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Autobahnprivatisierung, Raubzüge der Lumpenelite und die Degeneration der Demokratie

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Montag, 14.11.2016. Eifel. Na, lieber Mitbürger: auch so glücklich, dass wieder Montag ist? Wieder glücklich, mit Millionen anderer Menschen eng gedrängt zum nächsten Bullshit-Job zu fahren, der sie nervlich zerrüttet, körperlich auslaugt, ihr Freundes- und Familienleben auf ein Minimum reduziert, politische Arbeit nahezu unmöglich macht und ihnen sogar schon die einfache, in einer Demokratie unverzichtbare Information über politisches Geschehen kaum noch erlaubt … auch weil wichtige Informationen in einem Meer von Unterhaltungsgülle günstig versteckt sind?

Während Sie schaffen, schaffen, schaffen haben andere Zeit für Pläne – und kriegen das gut bezahlt. Werden Sie doch einfach auch mal Chef einer Versicherung, einer jener urdemokratischen Einrichtungen, in der sich Menschen zusammen schließen, um Einzelnen Elend zu ersparen. Ja: Versicherungen waren mal eine Idee der Arbeiterschaft, deren Kinder durch einfachste Krankheiten ausgelöscht wurden, deren durch Arbeit verstümmelte Kollegen in den Gossen dahinvegetierten und deren Familien keine Chance auf Überleben hatten, wenn der „Ernährer“ einem der vielen tödlichen Arbeitsunfälle des Maschinenzeitalters zum Opfer fiel: Menschen, die gern und voller Begeisterung für Rendite geopfert wurden. Eine feine, soziale Einrichtung, gelebte Solidarität pur. Heute bekommen Sie dafür 6,2 Millionen Euro im Jahr – wenn Sie so eine Versicherung verwalten (Beispiel Allianz, siehe Handelsblatt). Viel Geld für jemanden, der keinerlei körperliches Risiko eingeht, sich den Tag weitgehend selbst gestalten kann und viele Sorgen, mit denen Sie sich herumplagen, noch nicht mal im Ansatz kennt: er bekommt beste medizinische Versorgung, seine Kinder können in teuerste Privatschulen, er bekommt Kontakte zu allen politischen Entscheidungsbereichen, wird hofiert von Film und Fernsehen, lebt in gesündestem Umfeld während andere ihr einzigartiges Leben im Großraumbüro versickern lassen müssen, um die ständig steigenden Beiträge bezahlen zu können.

Ja – es sind Ihre Beitragsgelder, die dort fürstlich verschleudert werden: ebenso wie bei den Krankenkassen (dort aber deutlich niedriger, weniger  noch als Ärztefunktionäre verdienen, siehe Tagesspiegel) – mal abgesehen von den Privaten Krankenkassen, wo 3,1 Millionen drin sind (siehe widge.de). Sie können gerne mal ausrechnen, wie viel Sie selbst davon bezahlen – oder es mit Ihrem Gehalt vergleichen: denken Sie daran: das sind alles nur bezahlten Angestellte, keine Firmeneigentümer, die auf eigenes Risiko arbeiten. Machen die Mist – heuern sie eben woanders an. Es ist nur eine kleine Gruppe von Menschen, ein paar Hundert, die regelmäßig diese Pöstchen besetzen, über sie wird selten geschrieben (man findet sie z.B. in Günther Oggers Buch „Nieten in Nadelstreifen“, das viel erklärt und wie üblich nichts verändert hat), weil sie die absolute Macht über Deutschland haben – einfach, weil sie Unmengen an Geld verwalten, „Gewinne erwirtschaften“ – was auf Deutsch heißt: immer mehr Arbeit auf immer weniger Angestellte zu verteilen, die sich dann kaputt malochen, während ihre Kollegen beim Jobcenter gegängelt werden.

Welche Pläne die machen – hintenrum und geheim, ist bekannt – obwohl es geheim ist: Sie wollen mehr Geld machen, damit sie noch tiefer in die großen Haufen greifen können. Ja – je mehr Geld auf einem Haufen liegt, umso mehr kann man unbemerkt für sich abzweigen. Aber was soll´s: ist ja Ihr Geld. Sie scheinen genug zu  haben.

Ein wichtiger Bereich der Selbstbereicherung ist die Privatisierung, an der Privatisierung der DDR haben sich tausende eine goldene Nase verdient, während Millionen arbeitslos und den Jobcentern auf Gedeih und Verderb ausgeliefert wurden. Was Jobcenter bedeuten, möchte ich Ihnen kurz darstellen, hier hat Susan Bonath ein paar Worte gefunden, die ich nicht besser formulieren könnte (siehe Nachdenkseiten):

„Das alles hat natürlich mit Freiheit und Demokratie nichts zu tun. Angesichts dessen, dass Arbeitsplätze aufgrund von Maschinisierung und Automatisierung mehr abgebaut als neugeschaffen werden, ist es Irrsinn. Es geht hier einfach darum, Lohnabhängige zu knechten, zu entmündigen und als ein Heer billigster Arbeitskräfte den profitierenden Privatunternehmen verfügbar zu machen. Denn halbwegs frei kann ja nur sein, wer ohne Zwang seine Grundbedürfnisse befriedigen kann. Hartz IV aber erpresst nach dem Motto: Wenn Du nicht verhungern und erfrieren willst, musst Du dich dem Markt vollständig unterwerfen.“

