Staatsbankrott

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Deutschland – das gebrochene Land … und das Ende seiner Linken im wahren Kampf der Kulturen

Dienstag, 23.1.2018. Eifel. Ja, liebe Leser: ich bin erkannt worden. Wird also Zeit, sich zu verabschieden. Hat keinen Sinn mehr, sich zu verstecken: die Polizei ist mir auf die Schliche gekommen. Und die SPD. In Gestalt eines angeblichen Kriminalkommissars mit erstaunlich niedrigem sozialen Niveau (jedenfalls beleidigt er alle, die nicht seiner Meinung sind und unterstellt denen allen ungeheuerliches), der – ebenfalls angeblich – immer SPD wählt. Mal zuhören? Bitte, hier, ein Originalzitat auf Facebook:

„Ach Eifelphilosoph. Ich denke, du bist intelligent genug, um zu sehen, was hier läuft. Ich unterstelle nichts, in analysiere. Und ich sehe, dass du diffamierst. Du bist erkannt. Du bist ein Verführer, der dieses Land schlecht macht. Und die, die deinen wahren Charakter sehen. In falschem Gewand unterwegs. Das ist verwerflich. Du weißt es, ich weiß es, und du weißt, dass ich es weiß…“

Nun – ich weiß zwar nicht, was er weiß, aber das Land, in dem wir alle gut und gerne leben schlecht zu machen, jenes beste Deutschland aller Zeiten, über das wir uns alle so freuen – das geht ja in der Tat gar nicht. Wo kämen wir dahin? Wir haben steigende Obdachlosenzahlen, steigende Armut, verdienen uns dumm und dämlich an Rüstungsexporten (bei denen unsere Konzerne auch gerne mal tricksen, um Bombenfabriken auch dorthin liefern zu können, wo es per Gesetz verboten ist – siehe Tagesschau), dem dem Export von „Sondermüll auf vier Rädern“ (siehe Spiegel), erlauben uns einen Pflegenotstand wie ein Dritte-Welt-Land, leiden unter zerfallenden Schulen und maroden Brücken – alles doch ein Grund zur Freude. Wir wissen noch nicht mal, wie wir in Zukunft die Pensionen der Beamten bezahlen sollen, die so sicher im Fleischtopf der Steuerzahler baden: schon 2013 haben ihre Pensionen die Höhe von fast einer halben Billion Euro erreicht (siehe Focus):

„Die prognostizierten Kosten der Altersversorgung der Staatsdiener lagen Ende 2013 bei 487,1 Milliarden Euro. Das sind 21,7 Milliarden Euro mehr als im Jahr zuvor. Damals kostete die Altersversorgung der Bundesbeamten noch 465,4 Milliarden Euro.“

Aktuell liegt die echte Staatsverschuldung schon bei 161 Prozent, läuft alles so weiter, wird sie 2060 200 Prozent erreichen (siehe Focus) – echte Staatsverschuldung sind halt alle unsere jetzigen Schulden plus die, die noch gemacht werden müssen, um die Zahlungsversprechen der Regierung einhalten zu können. Ein tolles Land – in dem wir auf Pump super leben, während an der Spitze der Einkommen immer neue Rekordgewinne gemacht werden … die auch leider nur rechnerisch vorhanden sind und sich jederzeit in Luft auflösen können, wenn der Aktienmarkt mal wieder zusammenbricht – und nicht wieder anspringt, weil es einfach diesmal der letzte Crash war.

Oh – ich mache das Land schon wieder schlecht. Ich merke: ich kann gar nicht anders, mag Fakten immer noch mehr als Parolen. Ist ja auch schlimm, wenn einem außer Parolen nichts mehr einfällt. Das Faszinierende ist: ich kann diese Fakten im Alltag mit Linken besprechen, mit Christdemokraten, mit Mitgliedern der Grünen und Anhängern der FDP – sie können sie alle erkennen. Das Hartz IV ein gefährliches Monstrum ist, das unserer Republik ein außerordentlich häßliches Gesicht gibt: da finde ich an der Basis breite Zustimmung. Dass Staat und seine Diener inzwischen Werkzeug einer offen auftretenden Plutonomie sind und ihre Kreditwürdigkeit verlieren, wenn sie ihre Anordnungen der transatlantischen Räuberbanden nicht folgen: alles weithin bekannt, dass Wirtschaft nicht mehr Diener der Gemeinschaft ist, sondern ihr neuer Feudalherr, der seine Macht ständig ausbauen will: kein Problem, da einen Konsenz zu finden. Das sollte auch nicht wundern: unter der gigantischen Macht der Kapitalballungen aus den USA (und wieder der Sicherheitshinweis: die sind nicht jüdisch) leiden Unternehmer wie Arbeitslose, der Preisdruck der großen Handelskonzerne trifft alle Anbieter gleichermaßen, die großen Autokonzerne, die sich – wie unlängst in Deutschland und den USA aufgedeckt – bewegen sich gerne und selbstverständlich außerhalb der Legalität, die großen Banken plündern Staatskassen mit wachsender Begeisterung auf übelste Art und Weise, aktuell geht man von 31,8 Milliarden Euro aus, die so auf betrügerischem Weg erbeutet wurden (siehe Tagesschau) – und das mag nur die Spitze des Eisbergs sein … und nur einer von möglicherweise vielen „Tricksereien“, die sich die Herren mit Porsche und Maßanzug so gönnen. Ja: klaue ich eine Pfandflasche aus dem Altglascontainer, bin ich ein Dieb, werde mit der ganzen Strenge des Gesetzes verfolgt (ja – da denke ich gerade an meinen SPD-Kommentator) – klauen die Milliarden, sind sie schlaue Trickser. So geht Großraub im Feudalstaat: der Dieb wird noch durch Worte geadelt und ob seiner Pfiffigkeit gelobt.

Ebenso findet man eine breite Zustimmung dazu, dass das Geldschöpfungsmonopol der Banken ein absolutes wirtschaftliches Unding ist: die schaffen Geld aus dem Nichts (eigentlich alt bekannt, hier aber nochmal ein Zitat aus der Zeit):

„Wir haben nach wie vor die Vorstellung, dass Banken das Geld von Sparern einsammeln und dann gegen Zinsen ausleihen an Kreditnehmer. Diese Vorstellung aber ist in unserem heutigen Bankensystem grundlegend falsch. Geld wird geschaffen über Kreditvergabe. Wenn eine Bank entscheidet, dass ein Kunde kreditwürdig ist und ihm das Geld auf seinem Konto gutschreibt, dann steigt in diesem Moment auch die Geldmenge an. Das heißt, die Bank schafft neues Geld.“

Interessant, spannend und sehr bedrohlich ist jedoch die Art und Weise, wie Banken derzeit mit dem Geld umgehen:

„Die EZB schafft es nicht, die Banken zu mehr Krediten an Unternehmen zu bewegen, um so die Realwirtschaft zu stützen. Stattdessen werden mehr Immobilienkredite vergeben. Trotz der Unmengen an Zentralbankengeld, das den Banken durch Wertpapierkäufe zur Verfügung gestellt wird, gelingt es der EZB kaum, die Kreditvergabe und damit die Wirtschaft in Europa anzukurbeln.“

Das dies Wahnsinn ist, ist bekannt. Bitcoinmärkte, Aktienmärkte und Immobilienmärkte sind Glücksspielmärkte, das weiß jeder, der mal dort Geld in Massen verloren hat. Der Traum vom ewig wachsenden Immobilienmarkt hatte schon die letzte US-Krise ausgelöst – wir machen trotzdem fleißig weiter mit, weil die Trickser an diesen Märkten gut Geld verdienen können … allen Warnungen zum Trotz (siehe Süddeutsche):

„Die Bundesbank hatte bereits im November 2017 schon mal sicherheitshalber Investoren und Hausbauer davor gewarnt, allzu sorglos zu sein: „Je länger Boomphasen anhalten, desto größer die Neigung, diese in die Zukunft fortzuschreiben“, sagt die Vizepräsidentin der Bundesbank, Claudia Buch.“

Natürlich sieht man noch keine Anzeichen für eine Immobilienblase – die hatte man in den USA bis zum Schluss auch nicht gesehen. Wer würde auch schon gerne persönlich die Verantwortung übernehmen, den Tricksern das Tricksen zu vermiesen – auch die Bombenfabriken werden ja munter weiter exportiert. Und: es gibt auch aktuell Entwicklungen, die uns vor dem Staatsbankrott durch Beamtenpensionen schützen werden (siehe Focus):

„Das Bundesverfassungsgericht prüft eine Reform der Grundsteuer. Der Ausgang des Prozesses könnte nahezu jeden in Deutschland betreffen: Immobilienbesitzer zahlen selbst, Vermieter können die Steuer auf ihre Mieter umlegen.“

Da kommen Kosten auf uns zu, die sich gewaschen haben. Es trifft vor allem wieder die (relativ) Armen – also jene, die sich mit Ach´ und Krach ein Eigenheim gönnen konnten … aber kein Mehrfamilienhaus, wo der Mieter die Gebühren zahlt (und wenn der nicht kann eben der Staat – über Wohngeld und Hartz IV): wir reden hier von Steigerungen von bis zu 5000 (in Worten: fünftausend) Prozent.

Gesamtgesellschaftlich sind wir in Deutschland wieder auf dem Niveau von 1913 angekommen – was Besitz und Einkommen angeht (siehe Handelsblatt):

Überall sichert sich das reichste eine Prozent einen großen Teil des Nationaleinkommens. Der ärmere Teil der Bevölkerung profitiert zwar auch vom Wachstum; aber bei der Verteilung des Wohlstandsgewinns fällt er immer weiter zurück – auch in Deutschland. Die reichsten zehn Prozent besitzen inzwischen wieder 40 Prozent des Nationaleinkommens – wie schon 1913. Der Anteil der ärmsten 50 Prozent am Nationaleinkommen halbierte sich dagegen von einem Drittel in den 1960er-Jahren auf nur mehr 17 Prozent. In Europa zählt Deutschland damit zu den Ländern mit hoher Ungleichheit.

Wir sind hier in einer Tradition, die schon in der NS-Zeit aufblühte (vielleicht mal für AfD-Fans interessant):

„Auch die Vorstellung, dass die Nazis eine Art sozialistische Politik verfolgt hätten, widerlegt Bartels: „In den ersten Jahren unter Hitler stiegen die Spitzeneinkommen rasant an“, stellt sie fest. Der Anteil des reichsten einen Prozents am Volkseinkommen stieg von elf Prozent im Jahr 1933 auf 17 Prozent im Jahr 1938 – „was kaum zur anfänglichen Anti-Kapitalismus-Propaganda der Nationalsozialisten passt“, so Bartels. Große Firmen mit Beziehungen zu den Nazis profitierten demnach nachweislich stark vom Aufschwung durch Autobahnbau und Aufrüstung.“

Die Schlussfolgerungen aus den Datenanalysen sind brisant – und für jeden nachvollziehbar:

„Für Deutschland verlangt Bartels zusätzlich, dass untere Einkommensgruppen an der Unternehmensrendite stärker teilhaben müssten.“

Das macht auch Sinn. Ist schon bekannt seit dem der Nobelpreisträger Joseph Stieglitz sein Werk „Im freien Fall – Vom Versagen der Märkte zur Neuordnung der Weltwirschaft“ schrieb: Geld, dass der Staat an untere Einkommensgruppen vergibt, hat eine wesentlich höhere Wertschöpfung als Geld, dass den oberen Einkommensgruppen zur Verfügung gestellt wird (wir berichteten). Dieser Satz beweist sich auch immer wieder, ganz aktuell bei den Zuwendungen an Flüchtlinge in Deutschland (siehe Handelsblatt):

Angetrieben von zusätzlichen Ausgaben für die Bewältigung des Flüchtlingszustroms und niedrigen Zinsen hat die deutsche Wirtschaft ihr Wachstum im abgelaufenen Jahr nochmals gesteigert. Das Bruttoinlandsprodukt legte 2016 das dritte Jahr in Folge auf inflationsbereinigte 1, 9 Prozent zu. Das meldete das Statistische Bundesamt Destatis am Donnerstag. Zum Vergleich: Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre fiel das Wirtschaftswachstum mit 1,4 Prozent einen halben Prozentpunkt geringer aus. 2015 war die Wirtschaft um 1,7 Prozent gewachsen.

Der Grund ist immer und überall der Gleiche: Arme geben das Geld aus, Reiche horten es, lassen es sich „selbst vermehren“ (was es gar nicht kann – es sein denn, man „trickst“) schaffen es ins Ausland, geben es in Riesenfonds, die gewinnträchtig die Realwirtschaft zerschlagen (der die Banken wohl deshalb auch lieber keine Kredite geben: der nächste Hedgefond könnte schon zwei Tage später das Unternehmen kaufen und gewinnbringend zerschlagen). Das Geld, das die Armen ausgeben, ist ein Gewinn für die ganze Wirtschaft – die teueren neuen Mietwohnungen jedoch, die das Preisviveau ganzer Segmente ändern, entziehen Handwerk und Einzelhandel (und den Gemeinden) die dringend benötigten Tauschmittel. Versteht man an der Basis aller Parteien (außer vielleicht der SPD), weil man es da ja Tag für Tag miterlebt.

Dort versteht man auch, warum in Deutschland inzwischen 45 Superreiche soviel besitzen wie die Hälfte der Bevölkerung (siehe Spiegel), der komplett versagende Markt baut sich seine eigenen Pharaonen, ändern wir an dem Prozess nichts, landen wir nicht nur im Kaiserreich des Jahres 2013 – wo wir jetzt schon sind – sondern in Zeiten weit vor Christi Geburt, wo eine ganz andere Ethik den Ton angab – eine Ethik, die wir auch heute schon erkennen (siehe Sibylle Berg im Spiegel):

„Die Qualität einer Gesellschaft zeigt sich in ihrem Umgang mit ihren schwächeren Mitgliedern. Also mit fast allen, die nicht über ein paar Millionen verfügen. Also mit uns, die wir morgen auf der Straße landen können, wegen einer zu langen Krankheit, einer Entlassung oder anderweitigem Elend. Fast überall herrscht heute der seltsame Glaube an den Sieg der Fittesten. Und der Hass auf Gefallene, auf Schwache und Kranke ist bei vielen die Angst vor dem eigenen Zusammenbruch.“

Wir verlassen das christliche Zeitalter nach 2000 Jahren – und sind auf dem Weg in ein neues, ein antichristliches Zeitalter. In fünfhundert Jahren werden dann auch die letzten merken, welcher geistiger Impuls da fehlt – und welche Auswirkungen das hat. Die Auswirkungen sehen wir jetzt schon praktisch (siehe rp-online):

„Das Angebot kam zur richtigen Zeit – nämlich mit dem Einzug der Kälte. Die Düsseldorfer Firma „Gerken Raumsysteme“ hat der Initiative „Grevenbroich packt an – Warm durch die Nacht“ vier komplett ausgestattete Wohncontainer kostenlos angeboten. Dort sollten Obdachlose – vorzugsweise mit Hund – bis zum nächsten Frühjahr eine warme Schlafstätte finden. „Daran waren wir sehr interessiert“, sagt Josy Houben-Arndt, Mitgründerin der ehrenamtlichen Hilfsinitiative, die regelmäßig bis zu 40 Obdachlose betreut. Doch die Stadt spielte nicht mit – kein Einzelfall.“

Das Deutschland, in dem wir gut und gerne leben – und noch viel besser leben könnten, hätte nicht eine gewisse grausame Philosophie Einzug gehalten. Wir merken hier auch, dass die alten Schemata „links“ – und „rechts“ nicht greifen: „rechte“ Unternehmer (in klassischer linker Deutung) helfen „linken“ Aktivisten (den nach Gerechtigkeit dürstenden) … und der Staat zerschlägt die Allianz … obwohl er dabei Menschenleben riskiert. Ist übrigens in Griechenland ähnlich: linke Regierung schützen nicht vor sadistischer Politik.

Darf ich jetzt mal fragen, warum wir bei solchen Allianzen Staat überhaupt noch brauchen? Darf ich auch mal fragen, wieso wir für vielleicht bald 2 Millionen Pensionäre bald 500 Milliarden Euro ausgeben müssen: also 250 000 Euro im Jahr pro Person – während der Normrentner mit 10000 Euro im Jahr auskommen darf?

Nein – diese Fragen darf man nicht stellen – „man macht das Land schlecht“. Vor allem aus dem Kreis der reichen Pensionäre – und jener mit diesem Zukunftsanspruch – darf man mit heftigsten Widerständen rechnen. Wir können aber langsam auch erahnen, wer dieses „wir“ ist, das in diesem Land „gut und gerne lebt“ – und auf ewig SPD und CDU wählen wird. Die zahlen gut.

Wie gesagt: an der Basis vor Ort gibt es keine Probleme, solche revolutionären Informationen mit ganz normalen Menschen aus allen Parteien zu besprechen (nun: in der SPD fand ich vor Ort echt noch keinen).

Die Zustimmung der Basis endet jedoch … wenn es öffentlich wird und wenn man an die Spitze der Parteien geht. Sicher: ein großes, breites Bündnis für mehr Gerechtigkeit im Land, für Planungssicherheit, für rationales, schuldenfreies Wirtschaften ließe sich schnell denken – aber nie etablieren. Und das es so ist, wird auch gezielt gefördert. Ganz öffentlich – wir merken es nur nicht.

Und hier kommen wir in den Bereich der Philosophie … der inzwischen so weit geschwächt ist, das man schon seit hundert Jahren vom Tod der Philosophie spricht (aber auch nur hinter vorgehaltender Hand – und nur unter jenen, die sich noch daran erinnern konnten, dass Philosophie die Kunst war, aus vielen Einzelteilen ein sinnvolles Ganzes zu konstruieren – das nie „wahr“ sein konnte, sich aber beständig der Wahrheit annähern wollte … trotz aller rasanten Veränderungen der Neuzeit).

Wir kommen hier in Bereiche, die uns alle Entwicklungen der Gegenwart erklären – die aber kaum einer zur Kenntnis nehmen will. In der deutschen Nachrichtenwelt (die zudem von vielen Häßlichkeiten geprägt ist – siehe die Analyse meines geschätzten Kollegen Parkwächters im Nachrichtenspiegel) finden wir so gut wie gar nichts dazu – die Russen dürfen hier mehr Ehrlichkeit wagen (siehe rt-deutsch):

„Ein mittlerweile öffentlich zugänglicher Bericht der CIA aus dem Jahr 1985 belegt das große Interesse der CIA an so genannten poststrukturalistischen Denkern wie Michel Foucault, Jacque Lacan und Rolandes Barthes. Das Missionsziel: die Spaltung der Linken.“

Für Philosophen – eine wertvolle Erkenntnis, jedoch nicht ohne dass wir sie zu den Fouccaultschen Wurzeln zurückverfolgen: den irren Lehren des Marquis de Sade:

„“Alle Menschen“ sagt er, „werden vereinzelt, neidisch, grausam und despotisch geboren; sie wollen alles haben und nichts anderen überlassen“. Die Natur, unterstreicht de Sade, will uns als Interessierte, vor allem als Egoisten, die Macht ausüben, sei es körperliche Kraft von gestern oder finanzielle Stärke von heute, die Starken werden die Reichen, die Schwachen die Armen, Selbstsucht, so erklärt er, ist das erste Gesetz der Natur. Der Wolf frisst das Lamm, ohne dass die Natur protestiert, warum also sollten wir es tun? „Gewöhnen wir uns also an das Böse“ rät er uns.“ (aus: Guido Giacomo Preparata, die Ideologie der Tyrannei, Duncker und Humblott 2015, Seite 55)

Ja – der Wolf – ganz real wieder in Deutschland … und hat vielleicht schon mehr Menschen gefressen, als den Wolfslovern lieb ist (siehe Wölfe in Deutschland):

Im Rahmen der Debatte über den Wolf habe ich ein Zitat gefunden, dass besser als alles beschreibt, welche Verheerungen die neue, antichristliche Philosophie mitlerweile produziert (siehe Leserbrief bei BR):

„Ich denke, wir brauchen noch wesentlich mehr Wölfe in Deutschland. Nur so können wir das ökologische Gleichgewicht wieder herstellen. Die Wildschweine und die Rehe sollten ruhig mal wieder lernen wegzulaufen und ihren natürlichen Fluchttrieb auszuleben. Das ist dann auch ganz natürlich, dass von denen auch mal ein paar zerfleischt werden.
Mit Wölfen im Wald macht das Wandern auch wieder mehr Spaß. Es ist ja ein Nervenkitzel wenn man weiß, dass um einen herum auch mal ein paar Wölfen schleichen könnten. Die tun den Menschen sowieso nichts. Und wenn doch mal ein Mensch gefressen wird: Es gibt ja dann trotzdem noch mehr Menschen als Wölfe. Und der Mensch ist dem Menschen der schlimmste Wolf, oder?“

Deutschland – ein Land in dem Bürger Menschen Wölfen zum Fraß vorwerfen wollen – aus Spaß … also wegen „Nervenkitzel“. Das alte Rom ist wieder da. Christus starb umsonst am Kreuz – eine neue Welt erwacht.

Und die „Linke“? Was ist sie eigentlich? Vom Ursprung her?

Die, die Gerechtigkeit für ein höhers Gut halten als die Rendite der Starken. Die, die wissen, dass der Spruch „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ Leitfaden für alle Gerechtigkeit jenseits des Marquis de Sade ist – und das uns kooperative Arbeitsteilung zu dem gemacht hat, was wir sind – und nicht hemmungsloser Egoismus des Einzelnen … der für die Jugend noch verführerisch sein mag – aber nur, bis das Alter auch sie bricht.

Doch heute: sind all´ diese – unter ganz konkretem Einfluss der Philosophie der amerikanischen Poststrukturalisten (von denen die wenigsten Linken auch überhaupt nur wissen dürften) – heillos aufgespalten.

Was würde denn geschehen, wenn heute jemand aufstehen und seine Fahne in den Boden rammen würde für einen weltweiten Kreuzzug für Gerechtigkeit und Frieden? „Querfront“ – würde es aus den selbstgerechten Inselchen linker Kultur ertönen, wenn auch nur eine ungeliebte Person seinen Reden lauschen würde; er würde ins Kreuzfeuer genommen werden: wie sieht es denn mit seiner Ernährung aus, ist er denn auch Veganer? Wie steht er zur Flüchtlingspolitik der Angela Merkel – wagt er zu widersprechen? Hat er auch Marx gelesen und verachtet jeden Unternehmer? Bezog er jemals selbst Hartz IV – oder hat er genug eigenes Geld … beides ein Grund zur Verachtung. Wie sieht es aus mit seiner Position zu Palästina, wie zur Adoption von Kindern durch homosexuelle Ehepaare, wie steht er zu der Theorie vom menschengemachten Klimawandel? Wagt er es, die offizielle Version der US-Regierung von nine-eleven in Frage zu stellen? Glaubt er etwa daran, dass gesellschaftliche Prozesse von reichen Individuen und Geheimdiensten gesteuert werden können? Teilt der die Mär von der Plutonomie – jener Wirtschaft der Reichen für Reiche? Was sagt er zu Diesel in Innenstädten? Hält er auch die Überbevölkerung für die Wurzel allen Übels – und ist gleichzeitig für eine gezielte Einwanderungspolitik in eins der am dichtesten bevölkerten Länder der Erde? Kennt er auch alle 162 Geschlechter bei Facebook auswendig? Wie steht er zum Vogelsteben bei Windkraftanlage – und zur Rückkehr des Wolfes in deutsche Siedlungen? Befleissigt er sich auch allen Formen des feministischen Sprachcodes? Bekennt er sich auch öffentlich zur absoluten Boshaftigkeit des russischen Staatspräsidenten – und zur absoluten Boshaftigkeit des US-Präsidenten? Steht nur zu hoffen, dass er strikt gegen Religion und Kirche ist, für Abtreibung und Prostitution.

Man könnte diese Themen noch endlos fortführen – jeder Linke kennt sie zur genüge. „Spiel den Mann, nicht den Ball“ ist das Motto unserer Vorkämpfer für Gerechtigkeit, die – genau genommen – nur die begeistertsten Fans der CIA-Doktrin der Spaltung sind (ohne sie zu kennen – dafür braucht man Bildung – und nicht nur Meinung) und diese bis ins letzte Detail perfekt durchführen. Einige bekommen nach erfolgreicher Spaltung größerer Gruppen sogar eine Firma geschenkt – oder ein Schloss (hierzu – mal später mehr, die Recherchen laufen noch und wir wollen niemanden verscheuchen, der gerade öffentlich damit angibt). Und Pöstchen gibt es reichlich.

