Tag der Deutschen Einheit

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3.Oktober: Tag der deutschen Einheit. Ein Trauerspiel.

Feiertag. 3. Oktober 2013. Eifel. Heute ist er wieder da, der "Tag der deutschen Einheit". Es werden Reden geschwungen, Lobeshymnen gesungen, Orden verliehen: das System feiert seinen größten Triumph: die Vernichtung der Bundesrepublik Deutschland. Die ostdeutsche Kanzlerin hat gerade mal wieder einen fulminanten Sieg eingefahren: 99,9% aller aufrechten Deutschen haben sie gewählt. Dem Sieg im Wege stehen nur noch ein paar kleine Überbleibsel der alten demokratischen Ordnung aus den Zeiten der Bonner Republik: die Tatsache, dass die Mehrheit der Abgeordneten im Wahlkampf Position gegen Angela Merkel bezog:, allen voran Peer Steinbrück, Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten.

Feiertag. 3. Oktober 2013. Eifel. Heute ist er wieder da, der „Tag der deutschen Einheit“. Es werden Reden geschwungen, Lobeshymnen gesungen, Orden verliehen: das System feiert seinen größten Triumph: die Vernichtung der Bundesrepublik Deutschland. Die ostdeutsche Kanzlerin hat gerade mal wieder einen fulminanten Sieg eingefahren: 99,9% aller aufrechten Deutschen haben sie gewählt. Dem Sieg im Wege stehen nur noch ein paar kleine Überbleibsel der alten demokratischen Ordnung aus den Zeiten der Bonner Republik: die Tatsache, dass die Mehrheit der Abgeordneten im Wahlkampf Position gegen Angela Merkel bezog:, allen voran Peer Steinbrück, Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten. Im Prinzip würde das heißen: Merkel ist abgewählt – doch die Medien haben diesmal alles unternommen, um das überhaupt nicht zur Sprache zu bringen (siehe Neopresse): der Verlust der Stimmenmehrheit im Parlament wurde gar nicht zu Kenntnis genommen. Merkel ist Kanzlerin und wird es auch bleiben: die Lumpenelite Deutschlands will das so, sie stört so herrlich wenig beim ganz großen Abkassieren, ja, man darf auch ihre Kosten sogar im Kanzleramt seinen Geburttag feiern – das ist wie KIndergeburtstag bei McDonalds.

Der Urnenpöbel und das Lumpenproletariat stimmen in den Siegeschor ein, denn DOITSCHLAND ist wieder wer. Deutsche Soldatenstiefel sind wieder weltweit zu vernehmen und haben durch ihren engagierten Einsatz dafür gesorgt, dass der weltweite Krieg gegen die Drogen haushoch verloren wurde (siehe Yahoo): dank unserer Streitkräfte steht der von den Taliban vernichtete Mohn wieder in voller Blüte, in Deutschland selbst herrscht wieder der alte deutsche Geist: Arbeitslosigkeit (also: die Weigerung für entwürdigenden Mickerlohn entfremdete und gesundheitsschädigende Arbeit zu leisten) ist strafbar geworden, eine eigene Behörde mit Sicherheitsdienst vor den Türen, eigenen Ermittlungs- und Inkassoabteilungen wacht darüber, geleitet von einem Oberst der Bundeswehr, der ganz gezielt die ganz Behörde in einen nach militärischen Gesichtspunken funktionierenden Apparat umbaute. 42 Millionen Datensätze sind so jenseits der Proteste von Datenschützern gesammelt worden: die Qualität der Daten, die dort gesammelt werden, ist intimer und sensibler als alles, was Volksbefragungen je anrührten.

Aber was stört uns das? Die NSA hört jeden von uns ganz gezielt ab, wir gehören zu den Spitzenfeindländern und der Umgang mit diesem Thema seitens der Regierung und der Oppositionsparteien hinterließ den Eindruck, dass man sich damit abgefunden hat, hier nur noch Verwaltungsaufgaben für den „Großen Bruder“ zu übernehmen, an den wir uns immer mehr angleichen: 15 – 19 Millionen Einwanderer leben momentan in Deutschland, jedes Jahr kommen eine Million dazu – nicht mehr lange und wir gleichen den USA aufs Detail. Vielleicht bekommen wir deshalb bald auch US-Sirenen für unsere  Streifenwagen.

