Statistik

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Dr. Andrew Kaufman: Operation Moonshot & the Manipulation of Humanity

As a service to protect the truth, this video is mirrored here from Andrew Kaufman YouTube channel. https://www.youtube.com/channel/UCV7v2cvSnrJ9Qyz36cW1Ftw

 

 

Die eine Wahrheit

Die „Faktenchecker“ des Spiegel schwören ihre Leser auf die reine Lehre über die Zuverlässigkeit der PCR-Tests ein.
Von Walter van Rossum.

Wer es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, muss dies durch selbstbewusstes Auftreten kompensieren, durch andauernde Wiederholung von Un- und Halbwahrheiten und durch systematische Diffamierung abweichender Meinungen. Wir kennen dieses Spiel, kennen es unter anderem natürlich vom Flaggschiff der medialen Propagandaflotte bezüglich des Corona-Virus: dem Spiegel. Ein neuer Artikel des Gesundheits-Ressortchefs Holger Dambeck versucht noch einmal massiv PR für den PCR-Test zu machen. Dumm nur, dass schon die Grundannahme darin falsch ist: die Behauptung nämlich, der Test könne „Infektionen mit dem Virus SARS-CoV-2“ nachweisen.

Es wurde aber auch höchste Zeit, dass wieder Klarheit herrscht über den PCR-Test, dessen Qualität von zwielichtigen Figuren wie Dr. Wolfgang Wodarg infrage gestellt wurde. Der Ressortchef Wissenschaft beim Spiegel, Holger Dambeck, hat die Sache selbst in die Hand genommen.

Kollabierte Kommunikation: Was, wenn am Ende „die Covidioten“ recht haben?

Auch mit Statistiken lässt sich trefflich lügen. Es ist unredlich, aus der Zunahme der Neuinfektionen eine derart grosse Gesundheitsgefahr abzuleiten, wie das derzeit vonseiten der Politik und der Medien geschieht.

Ein Standpunkt von Milosz Matuschek.
Dieser Artikel erschien zuerst am 01. September 2020 bei der NZZ

Es war Mitte April 2020, die Covid-19-Todesfälle waren in Europa auf einem Höhepunkt, als ein französischer Schäfer, Besitzer von Tausenden von Schafen, ein Video online stellte. Darin erklärte er, wie er vorgeht, wenn er die Schafe scheren, impfen oder auf die Schlachtbank führen muss. Das effektivste Mittel: der imaginäre Wolf. Auf sein Signal hin, dass ein Wolf im Anmarsch sei, rennen die Schafe wie von Sinnen in den Stall. Dort angekommen, sind sie so froh, dem Wolf entkommen zu sein, dass sie alles mit sich geschehen lassen. Ob es den Wolf dann tatsächlich gab oder nicht, ist egal. Sie sind froh, in Sicherheit zu sein.

Die offiziellen Zahlen der WHO und die zweite Welle: Ja, wo rollt sie denn?

Die WHO hat auf ihrer offiziellen Homepage eine sehr gute Seite, auf der man die offiziellen Zahlen der Corona-Infizierten und Corona-Opfer nach Ländern sortiert anschauen kann. Die Ergebnisse zeigen eine Menge interessanter Details auf, aber keine Hinweise auf eine zweite Welle.

Breaking News: US Gesundheitsbehörde zählt Fake-Coronatote (Krebstote, Verkehrsopfer etc.) nicht mehr zu Coronatoten und korrigiert Statistik von 156.000 auf 6.000 herunter

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Das US Gesundheitsministerium CDC hat gerade die Fake-Cornatoten (Krebstote, Verkehrsopfer etc.) aus der Statistik entfernt: Übrig bleiben von bislang 156.000 nur noch 6.000 Coronatote. Quelle: cdc.gov

Sofern es sich bei den Experten der USA nicht um Covidioten handelt, lautet nun die Preisfrage:

Wieviele der 9.000 in Deutschland gezählten Coronatoten bleiben übrig, wenn man die Fake-Coronatoten abzieht?

(Zum Vergleich: Die Zahl der Grippetoten im Vorjahr betrug hierzulande 25.100.)

(Grafik: Markus Gelau)


Latest News 03.09.2020 – Quelle: Umnachtungsschau („Tagesschau“):

Die deutsche Corona-Königin hat soeben die Heilige Deutsche Inquisition einberufen und wird eine Exekutivtruppe über den Atlantik schicken, um die Coronaleugner und Covidioten-Wissenschaftler der USA zu exkommunizieren und ihnen einen blau-weiß karierten Maulkorb aus Söder’scher Manufaktur zu verpassen.
Als Chefinquisitor wird Drosten die Vernehmung leiten. Söder steht als Folterknecht bereit. Tierarzt Wieler hat Spritzen mit Wahrheitsserum im Gepäck. Und Lauterbach macht den Schriftführer.

Spahn in der Bild, Festnahme Australien, Todesurkunde für mehr Covid-Tote, Stürmchen am Reichstag

Nach Berlin: Die 3 WICHTIGSTEN FEHLER aus denen wir lernen MÜSSEN

Nach den einerseits inspirierenden, andererseits niederschmetternden Ereignissen am Wochenende in Berlin, habe ich zusammen mit einem meiner Lieblingsgäste – Zahlen & Risiko-Faktenchecker Uwe Loose – ein Interview geführt, bei dem er sich nicht nur als BRILLIANTER Stratege erweist, sondern auch eindringlich aufzeigt, WIE WIR UNS VON DER REGIERUNG IN EINE GLEICH DREIFACHE FALLE HABEN LOCKEN LASSEN. Unsere DREI GRÖSSTEN FEHLER und was wir in Zukunft besser machen MÜSSEN – nur hier in diesem Interview!

Statistische Prognosen

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© Werner Menne

„Armutseinwanderung“ nach Deutschland

Wieder einmal haarsträubend, was ich im deutschen TV beobachtet habe. Natürlich empfangen wir auch in Rumänien über Satellit alle westlichen Sender, die Italiener, die Franzosen, die Engländer, aber auch die deutschen, österreichischen und die schweizerischen. Öfters mal sehe ich auch ZDF, obwohl mir klar ist, welche Art von Meinung da verbreitet wird. Die Rede ist vom heute-journal vom Donnerstag, den 2. Januar 2014, 21 Uhr 45.

Bei dieser Sendung haben sie wieder mal den Vogel abgeschossen. Offensichtlich bekamen sie von oben verordnet, das Volk zu beschwichtigen. Das haben sie auch mit aller Kraft zelebriert. Den es interessiert, der kann sich über die ZDF-Mediathek „Sendung verpaßt“ das nochmal ansehen.

Es dreht sich wieder mal um die Roma, die von RO und BUL aus Richtung Deutschland ziehen. Man probierte die Statistik-Masche. Wie sagt doch das Sprichwort: Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.

Roma in ElendsviertelnRoma in Elendsvierteln in Rumänien, mit Vorliebe so in Deutschland präsentiert

Nun, hier gehts nicht um Fälschen, hier gehts um gezielte Meinungsmache durch Hervorheben und Weglassen. Wenn ich jemanden, der keine bunte Blumenwiese kennt, einen Strauß mit Mohnblumen bringe, und dazu sage, daß die von der Blumenwiese sind, dann wird derjenige davon ausgehen, daß sich darauf hauptsächlich rote Blumen befinden. Daß darauf auch blaue Kornblumen und gelbe Butterblumen wachsen, verschweige ich.

Die Beschwichtigungssendung von gestern war genauso gemacht. Man nimmt einfach Dinge heraus, die zwar aus dem Themenbereich, aber zum Vergleich völlig falsch angebracht sind. Da ist von Facharbeitern die Rede, die man dringend braucht, und die man durch solche böse Aussagen wie Sozial-Mißbrauch nicht verprellen soll, da werden Zahlen aufgetischt, die gezielt in den Zusammenhang gebracht werden, daß sie genau das Gegenteil der Realität widerspiegeln. Dazu bedient man sich der Prozentzahlen, der Gesamtzahlen nur dann, wenn es vorteilhaft für die Begründung ist.

Es ist gar nicht schwer, über eine Analyse dieser Sendung Punkt für Punkt richtigzustellen, aber das würde den Rahmen hier sprengen. Bleibt auch die Frage, ob es jemanden überhaupt interessiert. Viele wollen ja angelogen werden, weil es in ihr Weltbild so paßt.

Sozialwohnungen in einer Kleinstadt in Siebenbürgen
Sozialwohnungen in einer Kleinstadt in Siebenbürgen, vornehmlich von Roma bewohnt, seit 2 Jahren übergeben

 

An einigen wenigen Punkten will ich es verdeutlichen.

Auszüge aus dem ZDF-Bericht:

„die Probleme, die das in einigen deutschen Städten schafft, sind allerdings nicht neu“

– man vermeidet die Wortwahl:  „untragbar für die Anwohner“, etc.

„Roma, vor allem, die schon in ihrer rumänischen Heimat nicht integriert waren.“

Man sagt bewußt nicht die Wahrheit. Die müßte ein anderes Verb beinhalten, nämlich „nicht integrierbar waren“.

Roma-JugendlicheRoma-Jugendliche beim Austragen ihrer Streitigkeiten

Dann zeigt man den Roma namens Valentin, der mit seinem treuherzigen Augenaufschlag für solche Reportagen prädestiniert ist. Er will den Eindruck vermitteln, daß diese Art von „Wohnen“ in Frankfurt immer noch besser ist als die Zustände zuhause in RO.

Wer nicht weiß, wie die Roma in den Dörfern leben, wer nicht weiß, daß in fast allen Städten in RO Sozialwohnungen zur Verfügung stehen (oftmals neu gebaut), der glaubt das vielleicht.

Roma-Frauen auf dem Dorf
Roma-Frauen auf dem Dorf

 

Ein – vielleicht unbedeutendes – Detail: Neuerdings bekommt man bei den Medien „verordnet“, statt Roma (wie auch die gezeigte Frau Böttcher, die selbst Roma ist, es ausspricht) künftig „Romma“ zu sagen, damit man die Italiener nicht andauernd mit dem Namen ihrer Hauptstadt brüskiert.

„… hat einige Zahlen zusammengestellt, um das Gesamtbild zu sehen“ – Ein richtiger Hohn, wie man mit den Zahlen hier jongliert.

Selbständige und Saisonarbeitskräfte werden mit einer Spannweite von 26 T bis 40 T angegeben. Das ist Blödsinn. Man kann die genaue Zahl hinschreiben. Für jeden Selbständigen gibt es eine Gewerbeanmeldung, für jeden Saisonarbeiter einen Arbeitsvertrag über das Arbeitsamt Frankfurt für ganz D. Man will nicht transparent machen, daß die Saisonarbeiter mit knapp 10 T in der Minderzahl sind, und fast 30 T sogenannte „Selbständige“ durch diesen Status seit längerer Zeit (nicht erst seit 1.1.2014) Anspruch auf alle Sozialleistungen haben und diese auch realisieren.

Roma, die ihren Kleinwagen sicher durch redliche Arbeit erworben haben.Roma, die ihren Kleinwagen sicher durch redliche Arbeit erworben haben.

 

Dadurch könnte ja jemand hochrechnen, daß es schon 3 Mio € sind, wenn jeder „nur“ 100 € beziehen würde. Genau das aber soll verschleiert werden, auch, wieviel das tatsächlich in der Summe ausmacht. Logischerweise sind es nicht nur 100 € pro Person. Schon das Kindergeld beträgt 200 €.

„…Selbständige und Saisonarbeiter, die wie die abhängig beschäftigten Steuern und Abgaben entrichten..“

Geschickt verwendet man das in einem Wort-Zusammenhang. Die Saisonarbeiter entrichten sehr wohl Steuern und Sozialversicherungsbeiträge, – bei den sog. Selbständigen ist es die absolute Ausnahme. Die bezahlen einen Steuerberater, der rumänisch spricht, und weisen in der Steuererklärung nach, daß ihr „Einkommen“ unterhalb des Existenzminimums liegt, was wiederum den Freifahrtsschein im Sozialzug bedeutet.

„… erreichen die Bulgaren und Rumänen eine Beschäftigungsquote von 60 – 64 %“. Würde mich interessieren, worauf diese Zahl basiert. Etwa auf die geschätzten nicht-registrierten Roma in D? Dazu dann die offizielle Zahl von 7,4 %, die arbeitslos gemeldet sind. Und wovon, wenn ich fragen darf, leben diejenigen zwischen den 64 % und den 7,7 %? „Nur“ vom Betteln?  Macht sich jemand Gedanken darüber, warum z.B. der Fahrraddiebstahl in den letzten Jahren sprunghaft in die Höhe gegangen ist? Die braucht man sich nicht machen, wenn man mal an den zwei Hauptgrenzübergängen in RO (Oradea und Arad) einen Tag lang beobachtet, wieviele Anhänger (Autotransportanhänger) mit gebrauchten Fahrrädern bis oben hin bepackt, die Grenze passieren. Kein Mensch fragt nach der Herkunft, die transportierten Fahrradberge werden bei der Fahrt nicht einmal mehr mit Planen abgedeckt.

