählen, in denen es „nur“ um nacktes Überleben, Essen, ein Obdach gegen Regen, Krankheit und die vernichtete Zukunft in diesem Elend aufwachsender Kinder geht. Hat er aber nicht, er hat stattdessen einen gewagten Griff gemacht, der zu einer heftigen Kontroverse führte. Die Proponentin, die hier in einem Leck geschlagenen Kanu im marktkonformen Eiswasser paddelt, sorgte nämlich bei einigen Lesern für besondere Empörung. Schließlich kämpft sie nicht nur um ihr nacktes Überleben, sondern sie erdreistet sich ein Obdach zu fordern, das auch für ihre Hundeschar, der sie sich liebevoll verbunden fühlt, Platz bietet.

Während Hundefreunde hier leichter nachfühlen können und über die Schikanen der Hartzbeamten empört sind, so sorgt es bei Menschen, die Hunden gleichgültig oder gar antipathisch gegenüberstehen, nur für Kopfschütteln, warum die verharzte Dame um die Köter so ein Theater macht und sie nicht einfach beim städtischen Hundezwinger abgibt. Dann würde sie selbst doch schnell ein Hartzloch zugewiesen bekommen und könnte dort, so wie alle anderen Hartzer auch, im Flachbildschirm ihrem geistigen Tod ins Auge schauen.

Beim Lesen des Sachverhalts merke ich, wie auch ich selbst um Objektivität ringen muss. Als passioniertem Entenzüchter ist mir schließlich das Auftauchen eines Hundes in meinem Garten – passiert ab und zu mal – genauso gefürchtet wie einem Besitzer einer Stradivari das Auftauchen eines Hooligans, der mit einem Baseballschläger unbedingt sein geliebtes Instrument zerschlagen will.

Aber anstatt dass wir uns jetzt in einer ausweglosen Diskussion zwischen Hunde-/Enten-Freunden/Feinden in die Wolle bzw. in die Federn kriegen, erscheint mir eine grundsätzlichere Frage sehr viel interessanter: Was gesteht man dem Menschen als Kulturteilhabe und individuelle Lebenssinngestaltung zu und wo beginnt sanktionsfähige Extravaganz?

Darf man einem Menschen, der seit seiner Kindheit sein ganzes Herz ans Klavierspielen gehängt hat, sein teures Klavier wegnehmen, wenn er aufgrund eines unglücklichen Schicksalsschlages geharzt wird? Leicht könnte man das Beharren aufs geliebte Klavier angesichts der härter werdenden existenziellen Bedingungen als obszönen Luxus ansehen. Nimmt doch der sperrige Klimperkasten in einer Zeit akuter Wohnraumnot unnötig Platz weg. Platz, an dem man mindestens drei Migranten in einem Stockbett übereinander schlichten könnte. Migranten, die dort den notwendigen Schlafraum hätten, damit sie tagsüber Leistung bringen und mit ihrer Arbeitskraft und Steuerleistung endlich etwas in die Staatskassa einbringen und zum BIP beitragen könnten. Der Return-of-Merkels-Investment Point rückt sonst immer weiter in die Ferne. Da mit Tier- und Musikfreunden zimperlich umzugehen, das können wir uns doch nicht leisten. Da könnte ja jeder daherkommen und Extrawürste anmelden…

Schnell merkt man, dass es gar nicht so leicht ist, hier einen gültigen judizierbaren Maßstab zu finden. Das Problem ist nur: In einer Gesellschaft, in der der Mensch laut herrschender Lehrmeinung an Schulen und Universitäten weder Seele noch Geist besitzt, sondern nur ein zweibeiniges Tier ohne Federn ist, das unter möglichst billigem Energiesparlampen/LED-Licht möglichst viele Eier für die Bisquitindustrie legen soll, in so einer Gesellschaft wird es nicht allzulange dauern, bis alle Rechte, die nicht auf das bloße Vegetieren – also Essen, Aussscheiden und Schlafen – gerichtet sind, ebenfalls gestrichen sind. Wobei ja sogar diese rein vegetativen Grundbedürfnisse bereits öffentlich zur Disposition gestellt sind („Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.“)

Während sich also bei Fragen nach dem Recht auf Existenz und individuelle Lebenssinngestaltung schnell die Geister scheiden, so ist es aber doch bemerkenswert, dass zumindest hinsichtlich eines Rechts unzweifelhafte Klarheit und eine eindeutige Judikatur herrscht:

dem Recht auf Fernsehen.