Der Müll wird in Deutschland schon mal weggeräumt, Rollstuhlfahrer werden mit Polizeigewalt vor aller Augen nackt aus der Saune abgeführt (siehe Rollingplanet), ihr Anblick stört das Lumpenproletariat und den Urnenpöbel beim doitsch sein.

Was feiern wir eigentlich heute? Die feindliche Übernahme unserer Brüder und Schwestern aus der DDR? Die nächsten dutzend Generationen werden dafür bluten müssen: wir hatten überhaupt kein Geld für diese Übernahme, die geschah auf PUMP – und deshalb hat Ackermann heute freien Zugang zur Kanzlerin. Dort haben wir angefangen, Schulden in Billionenhöhe aufzuhäufen – und es werden jedes Jahr mehr. Dafür haben wir ein Verbrechen begangen: Raub in großem Umfang und die Zerstörung einer andersartigen Kultur ohne Rücksicht auf die dort in vierzig Jahren gewachsenen Strukturen. Wo sind sie denn alle geblieben, die „volkseigenen Betriebe“? Nun – dort, wo auch unsere Eisenbahnerwohnungen sind, unsere Post, unsere staatlichen Betriebe: verschebelt an Superreiche, die ihren Reichtum dadurch enorm mehren konnten … zum Wohle DOITSCHLANDS – und zum Schaden seiner Bevölkerung.

Und während der Osten seinem Besitz nachtrauert, trauern wir unserer Bonner Republik hinterher, jenem Land, das nicht perfekt war, sich aber auf einem guten Weg befand: Kant´s Traum einer Hinwendung der Welt zum Ewigen Frieden war in den Bereich des Möglichen gerückt.

Jetzt ist er ferner denn je. Die Abgeordneten wurden ruhig gestellt, ihre Diäten wurden einfach mal verdoppelt, durch Nebeneinkünfte Millionär zu werden ist möglich, UN-Konventionen gegen Korruption werden einfach nicht unterzeichnet, 5000 Lobbyisten sorgen für den parlamentarischen Gleichschritt: wir sind ganz offiziell Bananenrepublik geworden, in der jetzt auch die ersten Gerüchte über Wahlfälschung aufgetaucht sind (siehe u.a. Thomas Lachetta).

Wir brauchen aber gar keine Wahlfälschung – die SPD sorgt schon von selbst für den richtigen Kurs: sie hätten anstatt den Steinbrück die Merkel auf die Plakate kleben sollen – wer SPD gewählt hat, wird bald zu den treuen Unterstützern von Angela Merkel gehören. Die Unterstützung hat sie auch bitter nötig, denn laut Ackermann hat die Merkel von Wirtschaft überhaupt keine Ahnung (gefunden bei: Die Elefantenmacher, Lambrecht/Müller) – die kann noch nicht mal Brutto von Netto unterscheiden: die ideale Kanzlerin für die Lumpenelite, endlich mal jemand, der so eingeschränkt denkt, wie das Volk, das er regiert.

Die Chance, den politischen Kurs des Landes mit der Mehrheit der Antimerkelfraktion im Bundestag zu ändern, wird gar nicht mehr wahrgenommen: in Folge zu geringer Entsozialisierungen ist ein Resthäufchen von Ostlingen übrig geblieben und hat es mit Westhilfe in den Bundestag geschafft: die LINKE schwimmt immer noch als lästige Fliege im bundesdeutschen Einheitsbrei. Wir mögen aber den Ostling nicht, er ist und bleibt der häßliche Pickel im Gesicht der Koalition der Abräumer und wird es auch bleiben, wenn man ihn nicht in die Einheitspartei integriert – was ohne Zweifel irgendwann der Fall sein wird. Erste Porschefahrer sind dort schon gesichtet worden, feine Anzüge haben Hochkonjunktur: es wird nicht lange dauern, bis auch sie den parlamantarischen Gleichschritt übernommen haben und erkennen, dass die Herrschaft der Lumpenelite so gefestigt ist, dass man sie als alternativlos bezeichnen kann.