Auf die Spitze wird es mit dem Vergleich getrieben:

Roma haben eine Arbeitslosenquote von 7,4 %, damit stünden sie im Vergleich besser da als die anderen ausländischen Arbeitnehmer mit 14,7 %.

Man stelle sich mal vor: Da vergleicht man EINE Volksgruppe mit allen anderen ausländischen Volksgruppen in D, wie Türken und Albaner, Griechen, Afrikaner, aus dem ehemaligen Jugoslawien, Italiener, Spanier, etc. etc. und verschleiert dadurch, daß die Roma den höchsten Arbeitslosenanteil aller Ausländer in D haben.

Die H4- Bezieher werden genauso unsinnig gegenübergestellt. Man sagt nicht, von welcher Zahl die genannten 10 % bei den Roma errechnet werden, auch nicht, daß sie bei den 16,2 % ALLER Ausländer in D eine vorrangige Stellung einnehmen, – und das Wichtigste: Man verschweigt die tatsächlichen Gesamtzahlen, – weil es durch die Manipulation mit den Prozentzahlen besser aussieht.

Das zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Sendung. Auch die rothaarige Dame der Linken spielt das Ganze herunter, – genauso wie die Grünen. Durch den Wohnsitz in D sind die Roma ja auch bei Kommunal- und Kreiswahlen wahlberechtigt, und diese Stimmen sollen in erster Linie bei diesen Parteien landen.

Dann spricht man vom Facharbeitermangel, gerade in Süddeutschland, und bringt das in einen Zusammenhang mit der Zuwanderung der Roma. Eine Lachplatte.

Die wirklichen Tatsachen:

Ein verschwindend geringer Anteil der rumänischen Bevölkerung ist so ausgebildet, daß damit in D Fehlstellen besetzt werden können, insbesonders im medizinischen sowie im Pflegebereich. Teilweise sind Arbeitskräfte in legendären Berufen wie Eisenbieger, Schweißer, etc. am Bau einsetzbar. Daneben in den Großschlächtereien als Metzger. Dazu kommen die Saisonarbeiter in der Landwirtschaft.

Alle vorgenannten sind überwiegend ein Verlust für RO und ein Gewinn für D. Sind viele gute und fleißige Leute dabei.

Roma bei der traditionellen Lehmziegelherstellung
Roma bei der traditionellen Lehmziegelherstellung, die ihr Geld auf redliche Art verdienen

Alle anderen, die mit defizitärem Wissen ausgestattet sind und sich im Privatbereich (schwarz) als Fliesenleger oder sonst was verdingen, machen ihre jeweiligen Auftraggeber um eine Erfahrung reicher, – nämlich wie mans nicht macht. Dazu kommen noch die Roma, die auf allen Ebenen beschlagen sind, legaler oder illegaler Art.

Mag schon sein, daß das alles jemand nicht hören will und mir irgendwelche Tendenzen unterstellt. Ich bin hier vor Ort und kenne die Situation. Die Deutschen, die hier leben, genauso. Man redet derzeit in D diese Probleme klein, spuckt auf Sarrazin, und wird ein weiteres Scherflein zum sozialen Unfrieden beitragen.

Inwiefern? Ganz einfach. Wartet mal ab, wenn diese „Notunterkünfte“ wie z.B. in Frankfurt durch die Verwaltung geräumt werden sollen. Ich hab da noch die Bilder in Erinnerung, als das ein Bürgermeister in einem Viertel in Bukarest gemacht hat. HH-Hafenstraße läßt grüßen.

Wohnblock, seit 3 Jahren von Roma bewohnt, mit FeuchtigkeitsschädenWohnblock, seit 3 Jahren von Roma bewohnt, mit Feuchtigkeitsschäden, weil das Dachfallrohr (rechts neben den Balkonen) geklaut wurde.

Gut, das Geld, was dadurch von den Roma abkassiert wird, das lassen wir mal beiseite. Solange genügend Geld für S21, Flughafen Berlin, Elbphilharmonie etc. da ist, solls daran nicht scheitern.  Und die zusätzlichen Einnahmen durch die Selbstanzeigen der Steuersünder beim Finanzamt müssen ja irgendwo hinkommen, aber nach Möglichkeit nicht zu den Sozialhilfebeziehern, die vorher dafür gearbeitet haben.

Sehen wir es von der positiven Seite. Eine Chance für Siebenbürgen. Wenn der Teil der Roma, die dem Staat hier auf der Tasche liegen und dem Herrgott den Tag stehlen, nach D gehen, dann wünsche ich jedem nur soviel: „Geh mit Gott, aber geh!“. Wenn wir dann noch die korrupten Politiker nachschicken können, dann gehts mit Siebenbürgen wieder aufwärts. Dann wirds wieder zum „Land des Segens“, wie es in der Hymne heißt.

Aber nachdenklich macht es mich, was die Medienberichterstattung in D betrifft. Jetzt mag das nicht der Nabel der Welt sein, dieses Roma-Thema. Trotzdem werden die Tatsachen verdreht und die Realität verzerrt wiedergegeben. Der Zufall will es, daß ich mich in diesem Metier auskenne und ich das beurteilen kann. Ich frage mich, in wievielen anderen Bereichen, die wesentlich wichtiger sind, wird da noch verschleiert, verzerrt, bewußt die Unwahrheit gesagt?  Bereiche, in denen ich mich gar nicht auskenne, deren Wahrheitsgehalt ich gar nicht beurteilen kann.  Hat man das nach 1945 wirklich abgeschafft, das Propagandaministerium? Ich bin mir da nicht mehr so sicher……

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2060066/Rumaenen-und-Bulgaren-in-Deutschland#/beitrag/video/2060066/Rumaenen-und-Bulgaren-in-Deutschland

Verschwörungen 2012: über Potemkinsche Dörfer in Deutschland

Verschwörungen 2012: über Potemkinsche Dörfer in Deutschland

Dienstag, 6.3.2012. Eifel. Wir wissen ja alle, das es keine Verschwörungen gibt, oder? In demokratischen Staaten ist so etwas undenkbar. Es gibt ja auch keine Wirtschaftskrise oder etwas Arbeitslosigkeit – jedenfalls nicht in Deutschland. In Europa hat die europäische Wirtschaftspolitik schon eine Rekordarbeitslosigkeit bei Jugendlichen verursacht – wir waren da cleverer.  Bei uns steckt man die Jugendlichen in “ Massnahmen“ oder zu einem privaten Arbeitsvermittler – schon sind sie ´raus aus der Statistik. Toll, oder? Kommen sie ´raus aus allen Scheinbeschäftigungen, sieht es selbst für die Besten der Besten düster aus – auch im deutschen Wirtschaftswundersuperland, siehe Spiegel:

Und plötzlich stehen sie vor dem Nichts: Deutsche Nachwuchswissenschaftler haben schlechte Aussichten auf einen langfristigen Job in der Forschung. Ihre Karriere können sie kaum planen, Familie und Privatleben kommen unter die Räder. Wer kann, flüchtet ins Ausland oder in die Wirtschaft.

In intelligenteren Gesellschaften würde man diese Praxis der Statistikbereinigung eine Verschwörung nennen – ganz einfach, weil hier die Wahrheit absichtlich von herrschender Seite überlegt und gezielt unterdrückt wird, damit sie nicht das Volk erreicht. Welche Wahrheit? Ganz einfach die hier:

Die Spaltung der Union in wohlhabende Jobbesitzer und abgehängte Verlierer könnte schon bald zur Zerreißprobe für das krisengeplagte Europa werden. „Die Jugendarbeitslosigkeit wird für die EU langfristig zu einer noch größeren Gefahr als die Schuldenkrise“, warnt der Ökonom.

Das wäre die Herausforderung für „linke“ Politik im 21. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert war es das Elend der Arbeiter, der Feind war der Fabrikbesitzer. Heute wäre nicht die Fabrik zu stürmen, sondern der Job. Vor Ort ist der Kampf Kapital gegen Mensch der Kampf der reichen Jobbesitzer gegen die armen Jugendlichen, die Kranken, die Alten und die Frauen. Da „Linke“ und überhaupt alle Politiker einen Job haben (oder ganz schnell einen bekommen, wenn sie zu laut werden), wird diese Entwicklung auch nicht aufzuhalten sein – der „Corpsgeist“ der halbadeligen Vollzeitjobbesitzer wird schon dafür sorgen.

Das ist ja auch der Sinn von Verschwörungen: Widerstand zu minimieren bzw. durch Verschleierung der Wahrheit in seiner Entstehung zu verhindern.

Wenn wir nach Amerika schauen, erfahren wir ein wenig von der Realität, die uns die Medien hierzulande gerne verschweigen – siehe Welt:

Keinen Streit kann es wohl darüber geben, dass viele – vielleicht sogar die meisten – der von Murray aufgespießten Probleme echt sind. Ja, die Klassen driften in Amerika (nicht nur dort!) immer weiter auseinander. Ja, die soziale Mobilität ist in Amerika, so unglaublich das klingen mag, mittlerweile unterhalb des europäischen Niveaus eingefroren. Ja, die amerikanische Mittelklasse hat schon seit einem Jahrzehnt nichts mehr dazuverdient.

Wenn das so weitergeht, könnte sie irgendwann vielleicht so arm sein wie die europäische Mittelschicht.

Dabei geht es unserer Mittelschicht doch gut – hört man jedenfalls immer.

Nebenbei bemerkt: das war mal das wirtschaftlich dynamische Amerika – unser Vorbild. Wegen denen haben wir hier Hartz IV – die Unternehmensberater und der IWF hatten geklagt, das die soziale Absicherung in Europa im Allgemeinen und Deutschland im Besonderen zu groß ist – sollte angeblich schädlich für die Motivation, den Aufschwung und die Rendite sein. Jetzt liegen die USA mit ihrem Neoliberalismus am Boden – Betriebswirte können halt niemals über ihren kleinen Tellerand hinausschauen und machen grundsätzlich egoistische Politik für das jeweils eigene Unternehmen. Wenn das aber alles Geld hat … kommen wir zu einer weiteren Verschwörung – siehe Welt:

Die wahren Stars im amerikanischen Wahlkampf tragen Namen wie Kindergebete und werden verflucht wie Satan selbst: Hinter „Gib uns die Zukunft zurück“ („Restore Our Future“) und „Mach uns wieder groß“ („Make us Great Again“) verbergen sich Gruppen, die für Kandidaten Spenden eintreiben und Wahlspots schalten, ohne offiziell in ihrem Namen zu handeln.

Super-„Political Action Committees“ (Pacs) nennen sich diese Kampfverbände

Hinter den Super-Pacs stehen zwei Dutzend Milliardäre und Multimillionäre, die, Puppenspielern gleich, die Kandidaten tanzen lassen. Amerikas Demokratie, die immer schon im Geld schwamm, droht zu ertrinken.

Mir fehlen etwas die Schlagzeilen in Deutschland: WIE SCHLIMM, WIR SIND GANZ ARM! oder REICHTUM KILLT GEMEINWESEN! oder SUPERREICHENPÖBEL KAUFT POLITIK!

Dabei sind wir arm, waren es schon immer und sollen es auch bleiben. Nur wissen und begreifen sollen wir es nicht. Unsere „Führungsmacht“ ist schon längst jenseits jeglicher demokratischer Formen angelangt – wir sollen das aber nicht wissen. Wenn wir nämlich wissen würden, wie mit Geld Politik gemacht wird, würden wir erfahren, wie man mit Verschwörungen innerhalb einer Demokratie die Puppen tanzen lassen kann.

Schließen sich in den USA zwei Dutzend Milliardäre zusammen, haben die mehr Geld als die führende europäische Wirtschaftsnation – Deutschland. Die würden aber mit ihrem Geld niemals Griechenland retten – aber durch Wetten gegen die Rettung Griechenlands können sie die Zinsen für Griechenland ganz schön nach oben treiben.  Intelligente Demokratien würden das als Verschwörungen bezeichnen – als was sonst?

Den oben zitierten Artikel aus der Welt sollte man gleich zweimal lesen – weil er einen deutlichen Einblick in das Weltbild der US-Elite gibt: von White Trash ist da die Rede. Heißt übersetzt: Weißer Abfall.

Das sind – in deren Augen – wir alle. Das sagt der Artikel nicht ausdrücklich, aber da das Einkommen der Maßstab  und unsere Mittelschicht arm ist bleibt nur ein Schluß übrig: in den Augen der US-Oberklasse ist Europa ein Kontinent voller Abfallmenschen.

Oben gibt es eine Elite, die nicht raucht, sich körperlich fit hält, ihre Kinder rund um die Uhr fördert und verhätschelt, viel arbeitet und mit dieser Arbeit Unsummen verdient.

