Terror

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Antwort an den Deutschen Bundestag: Rechtsnihilistischer Business as usual?

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(Stellungnahme zur Ablehnung der Petition gegen die völkerrechtswidrige Entsendung der Bundeswehr nach Syrien)

Ihre Pet-Nr. 1-19-14-580-005239, Sicherheits- und Verteidigungspolitik (Entsendung der Bundeswehr nach Syrien); Ihr Schreiben vom 16.8.2018, hier eingegangen am 28.6.2018

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

warum soll man zu Ihrer „Bewertung“ in Ihrem o.g. Schreiben vom 16.8.2018 überhaupt noch eine Stellungnahme abgeben?

Ein guter Freund sagte mir, dass ich mir den Aufwand für solche Petitionen doch sparen könne. Angesichts der längst vorhandenen politischen Realitäten könne doch kein Mensch mehr noch irgendein Unrecht aufhalten oder verhindern. Das Einzige, was der Mensch in diesen Zeiten noch tun könne, wäre, dass er als Mensch auf dem Pfad der Rechtschaffenheit bleibt.

Mein Freund hat offenbar Recht.

Ein Dialog macht überhaupt nur Sinn, wenn der Andere überhaupt ein Interesse an einem Dialog hat. Wenn das Interesse des Anderen offensichtlich nur noch darin besteht, ein in keiner Hinsicht vom Volk demokratisch legitimiertes „Programm“ – hier: Sturz des sog. „Assad-Regimes“ – durchzuziehen, (auch) in diesem Kontext alle unbequemen Wahrheiten auszublenden und jede berechtigte Kritik mit pauschalen Verweisen auf längst widerlegte (Teil-)Unwahrheiten und unhaltbare juristische Interpretationen des Völkerrechts abzublocken, dann ist jedes Bemühen um Dialog pure Zeitverschwendung.

Dann kann der Mensch offenbar nur noch darauf hoffen, dass es eine höhere Gerechtigkeit gibt, der sich letztlich kein Mensch entziehen kann.

Wenn der Bundestag solche Bundeswehreinsätze wie die damals in Serbien oder nachfolgend in Afghanistan und Syrien beschlossen hat, dann hat er zu seiner Rechtfertigung stets in wesentlicher Hinsicht auch Sachverhalte bemüht, die sich schließlich als falsch, oder zutreffender: eindeutige Lüge, herausgestellt haben.

Der Angriff auf Serbien in 1999 „begann mit einer Lüge“, was im Jahre 2001 sogar noch über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk vermittelt werden konnte, Die Doku über den NATO-Einsatz in Jugoslawien mit dem Titel „Es begann mit einer Lüge“, die jedermann auf Youtube abrufen kann, wird sicherlich auch jedem Bundestagsabgeordneten bekannt sein.

Eine solche Aufklärungsarbeit durch ein Format des öffentlich-rechtlichen Rundfunks erscheint unter den aktuellen Verhältnissen schon undenkbar.

Der Angriff auf Afghanistan basiert auf der offensichtlich gewordenen Lüge, dass die für die Anschläge von 9/11 verantwortlichen Terroristen von Afghanistan aus operiert haben sollen und die Regierung dieses Landes diesen Terroristen in ihrem Land einen „sicheren Hafen“ bereit gestellt haben soll.

Schon der Inhalt des Buchs von David Ray Griffin „Der mysteriöse Einsturz von World Trade Center 7: Warum der offizielle Abschlußbericht zum 11. September unwissenschaftlich und falsch ist“ reicht vollkommen aus, um den definitiven, wissenschaftlich fundierten Beweis dafür zu erbringen, dass die drei Türme, die am 11.9.2001 zerstört wurden, nur auf Grund einer kontrollierten Sprengung auf diese Art und Weise, insbesondere in dieser Geschwindigkeit, vollständig in sich zusammengestürzt sein können. Vor 9/11 ist noch nie ein Hochhaus, das in Stahlskelettbauweise errichtet worden ist, vollständig in sich zusammengestürzt. Am 11.9.2001 war das aber gleich bei drei Hochhäusern der Fall, wobei WTC 7 nicht einmal von einem Flugzeug getroffen worden war. Wer die mit zwingender wissenschaftlicher Logik dargelegten Erkenntnisse, die von tausenden Architekten und Ingenieuren mitgetragen werden, bestreitet, ist m.E. entweder ein Dummkopf, weil er sich nicht informiert hat, oder ein Lügner, eben weil er sich informiert hat und es in Wahrheit besser weiß.

Und wie verhält es sich nun mit dem Bundeswehreinsatz in Syrien?

Auch dieser Einsatz basiert auf der Lüge, dass man militärisch in einem fremden Land intervenieren kann, das in keiner Weise für die Entstehung und Ausbreitung des IS verantwortlich war und ist und in jeder Hinsicht von Anfang an fest entschlossen und – spätestens seit der Unterstützung durch die russische Föderation – auch in der Lage war, den IS zu bekämpfen und zu besiegen.

Im Web finden sich unzählige Quellen dazu, welche Mächte bzw. Staaten ganz offensichtlich ein Interesse an der Unterstützung des IS gehaben haben und auch – zumindest teilweise nachweislich – eine solche Unterstützung in allen denkbaren Formen (durch Geld, Waffenlieferungen, Rückzugsräume, Ausbilder etc.) geleistet haben. Wenn das schon jeder Bürger problemlos recherchieren kann, dann erst Recht eine so gigantische Behörde wie der BND, der über ein weitaus besseres Netzwerk verfügten dürfte als jede Nachrichtenagentur (bloß unterstellt, es gäbe Nachrichtenagenturen, die unabhängig von Nachrichtendiensten agieren können).

Der Bundesregierung müsste somit auf Grund seines Auslandsnachrichtendienstes noch sehr viel besser informiert sein als jeder Bürger dieses Landes, der auf Grund seiner täglichen Pflichten zudem nur begrenzte Zeit aufbringen kann, um sich der Verschaffung von Hintergrundinformationen über Ereignisse in aller Welt zu widmen.

Und wollen Sie den Menschen in diesem Land erzählen, dass Mitglieder des Bundestages keinen Zugang zu den Analysen des BND und auch keinen Zugang zum Internet haben und somit weit weniger wissen als jeder Bürger, der sich im Internet ab und zu mal auf die Suche nach Hintergrundinformationen begibt?

Ihre „Bewertung“ lässt jedenfalls nicht erkennen, dass Sie sich wirklich ernsthaft – und das heißt im Detail – mit meiner Kritik an den Beschlüssen des Deutschen Bundestags zum Einsatz der Bundeswehr in Syrien auseinandersetzen möchten.

Würde ich auf Ihre „Bewertung“ bloß weitere juristische Gegenargumente bemühen wollen, dann könnte ich mich u.a. auch auf Norman Paechs Analyse zur Rechtfertigung des (ersten) Syrien-Bundeswehreinsatzes beziehen, die online unter:

http://www.norman-paech.de/app/download/5803526858/Syrien+Tornadoeinsatz+LINKE+Dez+2015.pdf

abrufbar ist. Diesen Text übermittle ich aber auch noch einmal anliegend.

Hier kommt Norman Paech ebenfalls zu dem Fazit: „Die von der Bundesregierung in Anspruch genommene rechtliche Begründung für die Entsendung deutscher Streitkräfte nach Syrien ist unhaltbar.“

Aber um einen solchen juristischen Schlagabtausch geht es mir überhaupt nicht.

Der Austausch von juristischen Argumenten macht keinen Sinn, solange der Adressat meiner Eingaben – warum auch immer – erkennbar von unzutreffenden Sachverhaltsbehauptungen ausgehen möchte, die sich vielleicht in eine politische Agenda einpassen lassen, die aber meilenweit von der Realität entfernt sind, jedenfalls von der Realität, die sich sogar über das Web recht mühelos rekonstruieren lässt.

Denn ganz gleich, was der Bundestag erklärt und mit welchen juristischen Winkelzügen er glaubt sich rechtfertigen können: Es gibt bei näherer Würdigung aller Fakten und der Rechtslage – eindeutig – keine völkerrechtliche Legitimation für diese Bundeswehreinsätze, denn eine solche kann nur in der Zustimmung der syrischen Regierung oder in einem UN-Mandat bestehen, das zu solchen militärischen Einsätzen berechtigt. Beides gab und gibt es eindeutig nicht.

Und jeder Versuch einer Rechtfertigung solcher Interventionen wird schon vorab dadurch pervertiert, wenn man bedenkt, dass der gesamte IS das Produkt einer gezielten, von mehreren – auch westlichen – Staaten getragenen Kampagne ist, die insbesondere auch dem „Regime-Change“ in Syrien diente.

Syrisches Staatsgebiet wird militärischen Operationen ausgesetzt, weil dort Terroristen wirken, die andere Staaten aufgebaut haben, um die syrische Regierung zu stürzen. Eine Unterstützung der syrischen Regierung ist ja nicht möglich, weil Präsident Assad – so das Narrativ der westlichen Medien –  einfach nur böse ist.

Und solche Praktiken werden vom Völkerrecht gedeckt, sollen dem Geist des Völkerrechts entsprechen?

Welche Perversion, solche Aggressionen auch noch unter Berufung auf das Völkerrecht zu legitimieren!

Und so haben wir die befremdliche Situation, dass die Menschen in diesem Land die Gesetze des Bundestags achten sollen, der Bundestag sich aber selbst – mit großer Mehrheit – ganz offen über Völkerrecht und Völkerstrafrecht hinwegsetzt.

Da versteht sich von selbst, dass gerade der Bundestag nicht daran interessiert ist, die Frage der eigenen strafrechtlichen Verantwortlichkeit seiner Mitglieder aufarbeiten zu lassen, die zu dieser Mehrheit gehören, die für die Einsätze der Bundeswehr in Syrien gestimmt haben. Besser hätten diese Mitglieder dafür gestimmt, die Unterstützer des IS zu ermitteln und öffentlich bekannt zu machen und die syrische Regierung im Kampf gegen diesen IS zu unterstützen.

Niemand darf sich auf das Argument berufen, dass er sich gegen Terrorismus – durch militärische Intervention im Ausland – ja nur (zu Gunsten anderer Staaten wie Frankreich) verteidigen wolle, wenn er selbst für die Entstehung und Entwicklung dieses Terrors zumindest mitverantwortlich ist.

So ist es ja m.E. auch bezeichnend, dass ausgerechnet die Bundesregierung einigen Mitgliedern der Weißhelme kürzlich auch noch den roten Teppich eines Bleiberechts in Deutschland ausgerollt hat, nachdem sie zuvor bereits einige Millionen aus Bundesgeldern für die „Arbeit“ der Weißhelme gespendet hatte.

Angesichts solcher – nachweislich geflossener – Fördermittel muss die Legende von den edlen Weißhelmen jetzt offensichtlich unter allen Umständen aufrecht erhalten werden. Nicht, dass sonst noch einer auf die Idee kommt, dass Millionen an Steuergeldern für die Arbeit von Terroristen(-Helfern) ausgegeben worden sind.

Jeder, der sich über das wahre Wirken dieser Weißhelme informiert hat, der weiß, wie deren Wirken in Syrien offensichtlich nur gewürdigt werden kann und aus welchen Kreisen sich diese Weißhelme wohl hauptsächlich rekrutiert haben.

Sie müssen nur einmal die Begriffe „Weißhelme“ und „Terrorist“ googeln, da finden Sie umfangreiches Quellenmaterial zu dem wahren Charakter dieser White Helmets. Diese Technik der Recherche wird sicherlich auch Ihnen bekannt sein.

Diese Quellen legen – um es einmal sehr zurückhaltend zu formulieren – die „Vermutung“ nahe, dass die White Helmets nur eine Propaganda-Abteilung des IS waren und sind, die im Wesentlichen nur die Aufgabe hatte, dem Westen solche „Nachrichten“ zu liefern, die der (weiteren) Diffamierung der syrischen Regierung dienlich sein können. Natürlich finden sich bei einer solchen Recherche auch lauter beschämende Quellen dazu, wie bundesdeutsche Politiker und Pressesprecher sich zu dieser Gruppierung positioniert haben.

Ein paar Beispiele? Wie wäre es mit den folgenden Links:

blauerbote.com/2018/07/26/die-evakuierung-der-weisshelme/

https://deutsch.rt.com/der-nahe-osten/61328-facebook-analyse-zahlreiche-syrische-weisshelme-sympathisieren-terrorgruppen/

https://russia-insider.com/en/65-white-helmet-facebook-profiles-show-they-are-pro-isis-pro-al-qaeda/ri21694

https://www.youtube.com/watch?v=3vNwe7yKbwo&t=108s

https://deutsch.rt.com/international/59548-einmal-mehr-weisshelme-und-ihre-naehe-zu-dschihadisten/?utm_source=spotim&utm_medium=spotim_recirculation&spotim_referrer=recirculation&spot_im_comment_id=sp_68A3SUfn_59548_c_wddDxwhttps://deutsch.rt.com/newsticker/69375-usa-stellen-finanzierung-weisshelme-ein/

https://deutsch.rt.com/inland/68493-merkel-sprecher-nach-vermeintlichem-giftgasangriff/

https://deutsch.rt.com/international/50898-weisshelme-aussern-sich-zu-jungsten/

http://blauerbote.com/2017/02/20/white-helmets-oder-ein-oscar-fuer-al-qaida/

Was jeder Bürger kann, das kann sicherlich auch ein Mitglied es Petitionsausschusses des Bundestages leisten.

Oder wollen Sie behaupten, dass Sie sich nur die Programme der öffentlichen-rechtlichen Sender ansehen? Dann wären Sie in der Tat sehr schlecht informiert. Aber ich denke, dass die Gewohnheiten der Volksvertreter wenigstens in dem Punkt mit der Gewohnheit der meisten Bürgerinnen und Bürger in diesem Land übereinstimmen: Informationen sucht man sich gerne im Web.

Als Jurist habe ich immer geglaubt, dass es schwer strafbar ist, wenn man einen Terroristen finanziell unterstützen würde. Jetzt erfahre ich, dass Millionen für „Weißhelme“ ausgegeben worden sind, die – so würde es ein Staatsanwalt wohl formulieren – im dringenden Tatverdacht stehen, Mitglieder einer terroristischen Vereinigung zu sein.

Von daher würde mich interessieren, warum die White Helmes aus der Sicht des Bundestages trotz aller gegenteiligen Quellen keine Terroristen sein sollen und wer alles dafür verantwortlich ist, dass die White Helmets auch aus Bundesmitteln finanziell unterstützt worden sind.

Der Rechtsnihilismus hat m.E. längst apokalyptische Ausmaße erreicht. Das geschriebene (Völker-)Recht schützt – ganz offensichtlich – in Wahrheit niemanden mehr, wenn der Text von Resolutionen des UN-Sicherheitsrats auf Grund diplomatischer Finessen so schwammig formuliert wird, das damit – zumindest dem Anschein nach – auch militärische Operationen gerechtfertigt werden können sollen, die in Wahrheit ausdrücklich zu keiner Zeit gebilligt worden sind.

Oder wollen Sie der Welt erzählen, dass die Russische Föderation als ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat solchen militärischen Operationen in Syrien zugestimmt hätte, damit man sich dort bei militärischen Operationen gegen den IS in die Quere kommt?

Und so ist aktuell wohl der Lauf der Dinge: Opfer (des Terrorismus) werden mit dem Bruch des Völkerrechts zusätzlich rechtlos gestellt und denunziert, Täter (Terroristen) nicht nur finanziert und geschützt, sondern der Öffentlichkeit auch noch als „Helfer“ oder „Rebellen“ „verkauft“.

Na, wenn das die „Neue Weltordnung“ ist, dann hoffe ich, dass das Jüngste Gericht nicht mehr lange auf sich warten lässt.

Juristisch und „politisch“ wird hierzulande offenbar nichts mehr aufgearbeitet, wenn sich politische Eliten – auf Grund welcher Interessen auch immer – über das Recht und sogar das Verfassungs- und Völkerrecht mit Sachverhaltsverzerrungen und Wortklaubereien hinwegsetzen und sich hinter willkürlichen „Auslegungen“ des Völker- und Verfassungsrechtsrechts verstecken, die allem Anschein nach nur noch der juristischen Scheinrechtfertigung längst beschlossener Pläne dienen.

Von daher bestehe ich weiterhin darauf, dass Sie sich angemessen mit der Petition befassen und diese Petition – und diesen Nachtrag – auch auf den dafür vorgesehenen Foren des Bundestags veröffentlichen.

Aber wie auch immer sie sich entscheiden werden:

Sie stehen in der Verantwortung, Ihre Entscheidungen sind für Ihre eigene Zukunft mindestens so bedeutsam wie sie es für die Menschen sind, die unter den Folgen Ihrer Entscheidungen – und Ihrer Unterlassungen – in aller Welt zu leiden haben.

Ich habe den Unterstützern dieser Petition angeraten, sich selbst an Ihren Ausschuss zu wenden, eben damit jeder seine eigenen Argumente vortragen kann.

Denn ich selbst möchte mich fortan an die Empfehlung des bereits oben erwähnten guten Freundes halten, der mir geraten hat, mein Leben künftig nur noch Dingen zu widmen, die ich beeinflussen kann.

Was ich nicht beeinflussen kann, das möchte ich fortan höheren – und damit meine ich: göttlichen – Mächten überlassen.

Aber ich hoffe, dass kein Mensch mehr irgendeine „Auszeichnung“ oder sonstige „Ehrung“ von einem Abgeordneten des Deutschen Bundestages annehmen wird, der für die hier kritisierten Entscheidungen mitverantwortlich ist. Mit einem solchen Abgeordneten würde ich nicht einmal mehr ein persönliches Gespräch führen wollen.

Solange solche Zustände herrschen, werde ich mich an keiner Bundestagswahl mehr beteiligen.

 

Hochachtungsvoll

Wilfried Schmitz

Rechtsanwalt

Foto: Pixabay / CC0

 


siehe auch:

Text der Strafanzeige wegen der Entsendung der Budeswehr u.a.:

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Game Over in Las Vegas – Der American Dream im freien Fall (mit einem Requiem von Tom Petty)


Foto: cc by Parkwaechter

„Das Schlimmste, was uns passieren konnte“ – unter diesem Titel berichtet der Auslandskorrespondent des Spiegel, Roland Nelles, mit dem Brustton der Betroffenheit über die Stimmung, die nun nach dem Blutbad auf den Straßen der Vergnügungsmetropole Las Vegas herrscht: „Tieftraurig“ seien die Leute, die auf dem berühmten Las Vegas Boulevard nun mit eingezogenen Schultern unterwegs seien. Sogar die Partybummler einer Reisegruppe aus Deutschland mit bayerischen Käppies am Kopf „wussten gar nicht, wie ihnen geschieht, waren sehr verunsichert und hatten das Gefühl, im falschen Film zu sein“ sodass sie „auch sehr traurig waren und denen daher auch nicht so richtig nach Party zumute war“ (Quelle: Spiegel).

Ja, jetzt ist guter Rat wirklich teuer. Da sind die bayerischen Partybummler nach dem zu Ende gegangenen Oktoberfest gerade erst wieder von den Alkohol-Toten auferstanden und wollten weiterfeiern, und dann das: Begräbnisstimmung statt Tittytainment! Da kann man nur hoffen, dass die bayerischen Partylöwen vor ihrer Reise eine gute Spaßausfallsversicherung abgeschlossen haben (wie hieß nochmal die Versicherung, die damit geworben hat, dass sie „Stein und Bein, Himmel und Erde“ versichert?). Wo kommt man denn hin, wenn man nicht einmal mehr in Las Vegas auf seine Kosten kommt?

Als „Akt des absolut Bösen“ bezeichnete US Präsident Trump die Tat des Heckenschützen Stephen C. Paddock, der aus dem 32. Stock des Mandalay Bay Hotels mit Schnellfeuergewehren wahllos in die Menge eines Country-Konzerts schoss und dabei 59 Besucher tötete sowie etwa 500 weitere verletzte. Unsere Leitmedien berichten ausgiebig über die Twitter-Botschaften von Ariana Grande, Beyonce und sonstigen Neo-Madonnas, in denen diese ihre Fassungslosigkeit darüber zum Ausdruck bringen, wie es denn möglich ist, dass man in einer vollkommen durchspaßten Gesellschaft neuerdings fortwährend damit rechnen muss, dass einem der Spaß verdorben wird. Ja wirklich, gäbe es diese „Akte des Bösen“ nicht, dann wäre doch alles Friede, Freude, Eierkuchen und wir könnten mit dem „American Way of Life“ weitermachen wie gewohnt. Sogar der vor kurzem verstorbene US Geostratege Zbigniew Brzezinski, der für die Präsidenten Carter bis Obama die Leitsätze des American Dream definiert hat, konnte mit Worten nicht genau beschreiben, was den „nicht genauer bestimmbaren, aber erheblichen“ kulturellen Reiz des American Way of Life ausmache, den er aber nichtsdestoweniger als eine der wesentlichen Säulen ansah, auf der „Amerikas imperiale Macht beruht“ (Quelle: Z. Brzezinski, „Die einzige Weltmacht“)

Wie wird es mit „Amerikas imperialer Macht“ weitergehen, wenn diese Säule nun nicht mehr trägt? – Wobei ja nicht nur die Tittytainment-Säule bröckelt, laut einer jüngsten Pentagon-Studie (siehe Rubikon) befindet sich auch die Finanz-Säule der USA bereits genauso im freien Fall wie das WTC7-Gebäude im unten ersichtlichen Video – ein freier Fall, der einen beispiellosen globalen „Krieg gegen den Terror“ mit mittlerweile über 1,5 Millionen Todesopfern nach sich gezogen hat und der als Kollateralschaden all unsere Grundsätze und Grundrechte sukzessive verschlingt.

[Disclaimer: Der Verfasser ist der Überzeugung, dass die Ermordung Cäsars die definitiv letzte Verschwörung der Menscheitsgeschichte war und insofern gegen Verschwörungstheorien mindestens genauso resistent wie die Bundeskanzlerin – außerdem: Was verstehen Architekten und Ingenieure schon von Bauwerken und Statik? Er verlinkt diese von den 2400 „Architects and Engineers for 9/11 truth“ erstellte Parodie von Tom Petty’s „Free falling“ einzig aufgrund  sentimentaler Anwandlungen zum vorgestrigen Tod der Rocklegende Tom Petty  (siehe Nachruf in der FAZ: „Der letzte Dinosaurier“), der uns mit seinem Gassenhauer „Free fallin“ seinerzeit ein unbeschreibliches neues Lebensgefühl geschenkt und damit den American Dream zu einem emotionalen Klangkunstwerk kondensiert hat, das in zwei Minuten mehr über das Lebensgefühl des unsagbaren American Dream aussagt als Zbigniew Brzezinski in seinem 300 Seiten dicken Wälzer „Die einzige Weltmacht“. – Die 9/11 Architects and Engineers liefern zu diesem Meisterwerk des Rock nun die finale Bilderkulisse; so wie ich Tom Petty kenne, wird er es den „Architects and Engineers“ im Jenseits nicht übelnehmen, sondern besitzt genügend schwarzen Humor, um über dieses Update zu seinem Kultlied bei aller Tragik wohlwollend zu schmunzeln.]


Nachsatz:
Unter den zahllosen oberflächlichen Berichten zum Las Vegas Massaker erscheint mir der Kommentar von Stephan Bartunek (siehe KenFM) erwähnenswert. Auszug:

„… ich vertrete mit größerer Vehemenz den Standpunkt, dass es eine Debatte braucht, die viel tiefer geht, die eindringt in ein kollektives Bewusstsein aus dem auch Stephen Paddock gespeist wurde. Der Geist einer Nation, die sich selbst als Speerspitze der westlichen Zivilisation sieht und eben auch von großen Teilen der westlichen Machteliten und ihren Lakaien als diese verteidigt wird. Der Geist einer Nation, die sich mit der Idee von Freiheit und unbegrenzten Möglichkeiten schmückt und mit diesen wunderbaren Ideen letzten Endes nur überschminkt, was tatsächlich darunter verborgen ist: Zerstörtes Fleisch und Massen an Blut.

Das Beständigste an den vereinigten Staaten von Amerika ist letzten Endes nur, dass diese mit unglaublicher Brutalität, roher Gewalt und unfassbarer Skrupellosigkeit entstehen konnten. Und die Stabilität dieser monströsen Formation ist nur gewährt, wenn weiter und immer weiter diese Gewalt in einem kollektiven Geist erhalten bleibt und auch gefördert wird. Idealerweise wird dazu ein Feind geschaffen und dann zerstört – egal ob fiktiv oder real. Getötet wird verteilt über den gesamten Globus oder eben abstrakt im Kino und Fernsehen, in der Kunst und schafft so diese Kultur. Der brave Bürger des Westens konsumiert, lebt diesen Irrsinn und wird dabei wahnsinnig ohne es jemals zu bemerken. Meistens halt. Denn ab uns zu passiert es eben dann doch, was gerade wieder passiert ist und ein großes Fragezeichen hängt dann in der Luft, die doch ohnehin schon voller triefender Ausrufezeichen ist.

Oh du Land der Freien und Tapferen!

Natürlich ist es wenig gerecht, wenn ich mich hier alleine an den USA abarbeite. Den blutrünstigen Wahnsinn, den ich hier am Beispiel der vereinigten Staaten beschreibe, gibt es schon viel länger als erst seit knapp über 500 Jahren. Er nennt sich Militarismus und Herrschaft und zog seine Schneise quer durch die Weltgeschichte, knechtete ganze Kontinente, vernichtete Völker, Kulturen und Landschaften und erzog uns Menschen zu dem, was sich heute unter der Gesellschaftspyramide vereint. Gebückte Wesen denen ihr kindlicher, liebender Geist heraus erzogen und heraus befohlen wurde, getrimmt auf systemischen Gehorsam und immer wieder konfrontiert mit drohender Vernichtung und Vergeltung – egal auf welcher Ebene. Die Gewalt ist immer präsent und sucht sich ihre Wege.

Das Entsetzen über die Gewalteskalation von Stephen Paddock ist deshalb so groß, weil es zu einem guten Teil nur schlecht gespielt ist. Es dient letzten Endes nur dazu um sich mit diesen oberflächlichen Fragen davon abzulenken worauf unsere gerühmte und glorifizierte Zivilisation eigentlich steht.“

Regierungsterror der Natostaaten im Kampf gegen … die Bürger

Donnerstag, 8.6.2017. Eifel. Nun – heute mute ich Ihnen ziemlich starken Tobak zu. „Regierungsterror der Natostaaten“ – hört sich verschwörerisch an. Wir sind doch die Guten – was also soll das? Dann auch noch „im Kampf gegen die Bürger“ – als ob die Nato nicht dafür da wäre, uns zu schützen – vor den Bösen. Und doch muss ich gestehen: mir fiel keine andere Überschrift ein. Mir fiel auch keine ein, die auch nur annähernd beschreibt, was wir seit vielen Jahren – genau genommen: seit dem 11.9.2001 – erleben, was unser Alltag ist, was wir tagtäglich in den Nachrichten hören … und schon gar nicht mehr reflektieren können, weil gleich nach wichtigen entscheidenden Nachrichten sofort Meldungen über den Handballverein Gummersbach und den neuesten Hut der schwedischen Prinzessin kommen: Bullshitnews sollte man solche Nachrichtensmoothies nennen, in denen wervolle Informationen zur politischen Bildung mit absolutem Müll kombiniert werden, um die ganze Mischung wertlos zu machen. Zudem ist – fein verborgen – ja noch eine andere Botschaft in diesem Bullshit verborgen: solange wir noch Zeit haben, uns bundesweit über Leibesübungen in Gummersbach zu informieren, kann die Lage doch gar nicht so schlimm sein, oder?

Das ist die Botschaft, die man uns durch den Bullshit-Nachrichtenmix täglich stundenlang um die Ohren haut – und die die wirklich wichtigen Meldungen nicht völlig verschwinden lassen … aber sie verblassen dadurch, werden an den Rand gedrängt, entwertet. Insofern ist der Begriff „Lügenpresse“ nicht ganz korrekt – oder völliger Nonsens. Bullshitpresse wäre da treffender – passend zu unseren Bullshitjobs und unserem Bullshitleben.

Ist das schon Regierungsterror?

Nein. Das ist eher Quotenterror, der ist für sinnvolle Nachrichten, die umfassend informieren und alle Aspekte von Wirklichkeit beleuchten, ebenfalls tödlich. Kommen wir zuerst zu einer der wichtigen Meldungen, die uns das renommierteste deutsche Nachrichtenmagazin liefert. Es geht um einen erneuten Anschlag in England, der mal wieder zeigt, dass der Frieden unseren Alltag endgültig verlassen hat. Nicht Atomraketen und Panzerschwärme bedrohen unsere Sicherheit – wie in den Zeiten des Kalten Krieges – sondern Lieferwagen und Brotmesser wie jüngst in England. Und die neue Premierministerin – Theresa May – reagiert darauf in … sagen wir mal … ganz besonderer Art (siehe Spiegel):

„Für Radikale sei das Internet der perfekte Rückzugsort, klagt Theresa May nach den Anschlägen von London. Die britische Premierministerin deutet umfassende Pläne an, wie Staaten das Netz überwachen sollen.“

Schon zuvor wurden strenge Sicherheitsgesetze erlassen :

Damals sprachen Bürgerrechtler von einem „der extremsten Überwachungsgesetze, das je in einer Demokratie verabschiedet wurde„.“

Käme nicht direkt eine wischi-waschi-Nachricht zur Verwässerung der Terrorabsicht, glauben Sie mir: Sie kämen ins Grübeln. Schauen Sie sich noch mal dieses Zitat genau an – es lohnt sich:

„Die Unternehmen sollten zum Beispiel verpflichtet werden, Technologien zu entwickeln, die automatisch aufwieglerische Beiträge identifizieren – und löschen. Es wäre ein massiver Eingriff in die Möglichkeit zur freien Meinungsäußerung online.

May schimpfte auf dem Gipfel über eine „Ideologie des Hasses, die sich online ausbreitet“. Sie warnte: „Lassen Sie sich nicht täuschen: Der Kampf verlagert sich vom Schlachtfeld ins Internet.““

Kennen Sie eigentlich das Internet? Waren Sie schon mal an diesem Ort, der für unsere Bundeskanzlerin „Neuland“ ist? Es ist … ein ziemlich offener, transparenter Ort. Jeder kann dort seine Meinung sagen, jeder hat die Möglichkeit, sich mit „Usern“ aus der Ukraine, den USA, Russland oder dem Sudan in Verbindung zu setzen – oder Liveberichte über die Horrorbombardements der US-finanzierten Saudis im Jemen zu verfolgen, Berichte, die von echten, lebenden Menschen vor Ort erstellt worden sind. Das Internet schafft eine globale Zivilisation – allein durch Technik – eine friedliche Zivilisation, in der jede bislang übliche Kriegspropaganda im Sand verläuft, weil jeder Nato-Soldat die Möglichkeit hat, seine russischen Kollegen jenseits der Grenze persönlich zu fragen, ob sie denn nun wirklich einmarschieren wollen oder nicht.

Der perfekte Rückzugsort für Terroristen? Wo jede ihrer Äußerungen sofort tausendmal kopiert und verteilt werden kann? Völliger Irrsinn – und überhaupt eine ganz seltsame Art zu denken. Wenn das Internet „böse“ wird, weil sich dort Terroristen „zurückziehen“ … wie sieht es dann aus mit Parkbänken und Bahnhofstoiletten? Ja: es gibt Terroristen, die sich auf Bahnhofsklos versteckt haben, es gibt auch Terroristen, die sich auf Parkbänke zurückgezogen haben – wollen wir jetzt Parkbänke und Bahnhofstoiletten zu Schlachtfeldern erklären? Noch schlimmer: Terroristen benutzen auch Papier um Anschläge zu skizzieren – wollen wir nun auch Krieg gegen das Papier führen? Wie irrsinnig ist dieses Denken eigentlich inzwischen geworden?

Ja – die großen Technokonzerne Facebook, Google und Twitter sollen international verpflichtet werden, „aufwieglerische Beiträge“ zu löschen. Sie lesen gerade einen dieser Beiträge. Stellen Sie sich mal vor, wie verdächtig Sie sich dabei machen. Ja, ich wiegle auf – und gedenke, gleich noch etwas mehr zu wiegeln.

Würde sich der Kampf wirklich vom Schlachtfeld ins Internet verlagern – wie Theresa May behauptet – so wären wir außerhalb des Internets doch wirklich vollkommen sicher! Prima! Augenwischerei der übelsten Art: noch nie ist aus einem Bildschirm ein Übeltäter gehüpft um den User zu erstechen … und doch wird uns dieser Bullshit ganz offen von der Regierung präsentiert … als ob der Terrorist in Ihrem Rechnergehäuse hocken würde, zwischen Lüfter und Festplatte.

Welche Logik steckt eigentlich dahinter, die eigenen Bürger – und zwar alle – unter Generalverdacht zu stellen und sie bis aufs Bahnhofsklo zu verfolgen, wenn nur eine kleine Gruppe Irrer gerade mal durchdreht – mit vielhundertfach weniger Toten als der übliche Straßenverkehr? 600 Menschen werden jedes Jahr in Großbritannien ermordet – seit Jahrzehnten schon – kommen die einmal in die Nachrichten? Wurde über Ausgangssperren nachgedacht? Verhängung des Kriegsrechts? Einschränkung der Bürgerrechte?

Nein.

Ganz anders ist es, wenn der Moslem die Taten verübt. Zwar gelten nur „Rechte“ als „islamophob“, aber die Regierungen des Westens neigen in ihrer Berichterstattung dazu, diese Phobien breitflächig zu fördern.

Schauen wir mal nach Frankreich. 500 Tote und Verletzte forderte dort eine koordinierte Serie von Anschlägen. Ganz schlimm. Unausstehlich schlimm, aber: wie regierte die Regierung? Mit Terror gegen das eigene Volk: das Kriegsrecht wurde verhängt. Was das bedeutet? Hier mal ein paar Beispiele (siehe humanrights):

„Am 19. Nov. 2015 um 04:30 Uhr morgens drangen Spezialeinheiten der französischen Polizei mit Sprengstoff in das Haus der Familie ein. Die Splitter der Explosion haben die 6-jährige Tochter an Kopf und Hals verletzt. Kurz darauf verlassen die Polizisten das Haus. Sie haben sich in der Adresse geirrt. Eine weitere Episode handelt von einem Paar in der Dordogne, welches eine Hausdurchsuchung am frühen Morgen über sich ergehen lassen musste. Es wurde verdächtigt, drei Jahre zuvor an einer Demonstration gegen ein Flughafenprojekt teilgenommen zu haben. Ein letztes Beispiel betrifft einen Familienvater, den die Polizei am 15. Nov. 2015 unter Hausarrest stellte. Sein ehemaliger Arbeitgeber hatte ihn angezeigt. Erst einige Zeit später stellte die Polizei fest, dass es sich um eine Verwechslung handelte.“

Kann Ihnen also auch passieren – bei dem nächsten Frankreichurlaub. Noch mehr Einzelfälle?

Ja – sogar noch brisanterer Art (siehe Telepolis):

„Laut Amnesty International wurden durch die Ausnahmeregelungen über 600 Personen daran gehindert, an Demonstrationen gegen das Arbeitsrecht teilzunehmen“.