Möglicherweise wird man in Zukunft sehen, dass es die letzte Chance gewesen ist, Deutschland von seinem finsteren Kurs abzubringen, der nur noch durch große Lügen aufrecht erhalten werden kann: die Lüge von der nicht vorhandenen Arbeitslosigkeit, die Lüge von der enormen Wirtschaftskraft des Landes, die Lüge von dem Reichtum und dem Erfolg unserer Bürger. Gemessen an den Normalstandards der sozialen Marktwirtschaft haben wir eine Arbeitslosigkeit von über 60 %, der sozialversicherungspflichtige Vollzeitjob von dem ein Arbeiter eine vierköpfige Familie ernähren kann ist eine absolute Rarität geworden, unsere Wirtschaft lebt nur noch durch die billigen Preise, die wir dank Euro im Ausland haben und unsere realen Staatsschulden übersteigen unser Vermögen bei Weitem.

Warum das keinen stört? Nun – Brot und Spiele: das war die Botschaft des alten Rom. Man hat sie nicht vergessen. Wie haben dafür Autos, Privatfernsehen, Urlaub, Bier und Sex (an jeder Ecke, sogar bei der Werbung für Autoreifen) – und das ist alles, was das Lumpenproletariat begehrt. Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit, Sicherheit und Wohlstand sind ihnen egal, solange sie sich als Herrscher der Welt fühlen können, die jedes Jahr einmal im Ausland ihre Überlegenheit demonstrieren dürfen.

Das ist die schreckliche Wahrheit hinter diesem Tag, an dem die Vernichtung der alten Bundesrepublik gefeiert wird und man als Lohn einen Tag frei von der Arbeitsfron bekam: in Deutschland haben Lumpenelite und Lumpenproletariat wirklich eine Mehrheit. Letztere ist so dumm geworden, das Erstere sich hemmungslos bedienen und danach ins Ausland absetzen können, während hier der Zusammenbruch der Versorgungsstrukturen zu überraschend blutigen Zuständen führen wird, auf die sich die Schweizer Armee schon jetzt vorbereitet (siehe Tagesanzeiger)

Wie die Zeitung «Le Matin Dimanche» berichtet, kämpfte eine Panzerbrigade zwischen dem 26. und 28. August gegen die fiktive Bedrohung französischer Paramilitärs.

Das Szenario der Übung «Duplex Barbara» sah folgendermassen aus: Die anhaltende Wirtschaftskrise hat Europa an den Rand des Chaos gebracht. Frankreich ist in mehrere Kleinstaaten zerbrochen. Einer davon, das fiktive Saonia auf dem Gebiet des französischen Juras, macht die Schweiz für seine prekäre finanzielle Situation verantwortlich. Die paramilitärische «Brigade de Dijon» will mit Attentaten in der Schweiz den Schuldenerlass erzwingen.

Währenddessen präsentieren unsere Medien uns täglich „Busenblitzer“ (erst heute erfuhr ich von einer neuen Disziplin: dem „Sideboob“, dem „neuen Promi-Trend auf dem roten Teppich“ – siehe Yahoo), überschütten uns mit Trivialitäten aus dem Bereich „Leibesertüchtigung“ (ein gewisser Herr Boateng soll laut Angaben des Spiegel aktuell etwas „unglücklich“ sein – leider finde ich die Worte nur auf der Titelseite und will den Artikel auch wirklich nicht groß suchen) oder drehen sich in großem Maße um sich selbst: wer hat wann was gesendet und was meinen die anderen dazu – als ob das wirklich interessieren würde. Man nimmt erstaunt zur Kenntnis, dass sich das ganze Land in der Pubertät zu befinden scheint – und dort auch nicht mehr herauskommt.

Was sicher ist: das „System“ – jene über Jahrzehnte gewachsene und gezielt geförderte Allianz der Besserverdiener in Politik und Wirtschaft – plündert das Volksvermögen weiter im großen Stil aus … übrigens auch beim „Großen Bruder“ jenseits des Teiches.

Deutschland hat den durch die SPD vor zehn Jahren begonnen Rechtsruck weiter fortgesetzt: CDU, FDP und AfD hätten eine stabile Mehrheit über 50% der Wählerstimmen, kommt die SPD dazu (die immer gerne Steigbügelhalterin von Merkel war, weil sie weiß, wer hinter dieser grandiosen Schauspielerin steht), gibt es keine reale Opposition mehr in diesem Land: Verhältnisse wie in der DDR sind an der Tagesordnung.