Unten gibt es eine breite Schicht von Armen, die körperliche Arbeit verrichten, 35 Stunden pro Woche vor dem Fernseher verbringen, zur Fettleibigkeit neigen und ihre Kinder vernachlässigen.

Wäre nicht gut für die Nato, wenn die europäischen Bürger erfahren würden, wie man jenseits des Teiches über sie denkt. Man würde sich keinerlei Hoffnungen mehr über die Skrupel haben, die jenseits des Teiches im Umgang mit uns herrschen.

Da gibt es eine nicht arbeitende nichtrauchende Herrenmenschenelite, die Zeit für Fitness hat und vor allem: stinkreich ist. Ihre „harte Arbeit“ besteht hauptsächlich darin, das sie unser Geld für sich arbeiten lassen.

Das geht leicht – wo die Notenbanken die „Märkte“ gerade mit einer Billion Euro versorgt haben:

Doch von der Geldschwemme, die sie erzeugen, gerät wenig in den Kreditkreislauf. Dafür einiges in die Spekulation mit Energie, was derzeit die Öl- und Benzinpreise auf neue Hochs treiben hilft und einen Teil des Effekts, den die Notenbanken mit der lockeren Geldpolitik erzeugen, wieder aufhebt.

Die Wirtschaft erstickt unter Cash-Bergen – so der Titel des oben zitierten Artikels im Manager Magazin. Und mit diesen Cashbergen lässt sie politisch die Puppen tanzen und steigert die Benzinpreise ins unermessliche: ein Paradies für die „Upperclass“. Intelligente Demokratien würden das Verschwörungen nennen – Verschwörungen zu lasten des Gemeinwohls.

Europäische Politiker, die dagegen halten wollen, machen erstaunliche Erfahrungen: gegen alle gute Sitten begegnen sie Verschwörungen, die von Kanzlerin Merkel ganz offen initiiert werden und dank des allgemeinen Tabus, sich über Verschwörungen Gedanken zu machen inzwischen ganz offen ablaufen können, siehe Spiegel:

Die wichtigsten EU-Länder greifen in den französischen Präsidentschaftswahlkampf ein. Nach SPIEGEL-Informationen haben Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien vereinbart: Der sozialistische Sarkozy-Herausforderer François Hollande wird während des Wahlkampfs nicht empfangen.

Der Mann will immerhin eine Reichensteuer von 75%: da lassen die Milliardäre alle Puppen tanzen – auch gegen übliche diplomatische Gepflogenheiten:

Das Vorgehen ist äußerst ungewöhnlich: Das Eingreifen einer ausländischen Regierung in den Wahlkampf eines souveränen Staats gilt international als verpönt.

Und wenn mehrere Regierungen sich zu einem solchen Schritt zusammentun, das ist das: eine Verschwörung. Ja, so nennt man das nun mal. Und es gibt auch einen handfesten Grund dafür, den das  Manager Magazin nebenbei erwähnt – gesprochen von einem Hirnforscher:

 „Jeder in Politik und Wirtschaft weiß, dass wir am Rande eines Transformationsprozesses stehen, dass etwas ganz anders werden muss. Aber keiner weiß, wie das gehen soll.“

Es lohnt sich immer, das Manager Magazin zu lesen: Manager müssen die Wahrheit kennen, um Kapital erfolgreich vermehren zu können. Deshalb rutscht denen dort manchmal was raus, was in den Medien für Abfallmenschen einfach hinten runterfällt.  Gut, in dem Artikel geht es ansonsten um die Wehwehchen von Millionären – aber es ist mal interessant zu sehen, wo die Wehwehchen ihre Ursache haben.

Letztendlich spricht Olaf Henkel im Handelsblatt ganz offen von einer weiteren Verschwörung:

Politiker, Manager und Journalisten haben viel zu lange am Euro festgehalten. Inzwischen haben sie längst eingesehen, dass die Gemeinschaftswährung nicht funktioniert. Nur öffentlich zugeben will das niemand.

Alle wissen Bescheid – aber keiner sagt was. Bei Ärztepfusch in Deutschland wirkt der Corpsgeist der überversorgten Elite ähnlich – was, genau genommen, auch eine Verschwörung einer breiten Schicht verantwortungsloser Mediziner gegen ihre Patienten gleichkommt.

Man sieht: die Realität des Jahres 2012 in Deutschland ist bestimmt von Verschwörungen. Wir nennen sie nicht so. Ganz Deutschland wird unter Mithilfe der deutschen „Elite“ zu einem Puppentheater – zu einem „Potemkinschen Dorf“.

Was das ist?

Nun – die Wurzeln deutscher Politik im Jahre 2012 finden wir im fernen Russland des 18. Jahrhunderts, siehe Wikipedia

Für den Namen stand Feldmarschall Reichsfürst Grigori Alexandrowitsch Potjomkin Pate. Potjomkin war ein Gouverneur und Militärreformer, der sich um die Entwicklung der Krimhalbinsel bemühte.

Einer modernen Sage  zufolge ließ der Günstling (und Geliebte) der russischen Zarin Katharina II. 1787 vor dem Besuch seiner Herrscherin im neu eroberten Krimgebiet entlang der Wegstrecke Dörfer aus bemalten Kulissen zum Schein errichten, um das wahre Gesicht der Gegend zu verbergen. Diese Legende wurde von Gegnern Potjomkins am Hofe lanciert, die ihm seine gute Beziehung zu Katharina der Großen neideten. Ihr Urheber war der Diplomat Georg von Helbig, der sie zunächst in seinen Depeschen in Umlauf setzte und nach Potjomkins Tod in seiner Biographie „Potemkin der Taurier“ (1809) verewigte. Helbig hatte selbst an der Inspektionsreise nicht teilgenommen.

Wir sehen: früher gab es noch Verschwörungen, die erfolgreich Potemkinsche Dörfer errichteten.

Heute gibt es Potemkinsche Dörfer, die erfolgreich Verschwörungen vertuschen – in Wirtschaft, Politik, Sozialwesen oder bei den Arbeitsmarktdaten.

Aber wehe einer kratzt an der frischen Farbe der bemalten Kulissen: da schreit das Corps gleich einhellig im Chor: VERSCHWÖRUNGSTHEORETIKER!

Und so können die Puppen in Ruhe weitertanzen.

Schön, oder?

Schön bunt.

Leider – alles aus Pappe.

 

 

 

Statistische Holpereien (Teil 2)

Verbraucherpreisindex bis Juni 2011

Der private Konsum ist und bleibt das Sorgenkind der deutschen Wirtschaft. Der Handelsverband Deutschland interpretiert die jüngsten Daten so:

Mit Blick auf das Gesamtjahr sagte Genth, dass es angesichts der Entwicklung des privaten Konsums und der weitgehend intakten Stimmung bei Unternehmen und Verbrauchern bescheidene Spielräume für den Einzelhandel geben könne. Allerdings gebe es wegen der Euro-Krise, steigender Energiepreise und Krankenkassenbeiträge auch Risiken für Verbraucherstimmung und Konsum. Daher halte der HDE an seiner Umsatzprognose von nominal plus 1,5 Prozent für das Gesamtjahr fest. Bei der momentanen Preissteigerung würde dies real ein leichtes Minus bedeuten. „Für das Herbst- und Weihnachtsgeschäft werden die Verbraucherstimmung aber auch die Entwicklung der Energiepreise entscheidend für den Konsum sein, der im bisherigen Jahresverlauf von der starken Entwicklung am Arbeitsmarkt profitiert hat“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Quelle: HDE

Bescheidene Spielräume für den Einzelhandel ergeben sich also aus der Tatsache eines zu erwartenden realen Umsatzrückgangs in diesem Jahr. Diese Logik ist beeindruckend, aber durchaus stringent. Denn das statistische Bundesamt hat letzte Woche nicht nur die Zahlen zu den Umsätzen im Einzelhandel veröffentlicht, sondern auch zu der Entwicklung der Tarifeinkommen folgende “neutrale” Stellungnahme abgegeben:

Die tariflichen Monatsverdienste der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland sind von April 2010 bis April 2011 insgesamt um 1,5 % gestiegen. Damit zeichnet sich nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) eine Trendwende bei den Tarifverdiensten ab. Seit Oktober 2009 (+ 3,0 %) war die Steigerungsrate beständig zurückgegangen und hatte im Januar 2011 nur noch + 0,9 % betragen.

Quelle: destatis

Das statistische Bundesamt spricht von einer Trendwende und ignoriert die Verbraucherpreisentwicklung. Die nominale Steigerungsrate bei den Tarifeinkommen von 1,5 Prozent wird als solche nicht gekennzeichnet. Der Hinweis auf die reale Veränderung der Tarifeinkommen, d.h. in der Fachsprache “preisbereinigt”, wird gar nicht erst angeführt. Aber das können sie sich selbst ausrechnen.

Verbraucherpreisindex bis Juni 2011

Quelle: destatis

Im Schnitt gab es im Jahr 2011 einen Anstieg der Verbraucherpreise von über zwei Prozent. D.h., dass Arbeitnehmer mit Tarifeinkommen erneut reale Einkommensverluste hinnehmen mussten. Dazu kommt, dass die Tarifbindung in Deutschland weiter rückläufig ist.

Das deutsche System der Flächentarifverträge erlebt seit Mitte der 1990er Jahre einen sichtlichen Erosionsprozess, der in einem anhaltenden Rückgang der Tarifbindung zum Ausdruck kommt. In Zahlen: Im Jahr 2010 wurden in ganz Deutschland gerade noch 33 Prozent der Betriebe und 60 Prozent der Beschäftigten durch einen Tarifvertrag erfasst. Im Kernbereich der Flächentarifverträge ist die Tarifbindung noch ein paar Prozentpunkte niedriger: Die bundesweiten oder regionalen Branchentarifverträge gelten noch für die Hälfte der Beschäftigten (52 Prozent) und für weniger als ein Drittel der Betriebe (30 Prozent).

Quelle: Magazin Mitbestimmung (Hans-Böckler-Stiftung)

Die Zunahme bei den Tariflöhnen ist daher im wesentlichen von der Entwicklung der übrigen Bruttoeinkommen abgeschnitten. Die Ausbreitung von atypischer Beschäftigung wie Leiharbeit oder Minijobs sowie der politisch betriebene Ausbau des Niedriglohnsektors haben in Wirklichkeit zu einem dramatischen Verfall der Arbeitnehmereinkommen geführt. Zuletzt wurde das durch eine Studie des DIW untermauert.

Die Löhne von Geringverdienern sind seit der Jahrtausendwende rapide gesunken. Beschäftigte in den unteren Einkommensgruppen hatten im vorigen Jahr 16 bis 22 Prozent weniger in der Tasche als im Jahr 2000. Auch Menschen mit mittlerem Gehalt mussten deutliche Einbußen hinnehmen. Bei Besserverdienenden sind die realen Nettoeinkommen dagegen minimal gestiegen. Das zeigen bisher unveröffentlichte Daten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

Quelle: Berliner Zeitung

Es stellt sich also noch immer die Frage, woher die “binnenwirtschaftlichen Auftriebskräfte” kommen sollen, die der Bundeswirtschaftsminister Rösler als Stütze des deutschen Aufschwungs erkannt haben will.

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http://tautenhahn.blog.de

Deutschlands Kriminalstatistik … ist sicher, Verrohung und Betrug sind es auch.

Die Welt wird jeden Tag besser und sicherer. Wir sind auch dem direkten Weg zum Endsieg, nur noch ein paar Huckel stören die ansonsten reibungsfreie Reise ins Paradies. Die reichen Menschen spenden Milliarden Dollar an die Pharmaindustrie, damit die grossflächig Kinder in der Welt impfen kann (die kurz danach verhungern, verdursten oder erschossen werden), während sauberes Wasser, genügend Nahrung und mimimale Sozialstandards für viel weniger Geld viel mehr für die Volksgesundheit tun könnte - das war in Europa auch so.  Sicher, in den USA geht die staatliche Post pleite und die ersten Banken bereiten sich auf die Zahlungsunfähigkeit der USA vor, aber das rummst erst im August und ist außerdem weit weg.

Die Welt wird jeden Tag besser und sicherer. Wir sind auch dem direkten Weg zum Endsieg, nur noch ein paar Huckel stören die ansonsten reibungsfreie Reise ins Paradies. Die reichen Menschen spenden Milliarden Dollar an die Pharmaindustrie, damit die grossflächig Kinder in der Welt impfen kann (die kurz danach verhungern, verdursten oder erschossen werden), während sauberes Wasser, genügend Nahrung und mimimale Sozialstandards für viel weniger Geld viel mehr für die Volksgesundheit tun könnte – das war in Europa auch so.  Sicher, in den USA geht die staatliche Post pleite und die ersten Banken bereiten sich auf die Zahlungsunfähigkeit der USA vor, aber das rummst erst im August und ist außerdem weit weg. Wir freuen uns schon über die ersten Bilder von Hungeraufständen in New York, während kaum von der Öffentlichkeit bemerkt auch das europäische Bankensystem vor dem Aus stehen könnte: stufen die Ratingagenturen Griechenland auf D herab, sind die Folgen unabsehbar. Auf CCC sind die Griechen aktuell gelandet … da werden die Zinsen wieder steigen und noch mehr Gelder aus den Rettungspaketen in die Kassen der Banken fließen – auch jener Banken, die zuvor direkt oder indirekt (das sind ja eigentlich fast alle) mit Steuermitteln gerettet wurden.