Was „aufwieglerisch“ ist, liegt halt immer im Auge des Betrachters. Manchmal reicht es schon, als gebürtiger Franzose in der falschen Moschee zu beten (siehe SRF):

«Ich hätte nie erwartet, dass die zu mir kommen», erzählt der 31-jährige Julien in der Rundschau. Der zum Islam konvertierte Franzose lebt in Lagny-sur-Marne, einer Gemeinde im Osten von Paris. «Seit über einem Jahr stehe ich nun unter Hausarrest», sagt er. Der Vorwurf: Terrorismusverdacht. Dreimal täglich muss er sich bei der Polizei melden, darf seine Gemeinde nie verlassen, muss in der Nacht in der Wohnung bleiben. Es sei ein Schock gewesen. «Ich habe mit all dem nichts zu tun», sagt er. Er verlor die Arbeit, das soziale Netz, lebt wie in einem Gefängnis unter freiem Himmel.

Der Grund: Julien betete in der Moschee seines Wohnortes.“

Nun – ähnliche Regeln gelten in Deutschland für Arbeitslose, die Hartz IV beziehen – allerdings melden die sich regelmäßig bei der Arbeitspolizei (die allerdings bei uns nicht so genannt wird: wäre allzu aufwieglerisch), nicht im Polizeirevier.

Natürlich ist eine der ersten Amtshandlungen des aus dem Nichts aufgetauchten Superstars Macron, das Kriegsrecht weiter zu verlängern. Immerhin sind ihm die Demonstrationen gegen seine neuen Arbeitsrechte ein Dorn im Auge – da ist so ein Kriegsrecht schon ganz in Ordnung.

Da töten Islamisten die Bürger des Landes – und die Regierung überzieht sie als Strafe dafür mit Terror. Nicht die Terroristen natürlich, sondern die schon zuvor terrorisierten Bürger. Uninteressant, wenn es einen selbst nicht berührt, ein Horror, wenn man aber doch in die Mühlen das kalten Staates gerät … weil sich jemand in der Adresse geirrt hat. In den USA ist das ja schon ein Sport, habe ich mal bei Spiegel-online gelesen (finde den Artikel gerade nicht: bitte selber suchen, ist schon eine Weile her): auch Jugendliche machen sich einen Spaß daraus, mal das Nachbarhaus von Sondereinheiten stürmen zu lassen, indem man anonym „Informationen“ verbreitet.

Die Phillipinen sind da im übrigen zivilisierter als Frankreich: sie verhängen den Ausnahmezustand nur über einen Teil ihrer Inseln, auch nur für dreißig Tage – nach massiven innerstädtischen Kämpfen mit dutzenden Islamisten … und schaffen es so in die Tagesschau (siehe Tagesschau).

Es gibt nun eine Erklärung für die seltsame Reaktion unserer Staatsdiener auf den medial groß forcierten und aufgebauschten Terror (siehe Deutschlandfunk):

„Für den Juristen Beaud ist der Ausnahmezustand im Prinzip ein hilfloses Signal eines schwachen und damit autoritären Staats – und er kann der Willkür Tür und Tor öffnen.“

Ja – das kann man so sehen. Ein schwacher Staat. Ein hilfloser Staat: drischt auf alle ein, die um ihn herumstehen … weil er völlig überfordert ist. Gilt ja auch für Deutschland, wo der Innenminister Heiko Maas ebenfalls an einem Zensurgesetz arbeitet, dass der Willkür Tür und Tor öffnet und von Juristen für „verfassungsfeindlich“ gehalten wird (siehe Heise): hier ist allerdings der „Kampf gegen Rechts“ das Feigenblatt, das zur Einschränkung der Freiheit genutzt wird (zur Erläuterung: „Rechts“ sind vor allem diejenigen, die vor islamistischen Terror warnten, bevor er zuschlug – irre, aber Fakt. Neuerdings sind auch die „Rechts“ – oder „Reichsbürger“ – die in urdemokratischer Art und Weise jedwede Regierungserklärung oder Regierungshandeln hinterfragen – auch eine Art Terror, der Bürger verängstigen kann).

Man kann es aber auch anders sehen. Erinnern Sie sich noch an die Mutter allen Regierungsterrors – den „Patriot Act“? Erlassen nach den Anschlägen vom 11.9.2001 … jenen Anschlägen, in deren Folge jedes Hinterfragen von Regierungslegenden sofort von der Natopresse geahndet wurde – als „Verschwörungstheorie“ (offiziell ausgegebener Sprachcode heute: „Reichsbürger“)? Und das obwohl seriöse Kreise durchaus interessante Fragen stellten, die man mal hätte diskutieren können?

Ich möchte Ihnen dazu mal ein paar Erkenntnisse vermitteln, die der kürzlich verstorbene Zbigniew Brzezinski in seinem Werk „Die einzige Weltmacht“ (Koppverlag, 4. Auflage 2017, Seite 257) im Jahre 1997 niederschrieb:

„Da Amerikas Gesellschaft in steigendem Maße multikulturelle Züge annimmt, dürfte, außer in Fällen einer wirklich massiven und unmittelbaren Bedrohung von außen, ein Konsens über außenpolitische Fragen zunehmend schwerer herbeizuführen sein. Während des Zweiten Weltkrieges und auch in der Zeit des Kalten Krieges herrschte weitgehend ein solcher Konsens. Er hatte seine Wurzeln jedoch nicht allein in einem gemeinsamen System demokratischer Werte, das die Öffentlichkeit bedroht sah, sondern auch in einer kulturellen und ethischen Affinität zu den vorwiegend europäischen Opfern feindlicher totalitärer Systeme.

Da es keine vergleichbare äußere Herausforderung mehr gibt, dürfte es schwer sein, in der amerikanischen Gesellschaft Übereinstimmungen über außenpolitische Aktivitäten zu erzielen, die nicht direkt mit der demokratischen Grundüberzeugung  und weithin verbreiteten ethnisch-kulturellen Sympathien zu tun haben und nicht selten einen anhaltenden und manchmal kostspieligen Einsatz amerikanischer Macht erfordern.“

Kurz gefasst – auf Deutsch: in naher Zukunft würden die USA keine Mehrheiten mehr für diese – für weite gehobene Kreise der oberen Zehntausend äußerst lukrative – Kriege bestehen. Es sei denn … es passiert was. Ebenfalls 1997 wurde das PNAC gegründet – zu dem auch führende deutsche Politiker gehörten – das sich gerade mit dem Erhalt der nun so gefährdeten Vorherrschaft der USA beschäftigte, es bedauerte, dass es leider kein neues „Pearl Habour“ geben würde, dass den Einmarsch in Irak, Afghanisten, Lybien und Syrien möglich machen würde. Und dann … gab es zufälligerweise dieses „neue Pearl Harbour“, das all die Weltmachtsträume einschlägiger Kreise in den USA möglich machte, jenes Ereignis, dessen Diskussion mit massiver Wucht („Verschwörungstheorien!“) verboten wurde.

Schade, dass wir Brzezinski nicht mehr dazu befragen können – mich würde interessieren, wie er sich denn die für die USA lebensnotwendigen Schachzüge vorgestellt hätte, die er zur Kontrolle der eurasischen Weltinsel zuvor für dringend notwendig gehalten hatte (zuvor in den ersten hundertfünf Seiten akribisch ausgeführt) … wenn es denn jenen überraschenden (und nach wie vor sehr kontrovers diskutierbaren) Vorfall am 11.9.2001 nicht gegeben hätte … dass die USA ohne nine-eleven jede Möglichkeit internationaler Vormachtsstellung einbüßen würden, hatte er ja ausführlich erläutert.

Und seitdem: überall das Gleiche. Terroristen – oft durch zufällig gefundene Ausweise identifiziert – greifen normale Bürger mit körperlicher Gewalt an … und die Regierungen regieren darauf, dass sie umgehend den normalen Bürger mit juristischer Gewalt überziehen.

Verstehen Sie nun, warum ich diese provokante Überschrift benutzt habe?

Mir wirds langsam unheimlich hier. Mag sein, dass wir nur schwache, unfähige, hilflose Regierungen haben, die gegen  Terror nichts unternehmen können – sie müssten schnellstens weg, damit der demokratische Rechtsstaat wieder handlungsfähig wird und wir die Wurzeln des Terrors angehen können … die liegen unter anderem in den weltweiten kriegerischen Einsätzen der Natostaaten (immer mehr unter Einbeziehung der Bundeswehr), denen man mit fortlaufender Einschränkung der Bürgerrechte im Inneren wohl kaum Herr werden kann.

Liegt es vielleicht nur am Personal (siehe Handelsblatt)?

„Die Spitzen unserer Gesellschaft reflektieren diese gesamte Gesellschaft, die vom Hilfsarbeiter bis zum CEO der größten Unternehmen der Welt reicht. Diese Gesellschaft ist in weiten Teilen von Naivität, Dummheit und Bösartigkeit gekennzeichnet. Die Grenzen zwischen diesen Übeln sind fließend.“

Gruselig, wenn jene, die für uns die Macht im Staate und die Macht in der Wirtschaft ausüben, naiv, dumm oder bösartig wären – und ihre Wähler ebenso. Wäre auch eine Sonderform von Terror. Wird aber noch schlimmer … und wir merken auf einmal, wie oft wir solche Prinzipien in den Nachrichten vorgesetzt bekommen:

„Auf den Augenklappen dieser Blindheit steht in großen Lettern: „Ich tue das Richtige“ oder „Wahrheit“ und noch besser „Wo wir sind, ist vorne, wir stehen über dem Gesetz“, übrigens auch vermeintlich über dem Gesetz der Natur. Genauigkeit im Denken, Differenzierung wird durch Glauben ersetzt, den Glauben an Rezepte.“

Und wenn diese „Bösen“ mal eine Allianz gründen? Nichts als Hinterhofverschwörer mit kruden Systemphantasien, sondern als Schwarmintelligenz der Abzocker, Schmarotzer und Abgreifer, die ihre Pfründe in Gefahr sehen? Wo werden ihre Grenzen sein? Welche Grenzen werden sie nicht überschreiten?

Wissen Sie eigentlich, dass wir über die gesellschaftliche Funktion des Terrors schon lange Bescheid wissen?

„Vertraut sind auch die Folgeerscheinungen weit verbreiteter Gewaltanwendung, die den „Wohlstand des kapitalistischen Weltsystems“ sichern soll. Eine Konferenz der Jesuiten in San Salvador kam zu dem Ergebnis, dass „die Kultur des Terrors“ mit der Zeit „die Erwartungen der Mehrheit in die Schranken weist.“ Die Menschen denken dann nicht mal mehr an „Alternativen zu den Vorstellungen der Mächtigen“, die das Ergebnis als großen Sieg für Freiheit und Demokratie bezeichnen“. (Noam Chomsky, Profit over People, Piper, 2. Auflage 2006, Seite 29)

Wie der Terror sich langsam in Ihren Alltag schleicht? Nun – durch Projekte für Gratiszwangsarbeit für Arbeitslose … ein Gedankenspiel von Andrea Nahles (SPD) und dem neuen Vorstand der Bundesagentur für Arbeit Detlef Scheele (der Arbeitslose bald einer „fürsorglichen Belagerung unterziehen will“ – siehe Spiegel) (siehe TAZ), durch ständig neue Rekordzahlen von Kindern bei der Bundeswehr (siehe rp) oder das ziemlich eilig und eifrig durchgezogene Verbot von UKW-Radios (siehe Weser-Kurier). UKW-Radios? Nun – für den Fall, dass das Internet mal ganz ausfällt (oder abgeschaltet wird wie in Ägypten – siehe Spiegel) wäre die gute alte Ultrakurzwelle – gern genutztes Vehikel von „Piratensendern“ – eine Möglichkeit, weiterhin kritische Stimmen zu verbreiten … eine Möglichkeit, die nun bald ausfällt, weil bald keiner mehr Empfangsgeräte dafür erwerben kann.

Und nun?

Was sagen Sie?

War ich ich in meiner Überschrift zu harsch?

Sind die Sorgen und Bedenken, die mich umtreiben, völlig gegenstandslos?

Bitte – widersprechen Sie ruhig!

Es würde mich wirklich … sehr beruhigen, wenn ich mich irren sollte.

 

 

Aufgelesen und kommentiert 2017-06-06

 

Mit freundlicher Genehmigung von Andreas und Rume.de

Aufgelesen und kommentiert 2017-06-06

/ Neues Betriebsrentengesetz: Ein Geschenk an Unternehmer und Gewerkschaftsfunktionäre
/ Offenbarungseid: DIE LINKE stimmte Autobahnprivatisierung im Bundesrat geschlossen zu
/ Steuervermeidungssysteme sorgen für fehlendes Geld zur Armutsbekämpfung
/ Parteispenden: CDU kassiert erneut 100.000 Euro Schmiergeld
/ Gesundheitsminister Gröhe (CDU) will massenhaften Online-Betrieb der Gesundheitskarte
/ Letzte Bastion Meinungsfreiheit
/ Trump ist nicht aus dem Pariser Abkommen ausgetreten, die USA waren nie dabei
/ Deutsche Klimaziele nur noch mit Liste des Schreckens erreichbar
/ Nordrhein-Westfalen: Transparenzgesetz bleibt geheim
/ Bundesrat gibt weiten Zugriff auf Passfotos aller Bürger frei
/ SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz macht Sicherheit zur Frage der Gerechtigkeit
/ Krieg dem Terror
/ Kein Umzug der Bundeswehr nach Jordanien, sondern sofortiger Abzug nach Deutschland
/ Vorschlag des Jahres

Neues Betriebsrentengesetz: Ein Geschenk an Unternehmer und Gewerkschaftsfunktionäre
„Der Entwurf von Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) mit dem sperrigen Namen Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) wurde mit den Stimmen von CDU und SPD im Bundestag verabschiedet. Nun muss am 7. Juli noch der Bundesrat zustimmen. Die Nachricht ließ vor allem bei Fondsmanagern und Unternehmern und in einigen Gewerkschaftszentralen die Sektkorken knallen. Das Gesetz sei „revolutionär“ und „ein Meilenstein“, schwärmte Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des Fondsverbands BVI: „Der Entwurf ist das seit langem Beste, was die Politik zum Thema Rente vorgelegt hat.“ Auch der Arbeitgeberverband BDA begrüßte das neue Gesetz.“ Weiterlesen…

Offenbarungseid: DIE LINKE stimmte Autobahnprivatisierung im Bundesrat geschlossen zu
DIE LINKE in Berlin, Brandenburg und Thüringen hat sich schlichtweg kaufen lassen. Für ein paar Euros aus dem Länderfinanzausgleich stimmte man der Autobahn- und Schulprivatisierung zu. Wohlgemerkt: Ein Ausverkauf, der nur mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit (!) wieder gestoppt werden kann.

Das macht CDU/CSU, SPD, FDP oder GRÜNE, die ebenfalls zustimmten, nicht besser – aber DIE LINKE schlagartig genauso scheisse. Entweder man hat Rückgrat, oder man ist käuflich.

Schon immer war die Regierungsarbeit der LINKEN in diversen Bundesländern zum Kotzen. Kapitalistische Elendsverwaltung, die beispielsweise in Berlin dazu geführt hat, dass nach über 10 Jahren des Mitregierens die Armut noch grösser ist als je zuvor. Und jetzt: Der Pkw-Maut zugestimmt, der Privatisierung zugestimmt, in vier Wochen wird dann dem neuen Betriebsrentengesetz zugestimmt – mit der Glaubwürdigkeit war es das nun. Endgültig. Schade um die vielen wirklich engagierten Leute dort, aber den längst schon eingeleiteten Weg hin zu einer zweiten SPD kann ich nicht weiter unterstützen. Und es braucht EINE MENGE, um wieder Pluspunkte für sich sammeln zu können.

Kennt jemand Alternativen? Die SGP (früher PSG) vielleicht?

Steuervermeidungssysteme sorgen für fehlendes Geld zur Armutsbekämpfung
„Ein Prozent der Weltbevölkerung hat mehr Vermögen als der Rest der Welt zusammen. Nur 8 Menschen besitzen genauso viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Die weltweite soziale Ungleichheit hat einen neuen Höchststand erreicht. Ein Grund ist die Steuervermeidung von Unternehmen und reichen Einzelpersonen durch ein System von Steueroasen, das vor allem den Reichen zugutekommt und die Kluft zwischen Arm und Reich vertieft. Durch das globale Steuervermeidungssystem werden den Bürger/innen in armen Ländern die notwendigen Gelder vorenthalten, die zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ungleichheit dringend benötigt werden. Wer soziale Ungleichheit und Armut bekämpfen will, muss Steuergerechtigkeit schaffen und Steueroasen trockenlegen.“

Das sagt übrigens nicht irgendeine linke Klitsche, sondern die Oxfam-Organisation!

Parteispenden: CDU kassiert erneut 100.000 Euro Schmiergeld
Die Anlagespekulanten der „VHB Grundstücksverwaltung“ schieben einen grossen Geldkoffer über den Tisch.

Gesundheitsminister Gröhe (CDU) will massenhaften Online-Betrieb der Gesundheitskarte
Ein wahres Gruselkabinett, dass sich da versammelt hat: Der Gesundheitsminister der käuflichsten Partei Deutschlands (Gröhe, CDU), der Chef der privaten Klinikkonzernkette Helios (Motto: Profit statt Gesundheit), die Datenkrake von Bertelsmann – dazu noch Schlagwörter wie „Gesundheitscloud“ und „niemand will eine Mauer bauen“ … äääh, „Wir trauen uns zu, 70 Millionen gesetzlich Versicherte auf hohem Datenschutzniveau miteinander zu verbinden“ … so lasset den Handel mit den Patientendaten des Pöbels beginnen

Unnötig zu erwähnen, dass man zwar fröhlich mit unseren Krankenakten handeln will. Beim Auffliegen oder Missbrauch unserer Daten „vorsichtshalber“ keinerlei Konsequenzen oder gar Schadenersatz festgelegt wurden. Die wissen schliesslich ganz genau, was sie da tun.

Letzte Bastion Meinungsfreiheit
Ein kleiner Blick hinter die Kulissen, WARUM Justizminister Maas (SPD) derzeit so eifrig an einem Internet-Zensurgesetz arbeiten muss. Kurzer Auszug: „Von der Vorstellung, das Internet solle von staatlichen Eingriffen grundsätzlich frei sein, haben sich die herrschenden Politcliquen des sogenannten freien Westens schon lange verabschiedet. Sie ertragen es nicht, dass ihnen die Deutungshoheit über politische Ereignisse, ökonomische Zustände, offengelegte Skandale und losgetretene Kriege zunehmend abhandenkommt.“ Weiterlesen…

Trump ist nicht aus dem Pariser Abkommen ausgetreten, die USA waren nie dabei
Die USA hat das Pariser Klimaabkommen nämlich nie ratifiziert. Übrigens schon unter Barack Obama nicht, der sich zwar ebenfalls mit diesem Abkommen den Arsch abwischte, dies aber im Gegensatz zu Trump nie öffentlich bekanntgab.

Dazu passt:

Deutsche Klimaziele nur noch mit Liste des Schreckens erreichbar
Lautstark trompeteten Merkel, Schulz, Gabriel und andere Schädlinge herum, weil Trump verkündete, das Pariser Klimaabkommen zu ignorieren. Das lautstarke Trompeten soll davon ablenken, dass sich auch die Bundesregierung längst mit dem Pariser Klimaabkommen den Arsch abwischt – dies aber nur nicht offen zugibt.

Das ehemalige Nachrichtenmagazin hat mal aufgelistet, was die Bundesregierung längst hätte umsetzen müssen, um das Pariser Abkommen einzuhalten:

– Mindestquote für Elektroautos nach chinesischem Vorbild
– Abschaffung der Pendlerpauschale
– Abschaffung der Steuervergünstigungen für Diesel
– Strafgebühr für Benziner von 6,5 Cent pro Kilometer

All dies wurde natürlich nicht durchgesetzt – und somit ist es auch unsere Bundesregierung, die (wie Trump) grossflächig auf das Pariser Klimaabkommen draufkackt. Es bestätigt sich also im vollen Umfang: Das ganze Anti-Trump-Gejaule aktuell soll nur davon ablenken, dass man selber schwerster Umweltverbrecher ist.

Und Anmerkung am Rande: Eine „Liste des Schreckens“ ist das alles natürlich nur, wenn man es ohne soziale Gegenfinanzierung durchgepeitscht hätte. Würde man die Umweltzerstörung unseres Planeten hingegen auch den reichsten 10 Prozent hierzulande angemessen in Rechnung stellen, wäre das alles locker finanzierbar gewesen. Die 5.000 Milliarden Euro, auf denen die reichsten 10 Prozent hierzulande sitzen, bekommt man auch mit schärfsten Umweltgesetzen nicht abgeschmolzen. Weil es dafür natürlich wieder Firmen und Produkte geben muss, die genau den Profit abwerfen, der wieder in den Taschen der Reichsten landen.

Das für Umweltschutz investierte Geld ist schliesslich nicht weg. Es landet nur in den Taschen anderer Leute.

Nordrhein-Westfalen: Transparenzgesetz bleibt geheim
Eine Überschrift, die wie Satire klingt.  Es ist aber die ganz reale Regierungsarbeit von SPD und GRÜNEN.

Bundesrat gibt weiten Zugriff auf Passfotos aller Bürger frei
Vorratsdatenspeicherung? Ab sofort auch für Alltagsdelikte zum Missbrauch freigegeben.
Biometrische Ausweisfotos? Sind ab sofort für jedes Ordnungsamt zum Durchblättern online.
Eigenes Handy? Flüchtlinge müssen es rausrücken. Der Bürger gegenüber der Polizei dann in ein/zwei Jahren ebenfalls.

Und was macht das Bundesverfassungsgericht? Deren nächster freier Termin wäre in 60 Monaten.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz macht Sicherheit zur Frage der Gerechtigkeit
DIE WELT berichtet: „Schulz präsentiert das SPD-Sicherheitskonzept, das er rhetorisch so einrahmt: „Sicherheit ist eine Frage der Gerechtigkeit. Reiche Leute könnten sich Sicherheit kaufen; normale Bürger seien hingegen auf den Staat angewiesen.“

Das soll „soziale Gerechtigkeit“ sein? Ernsthaft? Keinerlei offene Fragen, warum es denn derart Reiche gibt, die sich private Sicherheitsleute leisten? Und ob solcher Reichtum, der dann mit privaten Wachleuten geschützt werden muss, nicht Ursache der sozialen Ungerechtigkeit sein könnte – ebenfalls keine Fragen dazu? Stattdessen alles so lassen und lieber den Pöbel, der (dank zahlreicher SPD-Regierungen in Bund und Ländern) immer weniger besitzt, auch noch hemmungslos einen Überwachungsstaat überstülpen? Für wen soll das „Sicherheit“ darstellen? Für die Armen? Oder doch wieder nur für die Reichen, weil man wütende Arme viel besser analysieren und wegknasten kann?

Aber schauen wir doch mal:

Zitat: „Die anlassbezogene Videoüberwachung soll „mit Augenmaß“ ausgeweitet werden.“

Und hey: Automatische Gesichtserkennung dank unserer Passfotos, die nun jede Behörde durchblättern darf, ist genau solch ein „Augenmass“. Ansonsten hätte die SPD das ja schliesslich nicht zu Gesetz gemacht

Zitat: „Die Polizei soll zudem Wohnungseinbrüche durch den Einsatz computergestützter Ermittlungsmethoden wirksamer bekämpfen können.“

Dieses „Predictive Policing“ genannte System ist nichts anderes, als das JEDER verhaftet werden kann, der als „gefährlich“ eingestuft wird. Im Voraus, ohne dass man auch nur jemals einen Strafzettel bekommen hat.

Zitat: „Zudem sieht das Papier eine bessere Sicherung der EU-Außengrenzen vor.“

Jawoll, dieselben „Ausländer raus“ Gesetze, die die AfD fordert. Und inzwischen steht die moderne SPD mitten zwischen Höcke und Gauland und brüllt mit.

Zitat: „Außerdem soll der Bund Maßnahmen zur Kriminalitätsprävention in Städten und Gemeinden fördern, um die Entstehung sozialer Brennpunkte zu verhindern.“

Hatten wir schon, nannte sich sozialer Wohnungsbau. Hat die SPD aber abgeschafft und alles privatisiert.

Zitat: „Durch „eine Art europäisches FBI“ sollen Terrorismus und Kriminalität grenzüberschreitend bekämpft werden.“

Wie viele sogenannte Terroristen waren den „Sicherheitsbehörden“ denn vorher NICHT bekannt? Wie jetzt, die waren alle schon bekannt und sogar als gewaltbereit in den Akten vermerkt? Und es hat nichts geholfen? Dann stellt man sich doch irgendwann die Frage: Was hilft denn tatsächlich gegen Terrorismus? Könnte es vielleicht helfen, einfach nicht mehr so viele Muslime zu ermorden, damit sich daraufhin nicht deren Geschwister/Verwandte/Freunde auch noch rächen wollen?

Zitat: „Niedersachsens Innenminister Pistorius betonte, dass die innere Sicherheit „in der DNA der SPD angelegt“ sei.“

Ja, das wissen wir spätestens seit SPD-Polizeiminister Gustav Noske, der wärend der Weimarer Republik jeden Streik der kleinen Leute blutig niederknüppeln liess und auch Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ermorden liess. Wählbar ist DAS aber keinesfalls.

Krieg dem Terror
„Wenn ein junger Deutscher sich dafür bezahlen lässt, in Syrien, Afghanistan, Somalia oder sonst wo auf der Welt Menschen zu töten oder dabei zu helfen, so ist er Soldat. Er kämpft für das Gute – Freiheit und sichere Handelswege. Er ist nicht Mörder, nicht Terrorist oder Auftragskiller. Er ist Soldat, sonst nichts.

Wenn ein Muslim tötet, ist er Muslim. Er ist Terrorist oder begeht einen Ehrenmord. Er mordet, weil er Muslim ist, denn die sind böse, wollen das Böse und handeln aus Bosheit. Ihre fanatische Religion will es so. Sie sind Feinde. Wenn ein Moslem aus dem Krieg kommt, in dem Mitglieder seiner Familie oder Freunde getötet wurden, wenn er gelernt hat, dass der Westen der Feind ist, ist er kein Soldat und kein Kranker; er ist Moslem.

Du sollst nicht fragen, warum jemand tötet. Stattdessen: Härtere Strafen, mehr Überwachung, weniger Freiheit, mehr Kriege (für den Frieden), mehr Bomben, mehr Tote. Sie oder wir. Wir sind die Guten. Wir töten, um uns zu verteidigen. Sie sind die Bösen, und deshalb töten sie uns.“

Kein Umzug der Bundeswehr nach Jordanien, sondern sofortiger Abzug nach Deutschland
„Laut Grundgesetz gibt es nur einen guten und geeigneten Standort für die Bundeswehr, und das ist Deutschland. Ein undemokratischer Staat wie Jordanien, in dem Häftlinge gefoltert werden, ist in keinem Fall ein akzeptabler Standort für eine Parlamentsarmee. Die Auslandseinsätze der Bundeswehr bringen keinen Frieden, sondern erhöhen nur die Terrorgefahr in Deutschland. Auch deshalb müssen sie endlich beendet werden.“

Hat jemand zustimmend genickt?

Und zu guter Letzt:

Vorschlag des Jahres
Zitat: „Kein Land, welches die Menschenrechte verletzt, sollte im UN-Menschenrechtsrat sein.“
Sagte wer? Kommt ihr NIE drauf

 

2017 … das deutsche Horrorjahr

Donnerstag, 5.1.2017. Eifel. Na – gut ins neue Jahr gekommen? Ich auch, die Party war super – doch danach drohte gleich wieder Arbeit. Viel Arbeit. Weshalb ich kaum  noch zum Schreiben komme – und unsere Leser viel zu spät im neuen Jahr begrüßen kann. Viele, die mich privat kennen, wissen, dass ich ein gutes Gefühl für dieses Jahr habe. Ich gebe nicht so viel auf Gefühle zwecks Zukunftsschau – aber letztes Jahr habe ich überraschend richtig gelegen – die Jahre davor auch. Für mich – als undogmatischer Philosoph – ein interessantes Experiment: sich in Zukunftsverläufe einfühlen. Darf auch gerne scheitern, bin da – wie gesagt – völlig undogmatisch. Frage ich jedoch den Verstand – und nicht das Gefühl, das ja bekanntlich sehr trügen kann – so muss ich Ihnen eine schlechte Nachricht überbringen: uns droht – aller Propaganda zum Trotz – ein Horrorjahr. Eins das schlimmer werden wird als wir es uns vorstellen können – so wie auch 2016 schon schlimmer geworden ist, als wir es uns vorgestellt haben.

Nun gut – wir haben den heißen Krieg noch nicht. Doch er ist auch nicht weg. Im Gegenteil: als die Maschine mit dem russischen Armeechor kurz nach der Eroberung Aleppos abgeschossen wurde, hatte ich ein ganz mulmiges Gefühl, es schmeckte nach Rache einer Kriegspartei, deren Offiziere in Aleppo aufgegriffen wurden – an Orten, wo sie gar nichts zu suchen hatten, mitten unter den „Rebellen“. Rache – und ein deutliches Zeichen, so eine Art Mafiaangebot, das man nicht ablehnen kann: bis hierher und nicht weiter – sonst wird es heftig. Gleichzeitig werden US-Truppen an die russische Grenze verlegt: man hat den Eindruck, Diplomatie ist völlige Vergangenheit: blutrünstige Militärs greifen durch.

Wissen Sie, was mir dazu einfällt? Gedanken von Imanuel Kant – über „stehende Heere“. Sie wissen wahrscheinlich gar nicht, was das ist – dabei sind sie seltsamerweise inzwischen völlig normal geworden … obwohl sie allein durch ihre Anwesenheit Frieden und Wirtschaft enorm gefährden. Stehende Heere sind Armeen, die auch in Friedenszeiten unter Waffen stehen. Ja – das war nicht immer so: es gab Zeiten, der herrschte wirtschaftliche Vernunft: Heere stellte man nur auf, wenn Krieg drohte. Stehende Heere waren für die Wirtschaft völlig nutzlos (auch wenn sie heute von grenzdebilen Idioten als Wirtschaftsfaktor gepriesen werden – meistens Leuten mit Adelstitel und hohem  Militärsrang) und sogar schädlich: das Geld, das in sie floss, brachte keinen Nutzen; Soldaten wurden als nutzlose Esser angesehen, die man ohne irgendeinen Nutzen durchfüttern musste … jeder vernünftige König (und erst recht sein Wirtschaftsberater) wusste: das war ein richtiger Klotz am Bein. Dass wir diese Klötze immer noch am Bein haben, verdanken wir den Erfindern des „Feindes“, der immer und überall vor der Tür steht. Achten Sie mal drauf: wann immer Frieden droht, präsentieren Ihnen die Fürsprecher und Nutznießer stehender Heere einen Feind, der Ihnen an den Kragen will: aktuell ist es eine Welt voller islamistischer Feinde, die – welch´ Horror – oft unsichbar sind aber brutal zuschlagen: nicht auf wichtige Ziele in der Infrastruktur oder auf die Global Player der Manager der „stehenden Heere“, sondern … auf harmlose Zivilisten (sinnvolle Gedanken hierzu: siehe Heise).

Ja: stehende Heere fressen nicht nur völlig unnütz … sie können auch eine Eigendynamik zum Selbsterhalt gewinnen. Sogar – man höre und staune – in aufgeklärten Demokratien.

Ein Teil der Eigendynamik liegt natürlich darin begründet, dass jedes stehende Heer vom Nachbarn sofort als Bedrohung empfunden wird – und er auch eins will, weil der Faschist, die linke Sau, der Moslem oder der Türke vor der Tür steht.

Logisch, oder?

Wundern Sie sich eigentlich nicht ein wenig, dass dies vor 200 Jahren – im Feudalstaat – offen (wenn auch nicht einfach) diskutiert werden konnte … und wir diese Diskussion gar nicht mehr führen, sondern stehende Heere als selbstverständlich hinnehmen … obwohl die mehr kosten als Hartz IV? Sie wissen: die bösen Sozialschmarotzer, die uns auffressen wollen – so jedenfalls die Propaganda und das Feindbild der Politik, mit der wir das stehende Heer der Arbeitspolizei legitimieren … in dem es für Politiker und Militärs gleichmaßen lukrative Pöstchen gibt. Gleiche Methode, anderes Heer, anderer Feind. 20 Milliarden kosten die Arbeitslosen, 34 Milliarden unser stehendes Heer, das – der Logik entsprechend – alle Nachbarn dazu verführt, selbst so ein gefräßiges unnützes Monster zu produzieren.

Bleiben wir bei dem Horrorjahr 2017. Hier müssen wir davon Notiz nehmen, dass es eine kleine, kaum bemerkte Gesetzesänderung gab: „Vorbereitung eines Angriffskrieges“ stand hier einst unter Strafe und wurde jetzt geändert hin zum „Aufstacheln zur Aggression“ (siehe Epochtimes). Der feine Unterschied? Wenn ich Sie dazu motiviere, über stehende Heere nachzudenken, könnten Sie aggressiv werden – einfach deshalb, weil die volkswirtschaftlich gesehen großer Blödsinn sind – und … ohne Feind …. völlig überflüssig.

Ach ja – der Feind. Die Natooffiziere in Aleppo – politisch gesehen eine Katastophe, sollte es sie denn gegeben haben – sind nur in nicht regimetreuen Medien präsent: in der Tagesschau habe ich sie nicht gefunden, noch in den „kritischen Medien“ der Großkonzerne. Unerwünschte Nachricht … oder „Fake News“?

Hier will man uns jetzt ja gesondert disziplinieren: wer das Feindbild der stehenden Heere verwässert, wird bald staatlich verfolgt … ich sprach schon über die Eigendynamik dieser Heere? In dem unsrigen haben viele Abgeordnete stolz gedient, sind ihm weiterhin verbunden – das schafft Kameradschaft, die über den Dienst hinausgeht. Um solche Informationen zu bekämpfen wird nun im Kanzleramt eine Stelle geschaffen, die „Desinformationskampagnen“ bekämpfen soll (siehe Spiegel): es geht speziell um russische Desinformationskampagnen – oder, sprachlich anders ausgedrückt: darum, die Verteidiger der politischen Position Russlands mundtot zu machen. Dem Angeklagten wird der Anwalt genommen, wer Schuld ist oder nicht, bestimmen die Profiteure des militiärisch-industriellen Komplexes – wie man „stehende Heere“ heute nennt. Der preußische König würde im Grab rotieren, würde er sehen, was aus den von ihm geförderten Gedanken der Aufklärung wurde … in einem System, das sich kackfrech noch Demokratie nennt. Das er selbst stehende Heere forciert hat … ist eine andere Geschichte, die mit ihm als Aufklärer wenig zu tun hat – mehr jedoch mit der Stellung Preußens im damaligen Europa.

Dabei wird in dem aktuell laufenden Krieg „Geld gegen Staat“ (ausführende Gedanken hierzu: siehe Werner Rügemer in den Nachdenkseiten) der Souverän dieses Landes immer weiter direkt unter Beschuss genommen. Früher war der Souverän zum Beispiel der preußische König, heute … sind Sie es. Ja: SIE. Nun schauen Sie nicht so entsetzt: das ist die Grundlage jeder Demokratie.