Was das praktisch bedeutet?

Ersatzlose Streichung von Hartz IV binnen fünf Jahren, Einstellung der Zahlung der gesetzlichen Rentenversicherung, Krankenbehandlung nur noch gegen Cash – bis die Blase platzt: Deutschland hat viel zu wenig Kinder, um die nächsten Jahre überstehen zu können. Das kann man mit noch so viel Propaganda nicht vom Tisch reden – diese Land liegt im Sterben, es wird zum Siedlungsgebiet für Völker, die weniger verdummt sind: die Natur mag kein Vakuum.

Die Lumpenelite weiß dies und rafft ohne Ende Geld zusammen, dass sie in die Schweiz oder in andere Steuerparadiese schafft. Sie bereiten sich auf eine ganz andere Zukunft vor, die der verblödete Stumpfgermane in seinem Rosa-Gartenparadies gar nicht begreifen will, siehe Focus:

Eine Arche Noah für Saatgut im arktischen Permafrost Norwegens soll verhindern, dass Pflanzen aussterben. Nach einem Atomkrieg helfe das Projekt jedoch nicht, sagt der Genetiker Andreas Graner.

An einen Atomkrieg denkt auch keiner. Die Dezimierung des Urnenpöbels, des Lumpenproletariats, des „Restmenschen“ durch die Lumpenelite kann ganz umweltschonend und kostengünstig durch Hunger und Krankheiten erledigt werden. Sicher, die paramilitärischen Banden werden auch der Natur Schaden zufügen, aber dafür hat die Lumpenelite schon mal vorgesorgt: nach dem großen Aufräumen wird alles neu gepflanzt.

Und nun … sind sie ganz sicher, dass Sie diesen Tag noch feiern wollen?

In Wahrheit sitzen Sie im Kolosseum und erfreuen sich ein letztes Mal an dem wunderbaren Schauspiel, wie Raubtiere aus fremden Ländern junge Christen zerreißen, während die Goten die Stadttore aufbrechen um dem wundersamen Treiben ein endgültiges Ende zu bereiten. Griechenland, Italien, Spanien, Portugal und Irland sind näher an diesen Toren dran, dort kann man heute schon zu Zustände studieren, die auch für uns bald Alltag sein werden.

 

Tag der deutschen Einheit – wir feiern den „Restbürger“ und die Einführung von Volkswirtschaftsausschlachtungen

Sonntag, 2.102010. Eifel. Morgen feiern wir alle ein Ereignis, das uns als normalen Bürgern vor Ort übergestülpt wurde wie der Euro und die EU. Wir müssen das feiern, weil die Politik das so beschlossen hat. Ich war privat mehrfach in der DDR, hatte dort mit systemkritischen Eingeborenen gesprochen: die meisten hatten keine Ahnung, was sich hinter der glitzernden Warenwelt verbarg - und welchen Preis sie für diese Waren zu zahlen hatten. Das Erwachen war böse - man sieht es heute noch an den Wahlerfolgen der Linken im Osten. Der Westen musste einen ähnlich hohen Preis zahlen: die Auflösung der Bonner Republik zwecks kostenintensiver Neuinstallierung der Ministerien in Berlin - eine Maßnahme, die man später durch Zerschlagung des Sozialstaates finanzierte. Die Massen an orientierungslosen jungen Männern aus dem Osten, die in einer militarisierten Gesellschaft aufgewachsen waren, in der am Wochenende gerne mal die "Betriebskampfgruppen" den Klassenkampf übten, waren ein willkommenes Geschenk für die Kriegstreiber in der Berliner Republik: auf einmal hatte man die nötige Anzahl "harter Kerle", mit denen man wieder weltweit die Untermenschen aufmischen konnte. Wenn wir morgen den deutschen Einheitsbrei feiern, sollte uns bewußt werden, das nicht nur die DDR untergegangen ist - auch die alte BRD existiert nicht mehr, jenes Land, das man noch lieben konnte. Nun - nicht umsonst verlassen immer mehr Menschen das "neue Deutschland", das noch die alten Etiketten trägt aber für ganz andere Inhalte steht.