Doch das alles ficht uns nicht an. Uns geht es gut. Mag auch der Ackermann in den USA immer mehr ins Visier der Staatsanwälte geraten oder der deutsche Selbständige den Sozialstaat ausbeuten, wir fühlen uns wohl in diesem Land, weil wir hier ruhig und sicher leben können. Das sagt die Kriminalstatistik … bzw. sagt das der Innenminister über die Kriminalstatistik.

Die Polizei selber sieht ihre Statistik etwas differenzierter und erkennt vielfältige Unsicherheitsfaktoren, unter anderem kann auch der fortschreitende Stellenabbau bei der Polizei Grund dafür sein, das immer weniger Straftaten erfasst werden.

Nun – um Wirtschaftskriminalität hatte ich mich ja schon gekümmert. Die steigt, bei Anlage- und Finanzierungsdelikten 2009 um 176 % im Vergleich zum Vorjahr. 2010 sind nach einem erneuten Anstieg um 9 Prozent schon für 80% der Unternehmen eine ernsthafte Bedrohung, bei Großunternehmen sogar 90 %. Kapitalanlagebetrug stieg 2009 sogar um rekordverdächtige 214 % an.

Sicherheit … fühlt sich anders an – und auch die Nachrichtenlage ist in dieser Hinsicht verwirrend. N-Tv meldet, das bei der organisierten Kriminalität immer weniger Personen immer mehr Schaden anrichten – was einen Rückgang in manchen Statistiken bedeutet, die nur Täter zählen. Der Spiegel meldet einen Anstieg der Kindstötungen um 20 % in 2010 – auch eigentlich kein Grund zur Beruhigung.

Aber ein Grund, mal selber in die Statistik zu schauen, wohl wissend, das man keine Chance hat, sie zu verstehen noch sie sicher zu deuten, aber das BKA hat sich halt trotzdem viel Mühe mit ihren Zahlenwerken gemacht.

Ich weiß, das es 1990 eine Widervereinigung gab. Eigentlich war es eine Einverleibung mit anschließender Verdauung, die Reste werden gerade ausgeschieden, aber wir nennen das anders. Deshalb werde ich zum Vergleich nur … die „Häufigkeitswerte“ benutzen, die die Häufigkeit der Taten auf 100 000 Einwohner beschreiben. Für diesen Wert ist die absolute Einwohnerzahl nicht bedeutend.

Insgesamt sieht es gut aus. 7265 Straftaten pro 100 ooo Einwohner gab es 1987, 2010 waren es 7253. Insgesamt ein schönes Bild … wenn es nicht hässliche Details gäbe.

Da gibt es zum Beispiel die Körperverletzung. 1987 bekamen 327,3 Einwohner auf 100 000 was aufs Maul. 2010 waren es 664,5. Das ist ein Anstieg von „Körperverletzung“ von 100 %.  Dementgegen sinken die Angriffe auf Werttransporter im gleichen Zeitraum von 663 auf 120. Da ich kein Werttransporter bin, ist mir das egal, das im statistischen Durchschnitt da irgendetwas sicherer geworden ist.

Verbreitung pornographischer Schriften steigt von 1544 auf 8776, war schon mal 2007 auf über 15000 angestiegen, Häufigkeit: von 2,2 auf 10,7. Vergewaltigung durch Gruppen steigt im vergleichbaren Zeitraum um 50 % von 0,2 auf 0,3, ebenso die „überfallartige Vergewaltigung durch Gruppen“.  Vergewaltigung selbst steigt von 8,6 auf 9,4, Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung steigen von 15,1 auf 18,8, „sexuelle Nötigung“ steigt von 5,6 auf 7,3.

Morde bleiben auf stabilen Niveau, strafbare Schwangerschaftsabbrüche und homosexuelle Handlungen gehen deutlich zurück, ebenso die exhibistionistischen Handlungen vor Kindern. Vollzug des Beischlafes mit einem Kind steigt um 30 % seit 1999, schwerer sexueller Mißbrauch von 0,1 auf 1,8 Fälle, sexueller Missbrauch Widerstandsunfähiger steigt von 0,7 in 1995 auf 1,7 in 2010, dafür sinkt die Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger und die Förderung der Prostitution sowie die Zuhälterei.

„Rohheitsdelikte“ steigen von 461,6 auf 965, Tendenz ständig steigend, allerdings sinken die Raubüberfälle auf Postagenturen, Briefmarkensammeln generell ist nicht mehr so „in“.

Sonstige Raubüberfälle auf Straßen steigen von 13,2 über 40,0 im Jahre 1997 auf 24,2 in 2010. Da merkt man schon, das weniger Polizisten die Fälle aufnehmen können.

Gefährliche schwere Körperverletzung steigt von 104, 2 1987 auf 174,7 in 2010.  Die hauen nicht nur mehr aufs Maul, die hauen auch fester.

Misshandlung von Schutzbefohlenen steigt von 2,5 in 1987 auf 6,1 in 2010, Kindesmisshandlung im gleichen Zeitraum von 1,8 auf 4,6, vorsätzliche leichte Körperverletzung von 198 in 1987 auf 455 in 2010.

Straftaten gegen die persönliche Freiheit steigen im gleichen Zeitraum von 88,4 auf 241,6, Freiheitsberaubung von 106 auf 238 Fälle pro 100000 Einwohner, dafür sind Geiselnahmen rückläufig.

Diebstähle von Fahrzeugen, Mopeds und Fahrrädern sind rückläufig, ebenso der Schusswaffendiebstahl und der Diebstahl aus Automaten.

Kaufhaus- und Ladendiebstähle sind ebenso rückläufig wie Diebstähle aus Wohungen oder der Großviehdiebstahl, Diebstähle aus Hotels oder Kiosken nehmen ebenfalls ab, nur der Ladendiebstahl selbst nimmt zu … von 4,7 auf 15,1, dafür sinkt der Diebstahl aus Schaufenstern von 19,1 auf 2,6.

Obwohl auch die Straftaten nach dem Weingesetz deutlich abgenommen haben, beende ich meinen Streifzug durch die Kriminalstatistik mit einem gewissen Unwohlsein, denn was ich sehe, entspricht dem, was ich in den Medien nebenbei wahrnehme: es wird brutaler in Deutschland. Man bringt nicht mehr um … aber man quält mehr, schlägt, mißbraucht und vergewaltigt. Die Verrohung des Mittelstandes scheint sich in sehr hässlichen Zahlen wiederzuspiegeln – auch wenn der Innenminister den Hauptaugenmerk auf das Zunehmen des „Ausspähens von Computern“ richtet, das in der Tat seit 1987 enorm zugenommen hat – wie die Anzahl der Computer auch.

Da die Anzahl der Bürger aber eher rückläufig ist, können wir – abseits der offiziellen Verlautbarungen – schon erkennen, das das Leben auf Deutschlands Straßen brutaler geworden ist.

Wollen wir hoffen, das unsere Postagenturen nicht pleite gehen, denn dort kann man sich – statistisch gesehen – gut in Sicherheit bringen. Angesichts der steigenden Wirtschaftskriminalität bei sinkenden Wohnungseinbrüchen ist die sicherste Geldanlage wieder die alte Socke unter dem Bett – das wäre dann meine Anlageberatung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lügen mit Zahlen

Ja ja, Statistik.

Wenn man mit einer Pobacke auf einer heißen Herdplatte sitzt und mit der anderen auf einer kalten Platte, dann ist, statistisch gesehen der Hintern lauwarm. Hilft aber nicht, tut trotzdem weh. Gerd Bosbach, der das schöne und empfehlenswerte Buch „Lügen mit Zahlen“ geschrieben hat (ISBN steht unten), erklärt hier noch einmal, wie unsere Politiker die statistische Dummheit der Wähler ausnutzen, um Meinungen zu manipulieren.

Und nicht vergessen:

70% der Vegetarier essen nicht etwa deshalb kein Fleisch weil sie Tiere lieben sondern weil sie Pflanzen hassen.

 

 

Gerd Bosbach, Jens Jürgen Korff
Lügen mit Zahlen
Wie wir mit Statistiken manipuliert werden
Paperback, Klappenbroschur, 320 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
mit Graphiken
ISBN: 978-3-453-17391-0
€ 18,99 [D] | € 19,60 [A] | CHF 29,90* (empf. VK-Preis) empfohlener Verkaufspreis
Verlag: Heyne

Es muß nicht immer Amazon sein, kauft lieber beim kleinen Buchhändler um die Ecke.

Arbeitslosigkeit sinkt dank Ministerialverordnung! Guten Rutsch!

Den Artikel gestern hätte mich mir sparen können. Da mache ich mir groß Gedanken, wie wohl die BA auf die Idee kommen kann, das jetzt ein Jobwunder auf uns zukommt, suche mir die Augen wund nach Daten und erfahre heute: das hat einfach die Ministerin angeordnet! So schreibt der Spiegel heute:

Den Jobcentern steht im kommenden Jahr eine Herkulesaufgabe ins Haus: Arbeitsministerin von der Leyen hat die Bundesagentur für Arbeit darauf eingeschworen, 2011 rund 900 Millionen Euro bei den Hartz-IV-Kosten einzusparen. Dazu müssten viele Langzeitarbeitslose wieder einen Job finden.

Damit stünden die Kerndaten der geplanten Zielvereinbarung für 2011 fest, die das Arbeitsministerium jedes Jahr mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) abschließt, schreibt die Zeitung. Im auslaufenden Jahr wurden nach Angaben der Behörde etwa 950.000 Hilfsbedürftige, die Arbeitslosengeld II bezogen, in den Arbeitsmarkt integriert. „Wir wollen 2011 noch erfolgreicher werden“, sagte eine BA-Sprecherin.

So funktioniert Wirklichkeitsbearbeitung in Deutschland: die Politik befiehlt und die Wissenschaft liefert passende Zahlen dazu. Im erweiterten Familienkreis habe ich zu Jahrebeginn 2011 drei neue Arbeitslose – zwei Pflegeberufe und einen 53-jährigen Opel-Monteur, dem man wegen „Verjüngung der Belegschaft“ seinen Arbeitsplatz für 180000 Euro abgekauft hat.  Letzteres darf ich wahrscheinlich gar nicht öffentlich sagen, da man den anderen Fünfzigjährigen, denen man den Arbeitsplatz abgekauft hat, ein Schweigegebot aufdrückte.  Aber ich kann ja mal sagen: „Der Wind hat mir ein Lied geflüstert“.

Laut statistischem Bundesamt haben wir knapp 43 Millionen Erwerbspersonen. Eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung haben laut Bundeszentrale für politische Bildung BpB knapp 27 Millionen, deren Quartalsentwicklung der Blog „Querschüsse“ akurat auflistet. Aktuell sind es knapp 28 Millionen. Was arbeiten also die FÜNFZEHN MILLIONEN anderen „Erwerbspersonen“? Selbst wenn wir die vier Millionen „Selbstständigen“ abziehen, bleiben noch 11 Millionen über.

Nach meiner persönlichen privaten Definition von Arbeitslosigkeit würde ich sagen: wer keinen festen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz hat, der macht irgendeine Form von staatlich subventionierter Beschäftigungstherapie. Ist ja auch de facto so, wovon sollten die Leute sonst leben? Trotzdem wird gejubelt, hier wieder BpB:

Die gute konjunkturelle Entwicklung ließ die Zahl der Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland bis zum vierten Quartal 2007 auf 40,38 Millionen steigen – das war der bisher höchste Quartalswert in der Geschichte der Bundesrepublik. Im ersten Quartal 2008 lag die Erwerbstätigenzahl saisonal bedingt etwas niedriger bei 39,82 Millionen.

Hat da einer was von mitbekommen? Der Zustand der Vollbeschäftigung im Jahre 2007? Dem Jahr, wo wir alle reich wurden und es soviel Arbeit gab wie noch nie?

Ich nicht. Aber die Statistik schon. Das aber fünfzehn Millionen Menschen in diesem Land (und damit ÜBER DREISSIG PROZENT) der Erwerbestätigen irgendwelchen Schummeljobs oder Scheinselbständigkeiten nachjagen müssen, während die anderen seit Jahrzehnten auf die erste reale Lohnerhöhung warten aber lieber ruhig bleiben und drauf warten mit fünfzig aus dem Unternehmen gekauft zu werden (und vielleicht klappts ja bis dahin mit dem Lottogewinn).

