Sozialstaat

This tag is associated with 34 posts

Deutschland 2017: die getürkte Bundestagswahl

Freitag, 24.2.2017. Eifel. Na, lieber Mitbürger? Wie geht es Ihnen? Mir? Ach, mir geht es hundsmiserabel. Habe einen dieser neuen Infekte im Leib, die überall Schmerzen verursachen und einfach nicht verschwinden. Werden wohl immer agressiver, diese Viren. Ich könnte gut Bettruhe gebrauchen, sagt der Arzt. Strenge Bettruhe. Die gönne ich mir auch, trotzdem aber möchte ich Ihnen ein paar Zeilen schreiben, weil es um wichtige Aspekte unseres Zusammenlebens geht – und ich möchte sicherstellen, dass alle aufmerksam die Welt um sich betrachten: sie könnte schnell zusammenbrechen, ohne das wir etwas dagegen tun könnten – ebenso wären wir ja gegen eine wirkliche Supergrippe machtlos, die schnell dafür sorgen könnte, dass die Spezies Mensch 2018 nicht mehr auf dem Planeten anzutreffen ist.

Ich möchte über die Wahl reden, die dieses Jahr stattfindet – die Bundestagswahl, um genau zu sein. Sie hörten sicher schon davon, dass sie getürkt wird. Kennen Sie noch das Verb „türken“? Es bedeutet „vortäuschen“ oder „fälschen“. Bald wird es sicher auch für „bespitzeln“ stehen, wenn Erdogans Pläne, seine in Deutschland lebenden Landsleute als Agenten und Spitzeln zu missbrauchen, aufgehen. Sie werden jetzt sicher vermuten, dass mal wieder etwas über Putin kommt – aber, ehrlich gesagt: die Beweislage für Anti-Putin-Artikel ist mir viel zu dürftig, ebenso fehlt es mir an Material für fundierte Anti-Trump-Artikel – ich komme halt mir diesem postfaktischen Zeitalter nicht zurecht, wo willkürlich Feindbilder aufgrund von Scheißhausparolen erzeugt werden. Ich mag noch das alte faktenbasierte Argumentieren, das ruhige, besonnene Vergleichen von Argumenten ist mir lieber als diese neudeutsche Hassart, so vielen Mitbürgern wie möglich ein „Nazischild“ umzuhängen ohne wirklich zu prüfen, ob es auch da hingehört.

Wo jetzt schon auf ganz breiter Front getürkt wird? Einfach mal nachlesen, die „Unternehmer“ machen gerade jetzt schon klar, warum Hartz IV der größte Erfolg in der Wirtschaftsgeschichte dieses Landes war (siehe INSM): über zwei Millionen Arbeitslose sind seit der Agenda 2010 jetzt aus der Statistik verschwunden – es wäre ein Wahnsinn, Hartz IV anzutasten. Das ist natürlich getürkt, das sind originale Fakenews. Zum Beleg verweise ich auf die letzten Auftritte des Kabarettisten Volker Pispers, der nachwies, dass wir für 14 Millionen Menschen in diesem Land keine ordentliche Arbeit mehr haben, von der sie leben können. Wir haben allein 8 Millionen Niedriglöhner (die verdienen im Monat zwischen 450 und 850 Euro – siehe boeckler), die Zahl der Leiharbeiter hat sich seit 2005 mehr als verdoppelt und 2017 das erste Mal die Millionengrenze überschritten (siehe Handelsblatt), das Gleiche beobachtet man bei befristeten Verträgen (siehe destasis). 2017 erwarten wir 871000 Bezieher von Arbeitslosengeld 1 (siehe destasis) und 4,3 Millionen Empfänger von Hartz IV (siehe destasis): da haben wir allein schon unsere fünf Millionen von früher. Die kriegen nur weniger und werden mit staatlicher (und potentiell tödlicher) Gewalt in den Niedriglohnbereich gezwungen, was unsere Regierungschefin wie folgt kommentiert: „Deutschland geht es gut und das ist ein Grund zur Freude“.

Nebenbei bemerkt, finde ich es wunderlich, dass die Regierung mir jetzt nicht nur diktiert, wie ich die Lage meines Landes zu sehen habe (nur als Verwaltungsbezirk gesehen, nicht als deutschtümelnder Nationalhaufen), sondern dass sie auch befiehlt, wie ich mich dabei zu fühlen habe – aber das ist nur eine der Verwerfungen, die wir aktuell bestaunen dürfen.

Natürlich geht es manchen Menschen gut. Wer von der Bank, von Papa, Mama oder Onkel mit soviel Kapital ausgestattet wird, dass er Arbeitsprozesse organisieren oder die Produkte billigster Arbeit importieren kann, der kann gut Gewinn machen. Mal eine Beispielrechnung. Nehmen wir mal an, Sie hätten genug Kapital, 1000 Niedriglöhner einzustellen, die ihre Arbeit 500 Euro im Monat billiger machen als ihre Arbeit wert ist, dann hätten Sie im Jahr 6 Millionen Euro Gewinn – bei entsprechender Investition in Steuerberater und Konten auf Steueroasen steuerfrei. Nur ein Jahr „Arbeit“ von Ihnen – und Sie wären aus dem Schneider. Das 1000 Menschen dafür ein erbärmliches Leben führen – wen störts? Wen man von vielen nimmt, sind erstaunliche Gehälter möglich, steht der Staat mit Polizei und Militär hinter der Entwicklung, können wir Millionäre ohne Ende produzieren. 2005 – dem Jahr der Geburt von Hartz IV – hatten wir 739 000 Millionäre (siehe statista), 2016 sind es fast 1,2 Millionen – bei einer Steigerungsquote von über 5 Prozent im Jahr (siehe FAZ). Der Preis für diese Entwicklung? „Burn out“, die Erschöpfungskrankheit durch Arbeit, verzeichnet Anstiege um 80 Prozent (siehe Münchener Institut), ebenso explodieren die Krankschreibungen wegen Depressionen (siehe Wiwo): wir sind wieder im Reich der Pharaonen. Gut für die Pharaonen, die ihren Reichtum mittels SUV auf den Straßen demonstrieren und dabei zeigen, dass ihnen die Schadstoffbelastung der Umwelt, die Sicherheit ihrer Mitmenschen sowie der schonende Umgang mit allen Ressourcen völlig egal ist.

Kein Wunder, dass eine große Mehrheit der Deutschen dafür ist, den Sozialstaat auszubauen (siehe Spiegel), dem entspricht auch die aktuelle Zustimmung zu Kanzlerkandidat Schulzens Plänen, Hartz IV zurückzubauen (siehe Spiegel) – wenn es auch nur leichte, kosmetische Korrekturen sind. 29 Prozent jedoch lehnen diese Korrekturen ab. Warum eigentlich?

Nun – blicken wir mal auf die „Arbeit“ der Bundesagentur für Arbeit. In den letzten 5 Jahren habe die allein 4,5 Milliarden (also: 4500 Millionen) für die Entwicklung und den Betrieb ihrer IT-Sachen ausgegeben (siehe Gegen-Hartz): völliger Wahnsinn, was dort mit Versicherungsgeldern geschieht. Aber: davon profitieren viele, die zu den Empfängern dieser Luxusgelder gehören. Ebenso im Bereich der Millionärswirtschaft: jeder Millionär hat einen Hofstaat von Dienstleistern unter sich, die von seiner Beute leben: Autohändler, Handwerker, Versicherungs- und Bankmenschen, Gärtner, Hauslehrer, Architekten, Rechtsanwälte, Steuerberater, Modegeschäfte sowie die breite Front von Statussymbolproduzenten: Uhren, Krawatten, Hüte, Anzüge, Autos, Geschirr, Antiquitäten – jeder überflüssige Luxus findet dort seinen Absatz. Keiner dieser Menschen möchte die fetten Aufträge der Millionärsbratzen oder der Staatskonzerne verlieren – also stimmen sie für das System. Hat nur jeder Millionär 20 Menschen in seinem Hofstaat, die versorgt werden und direkt oder indirekt von diesem System der Ausbeutung der Niedriglöhner profitieren, dann haben wir schon 24 Millionen Deutsche, die an deren Tropf hängen – und so wählen, dass der Tropf erhalten bleibt, bar jeder Vernunft, jeder Moral oder jedem Gerechtigkeitssinne. Verstehen Sie, warum ich auch hier von einer getürkten – also vorgetäuschten – Wahl spreche?

Wie erwirtschaftet die BA und ihre Exekutivbehörden eigentlich die Gelder, über die sie so stolz herrschen? Nun – zum einen durch immer mehr lebensgefährdende Sanktionen … die moderne Peitsche für Galeerensklaven (siehe Spiegel): 135 000 Menschen wurden per Staatsgewalt unter das Existenzminimum gedrückt, um die Softwareexperimente der BA zu bezahlen. In 44000 dieser Haushalte lebten Kinder, die mit ihrem Hunger den SUV des IT-Unternehmers bezahlen, der die fetten Gagen der BA für nicht funktionierende Software kassiert. Der völlige Wahnsinn: 40 Prozent der Sanktionen halten vor Gericht nicht Stand, hier herrscht völlige Willkür. Ich verstehe, warum Amnesty International meinte, dass „die Welt finsterer geworden sei“ (siehe Spiegel) – auch wenn sie damit nicht das Elend in Deutschland meinen. Finster wie der Fall des 12-jährigen Mädchens, das vom Jobcenter eine Forderung von 20000 Euro erhielt, um die Hartz-IV-Bezüge seines Vaters zurück zu zahlen (siehe Gegen-Hartz): Enteignungen dieser Art sind eine andere Einnahmequelle der Arbeitslosenverfolgungsbehörde, die sich immer neue Strafkataloge ausdenkt: gegen die eigenen Versicherten, auf deren Kosten sie leben. Gegen die Praktiken der Jobcenter, auch Arbeitsunfähige per Kettenbrief zu sinnlosen Bewerbungen zu verpflichten, klagten sogar auch Mitarbeiter der Jobcenter, die noch über Anstand und Gewissen verfügen (siehe noz) – leider vergebens.

Wie frei sind eigentlich Wahlen in einem Land, in dem solche Zustände herrschen?

Die enden natürlich nicht bei der Arbeitslosigkeit. Die Enteignung durch die fetten Bonzen im „Traumschiff Berlin“ läuft auf allen Ebenen – jenseits der Lebensrealität der wieder akut durch Alter und Krankheit existentiell bedrohten Bürger. Beispiele? Gern.

Nehmen wir den aktuellen Bescheid des Bundesgerichtshofes (siehe Spiegel), nachdem Bausparkassen jene Verträge, mit denen ihre Kunden gute Gewinne erwirtschaften, nun einseitig kündigen können. Ja: da entwickeln sich manche Verträge für die Konzerne ungünstig – schon wird gekündigt. In Massen. Das geht. Auch eine Geschäftsidee, die immer mehr zum Standard wird – und an die Hartz IV-Prinzipien erinnert: solange der Kunde einzahlt, ist alles in Ordnung, wenn jedoch der Gewinn des Konzerns (oder der BA) in Gefahr ist, wird drastisch durchgegriffen: tritt der Versicherungsfall ein, wird zugeschlagen; macht der Kunde mal Gewinn (anstatt durch getürkte Papiere bankrott zu gehen), auch. Wird das irgendeine Wahl ändern? Wir befinden uns hier gar nicht im politischen Bereich – jedenfalls nicht offensichtlich. Schauen Sie sich aber mal unsere großen Nachrichtenmagazine an, unsere „Vierte Macht“ – und achten genau darauf, wer da alles Anzeigen schaltet: so macht man effektive Pressearbeit. Hat das Magazin Millionen an Werbeannahmen, kriegen die Mitarbeiter lukrative Festanstellungen – und achten bei jeder Zeile darauf, den Werbewert des Blattes nicht zu schmälern (siehe Spiegel):

„Die redaktionelle Qualität des SPIEGEL generiert eine enge und stabile Beziehung zwischen Leser und Magazin, was die Aufgeschlossenheit gegenüber werblichen Informationen fördert und damit die Werbewirkung steigert.“

Auf Deutsch: wir verkaufen Ihre Autos durch unsere „redaktionelle Qualität“ – sind also Werbeblättchen geworden … anstatt „Sturmgeschütz der Demokratie“. Und jetzt raten Sie mal, wie es in diesem heiß umkämpften Markt bei anderen Magazinen aussieht. Die sagen Ihnen sogar, wer Kanzler werden soll (siehe FAZ): Angela Merkel, sagen die „Entscheider“ – also 517 Menschen aus „Politik, Wirtschaft und Verwaltung“, sogar 87 Prozent der „grünen“ Entscheider wollen Merkel. Merken Sie, wie da getürkt wird? Wenn ich in meinem Dorf meine Nachbarn frage, so sind das auch Menschen aus „Politik, Wirtschaft und Verwaltung“. Ich könnte denen auch den Titel „Elite“ verpassen, weil es bodenständige, verantwortlich wirtschaftende Menschen im Nationalpark sind, die es schaffen, das sauberste Trinkwasser Deutschlands zu produzieren und ein Wohnumfeld mit hoher Lebensqualität zu erhalten – was über 50000 Gäste im Jahr zu schätzen wissen. Aber wer „Elite“ ist, bestimmen Redakteure, die wiederum von den Werbeeinnahmen leben, die ihnen die „Entscheider“ zukommen lassen. Da meine Mitbürger im Dorf der FAZ oder der Zeitschrift Capital nichts zahlen – jedenfalls nicht direkt – werden sie auch nicht befragt, welchen Kanzler sie für die nächsten Jahre wollen. Wieso man überhaupt solche manipulativen Artikel schreibt – ich weiß es nicht. Ich kann aber sagen, dass sie getürkt sind: weil wir noch nicht in einer Elitendiktatur leben – auch wenn viele sich das für die Zukunft wünschen.

Haben Sich schon mal genau auf diese „Elite“ geschaut? Ok nehmen wir ein Beispiel: Nestle. Wie machen die ihre Gewinne (siehe Spiegel):

Sklavenähnliche Zustände auf Krabenfischerschiffen, Erstickunganfälle durch Babykekse, Nudeln mit überhöhten Bleiwerten, mit überdosiertem Job versehene Babynahrung …. und eine Mobbingkultur gegen Abweichler der Konzernlinie, die auf diese Missstände aufmerksam mache. Jene „Entscheider“ werden also zu Rate gezogen, um dem Bürger zu suggerieren, welche Wahl der treffen soll? Wir sollen doch freie Wahlen haben – d.h. auch frei von Fakenews über die Wünsche einer nicht besonders qualifizierten Elite? Und doch … bekommen wir immer mehr davon.

Wissen Sie eigentlich, welche Arbeitsmoral diese „Elite“ an den Tag legt? Sie würden selbst nicht einen dieser Hanseln einstellen, das garantiere ich Ihnen, denn: die meisten von ihnen spielen nur Arbeit (siehe Süddeutsche Zeitung). Und die meisten Bundestagsabgeordneten spielen nur Parlament, so vermute ich – oder wie können Sie es sich sonst erklären, dass die jederzeit Zeit haben, Lobbyisten zu lauschen und lukrative Vorträge für die Industrie zu halten, zusätzlich für zehn Minuten Gequatsche soviel Geld bekommen, das ein Arbeitsloser zehn Jahre davon leben könnte? Allein schon das Wort „Fraktionsdiziplin“ gehört umgehend abgeschafft – es widerspricht in vollem Umfang dem Berufsbild des Abgeordneten und führt dazu, dass nur eine kleine Hand voll „Entscheider“ Politik gestalten – und dies meist zum Nutzen des eigenen Kontos … auf die eine oder andere Art. Ein Viertel des Deutschen Bundestages verdient sich was dazu (siehe Stern) – und niemand fragt, woher die eigentlich die Zeit dafür nehmen, noch, wieso wir ihnen den Hinzuverdienst nicht genauso gnadenlos von den Diäten abziehen, wie sie den Arbeitslosen kleine Nebeneinkünfte umgehend anrechnen. Wie kann man eigentlich von einer freien Wahl reden, solange diese Zustände der getürkten Demokratie noch anhalten?

Die Türkerei geht aber noch weiter – noch ein Beispiel. Nehmen wir Ihr Auto. Sie fahren Diesel, weil er günstig im Verbrauch ist? Ihn man zur Not mit Heizöl betreiben kann? Oder er für die Umwelt günstig ist? Nun – dann ziehen Sie sich gleich mal warm an, denn: die Politik erklärt gerade Ihrem Auto den Krieg. Warum und wieso – und weshalb das eine kleine Enteignung ist – erfahren Sie in einem Artikel über die anstehenden Fahrverbote für Diesel in der Innenstadt (siehe Spiegel); wieder einmal hat sich die Politik entschieden, „für das Wohl der Autohersteller einzustehen“. Gut, dass Diesel böse ist, hatten wir ja schon gelernt. Nur …. weil viele Menschen das verstanden haben, erreicht Deutschland seine Klimaziele nicht (siehe Spiegel). Verblüffend: vor allem das stetig wachsende SUV-Segment im deutschen Automarkt bereitet Probleme – aber ein Fahrverbot für dieses Elitepanzer gibt es nicht. Dieselpkw machen nur 22 Prozent der Feinstaubbelastung des Straßenverkehrs aus (siehe stmuv Bayern). Klar macht Feinstaub Krebs – inklusive aller Arten (auch Reifenabrieb) kommen wir auf 2 Prozent Krebserkrankungen, die auf diese Ursache zurückzuführen sind …. gegenüber bis zu 40 Prozent, die durch Ernährung verursacht werden (stmuv.Bayern). Wäre also auch sinnvoll, keine Nahrungsmittel mehr nach Stuttgart zu liefern. Der Gesamtverkehr beeinflusst den Feinstaubsektor mit 42 Prozent (davon 22 Prozent Diesel-PKW), die „Offroader-Fahrzeuge“ allein tragen jedoch 17 Prozent zur Gesamtbelastung bei.

Getürkte Wahl? Nun – versuchen Sie mal diese Zustände abzuwählen … ich verspreche Ihnen, Sie werden schnell den Eindruck gewinnen, dass Sie nur noch die Exekutoren der Millionäre wählen können – also die Farbe der Schürze des Kellners bestimmen können. Ist das „freie Wahl“?