Sonntag, 2.102010. Eifel. Morgen feiern wir alle ein Ereignis, das uns als normalen Bürgern vor Ort übergestülpt wurde wie der Euro und die EU. Wir müssen das feiern, weil die Politik das so beschlossen hat. Ich war privat mehrfach in der DDR, hatte dort mit systemkritischen Eingeborenen gesprochen: die meisten hatten keine Ahnung, was sich hinter der glitzernden Warenwelt verbarg – und welchen Preis sie für diese Waren zu zahlen hatten. Das Erwachen war böse – man sieht es heute noch an den Wahlerfolgen der Linken im Osten. Der Westen musste einen ähnlich hohen Preis zahlen: die Auflösung der Bonner Republik zwecks kostenintensiver Neuinstallierung der Ministerien in Berlin – eine Maßnahme, die man später durch Zerschlagung des Sozialstaates finanzierte. Die Massen an orientierungslosen jungen Männern aus dem Osten, die in einer militarisierten Gesellschaft aufgewachsen waren, in der am Wochenende gerne mal die „Betriebskampfgruppen“ den Klassenkampf übten, waren ein willkommenes Geschenk für die Kriegstreiber in der Berliner Republik: auf einmal hatte man die nötige Anzahl „harter Kerle“, mit denen man wieder weltweit die Untermenschen aufmischen konnte. Wenn wir morgen den deutschen Einheitsbrei feiern, sollte uns bewußt werden, das nicht nur die DDR untergegangen ist – auch die alte BRD existiert nicht mehr, jenes Land, das man noch lieben konnte. Nun – nicht umsonst verlassen immer mehr Menschen das „neue Deutschland“, das noch die alten Etiketten trägt aber für ganz andere Inhalte steht.

Das „neue Deutschland“ ist kein Sozialstaat mehr, es hat die sozialen Menschenrechte einfach mal in die Schranken gewiesen. Es ist treuer Hilfstruppenlieferant bei illegalen Angriffskriegen der Nato – oder hält sich getreu der Methode „guter Cop“/“böser Cop“ – als Scheinalternative vornehm im Hintergrund. Es hat auch seine nationale Souveräntität an „die Märkte“ abgegeben, weiß nur noch nicht, wie man das dem Volk verkaufen kann. Die Griechen bekommen aktuell einen Eindruck davon, was auch uns Deutschen in Zukunft blühen wird: Beamte werden entlassen, Renten gekürzt, lebenswichtige Arbeitsplätze gestrichen, die Wirtschaft kaputt gespart.

In dieser Krise wird der 1.10.2011 in die Geschichte eingehen können – es war jener Tag, an dem einer der mächtigsten Politiker in Deutschland und potentieller Kanzlerkandidat der SPD offen zu Ausschlachtung der griechischen Wirtschaft aufgerufen hatte, siehe Welt:

Im Ringen um eine Rettung Griechenlands schlägt SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier die Einrichtung einer europäischen Treuhandanstalt vor. Diese könnte griechisches Staatsvermögen privatisieren, sagte Steinmeier der „Rheinischen Post“.

Merkt man nun, wohin der Hase läuft? Nachdem bisher immer nur drittrangige EU-Marionetten den Spruch bringen durften, kommt jetzt das erste Mal ein Mann mit Macht daher, die Ausschlachtung der europäischen Volkswirtschaften wieder in konzentrierten Bahnen laufen zu lassen. Mit der Treuhand hatten wir ja auch gute Erfahrungen gemacht, siehe Wikipedia:

Eine effizient arbeitende Privatisierungsagentur, in der nach transparenten Kriterien entschieden wird, war die Treuhand nie. Angesichts des Zeitdrucks, unter dem sie agierte, konnte sie dies auch nicht sein. Die weitreichenden Entscheidungsspielräume, die ihr die Bundesregierung konzedierte, gab sie an ihre Mitarbeiter weiter. Nur so ließ sich innerhalb von vier Jahren eine ganze Volkswirtschaft privatisieren.