Nun – das alles betrifft nicht nur Deutschland. Es schwappt einfach vom Großen Bruder herüber – weltweit. Nur: Sie und ich wohnen halt gerade hier – da kann man es am deutlichsten demonstrieren … erkennen, dass wir in einem gebrochenen Land leben, ohne Utopien, ohne Visionen, ohne Kampfgeist und Erneuerungsplänen … aber mit Riesenrechnungen, die wir nie mehr bezahlen können. Und jenes gesellschaftliche Element, das wir einst zur Aufrechterhaltung des Gleichgewichts zwischen den beharrenden und den verändernden Kräften dringend brauchten … ist tot wie die Philosophie. Die krähen noch laut – nur bewirken sie nichts … jedenfalls nichts, was der Menschheit Zukunft geben könnte. Aber … sie streben in Massen nach Pöstchen, die sie selbst vor dem real gelebten Elend retten können – ganz nach Anweisung des Weltbildes des Marquis de Sade, dass uns täglich in hunderten von Krimis nahe gebracht wird: allein die öffentlich rechtlichen Medien hauen uns pro Woche 40 Morde um die Ohren (siehe Deutschlandfunk) – macht 2000 im Jahr. Reale Morde 2017: 373 (siehe Statista). In den USA – ist es noch übler (siehe Arbeitsblätter/stangel-taller.at):

„Ein Durchschnittsschüler in den USA hat nach Abschluss der Highschool (das heißt nach zwölf Schuljahren) etwa 13 000 Stunden in der Schule verbracht – und 25 000 Stunden vor dem Fernsehapparat. Er hat 32 000 Morde und 40 000 versuchte Morde gesehen sowie 200 000 Gewalttaten. Der Täter kommt in 73 Prozent der Fälle ungestraft davon, in mehr als der Hälfte (58 Prozent) der Fälle tut die Gewalt nicht weh, und in nur vier Prozent aller Gewaltakte werden gewaltlose Alternativen der Problemlösung aufgezeigt.“

Und so werden wir Tag für Tag für das Weltbild des Marquis de Sade bereit gemacht und erzogen – dem immer mehr Menschen folgen. Sadismus kontra Nächstenliebe – das große Thema dieser Zeit, der wahre große Kampf der Kulturen. Vom Grundzug: eher eine Philosophie für Reiche, Superreiche und ihre Funktionselite, die ihre Taten so endlich durch Naturrecht legitimiert sehen. Vielleicht muss man seine Zugehörigkeit zu diesen Kreisen ja wirklich durch besonders widerliche Taten an Kindern glaubhaft machen, bevor man in sie aufgenommen wird und die nötigen Kredite bekommt, um Aktienmärkte manipulieren und Staaten ausnehmen zu können – da bin ich mir noch nicht ganz sicher, aber es wäre plausibel.

Wer immer eine neue Bewegung ins Leben rufen will, sollte sich mit diesen geisteswissenschaftlichen Strömungen auseinandersetzen und sich vergegenwärtigen, wie tief der Bruch in diesem Land ist, einem Land, in dem man sich in seiner Wohnung verschanzt, weil draußen der böse Mensch lauert – von dem die Medien zwischen den Werbepausen kontinuierlich erzählen, während sie Dinge präsentieren, die uns trotz (halbwegs) freiwilliger Isolationshaft glücklich machen sollen: Weichspüler, Zahnpasta oder feuchtes Toilettenpapier.

Dann aber – kann das neue, dunkle Zeitalter noch abgewendet werden. Menschen – sind in Wirklichkeit keine Wölfe, sondern herzensgute, hilfsbereite, hochintelligente soziale Wesen. Noch viel sozialer als der Wolf … den die Wolfslover seltsamerweise wegen seines Sozialverhaltens der eigenen Art gegenüber schätzen und ganz vergessen, dass dieser Maßstab aus ihren eigenen Vorstellungen entspringt … denen des „bösen“ Menschen also.

PS. ist wieder etwas lang geworden, dieser kleine Aufsatz, die wieder viel zu unvollständig ist. Jedoch hat er ein anderes Ziel als nur hier gelesen zu werden: er soll einer Politikerin helfen, Argumente für eine neue soziale Bewegung jenseits der „Linken“ zu diskutieren und ihr bei dem ersten Treffen der Arbeitsgruppe helfen. Da – braucht man schon ein paar Fakten. Ein Fakt fehlt jedoch – er passte nicht in den fließenden Text: das Versagen unserer Wirtschaftstheorien bezüglich der Inflation – die kommen müsste aber ausbleibt (siehe FAZ). Doch keine Sorge: unter dem Artikel folgt gleich ein weiterer, der belegt, dass die Inflation ganz fürchterlich da ist (siehe FAZ): unsere täglichen Schnipsel halt … die uns ruhig halten sollen … und irre machen, damit wir nicht zueinander finde.

Wie Deutschland trotz Arbeit verarmt, während Wirtschaft und Politik jubeln

Wie Deutschland trotz Arbeit verarmt, während Wirtschaft und Politik jubeln

Mittwoch, 30.10.2013. Eifel. Momentan überschlagen sich die Entwicklungen – viel zu viel für einen armen kleinen Blogger. Erst recht, weil die Informationsfreiheit in diesem Land auf recht elegante Art untergraben wird. Nehmen wir das führende Online-Magazin – den Spiegel. Heute erfahren wir, dass Deutschland erstmal 42 Millionen Erwerbstätige hat – Grund dafür sei der Aufschwung. Falsch, sage ich. Grund dafür ist der Eingriff des Staates in den Arbeitsmarkt durch Hartz IV und die Einführung der indirekten Arbeitspflicht: „Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen“. Wer arbeitet, kriegt also Essen. Von Lohn ist da nicht die Rede, das ist die Beschäftigungsphilosophie für Sklaven (die ohne Essen auch nicht lange arbeiten können) – und das merken die 42 Millionen Erwerbstätigen. In den letzten Monaten sind wir nun überschüttet worden mit guten Nachrichten zu Binnenkonsum und Inlandsnachfrage.  Alles Lüge, aber geschickt verpackt.

In der Tat sieht es gut aus, wenn man die nackten Zahlen anschaut: Im Jahr 2000 lag der Umsatz im Einzelhandel noch bei 411 Milliarden Euro, 2013 wird er (REKORD!) bei 432 Milliarden Euro liegen – er ist also innerhalb von 13 Jahren um 21 Milliarden Euro gestiegen (siehe Statista)

Das ist ein Anstieg um 5,1 % in dreizehn Jahren, gemessen an Euro-Umsätzen – also an reinen Preisen.

Ich weiß, ich langweile mit meinen Zahlenkolonnen – aber ich bin ja nicht zur Unterhaltung hier. 5,1% in dreizehn Jahren macht einen Anstieg von 0,39 % pro Jahr.

Jetzt verliert aber das Geld jedes Jahr seinen Wert – mal mehr, mal weniger. Nur in einem Jahr war die Geldentwertung geringer als der Umsatzanstieg im Einzelhandel – das war 2009.

Ansonsten kann man davon ausgehen, dass einem Anstieg des Umsatzes in Euro von 5,1 % eine Inflationsrate von weit über 20% (seit 2000, siehe Statista) entspricht – grob gepeilt.

Praktisch sieht das dann so aus, siehe destasis:

Ein Haushalt, der zum Beispiel im Dezember 2001 Waren und Dienstleistungen im
Wert von 2 000 Euro kaufte, musste ein Jahr später 23 Euro mehr ausgeben, um die
gleichen Güter wie im Dezember 2001 erstehen zu können. Und die Zusatzbelastung
steigt von Jahr zu Jahr. Im Dezember 2003 waren es schon monatlich 44 Euro zusätz­
lich und im November 2011 schließlich musste der Haushalt 332 Euro mehr aufwen­
den, um die Güter des Warenkorbs von Dezember 2001 kaufen zu können.

Das sind satte 16,6 % Preissteigerung (hier in einem kürzeren Zeitraum) – dementgegen stehen aber nur 5,1 % Gesamtwachstum.

Was heißt das fürs Volk?

Das hat 10-15% weniger WARE im HAUSHALT – also das, was BINNENKONSUM eigentlich für den KUNDEN bedeutet. Wir geben ja – Überraschung! – nicht Geld aus, um abstrakte Zahlen zu produzieren, sondern um Waren zum Überleben zu kaufen – und um uns kleine Belohnungen für unseren intensiven Arbeitseinsatz zu gönnen.

Diese realen, erlebbaren und fassbaren Belohnungen schrumpften in 13 Jahren um 15 %.

Mal einfach formuliert: geht die Entwicklung nochmal 26 Jahre so weiter, ist nur noch die Hälfte im Kühlschrank, ein Auto kann sich kaum noch einer leisten und auch die neuesten Produkte der Unterhaltungsindustrie werden unerschwinglich werden, dafür arbeiten aber alle Deutschen 60 Stunden die Woche bis zum 80. Lebensjahr (auch hier mal schon geäußerte Vorschläge der „Wirtschaft“ in die Tat umgesetzt). Das wird auch nicht anders gehen – aber greifen wir mal den weiteren Betrachtungen nicht vor.

Erstmal: wie blöd muss man sein, um das als Erfolgsgeschichte der deutschen Wirtschaft zu schlucken?

Ziemlich doof.

„Lügen mit Zahlen“ wird immer einfacher, je weniger die Menschen nachdenken. Unsere Zukunft aber – die wird immer dunkler, denn: je weniger man selber denkt, umso mehr denken andere für einen.

Blicken wir kurz noch mal auf einen anderen Sektor: den Bund.

Der gab 2011 352 Milliarden Euro aus – nur knapp 12 % weniger als der gesamte Einzelhandel an Umsatz hatte. Der Staat allein könnte mit seinen Ausgaben fast den kompletten Markt leerkaufen (siehe offenerHaushalt):

131 Milliarden Euro davon gingen in den Bereich „Arbeit und Soziales“ – wurden also für Menschen ausgegeben, die mit ihren Steuerzahlungen den ganzen Betrieb überhaupt erst mal möglich machen. Völlig legitime Ausgaben also.  222 Milliarden wurden für etwas anderes ausgegeben.

Allein die FINANZVERWALTUNG verbrauchte 2011 62,3 MILLIARDEN EURO! (sofern die Quelle „Offener Haushalt“ richtig informiert ist – dafür spricht, dass es schon Bücher über die besonders teuer Form der Finanzverwaltung in Deutschland gibt). 

Das muss ein sehr reiches Land sein, dieses Deutschland, dass es solche Traumgehälter und Supermieten für seine Verwaltung zahlen kann.

Ist es aber nicht. Schaut man sich die Staatsverschuldung an, so liegt die im 1, Quartal 2013 bei 2150 Milliarden Euro – der ABSOLUTE EUROPÄISCHE SPITZENWERT!

Findet man bei Statista.

Nehmen wir mal Rumänien als Vergleich. Dieses Land gilt – so glaube ich – nicht als besonders reich. Mit 20 Millionen Einwohnern erreicht es ein Viertel der deutschen Bevölkerung. Seine Staatsverschuldung jedoch beträgt 52 Milliarden Euro. Ein VIERZIGSTEL. Und die halten wir für arm.

Dementsprechend auch die Verschuldung pro Kopf: 25 601 Euro in Deutschland gegenüber 2029 Euro in Rumänien (siehe z.B. KOW-Reflexionen).

Im Jahre 2000 betrug die Staatsverschuldung (bedingt durch die horrenden Kosten für die deutsche Einheit) 1,2 Billionen Euro (siehe Statista). 13 Jahre später ist sie um fast eine Billion auf 2,15 Billionen Euro angestiegen.

Waren das etwa die Arbeitslosen?

Die Kosten der Bundesanstalt für Arbeit beliefen sich im Jahre 200o auf 50 Milliarden Euro. Im ersten Quartal 2013 waren es noch 8,6 Milliarden Euro (siehe Statista). Scheint so, als würde das Arbeitslosengeld (nach Stieglitz die wirtschaftlich effektivste Form der staatlichen Wirtschaftsförderung) immer weniger Kosten verursachen. Allerdings stiegen die Ausgaben des Bundes für Arbeitslosigkeit von 14 Milliarden auf 32 Milliarden – ohne das auch nur ein Arbeitsloser einen Euro mehr davon gesehen hätte. Allein die „Aktive Arbeisförderung“ verursacht jährlich Mehrkosten von knapp 10 Milliarden Euro, gemessen seit 2005.  (siehe Sozialpolitik-aktuell – hier Ausgaben der Bundesagentur für Arbeit und des Bundes für Arbeitsmarktpolitik 2000-2010).

Wo aber bleibt der Rest?

33 Milliarden gehen zum Beispiel im Haushalt 2012 an die Grundsicherung für Arbeitslose. 86 Milliarden aus dem Budget Arbeit und Soziales gehen an … die Rentenversicherung (siehe Bundestag.de).

Trotz ständig steigender Rekordbeschäftigungen sank der Anteil der Lohnsteuer an der Finanzierung des Bundeshaushaltes von 35,7 % im Jahre 2000 auf 30,95 im Jahre 2012. 1987 waren es noch 41, 58%.

Die arbeiten zwar, verdienen aber nichts mehr, weshalb auch die staatlichen Zuschüsse zur Rentenkasse so gigantisch sind.

Dieses Land verarmt in Riesenschritten – aber nicht wegen der viel gescholtenen Arbeitslosen … noch wegen der Sozialleistungen insgesamt. Bei einer Steuerqu0te von fast 50 % (auch Arbeitslose zahlen von ihren schmalen Gehältern nochmal 19% Mehrwertsteuer an den Staat zurück) darf man von dem Staat auch mal was erwarten – wenn man in Not ist. Während aber die Zahl der Arbeitslosen ständig weiter sinkt (auch wenn die Menschen vor Ort dank Billiglöhnen nicht mehr viel davon haben), steigen die Verwaltungskosten für Hartz IV: 2010 lagen sie bei 4,4 Milliarden Euro, die Anzahl der Mitarbeiter stieg von 44000 auf 65000 (siehe Wiwo).

Doch das erklärt nicht die gigantische Staatsverschuldung – das Sinnbild für die verarmte Republik. Die kann man mit anderen Zahlen erklären siehe NRW.de:

Das Finanzministerium teilt mit:

„Jedes Jahr verlieren die Staaten der EU nach EU-Schätzungen rund eine Billion Euro durch Steuerhinterziehung und Steuervermeidung. Auf Deutschland bezogen sind das mehr als 160 Milliarden Euro“, sagte Finanzminister Norbert Walter-Borjans in der Brüsseler NRW-Landesvertretung am Montag.

160 Milliarden Euro im Jahr – macht in den Jahren 2000 – 2013?

2,08 Billionen Euro.

So werden die reich, die wir für die Steuerung und Organisation von Arbeitsprozessen bezahlen („Unternehmer“), weil wir ihnen direkten Zugriff auf die Geldflüsse erlauben anstatt – wie bei „Arbeitnehmern“ – das Geld sofort abzuführen.

Staat und Wirtschaft jubeln – bzw. lassen durch ihre Einflüsse über Parteibuch, Beziehungen und Werbeeinnahmen die Medien jubeln.

Jenseits des Jubels jedoch treibt uns eine kleine, geldgierige Lumpenelite in den totalen Staatsbankrott. Nicht, dass mir da noch mal jemand sagt, er hätte von all dem nichts gewusst.

 

 

Grundeinkommen rettet Europa – und sonst nichts.

Sonntag, 3.3.2013. Eifel. Ich war vorgestern zu einem Film eingeladen. "James Bond" - klassisches europäisches Kulturgut. Wie so oft, hat mich der Film nicht interessiert, sondern mehr die Bilder. War schon mal jemand in Shanghai? Ich nicht. Meine Firma hatte mich mal zu einer zweiwöchigen Chinareise eingeladen, aber da ich dafür den Urlaub mit meinen Kindern (zu Hause im Garten) hätte streichen müssen, habe ich lieber meine Entlassung riskiert und die Annahme der "Prämie" verweigert. War vielleicht blöde, weil ich so etwas sehr Wichtiges verpasst habe. Wirklich - schauen Sie sich den Film mal an - und die Bilder von Shanghai. Und dann vergleichen sie diese chinesische Provinzstadt mit unseren Städten ... ich garantiere, sie werden sich erschrecken. All unsere stolzen großen deutschen Städte sind im Vergleich zu dieser "Billigproduzentenmetropole" dreckige, dunkle Löcher. Da kann man Zukunft erleben, dort wird Zukunft gemacht. Und wie reagiert die deutsche Politik auf diesen Tatbestand? Immerhin gaukelt man uns doch vor, WIR seien die reiche Industrienation (fast so reich wie die USA). Wie kann es dann sein, das die armen Chinesen (und all die anderen "Billignäher) so wunderbare Paläste in ihren voll beleuchteten Städten haben, während uns noch nicht mal im dunkelsten Winter seit Beginn der Aufzeichnungen ein Licht aufgeht? Warum fragt sich keiner, wieso DIE so etwas haben und WIR nicht? Oder ist das Geheimnis vielleicht ... der Kommunismus, der jetzt locker am Westen vorbeizieht?

Sonntag, 3.3.2013. Eifel. Ich war vorgestern zu einem Film eingeladen. „James Bond“ – klassisches europäisches Kulturgut. Wie so oft, hat mich der Film nicht interessiert, sondern mehr die Bilder. War schon mal jemand in Shanghai? Ich nicht. Meine Firma hatte mich mal zu einer zweiwöchigen Chinareise eingeladen, aber da ich dafür den Urlaub mit meinen Kindern (zu Hause im Garten) hätte streichen müssen, habe ich lieber meine Entlassung riskiert und die Annahme der „Prämie“ verweigert. War vielleicht blöde, weil ich so etwas sehr Wichtiges verpasst habe. Wirklich – schauen Sie sich den Film mal an – und die Bilder von Shanghai. Und dann vergleichen sie diese chinesische Provinzstadt mit unseren Städten … ich garantiere, sie werden sich erschrecken. All unsere stolzen großen deutschen Städte sind im Vergleich zu dieser „Billigproduzentenmetropole“ dreckige, dunkle Löcher. Da kann man Zukunft erleben, dort wird Zukunft gemacht. Und wie reagiert die deutsche Politik auf diesen Tatbestand? Immerhin gaukelt man uns doch vor, WIR seien die reiche Industrienation (fast so reich wie die USA). Wie kann es dann sein, das die armen Chinesen (und all die anderen „Billignäher) so wunderbare Paläste in ihren voll beleuchteten Städten haben, während uns noch nicht mal im dunkelsten Winter seit Beginn der Aufzeichnungen ein Licht aufgeht? Warum fragt sich keiner, wieso DIE so etwas haben und WIR nicht? Oder ist das Geheimnis vielleicht … der Kommunismus, der jetzt locker am Westen vorbeizieht?

Der Wind, der in Europa weht, ist aber ein anderer. Hier bereitet man sich auf eine Zukunft vor, die Professor Gunter Dueck in seinem Werk Aufbruch kurz skizziert hat und seitdem in vielen Vorträgen in Deutschland immer weiter verbreitet: die Aufspaltung der Bevölkerung in eine winzig kleine Elite … und den riesengroßen Rest, dessen Arbeitskraft in einer vollautomatisierten Welt nichts mehr Wert ist – eine Entwicklung, die auch zunehmend die einst so gelobte „Dienstleistungsgesellschaft“ betrifft.

Vielleicht sollte man die Zukunft Deutschlands anhand eines Bildes von New Dehli illustrieren, welches ich mir von Georg Diez leihen möchte, siehe Spiegel:

Das Goethe Institut hatte Christopher Roth und mich hierhin eingeladen, eine Konferenz zum Thema „What happened 2081?“ zu veranstalten, und dauernd überfällt einen dann die Zukunft an unerwarteten Orten, beim Abendessen im touristischen Herzen der Riesenstadt, in der Metro auf Betonstelzen hoch über den Müllkippen und den mit Stacheldraht geschützten Gärten der Reichen hinweg, in der Auto-Rikscha, in der man den Straßenverkehr als vernunftfreie Zone erleben kann, die man nur heil durchquert, wenn man alles ganz buddhistisch geschehen lässt: totale Aufmerksamkeit bei totaler Gelassenheit.

Das ist im Prinzip jene Welt, die schon Vivianne Forrester beschrieben hatte: wir marschieren in Europa mit großen Schritten darauf zu – und die Entscheider in Politik und Wirtschaft geben ihr Bestes, diesen Prozess zu befördern. Neunzig Prozent der Bevölkerung leben von dem Müll der übrigen zehn Prozent: das ist das Endstadium des „american way of life“ für seine ökonomischen Kolonien. Wann es bei uns soweit sein wird?

Nun – in Teilen ist es schon soweit bei uns. Das Handelsblatt berichtet darüber: über das Schicksal jener Menschen, die den Beruf des Friseurs ergreifen. Wissen Sie eigentlich, das dieser Beruf zusammen mit dem Arztberuf gleiche Wurzeln in den reisenden Barbieren hat, die nebenbei auch Krankheiten kurierten? Irgendwann haben sich dann alle niedergelassen – aber getrennt. Die einen kriegen 10 000 Euro im Monat, obwohl sie nur als lokale Verteiler für Produkte der Pharmaindustrie fungieren und weit entfernt von einem Zustand sind, wo sie Krankheiten „heilen“ können, die anderen arbeiten den ganzen Tag in einem sensiblen und intimen Bereich, der den gesamten Außenauftritt eines Menschen, seine gesellschaftliches Ansehen und seine Karrieremöglichkeiten bestimmt und bekommen dafür sage und schreibe 511 Euro netto im Monat.

Davon noch Miete, Wasser und Strom bezahlt (was alles beständig teurer wird) und schon ist man unter Hartz IV-Niveau.

Wieso lassen das Menschen mit sich machen?

Weil der Staat sie dazu zwingt. Die schneiden quasi umsonst anderen die Haare, damit sie nicht in die Fänge der Jobcenter und damit in die Sphären von Obdachlosigkeit und Hungertod fallen. Sicher, es sterben nicht ganz so viele wie möglich, aber die Medien sorgen dafür, das Meldungen über EINE MILLION SANKTIONEN in jedem Teil des Landes gehört werden.

Die Botschaft?

Wir machen Euch Sozialschmarotzer alle platt – es sei denn, ihr arbeitet umsonst für uns!

Das ist deutscher Alltag … und es wundert, das das nicht in breiter Front als Diktatur gekennzeichnet wird. Nichts anderes ist es.

Das merken auch die Mitarbeiter in den Jobcentern selbst. Inge Hannemann – einer Frau, die ich sofort für das Bundesverdientskreuz mit allen Beilagen empfehlen möchte – berichtet darüber. Sie ist selbst Jobcentermitarbeiterin, erlebt und beschreibt den systematischen Unfug in der Behörde, der Millionen von Menschen zum ersten ohne Geld dastehen lässt (Leiharbeiter betrifft das regelmässig). Was sie in ihrem Blog allerdings noch beschreibt, ist die Angst in der Behörde:

Nun stellt sich aber die Frage, warum Mitarbeiter sich anonym äußern müssen. Auf Nachfrage bei den anonymen Schreibern aber auch Nichtschreibern, ergibt sich ein einheitliches Bild. Sie haben bei offener Äußerung große Angst um ihren Arbeitsplatz sowie Angst vor Repressalien durch ihren direkten Arbeitgeber vor Ort, den Standortleitern oder auch Kollegen. Gesprochen wird hier von einer Angst vor Mobbing, Bossing (Schikane durch den/die Vorgesetzten) oder als sogenannter Whistleblower betitelt zu werden. Ist zum Teil diese Angst, insbesondere bei befristeten Arbeitsverträgen nachvollziehbar, ist es ein Unding, sich vor möglichen Repressalien von oben sich nicht äußern zu dürfen.

Sind das Zustände in den Behörden eines demokratischen Landes?

Nein.

Das sind Zustände einer Kultur der Angst, wie sie nur in den Ganovenstaaten dieser Welt vorherrschen sollten – und der Umkehrschluss, das wir zu einem dieser Ganovenstaaten geworden sind (aber auch Angst haben, darüber sprechen – wie im Dritten Reich über das Schicksal der jüdischen Mitbürger) liegt nahe.

Sehen wir das aber in einem größeren Rahmen (womit ich wieder in Shanghai oder Neu-Dehli bin), dann zeichnen sich Zusammenhänge ab, die die gesamte Situation noch gruseliger gestalten, aber zeigen, das ein brutaler politischer Wille – über alle Parteigrenzen hinweg – Deutschland in ein Niedriglohnland voll Zwangsarbeiter verwandelt und der Zustand unserer Städte im Vergleich zu den blühenden Metropolen Asiens (und Arabiens) die Situation des ganzen Landes wiederspiegelt.

Um die Bewegung zu erkennen, müssen wir einen Blick in die Aachener Zeitung werfen – obwohl so etwas eigentlich in die Tagesschau gehört.

Die Städte an Rhein und Ruhr müssen auf Druck der EU-Kommission rasch ihre Stickstoffdioxid-Belastung reduzieren – notfalls auch mit drastischen Maßnahmen. So könnten etwa über zehn Jahre alte Autos aus den Innenstädten verbannt werden oder die Parkgebühren deutlich erhöht werden.