Das war aber 2007, dem Jahr des statistischen Wunders, laut Tagesspiegel schon deutlich zu erkennen:

Trotz der relativ positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ist die Zahl der Hartz-IV-Empfänger gestiegen. Die „hoffnungsvolle Botschaft“ sei ein Trugbild, erklärte Hans Jörg Duppré vom Deutschen Landkreistag.

Entgegen der insgesamt rückläufigen Arbeitslosenstatistik beklagt der Deutsche Landkreistag (DLT) eine stetig wachsende Zahl von Hartz-IV-Empfängern. „Die Zahl der Menschen, die von Hartz IV-Leistungen abhängig sind, hat einen absoluten Höchststand erreicht“, sagte DLT-Präsident Hans Jörg Duppré. Demnach stieg die Zahl der Hilfeempfänger im April dieses Jahres auf rund 7,4 Millionen.

Der Landkreistag kritisierte, dass die Zahl der Hartz-IV-Bezieher bislang auf die Langzeitarbeitslosen verengt werde. Ein-Euro-Jobber mit mehr als 15 Wochenstunden, Kranke oder Ausbildungsplatzsuchende etwa fänden sich dagegen nicht in der Arbeitslosenstatistik wieder, obwohl deren Lage oft nicht besser sei.

So sah die Realität vor Ort aus. Laut Statistik war aber alles super … so, wie die Regierung es gerne als Beweis für ihre erfolgreiche Arbeit sah. Also wissen wir doch jetzt schon, was die Statistik für 2011 aussagen wird: eine deutliche Abnahme der Arbeitslosigkeit. Aktuell sieht es – hier bei Sozialleistungen.info –  so aus:

Das Statistische Bundesamt gab am heutigen Donnerstag bekannt, dass am Jahresende 2009 rund 6,7 Millionen Deutsche auf Hartz IV angewiesen waren. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einer Zunahme um 1,9 Prozent. Bei einem Viertel der Hilfebedürftigen handelt es sich den Statistikern zufolge um Kinder unter 15 Jahren.

Insgesamt müssen mittlerweile 7,8 Millionen Menschen zur Existenzsicherung auf staaliche Transferleistungen zurückgreifen. Fast jeder zehnte Bundesbürger (9,5 Prozent) bezieht damit Leistungen wie etwa ALG I, ALG II, Sozialhilfe oder Grundsicherung im Alter. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts musste der Staat im Jahr 2009 für alle Sozialleistungen etwa 41,6 Milliarden Euro ausgeben, wobei sich die Kosten allein für das ALG II auf 35,9 Milliarden Euro beliefen.

Und da fehlen wie üblich jene Millionen Wanderarbeiter, die irgendwo zwischen den Definitionsgrößen der statistischen Erfassung verschwunden sind.  Ein Beispiel aus dem Jahre 2007 (also jenem statistischen Rekordjahr) zeigt laut BpB Perspektiven, die wohl eher der erlebten Wirklichkeit der Bürger nahekommt:

Die sich nur langsam verändernden Jahreszahlen zur Arbeitslosigkeit vermitteln ein sehr statisches Bild. Dieses Bild ignoriert die zahlreichen Dynamiken, die sich im Bereich der Arbeitslosigkeit finden lassen. So wurden im Jahr 2007 mehr als 8.233.000 Personen arbeitslos – davon 5,6 Millionen in West- und 2,6 Millionen in Ostdeutschland. Parallel verließen im selben Jahr mehr als 8.837.000 Personen den Kreis der Arbeitslosen (West: 6,0 Mio.; Ost: 2,8 Mio.).

Die „zahlreichen Dynamiken“ sind es, die mir da Kopfzerbrechen bereiten. „Von Arbeitslosigkeit bedroht“ ist ein Zustand, den ich gerne mal statistisch erfaßt sehen möchte. Leider bin ich kein Minister, der per „Zielvereinbarung“ Ergebnisse prognostizieren kann. Ich bin nur einfacher Bürger mit einfachen Fragen, auf die die BA mit 85-seitigen Monatsberichten in Beamtendeutsch antwortet. Ob man das immer zu jeder Zeit zu versteht, wie es gemeint ist?

Dabei ist die Erreichung der ministerialen Zielvorgabe leicht zu erreichen: einfach die Bezugsgrößen ändern. Hat ja schon dieses Jahr geklappt, wie man bei Jahnke nachlesen kann:

Aufgrund einer Neuregelung in 2007 werden viele der über 58-Jährigen nicht mehr als arbeitslos geführt, obwohl sie noch arbeiten wollen.

Nach einem weiteren Gesetz zur Neuregelung von Arbeitsmarktinstrumenten werden seit Mai 2009 alle Arbeitslosen, die durch private Träger betreut werden, nicht mehr als arbeitslos gezählt. Im April 2009 waren Dritte bundesweit für rund 200.000 Personen mit der Vermittlung beauftragt, wobei die Teilnahmen an diesen Instrumenten ab Mai 2009 sukzessive auslaufen. „Unterbeschäftigt“ sind nach Bundesagentur im engeren Sinne Personen in berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Beschäftigungszuschuss, vorruhestandsähnlicher Regelung, Arbeitsunfähigkeit (§ 126 SGB III) sowie im weiteren Sinne zusätzlich Personen mit Gründungszuschuss, Existenzgründungszuschüsse, Einstiegsgeld – Variante: Selbständigkeit oder in Altersteilzeit. Die Unterbeschäftigung im weiteren Sinne soll im März bei 4,7 Millionen gelegen haben (noch ohne Kurzarbeit) und damit 1,2 Millionen mehr als die offiziell ausgewiesene Zahl der Arbeitslosen. Hier wird also Arbeitslosigkeit versteckt.

Vielleicht wird man 2011 alle Brillenträger als Behinderte definieren und ihnen einen Status als „ü  58“ zuweisen? Schon sieht es wieder bombig aus. Das die Gemeinden die Sozialkosten der realen, nicht versteckbaren Not nicht mehr tragen können … ist dann ihr Problem.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern und Kritikern einen Guten Rutsch ins Jahr 2011. Wie es aussieht, wird es sehr rutschig werden. Die Zeiten, wo wir aufrecht und entschlossen in die Zukunft geschritten sind, scheinen seit langem vorbei zu sein. Stattdessen schlittern wir von einer Misere in die nächste … und gewöhnen uns dran.



Europa: rauchfrei, zuckerfrei, alkoholfrei, autofrei, fernsehfrei, unfrei

Wenn mal so gar nichts mehr geht, dann gehts wieder gegen die Raucher. Schon lange frage ich mich: warum? Warum der Kreuzzug gegen Raucher, die mit ihrer Tabaksteuer doch dem Staat so gut tun? Helmut und Loki Schmidt beweisen in ihrem seit 90 Jahren dauernden Selbsttest, das Aktivrauchen in keiner Art und Weise schädlich sein kann. Kein Krebs, kein Herzinfarkt – alles dummes Zeug möchte man meinen.  Die Wissenschaft gibt einem da Recht, so die Cora-Studie aus der Uniklinik Hamburg:

Wider Erwarten spielt Rauchen allein für Frauen keine entscheidende Rolle für die Entstehung koronarer Herzkrankheit.

Rauchen macht auch keinen Krebs – jedenfalls statistisch gesehen. 25-30% aller Raucher bekommen Krebs … das heißt 70-75% aller Raucher bekommen KEINEN Krebs. Dafür mag es gute Gründe geben, die laut Zeit in den Genen liegen:

Raucher ohne diese erbliche Belastung haben zwar immer noch ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko, doch liegt es weit niedriger als bei den Trägern der Varianten. Darüber hinaus zeigten die Texaner, dass die grundsätzliche Verknüpfung zwischen den betreffenden Genen und Lungenkrebs trotz allem unabhängig vom Rauchen war. Das Team von deCode aus Island konnte wiederum belegen, dass genetische Abweichler weitaus häufiger echte Nikotinabhängigkeiten entwickeln und auch mehr Zigaretten rauchen, als die Kontrollen.

Damit wir uns nicht falsch verstehen – ich rauche nicht.  Ich trage auch keine Burkha, trotzdem läßt mich ein Bekleidungsverbot erschauern – so weit ist es also schon gekommen, das die Kosmokraten den Menschen vorschreiben wollen, was sie wo tragen dürfen und was nicht – die Bikinipflicht für schlanke Frauen steht dicht vor der Einführung.

Ich möchte hier auch kein Plädoyer für das Rauchen halten und kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, das es sonderlich gesund ist. Vor allem aber ist es eine lästige Angewohnheit, die einerseits die Beweglichkeit einschränkt und andererseits dazu führt, das man seinen Mitmenschen sehr lästig werden kann. Das muß ja nicht zwangsläufig sein, erst recht nicht mit den Dingern, die hierzulande als Zigaretten verkauft werden aber selbst kaum noch Tabak enthalten, hier bei Wikipedia gibts mal eine Liste von den Inhaltsstoffen:

Dem Tabak werden viele Stoffe zugesetzt, um die Aufnahme des Nikotins und dessen Wirkung im Körper zu verstärken und somit das Suchtpotenzial zu erhöhen. [2][3]. Einige Stoffe haben die Eigenschaft, den Tabakrauch selbst für Kinder erträglich zu machen.[4]

Eine Großzahl von Zusatzstoffen wird nach Angaben der Tabakkonzerne zur Geschmacksverbesserung, zum Feuchthalten, zum Konservieren, für bessere Verbrennung und zum Binden der Bestandteile eingesetzt.[5]

Das sind schon mal viele Gründe, von den Industriezigaretten die Finger zu lassen. Typische Konzernprodukte zur gezielten Massenvernichtung der Bevölkerung entworfen.

Es gäbe also gute Gründe, die neuen Maßnahmen der EU zu begrüßen, die der Spiegel heute detaliert auflistet:

EU-Kommission strebt rauchfreies Europa an

Abschreckende Bilder auf Verpackungen, Qualmverbot in Eckkneipen: Die Europäische Union plant deutlich schärfere Gesetze gegen das Rauchen. Geht es nach dem zuständigen Kommissar, steht sogar der Inhalt von Zigaretten auf dem Prüfstand.

Das rauchfreie Europa, das burkafreie Europa, das judenfreie Europa – wir werden immer „besser“.

Wahrscheinlich wissen die in Europa wieder mehr als wir. Zum Beispiel, das Gott die Abgabe kerngesunder Körper am Lebensende durch einen besonderen Paradiesbonus belohnt. Hm … nein, das kann ja nicht sein.

Es kann nicht sein, das es um die Gesundheit geht, denn … Autoabgase sind ebenso gesundheitsschädlich, so berichtet die Ärztezeitung von einem höheren Brustkrebsrisiko, beeinträchtigen laut Curado Lungenfunktion von Kindern und … verursachen Lungenkrebs:

GroßstädterInnen haben die doppelte Konzentration des Krebsgiftes Benzol im Blut wie BürgerInnen aus Mittel – und Kleinstädten. AnwohnerInnen verkehrsreicher Straßen sterben zu 34% mehr als der Durchschnitt an bösartigen Lungentumoren. Beim Dickdarmkrebs liegt die Zahl der Todesfälle sogar 68% darüber. „Für Anwohner stark belasteten Straßen mit mehr als 30.000 Kfz/Tag besteht ein erhöhtes Krebsrisiko“ (Auswertung Hamburger Krebsregister).

Kommen jetzt die Warnungen (und künftigen Gruselbilder) auch auf Autos? Besonders auf die Großen mit dem Riesenmotor?

Mit Sicherheit nicht. Wir sind keine tabakproduzierende Nation, sondern eine Autofabrik. Das Auto ist uns heilig und wird nicht angetastet – deshalb jagen wir die Raucher.  Da kann man den Killer Nr. 1 schneller verdrängen: „Ja, ich fahre Porsche, aber ich habe gestern zwei Raucher erschlagen“.

Geht man mal nach Aldi – so wie ich letztens – kommt man nicht umhin zu sehen, das dies eine Aussenstelle menschenfeindlicher Taliban sein muß.  Zwei der größten Gesundheitsvernichter der Menschheit werden dort in verschiedensten auch für Kinder verlockenden Verpackungen angeboten: Zucker und Alkohol.

Grundnahrungsmittel findet man zwischen den Unmengen an Süßkram und Gesöff nur noch zufällig und gäbe es nicht noch den von Kindern produzierten Billigkram an Konsumersatzstoffen (für alle jene, die sich den echten Porsche, die echte Yacht und den echten Flieger nicht leisten können), dann könnte Aldi als kleiner Kiosk fortgeführt werden.

Ich nehme aber mal an, das Schilder mit der Aufschrift „Aldi schadet ihrer Gesundheit und der ihrer Kinder“ nicht so schnell im Laden stehen werden, obwohl Zucker und Alkohol nachgewiesenermaßen nicht unbedingt weniger schädlich als das Rauchen sind.  Ebenso wird man diese Warnungen auf Urlaubsfliegern anbringen, die der Umwelt (pro Verursacherkopf gerechnet) einen noch viel größeren Schaden zufügen als Autos. Für einen Flug in die USA kann man 30000 Km mit dem Auto fahren – nur mal, um einen Vergleich zu ziehen.

