Türkenfeindlichkeit

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Reflexionen über die Türkei und die Geopolitik: das Ende des Menscheitstraumes von der sauberen Energie

Ostersonntag, 1.4.2018. Eifel. Ostern – eine Zeit für besinnliche Themen. Die liegen mir ja auch, Besinnlichkeit ist die erste gedankliche Voraussetzung für Frieden – und für Frieden gehen derweil viele Menschen in den Ostermärschen auf die Straße. Während die einen auf den Straßen Deutschlands für Frieden marschieren, schicken die anderen die Panzer Deutschlands in den Krieg – und wollen weiter rollen. Ja: gemeint ist die Türkei, die nun die nächste Großstadt angreifen will: Manbidsch, 400 000 Einwohner. Gibt schöne Geschichten aus dieser Stadt (siehe t-online):

„Die Geschäfte sind mit Waren und Kunden gefüllt, in den Straßen flanieren Familien, tollen Kinder herum und genießen Eis und Süßigkeiten. Man könnte glatt vergessen, dass Manbidsch im Bürgerkriegsland Syrien nahe der Grenze zur Türkei liegt.“

Geschäfte, die mir Waren gefüllt sind – da war doch was? Ja – die sind auch in Afrin durch die Verbündeten der türkischen Armee geplündert worden – wie alles andere auch (siehe t-online). Eine absolut barbarische Kriegsführung. Und wir – die Bundesrepublik Deutschland – unterstützen die Kriegsführung, liefern … unter anderem Munition, damit weiter geschossen werden kann (siehe Tagesschau).

Die türkischen Streitkräfte sind inzwischen die Zweitgrößten innerhalb der Nato: deutsche Firmen haben an der Aufrüstung ordentlich verdient. Sie fühlen sich so groß und stark, dass sie sich gerade sogar mit den USA anlegen und ihnen offen drohen (siehe Spiegel): offen droht Erdogan den US-Truppen mit einer „osmanischen Ohrfeige“. Wahrscheinlich ist es nun panische Angst, die Präsident Trump erwägen läßt, alle Truppen ganz schnell aus Syrien abzuziehen.

Die türkischen Streitkräfte sind auch in Reichweite von Atomwaffen: im Rahmen der militärischen Zusammenarbeit mit den USA lagern in Incirlik 60 Atombomben … deren Sicherheit nicht mehr gewährleistet ist (siehe Atomwaffena-z.info):

„Ein Bericht des US Think Tank Stimson Center hebt die gestiegenen Risiken der Lagerung der US-Atomwaffen in Incirlik seit dem gescheiterten Putschversuch im Juli 2016 hervor. Er kommt zu dem Schluss, dass fraglich sei, ob die USA während eines anhaltenden Konfliktes die Kontrolle über die Atomwaffen behaupten könnte. Gleich nach dem Putschversuch nahm die türkische Regierung mehrere hochrangige Militäroffiziere in Incirlik fest und stellte dem Stützpunkt für fast eine Woche den Strom ab. Seitdem greift der türkische Präsident Erdoğan noch härter gegen oppositionelle Gruppen und unabhängige Medien durch. Daneben nahm die Türkei mehrere ausländische BürgerInnen fest, denen vorgeworfen wurde, den Putschversuch unterstützt zu haben oder TerroristInnen zu sein.“

Ja – da waren die Atombomben der USA für kurze Zeit in Gefahr, von irgendwem mitgenommen zu werden. Schon hätten wir eine absolut irre Atommacht, die sich einen Dreck um das internationale Völkerrecht kümmert und jederzeit an jedem Ort die Hölle auf Erden entfesseln könnte. Irre? Nun – Erdogan hat zwar 3000 Panzer (viele davon aus deutschen Beständen), aber die meisten davon sind veraltete M-48 aus den fünfziger Jahren. Hat ihm wohl noch keiner gesagt: die halten nicht lange im Krieg. Er hat Panzer aus Deutschland, aus Israel (man höre und staune), aus den USA und neuerdings auch aus Südkorea, die „Russen“ verkaufen ihm ein hochmodernes Flugabwehrsystem – was viele beunruhigt (siehe Spiegel):

Das S-400 „Triumf“, von der Nato als SA-21 „Growler“ bezeichnet, gilt als eines der effektivsten Langstrecken-Flugabwehrsysteme der Welt. Es besteht aus mehreren Raketen-Startvorrichtungen, einer Kontrollstation und einem Radar, das Hunderte Ziele zugleich erfassen kann. Mit ihm können Flugzeuge, ballistische Kurz- und Mittelstreckenraketen und Marschflugkörper auf große Entfernung und auch in großen Höhen bekämpft werden.

