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Anonyme Tips für den aktiven Kampf des kleinen Rebellen gegen „DAS SYSTEM“

Anonyme Tips für den aktiven Kampf des kleinen Rebellen gegen "DAS SYSTEM"

Samstag, 12.4.2014. Eifel. Gelegentlich mache ich mir mal Gedanken über den Vorwurf, wir würden hier ja nur reden und nichts tun. Da es ohne Gedanken keine Taten gibt, sehe ich das nicht so. Mein Weg ist halt eher der, den Soldaten zu überzeugen als ihn zu erschießen. Ich habe mir viele Gedanken über diesen Weg gemacht – schon seit meiner Jugend – finde ihn gut und die Toten des Kosovokrieges geben mir recht. Ja – ich war einer der Mitkämpfer der grünen Bewegung … bevor sie Partei wurde – und fühle mich ein wenig mitverantwortlich für die Bomben, denn ich habe die Gespräche damals mitbekommen, die in den Bürgerinitiativen kursierten, wobei der Schwerpunkt der Gespräche über Gewalttaten im Bereich der RAF angesiedelt war. Die Zeit hat gezeigt, dass die „andere Fraktion“ auch hemmungslos Angriffskriege gegen neutrale Staaten befiehlt, wenn es ihnen in den wirren Sinn kommt, und sie die Macht dazu haben, ebenso stutzen die den gesamten Sozialstaat zurecht, damit es auch genügend „Anreize“ gibt, die Bundeswehr als „Arbeitgeber“ zu schätzen … das hat schon System.

Ich verstehe auch auch, dass das manchen nicht reicht. War ja selber mal jung. Nun hat mich der Zufall zu einer Sammlung von Maßnahmen geführt, die ich hier mal vorstellen möchte. Gefunden habe ich sie bei Facebook, jenem üblen Höllenschlund, dem ich seit einem Jahr als aktives Mitglied angehöre und dessen Verdammung durch die Schikeria der deutschen Bloggerei ich nicht teilen kann. Sind nette Menschen dort, mir ersetzen die täglichen Gespräche dort den sonst üblichen Plausch am Arbeitsplatz oder an der Registrierkasse, darüber hinaus aber findet man gedanklich sehr anregende Initiativen dort … wie zum Beispiel die Gruppe „Besser leben ohne Gifte“.

Dort haben drei Frauen ein Bündel konkreter Maßnahmen vorgeschlagen. Mit einer von ihnen habe ich Kontakt aufgenommen und mir die Erlaubnis geholt, die Arbeit hier zu zitieren. Fangen wir gleich mal mit dem ersten, zentralen Satz an:

– Dem System sich und seine Kaufkraft so gut wie möglich entziehen

Das ist der erste und wichtigste Schritt. Er wird jedem enorm schwerfallen, da er eine ganz zentrale Botschaft ausspricht: ohne Armut wird es nicht gehen. Was wir ganz oft übersehen – auch als Arme – ist: wir sind Teil und Nutznießer des Systems. Ich zum Beispiel lebe wie ein Gott. Habe einen persönlichen Computer, dessen Herrstellung soviel Energie wie die mehrere Autos verschlingt. Zudem trinke ich gerade Kaffee, der viele tausend Kilometer gereist ist und nur dann einen erschwinglichen Preis hat, wenn man die Bauern bis aufs Blut ausbeuten.“Gut“ … ist das nicht.

Einiges kann man sofort umstellen – zum Beispiel, was die Ernährung angeht:

– Bio kaufen, wenn möglich Demeter, Naturland, Bioland

– Saisonale regionale Gemüsekiste bestellen

– Auf Fleisch und alle anderen Produkte aus der Massentierhaltung verzichten

– Guerilla Gardening, Saatbomben,Saatbällchen machen und verteilen

– vegetarisch – vegan – roh vegan ernähren

– Auf Fast Food und Fertigessen verzichten

– Nahrung draußen in der freien Natur sammeln, wie z. B. Löwenzahn, Brennnesseln, Holunder, Kastanien, Nüsse, Beeren usw. , sich über heimische Wildpflanzen, -früchte und –kräuter informieren!