Was die Todesrate bei Zucker angeht … sie wird es wohl schlimmer werden, wenn es nach dem Fokus aus dem Jahre 2006 geht:

Die Zahl der Diabetiker nimmt in Deutschland stetig zu. Nach Berechnungen der Deutschen Diabetes-Union wird die Zahl der Zuckerkranken von heute 7,5 Millionen bis 2010 auf zehn Millionen Patienten ansteigen. Grund für die wachsende Menge ist, dass es immer mehr Alte gibt, aber auch dass die Menschen in den Industrienationen immer dicker werden. Die zunehmende Verfettung der Gesellschaft bewirkt, dass immer mehr Menschen zuckerkrank sind. Übergewicht, Bewegungsmangel und falsche Ernährung sind Hauptrisikofaktoren für Diabetes Typ 2.

Sucht man aber jetzt die Mortalitätsrate für Diabetes  so werden einem keine Zahlen entgegengeschleudert wie beim Rauchen. Man muß selber suchen, zum Beispiel im Herzinfarktregister. Die Mortalität im Krankenhaus nach frischem Infarkt (den ja alle irgendwann man kriegen) liegt bei 17,3 %. Das wären … bundesweit mit dem groben Daumen gepeilt: Millionen Tote.  Gezählt wird aber anders, deshalb sterben an Diabetes laut „Netdoktor“  „nur“ 21000 Menschen offiziell.

Ist wie beim Rauchen: stirbt jetzt Helmut Schmidt, so ist er an den Folgen des Rauchens gestorben. Hätte ja sonst 120 Jahre alt werden können.

Prinzipiell müßte man laut Fokus auch einen Kreuzzug gegen das Fernsehen starten, denn das ist auf verschiedene Art und Weise tödlich:

40000 Tote durch Fernsehen und andere Bildschirmmedien – ich weiß, das klingt reißerisch. Doch ich mache nichts weiter, als Daten aus vorliegenden Studien hochzurechnen. Durch Bewegungsmangel und zusätzliches Essen vor der Mattscheibe kommt es zu Übergewicht, was diverse Krankheiten auslöst. Durch Product-Placement wird das Rauchen gefördert. Durch die immer gewalttätigeren Inhalte verstärkt sich die Aggressivität junger Zuschauer.

Außerdem verblödet es elementar und stellt deshalb eine Gefahr für die Demokratie da. Da müßte mal der Verfassungsschutz dran – aber politisch gewollter Demokratiefähigkeitsabbau scheint ja verfassungsgemäß zu sein.

75 000 Menschen sterben in Deutschland jährlich an den Folgen des Alkohols – laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, zitiert bei kyportal.  Gut, dem Rauchen werden 140000 zugeschrieben, die Hälfte davon aber Herz-Kreislauf-Erkrankungen – was laut den Ergebnis der Corastudie nicht ganz so korrekt sein kann.

Also müssen wir im rauchfreien Europa auch den Alkohol verbieten. Zucker ebenso. Autofahren auch, das tötet schon zehntausende ohne Gift, die Abgastoten kommen noch eben drauf. Fernseher auch noch weg (was ich sehr begrüße) oder reduziert auf das Niveau von 1965 (Programm von 15-24Uhr, ansonsten Testbild).

Alle Unsitten aus dem Leben verbannt, macht Europa Un-frei.

Im Prinzip … darf doch jeder selbst entscheiden, wie kaputt er sterben möchte, oder? Und wer jetzt über Krankheitsfolgekosten nörgelt, dem drohe ich mit Sportverbot: laut Niederrheinzeitung kosten Sportunfälle  5 Milliarden Euro im Jahr, außerdem forder ich ein Wohnverbot, denn noch sterben -laut Stuttgarter Zeitung – im Haushalt mehr als im  Straßenverkehr, von den Folgekosten der Haushaltsunfälle mal ganz abgesehen.


Hartz IV Aufschlag, Grundeinkommen und Asozialstaat 2010: Zahlen, Daten, Fakten

Wir haben ja jetzt Aufschwung. Deutschland wir mithilfe von Terrorgeldern Weltmeister. Terrorgelder? Also, ich denke … China ist ein Terrorregime. Und ein Horrorregime, das Todesbusse durch das Land fahren läßt um verkaufsfähige Organe zu bekommen – etwas verkürzt formuliert. Aber egal – Hauptsache, wir haben das Geld. Jetzt gibt es ja Menschen, die  haben hier keine Arbeit, weil ihre Firma ihren Arbeitsplatz nach China verlegt hat – wegen dem Terrorgeld. Das nehmen auch Firmen gerne. Und diese Menschen sollten jetzt etwas mehr Geld bekommen, damit ihre Kinder nicht schon vor Schulabschluß aussortiert werden. Da waren die Medien aber sehr dagegen:

Mehrheit der Deutschen gegen Hartz-IV-Aufschlag

Emnid befragte am vergangenen Donnerstag insgesamt 502 Personen.

Quelle: Spiegel-online

Riesenschlagzeile, aber eine Anzahl von Menschen, die alle in eine Schulaulu passen. Vielleicht hat man sie auch dort befragt: in der Aula eines Hamburger Gymnasiums. Ich selbst bin dann mal hingegangen und habe eigene Nachforschungen angestellt. In der WELT war eine Umfrage, in der zum gestrigen Zeitpunkt 1337 Menschen ihre Stimme abgegeben hatten. 59 % waren für einen Aufschlag von 10 Euro und mehr. Überraschend für ein konservatives Blatt, aber bezeichnend für die unterschiedliche Meinungslage von „oben“ und „unten“, wobei „oben“ auch jene mit einschließt, die sich Hoffnung machen können, mal zum Bundespresseball oder in die deutsche Staatsoper eingeladen zu werden.

Na ja, nun gibt es ja ein dickes Plus, fünf Euro für jeden Erwachsenen und pädagogische Betäubungsmittel für Kinder.  Rechnen wir mit groben Daumen: 7 Millionen Hartz IV-Abhängige gibt es in Deutschland. 1,8 Millionen davon sind Kinder (unter 15). Macht 5,2 Millionen mal 5 Euro. Das sind … 26 Millionen Euro zusätzlich. Mal 12 sind: 312 Millionen Euro Bargeld. 40000 Millionen Euro zusätzlich für eine Bank, die an den Pleitepapieren der Branche erstickt, 312 Millionen für die Verlierer des Renditewahn. Kein Wunder, das die Opposition stänkert:

SPD-Vize Manuela Schwesig glaubt dagegen, dass die Sätze „künstlich heruntergerechnet“ wurden, damit das Ziel der Haushaltskonsolidierung nicht gefährdet wird. Im Haushalt sind für die Reform lediglich Mehrausgaben von 480 Millionen Euro eingestellt – Finanzminister Wolfgang Schäuble und Haushaltspolitiker hatten bereits angekündigt, dass es darüber hinaus keine zusätzlichen Mittel geben werde.

Quelle: Spiegel

Erbärmlich wird diese Erhöhung, wenn man sie mit anderen Zahlen vergleicht. Das machen zum Beispiel die Arbeitslosen selber:

Das Erwerbslosen Forum Deutschland nannte von der Leyens Vorschlag einen schlechten Scherz. “Deutlicher kann uns Schwarz-Gelb nicht klar machen, dass Menschen mit Hartz IV-Leistungen der Koalition nichts wert sind, während die Büttelpolitik für die Akteure und Profiteure der Finanz- und Wirtschaftskrise immer schamloser fortgesetzt wird“, erklärte der Verband mit Blick auf Berichte, dass 200 Banker aus Kreditinstituten mit Staatshilfe wieder auf ein Jahreseinkommen von mehr als 500.000 Euro kämen.

Quelle: Welt

200 Banker mal 500000 Euro gleich … 100  Millionen Euro. Ein Drittel von dem, was für 5 Millionen Menschen bereitgestellt wird. Das sind Verhältnisse wie in einem Dritte-Welt-Land, wo der Diktator eintausend Paar teure Schuhe für seine Frau kauft, während das Volk Baumrinde kaut. Doch nicht nur die Herren des Geldes lassen sich ihr Versagen vergolden und mit Brillianten veredeln, auch das Arbeitsamt selbst greift richtig zu:

Laut dem Bund der Steuerzahler (BdSt) werden die 85.000 PC gut 34 Millionen Euro verschlingen, der optionale Kauf von bis zu 170.000 PC dann geschätzte 68 Millionen Euro. Doch damit nicht genug: Diese Summe hätte sich laut BdSt um „gut 3,4 Millionen Euro senken lassen, wenn die BA mit weniger Rechenleistung zufrieden gewesen wäre“.

Quelle: Spiegel-online

Ist schon etwas länger her, aber die Hochleistungs-PC´s stehen halt jetzt im Amt, wo der Arbeitslose seine Münzen überreicht bekommt. 68 Millionen Euro, damit der PC auch die neuesten Spiele des letzten Jahres packen kann.

Schauen wir uns mal den Gesamthaushalt der Bundesagentur an:

Die BA rechnet 2010 mit Gesamteinnahmen von 36,14 Milliarden Euro, ein Großteil davon aus Beitragseinnahmen (21,63 Milliarden Euro). Daneben beteiligt sich der Bund über Einnahmen aus der Mehrwertsteuer mit 7,93 Milliarden Euro an der Finanzierung der BA.

Die geplanten Gesamtausgaben betragen 54,08 Milliarden Euro. Die Deckungslücke zwischen Einnahmen und Ausgaben beträgt somit 17,94 Milliarden Euro. Davon kann die BA nur etwa 1,9 Milliarden Euro aus verbleibenden Rücklagen decken. Das verbleibende Defizit in Höhe von 16 Milliarden Euro wird der Bund nach den Ergebnissen der Koalitionsverhandlungen durch einen einmaligen Zuschuss ausgleichen.

36 Milliarden Euro als Gesamteinahmen – nicht schlecht. Aber 54 Milliarden an Ausgaben, das ist übel. Was kriegt davon der Arbeitslose?

Für Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit sind 22,32 Milliarden Euro veranschlagt. Damit können im Jahresdurchschnitt gut 1,4 Millionen Leistungsempfänger finanziert werden. Der so genannte Eingliederungsbeitrag, mit dem die BA die Kosten der Grundsicherung für Arbeitsuchende mitfinanziert, beläuft sich auf 5,4 Milliarden Euro. Gegen diese Zahlung der BA an den Bund hat sich der Verwaltungsrat mehrfach gewehrt, entsprechende Verfassungsklagen laufen.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Knapp die Hälfte – und selbst dagegen will man klagen. Der Rest ist Spielgeld und davon hätte man gerne mehr um noch mehr Pöstchen mit Partei- und Gewerkschaftsfreunden besetzen zu können, die einem zuvor ein paar kleine Gefälligkeiten erweisen. So läuft halt das Geschäft und dafür braucht man viel Geld.

Ungefähr 27 000 Millionen. Neunzigmal soviel wie jetzt die Erhöhung um fünf Euro verschlingt.

Für jeden Arbeitslosen plant die BA übrigens 1396 Euro im Monat ein. Das sind dreieinhalb vierhundert-Euro-Jobs. Oder knapp sieben hartz-abhängige Kinder unter sechs Jahren.  Etwa die gleiche Summe gibt sie für … „Sonstiges“ aus. Die verschiedenen Sprachhülsen dazu spare ich mir mal. Die kann jeder selbst bei der BA nachschauen oder den großen Medienunternehmen entnehmen.

Schauen wir uns das ganze jetzt mal im Bundeshaushalt an. Den gibt es ja jetzt als „Offenen Haushalt“ – mit interessanten Posten:

Verwaltungskosten für die Durchführung der Grundsicherung für Arbeitsuchende

Anstieg von 3,6 Milliarden in 2007 auf 4,4 Milliarden in 2010.  Achthundert Millionen mehr für … „Sonstiges“. Papier, Bleistifte, Kaffeemaschine, Betriebsausflug. Das wären 13 Euro mehr für jeden erwachsenen Arbeitslosen, jeden Monat. Oder aber 52 Euro für jedes Kind  unter 15.

Quelle: OffenerHaushalt

Arbeitslosengeld II (also Hartz IV): Rückgang von 26,4  Milliarden in 2006 auf 23,9 Milliarden in 2010. Das sind 2,5 Milliarden… fast zehn Prozent. Da wäre doch genug Luft für eine Erhöhung von … 40 Euro pro Erwachsenem oder aber 160 Euro pro Kind – wieder mit dem groben Daumen.

