Supergau Fukushima

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Supergau in Fukushima, Bomben auf Lybien, verstrahlte „Wegwerfarbeiter“: das Vierte Reich marschiert weltweit

Wer hätte das gedacht? Das Jahr 2011 scheint alles auf den Kopf zu stellen. International geschieht so viel – und so schnell – das man gar nicht mehr hinterherkommt, die Entwicklung zu beobachten … geschweige denn, zu verstehen. Die gleichen Truppen, die in Bahrain Demonstranten töten, kämpfen bald in Lybien für die Demonstranten. Es gibt halt gute Diktatoren und böse Diktatoren, und welcher Diktator jetzt gerade gut oder böse ist … das können wir Normalbürger doch gar nicht entscheiden, das geht doch weit über unseren Horizont hinaus. Zwar gibt es mahnende Stimmen, die zeigen, das gerade eine neue weltweite Diktatur ihr fürchterliches Haupt erhebt, aber diese Stimmen gehen in dem Nachrichtengetöse unter, so wie diese hier bei N-TV:

Was die UN-Resolution an Gewaltanwendung erlaubt, überschreitet deutlich die Grenzen des Legalen und des Legitimen. Man kann nicht in einen Bürgerkrieg, der immerhin gewaltsam begonnen wurde, von außen mit Gewalt eingreifen und sich auf die Seite einer Partei schlagen. Die UN hat das Recht zu intervenieren, um Massenmord zu verhindern, aber nicht das Recht, beim Sturz einer Regierung mit kriegerischen Mitteln zu helfen.

Dieser neue Natokrieg ist ILLEGAL! Wir führen bald als westliche Wertegemeinschaft einen illegalen Krieg gegen ein anderes Land. Nach außen hin sind wir bald kaum noch von einem kriegslüsternen Diktator zu unterscheiden – auch wenn unsere Methoden oft diskreter sind und wir nicht wie Napoleon oder Hitler einfach alles erobern, was unter die Militärstiefel passt. Wir begnügen uns mit jenen Ländern, die Profite versprechen – ohne plünderbare Rohstoffe verlieren wir schnell das Interesse. Seltsam auch die Ausrüstung der „Aufständischen“ in Lybien, die sich sehr von der anderer Aufständischer unterscheidet: Kalaschnikows statt Spruchbänder, Panzerfäuste statt Transparente … das wirkt nicht sehr friedlich. Wie jungewelt erwähnt, können die auch noch mit mehr rechnen:

Neben Luftangriffen auf Stellungen der libyschen Regierungstruppen stehen Ghaddafi-Gegnern laut Spiegel online auch Waffenlieferungen via Ägypten in Aussicht – was, nur nebenbei bemerkt – gegen UN-Resolution 1973 verstößt.

Dafür braucht man die illegalen Waffenhändler, die man sonst so gerne anprangert. Es bleibt jedoch die Frage: wer organisiert den Transport, wer die Bezahlung, über welche Kanäle wird das alles abgewickelt? Über Amazon geht so etwas noch nicht.

Was derart „befreite Länder“ zu erwarten haben, erfährt man bei einem Blick in den Irak, hier ebenfalls jungewelt:

Acht Jahre nach Beginn der völkerrechtswidrigen Invasion im Irak werden grundlegende Menschenrechte im Zweistromland systematisch verletzt, doch internationale Organisationen wie der UN-Sicherheitsrat, die Europäische Union oder die Arabische Liga schweigen. Die irakische Regierung reagiert mit Denunziation ihrer Kritiker, mit Parteiverboten und der Festnahme von Oppositionellen.

Gäbe es dort einen Aufstand, würde niemand die US-Bomber aufhalten, die zu seiner Niederschlagung herbeieilen. Es gibt halt gute Diktatoren und böse Diktatoren. Das sollte man schon wissen.

Wir denken nun: das alles spielt sich nur da draussen ab. In unserem Schlümpfeland passiert so etwas nicht. Unsere wohlmeinende Regierung sorgt dafür, das der Horror nicht aus den Fernsehbildschirmen in die Wirklichkeit herüberschwappt und wir unseren goldenen Käfig auch wirklich hemmungslos genießen können, während die Wirtschaft sich vorbildlich um unsere Versorgung kümmert und fürsorglich unsere Zukunft organisiert. Wir denken … all´ die Übel werden spurlos an uns vorbeigehen, weil wir das gottgewollte Privileg haben, Wirklichkeit nur noch via Bildschirm oder in der Fußballarena erleben zu müssen.

Schöne Träume … die leider nicht wahr werden. Die Prinzipien, die jetzt mit europäischen Steuergeldern in Lybien morden werden, wirken auch hier direkt vor Ort. Hierzu nochmal ein Griff in die Geschichte, gefunden bei nrhz:

Adolf Hitler hat davon gelernt und denselben Trick verwendet, um das Land geschlossen hinter sich zu bringen. Er nahm unter anderem die Idee des Antisemitismus auf, eine alte europäische Idee, die bis in die Zeit der Kreuzzüge zurückreicht, und brachte sie auf die Spitze. Außerdem gab er der Mehrheit die Kommunisten, Sinti und Roma, er gab ihnen die Homosexuellen, die allzu freien Künstler und die Kranken zum Hass frei. Und auch Hitler hatte damit Erfolg.