Das habe ich von einem Mietskasernenbesitzer aus erster Hand erfahren. Der Mann – nennen wir ihn Meier – ist wohlsituierter und wohlbeleibter Leistungsträger im besten Sinne, der es eigentlich gewohnt ist, dass ihm der staatliche Justiz- und Exekutivapparat bei der Durchsetzung seiner gesetzlich und grundbücherlich verbürgten Eigentumsansprüche jederzeit tatkräftig zur Seite steht.

In einer Zeit, in der Privateigentum (von lat. privare = „erräubern“) als höchstes Gut gilt und dessen Schutz vor Schädigung und unberechtigtem Zugriff Dritter ein Großteil der straf- und zivilrechtlichen Gesetzesparagraphen gewidmet ist, fällt es Herrn Meier in der Regel sehr leicht, zu seinem Recht zu kommen und die mobilen und immobilen privaten Früchte seines Erwerbslebens zu genießen.

Es ist kaum zu glauben, aber in einer Angelegenheit beißt Herr Meier trotzdem auf Granit. Bis heute ist er darüber fassungslos. Also, folgendes trug sich in Meiers Mietskaserne zu:

Der Dachstuhl seines überwiegend von Zweibeinern hartzartiger Spezies bewohnten Altbaus begann zu faulen. Grund dafür war Regenwassereintritt an mehreren Stellen der Dachhaut, an welchen die Mieter in Eigenregie einfach Löcher durchgebohrt hatten, um ihre Fernsehantennen zu befestigen. Herr Meier, selbst Architekt, konnte durch ein Sachverständigengutachten belegen, dass die Art der Dachkonstruktion bzw. Eindeckung des Altbaus keine Durchbrüche erlaubt, die man fachgerecht abdichten kann. Da die Mieter nicht einsichtig waren und auf tadellosen Fernsehempfang beharrten, zog Mietsherr Meier vor Gericht. Lag doch ein klassischer Fall vorsätzlicher Sachbeschädigung vor, der ihm als Eigentümer des Privatguts zum geldwerten Nachteil gereichte.

Das erstinstanzliche Gericht wies die Klage jedoch ab bzw. gab den Mietern in ihrem Anspruch auf ununterbrochenen Fernsehzugang Recht. Der Fall ging durch alle Instanzen, aber auch dort wurde Meier ausnahmslos in die Schranken gewiesen. Der höchstrichterliche Urteilsspruch lautete sinngemäß, dass der tägliche Zugang zum Fernsehprogramm ein unverzichtbares Grundrecht des modernen Bürgers und als solches schützenswert sei.

Als mir Herr Meier dies erzählte, war auch ich baff. Als jemand, der neben seiner technischen Ausbildung auch Jura studiert hat, hätte ich mir das nie vorstellen können: Das Recht des gemeinen Kleinbürgers auf Fernsehkonsum bricht elementarstes Eigentums- und Schadenersatzrecht. Nun ja, man lernt eben nie aus.

Aber was ich Ihnen hier erzähle, ist noch gar nichts. Es kommt noch dicker.

Die Pflicht zum Fernsehen

Aus verlässlicher Quelle, die ich nicht preisgeben darf (ja, nicht nur SPIEGEL-Journalisten haben solche Quellen, auch als Parkwächter hat man so seine Beziehungen), weiß ich, dass heute alle Bürger, die nicht fernsehen, d.h. die keinen offiziellen TV-Anschluss besitzen, von staatlicher Seite speziell überwacht werden. Mit anderen Worten: Wer nicht täglich fernsieht, ist dem System verdächtig.

Indem ich also jetzt diesen Artikel poste, habe ich mich gleichzeitig geoutet. Spätestens jetzt werden die Bürgerüberwachungsbeamten wissen, wer der Parkwaechter ist. Denn in meinem Bezirk bin ich gewiss der einzige Entenzüchter und Maschinenbautechniker ohne Fernsehanschluss. Unter Kombination dieser drei Kriterien zusammen mit meiner IP-Adresse, die auf den Bildschirmen der Überwacher genauso sichtbar ist wie mein Ententeich auf der Google-Maps Satellitenaufnahme, bedarf es in der Zeit von Big Data nicht mehr als zweier Mausklicks, um mich eindeutig zu identifizieren.