Was plant die EU-Kommission? Die Vertreibung der armen Bürger aus den Städten. Sollen die irgendwo auf dem fernen Land dahinvegetieren, wo es garantiert keine Arbeit mehr für sie gibt, sollen sie mir ihren zwanzig Jahre alten Autos in Mecklenburg-Vorpommern nach Jobs suchen, bei Parkgebühren von dreissig Euro die Stunde wird man sie auch nie wieder in den Städten finden, in denen die Superreichen ihre Funktionseliten untergebracht haben.

Flächendeckend wird ein Krieg gegen die Armen geführt, die es nur dank staatlicher Gewalt überhaupt gibt. Man stelle sich ein Land vor, das noch nach solidarischen Prinzipien funktioniert und der Armut selbst den Krieg erklärt – schon merkt man, wie der Hase anders laufen könnte.

Es ist gut und schön wenn ein Herr Albrecht 70 Milliarden mit einer Geschäftsidee macht. Das gönne ich ihm auch. Was nicht ok ist, wenn er die Folgekosten seines Raubzuges der Allgemeinheit aufbürdet. Die Folgekosten? Nun – die lokalen Versorger sterben großflächig aus, man braucht viele neue Autos und neue Straßen, um die Aldi-Märkte zu füttern und dort einkaufen gehen zu können, viele Menschen verlieren die Basis ihrer beruflichen Selbständigkeit, ihre Arbeit – um nur ein paar Folgen zu nennen.

Ist es wirklich so vermessen, zu fordern, das diese Kosten  nicht vom Steuerzahler bezahlt werden sollen? Ich finde: so vernünftig, das einzusehen, sollten auch die Gebrüder Albrecht sein – und nicht nur die.  Der Staat kann so ein Sozialschmarotzertum (ich behalte den Gewinn und lasse die Kosten andere bezahlen) nicht ewig bezahlen, also muss eine Solidaritätsgebühr her, die einen Ausgleich für die Schneise der Vernichtung schafft, die die clevere Geschäftsidee als Nebenwirkung verursachte.

Alle Forderungen nach einem bedingungslosem Grundeinkommen werden auf einmal finanzierbar, wenn die Täter sich an den Folgekosten ihrer „Errungenschaften“ beteiligen müssen. Geld genug für Gewinne bleibt doch immer noch übrig.

Ebenso müssten die Finanzmärkte eine Solidaritätsgebühr errichten, eine Schadensersatz für die Verheerungen, die sie in der Realwirtschaft produzieren. Es geht nicht an, sich mit cleveren Rechentricks immer reicher zu rechnen und der Realwirtschaft so das dringend benötigte Kapital für Investitionen zu entziehen. Schon 1990 hat Doug Henwood auf die Schwächen der modernen Finanzsysteme hingewiesen:

Einerseits, so Henwood, erfülle das U.S.Finanzsystem seine angebliche Aufgabe, die Ersparnisse der Gesellschaft in Richtung der besten Investitionen zu lenken, nur höchst kümmerlich. Das System sei wahnsinnig teuer, gebe eigentlich falsche Signale zur Lenkung der Kapitalströme und habe überhaupt kaum etwas mit wirklicher Investitionstätigkeit zu tun. Auf der anderen Seite aber würde der Finanzmarkt etwas sehr gut machen: er bewirke die Konzentration von Reichtum. Der Mechanismus ist einfach: mithilfe staatlicher Verschuldung werden Einkommen von unten, von den einfachen Steuerzahlern, noch oben, zu den reichen bondholders verschoben. Statt die Reichen zu besteuern, borgen die Regierung von ihnen und bezahle für dieses Privileg auch noch Zinsen. 

(zitiert nach: Krymanski, Hirten und Wölfe, Seite 98)

Wir als Bürger haben die Warnung Henwoods  überhört, während in Deutschland die rot-grüne Regierung diesem Finanzsystem Tür und Tor geöffnet hat.

2013 haben wir den Salat, den der italienische Politiker Beppe Grillo derzeit drastisch beschreibt, siehe Spiegel:

„Ich gebe den alten Parteien noch sechs Monate – und dann ist hier Schluss“, sagte der Komiker dem „Focus“. „Dann können sie die Renten nicht mehr zahlen und auch die öffentlichen Gehälter nicht mehr.“ Den Altparteien unterstellte der 64-Jährige, keine ernsthaften Reformen zu wollen. „Sie bluffen nur, um Zeit zu gewinnen.“

Italien werde von seinen Staatsschulden erdrückt und müsse daher die Kredite neu aushandeln. „Wenn die Zinsen 100 Milliarden Euro pro Jahr betragen, sind wir tot“, sagte Grillo. Wenn sich die Bedingungen nicht änderten, solle Italien den Euro aufgeben.

Auch das Heimatland des Finanzterrorismus erfährt gerade, wie gesund es ist, Superreiche aus der eigenen Wirtschaftskraft heraus zu züchten – das ganze Land stirbt, obwohl in den deutschen Nachrichten überraschend wenig darüber berichtet wird. Es entfaltet sich eine Militärdiktatur, weil die Gemeinden und der Staat Pleite sind – sogar die einst blühende Metropole Detroit kommt unter den Hammer, siehe Spiegel:

Ab Samstag gilt der Milliarden-Sparzwang im US-Haushalt – viele Kommunen und Landkreise sind schon seit langem in größter Not. Mit am schlimmsten geht es der einst stolzen Autobauer-Metropole Detroit. Jetzt musste der Gouverneur durchgreifen. Er entmachtete den Bürgermeister.

Die Bürger selbst erleben die „Sparmaßnahmen“ als Diktatur.

Karen Lewis, Manager eines Lebensmittelgeschäfts empfindet die Maßnahme als Diktat der Republikaner, das nur dazu diene, die betroffenen Bürger auszubeuten: „Sie wollen unser Geld, unser Land. Niemand kümmert sich um uns“.

Warum erfahre ich das eigentlich nicht täglich aus der „Tagesschau“? Weil niemand von den „Entscheidern“ Interesse daran hat, das die Schafe von dem Schlachthof erfahren. Sollen die Dschungelcamp, Schlag den Raab oder Elton versus Simon gucken – da merken die auch nicht, das die seit zwanzig Jahren keinen Kaufkraftgewinn mit Arbeit erzielen konnten … von wegen: Leistung soll sich wieder lohnen.

Wer nun Rettung von politischen Parteien hofft, der hofft vergebens. Eine der ganz wenigen glaubwürdigen Gestalten in der deutschen Politik, Johannes Ponader, wurde jetzt von den Beamten und Ex-CDU-Mitgliedern der Piratenpartei gezielt abgeschossen – was mich von meinem Versprechen entbindet, den Karrieristenhaufen noch einmal zu wählen. Aber – das sehen Millionen andere ja ähnlich.

Wir brauchen auch eigentlich keine neue Partei – wir brauchen eine Bewegung, die im Namen der Demokratie die Macht der Parteien in Deutschland bricht, weil nur durch sie die Macht der Finanzeliten in jede deutsche Familie einbrechen konnte. Dort ist auch der erste Ort, aus dem man die politische Macht der Finanzjongleure wieder vertreiben muss.

Das geht auch einfach, die Idee ist schon da – und äußerst erfolgreich ausprobiert worden. Seltsam, das in Deutschland keiner auf die Idee kommt, oder? Ich meine, anstatt viel Papier und Wichtigtuerei über ein bedingungsloses Grundeinkommen zu produzieren, könnte man es doch einfach mal einführen (aber diesmal bitte nicht auch noch im Osten, wäre schön, wenn der Westen auch mal wieder etwas Aufmerksamkeit bekommt).  Gelsenkirchen wäre da ein schöner Ort, diesen Test zu machen: einfach mal – aber bitte nur auf Rechnung deutscher DAX-Konzerne – die Bevölkerung mit einem bedingungslosen Grundeinkommen ausstatten … jedenfalls jene, die vom Markt nicht mehr aufgenommen werden, wie unsere deutsche Friseurin.

In Kanada ging das – das war das Mincome Programm, das so erfolgreich war, das es lange Zeit verborgen gehalten wurde. Im Zentrum des Experimentes stand die Frage, ob sich dann eigentlich alle auf die faule Haut legen, siehe Dominionpaper:

Initially, the Mincome program was conceived as a labour market experiment. The government wanted to know what would happen if everybody in town received a guaranteed income, and specifically, they wanted to know whether people would still work.

It turns out they did.

Only two segments of Dauphin’s labour force worked less as a result of Mincome—new mothers and teenagers. Mothers with newborns stopped working because they wanted to stay at home longer with their babies. And teenagers worked less because they weren’t under as much pressure to support their families.

The end result was that they spent more time at school and more teenagers graduated. Those who continued to work were given more opportunities to choose what type of work they did.

Das ist sie ja, die Riesenangst der urdeutschen Sozialneider, der „Sozialschmarotzer“ würde mit einem bedingungslosen Grundeinkommen nur auf der faulen Haut liegen, während man selber ungerechterweise für sein Geld arbeiten muss.

Tat er aber nicht. Nur die alleinerziehenden Mütter widmeten sich mehr ihren Kindern – und die Kinder stellten die Kinderarbeit ein und gingen lieber zur Schule und machten einen Abschluß.  Der Mensch an sich ist eben kein asoziales Wesen, auch wenn er von Politikern gerne so gesehen wird – die wahrscheinlich zu oft von sich auf andere schließen.

Ein nützlicher Nebeneffekt: die Krankheitsrate sank enorm. Armut macht krank – das wissen wir. Grundeinkommen rettet Gesundheit – uns spart Milliardenbeträge bei der Behandlung der Folgekosten von Armut ein.

Gut, das Experiment stammte aus den siebziger Jahren – und es handelte sich eher um eine negative Einkommensteuer. Wichtig ist, zu begreifen, das all´ die Ängste, die unsere Apostel des ungebremsten Kapitalismus mit sich herumschleppen, völlig aus der Luft gegriffen sind. Außerhalb der Sphäre der „Entscheider“ begegnet man verantwortungsvollen, sozialen Wesen, die gerne an der Entwicklung des Gemeinwesens mitarbeiten … wenn von dieser Arbeit auch etwas für die Allgemeinheit übrigbleibt und nicht alles für die künstliche  Millionärszüchtung ausgegeben wird, die für unsere Politiker das Allheilmittel gegen die Krise zu sein scheint.

Diese künstliche Millionärszüchtung ist es aber gerade, die aus unseren Städten Slums macht, während der Rest der Welt an seiner Zukunft baut. Im Zustand unserer Städte spiegelt sich der Zustand unserer Wirtschaft viel besser wieder, als in den Analysen der „Wirtschaftsexperten“.

Wir haben in Europa auch keine Alternative mehr zu diesen „Experimenten“ – wie gerade jedes Land merkt, wirken die von Henwood beschriebenen Mechanismen perfekt – und vernichten in Folge den ganzen Kontinent (und ebenfalls ihr Heimatland). Eine Zukunft droht, in der ganz wenige Superreiche in ihren Burgen leben, während die Leibeigenen vor Ort im Müll leben.

Das alles hatten wir schon einmal.

Schieben wir dem einen Riegel vor.  Man fordert ja auch nichts Unflätiges, sondern einfach nur die Einhaltung der sozialen Menschenrechte, deren Dimensionen von Kapitaleignern gerne klein geredet werden. Schauen wir sie uns einfach noch mal an, sie enthalten keine überzogenen Ansprüche, siehe Wikipedia:

In hochindustrialisierten Ländern braucht man für diese Rechte vor allem zwei Dinge: Frieden – und GELD. Dort, wo GELD ALLES ist, müssen auch ALLE GELD HABEN.

Hört der staatliche Zwang nur Sklavenarbeit auf, erlischt auf einen Schlag der Niedriglohnsektor. Ganz tolle Nebenwirkung: LEISTUNG WIRD SICH WIEDER LOHNEN – auch für Friseure.

Der Weg zu dieser gerechten, zukunftorientierten und leistungsfördernden Gesellschaft wird nicht leicht sein, weil wir sechzig Jahre lang geschlafen haben. Jetzt aufgewacht, sehen wir eine Welt, die bis ins letzte Detail jemand anderem gehört: den menschlichen Wölfen und Blutsaugern. Es wird ein Weg sein, der blutig werden wird, viel Arbeit erfordert, viel Disziplin und Durchhaltevermögen.

Aber hier wäre das Wort „alternativlos“ mal richtig eingesetzt – jedenfalls dann, wenn man Zustände wie im Feudalismus beseitigen will, bevor sie so festzementiert sind, das wir uns wieder devot in den Dreck werfen müssen, wenn die Kutsche des Anlagebetrügers an uns vorbeirollt.

Was Mut macht, ist lediglich die Tatsache, das 90 % der Bevölkerung auf unserer Seite sein werden – wenn sie erstmal verstehen, wohin die Reise geht, wenn wir den Kurs nicht ändern.

Also: wann brechen wir auf?

Und: welche Farbe wird die Partei haben, die wir gründen, um den sozialen Menschenrechten in Europa zum Durchbruch zu verhelfen … und nebenbei die Realwirtschaft vor den Finanzbanditen zu schützen und Europa wieder zu einer gesunden Hochleistungswirtschaft zu machen?

Eine Partei natürlich, die sich auf dem Höhepunkt ihres Erfolges zusammen mit allen anderen politischen Kampfverbänden auflösen sollte, um einer echten Demokratie Platz zu machen …

 

 

 

Die kommende Enteignung Deutschlands … oder der Banken: über Raubwirtschaft und den großen Knall

Wenn Philosophen in die Wirtschaft gehen, wird es gefährlich. Sie gucken anders. Das hängt mit ihrem irrationalen Lebensgefühl zusammen, nicht ganz von dieser Welt zu sein - ist eine Nebenwirkung des Jobs. Wer die ganze Welt in theoretische Systeme packen möchte, der muss sich ziemlich weit von ihr entfernen, um einen Überblick zu bekommen ... je weiter weg, umso besser. Wirtschaft ist da anders - gerade die deutsche Betriebswirtschaftslehre:

Die deutsche Betriebswirtschaftslehre hat sich klar festgelegt. Ihr geht es nur um einen Zweck: die Gewinnmaximierung. Den Managern bleibt dann nur festzulegen, mit welchen Mitteln sie dieses Ziel erreichen.

Das ist eine sehr verengte Sicht von Wirtschaft und letztlich auch vom Menschen.

Wenn Philosophen in die Wirtschaft gehen, wird es gefährlich. Sie gucken anders. Das hängt mit ihrem irrationalen Lebensgefühl zusammen, nicht ganz von dieser Welt zu sein – ist eine Nebenwirkung des Jobs. Wer die ganze Welt in theoretische Systeme packen möchte, der muss sich ziemlich weit von ihr entfernen, um einen Überblick zu bekommen … je weiter weg, umso besser. Wirtschaft ist da anders – gerade die deutsche Betriebswirtschaftslehre:

Die deutsche Betriebswirtschaftslehre hat sich klar festgelegt. Ihr geht es nur um einen Zweck: die Gewinnmaximierung. Den Managern bleibt dann nur festzulegen, mit welchen Mitteln sie dieses Ziel erreichen.

Das ist eine sehr verengte Sicht von Wirtschaft und letztlich auch vom Menschen.

Das sagt Thomas Rusche, ein erfolgreicher deutscher Unternehmer, im Manager-Magazin. Ich gehe also davon aus, das diese Tatsache als bekannt vorausgesetzt werden kann: Gewinnmaximierung ist höchstes Ziel in Deutschland.

Philosophen gucken da schon streng: reine Gewinnmaximierung als Wert einer gesellschaftlichen Gruppierung ist … Räuberethik. Räubern ist es egal, was ihr , Geschäftszweig für Nebenwirkungen hat: Hauptsache, die Rendite stimmt. Von außen sieht man das sehr deutlich. Da wird für den Philosophen die Volkswirtschaft schnell zur Raubwirtschaft – und er freut sich, das er erkannt hat, worum es geht, denn unter dem Titel „Raubwirtschaft“ versteht man viele Erscheinungen der Zeit viel besser – wie zum Beispiel die Flut arbeitsloser Ingenieure, die uns gerade trotz „Fachkräftemangel“ erreicht:

Ich bewerbe mich und bekomme Absagen und bewerbe mich und bekomme Absagen. Das geht jetzt seit einem Jahr so, im nächsten Jahr würde mir Hartz IV drohen, dann müsste ich wirklich von der Substanz leben. Die wenigsten Firmen laden mich zum Gespräch ein, und wenn, dann ist es bisher auch negativ ausgegangen. Dabei sind meine fachlichen Referenzen alle gut, das sagt sogar der Fallmanager bei der Agentur für Arbeit. Ich unterstelle mal, es liegt am Alter. Man hört ja, dass manche Firmen schon keine Über-50-Jährigen mehr in ihren Reihen haben.

So Ingolf Schröder im Spiegel – nächstes Jahr als „fauler Sack“, „arbeitsloser Schmarotzer“ und „Parasit“ auf Hartz IV. Es sind solche Nachrichten, die sehr zornig machen, denn solche Schicksale sollte es in diesem Land nicht geben. Dafür haben wir den Sozialstaat. Wenn Firmen „durchdrehen“ (will heißen, wenn Volkswirtschaft sich in Raubwirtschaft verwandelt), springt der Staat ein um seine Bürger zu schützen, bis die Polizei, Gesetzgeber und Gerichte die Situation wieder unter Kontrolle haben.

Wir haben aber mit Hartz IV andere Zeichen gesetzt: wer Opfer des Bereicherungswahns wird, wird öffentlich abgestraft … und – nicht zu vergessen – auch enteignet.

Ausbildungsversicherung der Kinder, das Ersparte, Bausparverträge, Auto über 7000 Euro … das alles muss weg. Also, Ingolf Schröder: nach dreissig Jahren Maloche lernst Du jetzt wie Millionen andere Deutsche die politische Raubwirtschaft kennen. In dieser Raubwirtschaft ist es nicht verwunderlich, das Menschen, die politisch an der letzen Krise einen deutlichen Anteil hatten, jetzt Karriere in Europa machen. So berichteten wir unlängst über die Personalie Jörg Asmussen, einem Mann, der augenscheinlich aufgrund seiner Verfehlungen sogar zu einer Allianz von FDP, Grünen und Linken geführt hatte und nun – wen sollte das noch überraschen – wieder weiterbefördert wird.

Solche Wunderlichkeiten lassen sich nur in einem System erklären, das von Volkswirtschaft zur Raubwirtschaft mutiert ist.

Während die Täter nun schleichend und fast unbemerkt Karriere machen, wächst die Zahl der enteigneten Opfer ständig – nicht nur unter den arbeitslosen Ingenieuren.

Wie Anleger schleichend enteignet werden – lautet ein aktueller Artikel im Manager Magazin, der nichts mehr und nicht weniger aussagt als: jetzt werden die Sparer enteignet. 

Das werden sie sowieso – wenn sie Immobilienbesitzer sind: ein Luxus, den sich nur noch wenige leisten können. Wer so blöd war, sein Leben lang für eine Immobilie gespart zu haben wird nun merken, das die Finanzknappheit der Gemeinden ihn über die Beteiligung an Straßen- und Kanalsanierung in den Ruin treibt … es sei denn, er ist ein guter Räuber und schafft es, den Wertverlust durch leistungsloses Einkommen zu übertreffen. Wer jetzt weder durch Arbeitslosigkeit noch durch Steuern enteignet werden kann, den schafft die Inflation, die den Staaten die Gelegenheit gibt, ihre Schulden abzubauen, während die Banken sich Anteile an der Realwirtschaft sichern können.

Hier … sind wir dann mitten drin im Täterland, zu Gast beim Bandenchef: den Banken. Sie sind die treibende Kraft hinter all jenem Unwesen, ihre „spätrömische Dekadenz ist die Ursache des Kollaps unserer Volkswirtschaft. Hören wir dazu einen Experten im Handelsblatt:

Es liegt nicht an der Regierung, dass die Banken das Spiel so treiben, wie vor dem ersten Höhepunkt der Finanzkrise. Guido Westerwelle hat ja mal dieses Zitat der Dekadenz der deutschen Unterschicht geliefert. Das Zitat passte im Grundsatz, es unterstreicht nur sein fehlendes Geschichtsbewusstsein, dass er das mit dem Plebs in Verbindung brachte, und nicht mit der Elite. In Rom waren es schon die Eliten, die dekadent wurden – und heute sind es die Bankenvorstände. Und deswegen ist Besserung erstmal nicht in Sicht.

Und gerade weil eben keine Besserung in Sicht ist, ist die Enteignung des deutschen Bürgers eine unumkehrbare Tatsache:

Ludwig Poullain war als Chef der West LB einer der letzten echten Bankiers in Deutschland. Was seine Nachfolger in der Finanzindustrie anstellen, schockiert den Pensionär – und er findet klare Worte:

„Das endet mit dem großen Knall“

Darauf werden wir uns einstellen müssen: der große Knall scheint unabwendbar … es sei denn, die Politik findet den Mut, die großen Geschäftsbanken samt ihres Raubkapitals zu enteignen. Doch das … ist unvorstellbar.

Lauschen wir nochmal Ludwig Poullain:

Wir sehen eine unheilvolle Verquickung zwischen Banken und Staaten. Die ungeheuren Geldmengen, die durch die Notenbanken im Umlauf sind, schreien natürlich nach Verwendung. Deswegen schaffen die Banken ja synthetische Produkte. Um das, was die Notenbanken da machen, Geldpolitik nennen zu können, müsste man Satiriker sein.

Diese unheilvolle Verquickung kann man an Personen festmachen – zum Beispiel an der Person jenes Jörg Asmussen, der trotz aller Kritik immer weiter Karriere macht:

Was Asmussen als „moderne Kapitalmarktgesetze“ bezeichnete, ist die Grundlage für die aktuelle Bankenkrise in Deutschland. Auch Frau Merkel hat sich in ihrer Oppositionszeit für eine Deregulierung des Handels mit forderungsbasierten Papieren stark gemacht. Asmussen saß als Vertreter des Bundesfinanzministeriums im Aufsichtsrat der IKB, die durch Spekulationen mit ABS-Papieren als erstes deutsches Bankhaus Opfer der Krise wurde. Asmussen, der als Steinbrücks Ratgeber gilt, wurde von der Regierung für seine Fehler bei der IKB nicht etwa abgestraft, er wurde von Steinbrück sogar ins Amt des Staatssekretärs berufen.

Sowohl bei der Rettung der Hypo Real Estate, als auch bei der Ausarbeitung des FMStG gilt Asmussen als Spiritus Rector. Wer soll nun von dem Anwalt für kreatives Investmentbanking gesetzliche Regularien erwarten, die eben diese Auswüchse wieder verbieten?

Da wird der Bock zum Gärtner, wie Telepolis schreibt und wir merken, warum wir unserer Enteignung machtlos engegen dämmern. Niemand braucht diese Banken mehr – meint Ludwig Poullain. Vielleicht mit ein Grund, warum die jetzt zu großen Entlassungswellen neigen, obwohl sie noch vor kurzem mit ihren neuen Supergewinnen hausieren gingen.

Scheinbar können die nicht wirtschaften – jedenfalls nicht nachhaltig und zum Nutzen der Volkswirtschaft.

Thomas Rusche (siehe oben) hat etwas sehr Denkwürdiges gesagt:

Künstler spüren, was kommt. Sie sind Seismografen gesellschaftlicher Veränderungen, künden vom Guten und vom Schönen, zeigen den Dreck, die Perversion der Gesellschaft, des Lebens, der Zustände auf.

Ich dachte an … Filmkünstler. An die Flut von irrationalen Zombie- und Vampirmythen, die in vielen Filmen verarbeitet wird. Der Mythos von Dracula (einsamer blutsaugender Adeliger auf seinem Schloss) hatte politisch sehr reale Hintergründe: blutsaugende Adelige entsprachen der jahrhundertelangen Erfahrung der Menschen. Nun drängen sich neue Mythen auf, neue Bilder beschreiben emotionale Reaktionen auf eine rationale Realität:  die Raubwirtschaft der Vampirclans und Zombiehorden.

Man weiß, wo es endet: Vampire und Zombies vermehren sich mit jedem Infizierten, haben sie bald den letzten finanziell gesunden Bürger ausgesaugt und aufgefressen …. kommt der große Knall.

Raubwirtschaft ist nie von Dauer. Wenn es nichts mehr zu plündern gibt, geht die Kultur unter wie das römische Imperium.

Und hier wendet sich der Philosoph dann angewiedert ab und zieht sich zurück in seine Wälder: 2000 Jahre menschliches Drama … und alles wiederholt sich nur.

Wie langweilig.

Und grausam.

Deutscher Aufschwung? Kaputt. Über Geld für die Banker und Gift für die Bürger.

Deutscher Aufschwung? Kaputt. Über Geld für die Banker und Gift für die Bürger.

Es gibt ja Meldungen, die Hoffnung machen. Meldungen, die zeigen, das die Elite die Welt noch nicht vollständig beherrschen. Charles Fort hatte solche Meldungen in den zwanziger Jahren gesammelt … bis heute ein Riesenerfolg. Nun sind UFO-Berichte aus den letzten Jahrtausenden nicht gerade etwas, was einen vom Hocker reißt, aber der 200 Millionen Jahre alte Aal, der jetzt gefunden wurde, erinnert mich wieder an die Arbeit dieses Mannes, der täglich neue Theorien schuf, an die er selbst nicht glaubte. Wäre er nicht gestorben, so wäre er heute Wirtschaftsexperte. Die schaffen auch täglich neue Theorien, an die sie selbst nicht glauben.