Dieser „Trick“ funktioniert gerade schon wieder. Heute sind es allerdings eher Moslems, „Sozialromantiker“, Arbeitslose (samt Kindern, da gibt es schon wieder Sippenhaft), Humanisten und … Alte, die zum Abschuss freigegeben werden. Merkt nur kaum jemand, weil man nicht genau hinschaut. In der RP steht es aber schon heute drin:

Aus Sicht der Arbeitgeber gibt es der OECD zufolge neben „subjektiven Vorurteilen“ gegen ältere Arbeitnehmer auch das Problem ihrer vergleichsweise höheren Bezahlung. „Es ist also zu fragen, ob Lohnsteigerungen, die ausschließlich auf dem Alter der Angestellten basieren, sinnvoll sind“, folgern die Wissenschaftler. Im Klartext: Die Gehälter älterer Arbeitnehmer sollten tendenziell sinken.

Ihr werdet länger arbeiten und dafür viel weniger Geld bekommen während sich die hochsubventionierten Bergbauarbeiter auch im Innendienst schon mit 48 auf die Couch legen dürfen. Dank der im Alter stattfindenden Gehaltskürzungen wird auch die folgende Rente niedriger sein: das kürzt dann auch die Restlebenszeit infolge von Mangelernährung. Gestützt wird dieses Programm durch ein flächendeckendes Programm „Vernichtung durch Arbeit“, über dessen Folgen das Handelsblatt aufklärt:

„Die Politik mit dem Grundsatz „Hauptsache Arbeit‘ basiert auf der Auffassung, dass jeder Job besser ist als keiner, weil er das wirtschaftliche wie auch das persönliche Wohl steigert“, schreiben die Forscher in der Zeitschrift „Occupational and Environmental Health“. „Aber die psychosoziale Qualität der Arbeit ist ein grundlegender Faktor, der bei der Planung und Ausführung der Beschäftigungs- und Sozialpolitik berücksichtigt werden muss.

Dank der weisen Kooperation von Politik und Wirtschaft dürfen viele unserer Brüder und Schwestern ihre krankmachenden Jobs bald bis 70 weitermachen – selbstverständlich bei ständig sinkender Bezahlung … und dafür soll man in diesem Land Mehrheiten bekommen?

Die Mehrheiten bekommt man … aber nur in der Sphäre der „Entscheider“, jener substanzlosen Funktionselite, die in den letzten Jahrzehnten im Schatten von Finanz- Wirtschafts- und Politikmacht herangewachsen ist und ein gemeinsames quasi parteipolitisches Ziel verfolgt: an das Geld der Steuerzahler, Bürger und Reichen heranzukommen. Über ihre Seilschaften informieren inzwischen viele Bücher, auf die bohmann.at hinweist:

Sie sitzen an den Hebeln der Macht und betreiben Machtmissbrauch. Ihre Gier nach Geld ist grenzenlos. Nepotismus gehört zu ihrem Alltagsgeschäft. Netzwerke sind ihr Rettungsring, wenn sie eines Tages ihre politischen Ämter aufgeben. Dann greifen sie auf ihr perfekt gestricktes Netzwerk zurück, kommen bei „väterlichen“ Freunden oder Konzernen unter, die sie vorher mit Millionensubventionen gefüttert haben. Die Rede ist von Politikern und Wirtschaftsbossen, die schamlos abkassieren und Steuergelder verzocken, die Wirtschaft des Staates an den Abgrund der Verschuldung bringen und so die demokratischen Strukturen gefährden.

Und das geschieht alles vor den Augen der Öffentlichkeit. So kommt es, das ein Sozialdemokrat Arbeitslose in nationalsozialistischer Manier als „Parasiten“ bezeichnen kann ohne sofort verhaftet zu werden, im Anschluß an seine politische Karriere aber sofort einen Aufsichtsratsposten nach dem anderen einfahren darf: solche Wunder geschehen, wenn man gut funktioniert und politische Gewalt missbraucht, um Geldgeber günstig zu stimmen.

Und da kommen wir von illegalen Kriegen gegen andere Völker über illegale Vernichtung älterer Menschen direkt zu den illegalen Atombomben, die wir zum Wohle der Finanzwelt überall herumstehen haben, siehe N-tv:

Modernisierung geschah nur auf dem Papier „Deutsche AKW sind Geldmaschinen“

Eigentlich hätten die deutschen Atomkraftwerke schon längst gegen Terroranschläge gesichert sein sollen. Aus einer viel gerühmten Vernebelungstechnik wurde eine Vernebelungstaktik.

Das Geld der Geldmaschinen wird aber dringend gebraucht, um das „Personal“ für den Demokratieabbau bezahlen zu können. Landesverrat, Verfassungsverrat, Verrat an der Menschheit … das alles hat seinen Preis.