Es gibt keine Alternativen zum herrschenden System? Nun- ich möchte Ihnen nur eine vorstellen, eine Alternative, die ihren Alltag massiv verbessern könnte. Sie stammt aus dem Mittelalter – und nicht vom Kommunismus (siehe gdg-Netz):

„In der Zeit von 1150 bis 1450 gab es in Mitteleuropa eine krisenfreie Zeit, welche durch eine geniale zinsfreie Währung erreicht wurde: Um 1150 begann Erzbischof Wichmann (1110-1192) aus Magdeburg damit, Münzen herauszugeben, welche zweimal im Jahr zum Umtausch aufgerufen wurden. Ziel war es, die Steuern einfach und regelmäßig einzutreiben. Dabei wurden 12 alte Pfennige gegen 9 neue ausgetauscht, die Differenz war Steuer.“

Irre Idee, oder? Und das von einem Bischof. Die Wirkungen dieser einfachen Maßnahme war unglaublich:

„Das Ergebnis war die größte Entwicklungsperiode der deutschen Geschichte. Damals waren die sozialen Unterschiede so ausgeglichen wie nachher nie mehr im historischen Verlauf. Wer viel hatte, erwarb den Wohlstand durch Arbeit, nicht durch leistungslose Zinsen. Das Minimum der arbeitsfreien Tage pro Jahr lag bei 90, oftmals über 150. Sehr bald wurde auch der arbeitsfreie Montag eingeführt.“

150 arbeitsfreie Tage im Mittelalter. Aber auch die Arbeitstage waren kürzer:

„Damit mussten die Handwerker nur vier Tage in der Woche arbeiten. Noch am Ausgang dieses Zeitalters, um 1450, konnte Erzbischof Antonin von Florenz es als selbstverständlich bezeichnen, dass für die Gewinnung des notwendigen Lebensunterhaltes eine kurze Arbeitszeit genüge und dass nur derjenige lange und viel arbeiten müsse, der nach Reichtum und Überfluss strebe. Die tägliche Arbeitszeit war zum Beispiel bei Bergwerksknappen in Freiburg auf sechs Stunden begrenzt.“

Das – wäre eine echte freie Wahl. Wollen wir weiter das Lottosystem, das nur jenen zum Millionär macht, der gute Beziehungen zu Kapitalgebern hat – oder wollen wir mehr Lebensqualität für alle? Ich kann Ihnen sagen: eine Partei, die solches garantieren würde, käme auf 65 Prozent der Wählerstimmen – also all´ jener, die keinen Millionär im Umfeld haben, der ihre Rechnungen fürstlich entlohnt. Darum werden ja aktuell alternative Denker wie Sarah Wagenknecht zu Aussätzigen erklärt (die offizielle Sprachregelung lautet aufgrund der besonderen deutschen Geschichte hier: =rechts = rechtsoffen = für rechte Argumentation nützlich = Nazi), eine Entwicklung, in denen britische Wissenschaftler einen offenen Angriff auf die Demokratie erkennen (siehe la bohemien):

„Wie die FAZ berichtete, schlug kurz vor Weihnachten 2015 eine Gruppe von britischen Professoren Alarm und sprach von einer „zutiefst besorgniserregenden Entwicklung“. Eine Kultur, die den freien Austausch von Ideen beschränke, fördere die Selbstzensur und mache Menschen Angst, ihre Meinung zu äußern“

Verstehen Sie nun, warum ich von einer „getürkten Bundestagswahl“ sprechen kann ohne rot zu werden?

Es sind die Netzwerke der Räuber, jene 29 Prozent, die von dem Irrsinnssystem profitieren, die verhindern, dass eine einer freien Wahl unabdingbar vorauszugehenden öffentliche Diskussion über Alternativen stattfindet; vielleicht sind sie auch identisch mit jenen 27 Prozent der Europäer, für die Vergewaltigung eine normale menschliche Verhaltensweise darstellt (siehe Stern) – das ethische Niveau dazu haben sie auf jeden Fall schon im Sektor „Wirtschaft, Politik und Verwaltung“ hinreichend demonstriert.

Und weil die Wahl gerade vor der Tür steht, schreibe ich auch trotz Krankheit.

 

 

 

 

 

 

Arbeitgeberverband will Demokratie, Sozialstaat und Politik abschaffen

Montag, 9.1.2017. Eifel. Ja, lieber Leser: heute mute ich Ihnen etwas ungeheures zu. Etwas … unglaubliches. Etwas, das selbst ich in dieser Deutlichkeit für unmöglich gehalten hätte. In der Tat gehen die Pläne jener Schicht, die ich gerne mal die Lumpenelite nannte (obwohl ich den Begriff nicht erfunden habe), viel weiter als ich befürchtet habe, sind perfider, als man sich vorstellen kann – und ganz offen präsent. Ja, lieber Leser: die Zukunft wird gerade jetzt gemacht. Ohne Sie.

Nun, dass sich etwas ändern muss, merken immer mehr Menschen – und es dringt auch bis in die Erzeugnisse der Millionärspresse durch (siehe Süddeutsche)

„In der Mitte der Gesellschaft gibt es Arbeitnehmer, die in zwei Jahrzehnten ihre Kaufkraft nicht steigern und keine Vermögen aufbauen konnten. Es gibt die Kinder der Ärmeren, die entgegen allem Gerede von Chancengleichheit kaum Hoffnung auf eine bessere Zukunft haben. Und es gibt gut qualifizierte Menschen, die um ihren Arbeitsplatz bangen müssen, wenn vernetzte Computer und selbstlernende Programme noch schlauer werden, als sie heute schon sind. Angesichts dieser Entwicklung ist die Verunsicherung, die allerorten spürbar ist, verständlich.“

Ein offener Ruf nach linker Politik ist hier zu lesen, linker Politik, die dem aufteigenden Rechtspopulismus den Wind aus den Segeln nehmen soll. Seltsam, dass eine konservative Zeitung solche Rufe zuläßt – aber man wird halt mehr und mehr verunsichert durch die AfD. „Affen für Deutschland“ nannte sie Volker Pispers einst, Menschen, die – jedenfalls nach Programm – nicht sehr fest in den sozialen Menschenrechten verwurzelt sind. Viele Deutsche mögen linke Politik – nur gibt es … nach dem Verratsgau von Rot-grün … keine linken Parteien mehr, die diese Mehrheiten abrufen können. Stattdessen wetteifern unsere Pseudolinken darum, „Rechte“ zu identifizieren, zu diffamieren und zu denunzieren: Sowjetpolitik vom Feinsten. Was diese „Rechten“ gemein haben?

Sie sind meist arm – und versuchen sich in politischer Willensbildung. Eine Gefahr für jeden etablierten Mandatsträger, der sein Wohlleben nur der Gemeinschaftskasse verdankt. So sind sie untereinander sehr beschäftigt: die neue Friedensbewegung, der ständig unterstellt wird, sie würde das neue Auschwitz bauen – und die neue Linke, die vor allem eins will: ihre jahrzehntelang wühlmausartig ausgebaute Luxusversorgung aufrecht erhalten, wobei die Trägheit der Wählermassen der Hauptgrund für ihre Wahlerfolge sind. Immer droht der „Feind von Rechts“ – und wenn man ihn nicht findet, wird er eben auf absurdeste Art und Weise zurechtdefiniert, damit der Wähler wieder einmal Retter spielen darf und die Demokratie vor ihren Feinden schützt … die genau genommen erst mal in der Mehrheit gar nichts gegen Demokratie haben, die aber anderen Sorgen umtreiben (siehe Süddeutsche):

„Die meisten Bundesbürger besitzen deutlich weniger als andere Europäer. Das geht aus einer Studie der europäischen Zentralbank (EZB) hervor. Danach sammelt der mittlere deutsche Haushalt ein Nettovermögen von 60 000 Euro an, die Bürger im Schnitt von 18 Euro-Staaten dagegen mehr als 100 000 Euro. Weil das mittlere Vermögen unter anderem in allen Euro-Krisenstaaten höher ausfällt als in Deutschland, könnten die Ergebnisse vor der Bundestagswahl 2017 scharfe Kontroversen auslösen.“

Sind wohl ziemlich faul, die Deutschen. Und doof – denn sonst könnten sie ja ihr Geld für sich arbeiten lassen.

Natürlich: die soziale Ungleichheit nimmt in allen Industriestaaten zu (siehe Deutsche Welle) – doch in Deutschland wohl schlimmer als im Rest der Republik. Und dies hat Folgen, wie eine Wissenschaftlerin deutllich beschreibt (siehe Stern):

„Was treibt eigentlich Vermögende dazu, Steuern in großem Stil zu hinterziehen? „Wenn die Einkommensverteilung zu weit auseinander klafft, entsteht eine Gruppe Reicher, die sich nicht mit der Gesellschaft verbunden fühlt““

Macht Ihnen das auch gleich Sorgen? Eine Gruppe reicher – somit auch einflussreicher und mächtiger – Menschen, die sich nicht mehr mit der Gesellschaft verbunden fühlt … obwohl sie ihren Reichtum nur den Möglichkeiten zu verdanken haben, die ihnen diese Gesellschaft bietet? Ja – es entsteht schnell der Eindruck: hier wirkt ein Räubergeist. Gemeinschaftsgüter plündern – und dann schnell ab auf die Raubritterburg.

Nicht sehr sozial, oder?

Gut: „Gemeinschaftsgüter plündern“ ist jetzt natürlich ein harter Vorwurf. Nur: man kann hier nur Geld verdienen, weil wir den Reichen Schutz bieten, Straßen, Flughäfen, Schulen, Schienen, Universitäten – kurzum alles, was man so Infrastruktur nennt. Würden die auf einer einsamen Insel im Pazifik groß geworden sein … wäre das mit dem Vermögensaufbau durch finanz- und kontaktstarke Netzwerke schwierig. Ach was: unmöglich.

Viele Reiche klinken sich jetzt schon aus: Anwälte, Ärzte, Steuerberater haben eigene Kranken- und Rentenversicherungen, viele profitieren von der „Beitragsbemessungsgrenze“, die gerde die Leistungen von Besserverdienenden für unsere Sozialsysteme einschränken – so verrückt das auch ist, es ist Gesetz in Deutschland. Da bilden sich Parallelgesellschaften, über die sich niemand aufregt – die aber eine ganz andere Macht haben als libanesische Gangs in Gelsenkirchen … über die man sich lieber aufregt.

Doch manchen scheint das nicht zu reichen – sie wollen noch mehr: Zukunft gestalten in ganz großem Stil, eine neue Welt bauen – ganz öffentlich.

Einen Teil der Pläne findet man beim Deutschen Arbeitgeberverband, einer politischen Gruppierung, die interessante Artikel veröffentlicht. Was ist dieser Verband – der nicht mit dem Bundesverband deutscher Arbeitgeber verwechselt werden sollte (siehe Deutscher Arbeitgeber Verband):

„Der Deutscher Arbeitgeber Verband e.V. (DAV) ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Unternehmern und Entscheidungsträgern in unternehmerähnlichen Positionen (Vorstände und Aufsichtsräte) sowie Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Forschung und Politik.“

Dort findet man einen bemerkenswerten Aufsatz von Titus Gebel (siehe DAV): „Staatsversagen. Schmerzhafte Erkenntnisse“ lautet er.

Die schmerzhaften Erkenntnisse des Juristen und Unternehmers – die, so unterstelle ich mal, auch von den anderen Unternehmern und Entscheidungsträgern unter dem Siegel „freie Marktwirtschaft“ getragen werden, sind … mehr als nur unheimlich oder ungeheuerlich.

„Erste schmerzhafte Erkenntnis: Ein objektivierbares Gemeinwohl oder objektive Gerechtigkeit gibt es nicht, wenn wir akzeptieren, dass wir in einer pluralistischen Gesellschaft leben und damit unterschiedliche Moralvorstellungen und Werte zulässig sind.“

Hört sich klug an, ist es aber nicht. Natürlich gibt es ein objektivierbares Gemeinwohl, unsere pluralistische Gesellschaft läßt nicht alle Moralvorstellungen und Werte zu. Kannibalismus, Raub, Mord sind Werte von Subgruppen, die wir nicht zulassen. Wir gehen sogar noch weiter: wir haben einen ganzen Katalog von Rechten entwickelt, die unser Gemeinwohl schützen sollen – die sind Unternehmern und Juristen vielleicht nicht bekannt, weil sie dem hemmungslosen Profit im Wege stehen … aber dem Rest der Welt. Sie nennen sich die Allgemeinen Menschenrechte, bestehen aus 30 Artikeln (siehe z.B. Amnesty International), begründet durch grauenhafte Erfahrungen, die die Menschheit in den Jahren 1933 – 1945 durchlebt hat (um nur ein Beispiel zu nennen) – sie sind also nicht aus reiner humanistischer Theorie geboren, sondern aus einer Menge praktischer, tödlicher Erfahrungen geboren, die gezeigt haben, dass der Horror ohne diese unabänderlichen Rechte jederzeit wieder über die Zivilgesellschaft hereinbrechen kann.

Gewisse … Paralellgesellschaften scheinen das nicht mehr auf dem Schirm zu haben – oder es ist ihnen egal.

„Zweite schmerzhafte Erkenntnis: Der Sozialstaat ist ein Irrweg. Es gibt kein Recht, auf Kosten Anderer zu leben. Ein wie auch immer legitimiertes System, welches per Gesetz Enteignungen zugunsten Dritter vorsieht, kann auf Dauer weder ein friedliches, noch ein berechenbares Miteinander schaffen.“

Ja – eine wertvolle Erkenntnis: es gibt kein Recht, auf Kosten anderer zu leben. Das sollte man mal vielen „Arbeitgebern“ in den Schreibtisch meisseln, denn: Gewinne gibt es nur durch Arbeit. Die machen meist andere – weshalb da auch ganz andere auf Kosten anderer leben. In einem fairen Staat bekommen die, die die Arbeit machen, auch ihren entsprechenden Anteil. In einem anderen Staat bekommen sie Mindestlohn, weil man sich darauf konzentriert, dass die Organisatoren der Arbeit und ihre Geldverleiher möglichst viel Gewinn machen. Gewinn aus der „Arbeitslosigkeit“ der „Geldgeber“ und leistungsgerechte Entlohnung schließen sich aus … mal abgesehen von den unabändlichern Menschenrechten und der Verfassung dieses Landes, die einen Sozialstaat unabdingbar machen. Hier steht wohl ein Bündnis von Elitemenschen schon längst nicht mehr auf dem Boden des Grundgesetzes.

„Dritte schmerzhafte Erkenntnis: Es kommt in der Demokratie immer zur Systemkrise, wenn der Staat sein Gewaltmonopol benutzt, um politische Ziele zu verfolgen, die über den Schutz von Leib, Leben und Eigentum seiner Bürger hinausgehen. Leider wird genau dieses Verhalten von der demokratischen Mehrheit nachgefragt.“

Auch eine wertvolle Erkenntnis – es ist nicht nur Eigentum das geschützt wird, sondern auch Leib und Leben … jedoch von allen, nicht nur von Eigentümern. Leib und Leben sind gerade akut in Gefahr: hunderttausenden droht der Kältetod, weil wir eine rasant steigende Obdachlosigkeit haben (siehe Tagesspiegel) und dauerhafte Minustemperaturen. Wohin die Reise geht? Nun – Demokratie muss fort. Das wird nicht ganz so direkt gesagt, aber ausgeführt:

„In Deutschland sind es derzeit von 82 Millionen Einwohnern noch etwa 15 Millionen, welche echte Wertschöpfung betreiben, also nicht direkt oder indirekt vom Staat finanziert werden. Bei circa 60 Millionen Wahlberechtigten wird klar, dass diese Gruppe selbst dann, wenn sie geschlossen abstimmen würde, die Regierungsbildung nicht mehr entscheidend beeinflussen kann“.

Interessant wäre zu erfahren, was „echte Wertschöpfung“ für den Deutschen Arbeitgeberverband ist. Mit von guten Kumpels bei der Bank geliehendem Geld an der Börse spekulieren? Der Autor selbst handelt mit deutschen Rohstoffen und Firmen, sucht nach weiteren Rohstoffen in Deutschland – ich denke jedoch nicht, dass er selber nach Rohstoffen bohrt. Eher handelt er mit Rechten … die wir alle als Staat garantieren.

„Die negativen Auswirkungen dieser Entkoppelung von Macht und Verantwortung sind auch der Hauptgrund, warum es keine demokratisch geführten Unternehmen gibt. Es würde immer im Ruin enden.“

Und die Tatsache, dass es keine demokratisch geführten Unternehmen gibt, ist der Hauptgrund dafür, dass die Politik die Wirtschaft im Zaum halten muss, um die Demokratie zu schützen. Entgegen aller Wunschträume zeigt die aktuelle Situation großer deutscher Konzerne (Deutsche Bank mit fast 8000 Klagen oder VW mit gigantischen Nachzahlungen) dass die wirtschaftlichen Verantwortungsträger keinen Deut effektiver oder besser sind als die politischen Verantwortungsträger, die Schäden durch Firmeninsolvenzen stiegen 2016 gegenüber dem Vorjahr um 40 Prozent an (siehe Spiegel) – mit Schäden, die mehr kosteten als Hartz IV.

Schützt der Staat auch Leib und Leben der Bürger – und nicht nur der Reichen – muss er Sozialstaat sein. Auch um die Pleiteunternehmer vor dem Verhungern zu retten. Deshalb nur den „Wertschöpfern“ – die momentan deshalb viel schöpfen können, weil sie Billionen von der EZB für fast nichts bekommen … wenn sie eine Bank finden, die mit ihnen zusammenarbeitet – die politische Verantwortung zu übertragen, führt direkt in den Feudalstaat zurück. Für den, der gerade im Moment viel hat, ein feuchter Traum. Für die anderen: das endgültige Absacken in Leibeigenschaft und Frohndienste.

Hört sich nicht mehr so schön an, wenn man es umformuliert – oder?

„Vierte schmerzhafte Erkenntnis: Politik ist Teil des Problems, nicht der Lösung. Es reicht nicht, das Personal auszutauschen. Die einzige Abhilfe ist, die Politik umfassend zu entmachten.“

Was ist eigentlich“die Politik“? Nun – der Gesamtkanon aller Bürger eines Landes zwecks Entscheidungsfindung. Entmachtung der Politik? Nun – durch den Einsatz von unternehmerfinanzierten Söldnerheeren denkbar und oft vorgeführt. Ja – für dieses Traumziel muss der Arbeitgeberverband Bundeswehr und Polizei ausschalten – oder auf seine Seite ziehen, sonst ist die Entmachtung der Politik gar nicht möglich – erst recht nicht, wenn er nur auf 15 Millionen theoretische Wähler zurückgreifen kann.

Merken Sie, wohin die Reise der „Unternehmer und Entscheider“ geht?