Alle helfen an der Aufrüstung des irren Türken, der sich mit den USA anlegen will … und auch – bislang unbestätigten Gerüchten einzelner Journalisten zufolge – eine eigene Atombombe anstrebt. Eine „mulitpolare Weltordnung“ soll heraufbeschworen werden … mit der Türkei als einer der Pole, einer Weltmacht, die ein neue osmanisches Reich darstellt, die Demütigungen des ersten Weltkrieges hinter sich läßt und wieder Respekt in der Welt genießt.

Manche Medien im Westen fürchten sogar schon, dass Erdogan das ganze Mittelmeer in Brand steckt: akutell rückt das kleine Griechenland in den Focus – dort eskaliert der Konflikt zwischen Griechen und Türken, der ebenfalls schon seit langer Zeit besteht (siehe Focus):

„Steckt Erdogan das Mittelmeer in Brand?“, fragte vor wenigen Tagen der „Stern“. Den Hintergrund dafür bilden Konfrontationen zwischen türkischen und griechischen Kampfjets im Luftraum des Grenzgebiets zwischen den beiden Staaten.

Dem griechischen Generalstab zufolge haben im vergangenen Jahr solche Vorfälle um 200 Prozent, auf See sogar um 600 Prozent zugenommen. Türkische Kampfjets hätten sogar jüngst versucht, einen Hubschrauber des griechischen Armeechefs abzudrängen.

Völlig irre, der Türke, oder? Nebenbei erfahren wir auch, warum Griechenland so verschuldet ist (siehe Stern):

„Die Spannungen sind also nicht überraschend. Sie waren auch die Grundlage für den Verkauf gebrauchter Leopard II Panzer an beide Seite. So kam es zu der Absurdität, dass das kleine, hoch verschuldete und gebirgige Griechenland sich einer der größten Panzertruppen Europas leistete.“

Ein Riesendeal für Deutschland: die alten Leopard 2 der Bundeswehr für beide Konfliktparteien! Was haben wir gelacht! Und kassiert. Und danach die Troika nach Griechenland geschickt.

Kaum bemerkt wird auch, was Erdogan noch so alles in Syrien unternimmt: er besetzt ganze Landstriche, um … gegen Flüchtlinge vorzugehen (siehe Handelsblatt):

„Die Türkei will mit Militäraktionen in der syrischen Rebellen-Provinz Idlib eine Einwanderungswelle verhindern. Die Türkei will nach eigenen Angaben einen Sicherheitspuffer an der Grenze zu Syrien schaffen.“

Wissen Sie noch, wer da für welche Rebellen war? Oder gegen welche Rebellen? Mal ein Beispiel. Die PKK gilt in Deutschland und den USA als terroristische Vereinigung. In Syrien nennt sich die PKK YPG – jedenfalls denkt das der Erdogan – weshalb er ja unter anderem auch in Syrien einmarschiert (siehe Zeit):

„Westliche Staaten spielen nach Überzeugung der Türkei seit langem ein falsches Spiel in Nordsyrien. Kein Mitglied der US-geführten Koalition – außer der Türkei – wollte Bodentruppen in den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) schicken. Für die Koalition, der auch Deutschland angehört, übernahmen diese lebensgefährliche Aufgabe die kurdischen „Volksverteidigungseinheiten“ (YPG). Diese erfuhren dafür nicht nur internationale Anerkennung, sondern sie wurden von den USA sogar mit Waffen ausgerüstet. Waffen, von denen die Türkei befürchtet, sie könnten eines Tages gegen sie gerichtet werden.“

Nun – in Hagen jedenfalls sind die Fahnen der YPG verboten worden (siehe rote-Fahne). YPG sind aktuell wohl böse Kurden, während gute Kurden deutsche Waffen kriegen (siehe Zeit):

„Darunter seien 1.500 G36-Gewehre, 100 Milan-Panzerabwehrraketen und drei gepanzerte Fahrzeuge vom Typ Dingo 1 gewesen.“

Natürlich versprechen die guten Kurden, dass sie den bösen Kurden keine deutschen Waffen geben werden, damit die mit denen die bösen deutschen Panzer der Türken bekämpfen können (siehe Handelsblatt).

