Tilo Jung

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Rinderwahnsinn statt Herdenimmunität (Wir haben die Wahl: Einsicht oder Notschlachtung)

egruppe pyramide tim foyle 4

Obwohl wir von der Befreiung vom Wahnsinn noch ein gutes Stück weit entfernt sind und es für den marktkonformen Spikeproteinbürger wohl zuerst noch schlimmer werden muss, bevor es besser werden kann, so darf man vom Ende der Schreckensherrschaft doch zumindest träumen. Und auch wenn vieles, was in der „Welt“ steht, tendenziös ist, so muss man über Berichte von US-Armeereportern über die guten & gernen Bürger Deutschlands nach der Befreiung 1945 doch schmunzeln (siehe Welt). Demnach wunderten sich die Alliierten über die Wut, mit der überall auf „die Nazis“ geschimpft wurde. Niemand sei Teil der Partei gewesen, den Blitzkrieg und den danach folgenden jahrelangen Zermürbungskrieg hätte jemand anders geführt. Es müsse laut Erzählungen der Deutschen wohl „eine fremde Rasse von Eskimos“ gewesen sein, „die vom Nordpol gekommen und irgendwie in Deutschland eingedrungen sind“, so ein US-Major.

Doch zurück in die Gegenwart, in der die Dinge etwas anders gelagert sind. Denn im Unterschied zu damals gibt es heute keine Alliierten, die uns befreien wollen. Es ist vielmehr eine globale Allianz von ungekannter Schlagkraft, die uns nach einem Blitzkrieg eingekesselt hat. In den bereits der neuen Agenda der „Neuen Normalität“ unterworfenen Gebieten, und das ist mit Ausnahme einiger unbedeutender Provinzen nahezu die gesamte Welt, werden nun militärisch bewährte Strategien der Zersetzung und Repression angewendet, um verbliebenen Widerstand gegen das Gute, Gerne & Alternativlose zu brechen. Aktion T4.0 läuft. Diesmal nicht im Namen der Rassenhygiene, sondern nur im Namen der Hygiene, wir sind schließlich im 21. Jahrhundert. Es sind auch keine ethnischen, sondern gesinnungsmäßige Säuberungen, die von den Staatssicherheitsdiensten durchgeführt werden, um die Gesundheit des Volkskörpers zu schützen und alle sechs Monate per Gentech-Impfung Herdenimmunität herzustellen. Logistisch gestützt diesmal nicht nur von klapprigen IBM-Hollerith-Maschinen, sondern von der geballten Künstlichen Intelligenz aus Silicon Valley.

Wie sollen wir aus solcher Lage, gegen die der Kampf des gallischen Dorfes von Asterix gegen die Römer ja geradezu ein Sonntagsspaziergang war, jemals wieder herauskommen?

„Immer dieses Reden, wir müssen endlich etwas tun.“ Wie oft liest man mittlerweile diese Kommentare unter den Interviews und Videos des noch aktiven Widerstands?  Der Wunsch nach Tätigwerden ist natürlich verständlich, doch Reden ist leider das einzige wirkungsvolle Instrument, das wir als Zivilbürger in dieser Situation haben (siehe auch die empfehlenswerte sonntägliche Reihe „Wir müssen reden“ von Mathias Burchardt und Sven Böttcher). Ab dem Moment, wo wir beginnen, Molotowcocktails zu werfen, ist Aus die Maus, sind wir erledigt. Der Konsensmoloch wartet nur darauf, dass wir uns zu solchen Aktionen hinreißen lassen, um dann mit seiner geballten, hochgerüsteten Maschinerie auf uns losschlagen zu können. Also bitte, ruhig Blut bewahren. Auch wenn der Sauerstoff unter der schimmeligen Käseglocke, in der man uns darben lässt, inzwischen zugegeben knapp wird.