Unterwerfen mussten sich zum Beispiel 50000 Mitarbeiter der Telefonsparte der Deutschen Post, die im Rahmen der Privatisierung abgebaut wurden. Ja: das war ja der große Plan der großen Männer in Deutschland: wir privatisieren alle Staatsunternehmen (d.h. wir verkaufen unser lebensnotwendiges Volkseigentum an Privatleute), dann wird alles gut. Nun – zumindestens eins wurde gut: man konnte bei der Telekom auf einmal super verdienen: aktuell sind 4,24 Millionen Euro im Jahr drin (siehe Statista), d.h. für Entscheider war das ein gutes Geschäft – die Aktien alldings lagen zeitweise unter Ausgabeniveau. Ist der Service verbessert worden? Entscheiden Sie selbst. Insgesamt waren es hunderttausende, die beim großen Postraub (siehe Aufsatz von Tim Engarter) verloren haben: die einen ihren Job (ich komme bei Engarter auf über 300000), die anderen ihre Arbeitsplatzqualität: unbezahlte Mehrarbeit, unsichere Verträge, unterirdische Gehälter – die Liste ist lang. Arbeitspätze wurden in  Bullshitjobs verwandelt: das ist die eigentliche Strategie der „Leistungsträger“. Einige wenige skurpellose Psychopathen (genau die braucht man für solche asozialen Aktionen – ist wie bei der Fremdenlegion, eine gewisse Grundausrichtung muss man schon mitbringen) verdienen sich dumm und dämlich, während für Millionen alles schlechter wird: zum Beispiel für Sie.

Jeder Dummkopf könnte so „Leistungsträger“ werden – wenn er Zugang zur verschworenen Kaste der Leistungsträger bekommen würde, doch dieser Zugang ist eng begrentz, die Räuberbarone sind gerne unter sich – und kennen sich schon seit Jahrhunderten. Ja – das ist eine der Botschaften der Wissenschaft: der Kreis der „oberen Zehntausend“ ist ziemlich stabil – auch in Deutschland (siehe Welt), trotz Weltkriegen und unterschiedlichen politischen Systemen. Die selben Namen über 600 Jahren – erstaunlich, oder? Aber Obacht: wir nähern uns „Verschwörungstheorie“ – darum machen wir uns lieber keine Gedanken, welche politische Macht solche Familien haben. Hier finden wir jene, die ganz hinten die Strippen ziehen – und die bestimmen, wer Zugang zu den Exekutivkreisen bekommt. Reden wir nicht über die, reden wir über ihre neuen Pläne.

Die deutschen Autobahnen – durch Mineralölsteuer, KFZ-Steuer und Ökosteuer vom deutschen Autofahrer bezahlt, ja, überzahlt (siehe Focus) sollen wie die Post privatisiert werden. Bei den Raststätten hatte man das ja schon mal vorgemacht, nach dem üblichen Prinzip: Preise hoch, Qualität ´runter, Mitarbeiter reduziert. Federführend: ein Allianzkonsortium (siehe FAZ). Ja – es geht um die Autobahnen, die lebensnotwendigen Adern unserer modernen Gesellschaft, ohne die – auch wegen mangelnder Planung und effektiver Organisation im Güterverkehr – nichts geht. Wir wissen schon jetzt, was uns erwartet: mehr kaputte Autobahnen, schlechterer Service und … höhere Preise. Ja – anders geht „Gewinn“ nicht. Irgendwer muss umsonst arbeiten, damit irgendwo Gewinn angehäuft werden kann – je mehr umsonst arbeiten (also: auch SIE!) umso mehr bleibt oben über. Gut – ganz umsonst geht nicht, aber man kann ja auch durch „Niedriglohnsektor“ einen Umsonst-Anteil auf die Masse umlegen, das merkt dann der Einzelne nicht so sehr.

Beleuchten wir mal dieses neue Projekt für ein neues deutsches Jahrhundert (siehe Spiegel):

„Die Pläne der Bundesregierung, das Autobahnnetz zu privatisieren, werden konkreter. Verdienen sollen daran die Versicherungskonzerne. Bezahlen wird es am Ende womöglich der Autofahrer – per Maut.“

Ja – Sie lesen richtig. Der Schäuble will Ihre Autobahnen verkaufen – jedenfalls erstmal die Hälfte – und dann sollen Sie Maut abdrücken … neben allen anderen Kosten, die Sie noch so bezahlen – damit die Allianz ihre exorbitanten Vorstandsgehälter weiter bezahlen kann. Für viele Arbeitslose bedeutet das eine weitere Einschränkung der Mobilität. Und natürlich: mehr Arbeitslose, mehr Bullshitjobs.

Stellen Sie sich das mal in kleinerem Rahmen vor, nehmen wir ein Dorf in Bayern – und einen Bürgermeister, der alle Straßen des Dorfes an die Allianz verkauft. Geht gar nicht, ich weiß. Die Autobahnen können ja auch nicht ohne Grundgesetzänderung verkauft werden – aber dann ändern wir eben die Gesetze: was soll´s! Armhochheber gibt es im Parlament genug, mit denen kann man das komplette Grundgesetz neu gestalten, bis es keiner mehr wieder erkennt. Dass es mal aus guten Gründen gründlich durchdacht und deshalb fein ausformuliert wurde: wen interessiert das schon. Es gibt eine neue Betreibergesellschaft – und in der neue Pöstchen für den Sohn, den Schwager, drei eifrige Lieblingsabgeordnete … und möglicherweise sogar einen für den „Hände-Hoch-Koordinator im Bundestag“, der die Grundgesetzänderung durchs Parlament „peitscht“. Ja – hört man doch oft, dass was durchs Parlament gepeitscht wird … als wäre dieser Kern der Demokratie ein Sklavenhalterhof. Wo gepeitscht wird, ist auch keine Demokratie mehr da – dort wird nämlich ruhig und sachlich debattiert – oder eifrig gestritten … und zwar so, dass  man gerne zuschaut. Ja: und unser fiktives Bayerndorf? Da müssen die Bürger auf einmal für die Benutzung jener Wege bezahlen, die sie seit 1000 Jahren angelegt, gepflegt, ausgebaut und benutzt haben: wird jetzt klar, wie vollkommen absurd das ist? Und wie man „Gewinne“ durch nackten Raub machen kann?