Quelle: OffenerHaushalt

Leistungen zur Eingliederung in Arbeit

Quelle: OffenerHaushalt

2006: 4,47 Milliarden, 2010: 6,6 Milliarden. Anstieg von fast 50 %. 2130 Millionen mehr, ohne das der Arbeitsminister vor die Kamera tritt und sagt: das geht so nicht weiter, da ist nicht mehr drin. Das sind dann so die Kaufmannsläden, die die ARGE unterhält, um Arbeitslosen das Einkaufen beizubringen, der fünfte Gabelstaplerfahrerschein, das zehnte Bewerbertraining und was es sonst noch alles so gibt, um die kleinen Firmen von Parteifreunden und ihren Kindern am Laufen zu halten.

Das wären 35 Euro mehr für jeden Erwachsenen oder 140 Euro mehr für jedes Kind.

Wo allerdings gespart worden ist, ist Unterkunft und Heizung:

Beteiligung des Bundes an den Leistungen für Unterkunft und Heizung

4, 3 Milliarden in 2007, 3,4 Milliarden in 2010. Das sind immerhin Einsparungen von 900 Millionen – wären nochmal 15 Euro mehr für die Erwachsenen, 60 Euro mehr für die Kinder. Und das hätten die sich verdient: dafür frieren die und wohnen in schimmeligen Billigstbuden – die bald infolge der  Energiesanierung verschwinden werden. Dann kommen neue Probleme auf die „Outgesourcten“ zu.

Quelle: OffenerHaushalt

Ich höre mal jetzt auf, den Haushalt zu durchforsten. Es reicht auch. Was ich will sind 100 Euro mehr für jeden Erwachsenen und den Regelsatz der Erwachsenen auch für Kinder – einfach durch Umschichtung einzelner Haushaltsteile. Wäre finanzierbar. Kostet keinen Euro mehr.  Ich nehme mal an, wenn man den Bundeshaushalt weiter durchsucht, findet man genug Geld für ein Grundeinkommen ohne großartig theoretisch herumrechnen zu müssen, wo das Geld denn herkommen soll – es ist doch schon längst da.

Ach ja … den sieben Millionen Hartz-Abhängigen (Plus einem Millionenheer normaler Arbeitsloser) steht laut BA im letzten  Jahr eine unglaubliche Zahl an Stellen zur Verfügung:

darunter ungeförderte Stellen für “normale” sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse: 272.766 -23,7 %.

Das Maximum an offenen Stellen gab es  im Jahr 2000 mit: 398.698 Stellen.

Quelle: BA Jahresbericht 2009

Das sind die Stellen, die wir für die Finanzierung unseres Sozialstaates brauchen und an deren Verlagerung nach China die Firmen  (nicht nur die großen Konzerne), die Chinesen und die Politiker jetzt so gut verdienen … und das sind nur die geschönten Daten.

Natürlich wollen wir uns auch mal einen Blick auf die Bezüge derjenigen gönnen, die jetzt als Abgeordnete die Verantwortung für diese Entwicklung tragen, gefunden bei Wikipedia:

1.1.2003–31.12.2007 7.009 (**) 3.503
1.1.2008–31.12.2008 7.339 (**) 3.782
1.1.2009– 7.668 (**) 3.868

Das waren 10512 Euro im Jahre 2007 und werden 2010 11536 Euro sein. 1024 Euro mehr, trotz Krise. Jeden Monat. Und die wollten sogar noch mehr:

Ein Vorstoß der Großen Koalition zur Angleichung der Abgeordnetenbezüge an die Bezüge der Bundesrichter zum Beginn des Jahres 2010 auf einen Betrag von 8.159 Euro führte Anfang Mai 2008 zu heftigen Diskussionen.[7]Die Fraktionsvorsitzenden von CDU/CSU und SPD stoppten daraufhin am 20. Mai 2008 das Vorhaben, da es „offensichtlich nicht vermittelbar“ war.[8]

Jetzt weiß man auch, warum aus diesem Bundestag nie wieder „Sozialpolitik“ kommen wird und dieses Land als Sozialstaat das Zeitliche gesegnet hat. Wetten, wir würden niemals eine Diätenerhöhung von 5 Euro erleben? Obwohl die Herren und Damen genauso wie Hartz IV-Abhängige nur vom  Steuerzahler leben? Sicher, sie haben oft ihren Beruf für die Politik geopfert – aber das geschah freiwillig. Die Hartz-Abhängigen haben ihren Arbeitsplatz für die Globalisierung und die Maximierung von Konzerngewinnen geopfert – allerdings unfreiwillig … und wurden als Dank dafür noch sozial geächtet.

Welche Leistungen haben die Abgeordneten erbracht? Vorraussichtlich 200000 Millionen zuviel ausgegeben. Eine stolze Leistung, die sich lohnen sollte. Was heißt das konkret? 200000 Millionen Euro Staatsvermögen in Privathände transferiert. 140000 Millionen alleine für die HRE, die vorraussichtlich nach einer Meldung des Handelsblattes noch mehr braucht – sie schwächelt im Rating.

Zum Abschluß noch ein Tiefschlag?

Regelsatzposten Bildung Erwachsene: 1,39 Euro im Monat

Bildung Kinder 0-6: 0,98 Euro

Bildung Kinder 7-14:  1,16 Eur

Bildung Kinder 15 – 18: 0,29 Euro)

Quelle: Handelsblatt

Ich habe heute pro Kind 25 Euro Klassenkasse überwiesen. Dafür müßte man dann … zwei Jahre sparen. Acht Jahre für ältere Kinder.

Aber die Bildung unserer Kinder ist wichtig, denn wir haben ja zuwenig von ihnen, es droht ein schrecklicher Fachkräftemangel. Für drei Jahre Abitur müßten Kinder von Hartz IV-abhängigen Eltern 24 Jahre für die Klassenkasse sparen.

Warum lese ich diese platten Lügen eigentlich noch? Ich muß Masochist sein.

Noch ein Tiefschlag?

Wenn der Westerwelle an einem Festtag in die Staatsoper geht, zahlt er 260 Euro für seinen Platz in der ersten Reihe … und erhält zusätzlich noch 186,10 Euro Subventionen – wie jeder in der ersten Reihe. Karten für den Bundespresseball kosten zwischen 350 und 590 Euro. (Da sieht man mal, was man als Journalist verdienen muß, damit man sich den Ball leisten kann). Für eine Karte Bundespresseball (gesponsert unter anderem von dem Finanzdienstleister AWD und Britisch American Tobacco) müßte also der Abiturient mit alleinerziehender Mutter … 87,5 Jahre sparen. Oder er spart halt am Essen, hungert und läuft barfuß in Lumpen durch die Gegend. Aber so kommt er auch nicht zum Ball.

Und nicht vergessen: immer schön lächeln!

Nine Eleven – 11.9.2001 war eine Verschwörung … 80 Millionen Tote weltweit auch.

Heute ist ja neunter Jahrestag.  Ich habe den 11.9.2001 - wie die meisten älteren Menschen unter uns - noch in guter Erinnerung.  Auf dem Weg zu einer Messe saß ich pausierend bei meiner Mutter, die direkt im Wege war. Eine Freundin von ihr rief an, war ganz aufgeregt, weil sich überall in Amerika Flugzeuge vom Himmel auf Häuser stürzten, ganz New York stehe schon in Flammen. 

Auf der Messe selbst gab es zwar wie üblich einen Großbildschirm, aber niemand interessierte sich sonderlich für das Ereignis, das unsere Geschäftsfelder nicht betraf. Es gab keine Gespräche darüber, die Stimmung war gut und ungetrübt - nur meine nicht. 

Gleich danach kamen unheimliche Gerüchte auf: die US-Regierung sollte es gewesen sein.

Heute ist ja neunter Jahrestag.  Ich habe den 11.9.2001 – wie die meisten älteren Menschen unter uns – noch in guter Erinnerung.  Auf dem Weg zu einer Messe saß ich pausierend bei meiner Mutter, die direkt im Wege war. Eine Freundin von ihr rief an, war ganz aufgeregt, weil sich überall in Amerika Flugzeuge vom Himmel auf Häuser stürzten, ganz New York stehe schon in Flammen.

Auf der Messe selbst gab es zwar wie üblich einen Großbildschirm, aber niemand interessierte sich sonderlich für das Ereignis, das unsere Geschäftsfelder nicht betraf. Es gab keine Gespräche darüber, die Stimmung war gut und ungetrübt – nur meine nicht.

Gleich danach kamen unheimliche Gerüchte auf: die US-Regierung sollte es gewesen sein.  Eine Vermutung, die nicht aus der Luft gegriffen ist. Der „militärisch-industrielle Komplex“, vor dem der US-Präsident Eisenhower warnte, hatte schon einige Häßlichkeiten in die  Welt gesetzt – Morde, Umstürze, Folter, Drogenhandel: bei dem Ruf muß man sich nicht wundern, wenn man zuerst nach den „üblichen Verdächtigen“ Ausschau hält. Immerhin: an jenem Tag waren 37000 Menschen gestorben. 3000 infolge der Anschläge, 34000 infolge der Weltwirtschaftsordnung an Hunger.  Die 3000 zusätzlichen Tote – das war klar – ließen sich hervorragend instrumentalisieren, es war genau jenes Ereignis, auf das die Bewegung für ein neues amerikanisches Jahrhundert gewahrtet hatte und es kam zu einem äußerst günstigen Zeitpunkt.  Die 34000 anderen, die jeden Tag sterben, damit wir Schnitzel auf dem Teller haben, waren jedermann egal … wie auch die dreitausend in den Türmen. Gegen so etwas ist man heutzutage abgehärtet.

Neben diesen Theorien gab es auch andere, die letztlich zu Kriegen geführt haben,  weil die Theorienbilder viel mehr Macht hatten und auf faire ausgewogene Urteilsbildung schon mal verzichteten. Man wollte einfach mal irgendjemanden für das Geschehnis erschießen und die Regierung Bush hatte da schon jemanden im Auge. Einige sogar. Erst mußten die Afghanen dran glauben, die neuen Machthaber waren zwar durch US-Hilfe an die Macht gekommen, aber der Opiumanbau war unter ihnen fast völlig zum Erliegen gekommen, außerdem hatten sie die Straßen sicherer gemacht – das störte wohl irgendwie.  Dann gab es da noch diesen Saddam Hussein, der immer unbequemer wurde: den konnte man leicht nebenbei mitentsorgen. Er hatte zwar überhaupt nichts mit den Taliban zu tun und erst recht nichts mit dem Anschlag in New York – aber in dem allgemeinen Trubel fiel das gar nicht auf. Eventuell – so die damals gängige Verschwörungstheorie – hatte er Massenvernichtungswaffen mit denen er zur Weltherrschaft streben wollte. Stimmte nicht – aber egal.

Nun – wenn diese Verschwörungstheorie nicht stimmt, dann stimmte ja die andere vielleicht auch nicht: Osama und die neunzehn Räuber.  Es gilt ja: wer einmal lügt, dem glaubt man nicht – zurecht, wenn er daraus einen klar erkennbaren Vorteil zieht.  Und es gab ja schon mal einen ganz spektakulären Fall, in dem Jahrzehntelang eine offizielle Verschwörungstheorie Unmut erzeugte und jetzt so langsam still und heimlich in sich zusammensackt: der Kennedymord und die Einzeltätertheorie:

Washington – Ballistische Untersuchungen unter Rückgriff auf moderne Methoden der Statistik und der chemischen Analyse zeigten, dass Lee Harvey Oswald damals nicht der einzige Schütze gewesen sei, heißt es in der jüngsten Ausgabe des Fachblatts „Annals of Applied Statistics“. Die seinerzeit von den Experten angeführten Belege, wonach die Möglichkeit eines zweiten Mörders ausscheide, hielten den Tatsachen nicht stand, schreibt der Ex-FBI-Agent William Tobin, der die Arbeit gemeinsam mit dem Statistik-Professor Cliff Spiegelman und dem Chemiker William James von der Texas A&M University vorgelegt hat.

Quelle: Spiegel-online

Ich persönlich erwarte Aufgrund der Lügentradition der US-Regierung nichts anderes bei der Nine-Eleven-Verschwörungstheorie.  Als politischer Mensch halte ich es sowieso mit Managergrundsätzen: „Even the worsest case“ – bei Problemfällen nicht positiv denken sondern immer das Schlimmste annehmen, um gegen alle Eventualitäten gewappnet zu sein.

Seltsamerweise ist dieser Grundsatz, der in allen angelsächsischen Konzernen tagtäglich gelebt wird, in der Theorienbildung der politischen Kaste kaum zu finden … und das kommt uns gerade mal wieder sehr teuer zu stehen:

Die marode Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) benötigt weitere Staatshilfen in Millardenhöhe. Im Gespräch sollen offenbar Garantien von bis zu 40 Milliarden Euro sein. Das Institut leide unter massiven Liquiditätsproblemen, so Regierungskreise. Im schlimmsten Fall könne die Bank noch in diesem Monat zahlungsunfähig sein.