Bleiben Sie noch sitzen, die haben noch eine Erkenntnis veröffentlicht:

„Fünfte schmerzhafte Erkenntnis: Es gibt keinen dritten Weg zwischen Markt- und Planwirtschaft, auch nicht die Soziale Marktwirtschaft. Es gibt immer nur „Markt oder Befehl“ (Roland Baader).“

Und zum Markt … gehört nun mal auch der Markt der Meinungen. Jedenfalls – im Prinzip. Wir werden noch darüber aufgeklärt, wie wir das zu sehen haben:

„Denn wenn der Staat das Recht hat zu entscheiden, ob bestimmte wirtschaftliche Gegebenheiten einen Eingriff rechtfertigen oder nicht, dann ist über kurz oder lang kein Handlungsbereich mehr dem Marktgeschehen überlassen. Dann sind es nicht länger die Konsumenten, die bestimmen was produziert wird, in welcher Menge und welcher Qualität, von wem, wo und wie – sondern es ist der Staat.“

Gerade da muss der Staat aber zum Schutz von Leib und Leben eingreifen: eine rein betriebswirtschaftliche Behandlung der Problematiken führt irgendwann direkt in die Vernichtungslager – oder in moderne Varianten, in denen man den Schwachen einfach nichts mehr zu essen gibt und sie so sich selbst überlässt: in eine „Freiheit“, in der zuvor alle Ressourcen von Menschen und ihren Netzwerken verteilt wurden. Ja – man kann durch Missachtung der sozialen Menschenrechte Milliarden sparen, das hat die Bundesagentur für Arbeit gerade vorgemacht (siehe Noz): durch massive „Sanktionen“ konnten 4,5 Milliarden Versicherungsleistungen einbehalten und als „Gewinn“ verbucht werden … Leistungen, für die die Versicherten jeden Monat viel Geld bezahlen, um im Notfall dem Hunger entkommen zu können.

„Sechste schmerzhafte Erkenntnis: Es gibt vermutlich kein ideales Gemeinwesen, aber besser funktionierende Varianten können wir nur durch Versuch und Irrtum herausfinden. Dazu müssen wir freiwillige Alternativen zulassen, auch wenn diese dem widersprechen, was wir für gut und richtig halten.“

Mutige Gedanken – ganze Staaten durch Versuch und Irrtum zu regieren. Natürlich könnten wir da Alternativen konstruieren … in dem wir unser Wirtschaftssystem umbauen – zum Beispiel in ein genossenschaftlich orientiertes zinsfreies, kooperative System, in dem Arbeiter Anteil an jeder Firma bekommen, ein System, in dem der Mensch im Mittelpunkt steht – und nicht die Rendite einiger weniger.

Doch der Autor will ja den deutschen Nationalstaat gar nicht umbauen.

Er … hat was viel schlimmeres vor.

Eigene Staaten für Reiche. Superreiche. Nun – nicht gerade große Flächenstaaten – aber kleine Stadtstaaten, Steueroasen wie Monaco – wo er wohnt. Städte, in denen nur der Markt herrscht. Und das Geld … das wird aber nicht ganz so offen gesagt. Free private cities sollen entstehen – irgendwo. Honduras, Somalia, USA – die Paralellgesellschaften wollen ihren Kleinstaat, wo die Reichen unter sich bleiben. Für jeden offen, der die mit viel Kapital gebildeten Städte bezahlen kann (siehe staatenlos.ch). Es wird auch schon nach Investoren dafür gesucht … und nach Land (siehe freeprivatecities). Vielleicht meldet sich ja Angela Merkel und verkauft dafür … Rügen? Bremen? Ekernförde? Ja – die Raubritter wollen an die See. Und Geld dafür – ist genug da.

Steuerhinterziehung kostet uns 100 Milliarden im Jahr – oder 150, das weiß keiner so genau. „Gemeinsam arbeiten – allein kassieren“ – nur so läßt sich das Modell dieser Städte finanzieren. Hätten wir nur ordentliche Steuerzahler: wir hätten keinen Cent Staatsschulden. Würden wir mehr Geld für Arbeit bezahlen anstatt für Geldverleih: wir würden im Paradies leben. Wurde schon alles ausgerechnet.

Doch nun hat der Deutsche Arbeitgeberverband eine andere Perspektive entwickelt: den Traum der Raubritter. Durchs Land ziehen, alle Früchte (Rohstoffe) ernten … und mit dem Gewinn dann schnell in die Raubritterstadt.

Was aber soll mit den anderen geschehen? Denen vor den Toren der Stadt, denen in den ausgeplünderten Ländern, denen, die überhaupt durch ihre Arbeit dafür gesorgt haben, dass die Funktionäre so ungehemmt Zugriff auf die Ressourcen hatten, die ja zum Wohle aller vermarktet werden sollten? Wir hatten uns ja gerade deshalb für Marktwirtschaft entschieden, weil es das Versprechen gab, dass diese Wirtschaftsform Wohlstand für alle garantiert? Nun … nachdem man geschickt und verantwortungslos allen Reichtum für sich selbst eingesackt hat … dürfen die wieder frei für sich selbst sorgen. Man könnte sie auch in der Wüste aussetzen und sagen: so, mach´ was draus!

Demokratie? Die neuen Mammonstädte versprechen gerade die Freiheit davon.

Es ist nicht mehr notwendig, mit anderen über Politik zu diskutieren, auch Kompromisse zwischen widerstreitenden Ideen sind unnötig.

Wie soll das funktionieren: eine Stadt ohne Hinterland, dass sie versorgt?

Nun – das machen die rechtlosen Billigarbeitskräfte aus dem Mutterland. Sozialisten und Islamisten will man aber nicht dort sehen. Und wohl auch keine Demokratie im Mutterland – schnell könnte man auf die Idee kommen, dass sich da eine ganz besonders widerliche Form von Paralellgesellschaften entwickelt hat, die das Schmarotzertum maximieren will … und einfach mal die Straßen und Seewege schließen um zu sehen, wie die sich mit ihrem Geld allein ernähren können. Da … braucht man eine starke Hand, die das Heer der Lohnsklaven im Zaum hält. Und auf die Niedriglöhner will man ja nicht verzichten – irgendeiner muss ja den Müll wegschaffen – Geld allein kann das nicht.

Da wird mitten in Deutschland gerade an der Abschaffung der Demokratie, des Sozialstaates, der allgemeinen Menschenrechte gearbeitet – mit Hochdruck und Geldmacht. Und über Umweltschutz wird sich dann keiner mehr Gedanken machen – der steht dem Betriebsergebnis immer und überall im Weg.

Warum ich immer von Raubrittern und Raubstädten rede? Weil ich Latein kann. Privare heißt: rauben.

Und was macht unsere Linke?

Anstatt linker Politik … Idiotenbingo: „Wer hat noch jemanden entdeckt, den man als „rechts“ titulieren könnte?“ „Ich, ich ich!!!!“

Und die echten Totengräber von Staat, Demokratie und Menschenrechten wirken ungestört in aller Öffentlichkeit.

Wir anderen – die Restbürger, Ballastexistenzen, Minderleister und wie man uns sonst so schimpft … können uns ja mal überleben, wie ethisch bedenklich eigentlich das Ausrauben von Räubern ist.

 

 

 

 

 

Hartz IV: die kalte Vernichtung der Kikki W. Geiß

Digital StillCamera

Montag, 5.12.2016. Eifel. Warum machen wir das eigentlich? Uns in unserer Freizeit hinsetzen und ein Nachdenkmagazin aufbauen? Was viel Arbeit und etwas Geld kostet, einen angreifbar macht und die Chance auf einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz deutlich senkt? Nun – ich kann da nicht für andere sprechen, nur für mich selbst: weil mir eine kritische Stimme im Chor des Millionärs- und Parteimedien fehlt. Und da sie mir fehlt, nehme ich eben selbst ihre Stelle ein, anfangs noch unter dem Motto „even the worst case“ – weil auch das mal mein Job war. In der von uns so hochgejubelten „freien Wirtschaft“ – dem Nonplusultra westlicher Existenz – ist diese Perspekive Bestandteil jeder Planung, kehrt man aber dann aus der Wirtschaft in die Welt von Medien und Politik zurück muss man feststellen: dort herrschen ganz andere Gesetze, wahnsinnige Gesetze: ein blindwütiger Ignoranzoptimismus, der an Autismus in schlimmsten Zügen erinnert und immer wieder in dem geistlosen Satz echohaft durchs Land tönt: „Deutschland geht es gut“ – was letztlich den Geschmack von Durchhalteparolen aus dem April 1945 hat. Kein Unternehmen würde sich mit dieser mangelhaften Selbsteinschätzung an den Markt trauen – es sei denn, es wird von kompletten Idioten geführt.

Nun – auch diese innovative, disziplinierte und verantwortungsbewusste Arbeitsweise von Unternehmen wird seltener: je größer das Unternehmen wird, um so mehr gleicht es einer Behörde: Trägheit, Verantwortungslosigkeit, Nachlässigkeit und asoziales Verhalten breiten sich aus, die Folgen jener „inneren Kündigung“ richten jährlich Schäden bis zu 250 Milliarden Euro an – wenn man alle Faktoren zusammenfasst. „Deutschland geht es gut“ – kann man getrost ersetzen durch „Deutschland könnte es wesentlich besser gehen“.

Manche meinen nun – ich selbst gehöre dazu – meine Texte seien zu lang, übersehen wird dabei Sinn und Absicht der Schriften: sie sollen nicht nur eine gründliche Durchleuchtung aktueller Probleme bieten, ein stabiles „Refraiming“ ermöglichen (also: unterschiedliche Betrachtungen der Deutungsrahmen, die für ein Problem denkbar sind), sondern auch kleine Vorlesungen im Bereich praktischer Philosophie sein, die den Lesern im Denken schult, ihn mit Argumentationen ausrüsten, ihm Munition bieten im Kampf der Worte, der dem Kampf der Waffen immer und überall vorausgeht. Drei Fragen stellt sich die Philosophie – so einfach ist sie in ihrem Ursprung: wo komme ich her, wo gehe ich hin, wo bin ich hier. Man kann die Fragen auch unverständlicher formulieren – was oft und vielfältig in der akademischen Philosophie getan wird – stößt aber im Prinzip immer wieder auf diese Urfragen, die die Altväter der Philosophie noch in einfache Worte kleiden konnten, damit sie auf dem Markt auch jeder ohne Studium verstehen kann.

In Bezug auf Deutschland wären diese Fragen einfach zu beantworten: wir kommen aus einer Vergangenheit, die die größtmögliche soziale Katastrophe (Vernichtungsfabriken für Menschen) Gestalt annehmen lies, wir leben in einer Gegenwart, die sich zunehmend wieder an den Prinzipien der Vernichtung „unwerten Lebens“ orientiert und werden in Zukunft wieder die Vernichtung unwerten Lebens erfahren: gesteuert und definiert wie früher nach der Höhe des Profites, die bei systematischer Ausbeutung aus dem Individuum gezogen werden kann. Das galt schon für Sklavenhalterstaaten, jeder der „Geld für sich arbeiten lassen“ möchte, teilt diese Ideologie- auch wenn es den meisten gar nicht mehr bewusst ist.

Dieser Deutungsrahmen – der etwas differenzierter ist als der unserer Kanzlerin und ihrer Wähler – zeigt, worauf wir aktuell den Schwerpunkt der Beobachtung legen müssen: immerhin sollte Philosophie nicht nur freie Schöngeisterei sein (was auch einen deutlichen Gewinn an Lebensqualität bedeuten könnte – mehr als der Konsum von Sondermüll in allen Formen auf jeden Fall), sondern auch konkret und praktisch sein, Orientierung geben, die vom Grundgesetz vorgegeben ist: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, heißt es dort – und dieser Satz wurde nicht umsonst als Richtungsweiser ganz an den Anfang gesetzt. Doch wer kann „Würde“ heute noch definieren? Ich kann Ihnen da mal einen Vorschlag machen: „Würde“ ist das vollkommene, nicht mehr hinterfragbare Recht eines jeden Menschen, von seinen Mitmenschen im Geiste der Werte „Freiheit“, „Gleichheit“ und „Brüderlichkeit“ behandelt zu werden. Machen Sie einfach mal den Umkehrschluss: ein Mensch, der so behandelt wird, darf sich seines Menschseins gewürdigt fühlen.

Und dann schauen Sie mal, wie Ihr Chef mit Ihnen umspringt.

Es ist Arbeit im Sinne der Aufklärung, die hier geschieht, Arbeit daran, dem Menschen zu helfen, aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit zu entkommen – wobei man sagen muss: in Zeiten, wo Staat, Wirtschaft, Medien und Geheimdienste raffinierteste Manipulationsmethoden anwenden, um die Unmündigkeit zum Zwecke der besseren Steuerbarkeit mit immenser Übermacht auszuweiten, kann von „selbst verschuldet“ immer weniger die Rede sein: nur wenige Menschen haben noch Zeitreserven, sich in dieser Flut von Manipulation Freiräume für eigenes Denken zu erarbeiten – und Zeit braucht man vor allem dafür. Nun können Sie auch verstehen, warum es so wichtig ist, dass alle „beschäftigt“ sind.

Jetzt schauen Sie wahrscheinlich verwundert drein: es sollte doch um Kikki W. Geiß gehen – und wir reden die ganze Zeit über Philosophie. Nun – Sie werden sehen: es ist wichtig, den Rahmen zu erkennen, in dem sich das Drama abspielt – nur dann kann man verstehen, dass es sich hier nicht um einen „bedauerlichen Einzelfall“ handelt, sondern um die gezielte Vernichtung einer Person, deren eigene Qualitäten genau jene innovative, disziplinierte und verantwortungsbewusste Arbeitsweise erkennen lassen, an der es in Behörden und Konzernen so mangelt.

Unsere Leser kennen den Fall, wer ihn noch nicht kennt, darf nun eine Suchmaschine mit dem Namen und dem zusätzlichen Suchbegriff „Nachrichtenspiegel“ bedienen und sich so zusätzliche Internetkompetenz erarbeiten. Viele Leser haben sich entschlossen, das stille Sterben der Kikki W. Geiß zu verhindern – und haben gespendet. Wie kam es dazu? Nun – kurz gesagt hatte sich Kikki auf freundliche Worte von „Tierschützern“ verlassen, die ihr ein Paradies im Norden versprachen – und sie dort fürchterlich hängen ließen. Ja – so etwas ist mir schon öfter begegnet, manchmal schien es mir, als ob sich Hundehalter (die sich hauptsächlich in finanziell gehobenen Kreisen befinden) deshalb so sehr ihrem Hündchen widmen, weil sie hier einen Ausgleich zu ihrer ausgeprägten Asozialität gegenüber Menschen suchen, frei nach dem  Motto: „Meinen Mitarbeitern kürze ich ständig ihr Gehalt und steigere die Arbeitszeit, aber das mache ich durch eine dicke Fleischwurst für Wauzi wieder wett: hach, was der sich freuen wird“. Moderner Ablasshandel also.

Zu kurz gefasst? Anders kann ich mir die Notlage von Kikki nicht erklären – weder die, noch die Tatsache, dass sie von ihren ehemaligen Förderinnen aktiv verfolgt wurde, die völlig ihren Anteil an der sozialen Katastrophe ignorieren … dafür aber ihrem Köter einen Extrabatzen Rindfleisch servieren. Neun Milliarden geben unsere reicheren Menschen jedes Jahr für Haustiere aus … 22 Milliarden für 6 Millionen Arbeitslose (inkl. fast zwei Millionen Kinder). Das entspricht in etwa den Umsätzen des deutschen Buchmarktes.

Auch Kikki ist eine Tierschützerin – jedoch eine, die es ernst meint und sich um jene Hunde kümmert, die ihren ehemaligen Besitzern zu lästig geworden sind. Darum hat sie sich ja verführen lassen, in den fernen Norden zu ziehen, wo es mehr Platz gab – eine ganze Weide … die jedoch nie freigegeben wurde: auch ihre Vermieter haben ihren Teil zur Katastrophe beigetragen.

Warum rede ich eigentlich von „Vernichtung“? Nun – ich benutze hier einen etwas älteren Begriff von „Tod“. Wir modernen Menschen definieren nur die Leiche als „Tod“ – dazu hat man uns dressiert. Ältere Kulturen kannten den Begriff „Todesnähe“, sie hatten noch ein Verständnis dafür, dass es Zustände gibt, die den Menschen noch mitten im Leben in die Nähe des Todes rücken: Armut, Verachtung durch Mitmenschen, Isolation von der Gemeinschaft, Krankheit, Hunger – all dass waren für den jüdischen Menschen Todeserfahrungen – Erfahrungen, die den Tod ins Leben brachten, lange bevor man Leiche wurde. Solche Sichtweisen entwickeln Völker, die noch ganz direkt mit den Herausforderungen des Lebens konfrontiert sind und so genau wissen, wann Gefahr droht; die Bürodrohnen der modernen Bürokratien … die unverblümt die Hungerwaffe in Form von Sanktionen gegen jene einsetzen, auf deren Kosten sie leben … kennen diese Zusammenhänge nicht mehr.

Warum beschäftigen wir uns – als kleines Nachdenkmagazin – mit solchen „Einzelfällen“? Nun – aus einem einfachen Grund: weil es die anderen nicht mehr tun. Ich zittiere aus einem Schreiben von Kikki an die Redaktion des Nachrichtenspiegel:

Ich habem ich an
sämtliche stellen und medien gewandt niemand will es bringen. Redakteuere sind
heiß drauf , werden dann aber gestoppt.namen der redakteuere werde ich nucht
nennen es sind aber leute von monitor, frintal21, akte 2016 , report ,
ostfriesenzeitung , focus und spiegel. 
Nun brauche ich menschen mit cheid, die helfen indem sie es verbreiten.

Merken Sie was? Hier agiert ein Mensch mit hohem Leistungsniveau, ein Mensch, der nicht aufgibt, der hartnäckig und stringend die notwendigen Schritte einleitet und seine Ziele konsequent verfolgt: Qualitäten, die nur noch wenige Mitarbeiter, Beamte und Angestellte vorweisen können. Die begegnen hier einer Welt, die weit weg ist von „innerer Kündigung“.

Doch zuerst möchte ich Sie bitten, die Fehler in Kikkis Text zu entschuldigen. Sie ist krank, kann sich manchmal kaum noch artikulieren, wird verfolgt von dutzenden hartnäckigen Mobbern,  hat kaum noch die technischen Möglichkeiten, sich zu artikulieren.

Und das nächste: Kikkis Erfahrungen werden vom Autor dieser Zeilen geteilt – auch hier lagen mal Interviewanfragen vor … von freien Journalisten im Auftrag großer staatlicher Medien … die von der oberen Ebene blockiert wurden: gesucht wurden Menschen mit Erfahrungen im Bereich Hartz IV, die auch in der Lage waren, die Vorgänge in größeren politischen Rahmen einzuordnen, zu kommentieren und öffentlich Stellung dazu zu beziehen – was wir hier ja oft genug zelebrieren. Nur … kommt man hier plötzlich in Sphären, die „nicht mehr genannt werden dürfen“ … der geschlossene Verein deutscher Chefredakteure sorgt hier mutmaßlich für Linientreue. Hinter dem kleinen, strahlenden „Deutschland geht es gut“ lauert ein gewaltiger Todesschatten … den wir aber nicht mehr so nennen, weil wir ja so „fortschrittlich“ sind … und gerne so tun, als seien wir unsterblich und nur dazu auf der Welt, ewig alles zu konsumieren, was sich die Industrie gerade ausdenkt.