Hat es uns übrigens was gebracht – diese Privatisierung? Also – dem Land? Der Republik? Wir sollten doch einen Riesenreibach machen, in dem wir so einen Megakonzern schaffen! Nun – seit der Privatisierung hat sich die Staatsverschuldung verdoppelt (siehe Statista). Die Post ist trotzdem weg. Da verhält sich die Regierung wie jemand, der seine Wohnungseinrichtung verkauft, um die Miete zahlen zu können. Man kann sich vorstellen, wo das endet. Mit acht Milliarden subventionieren wir noch die Post jedes Jahr … für 5 Millionen Arbeitslose geben wir 22 Milliarden aus – um mal die Verhältnisse richtig zu stellen.

Gut: Sie werden sich jetzt wahrscheinlich entspannt zurücklehnen, weil ja die SPD gegen die Privatisierung der Autobahnen ist (siehe Zeit). Sie sollten nicht vergessen: nächstes Jahr ist Wahljahr. So ein Protest heißt unterm Strich nur eins: wir wollen auch was von den Pöstchen ab haben, die dort neu geschaffen werden, auch wir haben brave Parteisoldaten, die ihre Wähler verraten haben und ständig fein das Händchen heben, sich der Fraktonsdisziplin unterwerfern und damit ihren Job als freie Abgeordnete verraten und für diesen Verrat einen Ausgleich wollen.

Unglaublich? Sowas macht die SPD nicht?

Raten Sie mal, wer zuerst auf die tolle Idee von der Privatisierung kam: der Sigmar Gabriel (siehe Taz):

Sigmar Gabriel ist nicht für seinen Großmut bekannt. Ungewohnt klang daher die Offerte des Wirtschaftsministers und SPD-Vorsitzenden, als er sagte, er wolle den „Lebensversicherungskonzernen attraktive Angebote machen, sich an der Finanzierung der öffentlichen Infrastruktur zu beteiligen“. Nur zwei Wochen später – Ende August 2014 – stellte er eine Expertenkommission zur „Stärkung von Investitionen“ vor, in der nun auch die Vorstände der Ergo-Versicherung und der Allianz SE sitzen.

Und im November 2016 führt der Schäuble dass dann durch – unter Protest von Sigmar Gabriel.

So läuft „Deutschland“.

Dafür arbeiten 15 Millionen Menschen am Abgrund von Hartz IV, schaffen es gerade, diesem Moloch der Vernichtung von Qualifikation, Lebensqualität, Würde und Selbstbewusstsein zu entgehen, immer im Bewusstsein, dass es einen jederzeit erwischen kann, wenn eine „Heuschrecke“ mal wieder Arbeitsplätze abbaut und die Arbeit auf die Verbliebenen verteilt. Ja – wann geht es endlich in Ihren Schädel hinein: „Gewinne“ gehen nur, wenn da jemand für umsonst arbeitet. Geld allein „erarbeitet“ nämlich gar nichts.

Natürlich investieren wir erstmal 260 Milliarden Euro in Ausbau und Erhalt der Autobahnen (siehe Spiegel), damit der Gewinn der Konzerne sicher bleibt: die wollen ja kein Risiko eingehen … obwohl sie gerade mit diesen „Risiken“ ihre exorbitant hohen Gehälter rechtfertigen: Wahnsinn pur, aber Sie schlucken das ja als „alternativlos“ und unvermeidlich.

Widerstand gegen dieses System der Räuber und Abkassierer? Schon längst undenkbar. Darüber informieren – frecherweise, muss man schon sagen – die „Systemmedien“ ganz offen (siehe FAZ):

„Hinter alledem steht ein politisches System von opaker Geschlossenheit, zusammengehalten durch eine Unzahl von Sprech-, Denk- und Frageverboten, verteidigt von „allen demokratischen Kräften“ und zu sich selbst gekommen in einem zehnjährigen Reifungsprozess als „System Merkel“. Sein Herzstück bildet die Herrschaftstechnik der „asymmetrischen Demobilisierung“ und die Transformation des Amtes des Bundeskanzlers in eine Art persönlicher Präsidentschaft. Während asymmetrische Demobilisierung die Wähler anderer Parteien durch Vermeidung einer öffentlichen Auseinandersetzung mit deren Zielen vom Wählen abhalten soll, stützt sich personalisierte Herrschaft auf die Darstellung postideologischer politischer Wendemanöver als persönlicher Bekehrungserlebnisse, die die Bürger unter Anleitung der regierungsamtlichen PR-Maschinerie und mit Hilfe der mehr oder weniger regierungsamtlichen Medien mitfühlend verfolgen und diskutieren dürfen.“

Klingt kompliziert, läßt sich aber einfach beschreiben: wie in Nordkorea, China und der DDR werden Sie zum Mitjubeln erzogen, dürfen sich über ihre eigene Entmündigung und Ausplünderung freuen und sie als alternativlos Leistung selbstloser Leistungsträger erkennen, deren Leistung in Frage zu stellen im Rahmen der aktuellen Sprech- Denk- und Frageverbote schlichtweg untersagt ist.