Eigentlich kein Grund, das „Modell Treuhand“ nochmal weiter fortzuspinnen, gäbe es da nicht gewisse „Nebenwirkungen“, die Begehrlichkeiten bei tausenden skrupelloser Krimineller wecken:

Im Jahr 1998 schätzte der Untersuchungsausschuss des Bundestages DDR-Vermögen den Schaden, der durch Veruntreuung, Betrug und andere kriminelle Handlungen im Zusammenhang mit der Privatisierung der DDR-Volkswirtschaft verursacht wurde, auf drei bis zehn Milliarden DM.

Die Zerschlagung der Volkswirtschaft der DDR hat viele „Leistungsträger“ überhaupt erst zu dem gemacht, was sie heute sind: Partner des US-amerikanischen Großkapitals. Auf einmal konnte man richtig gut abräumen … und das ist vielen, die nicht soviel abbekommen haben, noch gut in Erinnerung. Wie schön wäre das, wenn man auch so mit Griechenland verfahren könnte. Viele Deutsche, die noch keine Millionäre sind, hätten eine gute Chance, dort billig an Werte zu kommen, die den Griechen noch ärmer und den Deutschen noch reicher machen.

Zeitgleich berichtet die Welt über den nächsten Schlag:

Der EU-Kommissionspräsident fordert eine mächtige Brüsseler Zentrale mit weniger nationalen Einfluss. Barroso nennt das Verhalten einiger Staaten „schlampig“. 

Und diesen schlampigen Staaten sollte eine Treuhand mal zeigen, wo der Hammer hängt. Und nicht nur Griechenland: Portugal gehört ebenfalls eingedeutscht, siehe Manager-Magazin:

Die Reihe der Hiobsbotschaften im Zuge der Euro-Krise reißt nicht ab. Jetzt räumt die portugiesische Regierung ein, mehr Schulden zu machen als zugesagt. Ein Grund: Defizite der autonomen Insel Madeira wurden bislang nicht eingerechnet.

Hier wird aber schon mal schnell Kasse gemacht: Arbeitsplätze, Arbeitsqualität und Einkommen der Bürger werden massiv abgebaut, ihre wirtschaftliche Souveränität wird vernichtet, die Infrastruktur ihres Gemeinwesens in fremde Hände gelegt:

Für Pedro Passos Coelho wird die Zeit knapp. Nur noch drei Monate, dann muss die von ihm geführte portugiesische Regierung ihre wichtigsten Aktienbeteiligungen verkauft haben: den Energieversorger EDP, den Netzbetreiber REN, die Fluggesellschaft Tap.

Portugiesen können sich auf eine Zeit wachsender Preise, sinkender Einkommen inklusive schrumpfender Produktqualität freuen. So etwas geschieht immer, wenn fremde Mächte das eigene Land übernehmen: die Lebensqualität sinkt drastisch. Einfach mal die Bewohner der alten DDR fragen, wie toll denn das bundesdeutsche Paradies jetzt wirklich ist – aber bitte nur die alten Bürger fragen, nicht die RTL-Brut „Generation Doof“.

Neben Portugal ist ja auch bald Italien im Angebot – auch wenn der Wert des Staatseigentums nicht ausreichen würde, die Schulden zu decken. Darüber reden wir nur nicht gern, weil wir schon Griechenland kaum stemmen können.

Die Folgen für uns sind absehbar – auch wenn sie sich etwas verzögern werden, so wie die BRD durch die Ausschlachtung der DDR eine Zeit lang vor den Folgen der Globalisierung geschützt wurde.  Auch wir werden irgendwann „schlampig“ sein und eine Treuhand brauchen, bis dahin aber hat die CDU schon eigenen Pläne mit uns, siehe Norbert Rüttgers in der Welt:

 Der frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsident Rüttgers fordert eine Abschaffung des gesetzlichen Rentenalters.

„Entscheidend für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes ist Arbeit, Arbeit, Arbeit“, sagte er.