Wie erging es Kikki eigentlich im Laufe diesen Jahres? Hören wir sie selbst:

Vorab   Ich habe bis heute keinen namen und keine kontonummer dritter preis
gegeben. Bis heute habe ich auch keinen weiterbewilligungsantrag gestellt und
keine leistungen nach sgb 2 . Ich habe gestern meinen einen schriftsatz bzw.
Klageschrift veröffentlich. Ich beantrage grundsätzlich grund und
menschenrechte und unveräußerliche passive leistungen. Das verfahren wurde auf
meinen antrag mit zustimmung der gegenseite ruhend gestellt. Nun plötzlich hat
das gericht die mündliche verhandlung anberaumt, dabei wurden die verfahren
durch gerichtsbeschluss zuvor ruhend gestellt. Hintergrund kann ich nur vermuten,


Dem richter scheint bewusst geworden zu sein, was er durch seine stetige
verweigerung effektiven rechtschutzes verursacht hat und ich eben nicht wie
andere zerbreche und kleinlaut werde sondern nach vorne gehe. 

So nun mal was im groben passierte. Im feb. Konnte ich dank der spenden
überleben . März stellte der richter im eilverfahren zwar fest ich sei
bedürftig, aber nicht gehorsam, weil ich zwar die beträge offen legte, aber
nicht   Namen von helfern preis geben wollte. Also bekam ich gar nichts. Der
richter wollte mit allen mitteln, dass ich alleine zu gericht komme in einer
gedchlossenen verhandlung ohne rechtsbeistand ohne jede vertraute person. Man
kann vermuten was das sollte. Ich weigerte mich, erhielt strafgelder die später
aufgehoben wurden in der nächsten instanz, warum wohl 

Die verweigerung mir existenzsicherung zu geben ging weiter genau gesagt bis
21.7.2016 

Eingeschaltet wurden , staatsanwaltschaft, BKA was zum LKA übergeben hat,
sämtliche >ministerien und die bundeskanzlerin selber. Diese ließ erklären,
dass frau nahles für mich und die sozialgerichte zuständig sein. Frau
nahles,verweigert bis heute ihre zuständigkeit in meinem fall. 

Thema datenschutz, den gibt es nicht. Wir haben wochen gebraucht um den
datenschutzbeauftragten huer im landkreis zu ermitteln. Heute steht er zumindest
auf der seite. Hintergrund, plötzlich hatte das jobcenter die daten meines
vermieters. Mir wurde bis heute nicht klar gesagt woher, denn man staune  es gibt
zwei versionen . Die vom landrat lautet, die anwältin meines vermieters habe am
31.8.2016 einen antrag das er meine miete 8die ich bis dan´hin selber
verweigerte bekommen habe) bitte direkt an den vermieter zu zahlen sei. Was auch
umgehend einen tag später vollzogen wurde. Dazuspäter mehr. Die richter version
lautet nun , dass das jobcenter sich die daten selber beim vermieter erfragte und
es vom jobcenter aus ging. Ich veröffentoichte den ausschnitt seiner darlegung. 

Kikki selbst bittet die vielen Rechtschreibfehler zu entschuldigen, die in dieser Schilderung auftauchen: ihr gesundheitlicher Zustand ist sehr angegriffen. Und Sie lesen richtig: irgendwo gibt es da Datenlecks – oder eine gezielte Zusammenarbeit verschiedener Behörden unter mehrfacher Brechung gültigen Rechts. Und Sie lesen ebenfalls richtig: das Gericht wollte unbedingt die Namen der Spender – sonst gäbe es kein Geld. Erschließt sich nicht jedermann, warum es hier zu einer Verfolgung der Helfer kommt – noch wozu man diese Daten überhaupt braucht. Will man Dateien anlegen über Menschen, die sich noch nicht grenzenlos der staatlich gewünschten und praktizierten Asozialität ergeben haben? Nachher noch Listen für Säuberungen erstellen? Ach – da geht meine Phantasie mit mir durch. Aber ich sagte ja: „even the worst case“ ist in der Wirtschaft Grundlage jeder seriösen Planung – und ich komme halt auch da her.

Wieso spreche ich aber von der Vernichtung Kikkis? Nun – unterm Strich hat man dafür gesorgt, dass der Vermieter Geld bekommt, wie es das Gesetz vorsieht – nur halt zu wenig. Das führte direkt zu einer fristlosen Kündigung seitens des Vermieters, der zu keinem Zeitpunkt dem Mietvertrag nachkam – weil er Kikki die Weideflächen vorenthielt, wegen derer sie überhaupt in den Norden gezogen war. Jetzt ist die Zwangsräumung beschlossen, mangels angemessenen Wohnraums in der Heimatgemeinde wird Kikki in ein Obdachlosenasyl deportiert – so ihre eigenen Worte. Ihre Tiere wird sie da wohl nicht mitnehmen dürfen. Ein Fall von vielen – nicht umsonst steigen die Fälle von Obdachlosigkeit in Deutschland massiv an – um 50 Prozent allein von 2013 auf 2015. Zu der Hungerwaffe gesellt sich nun auch die Kältewaffe.

Ich merke: dieser Artikel ist jetzt schon wieder zu lang geworden. Nun – er könnte ein Buch werden. Die Geschichte, wie man Kikkis Auto lahmgelegt hat, wie ihr Haus von Jägern belagert wurde, wie man sie mit Giftködern und Sachbeschädigung zur Aufgabe zwingen wollte: wer kann das noch alles in Worte fassen? Allein die uns vorliegenden Dokumente könnten ein Buch füllen, zeigen das Wirken eines Menschen im Kampf um die sozialen Menschenrechte – und zeugen davon, dass dieser Mensch ganz weit entfernt davon ist, als „faul“ eingestuft zu werden.

Kikki hat heute Geburtstag. Sie wird heute 49 Jahre alt. Wir möchten ihr mit diesen Worten herzlichst gratulieren.

Wer die Dokumente einsehen möchte, kann dies tun: Kikki hat sie alle bei Facebook veröffentlicht. Wer will, kann ihr Schicksal kleinschrittig nachverfolgen.

Ich habe immer ein wenig die Hoffnung, dass solche Arbeiten wie die hier professionelle Journalisten anregen- und es gibt Leser von uns, die der Meinung sind, regelmäßig Gedanken und Anregungen des Nachrichtenspiegels Tage später in großen Medien wieder zu finden – und ihre Macht zu nutzen, die Angriffe von dunklen Kräften auf die Menschen dieses Landes zu offenbaren und den grundgesetzlich verankerten Schutz der Menschenwürde einzufordern …  aber hier oute ich mich wohl als grenzenloser Optimist.

Und was macht Kikki nun?

Der landkreis versagt
100 % leistungen weil ich nucht zum verräter der helferdaten werde, begstigt
ohne rechtsgrundlage den vermieter, so bekommt man mich aus der wohnung. Denn der
amtsleiter der jobcenters erklärte einem zeugen egenüber, dass man mich anders
rechtlich huer nucht rausbekommen würde. Ja liest richtig. Ich stelle nun erneut
strafanzeigen und werde auch den schaden einklagen. Kostet alles geld und nerven
aber mir bleibt keine andere wahl, mein auto darf ncuht mehr gefahren werden
wegen fehlenden tüv, kann es nciht mal abmelden weil keine möglichkeit dahin zu
kommen .

Die Exekution eines ungehorsamen Bürgers.

Darf ich als Steuer- und Beitragszahler mal meine Meinung dazu kundtun? Als jemand, der das ganze Theater durch Zwangsabgaben finanzieren muss? Ich zahle jeden einzelnen Cent Abgaben gerne – zur Verhinderung von Not. Das ist unser Gesellschaftsvertrag, darum haben wir eine  Republik, eine Demokratie, ja, überhaupt „Staatswesen“. Und für dieses Geld verlange ich auch LEISTUNG, da muss dann auch mal GELIEFERT WERDEN …. und nicht nur kassiert. Geschieht dies aber nicht, wird kassiert, ohne zu leisten: dann ist es Betrug. Betrügt „Staat“ seine Bürger – hat er die Bereiche verlassen, in dem  ihm die Definition „Demokratie“ gerechterweise noch zustehen würde. Setzt der Staat Hunger und Kälte als Waffe gegen seine eigenen Bürger ein, so verwandelt sich die Republik schleichend in etwas anderes. Etwas, dass wir schon  mal hatten.

Und dafür reicht ein Fall – EIN EINZIGER. In der Philosophie orientiert man sich halt an der Qualität, nicht an der Quantität. Wir haben aber nicht nur diesen einen Fall … sondern hunderttausende, wenn nicht gar Millionen.

Was zu tun wäre?

Ich verlange eine Prüfung der verschiedenen Unternehmens- und Zukunftskonzepte von Frau Geiß. Dies entspricht dem Grundsatz des „Förderns und Forderns“. Vom Obdachlosenasyl aus kann die Selbständigkeit nicht gestartet, die erwogenen Qualifizierungen nicht durchgeführt werden – erst recht nicht, wenn sie nun ihr Betriebskapital dazu verliert. Ich verlange eine Urteilsfindung, die möglichst wenig Kosten für den Sozialstaat verursacht – also die Möglichkeit zur Selbständigkeit von Frau Geiß konkret ins Auge fasst, anstatt diese mögliche Zukunft komplett zu vernichten. Ich verlange – als Finanzierer des Theaters – das bis zur Klärung des Sachverhaltes (also: bis zur anstehenden Berufung) keine Räumung durchgeführt wird, weil Frau Geiß Schadensersatzansprüche geltend machen kann, die – nach anwaltlicher Auskunft – durchaus gerechtfertigt sind.

Ich verlange als Souverän dieses Staates, dass mir solche Fälle nie wieder unterkommen und dass die Finanzverwalter dieser Regierung (und ihrer Ableger und Land, Kreis und Gemeinde) so wirtschaften, dass zur Behebung existenzieller Notlagen immer etwas von meinem Geld übrig ist – denn nur dafür zahle ich es.

Und ein Vermieter, der durch eigenes Verschulden die Grundlage einer erfolgreichen Selbständigkeit bewusst und gezielt unter Vortäuschung falscher Tatsachen verhindert (was rechtlich unstrittig ist), sollte meines Erachtens nach an dem durch sein Verhalten entstandenen Schaden beteiligt werden. Ich kann auch nicht Siemens zur Errichtung von Produktionsstätten große Gelände versprechen aber dann, wenn sie vor Ort sind, vertragsbrüchig darauf hinweisen, dass nur die Hundehütte am Eingang zu benutzen wäre. Siemens könnte sich dagegen auch schnell wehren  – und würde große Schadensersatzforderungen wegen Produktionsausfall zugewiesen bekommen. Warum also nicht auch Frau Geiß?

Offener Brief eines Steuerzahlers an Frau Dr. Merkel

Digital StillCamera

Freitag, 29.9.2016. Eifel.

Sehr geehrte Frau Dr. Merkel. Endlich – nach langem Ringen – habe ich mich durchgerungen, Ihnen einen Brief zu schreiben. Ich denke, es ist langsam Zeit. Ich denke, Sie brauchen ein wenig Hilfe. Wer ich bin? Nun – ich bin der Steuerzahler. Einer von vielen. Von 80 Millionen, genau gesagt. Sie sehen: wir sind eine ganze Menge.  Ich möchte Ihnen ein wenig erzählen über diese Menschen. Wir bilden eine politische Gemeinschaft. Das ist sehr wichtig. Eine Solidargemeinschaft. Die Idee kommt von den Arbeitern aus dem 19. Jahrhundert: der Bismark hat sie nur selbst schnell umgesetzt, um zu verhindern, dass die SPD groß wird und die Arbeitersozialkassen eine Finanzkraft erreichen, die das System der Abkassierer in Gefahr bringt – so jedenfalls meine Meinung. 80 Millionen Menschen, die Geld in einen Topf schmeißen, können sehr viel bewegen – auch politisch. Nein – ich rede hier nicht von „Volk“, nur von „politischer Gemeinschaft“. Die kann sich aus allen möglichen Menschen zusammensetzen, wie wir in den USA gesehen haben. Ich weiß: manche wünschen sich gerne ein Volk, wo alle gleich aussehen: groß, blond, blauäugig, wo auch in der Kleidung eine durchgehene Uniformiertheit herrscht, so dass sich jeder Einzelne gut in der Masse verstecken kann, wo man ihn nicht wiederfindet, wenn er mal Mist gebaut hat. Andere würden so ein Volk mit dem Begriff „Inzucht“ benennen. Ich wohne in der Eifel, wo es Gegenden gibt, wo Bruder und Schwester noch Mann und Frau sein können, wir kennen das also – aber wie ich erfahren habe, wird das ja bald bundesweit wieder Norm werden.

Sie sollen nur nicht denken, ich würde hier – wie es gerade modern ist – archaischen Lebensformen das Wort reden: nichts liegt mir ferner. Das Leben selbst mag die Vielfalt. Und der Mensch selbst mag das Reisen – außer in der Eifel, wo es noch heute Menschen gibt, die niemals 5 Kilometer von ihrem Dorf entfernt waren. Wir „Reiseweltmeister“ wissen das nur zu gut – und wir wissen, wie lehrreich solche Reisen sein können.

Wer zahlt nun von uns Steuern? Nun – jeder. Mann, Frau, Kind. Wir sind eine echte Solidargemeinschaft. Kauft sich mein neunjähriger Sohn von seinem Taschengeld eine Kugel Eis für einen Euro, dann bekommen Sie davon 19 Cent. Selbst die ärmsten der Armen sind so hochethisch, sich an dem Gemeinschaftstopf zu beteiligen, jenem Topf, aus dem Schulen, Straßen, Kanzerlamtsgebäude, Kanalisationen, Flughäfen und Krankenhäuser finanziert werden und so den idealen Nährboden für den Handel bilden, der die Grundlage jedes Wohlstandes darstellt. Sie kommen nun aus der DDR, wo man für „Handel“ nicht viel übrig hatte, da wurde alles von oben befohlen – und wenn der Herr es wollte, bekam das Volk 50000000 Zahnbürsten anstatt Kartoffeln und musste halt eine Weile an Borsten nagen, bis Kartoffeln dran waren.

Handel bringt die Völker friedlich zusammen – wie zuvor schon die Höfe und Dörfer. Da gibt es den Hof, bei dem nichts als Gras wächst, das aber den Kühen gut gefällt. Da gibt es den anderen Hof, bei dem der Weizen nur so emporschießt. Ein dritter steht günstig auf Land, das ideal für Möhren, Tomaten und Salat ist: Böden sind halt unterschiedlich, geben unterschiedlich viel her aber wenn alle ihre Reichtümer austauschen, dann haben alle vollwertige Mahlzeiten und können ihre Kinder ausgewogen ernähren – jenen Kindern, die für die gesamte Menschheit Zukunft bedeuten. So ist unsere ganze Zivilisation entstanden: vom ersten Menschen, der zu seinem Nachbarn mit einem Bündel Möhren ging und meinte: „du, ich habe die Schnauze voll von Möhren – kann ich die hier gegen ein Brot tauschen?“.

Ein wunderbares Bild, oder? Da fragt man auch nicht nach, ob der andere ursprünglich aus Polen kam, aus Bayern, aus Sachsen oder der Mongolei: ein kunterbuntes Treiben entwickelte sich so, das auch zu neuen Menschenformen führte, wie die Natur sie gerne sieht – dazu reichte es, wenn der Wanderbursche aus Pommern das Mädel aus Belgien gut fand – und die ihn auch. Ja – das muss man sich mal klar machen: es hätte keine Weißen gegeben, wenn wir alle in Afrika geblieben wären. Aber wer erwähnt so etwas schon im Schulunterricht: anstatt von der kultur- und reichtumsschaffenden Kraft des Handels erfahren wir nur was über Schlachten, Könige, Kriege und Fürsten.

Ach – was rede ich denn wieder. Wir waren bei Steuern. Das sind Gelder, die wir Händler zahlen, um eine Verwaltung zu haben. Wir in der Eifel zahlen diese Gelder gern – das hat seinen Grund. Unser Handel wurde immer durch Kriege gestört – und unsere Böden geben nicht viel her. Dafür haben wir jetzt Unmengen an Wasser, das wir gerne den Aachenern geben, damit die nicht Durst leiden. Wir kriegen dafür Golf GTi.

Wir haben – schmerzhaft – festgestellt, dass es ganz sinnvoll ist, unserer politischen Gemeinschaft eine Grenze zu geben, weil wir erfahren haben, dass es Menschen gibt, die lieber von Raub leben als von Arbeit und Handel. Nicht, dass wir die böse nennen – manche sind einfach nur hungrig. Es ist viel Arbeit, so eine Solidargemeinschaft zu bilden und die Arbeit so zu verteilen, dass alle in Wohlstand leben können. Andere aber – sind halt einfach geistig krank … und nicht gemeinschaftsfähig. Sie degenerieren zu asozialen Räubern. Wir in der Eifel kennen einige davon: die sind immer durch uns durchmarschiert – weshalb wir dann ja auch diese „Grenzen“ wollten … und Männer, die sie verteidigen, bevor die wilden Horden ihre Fackeln an unsere Strohdächer halten. Römer waren es, Eisenmänner aus dem Süden. Dann kamen die Hunnen aus dem fernen Osten. Die Franken aus dem Westen. Die Wikinger aus dem Norden. Dann wieder Franzosen (die kamen häufiger), Niederländer, Schweden, Russen, Preussen Anlageberater – alles mögliche trampelte immer wieder durch die Saat, weshalb wir lernten: wenn eine Million junger Männer über die Grenze kommt, dann droht Ungemach. Ja, ich habe die Mongolen vergessen – ebenso wie den Raubadel, der seine Burgen baute, weil das Land, dass seit vier Milliarden Jahren frei war, auf einmal ihm „gehörte“ (bis heute), wer widersprach, wurde geköpft, gehängt, gevierteilt oder verbrannt – aber wenn ich alles aufzählen würde, was hier durchmarschiert ist, kommen wir nie zum Punkt.