Vielleicht verstehen Sie jetzt, warum viele Trump für alternativlos halten.

Wird gegen das System Merkel demonstriert, so bekennen sich deutsche Leitmedienschreiber gerne dazu, Volksverräter zu sein (siehe Spiegel), ganz offen bekennt man sich dazu, dass „Volk“ – also die Gemeinschaft aller Bürger in einem demokratischen Rechtsstaat – ein „Unbegriff“ ist: wer gegen alternativlose Politik protestiert, wird öffentlich mit ehrabscheindenden Unterstellungen überzogen und zum Glatzennazi ernannt – die internationale Gemeinschaft der Absahner hingegen wird nicht weiter hinterfragt.

Um ganz sicher zu gehen, bekommt die Polizei aber schon mal Panzer mit MG-Lafetten (siehe Mopo) – als würden Terroristen in Horden gleich der Roten Armee den Reichstag stürmen wollen. MG´s sind außerordentlich unpräzise – aber sehr effektiv im Einsatz gegen Menschenmassen. Ein Schelm, wer sich Böses dabei denkt. Im großen Namen des „alternativlosen Kampfes gegen den Terror“ wird jetzt auch zunehmend die Bundeswehr bewaffnet im Inneren eingesetzt – ungeachtet der Tatsache, dass sie dafür gar nicht hinreichend ausgebildet ist (siehe Zeit):

„Die Gewerkschaft der Polizei dagegen kritisierte die geplante Antiterror-Übung. Der GdP-Vorsitzende Oliver Malchow wandte sich am Mittwoch im SWR gegen den Versuch, rein polizeiliche Aufgaben in militärische Hand zu geben. Für das, was bei der Übung Bundeswehrfeldjägern zugedacht sei, hätten ausschließlich Polizistinnen und Polizisten die notwendige „hochqualifizierte“ Ausbildung.“

Was also bezweckt man mit diesen Übungen?

Nun – es ist auf jeden Fall eine Machtdemonstration der „Entscheider“ gegen das „Volk“ – wie im Falle des Einsatzes von Jagdbombern beim G-7-Gipfel in Heiligendamm (siehe hierzu: Zeit).

Und die Looser? Jene, die den Monstergehältern und der Rendite der „Anleger“ skrupellos geopfert werden? Leiden im Land mit privaten Goldreserven in Höhe von 330 Milliarden Euro (siehe Spiegel) an Erfrierungen wie einst deutsche Soldaten im Russlandkrieg (siehe Zeit):

„Dann kommt die Polizei. Die beiden Beamten sind zu meiner Erleichterung sehr freundlich zu dem Obdachlosen. Sie rufen sofort einen Krankenwagen. Der Mann jammert wieder laut und schreit: „Meine Füße brennen, das tut so weh.“ Einer der Polizisten sagt: „Er hat sich die Füße erfroren.“ Ich bin erschrocken.

Dann verabschiede ich mich von ihm: „Jetzt kommen Sie ins Warme. Lassen Sie sich gesund pflegen. Ich wünsche Ihnen alles Gute.“ Der Polizist flüstert mir zu: „Das wird eher nichts mit dem Gesundpflegen, in Deutschland ist das nicht mehr so einfach.““

Erklärt uns, warum wir langsam die schlecht ausgebildeten Soldaten im Inland brauchen.

Und der Mann hatte noch Glück – andere werden von ihren verrohten Mitmenschen einfach angezündet (siehe Focus), der Scheiterhaufen für Arme wird in privater Selbstjustiz wieder eingeführt: auch in Alsdorf (siehe n-tv), Celle (siehe az) oder Essen (siehe Der Westen).

Wir wissen also, was uns erwartet, wenn wir die laufenden Raubzüge nicht aufhalten. Und halten wir sie auf … kommen dann Jagdbomber und Panzer  mit Maschinengewehren zur Beutesicherung der Raubzüge?

Ich fürchte das schlimmste.

(Bild: Autor, Kuhplastik in Konzen, Grundschule, NRW).

 

Telekom Terror: ein Erfahrungsbericht.

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Freitag, 6.3.2015. Eifel. „Suche die Stille. Wir brauchen die Stille, um wir selbst zu werden, um ganz bei uns zu sein“ (Anselm Grün, 365 Tagesimpulse,Herder 2012, Seite 17, Spruch zum 23. Januar).

Wer Weisheit sucht, kann sie finden, so sagt man. Ich suche sie gelegentlich, sie hilft, den Alltag zu ertragen. Verwundert bin ich nur darüber, wer in Deutschland einem alles bei der Suche nach der Stille hilft – sogar Behörden, die Weltkonzern spielen wollen, mischen dabei eifrig mit.
Ich habe sie nun, die Stille – seit dem Tag meines Umzuges am 1.3.2015. Internet, Telefon: alles tot.

Doch fangen wir von vorne an. Wir leben ja in einem Land, dem es gut geht (dieses Mantra betet sogar die Bundeskanzlerin dreimal täglich, damit es auch wirklich alle glauben), einem Land mit einer Dienstleistungsgesellschaft, die uns Millionen von Jobs gibt und uns in eine glorreiche Zukunft führt, einem Land, in dem wir uns – ganz nach dem Vorbild unserer Führungsnation USA – gegenseitig Hamburger servieren, ohne uns noch groß Gedanken darüber zu machen, dass es auch ganz andere Formen des zwischenmenschlichen Miteinanders gäbe …. zum Beispiel sich gegenseitig erlebte, ersonnene oder erträumte Geschichten zu erzählen, gegenseitig eigene Gedichte auszutauschen, sich an eigener Kunst zu bereichern, sich gemeinsam an selbst geschaffener Musik zu erfreuen oder im gemeinsamen Tanz neue Formen der Gemeinschaft zu erleben.