Wie sieht das aber für 2017 aus? Der Souverän wird zum Problem (siehe Jasper von Altenbockum in der FAZ):

„Von der Silvesternacht in Köln bis zum Massenmord in Berlin: Es gibt keinen Grund, dem Hassjahr 2016 hinterherzutrauern. Doch wer ehrlich ist, muss zugeben: Die größeren Defizite liegen auf Seiten der Bürger – nicht der Politiker.“

Ja – Sie lesen richtig. Silvesternacht in Köln: wer hat hier versagt?

Sie.

Massemord in Berlin?

Überlegen Sie sich mal gut, was Sie da falsch gemacht haben. Vielleicht nicht stramm genug hinter der Kanzlerin und dem Staat gestanden? Ja – ich merke: Sie fangen an zu denken. Brauchen Sie nicht, für Sie wird weitergedacht:

„Es verging kaum eine Woche, in der nicht über Hassausbrüche, Hassreden, Hetze und „Hate Speech“ geklagt wurde. Nach Jahren des Glaubens daran, dass die neue Öffentlichkeit, die das Internet herstellt, ein Reich der Autonomie sei, wird der Ruf nach dem Staat nun wieder lauter. Es ist ein Staat, dem schon angesichts der Flüchtlingspolitik in vielen Ecken seiner Domäne ein eklatanter „Kontrollverlust“ vorgehalten wird. Das zurückliegende Jahr wird vom Schrecken über die Konsequenzen geradezu eingerahmt, von der Silvesternacht in Köln und vom Massenmord in Berlin.“

Elegant, oder? Massive sexuelle Belästigungen von Zivilisten oder Massenmord an Zivilisten ist nur dem Internet zu verdanken. Auf solche Ideen muss man erst mal ohne Drogen kommen. Rational nachvollziehbar sind sie nicht. Hatten Sie übrigens irgendwann mal das Bedürfnis, über „hate speech“ zu klagen? Oder … war es nicht eher eine Erleichterung, wenn mal ein anderer Ihren eigenen Frust in markige Worte gefasst hat? Über „Hassreden“ klagte nur eine kleine Subgruppe … gerade jene, die am Ende der Nahrungskette standen: nicht die, die vergewaltigt oder ermordet wurden.

Haben Sie nach dem Staat gerufen? Oder etwa sogar nach dem Einsatz der stehenden Heere im Inneren des Landes – so als wäre das die Raubritterschaft von Räuberbaronen? Immer daran denken: wenn die Polizei im Inneren eingesetzt wird, ist der Verbrecher der Feind – wird die Armee dort eingesetzt, ist das Volk der Feind.

Wollten Sie, dass der Staat jetzt ins Internet einmarschiert: dort, wo die Opposition (also: DER FEIND) ungebremst seine Stimme erheben kann, wo man mit ihm diskutieren kann, ja, sogar virtuelle Freundschaften mit den Bürgern des Feindlandes pflegen kann, wo man sich ein eigenes Bild machen kann, das bei einer sauberen öffentlichen Berichterstattung die Nachrichten sinnvoll ergänzen kann, bei unsauberer Berichterstattung (Propaganda) aber die Gefahr der Wehrkraftzersetzung in sich birgt … und die Lügen der Propaganda aufdecken könnte?

Verstehen können Sie das, wenn Sie an den Krieg Geld gegen Staat denken: der wahre Feind sind …SIE. SIE sind der Chef des Staates. Sehr hilfreich für die Herren des Geldes, wenn Sie mit dem Russen im polnischen, ukrainischem oder weißrussischem Schlamm ringen, während das Geld den Staat zerstört. Raten Sie mal, wie die Welt dann aussieht, wenn Sie versehentlich vom Schlachtfeld gesund zurückkehren.

Dann bekommt der Terror auch gleich ein anderes Gesicht: da kämpft der christliche Arme gegen den muslimischen Armen und umgekehrt – und für die wahren Verbrecher läuft das Geschäft super weiter. Dafür brauchen Sie nur diese „stehenden Heere“. Aufgeklärte Könige haben das verstanden … jedenfalls in der Theorie, in der Praxis haben sie aus dem Land eine Militärmaschine gemacht- doch dies ist ein anderes Thema aus einer anderen Zeit: festzuhalten bleibt nur, dass ein Herr Kant sich nicht scheuen brauchte, über die Last und Bedrohung stehender Heere zu reflektieren, obwohl er auf des Königs Gunst angewiesen war.

Wir … schweigen heute zu diesem Thema ganz.

Auch die Linke übrigens. Also – nicht die Partei, sondern die Gesamtheit der eher politisch sozial orientierten Bevölkerung. Anstatt Opposition zu machen, betreibt sie mit großer Leidenschaft das Spiel der Geldmächte: macht Jagd auf Abweichler, denunziert ihre Mitmenschen (selbst wenn die radikal für Frieden sind), setzt Hasskampagnen ins Land („gegen rechts“ genannt, aber „gegen Merkelgegner“ in der Realität gerichtet: als wäre die Bundeskanzlerin die Frontfrau der sozialistischen Internationale), produziert eine widerliche Menschenjagd nach der anderen – mit Methoden, die direkt aus den finsteren Werkzeugkästen der europäischen Diktaturen stammen. Wirklich „links“ ist da nur noch der Aufkleber, der Inhalt jedoch … stinkt nach Gülle.

Obendrauf noch eine dicke Portion antimenschlicher Arroganz: „Wer uns nicht versteht, ist dumm“ (siehe hierzu Hans-Dieter Rieveler bei Heise) – eine völlig irrwitzige Position, denn: wenn ich mich nicht verständlich machen kann, bin im Prinzip ich erstmal unfähig (also: dumm) und nicht unbedingt mein Konversationsopfer.

Die Linke macht mal wieder das, was sie am Besten kann: sie zerlegt sich im kritischsten Moment selbst, spielt „Spiele der Erwachsenen“ nach dem Motto: „mein Linkssein ist viel schöner, eleganter, wahrer, edler, lichter und wichtiger als Deins!“ – und gerade diese auf breiter Front versagende bürgerliche Linke ist der wahre Grund dafür, dass die Menschen sich nach den Rechten sehnen: als alte Militärs kennen Sie die Bedeutung von Disziplin und Geschlossenheit für das Erreichen politischer Ziele, sie versprechen Erfolge, sie greifen durch, demonstrieren Handlungsmacht an Stelle von Selbstzerfleischung.

Überlegen Sie ruhig mal selbst, wen Sie gerne dabei haben würden, wenn Ihr Haus brennt: den Rechten, der sagt „Ich geh´ mal Wasser holen, wir brauchen auch eine Eimerkette, ich trommle mal die Jungs zusammen“ oder den Linken, der erstmal debattieren möchte, mit wem er alle keine Leiterkette bilden möchte – vor allem mit jenen nicht, die nicht zuvor seine eigene Dogmenkette heruntergebetet haben -und der erst auch mal reflektieren möchte, ob die Rettung Ihres Hauses in seinem Dogmenapparat überhaupt abbildbar ist.

So einfach erklärt sich Trump – ganz ohne Fakenews über böse russische Desinformationskampagnen, die in allererster Linie Aggressionen gegen „den Russen“ schüren sollen – aber nicht verboten sind. Die neueste Blödheit in dieser Hinsicht kommt von Herrn Ganslmeier, er durfte damit in die Tagesschau (siehe dort):

„Und täglich grüßt das Trampeltier! Mit markanten Tweets scheint Donald Trump die Welt regieren zu wollen. Das mag komfortabel sein – für ein Oberhaupt einer Supermacht ist das aber ein Unding.“

Ja – Sie lesen richtig: das sind echte Hassposts, die zu Aggression aufstacheln sollen. Über gute Aggression und guten Hass sowie böse Aggression und bösen Hass müssen wir ein andermal reden: das läßt sich nicht mit kurzen Worten erklären.

„Wenn Trumps Mitarbeiter im Weißen Haus nicht wahnsinnig werden wollen, dann müssen sie ihm das iPhone wegnehmen – oder zumindest dafür sorgen, dass er seine Botschaften nicht mehr ohne jede Abstimmung aus dem Bauch heraus abschießt.“

Das muss man sich mal überlegen: für wen hält sich der von öffentlichen Beiträgen lebende Herr Ganslmeier denn, dass er den zukünftigen amerikanischen Präsidenten öffentlich so angeht, ihn verunglimpft, Richtlinien für das Verhalten von Supermachtsoberhäuptern herausgibt und zu körperlichen Aggressionen gegen ihn aufstachelt?

Was ich dem Herrn Ganslmeier raten würde: gehe mal in die echte Arbeitswelt und schaue Dir die Kommunikation bei der Feuerwehr, im Operationssaal, bei der Autoproduktion, bei Rettungsanitätern oder im Straßenbau an: die kommunizieren dort mit weniger als 140 Zeichen, weil die Zeit drängt.

Was Trump macht: er führt – mit Kommandos. Das ist sein Job. Sicher läuft das in Journalismusseminaren anders – aber da brennt´s auch nicht. Und für Trump brennt gerade vieles – und weil viele das genauso sehen, wurde er gewählt.

Verstehen Sie jetzt, warum mein Verstand für das Jahr 2017 nichts Gutes erwartet? Die Weichen sind auf eine sehr dunkle Zeit gestellt – die ich am liebsten nicht erleben würde.

Wir bekommen wieder eine Welt vorgesetzt, in der die Meinung der Führer der „stehenden Heere“ absolute Wahrheit ist – und ihre Feinde unsere Feinde werden. Und das heißt: Krieg. Und ohne machtvoll waltende gesellschaftliche Gegenkräfte, die sich mit Effizienz gegen diese Entwicklung stellen, werden wir den Krieg nicht mehr verhindern können … den heißen – mit Russland und dem Rest der Welt.

Den Krieg Geld gegen Staat verlieren sowieso wir zusehends auf breiter Front, weil er nicht so deutlich sichtbar ist. Wissen Sie, welche Nachricht dazu gut passt – so als Abschluss (siehe katholisch-info):

„Unter rätselhaften Umständen ist ein hoher NATO-Beamter ums Leben gekommen, der über die Finanzierung des Islamischen Staates (IS) ermittelte.“

Da stoßen wir nämlich in die Kernbereiche des Krieges Geld gegen Staat vor – und in die Kernbereiche des Terrors. Das ist lebensgefährlich.

PS: ich stelle natürlich nicht in Frage, dass die offizielle Version über die Todesursache „Selbstmord“ korrekt ist. Immerhin wurde kein Ausweis eines Täters am Tatort gefunden.

Akuter Terroralarm in Deutschland, November 2016

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Dienstag, 1.11.2016. Eifel. Wir fragen uns oft: was ist los in Deutschland? Warum wehren sich die Menschen nicht mehr gegen das massive Unheil? Gegen den Terror? Die Ungerechtigkeit? Den Zerfall des demokratischen Gemeinwesens? Die Antwort – kann manchmal einfach sein. Aufgrund eines spontan auftretenden Zuwachses an Zeit in Folge einer geplatzten Verabredung traf ich die Antwort in Form einer ehemaligen Nachbarin – zufällig am allerletzten Tag, wo ich sie noch treffen konnte. Mitten in den Umzug platzte ich dann herein – in Chaos hoch drei, weil schief ging, was nur schief gehen konnte. Eine Wanderung durchs alte, immer noch heimatliche Tal sorgte dann für Seelenruhe – und für mich sehr überraschende Erkenntnisse. Ich hatte einen jener Menschen getroffen, die nicht mehr ´rausgingen – eine junge, lebenslustige, tatkräftige Frau, die ihre Tochter allein großziehen musste, jahrlang im Ausland gelebt hat, nie arbeitslos war, in vielen Jobs bewandert ist und zu jenen bewundernswerten Menschen gehört, die nie aufgeben, sich nie hängen lassen, nie aufgeben – und nie einen Fernseher hatten.

Was war geschehen? Nun – die junge Dame mit Dreadlocks und Hauptschulabschluss erklärte es kurz und bündig: die Menschen haben sich verändert. Sie sind seltsam geworden. Ich möchte hier nicht ins Detail gehen – und da gab es gruselige Details, passend zu Halloween … Blicke hinter die Kulissen „perfekter Ehen“, die erschauern lassen. Ihre Konsequenz: ´raus aus Deutschland. Aber erstmal eine kleine Wohnung in Stadtnähe. Und abends dann … fernsehen. Höhlenleben halt, weil der Säbelzahntiger wieder vor der Tür lauert.

Wie haben sich die Menschen verändert? Nun – sie sind erschreckend respektlos geworden. Ein Land voller Oberlehrer, jeder der perfekte Ersatz für den größten Führer aller Zeiten….wenn die Welt nur ihre Herrlichkeit endlich erkennen würde. Kaum ein Besuch von Freunden findet statt ohne belehrende Vorträge, kaum ein Moment vergeht ohne billige Dominanz- und Machtspiele, kaum ein Kontakt ohne ausgesprochene Respektlosigkeiten … es sei denn, man beschränkt sich auf das Mindeste: zusammen Sex haben, zusammen Essen, dann noch drei Worte und: Tschüss, bevor es ranzig wird und die Degenerationen zu Tage treten.

Da saß ich nun auf der Bank zusammen im strahlenden Sonnenschein mit der Antwort auf meine Fragen – und verstand es. Zieht sich nun ein viel beschäftigter, grüblerischer Mensch wie ich von Menschen zurück, weil sie … seltsam werden … dann mag es noch mit Arbeit zu tun haben, persönlichen Empfindlichkeiten, einem Einzelschicksal oder der Tatsache, dass die meisten Menschen mit Behinderten nicht klar kommen. Aber wenn die kreativen, alternativen Menschen ebenso agieren, dann … fehlt dieser Gesellschaft ihr gesündestes Element. Wenn die, die mitten im Leben stehen, sich angeekelt von ihm abwenden, weil sie, die in der Blüte ihres Lebens sind und das Leben in jedem Moment in vollen Zügen genießen wollen, draußen kein Leben mehr finden, sondern nur noch Terror – dann ist es vorbei mit „Deutschland geht es gut“.

Man darf natürlich skeptisch sein angesichts dieser Beobachtungen und Schlussfolgerungen. Immerhin antworten alle Menschen auf die Frage, wie es ihnen geht, mit „gut“. So sind wir schon dressiert worden, ohne dass es uns sonderlich bewusst wird. Nun – ich antworte oft  mit „schlecht“: die Kenntnis von Kriegsgefahr, Massensterben von Tierarten, Plastikinseln in der Größe Europas oder des kommenden wirtschaftlichenen Supergau erlaubt mir einfach nicht, meinen Zustand als „gut“ zu definieren. Die Generation Doof hat es da viel leichter, trägt aber auch keine Verantwortung. Haben Sie sich schon mal gefragt, warum Sie – der Sie genauso viel wissen wie ich – trotzdem mit „gut“ antworten? Nun – es ist die Furcht vor Terror, vor der Argumentationsdusche, die jederzeit von jedermann abgeschossen werden kann – und abgeschossen wird, wenn man  nicht aufpasst. Wir haben mutmaßlich mindestens 40 Millionen Oberlehrer im Land – die meisten davon ohne Studium und Abitur, ausgestattet mit einem Minimum an Lebenserfahrung als kleines Rädchen in einer großen Maschine, die die Welt täglich weiter unwiederbringlich vernichtet und einem Maximum an Sendungsbewusstsein, ausgestattet mit mangelhaftem Halbwissen, das sie sich unsystematisch und gedankenlos aus gängigen TV-Formaten zusammengebastelt haben und gerne irgendwie loswerden wollen.

Purer Terror – der das Wichtigste vernichtet, was Menschen verbindet: Respekt, Toleranz, Verständnis. Alle drei Punkte hängen miteinander zusammen, sind Kern jeder Freundschaft, jeden menschlichen Zusammenlebens – und das Verständnis die Grundlage jeden Friedens. Nur deshalb haben wir „Geisteswissenschaften“ – um verstehen zu können, dass alle Menschen ok sind … aber den Umständen entsprechend auch zu Häßlichkeiten neigen. Die „Laberfächer“, wie sie von den Technokultisten genannt werden, die glauben, man könne mit Schraubenschlüsseln und Mikrowellen den Krieg auf ewig verbannen, haben in der Tat nur ein Ziel: Frieden zu bringen. Aber den Frieden der Lebendigkeit, nicht den Friedhofsfrieden, den die Waffen der Technokultisten mit jedem Krieg immer perfekter füllen. Wo kein Verständnis ist – ist keine Freundschaft möglich … und kein Frieden, wenn man nicht voreinander weglaufen kann. Allerdings fordert das Verständnis des Menschen durch Menschen absolute geistige Höchstleistungen, gegen die die naturwissenschaftlichen Arbeiten einfach und naiv sind. Das ergibt sich aus der Natur der Materie: Naturwissenschaften haben ein Subjekt, das  beobachtet (der Wissenschaftler), und ein Objekt, das beobachtet wird (die Natur) – bei Geisteswissenschaften sind beide Elemente gleich, was den Erkenntnisprozess enorm verlängert – bzw. fast unmöglich macht. Doch möglich machen müssen wir ihn, wenn wir Frieden finden wollen: zwischen Menschen, zwischen Mensch und Natur … oder allein schon zwischen Mann und Frau.

Doch was ist die geisteswissenschaftliche Höchstleistung des modernen TV-Eremiten? Der Satz „Ich versteh´ das nicht“ – nie als Herausforderung verstanden, sich selbst mehr anzustrengen, sondern immer als abschließendes Urteil, das auch immer eine Entwürdigung des Beobachtungsgegenstandes enthält. „Ich bin doof“ – wäre eine adäquate Übersetzung dieser Floskel … doch das kommt einem kaum noch in den Sinn.

Diese Form von Terror – mangelnder Respekt, mangelndes Verständnis, mangelnde Toleranz – ist die zentrale Wurzel des Übels jenes Terror, der uns in der Gegenwart droht. Glauben Sie nicht? Ich wähle mal ein paar Beispiele aus, die Ihnen das Leben kosten können … mitten in einem der reichsten Länder der Erde, ganz automatisch, ganz ohne Verbrecher oder Unfälle.

Nehmen wir das aktuelle Beispiel der Krankenhäuser: 1300 Krankenhäuser in Deutschland sollen geschlossen werden zugunsten einer komplett neuen Struktur, die nur noch aus großen Zentren besteht (siehe Spiegel). Wissen Sie, was das heißt? Massensterben im ländlichen Gebiet. Herzinfarkte müssen schnell versorgt werden, der Weg zur Großklinik ist immer weit. Begründung? Die Idee kommt vom stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der SPD, die für Säuberungen a´ la Stalin schon immer eine gewisse, heimliche Sympathie hatte.

Bitte – das stimmt nicht? Gut – leiten wir nach dem Terror gegen das ländliche, natürliche Leben gleich zum nächsten Terror über: dem Terror gegenüber den Verlierern der Globalisierung, den Arbeitslosen der westlichen Industriegesellschaften, die als menschlicher Ballast so billig wie möglich am Rande der Gesellschaft untergebracht werden. Da gibt es eine aktuelle Meldung der Tagesschau, deren Quelle angeblich die Bildzeitung ist (siehe Tagesschau), wonach Arbeitslose mit einer Verschärfung des Bußgeldes rechnen müssen, wenn Sie in den Augen ihrer juristisch äußerst schlecht ausgebildeten Aushilfsrichter (sprich: Sachbearbeiter) ein Vergehen begangen haben: bis zu 5000 Euro drohen da – mehr als der Jahressatz eines Arbeitslosen. Dieser Terror – als Botschaft geheim nur zwischen der Achse BA Nürnberg-Bildzeitung ausgetauscht – trifft nicht nur jeden Arbeitslosen, sondern jeden erwerbstätigen, der theoretisch arbeitslos werden kann. Dies gilt auch für die Menschenjagden, die die Achse BA Nürnberg-Bildzeitung willkürlich veranstaltet – man erinnere sich nur an „Florida Rolf“, der Opfer dieser Kampagne wurde, die Hartz IV vorbereiten sollte: den Terror gegen die „Minderleister“ deutschlandweit zu inszenieren. Florida Rolf – der kein Gesetz gebrochen hatte, mal Millionär war und mehr Steuern gezahlt hat als jeder Durchschnittsdeutsche lebt heute wie ein Eremit – dabei war er mal ein „Lebemann“ (siehe Berliner Zeitung). Umzug und Lebenshaltungskosten jener Menschen, die „Sozialhilfe unter Palmen“ (SPD) bezogen, kosteten den deutschen Steuerzahler übrigens mehr als der Aufenthalt im preiswerten Ausland – aber wer macht die Bildzeitung schon dafür haftbar?

Respekt, Toleranz, Verständnis? Wer interessiert sich schon noch für die Gefühle der Ausselektierten, deren Arbeitslosigkeit den Arbeitenden Angst macht (siehe Spiegel): dabei ist es nicht die Arbeitslosigkeit, die Angst machen sollte, sondern die Prinzipien der Politik, die Arbeitslose mit Terror überziehen: einem Terror, für den man in der Oberlehrergesellschaft genug asoziale Verstärker findet.

Wissen Sie, was ein schönes Sinnbild für diese Verrohung der Gesellschaft ist? Der Horrorclown. Ist der Clown selbst schon aufgrund seiner aufgesetzten Fröhlichkeit schwer zu ertragen, so ist der Horrorclown Terror pur, der sich weltweit ausbreitet. Ja – es ist ein weltweites Phänomen: Menschen bewaffnen sich (auch mit Kettensägen), kostümieren sich zu Horrorgestalten um und greifen ihre Mitmenschen an: in den USA hat diese Pest begonnen, sich dann nach Großbritannien ausgeweitet (siehe Spiegel) und letztlich Deutschland erreicht (siehe rbb). Während die Luxuscommunity noch Späße über das verspätete Sommerloch-Event macht, reagieren Kaufhäuser und Regierung anders – und zwar sehr ernst (siehe Spiegel). Ja – es ist kein harmloser Scherz -auch wenn viele Medien das spontan verbreiten – sondern ein gefährliches Überschreiten einer politischen Grenze und der Beginn einer Entwicklung von Selbstjustiz, die jenen ohne Respekt, Toleranz und Verständnis ein willkommenes Ventil bietet, anonym ihre Frustgefühle auszulassen: wie gefährlich das ist, weiß man halt in Wirtschaft und Politik.

Reicht ihnen das als Terror?

Wie niedlich. Wir sind noch lange nicht fertig. Ich sagte doch: der Clown ist ein schönes Sinnbild – als Horrorclown offenbart er nur das, was hinter der Maske schlummert: hinter dem dämlichen Dauergrinsen der falschen Maske lauert ein zutiefst gestörter Mensch, dem jede Spur von Respekt, Toleranz und Verständnis fehlen, der sich deshalb zunehmend von jeder Menschlichkeit entfernt. Wir sind hier mitten in der Genese einer neuen faschistischen Gesellschaft, die aus Massenmord Breitensport machte. Harte Worte, ich weiß – aber es vergeht kein Tag, wo nicht seltsame Subjekte neue Zieldefinitionen für vernichtungswürdige Existenz in die Gesellschaft streuen, aktuell sind „blond, nett, unauffällig“ Atribute, die gefährlich sind – so jedenfalls informiert ein Apothekenblatt (siehe Epochtimes). Noch gibt es keine all zu großes Echo auf diese vielen Versuche, dem zu vernichtenden Bösen wieder ein Gesicht zu geben – aber es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis man hier eine Formel gefunden hat, die breite Akzeptanz findet: mit „Sozialschmarotzer“ hatte man ja schon viel Hass und Vernichtungswillen ins Volk gesät, „Verschwörungstheoretiker“, „rechtsoffen“, „Sozialist (ja, der Begriff ist gerade wieder im Kommen) … der Hass versucht gerade, sein Ziel zu finden. Und die Horrorclowns sind seine Vorboten.

Sie meinen, das sind nur Beobachtungen von zwei Aussenseitern auf einer sonnigen Parkbank? Nun – stumm und unsichtbar standen 450 Wissenschaftler bei uns, die ähnliches beobachtet haben (siehe Kurier):

„Was tun gegen das zunehmend um sich greifende, vor allem auch Generationen übergreifende Gefühl der Verunsicherung, der Resignation und des Werteverlusts? Darüber diskutieren am Wochenende beim 3. Viktor Frankl Weltkongress in Wien 450 Forscher aus 35 Ländern. Univ.-Prof. Dr. Alexander Batthyany, Vorstand des Viktor Frankl Instituts und Organisator der Tagung, berichtet im Gespräch mit dem KURIER, dass Psychiater und Psychologen weltweit ein Ausmaß an Entmutigung, Verzweiflung und unbestimmter Wut in der Bevölkerung beobachten wie es zuletzt im Zuge der großen Krisen und Einbrüche des 20. Jahrhunderts beschrieben wurde.“

Ich sagte doch: Politik und Medien wissen schon längst Bescheid. Lesen Sie das ruhig nochmal: weltweit eine Flut an dunklen Gefühlen wie im Zuge der großen Krisen des 20. Jahrhunderts. Die Menschheit ist bereit, sich in eine weitere Runde Krieg und Chaos stürzen zu lassen, wie schon 1914 und 1933. Ja – da schützt auch die Staatsform „Demokratie“ nicht vor.

Entmutigung, Verzweiflung, unbestimmte Wut: da bleibt man gerne in seinen eigenen vier Wänden, bevor man das erste Kettensägenopfer eines völlig enthemmten Horrorclowns wird.

Die Ursache?

Mangelnder Respekt, mangelnde Toleranz, mangelndes Verständnis: offen demonstriert auch von angeblich „linken“ Kräften, die ursprünglich mal für die Dominanz jener Werte in der demokratischen Zivilgesellschaft standen, jetzt aber auch nur noch zu den geistlosen Horden gehören, die ihr geheimes Mantra („ich bin ja wirklich um so vieles besser als DU“) vereint singen, um ihre finsteren Gelüste irgendwann – vielleicht als Horrorclown, als SA-Sturmmann oder als SS-Henker oder wie immer man die Säuberungskommandos in Zukunft nennen werden wird – ausleben zu können: und zwar dann mit völliger Billigung der Staatsgewalt.

Jenen Menschen, die konstruktive Netzwerke des Glücks um sich weben wollen, stehen immer mehr Gestalten gegenüber, die die absolute Macht über jede Form von Netzwerken übernehmen wollen, um sich dann darin völlig ausleben zu können – nehmen wir als Beispiel einfach mal die Familie, Keimzelle unserer Gesellschaft, als besonders schützenswert geschildert und vom Aussterben bedroht.

Was solchen Familien geschehen kann – Familien, die einst Schutz vor einem gewalttätigen Vater gesucht haben – kann man aktuell nachlesen (siehe rp-online):

„Zwei Polizisten packten mich, schoben mich weg und warfen mich auf den Boden“, so Katja Warnke. Als sie „Ich will zu meinen Kindern“ gerufen habe, seien ihr Handschellen angelegt worden, und man habe sie am Boden fixiert. Ihre beiden Söhne im Alter von vier Jahren und sieben Monaten seien von zwei Vertreterinnen des Jugendamtes mitgenommen worden.“

Vier Jahre – und sieben Monate. Man weiß, dass diese traumatischen Erlebnisse die Kinder völlig zerfetzen werden – aber egal.

„Nachbar Helmut Röhr, den die Warnkes sowohl am Mittwoch als auch am Donnerstag alarmierten, will am Mittwoch ein Gespräch unter Polizisten gehört haben, wonach sie keine Handhabe hätten, da der Beschluss des Gerichts ohne Unterschrift und Siegel sei.“

Ging es nicht anders? Hätte man nicht die Großeltern hinzuziehen können? Opa ist immerhin Professor. Doch der Staat …. entschied anders:

„Auch der Verbleib der Jungen bei den Großeltern schien den Behörden nicht mehr vertretbar, weil sie sich den Ansichten ihrer Tochter anschlossen.“

Welche Ansichten bitte? Nun – wir werden es nicht erfahren.Vielleicht haben sie mit der politischen Aktivität der Mutter zu tun: der Gründung einer Mütterlobby gegen Gewalt und Trennungskriminalität (siehe RP-Online).

77845 Kinder wurden so im letzten Jahr von ihren Eltern getrennt, davor waren es noch 48 000. Rechnen Sie selbst aus, wenn Staat Familie endgültig ausgerottet hat und schon jetzt an abstrusen Alternativen bastelt – wie etwa dem Vier-Eltern-Modell der Grünen (siehe Süddeutsche).

Verständnis für die Liebe von Kindern zu ihren Eltern, Respekt und Toleranz? Fremdworte von „Sozialromantikern“. Ich warte gespannt auf die neuen Zahlen für 2016: jeder kleine, fiese Wichtigtuer kann sich zum Zerstörer von Familien aufschwingen, in dem der die Jugendamtsmaschine anlaufen läßt: und von diesen Typen gibt es viele – ganz abgesehen davon, dass manche von ihnen beim Jugendamt direkt arbeiten.

Reichen Ihnen diese Verhältnisse aus, einen aktuen Terroralarm für die Gegenwart auszurufen? Nein? Oh – ich habe noch mehr. Systematische Verwahrlosung (meine Formulierung) von Kindern in Kitas (siehe Spiegel), Veruntreuung von Arbeislosengeldern durch Mitarbeiter von Jobcenter und Sozialamt (siehe Eifel-on), hier bleibt der bundesweite Sturm der Entrüstung aus, man muss in kleinen lokalen Zeitungen suchen, um überhaupt etwas davon zu erfahren, trotz des Schadens von 250 000 Euro (13 Jahre Rente für Florida-Rolf, die ihm rechtmäßig zustand, aber missgönnt wurde). Die fortlaufenden Parteispendenskandale der Regierungspartei (siehe Spiegel) erregen kaum noch die Gemüter, dass Bahnhöfe zum Ganovenghetto werden (siehe FAZ), ist Alltag geworden, dass Füchtlingsbürgen nun 16000 Euro pro Flüchtling vom Staat selbst als Kosten aufgebrummt werden (siehe Welt): wen überrascht das noch.

Aber man versteht die Botschaft: bleib´ zu Hause und rühr´ Dich nicht, denn vor der Tür … herrscht Terror.

Ich könnte die Liste noch endlos fortsetzen – und wäre noch lange nicht bei den Themen, die offiziell als „Terror“ bezeichnet werden. Wissen Sie, wie Wikipedia Terror definiert (siehe Wikipedia):

Der Terror (lat. terror „Schrecken“) ist die systematische und oftmals willkürlich erscheinende Verbreitung von Angst und Schrecken durch ausgeübte oder angedrohte Gewalt, um Menschen gefügig zu machen.

So einfach ist das. Und fängt damit an, dass die frisch geoutete Veganerin entsetzt ihr nun ungenießbares Gemüse von sich stößt, weil ich Tischnachbar ein Schnitzel isst: Terror um andere gefügig zu machen fängt ganz leise an … und schaukelt sich auf in einem Land, dass einen akuten Mangel an Geisteswissenschaften hat.

Schauen Sie sich mal um. Wer besucht Sie noch, ohne ihren Job, ihre Einrichtung, ihre Ernährungsgewohnheiten, ihre Kinder, ihre Freizeitaktivitäten, ihren Lebensstil und was weiß ich nicht noch zu kritisieren – gerne auch verdeckt um fünf Ecken? Mit wem kann man noch zusammen arbeiten, ohne so angegangen zu werden – oder überhaupt zusammen leben?

Atomisierung der Gesellschaft nennt man das dann (siehe zeitverein): und wir könnten sie leicht stoppen – wenn wir als Netzwerker des Respekts, der Toleranz und der Kunst des Verstehens auftreten würden. Aber mal ehrlich: wer würde sich das trauen?

Man hätte ja wirklich nichts mehr, auf das man herunterschauen kann, um darauf herabzusehen und sich dann besser zu fühlen, weil man auf einmal oben ist.

Und wer im Zeitalter der maximal aufgeblasenen Superegos mit minimalem Inhalt kann da noch drauf verzichten?

Sie glauben mir immer noch nicht? Sie stören sich am „Gewaltbegriff“?

Schauen Sie sich einfach mal Ihre Beziehung an (in der ja immer weniger Menschen leben – aus guten Gründen) … und überlegen Sie mal ganz genau, wie man mit Liebes- und Aufmerksamtkeitsentzug Gewalt über Sie ausgeübt hat .. und Sie so gefügig machte. Machen Sie gleiches im Arbeitsleben – dort ist die Gewalt leichter zu erkennen. Wieviel Lob und Respekt bringt Ihnen Ihr Nachbar entgegen? Wo haben Sie noch Sphären, wo nicht die Spiele der Erwachsenen gespielt werden – vor allem das: „meins ist besser als deins“.

Oder: mein Kind ist geiler als Dein Kind. Da gibt es ein lustiges Lied zu … das Sie bitte selber suchen.

 

 

 

 

 

Deutschland im Amok- und Terrorfieber – Über die Turbo-Radikalisierung von fernsehenden Reihenhausbürgern in Zeiten des Turbo-Kapitalismus

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„So eine Woche habe ich noch nicht erlebt“, stammelt Bayerns Innenminister Herrmann auf einer Pressekonferenz in Hinblick auf die Anschlagserie der letzten Woche. Dass zusätzlich noch der Stolz Herrmanns gekränkt wurde, indem das Landgericht Karlsruhe einem deutsch-ghanaischen Anwalt zugebilligt hat, dass er den Bayerischen Innenminister ungestraft als „ganz wunderbares Inzuchtsprodukt“ bezeichnen darf (siehe taz), ist da inmitten der aktuellen Blutbadserie nur eine Randmeldung wert.

Wir wollen das Wort „Inzucht“ trotzdem als Ariadnefaden behalten, um uns durch das blutige Labyrinth des Minotaurus zu manövrieren. Denn wenn wir nicht an der Oberfläche bleiben wollen, müssen wir einige grundlegende Fragen stellen:

Welchen Elementen bietet das derzeitige marktradikale („neoliberale“) Treibhausklima optimale Wachstumsbedingungen? Welche Charaktere züchten wir in unserer Arbeits- und Ausbildungswelt heran? Warum werden die Gewächse bzw. die Absolventen unserer scheinbar so hochqualifizierten und hocheffizienten Schulen und Universitäten plötzlich von Schwarzschimmel befallen und überziehen ihre Umgebung mit einem tödlichen Pelz?

Wer sich mit Umweltmedizin beschäftigt, der weiß, dass Schwarzschimmel nur unter ganz bestimmten Luftfeuchtigkeits-, Temperatur- und Nährstoffbedingungen wächst. Sind diese Bedingungen gegeben, dann benötigt Schimmel weniger als eine Woche, bis er anfängt zu wachsen und das Haus unbewohnbar zu machen – Blitzradikalisierung par excellance also. Obwohl, und das wissen die wenigsten, Schimmel in den meisten Fällen für das Auge unsichtbar bleibt und oft erst nach Jahren oder gar nicht aufgedeckt wird. Viele Menschen werden daher in einer scheinbar blitzsauberen, aber unsichtbar verschimmelten Wohnung krank, ohne zu wissen warum. Nur wenn die Schimmelkultur bis in ihre Blüte bzw. Sporenbildung kommt, wird der Befall für das Auge sichtbar. Experten wissen daher, dass sichtbarer Schwarzschimmel nicht mehr ist als die Spitze des Eisbergs und ein viel tiefgehender Schaden an der Bausubstanz vorliegt, in den meisten Fällen ein unerkannter Wasserrohrbruch oder eine Wärme-/Kältebrücke.