Wir sind ursprünglich ein sehr gastfreundliches Volk – wie alle Völker, die die Rauheit der Natur kennen und wissen, dass man schnell selbst mal Hilfe brauchen kann. Wir sind auch immer noch sehr hilfsbereit, schauen Sie sich an, wie viel Geld die Deutschen (als politische Gemeinschaft: da begrüße ich auch gleich die vielen Polen, die seit hundert Jahren ihr Leben für die Förderung von Kohle und das Schmieden von Stahl hergaben) spenden, wenn die Natur im Ausland wieder blind und zerstörerisch zuschlägt: wir sind ganz vorne mit dabei. Kein Wunder: wir haben in unserer Geschichte oft gelernt, wie gut so eine Hilfe sein kann, wenn Not über einen hereinbricht. Wir sind ja auch – Dank siebzig Jahren Frieden – ein sehr reiches Land geworden. Die ganze Welt ist durch Arbeitsteilung und Handel reicher geworden: allein in den letzten sieben Jahren ist das private Geldvermögen um 61 Prozent gestiegen: allerdings landete das Geld meistens bei denen, die schon ganz viel haben (siehe Spiegel).

Wissen Sie, Frau Dr. Merkel: wenn Sie diesem Volk gesagt hätten, wir könnten jetzt etwas sehr großes leisten und mit dem ganzen Reichtum viel Leid in der Welt mindern: unsere politische Gemeinschaft hätte begeistert „hier“ gebrüllt und mit Geld geworfen – da bin ich mir ganz sicher.

Aber was haben Sie getan? Das, wovor die Deutschen (nicht nur die Eifeler) ganz viel Angst haben, weil ihnen das im Geschichtsunterricht beigebracht worden ist – und sich gewisse Erlebnisse vielleicht doch über viele Generationen im Gedächtnis festgegraben haben: sie haben eine Million (manche reden sogar von vier Millionen) junge, unbekannte Männer über die Grenze gelassen – jene Grenze, für die wir viel Geld bezahlen, damit die Hunnen, Mongolen, Römer, Vandalen, Dänen und Franzosen nicht wieder unsere Hütten anstecken können. Ich glaube sogar, dass Sie das gut gemeint haben – aber sie wissen ja, was das Gegenteil von „gut“ ist? Nun: ….gut gemeint.

Sie haben keine Kinder – und nur ein Lump würde nicht verstehen, dass hier mütterliche Instinkte bei „Mutti“ durchbrachen, die einfach nur helfen wollte, aber übersah, dass sie das in Bewegung setzte, wovor der Geschichtsunterricht jedes Kind warnte, jenes, wofür wir ganz viel Geld für „Bundeswehr“ ausgeben, Geld, dass uns ja vor „denen da draußen“ schützen sollte. Gut – in Wirklichkeit sollte es nur die Taschen der Waffenproduzenten füllen (und dafür braucht man ja dringend „die da draußen“) – aber sowas kann man  ja nicht offen sagen.

Verstehen Sie, was ich Ihnen sagen will? Die sind nicht böse, die Deutschen, die haben Angst. Nicht vor den Flüchtlingen – sondern vor Römern, Hunnen, Franken, Normannen, Mongolen, Schweden, Franzosen, Österreichern und wer hier noch so alles durchmaschierte. Der alte Augstein hatte das noch verstanden: er hatte Mitgefühl für die Menschen, die gezwungen waren, zweitausend Jahre lang als Schlachtfeld für Eroberer aller Art herzuhalten. So etwas prägt sich halt tief in das kollektive Gedächtnis ein. Sie hätten das alles verhindern können, wenn die Gier Sie nicht übermannt hätte. Aber: das war ja nicht ihre Gier, es waren die Menschen, mit denen Sie zusammen Geburtstag feierten. Sie erinnern sich noch: dieser Ackermann, der ganz schnell abgetreten ist, bevor alle merken, dass er das größte Bankhaus Deutschlands vor die Wand gefahren hat? Der war bei Ihnen zum Geburtstag, Sie haben ihn unter anderem vom Taschengeld meines Sohnes bewirtet – obwohl die selbst Geld genug haben. Lange war ja geheim, wer da noch am Tisch saß – und wer die Liste liest, der weiß auch, warum: genug Personal, um die Geschicke unsere politischen Solidargemeinschaft massiv zu lenken (siehe Netzpolitik.org). Der Cromme von Siemens war da, die Friede Springer, der Diekmann von der Bild, der Döpfner, der Roland Berger von der Unternehmensberatung, der Oetker von der Atlantikbrücke – alles Leute, die ihr Essen hätten selber bezahlen können. Alles Leute, die sich auch bei Ackermann zu Hause hätten treffen können, ohne von dem Eis meines kleinen Jungen zu lecken.

Liebe Frau Merkel: diese Menschen sind nicht gut für Sie. Ich würde mir wünschen, Sie hätten drei Arbeitslose, einen Müllwerker, einen Obdachlosen, vier Altenpfleger, je einen Mitarbeiter von Norma, Aldi, Rewe, Lidl und Netto (aber keine Chefs) und einen Polizisten aus Duisburg eingeladen: dann wüßten Sie, wie die Menschen denken. Sie wüßten, dass sie sich nicht gerne bevormunden lassen – und Sie wüßten, wie die reagieren, wenn Sie auf deren Kosten ein paar Millionen junger, arbeitsfähiger Menschen einladen, ohne Sie zu fragen. Nun – Sie kommen aus der DDR, da war das üblich, das „oben“ befahl, dass jetzt jeder Bürger fünf neue Zahnbürsten bekommt – dafür aber keine Kartoffeln. Hier jedoch – wollten wir anders leben. Demokratischer. Mit mehr Handel und weniger Kommandos. Hier fragt man den Chef – also die 80 Millionen Bürger – ob wir unsere politische Gemeinschaft vergrößern wollen – und um wen. Ich bin mir sicher: hätten Sie in einer Rede dafür plädiert, eine Million Kinder aufzunehmen – Kinder aus Kriegs- und Hungergebieten, die sonst einen elendigen Tod gestorben wären: die Solidargemeinschaft wäre begeistert gewesen. Hätten die Reichen für ein Jahr auf Steuerhinterziehung verzichtet, hätten ihre Geburtstagsgäste die Hälfte ihres Vermögens gespendet (und ihre Kollegen auch) – wir hätten die Kinderarche einer gebeutelten Welt werden können, es wäre auch Platz für ihre Eltern gewesen (wir wollen ja nicht als Kinderräuber dastehen) und wir hätten alle Staatsschulden auf einen Schlag bezahlen können.

Es wäre ein Ruck durch Deutschland gegangen – ein positiver Ruck. Aber Sie haben anders reagiert …. und von oben herab befohlen. Ich unterstelle – aus guten Gründen, aber „von oben herab“ ist in einer Demokratie nicht so angesagt, das mögen die Menschen nicht. Stattdessen … suchen sie jetzt Schutz bei denen, die vorgeben, stark zu sein. Wer hat Ihnen eigentlich eingeredet, so zu verfahren? Bitte: feiern Sie dringend Geburtstag mit anderen Gästen – es dürfen auch gerne Hauptschüler darunter sein. Oder Sonderschüler. Da können Sie dann auch unseren Alltag kennen lernen: 8 Stunden Schlaf, zehn Stunden Arbeit, zwei Stunden Essen, eine Stunde Sport, vier Stunden Fernsehen (um ja keins Ihrer Worte zu verpassen), wo uns eine perfekte Propagandaindustrie vorgekault, wir würden glücklich werden, wenn wir nur ein Auto, eine Tasse Kaffee, ein Shampoo oder eine Zahnbürste hätten – was alles gelogen ist. Merken Sie, dass unser Tag schon jetzt 25 Stunden hat – und wir noch gar nicht die so wertvolle ehrenamtliche Vereinsarbeit drin haben … oder auch nur eine Minute Zeit für unsere eigenen Kinder? Wir waren noch nicht mal einkaufen.

Wissen Sie, was für absolut abscheuliche und hinterhältige Stimmungsmache in den Weiten des Internet inzwischen läuft – ohen dass wir wissen, von wem? Nein – ich verlinke das nicht. Wer sich das bösartige Zeug ´reintun möchte, besuche meinen Kollegen Guido Grant – aber vorsicht: es ist absolut nicht jugendfrei – dafür aber abgrundtief böse. Und brandgefährlich. Doch darum kümmert sich keiner, dafür haben wir eine von unseren Steuergeldern finanzierte Politindustrie, die jedesmal laut kreischt, wenn nur einer „Flüchtling“ sagt … weil ja von „oben“ angeordnet wurde, die jetzt anders zu bezeichnen, wenn man nicht aus der Gemeinschaft der Guten ausgeschlossen werden möchte … aber sich scheu zurückzieht, wenn es wirklich bitterböser ernst wird.

Und wissen Sie, Frau Dr. Merkel, wer dafür verantwortlich ist? Nun – Sie … und Ihre Vorgänger. Sie können nicht deutsche Soldaten nach Afghanistan (und sonstwo) schicken, um den Islam zu bekämpfen, und dann erklären: „der Islam gehört zu Deutschland“ und unkontrolliert Millionen Menschen diesen Glaubens ins Land lassen – Menschen, vor denen Sie vorher gewarnt hatten. Wer soll das noch verstehen? Was soll der Unfug? Das versteht kein Mensch – zwischen Arbeits- und Konsumzwang. Nun – die ganzen Kriege waren schon Mumpitz: und jetzt kriegen Sie die Rechnung dafür präsentiert … mit rechten Angriffen auf deutsche Politiker (siehe Zeit).

Und jetzt stellen Sie sich hin, geben der rechten Gewalt nach, rudern zurück und sagen, Sie würden gerne die Zeit zurückdrehen, zeigen Schwäche in Zeiten, wo von Führung Stärke erwartet wird. Wissen Sie, was Sie dadurch anrichten? Sie geben ihre „Gäste“ zum Abschuss frei. Nein, nicht die Geburtstagsgäste – sondern jene Gäste, die vor jenen Kriegen flohen, die so viel Geld in die Taschen unserer Lumpenelite spülen. Ihre anderen Gäste, die die ich gerne bei Ihnen sehen würde … nun, die erzählen Ihnen nicht von der Realität im eigenen Land, von der fortschreitenden Armut, der Ungerechtigkeit, dem Hunger, der Obdachlosigkeit, der radikalen Zeitarmut … und den zwei Millionen Kindern, die am Rande der Gesellschaft – betreut von einer riesigen Sozialindustrie – dahinvegetieren, ausgestoßen von jenen Glücksversprechen, die wir ganztätig über die Bildschirme flimmern lassen und die für sie unerreichbar sind – obwohl wir wissen, dass dieses schädliche Gift der Werbung nur aus Lügen besteht und verboten gehört … denn: kaufen macht gar nicht glücklich, obwohl wir das täglich tausend mal hören. Kaufen … macht aber arm. Jedenfalls … uns Steuerzahler. Sie dürfen sich nicht wundern, wenn diese Armen (die hauptsächlich arm an Respekt der Umwelt, arm an Würde und Achtung in der Gesellschaft und in Folge arm an Selbstbewusstsein sind – eine direkte Folge der Propaganda, die Ihre Geburtstagsgäste veranstaltet haben) verwundert gucken, wenn Catering für die Flüchtlinge 16 Euro am Tag kostet, sie aber nur 4 Euro zum Essen bekommen. Klar – für Catering geht das sogar noch … aber um das verstehen zu können, müssten Sie mit den Steuerzahlern mal reden – anstatt sie nur zu kommandieren, wie es den Ackermännern dieser Welt gefällt.

Das ist nun ein langer Brief geworden, Frau Dr. Merkel. Aber er ist notwendig (und noch viel zu kurz). Ich und mein kleiner Sohn mit seiner Eiskugel zahlen den ganzen Zirkus hier … und Sie kennen doch sicher den alten deutschen Spruch „Wer zahlt, befiehlt“ … der ist ja für jeden Deutschen, der einen Chef oder einen Sachbearbeiter hat, bittere Realität.

Und ich … befehle nun nicht, sonden empfehle, wie es für einen Demokraten würdig ist: laden Sie mal andere Menschen zu sich ins Kanzleramt ein. Endlich mal. Die hart arbeitenden Menschen – jene, die für die Rolling Stones noch das „Salz der Erde“ waren. Laden Sie auch zwei Flüchtlinge dazu ein – und wenigstens einen Polen, von denen schon zwei Millionen bei uns leben. Lassen Sie die Menschen mal miteinander reden … und hören Sie bitte nur zu. Es darf auch ein Sachbearbeiter vom Jobcenter dabei sein – aber den müssen Sie – wenn er ehrlich berichten soll – vor seinem Arbeitgeber schützen, um zu verstehen, wieviel Murks wir gerade finanzieren – trotz knapper Kassen.

Machen Sie aber weiterhin Politik nach neoliberaler Gutsherrenart … dann fliegt Ihnen unsere politische Solidargemeinschaft gewaltig um die Ohren – die politischen Scharfmacher der Linken und Rechten arbeiten erade heftig daran … gemeinsam. Lauschen Sie weniger den neuen Königen der Abkassierer (auch nicht jenen, die an Flüchtlingshilfe oder Kampf gegen Pseudorechts gut verdienen), sondern jenen, die noch wissen, wo und wie das ganze Geld erwirtschaftet wird: am Schicksal der Deutschen Bank können Sie gerade sehen, wo das nackte Abkassieren hinführt.

Aber das erzähle ich ja schon seit sieben Jahren … und es wird gerade bittere Realität. Und da wird dann bald nicht mehr integriert, sondern kaserniert.

In Lagern.

Herzlichst: Ihr Eifelphilosoph. Vater. Wahlvieh. Steuerzahler

2016: Deutschlands Ruck nach Rechts. Über AfD, Hartz IV und Heinrich Himmler.

Digital StillCamera

Montag, 5.9.2016. Eifel. Kennen Sie Himmler? Heinrich. Heinrich Himmler, ja genau. Reizender Mann. So sensibel.  Gymnasiast, Burschenschaftler (Apollo München, die existiert heute – nach Fusion mit zwei anderen Burschenschaften – als Burschenschaft Franco Bavaria). Erinnere mich noch heute an eine Geschichte aus dem Geschichtsfernsehen über ihn. Er besuchte Massenexekutionen in Polen oder Russland (oder sonstwo, die gab es damals überall) und – wirklich – etwas Hirn von einem Erschossenen fiel auf Heinrichs frisch gewichste Stiefel. Was hat der gekotzt. Säuberungsaktionen organisieren, Massenmord verwirklichen: kein Problem für Heinrich – aber Hirn auf dem Stiefel: da hört der Spaß auf. Wie kam ich jetzt auf Himmler? Ach ja, richtig, in Deutschland wurde wieder einmal gewählt. Diesmal in Mecklenburg-Vorpommern. Das Bild ist klar: es gibt nur Verlierer – und einen Gewinner – die AfD. Leider gibt es Blog.de nicht mehr, dort hatte ich 2009 geschrieben, dass dies die logische Folge eines Sozialstaatsabbaus ist – und ebenso hatte Otto Graf Lambsdorff (FDP – nicht etwa „Kommunistischer Bund Westdeutschland) argumentiert. Ja – es gab damals häßliche Beschimpfungen … ich würde doch wohl nicht alle Arbeitslosen für „rechts“ halten. Nein, das tat ich auch nicht, aber mir war klar, dass sie – nach ihrer Enteignung und der Aberkennung zentraler Bürgerrechte – nach Gerechtigkeit in einem Land rufen, das versprach, Demokratie zu sein; und mir war klar, dass es Gestalten geben wird, die ihren Zorn, ihre Frustration, ihre Enttäuschung missbrauchen werden.

Akutell ist es der Armutsforscher Christoph Butterwege, der klare Zusammenhänge zwischen den Erfolgen der AfD und der „Agenda 2010“ erkennt – jenem Gesetzeswerk, das aktuell eher als „Hartz IV“ bekannt ist (siehe Deutschlandfunk).

Was man selbst heute noch kaum glauben kann: nur ein Bruchteil der Arbeitslosen hat ihren Arbeitsplatz selbst abgebaut, das machten die Konzerne (und der Staat selbst – mit einem Stellenabbau in Millionenhöhe) ganz ohne Rückfrage, weil sie lieber in China (dem alten, kommunistischen Klassenfeind) produzieren ließen als in Krefeld. Bestraft für diesen Stellenabbau wurden dann die, die ihre Stelle verloren hatten, was zu der absurden Situation führte, dass Erwin Schulz (fiktiver Charakter ohne Ähnlichkeit mit lebenden Menschen), 48, Einkaufsleiter für Stoffe eines mittelständischen Bekleidungsunternehmens nach dem Auflösen seiner Firma auf der Straße stand – mit Millionen anderen – und hauptverantwortlich für die Folgen der Globalisierung gemacht wurde. Der Sozialstaat, die Gemeinschaft der Versicherten, für die er dreißig Jahre lang bezahlt hatte, lies ihn im Regen stehen – aufgrund staatlicher Anweisung. Angeführt wurde dieser Griff nach den Versicherungsleistungen von Sozialdemokraten und Grünen, ein klassischer Verrat an ihren Wählergruppen (wie auch die Bombenangriffe auf Jugoslawien).

Vielleicht haben sich einige Wähler sogar erst kurz umentschlossen: es gab ja wieder neue Gesetze, die während der sportlichen Ablenkungsevents durchgewunken wurden. Es gibt nun einen neuen Straftatbestand (ja – modern heißt das „Sanktionen“), der nennt sich „sozialwidriges Verhalten“ (siehe Spiegel)- und ist so schwammig definiert, dass er schlichtweg alles beschreiben kann, was dem Fallmanager gerade nicht passt. Die Folge einer Bestrafungsaktion? Das Opfer muss seine Versicherungsleistung für drei Jahre zurückzahlen. Gestattet sind Ratenzahlungen, die seinen Lebensunterhalt 30 Prozent unter das Existenzminimum senken. Ein spannender Feldversuch: welche Krankheit wird wohl aufgrund welcher Mangelernährung zuerst durchbrechen, da der Delinquent erstmal drei Jahre durchhalten muss, wird man auch Daten darüber erhalten, ab wann er zur Selbstentleibung neigt. Gilt auch – wie der Spiegel explizit beschreibt – für alleinerziehende Mütter mit Kindern.

Man denke sich mal folgenden Fall: Jobvermittler vermittelt Frau ins Rotlichtmillieu (z.B. in Aachen schon geschehen, jener Stadt, in der Graf Lambsdorff geboren wurde), die sagt „Nein, igitt!“ – und wird für drei Jahre dem Feldversuch „Unterversorgung“ zugeordnet … samt ihrer Kinder. Gleiches kann Erwin Schulz geschehen, der infolge des Jugendwahns in deutschen Unternehmen keine Anstellung bekommt und mit seinem Bandscheibenvorfall zum Straßenbau geschickt wurde … wie jener Einarmige, den man in Dortmund zum Müllsammeln geschickt hatte und der den Müllsack halt mit den Zähnen halten sollte. Sagt er „Nein!“ – darf er hungern. Ja – auch Lebensmittelgutscheine müssen dann zurückbezahlt werden … von Menschen, die man schon bis aufs Hemd ausgeplündert hat. Die Politik mag Spaß und Freude an solchen Aktionen haben – der Bürger jedoch sieht Unmenschlichkeit, Asozialität und Ungerechtigkeit wie eine giftige Fäulnis durch den Staatskörper wachsen und will auf jeden Fall, dass das wegkommt – egal durch wen. Immerhin steht „Demokratie“ und „Sozialstaat“ auf der Produktbeschreibung.