Wir sind Teil einer hochtechnisierte Zivilisation, die zu den Sternen fliegt, auf dem Grund des Meeres längst verloren geglaubte Wracks aufspürt und die tiefsten, verwirrenden Geheimnisse des Atoms ergründet. Nichts – so scheint es – kann uns aufhalten, abgesehen vielleicht vom Unvermögen unserer politischen Kaste, den Frieden zu wahren – oder vom Unvermögen unserer wirtschaftlichen Kaste, die Versorgung der Bevölkerung trotz überschießenden Reichtums sicher zu stellen. Kaum etwas gibt es, was uns nicht zu gelingen vermag … es sei denn, wir wagen es, einen Umzugsantrag bei der deutschen Telekom zu stellen, wie ich es tat.

Ja, es war so um den 23. Januar herum, dass mir in den Sinn kam, für März den Wechsel des Telekomanschlusses an eine neue Adresse vorzubereiten – und schon am 27. Januar bekam ich eine Auftragsbestätigung. Doch – welch´ Schreck: der „Bereitstellungstermin“ war erst am 5.3.2015. Als jemand, der auch Online-Banking macht, online einkauft und nebenbei als Autor aktiv ist, einfach nur unangenehm. Doch – man ist ja ein Mann der Tat (dummerweise, wie die Geschichte zeigt) und ruft ein zweites Mal bei dem Konzern an. Wie üblich die normale Prozedur: man wird mit geschmackloser Musik vollgedudelt, redet mit einem Roboter, dessen Spracherkennungssoftware jederzeit von den Geräuschen der Kinder im Hintergrund überfordert wird und einen deshalb schier endlos auffordert, doch erst mal sein Anliegen zu nennen.

Ich kann inzwischen „Umzug“ in mehreren Dutzend Variationen formulieren, meine Trefferquote beim Roboter ist enorm hoch – nur falls jemand mal Hilfe braucht bei der Kommunikation mit einem Kommunikationsanbieter.

Der zweite Anruf verlief so freundlich wie der erste: in der Tat habe ich an der Freundlichkeit der Mitarbeiter nichts auszusetzen – von einer Ausnahme mal abgesehen.

Mitarbeiter Nummer zwei empfahl mir dringend, den Auftrag zu stornieren, ich würde dann nach drei Tagen eine Bestätigung der Kündigung erhalten und könnte dann den Auftrag neu erteilen – mit „Eilantrag“. Allerdings kam die Bestätigung der Kündigung nicht nach ein, zwei oder drei Tagen, weshalb ich am vierten Tag nochmal anrief.

Mein Fehler.

Der wie üblich äußerst freundliche Mitarbeiter teilte mir mit, dass eine Stornierung des Auftrages völliger Nonsens sei, das könne man viel einfacher machen. Er versprach, sich um alles zu kümmern und sich umgehend bei mir zu melden, wenn er weiter weiß.

Ich hörte nie wieder von ihm, auch nicht von Mitarbeiter Nr. 3, 4 und 5, die ich in den nächsten Tagen anrief, um das Schweigen zwischen mir und dem Konzern etwas aufzulockern. Alle versicherten mir aber, dass Nr. 2 ein Idiot sei.

Nr. 6, 7, und 8 halfen mir dann wirklich weiter. Das „Storno“ hang im System fest, so erfuhr ich, möglicherweise könne es Mai werden, bis das System einen neuen Antrag frei gab.

Ich rief bei der Konkurrenz an. Ein Telefonat mit einem gut informierten Mitarbeiter zeigte: das war auch keine Lösung … zudem fiel mir auch wieder an, dass ich die Konkurrenz schon mal aus preislichen Gründen in Erwägung gezogen hatte: ich bekam zwei Verträge zugeschickt, zwei Rechnungen ausgestellt, aber nie auch nur einen leisen Pieps im Hörer meines Telefons. „Kassieren JA, liefern: NEIN“ – so das weit verbreitete Motto der spezifisch deutschen Dienstleistungsgesellschaft“.

Hilfe brachte der 13.2. 2015: überraschend erhielt ich doch schon vor Sommeranfang die Bestätigung der Stornierung. Ich sann ein wenig nach und wurde mutig, rief noch mal an, diskutierte den Fall mit einem neuen Mitarbeiter, der den Auftrag gleich noch mal aufnahm. Es lief sogar ganz besonders super: ich erhielt gleich ZWEI Auftragsbestätigungen mit unterschiedlichen Auftragsnummern … und dem lustigen Hinweis, dass am 26.2. alle meine Leitungen am alten Wohnort abgeschaltet werden sollten. Natürlich: am 24. März wäre dann der neue Bereitstellungstermin.

Ich hätte gerne mein Gesicht gesehen. Oder …. vielleicht lieber doch nicht. Diesen Ausdruck von Ratlosigkeit, verbunden mit Abscheu, Ekel und Entsetzen sollte man sich vielleicht doch ersparen.

Mitarbeiter Nr. 10 war dran – der Arme. Der Fall hatte inzwischen eine Komplexität erreicht, dass man lange zuhören musste, um das Problem zu verstehen. Ich hatte aber Glück und erwischte eine Frau und kein Alpha-Telekomiker, der mir am Hörer noch seine allumfassende Kompetenz beweisen musste, damit er eine gute Bewertung bekommt. Ihr konnte ich auch mein Anliegen klar machen: ich wollte auf jeden Fall so schnell wie möglich wieder online sein.