Auch wenn einem darüber aus grundrechtlicher Sicht Angst und Bang werden kann, aus rein pragmatischer Sicht kann ich es dem System nicht einmal übel nehmen, dass es mich überwacht. Denn ich kann es nicht leugnen: Als ich selbst die Glotze aus dem Wohnzimmer verbannt habe, machte ich eine erstaunliche Wandlung durch. Nach Absolvierung einer kurzen, bei Süchten eben unvermeidlichen Entzugsphase steigerte sich meine psychische und physische Gesundheit um gefühlte 300 % – einhergehend mit dem unwiderstehlichen Drang, dem zur Normalität erklärten, aber jeder Vernunft und Nachhaltigkeit spottenden Wahnsinn, der sich heute vor uns aufgeplustert hat und uns den gesamten Atem zu nehmen droht, einige Nadelstiche zu verpassen und ihn damit wieder zurechtzuschrumpfen. – Eine solche Ambition könnte man allerdings auch unter den Tatbestand „Geschäftsschädigung“ subsumieren. Überhaupt ist das, was ich hier mit anderen Kollegen tue, etwas höchst Subversives und reiner Sand im Getriebe der derzeit herrschenden Wirtschaftsinteressen:

Ich bilde mir eigenständig Gedanken, bilde daraus eigenständige Empfindungen und führe schließlich eigenständige Handlungen aus.

Mit einem Wort: Ich mache geradewegs das, was von einer gigantischen Maschinerie an Schul-, Universitäts-, Medien- und „Wissenschafts“-Einrichtungen von vornherein verhindert werden soll. Man stelle sich bloß vor, was passierte, wenn auch nur ein einstelliger Prozentsatz der Bevölkerung ebenfalls damit anfangen würde, sich nicht mehr mit toten intellektuellen Floskeln und emotionalen Injektionen abfüttern zu lassen, sondern eigenständig zu denken, zu empfinden und zu wollen – die marktradikale („neoliberale“) Macht- und Meinungsmaschinerie müsste dahinschmelzen wie ein Schneemann im Frühling.

Die Menschen würden schlagartig zur Realität erwachen und damit aufhören, giftige Dinge zu kaufen, die sie nicht brauchen, um Geld, das sie nicht haben, um Menschen zu imponieren, die sie nicht mögen (Zit. Richard David Precht). Die solcherart zu eigenständigem Denken, Fühlen und Wollen erwachten Menschen würden ihre Freunde, Kollegen und Nachbarn „anstecken“ und in kürzester Zeit wären auch diese nicht mehr bereit, einen fremdbestimmten Lebensstil zu führen, der ihnen im Innersten eigentlich sinnlos und zuwider ist.

Niemand würde sich mehr als Profitmaximierungszwerg in eine Wirtschaftskratzlei setzen lassen oder als Werbefritze die wertvollste Zeit seines Lebens vergeuden.

Nein, das darf nicht sein. Aus diesem Grund: Das Recht und die Pflicht zum „Fernsehen“ hat oberste Priorität und wird in den Verfassungsrang erhoben.

Wer sich nicht täglich aus dem „Fernsehen“ die Tageslosung abholt (siehe eine kurze Kompilation solcher Losungen des Moderators Conan O‘Brien: „Gleichschaltung der Medien und Manipulation des fernsehenden Kleinbürgers“), der ist gefährlich und sollte von grauen Männern besachwaltert werden.

Dabei wird sich schon bald herausstellen, dass es gerade andersrum ist: Bürger, die sich täglich mit Fernsehen abfüllen lassen, sind das denkbar größte Risiko für Demokratie und Rechtsstaat. Menschen, die nicht fernsehen und sich einen gesunden Geist erhalten, wird man hingegen eine jährliche Prämie geben. Genauso wie man Landwirten die „Grünbrachen-Prämie“ gezahlt hat – als Gegenleistung dafür, dass sie einen Teil ihrer Agrarflächen nicht mit Pestiziden und chemischem Treibdünger auszehren, sondern ihm die Möglichkeit zu Regeneration und Artenvielfalt geben.

Wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten…

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Foto: The National Archives (UK) CC BY SA 3.0

„Wer nichts zu verbergen hat, hat von uns nichts zu befürchten.“ Dieses seinerzeit von Reichspropagandachef Joseph Goebbels herausgegebene und heute von unseren Murkselpolitikern in die Renaissance geführte Motto reicht immer noch aus, um uns ruhigen Blutes dem Wahnsinn entgegenzuführen. Selbst die haarsträubendsten Bürgerüberwachungs-Gelüste unserer Regierenden lassen sich damit im Handumdrehen schönreden.

Am laufenden Band werden daher unsere – buchstäblich unter Schweiß, Blut und Tränen über die Jahrhunderte errungenen – Grundrechte abgefackelt wie seinerzeit die unerwünschte Literatur bei öffentlichen Bücherverbrennungen.

Vor Kurzem hat sich eine hochrangige Gruppe ehemaliger CIA-/NSA-Offiziere, darunter einer der Chefkonstrukteure des derzeitigen Überwachungsmolochs, mit einem dramatischen Appell an die Öffentlichkeit gewandt: „Wir errichten gerade schlüsselfertige Tyranneien!“

Kein Problem ist das hingegen hierzulande für unsere Murkselpolitiker. In einer Rede am Wirtschaftstag 2015 bekundete Bundeskanzlerin Angela Merkel: Deutschland dürfe sich nicht vor Big Data und freizügigen Datenschutzbestimmungen fürchten, sondern müsse Daten als Rohstoff der Zukunft sehen, um im globalen Wettbewerb nicht abgehängt zu werden (siehe Bericht hier).

Doch was, wenn das gerade erschaffene Frankensteinmonster plötzlich seine eigenen Schöpfer in den Würgegriff nimmt?

Wie nicht zuletzt die Affäre um den Bundestagsabgeordneten Edathy gezeigt hat, besitzen auch Spitzenpolitiker schmutzige Geheimnisse, mit denen sie jederzeit erpressbar wären. Da einem heutigen Politiker der eigene Hintern und die eigene Karriere natürlich wichtiger ist als der Rest der Welt, weiß man, wielange er wohl sein Gewissen befragen würde, wenn ein Fracking-, Waffen-, Atom- oder Gentechnik-Konzern mit privaten Schweinefotos winkt und für weitere Diskretion ein paar Gesetzesänderungen haben möchte.

Wie die Süddeutsche berichtet (Artikel v. 10. Juni 2015), werfen unbekannte Instanzen bereits die Tentakeln in Richtung unserer Politiker aus und lassen ihre Computer hacken. Jüngst wurde sogar das Servernetzwerk des Bundestags gehackt und damit der Zugriff auf 20 000 Parlaments-Computer erlangt. Lt. Bericht der Süddeutschen wurden von Unbekannten solch große Datenmengen abgesaugt, dass der Server vorübergehend überlastet war:

„Der Cyberangriff auf den Bundestag ist verheerender als bislang gedacht: Einen Monat später befindet sich noch Schadsoftware auf den Rechnern. Die Hacker können also immer noch Daten stehlen. Das IT-Netzwerk muss wohl ausgetauscht werden. […]

Recherchen von Süddeutscher Zeitung, WDR und NDR haben nun ergeben, dass dieses Problem weit größere Ausmaße hat als bisher bekannt war. Die schlimmste Erkenntnis: Das Computernetz des Bundestages ist nicht mehr zu retten. Das geht aus einem als “geheim” eingestuften Bericht hervor, in dem vorgeschlagen wird, das Netzwerk des Bundestages neu aufzubauen. Ein unheimlich teurer und aufwendiger Schritt. Was also ist passiert?

Den Cyber-Angreifern ist es offenbar gelungen, Schadsoftware zu installieren und über mehrere Monate hinweg unbemerkt immer tiefer in die Bundestagssysteme einzudringen. Schließlich übernahmen die Hacker den sogenannten Verzeichnisdienst des Bundestages, einen Knotenpunkt, an dem alle etwa 20 000 Parlaments-Computer in einem Netzwerk zusammengefasst sind. Die Angreifer können somit schalten und walten wie sie möchten, und zwar: bis heute. Denn das ist die zweite unheilvolle Botschaft: Der Angriff ist noch immer nicht unter Kontrolle. Über die Hacker und ihre Motive ist noch so gut wie nichts bekannt…“

Um weiter ruhig vorm Flachbildschirm sitzenbleiben und unser Dosenbier schlürfen zu können, gehen wir also davon aus, dass unsere Politiker das sind, als was sie sich gerade ausgeben: harmlose, geistig herabgedämpfte Schafsköpfe mit Tunnelblick-Syndrom und weißer Wolle, die mit der Sachzwangleine am Hals die Wiese kahlfressen und nichts zu verbergen haben. – Die in der Früh brav ein Müller-Joghurt löffeln, sich abends von der Glotze abfüllen lassen und die Zeit dazwischen im Parlament eine Runde Nasenbohren und pennen.