Kommen Sie überhaupt noch mit, so im Moment? Oder sollen wie eine kurze Pause machen? Wirklich – es kommt noch mehr, überanstrengen Sie sich nicht, wir kommen immer mehr in die undurchschaubaren Verwicklungen internationaler Politik, wo es normal ist, dass der böse Russe kurz mal nicht böse ist, wenn er der Nato Waffen verkauft: Luftabwehrraketen der Nobel-Klasse an die Türkei, 1000 Schützenpanzer (BMP-3 – einfach mal selber nachschauen) an Griechenland. Oder ist der Russe vielleicht nur deshalb böse, weil er jetzt auch in Europa Waffen verkauft und so den Markt der US-Hersteller stört?

Oh oh oh … wie kommen in den Bereich der Verschwörungstheorien, die für uns normale Bürger völlig tabu sind: großes, megagroßes Tabu. Zwar hätten wir ohne Verschwörungstheorien nie von irgendeiner Sauerrei erfahren, die kriminelle Elemente in Regierung und Konzernen so veranstaltet haben (wie der deutsche Geheimdienst ein Loch in ein deutsches Gefängnis sprengte – oder der französische Geheimdienst ein Greenpeace-Schiff in Neuseeland sprengte … oder der US- Geheimdienst nicht existente Atomwaffen im Irak fand, woraufhin der ganze Irak gesprengt wurde).

Wenn Sie jetzt schon verwirrt sind: was werden Sie dann erst sagen, wenn ich jetzt das ganze umdrehe?

Ja – so verdutzt war ich gestern auch, als ich erfuhr, dass die Türken selbst die Angelegenheiten ganz anders sehen – Türken in Deutschland, die meine Gesprächspartnerin von gestern persönlich kennengelernt hatte … und mich fragte: kann das sein, dass … hier ganz fiese Dinger laufen?

Meine Antwort war klar: natürlich kann das sein, das hier den ganzen Tag fiese Dinger laufen – und erschrocken stellte ich fest, dass ja auch ich mein Bild über die Türkei einfach aus den Alltagsmedien entnommen hatte, die sich momentan bemühen, Erdogan als großen Irren darstellen, als den kleinen Hitler vom Bosporus, der das ganz große Rad drehen will.

Es gibt nämlich auch eine andere Seite (siehe Spiegel):

„Im Westen weitgehend unbemerkt hat die Türkei sich für Pakistan zu einem wichtigen Partner entwickelt. So half die türkische Regierung etwa im Jahr 2005 bei der Annäherung zwischen Pakistan und Israel. Beide Staaten erkennen sich bis heute diplomatisch nicht an, doch weil Israel damals Bereitschaft zeigte, einen Staat Palästina zuzulassen, und der damalige israelische Premierminister Ariel Sharon als Signal in diese Richtung tatsächlich jüdische Siedlungen in Gaza räumen ließ, trafen sich am 1. September 2005 erstmals der pakistanische und der israelische Außenminister zu Gesprächen – dank Vermittlung der türkischen Regierung. Das Treffen in Istanbul war ein historisches Ereignis, wurde in der westlichen Welt jedoch kaum wahrgenommen.“

Nett von denen, oder? Sorgen die einfach mal für mehr Frieden – aber wir erfahren nichts davon. Und Frieden – wäre ja schön. Gerade im Nahen Osten.

Ich möchte dazu mal den Blick auf etwas ganz anderes lenken (siehe Spiegel):

„Ein kleines rotes Quadrat auf einer Karte von Nordafrika, ein Farbtupfer inmitten der Sahara – viel mehr brauchte der kürzlich verstorbene Physiker Gerhard Knies nicht vor zehn Jahren, um Klimaschützer wie Konzerne gleichermaßen in seinen Bann zu ziehen: Eine Wüstenfläche von gerade einmal 300 mal 300 Kilometern reiche aus, um die ganze Welt mit Sonnenstrom zu versorgen.“

Ja – Sie lesen richtig: die ganze Welt mit Sonnenstrom versorgen. Cool, oder? Kohle, Öl, Atom – alles wäre von gestern gewesen. Frieden und Reichtum wären in den nordafrikanischen Staaten eingezogen (vor allem auch dann, wenn Gaddafi noch das Wasser besorgt hätte), die planetare Zivilgesellschaft wäre einen großen Schritt vorangekommen, „der damalige Siemens-Chef Peter Löscher schwärmte vom „Apollo-Projekt des 21. Jahrhunderts“.“

Ein Projekt, dass die Ölmultis der Welt ihre Gewinne gekostet hätte. Man stelle sich mal vor: das Energieproblem der ganze Welt gelöst, der Klimawandel gestoppt, Stromautos wären auf einmal wirklich denkbar gewesen, niemand bräuchte mehr Gas, Öl oder Kohle.