Die Dunkelheit kann sich nur lichten, wenn wir Lichter anzünden. Kracher leuchten nur kurz auf, machen ansonsten nur Rauch. Man kann an ihnen auch keine weiteren Flammen entzünden. Eine ruhige Flamme, an der wir eine Lichterkette der Einsicht entzünden könnten, wäre z.B. die jüngste Betrachtung “Unser Psychopathen-Problem“ von Tim Foyle (Autor von “Psychologie des Verschwörungsleugners“). Beide Artikel zählen wohl zu den bemerkenswertesten Analysen inmitten des gordischen Coronaknotens, in dem wir uns immer noch verheddert haben. Besonders der „Psychopathen“-Artikel  hat weiterführendes Potenzial, da er die äußeren uns überkommenden Geschehnisse in Analogie zu Archetypen setzt, die auch in uns selbst gegeneinander kämpfen (siehe auch oben die grafische Visualisierung des hierbei entwickelten Schemas von E-Gruppe Berlin). Zum Verständnis des Schemas ist das Lesen des längeren, aber lohnenden Artikels unumgänglich. Auch wenn man zu Themen wie Psychopathie schon einiges gelesen hat, eröffnen insbesondere die letzten Absätze über die „fliegenden Affen“ – unsere Influencer und ihre im Tiefschlaf befindlichen („woken“) Follower – und die seit jeher unter dem Damoklesschwert von Verfolgung und Abschlachtung ihren Weg durch die Geschichte suchenden „Idealisten“ auch für kritisch vorgebildete Köpfe ganz neue Perspektiven.

 


Nachsatz: (aus Zeitengründen nur c&p von FB)

Dass wir all diese Archetypen auch in uns tragen, ist auch der Grund, warum so viele vormals kritische Köpfe nun bei der Milleniumsmanipulation („Corona“) versagt haben und sogar zum Angriff auf die Aufklärer übergegangen sind. Sie hatten aufgrund ihrer bisherigen, oft durchaus treffenden Stichelei gegen den Systemmoloch ein schlechtes Gewissen gegenüber diesem Moloch (und seinen unzähligen Followern, d.h. den guten & gernen Mitbürgern). Nun hatten die vormals kritischen Intellektuellen die Chance, diese „Schuld“ gegenüber dem Systemmoloch zu tilgen, indem sie sich als Scheitholzschlichter zur Verbrennung der Widerständler hergeben – natürlich mit guten & gernen Gründen, an denen es in ihren intellektuellen Gehirnen nicht mangelt. Alle haben sie mitgemacht, nicht nur die smarten Schleimer (all die Böhmermänner, Schroeders, Tilos, Walulus und Schlecky Silbersteins), sondern auch diejenigen Köpfe, die wir bislang für brillante intellektuelle Überflieger gehalten haben: all die Schramms, Pispers, die Anstalt-Typen, Harald Welzer, Lesch und Precht sowieso, wobei ich mir nicht sicher bin, ob letzterer überhaupt zu den Intellektuellen und Philosophen zu zählen war oder eher zu den smarten Schleimern. Von der ganzen Promi- und Künstlerbagage will ich jetzt gar nicht reden. Aber sogar scheinbare echte Durchblicker wie Chomsky, Klein und Spitzer – alle haben sie einen Kotau vor dem massenmedialen Konsensmoloch hingelegt. Und wer sich von ihnen nicht aktiv an der Diffamierung und Häme beteiligt hat, hat zumindest die Klappe gehalten, was in solch entscheidender Stunde kaum weniger schwer wiegt.

Dem entgegenzutreten, was sich im letzten Jahr an hanebüchenem, jedem elementaren Menschenverstand spottendem Wahnsinn abgespielt hat, wäre ihre Stunde gewesen. Stattdessen haben sie sich nun unendliche Schuld und Schande aufgeladen.