Da derzeit aber sehr viele unserer gewohnten Illusionen zerbröckeln, ist es nicht ganz auszuschließen, dass sich auch dieses Bild als unwahr herausstellt und sich im Parlament so manche Wölfe oder zumindest Stachelschweine befinden, die sich eben nur in Schafsfell gewickelt haben. Wir wollen niemandem der ehrenwerten, nadelgestreiften Damen und Herren etwas Unmoralisches unterstellen – was ja auch in einem Zeitalter, in dem Moralität offiziell abgeschafft wurde und demnächst aus dem Duden gestrichen wird, ein Paradoxon wäre. Aber was, wenn Edathy nicht der einzige ist, der perversen Leidenschaften nachgeht oder eine Leiche im Keller hat, die er im Laufe seiner Karriere verscharrt hat?

Es muss auch gar nichts Kriminelles sein, was die Hacker da an privaten Daten von den Personal Computern der Parlamentarier absaugen. Vielleicht ist es einfach nur eine banale, peinliche Tatsache aus dem Privatleben – mit der man derjenigen Person aber nichts desto weniger das Karrieregenick brechen könnte. Vielleicht stellt sich z.B. anhand von erbeuteten Nacktfotos heraus, dass die Bundeskanzlerin gar keine Frau, sondern ein Mannsweib ist. Ihr winning Image als „Mutti“ und als schwäbische Sparschweinfrau wäre dann dahin.

Eine solche nackte Tatsache würde viele zwar nicht allzusehr überraschen, aber zumindest die Kernwählerschaft der CDU wäre in ihrem Weltbild erschüttert.

„Big Data“ könnte also jederzeit zum „Pig Problem“ werden.

Von dem Problem, das Big Data für UNS unbedarfte Kleinbürger werden könnte, will ich jetzt gar nicht reden. Denn die riesigen Datenmengen über unser Privatleben, unsere E-Mails und Telekommunikation, die derzeit von „staatlichen“ Geheimdiensten grundrechtswidrig auf unterirdischen Servern gespeichert werden – wer weiß, wieviel davon bereits von Hackern abgesaugt wurde? Wenn die Geheimdienste ein Datenleck haben, glaubt ernsthaft jemand, dass die das genauso an die Glocke hängen müssen wie unsere Parlamentarier jetzt gerade?

Oder wenn einzelne Geheimdienstler selbst ein Geschäftsmodell daraus machen, unsere Daten an diverse Bestbieter weiterzuverhökern (in der unbeleuchteten Unterwelt abseits der demokratischen Kontrolle ist der Übergang zwischen ehrenwerter Gesellschaft und kriminellen Subjekten ja bekanntlich fließend).

Bisher hat sich jedenfalls ausnahmslos jede Art von Datenbank und jedes EDV-System als hackbar erwiesen. Es ist also nur eine Frage der Zeit und der kriminellen Energie, an die Daten, die jemand will, auch heranzukommen. Und der Hunger nach unseren privaten Daten ist derzeit riesengroß. Kann man diese Privatdaten doch 1:1 in Geld oder Macht umsetzen.

Deshalb war es schon immer das primäre Bestreben aller Machthaber und totalitären Systeme, das Privatleben der Bürger zu überwachen. Von den lückenlosen technischen Überwachungsmöglichen, die heute existieren, hätten Honecker und Ceaucescu freilich nur träumen können.

Verfügt man über die sensiblen Daten der Bürger (deren politische Gesinnung, Weltanschauung, Gesundheit, Sexualleben, Kontakte etc.) kann man das machen, was letztlich das Kernmotiv und die Konsequenz eines Überwachungssystems ist: die „Nützlichen“ und „Schädlichen“ ausfindig zu machen und zu selektieren. Wer hierbei „nützlich“ und wer „schädlich“ ist, definieren freilich die jeweiligen Machthaber eines Systems.