Arbeit macht frei – von Zukunftssorgen. Und keiner macht sich Gedanken, wohin die Reise gehen soll? Nun – schon. All jene, die die Macht hatten, die Einheit Deutschlands, den Euro und die Rettungsschirme völlig an der Bevölkerung vorbei zu organisieren, um sich selbst mit Pöstchen und Boni zu versorgen. Davon gibt es in der Privatwirtschaft reichlich, dort, wo die Steuergelder letztlich landen, mit denen wir die Griechen in die Arbeitslosigkeit treiben und ihr Staatsvermögen verschleudern. Ein Kommentar in der FTD zum Thema Eigenkapitalbildung durch Boniverzicht bei Banken zeigt, worum es geht:

Die Deutsche Bank hatte 2009 ca. 77.000 Mitarbeiter, der Durchschnittsverdienst betrug 147.000€. Würde der unter gleichzeitigem Abbau der Exzesse, also oben mehr und unten weniger, reduziert, z.B. auf immer noch respektable 60.000€, würden irgendwo um die 5 Milliarden € pro Jahr zur Stärkung des Eigenkapitals freigesetzt. Allein bei dieser einen Bank. Und das, ganz ohne den Steuerzahler zu bestehlen.

So werden Leistungsträger geschaffen, treue Gefolgsleute der Volkswirtschaftsausschlachtungen, die für simple Bürotätigkeiten in wenigen Jahren zu Millionären werden – völlig ohne Nutzen für die Allgemeinheit.

In einer Broschüre von Mercedes aus den neunziger Jahren fand ich mal die putzige Vokabel „Restverkehr“, womit jedes Auto gemeint war, das eben kein Mercedes war. Wäre Zeit, jetzt die Vokabel des „Restebürgers“ einzuführen, für den andere Bedingungen gelten: er darf von den Resten leben, die die Plünderer übrig lassen, er darf den Luxus des Bankenclans mit seinen Steuergeldern finanzieren, denn die leben letztlich gut von den willkürlich festgesetzten Zinsen für Griechenland, Italien und Portugal.

Hier wird – wie in der DDR – ein Riesengewinn gemacht, der sich für jeden Bankmitarbeiter auszahlt, während für den Restbürger die Fettsteuer oder die 42-Stunden-Woche kommt:

Tschütscher lobte zugleich die „gute Führungsrolle“ der Bundesregierung bei der Bewältigung der Euro-Krise. Die Bundestagsabstimmung zur Ausweitung des Euro-Rettungsschirms habe das bestätigt. Es sei „im Interesse Deutschlands, Griechenland und andere Schuldenstaaten zu retten“. Im Gegenzug müssten die hoch verschuldeten Länder alles tun, um ihre Arbeitsproduktivität zu erhöhen. Beispielsweise sollten sie ihre Wochenarbeitszeit erhöhen und sich dabei an Liechtenstein orientieren, wo „mindestens 42 Stunden in der Woche“ gearbeitet werde.

Arbeit, Arbeit, Arbeit – aber natürlich ohne Geld.

So bringt man die Volkswirtschaftsgaleere so auf Fahrt, das der Bankenclan Wasserski fahren kann.

42-Stundenwoche, Renteneintritt ab Todesdatum, Massenentlassungen von unkündbaren Beamten, Ausschlachtungsorgien von Volkswirtschaften, Sondersteuern für Milch, Kotelett, Pizza, Butter und Pommes bald vielleicht auch für Zimmerpflanzen, Atemluft und Stuhlgang, Sex, lange Haare und Gesang.

Soweit haben uns die Politiker mit ihren „alternativlosen“ „Rahmenbedingungen“ im Jahre 2011 herabgewirtschaftet – Hand in Hand mit Banken und Verbänden.

Der Dax hat aktuell den größten Quartalsverlust seit 2002 produziert – da muss man zeitig sehen, wie man anders an Geld kommt: durch Beteiligung am Wachstum der Realwirtschaft ist da nicht mehr viel zu holen. Kein Wunder, das auch gerade aus der Realwirtschaft kritische Stimmen gegen den aktuellen Trend kommen wie hier in der FTD von einem italienischen Schuhfabrikanten:

„Das unanständige und unverantwortliche Spektakel, dass viele von euch veranstalten, ist für einen Großteil der Italiener unerträglich geworden“, schreibt Della Valle. „Euer Handeln, dass sich nur noch nach persönlichen Interessen oder denen der Partei richtet, treibt uns in eine Katastrophe und hat dem Ruf Italiens in der Welt irreparablen Schaden zugefügt.“

Also – wenn es nach mir geht, gilt das auch für die deutschen Politiker des „Hartz-Blocks“, jenes Gesetzes, das als erste zeigte, das die Installation des  „Restbürgers“ einem brutalen Willen der deutschen Politik entspringt, einer Hinwendung zur skrupellosen Asozialität und gezielter Produktion von Massenarmut, die jetzt auch den Rest Europas erreicht.

