Tod

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Der Tod und seine Rolle in der modernen Politik – Überlegungen zu einem Buhmann

Sonntag, 3.6.2012. Eifel. Ein Blick nach Spiegel-online offenbart momentan ein Plädoyer gegen die Sterblichkeit. Das mutet seltsam an in einem politischen Magazin, das gerade wieder von sich behauptet, gefürchtet zu werden: "meist gelesen, meist zitiert, meist gefürchtet" - behaupten die von sich selbst. Ob nicht die Bildzeitung häufiger zitiert wird? Immerhin steht sie im internationalen Vergleich auf Platz 4 und kann den Titel "meistgelesene nichtjapanische Zeitung der Welt" für sich beanspruchen. Gut, der Spiegel ist vielleicht eher das Leitmedium der deutschen Oberschicht - jener Menschen, die Geld genug haben, so ein Hochglanzmagazin zu bezahlen - und Zeit genug, es zu lesen. Worauf man sich verlassen dann verlassen kann: die Verachtung der Sterblichkeit wird dort immer ein wohlwollendes Publikum finden. Immerhin ... lesen dort die Reichen. Die Armen lesen gar nicht mehr - zu teuer, zu frustrierend .... und die permanente Armenhetze und Erwerbslosenjagd will man sich wirklich nicht antun.  Und hieran merkt man schnell: der Tod hat eine politische Dimension.

Sonntag, 3.6.2012. Eifel. Ein Blick nach Spiegel-online offenbart momentan ein Plädoyer gegen die Sterblichkeit. Das mutet seltsam an in einem politischen Magazin, das gerade wieder von sich behauptet, gefürchtet zu werden: „meist gelesen, meist zitiert, meist gefürchtet“ – behaupten die von sich selbst. Ob nicht die Bildzeitung häufiger zitiert wird? Immerhin steht sie im internationalen Vergleich auf Platz 4 und kann den Titel „meistgelesene nichtjapanische Zeitung der Welt“ für sich beanspruchen. Gut, der Spiegel ist vielleicht eher das Leitmedium der deutschen Oberschicht – jener Menschen, die Geld genug haben, so ein Hochglanzmagazin zu bezahlen – und Zeit genug, es zu lesen. Worauf man sich verlassen dann verlassen kann: die Verachtung der Sterblichkeit wird dort immer ein wohlwollendes Publikum finden. Immerhin … lesen dort die Reichen. Die Armen lesen gar nicht mehr – zu teuer, zu frustrierend …. und die permanente Armenhetze und Erwerbslosenjagd will man sich wirklich nicht antun.  Und hieran merkt man schnell: der Tod hat eine politische Dimension.

„Für den Reichen ist der Tod das Ende seines Reichtums – für den Armen ist er das Ende seiner Armut“ – ist ein Spruch, den ich sinngemäß dem Film „Spartakus“ entnommen habe. Er zeigt, das es auch eine andere Sicht des Todes gibt: der Tod als der Befreier. Sicherer als die Kommunistische Partei befreit er Menschen aus unmenschlichen Zuständen – die Zahl derer, die ihn für eine gelungene Einrichtung halten, dürfte bei den Sklaven dieser Welt recht hoch sein … lediglich das eine Prozent, das den Reichtum der Welt für sich allein beansprucht, dürfte mit dieser Sicht des Lebens nichts anfangen können – immerhin kann man tun was man will, jede noch so kleine Neigung bis ins Detail verwirklichen und auskosten, jede Phantasie Wirklichkeit werden lassen und mit vielen Intrigen ungestraft gegen jede demokratische Überzeugungen die politische Wirklichkeit und den gesellschaftlichen Alltag des Pöbels bestimmen.

Man kann sich wie ein Gott fühlen und wird von den Medien noch dafür gefeiert – wer wollte da schon ein Ende akzeptieren?

„Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern das man nie beginnnen wird zu leben“ – so schreibt Marc Aurel. Auch so eine antike Wahrheit, über die heute nicht mehr gesprochen wird. Würde sich die moderne Konsumameise mit dem Begriff „leben“ auseinandersetzen, würde sie Panik kriegen. Ihr geist- und sinnloses Leben plätschert dahin, eingepfercht in Zwänge, die die Menschheit nie zuvor erleben musste. Die Mehrheit der Menschen wird morgens von Maschinen geweckt, von Maschinen mit Kaffee versorgt, von Maschinen zur Arbeit gefahren, wo sie Maschinen bedienen und wie Maschinen funktionieren müssen.

Mit „Leben“ hat das wenig zu tun … aber wer so lebt, fürchtet den Tod zurecht.

Er wird betrogen um die eigentlichen Früchte seines Lebens und – je nach religiöser Perspektive – sogar um die Existenz seiner Seele in der Ewigkeit. Ein hoher Preis für ein Leben, das nur noch eins im Sinn hat: den neuen Göttern zu gehorchen, jenen Göttern, die den gütigen Gott der Liebe entthront haben und an seiner Statt eine Diktatur errichteten, die die kleinsten Kleinigkeiten unseres Alltages regelt: die Diktatur der „Märkte“, die bestimmen, wie wir uns kleiden, wie wir uns schminken, wie wir riechen, was wir essen, wie wir uns bewegen, wie wir zu denken und zu wohnen haben, wohin und wie oft wir in den Urlaub fliegen, wie wir Sex haben, unsere Freizeit gestalten müssen und – „fit für den Job“ als Lebenssinn setzen.

Wir geben uns ja gerne materialistisch und atheistisch – aber die Angst vor dem Zorn der Märkte diszipliniert die Gesellschaft stärker als jemals eine Gesellschaft durch den (eingebildeten) Zorn ihrer Götter diszipliniert wurde.

Selbstmorde als Flucht vor dem Zorn der neuen Götter scheinen jedoch aus der Mode gekommen zu sein, obwohl sie  die sicherste Methode darstellen, der Arbeitslosigkeit zu entkommen. Statistisch gesehen schrumpft diese Maßnahme. 1980 waren es noch 18 451 Menschen, die den Freitod gewählt haben, 2006 sind es „nur“ noch 9756 (Quelle: Statista), allerdings steigt die Zahl seit 20o7 wieder an: 2010 sind es schon wieder 10021.

Der Grund für diese Entwicklung?

Eine beispiellose Kampagne (sehr oft getragen durch den „Spiegel“), die den Tod als Feind der Menschheit betrachtet … dabei würden ohne ihn aktuell 60 Milliarden Menschen die Erde bevölkern (siehe „Doomsday-Argument“). Sollte sich mal jeder gründlich in seiner Wohnung umschauen und überlegen, wie gemütlich das Leben wirklich wäre, wenn man noch neun weiter Leute in sein Zimmer aufnehmen müsste.

Wie ich auf die Arbeitslosigkeit als Suizidgrund komme? Nun – auf eine Frau, die ihrem Leben selbst ein Ende setzt, kommen drei Männer. Frauen reden oft darüber, Männer tun es einfach. Frauen kriegen auch schneller einen neuen Mann als Männer eine neue Arbeit – sie haben da Alternativen zum Arbeitsmarkt, die Männern noch weitgehend verschlossen sind.

Oder schauen wir doch einfach mal nach Griechenland, einem Paradebeispiel, wie die „Märkte“ sich Gesellschaft wünschen – und formen: Familien können ihre Kinder nicht mehr ernähren (siehe: Taz), Stromkonzerne können ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen (siehe: Mittelstandsnachrichten), Einkommen sinken um 30 % (während die überlebenden Unternehmen dank Troika ihre Gewinne um 30% steigern können, siehe „Blick„) – und schon verdreifachen sich die Selbstmordraten in einem Land, das zuvor eher unterdurchschnittlich zum freiwilligen Rückzug von der Lebensfront neigte (siehe FR).

Die Griechen kriegen jetzt deutsche Verhältnisse – was das angeht.

Aus wirtschaftlicher und politischer Sicht eine unglaubliche Katastrophe. Wo kämen wir hin, wenn jeder Arme, der in diesem Land keine Zukunft mehr hat, sich das Leben nehmen würde? Wer sollte die ganzen renditefreundlichen Minijobs machen, wer als verhartzes Hassobjekt als Angstbild für Jobbesitzer herhalten, an wem sollte man noch die ganzen unnützen Operationen zugunsten der eigenen Profitgier durchführen, wo wären dann die 240 000 Demenzkranken, die aktuell durch Chemie ruhiggestellt werden und bei lebendigem Leibe zugunsten der Pflegeheimrendite verrotten, wenn die alle einfach selbst aus einem Leben scheiden, das mit Leben nicht mehr viel zu tun hat?

Was wäre, wenn die alle gingen, weil ihnen das Programm nicht mehr gefällt?

Dagegen muss man angehen – als reicher Mensch, und zwar genauso, wie die Kirche es früher praktiziert hat. Früher drohte die Hölle, heute droht „das Nichts“, ein „Nichts“, das finster, dunkel und kalt ist – jedenfalls für Menschen, die gewohnt sind, wohlgepudert im Lichte der Öffentlichkeit ihren Reichtum feiern zu können. Das dieses „Nichts“ im Buddhismus geradezu das Ziel des Lebens sein kann (und in den Übungen des Zen-Buddhismus schon im Leben erfahrbare Wirklichkeit ist), wird hier im Westen gerne verdrängt. Dieses „Nichts“ meinen wir nicht – es ist nicht böse, finster und angsteinflößend genug, unser Nichts ist jenes, das reiche und berühmte Spiegelautoren ängstigt, es ist eine Art „Hartz IV“ in Potenz.

Das Hartz-Abhängige so gesehen den Tod (bzw. das absolute Nichts) schon im Leben zelebrieren, in dem sie tagtäglich selbst ihr Leben beschneiden (ver… …nichten) müssen, um dem Sterben knapp zu entkommen, ist das Spiegelbild dieser Kultur – und offenbart die düstere, tödliche Wirklichkeit hinter der so harmlos klingenden „Agenda 2010“.

Aber so funktioniert das System. Das der Tod das absolute böse, ungerechte, gemeine und schlimmste Übel ist, das Menschen wiederfahren kann, wird in den westlichen Medien in breiter Front gepredigt und von der Leistungselite als Leitreligion bis ins Detail mitgetragen.  Jener Religion des „bösen Nichts“ folgen auch Ärzte in breiter Front – gerade dort zeigt sich, wie irrational der Kult ist … und wie groß seine Macht über unsere Gesellschaft.

„Blick ins Jenseits“ heißt eine Dokumentation bei Spiegel-TV (hier auf You-Tube), auf der Professor Walter van Laak über die Schwierigkeiten berichtet, seriöse Artikel über Nahtodesforschung in wissenschaftlichen Magazinen unterzubringen – und wie seine ärztlichen Kollegen dann hinter vorgehaltener Hand über eigene Erfahrungen in diesem Forschungsfeld berichten, die sie offiziell nie zugeben würden.

Selten zeigt sich die Macht der neuen Religion des absoluten Nichts so deutlich wie in dieser Selbstkasteiung der ärztlichen Zunft.

„Noch nie hat sich ein Selbstmörder bei uns bedankt, wenn wir ihn ins Leben zurückgeholt haben“ – erzählte mir dereinst ein Krankenpfleger, der auf der Intensivstation einige Dutzend dieser Fälle erleben durfte, ähnlich Verwirrendes berichtete ein führender deutscher Ausbilder für Intensivmediziner. Viele Ärzte stehen mit diesem Phänomen alleine da – dürfen aber nicht darüber reden, weil die modernen Inquisitoren der Märkte sofort zur Stelle sind und die wirtschaftliche und wissenschaftliche Basis zerstören.

Wer in diese Sphären vordringt, merkt, das wir wieder im Mittelalter angekommen sind.

Es sind aber nicht die drohenden Massenselbstmorde, die gefürchtet werden, nicht die Massenabwanderung von Sklaven ins Jenseits, die die Kultur des absoluten Nichts verhindern will.

Was sie verhindern will, sind moderne Versionen des Spartakus, sind Menschen, die sich – ohne auf ihr eigenes Leben zu achten – für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit einsetzen … und diese Werte unter allen Umständen durchsetzen.

Man stelle sich einfach mal vor, wie unsere Gesellschaft aussehen würde, wenn wir eine andere jenseitige Wahrheit akzeptieren würden, eine Wahrheit die (Selbstmörder müssen wir hier augenscheinlich mal ausnehmen – ihre Erfahrungen scheinen oft von düsterer Natur zu sein) von der überwiegenden Mehrheit der Nahtoderfahrenen geschildert wird: das wir im Jenseits liebevoll aufgenommen werden und – wie in den „Ewigen Jagdgründen“ der Indianer – eine paradiesische Existenz erfahren dürfen.

Die Zahl derjenigen, die die Schmach und Entwürdigung des Alltags klaglos erdulden, würde sich deutlich reduzieren, die Anzahl der „Empörten“ würde sich jedoch deutlich erhöhen, der Widerstand würde enorm wachsen, weil die Widerständler ihre Kraft aus einer Zukunft ziehen können, die ihnen kein „Markt“ mehr nehmen kann. Das wäre für das eine Prozent, das uns augenblicklich nach Strich und Faden ausnimmt, eine Katastrophe – schlimmer noch als Selbstmordwellen.

Darum ist es für das System lebensnotwendig, den Tod als das Böse schlechthin darzustellen – gegen jede Wissenschaft, gegen jede menschliche Erfahrung, gegen jede Vernunft. So wird das Leben für uns Legehühner zu einem Käfig, aus dem es kein Entrinnen gibt, ein Käfig, der uns antreibt, an jedem noch so erbärmlichen Zustand mit aller Gewalt festzuhalten … anstatt unser Leben dafür zu riskieren, den unhaltbaren Zuständen ein Ende zu bereiten und dem Käfig zu entkommen.

Warum auch gegen jede Vernunft?

Nun – der Mensch an sich fürchtet den Tod nicht … nicht wirklich. Es gäbe in Wirklichkeit niemanden, der jemals sein Leben riskieren würde, wäre da nicht das instinktive Wissen, das der Tod nicht jenes Ende darstellt, welches die modernen Medien tagtäglich predigen. Wir hätten keine Autofahrer, keine Astronauten, keine Soldaten, keine Piloten, ja – überhaupt keine risikofreudigen Menschen mehr, wenn die mediale Wahrheit vom bösen Tod wirklich auch unsere Instinkte überzeugen würde.

Das tut sich aber nicht.

Natürlich ist „sterben“ nicht angenehm. Die Zellen unseres Körpers werden das Gehirn mit Botenstoffen überschütten, die geeignet sind, große Panik zu verursachen. Das ist ihr Job. Jeder Mensch mit posttraumatischem Stresssyndrom weiß davon ein Lied zu singen – und er weiß auch, das die Existenz der Botenstoffe nicht unbedingt die Existenz einer realen Gefahr bedeutet. So sind die Zellen halt – sie warnen uns achtzig Jahre lang vor Gefahren, die dem materiellen Körper drohen und diese Warnungen sind in der Regel immer sehr massiv. Im Sterben warnen sie erst recht – denn für sie ist das wirklich das Ende.