Bevor wir uns den tieferen Ursachen des aktuellen Fiaskos widmen, zunächst noch einmal kurz zurück an die Oberfläche des Schwarzschimmelpelzes: Aktuell schlägt den Migranten eine Welle der pauschalen Empörung entgegen: Wie war es möglich, dass Flüchtlinge, die allen Grund zum Dank hätten, dass Deutschland ihnen Aufnahme, Ausbildung und Unterkunft gewährt hat, sich auf solch desaströse Art revanchieren?

Auch die Schäubles, Merkels und sonstigen Herrmänner sind ratlos. Sogar Konstantin Wecker, der stets eine Lanze für die Willkommenskultur gebrochen hat, schreibt, dass er bei den Nachrichten über Amok laufende Flüchtlinge für Momente das Gefühl gehabt habe, die Flüchtlinge fielen ihm nun in den Rücken bei seinen Versuchen, öffentlich für ihre Rechte einzutreten.

Wieso dieser Hass und Vernichtungswille? In einem Wohlstandsland, in dem allen Bürgern – zumindest solange sie gerade nicht malochen – das Frei- bzw. Billigbier fließt und es Unterhaltung nonstop bis zum Abwinken gibt?

Mangels anderer Erklärungsansätze verengt sich die aktuelle Diskussion derzeit meist auf zwei Erklärungsansätze bzw. Etiketten, die man den Amoktätern umhängt: geistesgestörter Einzeltäter oder islamistischer Terrorist. Wie der Gefängnispsychologe Götz Eisenberg ausführt, kann sich in beiden Fällen die Gesellschaft von Verantwortung freisprechen und sagen: Der Mann ist wahnsinnig oder er handelt im Auftrag des IS. Wenn alle Erklärungen versagen, da der Täter bisher ein biederes Musterleben in einer Musterfamilie in einem Musterreihenhaus geführt hat, dann ist das eben ein typischer Fall von Selbstradikalisierung, vorzugsweise Selbstradikalisierung im Blitztempo, so wie beim Attentäter von Nizza, der sich innerhalb von 14 Tagen selbstradikalisiert und zum Dschihadisten gewandelt haben soll.

In seinem jüngsten Essay (siehe Nachdenkseiten) nähert sich Götz Eisenberg in gleichermaßen ruhiger wie treffsicherer Weise an den Kern der derzeitigen Misere an. Man erspart sich durch das Lesen dieses bereits sehr tiefschürfenden Artikels das Lesen unzähliger anderer sogenannter Expertenmeinungen. Eisenberg führt darin aus, wie Attentäter oft nicht morden, weil sie sich dem Dschihad zugewandt haben, sondern dass sie sich dem Dschihad zugewandt haben, weil sie morden wollten. Wie eine neoliberal-nihilistisch-technokratisch konditionierte Gesellschaft immer mehr „radikale Verlierer“ produziert, die sich abgehängt und in permanenter Frustration fühlen. „Menschen, die vom heiligen Markt als überzählig ausgespuckt werden und wie Fische auf dem Trockenen liegen.“ Und schließlich, wie Amoktäter, die teilweise in imitiertem, gebrochenem Arabisch „Allahu akhbar“ rufen, sich der IS-Chiffre nur bedienen, um gewissermaßen als Teil einer „weltumspannenden Hass-Föderation“ erweiterten Suizid zu verüben. Es lohnt sich, diesen etwas längeren Artikel zu studieren, man sieht danach klarer.

Auch der französische Politologe Olivier Roy kommt zum Schluss, dass nicht die Radikalisierung des Islam heute das größte Problem sei, sondern dass sich Radikalität an sich immer öfter islamistisch kostümiere. Die Ideologie des IS, laut Roy zurzeit das „radikalste Produkt auf dem Markt“, komme diesen Menschen gerade recht, um ihre Wahnsinnstat zu etikettieren und in einer vermeintlich weltumspannenden Guerillagemeinschaft wider die westliche Welt in einen größeren Kontext zu stellen. In Wirklichkeit seien die Attentäter Produkte einer zutiefst gespaltenen und ausbeuterischen Gesellschaft, die an ihren Rand gedrängt, der Kriminalität und Destruktivität verfallen.

Indes kündigen unsere Politiker bereits Jugendschutz- und Entradikalisierungsmaßnahmen an. Was die Folge davon sein wird, ist jetzt schon klar: Ethnische und religiöse Minderheiten wie die Roma, Zeugen Jehovas etc. werden noch mehr an den Rand gedrängt und mit Projektionen und Repressionen behäuft als bisher. Die Wut und der Hass der Bevölkerung über die eigentlich ungreifbare Bedrohung wird sich an einigen Minderheiten entladen – während die eigentliche gesamtgesellschaftliche Radikalisierung bzw. der vorgenannte Schwarzschimmelbewuchs weiterhin ungehemmt voranschreiten kann. Die Strategie, Sündenböcke bereitzustellen, auf die der gemeine Bürger unter Duldung der Justiz weitgehend ungestraft einschlagen kann, hat sich schon seit jeher bewährt, wenn es darum ging, kollektive Wut – die schließlich zu einer Änderung der etablierten Machtverhältnisse hätte führen können – zu kanalisieren. Auch im Dritten Reich konnte auf diese Weise von dem eigentlich unhaltbaren wirtschaftlichen, sozialen und weltanschaulichen Bankrott eines Systems abgelenkt werden, indem man die Schuld für die gesamtgesellschaftliche Krise den Juden, den Roma und ein paar weiteren Randgruppen gab.

Aber wenn wir schon über Entradikaliserungsprogramme reden: Wer kümmert sich eigentlich um die Entradikalisierung unserer Politiker? Ist die weltanschauliche Gesinnung mancher Politiker heute nicht bereits ebensoweit ins Radikale abgeglitten, dass Verelendung und sogar Vernichtung von Menschenmengen größeren Ausmaßes zu befürchten ist?

Ist es nicht ebenso eine radikale Weltsicht, wenn z.B. Wolfgang Schäuble, also eine an der Spitze der Machtpyramide unserer Gesellschaft stehende Person, in einem ARD-Interview sich selbst beschreibt als jemanden, der „abgehärtet ist in einem langen bösen Leben“? (Quelle: ARD-Mediathek – dort nur noch bis 24.8.2016 verfügbar). Muss man angesichts der Verbitterung und womöglich sogar leisen Todessehnsucht, die man aus solchen Worte ahnen könnte, nicht Gänsehaut am Rücken bekommen?

Würde ein Flugzeugpilot solche Worte sprechen, man würde ihn wegen Verdachts auf akute Lebensmüdigkeit und implizite suizidale Tendenzen wohl umgehend aus dem Verkehr ziehen. Dass man von Schäuble trotzdem kein psychologisches Attest eingefordert hat, wird sich womöglich aus zukünftiger Perspektive bitter rächen. Nicht, dass so jemand bewusst eine Katastrophe herbeiführen würde wie z.B. der Germanwings-Pilot Andreas L., aber wie Sigmund Freud schon festgestellt hat, „ist das Unterbewusste immer schlauer“ – womit er meinte, dass sich immer die untergründige Motivlage eines Menschen als Resultat durchsetzt und nicht das, was er in seinem intellektuellen Oberstübchen bekundet. Wenn z.B. jemand bei einer Heirat vor dem Altar oder zu einem Vertrag „Ja“ sagt, aber untergründig ein „Nein“ in sich trägt, dann wird sich dieses Nein irgendwann durchsetzen und Früchte tragen.

Wie werden wohl die Früchte der Politik eines Menschen sein, der das Leben als „lang und böse“ ansieht? Die Griechen haben dies jedenfalls bereits am eigenen Leib zu spüren bekommen: Nach eiserner Durchsetzung der Troika-Weisungen ist dort die Säuglingssterblichkeit um 43% gestiegen, die Suizidrate um 27%, Krankenhäuser kollabieren, vier von zehn Kindern leben in Armut. Dessen unbekümmert wurde lt. ORF-Bericht unter Schäubles Ägide dafür gesorgt, dass von 100 Euro Griechenlandhilfe nur 1,80 Euro im echten Leben, also in Krankenhäusern, Infrastruktur und Schulen ankommen, während die übrigen 98,2 Euro mit Zinsen direkt zurück an die Großbanken gingen. – Eigentlich war das In-die-Mangel-Nehmen von Griechenland ein sinnloser und gemeinschädigender Akt, was laut dem ehem. Finanzminister Varoufakis für seine Verhandlungspartner auch vollkommen einsichtig war. „Und dann schauen dir sehr mächtige Personen in die Augen und sagen: »Sie haben recht mit dem, was Sie sagen, aber wir werden Sie trotzdem zerquetschen.“ (seltsamerweise wurde dieses geschichtsträchtige Zitat in keinem einzigen unserer Leitmedien abgedruckt, sondern findet sich nur in alternativen Medien oder kleinen sozialistischen Blättern).

Seitdem findet in Griechenland täglich ein stilles Gemetzel statt, zwar weniger blutig und spektakulär als die Attentate in München oder Nizza, aber mit noch ungleich mehr Todesopfern und Elend im Gefolge. Noch viel desaströser wirkt sich die transatlantisch verbrückte Politik der angeblichen Verteidiger der europäischen Demokratie – denen Varoufakis das „völlige Fehlen demokratischer Skrupel zugunsten kalter Machtpolitik“ bescheinigt – im Nahen Osten und Nordafrika aus, von wo aus letztes Jahr eine Millionenschaft an Flüchtlingen zu uns geströmt ist, um ein neues Leben anzufangen.

In euphorischer Erwartung „einer Grundlage für das nächste deutsche Wirtschaftswunder“ (Daimler-Chef Dieter Zetsche) ließ die deutsche Bundeskanzlerin, akkordiert mit einer Kampagne der BILD-Zeitung und sämtlichen anderen relevanten Leitmedien, eine Willkommenskultur und das Ende der Schengen-Grenzen ausrufen. Unter den neu einströmenden Humanressourcen sollte sich eine große Anzahl gut ausgebildeter Ärzte und Ingenieure befinden. Wie die Länder, die gerade um ihre qualifiziertesten Fachkräfte ausgeblutet werden, ohne Ärzte und Ingenieure ihre zerstörten Krankenhäuser, Wasserleitungen und Straßen wieder aufbauen sollen, fragte angesichts des in Aussicht sehenden neuen Wirtschaftswunders im Oktoberfestland kaum jemand. Unter einem Kraftakt von Bevölkerung und Administration wurden dann quasi über Nacht über 1,5 Millionen Flüchtlinge bei freier Kost, kassenärztlicher Versorgung und Schulbildung einquartiert. Die Chefs von Siemens, Porsche und Post überboten sich des Lobes für die neu ankommenden Humanressourcen und drängten die Politik, ihnen nach einer kurzen Einführung in „westliche Werte“ möglichst rasch Jobs geben zu dürfen. Und jetzt quasi als Dank ein von blutigem Terror erschüttertes Europa? – Am Stammtisch versteht man die Welt nicht mehr.

Viele der Amokläufer sind durchwegs jung, manche fast noch Kinder. So wie der 17jährige Axt-Attentäter von Würzburg Riaz A., der bis zu seiner Tat als Musterflüchtling galt, bei einer deutschen Pflegefamilie scheinbar beste Start- und Ausbildungsbedingungen genoss und dennoch in seinem Bekennervideo diese verstörenden Sätze voller Hass sprach (Auszug aus Video/SPIEGEL TV: „Ihr könnt sehen, dass ich in eurem Land gelebt habe und in eurem Haus … und in eurem eigenen Haus werde ich euch abschlachten.“) Im vorgenannten Spiegel-Video zeigt sich auch der Bürgermeister, der den Täter kurz vor der Tat noch auf dem Pfarrfest begrüßt hatte, vollkommen verdutzt, wie mit Riaz K. eine solche Wandlung geschehen konnte.

Auch der 18jährige David S., der vor dem Münchner Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen erschossen hat, ging eine rätselhafte Metamorphose durch. In einem weiteren SPIEGEL TV-Bericht kann man seine Wandlung von Superhelden zum Amokläufer bildhaft mitverfolgen. In der Online-Community figurierte er zunächst unter dem Namen „Neo“, gepaart mit einem Bild von Kenau Reeves. Er hatte also ursprünglich jenen Menscheitshelden vor Augen, der im Film „Die Matrix“, eine von Maschinen geknechtete Menschheit wieder aus dem Abgrund befreit. Zuletzt hatte er jedoch die Identität des Neo verworfen und figurierte im Netz nur noch unter dem Pseudonym „Hass“. Auch das Profilbild hatte er verändert: Statt dem Heroengesicht des „Neo“ gab er der Community nun eine schwarze, in sich zusammengekauerte Gestalt ohne Gesichtszüge zu sehen.

Eine Vielzahl von ähnlichen Fällen an Radikalisierung, in denen unscheinbare, äußerlich bestangepasste Schüler plötzlich ein Massaker an Lehrern und Mitschülern anrichten, finden sich in Götz Eisenbergs Buch mit dem bezeichnenden Namen „Gewalt, die aus der Kälte kommt“ – dort auch vollkommen ohne Migrationshintergrund. Denn bei unserer Betrachtung sollten wir nicht den Fehler begehen, unsere Wut nun in die falsche Richtung bzw. auf die Migranten zu lenken. Das würde uns von der berechtigten Wut auf die wirklichen Krankheitswurzeln unseres politisch-ökonomischen Systems ablenken und uns menschlich spalten. Denn in Wirklichkeit sind die Migranten genauso Spielbälle ökonomisch-politischer Interessen wie wir Inländer. Insofern hätten wir also allen Grund, um zusammenzuhalten. Während jedoch durch das Anzünden von Asylheimen und das Bilden von Bürgerwehren geradewegs verhindert wird, dass die Menschen dieser Welt in einer entscheidenden historischen Zeit gemeinsam an einem Strang ziehen und gegen den Marktradikalismus („Neoliberalismus“) protestieren.

Man stelle sich vor, jemand flüchtet aus einer elenden, zerbombten und vergifteten Heimat auf einen neuen Kontinent, der ihm bisher in Büchern bzw. Flachbildschirmen als reines Paradies erschienen ist. Er hat dann alles auf eine Karte gesetzt, sein Haus verkauft und die erhaltenen Jetons in eine Schlepperbande investiert, sein Leben auf einer gefährlichen Fahrt über das Mittelmeer oder die Balkanroute riskiert (hier ein lesenswerter Erlebnisbericht eines auf hoher See gekenterten Überlebenden), und während dieser Überfahrt womöglich auch einige Familienmitglieder oder Freunde verloren. Der letzte Strohhalm seiner Hoffnung war das gelobte Deutschland, von dem Merkel suggerierte, dass man es dort bloß über die Grenze schaffen müsse, dann wäre alles gut.

Nun hat er es über ebendiese Grenze geschafft, aber siehe da: Gar nichts ist gut, der Glanz der über das Smartphone vermittelten Werbewelt des westlichen Mekkas ist dahin – das einzige, was in diesem Kommerzmekka glänzt, sind die SUVs und die omnipräsente Unterhaltungselektronik. Eine Zeitlang legt er sich voll ins Zeug und versucht, auch unsere Sprache zu lernen, auf LED-Flachbildschirmen herumzuwischen und Anschluss zu finden, aber irgendwie wird es nichts so richtig, er bleibt ein Underdog, muss eine missachtete Randexistenz führen, wird sogar gemobbt, so wie es der Amokläufer David S. kurz vor seinem Gestelltwerden durch die Polizei mit seinen letzten Worten lauthals beklagt hat (siehe SPIEGEL TV).

Der Neuankömmling im gelobten Land muss erleben, dass in einer Gesellschaft, unter deren Jugend laut soziologischer Studien „Du Opfer!“ neben „Du Wichser!“ das gängigste Schimpfwort geworden ist, es für Opfer wie ihn leidlich wenig Pardon gibt. Dass die von Medien wie BILD & Co. im Chor mit den Konzernen – in Erwartung eines nächsten, dank billiger Arbeitskräfte katalysierten Wirtschaftswunders – ausgerufene „Willkommenskultur“ nur gefakt war. Dass hier im Vergleich zu seiner Heimat im Großteil des Jahres nicht nur das Wetter arschkalt ist, sondern auch die soziale Atmosphäre unter den Gefrierpunkt gesunken ist und er sich durch eine eisige Gletscherlandschaft bewegen muss. Dass im einstigen Land der Dichter und Denker heute fast jeder Aspekt des Lebens dem Kommerz zum Fraß vorgeworfen wurde und wahre Humanität aus politisch-ökonomischer Sicht nur lästiger Sand im Getriebe einer gnadenlos auf höchste Effizienz getrimmten Technokratie darstellt. Eine Gesellschaft, in der man für Gutmenschen im besten Falle ein mitleidiges Lächeln, meist jedoch schiere Aggression übrig hat (dass neben „Du Opfer!“ und „Du Wichser!“ heute laut laut Bericht im Focus auch „Du Goethe!“ zu einem der übelsten Schimpfwörter unter Jugendlichen avanciert ist, habe ich zuvor vergessen zu erwähnen. Man weiß dann, auf welchem Niveau das Kulturgut, das Deutschland einstmals von den USA und vom Kongo unterschieden hat, heute rangiert).

Der Migrant merkt mehr oder weniger schnell, dass seine Zukunftsaussichten in solch vergletscherter marktradikaler („neoliberaler“) Landschaft in Wirklichkeit die gleichen sind wie daheim: Dass er sich als unterbezahlter Tagelöhner verdingen wird müssen, der trotz rückhaltlosen Verschleißes seiner Gesundheit zuwenig zum Leben und zuviel zum Sterben besitzt, während sich einzelne Warlords (hierzulande nicht mit Patronengürteln und Granaten gewappnet, sondern fein herausgemausert in Nadelstreif und bestückt mit bloßer Hugo Boss-Titankugelschreibermine und Smartphone) dick und dämlich verdienen.

Dass hier im vermeintlich gelobten Land Bullshitjobs warten, an denen sogar die gut situierten und von ihrer Kindheit an an das marktradikale („neoliberale“) Klima getrimmten Eingeborenen mittlerweile zermürben und ins Burnout abzudriften drohen – wobei Burnout nichts Flammendes oder Heldenhaftes ist (von einem Betriebsarzt weiß ich, dass es in vielen Firmen immer noch als „Verwundetenabzeichen der Leistungsgesellschaft“ angesehen wird und man zumindest ein „kleines Burnout“ vorweisen sollte, um zu beweisen, dass man im Job alles gegeben hat), sondern man es, wie mir eine Psychotherapeutin erklärt hat, lieber ganz unpathetisch als „Erschöpfungsdepression“ bezeichnen sollte.

An gleichermaßen naiven wie brandgefährlichen Maßnahmenforderungen aus dem pragmatischen Eck der Herrmänner mangelt es natürlich nicht. Reflexartig wird z.B. der Einsatz der Bundeswehr im Inneren gefordert (als ob man mit der Feuerkraft von Panzern und Kampfjets einen Rucksackbomber daran hindern könnte, auf einen Knopf zu drücken) oder der weitere Abbau der Grundrechte und Ausbau der Totalüberwachung (wir kommen gleich noch darauf zurück). Aber lassen wir das, wir werden schon wieder oberflächlich und haben Tiefgang versprochen.

Halten wir uns also nicht mit Oberflächlichkeiten auf, diese bekommen wir über die Leitmedien gerade im Überfluss serviert. Eisenberg schreibt dazu in seinem Buch „Gewalt, die aus der Kälte kommt“:

„Die unter die „Diktatur der Einschaltquote“ geratenen Medien leben von Sensationen wie dem Massaker von Erfurt. Es scheinen die giftigen Sekrete der Medien zu sein, die den „Amok-Virus“ auf Empfänger übertragen, deren Immunsystem geschwächt ist und die infolgedessen für Ansteckung anfällig sind.“

Lassen wir die Boulevardmedien, die Herrmänner und eitle „Inzucht“-Kontroversen also einmal hinter uns und gehen wir in medias res.

Sigmund Freud, der Vater der Psychoanalyse, hat neben der Erforschung seines Hauptthemas, dem als „Libido“ bezeichneten Lebenstrieb, in seinem Alter zunehmend auch das Gegenteil dieses Lebenstriebs thematisiert: „Thanatos“, den Todestrieb. Laut Freud schlummert „Thanatos“ als destruktives Gegenprinzip in jedem Menschen, kommt jedoch erst dann zum Ausbruch, wenn der natürliche Lebenstrieb frustriert wird.

So ähnlich also wie ein Herpes-Virus, der im Nervensystem fast aller Menschen schlummert, jedoch vom gesunden Immunsystem normalerweise in Schach gehalten wird. Erst wenn das Immunsystem durch Stress geschwächt ist, nützt der in den Nervenkanälen verschanzte Herpes-Virus seine Chance und kommt in Form unappetitlicher Eitergeschwüre an die Oberfläche.

Dass auch ein aktuell geforderter Ausbau der Bürgerüberwachung keineswegs zur Lösung des Terror- bzw. Amokproblems führen wird, sondern ganz im Gegenteil, das gesunde Immunsystem des Menschen bzw. seine psychische Kondition noch mehr schwächen und damit die Affinität für den Ausbruch entzündlicher Symptome erhöhen würde, wird im aktuellen politischen Diskurs leider wenig bedacht. Denn Überwachung ist eigentlich etwas dem gesunden Menschsein diametral Entgegengesetztes: Jeder Mensch, der in Beruf oder im Privatleben überwacht wird, weiß, dass er sich unter diesem Misstrauensvorschuss nicht wirklich entfalten kann. Er hasst dies bzw. seinen Vorgesetzten dafür und wünscht sich sogar unbewusst den Untergang derjenigen Institution, die ihn überwacht. Ist der Staat diejenige Institution, die den Menschen in Stasi-Manier überwacht, dann steht es um den Zusammenhalt und die Zukunft dieses Staates nicht gut.

Da der Mensch auf Freiheit und Verantwortung hin ausgelegt ist, bewirkt der Aufbau einer diese spezifisch-humanen Eigenschaften immer mehr bedrückenden Überwachungsmaschinerie selbst eine höchst ungesunde Atmosphäre, in welcher Ängste und Depressionen induziert werden und in welcher sich schwache Charaktere leichter zu irrationalen Handlungen hinreißen lassen.

Doch zurück zu Freuds Todestrieb „Thanatos“. Halten wir nochmals die These fest: Wenn der natürliche Lebenstrieb des Menschen frustriert wird, dann ergreift „Thanatos“, der Todestrieb, die Regie mit dem unheimlichen Drang, sich und möglichst die gesamte – als unwert, da sinnlos erlebte – Existenz um sich herum in den Abgrund zu reißen.

Und genau diese Dramatik ist aktuell bei vielen jungen Menschen zu beobachten. Sie bringen von ihrer inneren Anlage eigentlich eine geballte Ladung an Kraft und neuem Potential mit, mit dem sie die Welt in individueller Weise ein Stück weit verändern und in positiver Hinsicht bereichern wollen – Viktor Frankl nennt diesen zentralen menschlichen Impuls den „Willen zum Sinn“. Nun wird aber unter den gegenwärtigen, ganz auf Technokratie und Kommerz ausgerichteten gesellschaftlichen Bedingungen dieser Wille zum Sinn laut Frankl permanent frustriert.

„Aber der ‚Mensch auf der Suche nach Sinn‘ wird unter den gesellschaftlichen Bedingungen von heute eigentlich nur frustriert! Und das rührt daher, dass die Wohlstandsgesellschaft bzw. der Wohlfahrtsstaat praktisch alle Bedürfnisse des Menschen zu befriedigen imstande ist, ja, einzelne Bedürfnisse werden von der Konsumgesellschaft überhaupt erst erzeugt. Nur ein Bedürfnis geht leer aus, und das ist das Sinnbedürfnis des Menschen – das ist sein „Wille zum Sinn“, wie ich ihn nenne, das heißt, das dem Menschen zutiefst innewohnende Bedürfnis, in seinem Leben oder vielleicht besser gesagt in jeder einzelnen Lebenssituation einen Sinn zu finden – und hinzugehen und ihn zu erfüllen.

(…)

„Jede Zeit hat ihre Neurose und jede Zeit braucht ihre Therapie. Tatsächlich sind wir heute nicht mehr wie zur Zeit von Freud mit einer sexuellen, sondern mit einer existenziellen Frustration konfrontiert. Und der typische Patient von heute leidet nicht mehr so sehr wie zur Zeit von Adler an einem Minderwertigkeitsgefühl, sondern an einem abgründigen Sinnlosigkeitsgefühl, das mit einem Leeregefühl vergesellschaftet ist – weshalb ich von einem existenziellen Vakuum spreche.“ (V.E. Frankl)

Wird allerdings der Sinn des Lebens und des Menschseins frustriert oder von vornherein geleugnet, so wie dies derzeit in unseren Schulen und Universitäten de facto gelehrt wird (lt. unbestrittener herrschender Lehrmeinung sind Mensch und Welt nur geistlose, somit der reinen Effizienz und ökonomischen Verwertbarkeit unterworfene Kohlenstoffagglomerate – eine heute achselzuckend hingenommene Weltanschauung, die ihrem Wesen und auch ihren ganz realen Folgewirkungen nach in Wirklichkeit nicht minder radikal und zerstörerisch ist als diejenige der islamistischen Fundamentalisten ), dann gerät der Mensch in innere Verzweiflung. Mittlerweile konstatiert Regisseur David Schalko „Perversion als letzten Ausdruck der inneren Verzweiflung“ – eine optimale Kondition also, in der der Schimmelpilz des „Thanatos“ gedeihen und zur Blüte gelangen kann.

Dass eine Kondition geschaffen wurde, in der „Thanatos“ mit seinen Amok-/Terrorgeschwüren wie in einem Treibhaus gedeihen kann (so wie plakativ anhand der vorgenannten Mutation des Profilbildes des Attentäters David S. vom Helden „Neo“ zur Schattenfigur „Hass“ ersichtlich), sollte bei uns eigentlich alle Alarmglocken läuten lassen. Es ist insbesondere deshalb eine Schande, da wir in unserem europäischen Kulturgut alle notwendigen Requisiten hätten, um ein wirksames Gegengift gegen den technokratisch-nihilistischen Wahnsinn, der alle Grundlagen unserer Zukunft zu verschlingen droht, zu brauen.

Wir tun es jedoch nicht, sondern huldigen weiterhin bedingungslos dem neoliberalen Mammon, obwohl wir mittlerweile schon erkannt haben, dass er uns wie einen Lemmingzug in den Grand Canyon führt. Im Gegenteil, den herrschenden Polit- und Wirtschaftsmächten kommt die Terrorangst in Wirklichkeit sehr gelegen, denn so lässt sich jede Diskussion über eine Neuordnung der gesellschaftlichen und ökonomischen Verhältnisse verdrängen. Denn nach der 2008er-Krise waren wir kurz davor, einige grundsätzliche Fragen zu diskutieren. Das geht nun im allgemeinen Chaos und Rauch unter. Man hat jetzt wieder ein Feindbild, das ein in Wirklichkeit zerrissenes und jeder Nachhaltigkeit spottendes System vordergründig wieder eint: Den Terror bzw. den IS.

Derzeit werden wir alle mobilisiert und eingeschworen auf den „Krieg gegen den Terror“. Der Eifelphilosoph hat bereits darauf hingewiesen, was die Ausrufung dieses Krieges für unsere nähere Zukunft bedeutet (siehe Nachrichtenspiegel). Auch Götz Eisenberg resümiert in seinem vorgenannten Artikel, dass der Kollateralschaden dieses Krieges darin bestehen wird, dass ihm Rechtsstaat und Demokratie zum Opfer fallen. Roland Rottenfußer, Redakteur des Webmagazins „Hinter den Schlagzeilen“, warnt ebenfalls: „Bestimmte Kräfte warten doch nur darauf, den Umbau zuvor freier Gesellschaften in Polizei-, Überwachungs- und Angstgesellschaften bei jedem gegebenen Anlass voranzutreiben. Wir dürfen ihnen das nicht durchgehen lassen.“

Nachsatz:

Innerhalb der vorgenannten Sinnkrise und der Flut an täglichen Schreckensnachrichten, von Marcuse als „Normalisierung des Grauens“ bezeichnet, stellt sich natürlich die Frage, was der einzelne Mensch im derzeitigen Teufelskreis tun kann.

Zunächst ist eine bewusste Dosierung im Nachrichtenkonsum anzuraten. Wie auch Götz Eisenberg anmahnt, „verschlingen wir unentwegt eine derart hohe Dosis an Dramatik, dass wir jede Fähigkeit zur Verarbeitung und Wahrnehmung einzubüßen drohen. (…) Die Fülle der Nachrichten wird zum Widersacher der Wahrheit, unsere Aufnahmefähigkeit und Verarbeitungskapazität kollabiert unter dem Ansturm schrecklicher Bilder.“

Auf der anderen Seite gilt es heute umso mehr, dasjenige aufzubauen, was Viktor Frankl als das „Spezifisch-Humane“ bezeichnet hat. Das ist derjenige menschliche Faktor, der zwar unwägbar ist, aber uns schlichtweg ausmacht. Jeder kann in seinem privaten oder beruflichen Umfeld zigtausenden Menschen etwas von dieser Qualität vermitteln, auch wenn er äußerlich keinen augenscheinlichen Handlungsradius oder Entscheidungskompetenz hat. Bereits durch die Art und Weise, wie er im Supermarkt in der Schlange steht (ungeduldig oder humorvoll, ruhig) und wie er andere Menschen auf der Straße anblickt, übt er eine soziale Wirkung auf den Gesamtorganismus der Gesellschaft aus. Joseph Beuys hat dies als „soziale Plastik“ (von ‚plastisch‘ = formbar) bezeichnet. Es gibt zahlreiche Berichte, dass Menschen, die einen Suizid vorhatten, diesen destruktiven Gedanken wieder verworfen haben, nachdem ihnen am Gehsteig nur für Sekundenbruchteile ein Mensch in die Augen geblickt hat, der etwas Ehrliches, Mitfühlendes oder Hoffnungsvolles ausgestrahlt hat.

Vielleicht ist es also auch nicht vermessen, sich vorzustellen, dass ein frustrierter junger Mensch, der innerlich mit einer Gewalttat liebäugelt, diesen Gedanken des Thanatos wieder verwirft, nachdem er einem Menschen begegnet, der von seiner Wesensart her etwas Spezifisch-Humanes ausstrahlt oder ein freundliches Wort zu ihm spricht.

Auch wenn uns das nicht beigebracht wurde, aber die Möglichkeiten jedes Einzelnen sind hierbei groß und man darf auch auf diese dem Menschen eigenen Fähigkeiten vertrauen. Sie sind in Wirklichkeit das einzige, was uns in den auf uns zukommenden Zeiten einen Anker geben kann.

Ebenso, wie die Entfaltung der spezifisch-humanen Qualität in seinem individuellen Leben – diese Qualität ist bei jedem Menschen anders gefärbt und daher niemals ersetzbar und auch niemals langweilig– in Wirklichkeit die größte Revolution und der tiefste Dolchstoß ist, den man dem morschen Baum des retardierenden Wahnsinns, den man uns heute zur Normalität erklären möchte, verpassen kann.

Am Bösen also nicht bitter werden, sondern reif. Obwohl die Zukunftsaussichten wenig rosig sind, kann uns die eskalierende Krise die Augen öffnen, um dem Wahnsinn die Stirn zu bieten und ihm wieder eine Wendung zu geben. Dazu braucht es natürlich auch Galgenhumor. Ganz im Sinne von Yamaoka Tesshu, einem japanischen Samurai:

„Wenn sich zwei Schwerter treffen, gibt es kein Entrinnen.

Schreite gelassen voran,

wie eine Blüte im tosenden Flammenmeer erblüht

und durchstoße energisch die Himmel!“

 

München, Ansbach, Reutlingen – die Wahrheit hinter den Anschlägen

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Montag, 25. Juli 2016. Eifel. Ich hoffe, Sie sind noch auf dem Laufenden? So – anschlagstechnisch? 19.7., Würzburg: ein siebzehnjähriger Afghane greift Mitmenschen mit einer Axt an. München, 22.7.: ein 18-jähriger, deutsch-iranischer AfD-Fan erschießt wahllos Passanten, die meisten davon ohne arischer Bioherkunft. Zehn Menschen sterben, die bundesdeutsche Bevölkerung lernt zum wiederholten Male, dass die Sicherheit im öffentlichen Raum nicht mehr gegeben ist. Reutlingen, 24.7. – ein 21-jähriger Syrer tötet eine schwangere Frau (momentan kann eine Beziehungstat nicht ausgeschlossen werden, siehe Zeit, der Täter war zuvor schon als gewalttätig bekannt – siehe Spiegel), ebenfalls 24.7.: ein siebenundzwanzigjähriger Syrer sprengt sich in einer Menschenmenge in die Luft. Bislang keine Toten.  Nur eine einzige Woche hat die Parole der Bundeskanzlerin („Deutschland geht es gut“) als Lüge entlarvt – falls einem das nicht schon zuvor klar war. Die Reaktionen auf diese Taten? Der Hass nimmt zu, überall, bei jedem.

Der Täter in Reutlingen wurde von einem BMW-Fahrer zur Strecke gebracht – er hat ihn einfach mit seinem Auto gerammt. So geht Lynchjustiz – aber diesen Aspekt nehmen wir kaum noch wahr, so selbstgefällig beurteilen wir unsere Taten. Flüchtlingshelfer bekommen ausufernde Hassmails, wer anstatt Flüchtlinge AfD hasst, hat ebenfalls genug Material, um „zurück zu schießen“.

Die Täter sind natürlich immer dieselben, das ist schon lange klar: das „Internet“ (für führende deutsche Spitzenpolitiker völlig unbekanntes Neuland und deshalb „schlecht“ – was mich daran erinnert, dass es einen Spruch gibt, der besagt, dass der Bauer nicht frißt, was er nicht kennt … woraus ich dann schließe, dass wir von dummen Bauern regiert werden…) und die „Ballerspiele“.

„Das Internet“ ist auch Schuld an Kinderpornografie, die nur so auf die Rechner von Bundestagsabgeordneten und Bischöfen kommen kann und diese ehrenwerten Herren so vom rechten Weg abbringt, „das Internet“ liefert außerdem Mordwaffen an Mörder (wie in München) und fördert zudem den Hass – vielleicht sollte man dieses Internet auch mal mit einem BMW rammen.

Außerdem gibt es da noch Ballerspiele – von Ballertypen immer gerne ins Gespräch gebracht. Ballerspiele? Nun – da schießen virtualisierte Menschen auf virtuelle Roboter (ich nenne die computergenerierten Feinde mal so, weil sie dem Urbild des Roboters entsprechen) – oder werden von diesen erschossen. Für manche der Horror schlechthin – jedenfalls für die gutbürgerliche Heuchlerkultur, die immer gerne eine Sau durchs Dorf treibt, gerne auch Juden (wenn deren Besitz interessant ist). Diese Ballerspiele erzeugen Amokläufer, da sind sich die bildungsfernen Schichten in Regierung und Parlament einig – und auch Wissenschaftler, die neue Fördertöpfe riechen. Wenn das Schießen mit virtuellen Waffen auf künstliche unkörperliche menschenähnliche Gestalten zum Amokläufer macht – was richtet dann nur die Bundeswehr an, die tausende junger Männer und Frauen an echten Waffen ausbildet, um damit auf echte Menschen zu schießen? Richtig, das fragen wir uns nie.