Aber solch radikales Versagen in entscheidender Stunde ist leider vorprogrammiert, wenn man die Dinge nur intellektuell und nicht existenziell ergründet. Ja, auf intellektueller Ebene mögen all diese Intelligenzler wirklich sehr scharfsinnig und eloquent sein, und man braucht ihnen auch eine gewisse Genialität nicht absprechen, die sie im Gehege ihrer Inselbegabung besitzen. Ja, und sozial sein, also das Gute & Gerne, das  wollen sie schon auch. Das darf man ihnen ruhig abnehmen. Aber letztlich haben sie sich mit Welt und Mensch nur auf einer sehr oberflächlichen Ebene auseinander gesetzt und es gescheut, wirklich tiefer zu dringen. So wie Tim Foyle treffend schreibt: „Es fehlt ihnen an echter Wahrheitsliebe, und so bleiben sie an einem bequemen Rastplatz auf dem Weg dorthin stehen, um diejenigen, die sich weiter vorwagen, zu beschimpfen und zu beleidigen.“   

In Wirklichkeit haben sie sich gegen wirklich Erkenntnis gesträubt wie der Teufel gegen das Weihwasser. Und das schon jahrzehntelang. Sie haben Meisterschaft darin erlangt, sich auf höchstem akademischem Niveau blöd zu stellen, aber das auf dermaßen smarte und ausgebuffte Weise, dass jede Kritik an diesen Edeltrollen abprallt wie eine Entenfeder an einem SUV. Nichts von dem, was die großen Geister unserer Philosophie angemahnt haben und womit uns eigentlich ein klarer, wenngleich unbequemer Weg gewiesen wäre, haben die Intellektuellen aufgegriffen. Auch wenn sie die Namen der großen Philosophen in den Mund genommen haben – in Wirklichkeit war ihnen ihre eigene intellektuelle Eitelkeit der höchste Götze. Und dieser Götze müsste wie ein Schneemann ab dem Moment zu schmelzen beginnen, wo man sich mit den Worten von  Plato, Sokrates, Goethe, Schiller, Novalis & Co. in ihrer lebendigen Tiefe zu beschäftigen beginnt. Doch dann würde für längere Zeit betretenes Schweigen eintreten. Dabei hören sich unsere Intellektuellen aber so gerne selbst reden, vor allem wenn die Kamera dabei ist und die Scheinwerfer der Medien auf sie gerichtet sind. Sie würden dann nicht mehr als Keynote-Speaker bei den DAX-Konzernen herumgereicht werden und an den Cocktail-Parties der Mächtigen Sekt schlürfen können. Sie müssten dann in einer dermaßen heucherlischen Polit-/Medien-/Wirtschaftswelt, wie wir sie heute haben, eher ein Diogenes-Dasein fristen, ganz abseits des Trubels, wo kein massenmedialer Hahn nach ihnen kräht.

Schon alleine bei solcher Vorstellung gefriert den Schroeders und sonstigen Extra3-Typen das Blut in den Adern. Dann lieber bedingungslos vor dem nackten Wahnsinn kapitulieren und sich noch ein paar fette Jahre als Hofnarren bei Pogo dem Clown machen, bevor man dann die Rechnung für sein Schergendasein bekommt und sich im Schwefeltopf Mephistos (von hebr. mephiz = der Verderber und tophel = der Lügner) wiederfindet.

Siehe auch Prof. Kreiß: Das Mephisto-Prinzip – Wie wir zu Lügnern und Verderbern erzogen werden

 

2021: Aktion T4 4.0 (Der Influencer-Merkill)

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(Bilder: E-Gruppe Berlin)

#allesdichtmachen

Dass es in marktkonformer Maulkorbdemokratie „nur eine legitime Meinung“ gibt (Rezo), sollte mittlerweile jeder Bürger mit Internetanschluss wissen. „Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen“, dieses Gesetz des Schweigens (Omerta) bildet seit Generationen die Grundlage mafioser Strukturen. Wie konnten es nun also knapp über 50 Künstler wagen, die gute & gerne Omerta zu brechen? War ihnen nicht klar, dass sie dann die unbarmherzige Hand  des Paten bzw. der Patin ereilt (siehe gleichnamiges Buch der ehem. CDU-Beraterin Gertrud Höhler), vor der man bekanntlich an keinem Ort der Welt sicher ist?