Da gab es zum Beispiel diese Theorien vom Aufschwung Deutschlands innerhalb einer Krise. Was haben wir nicht alle gejubelt, „…schlaaaand“ war der Hit. Fast wöchentlich gab es neue Indizes, die uns zeigten, dass wir auf ein goldenes Zeitalter zusteuerten. Hunderttausende von Fachkräften sollten am Besten gestern schon nach Deutschland eingeflogen werden, um eine Katastrophe zu verhindern.

Was ist nun davon übrig?

Deutsche Dümpelwirtschaft zieht Euro-Zone nach unten … schreibt heute der Spiegel. Vom Fachkräftemangel keine Spur – gut, das noch keiner gekommen ist.

Eigentlich hatten viele Volkswirte mit einem kräftigen Plus von 0,5 Prozent gerechnet. „Da ist etwas passiert, womit kaum ein Experte gerechnet hatte“, zeigte sich Andreas Rees von Unicredit überrascht. Wie viele andere Volkswirte auch senkte er seine Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft sowohl für 2011 als auch für 2012 deutlich ab.

Das steht heute in der „Welt„. Unglaublich, aber wahr. „Nachdem es nun doch geregnet hatte, obwohl eigentlich die Sonne scheinen sollte, änderten die Wetterexperten ihre Prognose deutlich ab“.

Das könnte ich auch tun – aber ich werde dafür nicht bezahlt, darum lasse ich das. Ich werde ja auch nicht als Chefredakteur ins Kanzleramt eingeladen, um mir die Art der Berichterstattung von der Regierung diktieren zu lassen. Weil ich aber von dieser Steuerung der Medien weiß, bin ich auch nicht überrascht, das der künstliche Aufschwung jetzt auf einmal nicht mehr da ist und die Krise wieder zum Vorschein kommt. Sie war ja nie weg. Die Zentralbanken haben die Märkte mit Geld überflutet (vor allem in den USA), die Märkte haben davon Aktien gekauft und gegen Währungen gewettet (das ist dann jetzt die sogenannte „zweite Krise“) und sich von den Gewinnen auch den einen oder anderen deutschen Sportwagen gekauft … letztlich auf Kosten des Steuerzahlers, der für das Geld der Zentralbanken gerade steht.

Sowas ist kein Aufschwung, das ist ein Verbrechen. Die Sportwagen brennen jetzt in Viertelstundentakt in Berlin, ich könnte mir vorstellen, das da Menschen den Zusammenhang zwischen ihrer verlorenen Zukunft und dem Nobelhobel vor der Nase erkannt haben und auf gut britisch reagierten. Wollen wir hoffen, das das nicht Mode macht – es könnte schnell ein neuer Breivik entstehen, jener moderne Typus des klassischen Westernhelden, vor dem die Amerikaner gerade Angst haben.

Westernheld? Ja, stimmt schon … nur sind wir jetzt mal die Indianer. Ist unangenehm, oder?

Ökonomisch gesehen, ist die Lage in Europa einfach furchtbar. Der Horror.  Das sagt John Taylor im Handelsblatt, Chef des weltgrößten Devisen-Hedgefonds. Und er sagt uns auch, das die Hedgefonds an der Misere keine Schuld tragen: Nein, Hedgefonds sind zu klein. Die wahren Player sind Großbanken wie Deutsche Bank, Societé Générale und BNP Paribas.

Und die feiern ja auch die Geburtstage ihrer Chefs im Kanzleramt, das dann wiederum um Krisenberuhigungsfunk bittet.  Wie überraschend, das auch gerade die Banken die Gewinner der neuen europäischen Wirtschaftsdiktatur werden:

Als ersten Schritt hin zu einer stärkeren Vereinheitlichung der Steuerpolitik wollen Deutschland und Frankreich die Sätze und die Bemessungsgrundlage ihrer Unternehmensteuer bis 2013 vereinheitlichen. Derzeit sind die Sätze in Deutschland niedriger als auf der anderen Seite des Rheins. Merkel hat aber angekündigt, dass deutsche Unternehmen keine Mehrbelastung befürchten müssten.

Heißt auf Deutsch: die zahlen in Zukunft noch weniger Steuern und können – wie die US-Konzerne – Geld horten. Da wird das Hotelzimmer im Weltall auf einmal für manche ein erreichbarer Traum – auf Kosten des Steuerzahlers. Wahrscheinlich gibt es bald auch Hundelhotels im All, damit das Milliardärsherrchen nicht so einsam ist. Anderswo – ganz nahe an Europa –  müssen Familien ihre Töchter verkaufen. Vielleicht eine clevere Geschäftsidee für die Zukunft.

Was das nun praktisch für den kleinen Mann vor Ort bedeutet, sieht man in den USA, wo ein neuer Staat in die Pleite gerutscht ist:

Wie zur Erinnerung, was auch für die USA als Land auf dem Spiel steht, wurde am Dienstag bekannt, dass Miami den finanziellen Ausnahmezustand erklärt hat. Im neuen Haushalt fehlen 61 Millionen Dollar, ein riesiges Etatloch im zweiten Jahr in Folge. Die Ausrufung des fiskalischen Notstandes lässt den Gewerkschaften im öffentlichen Dienst jetzt nur zwei Wochen Zeit, um schmerzhafte Zugeständnisse bei Gehältern, Zulagen und Pensionsversprechen zu machen. Andernfalls droht die Sparkommission der Stadt mit einseitigen Kürzungen. Ähnliche Notfallmaßnahmen drohen in mindestens zwei weiteren Städten von Florida – und schon überrollt die Amerikaner ganze Horden von Sparkommissaren, von Schulden-Sheriffs.

Solche Sparkommissare waren in der EU für Griechenland auch schon mal angedacht, leider schmückte sich der Chefdenker mit einem Doktortitel, den er woanders abgeschrieben hatte. Man wird nun erstmal einen anderen suchen müssen, der diese Idee vorantreibt – aber ich bin mir sicher, das sie kommen wird … in der einen oder anderen Form.

Während die Täter des größten Wirtschaftsverbrechens der letzten hundert Jahre seelruhig im Weltall schlummern, streicht man den Bürgern das Weihnachtsgeld, die Gehälter, die Renten und sorgt dafür, das die andere Probleme bekommen.

Irgendwann muß ja auch mal jenes Gift wirken, das in 87,5 % aller Kassenbons verteilt worden ist, wie Greenpeace aktuell berichtet:

Das sogenannte Thermodruckpapier, das auch in Faxgeräten verwendet wird, enthält oft die umstrittene Substanz Bisphenol A (BPA), obwohl Experten vor Gesundheitsschäden warnen, berichtet dasGreenpeace Magazin in seiner aktuellen Ausgabe.

Folgen von Bisphenol A, das wir tagtäglich verabreicht bekommen? Wir sterben aus, siehe Wikipedia.

Eine Studie der University of Michigan (veröffentlicht 2010) an 190 Männern mit Fruchtbarkeitsproblemen ergab deutliche Zahlen:[10]

  • In 93 Prozent der Urinproben wurde BPA gefunden.
  • Bei Männern, die über hohe BPA-Konzentrationen verfügten, konnte man unter anderem eine 23 Prozent geringere Samenkonzentration sowie rund 10 Prozent mehr DNA-Schäden feststellen. Die Werte der Probanden, bei denen nur geringe oder keine BPA-Spuren vorhanden waren, waren deutlich besser.
Neue Studien deuten auf einen Zusammenhang zwischen Diabetes, Herz-Kreislaufproblemen, fehlender Libido bzw. Fettleibigkeit und einem erhöhten BPA-Spiegel im Blut hin. 
Wenn wir also merken, das das mit der Rente nicht mehr wird … dann ist es zu spät, noch zu handeln.  Sicher nur ein Zufall, denn der klassische „Entscheider“ ist ein guter Mensch. Der Harvard Business Manager zeigt uns dies in einem Diskurs über ethisches Verhalten im Management – es ging um Menschen, die in ihrem Ford Pimco verbrannten:
Dabei setzten sie für die Überarbeitung der Konstruktion, potenzielle Gerichtsverfahren und sogar Menschenleben Dollarbeträge an und kamen zu dem Ergebnis, dass es billiger sei, die Kosten für Rechtsstreitigkeiten zu übernehmen als die Konstruktion nachzubessern. 
Als jemand, der nicht daran glaubt, das auch nur ein Manager mit ethischen Grundsätzen die nächste Verhandlungsrunde um seine Vertragsverlängerung übersteht, wage ich meine Zweifel zu äußern, ob das nur Zufall war. Dort, wo Ethik Geld kostet, verstößt der Manager gegen die gesetzlich verankerte Aufgabe seines Konzerns und muss den Hut nehmen. Macht er Gewinn – wird er gefeiert, egal, wie viele Leichen die Rendite kostet. Das ist Gesetz … und einfach Mechanik. Wer nicht funktioniert, wird ersetzt.
Darum ist jede „Selbstverpflichtung“ ein Witz.
Darum trösten mich solche Geschichten wie die um den Aal. Der wir wohl in 200 Millionen Jahren immer noch überleben … aber was bleibt dann von uns übrig – außer einigen Zonen mit „natürlicher“ Radioaktivität, dort, wo wir unseren Atommüll vergraben hatten? Was findet wohl ein Charles Fort der Zukunft an „Verdammten“ – also an jenen Nachrichten, die gut dokumentiert sind, aber in des offiziell erlaubte Raster der Weltdeutung nicht hineinpassen?

Immerhin … jener Ignoranz, die die von ihm so geliebten Aussenseiternachrichten verbannt hat, haben wir auch unsere momentane Krise zu verdanken. Wäre doch Zeit, sich mal über das System Gedanken zu machen, das regelmäßig zu solchen Krisen führt, oder?

Staatsbankrott USA – eine Riesenverschwörung!

Staatsbankrott USA - eine Riesenverschwörung!

Man macht uns ja beständig klar: Verschwörungen gibt es nicht. Das sich mal zwei Menschen treffen, um etwas gegen einen dritten zu auszuhecken ist in der bekannten Geschichte der Menschheit auch noch nie vorgekommen. Der Mensch an sich ist edel, gut und gerecht. Besonders trifft dies für die Elite der Menschheit zu, die aus diesem Grund ihre Doktorarbeiten gerne auch von jemand anderes abschreiben. Niemals würden sie auf die Idee kommen, irgendetwas gegen den Staat oder ihre Mitmenschen zu unternehmen, erst recht nicht, um selbst einen finanziellen Vorteil daraus zu ziehen. Dieserart denken nur die Sozialschmarotzer, die den ganzen Tag nur damit zubringen, anderen erfolgreich auf der Tasche zu liegen. Und so richtig große Dinge wie Kriege oder Wirtschaftskatastrophen haben erst recht nichts mit Absprachen und Planungen zu tun, vor allen Dingen Kriege fallen einfach so vom Himmel: da handeln alle nur auf Befehl – und ganz ganz ganz weit oben herrscht konkurrenzlos die Alternativlosigkeit. Gut zu wissen, das die großen Medien jetzt einfach mal mit diesem Märchen aufräumen und für einen kurzen Moment den Vorhang beiseite ziehen, hinter dem man sonst so gerne die Wirklichkeit versteckt: hinter der momentanen Krise der USA steckt nichts weiter als eine handfeste Verschwörung vermögender Kreise gegen das Volk – diesmal ganz offen vorgelebt.

Zentrale Figur in diesem Spiel ist der Lobbyist Grover Norquist.

„Norquist ist wie ein römischer Kaiser“, sagte ein Politikberater dem Magazin „Business Week“. „Er hebt und senkt den Daumen.“ Seine Macht sei heute größer als jemals zuvor.

So berichtet uns der Spiegel und führt weiter aus:

Diese Macht hat Norquist nicht zuletzt Obamas Vorgänger zu verdanken. Als Dank für die Unterstützung im Wahlkampf senkte George W. Bush junior massiv die Steuern für Besserverdienende. Diese Regeln gelten bis heute und tragen einen Gutteil zum Mega-Defizit der USA bei.

Das Handelsblatt informiert uns über die möglichen Folgen:

Die Folgen: Die Agenturen können kaum anders, als die Kreditwürdigkeit der USA herabzustufen. Die US-Regierung wird Ausgaben priorisieren, um so lange wie möglich zumindest die Schulden zu bedienen. Zahlungen an Kommunen und Bundesstaaten, Angestellte, Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger werden verzögert. Den USA droht eine Rezession. Die Märkte spielen verrückt, mit weltweit fallenden Aktienkursen. 

Es ginge sogar noch schlimmer: im Notfall könnte Obama den Notstand ausrufen – das Land hätte neben Norquist noch einen weiteren Kaiser.

Aber selbst wenn die USA – wie zu erwarten ist – doch noch die Kurve kriegen … vor der Abwertung wird sie das momentane Theater nicht schützen:

Selbst wenn die USA den Zahlungsausfall abwenden, droht dem Staat eine Herabstufung des Ratings. Daran dürfte sich der Finanzmarkt ohne dramatische Folgen gewöhnen. Dennoch lässt die politische Eskalation Schlimmes befürchten.

So beschreibt das Manager-Magazin die Entwicklung um am Schluß des vierteiligen Artikels nochmal sehr deutlich zu werden:

Das eigentliche Drama, meint der Ökonom Dean Baker, Leiter des Center for Economic and Policy Research in Washington, bestehe darin, dass die US-Politik die gesamte Krise unnötigerweise selbst verschuldet habe. Die USA hätten weiterhin reichlich Kredit am Finanzmarkt, nur das Parlament hindere die Regierung daran, ihre Rechnungen zu bezahlen. „Das ist, wie wenn jemand sein Scheckbuch verliert, aber 20.000 Dollar auf dem Konto hat“, sagt Baker. „Es fehlt nicht an Mitteln, aber man kommt nicht heran.“

Das hört sich noch deutlicher nach Willen und Absicht an … und es steckt hinter dem Vorgehen ja auch eine finstere Absicht.  Nochmal zurück zum „Spiegel“:

Der Anti-Steuern-Lobbyist feiert die Schuldenkrise in einer Pressemitteilung als „Chance für alle Steuerzahler“. Nun sei die Regierung endlich gezwungen, die Ausgaben des Staates deutlich zu reduzieren. 

Was nur hier nicht weiter ausgeführt wird: diese „Chance für den Steuerzahler“ wird mit dem Leben von Rentnern und Arbeitslosen bezahlt. Da wird sich so mancher Rentner, der bislang zum Selbstschutz noch auf Arbeitslose herabgeblickt hat, noch überrascht umschauen wenn er merkt, das Rentner auch nur überalterte Arbeitslose sind, mit denen man jetzt auch langsam die Geduld verliert. Es geht hier ganz konkret um Hunger, um eine direkten Angriff auf den Staat, der auch offen zugegeben wird,  hier aus der „Welt„:

Was er vom Staatssystem Amerikas hält, hat Grover Norquist einmal sehr plakativ zusammen gefasst. Er habe nichts gegen den Staat, solange er so klein sei, dass er ihn ins Badezimmer zerren und dort in der Wanne ertränken könne. 

Man würde so etwas auf gut Deutsch einfach einen „Staatsfeind“ nennen … den Agenten einer staatsfeindlichen Macht, der brutalste Gewalt gegen das Volk anwendet, um es verhungern zu lassen – und doch ist Herr Norquist ein geschätzter Mann in den USA. Er ist ja auch nicht allein – er ist nur ein Lobbyist, ein Agent. Das Geld, das ihn zum Kaiser der USA macht, das Geld, mit dem er Karrieren schaffen oder ruinieren kann, spenden andere.

Aus anderer Sicht, mit anderen Worten haben wir es aber hier mit nichts anderem zu tun als mit einer Verschwörung einer kleinen Gruppe asozialer Elemente gegen den Staatenbund der USA. So ein Lobbyist fällt nicht vom Himmel, ebensowenig der Apparat, mit dem er seine Manipulationen betreibt. Hier ist ganz viel Geld im Spiel … und im Prinzip ist das nichts anderes als das, was am 11.9.2001 geschah: nur ist es teurer, hält länger an und verursacht möglicherweise einen noch größeren Schaden.

Man sollte sich diesen Moment merken: jenen Moment, wo wir das erste Mal öffentlich erfahren durften, das es wirklich Verschwörungen in den USA gibt, Verschwörungen, die nach Ansicht der Chinesen geeignet sind, die ganze Welt ins Chaos zu stürzen – siehe Handelsblatt:

Es gehe das Risiko ein, dass die noch schwache wirtschaftliche Erholung nicht nur in den USA, sondern in der ganzen Welt wieder stranguliert werde. Kommentator Deng Yushan warnte vor einer zweiten Rezession – „nur könnte es diesmal eine viel größere Sauerei werden“. Es drohe eine Rezession wie die von 2008, die auch in den USA ausgelöst worden sei.

Dürfen wir dann auch ganz kurz darüber nachdenken, das die Herabstufung Spaniens durch US-Ratingagenturen möglicherweise auch durch … solche Typen ins Rollen gebracht wurde?

Nein, das dürfen wir nicht.

Die Arbeit des hochgeschätzten Herrn Norquist wird möglicherweise die ganze nördliche Hemisphäre in ein unglaubliches Chaos stürzen, aus dem die USA mit einer Notstandsregierung (wahrscheinlich militärgestützt) hervorgeht und sich in eine offene Diktatur verwandelt, womit die Aufklärung der vielen Absonderlichkeiten zum 11.9.2001 völlig illusorisch würde, weil das Volk von heute auf morgen ganz andere Sorgen haben würde.  Welch´ Zufall, das man dann genau jenes Ziel erreicht hat, das die Verschwörungsanalytiker vom 11.9.2001 vorausgesagt haben.

Auf einmal wird in ziemlich dunkles Bild sehr rund … pünktlich zum zehnten Jahrestag.

Gut, das es keine Verschwörungen gibt.

Gut, das Grover Norquist und seine 5000 Kollegen, die den Deutschen Bundestag belagern, nur eine Märchengeschichte darstellen, mit denen der Spiegel die wenigen Leser erschrecken will, die noch Nachrichten wirklich lesen und nicht nur die Bilder anschauen.

Wäre das alle wirklich echt … es wäre schon ungeheuerlich. Man dürfte sagen: der künstliche herbeigeführte Staatsbankrott der USA wäre das Ergebnis einer Riesenverschwörung. Wer so denkt, fühlt und handelt … der sprengt auch die eigenen Hochhäuser in die Luft oder manipuliert Beweise für Massenvernichtungswaffen in Opferländern. da hätte ich gar keinen Zweifel.

 

2011 – eine Welt zerbricht: über Hunger, Bomben und Massenmorde

Der 22.7.2011 wird die Welt verändern, auch wenn die Norweger sich - beispielhaft - alle Mühe geben, das in ihrem Land nicht zuzulassen.  Am 22.7.2011 hat ein Mensch aus Marketinggründen ein unglaubliches Massaker angerichtet, ein Mensch, der vorgeblich Kommunisten und Moslems vernichten will, tötet Sozialdemokraten zu Werbezwecken.  Das sind Ideen, die in einer Kultur wachsen, die alle Überzeugungen von "gut" und "böse" von sich gegeben hat und nur noch utilitaristisch denkt: "Was bringt mir das ein?".  Der Täter führt damit ein Prinzip fort, das weltweit vorgelebt wird - warum also sollten wie ihn überhaupt verurteilen? Die neue Qualität, die er einführt, ist kannibalischer Natur: die Bürger fangen an, sich gegenseitig umzubringen, um ihre Bücher bekannter zu machen - das Denken in Marketingkategorien kennt keine Moral sondern nur den in Dollar messbaren Erfolg.

Der 22.7.2011 wird die Welt verändern, auch wenn die Norweger sich – beispielhaft – alle Mühe geben, das in ihrem Land nicht zuzulassen.  Am 22.7.2011 hat ein Mensch aus Marketinggründen ein unglaubliches Massaker angerichtet, ein Mensch, der vorgeblich Kommunisten und Moslems vernichten will, tötet Sozialdemokraten zu Werbezwecken.  Das sind Ideen, die in einer Kultur wachsen, die alle Überzeugungen von „gut“ und „böse“ von sich gegeben hat und nur noch utilitaristisch denkt: „Was bringt mir das ein?“.  Der Täter führt damit ein Prinzip fort, das weltweit vorgelebt wird – warum also sollten wie ihn überhaupt verurteilen? Die neue Qualität, die er einführt, ist kannibalischer Natur: die Bürger fangen an, sich gegenseitig umzubringen, um ihre Bücher bekannter zu machen – das Denken in Marketingkategorien kennt keine Moral sondern nur den in Dollar messbaren Erfolg.

China hatte im Laufe des Jahre die USA gewarnt, weitere Angriffe auf Pakistan durchzuführen: man würde das als kriegerischen Akt gegen China verstehen. Was machen die USA? Agieren sie konlifktmindernd, deeskalierend, diplomatisch? Nein, sie führen aggressive Aufklärungsmissionen an der chinesischen Grenze durch, erste US-Maschinen sind schon von chinesischen Jagdflugzeugen verscheucht worden. Wie schnell kann da ein Schuß schlimmeres auslösen … und wie gut würde das gerade in die wirtschaftliche Lage der USA passen … und auch in die deutsche? Immerhin kaufen die USA liebsten aus Kanada, Japan, China und Deutschland, überraschenderweise kaufen wir aber nichts von denen: späte Rache für den verlorenen Weltkrieg? Wir verkaufen denen all unseren Wohlstandsmüll – und behalten deren Geld, damit die verarmen. Der Plan ging laut Eann auf:

Wie der “UK Economist” schreibt, seien vierzehn Prozent der Amerikaner in einer so verzweifelten wirtschaftlichen Lage, dass sie Lebensmittelmarken der Regierung für Grundnahrungsmittel beziehen müssten. Seit der Wirtschaftskrise sei die Zahl jener, die Nahrungsmittelhilfe benötige von 25 auf 48 Millionen Personen gestiegen. Um die anstehende US-Budgetkrise zu bewältigen, hätten die Republikaner vorgeschlagen, das Lebensmittelmarken-Programm im Umfang von 65 Milliarden US-Dollar um 20 Prozent zu reduzieren, so der “UK Economist”. 

Da sieht man, das Hunger nicht mehr nur ein Problem in Afrika ist, wie die neuen Massenmorde in Afrika beweisen. Massenmorde? Ja, jedes Kind, das im 21. Jahrhundert an Hunger stirbt, darf als ermordet gelten. Massenmord ist somit gesellschaftsfähig geworden, aber die Gründe, aus denen man ihn unternimmt, sind unterschiedlich. In den reichen USA hungern die Menschen aufgrund der Wirtschaftsordnung, der, der die Wirtschaft ordnete, hatte beschlossen, das eine kleine Gruppe Bürger viele deutsche Sportwagen bekommt und eine große andere Gruppe dafür nichts zu essen. Wir kennen das aus Deutschland: hier hat man das Prinzip als „Hartz IV“ umgesetzt, die Slowakei ist laut Süddeutscher gerade dabei, dem noch eins draufzusetzen:

„Die geben doch eh alles für Alkohol und Tabak aus“: Mit solchen Klischees müssen sich viele Sozialhilfeempfänger herumärgern. In der Slowakei werden die Vorurteile jetzt Regierungspolitik. Mit einer neuen elektronischen Karte will der Staat kontrollieren, wo und für was die Sozialhilfe verwendet wird – und sogar Tageslimits einführen.

Da die Slowakei seit 2004 Mitglied der Nato und der EU ist, geht uns das schon ein wenig was an: die dort auf diese Weise geordnete Euroabgabe an die Bevölkerung könnte schnell europaweit Beispielcharakter bekommen, Menschenrechte interessieren da weniger und auch unser Massenmörder wird dort lobend erwähnt, siehe DiePresse:

„Auch in die Slowakei sollte so ein Idol kommen wie dieser Norweger, er könnte sich hier bis zur Sättigung austoben“

Wie man sieht, bringt das Marketing erste Erfolge. Wollen wir hoffen, das die Vorraussage des „Starökonoms Roubini“ eintrifft und die Eurozone vor dem Zusammenbruch steht – dann wären wir auch dieses kleine „Musterländle“ los. Allerdings … könnte es dann schon zu spät sein. Ich schätze mal, die Zahl der „Idole“ wird jetzt zunehmen, die Medien haben ja zehn Jahre lang gezielt an einem entsprechenden Klima gearbeitet.