Quelle: Handelsblatt

Das ist per Einmalzahlung mehr, als alle Hartz-IV-Abhängigen und ihre Kinder in einem Jahr verbrauchen. Wofür genau geben wir das nochmal aus? Ach ja, richtig: dafür, das die Reichen noch reicher werden und durch die Krise keine Verluste einfahren. Sehr sozial gedacht. Leider … haben wir das Geld dafür nicht.

Seit dem 11.9.2001 sind zwischen hundertausend und einer Million Iraker gefallen – die Quellen variieren da stark. Zustätzlich starben viertausend US-Soldaten. Außerdem starben noch tausende in Afghanistan … da zählt aber kaum noch jemand mit.

Die Zahl der Hungertoten für den Zeitraum liegt bei mindestens ACHTZIG MILLIONEN! Die sind auch nicht „selbst schuld“ oder „faul“, die sind einfach in die Monokulturen der Kolonialherren hineingeboren worden, mit denen man ihre Eltern sitzen gelassen hat. Interessiert aber keinen.

Die Zahl der hungernden Menschen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen, steigt jedoch langsamer als die Bevölkerung an: 1990 waren es etwa 822 Millionen, im Jahr 2008 etwa 963 Millionen Menschen.[1] Am 19. Juni 2009 berichtete die BBC, dass nun offiziell eine Milliarde Menschen hungern.[2] Das ist etwa jeder siebente Mensch auf der Erde. Jedes Jahr sterben etwa 8,8 Millionen Menschen, hauptsächlich Kinder, an Hunger, was einem Todesfall alle 3 Sekunden entspricht (Stand 2007).[3]

Quelle: Wikipedia

Nach anderen Quellen sind es sogar ZWEIHUNDERTVIERZIG MILLIONEN TOTE.

Quelle: ORF

Wieder haben wir eine klar erkennbare Verschwörung, deren Hintermänner leicht zu finden sind …. oder glaubt jemand, das es Zufall ist, das dreitausend Tote die Welt verändern während achtzig Millionen Tote (mit wachsender Tendenz)  niemanden interessieren?

Wenn ich mir über unnatürliche Tode aufrege und sie verhindern möchte, dann … fange ich doch da an, wo die Vielen sterben und arbeite mich zu den geringeren Übeln Schritt für Schritt durch. Tue ich das nicht … dann habe ich andere Pläne und Absichten. Die Planer dieser Absichten sind dann … Verschwörer.

Hätten wir die dreitausend Toten einfach ignoriert, so getan, als wären es Verkehrstote und hätten das Geld der Kriege in die Bekämpfung des Hungers gesteckt … wir hätten dem Terror weltweit den Boden unter den Füßen weggezogen und achtzig Millionen Menschen das Leben gerettet. Achtzig Millionen tote Menschen: das ist ein kompletter dritter Weltkrieg.  Und eine Milliarde wartet noch auf den Tod.

Aber wir – d.h. – unsere Medien – haben sich abgesprochen, diese Toten zu ignorieren. Stattdessen haben wir die Armut, die zu diesen Toten führt als Hartz IV nach Deutschland importiert – auch so eine Verschwörung.  Das sind keine Naturkatastrophen, dahinter stecken Menschen, die zielorientiert denken, planen und handeln. Dabei gehen sie auch über Leichen. Über die der anderen, selbstverständlich.

Vielleicht war auch nine-eleven von ihnen geplant. Vielleicht waren es Netzwerke von Bush und dem Hause Saud in Saudi-Arabien, das in letzter Zeit steigende Probleme bekam. Vielleicht war es wirklich der Millionärssohn Bin Laden. Letztlich ist es völlig egal, wer von diesen Verrückten es war. Letztlich werden wir die Wahrheit (wie beim Kennedymord) nie mit absoluter Sicherheit erfahren, weil die Vertuschungskompetenz einer der möglichen Täter so groß ist, das immer Restzweifel bleiben (und angesichts der belegten Historie dieses möglichen Täters auch zurecht bleiben).

Letztlich können wir auch sagen: ohne die Gelder der Saudis und Bush´s  wäre auch der Nahostkonflikt nicht vorhanden. Aber um ihn am Leben zu erhalten, geben beide Seiten immer gerne Geld – Saudi Arabien hat Israel bis heute nicht anerkannt, beide Länder befinden sich heute noch im aktiven Kriegszustand:

An den militärischen Handlungen der Arabisch-Israelischen Kriege nahm das Königreich nicht teil; es unterstützte aber die gemeinsame Sache der Araber durch massive finanzielle Hilfe an die Palästinenser-Organisationen sowie durch zeitweilige Reduzierung der Erdöllieferungen in die westliche Welt unter König Faisal. Siehe: Ölkrise.

Saudi-Arabien befindet sich seit 1948 (Palästinakrieg) mit Israel offiziell im Kriegszustand, der Staat Israel wird weiterhin nicht anerkannt, politische Kontakte beider Länder gibt es nicht.[24]

Aber Atombomben finanzieren … da ist man schnell dabei:

Hilfsgelder fließen auch in die pakistanische Rüstungsindustrie (en:Pakistani Arms Industry), weitgehend gesichert ist eine Beteiligung von Saudi-Arabien, das das pakistanische Atom-Programm „zu einem nicht unerheblichen Teil finanziert hat“, inoffiziell wird von 50 % gesprochen.[31]

Quelle: Wikipedia

Was die achtzig Millionen Toten angeht sind wir übrigens alle Komplizen. Alle die hier mitlesen, mitschreiben oder überhaupt lesen und schreiben können. Unfreiwillige Komplizen – aber wir machen alle mit … je gebildeter wir sind umso bewußter und entschiedener sind wir an diesem täglichen  Massenmord beteiligt.

Und da soll man die Betroffenheit wirklich ernst nehmen, wenn da mal neun Türken von Israelis erschossen werden, vier Israelis von der Hamas erschossen oder fünfzig Palästinenser von Bomben ausradiert werden? Da wundert man sich wirklich, das mich die Betroffenheitsarien die regelmäßig von allen Seiten kommen nur noch anwiedern?

Um achtzig Millionen Tote (oder die dreifache Menge) zu verdrängen muß man sich sehr anstrengen.

Wer wirklich ernsthaft Betroffenheit bekunden will, sollte da anfangen. Alles andere ist verlogenes Theater … und wiederum Teil einer Verschwörung, seine Partikularinteressen vor die Rettung von Menschenleben zu stellen.

Hungertod ist langsam.

Hungertod ist qualvolle Folter.

Hungertod ist völlig unnötig.

Allein die Kosten für den Irakkrieg hätten ausgereicht, den Hunger für immer und ewig zu verbannen.

Nine-eleven hat dem Kampf gegen diesen Hunger sehr geschadet. Es verstopft alle Nachrichtenkanäle (wie andere dieser medial aufgeblasenen Ereignisse auch), hält die Leute auf Trab (Verschwörer und Gegenverschwörer) und tut das Seine dazu, das auch heute wieder zwischen 25000 und 100000 Menschen qualvoll sterben werden … darunter mindestens 13000 Kinder.

Das heisst: Ein Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet. Punkt. Schluss.

Quelle: Jean Ziegler im Tagesanzeiger

Dreizehntausend Kindermorde nur heute, wohlgemerkt. Und morgen geht das wieder von Vorne los.

Massenmord vor aller Augen. Alle schauen zu, alle machen mit – oder haben Wichtigeres zu tun.  Zum Beispiel heute an dreitausend Tote denken, die alle zu den Nutznießern des täglichen Massenmordes gehörten … unabhängig davon, wer ihre eigene  Ermordung nun beschlossen und/oder geduldet und/oder finanziert hatte.

Ob es nun von Pakistan finanzierte saudi-arabische Muslime waren, die zehn Jahre lang diesen Anschlag geplant haben oder die Kosmokraten der Korporatokratie … ist eigentlich egal. Beide Seiten hätten ihr Geld besser (und überzeugender) zur Verhinderung der alltäglichen Massenmorde an unschuldigen Kindern eingesetzt – oder sollten es jetzt tun anstatt Selbstmordattentäter auszubilden und Rachebombardements durchzuführen.  Das sie es nicht tun, macht aus ihnen nur … Feinde der Menschheit.

Und was sich die Feinde der Menschheit untereinander antun, muß einen eigentlich nicht interessieren, noch muß man sich da einmischen. Eher braucht die Welt Engagement gegen den Massenmord und für mehr Menschlichkeit – danach kann man sich den unbedeutenden Kleinigkeiten zuwenden um die wir jetzt so ein großartiges Geschrei machen.

Aber wahrscheinlich ist es ja gerade dieses Geschrei, das absichtlich so laut gestellt wird, damit der Massenmord ungestört weiterlaufen kann … oder?

Die USA – um die es ja bei dem heutigen Gedenktag geht -haben ihre Hungertoten übrigends ganz elegant entsorgt:

In den USA hungerten im Jahr 2005 10,8 Millionen US-Bürger. Insgesamt waren es gar 35 Millionen, also jeder achte US-Amerikaner, die „Schwierigkeiten hatten, sich zu ernähren“. Offiziell gibt es jedoch keine „Hungernden“, da die US-Regierung seit dem November 2006 stattdessen von Menschen mit „sehr geringer Nahrungssicherheit“ spricht.[5]

Und da es speziell heute um New York geht:

Die Hilfsorganisation New York Food Bank gab im Juni 2008 bekannt, dass drei Millionen New Yorker, also mehr als jeder dritte, nicht genug Geld für Lebensmittel haben.

Quelle: Wikipedia

Destatis ändert Messmethode zu Einzelhandelsumsätzen

Quelle: destatis

Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat mit dem Berichtsmonat Juni 2010 bei der monatlichen Handelsstatistik eine jährliche Rotation der befragten Unternehmen eingeführt. In den vorläufigen Ergebnissen der Einzelhandelsstatistik, die mit der Pressemitteilung 270/2010 vom 30. Juli 2010 bekannt gegeben wurden, war der neue Berichtskreis nur für den Monat Juni 2010 berücksichtigt. Nunmehr liegen Einzelhandelsergebnisse aus diesem neuen Kreis der befragten Unternehmen rückwirkend bis Januar 2009 vor. Daraus ergeben sich Änderungen in den bisher veröffentlichten Daten.

Danach lag der Umsatz im Einzelhandel in Deutschland im Juni 2010 nominal um 5,3% und real um 4,7% höher als im Juni 2009. Die vorläufigen Ergebnisse in der Pressemeldung vom 30. Juli 2010 wiesen ein Plus von 3,8% nominal und 3,1% real gegenüber dem Vorjahresmonat nach. Im Vergleich zum Mai 2010 sank der Umsatz im Juni 2010 unter Berücksichtigung von Saison- und Kalendereffekten nominal um 0,5% und real um 0,3%.

Im ersten Halbjahr 2010 wurde nach den neuen Ergebnissen im Einzelhandel nominal 1,8% und real 0,9% mehr als im ersten Halbjahr 2009 umgesetzt. Laut vorläufigem Ergebnis vom 30. Juli 2010 waren es nominal + 0,5% und real – 0,4%.

Sehr seltsam. Dank neuer Messmethode steigen die Einzelhandelsumsätze. Damit ist auch klar, warum das statistische Bundesamt in der Vorabmeldung zum Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal 2010 davon spricht, dass auch die privaten und staatlichen Konsumausgaben zum Wachstum des BIP beitrugen. Wenn man die Messmethode entsprechend ändert, kann das natürlich hinkommen. Aber mit der Messmethode ändert sich auch der Schätzanteil von durchschnittlich 17,3 Prozent auf 25,1 Prozent für den Monat Juni. Also wurde geschätzt mehr umgesetzt. Tolle Sache.

Am 24. August wissen wir jedenfalls mehr über die Zusammensetzung des gefeierten „Rekordzuwachses“ beim Bruttoinlandsprodukt. Dann will das statistische Bundesamt ausführliche Ergebnisse für das zweite Quartal bekanntgeben.

http://tautenhahn.blog.de

119 worte zum zeitunglesen allgemein!

statistik_lesegewohnheiten_zeitung_nach_alter

irgendwie hat mir diese sache mit den rauchersieg-schlagzeilen keine ruhe gelassen. (link zum urprünglichen artikel) also habe ich mal ein wenig im netz gestöbert und… bin auf eine intressante statistik gestossen. demnach lag ich mit meiner einschätzung gar nicht so falsch. ein nicht zu verkennender  anteil der bevölkerung gibt zu, das er zeitungen nur durchblättert und häufig nur die schlagzeilen liest…

link zur anzeige dieser statistik bei statista.de

beachten sollte man beim lesen dieser statistik, das die vermeintlich größere gruppe der vermeintlichen „allesleser“ auch diejenigen beeinhaltet, die keine angabe machten oder es nicht wissen… was sie lesen. hmm. naja, wahrscheinlich müssen die so eine frage stellen.

wie dem auch sei – so können natürlich „triumphe“ von 22,99 % über 14,71 % der bevölkerung „gefeiert“ werden!

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