Wir Menschen sind aber nicht „die Zelle“. Ich bin nun 52 Jahre alt und habe damit schon sieben Generationen von Zellen überstanden, während mein Geist eigentlich seit der Kindheit derselbe geblieben ist. Ich gehe deshalb einfach mal davon aus, das mein Geist auch jenen Moment übersteht, wenn die Zellen sich entschließen, sich nicht mehr zu erneuern. Das wird nicht schön, aber Zahnschmerzen sind es auch nicht. Wer würde aber schon auf sein Leben verzichten wollen, nur weil es manchmal mit Schmerz verbunden ist?

Nun – vielleicht jene Demenzkranken, die als lebende Chemieleichen in den Altenheimen herumliegen, damit die Leitung den höchsten Pflegesatz abrechnen kann – oder jene Griechen, die die gnadenlose Übermacht der „Märkte“ über Demokratie, Politik, Staat und ihrem eigenen Leben am eigenen Leibe erfahren müssen … durch bewußte Vernichtung ihrer bürgerlichen Existenz, was auch eine Form des langsamen, qualvollen Sterbens ist.

Aber das Sterben ist nicht der Tod.

Und hier wird es ziemlich paradox … denn nur, weil wir den Tod als böses, gemeines, hinterhältiges Ungeheuer fürchten, verlängern wir mit aller Gewalt den unangenehmen Prozess des Sterbens so gut es nur geht – und werden so erst recht zu Hamstern, die wie die Irren in ihren Käfigen rennen.

Damit wir aber weiter rennen, hat die Politik (genauer gesagt: die Planungsabteilung der Konzernwirtschaft) dem Tod eine besondere, neue Rolle zugedacht: als böser Buhmann, der den kleinen Mann durchs Leben jagt.

Dabei lenkt dieses Angstbild wunderschön von jenen ab, die den kleinen Mann wirklich jagen, jenen kleinen Mann, für den der Tod ein wertvoller Verbündeter ist, weil er ihn endgültig den Klauen der neuen Götter entreißen kann und ihm dadurch genug Kraft geben könnte, sich mit aller Kraft genau gegen jene Götter zu stellen … die eigentlich nur machtlose Götzen sind.

Und so … sorgt man nebenbei dafür, das niemals wieder ein bewaffneter Mob vor den Toren der Mächtigen stehen wird.

Könnte ja tödlich enden.

Wo kämen wir hin, wenn der kleine Mann merkt, das dies gerade für ihn ein Gewinn sein könnte?

Wir kämen direkt zu einem bewaffnetem Mob vor den Toren der Mächtigen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lasst uns doch Oasen bauen … oder heilige Orte.

Montag, 6.2.2012. Eifel. Die Welt wartet auf eine Entscheidung - wieder einmal wurde ein Ultimatum gestellt: wenn Griechenland nicht bis heute Mittag der drastischen Verarmung seiner Bevölkerung zustimmt, wird das Land zwangsverarmt. Gehaltskürzungen und Reduzierung des Mindestlohns wird gefordert - bei einem Land, das ein Durchschnittseinkommen von 23900 Euro hat (Deutschland: 42400) und einen Mindestlohn von 3,80 Euro -  siehe Zeit. Forderungen wie im Krieg: die Herrscher des Nachbarlandes wollen Tributzahlungen, sonst .... zeigen sie, das sie auch anders können. Wir wissen, das die Einsparungen zu einer weiteren Rezession führen werden, die wiederum die Wirtschaftsleistung des Landes schwächt, was wiederum die Neuverschuldung nach oben treibt - will man nicht noch mehr Menschen auf den Straßen erfrieren lassen. Trotzdem machen wir das. Wir? Ja, wir alle. "Wir sind Deutschland", schon vergessen? "Wir" sind auch mittelbar beteiligt an der Folterung des ehemaligen Botschafters Libyens in Paris: immerhin haben wir die Folterer an die Macht gebracht. Für Gaddafi waren wir nicht verantwortlich - für die Zerschlagung des sozialsten afrikanischen Staates schon. Doch das ist noch nicht alles.

Montag, 6.2.2012. Eifel. Die Welt wartet auf eine Entscheidung – wieder einmal wurde ein Ultimatum gestellt: wenn Griechenland nicht bis heute Mittag der drastischen Verarmung seiner Bevölkerung zustimmt, wird das Land zwangsverarmt. Gehaltskürzungen und Reduzierung des Mindestlohns wird gefordert – bei einem Land, das ein Durchschnittseinkommen von 23900 Euro hat (Deutschland: 42400) und einen Mindestlohn von 3,80 Euro –  siehe Zeit. Forderungen wie im Krieg: die Herrscher des Nachbarlandes wollen Tributzahlungen, sonst …. zeigen sie, das sie auch anders können. Wir wissen, das die Einsparungen zu einer weiteren Rezession führen werden, die wiederum die Wirtschaftsleistung des Landes schwächt, was wiederum die Neuverschuldung nach oben treibt – will man nicht noch mehr Menschen auf den Straßen erfrieren lassen. Trotzdem machen wir das. Wir? Ja, wir alle. „Wir sind Deutschland“, schon vergessen? „Wir“ sind auch mittelbar beteiligt an der Folterung des ehemaligen Botschafters Libyens in Paris: immerhin haben wir die Folterer an die Macht gebracht. Für Gaddafi waren wir nicht verantwortlich – für die Zerschlagung des sozialsten afrikanischen Staates schon. Doch das ist noch nicht alles.

Jetzt wollen wir Syrien zerschlagen, um dort neue Folterer an die Macht zu bringen. China und Russland sind dagegen – offenbar sind sie nicht bereit, ein neues Libyen zu aktzeptieren … was uns zeigt, das sie die „Großwetterlage“ offensichtlich anders beurteilen als die westlichen Medien. Auch hier stehen die Zeichen auf Sturm – ein Krieg droht, wenn Diplomatie versagt: Russland hat die Souveränität Syriens garantiert, will notfalls militärisch eingreifen, Kriegsschiffe liegen schon vor Ort (wir berichteten). Unsere Legenden von syrischen Gräueltaten werden jenseits unserer Medienwirklichkeiten nicht mehr geglaubt – es gab zu viele Legenden dieser Art.

Die Gräuel in Serbien, die Gräuel in Afghanistan, die Gräuel im Irak – um nur einige zu nennen. Wir haben Organhändler gedeckt, den Opiumanbau wieder zugelassen (und von deutschen Soldaten sichern lassen), ein Land in Chaos versinken lassen, in dem türkische Truppen jetzt nach belieben Kurden jagen dürfen.

Oder diese Klimawandellegende – warum machen eigentlich China und Konzerne in den USA bei dem Geschäft zur Rettung der Welt nicht mit,  haben die etwa einen zweiten Planeten im Schrank?

Nebenbei erfahren wir, wie Politik wirklich gemacht wird: durch Korruption und Lügen. Finanzgruppen kaufen sich Politiker um gute Geschäfte zu machen – ein Blick in die Hintergründe der deutschen Wirtschaftswelt lässt einen nur noch Schaudern und an ein schlechtes TV-Drama denken. Alle machen gute Geschäfte auf unsere Kosten – und belügen uns über die Folgen, so lange es geht. Später dürfen wir dann erfahren, das der Euro wirklich ein Teuro war:

So kam heraus, dass vor und nach der Euro-Bargeldeinführung 2002 die im Alltag wichtigen Preise tatsächlich um mehr als 10 Prozent stiegen, während der amtliche Verbraucherpreisindex zwischen 1 und 3 Prozent schwankte

Was ist das eigentlich für ein Monstrum, das uns ständig Dinge tun lässt, die wir eigentlich gar nicht wollen? Wann fangen wir an, uns zu fragen, warum das alles geschieht, ohne das man uns fragt, ob wir das wirklich gut finden? Hätte man uns gefragt, ob wir eine neue Währung wollen, die zehn Jahre später die griechische Volkswirtschaft vernichtet und uns zehn Prozent unseres Vermögens kostet – wir hätten NEIN gesagt. Ich zumindestens – ich mag Griechenland, esse gerne Gyros und wollte da noch mal Urlaub machen. Ich glaube, das kann man als Deutscher jetzt erstmal vergessen. Immerhin stellen wir auch gerade ein Ultimatum an ein anderes Land.

Wir haben aktuell hunderte von Kältetoten in Europa – denken aber darüber nach, Wohnraum massiv zurückzubauen, weil im Osten Deutschlands die Dörfer sterben.

Wäre es vermessen, zu fordern, sie einfach mit jenen Menschen zu besiedeln, die in unserer Hochleistungsgesellschaft nicht mehr mithalten können – weil sie arm sind, krank, behindert oder einfach auch andere menschliche Werte leben wollen – jenseits von Organhandel, Ultimaten, Betrug, Korruption und Leiharbeitsschwindel?

Wir hätten auch einen Grund, so zu verfahren. Wir brauchen dringend Oasen, in denen ein anderes Leben möglich ist, ein menschliches Leben, ein Leben jenseits der Hochleistungsvolkswirtschaftsvernichter, Organvermarkter und Kriegstreiber. Wir brauchen es für uns selbst, für uns alle. Jeder von aus braucht es – die Superreichen wie die Superarmen. Beide brauchen Schutz vor den Räuberhorden dieser Gesellschaft, die als „Berater“ und „Manager“ helfen, das eigene Leben nicht mehr leben zu können – und das eigene Leben leben zu können, scheint für Menschen das Wichtigste zu sein.

Fünf Dinge, die Sterbende am Meisten bedauern bennent heute die Welt. Alles Dinge, für die man kein Geld braucht – aber einen Ort, sie leben zu können. Mehr nicht.

1. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben“

2. „Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet“

3. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken“

4. „Ich wünschte mir, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden aufrechterhalten“

5. „Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein“

Für uns Menschen … der wichtigste Artikel des Jahres. Das kann man schon jetzt sagen. Wir arbeiten hart, verplempern unwiderbringliche Lebenszeit für unseren Konzern oder unsere Behörde (und laden dabei oft auch viel Schuld an Gräueltaten auf unsere Schultern), kaufen all die Dinge, von denen die Medien uns sagen, das sie uns glücklich machen, opfern Freunde, Familie und unser eigenes Leben für die Karriere … und bereuen es zutiefst, wenn die Show vorbei ist.

Wären wir glücklich … wie leicht könnten wir andere Menschen glücklich machen. Wie leicht könnten wir den Menschen in Griechenland Geld schenken, sie als Freunde gewinnen und dafür kostenlos bei ihnen unterkommen, wenn wir unsere Griechenlandrundreise machen.

Die Erkenntnisse kommen von einer Palliativpflegerin, die aufgrund ihrer Beobachtungen ihr Leben geändert hat:

Sie ändert ihr Leben, als sie erkennt, dass es vor allem die späte Erkenntnis ist, die ihre Patienten unglücklich macht. „Rückblickend kann ich sagen, dass auch ich mich zu lange so verhalten habe, wie es von mir erwartet wurde“, sagt sie und meint damit ihre frustrierenden Jahre in der Bank.

Die Australierin arbeitet heute wieder als Sängerin und Songschreiberin, sie gibt im Internet Kurse für Persönlichkeitstraining und schreibt einen Blog. 

Wäre schön, wenn wir uns alle so ändern könnten. Das ginge nicht? Das werden die Reichen niemals zulassen?

Falsch. „Die Reichen“ wollen als Menschen, als biologische Wesen, nichts anderes als unsere Obdachlosen. Sie wollen weniger arbeiten, mehr Freunde haben, ihr eigenes Leben leben, glücklich sein. Nur die Psycho- und Soziopathen unter ihnen wollen etwas anderes.

„Die Reichen“ können auch anders:

Der Busunternehmer Ken Grenda hat seinen Beschäftigten unverhofft Millionen Dollar an Boni gezahlt – für deren harte Arbeit und Loyalität. Die Mitarbeiter konnten ihr Glück nicht fassen. Viele glaubten an einen Fehler bei der Bank.

Man sieht: die Übergangsphase in eine neue Wirtschaftsordnung ließe sich finanzieren. Und wenn man zuwenig Reiche findet, die Oasen der Ruhe, des Friedens und der Geborgenheit schätzen können, in denen sie – unbehelligt von „Beratern“ und „Managern“, die ihnen goldene Berge versprechen aber sich eigentlich nur selbst das Vermögen aneignen wollen, das sie eigentlich verwalten sollten – ihr eigenes Leben leben können.

Während meiner Ahnenforschung stieß ich auf einen Berufszweig, der heute unbekannt ist: den „Kolonisten“, Menschen, die im Osten (bis hinein in die Sowjetunion) das Land fruchtbar machen sollten. Was spricht eigentlich dagegen, die Dörfer im Osten Deutschlands nicht „zurückzubauen“, sondern das Geld, das bislang für Gabelstaplerscheine und Bewerbungstraining ausgegeben wurde in den Aufbau Ost zu stecken – in Projekte, die menschliches Leben fördern, wider den Wahn der Moderne, in der nur noch jeder gegen jeden kämpfen soll, bis alle todunglücklich sind?

Warum investieren wir eigentlich so wenig in die Erforschung alternativer Lebensstile, alternativer Wirtschaftsformen, alternativer Gesellschaftsformen, wo wir doch Geld genug haben, Häuser genug und Menschen in Massen?

Die Antwort auf diese Frage gibt uns die Unternehmensberatung Knill und Knill in ihrem Exkurs über die Macht der Manipulation: ich wollte, dies würde Schulfach werden. Detailliert erfahren wir hier, wie man uns Dinge verkaufen kann, die wir bewusst nie annehmen würden – und auf wie vielfältige Art uns „objektive Berichterstattung“ an der Nase herumführt. Die meisten von uns können sich aber solch ein „Medientraining“ gar nicht mehr leisten, wir arbeiten so hart an unserem Unglück, das wir gar keine Zeit haben, uns das notwendige Werkzeug für echte politische Souveränität aneignen zu können.

Wie das Leben in Oasen aussehen könnte – mit viel Musik, eigener Jacht, eigenem Hof, wirtschaftlicher Autarkie und viel mehr Glück als der Job bei der Bank zeigt vielleicht die Familie Klein-Jasedow, die aus dem altenTemenos-Projekt entstanden ist. Ich kenne das Projekt nicht im Detail (mag aber die Photos) … aber ich kenne den Begriff:

Das Temenos (griech. Τέμενος für Heiligtum, pl. die Temene; von temno – abschneiden ) bezeichnet den umgrenzten Bezirk eines (ursprünglich griechischen) Heiligtums.

Wenn es eine Herausforderung der heutigen Zeit gibt, dann sicher diese: wieder heilige Orte bauen, Orte, die im wahrsten Sinne des Wortes heilen sollen – und Schutz bieten vor den Gewalten der Welt, vor künstlich ins Leben gerufenen Nöten und Zwängen. Es gibt genug Menschen dafür, genug Orte – und auch genug Geld.

Bringt man all dies zusammen, können Wunder entstehen … über die die Nachwelt noch lange reden wird, weil sie davon enorm profitieren kann: die Zukunft kann wieder ein Gesicht bekommen, das das Leben lebenswert macht.

Vor allem aber … können Menschen wieder Hoffnung schöpfen auf ein sinnerfülltes Leben, an dessen Ende man mit einem Lächeln im Gesicht abtreten kann – anstelle von Wut, Enttäuschung oder Reue.

Das wäre dann eine Revolution, für die man nicht verhaftet werden kann.

 

 

 

DER PREIS DER GIER- SEHT ALLE GENAU HIN KINDER STERBEN

Zum Thema „Spekulationen auf Nahrungsmittel“.