Wenn man aber nun denkt: das war es nun an Grausamkeiten, die hinter der feinen aber zebröckelnden Fassade westlicher Demokratien ihr Eigenleben führen, der irrt. Das macht den Supergau in Fukushima auch so politisch: hier ist es ein hochindustrialisiertes demokratisches Land und nicht der „böse dumme Russe“, dem das Ungemach wiederfährt – und hier kann man im Detail erkennen, welche Zukunft die „Lumpenelite“ für uns alle plant … neben den vielen neuen Kriegen und der Vernichtung der Altersruhe, siehe Tagesanzeiger:

1999 wurde bekannt, dass Arbeiter in der Uranverarbeitungsanlage Tokaimura nordöstlich von Tokio Wiederaufarbeitung per Hand betrieben und Uran in Stahleimern mischten. Zwei Menschen starben später. Bei einer unkontrollierten Kettenreaktion wurden Hunderte verstrahlt und Tausende Anwohner evakuiert.

Im Jahr 1997 wurden bei einem Brand und einer Explosion ebenfalls in Tokaimura mindestens 37 Arbeiter leicht verstrahlt. Der Betreiber räumte später ein, Informationen über den Vorfall zunächst unterdrückt zu haben.

Tarnen, täuschen und vertuschen … hier wie in Japan. Dort hat es jedoch gerade mal nicht ganz so gut funktioniert und zeigt, welchen Wert Menschen in der Postdemokratie haben: sie werden „Wegwerfarbeiter“, siehe Telepolis:

Der ARD-Korrespondent in Japan, Robert Hetkämper, ist hingegen der Überzeugung, dass hier Menschen verheizt werden. Für gefährliche Arbeiten würden von Tepco gerne Obdachlose, Gastarbeiter, Arbeitslose und sogar Minderjährige ausgebeutet werden. Sie würden als „Wegwerfarbeiter“ bezeichnet, weil sie, wenn sie zu stark radioaktiv belastet sind, entlassen würden. Hetkämper habe mit einem Arzt gesprochen, der dies bestätigt habe. Diese „grausame Geschichte“ passiere nicht nur jetzt, sondern schon seit Jahrzehnten. Und sie erinnert, wie die WDR-Kommentatorin sagt, an die Hunderttausende von Liquidatoren, die in der Sowjetunion für den Bau des Sarkophags um den Tschernobyl-Reaktor eingesetzt und geopfert wurden. Seltsam ist dies in Japan, wenn man dort Menschen verheizt, obgleich man sonst gerne auf Roboter setzt, die in Fukushima aber nicht vorhanden zu sein scheinen.

Das alles geschieht vor aller Augen. Wir fallen – als angebliche Demokratie – immer weiter hinter den Sozialstandards des Deutschen Kaiserreiches zurück, verraten die Prinzipien, für die die Bonner Republik stand, fast täglich und leben nur noch für das Gebet: die letzte Waffe, der wir vertrauen können, das sie die Kraft hat, uns vor atomaren, sozialen oder wirtschaftlichen Katastrophen in Deutschland zu beschützen.

Was es wirklich bedeutet, wenn Menschen zu „Kosten auf zwei Beinen“ werden und dies als Prinzip das Handeln von Wirtschaft und Politik bestimmt, kann man in der Geschichte des Dritten Reiches studieren. Die neuen Hitlers, Himmlers und Heydrichs tragen zwar keine Uniformen mehr, aber sie sind nicht weniger grausam und unmenschlich … und wissen, das sie ihre Misswirtschaft nicht mehr lange verbergen können – siehe ftd:

Nach der Finanzkrise steckt die Welt nun in einer sich dramatisch verschlimmernden Atomkrise. Es sieht so aus, als würde unser gesamtes kapitalistisches System unter den von ihm generierten Krisen zusammenbrechen. Momentan stehen wir unter dem Schock dieser neuen Krise. Aber beide Ereignisse hängen zusammen. Die gesamte Finanzkrisenpolitik verläuft ähnlich wie der verzweifelte Versuch des japanischen Energiekonzerns Tepco, mit Meerwasser die Brennstäbe unter Kontrolle zu halten. Man fummelt an den Symptomen, kann aber das eigentliche Problem nicht lösen. Solche Strategien fliegen am Ende auf. Wir stehen in unserer Finanzkrise vor einer ähnlichen Situation wie in Fukushima: vor einer Kernschmelze – mit dem Unterschied, dass sie im Finanzsystem deutlich langsamer abläuft.

Sowas motiviert die Lumpenelite zur Eile. Nicht mehr lange und die Fernseher gehen aus, die Kaufhäuser schließen und die Bankautomaten geben kein Geld mehr aus … dann merken auch die letzten Schlümpfe, das die friedliche deutsche demokratische Zivilgesellschaft leise hinterrücks ermordet worden ist, weshalb man im Alter bald das Hartz-Modell fährt: für einen Euro einen Vollzeitsarbeitsplatz ausfüllen – vielleicht sogar als Wegwerfarbeiter im AKW.

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

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