In seiner Anzeige verzichtet Della Valle darauf, Namen zu nennen. Seiner Ansicht nach hat sich „die politische Klasse bis auf wenige Ausnahmen vollkommen von der Realität und den wahren Bedürfnissen der Bürger entfremdet“. Auch viele Unternehmer trügen eine Mitschuld, weil sie die Politiker zu lange unterstützt hätten, „ohne sie an ihre Pflichten und die Interessen Italiens zu eriinnern“.

Der Mann kennt auch die Lösung der Probleme:

Della Valles Abrechnung mit der herrschenden Klasse ist gleichzeitig ein Appell an die Zivilgesellschaft, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. „Die ernste Lage macht es notwendig, dass die ernsthafteren und verantwortlicheren Teile der Gesellschaft, denen das Schicksal des Landes wirklich am Herzen liegt, zusammenarbeiten“

Und was geschieht mit den ernsthafteren und verantwortungsbewußten Bürgern, wenn sie es wirklich mal wagen, die Zentralen der Volkswirtschaftskiller zu belagern?

Sie werden verhaftet, siehe Handelsblatt:

Bei einer Kundgebung in New York gegen zunehmende Armut und die Macht der Banken hat die Polizei mehr als 700 Demonstranten festgenommen. Zuvor hatten die Demonstranten im Rahmen der seit zwei Wochen andauernden Protestaktion im New Yorker Finanzviertel am Samstag den Verkehr auf der Brooklyn Bridge teilweise lahmgelegt. 

So sieht ernsthafter ziviler Widerstand aus – und so wird damit umgegangen. Der Restbürger wird einfach abgeräumt. Für Demokratie ist kein Geld mehr da. Das sieht auch der CSU-Abgeordnete Gauweiler so, siehe Welt:

Der CSU-Bundestagsabgeordnete und Euro-Skeptiker Peter Gauweiler hält dagegen den Ausstieg Griechenlands aus der Euro-Zone für unausweichlich. „Wenn die Griechen ihre Demokratie nicht verkaufen wollen, müssen sie sich vom Euro trennen, zumindest auf Zeit“, sagte er der „Bild am Sonntag“.

Die Griechen werden aber ihre Demokratie verkaufen müssen, ebenso wie die Italiener, Portugiesen, Spanier, Franzosen und … zuletzt … die Deutschen, die seit der Widervereinigung eine ganz neue Rolle als europäische Zentralmacht innehaben – auf Kosten ihrer Bürger, die mal wieder niemand gefragt hat, ob sie nicht mit der bescheidenen kleinen wirtschaftlich kerngesunden Bonner Republik nicht viel zufriedener gewesen wären.

Aber – politische Willensbildung ist hat nichts für den „Restbürger“.

Für den gilt: „Arbeit, Arbeit, Arbeit“ – 42 Stunden die Woche bis weit über die Siebzig hinaus, fallls er nicht das Pech hat, schon mit fünfzig im Hartz-Bezug zu enden.

Und das soll ich wirklich feiern?

Der 3. Oktober als Feiertag verdrängte den 17. Juni, an dem wir den Volksaufstand in der DDR feierten. Weiß noch jemand, warum das Volk dort rebellierte?

Dieser erste antistalinistische Aufstand hatte zahlreiche Ursachen, zum Beispiel die Ignoranz der DDR-Führung gegenüber den Bedürfnissen derArbeiterklasse einschließlich ihres Beschlusses, die Arbeitsnormen übermäßig zu erhöhen, sowie Fehler der SED.

Gegen Fehler der BRD-Führung, die Ignoranz der Regierung gegenüber den Bedürfnissen der Bürger und die übermäßige Erhöhung der Arbeitsnormen hierzulande gibt es keinen Widerstand.

Unser Stalinismus ist halt raffinierter.

 

 

 

 

 

 

 

 

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