Das war 2009. Dann kam 2010 – und damit der sogenannte arabische Frühling, der viel veränderte – zum Schlechten (siehe bpb):

„Fünf Jahre nach Ausbruch des Arabischen Frühlings ist die Bilanz ernüchternd: Die Hoffnungen auf eine politische Zeitenwende sind vorerst gescheitert, stattdessen prägen Repression, Bürgerkriege und Dschihadismus viele Länder des Nahen Ostens.“

Oder mit einfachen Worten: aus dem Nichts heraus enstanden hochmobile motorisierte Banden, die mich in ihrer Ausrüstung, ihren Erfolgen, ihrer Taktik an etwas erinnerten: ein einen Artikel in der Zeitung Military Technologie (Issue 10, 1984, Seite 53 – 61) aus dem Jahre 1984. Dort wurde eine für die damaligen Verhältnisse sehr merkwürdige Einheit vorgestellt: die leichte Infanteriedivision. Weil sie so merkwürdig war, wurde sie auch dann auch ausser Dienst gestellt: in einem echten Krieg war diese Truppe kaum einsetzbar – trotzdem sammelte man Erfahrungen … speziell für Einsätze in Wüstengebieten (siehe Wikipedia – auch in dem Artikel ist von der Golfregion als möglichem Einsatzort die Rede).

Die Vorteile solcher Einheiten wurden dann auch deutlich demonstriert (siehe Spiegel):

„Noch wichtiger für die IS-Kämpfer sind die gepanzerten Humvee-Geländewagen, die sie in den vergangenen Monaten bei ihrem Vormarsch im Irak erobert haben. Die USA wollten mit den Humvees eigentlich die irakische Armee aufrüsten – nun sind die Fahrzeuge in den Händen ihrer Feinde gelandet.

In den Geländewagen sind die Dschihadisten vor kleineren Sprengsätzen und dem Beschuss durch Maschinengewehre geschützt. Der größte Vorteil der Humvees: Sie sind extrem schnell. In der Ebene Nordsyriens können sich die IS-Kämpfer in den Fahrzeugen mit bis zu 100 Stundenkilometern bewegen – und so rasch Nachschub an die Front bringen.“

Es geht aber nicht nur um die „Humvees“ (und denken wir mal nicht drüber nach, wie die wirklich in den Besitz der IS gekommen sind), sondern auch um den Toyota Hilux, der in großen Mengen im Besitz der Islamisten ist, ohne das klar ist, wo diese Mengen herkommen (siehe Welt), die sie befähigen, nach den strategischen Ideen der „leichten, hochmobilen US-Division“ im Handumdrehen weite Strecken des arabischen Raumes einzunehmen. Es ist die Schnelligkeit, die ihnen im Wüstenkrieg den Vorteil gibt – schwer gepanzerte Einheiten kommen da nicht mit. Darf ich mal fragen, wer dem IS das beigebracht hat? Wer sie mit der Idee der hochmobilen Wüstenkriegsführung vertraut gemacht hat? Vielleicht die, die das Konzept acht Jahre lang in US-Wüsten studierten und ausprobierten? Bis man merkte, dass dieses Konzept für reguläre Armeeeinheiten wenig sinnvoll ist – für Räuberbanden aber schon?

Sie haben hunderte von Namen, aber alle die gleiche Strategie: Räuberbanden im Namen Allahs oder gegen Allah, für dies oder für das machen den ganzen nordarabischen Raum unsicher, sind mit konventionellen Panzerstreitkräften kaum aufzuhalten – zumal deren Treibstoffversorgung durch die hochmobilen Verbände schnell lahmgelegt werden kann. Es sei denn natürlich … man verfügt über eine schlagkräftige Luftwaffe mit Erdkampfflugzeugen …. das wird dann heikel für die Banden. Und das haben wir ja dann auch gesehen: die russische Luftwaffe setzte die Su-25 (Frogfoot) – ein hochgezüchtetes Erdkampfflugzeug – gezielt gegen die Banden ein – vorbei war der Spuk.

Das Ergebnis: nun – alles beim Alten. Lasen wir ja schon bei der Bundeszentrale für politische Bildung. Abgesehen davon, dass immer mehr Banden durch die Wüsten brettern … und damit Desertec für die nächsten fünfzig Jahre unmöglich machen.

Fände es mal wichtig, gerade auf diese Zusammenhänge einen Blick zu werfen.