Nach jedem Anschlag wird das Netz überflutet von moralischen Sprüchen, die noch nicht mal bis zum Abend jenes Tages überleben, an dem sie ausgesprochen werden. Ich möchte Ihnen deshalb kurz ein wenig über die Gesellschaft erzählen, die von diesen Anschlägen getroffen wird – Sie werden sehen, der kleine Ausflug in unsere Realität lohnt sich.

Nehmen wir unsere Wirtschaft, unser Geld, unsere Arbeit – das, worauf wir im Prinzip zu Recht stolz sind. Ja – man darf auf Arbeit stolz sein, auch auf die Ergebnisse: wenn Sie auf einer einsamen Insel stranden und nach zwei Tagen einen regendichten Unterschlupf gebaut, ein Feuer entfacht, eine Wasserquelle gefunden und Nahrungsmittel gesammelt haben, werden Sie verstehen, was ich meine. Doch diese Art von Arbeit (man nennt sie: „selbstbestimmt“ – ein unbekanntes Fremdwort heutzutage) meine ich nicht. Unsere Art von Arbeit, unsere Art von Wirtschaft ist eine kannibalistische: fressen und gefressen werden. Wir sind stolz darauf: wie viele „Politiker“ haben sich öffentlich über „Sozialromantiker“ echauffiert, die in der Tat behaupteten, dass schwache Menschen so viel Wert sind wie „Leistungsträger“, deren größte Leistung darin besteht, immer höhere Preise für immer schlechtere Waren durchzusetzen – also zum Schaden des Wirtschaftsraumes zu arbeiten.

Am 11.9.1989 schrieb der Spiegel über den Stolz der deutschen Wirtschaft, unseren größten Umsatzfaktor – das Auto (siehe Spiegel):

„Allmählich erst erschließt sich Politikern und Umweltschützern, daß jedes Auto, genaugenommen, ein Stück Sondermüll auf Rädern ist. Zu gut einem Drittel bestehen Kraftfahrzeuge aus Umweltgiften oder anderen schwer zu entsorgenden Materialien.“

Hauptsächlich also verbringt der Deutsche seine Zeit damit, weltweit die Umwelt zu vernichten. Interessiert keinen Grünen, weil man ja im Porsche Cayenne zum Bioladen fährt und sich dort gutes Gewissen kauft, mit dem man dann guten Gewissens Bomben auf Zivilisten werfen kann – man hat ja heiliges Biofleisch im Bauch, wirft also gute Bomben.

Wir kriegen von den Folgen wenig mit – einmal abgesehen vom dramatischen Insektensterben – 70-80 Prozent beträgt der Schwund in den letzten Jahrzehnten (siehe Nabu) aber dafür interessieren sich noch nicht mal „Tierschützer“, die eine willkürliche Grenze im Tierreich ziehen zwischen jenen Tieren, die leicht vermenschlicht werden können (wie Kuh und Dackel, wenn man nur genug Disneyfilme gesehen hat) und jenen, die keine Sau interessieren (Hummel, Biene, Schmetterlinge), weil man mit deren Schutz nicht auf sich aufmerksam machen kann („ich esse keine Insekten“ hört man selten, auch von Veganern – obwohl man damit die Welternährungsorganisation ärgern könnte, die den Verzehr von Insekten empfiehlt (siehe SWR).

Mit Menschenschutz jedoch hat diese schizoide Kultur wenig am Hut, man will einen „Veggie-Day“ anordnen – ohne zu merken, dass man damit massiv in die Freiheitsrechte der Menschen eingreift – ignoriert aber gleichzeitig, wie vergiftet das soziale Gemeinwesen ist (siehe Zeit):

„Mehr Stress, mehr Arbeitsverdichtung: In Deutschland werden immer mehr Überstunden geleistet. Mehr als die Hälfte der 1,8 Milliarden Stunden Mehrarbeit sind unbezahlt.“

Das wären auch eine Menge Arbeitsplätze. Wir arbeiten umsonst an der Vermüllung unsere einzigen Ökosphäre – das ist der Deutsche. Als Dank dafür bekommen wir eine völlig sexualisierte Gesellschaft („sex sells“ – was sein einziger Sinn ist), während Arbeiten im Bereich der Sexualökonomie unterdrückt wenn nicht sogar verboten werden – es könnten ja glückliche, ausgegelichene Menschen entstehen. Die kaufen aber nichts, während dunklere, sinnentfremdetere Formen der Sexualausübung Aggression und Wahn (und eine faschistische Gesellschaft) zur Folge haben – aber trotzdem seit Jahrzehnten gepredigt werden.

Selbstverständlich – das haben inzwischen schon die Dümmsten begriffen – darf man niemals mehr „die Gesellschaft“ anklagen (was heute leichter ginge als je zuvor), „Schuld“ hat immer nur der Verbraucher. Er erfährt zwar immer erst Jahre später von den häßlichen Entartungen im Produktionsbetrieb, darf aber die volle Verantwortung für den gesamten Entscheidungsprozess übernehmen: mit dem Kauf einer billigen Bratwurst bei Aldi trifft in die volle Wucht der Verachtung jener, die diese Wurst produziert und an ihrer Produktion sehr gut verdient haben. Es gibt einen ganzen, schlichtweg völlig irrsinnigen und wahnhaften Kult des „positiven Denkens“, der die Verantwortung für die Terrorakte den Opfern zuschiebt: sie werden schon wissen, warum sie zu jenem Zeitpunkt an jenem Ort waren und warum sie diese Erfahrung machen wollten – dem Täter selbst sollte man dankbar sein (was konsequent ist, aber nur selten ausformuliert wird). Dieser irrationale Kult wird von führenden Unternehmensberatern gelehrt – weil er dem Chef einen großen Nutzen bringt: wer wenig verdient, ist selber Schuld.

„Gerechtigkeit“ ist ein Fremdwort, als verehrungswürdiges Gemeinziel vollkommen dem „Profit“ gewichen, der nur wenigen gegönnt ist, die aber gezielt mit „Statussymbolen“ ausgestattet werden (vor allem Automobile – wir sind ein Autoland) – die Zeiten, in denen jeder Schüler wusste, dass Statussymbole nur von armen Seelchen gebraucht werden und eine unverantwortliche Verschwendung von Ressourcen zur Überdeckung charakerlichen Mangels sind, sind lange vorbei (das hat der Autor selbst auf einer Schule gelernt, die Wirtschaftselite herausbilden wollte).

Eine beispiellose Enteignungswelle durchrollt mal wieder das Land – über sie wird kaum gesprochen, außer in Extremfällen, wo „Jobcenter“ einen erstmalig im Alter von 63 Jahren vorstellig gewordenen Trockenbauer dazu anhalten, seine eigene Mutter auf Herausgabe des Erbpflichtteils zu verklagen – was Zwangsversteigerung und enorme Verluste für die Mutter bedeuten würde – von der Zerrüttung der Familie mal ganz abgesehen (siehe Berlinjournal), Beispiel für eine ausufernde staatliche Asozialität im Dienste der „Besserverdiener“ und zum Schutz von Riesenvermögen, die rational gar nicht mehr begründet werden kann. Im gleichen Journal erfährt man auch, dass – wie selbstverständlich – die Motoren der asozialen Entwicklung mal wieder vom Sozialstaat gerettet werden wollen, weil das ganze Bankensystem mal wieder vor dem Zusammenbruch steht (siehe Berlinjournal): letztlich soll der alte, schwer kranke Trockenbauer deshalb dem Staat bei der Enteignung seiner eigenen Mutter helfen und wird deshalb vom Staat mit dem  Hungertod bedroht. Andere werden vom Jobcenter in die Insolvenz getrieben, was sie für ewig aus den Kreisen der Normalbürger stößt (siehe Süddeutsche).

Häßlich, wenn man das so darstellt, oder? Sind wir guten Menschen doch so stolz auf unser gutes Land, dem es so gut geht – und verachten jeden, dem es nicht gut geht, weil er einfach nicht in dieses Land passt.

Wir aktzeptieren selbst wahnsinnigste Erscheinungen in unseren „westliche Werten“ als völlig normal (siehe der Westen):

„Sie ermittelten jahrelang erfolgreich gegen Steuerhinterzieher und durchsuchten am Finanzplatz Frankfurt Banken, die das Geld ihrer Kunden in großem Stil im Ausland versteckt hatten. Ihre Arbeit brachte dem Staat Millionen an Rückzahlungen und den Finanzinstituten zahlreiche Strafverfahren ein. Doch dann wurden die vier Steuerfahnder Rudolf Schmenger, Marco Wehner sowie das Fahnderehepaar Heiko und Tina Feser mit falschen Gutachten im Auftrag der Finanzverwaltung für geisteskrank erklärt und zwangspensioniert.“

Ich hoffe, Ihnen ist bewusst, was Sie da gerade gelesen haben: die Finanzverwaltung hat per falschem Gutachten vier erfolgreiche Steuerfahnder für geisteskrank erklären lassen – und so hunderte weitere Fahnder „diszipliniert“. Die Finanzverwaltung müsste sofort aufgelöst, alle Verwantwortlichen verhaftet und eingesperrt werden (inklusive der ärztlichen Gutachter), weil sie gemeingefährlich und staatsschädlich sind … doch ich denke, das wird nicht geschehen.

Nun – ich versprach Ihnen die Wahrheit hinter den Anschlägen zu beschreiben – Sie haben jetzt einen Ausblick auf das Umfeld, in dem die Täter leben mussten.

Blicken wir nun mal auf die Täter – und zwar erstmal auf den angeblichen Urvater des Münchener Anschlags, Anders Behren Breivig (siehe N-TV):

„Er ist in eine normale norwegische Familie hineingeboren, er ging in einen gewöhnlichen Kindergarten, eine normale Schule, er wurde Mitglied einer zugelassenen, für alle zugänglichen Partei. Er hatte die Möglichkeit, so zu werden wie alle anderen. Er ist nicht in einem Vakuum aufgewachsen, sondern unter uns. Die Frage könnte also auch lauten: Sind wir schuld an ihm? Haben wir etwas getan, das ihn zum Monster werden ließ?“

So erzählt es eine norwegische Journalistin. Kein Suchen nach Hassobjekten wie „Internet“ und „Ballerspiele“, „Flüchtlinge“ und „Nazis“, sondern eine nüchterne Bestandsaufnahme einer gesunden Kultur mit vorbildlichem Sozialstaat. Die hat aber nicht nur Fragen – die hat auch Antworten:

„Der Schlüssel zu seinen Taten ist Erniedrigung. Was auch immer er in seinem Leben versucht hat – er wurde zurückgewiesen, zurückgewiesen, zurückgewiesen. Überall. Und zu guter Letzt wurde er auch noch von den Rechtsextremen im Internet zurückgewiesen. Sie lasen nicht sein Manifest, sie beantworteten nicht seine E-Mails, sie fanden ihn langweilig. Als er diese Ablehnung erfuhr, begann er, Waffen zu kaufen.“

Damit es nicht zur Erniedrigung kommt, haben wir einen Artikel in unserem Grundgesetz – gleich den ersten: die Würde des Menschen ist unantastbar. Es sei denn, es müssen mal wieder größenwahnsinnige Banken mit Steuergeldern gerettet werden, um die Profite der riskanten Geschäfte zu schützen: dann ist die Würde des „kleinen Mannes“ der Allianz der „großen Statussymbolmänner“ egal, es gilt, die übergroße eigene Haut zu retten.

Schön zu sehen, dass es noch Länder gibt, die Weisheit dem Pauschalurteil vorziehen. Deutschland gehört leider nicht mehr dazu. Wir erklären solche Taten lieber nach Schema F anstatt nach den Ursachen zu fragen (siehe Spiegel):

„Ein sonderbarer Einzelgänger, psychisch auffällig, bestimmt von Wut und Hass – und von Rachegedanken. Und ohne brauchbare soziale Kontakte. „Diese Menschen steuern auf einen schwarzen Tunnel zu“, sagt Bannenberg.“

Dann noch „Ballerspiele“ und „Internet“ als Codeworte: der deutsche Wissenschaftler ist zufrieden – so zufrieden wir nach der Verurteilung kerngesunder Finanzfahnder. Dabei enthält der gleiche Artikel auch eine Antwort – die man jedoch nicht hören will:

„David besucht zunächst die Mittelschule in der Toni-Pfülf-Straße. Schon dort wird er gemobbt, heißt es. Er ist ein Einzelgänger, hat offenbar kaum Freunde. Laut Staatsanwalt kommt es 2012 zu einem Jugendverfahren, weil David auf dem Nachhauseweg von der Schule von drei Jugendlichen angegangen und gehänselt wird.“

Kein Wort über die verrohte Gesellschaft und ihre Opfer, dafür aber ein anklagendes Moment:

„David flüchtet sich mehr und mehr in die Welt der Computerspiele.“ 

„Zu diesem Zeitpunkt ist David längst in psychiatrischer Behandlung. Im Sommer 2015 verbringt er laut Staatsanwaltschaft zwei Monate in einer stationären Einrichtung. Auch danach wird er ambulant weiterbehandelt, bekommt Psychopharmaka verordnet. David leidet offenbar nicht nur unter Depressionen, sondern auch unter einer sozialen Phobie, Begegnungen mit Fremden versetzen ihn in Angstzustände.“

Man könnte auch formulieren: David reagiert ganz natürlich (und somit kerngesund) auf eine feindliche Umgebung (die wir – trotz Artensterben, Ausbeutung, asozialer Sozialpolitik und maximierter Umweltvernichtung „gut“ nennen), er entscheidet sich angesichts einer feindlichen Umwelt für Flucht … und dann für Angriff. Wir beschreiben das aber anders: David ist unwert, ist schwach – dass er erst Opfer war, bevor er Täter wurde, ist egal – wir haben in Deutschland ein ausgeprägtes Täterschutzprogramm laufen, während man die Fluchtwelten massiv angreift (heute: Internet und virtuelle Realitäten, früher: „eskapistische Literatur“).

Und „hart durchgreifen müssen“ ist das Credo der Mehrheit der Deutschen (jedenfalls der Mehrheit jener, die Möglichkeiten haben, sich mit Breitenwirkung artikulieren zu dürfen – weil sie eigene Zeitungen haben), Hartz IV ist das strategische Vorbild jedes Amokläufers … der in seinem eigenen Leben hart gegen „Parasiten und Schmarotzer vorgeht“ … also, was er dafür hält, ganz nach dem Motto: „gleiches Recht für alle“.

Wir sind jetzt nur bei David und München hängengeblieben, dabei gilt es noch andere Dimensionen zu berücksichtigen: sich der Wahrheit zu nähern, ist halt komplizierter als „Ballerspiele“, „Internet“ oder „Scheißausländer“ zu brüllen.

Es gibt nun ein Buch eines Philosophen, der schon angegriffen wird, weil er sich überhaupt mit dem Thema beschäftigt hat. Seine Schlussfolgerungen sind recht einfacht (siehe Süddeutsche):

„In unserer Welt regiert der Neo-Liberalismus, jeder steht mit jedem in Konkurrenz. Sie mit Ihren Kollegen, wir im Westen mit den Menschen im Osten. Dieser ständige Druck kann psychische Krankheiten auslösen. Man muss den Tätern kein Verständnis entgegenbringen, aber man muss einsehen: Das sind Monster, die wir mitgeschaffen haben.“

So weit reicht die Degeneration schon: die Täter zu verstehen wäre der erste Weg, zukünftige Anschläge zu verhindern – das ist der Sinn von „Verständnis“, doch selbst Philosophen, deren Kunst das Verstehen sein sollte, scheuen sich hier, sich zum „Verständnis“ zu bekennen. Wir müssten den Kurs einer zutiefst kranken Gesellschaft ändern, die beständig Monster gebiert (wie jene Aktienschummler, die sich superreich geschwindelt haben und als Krone der Menschheit gelten) – doch gerade an diesem kranken Kurs verdienen die Entscheidungsträger, die den Kurs ändern könnten. Und die gehen über Leichen, denn die Leichen sind seht nützlich, wie uns ein Psychologe erzählt (siehe Deutschlandradio):

„Denn durch Angst lässt das Denken sich fernsteuern. Angst beherrscht die Wahrnehmung und überlagert jede andere Emotion. Sie sucht sich Bestätigung und widersetzt sich besserem Wissen. Sie ignoriert Entwicklung und schleichende Prozesse, die zunehmende Neigung zur Gewalt, den Klimawandel und das Auseinanderbrechen der Gesellschaft. Dafür löst sie Panik aus, wo weitaus geringere Gefahr droht.“

Ja – unser Staatswesen löst sich gerade auf. Das merken wir alle. Staat wird Feind, wo er Diener sein sollte. Unsere Umwelt verabschiedet sich: man braucht keine Insektenentferungsmittel für Autoscheiben mehr, weil die Insekten fort sind – ihnen werden Blumen und Vögel folgen – und der Mensch, aber das interessiert nicht, weil wir wegen all dieser Gefahren ja SUV fahren und uns so für viel Geld die schäbige Illusion von Sicherheit kaufen – so wir wie auch die Illusion von „gut sein“ im Bioladen erwerben. Oder auf der Veganerparty.

Wer es übrigens merkt, sind die Entscheider. Sie denken weiter als man es dem Volk gestattet, sie predigen die Mär vom psychisch kranken Einzeltäter (der real nichts anderes macht als die kerngesunden angesehenen, wehrhaften Bundeswehrsoldaten, nur die Deutungsrahmen sind verschieden), ziehen aber selbst ganz andere Konsequenzen (siehe Zeit vom 9.7.2016):

„Ab sofort will die Bundeswehr für Einsätze in Deutschland üben. Soldaten müssten Polizisten im Falle von Terrorangriffen unterstützen können, betont die Koalition.“

Die Polizei hütet Recht und Ordnung im Inneren des Landes, die Armee schützt das Land vor seinen Feinden. Wird sie im Inneren des Landes eingesetzt, ist das eigene Volk zum Feind geworden. So einfach ist das. Das wird dann der größte Terrorakt und der nachhaltigste Amoklauf. Insofern ist es bezeichnend dass der oben genannte Philosoph trotz scheinbar kritischer Position genau diese Entwicklung stützt, in dem er – zu Recht, wie ich finde – Amoklauf und Terrorakt gleich setzt. „Religion“ kommt erst ganz ganz spät dazu, als Feigenblatt fürs eigene Gewissen.

Wir könnten dem nun eine menschliche, liebenswerte, glücksfördernde Gesellschaft entgegenhalten, in der es keine großen Verlierer mehr gibt und jeder einen Platz zum Leben hat, dass dies komplett kostenlos geschehen kann, ist lange bekannt. Das eine solche Gesellschaft schlecht auszubeuten ist und gar nicht in Kriege ziehen mag, auch.

Darum pflegen wir die Kultur der Angst, die uns unser Leben, unsere Demokratie, unser Glück, unsere Freiheit und unsere Würde raubt und uns auferlegt, dass alles auch noch als „gut“ zu empfinden, weil die Bundeskanzlerin es so angeordnet hat.

Und die Opfer dieser Kultur werden – weltweit – so reagieren wie die Regierungen des Westens: mit rücksichtsloser Härte gegen alles, was anders oder im Weg ist.

„Wie der Herr, so´s Gescherr“.

 

 

 

 

 

 

 

USA kündigen Weltkrieg an. Keiner merkts. Keinen interessierts.

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Freitag, 22.7.2016. Eifel. Ja, erst letzte Monat habe ich einen Weckruf geschrieben – verlegte den Beginn des Weltkrieges auf den August 2016. In Wirklichkeit hatte mich das Oberkommando der US-Streitkräfte noch gar nicht informiert, wann der Krieg wirklich beginnt, ich glaube: das halten die noch geheim. Vielleicht haben die das auch gelesen und sich gesagt: nein, dann fangen wir eben jetzt an, sofort. Nun ja – Krieg: was ist das eigentlich. Haben Sie da konkrete Vorstellungen?

Ja. Land A und Land B zanken sich – wie Kinder im Sandkasten – und entschließen sich zum Krieg. Die Botschafter der jeweiligen Länder tauschen diplomatische Noten aus, die eine offizielle Kriegserklärung zum 1.9.2016 beinhalten – um ein Beispiel zu nennen. Dann marschieren beide Armeen auf und beschießen sich so lange mit tödlichen Waffen, bis einer keine Lust mehr hat – oder tot ist. Jungs im Sandkasten halt.  Doch nicht jeder Krieg läuft so ab. Nehmen wir ein anderes Beispiel.

Die Sioux haben eine beklagenswerten Mangel an Frauen. Sie beschließen also, sich nachts ins Lager der Comanchen zu schleichen, um ein paar junge Frauen zu entführen. Sie werden entdeckt, es gibt Keilerei, Tote, Blut. Die Häuptlinge rufen nach ihren Verbündeten – und wir haben einen Steppenbrand. Auch das ist: Krieg.

Oder: Sie schicken ein paar nichtuniformierter Halunken der SS zum deutschen Sender Gleiwitz, überfallen ihn, funken überall herum, dass sich der Sender nun in polnischer Hand befindet und haben so den Grund, nach Polen einzumarschieren.

Um etwas einen „Krieg“ zu nennen, brauchen wir nicht zwei annähernd gleich starke Kontrahenten. Das haben wir ja im Afghanistankrieg und im Irakkrieg gesehen. Ach ja: Irakkrieg – da fordert jetzt allen ernstes ein Spiegel-Autor, dass Blair und Bush wegen Planung und Durchführung illegaler Angriffskriege vor ein Gericht kommen (siehe Spiegel). Ja- der war wohl nicht ganz so zivilisiert. Weiß gar nicht, ob Bush Saddam Hussein offiziell den Krieg erklärt hat. Also – persönlich schon (siehe Rhetorik.ch), ich meinte aber so das zivilisierte Ausstauschen von diplomatischen Noten. Nur: die Begründung für den Krieg war eine Lüge – eine ziemlich offensichtliche Lüge: es gab keine Massenvernichtungswaffen.

Bleiben wir bei den Indianerkriegen – also denen des weißen Mannes gegen die Indianer. Was kaum einer weiß: es war der längste Krieg der bekannten Menschheitsgeschichte. Dauerte 300 Jahre lang – dann waren sie fort, die Indianer. Jedenfalls die meisten. Offizielle Kriegserklärungen gab es nicht, aber im Gegenteil: ganz viele Friedensverträge, die von den Weißen alle gebrochen wurden. Cool, oder. Bekannt ist die Schlacht am Little Big Horn als großer Sieg der Indianer in diesem Krieg – obwohl nur 200 US-Soldaten getötet wurden. Das „Regiment“ war aufgeteilt … und recht schwach. Trotzdem: „Krieg“.

Ich merke, Sie werden genervt, weil ich mich mit pingeligen Vorreden aufhalte – doch ich halte die für notwendig. Es geht ja nicht nur darum, dass die USA nun in aller Öffentlichkeit einen Weltkrieg verkünden, sondern auch darum, dass Sie das kaum merken (oder gar nicht) – oder das es Ihnen auch völlig egal ist. Wieso auch nicht: die absolute Mehrheit der Deutschen hat den zweiten Weltkrieg überlebt. Das gilt sogar für die absolute Mehrheit der Russen – so schlimm wird Krieg dann doch wohl gar nicht sein.

Ich habe da noch einen Krieg für Sie, der schon lange in meinem Archiv liegt: ein geheimer Krieg der US-Armee … gegen das eigene Volk. Es ist wichtig, sich damit zu beschäftigen, weil es einen Ausblick auf die Skrupellosigkeit der Verantwortlichen erlaubt – und zeigt, wie viel ihnen die eigene Zivilbevölkerung wert ist (siehe Focus):

„Die Forscher wollten herausfinden, wie sich die Stoffe verbreiten, berichtet „Iflscience.com“. Die Folge: Die damals rund 800.000 Einwohner atmeten Millionen von Bakterien der Typen Serratia marcescens und Bacillus globigii ein – harmlose Typen, wie man damals dachte. Heute ist klar, dass Serratia marcescens Krankheiten beim Menschen hervorrufen kann und für immungeschwächte Personen durchaus gefährlich ist.

Mindestens ein Todesfall lässt sich auf die Experimente zurückführen. Bekannt ist auch, dass das US-Militär hunderte solcher Tests durchgeführt hat.“

Wissenschaftler und Militärs: zwei seelenlose Typen mit gleichem Ziel – Machtentfaltung. Vergiften die eigene Bevölkerung, um zu gucken, was dann passiert. Sicher – ist länger her: aber diese Leute bilden ihresgleichen weiter aus, so dass die Tradition erhalten bleibt. Ich denke, man muss das im Blick halten, wenn man über PNAC nachdenkt. PNAC? Ein konservativer Think-Tank, Wolfowitz, Cheney, Rumsfeld, Armitage, Pearl, Bolton, Libby, Bennet: zentrale Figuren im Krieg gegen den Irak waren dabei (auch unser guter Freund Cem Özdemir – leider existiert die Seite nicht mehr, die ihn im Kreise der Erlauchten zeigt. Was der Erzieher aus Deutschland dort zu suchen hatte, wüßte ich nämlich gern). PNAC ist ins Gerede geraten, weil sie schon recht früh Pläne für ein neues amerikanisches Jahrhundert diskutierten, Gedankenspiele, wie die USA weltweit aufgestellt sein müssen, um die Weltherrschaft zu erringen. Es gab nur ein Problem – ohne ein neues Pearl Harbour würde das sehr lange dauern (siehe Informationclearinghouse):

„Further, the process of transformation, even if it brings revolutionary change, is likely to be a long one, absent some catastrophic and catalyzing event – like a new Pearl Harbor.“

Und das kam ja dann auch kurze Zeit später: am 11.9.2001. Sicher nur ein Zufall – so wie der Zufall, dass der Großtürke Erdogan Verhaftungslisten von 65000 Leuten im Schrank hatte, als ein Mikro-Mini-Militärputsch ihm einen Grund gab, die alle fest zu nehmen. Seit dem haben wir einen Krieg gegen den Terror, der allein 1,5 Millionen Irakern das Leben gekostet hat – wenn man nur an die direkten Kriegseinwirkungen denkt (siehe Ipnnw).

Ebenso gibt es einen Drohnenkrieg. Das US-Militär schickt weltweit Killerroboter aus, um Menschen zu töten – die meisten sind unschuldig (siehe Tagesspiegel). Auch die Schuldigen bekommen kein Gerichtsverfahren, keine Anklage, keinen Verteidiger, keine Möglichkeit, sich zu rechtfertigen: ein Drohne löscht ihr Leben auf Kommando eines Militärs aus, der auch Listen abarbeitet. Wir nennen das unter zivilisierten Menschen: kaltblütige Selbstjustiz … bzw Massenmord. Zudem wird Unsicherheit über Millionen von Menschen gebracht: man weiß nie, wann und wo die Drohnen zuschlagen. Na gut: es werden Muslime dort wohnen. Oder Neger.

Ja – Neger darf man ja hier nicht sagen. Erst letztens ist ein Mitarbeiter gekündigt worden, weil der „Negerkuss“ gesagt hatte (siehe z.B. lto). Da sind wir sensibel, da reagieren wir brutal. Wenn in den USA mehr Schwarze denn je von der Polizei erschossen werden, ist uns das eine Randnotiz wert (siehe Zeit), wobei niemand auf die Idee kommt, zu fragen, ob das nicht schon Bürgerkrieg ist – erst recht, wo jetzt auch gezielt weiße Polizisten erschossen werden.

Nun – vielleicht gab es zu wenig Tote. Kriege – so lernen wir in der Schule – haben ja richtig viele Tote. Millionen sollten es schon sein. Wenn die Bundeswehr in Afghanistan nur 270 Zivilisten tötet, ist das kein richtiger Krieg (zur Zahl: siehe Bundeswehrjournal).

Aber wenn die USA und Südkorea gemeinsam einen Angriff auf Nordkorea üben (siehe Zeit) – ist das dann „Vorbereitung eines Angriffskrieges“? Wie ich mal für Neopresse schrieb, haben die USA sechzig Terrorstaaten ausgemacht, gegen die vorgegangen werden soll. Gut einer – Kuba – wurde von der Liste gestrichen (siehe rp-online), aber es bleiben ja noch genug übrig.

Und um die geht es jetzt (siehe Spiegel):

„Die USA wollen den Kampf gegen den „Islamischen Staat“ (IS) in den kommenden Monaten erheblich ausweiten. Auf einer internationalen Konferenz der sogenannten Anti-IS-Koalition von 66 Ländern in Washington forderte die US-Regierung dafür mehr Unterstützung der Partner ein.

„Die Islamisten nur in Syrien und dem Irak zu schlagen, ist nicht effizient“, sagte US-Verteidigungsminister Ashton Carter, „denn die Bewegung hat sich bereits wie Krebs-Metastasen weltweit verbreitet“. Die Partner stimmte er auf einen langen Kampf ein. „Selbst wenn wir im Irak gewinnen, ist noch sehr viel zu tun“, sagte Carter.“

Einen weltweiten Krieg fordern sie – einen Weltkrieg. Auch mit Hinweis auf die Terrorattacke in einem deutschen Zug (eine Axt – vier Verletzte).

Nachdem der „Krieg gegen den Terror“ knapp zwei Millionen Menschen das Leben gekostet hat (Irak plus Pakistan plus Syrien, plus Jemen, Libyen und Somalia) – wie viel Tote wird uns wohl der Weltkrieg gegen den Terror bringen?

Drei Millionen? 25 Millionen? 100 Millionen? Wie führt man einen Krieg gegen die „IS“? Eine Bewegung, die man als „Krebs“ darstellt? Nun – bei Krebs erklärt man dem ganzen Körper den Krieg, vernichtet eine gigantische Masse gesunder Zellen, um eine Hand voll gefährlicher Zellen zu erwischen. Droht uns das auch? Auch in Würzburg? Szenen bei uns wie in Pakistan: der Regionalexpress wird mit Raketen angegriffen, weil dort ein Terrorverdächtiger drin sitzt?

„Niemand sollte so tun, als ob diese schrecklichen Ereignisse – dass sich einer in den Lastwagen setzt und in eine Menschenmenge rast oder rausgeht und um sich schießt – vorbei sein werden, wenn der IS aus Mossul vertrieben ist“, heißt es. Der IS ist immer und überall, seine Gedanken „inspirieren“ zu Taten, wie ein unsichtbarer Geist schleicht er durch Frankreich, Deutschland, Dänemark und Belgien.

Wie bekämpft man so etwas?

Nun – vielleicht wie die SPD (also: die angeblichen Sozialisten) in Frankreich. Gerade hatte Mr. Hollande (der Mann, der seinem Friseur 10000 Euro im Monat aus der Staatskasse spendiert, siehe Spiegel – und das bei dem schütterem Haupthaar) die Aufhebung des Ausnahmezustandes ausgerufen (siehe Spiegel), da kommt pünktlich der nächste Anschlag – mit einem LKW. Wie passend. Gegen Anschläge mit LKW kann sich unsere Gesellschaft überhaupt nicht schützen – wir haben Millionen davon auf den Straßen. Ein Benzin-LKW in der Innenstadt von Essen gezündet: tausende verbrennen erbärmlich. Nun – Frankreich wählt erstmal den Ausnahmezustand … d.h. eine Form von Kriegsrecht. Also: Krieg. Die Türkei auch – damit sind schon mal zwei mächtige Nato-Partner auf Kurs.

Man schaut groß auf den Begriff „Terror“ … und ganz wenig auf die 100000 Euro, über die der „Einzeltäter aus armen Verhältnissen“ auf einmal verfügte (siehe Frankfurter Rundschau). Wo die herkommen, wer dahinter steckt – will keiner wissen. Überhaupt: niemand steckt mehr irgendwo dahinter, alles passiert einfach so – wie Wetter. Dieses Grundklima haben Medien in einer Großoffensive seit Jahren geschaffen – wer trotzdem nachfragt, ist geisteskrank (die korrekte amtsinterne Übersetzung für „Verschwörungstheoretiker“).

Warum aber auch nachfragen? Fleisch und Bier sind im Kühlschrank, der Fernseher sendet Beruhigungspillen ohne Ende, die Füße stecken in warmen Pantoffeln. Zwar stehen alle Zeichen auf Krieg – er wird öffentlich erklärt – aber keiner merkts.

Und keinen interessierts.

Dabei befinden wir uns ab jetzt in einem Weltkrieg. Dem Dritten. Wer wo wie noch alle mitmacht – keine Sorge, wir werden es erfahren. Währenddessen rekrutiert die Bundeswehr schon Minderjährige – wie Hitler in den letzten Tagen.

Und unser Land ist voller Massenvernichtungswaffen.

Voller LKW´s.

Genug Informationen, um zu erkennen: dieser Weltkrieg wird uns den Boden unter den Füßen wegziehen – und das endgültige Ende der demokratischen Staatsform in den Kulturen des freien Westens bedeuten.

 

 

Schokolade als Planungsgrundlage der Weltpolitik

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(Gastbeitrag von Till Eulenspiegel, Foto: vom Autor)

Der Militärputsch in der Türkei ist misslungen. Doch die Suche nach den Schuldigen bleibt nicht aus.

Aus der Homepage des österreichischen Staatsfernsehens:

Die USA sind über Vorwürfe, in den Umsturzversuch involviert zu sein, massiv verärgert. Höchst irritiert zeigten sich indessen die USA von Unterstellungen, auf irgendeine Art und Weise mit dem gescheiterten Militärputsch zu tun gehabt zu haben. Außenminister John Kerry habe am Samstagabend erneut mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlut Cavusoglu telefoniert, um Hilfe bei der Aufklärung der Ereignisse anzubieten, erklärte sein Sprecher John Kirby. Gleichzeitig habe Kerry klargestellt, dass „öffentliche Andeutungen oder Behauptungen“ über eine Beteiligung der USA „völlig falsch“ und „schädlich“ für die Beziehungen zwischen beiden Ländern seien.

Die Hilfe bei der Aufklärung von Verbrechen kann aber leider auch so sein (siehe Die Zeit):

Die Verteidiger der fünf mutmaßlichen Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001 haben eine Verfahrensunterbrechung wegen angeblicher Ausforschung ihrer Unterlagen gefordert. E-Mail-Konten der Anwälte seien überwacht worden und „Hunderttausende“ Dateien von einem Computernetzwerk der Militärjustiz verschwunden, über das die Verteidiger sich austauschten, sagte die Verantwortliche für die Verteidigung vor militärischen Sondergerichten, Oberst Karen Mayberry.