Mehr und mehr bricht sich ein Denken Bahn, das „Vermarktbarkeit“ als höchste Qualität eines Menschen beschreibt. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ – das wurde uns von den Vätern des Grundgesetzes mit auf den Weg gegeben, nicht als inhaltsleeres Geschwätz und lebensferne Philosophie sondern als Resultat einer historischen Epoche, die die Würde des Menschen maximal in den Schmutz getreten hat. Gerne verweise ich auf Götz Aly´s „Hitlers Volksstaat“ (Fischer Verlag, Taschenbuchausgabe, 2.Auflage Frankfurt 2011), um noch mal die Methoden zu erinnern: erst wurden die Juden enteignet und entlassen, ihre Geschäfte wurden geschlossen, ihre Vermögen von einem Fond verwaltet, der den deutschen Staat finanzierte. Dann, nach dem man ihnen alles genommen hatte außer das nackte Leben, wurden sie auf einmal lästig, weil sie sich ja nicht länger selbst finanzieren konnten – ohne Job ist das in einer kapitalistischen Wirtschaftsordnung mit gewissen Problemen verbunden. Schnell kam das Wort von „Parasiten“ auf (nein, damals nicht von der SPD, deren „Superminister“ hat das nur wieder neu auf den Tisch gebracht – siehe z.B. Stern), weil sie als „unnütze Esser“ ja „allen nur auf der Tasche lagen“ – so dass man sie letztlich still und heimlich komplett entsorgte, ohne dass jemand sich groß darüber beschwerte – wieso auch, es gab Häuser, Grundstücke, Geschäfte, Möbel, Kleidung und Geschmeide zum Schnäppchenpreis.

Ja, ich weiß: man soll nicht die heutige Zeit mit der NS-Zeit vergleichen – so jedenfalls argumentieren führende Juden. Und ich gestehe ja: ich bin ein Judenfreund, schätze ihre Musik, ihre Kultur, ihre geistige Größe und den gewaltigen Impuls, den ihre Religion vor 3000 Jahren in die Weltgeschichte getragen hatte, als die griechische Philosophie noch verzweifelt gegen eine im Alltag enorm belastende und beängstigende Vielgötterei ankämpfte … eine Angst, die auch im Katholizismus noch fortlebte und erst langsam überwunden wird. Nur … auch als Judenfreund muss ich sagen: wir dürfen nur aus Angst vor einer Verharmlosung des Holocaust nicht den neuen wieder möglich machen – und unsere neue Wirtschaftsordnung hat nun mal die „Ballastexistenzen“ wieder eingeführt … und das macht Angst, dass sie halt logischerweise ebenso entsorgt werden könnten wie frühere „Ballastexistenzen.“

Genau – so kam ich auf Himmler.

Deutschland hatte ja viele Pläne mit den eroberten Gebieten im Ausland. Alles stand unter dem Gebot der absoluten Effizienz und Nützlichkeit des Menschenmaterials. Es gab „Richtlinien für die Eindeutschung polnischer Familien des SS-Führers im Rasse- und Siedlungswesen beim Höheren SS- und Polizeiführer/Südost“, die erklärten, was für die Eindeutschung verlangt wurden (siehe Götz Aly, Vordenker der Vernichtung, Fischer Taschenbuchverlag, 5. Auflage 2004, Seite 139):

„Die Famillie muss durch Haltung, Fleiß, Sauberkeit und Gesundheit, auch bei ärmlichen Verhältnissen, aus der übrigen polnischen und volksdeutschen Bevölkerung hervorstechen“.

Ja – die Hervorhebung des „und“ steht im Original. Schon damals ein Akt der Globalisierung: deutsche Arme mussten mit polnischen Armen um die Wette putzen, um den Führerpreis für Sauberkeit (und die deutsche Reichsbürgerschaft) zu bekommen.

„Entscheidend bewerte der RKF Aufstiegswillen und Anpassungsbereitschaft, nicht etwa Merkmale der nationalen Herkunft. Dazu sagen die Richtlinien ausdrücklich: „Fehlende Deutsche Sprachkenntnisse oder politische Vergangenheit sind keine Hinderungsgründe““

RKF? „Reichskommissar für die Festigung des deutschen Volkstums“. Name? Heinrich Himmler. Aufstiegswille und Anpassungsbereitschaft? 2016 Grundforderung jedes Personalverantwortlichen.

Das Ziel: der Versuch, „eine in ihrem sozialen, infrastrukturellen und wirtschaftlichen Gefüge möglichst effiziente Gesellschaft mit Gewalt und auf Kosten anderer Menschen zu verwirklichen.“ (siehe Aly, Vordenker, Seite 126-127).

Eine Aufgabe, der heute führende Unternehmensberatungen nachkommen. Erstaunlich – jedenfalls für mich – wie wenig Rassismus, Hass, Wahn oder reine Idiotie in der Planung der Umorganisation der europäischen Gesellschaften zu finden sind – dafür aber klassische, moderne Maßstäbe für die gewinnoptimierende Organisation von Arbeit und Staat. Kein Wunder, dass die RKF-Zentrale in Berlin von einem erfolgreichen Unternehmer geleitet wurde. Lauschen wir dem Herrn Aly noch etwas weiter:

„Im Mittelpunkt der Arbeit des RKF stand also Bevölkerungspolitik – positive und negative, ihre Opfer wurden diskriminiert und „ausgemerzt“, ihre Nutznießer priviligiert und gefördert.“ (Aly, Vordenker, Seite 127)

Also – nicht fanatischer Rassenwahn … sondern nüchterne betriebswirtschaftliche Kalkulation.

Der Reichskommissar hatte eine gewaltige Macht inne, RKF hatte direkte Befehlsgewalt über Polizei, SS und allen Hauptämtern (Aly, Vordenker, Seite 129). Er betrieb eine Politik der „Eindeutschung“ im besetzten Polen, bei der „wertvolles Menschenmaterial“ „abgeschöpft“werden sollte.

„Der RKF orientierte sich dabei weit eher am ökonomischen Nutzen als an einem fundamentalistischen Verständnis der Nazi-Ideologie“ (Aly, Vordenker, Seite 135) – wobei man meines Erachtens nach nicht vergessen sollte, dass die Reduzierung des Menschen auf seine reine Nützlichkeit (auch als Goldzahn- und Haarlieferant) jenes Moment war, dem wir den ersten Absatz unseres Grundgesetzes über die unantastbare Würde zu verdanken haben.

Wer konnte kein Deutscher werden?

„Geisteskranke, soziale Schwache, noch aktive Kommunisten, in Mischehe lebende oder sonstwie Unangepasste“ (Aly, Vordenker, Seite 139), wobei man „sonstwie Unangepasste“ auch wie folgt übersetzen kann: „Menschen mit sozialwidrigem Verhalten“.

Also – ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mir läuft es kalt den Rücken herunter, wenn ich diese Passagen lese. Warum? Nun – ich bin 56 Jahre alt, chronisch krank und nicht mehr sonderlich effizent einsetzbar.

Extra für mich gibt es da einen Passus aus den Jahren 1942/43 – für Menschen über 45.

„Das deutsche Volk belastet sich mit derartigen Personen, nicht nur in bevölkerungspolitischer Beziehung (Hypothek des Todes nach Burgdörfer), sondern auch rein sozial. Die betreffenden Perosnen sind in den wenigsten Fällen voll arbeitseinatzfähig, und, da sie fast keine Nachkommen mehr erwarten lassen, nur eine überflüssige Belastung des Volkskörpers“. (Aly, Vordenker, Seite 140).

Ja – Menschen über 45 sind „Kosten auf zwei Beinen“. Das haben viele Arbeitslose schon am eigenen Leib erfahren.

Himmlers Kriterien und Karteien für die Eindeutschung (auch: „Bekenntnis zum deutschen Volkstum) werden übrigens heute noch bei Imigranten angewandt, dazu gibt es ein Arbeitsbuch für Behörden, Gerichte und Verbände geschrieben von einem Vizepräsident des Bundesverwaltungsamtes (siehe Aly, Vordenker, Seite 146). Er erhiel 2004 das Bundesverdienstkreuz. Damit kann man leben – so etwas fällt den staatsfinanzierten, modernen „Kämpfern gegen Rechts“ nicht auf, die „kümmern“ sich lieber um Friedensfreunde, Kapitalismuskritiker, Impfskeptiker und Gegner der Genmanipulation, sogar die Verwendung des Begriffes „Ukraine-Krise“ soll einen schon als „Nazi“ entlarven (siehe Amadeu-Antonio-Stiftung). Da ist sie wieder: die Hetzjagd auf „sonstwie Unangepasste“.

Und ich soll mir Sorgen um die AfD machen?

Wissen Sie, was mir wirklich Sorgen macht? Das in unserem Land eine Behörde existiert, die Menschen selektiert, Menschen, wie jene schwerbehinderte, dreiundfünfzigjährige, einarmige Frau, die nach Operation der verbliebenen Hand nicht mehr genügend Bewerbungen zwecks Arbeisaufnahme schreiben konnte. Das Jobcenter sanktionierte sie zu 100 Prozent. Das Sozialgericht Karlsruhe rettete ihr dann das Leben (siehe juris). Noch wirken die Mechanismen, die die Siegermächte in Deutschland installiert haben, um einen neuen Horror zu vermeiden – doch der Wille des Gesetzgebers verheißt da nichts Gutes für die Zukunft, „sozialwidriges Verhalten“ ist so schwammig und beliebig auslegbar wie „sonstwie Unangepasste“.

Die Effektivität der Jobcenter bezüglich der Integration in den Arbeitsmarkt wurde übrigens aktuell im Rahmen einer Doktorarbeit untersucht. Das Ergebnis? Niederschmetternd. Jobcenter behandeln ihre Kunden (also: den Einkaufsleiter Erwin Schulz) wie kleine Kinder (siehe Zeit)

„So wie die Hilfe derzeit angelegt ist, richten die Jobcenter großen Schaden an. Sie machen mehr kaputt, als dass sie helfen. Das ist ein ganz zentrales Ergebnis meiner Arbeit.“

„Ihre komplette bisherige Berufsbiografie wird vom Amt entwertet. Das sind ja alles Erwachsene, mit einer eigenen Lebens- und Berufserfahrung. Man könnte diese Erfahrung als Basis nutzen, aus der sich etwas Neues entwickeln kann. Aber in der standardisierten Fallbearbeitung der Jobcenter findet sie gar nicht mehr statt. Die Erfahrungen der Leute werden als Defizit angesehen, als etwas, das es zu beheben gilt.“

Mag man den Fall der einarmigen Frau noch als Ausrutscher ansehen, so erkennt der Experte hier System. Keine Boshaftigkeit – aber serielle Unfähigkeit. Möchten Sie mal etwas über diese „Defizite“ hören? Eine Akademikerin hat sie aufgelistet (siehe Blätter):

„Dann kündigt er an, ohne mir in die Augen schauen zu können, dass ich entweder eine der angebotenen Hilfstätigkeiten annehmen oder an einer „Maßnahme“ (sein Vorschlag lautet auf Umschulung zur kaufmännischen Fachkraft, sprich: Sekretärin) teilnehmen müsse (womit ich prompt aus der Statistik fiele), damit wir die „Eingliederungsvereinbarung“ unterschreiben könnten. Ich frage, in was ich eingegliedert werden soll. Wie er meinem Lebenslauf entnehmen könne, sei ich bereits vollständig in das akademische Leben eingegliedert, werbe immer wieder erfolgreich Forschungsgelder ein, habe lange an verschiedenen Hochschulen unterrichtet, publiziere regelmäßig, halte international Vorträge, arbeite an einem Buch, organisiere aktuell eine internationale Konferenz. Nur eben immer wieder ohne einen Cent Gehalt. Nicht weil ich beschäftigungslos sei, sondern weil ich selbstständig, das heißt nicht als Mitarbeiterin eines professoral geführten Teams, Projekte einwerbe, der Kampf um Drittmittel in der Abwesenheit von Stellen und der anständigen Bezahlung für Lehre immer absurder werde, und damit die Abstände zwischen bewilligten Projekten immer länger, säße ich hier. Was er mir vorschlage, sei faktisch eine Zwangsausgliederung aus dem wissenschaftlichen Leben.“

Geschichten einer Fachkraft im Landes des Fachkräftemangels. Fachkraft mit Doktortitel: mit Steuergeldern hochqualifiziert, um im Anschluss mit Steuergeldern zur Erdbeerpflückerin dequalifiziert zu werden – wie sie selbst schildert. Arbeitet regelmäßig – nur zahlt der Staat pro Halbjahr nur noch 280 – 700 Euro für den Lehrauftrag. Die Verantwortung für diese fachkräftefeindliche Politik schiebt man der zukünftigen Sekretärin zu.

Auch in den Gerichten ändert sich einiges. Kennen Sie Jan Robert von Renesse? Er ist Richter. Wollte Holocaustüberlebenden Renten zuerkennen – und reiste persönlich zu den alten Menschen, um ihre Geschichen anzuhören. Das Bundessozialgericht gab ihm Recht – immerhin gab es jede Woche Tote, die keine Rente mehr bekommen konnten – und mit der deutschen Bürokratie nicht zurecht kamen. Seine engagierte Arbeit brachte ihm einen negativen Vermerk in die Personalakte und aktuell eine Anklage wegen „Rufschädigung der Sozialgerichtsbarkeit“ (der ganze Fall: siehe Zeit). Das macht Sorge, wenn man in die Zukunft schaut: ein Drittel der Jurastudenten einer Uni waren nach einer Befragung für die Todesstrafe. Grund für diese – weit außerhalb unserer Verfassung liegender – Verrohung? Die Medien (siehe Spiegel):

„Ein Grund ist sicher, dass in den Medien sehr viel und mit oft drastischen Bildern über schwere Verbrechen berichtet wird und auch in TV-Serien oder Filmen Kriminalität eine inzwischen übergroße Rolle spielt. So etwas löst in vielen Zuschauern Mitleid mit den Opfern aus – und daran anknüpfend oft Wut und Vergeltungswünsche gegen die Täter.“

So argumentiert jedenfalls ein Kriminologe.

Zurück zur AfD. Zurück zum „Ruck nach Rechts“. Augenblicklich werden die Erfolge dieser Partei auf das Thema „Flüchtlinge“ reduziert – obwohl Merkel schon drastisch zurückgerudert ist und diese Menschen bald übel im Regen stehen werden (dazu später mehr … möchte dazu noch ein paar Wochen die Entwicklung beobachten). Was völlig ausgeblendet wird: dass es immer mehr Menschen gibt, denen egal ist, wer die Verhältnisse mit welchen Mitteln ändert – Hauptsache ist: sie werden geändert. So erklärt sich auch der Erfolg eines Donald Trump in den USA. Für viele Menschen ist die Lage so übel, dass sie alles in Kauf nehmen würden, um „das System“ zu verändern – und die Jobcentermitarbeiter müssen per Gesetz täglich daran arbeiten, dass es immer mehr werden – sonst landen sie umgehend auf der anderen Seite des Schreibtisches.

Darf ich nochmal daran erinnern, wie groß die Reichweite dieser Behörde inzwischen ist? 2012 waren es 42 Millionen Datensätze (halt nicht nur Arbeitslose, sondern auch alle, die in ihrem Umfeld standen – zur Zahl siehe Welt). Das macht keinem Sorge?

Hätte man noch etwas Empathie – man würde Erwin Schulz verstehen, erkennen, wie er sein Land erlebt, jenes Land, in dem Leute, die auf Steuerkosten leben, mit 56 in Rente gehen und bestimmen, dass jene, die nicht auf Kosten des Steuerzahlers leben, bis 70 Steuern erwirtschaften müssen (siehe Epochtimes).  „Es muss erst alles anders werden, bis es besser werden kann“ – und treu diesem Spruche (zugeschrieben Georg Christoph Lichtenberg) wurde in Mecklenburg Vorpommern gewählt. Und wäre auch ohne „Flüchtlinge“ gewählt werden, denn: was die AfD hauptsächlich verspricht ist: sie fegen die alten Säcke weg. Und wenn wir nicht bald zu klassischen westlichen Werten wie Vernunft, Nächstenliebe und Verantwortung zurückkehren, werden wir bald 50 Prozent für diese Partei erleben – dazu braucht die sich weiterhin nur opportunistisch verhalten und den Zeitgeist richtig erkennen.

Und den über die Wirtschaft einsickernden Altfaschismus („Kosten auf zwei Beinen“) können die dann perfekt ausleben. Und wenn es die AfD nicht macht … dann eben eine andere Gruppierung. Wir säen mit unserer „Sozialpolitik“ täglich genug Hass, dass die Saat irgendwann aufgehen wird.

 

 

 

 

Hartz IV – die leise Hinrichtung der Kikki W. und der Applaus der Masse

Hartz IV - die leise Hinrichtung der Kikki W. und der Applaus der Masse

Mittwoch, 3.2.2016. Eifel. Wer mit Kikki W. Geiß telefoniert, wird überrascht sein. Sie gehört zu den Menschen, die ich per Facebook kennengelernt habe. Sie hatte eine – inzwischen geschlossene – Gemeinschaft mit dem Namen“die sterbende Frau in der Pampa“. Wie man seit ein paar hundert Artikeln von mir weiß, beobachte ich den Sektor Hartz IV sehr genau: es geht um die Zukunft meiner Kinder. Ich selbst habe nicht mehr viel davon, die aber: denen steht noch einiges bevor. Geht auch um das Schicksal des ganzen Landes, der Wirtschaftsgemeinschaft Bundesrepublik. Natürlich wissen wir, dass in Deutschland niemand auf der Straße leben muss – einmal abgesehen von Obdachlosen. Ach ja: diese Obdachlosen (die es ja eigentlich nicht gibt) – 240 000 Menschen in Deutschland haben keinen sicheren Wohnraum, 24000 leben nur noch auf der Straße, doch die Zahlen sind nicht sicher, nur geschätzt. Warum man in einem Land, dass eine riesige Behörde für Statistik beschäftigt, keine konkreten Zahlen über massiv hilfsbedürftige Menschen erhält, hat einen einfachen Grund (siehe Zeit):

„In der Antwort der Bundesregierung, die ZEIT ONLINE exklusiv vorliegt, lehnt die Regierung unter Federführung des Sozialministeriums eine Wohnungslosenstatistik ab. Sie verweist auf eine Anfrage von SPD, Grünen und Linken aus dem Jahr 2012 und sagt: „An den grundsätzlichen Einschätzungen hat sich nichts geändert.“ Eine Wohnungslosenstatistik sei nicht realisierbar, weil der „finanzielle und bürokratische Aufwand für die Einführung einer neuen Statistik auf Bundesebene mit sehr begrenzter Aussagekraft nicht zu rechtfertigen“ sei.“

Lebensgefahr für 24000 Menschen? Oder – langfristig – 240000? Kein Thema für die Bundesregierung. Das – schaffen wir nicht. Zuviel Aufwand. Interessiert auch keinen. Sollen die doch verrecken, die Verlierer. Tun die ja auch – ganz offen in Berlin am Kurfüstendamm, dem Herz der Republik, scheiden die dahin – möglicherweise erfroren, aber wen interessiert das schon wirklich (siehe Morgenpost). Müssen hunderte Menschen miterlebt haben – hippe, junge, erfolgreiche Selfmadestars, die die Straßen Berlins bevölkern, mit Steuermitteln reich gepumpte Abgeordnete, Banker mit dem Fachgebiet Steuerhinterziehung, Ministerialbeamte mit Luxuspensionen für die Ewigkeit, Lobbyisten mit Säcken voller Geld für Demokratieaushöhlung und was da noch alles so in der Hauptstadt einherschlendert: das neue Deutschland erinnert an ein Bild von Otto Dix – Großstadt – wo die Promis eiligst an den zerfetzten und zerschossenen, verstümmelten Kriegsveteranen vorbeiflanieren, um zu neuen Partyzonen zu gelangen.