Nun liegen sie allesamt auf der Streckbank der Inquisition, das glühende Eisen der Exkommunikation vor Augen, hinter sich einen geifernden Mob, der ihre Köpfe fordert. Über 20 der 50 Sektierer (von lat. secta – Abspaltung von der herrschenden Lehrmeinung) haben bereits abgeschworen. Einige halten trotz Brandblasen und klaffender Wunden noch durch, doch die geballte Macht eines rülpsenden Konsensmolochs (©W. Reiser) legt nun die Hände um ihren Hals und drückt erbarmungslos zu.

Die Schergen der heiligen Inquisition haben bei diesem unheiligen Treiben nicht allzuviel zu tun. Sie brauchen lediglich die Fackel an das Holz halten, das von tausenden dienstbaren Helfern herbeigeschafft wird. Wie schon im Mittelalter wird zur Verfolgung der Ketzer auch heute das gemeine Fußvolk eingespannt. Morddrohungen der guten & gernen Bürger, die keinesfalls „rechts“ sein wollen, ergehen nicht nur an die mutigen Schauspieler, sondern auch an deren Kinder.

Unterm Hund

Die südtäuschen Spiegelbildbürger sind außer sich vor Empörung. Was, da will uns jemand den Lockdown und unsere neue Staatsreligion (Corona) wegnehmen, in Namen derer wir gerade einen Kreuzzug gegen jegliche Vernunft und in die digitale Transformation unternehmen? Na dann Gnade ihnen Gott Mammon!

Noch vor einem Jahr haben wir uns unterm Hund gefühlt. Regisseur David Schalko sprach von „Perversion als letztem Ausdruck der inneren Verzweiflung“, die sich beim fernsehenden Kleinbürger breitmacht. Und dann kam Corona. Mit einem Schlag waren alle quälenden Fragen, die man sich als Mensch in dieser Zeit stellen muss, vom Tisch gewischt. Es gab jetzt nur noch ein Thema und eine Frage: Bist Du Corona-positiv oder negativ? Die Lämmer durften laut sein, aber das Gewissen konnte schweigen. Um ein guter Bürger zu sein, brauchte man fortan nur eines tun: Maske aufsetzen und die Maßnahmen einhalten. Alle sonstigen menschheitsbewegenden Fragen, die vor unserer Türe stehen und uns zu überollen drohen: weg. Welch Segen. Wie unendlich dankbar dürfen wir denjenigen sein, die uns diesen Einer-flog-über-das-Kuckucksnest-Schnitt verpasst haben.

Und jetzt bäumen sich da immer mehr Menschen auf, die diese Operation rückgängig machen wollen und wieder zu Vernunft und eigenständigem Denken anregen? Verdammt noch mal, Frieda, hol die Mistgabel aus dem Keller!

Um in einem Zustand blinder Raserei nicht versehentlich die Falschen aufzuspießen, gibt es neben den Leitmedien zum Glück auch viele rechtgläubige Influenzer mit jeweils Hunderttausendschaften an Followern (Mausbärlauch Böhmermann kommt mittlerweile allein auf Facebook auf über eine Million), die dem Lynchmob den Weg weisen. Selbst die gutesten und gernesten unter den Edelinfluencern zeigen Haltung und lassen keinen Zweifel offen, was von der #allesdichtmachen-Aktion zu halten ist. Den Vogel der Katzenschwanzlogik schießt wieder einmal Christoph Sieber ab. Als jemand, der immerzu mit mutiger Verve an seine Mitmenschen plädiert, nett und keinesfalls rechts zu sein, erlaubt er es sich natürlich nicht, sich in Hatespeech zu ergießen. Gesellschaftlichen Diskurs findet er erst mal gar nicht so schlecht. Um im nächsten Atemzug seinen Followern aber gleich einen unbeirrbaren Maßstab an die Hand zu geben, mit dem sie die #allesdichtmachen-Aktion beurteilen können: „Handle immer so, dass Hans-Georg Maaßen  [Anm.: der die Aktion gelobt habt]  es Scheiße findet.“