Also die „Drahtzieher“ des 11.09.2001 waren zu diesem Zeitpunkt 2013 schon 12 Jahre ohne Urteil im Gefängnis. Es ist allerdings schon sehr lange bekannt, dass die Geheimdienste unseres großen Bruders um die riesigen Rohstoffreserven Afghanistans buhlten. Aus dem Spiegel erfährt man:

„Washington – Das karge Afghanistan ist reich an Bodenschätzen. Erst investierte in den achtziger Jahren die Sowjetunion massiv, dann spekulierten die Taliban auf die Ausbeutung – nun brüsten sich die USA mit einer Sensationsmeldung: US-Geologen hätten einer Untersuchung zufolge riesige Mineralvorkommen entdeckt. Schätzwert: fast eine Billion Dollar.“

Indes erzählt uns N-TV über 1000 Nazis als Spione unseres großen Bruders: Die USA haben nach dem Zweiten Weltkrieg mindestens 1000 Nazis als Spione eingesetzt. Das zeigen ehemals geheime Dokumente, die mittlerweile freigegeben wurden. Die CIA schützte sie sogar vor Verfolgung.

Woher die lückenlose Überwachung, die Snowden so kritisiert, also wohl stammt?

Es gibt die Info über riesige Lithium- und Goldvorkommen in Afghanistan  aber auch schon wesentlich früher. Man kann auch über die Drogengeschäfte der Geheimdienste unseres großen Bruders googeln. Lieber über https://ecosia.org – denn da schützt man noch zusätzlich Regenwald. Also die Triebfeder des Afghanistan-Krieges war Drogen und Rohstoff -Schokolade?? Aber jetzt geht es ja noch weiter.

Denn Saudi-Arabien soll schuld am 11.09.2016 sein (siehe CNN). Da geht es eben um gute schwarze Ölschokolade (bezüglich WTC  gibt es ja im Nachrichtenspiegel ohnehin schon einige effiziente Links). Ja, also eines ist klar: Der Umsturz hat nichts mit der gut in der Süddeutschen Zeitung nachvollziehbaren Revolutionswelle von Marokko über Libyen, Tunesien, Ägypten , Syrien … Ukraine zu tun. Sondern es entdecken findige Geister, dass Erdogan angeblich den Umsturz mit teilweiser Zerstörung des Parlamentes selbst gemacht hat. Vorher hatte er sich mit Russland versöhnt, die Angriffe gegen Syrien bleiben lassen wollen und dann sich selbst einen Angriff mit teilweiser Zerstörung  des Militärgerätes, mit Kidnapping des Militärstabschefs, des Luftwaffenkommandanten und  sogar laut griechischen Meldungen Kidnapping des Flottenkommandanten geleistet? Der große Bruder im Westen ist natürlich vollkommen unschuldig. Sputniknews: Seit Wochen kursierten im politischen Washington Gerüchte über einen Militärputsch in der Türkei. Ausgelöst hatte diese Vermutungen der Artikel „Could there be a coup in Turkey?“ von Michael Rubin im Blog des neokonservativen „American Enterprise Institute“.

Also Erdogan wurde nicht etwa vom russischen Geheimdienst informiert, und auch im Putsch beschützt, und hatte deshalb eine Versöhnung mit Russland durchgeführt und angekündigt, Syrien in Zukunft in Ruhe zu lassen … ?? Also Erdogan ist der Gute, oder der Böse. Gerade in der letzten Zeit wurde der Genozid gegen die Armenier immer öfter völkerrechtlich anerkannt. Und gerade so wie vor der Maidan Revolution in  der Ukraine gegen Russland, fand ja ein richtiges Türkeibashing statt. Warum jetzt? Warum nicht schon vor 100 Jahren?  Und dann kam der Putsch, den Erdogan ja angeblich selbst initiiert haben soll. Und die Türken in Europa, eigentlich europäische Staatsbürger, demonstrieren in Berlin oder Wien für Erdogan?  Die fühlen sich eigentlich als Türken?

Ja, die Frage ob ein Mensch ein Terrorist oder ein Freiheitskämpfer, ein weiser Staatsmann oder ein Massenmörder ist, das ist oft nur eine Frage des Bezugsystems. Also der Geographie oder der Zeit. Also Atatürk hat in Izmir ein riesiges Denkmal. Die Menschen verehren ihn sehr. Einige Kilometer weiter auf einer griechischen Insel, ist dieser Mann ein Massenmörder.

Prinz Eugen, ein österreichischer Feldherr, der die Türken weit zurückdrängte, wurde einige Jahrhunderte in Österreich verehrt, für die Türken ist er ein Massenmörder.

Auch so Bandera aus der Ukraine. Für die Russen ein Faschist, der auch gegen die Stalintruppen aber wohl auch gegen Hitler gekämpft hat. Für die Ukrainer ist er ein Nationalheld? Ein Journalist hat recherchiert, dass sowohl er, als auch die Familie Banderas im KZ waren und Bandera in München vom KGB ermordet wurde.

Jürg Jenatsch, der für die Schweiz viel gekämpft hat, ist ein Schweizer Nationalheld. Für die Österreicher war er wohl damals ein Terrorist? Die Taliban? Die Kurden? Stalin selbst, eigentlich ein Massenmörder. Doch scheint sogar das nationale Russland immer wieder zu vergessen, dass Stalin nicht nur Massenmorde, Massendeportationen durchführen ließ? Stalin ließ sämtliche jüdischen Berater bis auf einen hinrichten, und ließ auch die Juden verfolgen.

Und Putin? Im Moment der Zar von Russland? Der ist doch der Böse? Der hat doch verhindert, dass der Westen zu seiner Schokolade kam?

In Griechenland wurden nun die Goldvorkommen an einen  Kanadier verkauft, auch die Ölreserven müssen verkauft werden? Seither sind die Griechen wieder die Guten? In Italien wurde trotz Wirtschaftskrise das Vermögen der Oligarchen steuerfrei und nicht angetastet, da müssen aber die Pensionisten 50% Steuer zahlen, die Italiener sind eben auch die Guten. Und wenn jemand nicht folgt, so wie die Schurkenstaaten nach Bush, dann gibt es Missernten, Erdbeben, Unwetter? (kaum zu glauben, aber wie zuletzt schon berichtetet, wird das, was man nicht nur z.B. auf dieser Homepage eines Segelfliegers und Klima-Umwelt-Friedensaktivisten über Geo-Engineering und Wettermanipulation zu lesen bekommt und was man früher als platte Verschwörungstheorie  abgetan hätte, mittlerweile auch hochoffiziell von Spiegel und ORF berichtet  und von US Konzernen auf internationalen Kongressen neuerdings als profitables Geschäftsmodell propagiert.)

Aber Denken wird wohl nicht verboten sein? Es ist zwar gefährlich, doch wenn z.B. die bayrische Regierung zu viel denkt, und auch die Bundeslinie nicht mitträgt, dann gibt es Unwetter? Allerdings kann kein Erdbeben oder Unwetter nur annähernd den Schaden eines Atom-Weltkrieges erreichen. Also wäre es im Sinne des Überlebens vielleicht doch nötig, auch weiter zu denken und nicht nur transatlantisch zu folgen? Außer man hat Suizidabsichten? Oder man steht unter Drogen? (siehe Spiegel: „Deutsche koksen ungeahnte Mengen“).

Und in der Ukraine, da gehört das Familiensilber des Staates, die Kornkammer Europas dem Staat. Da der pleite ist, winken noch sehr gute Geschäfte, wenn die Felder dann den Agrokonzernen gehören werden. Ja und es gibt tatsächlich Schokolade in Hülle und Fülle. Da ist der Schokokönig Poroschenko der Chef. An jeder 2. Gasse in Kiew gibt es einen Schokoladeladen von Poroschenko. Er hat sein Vermögen nicht so wie Janukowitsch (für seinen Sohn) vertausendfacht, sondern nur einige Male vermehrt. Der größte Teil der Fabriken Poroschenkos steht in Russland! Allerdings war Janukowitsch bei Amtsbeginn auch kein Oligarch. Aber auch für Janukowitsch war die Schokolade in Form von Schwarzkonten in Europa wichtiger als seine Funktion als Ministerpräsident, deshalb hatte er Russland nur wenig um Unterstützung gebeten.

Und wenn jemand wie Erdogan oder Putin dem großen Bruder im Westen nicht ganz folgen, dann sind sie halt die Bösen?  Auch wenn das Budapester Referendum, in dem Russland die Unversehrtheit der ukrainischen Grenzen garantiert wurde, nicht eingehalten worden ist. Die Ukraine hatte in Vertrauen auf dieses Referendum sämtliche Atomwaffen an Russland weitergegeben. Doch hat Russland die damaligen Grenzen eben nicht akzeptiert.Ja, Putin der Zar Russlands. Da gibt es eine Oper von Lortzing, die heißt Zar und Zimmermann. Da kam Peter der Große nach Europa und lernte Schiffsbau. Der Statthalter der Stadt sang da in etwa: „Denn ich bin gut und weise, und mich betrügt man nicht“ – und bemerkte nicht, dass der Zar von Russland gerade da war. Vielleicht ein kleiner Vergleich mit Istanbul jetzt? Wer weiß?

Testament Peters des Großen Fälschung oder nicht, dieses Testament beschreibt die Politik Russlands gegenüber Nachbarn und Minderheiten. Wenn man liest, wie die Politik Russlands gegen Polen oder z.B. Tschechien, Ukrainern, Protestanten u.a. über Jahrhunderte war, dann versteht man, wieso Madeleine Albright oder  Obama-Berater Zbigniew Brzezinski die Welt als Schachbrett ansahen und das alte Russland als Feind hatten. Nicht umsonst ist Russland so riesig geworden.

Doch der spätere „Zar  Putin“, dessen  Wunsch es war, Russland nach dem Bilde Deutschlands zu formen, der als Geheimdienstagent die Stärken Deutschlands kennenlernen konnte, der wird durch die Adenauer Stiftung massiv bedrängt. Sein wichtigster Beraterumkreis sind deutschsprachige Experten.

Auch Friedensbemühungen behindern, möglicherweise, dass genug Kohle verdient werden könnte, aktuell z.B. ein riesiger Friedensmarsch der Orthodoxen Kirche in der Ukraine.

Wenn das alles so einfach wäre: In der Ukraine gibt es vor allem die ukrainische griechisch katholische Kirche, die eben auch sehr aktiv beim Maidan involviert war. Die strebt nach Westen. Die hat ihren Sitz in Rom und die orthodoxen Kirchen haben teilweise ihren Sitz in Moskau oder Kiew (siehe Wikipedia/Ukrainische Kirchen): Die Ukraine ist ein mehrheitlich konfessionsloses Land, wobei meisten gläubigen Einwohner Christen sind. Seit Jahren besteht zwischen fünf Kirchen, des orthodoxen wie des lateinischen Ritus, ein heftiger, emotional und auch politisch geprägter Streit um Legitimation und Immobilien. Der Islam stellt eine regional starke Minderheit.

Die Situation der Kirchen untereinander ist oft sehr schwierig. Auch werden die Kirchen immer wieder politisch von West und Ost instrumentalisiert. Beachtenswert ist es aber doch, dass über einen so riesigen Friedensmarsch nirgendwo in den offiziellen Medien des Westens berichtet wird.

Informationsstelle Militarisierung z.B. 2.5 S.18 Assoziierungsabkommen, spricht Bände. Also man erzählt der Bevölkerung von der Schokolade im Westen und bekommt ein Assoziierungsabkommen, das tatsächlich einigen wenigen viel Schoko bringt.

Aus S19 Informationsstelle Militarisierung:

„Einfuhr einer Ware aus dem Gebiet der anderen Vertragspartei oder bei der Ausfuhr einer Ware oder dem Verkauf einer Ware zwecks Ausfuhr in das Gebiet der anderen Vertragspartei keine Verbote oder Beschränkungen oder Maßnahmen gleicher Wirkung erlassen oder beibehalten, es sei denn, dieses Abkommen oder Artikel XI GATT 1994 und die Anmerkungen zu seiner Auslegung sehen etwas anderes vor.“ (Titel IV, Artikel 35)

Eine weitere Passage mit erheblicher Tragweite verbirgt sich hinter der unscheinbaren Überschrift „Annäherung von technischen Vorschriften, Normen und Konformitätsbewertungen“. Dort wird die Ukraine auf die Übernahme europäischer Produktions- und Zertifizierungsstandards verpflichtet, um überhaupt Waren in der EU verkaufen zu dürfen. Dazu dürften aber in nahezu sämtlichen ukrainischen Betrieben derart umfassende Investitionen nötig sein, dass dies eine fast unüberwindliche Handelsbarriere darstellt, die nur dort durchlässig werden dürfte, wo dies seitens der EU explizit gewünscht wird. Es liegt auf der Hand, dass sich der „freie und faire Wettbewerb“ mit den produktiveren und technisch deutlich weiter fortgeschrittenen westeuropäischen Unternehmen für die ukrainischen Betriebe unter solchen Bedingungen als hochgradig nachteilig entpuppen dürfte, wie auch der bereits zitierte Professor an der Wirtschaftsuniversität Wien, Joachim Becker, kritisiert: „Die geo-ökonomische und geo-politische Stoßrichtung der Abkommen wird im Fall der Ukraine besonders augenfällig. Weit über die Handelsliberalisierung hinausgehend, soll die Ukraine teilweise in den EU-Binnenmarkt integriert werden. Das würde bedeuten, dass die Ukraine substanzielle Teile der Wirtschaftsgesetzgebung der EU übernimmt. Die Ukraine würde nicht nur Möglichkeiten des Außenschutzes für die nationale Ökonomie verlieren, sondern auch Schlüsseloptionen für die nationalstaatliche Industriepolitik (z.B. über öffentliche Ausschreibungen). […] Eine ‘tiefe und umfassende’ Freihandelszone ist Kernbestandteil des Abkommens. Für die Ukraine dürfte ‘vertiefter’ Freihandel und die Übernahme von Kernbestandteilen der EU-Wirtschaftsgesetzgebung allerdings auf eine Vertiefung der De-Industrialisierung und vertiefte Abhängigkeitsstrukturen hinauslaufen.

Wollt Ihr Ukrainer wirklich in die EU? (siehe Welt)? Die jetzige Situation in der Ukraine in den Zentren ist, dass es tatsächlich etwas mehr freien Geist gibt. Aber die Inflation hat die Währung seit 2014 auf ein Drittel reduziert. Die Bevölkerung leidet! Vielleicht sieht Poroschenko sein Schokoimperium, das er auch mit einigen Fabriken in Russland aufgebaut hat, in Gefahr, wenn die Stimmung zwischen Russland und Ukraine zu warm wird? Denn in der Wärme schmilzt bekanntlich die Schokolade. Für die Ukrainer ist es eine ausgemachte Sache, dass Putin und Poroschenko sich schon völlig anders als in Minsk über die Ostukraine geeinigt haben. Nämlich so wie Georgien und Ossetien.

Nicht so das westliche Militärbündnis und die EU, die mancherorts vor allem bei den Waffen nun durchaus gute Geschäfte machen. Was wäre die Rüstungsindustrie ohne Feind?

Es wäre so einfach den Konflikt zu beenden, denn alle Betroffenen haben genug davon. Eine blockfreie Ukraine, deren Unantastbarkeit der wohl neuen Grenzen, von EU und westl. Militärbündnis sowie GUS und Russland garantiert würden. Also kein Referendum mehr, sondern ein Staatsvertrag!

Gemeinsam gegen den Terror – „Je suis Death Metal“

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Death Metal Konzert – By Mo123 CC BY-SA 3.0 Fotolink

„Wir werden schonungslos sein.“ Diese heroisch-martialische Ankündigung des französischen Staatspräsidenten François Hollande prangte nach den Pariser Anschlägen auf den Titelseiten auch der deutschen Leitmedien. Postwendend wurde als Rache der westlichen Wertegemeinschaft die nordsyrische Stadt Al-Rakka mit über 40 Luftschlägen bombardiert.

Wieviele Opfer die Bombardements unter der syrischen Zivilbevölkerung gekostet hat, wieviele Kinder zerfetzt oder zu lebenslangen Invaliden verstümmelt wurden, interessiert die Leitmedien nicht. Genauso, wie es in den Kollateralschadensmeldungen der Zeitungen untergegangen ist, dass nach dem Ausbomben eines Spitals samt Belegschaft der „Ärzte ohne Grenzen“ in Kunduz/Afghanistan nun ein weiteres Spital der Ärzte ohne Grenzen im Jemen durch Bombenangriff dem Erdboden gleichgemacht wurde. Denn was ist das schon? – Angesichts von einer Million Todesopfern, die die USA mit uns im Marschgepäck im „Kampf gegen den Terror“ (siehe Statistik der Internationalen Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges /IPPNW) zu verantworten haben, ja nur ein Klacks.

Jedenfalls braucht es uns nicht zu verwundern, dass man in den bei uns ankommenden Flüchtlingsströmen aus den dauerbedrohnten und bombardierten Ländern auch immer wieder Rollstuhlfahrer und Invalide sieht, obwohl die lebensgefährliche Reise über die Balkanroute für dermaßen gehandicappte Menschen ja eigentlich ein Wahnsinnsakt ist.

Wie auch immer, wir wollen Rache an der Rache. Denn man hat uns ins Mark unseres Selbstverständnisses getroffen. Und beim Auswählen ihrer Terrorziele im Westen sind scheinbar nicht nur dumme Mullahs am Werk, sondern durchaus kühl kalkulierende IS-Strategen – die wissen, dass man ohne professionelles Marketing am heutigen Weltmarkt der marktkonformen Demokratien keinen Erfolg hat. Und deswegen sind bei der IS natürlich auch ein paar ausgekochte Marketingspezialisten mit an Bord. Die vom Terror getroffenen Ziele dürfen bei ihrer Stammklientel nicht für Empörung sorgen, sondern sollen bei der zivilen Bevölkerung in den vom IS okkupierten Ländern Applaus bewirken. Zustimmung dazu, dass die IS-Mordbrennerbande einen Kampf für die gute Sache führt – gegen eine verachtenswerte westliche Kultur, die sich vollkommen dem Teufel geweiht hat.

Wenn uns die IS richtig viel Schaden zufügen wollte, dann gäbe es genug sensible Ziele, um das auf schnelle und effektive Weise zu erreichen. Derzeit gibt es z.B. in den Industriestaaten 438 Atomkraftwerke (siehe Statistik-Portal), die wenigsten davon sind von einem Ring an Militärschutzpersonal mit Flugabwehrgeschützen umgeben, sondern die meisten stehen wie einsame Pilze in der Gegend herum. Würde man nur ein oder zwei dieser Pilze „pflücken“, dann hätte die westliche Wertegemeinschaft keine Zeit und Ressourcen mehr, um in den Heimatländern der Mullahs Häuser und Spitäler zu bombardieren, sondern wir wären wie ein aufgestocherter Ameisenhaufen nach einem Sturm damit beschäftigt, Müll aufzuräumen und das eigene Überleben zu sichern. In einer Zeit, in der man Drohnen schon ab 65 Euro im Hobbyartikelversand bekommt und in der es am Schwarzmarkt anscheinend auch gar nicht so schwer ist, an Sprengstoff ranzukommen, erscheint so ein Attentat auch gar nicht mehr so utopisch wie noch vor wenigen Jahren.

Wäre aber auch richtig fies, so etwas zu machen. Das käme bei jedem Normalbürger, der noch nicht vollkommen fernsehverblödet ist – auch in der eigenen muslimischen Bevölkerung – genauso schlecht an wie das Bombardieren von Krankenhäusern. Wer so einen Akt befiehlt, würde wie ein Monster wider die Menschheit dastehen. Hingegen kann man monsterhafte Schandtaten sehr leicht rechtfertigen, wenn man vorgibt, gegen ein noch teuflischeres Monster zu kämpfen als man selbst ist. Die IS Ideologen dürften insofern bei Josef Goebbels in die Schule gegangen sein bzw. dessen Propagandareden studiert haben (dazu braucht man ja heute keine Bücher mehr, kann jeder Wüstenbeduine über YouTube auf seinem Smartphone studieren, während er sein Kamel füttert).

Die Anschlagsziele wurden also folgerichtig ausgewählt:

Nach den Twin-Towers in New York, einem Synonym für hemmungslosen Raubtierkapitalismus/Neoliberalismus, der Mensch, Umwelt und Ressourcen scheibchenweise verschlingt, erfolgt nun ein Schlag gegen ein Synonym desjenigen Sounds, der die Hintergrundmusik für besagten Raubtierkapitalismus abgibt: gegen den Hardrock bzw. gegen die noch tiefer gesunkene, etwas morbide Spielart des bereits senkbleischweren Heavy Metal: den „Death Metal“.

Obwohl die IS Attentäter schlecht recherchiert hatten und beim in Paris attackierten Konzert der US-amerikanischen Band „Eagles of Death Metal“ gar kein Death Metal im engeren Sinne zum Besten gegeben wurde, sondern bloß vergleichsweise harmloser „Stoner-/Garage-Rock“. Absolut jugendschutzfreie Musik jedenfalls, wie sie bei uns schon Grundschulknirpse in der Pause auf ihren Ipods hören (siehe Konzertausschnitt von ZDF-KULTUR).

Aber egal, die sonstigen Parameter des Anschlags haben dafür umso exakter gepasst: Als der Leadsänger Jesse Hughes, genannt „The Devil“, zum 6. Lied des Konzerts mit Titel „Kiss the Devil“ das Publikum zum Küssen des Teufels aufforderte, ging es mit den Kalashnikov-Salven los und die Teufelsanbeter erhielten das, was ihnen aus Sicht orthodoxer Muslime zusteht.

Während wir also angesichts des Massakers an den Konzertbesuchern zutiefst geschockt sind und auch unsere Medien nur Bilder von verzweifelten, verstörten Menschen bringen (repräsentativ dazu hat Popstar Madonna einen Tag nach den Anschlägen auf der Showbühne Tränen vergossen: „Warum soll ich zulassen, dass sie mich und euch davon abhalten, Freiheit zu genießen? An den Plätzen, an denen die Attentäter Menschen umgebracht haben, sind Menschen zusammengekommen, um Spaß zu haben. Niemand auf der Welt sollte uns davon abhalten, das zu tun, was wir lieben.“), so wird das von Millionen Menschen in Ländern des Nahen und Mittleren Ostens ganz anders gesehen. Unsere Medien berichten zwar nicht davon, aber dort vergießt kaum jemand eine Träne um die spaßsuchenden Hardrockfans, sondern dort wird applaudiert. Dort hasst man uns dafür, dass wir uns einen Dreck um das derzeitige Elend des Rests der Welt scheren, obwohl wir die Intelligenz und die technischen Ressourcen hätten, um die globalen Verhältnisse zum Guten zu wenden. Stattdessen beuten wir weiter die Ressourcen ihrer Länder aus, bombardieren und bedrohnen sie und in unserer Freizeit huldigen wir einem hemmungslosen Hedonismus. Jean Ziegler hat bereits 2008 in seinem mit dem Literaturpreis für Menschenrechte ausgezeichneten Buch „Der Hass auf den Westen“ auf den wachsenden Hass der Armen und Entrechteten und die Folgen dieses Hasses für die globale Friedenspolitik aufmerksam gemacht).

Wenn wir den orthodoxen Muslimen aus Sicht unserer westlichen Hardrock-Kultur erklären würden, dass das, was dort im Konzertsaal gerockt wird, ja gar nicht so gemeint ist, sondern die vom Job frustrierten Menschen hier am Wochenende „einfach nur Schpaß haben“ wollen, dann wird das orthodoxe Muslime nicht ganz überzeugen. Die werden sagen: Ich weiß, was meine Augen sehen und meine Ohren hören und das, was ihr betreibt, ist eindeutig teuflisch.

Und selbst wenn dort ein etwas kritischerer Bürger Zweifel daran hätte, dass bei uns alle den Rinderwahnsinn haben und deshalb notgeschlachtet gehören, bevor wir den Rest der Welt anstecken, dann braucht ein radikaler Jihadisten-Führer seinen Landsleuten nur sagen: „Ihr glaubt mir nicht? Gut, dann schaltet einfach einen der zigtausend westlichen Fensehsender ein und schaut, was die Westler so treiben.“ Nachdem die Männer im arabischen Raum noch etwas mehr Muße haben und in ihren Kaffehäusern heute genausoviel am Smartphone wischen wie sie früher in den Zeitungen geblättert haben, dauert es auch nicht lange, bis sie bei Bildern vom RTL-Dschungelcamp oder auf Tierpornoseiten landen oder eben auf Hardrockfestivals, wo riesige Areale bis zum Horizont mit jungen und älteren Menschen vollgestopft sind, die zu teuflisch fetzigen Hardrocksongs wie „Kiss the Devil“ frenetisch ausflippen – Hardrocksongs, wie sie auch den US Panzerpiloten in ihre Kabinen eingespielt wurden, damit sie mit dem passenden Sound im Ohr während der Irak-Invasion einen hohen Kill-Score erzielen und alles, was ihnen ins Visier kam, gnadenlos niedermetzeln konnten. „Let the bodies just crash down…!“ (Lass die Köper einfach aufprallen…!), war einer der ständig wiederholten Textfetzen aus dem Hardrock / Death Metal – Repertoire der US Army, wie Panzerveteranen aus dem Irak-Krieg berichten.

Mit diesem Hardrock / Death Metal Sound im Ohr haben sie in bester Laune mit Uranmunition einen Teppich des Todes über das Land gebreitet. Bereits in Wikipedia erfährt man, dass der Irak das am stärksten durch Uranwaffen kontaminierte Land ist. Die erbgutschädigende und hochtoxische Uranmunition wurde von den USA und seinen Bündnispartnern auch in Afghanistan, Libyen, Libanon, Bosnien, Kosovo und Somalia eingesetzt. Lt. einer Studie der britischen Atomenergiebehörde, welche der Londoner Redaktion des Independent zugespielt wurde, besitzen bereits 40 Tonnen verschossenes Uran-238 ein tödliches Potential für bis zu 500.000 Menschen. Alleine im Golfkrieg wurden nach Schätzungen von NGOs 330 Tonnen U-238 über Stadt und Land gepfeffert. Die Folgen des Einsatzes von Urangeschossen schildert der WDR-Filmemacher und Journalismus-Preisträger Frieder Wagner z.B. in diesem Interview: „Die Geburtsklinik von Basra war ein Blick in die Hölle“.

Death Metal ist also quasi ein Synonym für all das Elend, das die ausgebeuteten und infrastrukturell in die Steinzeit gebombten Menschen in ihren Heimatländern heute erleben müssen. Ein Synonym für das US-Frackingprinzip („Put in poison, get out money“), das derzeit zum state of the art erklärt wird und als Leitmotiv der Globalisierung dient. Und wenn nun ein paar irre Jihadisten gegen „Death Metal“ Attentate verüben, dann kann man sie bei der bildungsarmen Bevölkerung leicht als Helden verkaufen.

Dabei haben sich die Jihadisten vollkommen in der Adresse geirrt. Denn die Death Metal Rocker sind eigentlich höchst geniale Kerle, denen man den europäischen bzw. amerikanischen Kulturpreis und ein paar Ehrendoktorate verleihen sollte. Die Musiker haben es nämlich geschafft, unserem Polit-, Wirtschafts- und Finanzgeschehen DEN passenden Hintergrundsound schlechthin zu verleihen. Genauso wie auch Barock und Renaissance die passende Musik zu Ihrer Kultur hatten. Genauer gesagt ist es den Hardrockern gelungen, das, was sonst unhörbar in der Luft gelegen hat und das derzeitige Tagesgeschehen bestimmt, in eine akustische Klangwolke samt passenden visuellen Bühnenimpressionen zu transformieren und dadurch auch dem Fußvolk verständlich und anschaulich zu machen.

Nach den Attentaten in Paris wäre es daher konsequent und folgerichtig, wenn wir nun Sticker und Armschleifen mit dem Aufdruck verteilen: „Je suis Death Metal.“

Flüchtlingsterror in und aus Deutschland

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Montag, 17.8.2015. Eifel. Letztens habe ich noch ein langes Telefonat mit einem Bloggerkollegen geführt. Angst kam dabei zur Sprache – die Angst davor, sich bedenklich und nachdenklich zum Thema „Asyl“ zu äußern. Stimmt, dachte ich: da hat er Recht. Die politische Diskurs in Deutschland kennt seit Jahrzehnten nur  noch zwei Positionen: Schwarz und Weiß, Verschwörungstheorien und Regierungserklärungen. Verordnet wurde diese Position von „Oben“, was in diesem Zusammenhang heißt: von den Gästen der Bertelsmannparty, die aktuell wieder einmal eine gezielte Attacke gegen den Sozialstaat führt, der ja nach Ansicht führender Goldman-Sachs-Banker wir Mario Draghi der Vergangenheit angehören soll. Sie haben von dieser Attacke noch nichts gehört? Nun – lesen Sie doch einfach mal nach, wer Deutschland in den Ruin führt: die Arbeitslosen sind es, deren Wohnkosten (bzw. „Sozialleistungen“) in den letzten zehn Jahren um 53 % gestiegen sind (siehe Bertelsmannstiftung). Sie wissen wahrscheinlich, was das für die deutschen ausgesteuerten Arbeitnehmer bedeutet? Obachlosigkeit. Doch darüber müssen wir ein andermal reden. Nun – die Bertelsmannstiftung war die letzten Jahrzehnte an vielen Häßlichkeiten beteiligt, gibt ja auch Bücher darüber, wie sie schrittweise die Demokratie in eine Oligarchie umbaut (siehe Handelsblatt), doch auch das muss ein anderes Thema bleiben.

Schwarz und Weiß gibt es in diesem Land: entweder, man ist für die Aufnahme von Flüchtlingen, oder man ist ein Nazi. Da fällt die Entscheidung leicht, man  hat ja die freie Wahl für das Richtige: für das, was die Regierung vorgibt. Es ist auch nicht schwer, diese Entscheidung zu treffen: Menschlichkeit und Grundgesetz verlangen sie sowieso. Aus guten Grund haben die Väter des Grundgesetzes die Bundesrepublik in eine Hilfestation für Verfolgte aus aller Welt verwandelt: man konnte sich noch gut daran erinnern, dass Deutsche mal selbst dringend vor Mordschwadronen im eigenen Land flüchten mussten, dass wollte man allen anderen Verfolgten auch gönnen.

Schwarz und Weiß – die Huffingtonpost hatte das kürzlich drastisch demonstriert: nachdem sie einen Artikel über 200 prominente Deutsche schrieb, die Flüchtlinge in Deutschland begrüßen (aber nicht persönlich mit Handschlag, sondern nur mal so als rein verbale, zu nichts verpflichtende Ansage) stellte sie 200 „Hassfratzen“ an den Pranger, die sich nicht allzu positiv über Asylbewerber geäußert hatten (siehe Huffingtonpost). Die gute Oberschicht gegen die böse Unterschicht: die Traumphantasien alle neofeudaler Strukturen seit dem Mittelalter, als der Adel die mühselige Pflicht übernahm, über den leibeigenen Pöbel zu herrschen, den bildungsfernen Schichten, die nur fressen, saufen und poppen wollten … und somit die Alltagsbeschäftigungen des Adels auf unverschämte Weise nachäfften.

Ich hatte mir die Mühe gemacht, mich durch die Hassartikel zu lesen, wollte auch in die Fratze des Hasses starren, doch was ich fand war: Angst. Eine Angst, die gezielt durch das Fernsehen geschürt wird – jedenfalls kam es mir heute morgen so vor, als ich zum Frühstücksfernsehen eingeladen wurde und auf Sat 1 rührende Bilder von Partypromis fand, die große Mengen von Asylbewerbern mühsam versorgen mussten, Mangel überall, die Bilder symbolisierten eine wahre Flut von Zuwanderern, derer man auch mit großer Mühe nicht mehr Herr wird. Wer denkt sich eine solche Show eigentlich aus? Und warum wundert man sich, dass „der Pöbel“ auf solche Bilder folgerichtig mit Versorgungsängsten reagiert? Und warum führt man diesen Pöbel dann vor, als hätte er Aussatz?

Noch mehr fiel mir heute auf, als ich die Bilder sah. Wohlgenährte, kräftige junge Männer waren da zu sehen, kerngesunde Kinder, junge Frauen … und ich fragte mich: wo bleiben eigentlich die wirklich Armen? Warum sehe ich die eigentlich gar nicht in Deutschland: die, die es wirklich nötig haben? Schauen Sie mal auf die Seite „Gemeinsam für Afrika„, eine Seite, die weniger als ein viertel der Leser des Nachrichtenspiegels hat – was deutlich zeigt, wie sehr man sich in Deutschland für wirkliche Not interessiert. Dort erfahren Sie, dass dort 240 Millionen Menschen erbärmlichen Hunger leiden … und deshalb niemals bis nach Europa kommen würden. 18 Millionen Menschen verhungern im Jahr – wer interessiert sich für sie? Warum holen wir nicht erstmal mit aller Kraft die hungernden Menschen nach Europa – das wäre eine humanitäre Superleistung, auf die man sehr stolz sein könnte.

Die Angst vor den Flüchtlingen wird nicht gerade nur von den rechtsnationalen Kräften in Deutschland geschürt, auch die Zeit glänzt mit beunruhigenden Momentaufnahmen (siehe Zeit):

„5700 Flüchtlinge kamen im Juli nach Hamburg, ein neuer Rekord. Jetzt rücken Soldaten aus, die Messe öffnet ihre größte Halle, pensionierte Ärzte müssen helfen. Szenen aus einer Stadt, die an ihre Reserven geht.“

Erkennen Sie die unterschwellige Botschaft aus einer der reichsten Städte Deutschlands? „Das Boot ist voll“. Die offizielle Botschaft ist jedoch eine andere – doch sind alle Leser so gut ausgebildet, dass sie das schnell und eindeutig im Alltagsstress erkennen können? Terror pur.

Wieder einmal kommt Bertelsmann zum Einsatz, reitet eine Attacke gegen das Asylrecht – ohne dass das jemand merkt. Eine perverse, unmenschliche, inhumane Attacke im Mäntelchen der Sorge. Ach – lesen Sie selbst (siehe Zeit):

„Laut einer Umfrage sprechen sich 84 Prozent der Bundesbürger für eine zügige Eingliederung von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt aus. Die Verfahren aber dauern sehr lange.“

Der Chef des Arbeitsamtes, Oberst Weise, meldet sich in der Zeitung „Super Sonntag“ ebenfalls zu Wort (siehe SuperSonntag)

„Längst nicht alle gelten als politisch verfolgt. Viele Asylbewerber kommen in der Hoffnung auf einen gut bezahlten Job nach Deutschland – bisher aber nur mit geringen Chancen. Das sollte sich ändern, findet Bundesagentur-Chef Weise. Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank Jürgen Weise, hat sich dafür ausgesprochen, die Jobhürden für Asylbewerber und Flüchtlinge weiter zu senken.“

Was für eine Sauerei ist das denn? Da kommen schwer traumatisierte Menschen in unser Land, geplagt von Krieg, Hunger und Zerstörung – und unsere „Elite“ schaut erstmal nach, ob man die nicht an die Arbeit kriegen kann … und das ganze Volk jubelt mit? Oder soll es nur jubeln und Bertelsmann hat einfach mal nur professionelle Ausbeuter für die Studie gefragt? Traumatisierte Kriegsopfer brauchen Betreuung, Behandlung und Ruhe – keine Arbeit. Handelt es sich jedoch um Einwanderer … dann sollten wir an andere Lehren aus der Geschichte denken.