[Video, bitte Beitrag anklicken]

Das Leben nach dem Tod

Schon mal über den Tod nachgedacht? So als moderner, aufgeklärter Mensch? Nein? Aber Sie wissen doch, das sie Sterben können oder? Das Sie mit absoluter Sicherheit sterben werden - wahrscheinlich qualvoll im kostenminimierten Altenheim. Der Tod ist die einzige sichere Gewissheit im Leben. Den Rest kann man in Frage stellen. Schaut man mal bei Wikipedia nach, so merkt man, wie wenig Gedanken sich das christliche Abendland über den Tod macht, ja noch nicht mal seine Definition ist klar - angesichts der zukünftigen Praxis der Organspenden ein nicht unwichtiger Aspekt. Schnell ist man der Definitionshoheit eines naturwissenschaftlich ausgebildeten Mediziniers überantwortet, der dringend ein Herz braucht und hier vielleicht ... etwas zu weit deutet.

Schon mal über den Tod nachgedacht? So als moderner, aufgeklärter Mensch? Nein? Aber Sie wissen doch, das sie Sterben können oder? Das Sie mit absoluter Sicherheit sterben werden – wahrscheinlich qualvoll im kostenminimierten Altenheim. Der Tod ist die einzige sichere Gewissheit im Leben. Den Rest kann man in Frage stellen. Schaut man mal bei Wikipedia nach, so merkt man, wie wenig Gedanken sich das moderne christliche Abendland über den Tod macht, ja noch nicht mal seine Definition ist klar – angesichts der zukünftigen Praxis der Organspenden ein nicht unwichtiger Aspekt. Schnell ist man der Definitionshoheit eines naturwissenschaftlich ausgebildeten Mediziniers überantwortet, der dringend ein Herz braucht und hier vielleicht … etwas zu weit deutet.

Die Art des Sterbens beschäftigt uns schon mehr – wie alle Menschen vor uns. Ruhig und zufrieden im Kreis unserer Lieben zu verscheiden, wird allerdings viel weniger Menschen vergönnt sein als früher. Wir sterben allein im Krankenbett, weil die Kinder nicht mehr soviel Urlaub haben und viel zu weit weg wohnen, wenn es plötzlich soweit ist … falls da überhaupt Kinder vorhanden sind. Gepflegt werden wir möglichst kostengünstig, wahrscheinlich durch Menschen, deren Sprache wir kaum verstehen.

Der früher gefürchtete einsame Tod in der Fremde – das wird unserer sein. Aller Wahrscheinlichkeit nach. Mit steigender Wahrscheinlichkeit sind „Psychische und Verhaltensstörungen“ darunter, denn die stiegen innerhalb von 2 Jahren um knapp 50 % an. Iatrogene (also durch den Arzt verursachte) Todesfälle werden nicht erfasst, würden sie es, so hätten sie mit 85000 Fällen im Jahr eine gute Chance auf Platz 3 aller Todesursachen (nach Herz und Krebs).  Auch hier spielt die Definition eine wichtige Rolle.

Soweit wir wissen können, gehören wir modernen, aufgeklärten Menschen zu den Kulturen, die den Tod am Weitesten aus ihrem Denken und Leben herausdefiniert haben. „Es gibt ein Leben vor dem Tod“ – so unser trotziger Spruch. Dieses verläuft zwar selten so, wie von uns gewünscht und bringt soviel Ungemach, das Hochkulturen jene von den Göttern geliebt wähnten, die jung starben, aber es war alles, was uns geblieben ist.

In festem Schulterschluss haben Marxismus und Kapital gezielt und bewusst den Tod aus dem Leben herausgefiltert. Die einen brauchten Menschen, die bereit waren zu morden, die anderen brauchten Menschen, die neben dem Morden noch maximal konsumieren konnten. Das war aus politischen und ökonomischen Gründen kein Platz für „Du sollst nicht töten. Überall sah man „Opium fürs Volk“ lauern, das es auszumerzen und durch Alkohol zu ersetzen galt.

Das Atheismus die „Geissel der Machtmenschen“ ist, kommt da nur wenigen in den Sinn. Es ist auch ein heikles Thema, selbst für Kirchen. Wer nur predigt, was gut sein soll, aber anderes lebt, der muss solche Themen meiden.

Früher gingen Menschen anders mit dem Tod um – sie lebten auf den Tod hin. Das hatte Konsequenzen … für das alltägliche Verhalten gegenüber seiner Mitmenschen. Eines der ältesten Werke zu diesem Thema ist das Tibetanische Totenbuch, welches uns detalliert aufzeigt, wie wir uns nach dem Sterben zu verhalten haben, um nicht großes Ungemach zu erleiden. Ähnliches gibt es im Ägyptischen Totenbuch, dessen Quellen auf die alten Pharaonen zurückgeht … und nur jenen zugänglich war. Wie die Seele sich auf den Übergang vorbereiten sollte, wie sie leben sollte, um nicht in Ungnade zu fallen, sollte Wissen bleiben, das den Herrschenden vorbehalten war – man wollte sich doch das Jenseits nicht mit dem Prekariat teilen.

Ich könnte hier noch mehrere Kulturen zitieren – eigentlich fast alle außer unserer „modernen“  Arbeitsroboterkultur – die ziemlich übereinstimmend über das Jenseits berichten. Im Prinzip sehen es unsere Sterbeforscher ähnlich, hier Bernhard Jakoby in einem Interview:

Wenn wir sterben, gehen wir in eine feinstoffliche Form des Seins über. Die Entwicklung eines Menschen nach seinem Tod erfolgt in mehreren Stufen. Der Mensch ist ein geistiges Wesen und kehrt in seine ursprüngliche Heimat zurück. Wir gelangen zunächst auf eine Art Orientierungsebene, die anscheinend den irdischen Verhältnissen ähnelt. In Wirklichkeit geht es darum, erdwärts gerichtetes Denken abzubauen. Deswegen tritt das Erdenich früher oder später in die Phase der Erinnerung ein, wo es sich intensiv mit seinem Leben auseinandersetzen muss. Wir schauen uns sozusagen ungeschminkt ins Gesicht, wie es auch in den Nahtoderfahrungen millionenfach beschrieben worden ist. Wer seine unerledigten Dinge bearbeitet hat, geht in die höheren Lichtwelten ein, bis sich die Seele mit Gott wiedervereinigt.

Das hört sich niedlich an, oder? „Ewige Jagdgründe“ nannten das die Indianer. Wäre doch toll, wenn man so etwas in der Schule beigebracht bekäme – das Leben vor dem Tod wäre gleich ein ganz anderes. Es gäbe ja sogar naturwissenschaftliche Hinweise auf die Richtigkeit der Hypothese, die durch die Quantentheorie bestärkt wird – doch sollten wir uns nicht auf diese Ebene der Diskussion einlassen. „Naturwissenschaft“ und „Jenseits“ haben schon per Definition nichts miteinander zu tun, es wäre so, als würde man mit einer Taschenlampe „Dunkelheit“ erforschen wollen – ist  einfach das falsche Werkzeug. Das Jenseits ist … ganz sicher nicht Bestandteil der „Natur“.

Sicher können wir die Ergebnisse der Nahtodesforschung  in Frage stellen – das ist gar keine Frage. Philosophen wissen seit Jahrtausenden, das sie sogar die Existenz des Stuhles erfolgreich in Frage stellen können, auf dem sie  sitzen und das sogar, während sie gelassen auf ihm sitzenbleiben, ohne sicher beweisen zu können, das es ihn überhaupt gibt. Alles lässt sich in Frage stellen … die Frage ist nur: warum sollte ich das tun?

Als kleiner Normalbürger (der in meinem Falle dem Tod schon gelegentlich begegnet ist) habe ich erstmal kein Interesse daran, mich für die materialistische Hoffnungslosigkeit zu entscheiden. Der „Materialismus“ als Gedanke mag ewig leben, für ihn mag das in Ordnung sein, die Dinge so zu sehen. Ich werde in dieser Form nicht ewig sein – soviel weiß ich schon. Brächte mir also keinen Nutzen, an die Nichtexistenz des Jenseits zu glauben, nur weil eine dogmatische Lehre es so will, die selbst immer mehr Probleme bekommt, überhaupt Materie im Universum zu finden – andererseits ihre Masse allerdings ziemlich genau zu berechnen weiß, wenn auch nur unter Rückgriff auf die Hilfskonstruktion der noch nie irgendwo gefundenen „Dunklen Materie“. Das solche Konstruktionen im Prinzip den Wahrheitsgehalt von Kindermärchen haben, wird bei der Präsentation der Theorien leider oft unterschlagen.

Man stelle sich aber einfach mal vor, was geschehen würde, wenn wir ab morgen den absolut sicheren Beweis liefern können (obwohl unsere Vernunft zu solchen Beweisen gar nicht fähig ist), das Menschen nach dem strapaziösen Leben in der „Materie“ einfach wieder nach Hause kommen? Hinweise, das dies nicht ganz von der Hand zu weisen ist, gibt es genug – inklusive Untersuchungen über eine Zunahme der Ethik und Moral im Leben, die mit solchen Erfahrungen einhergeht.

Nun hat das ganze Thema mit Theismus noch gar nichts zu tun, zumal weite Teile der christlichen Bewegung Nahtodeserfahrungen aufgrund ihrer eigenen Dogmen ablehen müssen: die Ganztodtheorie ist hauptsächlich christlich motiviert.

Warum also diese breite Front der Ablehnung und Verdrängung dieses Themas?

Hier wird es auf einmal sehr politisch.

Für die Ärzteschaft geht es ums „abrechnen“. Der Kampf gegen den Tod ist aussichtslos, aber teuer. An ihm lässt sich gut verdienen. Zudem gebietet die ärztliche Ethik, Leben unter allen Umständen zu erhalten: der Tod ist der Feind, den es zu besiegen gilt, koste es, was es wolle.

Für die Mächtigen dieser Erde ist das eine sehr bequeme und nützliche Sicht der Dinge. Wer würde sein Leben schon wirklich in Gefahr bringen wollen, wenn danach … einfach NICHTS kommt – ein NICHTS übrigens, das für Arthur Schopenhauer etwas sehr Positives hatte:

Es ist für das Verständnis der Philosophie Arthur Schopenhauers von größter Bedeutung, dass Schopenhauer das “Nichts”, mit dem alles Leid endet, nur im relativen Sinn verstanden wissen wollte!

Dieses Ziel ist nicht mit Begriffen dieser Welt zu beschreiben. Man kann nur sagen, was es nicht ist, also negativ ausdrücken. Andererseits ist es höchst positiv, nämlich Erlösung vom Leid.

Wer würde sich schon wirklich trauen, einen gewaltsamen Aufstand gegen die Ungerechtigkeit, die Demütigung und die Ausbeutung zu starten, wenn er befürchten müsste, dabei das Wertvollste zu verlieren das er hat: das Leben.

Und so stirbt mit dem religiösen Bewusstsein auch der Widerstandsgeist. Nicht Zorn, Wut oder Verzweiflung … aber der Impuls zur riskanten Tat. Der Mensch wird zum dirigierbaren Schaf, das erschossen wird, wenn es nicht bereit ist, andere zu erschießen. So funktionieren Mörderbanden halt, so ist die Motivationskultur moderner Massenarmeen, so kann man ganze Völker dazu bringen, sich gegenseitig umzubringen.

Und so stellt Atheismus sicher, das ängstliche Duckmäuser grösste Scheußlichkeiten begehen, um ihr eigenes Leben zu verlängern – Scheußlichkeiten gegen Mitmenschen, die im Jenseits Konsequenzen hätten.

Darum lassen Regierende morden, vermeiden aber, es selbst zu tun. Nach wie vor … scheint es ein religiöses Wissen für die Herrschenden und eins für die Normalbürger zu geben.

Nach wie vor gilt: „Folge meinen Befehlen oder ich stoße Dich in ein finsteres tiefes Loch“ … oder ich bringe Dich durch Regelsatzkürzung immer näher an dieses Loch heran. Wie im alten Ägypten – und wie dort betreiben die Herrschenden ganz eigene, eigenartige Kulte, die vermuten lassen, das Atheismus/Materialismus nichts mehr ist als eine Geißel für Normalbürger: mit der Angst vor dem schwarzen Mann hält man ihn am Laufen, während man sich selber den schwarzen Mann durch geeignete Rituale gewogen und nebenbei ganz praktisch Weltpolitik macht.

Aber auch dieses Thema ist Tabu – wie der Tod selbst.

 

 

Auferstehung und Weltuntergang: Frohe Ostern!

24.4.2011. Immer noch Ostern. Heute: Auferstehung. Ein ganz wichtiger Faktor im christlichen Leben. Einfach mal heute in die Kirche gehen - da wird man es erfahren. Zuvor jedoch - ein Blick zurück. Was weiß man eigentlich heute über den Gründer der christlichen Kirche, diesen Jesus. Es gibt genug Menschen, die schreiben tagtäglich so viel über ihn, als würden sie ihn persönlich kennen. Einigen von ihnen erscheint er ja auch regelmäßig, sagen sie jedenfalls. Die anderen, die keinen persönliche Termin erhalten und auch nicht während der Schriftlektüre vom Heiligen Geist durchflutet werden, haben nur ... Papier. Fünf bis sechs Evangelien, wobei Matthäus und Lukas von Markus und einer unbekannten Quelle, genannt Logienquelle Q, abgeschrieben haben, dann noch Johannes, der etwas schräg im Raum steht - und Thomas, der allerdings nur noch zerfetzt vorhanden ist und ansonsten auch nicht von der Kirche anerkannt wird.

24.4.2011. Immer noch Ostern. Heute: Auferstehung. Ein ganz wichtiger Faktor im christlichen Leben. Einfach mal heute in die Kirche gehen – da wird man es erfahren. Zuvor jedoch – ein Blick zurück. Was weiß man eigentlich heute über den Gründer der christlichen Kirche, diesen Jesus. Es gibt genug Menschen, die schreiben tagtäglich so viel über ihn, als würden sie ihn persönlich kennen. Einigen von ihnen erscheint er ja auch regelmäßig, sagen sie jedenfalls. Die anderen, die keinen persönliche Termin erhalten und auch nicht während der Schriftlektüre vom Heiligen Geist durchflutet werden, haben nur … Papier. Fünf bis sechs Evangelien, wobei Matthäus und Lukas von Markus und einer unbekannten Quelle, genannt Logienquelle Q, abgeschrieben haben, dann noch Johannes, der etwas schräg im Raum steht – und Thomas, der allerdings nur noch zerfetzt vorhanden ist und ansonsten auch nicht von der Kirche anerkannt wird.

Möglicherweise gibt es ein Nazarenerevangelium, das völlig verschollen ist, von dem aber die anderen alle abgeschrieben haben – doch das ist bislang bloße Theorie.

Ursprünglich gab es viele mündliche Überlieferungen, die irgendwann – lange nach Jesu Tod, wann genau ist auch umstritten – gesammelt wurden. Manche gefielen der Kirche, manche nicht. So entstand die Bibel. Viele Worte Jesu sind unrettbar verloren – davon kann man inzwischen ausgehen. Ein Wunder, das man überhaupt noch über ihn spricht. Mehr noch scheint es ein Wunder, das man zur damaligen Zeit überhaupt über ihn gesprochen hat: Wanderprediger gab es zu Hauf, man kam kaum über die Straße, ohne mit ihnen zusammenzustoßen.