Wo sich jetzt schon ausgetobt wird, ist Libyen. Dort werden nun gezielt Lebensmittellager bombadiert, die medizinische Lage im Land ist jetzt schon so katastrophal, das die IPNNW die sofortige Einstellung der Kämpfe fordert. Die Anwort der Nato war eindeutig, siehe scharf links:

In der Nacht zum 17. Juli erschüttern zwei Stunden lang die Abwürfe von rund 70 Bomben mehrere Wohnviertel in Tripolis. Die Hochhäuser in der ganzen Stadt erzittern wie bei einem Erdbeben, viele Anwohner flüchten voller Angst auf die Straße. Zahlreiche Gebäude werden zerstört und die Bewohner unter den Trümmern begraben – seit 120 Tagen ist dies nun Alltag in Libyen. Das besonders schwere Bombardement an diesem Sonntagmorgen war offenbar die Antwort der NATO auf die Großdemonstration vom Freitag, wo erneut Hunderttausende gegen den NATO-Krieg protestierten und ihre Unterstützung für die Regierung demonstrierten.

Das nennt man „Bombenterror gegen die Zivilbevölkerung“, das hat Hitler auch gemacht.

Die Nato kündigt diese Angriffe auch ganz offiziell an – nicht das jemand denkt, hier würde wieder eine Internetlegende geschaffen – siehe Standard:

Unterdessen kündigte die NATO Angriffe auf zivile Einrichtungen in Libyen an

Dabei handle es sich um frühere Ställe, landwirtschaftliche Einrichtungen, Lagerhäuser, Fabriken und Produktionsanlagen für Lebensmittel.

Wenn die für Gaddafi sind, dann sollen die gefälligst hungern. Das ist das, was wir „Demokratie“ nennen und in Deutschland als Hartz IV zu beobachten ist: „Wer nicht pariert, der hungert!“ Wieso sollte es da Libyern besser gehen? Massenmord – ist eben gesellschaftsfähig.

Große Presse bekommt man dann, wenn man sich wehrt. Das kosovarische Polizei serbische Grenzposten besetzt hat, ist kaum eine Notiz am Rande wert, das aber Angehörige einer serbischen Minderheit im Kosovo jenen Posten dann „zurückerobern“, wird zum internationalen Skandal … mit einer kleinen bedeutsamen Notiz am Rande, siehe Spiegel:

„Die Gewalttaten sind bestellt, geplant und geleitet von den höchsten Ebenen der serbischen Regierung“, sagte Thaci am Mittwochabend.

Thaci ist der momentane Regierungschef im Kosovo. Laut Wikipedia ist er … ein „interessanter Mensch“:

In einem Bericht des Bundesnachrichtendienstes (BND) aus dem Jahr 2005, den der deutsche Publizist Jürgen Roth in der Schweizer Weltwoche veröffentlichte[6], wird Thaçi als eine der drei Schlüsselfiguren bezeichnet, die im Kosovo als Verbindungsglied von organisierter Kriminalität und Politik funktionieren. Er kontrolliere einen bedeutenden Teil der kriminellen Aktivitäten im Kosovo und sei Auftraggeber eines Profikillers. Während seiner Zeit als UÇK-Führer habe Thaçi einen „Sicherheitsdienst“ kontrolliert, „ein im gesamten Kosovo aktives kriminelles Netzwerk“. Außerdem habe er nach dem Krieg direkte Kontakte zur organisierten Kriminalität in Tschechien und Albanien unterhalten. Nach BND-Angaben war Thaçi zumindest im Oktober 2003 in umfangreiche Drogen- und Waffengeschäfte verwickelt.

In einer zweijährigen Untersuchung des Europarats unter Leitung des Schweizer Europaratsabgeordneten Dick Marty werden Thaçi und weiteren früheren Führer der kosovarischen Befreiungsarmee UÇK Verwicklungen in illegalen Organhandel und Beteiligung an Auftragsmorden und anderen Verbrechen vorgeworfen. Die Untersuchung durch den Europarat wurde ausgelöst durch ähnliche Anschuldigungen der ehemaligen Schweizer Chefanklägerin des Haager UNO-Tribunals Carla Del Ponte im Jahr 2008.[7][8] 

Drogengeschäfte, Waffengeschäfte, Organhandel, Auftragsmorde: das ist „unser Freund“ im Kosovo – und geplante, bestellte und von höchster Ebene geleitete Gewalttaten sind für ihn denkbar. In Deutschland dürfte man so etwas nicht sagen – hierzulande wäre das eine „Verschwörungstheorie“.

Aktuell hat laut Fokus die Nato den serbischen Grenzposten von den Serben zurückerobert:

Die Serben wollen erreichen, dass im zerstörten Grenzübergang Jarinje nach seiner Wiedereröffnung erneut serbische Beamte ihren Dienst verrichten. Anfang dieser Woche hatte die Kosovo-Regierung den Grenzpunkt übernommen, weil sich die Serben nicht an die Anweisungen aus Pristina gehalten hatten.

Also hat der Verbrecher aus dem Kosovo den Serben Befehle erteilt und ihre Grenzposten besetzen lassen, als die es wagten, die Befehle eines Mörders nicht zu befolgen, was dann eine serbische Minderheit im Kosovo so geärgert hat, das die zurückgeschossen haben, woraufhin die Nato dem Organhändler zu Hilfe geeilt ist und den Serben ihren eigenen Grenzposten wieder entrissen hat? Die Nato, die in Libyen gerade die Grundversorgung der Bevölkerung zusammenbombt, damit die genauso hungern wie die von der Dürre betroffenen Afrikaner?

Darf ich dann die von der Nato in Libyen vorgelebte Strategie mit Verweis auf die Neudefinition von Hungertoten „Massenmord“ oder „Vorbereitung zum Massenmord“ nennen? Dann könnte ich mir besser erklären, warum wir Organhändler im Kosovo militärisch unterstützen.

Dürfen wir dann die griechische Schuldenaffäre ebenfalls unter Massenmordverdacht stellen? Und das am Besten gleich auf Deutschland ausweiten? Ja, wir sollten nicht glauben, das wir als kleine Luxusautoproduzenten der Armut entkommen werden, das Geld, das wir aus den USA für unsere Autos einnehmen, landet direkt bei den Banken, die jetzt die Umschuldung Griechenlands organisieren und dabei die günstige Gelegenheit bekommen, „ihr Schäflein ins Trockene zu bringen“, wobei laut Spiegel unklar ist, ob sie sich für diese Rettungsarbeit an den eigenen Finanzen auch noch bezahlen lassen.

Und damit wir gar nicht erst auf die Idee kommen, wir könnten der internationalen Massenmordwelle im deutschen Musterländle entkommen, zeigt „Plus-minus“ uns die Folgen für Deutschland auf, wo der Staat mitlerweile nicht mehr nur die Vermögen der Arbeitslosen einkassiert, sondern sich auch Mittel und Wege sucht, sich an Rentnern gütlich zu tun:

Auch Lieselotte Wisslicen musste ihre schwer demente Mutter in einem Pflegeheim unterbringen. Das Sozialamt fordert mittlerweile über 32.000,- € von ihr. Weil sie als Hausfrau nichts verdient, hat man es auch bei ihr auf das Vermögen abgesehen. 
Ein altes Haus hat sie sich fürs Alter angeschafft. Darin lebt ihre eigene Tochter, alleinerziehend mit ihrem Kind. Die Forderung des Amtes: Sie soll dieses Haus verkaufen, dann könne sie alle für die Mutter erbrachten Sozialleistungen zurückzahlen. Die Betroffene ist empört, dass sie ihre alleinerziehende Tochter samt Enkel aus dem Haus werfen soll, um den Unterhalt der Mutter zu bezahlen. 

Da hat der Deutsche sich doch extra schon keine Kinder angeschafft, weil sie Armutsrisiko Nr. 1 geworden sind – und nun merkt er, das seine Eltern ebenfalls ein Armutsrisiko darstellen.  Kinder zu haben kann man vermeiden, Eltern zu haben nicht.

Dabei stellen Pflegeheime eine gute Investition da, selbst für den kleinen Geldbeutel:

Bei Pflegeimmobilien können Sie auch als Privatanleger ab 5.000 Euro  Eigenkapital die hohen Renditen von Grossinvestoren erreichen.

Für die Rendite müssen allerdings andere zahlen, siehe Spiegel:

Die Zahlen sind erschreckend hoch: 348.000 Menschen würden in Deutschland nicht ausreichend mit Nahrung und Trinken versorgt – das ist ein Drittel der Pflegedürftigen, die in Heimen leben oder von Pflegediensten betreut würden. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Deutschen Instituts für Menschenrechte (DIMR). Sogar fast die Hälfte der Betreuten, rund 440.000 Menschen, lägen wund und hätten Druckgeschwüre. Angesichts dieser erheblichen Mängel kommt das DIMR-Papier zu dem Ergebnis, dass es in Deutschland keine flächendeckende und menschenwürdige Grundversorgung Pflegebedürftiger gebe.

Der Bericht stammt aus dem Jahre 2006. Aktuell sieht es aber auch nicht besser aus:

Die Menschenrechtskommission des Bundestages hat bereits 2003 festgestellt, dass in der deutschen Altenpflege „strukturelle menschenrechtliche Defizite“ bestehen und eine „flächendeckende Gewährleistung der diskriminierungsfreien menschenwürdigen Grundversorgung“ nicht gewährleistet ist. An dieser Situation hat sich, wie der jüngste Bericht des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen zur Qualität der Heimpflege zeigt, wenig geändert.

So der leitende Arzt der Rettungsstelle des Vivanteskrankenhauses in Kreuzberg, wo die Pflegeopfer dann aufschlagen.

Damit … sind die Massenmorde (der „Hunger“) schon direkt unter uns – direkt im Pflegeheim nebenan. Ganz ohne Bomben. Hunderttausende hungernde Menschen in Deutschland, die dazu mißbraucht werden, ihre Kinder noch ärmer zu machen, damit der Hunger auch bei ihren Enkeln eine Chance bekommt … und da wundern wir uns darüber, das manch einer auf die Idee kommt, das Massenmord auch als Marketinginstrument tauglich ist?

Hunger als Motivationsfaktor ist fester Bestandteil deutscher Sozialpolitik: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“ – das ist der Geist der deutschen Politik. Aus dieser Richtung heraus wundert es nicht, das wir Organhändlern im Kosovo helfen, ausländische Grenzposten zu erobern und einem Militärbündnis angehören, das mit Bombengewalt Hunger in der Welt fördert.

Schade, das wir keine kriminellen Organhändler sind. Da hilft uns weder die Nato, noch dürfen wir fragen, ob hinter den Verwerfungen und Zerrüttungen der Zivilgesellschaft eine finstere Absicht stecken könnte.

Laut Welt weist die Chefin des norwegischen Geheimdienstes inzwischen den Verdacht zurück, der Massenmörder Breivik sei geisteskrank gewesen.  Sieht man genau hin, versteht man auch warum: Massenmord ist doch längst gesellschaftsfähig geworden. Wir reden nur nicht darüber.

 

 

 

 

 

Die Europleite

So langsam zieht sich die Schlinge so fest zu, das man auch in Deutschland kaum noch Luft zum Atmen hat. Die UN rügt Deutschland wegen der willentlichen und systematischen Produktion von Armut, die verschiedenen Methoden zur Desensibilisierung der Bürger rücken langsam in den Fokus der Öffentlichkeit, während man andererseits den wirklichen Zustand unserer Wirtschaft an der steigenden Anzahl unverkäuflicher Immobilien ablesen kann. Und nun tritt überraschend etwas ein, das man vorher schon genau wusste - nicht umsonst gab es ja den Begriff PIIGS-Staaten. Aber mal ehrlich ... während des Dramas über die Rettung von Griechenland: hat da auch nur einer nebenbei mal erwähnt, das es sich hier um das kleinste Problem der Eurozone handelt?

So langsam zieht sich die Schlinge so fest zu, das man auch in Deutschland kaum noch Luft zum Atmen hat. Die UN rügt Deutschland wegen der willentlichen und systematischen Produktion von Armut, die verschiedenen Methoden zur Desensibilisierung der Bürger rücken langsam in den Fokus der Öffentlichkeit, während man andererseits den wirklichen Zustand unserer Wirtschaft an der steigenden Anzahl unverkäuflicher Immobilien ablesen kann. Und nun tritt überraschend etwas ein, das man vorher schon genau wusste – nicht umsonst gab es ja den Begriff PIIGS-Staaten. Aber mal ehrlich … während des Dramas über die Rettung von Griechenland: hat da auch nur einer nebenbei mal erwähnt, das es sich hier um das kleinste Problem der Eurozone handelt?

Nein. Wir bekommen den Horror häppchenweise serviert, damit wir auch wirklich alles schlucken.

Horror? Ist das nicht ein übertriebenes Wort? Nun, erstmal stammt es nicht von mir, sondern von der Welt, die meint, die Eurorettung könne nur in zwei Horrorszenarien enden:

Horror 1: man gibt seine nationale Finanzsouveränität an die EU ab – womit eine demokratisch nicht legitimierte EU-Regierung Faktum wäre

Horror 2: man amputiert die Schuldenstaaten aus der EU.

Beide Szenarien machen nicht gerade glücklich, im ersteren Fall würden wir uns so langsam in einer wirtschaftlich determinierten politischen Diktatur wiederfinden, die uns den letzten Cent aus den Taschen ziehen würde, im anderen Fall würden sich die afrikanischen Hungergebiete auf den südeuropäischen Raum ausweiten … ohne Garantie, das ihnen das reichen würde.

Merkt man langsam, warum Menschen mit Bildung und Macht dazu neigen, sich immer mehr Geld unter den Nagel zu reißen? Die wissen, das die Uhr tickt, die Stunde Null rückt näher: entweder hat man dann genug für die „Sicheren Zonen“ … oder man bleibt draußen, wo Heulen und Zähneknirschen den Alltag bestimmen.

Eine übertriebene Befürchtung?

Auf jeden Fall würden die Horrorszenarien Milliarden von Euro verschlingen. Amputiert man die Schuldenstaaten, müssten wieder notleidende Banken gerettet werden. In beiden Fällen müssten die Bürger „harte Einschnitte“ hinnehmen, weil ja … kein Geld mehr da ist. Reagiert man aber nicht, drückt man sich weiter um Entscheidungen, wachsen die Kosten (d.h. unsere Staatsschulden) einfach noch weiter an.

Die Methode ist immer die gleiche und wurde schon oft beschrieben. Erstmal werden Kredite gewährt, dann nörgelt eine Ratingagentur, Hegdefonds beginnen mit Wetten gegen die Staatsanleihen, was diese noch weiter verteuert, weshalb sie schwerer zu erhalten sind und das Land in einen Abwärtsstrudel ziehen. Die Kredite selbst fallen aber nicht aus dem Himmel, noch werden sie versoffen – man erinnere sich daran, wie oft die NATO eine Erhöhung der Rüstungsausgaben angemahnt hat … und weiterhin anmahnt, obwohl der Hauptgrund (der „böse“ Russe) zweit zwanzig Jahren „niedergerüstet“ wurde.  Da gab es eindeutige „Befehle“ von oben – und schon hatten die Banken einen Grund, ihre Kredite auch Olivenbauern zu gewähren, die sich die teuren U-Boote niemals hätten leisten können.

Aber dafür gibt es ja Kredite aus Deutschland, welches dann – welch Zufall – gleichzeitig auch die Waffen liefert. Um siebzig Prozent sind die Waffenexporte der BRD von 2004 bis 2009 gestiegen, meldet aktuell die Welt und berichtet nebenbei über diverse illegale Aktivitäten deutscher Politiker und Unternehmen, um diese Waffen an jedermann gewinnbringend zu verhökern: da verlassen auch schon mal Lieferungen auf „Geisterschiffen“ deutsche Häfen gegen den ausdrücklichen Willen des Parlamentes.

Waren die Flotten der Südeuropäer zu Zeiten des kalten Krieges noch überwiegend mit veraltetem (aber preiswertem) US-Material (zum Teil aus dem letzten Weltkrieg) ausgerüstet, verfügen sie mitlerweile über den Standard von Industrienationen, obwohl der böse übermächtige Feind seit zwanzig Jahren verschwunden ist.

Wir brauchten diese Waffen nicht – und konnten sie auch nicht bezahlen. Das hätte jedem Banker bekannt sein müssen – aber als Menschen ohne Ethik, Moral, Gewissen und Verantwortungsgefühl für die Gemeinschaft, in der sie sicher und geborgen leben und ungestört ihre Geschäfte erledigen können, war ihnen das nicht nur egal, sondern auch hochwillkommen. Man wusste, es würde der Zeitpunkt kommen, wo man zugreifen konnte um dann ganz dick abzukassieren.

Heute wissen wir, das ab sofort Italien dran ist. Man wird mutiger und schnappt sich gleich den dicken Fisch, während man sich  Portugal und Spanien als Nachtisch reserviert. Man hat auch allen Grund zum Mut, da inzwischen klar sein dürfte, das der „Privatsektor“ ungeschoren davon kommt.  Das macht Appetit auf mehr … und inzwischen merken auch die europäischen Regierungen, das es selbst für sie am Ende eng werden dürfte: das ganze Spiel nutzt in erster Linie dem riesigen US-Kapital, das sich Europa als willkommene Beute schnappt. Wie sollten wir hier auch auf Bündnistreue und Gnade hoffen, wo wir gerade erleben dürfen, das der Kapitalismus wie ein Krebsgeschwür sein Ursprungsland zerstört. Nicht mehr lange, dann können die USA ihre Atomraketen und Flugzeugträger zwecks Schuldentilgung China übergeben, jenem Land, das dem Kapitalismus inzwischen Tür und Tor geöffnet hat, sofern nur die politischen Pöstchen nach herkömmlicher Art besetzt werden.

Dafür gibt es dann auch Porsche für die Arbeiter und Bauern, was diese sicher sehr glücklich macht.

Undenkbar? Und wie ging es mit der UdSSR zu Ende? „Plötzlich und unerwartet“… weil sie wirtschaftlich am Ende war – angeblich „niedergerüstet“? Erzählt man uns das nicht, das der Zusammenbruch der DDR daherkam, das sie wirtschaftlich völlig am Boden lag? In etwas so wie Europa und die USA jetzt gerade – „niedergerüstet“ wie Griechenland? Und … wer übernimmt uns dann? China … oder konzernfinanzierte Söldnertrupps?

Man kann langsam den Eindruck bekommen, das auch in politischen Kreisen die Erkenntnis greift, das das Ende nah ist. Ein Krisentreffen jagt das nächste, ein Land nach dem anderen fällt dem brutalen Spardiktat des Finanzmarktes zum Opfer, eines Marktes, der sich nicht scheut, mit der Förderung von Kinderarbeit, Atomkraft, Landminen, Pornografie, Umweltvernichtung und anderen menschenfeindlichen Aktivitäten Renditen für wenige auf Kosten aller zu erwirtschaften.

Man fängt sogar an, das Unglaubliche zu wagen und die ausführenden Organe des Marktes selbst anzugreifen, in dem man eine Zerschlagung des Ratingkartells fordert … und dabei das erste Mal zugibt, das es so etwas wie „Absicht“, „Verschwörung“ und „Niedertracht“ in der internationalen Welt der Politik und Finanzwirtschaft geben könnte, die ansonsten immer als harmonischer menschenfreundlicher Ponyhof beschrieben wurde, Bundespräsident Wulf fordert sogar, Ratingagenturen für den angerichteten Schaden haften zu lassen: ein Witz, denn dann wäre im Finanzbusiness so wenig Profit zu machen wie in der Atomindustrie, wenn man die für ihre Risiken haften lassen würde. Schaden anrichten, Rosinen picken, Rechnung vom Steuerzahler bezahlen lassen: nur so wird man echter Leistungsträger.

Das ist doch auch das Geschäft eines jeden kleinen Anlageberaters: die private Altersvorsorge der Bürger in die eigene Tasche schaufeln und den Rest der ARGE/dem Jobcenter, dem Sozialamt oder der Rentenkasse überlassen, während man laut propagiert, das jetzt der Moment gekommen ist, wo der Bürger mal selbst für sich sorgen soll.

Muss er auch … nur ist er umgeben von Räubern und Dieben, was seine Situation erschwert.

Bis er das merkt, ist es zu spät. Bis er merkt, das die Zeit gekommen wäre, die Autobahnen zu blockieren, die Flughäfen dicht machen, sämtlich Banken zu verstaatlichen und das Raubvermögen sicherzustellen um es zurück in den Besitz der Allgemeinheit zu führen, wird es schon längst keine funktionierenden staatlichen Stellen geben, die seinem Willen Ausdruck verleihen könnten: Arbeitslose und Jobcenterfallmanager werden Seite an Seite bei den kirchlichen Suppenküchen anstehen und dann deutlich sehen, welches Spiel man mit ihnen gespielt hat.

Bis dahin wird noch etwas Zeit vergehen und wir werden mit dem üblichen Spiel unterhalten: Managermagazin und Spiegel  melden ein Krisentreffen, welches das Handelsblatt umgehend dementiert. Nebenbei schielt man im Spiegel auf noch auf den möglichen Bankrott Japans, von dem wir bislang noch gar nicht so richtig Notiz genommen hatten, weil wir ja mit der Nachricht beruhigt wurden, das die Tokioter Börse nur wegen den Arbeitslosen in den USA schwächelt.

Dabei wissen wir, das der Euro verloren ist. Nach Italien wird man sich Frankreich vorknöpfen (und nebenbei noch ein paar Kleckerländer wie Portugal und Spanien erledigen), nach der Rettung Frankreichs vor den Hedgefonds wird Deutschland endlich soweit verschuldet sein, das die Ratingagenturen auch hier ordentliche Zinsaufschläge für angemessen halten.

Das war es dann für den Euro … und dann wird die EU Härte gegen Deutschland zeigen müssen, so wie sie jetzt Härte gegen Griechenland zeigt.

So gesehen wird es logisch, das die Wirtschaftsredaktionen der großen systemtragenden Medien nervös werden: sie werden wissen, wohin die Reise geht.

Aber sie hatten gedacht, das sie selbst und ihre Anlageberater noch mehr Zeit hätten, bis man die europäischen Kernstaaten angreift.

Nun … das war wohl ein Irrtum.

 

Deutschland in Geiselhaft, Euro tot, Demokratie vom Aussterben bedroht, RFID-Chip kommt

Es gibt eine Reihe von ziemlich wichtigen Themen in diesem Jahr. Die Einführung der Funkchipkarte durch die Sparkassen zum Beispiel. Ein weiterer Schritt zur Abschaffung des Menschen im Produktions- und Erwerbsprozess. Wie haben schon viele derartige Schritte hinter uns, die wir kritik- und widerstandlos hingenommen haben. Seit Mitte der sieziger Jahre gibt es die Warnungen davor, das die Automatisierung der Massenproduktion die Arbeit verschwinden lassen wird - und sieh da: die Arbeit verschwand. Als Nebenwirkung der automatischen Produktion entstanden Müllberge und Moden. Immer öfter müssen Produkte immer schneller ausgetauscht werden, denn: die Maschinen produzieren ohne Unterlass.

Es gibt eine Reihe von ziemlich wichtigen Themen in diesem Jahr. Die Einführung der Funkchipkarte durch die Sparkassen zum Beispiel. Ein weiterer Schritt zur Abschaffung des Menschen im Produktions- und Erwerbsprozess. Wie haben schon viele derartige Schritte hinter uns, die wir kritik- und widerstandlos hingenommen haben. Seit Mitte der sieziger Jahre gibt es die Warnungen davor, das die Automatisierung der Massenproduktion die Arbeit verschwinden lassen wird – und siehe da: die Arbeit verschwand. Als Nebenwirkung der automatischen Produktion entstanden Müllberge und Moden. Immer öfter müssen Produkte immer schneller ausgetauscht werden, denn: die Maschinen produzieren ohne Unterlass.

Das alles ist hinlänglich bekannt, es hätte zu einem Paradies werden können. Stattdessen basteln wir an unserer eigenen Hölle. Vierzig Jahre später dürfen wir wohl mal eine Resümee ziehen. Die Verantwortung für die von den Maschinen verschuldete Massenarbeitlosigkeit haben wir den Arbeitslosen, ihren Familienangehörigen und vor allem ihren Kindern aufgedrückt. Wie Schweine auf dem Hof jagen wir sie durch die leeren Arbeitsmärkte, damit sie sich von den letzten Resten das Arbeitsmahls ernähren. Viele andere werden „beschäftigt“: als Manager, Verwaltungsangestellte, Versicherungsmakler, Investmentbanker, Anlageberater. Ganz viele Menschen verdienen sich eine goldene Nase durch die Mitarbeit an den Verteilungskämpfen des von den Maschinen erarbeiteten Reichtums.

Unser Alltag ist der Alltag von gejagtem Wild geworden. Von unserer „Beschäftigung“ rasen wir ins Geschäft, wo wir mitlerweile selbst alles einpacken müssen, das Fließband gibt uns eine Akkordgeschwindigkeit vor, die wir nicht lange durchhalten würden, müssten wir sie öfter machen, dann schnell nach Hause, die Kinder wollen versorgt werden. Wünsche nach „Entschleunigung“ nehmen wir nur mit bitterer Miene war: wir sind auf der Flucht vor der Armut, die die Verteilungskämpfer absichtlich erzeugt haben.