Sie wusste Rat. Ich sollte – völlig Gratis – einen „Stick“ zugeschickt bekommen, zusätzlich eine „Data for free“-Karte. Damit – so dass Versprechen – würde ich übergangsweise alle Onlinegeschäfte erledigen können.

Aha – die Welt war doch eine Kugel, Deutschland geht es doch prima – und es gibt auch noch das Gute auf diesem Planeten.

Einen Tag später bekam ich eine Mobilfunkkarte zugeschickt … als Laie wusste ich nicht, was ich damit anfangen sollte. Mitarbeiter Nr 11 und 12 konnten mir auch nicht weiterhelfen, für T-Mobile-Angebote waren sie nicht zuständig, aber Nr. 13 hatte schon mal davon gehört, verband mich mit Nr. 14, der mich an Nr. 15 weiterleitete.

Die Dame war verblüfft über meinen Anruf … und erklärte mir erst mal, dass ich mit der Karte ohne Stick nichts anfangen konnte. Den können sie mir aber – welch´ glückliche Fügung – für lockere 89 Euro verkaufen. Ich schluckte kurz … und lehnte dann ab, worauf sie mir erklärte, sie würde dann die Karte löschen, da ich sie ja nicht brauchen würde.

Mitarbeiter Nr. 16 war gefragt. Er verstand nicht, worum es ging. Mitarbeiter Nr. 17 hatte noch nie etwas von „Data for free“ Karten gehört. Dann ein Anruf: Mitarbeiterin Nr 18 wollte die von der Kollegin stornierte Karte freischalten. Sehr freundlich. Ich versuchte, dass Problem mit ihr zu besprechen … vergeblich.

Mitarbeiter Nr. 19 war hilfreicher, bestätigte, dass es Mitarbeiterin Nr. 10 gelungen war, die Abschaltung meiner alten Anlage zum 26.2. zu verhindern … dafür könne es aber sein, dass ich gar kein DSL bekomme, ja: man wisse noch nicht mal, ob man am neuen Ort nicht noch Bauarbeiten ausführen müsste … da könnte es ganz leicht Sommer werden.

Aber vielleicht wäre ja Telefon möglich.

Ich schielte derweil zu meinen alten Trommeln, die für mich die letzte Möglichkeit der Telekommunikation zu werden drohten. Nr. 19 schickten auch eine neue Data for free-Karte zu, die mich allerdings nicht mehr zum Tage meines Umzugs erreichte. Darüber sprach ich mit Nr 20 („solche Karten haben wir nicht“), Nummer 21 („ich mische mich da besser nicht ein“ … eine weise Entscheidung) und Nummer 22 („warten wie lieber noch ein wenig“).

Wer mir versichert hatte, das es solche Karten nur einmal im Leben gibt, weiß ich nicht mehr genau.

Der Privatkonzern „Amazon“ schafft es, mir Waren innerhalb von 24 Stunden zu liefern – auch ohne Aufpreis. Der Weltkonzern Telekom braucht für Post von Bonn nach Simmerath vier Tage. Da kann man den Weg auch zu Fuß schaffen.

Alles war jedoch vergeben und vergessen, als die Karte dann doch im Briefkasten lag. Einen Stick hatte ich mir inzwischen besorgt, brauchte nur noch die Aktivierungshotline anrufen und schon hätte mich die Welt wieder gehabt.

Wie üblich identifizierte ich mich mit meiner Adresse (die neue war endlich im System angekommen) und meinem Geburtsdatum. Doch was 22 mal gut ging, klappte diesmal nicht.

„DAS IST FALSCH, ICH WERDE DIE KARTE NICHT AKTIVIEREN!“ … so die Antwort von Nr. 23.

35 Jahre war ich Kunde bei der deutschen Telekom (früher einfach: POST). 35 Jahre lang arbeiteten die mit meinem Geburtsdatum – nur der nicht. Er wurde auch immer unfreundlicher („falscher Tag, falscher Monat, falsches Jahr!“– ich stahl ihm offensichtlich wertvolle Lebenszeit mit meinem Anliegen und er wies mich an, dass für mich teure Gespräch zu beenden und mich wieder an den Umzugsservice zu wenden.

Mitarbeiter Nr. 24 kam zum Einsatz. Auch er hatte ein anderes Geburtsdatum von mir, war aber offensichtlich weiblich und konstruktiv … sie lies mich wenigstens raten. Wieso die anderen Mitarbeiter mich mit meinem Geburtsdatum identifizieren konnten, erschließt sich mir bis heute noch nicht. Natürlich durfte man mir nicht sagen, welches Geburtsdatum man für mich ausersehen hatte (ja: der greift der Datenschutz), doch ich hatte Erfolg mit meiner ersten spontanen Eingebung: dem Geburtstag meiner Ex-Frau.

Danken für Gott dem Herrn (oder der Natur, hilfreichen Geistern oder dem unförmigen, geistlosen Urschlamm) für die Gabe der Intuition – ohne sie wären 35 Jahre Kundenbeziehungen zur deutschen Telekom einfach im Nichts verschwunden.

Warum meine Ex-Frau nach zehn Jahren Trennung und acht Jahren Auszug spontan im System auftauchte, dessen Rechnung nur meinen Namen auswies, wird wohl immer ein Rätsel bleiben. Wie sie in des System von T-Mobile kam, wo sie doch nie ein Handy hatte, wohl auch.