Andererseits – nimmt man ernst, was die in den Evangelien gesammelten Bruchstücke aussagen, so hatte er eine kleine Besonderheit, die ihm viel Aufmerksamkeit beschert hat: er heilte Kranke in Massen. Ich weiß – das stört den Theologen, weil der Sohn Gottes ja seine Göttlichkeit nicht beweisen brauchen muss – aber es beruhigt den fragenden Geist. Man stelle sich vor: da zieht jemand durch die Hamburger Innenstadt und heilt alle Kranken, wandert durch die Uniklinik Eppendorf, die daraufhin die Tore schließen kann, macht Blinde sehend, Lahme gehend und weckt nebenbei noch ein paar Tote auf – das würde doch sogar heute für eine Einladung bei Maischberger reichen. Wenn der dann noch die Geschäftemacher aus der Kirche vertreibt, wäre ihm ein Spiegelinterview sicher – genau so sicher wie sein wahrscheinliches Ende … immerhin ruft er zur Umkehr auf. Ständig, immer und überall, hin zu einer ganz anderen Art von Leben. Das wäre fatal. Das hören wir nicht gern. Dann redet er noch gerne vom nahen Ende … und das passt uns so kurz vor der Rente gar nicht. Wir hören da lieber Legenden vom Aufschwung.

Nun, vom nahen Ende reden viele Menschen, seit zweitausend Jahren schon. Aktuell liegt der Koppverlag mit Gerard Celente ganz vorne:

Seit etwa 20 Monaten prognostizierte Celente den Crash der Vereinigten Staaten und Europas – allerdings bislang für die zweite Hälfte des Jahres 2012. Nun korrigiert er sich und warnt vor dem Ausbruch von Krieg überall vor unseren Haustüren schon 2011. Und zwar in den Vereinigten Staaten wie auch in Europa. Der Grund: Die Rückkehr der Wirtschaftskrise, die unabwendbare Schuldenlast und Migrationsströme von Menschen, die aus ärmeren Staaten zu uns kommen und nach einem besseren Leben suchen.

Celente nennt die Verlautbarungen westlicher Regierungen, die derzeit einen wirtschaftlichen »Aufschwung« prognostizieren, »reine Propaganda«.

In der Europäischen Union werde es wohl am schlimmsten werden. Sehr bald schon werden die EU-Bürger nach Auffassung von Gerald Celente merken, wie sie von der EU belogen und betrogen worden seien. Ihr Geld, ihre Ersparnisse, ihre Zukunftsvorsorge – alles weg.

Apokalypse schon 2011 – verursacht von einer verschwörerischen Finanzelite. Und das von einem Trendforscher. Irrt der sich, hat seine Firma bald noch Ramschstatus.  Das ist doch wirklich undenkbar – und das gerade am Feiertag.

Ganz undenkbar? Ein großer Teil der Versorgung mit Nahrungsmittel im europäischen Raum liegt nur noch in den Händen einiger weniger Konzerne, weltweit werden es bald nur noch vier sein, die die Saatgutversorgung in Händen halten. Da könnte doch mal was schiefgehen … wie bei den Banken.

Wie werden wir uns verhalten, wenn es wirtschaftlich enger wird? Nun – wie verhalten wir uns heute? Wir sortieren Menschen aus, mehr und mehr, jeden Tag. Wir übergeben sie den Jobcentern (ehedem ARGE), dort wird die weitere Verwertbarkeit kritisch geprüft oder man reicht sie durch zur Rentenanstalt oder zur Psychiatrie – so kriegt man schöne Statistiken. Die Kinder der Menschen – völlig egal. Ausschußware. Schon heute, wo alles reichlich vorhanden ist und kaum noch Käufer findet.

Bei der aktuellen Moral … kann es schnell eng werden. Es wird ja jetzt schon eng – ohne Not. Und die Not rückt täglich näher, siehe Welt:

Ernsthafte Zweifel an der Solidität der USA nähren die Angst vor einer Schuldenkrise. Nun fällt Europa als letzter Verbündeter noch weg.

Schneller als man denkt, kann wieder ein Kartenhaus zusammenstürzen. Gerade dieses Jahr zeigt, wie rasant sich Rahmenbedingungen ändern können – siehe Nordafrika oder Japan. Genauso kann auch einfach mal nichts geschehen. Hört man allerdings jenem Verein zu, dem unser Bundespräsident angehört, so merkt man, das es dort Parallelen zu Celente gibt, siehe Pro Christ:

Was haben Japan, Afrika & Islam mit Gott zu tun?

Hat das alles etwas mit Gott zu tun? Jesus wurde von seinen Schülern gefragt: „Was wird das Zeichen sein für dein Kommen und für das Ende der Welt?“ (Matthäus 24). Er nannte die Signale: Religiöse Verführung, Kriege, Revolutionen, Hungersnöte, Erbeben, Christenverfolgungen, eine extreme Zunahme der Verachtung von Recht und Gerechtigkeit. Wie aktuell! „Seht zu und erschreckt nicht … es ist noch nicht das Ende da“, sagt Jesus. Diese Schrecken seien der Anfang der Geburtswehen der neuen Welt, die Gott schaffen wird. Jesus nennt noch ein Indiz, dass wir auf der Zielgeraden der Geschichte sind: Das Evangelium wird allen Völkern verkündet. Ja, auch das geschieht heute.

Jesus war realistisch: „Sie aßen und tranken, sie heirateten und ließen sich heiraten … Und sie beachteten es nicht, bis die Sintflut kam und raffte sie alle dahin – , so wird es auch sein beim Kommen des Menschensohnes.“

Die Furcht Gottes ist der Weisheit Anfang. Wir brauchen jetzt Weisheit – bitter nötig.“

Kurz vor dem Ende der Zeit geben die nochmal richtig Gas, siehe Handelsblatt:

Rentrop engagiert sich im Kuratorium der Bewegung Pro Christ, in dem sich auch andere Unternehmer finden, etwa Heinz-Horst Deichmann, Alexander Graf zu Castell-Castell und Friedhhelm Loh, der Präsident des Elektronikverbands ZVEI. Pro Christ veranstaltet Mega-Events im Stil der amerikanischen Evangelikalen mit Tausenden von Teilnehmern und Satellitenübertragung.

In den Leitlinien heißt es: „Wir beten kontinuierlich, damit wir erkennen, welche Wege und Methoden wir wählen sollen.“ Dazu gehört ein Gebetsnewsletter. Auch hier gibt es keine Berührungsangst gegenüber Geld: „Pro Christ for business“ wirbt dafür, Geschäftsfreunde mit Jesus bekannt zu machen, und schlägt dazu Veranstaltungen in edler Atmosphäre vor, als Beispiele werden genannt: „Bentley-Salon, Ferrari-Halle, Edel-Werkstatt, Oldtimer-Ausstellung.“

Nun – nicht jeder kommt ins Himmelreich … zumindest nicht über den Bentley-Salon und die Ferrariwerkstatt. Schon spannend, welchem Glauben unser Bundespräsident anhängt … und erst recht erstaunlich, welche Wendungen die Legenden über jene wundertätige und zaubermächtige Gestalt vor zweitausend Jahren inzwischen nehmen.

Wie oft denken unsere politischen und wirtschaftlichen Führer wohl an diese „Zielgerade“? Oder an den Weltuntergang – was für uns kleine Würstchen vor Ort eigentlich dasselbe ist?

Das wir heute immer noch über jene Gestalt in den Legenden reden, über die nur ein paar Papierfetzen Zeugnis ablegen, hat nicht nur damit zu tun, das sie die Medizin revolutionierte, in dem sie durch Dämonenaustreibung Krankheiten heilte. Sie hat auch damit zu tun, das sie selbst aus eigener Kraft den Tod überwand – obwohl die Theorien der Theologen zu diesem Thema weit auseinander liegen wie auch die Deutungen der einzelnen Konfessionen.

Fakt scheint zu sein – sofern man das aus der Ferne überhaupt beurteilen kann – das hunderte von Menschen Jesus nach seinem Tode gesehen haben, viele haben mit ihm gesprochen. Sowas hinterlässt bleibende Eindrücke, das erzählt man sich noch Jahre später.

Kein Wunder also, das auch heute noch manche Leute von dieser Geschichte beeindruckt sind, obwohl sie Elemente enthält, die beim Osterspaziergang stören könnten, siehe Bibel-online:

3 Und als er auf dem Ölberge saß, traten zu ihm seine Jünger besonders und sprachen: Sage uns, wann wird das alles geschehen? Und welches wird das Zeichen sein deiner Zukunft und des Endes der Welt? (Apostelgeschichte 1.6-8) 4 Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Sehet zu, daß euch nicht jemand verführe. 5 Denn es werden viele kommen unter meinem Namen, und sagen: „Ich bin Christus“ und werden viele verführen. (Johannes 5.43) (1. Johannes 2.18) 6 Ihr werdet hören Kriege und Geschrei von Kriegen; sehet zu und erschreckt euch nicht. Das muß zum ersten alles geschehen; aber es ist noch nicht das Ende da. 7 Denn es wird sich empören ein Volk wider das andere und ein Königreich gegen das andere, und werden sein Pestilenz und teure Zeit und Erdbeben hin und wieder. 8 Da wird sich allererst die Not anheben.
9 Alsdann werden sie euch überantworten in Trübsal und werden euch töten. Und ihr müßt gehaßt werden um meines Namens willen von allen Völkern. (Johannes 16.2) (Matthäus 10.17-22) 10 Dann werden sich viele ärgern und werden untereinander verraten und werden sich untereinander hassen. 11 Und es werden sich viel falsche Propheten erheben und werden viele verführen. (2. Petrus 2.1) (1. Johannes 4.1) 12 und dieweil die Ungerechtigkeit wird überhandnehmen, wird die Liebe in vielen erkalten. (2. Timotheus 3.1-5) 13 Wer aber beharret bis ans Ende, der wird selig. (Offenbarung 13.10) 14 Und es wird gepredigt werden das Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zu einem Zeugnis über alle Völker, und dann wird das Ende kommen. (Matthäus 28.19)

Das hört sich … fast wie Gerald Celente an. Es fragt sich nur … wieviel Kraft man eigentlich in sich hat, den Weltuntergang aufzuhalten, wenn man ihn als Voraussetzung für seine eigene Auferstehung braucht.  Gäbe es da nicht den kleinen Hauch einer Verführung dazu, ihn ein kleines bischen zu …. beschleunigen? Immerhin geht es um die eigene Auferstehung.

Und so kommen wir von kleinen Textfragementen über einen Wanderprediger unter tausenden direkt in eine unheimliche politische Wirklichkeit.

Und fast scheint es, als ob man die Hoffnung teilen müßte, um  noch Utopien leben zu können: die Hoffnung, das es keine Legende ist,  das am Ende der Drangsal ein neues Zeitalter ersteht. Und noch mehr Hoffnung gibt es, wenn sich herumspricht, das Nächstenliebe unbedingte Voraussetzung für das Himmelreich ist. Dann könnten wir uns den Weltuntergang vielleicht doch noch ersparen. Wenn allerdings wirklich die Liebe in vielen erkaltet und die Ungerechtigkeiten überhand nehmen, werden wir vielleicht wirklich noch im Laufe des Jahres Verteilungskämpfe auf dem Aldi-Parkplatz erleben, nachdem die letzten Dosen verkauft worden sind.

Deshalb hier noch einmal, solange es noch geht: Frohe Ostern!


 


 

 

 

Gefährliche Antibaby-Pillen von Bayer

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BAYER-Hauptversammlung am 29. April:

Gegenantrag zu gefährlichen Kontrazeptiva eingereicht

Wieder kam es zu einem Todesfall bei der Verwendung der Antibaby-Pille Yasminelle von BAYER. Ende Januar starb eine 21-jährige Österreicherin an einer Embolie, obwohl Ärzte unmittelbar zur Stelle waren. Tragischerweise hatte sie sich die Pille verschreiben lassen, um Gewicht zu verlieren. Neue Daten der US-Aufsichtsbehörden zeigen, dass die Zahl schwerer Nebenwirkungen und Todesfälle weit höher liegt als bislang angenommen. Allein in den USA starben demnach 190 Frauen nach Einnahme der Pillen Yasmin und Yaz. In den USA sind rund 7.000 Klagen gegen BAYER anhängig.

Die Einnahme von Antibaby-Pillen mit dem Hormon Drospirenon ist gegenüber älteren Mitteln mit deutlich erhöhten Risiken verbunden. Immer wieder kommt es zu schweren Gesundheitsschäden wie Thrombosen, Embolien und Schlaganfällen. In den Werbekampagnen von BAYER werden die Risiken mit keinem Wort erwähnt.


Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) hat heute einen Gegenantrag zur BAYER-Hauptversammlung am 29. April eingereicht. Hierin wird eine Entlastung des Vorstands abgelehnt. Wörtlich heißt es: „BAYER machte 2010 einen Umsatz von 1,65 Milliarden Euro mit Kontrazeptiva. Dabei werden auch Präparate mit erhöhtem Risikoprofil rücksichtslos vermarktet. Hierdurch kommt es zu vermeidbaren Schädigungen menschlicher Gesundheit und sogar zu Todesfällen. Der Vorstand trägt hierfür die Verantwortung.“

Christiane Schnura von der CBG, die den Gegenantrag eingereicht hat: „Es ist empörend, dass neue Verhütungsmittel gefährlicher sind als alte, nur weil mit Versprechen wie „Gewichtsabnahme“ und „wirkt gegen Akne“ der Umsatz gesteigert werden soll. Noch empörender ist, wie der BAYER-Vorstand auf der letzten Hauptversammlung gegenüber zwei nur knapp dem Tod entronnenen und lebenslang geschädigten Frauen jedwede Verantwortung von sich wies.“

Trotz der erhöhten Risiken startete BAYER zum 50. Geburtstag der Pille im vergangenen Herbst ein wahres Marketing-Feuerwerk. Unter anderem wurden eine Wanderausstellung konzipiert, Gala-Veranstaltungen in mehreren Ländern ausgerichtet und eine Facebook-Kampagne gestartet. Darin werden der „Beauty-Effekt“, der „Feel-good-Faktor“ und ein angeblicher „Figur-Bonus“ der Pillen angepriesen. Ulrich Hagemann, beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte für Arzneimittelsicherheit zuständig, verurteilt diese Praxis: „Wir sehen das kritisch. Die Firmen werben mit den Nebeneffekten, und teilweise ist das grenzwertig falsch“.

Eine von BAYER zitierte Studie (Euras), die die angebliche Sicherheit der Pillen aus der Yasmin-Gruppe belegen soll, wurde von SCHERING – heute Teil von BAYER – selbst in Auftrag gegeben und von einem SCHERING-Mitarbeiter durchgeführt. Unabhängige Wissenschaftler kommen zu ganz anderen Ergebnissen. So zeigen zwei aktuelle Studien, dass drospirenon-haltige Pillen gegenüber älteren Präparaten ein um etwa 80% erhöhtes Thrombose-Risiko verursachen. Das zusätzliche Risiko von Präparaten wie Yasmin ist in keiner Weise zu rechtfertigen, denn ältere Mittel verhüten ebenso zuverlässig.