Die Chipkarte der Sparkasse ist jedoch nur ein Schritt von vielen, der darauf hindeutet, das man uns auf der Alltagsflucht auf Schritt und Tritt beobachten möchte. So hat man uns unter Kontrolle. Wir finden die RFID-Chips schon in Reisepässen, Personalausweisen, Büchern, Nummernschildern, Tieren und Menschen, obwohl ihre Entsorgung problematisch ist und sie dazu neigen, empfindliche medizinische Geräte in Krankenhäusern zu stören.

Wie in den siebziger Jahren erkennen wir die Gefahren für die Gesellschaft, die von dieser neuen Technik ausgehen, die – natürlich – auch mal wieder Arbeitsplätze kosten wird.

Das ist uns aber mitlerweile egal.

Die Gründe für diesen Gleichmut kann man ganz offen der konservativen Tagespresse entnehmen. Man muss dazu nicht auf versteckte verschwörungstheoretische Seiten schleichen, wo man zwischen Reptiloiden, Nazi-Ufos und Lichtnahrung auch Warnungen vor einer zunehmenden Verfinsterung der Welt erhält. Die Wahrheit über unsere Demokratie, über den Euro und über Deutschland liegt ganz offen zu Tage, jeder weiß es: es ist kein Geheimnis.  So formuliert heute die Welt:

Ratingagenturen nehmen Griechenland in Geiselhaft

Hintergrund: über die Beurteilung der „Bonität“ haben die Ratingagenturen Dominanz über die Zinsentwicklung. Ist das Rating mies, steigen die Zinsen: das Geld fließt aus der Volkswirtschaft in die Kassen der  internationalen Banken, die sich trotz Krise seit Jahrzehnten schön reich gerechnet haben und sich jetzt noch reicher rechnen können. Seltsamerweise prüfen die Ratingagenturen die Bonität nie so genau, wenn der Kreditzirkus beginnt. In der Phase der „Anfütterung“ eines Staates ist man mit dem Rating immer sehr großzügig, selbst bei Ländern, bei denen einem jetzt – ganz überraschend – auffällt, das sie ausser Oliven nichts zu bieten haben.

Nehmen wir mal eine andere Schlagzeile.

Terroristen nehmen Arbeitgeberpräsident in Geiselhaft

Der gleiche Satz, gleiche Straftat, andere Täter. Ist auch wirklich geschehen.

Und wie haben wir reagiert?

Wir schauten, aus welcher politischen Ecke diese Terrorköpfe stammten und erließen einen Extremistenerlass, um alle potentiellen Unterstützer der Geiselnehmer aus dem Staatsdienst zu entfernen. Jeder, der nur entfernt „links“ war, verlor seinen Job. Es ging immerhin um Geiselname, da wollte man nicht zimperlich sein, immerhin war die Geisel ein netter Mensch gewesen, so meint jedenfalls sein Nachfolger Dieter Hundt:

Hanns Martin Schleyer war ein vehementer Verfechter des Prinzips „Freiheit in Verantwortung“. Für ihn gehörte zur wirtschaftlichen Freiheit zwingend auch die soziale Verantwortung des Unternehmers. Er war eben nicht der Verfechter eines schranken- und zügellosen Kapitalismus, zu dem ihn seine Mörder stempeln wollten. Hanns Martin Schleyer stritt hart für seine Überzeugungen, aber nie unfair – und stets mit dem Respekt vor der Meinung und der Freiheit des Anderen. Er war immer bereit, im Interesse der Menschen und der Sache den Kompromiss zu suchen.

So starb mit Hanns Martin Schleyer auch jener Unternehmertypus aus, der sich seiner sozialen Verantwortung bewußt war. Welch´ schrecklicher Zufall. Aus solchen Zufällen wurde später das „RAF-Phantom“, das zumindest die späteren Täter nur noch als ausführende Organe der Geheimdienste ansah, ein Verdacht, den wir angesichts der seltsam unlogischen Opferauswahl der Terroristen im Auge behalten sollten.

Nun haben wir erneut eine Geiselnahme in Europa, diesmal ist es ein ganzes Land. Das hatten wir auch schon mal, auch das ist nicht neu. Polen, Tschechien, Österreich, Dänemark wurden dereinst wie viele andere Länder auch als Geiseln genommen, ihre Vermögen (bis heute ohne Entschädigung) nach Deutschland überführt, ihre Menschen versklavt und in die deutsche Industrie gepresst.

Die Folgen?

Die Demokratien haben den Tätern ebenfalls den Krieg erklärt. Es wurde ein blutiger Weltkrieg daraus.

Was aber geschieht bei der griechischen Geiselnahme?

Identifizieren wir wieder mal die Ideologie der Täter und steuern mit einem neuen Extremistenerlass dagegen, schmeißen erstmal alle Terrorsympathisanten aus öffentlichen Ämtern heraus, um im Anschluss daran den Tätern selbst – nachdem wir ihnen die Unterstützerbasis entzogen haben – den Krieg zu erklären?

Nein.

Wir bezahlen, erhöhen unseren Garantieanteil um 81 Milliarden Euro, obwohl zum Beispiel an der Börse keiner mehr an einer Lösung des griechischen Problem glaubt, Ökonomen vor einem chaotischen Zerfallsprozess der Eurozone warnen und die Bundesbank eine Dauerpleitegefahr sieht.

Wieso dieser plötzliche Sinneswandel in der Politik? Wieso machen die Politiker ihren Job nicht mehr? Griechenland ist in Geiselhaft – und Natomitglied. Das ist doch ein Beistandspakt, oder? Hunderte von Millionen Europäern leiden … wegen einer Handvoll Ratingagenturen? Gegen Wehrmacht und RAF ist man mit aller Entschlossenheit vorgegangen, hat systematisch alle Sympathisanten trocken gelegt und die verbleibenden aktiven Elemente dann nach und nach ausgeschaltet, gegen die Geiselnahme durch Ratingagenturen soll man da machtlos sein?

Wenn man da wirklich machtlos ist … dann ist auch Deutschland in Geiselhaft.  Sieht man ja auch daran, das wir bezahlen.

Dann ist aber auch der Euro tot, denn er ist dem undurchschaubaren Urteil von Menschen ausgeliefert, die keiner kennt noch jemand kontrollieren kann – aber alle hören auf sie, selbst wenn sie Riesenmegakredite auf Oliven über viele Jahre hinweg befürwortet haben.

Und unsere Demokratie … ist dann akut vom Aussterben bedroht. Wir werden „Ratingagenturkolonie Westeuropa“.

Versteht man nun, warum manche Menschen auf diese RFID-Technology so panisch reagieren? Es besteht der dringende Tatverdacht, das die Geiselnehmer ihren Besitz mit Brandzeichen versehen wollen.  Ich würde diesen Tatverdacht angesichts der täglich demonstrierten Hilflosigkeit der Politik auch nicht so einfach als unbegründet ansehen.

Sicherheitshalter sollte man da mitlerweile mit dem Schlimmsten rechnen – das vermag einem in Zukunft unangenehme Überraschungen ersparen.

Griechenland in der Krise: Leere Geldautomaten, Rettungsanker und Jungfrauenverschleppung (Teil 2)

bewoelkt

 

Und weiter mit unserer Griechenland-Bilderschau. Alle Aufnahmen sind in den letzten zwei Wochen entstanden und zeigen die grausame Wirklichkeit hinter den Nachrichten aus dem Fernsehen.

Durch den jüngsten Bankrun sind nun auch die meisten Geldinstitute pleite. Das zeigen die Warnhinweise auf den Geldautomaten:

 

Vielen Griechen bleibt da leider nur der Schuldturm. So wie dieser neu Erbaute. Hier wird der zahlungsunwillige griechische Mitbürger bei Wasser ohne Brot solange festgehalten, bis er seine Schulden bezahlt hat. Man bemerke die alte Landessitte, auf ein vernünftiges Dach zu verzichten da die fälligen Abgaben erst gezahlt werden müssen, wenn das Gebäude fertiggestellt ist.

Viel wurde auch in der EU über die Griechenlandhilfe diskutiert. Wie wir alle wissen, einigte man sich dann doch auf einen Rettungsanker. Hier ein Exklusiv-Foto. Beeindruckend, nicht wahr?

Glücklicherweise ist die Polizei mit modernsten Fahrzeugen ausgerüstet, um die zu erwartenden Hungeraufstände zielgerichtet und blitzschnell bekämpfen zu können.

So auch die eigens mit Milliardenhilfe der EU aus dem Boden gestampfte Stromversorgung, die zweifelsohne zu den modernsten in der Welt gezählt werden kann.

Ebenso die Fahrzeuge der Motorradstaffel, im Volksmund liebevoll „Hellfire“ genannt:

Währenddessen geht der Ausverkauf Griechenlands erst richtig los. Hier sehen wir ein Schiff eines größeren Telekommunikationskonzernes, das gerade mit Antiquitäten, Statuen, abgebauten Denkmälern und den letzten noch verbliebenen Jungfrauen des Landes beladen wird:

Doch der Grund allen Übles ist viel Profaner. Griechenland ist verflucht. Überall im Lande tauchen urplötzlich unheimliche Dinge auf, die von den Eingeborenen hoffnungsvoll als Glücksbringer fehlgedeutet werden.
Gerüchte sprechen von der Rache einer vor kurzem öffentlich verbrannten Hexe, der ein kleiner Fehler mit der Verzauberung der Fortpflanzungsorgane bei einigen nicht genannten Personen aus Regierungskreisen unterlaufen war (nein, davon gibts bestimmt kein Foto – jedenfalls nicht hier). Das würde dann auch die Untätigkeit und das Desinteresse der Regierung wegen der Verschleppung der landeseigenen Jungfrauen erklären (siehe oben).

Tja, da hilft dann auch kein Beten mehr. Die Aussichten sind düster. Armes Griechenland.

© alle Bilder: Wolfgang Menne

Staatsbankrott Griechenland/USA und die Psychopathenwirtschaft

Endlich mal wieder Ruhe an der Nachrichtenfront - dachte ich. Endlich mal Zeit, sich um den Garten zu kümmen, etwas durch die aufblühende Natur zu wandern und das Leben zu genießen. Man braucht ja eigentlich nicht mehr zu Glück: unberührtes Grün, Sonnenschein, ein warmer Frühlingswind - was will man mehr? Für normale, nicht psychopathische Menschen das Paradies. Gut - da durfte man auch nackt herumlaufen, das geht hier nicht, dafür haben wir aber auch keine Schlangen in unserem Paradies, die uns mit Äpfeln locken.

Endlich mal wieder Ruhe an der Nachrichtenfront – dachte ich. Endlich mal Zeit, sich um den Garten zu kümmen, etwas durch die aufblühende Natur zu wandern und das Leben zu genießen. Man braucht ja eigentlich nicht mehr zu Glück: unberührtes Grün, Sonnenschein, ein warmer Frühlingswind – was will man mehr? Für normale, nicht psychopathische Menschen das Paradies. Gut – da durfte man auch nackt herumlaufen, das geht hier nicht, dafür haben wir aber auch keine Schlangen in unserem Paradies, die uns mit Äpfeln locken.

Und da war es wieder: schon werde ich stutzig. Wenn ich wandern gehe, dann dauert das in der Regel viele Stunden. Ich wäre mir dann gerne sicher, das mein Heim noch steht, wenn ich wiederkomme. Kann ich da wirklich sicher sein, wenn ich solche Nachrichten lese, siehe Spiegel:

Hat die Finanzwirtschaft zur Normalität zurückgefunden? Mitnichten. Das System ist genauso anfällig wie vor der großen Krise. Es wird wieder munter gezockt und die Chance für eine Reform verspielt. Ohne eine rigide Umkehr vom bisherigen Kurs droht schon bald ein neues Finanzdesaster.

Das hört sich nicht gut an. Ich habe manchmal den Eindruck, das sich niemand wirklich ernsthaft vorstellen kann, was ein Finanzdesaster wirklich ist. Das ist der Moment, wo man die Klospülung drückt und kein Wasser aus der Leitung kommt, wo die Telefone keinen Ton mehr von sich geben und der Lichtschalter nur noch „klick“ aber nicht mehr hell macht, wo man irgendwann merkt, das man seine CD-Sammlung nicht essen kann. Kaum vorstellbar, das intelligente, verantwortungsbewußte Bürger eines demokratischen Gemeinwesens auf einen solchen Zustand hinarbeiten.

Trotzdem gibt es Menschen, die machen das mit aller Kraft, zum Beispiel in Griechenland, siehe Handelsblatt:

Die Ratingagenturen hegen immer größere Zweifel an der Zahlungsfähigkeit von Griechenland. Standard & Poor’s hat wegen der steigenden Gefahr einer Umschuldung am Montag die Kreditwürdigkeit für das hoch verschuldete Land um zwei weitere Stufen von BB- auf B abgesenkt. Und nun prüft auch noch Moody’s eine Herabstufung von Griechenlands Anleihen. Eine Absenkung um mehrere Stufen sei möglich, teilte die Agentur am Montag mit.

Den Mechanismus kennt man schon, er hat mit normaler Alltagsvernunft wenig zu tun, eher mit dem Verhalten von Raubtieren und Aasgeiern: je schlechter es einem Land geht, umso höher setzt man die Zinsen an, die es zu zahlen hat. Das ist Hartz IV für Länder, wir kennen das Prinzip: je schlechter es einem Menschen geht, umso höher setzen wir die Erwartungen an ihn. Das ist grausam, gemein und eigentlich unmenschlich, aber wir gewöhnen uns dran. Immerhin werden die USA auch nicht verschont, siehe Handelsblatt:

Misstrauensvotum gegen die USA: Der weltgrößte Rentenfonds Pimco verzichtet weiter auf US-Staatsanleihen. Damit nicht genug: Fondsmanager Bill Gross wettet auf fallende Kurse – und hat den Einsatz noch einmal erhöht.

Noch ein Staatsbankrott, der Aasgeier reich macht. Im Managermagazin spekuliert man deshalb schon mal ganz offen mit düsteren Aussichten, die – wenn alle daran glauben – zur Pleite der USA führen:

Beobachtern in Nordamerika will es nicht einleuchten, dass die volle Rückzahlung von Anleihen trotz des für Investoren bekannten Risikos garantiert sein soll. Ein Argument, das den USA als größter Schuldner gegenüber dem Rest der Welt leichter fällt als anderen. Man könnte ja irgendwann selbst in die Verlegenheit kommen, von den Gläubigern einen Verzicht zu verlangen.

Aber es kann doch nicht wirklich wahr sein, das es Menschen gibt, die ihr ganzes Wissen, ihre ganzen Fähigkeiten und ihr Vermögen in den Dienst der Vernichtung von Volkswirtschaften stellen? Jedes ganz normale Gewissen würde in dem Moment aufschreien, weil man weiß, das man den Hungertod von kranken, alten und behinderten Menschen sowie der Kinder billigend in Kauf nimmt – wobei die jungen, gesunden Menschen auch nicht ewig im Chaos überleben werden, immerhin werden auch sie älter. Jeder Mensch, der eine normale politische Sozialisation erfahren hat und weiß, wie schwierig der Aufbau unserer friedlichen Wohlstandskultur war, wieviel Blut, Schweiß und Tränen eine solche Entwicklung über Jahrhunderte gekostet hat, würde den Teufel tun und Hand anlegen an einer solch empfindlichen Struktur.

Was aber … wenn es keine normalen Menschen sind, die dort Unterschlupf gefunden haben? Was, wenn die Konzernzentralen so langsam zum Biotop für Psychopathen werden – und Geisteskrankheit gut bezahlt wird, sofern sie sich nur gegen die Bevölkerung der Länder richtet? Und bezahlt wird recht gut, siehe Manager Magazin:

Die Bosse der großen US-Konzerne haben im vergangenen Jahr prächtig verdient. Nach einer Erhebung des „Wall Street Journal“ (Montagausgabe) stieg der Verdienst im Vergleich zum Krisenjahr 2009 um 11 Prozent auf im Schnitt 9,3 Millionen Dollar. Darin eingerechnet sind das Festgehalt und alle Boni.

Na, bei den Summen könnte ich mir vorstellen, das sogar geistig gesunde Menschen schwach werden und sich an der Ausplünderung der Wirtschaft und des Steuersäckels beteiligen. Diese Ausplünderung kann ja unterschiedliche Formen annehmen, siehe Managermagazin:

Es ist der größte Auftrag in der Geschichte beider Konzerne: Siemens und die Deutsche Bahn haben ihr Abkommen über die Anschaffung von bis zu 300 Hochgeschwindigkeitszügen besiegelt. Der Auftragswert könnte auf  10 Milliarden Euro steigen

Wer wird dieses Luxusprojekt wohl letztendlich bezahlen? Wird das wirklich zu einer Senkung der Kosten im öffentlichen Nahverkehr führen, damit auch ärmere Menschen wieder reisen können? Und ist es nicht letztendlich der deutsche Steuerzahler, der die Investitionen der deutschen Bahn bezahlt – immer noch?

Und bei den Spritpreisen hat der deutsche Steuerzahler was anderes zu tun als noch Vorstandsboni zu finanzieren, die  ja angesichts dieses tollen „Geschäftes“ reichlich fließen werden. Es sind aber auch gerade die Spritpreise, die uns zeigen, in welcher Situation wir uns befinden, siehe Spiegel:

Der Crash des Ölpreises lässt Autofahrer hoffen – viele Spekulanten hat er kalt erwischt. Der weltweit größte Rohstoff-Hedgefonds, Clive Capital, hat binnen vier Tagen rund 400 Millionen Dollar verloren. Auch andere Finanzfirmen machten hohe Verluste.

Wenn es dem Bürger gut geht, dann geht es den Finanzfirmen schlecht – das scheint mir die einfache Gleichung zu sein, auf die wir uns zubewegen. Während aber der Bürger den ganzen Tag damit beschäftigt ist, mit fünf Euro Kapital acht Euro Kosten zu stemmen, haben die Finanzfirmen genug Geld für Lobbyistendivisionen, die ganztätig im Politgeschäft mitmischen.

Und was machen die dort, die Lobbyisten?

Sie sägen vielfältig an dem Ast, auf dem wir alle sitzen, damit kranke, asoziale Staatsfeinde sich noch mehr am Volksvermögen laben können. Ich kann mir vorstellen, das sich das jetzt hart anhört … aber wie sollte ich Menschen nennen, die bestehende Regeln und Gesetze dazu nutzen, ganze Volkswirtschaften in den Ruin zu treiben und billigend in Kauf nehmen, mit dem Ruin der größten Nation der Erde die ganze Welt in ein unvorstellbares Chaos zu stürzen?

Und da fällt es mir gleich schwerer, den seltsamen Hochsommertemperaturmai zu genießen. Schnell bekomme ich das Gefühl, das es eine Riesenschlage ist, die unser Paradies vollständig verschlingen möchte, anstatt nur zum Genuss von Hedgefondäpfeln zu überreden.

Noch mehr wundere ich mich, das ich die Anzeichen für eine solche Entwicklung der ganz normalen, normzensierten öffentlichen Systempresse entnehmen kann und gar nicht mehr Zugriff auf obskure Verschwörungsseiten nehmen muss. Ein Höchstmass erreicht die Verwunderung dann, wenn ich sehe, wie wenig Widerstand der Entwicklung entgegengesetzt wird, obwohl sie so offensichtlich ist.

Würde ich an einem Bach wohnen, an dessen Quelle ein Damm errichtet wird, dann wüsste ich, das ich bald Probleme bekomme.

Aber wir sitzen gemütlich beim Bier in der Dorfkneipe und lassen uns von dem Geschwätz der Dammbauer beruhigen, das momentan mehr Wasser als je zuvor den Bach herunterfließt, während die Dammbaufirma uns sogar noch von einem wandernden Barden unterhalten läßt.

Das dies unser letzter Sommer ist, wird nur wenigen wirklich bewußt … und die will man nicht hören, weil sie den Barden beim Gesang stören, der aktuell so aussieht, siehe Manager Magazin:

Die deutschen Exporteure haben im März so viele Waren ins Ausland verkauft wie noch nie seit Bestehen der Bundesrepublik. Dank der starken Nachfrage aus Europa stieg der Exportumsatz um knapp 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Auch die Importe erreichten eine neue Höchstmarke.

Da jubeln doch alle und lesen deshalb den Artikel nicht zu Ende, was schade ist:

„Die sehr hohen Zuwachsraten, die wir in der Vergangenheit gesehen haben, werden beim Außenhandel nicht so weitergehen“, sagte Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim. „Bei den Auftragseingängen lässt das Tempo bereits nach, ebenso beim Welthandel.“

Das dicke Ende kommt zum Schluss, sagt man. Wetten, dass es sogar so kranke Geister unter uns gibt, die auf dieses Ende wetten?

Medienhunde und Zahlschafe: Wirklichkeiten in Deutschland 2011

Die Medien haben ja eine Wächterfunktion. Sagt man jedenfalls. Sie sollen den politisch und wirtschaftlich Mächtigen auf die Finger schauen, das die nicht ihre Macht missbrauchen und hinterrücks die Monarchie wieder einführen. Eine Zeit lang ging das ja auch ganz gut. Das waren die Zeiten, wo die Regierung noch die Redaktionsräume des Spiegel durchsuchen ließ. Eine unschöne und hässliche Sache, einer Demokratie nicht würdig - aber andererseits führte es dazu, das der Bürger dem Spiegel trauen konnte.

Die Medien haben ja eine Wächterfunktion. Sagt man jedenfalls. Sie sollen den politisch und wirtschaftlich Mächtigen auf die Finger schauen, das die nicht ihre Macht missbrauchen und hinterrücks die Monarchie wieder einführen. Eine Zeit lang ging das ja auch ganz gut. Das waren die Zeiten, wo die Regierung noch die Redaktionsräume des Spiegel durchsuchen ließ. Eine unschöne und hässliche Sache, einer Demokratie nicht würdig – aber andererseits führte es dazu, das der Bürger dem Spiegel trauen konnte. Wenn die Regierung Mist macht, würde der Spiegel schon einschreiten. Darum habe ich ihn gelesen. Jede Woche – jahrelang. Ist aber schon lange her. Während des Studiums bin ich stutzig geworden … ich habe gemerkt, das man anfing, mich zu manipulieren. Es gab wenig Nachrichten, dafür aber viel Kommentar. Nichts gegen Kommentare – sie können einen sehr zum Denken anregen. Ich schreibe ja selber nichts anderes. Aber … es gab Kommentare, die mich mit Gewalt in eine Richtung zu drängen versuchten. Besonders nervig waren die antitheistischen Attacken. Nichts gegen Atheismus – das ist eine private Angelegenheit. Aber Antitheismus ist so nervig wie Jehovas Zeugen – nur wirkt er im Spiegel viel aufdringlicher, weil es sich hier um ein Nachrichtenmagazin handelt, um das Sturmgeschütz der Demokratie und nicht um den Wachturm religiöser Sektierer.

Es gab sicher Zeiten, in denen man „Kirche“ als Ableger der Staatsmacht sehr kritisch gegenüberstehen musste. Das Bodenpersonal Gottes rekrutierte sich jahrhundertelang aus den zweitgeborenen Söhnen des Adels und war genauso machthungrig wie der Rest der Familie – aber das hat ja mit Erkenntnistheorie, Wissenschaftstheorie, Religionsphilosophie, Gnostik oder Mystik nicht viel zu tun. Die Zeiten sind auch noch nicht vorbei. Kirche interessiert sich immer noch für Macht. Sie hat aber kaum noch welche. Sie hilft aber vielen einfachen Menschen, mit dem kumulierenden Wahnsinn um sich herum fertig zu werden, ohne selber dem Wahn zu verfallen. Opium lindert Schmerzen, in hoffnungslosen Fällen sollte man davon Gebrauch machen.

Hinter der Frage nach „Gott“ steckt eine uralte Sehnsucht der Menschen: Neugier. Die Frage nach dem, was  hinter der Welt steckt, einer Welt, die – wie die Physiker jetzt erstaunt im Einklang mit christlichen, hinduistischen und buddhistischen Mystikern feststellt, eigentlich nicht aus Materie besteht. Manche sind sogar so dreist, das sie „Bewußtsein“ als eigenständige Naturkraft in ihr physikalisches Weltbild einbauen wollen….doch hier greift die Wächterfunktion der Medien, besonders des Spiegel und seiner Partner – und auf einmal sind mir mitten drin im Thema Politik, obwohl wir eigentlich gerade bei der Metaphysik verweilten, die eigentlich nur ein Prozent der Bevölkerung wirklich interessiert.

Die „Wächterfunktion“ übernimmt das Sturmgeschütz der Demokratie immer noch – doch nun wird das Volk bewacht. Eine Aufgabe, der sich die anderen Medien dankbar angeschlossen haben, winkt doch eine Einladung zum Bundespresseball, das Medienkreuz mit Eichenlaub und Schwertern. Eifrig lauern die Chefredakteure in ihren Sesseln, ob sich nicht irgendwo im Lande eine Gefahr für die „Demokratie“ entwickelt, jenes System, das ihre Hintern in den Sesseln fett werden läßt, weshalb ihr Engagement in dieser Hinsicht groß ist.