Was machen wohl die Menschen, deren Geburtsdatum falsch eingegeben worden ist?

Nun … von denen hört man nie wieder etwas.

Mitarbeiter Nr. 25 sollte dann meine Bestellung neu aufnehmen, war aber nicht zuständig, leitete mich weiter in die Handyabteilung … was wohl auch ein Wunder für sich war, da es sich um einen eigenständigen, ganz anderen Konzern handelte. Nr 26 war auch nicht zuständig, leitete mich dann weiter zu Nr. 27 … dem letzten menschlichen Wesen, mit dem ich jemals am ordentlichen, normalen Telefon verbunden war – irgendwo an der Nordsee.

Sie versprach mir, mir umgehend eine neue Karte zuzusenden, die aber erst am Montag ´rausgehen sollte.

Das ist jetzt fünf Tage her. Mein Notfallhandy (ich darf ohne Handy oder Begleitung aus gesundheitlichen Gründen keine Wanderungen mehr durch Wald und Moor machen – dringender Rat von Arzt und Physiotherapeut) verliert langsam sein Restguthaben.

Mein Mitmieter hatte gleich am Tage meines Auszuges die Telefonanlage abgebaut, so dass ich auch dort nicht mehr telefonieren kann (das ist jedoch eine andere Geschichte).

Stille herrscht.

Ich kann endlich ganz ich selbst werden, kann ganz bei mir sein … der Weltkonzern Telekom als Dienstleister in Sachen Selbstfindung im Sinne christlichen Mönchtums … wer hätte das gedacht.

Ich habe jedoch auch einiges gelernt.

Mitarbeiter Nr. 2 (der „Idiot“ – dem Akzent nach mit „Migrationshintergrund“) war der Weiseste von allen, in der Tat ist die komplette Stornierung des Auftrags der sicherste Weg gewesen, Chaos zu vermeiden, wie ich heute weiß.

Was man nie machen sollte … NIE, NIE, NIE!!! … einen laufenden Auftrag umschreiben und in einen Eilauftrag zu verwandeln. Niemals …. der ganze Konzern ist dadurch überfordert. Das weiß ich jetzt von Mitarbeitern, die nach Nr. 7 folgten. Das Problem ist im Konzern bekannt – jedenfalls bei denen, die dort arbeiten.

Die Führungsetage ist offensichtlicher eher mit anderen Dingen beschäftigt – Maximierung der eigenen Bezüge, nehme ich mal an. Ist ja in der Politik genauso.

Ich habe gelernt, dass ich Telekommitarbeiter immer mit „äußerst zufriedenstellend“ bewerten muss – sonst sind Arbeitsplätze in Gefahr. Finde gut, dass ich die richtige Formulierung gleich mitgeliefert bekomme, man will ja einen Fehler machen.

Der Umzugsservice der Telekom sitzt in Trier, Chemnitz und Augsburg. Qualitätsunterschiede sind nicht zu erkennen.

Die Mitarbeiter sind wirklich freundlich, hilfsbereit und kommunikativ, es macht eine Freude, mit ihnen zu reden … obwohl sie so hilflos, ratlos und ohmächtig sind – was ich ihnen nicht anlasten kann. Rädchen in einem System, dass sich schon längst verselbständigt hat.

Gruselig, das die Frage unserer Ernährung, unserer Versorgung mit Energie, ja, sogar die Frage nach Krieg und Frieden von den gleichen Systemen abhängig ist. Nein – nicht von der Telekom, sondern von Organisationsstrukturen, die ein nicht mehr zu kontrollierendes Eigenleben entwickelt haben, gegen dass der einzelne Mensch völlig ohnmächtig ist.

Es ist eine interessante Erfahrung, die Funktionalität eines solchen Systems im Detail studieren zu dürfen – auch wenn ich nun niemals jemanden meine Erfahrungen mitteilen kann.

Man erinnert sich aber daran, wie weise es war, die Angelegenheit der Kommunikation einer Behörde zu überlassen, die nicht beständig Mitarbeiter auswechselt, die nicht ganz so „äußerst zufriedenstellend“ arbeiten, dafür aber im Laufe ihres Lebens die Chance haben, das System zu verstehen, es begleitend verbessern oder geschickt um Nutzen des Kunden überlisten zu können. Wo kämen wir aber hin, wenn die Bonizähler so ihre Macht über die Rädchen im System verlieren würden, wo kämen wir hin, wenn jeder Kunde erkennen könnte, dass der Schalterbeamte das System besser versteht als der Großmufti … bzw. „Chief Exekutive Officer“.

Wissen Sie, dass es Wissenschaftler gibt, die die Grundbedürfnisse des Menschen wesentlich weniger konsumlastig definieren als es der von uns so hoch gelobte Maslow mit seiner aufgeblasenen Bedürfnisspyramide tat? Nahrung, Obdach, Kommunikation – so die Alternative zu jenen Bedürfnissen, die ohne gleichzeitige Heiligsprechung des EGO auskommen.

Zur Sicherstellung dieser Bedürfnisse auch in Krisenzeiten haben Familien Gemeinschaften gegründet, Städte erbaut, Staaten geschaffen.

Was für eine Leistung.

Und wie endet die Geschichte?

Durch einen beständig fortschreitenden Konzentrationsprozess, getrieben durch den Renditezwang anonymer Anleger hat sich die Menschheit in die Sklaverei von Systemen gegeben (oder wurde dort hineingezwungen), die die besten Absichten haben, die freundlichsten Mitarbeiter, die ausgefeilteste Technik … und keinerlei Qualitäten bezüglich Effizienz, zielorientierte Umsetzung oder ressourcenschonenden Prozessablaufes aufweisen können.