Zurück zu Frau Kikki W.

In ihren Einträgen findet man viel Bitterkeit, Zorn, Wut – umso überrschander ist es, wenn man persönlich mit ihr spricht. Sie wirkt wie eine junge Frau mit gerade abgeschlossenem Einsersstudium, die einen fetten Vertrag mit der Deutschen Bank in der Tasche für – für die Filliale in New York natürlich. Einer der ganz wenigen Momente in meinem Leben, wo ich mich mal in der Einschätzung einer Person geirrt hatte. Trotz großer Not eine ruhige, klar denkende, bewusste Person vor mir zu haben, war eine Überraschung. In Wirklichkeit ist sie aber eine Frau, die vom „Sozialstaat“ zum Tode verurteilt wurde – was sie zu einem außerordentlichen Schritt veranlasste: sie ging mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit, weil sie seit dem 1.2.2016 als „unerwünschte Person“ kein Geld mehr bekommt. Ja – dieser Hilferuf ist mir dann aufgefallen – und ich möchte Ihnen diesen nicht vorenthalten:

So Leute ich sage es Euch wie es ist, finden wir nicht in Kürze ein neues zu Hause weit weg von diesem hier, dann war es das ….. Ich war eben mit den Hunden „ spazieren“ was ja eher einen Spießrutenlauf gleichkommt. Man hat sich was neues einfallen lassen, man versucht die Hunde zu provozieren, dass sie angreifen. Zum Glück hatte ich nur die dabei, die wirklich gelassen sind. Hintergrund ist klar, Hund greift an aggressiv muss weg.

Ich werde NIEMALS eines meiner Tiere im Stich lassen. Nur das alles hier hält man nervlich nicht mehr aus, abgesehen von den finanziellen Einbußen die man hier einem zumutet‘ indem man ihn einfach aushungern lassen will. Nein, ich beuge mich auch nicht und ich sage was ich denke und stehe dazu. Ich weiß viele können damit schwer bis gar nicht umgehen, aber es ist niemand gezwungen zu lesen was ich schreibe oder überhaupt sich meine Gesellschaft in irgendeiner Weise zu Gemüte zu ziehen.

Es geht hier nicht weiter. Seit mehr als einem Jahr habe ich hier gekämpft, gebettelt und versucht irgendwie raus zu kommen. Mir wurden mehr Steine in denWeg gelegt , als ein Steinbruch beinhaltet. Menschen haben mich gemobbt, den Tieren ihre Paten vergrault und alles versucht um mich schlecht zu machen. Hier vor Ort, werden Giftköder, Glas und anderes in den Garten geworfen, dass bezahlte Land einfach für sich beansprucht. Gedroht, Zaun kaputt gemacht, Reifen zerstochen . Das ist kein Leben und es interessiert evtl. niemanden , denn ich schreie hier gerade nach Hilfe für uns. Vielleicht bin ich kein guter Mensch, evtl. hin und wieder gemein und hässlich, aber ich bin zumindest authentisch und nicht so verlogen , wie so mancher hier. Ich heuchel auch nicht, mache keine traurigen Bilder meiner Tiere und bitte um Hilfe, nein denen geht es nunmal gut, solange wir zusammen sind.

Ich habe alles gegeben, mein letztes Hemd, alles verkauft, was nicht Niet- und Nagelfest war . Habe gehungert und verzichtet. Weder Klamotten noch Friseur geleistet. Ich will weder Dank noch Anerkennung, bekomme ich alles täglich durch die Vierbeiner.

Ich wehre mich gegen diese korrupten Verstrickungen zwischen Landrat, Gerichten , Vermieter, Nachbarn und dergleichen.

Habe Menschen die berühmt sind und sich immer hier stark für Tierschutz, Menschenwürde usw. machen gebeten, meine Gesuch nach einem zu Hause mal bei sich zu posten, damit viele Leute, denen doch sowas auch wichtig ist mitbekommen und evtl. irgendwer dabei ist, der ein kleines Haus mit Grundstück ohne Nachbarn hat, wo meine Tiere und ich endlich zur Ruhe kommen könnten, soll ja nicht mal umsonst sein. Aber nein, man predigt zwar immer seine guten Taten und wie sehr man sich einsetzt, aber sowas zu teilen wäre wohl unmöglich. Zumindest tut man es nicht und man reagiert auch nicht auf diese Bitten mit einem Wort. Okay, ändern kann ich das auch nicht, finde es nur traurig, kann nur versuchen alles zu tun. Andere meinen Kasse mit den Tieren machen zu können und bieten an “ auf ihre Kosten “ zu vermitteln. Leute hier lebt ein Rudel, das sich gegeneinander und vor allem miteinander hält . Alle haben schlimmes erlebt und das Rudel gibt Sicherheit und Frieden . Ich werde dieses Rudel was echt schön chaotisch ist nicht auseinander reißen. Und nein, ich poste nun auch keine mitleidsvolle Bilder, ich gebe auch keine persönlichen Daten raus. Wer mir ein zu Hause geben kann und will, der darf das gerne erfragen, aber bitte nicht hier die Leute, die einfach nur ihre Neugier stillen wollen, oder verzweifelt suchen womit man mir einen reinwürgen kann.

Meine Tiere haben weder gehungert, noch fehlt es Ihnen an Pflege oder sonstigen. Denn im Gegensatz zu ganz vielen anderen, gebe ich wirklich mein letztes Hemd für Tiere und dreimal für mein Rudel. Ich bin kein Schwätzer ich gebe sie auch nicht her, damit ich dann ein einfaches Leben führen kann. Das wäre für den einen oder anderen das sichere Todesurteil

Es ist verdammt viel Arbeit, jeden Tag, Woche, Monat, Jahr von früh bis spät, aber ich mache das sehr gerne und erhalte den schönsten Dank, denn dieses Rudel liebt mich wie ich sie. Also kommt bitte nicht mit Sprüchen von trennen oder sonstiges.

Sorry, wenn ich es so klar hier schreibe, aber ich habe die Nase voll, von all denen die zwar immer Fehler finden, aber wie man es besser machen kann , dazu fällt ihnen dann nichts ein.

WIR BRAUCHEN NUN HILFE VON DEN LEUTEN DIE AUCH HELFEN WOLLEN UND KÖNNEN.

ich habe mir die Finger wund gewählt und mit vielen Maklern und Vermietern gesprochen. Es ist für eine Einzelperson mit Tieren nahezu unmöglich etwas zum mieten zu finden. Heute erst sagte mir ein Makler, der sehr nett war, dass die Vermieter alle ihre Preise angezogen haben, weil der Staat ja gerne mehr zahlt für unsere Neubürger und wirtschaftlich gesehen verstehe ich das auch. Nur heißt es im Umkehrschluss, dass ich nichts finden werde.

Man meinte ich sollte kaufen…..klasse, mir gibt auch jede Bank direkt ein Darlehn. Klar ist eine Finanzierung günstig und die monatliche Belastung machbar, aber wir leben in Deutschland, da bekommt man nur Geld, wenn man welches hat und nicht wenn man es braucht.

Was suchen wir also ? Ein Wunder ….. Ein kleines Haus, das bitte Sanitäre Anlagen, Strom und ein dichtes Dach haben sollte. Einen Ofen oder Heizung ansich und was halt wichtig ist, Alleinlage mit Land drumrum, wo die Tiere laufen dürfen ohne wenn und aber. Sowas gibt es , teilweise für kleines Geld , aber wer nicht mal kleines Geld hat, weil er hier alles alleine stemmt, nun für den ist auch ein Euro unerreichbar.

Ich weiß nicht weiter . Ich finde keine Lösung mehr, keine Perspektive. Ein Investor, der sein Geld in Immobilien anlegen mag, das wäre der 6 er im Lotto, aber woher nehmen wenn nicht stehlen. Die Leute die ich von früher kenne , die schauen mich wegen meiner Lage kaum mit dem Hintern an. Ist halt so, ihr gutes Recht.

Ich kenne viele und doch niemanden.

Oder ich finde 50 Tsd. Leute die mir jeweils 2 Euro leihen, aber hier teilt ja kaum einer, wenn es nicht um was brisantes aus dem Mainstream geht. In Amerika würde man das hinbekommen . Nein , ich will gar keinen Besitz, ich will einfach ein zu Hause und Ruhe, mehr nicht. Ich brauche kein Eigentum . Was wir aber ganz dringend brauche ist ein zu Hause.

Also wer was tun kann, der tut es bitte und wer helfen will auch später irgendwie, sehr gerne . Wir sind glaube ich gar nicht so verkehrt. Auf keinen Fall reich an materiellen , denn da ist so gut wie nichts mehr , aber wir sind sehr reich an Liebe .

Wäre schön wenn das hier was bewirkt. lch weiß einfach nicht mehr weiter.

Die Geissleins ( Mensch und Tier mit Herz und Werten )

Das wäre schön: 50000 Leute, die ihr jeweils 2 Euro leihen. Gäbe es die – hätte Kikki ihr Haus. Ich kenne da eins, das ideal wäre – auch und gerade für ihre beruflichen Pläne. Doch ihre Erfahrungen mit ihren Mitmenschen sind da ganz anderer Art:

Ich bin für die meisten schuldig an meiner Lage und deswegen soll ich doch verrecken, so die Wahrheit dieser Gesellschaft. Das ich mich um Tiere kümmere, wofür andere sich bezahlen lassen , wird mir als Luxusleben ausgelegt und Dreistigkeit so leben zu wollen. Das ich hier ein einem Haus wohne ist direkt Luxus, oh sie fährt Auto, hat Internet, diese Betrügerin will sich von anderen Ihr tolles Leben bezahlen lassen. Ja, so redet man sich sein eigenes Gewissen wohl rein, denn nicht einer dieser Menschen hat mich je gefragt wie ich lebe, wie mein Tag aussieht, ich bin ein Luxus oder eine Schmarotzerin das Urteil über mich ist in dieser Gesellschaft gefallen und ich bin es müde zu widerlegen. Ich bin es leid, ich bin dieses Gehetze und gemobbe müde und am Meisten tut die Ignoranz weh, von Menschen die mich kennen von früher .

Ja – Kikki war nicht immer arm, doch ich traue mich das kaum noch zu schreiben. Wer um Hilfe ruft, bekommt heutzutage vor allem eins: tausend Richter (auch aus dem Lager der „Hartzer“), die erstmal alles genau wissen wollen, die prüfen wollen, ob es sich überhaupt um „schützenswertes Leben“ handelt, ein privater Volksgerichtshof der Hassfratzen, die vor allem eins vergessen haben: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ – jedenfalls in diesem Land. Aber darauf sind wohl erstmal alle richtig geil, wenn aktuell jemand am Boden liegt: drauftreten – und den „Existenzberechtigungsschein“ überprüfen. Wundert sich da jemand, dass es Menschen gibt, die sich „Antideutsche“ nennen?

Ich weiß: alle denken jetzt – Anwalt nehmen, durchpauken. Hat Kikki alles schon hinter sich, sie war sogar schon beim Bundesverfassungsgericht – das jetzt angeordnet hat, dass weitere Post von ihr nicht mehr beachtet wird. Ein weiter Weg für den Kampf einer Familie. Ja, es gibt auch Anwälte – Anwälte, die erleben durften, wie ihre verharzten Mandanten sich das Leben genommen haben und die deshalb nichts mehr mit dem Themenbereich Hartz IV zu tun haben wollen. Der Kniff, mit dem ihr jede Hilfe der Optionskommune entzogen wird, ist einfach – aber genial (und spart dem Staat viel Geld). Kikki wohnt in einem Haus, dass zu teuer ist, mit dem Partner angemietet, als es finanziell noch sehr gut ging – einem Partner, der fort war, als es schlechter ging: ein richtiger Fall unverschuldeter Not. Wir reden auch nicht über eine Luxusvilla, sondern über eine baufällige alte Ostfriesenhütte – Durchzug inklusive.

Die rechtliche Auseinandersetzung ist in Kikkis Internetauftritt fotografisch gut dokumentiert. Die List, mit der sich die Optionskommune ihrer Verantwortung entzieht, auch. In ihren eigenen Worten klingt das so:

Die begründen das indem sie meinen Antrag auf Bedarfsdeckung umwandeln in einen Antrag auf höhere Mietkosten. Das zum Zwecke, damit die Leute direkt sehen sollen, ah die Dame wohnt im Luxus und wir sollen den bezahlen. Sind ja nicht dumm und wissen wie sie es machen mit dem Bürger und dem Neid. Im Gesetz steht, das wer in Not gerät, 6 Monate Zeit bekommt diese zu beseitigen sonst wird reduziert. Das Urteil vom 09.02.2009 sagt, der tatsächliche Bedarf ist zudecken. Davon will aber keiner was wissen. Denn tatsächlich ist dieser Hartz Satz eine Pauschale. Das Verfassungsgericht hat damals gesagt, dass das Existenzminimum nicht bestimmt werden kann und somit hier diese Pauschale festgesetzt wird und Leute die mehr brauchen dies nachweisen sollen und dann bekommen. So die Theorie. Fernsehn, hatten wir schon die greifen dieses Thema nicht auf und Anwalt ebenso wenig. Diese Ratschläge kenne ich alle und laufen ins Leere. Habe schon alles versucht . Ich bekomme keine Leistungen , auch ein Darlehn wird abgelehnt . Gutscheine bekommst du nur wenn du sanktioniert bist, nicht wenn eine Totalversagung vorliegt. Mein Antrag liegt Gericht und Landrat vor, man entscheidet einfach nicht. Spielt auf Zeit .

Sie hat kein Recht auf Leistungen, weil sie Miete zahlt, die ihr nicht zusteht. Zahlt sie nicht, folgt die fristlose Kündigung, die Obdachlosigkeit, der Tod … wie bei dem Mann auf dem Kurfürstendamm. Wie oben geschildert ist der verantwortliche Landrat (Jurist, SPD) scheinbar nicht gewillt, hier der Not Abhilfe zu schaffen. Und außerdem … beseitigt sich dieses Problem ja auch von ganz allein. Ohne Geld. Da wir Obdachlose ja nicht zählen, verschwindet Kikki dann ja auch im Nichts … bzw. auf dem nach Behördenangaben sehr „entspannten Wohnungsmarkt“.

Was verdient eigentlich so ein Landrat? Es gibt da einen ganz mutigen, der das mal öffentlich gemacht hat: 8520,59 Euro im Monat (siehe: der gläserne Landrat). Dazu kommt eine Dienstaufwandsentschädigung, ein Dienstwagen mit Fahrer und eine Altersvorsorge, in deren Genuss man auch in sehr jungen Jahren kommen kann … wenn man nicht wiedergewählt wird. In Hessen reichen schon sechs Jahre als Bürgermeister, um Pensionen bis zu 4200 Euro Netto im Monat zu erhalten (siehe HNA). Für manche Dinge ist Geld da – für andere eben nicht. Kein Geheimnis ist, dass diese Pensionsansprüche (in Höhe von EINER BILLION EURO – siehe Wiwo) nicht mehr finanzierbar sind – doch davon müssen wir ein andermal reden.

Kikki hat konkrete (und realistische) berufliche Pläne für die Zukunft, kein Interesse, es sich in Hartz IV „bequem“ zu machen, braucht nur kurze Zeit Hilfe, um ein Zuhause zu finden. Eine Selbstverständlichkeit – in einem „Sozialstaat“. Jetzt aber … sieht es eher nach „Endstation Kudamm“ aus.

Ich nenne das … eine leise Hinrichtung. Kann mich halt noch daran erinnern, dass „Aushungern“ eine Kriegswaffe ist. Nun – diese Waffe wird gegen viele im Land eingesetzt, um sie zur Niedriglohnarbeit zu zwingen. Das ist ekelhaft, aber nicht neu. Wirklich widerlich jedoch … sind hier die Mitmenschen. Ich verstehe langsam, warum unzählige Frauen auf Scheiterhaufen brennen mussten … und denke, wir nähern uns vom Klima wieder diesen Verhältnissen an – mit großen Schritten.

Vielen Dank jenen, die sich auf Facebook nach der ersten Veröffentlichung bereit erklärt haben, eine kleine Spende zu schicken. Wie üblich waren es Menschen, die selbst so gut wie Nichts haben – dort ist Menschlichkeit noch nicht ganz ausgestorben. Hier für Euch – endlich eine Kontonummer:

Kerstin W. Geiß

IBAN: DE17285500000150406510

BIC. BRLADE21LER

Sparkasse LEERWITTMUND

Das Geld wäre nur für Kikki. Ihre Tiere werden durch Paten versorgt.

Als besonderen Leckerbissen: hier noch eine Antwort auf ihren Hilfeschrei:

sorry, wen ich auf dein schmarren, hier mich zu wort melde, schreib den scheiss doch in ein buch, und veröffentliche dies. dan hast auch paar Groschen. oder versuche es bitte mal mit arbeit, wer arbeiten will findet auch was. und keiner muss hier bei uns, auf der strasse liegen oder hungern. es ist nur peinlich was man auf facbock hier veröffendlich und schreibt. ich gebe dir ein guten rat. ziehe nach Ostdeutschland, da sind so viel Wohnungen leer, und auch mit Tieren findest du eine sichere billige bleibe. den wie du schreibst, einfach herrablassend und Bettelbriefe.

Ja – bildungsferne Schicht im Einsatz … bei der Sozialhygiene, bzw. auf der Jagd nach unwertem Leben, das weg kann. Noch Fragen?