Eifrig lauern die Medien darauf, das sich das Zahl- und Wahlvieh nicht ausserhalb der festgelegten Gatter bewegt. Das System braucht die Gier und den Konsumwahn der Massen, sonst kommt oben zu wenig an. Wenn die auf einmal alle zu Mönchen werden und nur noch ganztätig glücklich ihre Bedürfnisse auslöschen anstatt sich permanent neue einreden zu lassen, mit denen man unglücklich werden kann, dann muss der Chefredakteur hungern – das geht ja nun mal gar nicht.

Darum teilen Kapitalismus und Kommunismus das gleiche streng dogmatische Weltbild des Materialismus. Darum haben Gewerkschafter kein Problem, Rekordboni für Manager durchzuwinken, darum begrüßen Linke im Kern Hartz IV und die Massenarbeitslosigkeit, ohne die sie keine Argumente gegen den Kapitalismus hätten. So läuft das System rund, hat den Anschein eines ordentlichen, umfassenden demokratischen Diskurses, darum bleiben aber auch die Alternativen aus: Atomkraftwerke strahlen weiterhin, Stuttgart 21 wird gebaut, Deutsche Soldaten marschieren ins Ausland, die Bürger werden täglich ärmer, müssen dafür aber mehr strampeln.

Richtig fiesen Ärger bekommt man nur, wenn man … das Gatter verlässt. Die Richtung ist egal. Alles, was nicht den von Experten festgelegten Realitätskriterien entspricht, wird bestraft – zur Not mit Zwangsjacke und Entmündigung.

Das die Hintergrundphilosophie des aktuellen Materialismus ebenso peinlich ist wie die Weltsicht des Katholizismus im Mittelalter, interessiert da keinen:

Der Mensch ist die Krone der Schöpfung!

Er ist das einzige intelligente Lebewesen im Universum!

Seine Technik stellt den Gipfel der universalen Kulturentwicklung dar!

Das sind die Glaubenssätze des neuen naturwissenschaftlich verkleideten Religionsersatzstoffes, dessen Priester sich „Experten“ nennen und deren Tempelwachen „Journalisten“ heissen.

Ein Beispiel?

Manager Magazin. Sonst nüchterner im Gebrauch der Vernunft, glänzt momentan mit einem an sich völlig sinnlosen Artikel, der den Mord an Osama bin Laden in eine Reihe stellt mit Alienlegenden, dem Mord an Kennedy, der fingierten Mondlandung und der – auch für mich neuen – Kartoffelkäferinvasion in der DDR.

All jenen Geschichten und Legenden ist eins gemeinsam: sie stellen die offizielle Meinung in Frage. Aus guten Grund. Es war das Militär, die den Absturz eines UFO´s meldete … und dann die Wetterballongeschichte einstreute. Ohne diese Erstmeldung wüsste heute niemand, wo Roswell liegt.  Und wären nicht die dreißig Zeugen, die mehrere Attentäter gesehen hatten,  kurz nach dem Mord an Kennedy auf unterschiedlichste Art und Weise ums Leben gekommen, dann hätte niemand eine Verschwörungstheorie entwickeln können.

Und wie es momentan aussieht … hätten die Zeugen wirklich was berichten können, siehe Spiegel:

Ballistische Untersuchungen unter Rückgriff auf moderne Methoden der Statistik und der chemischen Analyse zeigten, dass Lee Harvey Oswald damals nicht der einzige Schütze gewesen sei, heißt es in der jüngsten Ausgabe des Fachblatts „Annals of Applied Statistics“. Die seinerzeit von den Experten angeführten Belege, wonach die Möglichkeit eines zweiten Mörders ausscheide, hielten den Tatsachen nicht stand, schreibt der Ex-FBI-Agent William Tobin, der die Arbeit gemeinsam mit dem Statistik-Professor Cliff Spiegelman und dem Chemiker William James von der Texas A&M University vorgelegt hat.

Das bemerkenswerte an diesem Artikel ist: er wird mit Bildmaterial unterlegt, das Hollywoodschauspieler und gemalte Aliens zeigt, so das der Leser gleich weiß: Finger von dem Thema oder du kommst in die Klapsmühle.

Ursachen für Verschwörungstheorien sind Diskrepanzen in der Berichterstattung, die wir aktuell um den erneuten Tod des Osama Bin Laden wieder einmal erleben durften.

Doch die Konzernmedien sind mitlerweile so frech, fühlen sich so sicher im Sattel, das sie ganz offen von ihren Zahlschafen verlangen, jeden Scheiß mit Begeisterung zu fressen, den sie so ablassen – auch wenn es das Gegenteil von dem ist, was sie gestern aus von sich gegeben haben. Wer da noch neugierig hinterfragt, bekommt einen Aliensticker mit Kornkreisrand und der Aufschrift: Jesus liebt Dich aufgedrückt, auch wenn es um ganz knallharte Fakten geht wie die aktuelle Verschwörung hinter den Kulissen des Euro, mit der der Spiegel gerade seine Auflage erhöht:

Unter dem Strich käme ein Austritt Griechenlands mit anschließender Staatspleite die Euro-Staaten und ihre Steuerzahler noch teurer zu stehen. Zusammen mit dem Internationalen Währungsfonds haben sie dem Land Hilfen in Höhe von 110 Milliarden Euro bewilligt – von denen rund die Hälfte bereits ausgezahlt wurde. „Die Euro-Staaten müssten nach der Insolvenz des Landes auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten.“

Und dann stelle man sich vor, die anderen Krisenländer steigen auch noch aus: massive Regelsatzkürzungen ständen ins Haus, Regelsatzkürzungen, die für andere Mitbürger Lohnverzicht und Rentenkürzung bei gleichzeitigem Preisanstieg und Arbeitszeitverlängerung sowie massive Steuererhöhungen bedeuten.

Mit normalen, geistig gesunden Souveränen des Landes wäre so etwas nicht zu machen. Gesetzt den Fall, der Souverän des Landes wäre noch König und nicht nur Volk – kann sich jemand vorstellen, das ein Höfling vor den König tritt und ihm gesteht, das er den königlichen Schatz gerade mal ein paar Privatpersonen im In- und Ausland geschenkt hat? Rübe ab wäre noch das freundlichste, was ihm passieren würde.

Hier jedoch wacht der Medienhund über die Zahlschafe, wacht gründlich darauf, das sie alle in die gleiche Richtung laufen – eine Richtung, die Rechten und Linken gleichermassen gefällt, weil sie alle ihren Vorteil davon haben. Der Souverän dieses Landes – der Bürger – hat ein Halsband um, Hunde links und rechs von sich, die Armutspeitsche hinter sich und wandert so seinem sicheren Ende entgegen.

Warum wir überhaupt noch etwas erfahren, kleine Bruchstücke und Splitter erhaschen? Nun – die Medien müssen jeden Tag die Leere der Seiten füllen. Soviel kann sich kein Phantast ausdenken, erst recht nicht, wenn er zuviel Geld für Konsum hat.

Man kann den Medienhunden natürlich trauen. Man kann brav seien und ihnen hinterherlaufen: das ist nicht verboten und wird mit Lob der Bildzeitung vergütet:

DEUTSCHE HEUTE WIEDER RICHTIG BRAV! SUPER!

Manche brauchen so etwas, das ist auch in Ordnung.  Ich will dann aber kein Gejammer über die ständig klammer werdenden Geldbeutel hören.

Hinter dem Tabu der Verschwörungstheorien stecken handfeste wirtschaftliche Interessen: die Angst davor, man könnte die Gründe für die eigentliche, die große, die wirkliche bedrohliche Verschwörung entdecken: jene, mit der uns eine skrupellose Lumpenelite täglich ärmer werden lässt. Da aber die Täter die Wächter gut schmieren (dafür reicht inzwischen schon die Aussicht auf eine „Festanstellung“), wird man von der erst ganz zum Schluss erfahren, wenn die Bankschalter geschlossen bleiben und die Geschäfte nur noch Gold annehmen.

 

 

 

 

Der Asozialstaat – Deutschland 2011

Deutschland ist ein soziales Land. So habe ich das in der Schule gelernt - und so lernen es meine Kinder heute auch noch. Ich habe extra mal bei "Planet Schule" nachgeschaut: 

Um das Wohlergehen aller zu sichern, hat ein demokratischer Staat wie der Bundesrepublik Deutschland den Anspruch hinzu, die materielle Not der Bürger zu lindern und soziale Gerechtigkeit anzustreben. Wir sprechen von Deutschland als einem Sozialstaat – einem Zusammenschluss von freien Bürgern mit dem Zwecke des gemeinsamen Wohlstandes in sozialer Gerechtigkeit. Alle Bürger sollen im Stande sein, aktiv an den gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen teilzuhaben.

Deutschland ist ein soziales Land. So habe ich das in der Schule gelernt – und so lernen es meine Kinder heute auch noch. Ich habe extra mal bei „Planet Schule“ nachgeschaut:

Um das Wohlergehen aller zu sichern, hat ein demokratischer Staat wie der Bundesrepublik Deutschland den Anspruch hinzu, die materielle Not der Bürger zu lindern und soziale Gerechtigkeit anzustreben. Wir sprechen von Deutschland als einem Sozialstaat – einem Zusammenschluss von freien Bürgern mit dem Zwecke des gemeinsamen Wohlstandes in sozialer Gerechtigkeit. Alle Bürger sollen im Stande sein, aktiv an den gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen teilzuhaben.

Und was macht der Sozialstaat sonst noch so?

Der Sozialstaat setzt sich zum Ziel, menschenwürdige Lebensverhältnisse sicherzustellen, Armut zu bekämpfen, in Notlagen zu helfen, Chancengleichheit zu schaffen, ein Einkommen im Alter zu sichern, das Risiko bei Arbeitslosigkeit zu minimieren sowie bei Krankheit, Pflege und bei der Kindererziehung finanziell zu unterstützen. Da die Durchsetzung dieser Garantien Geld kostet, wird ein erheblicher Teil der Steuereinnahmen für die soziale Sicherung verwendet. Die Bürger eines Sozialstaates sind Teile einer Solidargemeinschaft, die im Ernstfall füreinander einstehen. Der Staat übernimmt die Organisation der sozialen Absicherung.

Das hört sich schön an, oder? „Teile einer Solidargemeinschaft, die im Ernstfall füreinander einstehen“. Und so etwas erzählen die unseren Kindern ohne rot zu werden. In der Zeit schrieb ein Historiker 2005 folgende Zeilen:

Heute vergeht kaum noch ein Tag, an dem keine Hiobsbotschaft aus Berlin das verstörte, zwischen Zorn und Resignation schwankende Publikum erreicht. Es scheint, als sei man entschlossen, den langen Weg, der in der Bismarck-Zeit begann, mit Mutwillen zu verlassen. Statt den Sozialstaat weiterzuentwickeln, zielt man auf dessen »Rückbau«, an die Stelle gesicherter Rechte soll private Fürsorge treten. Ein Blick zurück auf die Anfänge, aber auch die Kämpfe der Weimarer Zeit zeigt, was dabei auf dem Spiel steht: der soziale, der innere Frieden des Landes.

Wie am Ende der Weimarer Republik bauen wir den Sozialstaat wieder zurück. Das ist sehr mutig – der letzte Versuch in dieser Richtung hat zum Krieg geführt. Offenbar ist man sich heute sicher, den Kampf zu gewinnen. Oder man ist so degeneriert, das man „nicht an den Krieg glaubt“, weil schon die Eltern nicht mehr wussten, was das eigentlich ist.

Verlassen wir die Märchenstunde der Schule, in der schon lange nicht mehr fürs Leben gelernt wird. Wenden wir uns der Realität der Berliner Republik Deutschland zu, die Rechtsnachfolgerin der alten Bundesrepublik Deutschland geworden ist, jenem alten, verlorenen Paradies, in dem selbst ein Helmut Kohl die Lobbyisten von Banken und Konzernen noch zum Teufel jagte, während sie heutzutage bei jedem Gesetz und jeder politischen Entscheidung ihre fünftausend Finger im Spiel haben.

Bleiben wir für heute erstmal bei den Arbeitslosen, jenen Sozialfällen, die im Zuge der Globalisierung auf der Strecke geblieben sind. Im Rahmen des Konzeptes des Fördern und Forderns wurden sie mit sehr knappen finanziellen Mittel ausgestattet, was sie dazu befähigen sollte, die Folgen der Globalisierung ohne Hilfe von Staat und Wirtschaft ganz allein zu tragen. Das führt zu einem menschenunwürdigen Leben, wie inzwischen sogar BA-Vorstände zugeben.

Wenn ich jetzt als normaler reicher Bürger (von denen wir ja einige haben) sage: NEIN, DAS WILL ICH NICHT! so kann ich das tun, was der Unternehmensberater und Managementtrainer Anthony Robbins  empfiehlt: ich kann was verschenken. Ganz persönlich und anonym an Menschen, die ich gar nicht kenne. Ich schleiche mich also nachts in ein Hartz IV Ghetto uns stecke Briefumschläge mit je 2000 Euro in Briefkästen von jungen Müttern mit kleinen Kindern, weil ich ihre materielle Not lindern will. Immerhin: gerade den Kindern geht es besonders schlecht.

Ich gehe dann erstmal beruhigt von dannen mit dem guten Gefühl, mit meinem Reichtum endlich mal was richtig Gutes getan zu haben. Anders als andere Reiche, die sich vom Sozialstaat schon mal persönlich verabschiedet haben, weil sie ihn gerade mal nicht brauchen (außer natürlich bei Bankenkrisen, wo ihr persönliches Risikoinvestment in Gefahr gerät,  verloren zu gehen) und ihr Geld lieber im Ausland verstecken, habe ich einen direkten persönlichen Beitrag geleistet.

Doch was geschieht?

Kaum erfährt der Staat von der Tat, greift er sich das Geld ab! Obwohl hier nachweislich Armut herrscht, die ich persönlich lindern wollte, nimmt der Staat – die Berliner Republik Deutschland – den Armen MEIN GELD wieder weg und steckt es sich in die eigene Tasche. Das war „Einkommen“, das dürfen Arme nicht haben, sonst wären sie ja auch nicht mehr arm. Das nennt man auch „berlinern“, wird bald als neues Verb im Duden stehen.

Ich wäre gewillt, die gleiche Aktion nochmal mit 5000 Euro zu fahren (man stelle sich einfach mal die glücklichen Gesichter vor), doch ich weiß wie das ausgeht: das Geld landet in Berlin. Was lernen wir in der Schule?

Wir sind ein: Zusammenschluss von freien Bürgern mit dem Zwecke des gemeinsamen Wohlstandes in sozialer Gerechtigkeit.

Wir sind aber keine freien Bürger mehr. Selbst ich als reicher Bürger habe meine Grenzen. Ich darf per Gesetz keine notmindernden Massnahmen ergreifen, der Staat WILL ARMUT mit ALLER MACHT DES GESETZES!

Und keinen störts.

Nun bin ich selbst arm geworden ob meiner Versuche, Armut mit Geld zu bekämpfen, während der Staat von meinem Geld Banken rettet. Aber es gibt einen kleinen Sonnenschein in meinem Leben: eine der alleinerziehenden Mütter hat mein Herz berührt. Bin ich auch arm, so habe ich doch die Liebe meines Lebens gefunden.

DOCH HALT!

Auch hier regiert die Berliner Republik!

Gestehe ich nämlich öffentlich und frei – wie es ganz normal ist – meine Liebe zu dieser Frau ein und möchte mit ihr eine Familie gründen, so kommt der Staat erstmal mit einer Rechnung. Beziehungen mit Hartz-Abhängigen führen zur Verpflichtung, dem Staat die Pflicht der Versorgung der beteiligten Personen abzunehmen. Eine Beziehung zu mir führt bei der Mutter zur kompletten Streichung der Bezüge, sie wird zu einer „Bedarfsgemeinschaft“ mit mir zwangsverpflichtet.

Der Staat verkauft mir sozusagen die junge Mutter.

Ich schaue in mein Leiharbeitergehaltssäckel und sehe: ich kann mir keine junge Mutter mit Kind leisten. Ich kann gerade mal für mich selbst aufkommen.

Also: Finger weg von der Mutter! Die gehört dem Staat und der verkauft sie nur an Leute, die sich auch eine eigene Hartz-Frau leisten können!

Noch schlimmer ist es, wenn die Mutter ein behindertes Kind hat, das eine ärztlich attestierte Sonderernährung braucht: die kriegen nämlich Kinder in Deutschland nicht. Diesen „Mehraufwand für Sonderernährung“ bekommen in Deutschland (wie schon 1933 – 1945) nur ARBEITSFÄHIGE Menschen. Durch das Verbot der Kinderarbeit (das auch immer mehr gelockert wird) fallen arbeitsunfähige Kinder aus dem Raster heraus.

Schade für die, denn die verrecken dann.

Oma darf ja auch nicht helfen, siehe meinen Versuch, die Armut in Deutschland persönlich zu lindern.

Für mich selbst sieht es auch schlecht aus. Meine Versuche, durch Arbeit wieder auf die Beine zu kommen, bringen kaum noch Geld. Dabei sollte Arbeit Geld bringen, „beschäftigen“ kann ich mich auch mit anderen Tätigkeiten. Aber Arbeit und Geld sind zwei Begriffe, die immer weniger miteinander zu tun haben, so will es die Berliner Republik, siehe le-bohemien

Schon längst sind aber nicht mehr nur noch ungelernte Hilfsarbeiter in der Reinigungsbranche oder im Bereich der Produktion von der Schlechterstellung durch Leiharbeitsverträge betroffen. Nur noch rund 45 Prozent der Leiharbeiter lassen sich zu dieser Gruppe zusammenfassen. Weitere 45 Prozent setzen sich aus Facharbeitern wie Schlossern, Elektrikern oder Mechanikern zusammen.

Auch in den Bereich der hochqualifizierten Arbeitskräfte hat die Leiharbeit bereits Einzug erhalten: 10 Prozent der Leiharbeitskräfte – also rund 100.000 Menschen – sind trotz akademischer Ausbildung als Leiharbeiter tätig.6 Oft geschieht dies noch in beiderseitigem Einverständnis, etwa wenn Ingeneure sich nicht fest an einen Arbeitsplatz binden und zunächst verschiedene Arbeitgeber kennen lernen wollen.

Ich selbst muss sogar fürchten, obdachlos zu werden, weil die Berliner Republik den Arbeitsmarkt für Billigkräfte aus dem Ausland öffnet, die den preiswerten Wohnraum komplett vernichten, siehe News.immobilo

Als Folge der seit 1. Mai geltenden Arbeitnehmerfreizügigkeit, nach der Arbeitnehmer aus acht mittel- und osteuropäischen Staaten in Deutschland Jobs annehmen können, rechnet der Mieterbund mit steigenden Mieten in Ballungsräumen. Besonders im Bereich der Kleinraumwohnungen werden deutliche Mietsteigerungen erwartet.

Überhaupt sehen meine Chancen schlecht aus – für mich und für Millionen andere Deutsche auch, selbst im Aufschwung geht es mir dreckig, siehe Neues Deutschland:

Vor allem aber explodiert die Zahl der 400-Euro-Jobs, die 2010 auf 7,3 Millionen gestiegen ist. Immer mehr reguläre Stellen werden in solche Jobs zerlegt, die Bezahlung liegt oft nur bei der Hälfte des Tariflohns. Und fast zwei Drittel dieser Minijobber sind Frauen. Nach ökonomischen Gesetzmäßigkeiten müsste eine selbsttragende Konjunktur den allgemeinen Preis der Arbeitskraft erhöhen. Dass im Gegenteil die Entwertung fortschreitet, ist ein Indiz für die mangelnde Substanz des Aufschwungs.

Ich werde wohl nie mehr in der Lage sein, meinen Mitmenschen aus eigener Kraft aus ihrer Not zu helfen. Und der Finanzwirtschafter sagt mir, das es insgesamt für Deutschland kaum noch Hoffnung gibt:

Der private Konsum macht rund 60 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung aus und ist damit die wichtigste Stütze für die Konjunktur. Volkswirte erhoffen sich von der Erholung am Arbeitsmarkt positive Impulse für den privaten Konsum. Maßgeblich ist aber die gesamte Lohnsumme und nicht die amtliche Arbeitslosenstatistik. Es ist durchaus möglich, dass die Prognosen die Auswirkung einer Zunahme der Beschäftigung überschätzen. Schließlich verlief die Lohnentwicklung in den vergangenen 10 Jahren sehr schwach. Wer heute aus der Arbeitslosigkeit heraus eine neue Stelle antritt, verfügt nicht mehr zwingend über ein hohes verfügbares Einkommen.

Was lernt man noch in der Schule?

Wir sind ein Zusammenschluss von freien Bürgern mit dem Zwecke des gemeinsamen Wohlstandes in sozialer Gerechtigkeit.

Offensichtlich ist das eine Lüge.

Wir sind ein Haufen unorganisierter Globalisierungsopfer, die sich von einer Bande skrupelloser Wirtschaftskriegsgewinnler das eigene Land stehlen ließen und jetzt auf die Formen der menschlichen Resteverwertung warten, die man sich in Berlin wieder ausdenkt. Die Aussichten sind insgesamt düster, siehe Süddeutsche Zeitung:

Fordern ja, fördern nein: Der Bund hat die Mittel für die Qualifizierung von Hartz-IV-Beziehern drastisch gekürzt. Arbeitsagentur und Wissenschaftler schlagen Alarm: Hunderttausende müssten auf eine Jobperspektive verzichten.

Wir sind aktuell nur noch Schafe auf der Schlachtbank.

Das ist die Berliner Republik Deutschland: ein Asozialstaat, ein Zusammenschluss von unfreien Bürgern zum Zwecke der persönlichen Bereicherung und Förderung der sozialen Ungerechtigkeit. Man hetzt alle Bürger gegeneinander und fördert nur noch die, die in diesem Chaos kräftig abkassieren … und natürlich ihren Tribut entrichten, siehe Spiegel:

Ludwig-Holger Pfahls, Ex-Staatssekretär im Verteidigungsministerium, soll nach SPIEGEL-Informationen für seine Hilfe bei Rüstungsdeals viel mehr Geld bekommen haben als bisher bekannt. Der Lobbyist Karlheinz Schreiber soll ihm insgesamt 3,8 Millionen Mark überwiesen haben.

Und der soziale Friede? Ist für die Armen schon lange fort, aber auch für die staatlich geförderten Subjekte wird es unruhiger, siehe TAZ:

Zu zwei Anschlägen auf Autos in der Nacht zu Montag hat sich eine anonyme Gruppe in einer Bekennermail an die taz bekannt. Opfer sind Stadtentwicklungssenatorin Jutta Blankau (SPD) und die Immobilienverwaltung Landschulze. Grund sei die Wohnungsnot in Hamburg sowie die „Verhöhnung der Notlage der Wohnungssuchenden“ durch die Senatorin.

Weiter heißt es in der Mail: „Darum haben wir Steine und Farbe auf das Haus und das Auto von Senatorin Blankau (… ) geworfen. Vor der Villa der Grundstücksverwaltung Landschulze in Marienthal sind zwei Fahrzeuge des Familienclans angezündet worden.

Darum greifen die Asozialen dieses Landes soviel ab wie sie können: damit sie am Ende der Entwicklung, dem unvermeidlichen Bankrott der Berliner Republik Deutschland ihre Domizil auf Barbados beziehen können. Sowas kostet halt.

 

 

 

 

 

Libyen: rettet Gaddafi! Bombadiert die Deutsche Bank! Weltkrieg voraus …

Wir Bürger sind ja dumm. Viel zu dumm. Wir können diese komplizierte Welt überhaupt nicht verstehen, weshalb die Wirtschaft, die Politik und die Medien uns vor unserer eigenen Dummheit schützen müssen. Eigentlich ... dürften wir ohne Aufsicht überhaupt nicht in der Welt der Nachrichten herumstreunern - wozu auch, blöd wie wir sind, verstehen wir gar nicht, was da los ist. Zum Beispiel Libyen. Da bombadiert jetzt die Nato Libyer aller Art (auch Rebellen und Zivilisten), ohne das wir wissen, warum eigentlich. Wie kann ein reines Defensivbündnis, dereinst geschaffen gegen die Rote Armee, eigentlich ein kleines Land als Bedrohung auffassen, das zu 90 % aus Wüste besteht? Nun, gesagt wurde uns, das dort "gute" Rebellen gegen "böse" Soldaten kämpfen - und wir glauben ja, was man uns sagt. Wir sind ja keine Verschwörungstheoretiker - um Himmels Willen - nein!