– Im Garten immer mehr Zierpflanzen durch Nutzpflanzen ersetzen

– Gemüse selbst anbauen

– Saatgut und wichtige Infos tauschen, auch außerhalb von FB…

– Saatgut selbst herstellen

– das hochgiftige Glyphosat (Roundup) boykottieren und andere darüber aufklären, es wird nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch in Gärten tonnenweise verwendet!

Aber nicht nur hinsichtlich der Ernährung kann man „rebellisch“ werden. Es gibt auch andere Bereiche, in denen man aktiv werden kann – mit wenig Aufwand und noch weniger Geld:

– Keine Plastiktüten mehr verwenden, dafür Stoffbeutel

– Flohmärkte, Second Hand Läden, Klamotten tauschen

– Reparieren statt Wegwerfen (Repair Cafés)

– Strom zu sparen und alte mechanische Geräte ergattern – auf Flohmärkten oder bei Ebay…(Handmühlen, Mixer usw.)

– möglichst viele Dinge selbst machen lernen, wie z. B. Waschmittel selbst herstellen

– Produkte mit Palmöl boykottieren (sind leider unglaublich viele!)

– Keine Energiesparlampen verwenden, besser LED. Alte Lampen an den Bundestag mit Absender Europa Parlament senden

– Pharma-Artikel meiden und lernen, pflanzliche Heilmittel selbst herzustellen, man braucht kein Aspirin oder andere Schmerzmittel oder Grippetabletten, einfache Hausmittel tun es auch

– Infomaterial verteilen: http://umweltinstitut.org

– Aufkleber verteilen „Keine Gen-Technik“ etc. http://www.mitwelt.org/

– (Bio-)Kokosöl kann fast alle Kosmetika ersetzen!

– Mit Natron kann man unglaublich viele Dinge aus dem Supermarkt ersetzen!

– Produkte, für die Tierversuche gemacht werden, boykottieren

– Plastik ersetzen durch Glas, Edelstahl…

Nun – im letzten Punkt bin ich persönlich schon sehr weit: benutze gar keine Kosmetika mehr. Wie man sieht, geht es hier nicht nur um dekorative Maßnahmen zur Beruhigung des „grünen Gewissens“, sondern um die Erschaffung einer Kultur, die Zukunft hat, um die Umgestaltung einer Kultur des Todes in eine Kultur des Lebens. Dieser Umgestaltungsprozess verlangt noch ein wenig mehr als nur die Pflege des „alternativen“ Egos, es verlangt die Rückkehr zu alten Überlebensstrukturen der Menschheit, den Aufruf zur Kooperation anstatt zur Entfaltung der hemmungslosen Egomanie:

– Auf Demos gehen!!

– sich alternativ informieren, den gleichgeschalteten Massenmedien NICHT glauben

– Info-Artikel schreiben

– wichtige Informationen teilen und so weit verbreiten wie möglich

– Lästig werden, bei Herstellern telefonisch, per Mail oder Brief nachfragen, was genau drin ist in den Produkten, wo die Zutaten herkommen, warum sie manche Zutaten noch verwenden (Beispiel Palmöl), oder warum sie immer noch nicht auf Tierversuche verzichten usw.

– Versuchen, Menschen zu verbinden, ihnen zu zeigen, dass sie nicht alleine da stehen, sie unterstützen und miteinander vernetzen

Es ist der Tip zu Rückeroberung des kooperativen menschlichen Verhaltens, das hunderttausend Jahre lang das Überleben der Gattung Mensch ermöglichte, der Aufruf zum bedingungslosen Miteinander der Stammesgesellschaften anstatt zum hemmungslosen Gegeneinander der feudalen Städtegesellschaften.

Natürlich gibt es auch Quellen im Internet. Zum Beispiel über das Wundermittel Natron, das meine Großmutter noch großzügig einsetzte, während ich nachschlagen muss, was das eigentlich ist.