Die westlichen – oder sagen wir besser: die deutschen – Medien haben aber lieber andere Themen: den bösen Putin und den irren Türken. Nun – nebenbei wächst in Deutschland die Türkenfeindlichkeit, der alte Ruf „Türken ´raus“ erhält neues Gewicht. Ist ja klar: da wächst ein kleiner Hitler heran, dessen „Agenten“ millionenfach unter uns weilen. Ein kleiner Hitler, der seine Karriere einem Zufall verdankte: ohne den ISKI-Skandal hätte niemand die „Koran-Nachtigal“ (so sein Spitzname) je kennengelernt (siehe Wikipedia),  jener Mann – dessen Töchter in den USA studierten – konnte schon früh als Fanatiker erkannt werden. Geldsorgen im Wahlkampf hatte er keine (siehe Zeit … mit dem tollen Titel: „wird Erdogan der neue Putin“) – auch wenn ich seine Spender momentan nicht herausfinden kann. Wäre aber mal spannend: wer finanziert eigentlich einen Irren? Und wieso interessiert das keinen? In Deutschland wurde auch schon mal ein Irrer finanziert – ein Herr Schicklgruber, der sich später selbst Hitler nannte, was an das Verb to hit = schlagen erinnerte … womit sein Parteiprogramm auch im angelsächsischen Sprachraum schon im Namen verstanden werden konnte.

Was aber … haben denn alle vom irren Türken? Gut – der IS hat Frieden und die Lösung aller Energieprobleme der Menschheit für lange Zeit unmöglich gemacht: aber was will man mit der Türkei?

Nun … wenn man Krieg gegen Russland führen möchte, ohne aber diesmal Europa groß zu beschädigen …. was bietet sich da schöneres an als ein Konflikt zwischen Russland und der Türkei? Da könnte man einen schönen Nato-Russland-Krieg führen, der viel Profit brächte, aber ein geringeres Risiko für einen weltweiten Flächenbrand hat. Er würde auch schon lange dauern, weil man der Türkei ja genug Waffen verkauft hat – auch auf Kredit. Sicher – Russland müsste für diesen Krieg durch Georgien marschieren, um türkisches Gebiet zu erreichen … aber würde die das aufhalten … im Kriegsfalle? Man lockt den irren Türken mit völlig zerrütten arabischen Gebieten, in denen er kurz mal seinen Traum vom Großreich träumen darf – und dann gibt es einen eindeutigen „Vorfall“, den Russland nicht unbeantwortet lassen kann. Die Nato wird sich weitläufig heraushalten können (weil man für den Irren nicht in den Krieg zieht – ihn aber auch nicht allein lassen darf wegen den Bündnisverpflichtungen … aber man kann ja im Norden einen „Sitzkrieg“führen, wie es ihn im 2. Weltkrieg auch lange zwischen Frankreich und Deutschland gegeben hatte), aber die US-Falken haben ihren Krieg, der die Bombenlager wieder leerräumt und für neue Profite sorgt.

In Deutschland wären dann die Konservativen (also: CDU und CSU) endlich ihre Türken los … was möglicherweise auch der wahre Grund für die Spontanöffnung der Grenzen war, die Erdogan jetzt in Syrien verteidigt: der große Rechtsruck im Lande kam nur dadurch zustande, die AfD gibt sich aktuell immer bürgerlicher … so dass die große konservative Koalition in Reichweite ist und man endlich aufräumen kann.

Alle würden gewinnen – und viele sogar aufatmen, das der Krieg gegen Putin … den alle so sehr herbeisehnen … so billig zu haben ist. Natürlich gewinnen die Russen – und kriegen dafür Gebiete in der Türkei, was die wiederum sehr freut, haben sie dann doch die Möglichkeit auf noch mehr Mittelmeerhäfen. Und da der böse Putin den bösen Erdogan beseitigt hat, darf er danach auch ein bischen gut werden. So wie Al Kaida ein bischen gut geworden ist, weil sie gegen den IS kämpften … wobei sich die deutsche Presse nicht ganz sicher ist, ob Al-Kaida und der IS Erzfeinde sind (siehe Tagesspiegel) … oder ein und dasselbe (siehe BR24).

Und die USA? Hätten im „Kampf der Kulturen“ ganz nebenbei viele organisierte hoch entwickelte islamische Staatswesen ausgeschaltet, die bedrohliche Konkurrenz Desertec auf ewig unmöglich gemacht und an einem Dritten Weltkrieg (der zwischen Russland und der übrigen Nato ganz vernünftig – also: gar nicht – abläuft) super viel verdient.

Aber jetzt erstmal: Frohe Ostern.

Heute ist noch Frieden.

Jedenfalls … hier.

Und – wenn man kein Türke ist.

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