Zuvor jedoch – ein kleiner Exkurs in einem der wichtigsten Werte der demokratischen Zivilgesellschaft, ein Wert, der aktuell von Promis in der Flüchtlingsdebatte akut vorgeheuchelt aber nie konsequent gelebt wird: die Empathie. Hören wir dazu Arno Gruen (siehe srf):

„Ohne Empathie keine Demokratie, sagt Arno Gruen. Der grosse, alte Mann der Psychoanalyse aus Zürich rückt mit seinem neuen Buch «Dem Leben entfremdet. Warum wir wieder lernen müssen zu empfinden» die Gefühle ins Zentrum unseres Bewusstseins. Und stellt unsere Denkmuster komplett in Frage.“

Liebe und Mitgefühl sind die tragenden Säulen des Menschseins, sie sind angeborene Qualitäten des Menschseins, die uns zu Originalen machen … und im Laufe der nächsten 18 Jahre der „Erziehung“ ausgemerzt werden zugunsten einer Philosophie des „Kampfes aller gegen alle“, einer Philosophie, die logisch folgerichtig im zugewanderten „Anderen“ nur den Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt erkennen kann, den Konkurrenten um Futter und Lebensraum. Fragen Sie mal die 500 vernichteten indianischen Zivilisationen auf dem amerikanischen Kontinent, welche Folgen solche Völkerwanderungen für die Eingeborenen haben, für ihr eigenes Recht auf Leben. 500 Zivilisationen wurden dort vernichtet – kulturell hochstehende Zivilisationen, Zivilisationen, denen die Gründungsvätern die USA die Werte der Unabhängigkeitserklärung verdanken, Zivilisationen, die im Frieden mit ihrer Umwelt lebten, anstatt sie durch Ausbeutung zu vernichten. Völkerwanderungen – so lehrt die Geschichte – haben für die Eingeborenen katastrophale Folgen. Wer Karl May gelesen hat, kann sich daran erinnern, was mit dem „roten Mann“ geschah … und durfte sich bislang vielleicht auch ein wenig Sympathie für den „roten Mann“ leisten, bis definiert wurde, dass man bei akutem Anflug von Empathie für verachtete Eingeborene als Nazi zu gelten hat.

Liebe und Mitgefühl gehören auch den Eingeborenen, nicht nur ausschließlich jenen Asylbewerbern, die in dem Artikel in SuperSonntag schon erstaunlich offen als brutale Konkurrenten auf dem deutschen Arbeitsmarkt angepriesen werden, die nun mit Staatsgewalt ins Land gedrückt werden sollen. Wie soll der deutsche Niedriglöhner, der mit irrsinniger Selbstaufopferung versucht, der „Verhartzung“, der öffentlichen Ächtung und Verachtung zu entkommen, mit der Botschaft umgehen, dass die Konkurrenz für ihn in Zukunft härter wird, er zum „Indianer“ wird, dessen Lebensraum bedroht wird?

Erinnern wir uns kurz daran, wie es den Armen in Deutschland geht, jenem Land, dass plötzlich und überraschend sein Herz für Asylbewerber entdeckt hat. Schauen Sie sich mal den Beitrag des bayrischen Rundfunks an (siehe BR): „Warum unsere Gesellschaft die Armen verachtet“. „Prolls, Asis und Schmarotzer“ werden sie von den“Leistungsträgern“ dieser Gesellschaft genannt – unter anderem von karnevalistisch motivierten Stimmungskanonen wie Harald Schmidt. Bemerkenswert: in der Sendung kommen auch „Hassbürger“ zu Wort, die den „Schmarotzer“ eindeutig im Bereich der Asylbewerber verorten, ihnen vorwerfen, sie würden hier Urlaub machen.

Urlaub? Zur Erinnerung: genau das ist es, was wir für Asylbewerber einrichten wollen und sollen. Die sollen hier Sicherheit, Schutz und Geborgenheit bekommen und sich von traumatischen Erfahrungen einer apokalyptischen Welt erholen können – darum gibt es Asyl. Noch mal zur Erinnerung: woher kommen eigentlich die Asylbewerber? Ein Blick in die Statistik hilft (siehe Statista): die ersten sechs Plätze werden belegt von Syrien, dem Kosovo, Albanien, Serbien, Irak und Afghanistan. Da ist Krieg das Hauptübel – mal abgesehen von dem Nato-Staat Albanien. Den Kosovo hat die Nato bombadiert, Serbien wurde durch die Nato bombadiert, Irak hat die Nato-Führungsnation (mit Natofreunden) besetzt, Afghanistan wurde auch von Deutschland mitbesetzt … was uns gleich den Gedanken mitgibt, dass wir die Kosten für die Unterkunft von Kriegsflüchtlingen aus dem Verteidigungsetat bezahlen sollten: weniger Bomben, mehr Mitleid wäre die Devise für die Luftwaffe.

Wer ist übrigens Asylweltmeister? Die Frage sollten wir nicht vergessen, wir übersehen sie oft: das ist Deutschland. Nein, nicht bei der Aufnahmen von Flüchtlingen, sondern in der Klasse der Länder, deren Einwohner am häufigsten flüchten. 77 Prozent der deutschen Bevölkerung suchen regelmäßig jedes Jahr Asyl in anderen Ländern. Sie flüchten nicht vor Krieg, sondern vor schlechtem Wetter – und freuen sich, wenn sie freundlich im Ausland empfangen werden. Wir nennen das „Urlaub“ – und wir wissen selbst, wie dringend wir den brauchen (siehe FUR). Für viele Kinder jedoch gilt diese Fluchtmöglichkeit nicht, obwohl ihnen eine kleine Flucht aus dem Alltag, aus dem Leben in Armut und Verachtung sicher gut tun würde – für drei Millionen von ihnen ist dies jedoch ein Traum, der sich nie erfüllen wird (siehe FR).

Klar: der deutsche Asylant bringt Geld mit, damit auch der Grieche, der Italiener, der Spanier wie wir zum EU-Müllweltmeistern werden können (siehe Spiegel). Obwohl: dazu brauchen sie gar nicht das Geld des deutschen Wetterasylanten, das besorgt der Urlauber schon selbst – das Goetheinstitut in Russland klärt uns darüber auf, wie vernichtend die Flut der deutschen Wetterasylanten für die Umwelt und die so überfluteten Gesellschaften ist (siehe Goetheinstitut):

„„Das Abfallaufkommen, aber auch der Wasser- und der Energiekonsum durch den Massentourismus in den Urlaubsparadiesen ist immens und bringt die lokale Bevölkerung in große Bedrängnis“, erläutert Petra Bollich vom WWF Deutschland. Vor allem im Mittelmeerraum ist Wasserknappheit ein großes Problem. Täglich werden dort im Sommer zwischen 300 und 850 Liter Süßwasser pro Tourist verbraucht (in Deutschland sind es nur 150 Liter pro Kopf).“

Eine irrsinnige Zahl von 55 Millionen deutschen Wetterasylanten überfluten jährlich Gegenden mit besserem Wetter – und vernichten sie nachhaltig:

„Umweltbelastungen durch Tourismus entstehen also vor allem in Ländern, die ein sensibles Ökosystem und mangelnde Infrastruktur aufweisen. Dort werden oft rücksichtslos Hotelanlagen und Straßen ausgebaut. Ein Beispiel dafür ist die Küstenlandschaft der Iberischen Halbinsel. Auch besonders sensible Ökosysteme wie Korallenriffe werden durch zu viele tauchende Touristen oft irreparabel beschädigt.“

Diese Schäden können durch alles Geld der Welt nicht ausgeglichen werden.

Merken Sie, warum die Diskusssion über Asyl in Deutschland ein Terrorinstrument ist – eine verlogene Diskussion, die an Tiefe und Umfang der Gedanken schon durch die Betriebsanleitung für Wasserkocher überboten wird?

Doch welche Lehren sollten wir daraus ziehen?

Jenseits jeglicher politischen Vermarktung der Gedanken muss man die vernichtende Kraft von Völkerwanderungen erkennen, Völkerwanderungen, die in den letzten Jahrhunderten erstmal das Vorrecht des „weißen Mannes“ waren und Völkervernichtungen nach sich zogen und aktuell noch durch neokolonialistischen „Urlaubsterror“ fortleben – eine Terrorart, die von den so oft verachteten „Prolls, Asis und Schmarotzern“ mangels Geld am seltensten ausgeübt wird.

Ebenso darf man klar erkennen, wo die Ursachen der an sich Unfrieden stiftenden Völkerwanderungen liegen: aktuell in den Kriegen des Westens, im Feldzug der USA gegen ihre „Terrorstaaten“ – so wissen wir, wie wir die Völkerwanderung kontrollieren können und die Energien, die zu ihrer Verwaltung aufbebraucht werden, sinnvollerweise jenen Menschen zukommen lassen können, die vor lauter Hunger nicht mehr klar denken können.

Ein Beispiel, wie man´s richtig macht, liefern die Kobane-Solidaritätsbrigaden der Marxisten (siehe Kobane-Brigade), die das machen, was dringend Not tut: in den Heimatländern der Flüchtlinge die Städte wieder aufbauen. Ich denke: dafür haben die mal bei der nächsten Wahl ordentlich Stimmen verdient – jedenfalls mehr als jene Parteien, die durch immer neue Rekorde an Waffenlieferungen massenhaft für Unfrieden in der Welt sorgen und so jene Völkerwanderungen lostreten, vor denen gerade die Ärmsten der Armen in Deutschland Angst haben, weil sie fürchten, noch weiter aus ihrer Heimat verdrängt und selbst zu Flüchtlingen zu werden.

Doch noch ein weiterer Gedanke darf nicht fehlen. Das, was hier ausgeführt wurde, dürfte jedem informierten, gebildeten Menschen aus den bildungsfreudigen Schichten bekannt sein – doch wenn das so ist: warum entwickelt sich dann alles so chaotisch und ohne Plan? Jeder Dummkopf kann sich an drei Fingern abzählen, dass die Bombadierung von Ländern, die Vernichtung staatlicher Strukturen (wie exzessiv in Libyen, dem Irak, Afghanistan und Syrien geschehen) riesige Flüchtlingswellen produziert. Wenn dem so ist, kann man eigentlich nur Schlußfolgern, dass diese Entwicklung billigend in Kauf genommen wurde – wenn nicht sogar geplant war um die Fabriken des reichen Nordens mit noch billigeren Arbeitskräften zu versorgen … in einem Land, in dem 42 % aller Arbeitsverträge nur noch befristet sind (siehe Süddeutsche) das sich ständig neue Rekorde in der Teilzeitarbeit leistet (siehe Zeit) und ständig mehr Minijobs auswirft (siehe Statista), eine Entwicklung, die wohl zurecht die Frage aufwirft: wo soll das alles noch enden – außer bei Meldungen, dass Jobcenter inzwischen von privaten Sicherheitsdiensten geschützt werden (siehe DerWesten), was den eingeborenen Arbeitslosen zum Feind des Staates erklärt?

Wir sehen: der Terror in der Flüchtlingsfrage resultiert in erster Linie aus dem Faktum, dass es nur noch Schwarz und Weiß gibt. Raten Sie mal, wer gerade beständig auf allen Kanälen daran arbeitet, dass der Terror vertieft, wird, dass Ängste bewusst durch Text und Bild erzeugt werden … über deren Existenz man sich andererseits dann fürchterlich aufregt. Der Flüchtlingsterror als solcher trifft die Flüchtlinge und die „Hassfratzen“ gleichermaßen, vergebens sucht man Vernunft und Empathie in den Medien. Die Welt wird aufgeteilt in Bessermensch und Hassfratze – ein Sozialrassismus, der niemandem mehr auffällt noch irgendwen stört – so wenig, wie es stört, dass wieder deutsche Behörden von deutschen Bürgern als Parasiten reden … und diese Parasiten durch Zuwanderer zu verdrängen gedenkt.

Ein pikantes Detail am Rande: bei der Organisation „Fluchthelfer“ treffen Urlauber auf Asylbewerber, sollen ihnen helfen, ins Land zu kommen. Eine wunderbare Aktion, will man meinen – denkt man an die 240 Millionen hungernden Afrikaner, von denen einer in einem Werbevideo nach mühsamer Flucht über Sahara und Mittelmeer an Land kam, um dort von deutschen Rentnern gerettet zu werden. Eine schöne Geschichte … die ein wenig daran krankt, dass sie wohl aus den USA finanziert wird (siehe Neopresse) … aber nicht für Mexikaner gilt, die in die USA wollen. Wer in den USA wohl Interesse daran hat, den europäischen Arbeitsmarkt mit Arbeitskräften zu fluten und so den verhassten Sozialstaat mehr und mehr an seine Grenzen zu führen?

Anstrengend, das Leben jenseits der einfachen Welt von „Schwarz“ und „Weiß“, oder? Und doch muss man dadurch, um Lösungen anstelle von Parolen bieten zu können.

Um Frieden zu stiften … anstatt fortlaufend weiter Unfrieden durch Terror, Waffen und intellektuelle Dekadenz zu säen und die Verfolgten dieser Erde gegeneinander auszuspielen.

 

 

 

 

 

 

Sarah Wagenknecht in Bielefeld

Telekom Terror: ein Erfahrungsbericht.

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Freitag, 6.3.2015. Eifel. „Suche die Stille. Wir brauchen die Stille, um wir selbst zu werden, um ganz bei uns zu sein“ (Anselm Grün, 365 Tagesimpulse,Herder 2012, Seite 17, Spruch zum 23. Januar).

Wer Weisheit sucht, kann sie finden, so sagt man. Ich suche sie gelegentlich, sie hilft, den Alltag zu ertragen. Verwundert bin ich nur darüber, wer in Deutschland einem alles bei der Suche nach der Stille hilft – sogar Behörden, die Weltkonzern spielen wollen, mischen dabei eifrig mit.
Ich habe sie nun, die Stille – seit dem Tag meines Umzuges am 1.3.2015. Internet, Telefon: alles tot.

Doch fangen wir von vorne an. Wir leben ja in einem Land, dem es gut geht (dieses Mantra betet sogar die Bundeskanzlerin dreimal täglich, damit es auch wirklich alle glauben), einem Land mit einer Dienstleistungsgesellschaft, die uns Millionen von Jobs gibt und uns in eine glorreiche Zukunft führt, einem Land, in dem wir uns – ganz nach dem Vorbild unserer Führungsnation USA – gegenseitig Hamburger servieren, ohne uns noch groß Gedanken darüber zu machen, dass es auch ganz andere Formen des zwischenmenschlichen Miteinanders gäbe …. zum Beispiel sich gegenseitig erlebte, ersonnene oder erträumte Geschichten zu erzählen, gegenseitig eigene Gedichte auszutauschen, sich an eigener Kunst zu bereichern, sich gemeinsam an selbst geschaffener Musik zu erfreuen oder im gemeinsamen Tanz neue Formen der Gemeinschaft zu erleben.

Wir sind Teil einer hochtechnisierte Zivilisation, die zu den Sternen fliegt, auf dem Grund des Meeres längst verloren geglaubte Wracks aufspürt und die tiefsten, verwirrenden Geheimnisse des Atoms ergründet. Nichts – so scheint es – kann uns aufhalten, abgesehen vielleicht vom Unvermögen unserer politischen Kaste, den Frieden zu wahren – oder vom Unvermögen unserer wirtschaftlichen Kaste, die Versorgung der Bevölkerung trotz überschießenden Reichtums sicher zu stellen. Kaum etwas gibt es, was uns nicht zu gelingen vermag … es sei denn, wir wagen es, einen Umzugsantrag bei der deutschen Telekom zu stellen, wie ich es tat.

Ja, es war so um den 23. Januar herum, dass mir in den Sinn kam, für März den Wechsel des Telekomanschlusses an eine neue Adresse vorzubereiten – und schon am 27. Januar bekam ich eine Auftragsbestätigung. Doch – welch´ Schreck: der „Bereitstellungstermin“ war erst am 5.3.2015. Als jemand, der auch Online-Banking macht, online einkauft und nebenbei als Autor aktiv ist, einfach nur unangenehm. Doch – man ist ja ein Mann der Tat (dummerweise, wie die Geschichte zeigt) und ruft ein zweites Mal bei dem Konzern an. Wie üblich die normale Prozedur: man wird mit geschmackloser Musik vollgedudelt, redet mit einem Roboter, dessen Spracherkennungssoftware jederzeit von den Geräuschen der Kinder im Hintergrund überfordert wird und einen deshalb schier endlos auffordert, doch erst mal sein Anliegen zu nennen.

Ich kann inzwischen „Umzug“ in mehreren Dutzend Variationen formulieren, meine Trefferquote beim Roboter ist enorm hoch – nur falls jemand mal Hilfe braucht bei der Kommunikation mit einem Kommunikationsanbieter.

Der zweite Anruf verlief so freundlich wie der erste: in der Tat habe ich an der Freundlichkeit der Mitarbeiter nichts auszusetzen – von einer Ausnahme mal abgesehen.

Mitarbeiter Nummer zwei empfahl mir dringend, den Auftrag zu stornieren, ich würde dann nach drei Tagen eine Bestätigung der Kündigung erhalten und könnte dann den Auftrag neu erteilen – mit „Eilantrag“. Allerdings kam die Bestätigung der Kündigung nicht nach ein, zwei oder drei Tagen, weshalb ich am vierten Tag nochmal anrief.

Mein Fehler.

Der wie üblich äußerst freundliche Mitarbeiter teilte mir mit, dass eine Stornierung des Auftrages völliger Nonsens sei, das könne man viel einfacher machen. Er versprach, sich um alles zu kümmern und sich umgehend bei mir zu melden, wenn er weiter weiß.

Ich hörte nie wieder von ihm, auch nicht von Mitarbeiter Nr. 3, 4 und 5, die ich in den nächsten Tagen anrief, um das Schweigen zwischen mir und dem Konzern etwas aufzulockern. Alle versicherten mir aber, dass Nr. 2 ein Idiot sei.

Nr. 6, 7, und 8 halfen mir dann wirklich weiter. Das „Storno“ hang im System fest, so erfuhr ich, möglicherweise könne es Mai werden, bis das System einen neuen Antrag frei gab.

Ich rief bei der Konkurrenz an. Ein Telefonat mit einem gut informierten Mitarbeiter zeigte: das war auch keine Lösung … zudem fiel mir auch wieder an, dass ich die Konkurrenz schon mal aus preislichen Gründen in Erwägung gezogen hatte: ich bekam zwei Verträge zugeschickt, zwei Rechnungen ausgestellt, aber nie auch nur einen leisen Pieps im Hörer meines Telefons. „Kassieren JA, liefern: NEIN“ – so das weit verbreitete Motto der spezifisch deutschen Dienstleistungsgesellschaft“.

Hilfe brachte der 13.2. 2015: überraschend erhielt ich doch schon vor Sommeranfang die Bestätigung der Stornierung. Ich sann ein wenig nach und wurde mutig, rief noch mal an, diskutierte den Fall mit einem neuen Mitarbeiter, der den Auftrag gleich noch mal aufnahm. Es lief sogar ganz besonders super: ich erhielt gleich ZWEI Auftragsbestätigungen mit unterschiedlichen Auftragsnummern … und dem lustigen Hinweis, dass am 26.2. alle meine Leitungen am alten Wohnort abgeschaltet werden sollten. Natürlich: am 24. März wäre dann der neue Bereitstellungstermin.

Ich hätte gerne mein Gesicht gesehen. Oder …. vielleicht lieber doch nicht. Diesen Ausdruck von Ratlosigkeit, verbunden mit Abscheu, Ekel und Entsetzen sollte man sich vielleicht doch ersparen.

Mitarbeiter Nr. 10 war dran – der Arme. Der Fall hatte inzwischen eine Komplexität erreicht, dass man lange zuhören musste, um das Problem zu verstehen. Ich hatte aber Glück und erwischte eine Frau und kein Alpha-Telekomiker, der mir am Hörer noch seine allumfassende Kompetenz beweisen musste, damit er eine gute Bewertung bekommt. Ihr konnte ich auch mein Anliegen klar machen: ich wollte auf jeden Fall so schnell wie möglich wieder online sein.

Sie wusste Rat. Ich sollte – völlig Gratis – einen „Stick“ zugeschickt bekommen, zusätzlich eine „Data for free“-Karte. Damit – so dass Versprechen – würde ich übergangsweise alle Onlinegeschäfte erledigen können.

Aha – die Welt war doch eine Kugel, Deutschland geht es doch prima – und es gibt auch noch das Gute auf diesem Planeten.

Einen Tag später bekam ich eine Mobilfunkkarte zugeschickt … als Laie wusste ich nicht, was ich damit anfangen sollte. Mitarbeiter Nr 11 und 12 konnten mir auch nicht weiterhelfen, für T-Mobile-Angebote waren sie nicht zuständig, aber Nr. 13 hatte schon mal davon gehört, verband mich mit Nr. 14, der mich an Nr. 15 weiterleitete.

Die Dame war verblüfft über meinen Anruf … und erklärte mir erst mal, dass ich mit der Karte ohne Stick nichts anfangen konnte. Den können sie mir aber – welch´ glückliche Fügung – für lockere 89 Euro verkaufen. Ich schluckte kurz … und lehnte dann ab, worauf sie mir erklärte, sie würde dann die Karte löschen, da ich sie ja nicht brauchen würde.

Mitarbeiter Nr. 16 war gefragt. Er verstand nicht, worum es ging. Mitarbeiter Nr. 17 hatte noch nie etwas von „Data for free“ Karten gehört. Dann ein Anruf: Mitarbeiterin Nr 18 wollte die von der Kollegin stornierte Karte freischalten. Sehr freundlich. Ich versuchte, dass Problem mit ihr zu besprechen … vergeblich.

Mitarbeiter Nr. 19 war hilfreicher, bestätigte, dass es Mitarbeiterin Nr. 10 gelungen war, die Abschaltung meiner alten Anlage zum 26.2. zu verhindern … dafür könne es aber sein, dass ich gar kein DSL bekomme, ja: man wisse noch nicht mal, ob man am neuen Ort nicht noch Bauarbeiten ausführen müsste … da könnte es ganz leicht Sommer werden.

Aber vielleicht wäre ja Telefon möglich.

Ich schielte derweil zu meinen alten Trommeln, die für mich die letzte Möglichkeit der Telekommunikation zu werden drohten. Nr. 19 schickten auch eine neue Data for free-Karte zu, die mich allerdings nicht mehr zum Tage meines Umzugs erreichte. Darüber sprach ich mit Nr 20 („solche Karten haben wir nicht“), Nummer 21 („ich mische mich da besser nicht ein“ … eine weise Entscheidung) und Nummer 22 („warten wie lieber noch ein wenig“).

Wer mir versichert hatte, das es solche Karten nur einmal im Leben gibt, weiß ich nicht mehr genau.

Der Privatkonzern „Amazon“ schafft es, mir Waren innerhalb von 24 Stunden zu liefern – auch ohne Aufpreis. Der Weltkonzern Telekom braucht für Post von Bonn nach Simmerath vier Tage. Da kann man den Weg auch zu Fuß schaffen.

Alles war jedoch vergeben und vergessen, als die Karte dann doch im Briefkasten lag. Einen Stick hatte ich mir inzwischen besorgt, brauchte nur noch die Aktivierungshotline anrufen und schon hätte mich die Welt wieder gehabt.

Wie üblich identifizierte ich mich mit meiner Adresse (die neue war endlich im System angekommen) und meinem Geburtsdatum. Doch was 22 mal gut ging, klappte diesmal nicht.

„DAS IST FALSCH, ICH WERDE DIE KARTE NICHT AKTIVIEREN!“ … so die Antwort von Nr. 23.

35 Jahre war ich Kunde bei der deutschen Telekom (früher einfach: POST). 35 Jahre lang arbeiteten die mit meinem Geburtsdatum – nur der nicht. Er wurde auch immer unfreundlicher („falscher Tag, falscher Monat, falsches Jahr!“– ich stahl ihm offensichtlich wertvolle Lebenszeit mit meinem Anliegen und er wies mich an, dass für mich teure Gespräch zu beenden und mich wieder an den Umzugsservice zu wenden.

Mitarbeiter Nr. 24 kam zum Einsatz. Auch er hatte ein anderes Geburtsdatum von mir, war aber offensichtlich weiblich und konstruktiv … sie lies mich wenigstens raten. Wieso die anderen Mitarbeiter mich mit meinem Geburtsdatum identifizieren konnten, erschließt sich mir bis heute noch nicht. Natürlich durfte man mir nicht sagen, welches Geburtsdatum man für mich ausersehen hatte (ja: der greift der Datenschutz), doch ich hatte Erfolg mit meiner ersten spontanen Eingebung: dem Geburtstag meiner Ex-Frau.

Danken für Gott dem Herrn (oder der Natur, hilfreichen Geistern oder dem unförmigen, geistlosen Urschlamm) für die Gabe der Intuition – ohne sie wären 35 Jahre Kundenbeziehungen zur deutschen Telekom einfach im Nichts verschwunden.

Warum meine Ex-Frau nach zehn Jahren Trennung und acht Jahren Auszug spontan im System auftauchte, dessen Rechnung nur meinen Namen auswies, wird wohl immer ein Rätsel bleiben. Wie sie in des System von T-Mobile kam, wo sie doch nie ein Handy hatte, wohl auch.

Was machen wohl die Menschen, deren Geburtsdatum falsch eingegeben worden ist?

Nun … von denen hört man nie wieder etwas.

Mitarbeiter Nr. 25 sollte dann meine Bestellung neu aufnehmen, war aber nicht zuständig, leitete mich weiter in die Handyabteilung … was wohl auch ein Wunder für sich war, da es sich um einen eigenständigen, ganz anderen Konzern handelte. Nr 26 war auch nicht zuständig, leitete mich dann weiter zu Nr. 27 … dem letzten menschlichen Wesen, mit dem ich jemals am ordentlichen, normalen Telefon verbunden war – irgendwo an der Nordsee.

Sie versprach mir, mir umgehend eine neue Karte zuzusenden, die aber erst am Montag ´rausgehen sollte.

Das ist jetzt fünf Tage her. Mein Notfallhandy (ich darf ohne Handy oder Begleitung aus gesundheitlichen Gründen keine Wanderungen mehr durch Wald und Moor machen – dringender Rat von Arzt und Physiotherapeut) verliert langsam sein Restguthaben.

Mein Mitmieter hatte gleich am Tage meines Auszuges die Telefonanlage abgebaut, so dass ich auch dort nicht mehr telefonieren kann (das ist jedoch eine andere Geschichte).

Stille herrscht.

Ich kann endlich ganz ich selbst werden, kann ganz bei mir sein … der Weltkonzern Telekom als Dienstleister in Sachen Selbstfindung im Sinne christlichen Mönchtums … wer hätte das gedacht.

Ich habe jedoch auch einiges gelernt.

Mitarbeiter Nr. 2 (der „Idiot“ – dem Akzent nach mit „Migrationshintergrund“) war der Weiseste von allen, in der Tat ist die komplette Stornierung des Auftrags der sicherste Weg gewesen, Chaos zu vermeiden, wie ich heute weiß.

Was man nie machen sollte … NIE, NIE, NIE!!! … einen laufenden Auftrag umschreiben und in einen Eilauftrag zu verwandeln. Niemals …. der ganze Konzern ist dadurch überfordert. Das weiß ich jetzt von Mitarbeitern, die nach Nr. 7 folgten. Das Problem ist im Konzern bekannt – jedenfalls bei denen, die dort arbeiten.

Die Führungsetage ist offensichtlicher eher mit anderen Dingen beschäftigt – Maximierung der eigenen Bezüge, nehme ich mal an. Ist ja in der Politik genauso.

Ich habe gelernt, dass ich Telekommitarbeiter immer mit „äußerst zufriedenstellend“ bewerten muss – sonst sind Arbeitsplätze in Gefahr. Finde gut, dass ich die richtige Formulierung gleich mitgeliefert bekomme, man will ja einen Fehler machen.

Der Umzugsservice der Telekom sitzt in Trier, Chemnitz und Augsburg. Qualitätsunterschiede sind nicht zu erkennen.

Die Mitarbeiter sind wirklich freundlich, hilfsbereit und kommunikativ, es macht eine Freude, mit ihnen zu reden … obwohl sie so hilflos, ratlos und ohmächtig sind – was ich ihnen nicht anlasten kann. Rädchen in einem System, dass sich schon längst verselbständigt hat.

Gruselig, das die Frage unserer Ernährung, unserer Versorgung mit Energie, ja, sogar die Frage nach Krieg und Frieden von den gleichen Systemen abhängig ist. Nein – nicht von der Telekom, sondern von Organisationsstrukturen, die ein nicht mehr zu kontrollierendes Eigenleben entwickelt haben, gegen dass der einzelne Mensch völlig ohnmächtig ist.

Es ist eine interessante Erfahrung, die Funktionalität eines solchen Systems im Detail studieren zu dürfen – auch wenn ich nun niemals jemanden meine Erfahrungen mitteilen kann.

Man erinnert sich aber daran, wie weise es war, die Angelegenheit der Kommunikation einer Behörde zu überlassen, die nicht beständig Mitarbeiter auswechselt, die nicht ganz so „äußerst zufriedenstellend“ arbeiten, dafür aber im Laufe ihres Lebens die Chance haben, das System zu verstehen, es begleitend verbessern oder geschickt um Nutzen des Kunden überlisten zu können. Wo kämen wir aber hin, wenn die Bonizähler so ihre Macht über die Rädchen im System verlieren würden, wo kämen wir hin, wenn jeder Kunde erkennen könnte, dass der Schalterbeamte das System besser versteht als der Großmufti … bzw. „Chief Exekutive Officer“.

Wissen Sie, dass es Wissenschaftler gibt, die die Grundbedürfnisse des Menschen wesentlich weniger konsumlastig definieren als es der von uns so hoch gelobte Maslow mit seiner aufgeblasenen Bedürfnisspyramide tat? Nahrung, Obdach, Kommunikation – so die Alternative zu jenen Bedürfnissen, die ohne gleichzeitige Heiligsprechung des EGO auskommen.

Zur Sicherstellung dieser Bedürfnisse auch in Krisenzeiten haben Familien Gemeinschaften gegründet, Städte erbaut, Staaten geschaffen.

Was für eine Leistung.

Und wie endet die Geschichte?

Durch einen beständig fortschreitenden Konzentrationsprozess, getrieben durch den Renditezwang anonymer Anleger hat sich die Menschheit in die Sklaverei von Systemen gegeben (oder wurde dort hineingezwungen), die die besten Absichten haben, die freundlichsten Mitarbeiter, die ausgefeilteste Technik … und keinerlei Qualitäten bezüglich Effizienz, zielorientierte Umsetzung oder ressourcenschonenden Prozessablaufes aufweisen können.

Wundert es Sie wirklich, dass Wirtschaft, Politik und Gesellschaft beständig weiter degenerieren, trotz des Einsatzes enormer finanzieller Mittel, dass wir unlösbare Weltwirtschaftskrisen produzieren – trotz einer Rekordzahl an „Experten“, die den Prozess genau beobachten, wieder am Rande eines Weltkriegs balancieren (bzw. den schon seit Jahren unter dem Titel „Kampf gegen den Terror“ unbemerkt führen), trotz einer nie dagewesenen Anzahl professioneller Diplomaten und beständig mehr prinzipiell unantastbare Grundsätze unseres sozialstaatlich konzipierten Grundgesetzes mit Füßen treten?

Wir gleichen einem Zug, der schon vor Jahren aus dem Gleis gesprungen ist, aber mit Volldampf nach vorne prescht, weil nur noch Geschwindigkeit zählt – und das stetig steigende Gehalt des Zugführers.

PS: die Angst der Mitarbeiter vor schlechter Bewertung war während der Telefonate spürbar. Ich habe die Geschichte deshalb ein wenig modifiziert (abgesehen von Nummer 2), die Reihenfolge etwas verändert, einige Aussagen vertauscht: mir ging es um einen Erfahrungsbericht, nicht um eine Strafanzeige oder um die Erstellung eines Dokuments zur Verfolgung von 26 Mitarbeitern. „Hire and fire“ ist zwar eine heutzutage gern benutzte Strategie des mittleren und gehobenen Managements, doch sie führt letztlich nur dazu, dass man beständig mit neuen Leuten zu tun hat, die die Fehler ihrer Vorgänger wiederholen,anstatt aus ihnen zu lernen. An dem Prozess möchte ich nicht mitarbeiten.

PS 2: Der „Data for free“-Stick kam nie an. Ich habe Angst, nach seinem Verbleib zu fragen. Dank des heutigen Technikerbesuches klappt ja auch wieder alles. Hoffentlich.

AKUTER TERRORALARM IN DEUTSCHLAND! MILLIONEN IN GEFAHR!

Digital StillCamera

Samstag, 24.1.2015. Eifel. Heute vor fünfzehn Jahren ist mein Vater gestorben – im Alter von 69 Jahren. Er war Handwerker, hat sich mühsam einiges aufgebaut – durch unermüdliche Arbeit. Sein Arbeitsleben musste er – wie so oft im Handwerk – vorzeitig beenden: Verschleiß hatte ihm die Kniescheiben zerschossen. Ich bin froh, dass er gestorben ist – nach vielen häßlichen Erfahrungen in der Jugend und im Krieg hatte er – als politisch interessierter Mensch – immer noch die Hoffnung, dass sich alles mal zum Besseren wenden wird, dass für den „kleinen Mann“ irgendwann mal das Ende des Leidens erreicht sein wird. Ich bin froh, dass er die Verwerfungen, Verrohungen und Vernichtungsfeldzüge gegen den „kleinen Mann“ nicht miterleben musste, das hätte ihn sehr mitgenommen – so konnte er ruhig einschlafen: im Jahre 2000 hatte er noch einen erfolgreichen Sohn, fünf Enkel, die ihn vergötterten und eine Ehefrau, für die er mit äußerster Sparsamkeit sehr gut vorgesorgt hatte.

Was hätte es ihn getroffen, wenn er hätte miterleben müssen, wie der Staat die flächendeckende Zwangsenteignung von Arbeitslosen eingeführt hat. Er – als jemand, der schwere Küchen bei fremden, reichen Leuten aufbauen musste – wusste genau, dass man sich mit dieser Arbeit die Gesundheit ruiniert wie ein Leibeigener im alten Rom … und das der „kleine Mann“ deshalb den Schutz des Staates benötigte. Das dieser Staat – der eigentlich demokratisch und rechtsstaatlich sein sollte und laut Grundgesetz ein sozialer Staat sein sollte, fünfzehn Jahre später ein Terrorstaat ist, ein Staat, der mit sadistischer Freude „Druck ausübt“ … wie es vornehm in Regierungskreisen heißt hätte ihn sehr getroffen. Man Vater hätte noch gewusst, welches Wort der kleine Mann für diesen „Druck“ hat: Folter!

Ja – als jemand, der Hitlerjugend noch live miterlebt hat, hätte er gewusst, dass es Zeit zum Fürchten gewesen wäre, wenn er erfahren hätte, warum sich eine Freundin von mir von Facebook verabschiedet hat: sie hatte von einer Bekannten erfahren, dass das Jobcenter Arbeitslose über Facebook kontrolliert – und nach zwei Wochen Facebook-Abstinenz empfing der Sachbearbeiter die Bekannte mit den Worten „Na – man hat ja lange nichts mehr von ihnen gelesen!“. Laut einem Bericht von „gegen-Hartz“ ist die flächendeckende Onlineüberwachung von Arbeitslosen immer wieder angestrebt doch offiziell gescheitert (siehe gegen Hartz) – inoffiziell jedoch gehen die Mitarbeiter ganz aus eigenem, perversem Antrieb heraus dieser Arbeit gerne nach.