Ja wer will dieser erschlagenden Argumentation, bei der sich nicht nur die Katzen, sondern auch die Ratten in den Schwanz beißen können, noch etwas entgegensetzen? Innerhalb von Minuten nach diesem Post hagelte es Massen an Herzen und Schmachtsmileys, die digital-emotionale Währung des Social Media-Shitstorm-Zeitalters, in der Sieber fröhlich schwimmen kann wie Dagobert Duck in seinem Geldspeicher und keinen Pfifferling mehr darauf geben muss, was die restlichen 99,9% der Bürger von ihm denken. Auch dass laut Video-Bewertung auf Youtube nach 11,4 Mio. Aufrufen 96% der Deutschen die  #allesdichtmachen-Aktion gut fanden und nur knapp 4% mit Dislike reagierten: Wenn kümmert’s, wenn man in der guten & gernen Blase mit seinen Followern unter sich ist und sich gegenseitig unermüdlich auf die Schultern klopfen kann? Wo die Community den ein oder anderen, bei dem sich angesichts des immer hanbüchener werdenden Pandemie-Tagesschaugeschwurbels ein logischer Kurzschluss einstellt, sofort wieder aufrichtet und auf Linie bringt, wenn er mal kurz umfällt.

Follow the Merkill

Den Erfolg der derzeitigen Meinungsführer und angeblich kritischen Influenzer – all der Jokos, Lobos, Tilos, Rezos und Walulus – hat schon Aldous Huxley erklärt: „Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie jedoch wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie.“ Das System dankt es den Tilos und überhäuft sie mit Medien- und Grimmepreisen, sogar mit dem Bundesverdienstkreuz (jüngst verliehen an Mailab) dafür, dass sie ganze Millionenschaften an Followern in seichten Gewässern in Strandnähe halten, während auf hoher See gerade der entscheidende Kampf um unsere Zukunft ausgefochten wird.

Doch wenn wir hier über Influenzer und Edeltrolle sprechen, dann nicht, um Zeit zu verschwenden. Denn keiner soll die Illusion hegen, dass diese von ihrer guten & gernen Haltung, mit der sie gerade vollen Rückenwind des Systems genießen, auch nur einen Millimeter abrücken werden. Wer die Filmaufnahmen zu den Bombenangriffen während des 2. Weltkriegs gesehen hat, weiß, dass es vergebliche Liebesmühe ist, auf den totalen Krieg eingeschworene Mitbürger aufwecken zu wollen. Die Bilder sprechen Bände: Deutsche Städte lagen bereits in Trümmern, aber man hatte irgendwie die Straßenbahn instandgesetzt und die Leute fuhren bis zuletzt weiter „in die Arbeit“ – es gibt Filmaufnahmen, wo die guten & gernen Bürger (denen es streng verboten war, „Feindsender“ zu hören) vor ihren ausgebrannten Ruinen auf die nächste Tram warten, adrett in Anzug und Arbeitsdress gekleidet, mit Aktenköfferchen in der Hand. Heute im Prinzip nichts anderes: Der marktkonforme Merkill findet statt, die Existenz der Bürger fällt absehbar in Trümmer. Und die Trümmerkinder der neuen SA rufen sogar: „Bomber Harris, do it again.“

Aktion T4 – 4.0

Ja, schon gut, ich reiß mich am Riemen. NS-Vergleiche gehen ja gerade sowas von gar nicht. Außer es geht um die Gefahr von Rechts, die bekanntlich an jeder Ecke und unter Großmütterchens Kopftuch lauert – weshalb die Polizei, unser Freund und Helfer mittlerweile auch unbarmherzig gegen greise Pensionistinnen vorgeht, den mit ihrem Hund gassi-gehenden Gefährderinnen die Hände in den Rücken dreht und sie unter Tränen aufgelöst erkennungsdienstlich „behandelt“.