Nur wenig besser sieht es bei der Hormonspirale Mirena aus. Mehr als jede zehnte Anwenderin leidet unter schweren Nebenwirkungen wie Depressionen, Eierstockzysten, Akne und Migräne. Zudem besteht der Verdacht auf Erhöhung des Brustkrebsrisikos. Die Mirena-Website jedoch nennt nur einen Bruchteil der Risiken – und das unter dem verharmlosenden Begriff „Begleiterscheinungen“. Wegen der mangelhaften Hinweise werden Tausende Frauen falsch behandelt, die Ursachen ihrer Beschwerden bleiben oft jahrelang unentdeckt.

In den USA initiierte BAYER eine Werbekampagne für Mirena nach dem Muster von Tupper-Partys. Hierbei traten Promotion-Teams in Privatveranstaltungen auf. Die Kampagne wurde von der US-Behörde FDA untersagt. In dem Verbot heißt es, dass das Marketing von BAYER „die Wirksamkeit übertrieben darstellt, unbegründete Behauptungen aufstellt und die Risiken von Mirena bagatellisiert“. Für die Aussage, wonach sich Benutzerinnen der Mirena insgesamt „großartig fühlen“, gäbe es keinen wissenschaftlichen Nachweis. Zudem verharmlose das Marketing die häufigen Nebenwirkungen.

BAYER verweigert weiterhin Angaben zur Häufigkeit schwerer Nebenwirkungen von Kontrazeptiva – vorgeblich um „die Kundinnen nicht zu verunsichern“. Tatsächlich sollen die negativen Informationen in der Schublade verschwinden, um den Absatz nicht zu gefährden. Die Coordination gegen BAYER-Gefahren fordert daher eine Offenlegungs-Pflicht aller gemeldeten Nebenwirkungen und aller Anwendungsstudien sowie wirksame Strafen für unlautere Pharma-Werbung. Antibaby-Pillen, deren Einnahme mit einem erhöhten Thrombose- und Embolie-Risiko verbunden ist, müssen verboten werden.

Infos zur BAYER- Hauptversammlung: www.cbgnetwork.org/3720.html

Interessenten und Betroffene sind herzlich eingeladen, an den Aktionen am 29. April in Köln teilzunehmen. Rückfragen unter Tel 0211 – 333 911 oder CBGnetwork@aol.com

Die CBG steht vor ernsthaften finanziellen Problemen. Bitte beteiligen Sie sich an der Rettungskampagne: www.cbgnetwork.org/3708.html

Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG)
eMail CBGnetwork@aol.com
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Twitter: twitter.com/BayerGefahren
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Tel 0211-333 911, Fax 0211-333 940

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Beirat
Prof. Dr. Jürgen Rochlitz, Chemiker, ehem. MdB, Burgwald
Dr. Sigrid Müller, Pharmakologin, Bremen
Prof. Dr. Anton Schneider, Baubiologe, Neubeuern
Prof. Rainer Roth, Sozialwissenschaftler, Frankfurt/M.
Prof. Jürgen Junginger, Designer (i.R.), Krefeld
Dr. Erika Abczynski, Kinderärztin, Dormagen
Eva Bulling-Schröter, MdB, Berlin
Dr. Janis Schmelzer, Historiker, Berlin
Wolfram Esche, Rechtsanwalt, Köln

Pressemitteilung

Soziale Massengräber – wenn Armut verscharrt wird

Ruth Tietz aus Leverkusen schildert in der online Zeitung „scharf – Links „ am 29.03.2011
unter der Überschrift „ Nachruf für Herrn H. „ ihre Eindrücke einer sog. „Armenbestattung“. Dieser Beitrag hat mich nicht los gelassen, zeigt er beeindruckend, wie es mit der WÜRDE DES MENSCHEN in unserer Gesellschaft bestellt ist und zwar mit der WÜRDE VON ARMEN MENSCHEN.

Am 7. Feb. 2011 ( !!!!) verstarb Herr H, welchen Ruth Tietz zwei Jahren lang Hilfe und Unterstützung gab, erst bei Hartz 4, dann Grundsicherung. Sie begleitete den Mann beim aufsuchen zuständiger Ämter, weil Herr H sehr krank gewesen  war. Nun also verstarb Herr H und am 29.03.2011 (!!!!) fand nun die „Beisetzung“ statt.

Frau Tietz beschreibt die Situation so :

„ Zuerst einmal erhielt man kaum Informationen wo das Begräbnis stattfinden sollte, dann schließlich, über den Anruf beim Bestatter, fanden wir den Weg, wo sich eine ganze Menge Menschen einfand. Ein eingezäuntes kleines Waldstück, aus dessen Boden einige Holzpflöcke ragten, eine kleine Grube, ein Handkarren, auf dem in erster Reihe 8 Urnen standen, dahinter 16 andere noch in Pappschachteln. Daneben zwei Angestellte des Friedhofes.

Pünktlich begann man die Urnen mit einem Gerät in die Grube zu stellen, wobei die Gäste an die Grube treten konnten, kein Wort wurde gesprochen. Blumenschmuck und Kerzen sind verboten! Danach warteten die nächsten Urnen um auch in die Grube versenkt zu werden, so dass 24 Urnen in ein Grab kommen. Ich erfuhr auch, warum es solange dauerte bis der Verstorbene endlich beerdigt würde! Es wird solange gesammelt bis genügend Verstorbene zusammen sind. Die Holzpflöcke kennzeichnen andere Massengräber.
Es wurde mir auch erzählt, dass das Ganze 1600 € kostet.“

Und weiter führt Ruth Tietz aus:

„ Eine Frau sagte zu mir: „So manches Tier wird besser beerdigt“!

Kein tröstendes Wort – verscharrt im Massengrab, das ist das was am Ende der Armut in unserer Gesellschaft steht …..“

Ja so ist das in der Sozialen Marktwirtschaft. Einen ARMEN MENSCHEN eine WÜRDIGE BEISETZUNG sicherzustellen, rechnet sich nicht, SOZIALE MASSENGRÄBER gewährleisten Profit. Die VERROHUNG der Gesellschaft wird an diesen Beispiel einmal mehr sichtbar. Menschen werden erst in Armut per Gesetz getrieben und ihnen ein WÜRDEVOLLES Leben versagt. Als wäre dies nicht genug, beraubt man die ARMEN, selbst nach Ende des Lebens,
eine Beisetzung in WÜRDE ! Sterbliche Überreste entsorgt in Pappschachteln, weil es kostengünstiger ist. Der ARME MENSCH in Deutschland als Ware.

Das scheinheilige Geschwätz der Parteien, im Vordergrund stünden soziale Verantwortung, Christlichen Sozialethik, Würdevoller Umgang mit jedem Einzelnen ist angesichts der oben genannten Realität nichts anderes als LÜGE, VERHÖHNUNG der Menschen und vor allem aber der ARMEN MENSCHEN in Deutschland.

Erinnert sei noch einmal an die Aussage einer Frau während der Beisetzung:
„ SO MANCHES TIER WIRD BESSER BEERDIGT“ !

Bleibt festzuhalten: Wenn Du kein Geld hast, darf ein Angehöriger nicht sterben, auch wenn er sein ganzes Leben lang sich den Rücken krumm gearbeitet hat. Arme Verstorbene und ihre Angehörigen, werden abgefertigt ohne Würde und Anstand.
Ach ja, die Kirchen sprechen von „Entsorgungsmentalität“ und wünschen sich einen würdigeren Umgang mit den Toten. Die Wünsche der Kirche dürfte die Politik wenig beeindrucken.

Frank Ullrich
Dresdner Sozialwacht

Neue Massengräber in Deutschland: Armenverbrennungen nehmen zu!

Ein bald folgender Beitrag der Dresdener Sozialwacht hat mich auf ein unheimliches Thema gebracht: wir haben in Deutschland wieder anonyme Massengräber. In der Tat: man spricht nicht drüber, aber es gibt sie. Vorbei die Vorstellung, man könnte Oma und Opa dereinst nochmal am Grabe besuchen ... waren Oma und Opa nicht reich oder gut betucht, dann ... geschieht ihnen etwas, das die Welt im Detail schildert:

Ein bald folgender Beitrag der Dresdener Sozialwacht hat mich auf ein unheimliches Thema gebracht: wir haben in Deutschland wieder anonyme Massengräber. In der Tat: man spricht nicht drüber, aber es gibt sie. Vorbei die Vorstellung, man könnte Oma und Opa dereinst nochmal am Grabe besuchen … waren Oma und Opa nicht reich oder gut betucht, dann … geschieht ihnen etwas, das die Welt im Detail schildert:

Die Namen der Toten stehen auf weißen Aufklebern geschrieben, sie heften auf den Urnen. Es sind vergessene Tote. Tote, die einsam starben, weil es niemanden mehr gab, der sich um sie kümmerte. Stirbt eine Person, von der keine Angehörigen bekannt sind, so versucht das Friedhofsamt, Verwandte ausfindig zu machen und Kontakt aufzunehmen. Falls dies nicht gelingt oder falls sich diejenigen weigern, die verpflichtet wären, die Kosten für eine Bestattung zu übernehmen, werden die Verstorbenen auf Anordnung des Sozialamtes bei einer Massenbeisetzung beerdigt.

Der Westen beschreibt, wo man die Toten dann finden kann:

Große Begräbnisse lassen sich mit dem Gefundenen in der Regel nicht finanzieren. Eine „ordnungsbehördliche Bestattung” endet im Feuer. Die Asche landet fast immer anonym auf einem Gräberfeld in Lüdenscheid.

Der Fachbereich rechnet in diesem Jahr mit Kosten von rund 25 000 Euro für sogenannte „ordnungsbehördliche Maßnahmen”.

Tendenz: steigend.

Diejenigen, denen das Geld kaum zum Leben reicht, haben meist auch nicht genug für eine Beerdigung: Findet sich unter den Angehörigen niemand, der die Kosten für eine Bestattung übernimmt, muss das Sozialamt einspringen. Oft droht damit die Zwangsbestattung. In der Regel ist dies eine Einäscherung mit anonymer Beisetzung.

So formulieren es die „Bestattungsinformationen„.

Das wir es hier mit dem Aufblühen einer neuen Entsorgungskultur zu tun haben, ist beim 3.  hessischen Bestattertag schon zur Sprache gekommen, siehe „Bestattergewerbe“:

Tade Spranger vom Institut für Wissenschaft und Ethik der Rheinischen Friedrichs-Wilhelms-Universität Bonn brachte es auf den Punkt: „Eine Sozialbestattung ist kein Armenbegräbnis. Wir sind aber auf dem Weg dorthin, und die Rechtssprechung ist daran nicht ganz schuldlos“

Dezidiert wandte sich Spranger, der unter anderem einen Kommentar zum nordrhein-westfälischen Bestattungsrecht herausgegeben hat, gegen die um sich greifende „Entsorgungsmentalität“ wenn es darum gehe, „Menschen unter die Erde zu bringen“.

„Entsorgungsmentalität“ in dieser Qualität hatten wir schon mal. 1933 – 1945.

Kriegen wir auch wieder, der rundumvollversorgte Wohlstandsbürger ist zu allem bereit, um sein Einfamilienhaus im Grünen  in Betrieb zu halten. Es war die unsägliche rot-grüne Regierung unter Kanzler Schröder, die das Sterbegeld gestrichen hatte und gleichzeitig die Armut per Gesetz einführte, um Millionen von Menschen endgültig vom Arbeitsmarkt abzukoppeln und künstlich ein sozial abgestraftes Prekariat zu schaffen, deren Kinder keine Konkurrenz mehr für die eigenen Sprößlinge bedeutet, es war diese Regierung, die Arbeitslose als „Parasiten“ verurteilte, die den unheiligen Satz sprach: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“.

Kein Wunder, das wir nun auch wieder anonyme Massengräber und Massenverbrennungen bekommen, Menschenverachtung und Nazi-Entsorgungskultur gehören einfach zusammen, aber sofern die Abwärme aus dem Verbrennungsvorgang ökologisch sinnvoll noch zum Heizen des Rathauses mitbenutzt wird, dann wird es wohl so schnell keinen stören.

Angesichts der großen Welle von Armenleichen, die wir in Zukunft zu erwarten haben, läßt sich mit ihnen vielleicht sogar ein ganzes Kraftwerk betreiben – ich hoffe, ich habe da jetzt niemanden auf eine clevere Geschäftsidee gebracht.

In den normalen Medien wird man immer weniger zu diesem Thema finden. Die zeigen sich immer mehr als Mietmedien, die das bringen, wofür man sie bezahlt, siehe Meedia.de:

Mit erfundenem Firmennamen und falscher Identität hat taz-Redakteur Sebastian Heiser verdeckt recherchiert, wie käuflich deutsche Tageszeitungen sind. Mit dem Ziel, Schleichwerbung in Blättern von zehn Verlaugshäusern unterzubringen. Das beunruhigende Ergebnis: Tageszeitungen und Magazine nehmen es nicht so genau mit der Trennung von Anzeigen und Text. Besonders schlecht schnitten die FR, Neues Deutschland und die Westdeutsche Allgemeine ab.

Und hier sind die persönlichen oder partei- und gesellschaftspolitischen Verpflichtungen der jeweiligen Chefredakteure noch gar nicht berücksichtigt. Welche Lobby haben hingegen die toten Armen, die in nach ihrer Verbrennung im Pappkarton in anonymen Massengräbern entsorgt werden? Die sollten sich vielleicht mal ein Vorbild nehmen an der Glücksspielindustrie, die uns deutlich zeigt, wie man in Deutschland 2011 Politik macht, wenn man es sich finanziell leisten kann, siehe WAZ:

Spitzenpolitiker von CDU und FDP aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben sich in der heißen Phase der Verhandlungen um den Glücksspielstaatsvertrag von einer Sport-Wirtschaftszeitschrift zu einer Konferenz auf Sylt einladen lassen.

Leider können die toten Armen keine Spitzenpolitiker zu einem erneuten Sterbegeldgespräch auf die Malediven einladen, noch gibt es jemanden, der sich ihrer Sache annehmen würde. Es gibt auch niemanden, der großformatige Anzeigenkampagnen starten würde, um die Bevölkerung über die anstehenden Massenverbrennungen aufzuklären.

Ganz automatisch bringen uns die ungeschriebenen und geschriebenen Gesetze der Korporatokratie, der Herrschaft der Konzerne und ihrer Werte, wieder zu dem guten alten nationalsozialistischem Lagersystem für „unwertes Leben“. Das hat man nun davon, wenn man die Macht im Staate den Sachzwängen ausliefert, die von einem nach oben offenem Renditewahn diktiert werden. So hebelt man alle menschlichen Werte zugunsten fortschreitender Kostensenkung aus – was letztlich immer noch zu Leichenbergen geführt hat.

Und die politischen Optionen die man hat? Die werden von der Welt gerade am Beispiel Stuttgart 21 durchexerziert:

Kein anderer als Winfried Kretschmann könnte auf die zum Teil besessenen Bahnhofsgegner einwirken. Kein anderer als Kretschmann könnte die Notwendigkeit des Baus, wenn denn das Volk derart gesprochen hat, glaubhafter vertreten.

Selten hat man so deutlich gelesen, das sogar Ministerpräsidenten in diesem Land nur noch eine Aufgabe haben: Häßlichkeiten servieren. Und wenn die Mehrheit im Land rot-grün ist, dann werden sie eben von rot-grünen Politikern serviert. Häßlich bleiben sie trotzdem.