Als jemand, der noch live die Zeit miterlebt hat, als in Deutschland jeder jeden ausspionierte und man sich nicht den aller kleinsten Fehler erlauben durfte, weil selbst das geringste Maß von Nonkonformismus tödliche Folgen hätte haben können, hätte er gewusst und folgerichtig beurteilen können, was es bedeutet, wenn Hartz IV-Bezieher zwangsweise vorgeführt werden (siehe gegen-Hartz).

Was Nationalsozialismus im Alltag wirklich bedeutet – dafür hat der kleine Mann ein besonderes Gespür, denn er wird das erste Opfer. Die pseudointellektuellen Schöngeister und Feinbieger der Historie werden als Funktionselite in jedem System gebraucht – und es ist schauderhaft zu sehen, wie sie heute jeden Vergleich mit den dunkelsten Jahren der deutschen Geschichte scheuen und so Wegbereiter für die Wiederholung werden.

Die Folgen, die dieser Ausfluss gelebten Unmenschentums nach sich zieht, sind gruselig – so gruselig, dass zehn Jahre später sogar die ansonsten äußerst regierungskonformen Bezahlmedien kritische Bemerkungen zulassen (siehe Süddeutsche):

„Die vergangenen zehn Jahre zeigen: Das Hartz-IV-System ist ein unglaublich rigides Armutsregime. Deutschland lebe über seine Verhältnisse, heißt es doch immer. In Wahrheit geben sich immer mehr Menschen mit immer weniger zufrieden – in einer Gesellschaft die ansonsten immer reicher wird. „Hartz IV bewirkt eine Anspruchsreduktion, die mit einer Traumatisierung einhergeht“, sagt Butterwegge. Die Menschen nähmen sich selbst zurück. „Sie werden gedemütigt und demoralisiert“.“

Die Ausmaße, die dieses Armutsregime angenommen hat, erreichen Dimensionen des NSA-Skandals – nur werden die in den etablierten Medien mit Rücksicht auf das Establishment (dem man ja selber angehört) nicht veröffentlicht, wer nach der Wahrheit sucht muss akribisch nach Details fahnden … und manchmal hilft nur der Zufall: 2012 schreib Alan Posener für die Welt einen Artikel über Beamte, einer davon war beim Jobcenter tätig. Nebenbei erfuhr man Erstaunliches (siehe Welt):

Herr Jacobi hat via Computer den Zugriff auf 42 Millionen Datensätze. Das entspricht der Hälfte der Bevölkerung. Wer staatliche Leistungen beantragt, verzichtet faktisch auf die Privatsphäre.

Das war 2012. Wie viele sind es heute?

Vielleicht stößt die Zahl auf Unglauben – aber in einem Artikel des Spiegel aus dem Jahre 2015 erhalten wir eine Bestätigung seitens des DGB, dem langsam einfällt, dass das System Hartz IV dem kleinen Mann das Genick gebrochen hat … damals noch mit Zustimmung der Gewerkschaften (… und der Kirchen) (siehe Spiegel):

Rund 15 Millionen Menschen haben demnach in den vergangenen zehn Jahren zumindest zeitweilig Hartz IV bezogen.

Zahlen, die nacktes Entsetzen auslösen sollten. Beziehen Jugendliche Hartz IV, werden natürlich auch die Daten der Eltern erfasst: man ist ja „Bedarfsgemeinschaft“, ebenso kommen die Partner ins Visier der Behörde – auch bei Geschiedenen. So kommt man leicht auf 42 Millionen Datensätze. Allein aber 15 Millionen Menschen, die – zumindest zeitweilig – von Hartz IV abhängig sind, zeigt das große Versagen des sterbenden Kapitalismus: „Vollbeschäftigung“ ist weit entfernt: von 40 Millionen arbeitenden Menschen haben 37 Prozent keinen ordentlichen Arbeitsplatz. Schauen wir mal zurück zu den Zeiten der großen Weltwirtschaftskrise … und bleiben bei Wikipedia, dessen Ruf nur dann besser wird, wenn man es öfter benutzt (siehe Wikipedia):

„Im Februar 1932 erreichte die Krise auf dem Arbeitsmarkt ihren Höhepunkt: Es standen 6.120.000 Arbeitslosen, also 16,3 % der Gesamtbevölkerung, nur 12 Mio. Beschäftigte gegenüber. Zu den Arbeitslosen könnte man auch noch die große Masse der schlecht bezahlten Kurzarbeiter und Angestellten zählen, aber auch die kurz vor dem Ruin stehenden Kleinunternehmer.“

Na – wird ihnen schon mulmig? Da wir eine Gesamtbevölkerung von 80 Millionen haben, übertreffen wir mit 15 Millionen Menschen in prekären Situationen die 16,3 % im Jahre 1932 – schon jetzt: wir sind bei 18,75 %.

Angefangen hatte es laut Bundeszentrale für politische Bildung ganz harmlos (siehe BpB):

„Im Winter 1929/30 gab es bereits mehr als drei Millionen Arbeitslose, die materiell weitaus schlechter abgesichert waren als heute. Es entstand ein Teufelskreis aus sich verringernder Kaufkraft, zurückgehender Nachfrage, sinkender Produktion und weiteren Entlassungen.“

Diesen Teufelskreis kennt der deutsche Einzelhandel auch: der „Tante-Emma-Laden“ ist nicht mehr finanzierbar – mit enormen Kosten für die Umwelt, der nächste Supermarkt muss erstmal erreicht werden.

Nur ein kleiner Ausflug in die Geschichte Deutschlands – und man weiß, wo der eingeschlagene Weg enden wird: am Ende das Kapitalismus steht alternativlos die Massenvernichtung unnützen Menschenmaterials: notfalls auch als Vernichtung durch Arbeit. Geht ganz einfach: beim Essen sparen, zum Arbeiten zwingen – der Erfolg stellt sich automatisch ein.

Das muss gerade uns Deutschen auch im Jahre 2015 klar sein, denn so harmlos wie es die „Bundesagentur für Arbeit“ darstellt (und obszönerweise sich selbst sogar in einer großen Weihnachtskartenaktion lobt – siehe gegen Hartz), ist das Terrorregime nicht. Abgesehen von einer enormen Zunahme psychischer Erkrankungen geht es Arbeitslosen (und ihren „unschuldigen“ Kindern) auch physisch an den Kragen … ganz nach dem Prinzip „Vernichtung durch Arbeit“ (siehe Heilpraxis.net):

„Mediziner schlagen Alarm: In Deutschland existiert ein „versteckter Hunger“. Betroffen sollen Millionen von Erwachsenen und Kindern sein. Der Grund: Die Hartz IV Regelleistungen reichen kaum aus, um sich aus Ernährungswissenschaftlicher Sicht vollwertig und ausreichend zu ernähren. Die Folgen sind vor allem für Kinder fatal: Wachstums- und Entwicklungsstörungen sowie zum Teil schwere Krankheiten können aus der Mangelernährung entstehen.“

Wem die Quelle zu unseriös ist, dem kann ich schnell helfen – mit einem Artikel im Tagesspiegel über „Grüne Woche“ in Berlin, zu der sich 70 Agrarminister aus aller Welt eingefunden hatten (siehe Tagesspiegel):

„Bei uns muss niemand hungern – dieser Satz stimmt so leider nicht. Zwar ist chronische Unterernährung in Deutschland heute äußerst selten, doch die Menschenrechtsorganisation FIAN hat beobachtet, dass immer mehr Menschen in Deutschland nicht in der Lage sind, sich „angemessen und in Würde zu ernähren“. Besonders betroffen sind Kinder aus Hartz-IV-Haushalten, Rentner und Flüchtlinge. Die Tafeln feiern in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Es ist ein trauriges Jubiläum. „Dabei geht es nicht nur darum, satt zu werden, sondern darum, gesund zu bleiben“, sagt Ernährungswissenschaftler Hans Konrad Biesalski von der Uni Hohenheim. „Viele Deutsche leiden unter verstecktem Hunger.“

Ja – am Ende des Kampfes gegen den Hunger ist der Hunger als Vernichtungsinstrument nach Deutschland zurückgekehrt … nur wird diese Wortwahl emsig vermieden, denn an den Enteignungen der Arbeitslosen verdienen viele Funktionsträger des Kapitalismus ganz gut: so manch ein Journalist, Beamter, Abgeordneter oder Manager hat mit der Ersteigerung von enteigneten Immobilien von Arbeitslosen super Geschäfte gemacht …. und alle möchten diese Geschäfte auch weiter machen. An den Juden hatte man dereinst auf diesem Wege auch gut verdient.

Ja – es werden kritische Stimmen gegen Hartz IV laut – und auch manch ein etabliertes Medium veröffentlicht sie (siehe Spiegel):

„Die Hartz-Reformen haben tatsächlich dazu beigetragen, die Arbeitslosigkeit in Deutschland zu verringern, gerade weil sie den Druck auf Arbeitslose erhöht haben.Um nicht in Hartz IV abzurutschen oder auch nur um der Gängelei vom Amt zu entkommen, sind Arbeitslose heute eher bereit, eine schlecht bezahlte oder sonstwie unattraktive Stelle anzunehmen.“

Darf ich nochmal daran erinnern, dass „Druck von oben“ „unten“ als Terror ankommt? Als enorme Beschneidung der Grundrechte, als widernatürlicher Eingriff in die Marktwirtschaft zuungunsten des „kleinen Mannes“, der sich zu Tode schuften soll – bei anhaltender Mangelernährung?

Hässlich, wenn man so der modernen Gegenwart die Maske vom Gesicht zieht, oder? Nun – wie im Dritten Reich profitieren auch Millionen von dem System … und wer davon profitiert (und das ist immer noch die Mehrheit) kann mit der Vernichtung von Juden gut leben – erst recht, wenn man durch deren Enteignung noch das eine oder andere Schäppchen machen kann.

Was nur vergessen wird: wir haben noch nicht 1942, sondern eher 1932. Noch existiert die Demokratie, noch steht die Sozialstaatsverpflichtung als grausamer Scherz im Grundgesetz. Das kann sich ganz leicht ändern, wenn US-Konzerne im Rahmen der geheimen Freihandelsabkommen den Sozialstaat als „Marktverzerrung“ wegklagen – am besten noch durch eigene Schiedsgerichte.

Ist die historische Verurteilung der Hartz-Gesetze zu hart? Ist sie ungerecht? Vielleicht sogar eine Verhöhnung der Opfer des Nationalsozialismus?

Wer so argumentiert, demonstriert ein historisches Wissen weit unter Hauptschulniveau, versucht, ein Gutmenschenstammtisch-Blabla gesellschaftsfähig zu machen, dass die NS-Zeit selbst als „versehentlichen Ausrutscher“ entschuldigt, anstatt anzuerkennen, dass der Kapitalismus die Haupttriebfeder der geschichtlichen Entwicklung war, dessen Notwendigkeiten nur jemanden suchten, der sie umsetzen konnte, um sein Ende herauszuzögern.  Es ist pure Feigheit, die so argumentiert – denn die Erkenntnis, dass die Gleise nach Auschwitz gerade wieder aufgebaut werden, würde zum Handeln zwingen … Handeln gegen eine sterbende Wirtschaftsform, von der wir alle – ja ALLE – abhängig sind. Zu grausam für die Nutznießer einer Spaßgesellschaft, die sich köstlich amüsiert, wenn ihre „B- und C-Promis“ wieder Würmer fressen müssen, ohne zu erkennen, dass diese Perversion menschlichen Seins sie schon ganz nahe an den Humor der alten Judenwitze heranbringt.

Ich möchte dazu mal Matthias Kaufmann vom Spiegel zitieren, der einen bemerkenswert kritischen Artikel zu Hartz IV geschrieben hat (siehe Spiegel):

„Im Rückblick erstaunt die Selbstverständlichkeit, mit der die Erwerbslosen als dreiste Kostgänger des Sozialstaates dargestellt wurden. Kanzler Schröder selbst produzierte 2001 geschickt ein Schlagwort: „Es gibt kein Recht auf Faulheit in unserer Gesellschaft.“ Auf den Arbeitsämtern, fügte Schröder an, solle öfter von den Sanktionsmöglichkeiten Gebrauch gemacht werden, wenn jemand sich nicht richtig um einen Job bemühe.

Schröder sagte nicht platt: Die sind alle faul. Aber er gab zu verstehen, dass er Faulheit beim Thema Arbeitslosigkeit für ein zentrales Problem hält. Der Ton in der Debatte war gesetzt.

Und er wurde schriller. Das spiegelt sich in den Zeitungen der Zeit wider. Am aggressivsten las sich die „Bild“, sie schrieb immer öfter schlicht von den „Faulen“, vom „ausgeplünderten Sozialstaat“ und von „Schnorrern“, denen der „Fahnder vom Amt“ auf die Pelle rücken müsse. Selbst ein „Bild“-Artikel, in dem berichtet wurde, dass nur 2,4 Prozent der Arbeitslosen heimlich dazuverdienen, wurde überschrieben: „So schamlos zocken Sozial-Betrüger ab“.“

Diese Entwicklung bedeutet das Ende der Demokratie in Deutschland – und den Anfang eines Terrorstaates, der jene Menschen drangsalierte, entrechtete und enteignete, die für den Kapitalismus nicht mehr profitabel genug waren.

War es wirklich Gerhard Schröder? Ich denke: hier wird ein Ex-Kanzler abgeschossen, der gerade zu putinfreundlich geworden ist. Bis heute herrscht wenig Klarheit darüber, wieso die von Peter Hartz geforderten Regelsätze von 500 Euro so drastisch gekürzt wurden, dass sie nur noch zur Mangelernährung reichten und ausreichende Bildung nicht mehr möglich machten. Erschreckend trotzdem die Erkenntnis, wie sich vor zehn Jahren blitzartig eine Allianz von Menschenjägern gebildet hat, die genau wussten, wer Schuld war am Untergang des Kapitalismus: der arbeitslose Mauerer mit Rückenproblemen, den jenseits der magischen „vierzig“ keiner mehr einstellen wollte, weil man –  betriebswirtschaftlich folgerichtig gedacht – die Ausfalltage durch Krankheit fürchtete.

200 Euro mehr im Monat – so der heutige Satz bei adäquaten Steigerungen – und Arbeitslose könnten sich wenigstens zu Vorstellungsgespräche angemessen kleiden … aber das war ja nicht gewollt. Man musste Millionen von Menschen opfern, um den Reichtum der anderen zu sichern: eine Wirtschaft betrieb Kannibalismus.

Darf man so etwas nicht zurecht „Terror“ nennen? Einen Terror, der in den letzten zehn Jahren mehr Menschen das Leben gekostet hat als jede Form des Islamismus?

Doch dagegen geht niemand auf die Straße – denn hier droht, wirkliche, echte Gefahr. Man würde sich mit „Mächten und Gewalten“ anlegen, die eine wirkliche, echte Gefahr darstellen und aktuell Millionen von Deutschen (darunter auch 1,6 Millionen Kinder) bewusst und absichtlich einer Vernichtung durch Mangelernährung zuführen … mein Vater hätte gewusst, dass es das schon mal gegeben hatte.

Damals nannte man die Vernichtung „Umsiedlung“. Heute „Fördern und Fordern“.

Damals waren die Opfer „Juden“. Heute „Faule“.

Die Definition von „faul“ kann ich Ihnen gerne sagen: Faul ist jeder, dessen Kapital nicht genug Zinsen abwirft, um Staat und Arbeitgebern nicht auf der Tasche liegen zu müssen.

Und – aus rein betriebswirtschaftlicher Logik heraus – müssen „Faule“ von der „Pay Roll“ verschwinden. Nur so kann der Kapitalismus seine Krisen überwinden.

Und das ist auch der eigentliche Grund, warum man Pegida fürchtet: aus 1932 kann ganz schnell 1933 werden: was Unruhe im Kreis der Absahner und Terrorgewinnler erzeugt. Ganz schnell könnte man selbst von neuen Funktionseliten verdrängt werden … das darf nicht geschehen, denn dann könnte man ganz schnell selbst „faul“ sein.

Je sui…

Steve Geshwister

Terror als Meinungsbildung

Was für ein desaströser Jahresbeginn. Der Anschlag in Paris war ein Stich in die lethargische heile Welt des Westens. Wenn der Rest des Jahres so weitergeht, na dann gute Nacht. Ich wollte mich nicht mehr zu islamischen Tugenden, religiös motivierten Schlachtereien oder sonstigen bärtigen Einheitsgewändern äussern, aber diese Tat und der daraus resultierende mediale Einheitsbrei liessen meine Gedanken nur noch um dieses Thema kreisen. Als lasse ich den angesammelten Haufen von Sätzen über die Tastatur flitzen, auch wenn ich mich wieder ins Wespennest begebe.

150109

Mein letzter satirischer Artikel über den Islam ist schon eine Weile her und der daraus resultierende Shitstorm hat mich damals sehr überrascht. Der kam nicht von Muslimen sondern von Menschen, die offensichtlich keine eigene Meinung haben und erst dann das Maul aufmachen, wenn genug andere ins gleiche Horn blasen. Finden kann man solche Meinungszombies bei der PEGIDA-Horde. Dabei hat es dort einige Menschen, die ich in ihrer Meinung unterstützen könnte, aber leider demonstrieren sie nicht aus persönlicher Überzeugung sondern weil es die Masse macht. Das macht es viel einfacher, kollektive Schuldige zu finden. Wenn tausende die gleichen Parolen in den Himmel brüllen , muss ja was Wahres dran sein. Jetzt macht sogar die AfD mit und schliesst sich mit den abendländischen Gewohnheitsnörglern zusammen. War ja zu erwarten. Diese Möchtegernpartei agiert wie ein Kopffüssler. Das Hirn irgendwo im Organismus verteilt, rückgratslos und schleimig im Handeln. Ich kann nur hoffen, dass diese parteiliche Ressourcenverschwendung auf den gleichen Zug aufspringt wie die FDP.

Laut den Medien fühlt sich die PEGIDA-Bewegung in ihrem Handeln bestätigt. So nach dem Motto: jetzt erst recht. Sie konsumieren die Medienmitteilungen mit der Gesinnungsbrille und es finden nur die Wörter den Weg ins Hirn, welche in das rassistische Gedankengut passt. Dabei erkennen sie nicht, wie die ganze Sache zum Himmel stinkt und sie wieder einmal mehr vor den Dreckskarren des Fremdenhasses gespannt werden. Dazu möchte ich ein Beispiel nennen, das einigen bekannt vorkommen wird, aber in der Medienwelt professioneller Ignoranz ausgesetzt ist.

Es scheint bei den Terroristen mittlerweile zum guten Ton zu gehören, seinen Ausweis am Tatort liegen zu lassen. Macht eigentlich Sinn, denn die meisten Attentäter bringen sich gleich selber um die Ecke und dann braucht es keinen Ausweis mehr. Zudem benötigt man eine offizielle Bestätigung der Medien, dass man als Märtyrer für die 72 Jungfrauen Bezugsberechtigt ist. Wenn niemand erfährt, wer was gemacht hat, ist es schwierig seinen Jungfrauen-Anspruch geltend zu machen. Wenn man sich in die Luft sprengt, wird es schwierig, aus den Einzelteilen wieder einen erkennbaren Menschen zu rekonstruieren, da sind Ausweise sehr hilfreich.

Hier passt das Bild von flüchtenden Attentätern nicht so recht in die Hetzkampagnen. Aber dafür haben die Medien schon eine Erklärung parat. Über die Brüder findet man Wörter wie „Teilzeit-Islamist“ oder „Kiffer“. Sie passen auch perfekt in das Anschuldigungsprofil. Arm, arbeitslos, wenig bis keine Schulbildung, leben meist in Ghettos, gewaltbereit und sozial inkompetent. Seltsamerweise treffen diese Bezeichnungen auch für viele PEDIGA-Anhänger zu. Die haben aber wenigstens den Vorteil, dass sie nicht gleich alles über den Haufen schiessen, was anders denkt – noch nicht!

Aber kommen wir zurück zu den Ausweisen. Ist das noch niemand aufgefallen? Wenig Kommentare, geschweige denn kritische Pressestimmen darüber? Dabei ist die Aneinanderreihung der Ausweisfunde schon mehr als fraglich. Ich kenne nur ein Land, welches seit Jahrzehnten mit Lügen und Ausweisfälschungen Marktleader ist. Dazu eine kleine „Ausweis-Chronik“. Der Anschlag auf das World Trade Center im Jahre 2001. Dort “fand“ man einen völlig unversehrten Ausweis des vermeintlichen Terror-Piloten Atta. Man stelle sich vor, ein Flugzeug explodiert vollgetankt in einem Hochhaus, die Unglückstelle brennt lichterloh und entwickelt eine enorme Hitze. Dann stürzen die Türme zusammen und unter zigtausenden Tonnen pulverisierten Bauschuttes findet man einen praktisch nagelneuen Ausweis von einem Attentäter. Zufälle gibt’s. Dann beim seltsamen Flug MH370. Dort wurden an der Absturzstelle ebenfalls nagelneue Ausweise gefunden. Und jetzt findet man einen im gestohlenen Auto der Attentäter von Paris. Die Sache stinkt doch.

Die Brüder erfüllen das perfekte Täterprofil, das Timing passt in die Berichterstattung und die ethnische Angehörigkeit ist Wasser auf die Mühlen des Volkshasses gegen Islamisten. Sogar der meinungsspeziefische Faltkarton Namens Heiner Geissler trötet ins gleiche Horn und fordert die Ausweisung aller Islamisten. Fehlt nur noch, dass er die Reaktivierung geschichtlicher Gedenkstätten propagiert. Es wird nicht mehr lange dauern, bis die ersten Stimmen in diese Richtung laut werden. Da kennen sich die Deutschen aus.

Die grösste Kriegshetzer-Nation aus dem Westen verteilt weiter brav Ausweise in der Landschaft und die Medien fressen ihnen aus der Hand. Kein Wunder, wenn die globale Presseagentur NSA (Natürlich-Seriöse-Augenwischerei) laufend Islamisten rekrutiert, sie mit Geld sowie Waffen versorgt und mit einer Terror-Agenda ausstatten. Man muss sich nur mal genau überlegen, welchen Nutzen die USA mit so einer Aktion hätten. Vordergründig wird der Kampf gegen den Terrorismus propagiert und im Hintergrund positioniert die NATO tonnenweise Kriegsmaterial in Europa. Die Medien berichten fast nichts darüber. Einzig die Schliessung von Militär-Basen in Europa findet Erwähnung mit der fadenscheinigen Begründung der Kosteneinsparung. Das mag schon stimmen, wenn die Truppen aus Spanien an die Ostfront rücken müssen, ist der Weg teurer, als wenn die Basen direkt an der russischen Grenze errichtet werden. Die Amerikaner bauen nicht ab sondern um.

Die Hetzstrategie aus Übersee trägt Früchte. Die PEGIDA-Schafe rennen dem Wolf hinterher, die europäischen Politiker präparieren die Schlachtbank und der noch vernünftig denkende Bürger sieht sich immer mehr zwischen die Fronten gedrängt. Es ist bald egal, auf wessen Seite man sich schlägt. Man kommt so oder so unter die Räder der Kriegsmaschinerie. Entweder wird man von radikalen Islamisten geköpft, von den Amis aufgrund eines simplen Verdachtes exekutiert, von den Politikern im Stich gelassen und/oder von der ausländerfeindlichen Schafherde zu Tode getrampelt. Es wird langsam lebensgefährlich sich in der Öffentlichkeit zu bewegen.
Ich glaub‘, ich bleib in der nächsten Zeit zu Hause.

Schach der Agentur für Arbeit–Der Kampf um die Existenz Teil 1

Vorwort:

Der Nachrichtenspiegel „beschränkt“ sich nicht nur mit der Veröffentlichung zu gesellschaftlichen und politischen Problemen und Ereignissen. Der Nachrichtenspiegel unterstützt auch Menschen welche den „Armutsbehörden“ ausgesetzt sind und um ihre Rechte kämpfen. Diese Menschen werden unterstützt, von Mitarbeitern des Nachrichtenspiegels, welche diskret arbeiten.

Heute will ich über ein Fall berichten, mit der Botschaft an alle Betroffenen, welche von der Willkür der „Armutsbehörden“ ausgesetzt sind. Sucht Hilfe – Wehrt Euch!

(Zum Schutz der Person, werden pers. Daten, Datum und Ortsangaben nicht benannt)

Der Sachverhalt:

Eine „Kundin“( ich gebrauche mal die korrekte amtliche Bezeichnung) beantragte im Juli 2013, fristgerecht einen Weiterbewilligungsantrag für Berufsausbildungsbeihilfe bei der zuständigen Agentur für Arbeit, füllte die hierfür notwendigen Unterlagen aus, gab die Unterlagen bei der zuständigen Agentur für Arbeit persönlich ab und ließ sich die Abgabe der vollständigen Unterlagen durch das Amt bestätigen. Nun blieb der Frau nichts anderes übrig als warten, warten und warten, auf Post von der Agentur für Arbeit, was ja den Einen oder der Anderen bekannt sein dürfte.  Und dann, war es so weit, schon im September 2013 lag das so sehnsüchtige Schreiben der Agentur für Arbeit im Briefkasten, in der Hoffnung eines pos. Bescheides.

Doch aus der Hoffnung wurde schnell Enttäuschung. Die Agentur für Arbeit forderte „fehlende Unterlagen“ an, um den Weiterbewilligungsantrag bearbeiten zu können, was aber eigentlich nicht sein konnte. Nun ja, es war Handeln angesagt, denn es erfolgte keine Zahlungen mehr. Also, noch einmal ausgefüllt, Unterlagen bei der zuständigen Agentur für Arbeit persönlich abgegeben und sich den Empfang der abgegebenen Unterlagen bestätigen lassen. Nun kann aber nun nichts mehr schief gehen, sollte man meinen. Und es blieb nichts anderes übrig als warten, warten und warten…….!

Im Oktober, endlich Post vom Amt und wieder wurde aus Hoffnung eine Enttäuschung, denn die Agentur für Arbeit forderte die gleichen Unterlagen an, welche die „Kundin“ bereits im September abgegeben hatte und der Empfang durch die Behörde bestätigt wurde. Schnelles Handeln war gefragt, denn die zustehenden Zahlungen blieben weiter aus. Also, zum DRITTEN mal, noch einmal ausgefüllt, Unterlagen bei der zuständigen Agentur für Arbeit persönlich abgegeben und sich den Empfang der abgegebenen Unterlagen bestätigen lassen. Jetzt dürfte nun wirklich nichts mehr schief gehen, dachte sich die „Kundin“. Und was bleibt, warten und warten und warten, aber vergeblich keine Post vom Amt, keine Weiterbewilligung, kein Geld mehr.

Nun ist es November 2013, letzte Hoffnung anrufen und klären. So auch geschehen. Aber was die „Kundin“ da zu hören bekam war ein Schock, eine Katastrophe. Da behauptet doch tatsächlich die zuständige Sachbearbeiterin, die DREI mal persönlichen und durch das Amt bestätigten Unterlagen „lägen nicht vor“ und somit habe die „Kundin“ mit den Konsequenzen zu rechnen, denn sie hätte ja gegen ihre Mitwirkungspflicht verstoßen, unglaublich oder?  Am nächsten Tag hatte die“ Kundin“  dann einen Versagungsbescheid im Briefkasten!

Wir können hier bestätigen, die Unterlagen gesichtet haben, in Kopie uns vorliegen und der dargestellte Sachverhalt zutrifft. Wir haben dann natürlich sofort die „Kundin“ bei der Erstellung eines Widerspruchs geholfen, mit Fristsetzung zur Bearbeitung.

Weiterhin haben wir uns veranlasst gesehen eine Anfrage, an den zuständigen Bürgermeister für Soziales zu stellen, mit der Bitte um Prüfung und Klärung.

Wir forderten eine Stellungnahme zu folgenden Fragen:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister XXXXXXX!

Uns liegen Unterlagen vor, aus denen hervorgeht, dass eine Kundin allen Aufforderungen der Agentur für Arbeit XXXXXXX nachgekommen ist und trotzdem zu 100% Sanktioniert wurde.

Ein schwer nachvollziehbarer (skandalöser)Vorgang.  Daraus ergebenen sich einige Fragen und wir bitten Sie zeitnah, um eine Stellungnahme, weil die betreffende Kundin und ihre Kinder in ihrer Existenz bedroht sind.

Wie kann es sein, dass abgegebene Unterlagen, deren Eingang/Übergabe, durch Mitarbeiter der  Agentur für Arbeit XXXXXXXX bestätigt  wurden, nicht  in die Unterlagen zugeführt und eingearbeitet worden sind?

Weiter stellt sich die Frage nach dem Verbleib der abgegebenen Unterlagen, in wessen Besitz befinden sich die Unterlagen und sind die Daten der abgegebenen Unterlagen unberechtigten Personen zur Kenntnis gekommen?

Wie ist es zu erklären, dass die zuständige Sachbearbeiterin nicht tätig wird, bei bekannt werden des Sachverhaltes, und eine 100% Sanktion veranlasst?

Wir haben wie schon ausgeführt, die Empfangsbestätigungen, erstellt durch die Agentur für Arbeit XX der übergebenen Unterlagen durch die Kundin vorliegen. Wie erklären Sie sich das Vorgehen und Verhalten der  Zuständigen Sachbearbeiterin und der Agentur für Arbeit XXXXX?

 Die Antwort, des zuständigen Bürgermeister kam zeitnah, der Inhalt überrascht aber nicht.

Hier die Antwort:

Sehr geehrte Frau XXXXXX,

„danke für Ihre Nachricht. Herr XXXXXX hat mich gebeten, Ihnen weiterzuhelfen.

 Wir haben Ihre Anfrage zuständigkeitshalber an die örtliche Dienststelle

der Bundesagentur für Arbeit abgegeben………“

 MfG

Wir übersetze das mal, oder soll heißen: „Wir wollen den Sachverhalt nicht prüfen und schieben die Verantwortung von OBEN nach UNTEN ab“.

Natürlich hat uns die örtliche Dienststelle der Bundesagentur für Arbeit auch geschrieben, nachfolgend der Text:

„Sehr geehrte Frau XXXXXXX,

wir haben Ihr Schreiben an den Bürgermeister XXXX zur Klärung erhalten.

Leider ist uns dies ohne Angabe der Kundennummer (alternativ von Name, Vorname und Geburtsdatum) nicht möglich.

Bitte teilen Sie uns diese noch mit, damit wir den Sachverhalt nachgehen können.

Gern kann sich die betroffene Kundin auch direkt bei uns melden.

Bitte beachten Sie, dass wir aus Datenschutzgründen nur der betroffenen Kundin direkt antworten können…….“

Mit freundlichen Grüßen

Das wiederum hat uns veranlasst, folgende Stellungnahme an das Büro des Bürgermeisters für Soziales zu übermitteln.

Sehr geehrter Herr H

Viel Dank für Ihre Nachricht.

Wie Sie uns mitgeteilt haben, haben Sie unsere Anfrage an die zuständige  örtliche Dienststelle der Bundesagentur für Arbeit abgegeben. Es entsteht bei uns der Eindruck, dass die Verantwortung, von „oben nach unten“ weitergegeben wurde und sich die Anfrage für Herrn XXXX erledigt hat. Unsere bisherige Erfahrung ist, dass derjenige eine Anfrage beantwortet, an dem die Anfrage gestellt wurde. Herrn XXXX und Ihre Vorgehensweise ist ein bemerkenswerter Vorgang, im Umgang mit Anfragen und entspricht nicht den Darstellungen von Behörden und verantwortlichen Kommunalpolitikern im Umgang mit Bürgeranfragen, wie oft in den Medien dargestellt.

Uns war klar, dass die Weiterleitung unserer Anfrage, an die zuständige  örtliche Dienststelle der Bundesagentur für Arbeit, zu keinen Erfolg führen wird. Das geht aus einer Nachricht (vom…..) von genannter Dienststelle hervor.

Zitat: „Bitte beachten Sie, dass wir aus Datenschutzgründen nur der betroffenen Kundin direkt antworten können“.

Hierzu folgendes.

Die Kundin hat den zuständigen Mitarbeitern den Sachverhalt mehrfach zur Kenntnis gegeben, schriftlich, unter Beifügung entsprechender Nachweise. Bis heute hat die Agentur für Arbeit XX hierzu keine Stellungnahme gegenüber der Kundin abgegeben, somit ist die Aussage, „man könne nur  gegenüber der Kundin eine Stellungnahme abgeben nicht wirklich ernst“ zu nehmen.

Uns gegenüber will die Agentur für Arbeit XXX, aus Datenschutzgründen,  keine Stellungnahme abgeben, erwartet aber gleichzeitig von uns die Nennung unserer Quelle (Kundennummer – alternativ von Name, Vorname und Geburtsdatum). Darüber können wir uns nur wundern und sind verärgert. Wir würden uns strafbar machen wenn wir auf diesen „plumpen Trick“ hereinfallen würden und Sie können sicher sein, dass wir keine Quelle preisgeben werden, egal welche Daten wir besitzen, dass aus guten Grund.

Herrn XXXXX und Ihre Vorgehensweise in dieser Sache ist inakzeptabel.

Für uns ist der Vorgang und wie er sich nach unserer Anfrage entwickelt hat, zwischen Kundin und Agentur für Arbeit XXXX, nicht erledigt.  Die Kundin hat der Agentur für Arbeit XXX eine Frist gesetzt um tätig zu werden und den erlassenen Versagungsbescheid zu verwerfen. Im weiterem verlangt die Kundin zu Recht, eine Stellungnahme über den Verbleib, nachweislich  übergebener Unterlagen. Die Kundin ist gespannt auf die Stellungnahme und Begründung, wir auch.

Mit freundlichen Grüßen

Bemerkung:

Nach den bisherigen dargestellten Sachverhalt und Aktivitäten scheint etwas Bewegung in die Sache gekommen zu sein, vielleicht auf unseren Verweis, auf mögliche strafrechtlichen Tatbestände.

„Kommt das Amt trotz Antrag/Mahnung seiner Leistungspflicht nicht nach, oder verweigert sogar rechtswidrig die Antragsbearbeitung und/oder Zahlung, kann Strafanzeige und -antrag wegen § 263 StGB Betruges (wegen rechtswidriger Verweigerung zustehender Leistungen), wegen § 223 StGB Körperverletzung und § 224 Abs. 1 Nr. 5 StGB gefährlicher Körperverletzung (Schädigung der Gesundheit mittels einer das Leben gefährdenden Behandlung durch Verweigerung lebensnotwendiger Leistungen) erstattet werden. Gegen den/die Sachbearbeiter(!!!!!!) direkt kommen Strafanzeige und -antrag wegen § 339 StGB Rechtsbeugung und § 340 StGB Körperverletzung im Amt in Betracht“.

ENDE TEIL EINS!

Wie es weiter geht erfahrt Ihr, wenn uns weitere Erkenntnisse und Unterlagen vorliegen!

9/11

Der Gedanke, daß dieses Ereignis nicht vergessen werden sollte, ist nicht ganz falsch.

Daher hier nochmal ein Überblick auf die offizielle Leseart der Ereignisse (Vertraut mir und schaut das Video an):

(Via)

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