Wer angesichts der Szenerie, die sich einem heute auf der Straße bzw. der Umnachtungsschau („Tagesschau“) bietet, NS-Vergleiche zieht, der ist wirklich von gestern. Der in Deutschland traditionell verwurzelte Drang nach Verfolgung und Säuberung (nicht erst seit der NS-Zeit, auch zur Zeit der Hexenverfolgung wurde es nirgends so exzessiv getrieben wie in Deutschland) hat schon längst das Next Level erreicht und die Ebene gewechselt. Während die Nazis mit Aktion T4 noch zum Ziel hatten, den Volkskörper von Behinderten zu „säubern“, so will sich die herrschende Intelligenzia in Deutschland heute derjenigen Menschen entledigen, die noch selbständig denken können. Mittlerweile werden alle medialen, legislativen und exekutiven Hebel in Bewegung gesetzt, um dieses Ziel voranzutreiben. Nicht wenige derjenigen kritischen Köpfe und alternativen Denker, die wir jetzt dringend bräuchten, um den Dingen eine Wende zu geben, sind bereits ins Ausland emigriert. Jeder darf sich ausrechnen, wohin diese wahnwitzige Agenda hierzulande führen wird. Wer „Idiocracy“ gesehen hat, mag eine vage Vorstellung davon haben – ein Film, der ebenso wie Orwells 1984 gerade mit Riesenschritten von der Realität eingeholt wird.

Wenn wir den Wahnsinn nicht stoppen, dann könnte die aktuelle Säuberung der Generation 4.0 weitaus lückenloser ausfallen als seinerzeit. Denn gegen die Überwachungstechnologie, Big Data-KI und Prozessor-Power, die den Betreibern des Great Reset heute zur Verfügung steht, wirken IBMs Hollerith-Maschinen, mit denen in der NS-Zeit der Holocaust organisiert wurde, vergleichsweise dilettantisch. Unlängst habe ich von der Tochter einer KZ-Überlebenden gehört, dass ihre Mutter mit einem aus einer Kartoffel geschnitzten, gefälschten Stempel eine Entlassungsurkunde angefertigt hat und auf diese Weise aus dem KZ entkommen ist. Das wird in Zeiten von 5G, Tracking-App und digitalem Impfpass vermutlich nicht mehr so leicht möglich sein.

Den inneren Tilo packen

Doch zurück zu den marktkonform-demokratischen Influenzern und ihren guten & gernen Followern: Bitte alle direkten Missionierungsversuche stoppen. Niemanden „aufwecken“ wollen, das stößt nur auf Widerstand. Besser seine Zeit und Ressourcen darin investieren, um selbst Lüge und Heuchelei abzustreifen und authentisch etwas zu entwickeln, was man dann in allen Worten und Handlungen wie von selbst verkörpert, ohne groß darüber reden zu müssen.

Und um diesen – nie endenden – Prozess zu bewältigen, ist eben auch der Blick nach außen auf Andere nützlich. Man soll ihn nicht vermeiden. Nochmals: nicht um an ihnen Kritik zu üben. Die werden zu Lebzeiten einen Teufel tun, ihre Haltung zu ändern. Zu wohlig bläht ihnen der Rückenwind des herrschenden Zeitgeists die Segel ihrer schnittigen Yacht, auf der hippe Parties steigen und ein lasziver Sound für Stimmung sorgt. Da nochmal umzudrehen und gegen den Wind zurück zu segeln, wo man es mit diesem öffentlich-rechtlichen Rückenwind doch schon so weit (bis kurz vor die Klippe der Niagara-Fälle) gebracht hat? So kurz vorm Endsieg des Guten & Gernen? Nie und nimmer!
Für wie dumm halten wir denn die grimmepreisgekrönten Kerlchen, die doch zur schlauesten Brut gehören, die unser Staatsschul- und Entertainmentsystem hervorgebracht hat und die gerade deswegen in pole position sitzen dürfen? – Und die uns von dort aus beibringen, wie man politisch korrekt kritisch sein darf, wenn man denn schon unbedingt kritisch sein möchte.