Darum bleiben unsere AKW´s aktiv. Darum wird Stuttgart 21 gebaut. Darum werden wir irgendwann Arme in Massen verbrennen müssen … und ich kann nicht garantieren, das die dann wirklich alle schon tot sind. Aber sie müssen fort, weil ihr Restleistungsvermögen erschöpfend ausgebeutet wurde und sie mithin nur noch Kosten verursachen.

Und das ist das, was von unserer Demokratie geblieben ist: wir dürfen den Kellner wählen … bzw. den Henker.

Die Suppe, die wir auszulöffeln haben, bleibt die gleiche.

 

 

 

 

Fukushima, Bombentote, Hartz IV: Wirklichkeiten ab 18

Am Wegesrand der Medienwelt blühen manchmal sonderbare Dinge, Dinge, die man fast tagtäglich wahrnehmen kann  und doch ... werden sie kaum bemerkt. So fand ich erst kürzlich die menschliche Seele und den menschlichen Geist, den es - jedenfalls bei Kindern - zu schützen gilt. 

Anliegen dieser Grundsätze ist die wirksame Durchsetzung der im Grundgesetz verankerten Meinungs- und Informationsfreiheit, insbesondere auch der Presse- und Kunstfreiheit, in Abwägung mit anderen Grundrechten, wie dem Grundrecht von Kindern und Jugendlichen auf körperliche, geistige und seelische Unversehrtheit.

Am Wegesrand der Medienwelt blühen manchmal sonderbare Dinge, Dinge, die man fast tagtäglich wahrnehmen kann  und doch … werden sie kaum bemerkt. So fand ich erst kürzlich die menschliche Seele und den menschlichen Geist, den es – jedenfalls bei Kindern – zu schützen gilt.

Anliegen dieser Grundsätze ist die wirksame Durchsetzung der im Grundgesetz verankerten Meinungs- und Informationsfreiheit, insbesondere auch der Presse- und Kunstfreiheit, in Abwägung mit anderen Grundrechten, wie dem Grundrecht von Kindern und Jugendlichen auf körperliche, geistige und seelische Unversehrtheit.

So die Absicht der FSK-Freigabe für Filme auf Spio.de. Man sah mich etwas verwundert angesichts dieser Zielsetzung, gibt es doch offensichtlich immer weniger Geist und eigentlich gar keine Seele in der materialistischen Weltsicht der Korporatokratie. Beides stört Aufschwung und Konsum. Wo kämen wir denn hin, wenn ganz Deutschland sich gegenseitig selbst geschriebene Gedichte vorlesen würde?  Nicht auszudenken, was das für den Binnenkonsum bedeuten würde. Und die Seele? Pures Gift für einen Leistungsträger. Wäre doch undenkbar, welche Auswirkungen die Existenz einer unsterblichen Seele für die alltägliche Geschäftspraxis hätte – nachher steht man im Jenseits noch all jenen gegenüber, denen man zum Wohle der Eigenkapitalrendite hinterrücks das Fell über die Ohren gezogen hat.

Natürlich gibt es die Unken, die uns laut Welt etwas anderes verkaufen wollen:

Auch seriöse Forscher behaupten: Die Seele gibt es wirklich, und das unsterbliche Bewusstsein ist genauso wie Raum, Zeit, Materie und Energie ein Grundelement der Welt.

Die haben sogar Geist gefunden, diese Physiker:

Auch Christian Hellweg ist von dem Quantenzustand des Geistes überzeugt. Der Wissenschaftler hat sich nach dem Abschluss seines Physik- und Medizinstudiums am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen jahrelang mit der wissenschaftlichen Erforschung der Hirnfunktionen beschäftigt. Seine These bringt er wie folgt auf den Punkt: „Die Eigenschaften des Geistigen entsprechen haargenau denjenigen Charakteristika, die die äußerst rätselhaften und wunderlichen Erscheinungen der Quantenwelt auszeichnen.“

Bewußtsein, Geist und Seele … Themen, die dank der freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft auf einmal doch noch Einlass in unser Denken finden. Gut zu sehen, das man auf das Wohl von Seele und Geist wenigstens an manchen Orten der Welt noch achtet, das nicht überall die materialistische Verrohung triumphiert, die es im Übrigen auch im edelgrünen Naturgewande gibt.

Schön wäre es, wenn es so etwas auch für die Wirklichkeit gäbe und nicht nur für die Unterhaltungsindustrie. Wenn Polizisten einen vierzehnjährigen Jungen erschiessen wollen, wozu es in der Welt ein Video gibt, dann wäre das doch wohl mindestens ab 18, wenn nicht sogar ab 21? Immerhin arbeiten Politik und Wirtschaft gezielt daran, das wir solche Verhältnisse auch in Deutschland bekommen: Hartz IV fiel ja nicht vom Himmel.

Wenn wir erfahren, wie die Binnenwirtschaftskriegstreiber mit ihren Informationen umgehen, dann sollte das auch ab 18 sein – siehe Spiegel:

„Herr Schnappauf hatte seinen Laden nicht im Griff“, schimpft ein BDI-Insider. „Er überschätzt sich maßlos.“ Ganz offenbar habe der Hauptgeschäftsführer die Brisanz des Protokolls nicht erkannt – und es bedenkenlos unterschrieben. „Er hätte die betreffende Passage streichen müssen.“

Wenn was nicht paßt: einfach aus dem Protokoll streichen – schon ist es nie geschehen. Tarnen, täuschen und vertuschen – das ist inzwischen so selbstverständlich wie die üblichen Verharmlosungen des nuklearen Supergaus in Fukushima. Gestern war laut Spiegel noch das Meerwasser verseucht:

Die radioaktive Verstrahlung der Küstengewässer vor Fukushima hat einen neuen Höchstwert erreicht: Die Belastung übertraf die zulässige Grenze um das 1250fache.

Würde ein Mensch einen halben Liter Wasser mit einer solchen Jodkonzentration trinken, dann hätte er auf einen Schlag die Menge an radioaktivem Jod zu sich genommen, die er in einem Jahr aufnehmen könne.

Na, das hört sich doch noch gut an. Wer trinkt auch schon einen halben Liter Meerwasser. Heute jedoch … hört sich das schon ganz anders an, ebenfalls Spiegel:

Die Lage an der japanischen Atomruine Fukushima gerät völlig außer Kontrolle: Die Radioaktivität an Reaktor 2 ist jetzt zehn Millionen Mal höher als normal, meldet Betreiber Tepco. Die Rettungsarbeiten an dem Meiler wurden unterbrochen.

Wieviele Liter sind das jetzt genau? Also, konkret gefragt: wieviele Wassertröpfchen muß ich aufnehmen, um meine Jahresdosis zu erhalten? Kann man das noch in Zahlen ausdrücken – oder reicht ein einziger Atemzug?

Man sollte sich auch mal daran erinnern, worum es hier konkret geht und warum immer mehr Redereien den Hafen von Tokio meiden.

Die Lämmer kamen ohne Augen oder ohne Mäuler zur Welt. Bei einigen waren die Beine grotesk zusammengewachsen, andere hatten gar keine Beine. Viele waren Totgeburten. Allein in einer Nacht starben 31 Jungtiere.

Zur gleichen Zeit fand sich auf einer Weide eine tote, steife Kuh, die Beine in den Wind gestreckt. Ganz in der Nähe zogen die Yakama-Indianer Lachse mit drei Augen aus dem tiefblauen Fluss. Forellen waren übersät mit Krebsgeschwüren.

Und dann wurden die Babys krank.

So berichtet der Spiegel über die Strahlenruine Hanford. Das sollte man sich einfach mal konkret als Bild übers Bett hängen, damit man weiß, worum es hier konkret geht – nicht nur um ein wenig theoretische Strahlung, sondern um nackten brutalsten Horror, der als Film mit Sicherheit ab 18 wäre. Da lauern Bilder, die nicht gesund sind für Seele und Geist. Kein Wunder, das Leistungsträger Brüderles Satz aus dem Protokoll streichen wollten, nachdem das AKW-Moratorium nur ein Wahlkampfgag ist.

Natürlich braucht sich die Atomlobby keine Gedanken darüber machen, das ihre 500-% – Rendite in Gefahr ist. Sie haben mittlerweile Mittel und Wege, ihre Entscheidungen ganz direkt umzusetzen, wie man bei diefreiheitsliebe.de findet:

Der englischen Sunday Times ist es gelungen einen europäischen Abgeordneten der Korruption zu überführen. Die englische Zeitung konnte den östereiichischen Abgeordneten dazu bringen, dass dieser vor der Kamera aussagt, dass er zusammen mit spanischen Abgeordneten für bestimmte Gesetze stimmen würde, wenn dafür nur das nötige Geld fliesen würde.

Der AbgeordneteErnst  Strasser spricht von Netzwerken und davon wie er den spanischen Abgeordneten einweihte um den Lobbyisten den Weg zu planieren. Das er bereits 5 zahlende Kunden hätte, die Ihm jeweils 100.000 Euro im Jahr zahlen würden um von Ihm vertreten zu werden. Von sich selbst sagt er, dass er ein Lobbyist ist. Nach der Veröffentlichtung des Videos musste der Abgeordnete der ÖVP zurücktreten, seine Aussagen zeigen allerdings, dass er nicht der einzige korrupte Abgeordnete im europäischen Parlament ist.

Da kann man dann demonstrieren, Intiativen gründen, Gesetzesvorschläge einbringen – aber abgestimmt wird nach Kassenlage. So macht man heute Politik. Man wählt nur noch den Zahlungsempfänger.  So braucht es auch nicht zu wundern, das wir auf einmal wieder Bomben schmeißen – mit den üblichen Folgen, wie die Berliner Umschau meldet:

Nach den Angriffen westlicher Staaten auf Libyen wächst offenbar die Zahl ziviler Opfer. Das Fernsehen in Tripolis meldete eine hohe Anzahl von Toten durch die Luftschläge. Westliche Reporter, die sich in der libyschen Hauptstadt aufhalten, bestätigten massive Luftangriffe. Zudem seien sie von Behördenvertreter in Krankenhäuser geführt worden, in denen Verletzte liegen. Regierungssprecher Mussa Ibrahim nannte die Zahl von Hunderten toten Zivilisten seit Kriegsbeginn. Eine unabhängige Einschätzung der Lage vor Ort ist nicht möglich.

Man fragt sich, wer dafür bezahlt hat: die Wasserlobby oder die Öllobby?

Als Film? FSK ab 18, überhaupt keine Frage. Das Vertrauen in die politische Wirklichkeit wird durch solche Geschichten massiv erschüttert und Gewalt als einziges Lösungsmittel dargestellt. Die Briten haben das jetzt verstanden, da kann man sehen, wohin das führt, siehe Welt:

Bei Protesten gegen die Sparpläne der britischen Regierung haben sich Randalierer in London am Wochenende heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Hunderte vermummte Demonstranten bewarfen Polizisten mit Feuerwerkskörpern, Molotowcocktails und Farbgeschossen. Mindestens 214 Menschen wurden festgenommen, 84 wurden verletzt.

Nun – für Bomben auf Zivilisten im Ausland ist ja genug Geld da, da kann man schon verstehen, das der Bürger etwas ungehalten wird.

Was – nach meinem Dafürhalten – auf jeden Fall ab 18 sein sollte, ist Hartz IV samt Folgen, so wird Oskar Negt im ORF zitiert:

Negt analysiert, was dem Einzelnen, aber auch der Gemeinschaft als Ganzer, geschieht, wenn Arbeitslosigkeit droht, wenn Arbeitslosigkeit grassiert. „Arbeitslosigkeit ist ein Gewaltakt“, sagt Negt, mit Folgen für die Psyche des Einzelnen, aber auch für das Vertrauen in die demokratischen Systeme.

Arbeitslosigkeit ist ein Gewaltakt. Atomare Strahlung auch. Bomben erst recht. Alles Ereignisse, die Geist und Seele nachhaltig schaden können. Nochmal die FSK:

Problematisch bleibt die Vermittlung sozial schädigender Botschaften. Nicht freigegeben werden Filme, die Gewalt tendenziell verherrlichen, einem partnerschaftlichen Rollenverhältnis der Geschlechter entgegenstehen, einzelne Gruppen diskriminieren oder Sexualität auf ein reines Instrumentarium der Triebbefriedigung reduzieren. Auch die Werteorientierung in Bereichen wie Drogenkonsum, politischer Radikalismus oder Ausländerfeindlichkeit wird mit besonderer Sensibilität geprüft.

Wäre schön, wenn man auch Wirklichkeiten sperren könnte, die Gewalt tendenziell verherrlichen, weil es gegen den bösen Diktator geht, die Arbeitslose diskriminieren, Prostitution samt Kokainkonsum, Korruption und Moslemfeindlichkeit leben.

Und auf einmal … sind wir wieder in der Welt der Leistungsträger.

 

 

 

 

 

 

 

Der kommende Auftstand: Die große Weltverschwörung triumphiert! Und nun?

Man mag mir verzeihen, das ich nicht immer ausführlich auf Kommentare antworten kann. Ich bin zeitlich mehr als ausgelastet und habe eine negative Zeitbilanz – Zeitschulden häufen sich auf, sozusagen. Da muß ich knapp haushalten. Ich kenne einige Einstellungen zur Weltpolitik schon seit Jahren – auch die extremen Verschwörungsanalysen, die ich absichtlich nicht Theorien nenne, da ich davon ausgehe, das es hinreichend Indizien gibt, über bloße haltlose Theorien hinaus- und zur nüchternen Analyse der Verschwörungspraxis überzugehen.

„Even the worst case“ ist ein für mich wichtiger Managementgrundsatz,  der in der Wirtschaft wunderbar funktioniert, aber in der Politik kaum angewendet wird, was zu einer enormen Staatsverschuldung führt, weil alle staatlichen Angestellten davon auszugehen scheinen, das wir Onkel Dagoberts Geldspeicher in Bonn/Berlin frei zugänglich zur Verfügung hätten. Hatten wir leider nicht.

Selbstverständlich gehe ich persönlich nicht davon aus, das die extremsten Verschwörungsphantasien real sind. Ich würde sonst nicht mehr schreiben. Aber – ich mache es mir hier bequem und muß mir selbst vorwerfen, hier zu mangelnder Gründlichkeit zu neigen. Darum hier mal Skizzen für den ganz ganz schlimmen Fall – wobei ich nicht weiß, welcher der schlimmen Fälle es denn jetzt sein soll.

Ist es die Verschwörung altägyptischer Zauberpriester zur Übernahme (oder Weiterführung) der Weltherrschaft?

Ist es die schleichende Übernahme der Welt durch reptiloide Aliens?

Oder sind es nur weitere Ausformungen der normalen Verschwörungen, die sich quer durch die US-amerikanische Geschichte wühlen?

Ist die Welt ein Gefängnis gefallener Seelen oder eine Schule für Götter?

Ist die Welt wie wir sie wahrnehmen, überhaupt real?

Fragen über Fragen … die erkennen lassen, das wir in erster Linie ein philosophisches Problem haben: wir wissen nicht, wo wir eigentlich stehen.

Um die Frage „Was ist nun zu tun“ zu beantworten, muß man sich zuerst entscheiden, wo man stehen möchte. Entscheiden? Ja. Philosophie setzt an das Denken bzw. an Erkenntnis und Wissenschaft strengere Maßstäbe an als es die Naturwissenschaften tun. ABSOLUTE SICHERHEIT gibt es nicht. Dafür ist der menschliche Verstand nicht geeignet. Darum muß man sich irgendwann für eine Wahrheit entscheiden, sonst kommt man nicht ins Handeln. Ohne diese Entscheidung gibt es keine Strategie, die Handeln präzise definieren kann.