Wir Bürger sind ja dumm. Viel zu dumm. Wir können diese komplizierte Welt überhaupt nicht verstehen, weshalb die Wirtschaft, die Politik und die Medien uns vor unserer eigenen Dummheit schützen müssen. Eigentlich … dürften wir ohne Aufsicht überhaupt nicht in der Welt der Nachrichten herumstreunern – wozu auch, blöd wie wir sind, verstehen wir gar nicht, was da los ist. Zum Beispiel Libyen. Da bombadiert jetzt die Nato Libyer aller Art (auch Rebellen und Zivilisten), ohne das wir wissen, warum eigentlich. Wie kann ein reines Defensivbündnis, dereinst geschaffen gegen die Rote Armee, eigentlich ein kleines Land als Bedrohung auffassen, das zu 90 % aus Wüste besteht? Nun, gesagt wurde uns, das dort „gute“ Rebellen gegen „böse“ Soldaten kämpfen – und wir glauben ja, was man uns sagt. Wir sind ja keine Verschwörungstheoretiker – um Himmels Willen – nein! Aber wir sind dumm und werden deshalb sehr verwirrt, wenn wir mit solchen Nachrichten konfrontiert werden, siehe Welt:

„Vor unseren Augen wurden so viele Menschen erstochen und geköpft“. In einem Appartement im zweiten Stock eines der Ferienhäuser serviert ein Familienvater erst Kaffee, bevor er sein Handy herausnimmt und ein blutiges Video zeigt. Darin wird einem am Boden liegenden Mann mit einem langen Messer der Kopf abgeschnitten, was normalerweise nur radikale Islamisten mit ihren Feinden tun. Grausame Bilder, die man kaum ansehen kann.

So was verstehe wer will. Ich verstehe nicht so richtig, warum wir brutale Mörder mit Waffengewalt  ins Amt heben müssen – auch wenn sie „gute“ Rebellen sind. Aber das erklären uns ja die Regierungschef der Angreiffernationen in einem gemeinsamen Zeitungsartikel, siehe Spiegel:

Dramatischer Appell dreier Regierungschefs: Barack Obama, Nicolas Sarkozy und David Cameron haben in einem gemeinsamen Zeitungsartikel den Kampf gegen Machthaber Gaddafi verteidigt. Die Nato müsse in Libyen weiter angreifen, bis der Diktator verjagt sei – sonst mache sich die Welt schuldig.

Aha. Wir machen uns schuldig. Nein, das wollen wir ja nicht. Nachher zeigen alle mit dem Finger auf uns, weil wir mal wieder einen Fehler gemacht haben, mal wieder mit guten Gedanken einem finsteren Ungeheuer gefolgt sind. Andererseits … zeigt die Welt schon jetzt mit Fingern auf uns, siehe Zeit:

Die Staats- und Regierungschefs der fünf führenden Schwellenländer haben den internationalen Militäreinsatz in Libyen kritisiert. «Wir teilen den Grundsatz, dass der Einsatz von Gewalt vermieden werden sollte.»

Das erklärten die sogenannten Brics-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika bei ihrem Gipfeltreffen am Donnerstag im südchinesischen Sanya (Hainan). Die aufstrebenden Wirtschaftsmächte zeigten sich «tief besorgt über die Turbulenzen» im Nahen Osten, Nord- und Westafrika und forderten diplomatische Lösungen.

Na, da schau her! Jetzt sorgen wir dafür, das wir uns nicht schuldig machen und die großen Mächte dieser Welt zeigen mit dem Finger auf uns. Wie geht das denn? Ausserdem erklären sie uns den Krieg – den Weltwährungskrieg, über den wir erst letztens berichtet hatten, siehe Welt:

Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika sagen der Allmacht des Dollars den Kampf an: Sie handeln künftig in ihren eigenen Währungen.

Die meckern nicht nur – die handeln. Entschlossen, vereint und gnadenlos packen sie uns dort, wo es richtig weh tut: beim Geld – und zeigen auch sonst, das sie es sehr ernst meinen:

Gemeinsam sagten sie in ihrem Schlusskommuniqué der Vorherrschaft der Industrieländer und insbesondere der Dominanz des Dollar im Weltwirtschaftssystem den Kampf an. Künftig wollen die fünf Länder sich in ihren Handelsbeziehungen untereinander vor allem der eigenen Währungen bedienen und sich auch gegenseitig Kredite geben. Den Dollar brauchen sie dann nicht mehr.

Wenn die den Dollar nicht mehr brauchen, können die USA das Schild „Bis auf Weiteres geschlossen“ herausholen. Wir auch. Und wenn die die Vorherrschaft der Industrieländer brechen wollen, bekommen wir europaweit das Sozialniveau von Gelsenkirchen-Schalke ohne Fußball. Da braut sich was Finsteres zusammen, über das wir erstmal nicht im Zusammenhang informiert werden. Wieso auch – blöd wie wir sind, würden wir nur anfangen, unserer Außenpolitik zu misstrauen … wozu sollte das schon gut sein?

Zudem meldet sich der Diktator selbst zu Wort, hier bei „The Intelligenz“:

Amerikanern und anderen Besuchern erzählten sie, dass sie „Demokratie“ und „Freiheit“ bräuchten, ohne zu erkennen, dass es sich dabei um ein Halsabschneider-System handelt, in dem der größte Hund den Rest auffrisst. Doch sie waren von diesen Worten verzaubert, ohne zu erkennen, dass es in Amerika keine kostenlose Medizin gab, keine kostenlosen Spitäler, keine kostenlosen Häuser, keine kostenlose Ausbildung und keine kostenlose Nahrung, von Leuten die bettelten abgesehen oder den langen Schlangen für einen Teller Suppe.

Wie jetzt? Das gibt es alles umsonst bei ihm? Na, jedenfalls hört er nicht auf, das zu behaupten:

Nun stehe ich unter dem Angriff der größten Macht in der Militärgeschichte. Mein kleiner afrikanischer Sohn Obama möchte mich töten, um unserem Land die Freiheit zu nehmen, um uns unsere kostenlosen Behausungen zu nehmen, unsere kostenlose Medizin, kostenlose Ausbildung, kostenlose Nahrung, um es durch Diebstahl im amerikanischen Stil zu ersetzen, der „Kapitalismus“ genannt wird. Doch alle von uns in der Dritten Welt wissen, was das bedeutet. Es bedeutet, dass Konzerne das Land führen, die Welt führen, und dass die Menschen leiden.

„Diebstahl im amerikanischen Stil“ … nun, das kennen wir auch hier vor Ort, nennt sich „Leiharbeit“. Das Konzerne das Land führen, können wir nur bestätigen. Das gilt nicht nur für die USA. Aber das kann doch  nicht sein, das unsere Medien uns so falsch über Libyen informiert haben, oder? Dumm wie ich bin, suche ich weiter und bin immer irritierter, was ich in dem Reisemagazin „Schwarz-auf-Weiss“ finde:

Es mag ja einiges im Argen liegen im Staate Gaddafis, aber Fundamentalismus und religiöse Eiferer haben keine Chance. Nicht der Koran, sondern sein Grünes Buch bestimmt die Richtlinien der Politik. Libyen ist ein reiches Land. Es gibt weder erschreckende Armut, die Kriminalität erzeugt, noch schlecht bezahlte Grenzposten, die sich von Schmugglerbanden korrumpieren lassen.

Nun … das würde die Geschichte mit dem Köpfen erklären. Weniger Gaddafi – mehr Fundamentalismus. Den bekämpfen wir zwar eigentlich ja auch ganz vehement, aber … unsere Dummheit steht uns hier wieder beim Verständnis der Politik im Wege. Das Deutschlandradio hat nun  eine Journalistin von GEO interviewt, die uns über die Armut in Libyen informiert:

Zuckerbrot gab es natürlich aber auch, und das Zuckerbrot, das bestand darin, dass die Menschen sehr viele, vergleichsweise viele Vergünstigungen gekriegt haben. Ich will es mal so beschreiben: In den Nachbarländern, Tunesien und Ägypten etwa, herrschte ja eine extreme Armut teilweise. So was gibt es in Libyen oder gab es bisher nicht. Es gab keine Bettler auf Libyens Straßen. Es gibt niemand, der nicht wirklich durchkommen würde. Es gibt Leute, die natürlich am Existenzminimum sich bewegen, aber darunter nun nicht.

Supermärkte gibt es inzwischen. Gut besuchte Restaurants gibt es auch. Das ist relativ neu. Das kann sich aber keiner leisten, der nicht irgendwie in einer internationalen Firma arbeitet. Ich möchte vielleicht aber lieber noch mal dazu was sagen, was jetzt für die Allgemeinbevölkerung die Zuwendungen bedeuten.

Das sind vor allem günstige Häuser, günstige Grundnahrungsmittel, günstiges Benzin und Staatsjobs, die keiner braucht und wo man auch nicht unbedingt arbeiten muss, aber wo man sozusagen einen Minimumlohn dafür kriegt.

Also … das hört sich so an, als ob Gaddafi recht hätte. Wäre doch auch für Deutschland mal ein sinnvolles politisches Programm. Da ich aber denke: das kann doch nicht wahr sein, das wir das sozialste Land Afrikas bombadieren, forsche ich weiter und besuche die Bertelsmannstiftung:

Aufgrund der hohen Bedeutung, die das Regime der Gesundheitsversorgung, Bildung und sozialer Gleichheit beimisst, sind Diskriminierung und Armut zumindest unter libyschen Staatsbürgern weitgehend inexistent.

Keine Armut? Dafür aber eine Gleichberechtigung, die sogar für Deutschland beschämend ist?

Die Gleichberechtigung zwischen Mann undFrau ist staatlicherseits gewährleistet und wird aktiv vom Regime gefördert. Vielfach sind jenach Studienzweig mehr als 50 Prozent der Studenten Frauen, und insbesondere in der Politik wird die Mitwirkung von Frauen explizit unterstützt.

Ich gestehe, ich werde immer verwirrter und bekomme den Eindruck, wir zerbomben dort den fortschrittlichsten Sozialstaat Afrikas. Das kann natürlich nicht sein, also schaue ich nochmal bei der Welt-auf-einen-Blick vorbei.

Dort präsentiert sich Libyen mit 7,5 %der Bevölkerung, die unterhalb der Armutsgrenze leben. Israel hat hingegen 21,6 % Arme, Deutschland 11 %, Bombernation Spanien 19,8 %, USA 12 % (2004).  Es sind ältere Zahlen … aber trotzdem verwirrrend. Für was bzw. gegen was bomben wir da jetzt eigentlich herum? Gegen den Sozialstaat?

Völlig verwirrt stoße ich zufällig auf andere Gefahrenmeldungen, hier im Manager Magazin:

Scharfe Kritik am Deutsche-Bank-Chef: Der frühere IWF-Chefökonom Simon Johnson hält Josef Ackermann für „einen der gefährlichsten Bankmanager der Welt“. Seine hohen Renditeziel ermögliche allein der deutsche Steuerzahler – weil er notfalls für eine Pleite des Riesengeldhauses hafte.

Wie gefährlich das ist, erfährt man im Handelsblatt:

„Der deutsche Finanzsektor ist sehr problematisch, und die Deutsche Bank ist besonders gefährdet, sich selbst in die Luft zu jagen“, sagte Johnson.

Die Folge solcher riskanten Experimente: wir gehen alle bankrott, siehe RP-online:

Auf den Steuerzahler kommen offenbar neue Belastungen zu: Die Rettung der WestLB vor den Folgen der Finanzkrise wird am Ende wohl mehrere Milliarden Euro kosten.

Natürlich auch, weil der Rotarier und Transatlantiker Merz täglich 5000 für die Aktion bekommt. Es gibt halt Leute, die an Pleiten noch super verdienen, siehe Manager Magazin:

Der Insolvenzverwalter für das Deutschland-Geschäft der Investmentbank Lehman Brothers, Michael Frege, hat 45,3 Millionen Euro als Honorar-Vorschuss erhalten. Von der zahlungsunfähigen Lehman Brothers Bankhaus AG fordern mehr als 400 Gläubiger rund 38 Milliarden Euro.

So etwas hat natürlich Folgen …. für den Staat. Hier wird nun scheinbar unmögliches Realität, siehe Zeit:

These: Die Angst vor Staatspleiten ist unbegründet.

So kann man sich irren. Kein halbes Jahr später bereitet sich Europa auf einen Bankrott Griechenlands vor – und Börsianer spekulieren bereits darüber, wer als Nächstes an der Reihe sein könnte. Portugal? Spanien? Großbritannien? Japan? Die USA? Kenneth Rogoff, Professor für Volkswirtschaft an der Harvard-Universität und Krisenexperte, hält ein ganzes »Bündel« von Staatspleiten für wahrscheinlich.

Dann wären einige der Bombernationen einfach fort. Noch einen Räumungsverkauf … das war es dann. Kein Wunder, das Deutschland bei dem Krieg nicht mitmachen will. Unser Handelsüberschuss ist zwar ein eigenständiger Risikofaktor (siehe Welt) aber ohne ihn und die kaufkräftigen BRICS-Staaten wären wir schon längst selbst bankrott … und wie die zu dem aktuellen Krieg stehen, haben wir ja anfangs gesehen.

Aber so unterm Strich betrachtet … kann es nicht sein, das Gaddafi irgendwie nicht so ganz falsch liegt mit seiner Analyse der Situation im „Kapitalismus“? Immerhin scheinen wir im Vergleich ärmer zu sein als die Libyer … jedenfalls haben wir „zivilisierten“ Bombernationen mehr Arme. Na ja, Bomben sind halt auch teuer.

Wäre es nicht sinnvoller … sagen wir mal … wir retten Gaddafi und bombadieren stattdessen die Deutsche Bank? Also … irgendwie wären doch die aggressiven Versuche Ackermanns zur Vernichtung der deutschen Volkswirtschaft eine größere Bedrohung für die Nation als diese kleine sozial gut ausgestattete Wüstenvolk – und die Nato soll uns doch gegen Aggressoren verteidigen, oder?

Aber hier zeigt sich wieder nur, wie dumm der Bürger eigentlich ist. Wir sollten das Nachdenken lieber den Journalisten überlassen, die sind dafür laut junge Welt bestens aufgestellt, zumindest beim Spiegel:

Der Spiegel ist ein sogenanntes Leitmedium der Bundesrepublik. Entsprechend ist er. Wo Jahrzehnte nach dem Krieg noch Kohorten von feschen Wehrmachtsleutnants und höheren SS-Chargen mit Hilfe des britischen und vieler anderer Geheimdienste ein »Sturmgeschütz der Demokratie« bastelten, herrscht heute der Ton der »Elite«: Man ist – schon einkommens- und statusmäßig – fester Bestandteil des hiesigen Politik- und Medienbetriebes, sitzt nicht mehr im Vorzimmer der Regierenden herum, sondern mit ihnen bei jeder Gelegenheit zusammen. Die Gesinnung ist strenger Mainstream, d.h. argumentimmun neoliberal, freudig – schon aus alter Tradition – beteiligt an jedem Krieg der westlichen Wertegemeinschaft, faktenresistent gegen soziale Fragen, haßerfüllt-fundamentalistisch auf alles, was politisch links steht oder vorgibt, dort zu stehen.

Gut das wir solche Medien haben. Da schützt uns doch der alte Geist der Waffen-SS und der Wehrmacht wieder einmal vor großen Irrtümern. Und dieser Geist hat auch kein Problem damit, den mordenden Mob gegen Gaddafi zu unterstützen. Wenn ich mich doch nur aufraffen könnte, nur noch eine einzige Zeitung zu lesen, die mir sagt, was ich denken soll … dann wäre ich nicht immer so verwirrt.

Da rollte jetzt gerade das Sturmgeschütz der Demokratie durch Libyen (für die Wehrmacht altbekanntes Terrain) und die Russen fürchten sich. Kein Wunder … sie haben mit diesen Sturmgeschützen auch schlechte Erfahrungen gemacht. Wenn die aber jetzt nun alle – Russen, Chinesen, Brasilianer, Inder und Südafrikaner – in zwei – drei Jahren auf die Idee kommen, das die westlichen Räubernationen eine eigenständige Gefahr für den Weltfrieden darstellen, weil ihre Art auf Kosten anderer zu wirtschaften eine ständige Bedrohung der Weltwirtschaft darstellt … bekommen wir dann auch wieder einmal jene Weltkriege, die wir so gerne anzetteln, wenn unsere Wirtschaft wieder am Boden liegt?

 

 

 

 

 

 

USA Bankrott, Deutschland pleite, Volk arm, Boni boomen: „goldene Jahrzehnte“ voraus!

Wieder ein neuer Tag in Deutschland. Ein Tag, bei dem die Medien und Nachrichtenagenturen mir helfen, mich in der Welt zurecht zu finden. Zum Beispiel in der Wirtschaft. Wirtschaft ist ja wichtig, wichtiger noch als Politik. Politik macht nicht satt, wirtschaften schon. Da ist es doch mal wichtig,  zu wissen, was auf einen  zukommt. Da geht heutzutage auch viel einfacher als früher, denn heutzutage wissen wir soviel, das es uns leicht fällt, zu sehen, welche Entwicklung die Welt nehmen wird. Zum Beispiel 2015: da gibt es einen großen Crash, sagt Finanz.net

Die Unternehmensberatung Oliver Wyman malt das Schreckgespenst einer neuerlichen Finanzkrise im Jahr 2015 an die Wand.

So was hatte ich auch schon mal gehört – aber es beunruhigt mich nicht, denn: wir werden alle reich – siehe Presse.com:

Ökonomen einer Bank erregen Aufsehen. Sie verheißen bis mindestens 2030 den dritten „Superzyklus“, sein Wachstum wird höher sein als in der Gründerzeit und goldene Jahrzehnte für die Weltwirtschaft bringen.

Das Paradies auf Erden … und die deutliche Botschaft: es sieht zwar momentan so aus, als würde alles den Bach ´runtergehen, aber lasst uns nur noch zwanzig Jahre weitermachen, dann kommt das Heil auf Engelsflügeln vorbei – wenn nichts schiefgeht:

Mehr Sorgen macht den Forschern, was ihre These gefährdet. Weil so viel vom Handel abhängt, wird der Protektionismus zum größten Risiko für das verheißene Superwachstum. Die USA verlieren ihre ökonomische Dominanz. China, Brasilien, Russland zeigen Muskeln in einer „multipolaren“ Welt.

Früher hätte das zu Kriegen geführt, künftig könnten es Wirtschaftskriege sein. Die eingesetzten Waffen: hohe Zölle, Exportstopp für Rohstoffe, gesteuerte Kapitalströme und manipulierte Währungen. Der Kollateralschaden: ein abgewürgtes Wachstum, unter dem alle leiden.

Na, wenn das alles ist … dann kann ja nichts mehr schiefgehen.  Dann ist doch alles in Ordnung. Die USA verlieren sicher gerne und widerstandslos ihre ökonomische Dominanz, das macht denen gar nichts aus – die machen jetzt schon einfach mal zwei Wochen zu, wenn es nach der Süddeutschen Zeitung geht:

Wenn nichts geschieht, sperrt Amerika in zwei Wochen einfach zu. Eine Weltmacht – wegen akuten Geldmangels geschlossen. Das wären die grotesken Konsequenzen eines Kräftemessens in Washington, das am Wochenende in die entscheidende Runde gegangen ist. In einer Nachtsitzung – exakt am Samstagmorgen um 4.40 Uhr – beschloss das US-Repräsentantenhaus mit den Stimmen der neuen republikanischen Mehrheit Kürzungen von 61 Milliarden Dollar im laufenden Haushaltsjahr.

Das wäre dann ja fein. USA geschlossen – Welt reich.

Das Kapital rechnet schon mal mit diesem Szenario und flüchtet aus dem Land … zuerst aus der Gemeindefinanzierung, siehe FTD:

Kommunalanleihen sind für viele Gemeinden in den USA eine wichtige Finanzierungsquelle. Wegen der hohen Schulden vieler Städte befürchtet die Ratingagentur Zahlungsausfälle. Investoren fliehen aus spezialisierten Fonds.

Kein Wunder, das Ökonomen in der Zeit deutliche Worte Richtung USA sprechen:

„Amerika muss endlich aufwachen“ Der Chicago-Ökonom Raghuram Rajan sieht in der Einkommensungleichheit in den USA die Ursache der Finanzkrise. Im Interview kritisiert er die Geldpolitik der Notenbank.

Gerade aber diese Einkommensungleichheit ist doch Ziel der Finanzelite der Welt, daran arbeiten die doch gezielt weiter – lese ich jedenfalls im Focus:

Der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, hat die millionenschweren Bonuszahlungen für Bankmanager scharf kritisiert. Er finde es „skandalös“, dass die Banken nach der weltweiten Wirtschaftskrise in ihre alte Praxis zurückgefallen seien, sagte Strauss-Kahn einer französischen Zeitung.

Nun, was sollten die auch anderes machen. Gelernt haben sie durch die Krise vor allem eins: der Staat zahlt alles. Die TAZ legt gerade die Rechnung vor:

Die Rettung der angeschlagenen deutschen Banken hat die Verschuldung in Deutschland 2010 so stark in die Höhe getrieben wie noch nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik. Bund, Länder und Gemeinden waren zum Jahresende insgesamt mit 1,999 Billionen Euro verschuldet, je Bundesbürger entspricht das 24.450 Euro. Das teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit.

Fünfzehn Prozent des Bundeshaushaltes fließen in Zinszahlungen – Wahnsinn. Da macht jemand mit der Bankenrettung noch richtig viel Geld. Jemand? Nun … die Banken machen mit der Bankenrettung und dem Geld, das sie zur Bankenrettung verliehen haben, richtig viel Geld.

Ich erkläre mal kurz das System, so wie ich es verstanden habe:

Bank A verkauft Bank B Schrottpapiere. Soviele, das Bank B fast Pleite geht. Dann geht Bank B zum Staat und jammert. Staat geht zu Bank A und leiht sich Geld zur Rettung der Bank B … genau jenes Geld, das Bank B zuvor Bank A für Schrottpapiere gegeben hat. Ein Supergeschäft. Bank A hat das Staatsvermögen, Bank B geht es auch wieder gut, alle kriegen Boni und der Staat ist pleite.

Dank der Riesenboni ist auch die Staatspleite für die engagierteren Beteiligten (man nennt sie auch „Leistungsträger“ oder „Verbrecher“ – je nachdem, auf welcher Seite man gerade selbst steht) nicht sonderlich tragisch. Man kann sie via TV von Barbados aus wunderbar genießen – die Hungersnöte, die Aufruhen, die ganzen Leichen … einfach herrlich, sowas am eigenen Sandstrand der Karibik mit Cocktail und Gespielin in Händen zu erleben.

Da kann man sich dann auch so richtig über die Sozialromantiker amüsieren, die mit ihren mitleidsheischenden Botschaften die Welt bevölkern, wie zum Beispiel jene im kathweb:

Caritas-Weltpräsident Kardinal Oscar Andres Rodriguez Maradiaga hat den reichen Nationen vorgeworfen, Geld für die Banken, aber nicht für die Armen zu haben. Nach Berechnungen des von Rodriguez geleiteten Caritas-Weltdachverbands („Caritas Internationalis“) wäre kurz vor der Finanzkrise eine Hilfe von sieben Milliarden Dollar nötig gewesen, um effektiv die Armut der Welt lindern zu können, sagte der Erzbischof von Tegucigalpa (Honduras) am Montag dem internationalen Hilfswerk „Kirche in Not“ in München.

Von der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sei jedoch die Auskunft gekommen, dass dieses Geld leider nicht vorhanden sei, berichtete Rodriguez. Ein Monat später hätten die reichen Nationen plötzlich 600 Milliarden Dollar aufgebracht, um einige Banken zu retten.

Das scheinen mir doch mal gute Nachrichten zu sein: man spart wieder. Vielleicht sollten die Hungernden eine Bank gründen? Dann würde ihnen geholfen werden. Wir retten Geld, aber doch keine Menschen.

Deutschland ist in dieser Entwicklung ganz vorne mit Fünf Euro dabei: das Hartz-Debakel hat deutlich gezeigt, das hier kein Herz mehr links schlägt … das eigentlich gar kein Herz mehr da ist. Und wo das Herz noch links schlägt, da kriegt man Angst, wie in der FTD nachzulesen ist, wo sich mal ein Undercoverjournalist bei den Linken eingeschlichen hat:

Ich wollte das ganze Programm, auch die Demos. Mein Gott, es war so kalt, ich schwenkte unsere Fahne, neben mir gingen minderjährige Autonome, die ich lächerlich fand, und am Rand standen Passanten, die mit dem Finger auf uns gezeigt haben. Ich schäme mich überhaupt nicht, für den Frieden zu demonstrieren, trotzdem hatte ich Angst, dass ich erkannt werde, vom Nachbarn, von der Marktfrau am Viktualienmarkt, von einer Kollegin. Es war befremdlich, für eine Sache auf die Straße zu gehen, auch wenn es eine gute ist.

Man schämt sich nicht … aber es ist befremdlich und macht Angst. Auch wenn man eigentlich nicht wirklich dazugehört.  Kein Wunder, diese Angst, wenn man sich mal umschaut: alle pleite, alles düster, aber … man weiß schon, das man nicht wirklich drüber reden darf, denn dann … zeigen die Leute mit Fingern auf einen.

Stattdessen warten wie lieber auf goldene Zeitalter, die kommen werden … wenn nichts schiefgeht.


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