Wundert es Sie wirklich, dass Wirtschaft, Politik und Gesellschaft beständig weiter degenerieren, trotz des Einsatzes enormer finanzieller Mittel, dass wir unlösbare Weltwirtschaftskrisen produzieren – trotz einer Rekordzahl an „Experten“, die den Prozess genau beobachten, wieder am Rande eines Weltkriegs balancieren (bzw. den schon seit Jahren unter dem Titel „Kampf gegen den Terror“ unbemerkt führen), trotz einer nie dagewesenen Anzahl professioneller Diplomaten und beständig mehr prinzipiell unantastbare Grundsätze unseres sozialstaatlich konzipierten Grundgesetzes mit Füßen treten?

Wir gleichen einem Zug, der schon vor Jahren aus dem Gleis gesprungen ist, aber mit Volldampf nach vorne prescht, weil nur noch Geschwindigkeit zählt – und das stetig steigende Gehalt des Zugführers.

PS: die Angst der Mitarbeiter vor schlechter Bewertung war während der Telefonate spürbar. Ich habe die Geschichte deshalb ein wenig modifiziert (abgesehen von Nummer 2), die Reihenfolge etwas verändert, einige Aussagen vertauscht: mir ging es um einen Erfahrungsbericht, nicht um eine Strafanzeige oder um die Erstellung eines Dokuments zur Verfolgung von 26 Mitarbeitern. „Hire and fire“ ist zwar eine heutzutage gern benutzte Strategie des mittleren und gehobenen Managements, doch sie führt letztlich nur dazu, dass man beständig mit neuen Leuten zu tun hat, die die Fehler ihrer Vorgänger wiederholen,anstatt aus ihnen zu lernen. An dem Prozess möchte ich nicht mitarbeiten.

PS 2: Der „Data for free“-Stick kam nie an. Ich habe Angst, nach seinem Verbleib zu fragen. Dank des heutigen Technikerbesuches klappt ja auch wieder alles. Hoffentlich.

Die Telekom meints nur gut mit uns

Damti ihr nicht die Übersicht verliert:

Drosselkom: Wer verarscht hier wen? [Video]

Nette Zahlenbeispiele und eine Information, die ich nicht hören wollte:

 

Die schnellste Flatrate der Welt

Spamfilter sind schon eine feine Sache. Wenn sie funktionieren. Wahrscheinlich deshalb ist mir gerade das Angebot des Jahres der Deutschen Telekom auf den Bildschirm gebeamt worden. Und hier ist die entsprechende Webseite:

http://www.t-mobile.de/mobiles-internet/0,20335,23094-_,00.html

Wow, 100 Mbit kenne ich nur von gut gepflegten Inhouse Netzwerken. Jetzt aufm Handy.
Hmm, ob da auch so eine Spassbremse eingebaut wurde wie in meinem momentanen Flatratevertrag? Mal schnell ins Kleingedruckte geschaut und – Surprise Surprise, natürlich wird die Geschwindigkeit „ein wenig“ verlangsamt, wenn man zu viele Daten überträgt, also die versprochenen „bis zu 100 Mbit“ mal wirklich auskosten will.

„Ab einem Datenvolumen von 1 GB wird die Bandbreite im jeweiligen Monat auf max. 64 kbit/s (Download) und 16 kbit/s (Upload) beschränkt.“

Klingt gar nicht so schlecht wie es eigentlich ist. Fragen wir, als mathematischer Folivora, einfach mal bei Wolfram Alpha an, was das jetzt bedeutet:

http://www.wolframalpha.com/input/?i=100+mbit%2fs

Oha, wenn man den High-Speed der Telekom nutzt ist das Vergnügen also nach ca. 80 Sekunden vorbei. Quasi ein Coitus Interruptus. Da gibts bestimmt angenehmere Dinge die weniger Kosten.  Na ja, das Licht legt in dieser Zeit fast 15 Millionen Meilen zurück, so schlimm ist es also doch nicht. (Wolfram Alpha macht schon Spass).

http://www.wolframalpha.com/input/?i=64+kbit%2Fs

Gedrosselt ist es dann wohl eher unbrauchbar. Ok ok, meine Kinder sagen daß Whats App dann noch funktioniert. Und SMS auch.

Aber am fassungslosesten bin ich darüber, für wie Dumm die mich halten. Und es auch noch sichtbar Hervorheben:

LTE: Schneller kann keiner.

Erinnert vielleicht ein wenig an das hier:

http://www.buecher.de/shop/buecher/ich-bin-schon-wieder-erster/rauschenbach-erich/products_products/detail/prod_id/01991841/

Das Kleingedruckte:
jaaa, man kann Datenvolumen nachkaufen und es gibt Flatrates mit mehr Volumen. Für den entsprechenden Obulus. „Diese Bandbreitenbeschränkung können Sie mit der Buchung von SpeedOn aufheben. Sie erhalten dazu automatisch nach Eintritt der Bandbreitenbeschränkung eine SMS mit einem Link zu einer innerhalb Deutschlands kostenfrei zu erreichenden Internetseite, über die Sie SpeedOn buchen können.“ Eine kostenlose Webseite. Auf der man dann bezahlen darf. Mann sind die nett zu ihren Kunden.
Ausserdem ist 100Mbit/s ein theoretischer Wert der sowieso kaum erreicht werden kann.

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