Doch was statt Ärger und fruchtloser Kritik immer fruchtbar ist: Das, was man beim Anderen als – zugegeben oft sehr raffinierte – Heuchelei erkannt hat, auch in sich selbst erkennen und eliminieren bzw. zurechtrücken. Denn wenn man ehrlich ist, findet man all diese Attitüden zumindest als Anlage auch in sich selbst. Man kann denen, über die man sich zunächst ärgert, also auch dankbar sein, dass sie so ein plakatives Anschauungsbeispiel geben. Jeder hat z.B. einen inneren Tilo in sich, der am Catwalk glänzen und abgefeiert werden möchte, ohne dass es ihn etwas kostet. Der superfeige superkeck rüberkommen möchte, auf clever macht und überlegen lächelt, während er nicht merkt, wie er sich von dem, was er eigentlich im Leben machen könnte und sollte, immer weiter entfernt und stattdessen einen Bärendienst leistet. Wer diesen inneren Knülch am Schlawittchen packt und trockenlegt, der hat wirklich einen Fortschritt geleistet. Er wird dies bei aller Mühsal auch unmittelbar als Zuwachs an Frische und Aufrichtekraft spüren. Doch man wird gehörig ins Schwitzen kommen. Der Aal wird sich nicht ohne weiteres an Land ziehen lassen, sondern alle verfügbare Kraft aufwenden, um durch die Hände zu gleiten und sich weiter im Schlamm zu suhlen. Noch schwieriger zu fangen sind Welse. Sie grundeln tief unten am Boden und richten im Teich oft gewaltigen Schaden an. Ein ausgewachsener Wels kann pro Tag so viele andere Fische fressen, wie in einen Wäschekorb passen. Doch hat man die Räuber einmal am Haken, dann kann sich die andere Fischpopulation wieder erholen.

 


P.S.: Die derzeitige Kontroverse um den Rückzug von mittlerweile 22 von 54 Künstlern der #allesdichtmachen-Kampagne darf man ruhig mit etwas Milde betrachten. Es gibt wohl nur wenige Menschen, die es aushalten, von der massenmedialen Stalinorgel ins Fadenkreuz genommen zu werden. Noch dazu in jenem Land, in dem laut Michail Gorbatschow die „die bösartigste Presse überhaupt“ waltet. Dass sich Personen aus dem Showbusiness, wo man es gewohnt ist, den Applaus und die Sympathie des Publikums zu genießen, entgegen dem herrschenden Zeitgeist aufrichten, in einer Zeit, deren signifikantestes Charakteristikum laut Byung-Chul Han der Shitstorm ist, ist eigentlich schon ein herkulischer Akt, der großen Respekt verdient. Sogar die Tempelritter, die noch aus anderem Holz geschnitzt waren, sind auf dem Folterbett schließlich eingeknickt und haben den Inquisitoren von König Phillip dem Schönen die schändlichsten Unterstellungen über ihren Orden unterschrieben, als man sie – wie in historischen Protokollen einsehbar –  „ad ossum“ (lat.: bis an die Knochen) bearbeitete.

Der Abend, an dem sie sozialen Netzwerke mit ihren erfrischenden, niveauvollen und Hoffnung auf ein Wiedererstehen der Vernunft machenden Botschaften geflutet haben, wird uns in Erinnerung bleiben und kann ebenso wie die Videos selbst nicht mehr ungeschehen gemacht werden. Es war ein Aufbäumen des gesunden Menschenverstandes inmitten eines Treibsandes der Unvernunft, ein farbenfrohes Feuerwerk in einer Zeit der kollektiven Umnachtung.