Selektion wird zunächst damit beginnen, wer welche Jobs/Funktionen bekommt und wen man davon fernhält. Wenn also jetzt schon Schafe und Kalbsköpfe im Parlament sitzen, dann stehen die Wetten gut, dass dort demnächst Lemuren und Kriechlurche sitzen werden.

Dann wird noch Schlimmeres kommen, wie es aus Geschichte und Gegenwart eigentlich schon hinreichend bekannt ist… -aber lassen wir das, es ist gerade Mittag und mir vergeht beim Wirten womöglich der Appetit auf meine Suppe, wenn ich dazu jetzt noch weitere Gedanken entwickele.

Vielleicht ein andernmal mehr dazu. Hier nur soviel: Da Bürgerüberwachung bisher in der Geschichte ausnahmslos zu Willkür, Unmenschlichkeit, Folter und schließlich zu einer Katastrophe geführt hat, war es das primäre Anliegen der Gründungsväter unserer mitteleuropäischen Verfassungen, ebensolchen Entwicklungen einen Riegel vorzuschieben bzw. möglichst viele Schutzdämme gegen die Gier nach Machtakkumulation und feudalen Zugriff auf das Leben des Bürgers zu errichten. Es wurden daher z.B. die Gewaltenteilung in Legislative, Judikative, Exekutive, die Grundsätze von Freiheit und Gleichheit sowie diverse demokratische Mechanismen zur Gewährleistung der Souveränität der Bürger und der Unabhängigkeit der von ihnen gewählten Abgeordneten grundrechtlich verankert – und eben das Recht auf Schutz des Privatlebens und informationelle Selbstbestimmung als Grundnerv von Demokratie und Rechtsstaat.

Gerade diese Schutzdämme werden nun über Nacht der Reihe nach niedergerissen und fallen um wie die Dominosteine.

Wenn hochrangige Verfassungsrichter wie Jürgen Kühling öffentlich sagen, man könne das Fernmeldegeheimnis „getrost als Totalverlust abschreiben“, dann weiß man, was es geschlagen hat. Der ehem. Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier hat sich gleichlautend geäußert und regt an, gegen die Massenausspähung Verfassungsbeschwerde zu erheben, andernfalls dies einer Bankrotterklärung unserer Grundrechte gleichkäme. Mit einem Wort: Die Bürgerüberwachungsmaschinerie entwickelt sich gerade zu einem schwarzen Loch, das demnächst schon alle Grundlagen userer Demokratie und Rechtsstaatlichkeit verschlingen könnte.

Zurück aber zu den „Nützlichen“ und den „Schädlichen“. Wenn man sich das derzeit herrschende Profit- und Konsumsystem und seine erbarmungslose Verwertungslogik ansieht, dann ist klar, wer in Zukunft definitiv zu den „Schädlichen“ gezählt wird und sich daher jetzt schon gut anschnallen sollte: Jeder, der sich die Freiheit bewahrt, selbständig zu denken und sich zu einem aufrechten Menschen entwickeln möchte.

Wer hingegen einfach weiter im Hamsterrad läuft, die Umwelt kahlfrisst und vergiftet, wer sich willfährig der Endvertrottelung anheimgibt und alle Rattenköder schluckt, die ihm die Kommerz- und Unterhaltungsindustrie hinhält, der … – hat nichts zu befürchten.

Wirklich nichts. Denn als Mensch ist er ja bereits ein „Mudschaheddin“ (wörtlich: „Einer, der bereits gestorben ist.“)

 

siehe auch:

Breaking News – Die Maasmännchen haben übernommen … !

Der Führer 4.0 – Er ist schon längst da. Und der Kampf um die Zukunft hat begonnen …

 

Diese Stadt gehört schon längst nicht mehr uns…

Humor und Satire sind vielfach die letzten Mittel, um gegenüber dem Wahnsinn, den man uns heute zur Normalität erklären will, Distanz zu bewahren. – So wie es diese beiden jungen Männer tun, die ihr urbanes Leid in den Stadtpark hinaussingen…

(Einer der Höhepunkte dieses Videos ist die Konfrontation mit einem Parkwächter, der den beiden Barden erklärt, dass öffentliches Musizieren verboten ist.)

 

31 Jahre später

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Muc-13810© Werner Menne

Verschwörung gegen die Freiheit

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