Da gibt es die Gemeinschaft der Mundräuber:

Mundraub.org verfolgt das Ziel, in Vergessenheit geratene Früchte wieder in die Wahrnehmung zu rücken und in Wert zu setzen, um sie als Teil unserer Kulturlandschaft und der Biodiversität dauerhaft zu erhalten. Hinter den Icons auf der MundraubMap stehen echte Bäume, Sträucher und Kräuter. Andere Nutzer haben diese nach bestem Wissen und Gewissen veröffentlicht. Auch öffentliche Verwaltungen stellen euch zukünftig Daten im Rahmen ihrer Open Data Policy zur Verfügung oder private Eigentümer oder Unternehmen wollen ihre ungenutzten Ressourcen mit euch teilen.

Oder die Gemeinschaft der Essensteiler:

FOODSHARING ist eine Internet-Plattform, die Privatpersonen, Händlern und Produzenten die Möglichkeit gibt, überschüssige Lebensmittel kostenlos anzubieten oder abzuholen. Über FOODSHARING kann man sich auch zum gemeinsamen Kochen verabreden, um überschüssige Lebensmittel mit Anderen zu teilen, statt sie wegzuwerfen.

Recht neu – und deshalb von mir nicht als Video geteilt sondern als Link gesetzt ist die Gemeinschaft der Transition Initiativen, die ein ganz besonderes Anliegen haben (zitiert nach Wikipedia):

Im Rahmen des Transition Town Movement (etwa „Bewegung für eine Stadt des Übergangs/Wandels“) proben seit 2006 Umwelt- und Nachhaltigkeitsinitiativen in vielen Städten und Gemeinden der Welt den geplanten Übergang in eine postfossile, relokalisierte Wirtschaft. Die Bewegung, initiiert von dem irischen Permakulturalisten Rob Hopkins, lässt sich dem v.a. in den USA weit verbreiteten Gedanken des „Eco-Communalism“ zuordnen, einer Umweltphilosophie, die angesichts schwindender Rohstoffe und negativer ökologischer Auswirkungen der Globalisierung die Idee des „einfachen Lebens“, der Regional- bzw. lokalen Wirtschaft sowie der Nachhaltigkeit und der wirtschaftlichen Selbstversorgung propagiert. Eine wichtige Rolle spielen auch die Gestaltungsprinzipien der Permakultur, die es insbesondere landwirtschaftlichen, aber auch allgemein-gesellschaftlichen Systemen ermöglichen sollen, so effizient und energiesparend zu funktionieren wie ein natürliches Ökosystem.

Man sieht: es geht viel – wenn man will.

Sicher ist nicht für jeden etwas dabei. Kaum jemand wird alles auf einmal schaffen – manches scheint sich auch auszuschließen … vor allem, weil hochwertige Bioprodukte im Hochpreisland Deutschland ein Luxusprodukt sind, das sich gerade jene, die sich dem System entziehen wollen, nicht unbegrenzt erwerben können.

Nicht ersparen kann ich nun dem geneigten Leser die letzte große Möglichkeit zur Teilnahme am Widerstand, eine Maßnahme, die unverzichtbar ist:

Konsum DRASTISCH einschränken

Was den armutsgeplanten deutschen Normalbürger jetzt erschrickt, ist für den Philosophen der Königsweg zum Glück. Hören wir dazu den als „Lustphilosophen“ verschrienen Epikur:

„Auch die Unabhängigkeit von äußeren Dingen halten wir für ein großes Gut, nicht um uns in jeder Lage mit Wenigem zufrieden zu geben, sondern um, wenn wir das Meiste nicht haben, mit Wenigem auszukommen, weil wir voll davon überzeugt sind, dass jene, die den Überfluss am meisten genießen, ihn am wenigsten brauchen, und dass alles Natürliche leicht, das Sinnlose aber schwer zu beschaffen ist und dass eine einfache Brühe die gleiche Lust bereitet wie ein üppiges Mahl […] und dass Wasser und Brot die höchste Lust bereiten, wenn man sie zu sich nimmt, weil man Hunger hat. Die Gewöhnung an einfache und nicht üppige Nahrung dient also einerseits in jeder Hinsicht der Gesundheit und nimmt andererseits auch dem Menschen die Sorgen angesichts der Grundbedürfnisse des Lebens, stärkt uns, wenn wir uns in Abständen an üppige Tafeln begeben, und macht uns furchtlos gegenüber dem Schicksal.“

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