Und wie die Beteiligten von #allesdichtmachen in einer jüngsten Stellungnahme auf ihrer Website schreiben:

„Wenn Videos von dieser Seite verschwinden, dann heißt das nicht zwingend, dass die jeweiligen Leute sich distanzieren. Es kann genausogut bedeuten, dass jemand sich einfach nicht in der Lage sieht, diesen Shitstorm auszuhalten, oder seine Familie schützen will.“

(siehe auch die Stellungnahme des Regisseurs Dietrich Brueggemann zum aktuell waltenden „Lynchmob“)

Selbst wenn einzelne Schauspieler nun schmählich Abbitte leisten und wieder zurück auf diejenige Bühne des Showbiz gehen, auf der Schein mehr Buchstaben hat als Sein und die nächste Staffel zu „Lady Chatterly’s lovers im lockdown“ abdrehen: Aus der Perspektive des Jenseits wird diese einzelne Aktion, zu der sie sich in der Zeit des Lockdown entgegen allem herrschenden Wind, aus Liebe zu Mitmensch, Vernunft und Zukunft aufgerafft haben, mehr wiegen als alle goldenen Romys, Emmys und RTL-Preise zusammen, die sie zu Lebzeiten eingeheimst haben.

Und selbst wenn es ihnen alles andere kosten sollte, war es das wert und rettet womöglich ihr Herz (das in Darstellungen in ägyptischen Tempeln bekanntlich auf eine Waage gelegt und mit einer Feder aufgewogen wird. Ist das Herz aufgrund angesammelter Bindungen aus dem absolvierten Leben so schwer, dass es mehr Gewicht auf die Waage bringt als die Feder, dann kippt die Waagschale nach unten, wo das Krokodil „Sobek“ lauert und es auffrisst. Erweist es sich als leicht wie eine Feder, darf es in die höheren Sphären aufsteigen).

Werde bei Gelegenheit ein Foto dieser Szenerie, der man heute immer noch in fast allen ägyptischen Ruinen begegnet, von meiner letzten Ägyptenreise nachreichen. Bin jetzt um 01:42 Uhr jedoch schon zu müde, um noch meine Festplatten zu durchwühlen. Es hat jedoch in einer Zeit, in der wir alles fertig vorgesetzt bekommen, auch etwas für sich, so ein Bild zunächst einmal selbst in der Phantasie vor sich entstehen zu lassen.

In diesem Sinne: Good night. And good luck!

Oskar Lafontaine – Jung & Naiv

Wir sind zu Gast in Saarbrücken und treffen Oskar Lafontaine. Oskar ist Oppositionsführer im saarländischen Landtag und vertritt die Linkspartei. Früher war er sogar Ministerpräsident im Saarland, damals noch für die SPD. Er war sogar Kanzlerkandidat und Parteivorsitzender. 1998 wurde er Bundesfinanzminister und galt schnell als „gefährlichster Mann Europas“.

Wir sprechen mit Oskar darüber: Was hat ihn zum „gefährlichsten Mann Europas“ gemacht? Welche gefährlichen Ideen hat er verbreitet? Warum ist Oskar als reicher Mann links? Warum fordert er als reicher Mann eine Reichensteuer? Was ist Macht? Wann war er am mächstigsten, wann am ohnmächtigsten? War er gegen die deutsche Einheit? Was hat er gegen den Euro und das Währungssystem? Was ist Neoliberalismus? Leben wir in Deutschland in einer Demokratie? Was ist eine Oligarchie? Wie hält er es mit den USA & Russland? Was unterscheidet ihn von seiner Frau Sahra Wagenknecht? Was sind deutsche Werte und das deutsche Volk? Wann kann Rot-Rot-Grün kommen?

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