Dann haben wir noch eine nächste Wahrheit – eine einzige, die todsicher ist, auch wenn wir nicht wissen, was sie bedeutet: WIR WERDEN ALLE STERBEN! – das steht schon mal fest. Auch wenn wir nicht wissen, was läuft, was gespielt wird, so wissen wir doch eins: wir sind nicht ewig hier. Das kann uns schon mal zu der Entscheidung führen: „Siehe zu, das Du ein möglichst glückliches Leben hast, denn es ist nur von kurzer Dauer“. Glück und Sinn stehen nun in einem engen (leider häufig in der Glücksforschung nicht sonderlich berücksichtigten)  Zusammenhang. Sinnvolles Leben kann einem die Schrecken der Konzentrationslager überstehen helfen – siehe Viktor Frankl.

Somit wäre ein sinnvolles Leben mit Glück gesegnet – unabhängig von der Dauer. Ein kurzes glückliches Leben scheint auch mehr Sinn zu machen als ein langes voller Qual. Das ist der Rahmen, in dem wir uns bewegen. Kommen wir von dem Rahmen nun zum Bild.

Was wäre also zu tun, wenn ich mich für die Alienvariante entscheide?

Hierzu müßte man erstmal die Alienvariante konkret kennen. Im ungünstigsten Falle droht uns das Schicksal der Indianer. Für diesen Fall (riesige Raumschiffflotten von der Venus erobern die Welt) gibt es erstmal keine Anzeichen. Wir würden sterben (wie gehabt) und müssten aufgeben. Das war es dann. Gut das wir sterblich sind, da müssen wir das nicht ewig erdulden. Wer will, könnte noch Widerstandszellen bilden, auf Hilfe von Außen hoffen („gute“ Aliens), aber die Chancen auf Erfolg stehen so schlecht, das sie mathematisch nicht mehr auszudrücken sind.

Und die Unterwanderung durch Reptiloiden? Wäre im Prinzip nichts anderes als die bisherige „Superreichentheorie“, nur sind die dann nicht nur superreich, sondern auch noch schuppig. Strategie? Sich abwenden und an einer neuen, eigenen Zivilisation bauen, bei steigendem militärischen Widerstand die Infrastruktur soweit zerstören, das renditefreundliches Wirtschaften unmöglich ist – wie gehabt: der Generalstreik.

Altägyptische freimaurer-illuminaten-Zauberpriester? Wie Reptiloiden … mit einer Ausnahme. Hier muß man sich ganz sicher sein, das der metaphysische Bereich keine unangenehmen Überraschungen bereithält. Wir haben uns als Gesellschaft für den Atheismus als Weltanschauung entschieden (Freimaurer mal ausgenommen) – was nützlich und in Ordnung ist. Allerdings sollten wir uns nicht darauf verlassen, das unsere Gedanken die Welt formen – auch Bärbel Mohr, die Botschafterin der Bestellungen beim Universum, ist tot – siehe Bunte:

Trauer in der Esoterik-Szene: Bestsellerautorin und Wünsche-Expertin Bärbel Mohr ist tot. Sie starb am 29. Oktober im Alter von 46 Jahren. Am vergangenen Dienstag wurde sie beigesetzt. Sie hinterlässt ihren Mann Manfred und neunjährige Zwillinge.
Vor einem Jahr war bei Bärbel Mohr ein Burn-out festgestellt gestellt worden, fast zeitgleich brach ihre Krebserkrankung aus.

Möglicherweise funktioniert Magie, möglicherweise kann man Wahnsinn künstlich hervorrufen. Unwahrscheinlich … aber nicht undenkbar. Möglicherweise gibt es einen echten Satan, Hexen die Darmkrebs anhexen können und böse Geister, die das Büroklima versauen sowie eine Kaste von Zauberleuten, die das ausnutzen.

Hier wäre die Strategie eine andere: Gott suchen. Gilt der Zauberkram, dann auch … die Gegenseite. Wie man munkelt, ist „Gott“ in allen Kulturen der Stärkere. Wir haben nur seine Nummer verlegt. Die bräuchten wir dann. Im Prinzip aber: die gleiche Strategie wie zuvor, nur mit einer Phalanx von Betern (oder geisterjagenden Schamanen, dann geht auch der Krebs weg) dabei, die für günstige Winde sorgen.

Die Frage, was zu tun ist, ist die konkrete Frage nach dem, wo man eigentlich steht.

Das Risiko ist immer gleich: wir könnten sterben.

Das wäre schlimm … ist aber sowieso unvermeidlich. Wenn wir das akzeptieren (und ich denke, hier hapert es gewaltig in der Kultur: wir wissen alle, das wir sterben werden, aber wir glauben nicht daran), dann werden wir unbesiegbar. Und je aufrichtiger, ehrlicher, liebevoller, wahrhaftiger wir gelebt haben, umso größer kann die Hoffnung sein, das das, was nach dem Tode kommt, eine feine Angelegenheit ist. Damit brauchen wir uns aber erstmal nicht zu beschäftigen, denn zuerst kommt das Leben vor dem Tod – und in dem ist vor allem eins zu tun: eine Mehrheit bilden. So läuft das in Demokratien. Oder kriminell werden – geht auch, ist aber nicht fein.

Um Mehrheiten zu bilden, muß man viele Worte machen, Informationen verbreiten, Gegenpropaganda entlarven – ist halt viel Schreibkram, so eine Revolution, eine komplette Umkehr einer in satanische Werte abdriftenden Gesellschaftsordnung macht halt viel Arbeit …. die einem niemand ersparen kann. Bequem auf der Straße herumstehen, schöne Pappschilder tragen und laut brüllen ist auch ok, verschafft Luft, motiviert, zeigt Präsenz und … ändert nur dann was, wenn sich die Mächtigen auf das Ritual einlassen. Tun sie es nicht … wovon wir gerade ausgehen … dann braucht man absolute Mehrheiten.

Kriegt man die aber nicht … auch gut. Dann kann man immer noch den Ernst Jünger machen und mit einem Glas Rotwein in der Hand die light-show des thermonuklearen Krieges genießen oder mit der Kuchengabel in der Hand noch einen guten Kampf gegen die Gestapo führen … zwar wird man verlieren, aber landet vielleicht bei den mutigsten Kriegern in Walhalla.

Was heißt das nun konkret für morgen?

Entscheidet euch für ein Weltbild – oder verreckt. So kurz und knapp könnte man es in der Tat fassen. Nur wenn man in den (von den Medien gezielt forcierten) wischi-waschi-Bereichen der Erkenntnistheorien bleibt, bleibt man handlungsunfähig. Hat man ein Weltbild, sollte man dabei bleiben. Welches richtig war, wird sich zeigen, wenn man anfängt, seine eigene Welt aufzubauen. Könnte sein, das dann irgendwann die Aliens, die Reptiloiden, die Illuminaten oder der Teufel selbst vor der Tür steht … oder das einfach nichts passiert, weil sie draußen bleiben oder nie existent waren.

Bis dahin aber kann uns niemand daran hindern miteinander zu reden, unsere Kräfte zusammenzulegen und unsere Zukunft wieder selbst in die Hand zu nehmen.

Fernseher, Alkohol und Nikotin aus seinem Leben zu verbannen, kann da schon mal sehr helfen.

Und dann? Straßen blockieren, wenn das Gespräch nicht funktioniert. Den „Besatzungstruppen“ das Leben so unangenehm wie möglich machen, sich empören, ihre Schande aufzudecken (und ihnen die schlimmsten Höllenstrafen vor Augen zu führen, die es für dieses asoziale Pack seit Anbeginn der Menschheit gibt, weshalb sie ja auch ihren Traum vom Atheismus so pflegen, um ihre Geschäfte ruhigen Gewissens weiter führen zu können).

Ghandi hat gezeigt, das man sogar Weltmächte friedlich in die Knie zwingen kann.

Ewiges Leben und Unverwundbarkeit gab es aber auch für ihn nicht.

Ein Beispiel für Strategien – aus der hohlen Hand geschossen?

Zweihunderttausend Menschen, die nichts weiter tun, als ihren Müll auf Autobahnen abzuladen – das Land stünde still. So schnell kommt keine Müllabfuhr hinterher. Das geschieht eigentlich heute schon … nur schmeißen sie den Müll nicht auf die Fahrbahn – aber es sind viel mehr, die ihren Müll so irgendwo entsorgen. Raus mit dem Müll auf die Autobahn, monatelang … und das Land wird sich ändern, weil keiner mehr Spaß am Porsche hat. Da geht nichts kaputt, das bringt keinen um, aber es wird für die Mächtigen unangenehm.

Aber bevor man das macht, braucht man die Legitimation der Mehrheit zur Veränderung  – und dafür muß man viele Worte machen.

Wie gut, das das immer mehr geschieht.

Dank Internet reden die Leute wieder miteinander und bilden sich ihre eigene Meinung – und meiner Meinung nach hat die schon längst einen kleinen gemeinsamen Nenner: „SCHNAUZE VOLL!“ – von Armut, Überstunden, Lügen, Plagiaten, Kriegen, Steuern, Fernsehprogrammen, Gebühren, Benzinpreisen, Gammelfleisch, Lobbyismus … und … und … und … und.

Gefragt ist nun der ganz große Wurf, der nicht aus den Kreisen der abgehobenen weltfremden politischen Lehrer- und Juristenkaste kommen wird, die meinen, man könnte die Arbeitslosigkeit wirklich erfolgreich nach den Prinzipien der „schwarzen Pädagogik“ des frühen Kaiserreiches in den Griff bekommen, eine Einstellung, die aber bei Lehrern nicht verwundert und die Juristen mangels jeglicher Orientierung gerne ungefiltert übernehmen.

Kommt der Wurf nicht … droht auch den Besserverdienenden das Verrotten im renditefreundlichen  Pflegeheim. Wem das gefällt, wer meint, das Risiko für sich persönlich eingehen zu können, der braucht nichts zu tun. Anders als die Konzentrationslager für Langzeitarbeitslose ist allerdings das Pflegeheim etwas, das ganz sicher droht: je reicher man ist, umso unwahrscheinlich ist leider auch der schnelle, früher Tod, der einem das Heim sicher erspart. Im Gegenteil: man hat gute Hoffnung auf zehn Jahre live-Verrottung mit allen Extras.

Also … mich würde das hinreichend motivieren, mich auch als Reicher den Nörglern anzuschließen.

Manchmal denke ich: die Natur hat die Raubtiere erschaffen, um den alten Menschen genau jenes grausame Schicksal zu ersparen, das wir ihnen in Heimen angedeihen lassen. Bei dem, was ich da sehen durfte … das ist der Grizzly schon gnädiger. Aber das denke ich nur manchmal – auch weil ich die Menschen mit satanisch angehauchter Wertebildung nicht auf noch blödere Gedanken bringen möchte.

 

 

Soldaten

Sodaten

Sodaten

© Jotha

Vergänglichkeit

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Vergänglichkeit

© Jotha

Alles im Leben ist endlich. Deshalb sollten wir nicht nur trauern, wenn wir etwas verloren haben, sondern auch dankbar sein, dass wir es gehabt haben.

Das kostbarste Vermächtnis eines Menschen ist die Spur, die seine Liebe in unseren Herzen zurückgelassen hat.

In Erinnerung an meine vorgestern verstorbene Mutter.

Grablicht

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Grablicht

© Jotha

Wir Einmaligen, der Weltkrieg, der Weltuntergang und der Tod.

Zivilisationskritik macht immer Spaß, gleichzeitig ist sie immer ein wenig unfair. Spaß macht sie, weil jeder im Alltag auf Kritikwürdiges trifft. Damit ist nicht nur die Politik gemeint (die ja inzwischen schon teilweise  so absurd erscheint, das man anstatt Kabarett lieber Comedy macht) sondern auch der ganz normal Alltag, der uns zum Beispiel sowas wie den „Smart“ auf deutschen Straßen beschert hat. Mal ehrlich … welcher normal denkender Mensch kauft sich ein Auto mit dem Transportniveau eines Kinderwagens? Etwas unfair ist die Kritik auch immer, denn Menschen wir Vieh zwischen Maschinen zu halten führt automatisch zu auffälligen Verhaltensweisen – wäre bei Kühen genauso. Sich dann auch noch darüber lustig zu machen wie seltsam die dabei aussehen ist schon etwas gemein – immerhin hat in dem freien Land voller selbstbestimmter Individualisten, die alle Herr über ihreigenes  Schicksal sind, niemand seine Lebensumstände selbst gewählt,  auch Einrichtung, Alltagsstruktur und Kleidung werden liebend gern von anderen übernommen….was laut einem in der Zeit vorgestellten Buch dann schon mal ziemlich unterhaltsam zu betrachten ist:

Wir Einmaligen heißt das Buch von Oliver Errichiello und Arnd Zschiesche. Sie sind Markensoziologen, erzählt der Klappentext. Ihr Befund: Unsere Einzigartigkeit ist eine Erfindung kluger Marketingstrategen. Weil die Warenwelt über uns herrscht und wir ihrem Versprechen von Individualität blindlings erliegen, kaufen wir Polarjacken, Apple Computer, nachhaltige Klappspaten von Manufactum und anderen Unfug. Wir wollen besonders sein, werden aber bloß zu Knallchargen der Konsumgesellschaft.

Wir stellen uns auf den Bühnen von Social-Media-Seiten aus und melden mit marktgängig optimierter Fröhlichkeit: „Dr. Stefan Oldenburg freut sich auf eine Woche voller Termine.“ Kurzum: Unser Leben ist eine Dauerwerbesendung.

Unter den vielen Kommunikationstherorien gibt es auch eine, die meint: jede Kommunikation ist auch Manipulation. Das ergibt sich alleine aus der Tatsache, das jede Kommunikation auch einen Zweck bzw. eine Absicht hat. Was aber Werbung angeht, so ist sie durchgängig Manipulation. Vorbei die Zeiten, wo uns eine Hausfrau mit Schürze mitteilte: „Spee ist toll!“. Die Werbung, der wir uns dank Fernsehen gezielt aussetzen, verändert unser Weltbild gezielt – und formt uns zu Knallchargen der Konsumgesellschaft, mit mit ihren Polarjacken in der Kölner Innenstadt nur lustig aussehen, besonders, wenn sie mit dem frisch gewachsten SUV vorfahren.

Ich denke mir, es könnte auch einen Zusammenhang zwischen den Weltuntergangsphantasien und der Kultur der „Einmaligen“ geben. Den Tod hat man ja schön verdrängt, man vergräbt die Toten nicht mehr unter der eigenen Haustürschwelle, damit sie auch im Tode noch bei einem sind, man karrt sie auf den Friedhof. Wird einer krank, kommt er ins Krankenhaus, wird er alt, dann kommt er ins Altenheim – kommt er aus den Häusern nicht mehr heraus, dann ist er … von uns gegangen. Obwohl es nahezu schon strafbar ist, offen religiös zu sein und an ein Leben nach dem Tode zu glauben (oder einfach instinktiv zu wissen, das es da weitergeht), benutzen doch alle noch Formulierungen, die sehr freundlich wirken und auf eine Fernreise ohne Rückfahrkarte hindeuten und nichts mehr mit Erde und Würmern und Häßlichkeit zu tun haben.

Das einzige, was uns noch Angst macht, ist der Weltuntergang. Wenn einfach alles zusammenbricht. Den können wir nicht in ein separates Lager schicken, der schluckt die Lager selbst. Dabei – das was uns Menschen ausmacht, im Inneren, im Kern … ist LEBEN. Das gibt es sogar noch auf den Inseln, die mehrfach von Atombomben getroffen wurden. Und die Welt als solche … wird sich noch ziemlich lange um die Sonne drehen, selbst dann, wenn kein Mensch mehr auf ihr herumläuft. Die Welt also … kann gar nicht untergehen. Dafür sorgt allein schon der Energieerhaltungssatz.

Aber das tröstet uns nicht darüber hinweg, das so etwas absolut EINMALIGES, so was absolut GÖTTLICHES wie ICH einfach nicht EWIG SEIN soll – obwohl wir aussehen wie die Halbgötter des Konsums auf den Werbeplakaten. Ich denke, darum verdrängen wir auch die Möglichkeit, das es Kriege geben kann. Kriege waren jahrtausendelang Begleiter der Menschheit, wir erinnern uns (im übrigen weltweit) nur noch mühsam an Zeiten, in denen es etwas anderes als Kriege gab – der Mythos vom „goldenen Zeitalter“ der Vergangenheit sitzt tief verankert in der Menschheit.

Es gibt auch Menschen, die führen gerne Krieg. Die einen finden die Jagd auf Menschen oder den fairen Kampf Mann gegen Mann sehr erfrischend – oder, um der Zeit gerecht zu werden – sehr erotisch. Die anderen spielen lieber Schach …. auch wenn es zum Weltkrieg führen wird, wie Diane Johnson in ihrem Artikel „Rußland einkreisen, China ins Visier nehmen“ bei „Antikrieg“ ausführt:

Der einzige Grund, gegen China loszugehen, ist wie der sprichwärtliche Grund, den Berg zu besteigen: es ist da. Es ist groß. Und die Vereinigten Staaten von Amerika müssen über allem stehen.

Die Strategie für die Beherrschung Chinas ist die gleiche wie für Russland. Sie besteht in klassischer Kriegsführung: Einkreisung, Belagerung, mehr oder weniger geheimer Unterstützung für innere Unordnung. Beispiele für diese Strategie:

In provokanter Weise verstärken die Vereinigten Staaten von Amerika ihre militärische Präsenz entlang der pazifischen Küste Chinas, indem sie den ostasiatischen Ländern „Schutz gegen China“ anbieten.

Während des Kalten Krieges, als Indien seine Waffen von der Sowjetunion bekam und eine blockfreie Haltung einnahm, bewaffneten die Vereinigten Staaten von Amerika Pakistan als seinen wichtigsten Alliierten in der Region. Jetzt verlagern die Vereinigten Staaten von Amerika ihre Gunst nach Indien, um Indien aus dem Einfluss der Shanghai Cooperation Organization herauszuhalten und es als Gegengewicht zu China aufzubauen.

Die Vereinigten Staaten von Amerika und ihre Alliierten unterstützen jede innere Abweichung, die China schwächen könnte, sei es der Dalai Lama, die Uighuren oder Liu Xiaobo, der eingesperrte Dissident.

So ein Krieg ist für uns schwer vorstellbar. Wir haben jetzt 65 Jahre Frieden, selbst unsere Rentner kennen keinen Krieg mehr. Und das die USA in ihrer Politik keine Rücksicht darauf nehmen, das ICH ein Kunstwerk ist, an dem wir jahrelang gearbeitet haben bis es endlich nicht mehr so sehr zwischen den anderen Kunstwerken auffällt und endlich vollendet individuell in der Masse steht, ist uns völlig unvorstellbar.

Dabei … nur mal ein kleines Gedankenexperiment:

Was wäre, wenn der Arzt morgen nach der Routineuntersuchung uns mit der DIAGNOSE: KREBS überrascht (einer Diagnose, die im Übrigen selbst schon Krebs auslösen kann, nebenbei bemerkt)? Würde uns dann der Untergang der Welt oder der Krieg zwischen den USA und China (der eigentlich schon tobt, nur noch nicht heiß) noch irgendwie stören? Wären wir nicht total erschüttert, das dieses Welt es zuläßt, das so etwas unglaublich tolles und einzigartiges wie ICH einfach so vergeht?

Dabei ist das völlig klar: wir werden sterben. Wir sind jetzt schon wandelnde Tote, wir fallen nur noch nicht um, weil die Maschine noch funktioniert. Die hat aber nur eine beschränkte Haltbarkeit – was auch gut so ist, weil wir nur beschränkten Platz haben. Und gäbe es dieses Prinzip des Aussterbens in der Natur nicht, dann hätten wir uns zwischen Tyrannosaurus und Riesenskorpionen wohl nicht lange halten können und niemals eine Polarjacke in der Kölner Innenstadt tragen können.

Wenn wir die Gelassenheit haben, den eigenen Tod zu ertragen, dann haben wir auch die Gelassenheit, der Zukunft konstruktiv entgegen zu gehen.

Gut, es mag sein, das die gleichförmige Monotonie des Alltags durchbrochen wird von Menschen, die lieber anderes im Sinn haben – zum Beispiel die Weltherrschaft, nochmal Diane Johnsson:

Einer, der sich dazu verstieg, Strategie zu definieren, ist Zbigniew Brzezinski, der Pate der afghanischen Mujahidin noch in der Zeit, in der sie benutzt werden konnten, um die Sowjetunion zu vernichten. Brzezinski nahm sich kein Blatt vor den Mund, als er in seinem 1993 erschienenen Buch The Grand Chessboard (Das Große Schachbrett) unverblümt das strategische Ziel der Politik der Vereinigten Staaten von Amerika beschrieb: „Amerikanische Vormachtstellung“. Was die NATO betraf, so beschrieb er diese als eine der Einrichtungen, die dazu diente, die amerikanische Vorherrschaft zu perpetuieren, „indem sie die Vereinigten Staaten von Amerika zu einem entscheidenden Mitspieler sogar bei innereuropäischen Angelegenheiten machte.“ In ihrem „globalen Netzwerk spezialisierter Institutionen“, das natürlich die NATO mit einschließt, üben die Vereinigten Staaten von Amerika die Macht aus durch „anhaltendes Verhandeln, Dialog, Diffusion und das Streben nach formalem Konsens, obwohl diese Macht letztlich von einer einzigen Stelle ausgeht, nämlich Washington, D.C.“

Dieser Brzezinski ist derzeit außenpolitischer Berater des amerikanischen Präsidenten. Ein Schachspieler, der genau weiß, was die Masse will: Tittytainment.

Kaum zu glauben, das wir unsere Jack Wolfskin-Jacke wegen Leuten wie ihm tragen, deshalb „Wetten Das“ schauen und den Superstar suchen, anstatt mit unseren Großeltern über ihr Leben zu reden, das nicht mehr ewig dauern wird.

Und selbst wenn der Krieg kommen sollte (was recht wahrscheinlich ist, weil die USA China ersticken werden und die Chinesen sich jetzt schon wehren) – der Tod ist sicherer als das. Wir werden auch im Kriege Menschen brauchen, die die Fahne der Menschlichkeit gegen die Barbarei verteidigen – und wir werden nach dem Krieg Menschen brauchen, die eine Ordnung errichten, die zukünftige Kriege unmöglich macht und vor allem den Kindern die Zusammenhänge erklärt, damit die wiederum etwas an ihre Kinder weitergeben können.

Es gibt nichts, wovor man sich fürchten muß. Sicher, es wird Einschränkungen im Leben geben. Die schlimmste Einschränkung im Leben ist der Tod selbst … und der kommt viel sicherer als ein neuer Krieg – für jeden von uns. Kommen wir damit klar …. kann uns der Rest auch nicht mehr erschüttern.

Charons Fähre

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Charons Fähre

© Jotha

Vergessene Gräber

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Vergessene Gräber

© Jotha

Grab eines namenlosen Knabens

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Grab eines namenlosen Knabens

Irak – jetzt keinen Bock mehr?

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„Wo wir sind, herrschen Chaos, Tod und Zerstörung – aber wir können nicht überall sein.“

 

So müsste ein Resumè über die zurückliegenden sieben Jahre eigentlich von den USA überschrieben werden.

Wir erinnern uns: der höchste Militär der USA, Powell, zeigte 2003 dem UN-Sicherheitsrat eine Auswahl von Luftaufnahmen, die ausnahmslos nur schwer erkennbare Gebäude im Irak zeigten und ebenso ausnahmslos als „Giftwaffenfabriken“ und „Giftgaslager“ dargestellt worden sind. Hier und da waren Lastwagen zu erkennen, denen der Text „Lastwagen transportiert Giftwaffen“ beigestellt war.

Und wir erinnern uns auch, dass alle diese Aufnahmen ausnahmslos als Fälschungen identifiziert worden sind. Bei den gezeigten Gebäuden handelte es sich tatsächlich um pharmazeutische Firmen, in denen sich nach dem US-Überfall auch mit angestrengtesten und mehrfachen Untersuchungen nichts anderes als die Produktion und Lagerung von Aspirin etwa nachgewiesen werden konnte. Im ganzen Irak fanden sich keinerlei Giftwaffen.

Außerdem wissen wir, dass der Sadist Hussein im Irak Herrscher von US-Gnaden war; das alte Regime vor Hussein wurde von den USA gezielt destabilisiert und „entfernt“, bevor man den in den USA herangezüchteten Diktator Hussein in Baghdad installiert hatte. Selbstverständlich war von Anfang an bekannt, dass sich Hussein nur mit äußerster Brutalität und heimlichen Erschießungen von Oppositionellen an der Macht halten konnte.

Im Krieg Iran-Irak lieferte der CIA Satellitenaufnahmen an das irakische Militär, die iranische Stellungen und deren Zielkoordinaten aufwiesen. Fast alle Waffen, vermutlich wohl sogar die von Hussein eingesetzten Giftgasgranaten, stammten aus den USA.

Jetzt, nach sieben Jahren Massakern und Vernichtungen, ziehen die US-amerikanischen Soldaten aus einem Land ab, welches Generationen brauchen wird, um sich von der liebevollen Zuwendung des „Weltpolizisten“ zu erholen. Dank der Anstrengungen der USA existiert auf lange Sicht keine Regier- bzw. Verwaltbarkeit des Irak mehr, alle landesinternen Strukturen sind vollständig zerstört und alle möglichen Terrorgruppen wüten ungehindert; zumeist sind sie mit amerikanischen Waffen ausgerüstet, die sie den US-Soldaten abkaufen. Nicht wenige dieser Soldaten sterben durch Waffenwirkung „made in USA“.

Die Koalitionstruppen haben, da sind sich die Zahlenwerker recht einig, ungefähr 4.700 Menschen in diesem Krieg verloren. Im Irak fielen allerdings zwischen 106.000 und 180.000 Menschen, Tendenz steigend.

Das Land ist auf Generationen vernichtet und hat die Herrschaft über sein Öl verloren; still und leise haben sich USA und Großbritannien vom Irak über erzwungene Billig-Öllieferverträge vom Irak den eigenen Waffeneinsatz auch noch bezahlen lassen.

© 2010 Echsenwut.

„No Angels“ – Nomen est Omen.

Nadja Benaissa, eine der unreifen Hupfdohlen der Pickligenfrontband „No Angels“ hat sich für ein Phänomen anklagen lassen, das nicht sie allein belastet: ein bizarres Omnipotenzgefühl.

Kinder sind klein, unerfahren und voller Tatendrang. Sie erproben sich und die Umwelt und kommen zumeist mit beidem zumindest anfangs nicht klar. Da gibt’s gequetschte Fingerchen, Schürfwunden, wenn der Stunt auf den Inlinern mal wieder nicht so gut geklappt hat und einen schweren Kopf, wenn Mama mal nicht gut genug aufgepasst hat wenn Klein-Nadja zuviele Reste aus den Partygläsern geschlabbert hatte.

Nadja Benaissa hat ihr Leben nicht im Griff; sie litt nicht (nur) unter HIV, sondern auch unter massivem Unvermögen, zumindest mit sich selbst und unmittelbar mit ihr in Beziehung stehenden Menschen verantwortlich umzugehen. Natürlich reichte ihre Persönlichkeit zu keinem Zeitpunkt aus, ihre ehemalige, ungeheure Popularität mental zu verarbeiten – oder auch nur zu ver- bzw. ertragen. Sie ist zu jung, zu klein, zu unerfahren, noch viel zu dumm und vermutlich unfähig, mehr als zwischen Pudding und Obst bei ihrer nächsten Mahlzeit zu entscheiden.

Dass die Welt immer jünger wird, macht sie nicht besser. Eher im Gegenteil.

Benaissa hat nach meiner Meinung ganz klar wegen versuchten Totschlags verurteilt zu werden; es ist vollkommen unerheblich, ob ihr jetzt auf- oder einfällt, damals vor und während des Sex‘ unverantwortlich gehandelt zu haben. Es wäre auch völlig unerheblich, wenn sie statt Sex zu haben mit einer Waffe geschossen hätte – der Ausgang kann gleich letal sein, wobei HIV-Sex womöglich noch viele Jahre Leid und Sterben nach sich ziehen kann. Es ist nicht damit erledigt, wenn sie jetzt mit roten Ohren „Tschuldigung.“ murmelt. Auch wenn es zwischenzeitlich trendy geworden zu sein scheint, mehr oder weniger offen auf Straßen, in U-Bahnen oder auch in Betten Menschen zu Schaden oder gar zu Tode zu bringen um sich vor Gericht mit jugendlicher Ahnungslosigkeit herausreden zu wollen ändert das gar nichts an dem schrecklichen Ausmaß des angerichteten Schadens. „Tschuldigung“ – das kann man einem krepierenden HIV-Kranken nur schlecht spritzen und späte Einsicht des Täters mildert auch nicht die Todesängste des Opfers oder den Schmerz seiner Angehörigen.

Sicherlich hätte der „Nebenkläger“ selbst für HIV-Prävention in Form eines veritablen Verhüterlis sorgen müssen, das ändert jedoch nichts an der Verantwortungslosigkeit von Benaissa. Und damit auch nichts daran, dass sie dafür verurteilt werden muss.

„Ich hab das nicht gewollt.“ – Ein Satz, den ich nicht mehr hören kann. Meist junge oder sehr junge Leute, die andere auf Autobahnen miot Höchstgeschwindigkeit an Leitplanken drücken, andere in U-Bahnen zusammentreten oder mit bewusst (!) ungeschütztem Sex bei bestehender HIV-Erkrankung (!!)  den Tod weitergeben.

Nur ein sehr dummer, sehr unerfahrener und unverantwortlich Handelnder – also sowas wie ein kleines Kind! – fuchtelt unbedacht mit tödlichen Dingen herum und hat sich im Zweifelsfall eben „mal nichts dabei gedacht“. Allerdings macht sie das Gesetz zu einer Erwachsenen und so muss sie verurteilt werden wie ein Erwachsener, der im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte (wie groß diese auch sein mögen!) mit Waffen auf andere gefeuert hat.

Arme, kleine und dumme Nadja – du bist und warst einfach viel zu klein für die Welt.

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