Im Gegensatz zu den durchschnittlich über tausend Leuten, die meine täglichen Gedankensplitter und Naturaufnahmen auf FB gratis konsumieren, interessierten sich für das Schicksal der sterbenden Frau in der Pampa gerade mal 239. Trotzdem schreibe ich das hier nochmal mit Kommentar, weil es für zukünftige Generationen archiviert werden sollte, damit klar ist „WIR HABEN VON ALL DEM NICHTS GEWUSST“ zählt diesmal nicht.

 

Codenamen Operation Condor

Stella Calloni, argentinische Schriftstellerin und Journalistin.

Unter dem Codenamen Operation Condor operierten in den 70er und 80er Jahren die Sicherheitsdienste von sechs lateinamerikanischen Ländern – Argentinien, Chile, Paraguay, Uruguay, Bolivien und Brasilien mit dem Ziel, linke politische und oppositionelle Kräfte weltweit zu verfolgen, die USA unterstützten, und trainierten die lateinamerikanischen Sicherheitskräfte. Die bekannte argentinische Journalistin Stella Calloni hat jahrelang minutiös recherchiert, wer, wann und wo die Todesschwadronen das verschwinden lassen und die Ermordung von Oppositionellen organisierten.

Transskript (Mitschrift)

Nun werde ich den Europäern einen Gedanken erzählen:

Die Europäer wurden auf eine unglaubliche Weise in die Falle gelockt! Denn, wie ein US-amerikanischer Journalist Paul Harrison gesagt hat, war der Krieg gegen den Irak nicht nur ein Krieg um das irakische Öl, er war gleichzeitig ein Krieg gegen den Euro.

Mit dem Beschluss für eine Europäische Fassung entstand die Gefahr, dass aus einem geeinigt Europa eine neue Weltmacht entsteht. Der Krieg, an dem Europa teilnahm, war daher in Wirklichkeit ein Krieg gegen Europa selbst!

Es war eines der Manöver der USA, weil der Euro sich an vielen Orten als Zahlungsmittel gegen den Dollar ausgebreitet hatte. Der Irak hatte beschlossen, den Handel mit Europa in Euros zu betreiben, Iran und Libyen ebenfalls.

Was sollte mit dem Dollar passieren?

Die USA mussten die OPEC aushebeln und sie mussten Europa aushebeln. Daher wurde das europäische Volk desinformiert und manipuliert. Nicht wissend, dass es den Kapital- und Konzerninteressen ausgeliefert werden soll.

Daher wurden den Europäern verstärkt die neoliberalen Projekte aufgeschwatzt, die bereits im Rest der Welt gescheitert waren, die Lateinamerika zerstört haben, und sogar die Macht der Regierenden selbst zerstört haben, in dem in immer mehr Ländern sich die Bewohner gegen die Regierenden erheben.

Es ist kein Zufall, dass sich Tausende Menschen an die jüngsten Unruhen in London beteiligt haben, es ist kein Zufall, dass wir in Griechenland und in Spanien Massenbewegungen gegen das herrschende System und ihre Kaste sehen.

Was vor kurzem begonnen hat, ist, dass die Menschen den Schaden und die Zerstörung sehen, die dieses Projekt mit sich bringt. Europa braucht dieses Projekt nicht! Warum sollte Europa sein Sozialstaat aufgeben, den es in vielen schwierigen Zeiten errichtet hatte?

Deshalb sagte ich Ihnen, die Kinder zu ihren Eltern sagen, obwohl es eigentlich die Eltern sein sollten, die ihren Kindern guten Rat geben sollten:

Passen Sie auf sich auf! Passen Sie auf sich auf!

Es ist ein neuer “Plan Condor“ im Gange mit all diesen Transfers von Gefangenen und den Bau der Geheimgefängnisse …

In einem Europa, das sich noch für demokratisch und die Menschenrechte respektierend hält, sollen abgebaut werden.

Was wollen sie dann machen?

In den neuen Gesetzen (der Hemisphäre) ist alles verankert, indem Antiterrorgesetzen, im Patriot Act der USA und anderen Beschlüssen, die nicht nur zum “Plan Condor“ gehören.

Sie sind alles, sie sind die Gesamtheit aller Operationen, die sie schon durchgeführt haben, sie sind die Gesamtheit der Erfahrung, die sie im Rahmen ihrer Antiterrorgesetze gesammelt haben, sie zielen darauf ab, die regionalen Polizeien zu zerschlagen, sie schaffen neue Sicherheitseinheiten in ihren Polizeischulen und beim Militär, aber die Völker werden nicht befragt über diese neue Maßnahmen.

Wenn Sie in den Parlamenten verhandelt wurden, können die Völker nicht mehr eingreifen, sie werden Gefangene im Rahmen dieser neuen Gesetze.

Das argentinische Militär hat sie in den 70er und 80er des letzten Jahrhunderts bereits angewendet und Menschen getötet, indem es Geheimgefängnisse errichten ließ. Errungenschaften in den USA rückgängig gemacht hat.

Genau solche, wie sie die USA – dank dem Patriot Act errichten. Der dem Staat erlaubt, das Privatleben aller auszuspionieren und der alle demokratischen Errungenschaften in den USA rückgängig gemacht hat.

Heute gibt es keine Demokratie in den USA!

Die Demokratie wurde aufgehoben durch den Patriot Act. Genauso kann nun interveniert werden, wenn jemand die Wahrheit sagt.

Deshalb denke ich, der Plan Condor, beim Vergleich dazu, noch eine regional beschränkte Operation. Aber er war eine Erfahrung, die uns ermöglicht hat, zu sehen, wie sie benutzt werden sollen. Und die Leute, die sie angewendet haben, sind heute etwas anders, sie sind Unternehmer geworden, wunderbar, sie leben völlig ungestraft.

Hartz IV – der soziale Holocaust: Verfassungsfeinde im Einsatz

Digital StillCamera

Montag, 1.6.2015. Eifel. Schon die Überschrift dieser kleinen Abhandlung wird Zorn erregen: den Zorn jener, die den Holocaust für sich gepachtet haben wollen, jene Gruppe vorgeblich „linker“ Kreise, die sich dem „Kampf gegen Rechts“ verschrieben haben, einen Kampf, der wichtig und unverzichtbar ist. Was diese Menschen jedoch übersehen: die Geschichte wiederholt sich zwar, aber sie kopiert die Vergangenheit nie eins zu eins. Es wird in Deutschland keine großartigen Vernichtungslager zur Auslöschung der deutschen Mitbürger jüdischer Religionszugehörigkeit mehr geben – einfach, weil es dafür nicht mehr genug Zielpersonen gibt. Es macht wenig Sinn – außer für den Verfassungsschutz, um unliebsame Gesellschaftskritik zu diskreditieren – die Juden hinter allem Übel im Land zu vermuten: einfach, weil sie fort sind.

Es ist natürlich bequem, gegen ein Feindbild anzukämpfen, dass an Bissigkeit schon längst verloren hat: die bösen Geister der Vergangenheit wehren sich nicht, schlagen nicht zurück, leisten keinen Widerstand: der Sieg ist einfach und leicht während großzügiger Debatten zu erringen, quasi aus dem Kaffeehaus heraus möglich:

„Die Atmosphäre solidarischer Diskussion im großen Plenum, geschaffen durch Tischgruppen, Dekoration und Moderation war sehr angenehm. Die Möglichkeiten der direkten Kommunikation aus dem Plenum heraus und in das Plenum hinein mittels einer Twitter-Wall und Facebook wurden gut angenommen. Unter #CrossingCrisis sind Debattenbeiträge zu finden, die sich mit unserem Thema eines nötigen gesellschaftlichen Projekts zur Überwindung des trostlosen und autoritären Neoliberalismus beschäftigen.“

Dies Zitat stammt aus der Newsletter 3/2015 des Instituts für soliarische Moderne, einem Zusammenschluss von Menschen mit „linker“ Selbsteinschätzung – und zeigt an sich schon die grenzenlose Degeneration der Debattenlinken: hervorgehoben wird die angenehme Dekoration und der erfolgreiche Konsum moderner Medien gegen den trostlosen Neoliberalismus, der in dieser Aufmachung daherkommt, als sei er kein menschenfeindliches Biest, sondern lediglich ein romantisches Relikt aus der Tristess der fünfziger Jahre.

Was jenen Gruppen gemein ist: den aktuell laufenden Holocaust können sie mit ihren beschränkten Rastern und Kategorien gar nicht erfassen, sie gleichen Wesen, die mit fünfzig Begriffen von „Eis“ Feuer beschreiben sollen: es ist ihnen schlichtweg nicht möglich.

Der neue Holocaust ist auch keine Vernichtungsorgie, die sich die körperliche Eliminierung des zu vernichtenden Subjekts als Ziel gesetzt hat: seine soziale Vernichtung reicht ihm momentan völlig aus – wobei es die Logik gebietet, anzunehmen, dass auch die körperliche Vernichtung notwendig wird, wenn die zu verteilenden Ressourcen so knapp werden, dass die Anhänger und Wähler der regierenden Parteien nach eigenem Ermessen „zu wenig“ davon bekommen: entsprechende Aktionen sind schon im Vorfeld vorbereitet worden, Schlagworte wie „Parasiten“ und „Schmarotzer“ werden gezielt von Führungspersonen regierender Parteien gesetzt, dass die, nicht nicht arbeiten, auch nicht essen sollen, ist nur die logische Konsequenz dieser Verwandlung eines demokratischen Rechtsstaates in ein gigantisches Arbeitslager. Das in diesem Klima Gewerkschaften gewaltig an Zustimmung verlieren, ja, bei gewissen obrigkeitshörigen Bewohnern des Landes offenen Hass auslösen, ist zu erwarten: im Arbeitslager wünschen die Gefangenen nur eins – sanktionsfrei funktionieren zu können um der Strafe zu entgehen. Am Besten als Gefangener mit Aufsichtsfunktion.

Ich möchte Ihnen Aspekte von Hartz IV – dem sozialen Holocaust – anhand einiger Zitate demonstrieren, die ich nicht einschlägigen Sozialforen entnehme, sondern einer staatstragenden, linientreuen bürgerlichen Zeitung, der Süddeutschen (siehe süddeutsche Zeitung):

„Die vergangenen zehn Jahre zeigen: Das Hartz-IV-System ist ein unglaublich rigides Armutsregime. Deutschland lebe über seine Verhältnisse, heißt es doch immer. In Wahrheit geben sich immer mehr Menschen mit immer weniger zufrieden – in einer Gesellschaft die ansonsten immer reicher wird. „Hartz IV bewirkt eine Anspruchsreduktion, die mit einer Traumatisierung einhergeht“, sagt Butterwegge. Die Menschen nähmen sich selbst zurück. „Sie werden gedemütigt und demoralisiert“.“

Demütigung, Demoralisierung, Traumatisierung: Werkzeuge des Unmenschen, geschaffen zur Vernichtung unwerten Lebens, eine Vernichtung, die manchmal den physischen Tod einschließt – und manchmal nur den sozialen:

„Es hinterlässt nicht nur bei den Betroffenen weitreichende Schäden, sondern auch bei jenen, die fürchten, auf die Position zurückzufallen“, stellt Soziologe Dörre fest. Entsprechend hoch sei bei ihnen die Bereitschaft, Konzessionen zu machen, um ja nicht in Hartz IV hineinzurutschen. So erkläre sich, warum der Niedriglohnsektor in Deutschland mittlerweile so ausgeprägt sei. Diejenigen hingegen, die länger im Hartz-IV-Bezug bleiben, müssen sich mit einer Lage arrangieren, sich anpassen, um zu überleben. „Aber je stärker sie ihre Lebensplanung und ihren Lebensstil verändern, desto stärker unterscheiden sie sich vom Rest der Gesellschaft. Die Langzeitarbeitslosen werden so zur Zielscheibe der anderen und ziehen sich aus der Öffentlichkeit zurück. Sie werden unsichtbar.“

Der Hartz-Terror hat das ganze Land verändert, es in ein Arbeitslager verwandelt. „Es gibt kein Recht auf Faulheit in diesem Lande“  – der Spruch des verantwortlichen Bundeskanzlers zu dieser Zeit – ist, bei genauerem hinsehen – eine Ableitung des Satzes „Arbeit macht frei“, jener Parole, die an den Toren nationalsozialistischer Vernichtungslager zu finden wahr: Arbeit befreit von Demütigung, Demoralisierung und Traumatisierung. So gesehen versteht man all jene Menschen, die ihren Hass auf den Eisenbahnerstreik freien Lauf lassen: eine Folge des Streiks, die man als Arbeitnehmer zu tragen hätte, wäre die soziale Vernichtung durch eine unheilige Allianz von Staat und Konzernwesen, wobei hier vor allem die Meinungsbildungskonzerne zu nennen sind – wie z.B. Bertelsmann, die sich durch intensiven, gezieltem Kontakt zur Kaste der Staatssekretäre einen immensen Einfluss auf die deutsche Politik sichern konnten.

„“Arbeitslosigkeit zerstört“, sagt der Bielefelder Sozialforscher Wilhelm Heitmeyer. Die Alltagsstruktur, den Status, den Respekt der anderen – und damit das Selbstbewusstsein. Die Wirkung von Arbeitslosigkeit werde dramatisch unterschätzt. Heitmeyers Diagnose nach zehn Jahren Hartz IV: In alle Lebensbereiche habe sich eine autoritäre Form des Kapitalismus hineingefressen – selbst in jene Areale, die eigentlich nicht ökonomisch organisiert seien, etwa die Familie. Der Kapitalismus interessiere sich nicht für Integration, sondern für Konkurrenz. Die Folge: Menschen werden nach Effizienz und Nützlichkeit beurteilt, nicht aber in ihrer Gleichwertigkeit. Hartz IV in der jetzigen Form signalisiere: Hier ist jemand nicht mehr brauchbar. Darum beginne mit dieser Form der Sozialhilfe die Zone der Verachtung.“

Arbeitslosigkeit selbst ist schon eine Last, die schwer zu ertragen ist. Doch anstatt Hilfe und Unterstützung erhalten die Opfer des Turbokapitalismus nur eins: Verachtung, eine Verachtung, die ganz schnell in offene Gewalt ausufern kann. Gleichzeitig mit der Vernichtung der sozialen Existenz wird auch der Kernbereich unserer Gesellschaft zerstört: die Familie, eigentlich als besonders schützenswert hingestellt, praktisch jedoch zur Vernichtung freigegeben. Wieviel Familie ist eigentlich noch vorhanden, wenn Papa und Mama arbeiten gehen müssen, während das Kind in der Kita verwahrt wird? Wieviel Schutz kann eigentlich noch die Familie bieten, wenn Angst die Stimmung am Frühstückstisch bestimmt: die Angst, dort zu landen, wo schon Millionen gelandet sind: in der gesellschaftlichen Unsichtbarkeit, als Paria, als Ausgestoßener, als Vogelfreier, der von jedem übel gelauntem „Fallmanager“ des Jobcenters nach Belieben drangsaliert werden kann?

Gerade diese Angst ist es, die in der Gesellschaft wieder Stimmung macht für reale Vernichtungslager. Lauschen wir weiter der süddeutschen Zeitung:

„Die Ausbreitung des ökonomistischen Denkens erklärt, warum sich gerade hierzulande die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit – und Langzeitarbeitslose sind dann eine solche Gruppe – zunehmend auch bei Personen findet, die sich selbst einen hohen sozialen Status zuschreiben“, stellt Heitmeyer fest, der von einer „rohen Bürgerlichkeit“ spricht. Sie entstehe, weil die Bürger selbst verunsichert seien und privilegierte Positionen sichern wollten. „Das funktioniert am besten, wenn man sich selbst auf- und andere abwertet.“

Das funktioniert am besten, wenn man … einen Sündenbock sucht, ein Menschenopfer, wenn man altgermanischen, tief im Deutschtum verankerten Traditionen folgt und den Göttern ein paar Millionen Menschen zum Fraß darbietet, um selber weiterhin Buttercremetorte serviert zu bekommen: hier offenbart sich ein Denken (bzw. ein Fühlen), das in den tiefsten Abgründen vorchristlicher und vorjüdischer Zeit zurückreicht – das hier kein Aufstand der Kirchen folgt, ist nur mangelhafter theologischer Bildung in den (finanziell in den letzten Jahren absichtlich luxuriös ausgeschmückten)Führungsschichten der christlichen Kirchen zu verdanken – oder billiger Kumpanei beim „run“ auf die Buttercremtorte.

Es ist kein linkes Kampfblatt, dass uns am 8. Januar diesen Jahres jenen vernichtenden Ausblick auf Hartz IV lieferte, sondern eine renommierte, seriöse deutsche Tageszeitung mit großer Verbreitung gerade in den Speckgürteln der Republik: gab es bis heute eigentlich irgendeine Art von Echo – außer dass sich die Linken im Lande über ihre Dekoration freuten?

Lesen Sie sich den Artikel mal selbst durch – er enthält Fallbeispiele von fleißigen Menschen, die aufgrund von hoch zu bewertenden ethischen oder moralischen Entscheidungen ihren Job innerhalb der Maschine nicht mehr machen konnten und deshalb entlassen wurden, Menschen, die eigentlich die Gesellschaft vor Schaden bewahrt haben. Doch was geschieht mit ihnen? Kein Lob, keine Auszeichnung, kein Bundesverdienstkreuz ziert ihre Brust – dafür erleben Sie eine Verfolgung, wie sie in totalitären Regimen üblich ist:

„Viele Erwerbslose kennen das: Unangemeldet steht plötzlich jemand vor der Tür und möchte die Wohnung sehen. Zum Beispiel, ob da vielleicht jemand noch im Bett liegt, der die Versorgung an Stelle des Jobcenters übernehmen könnte. Armutsforscher Butterwegge spricht von einem totalitären System, das mit Hartz IV entstanden sei und die Betroffenen nicht mehr loslasse. „Es beherrscht ihren Alltag und zwinge sie, ihr gesamtes Verhalten danach auszurichten.“ Wie nie zuvor in der Bundesrepublik maße sich der Staat an, über die Lebensweise von Millionen Beziehern der Grundsicherung zu entscheiden. Es handle sich dabei um eine institutionelle Diskriminierung.“

Mitbürger jüdischer Religionszugehörigkeit kennen diese institutionellen Mechanismen, die immer auf das gleiche Endziel hinauslaufen: Gaskammern bei Befehlsverweigerung.

Soweit ist man bei Hartz IV noch nicht – aber Obdachlosigkeit und Hungertod sind im Programm vorgesehen, man nennt es feindeutsch „Sanktionen“ – und vergisst vollkommen, dass eine Regierung, die Sanktionen gegen den Souverän verhängt, sich selbst zum Staatsfeind erklärt und den Weg der Demokratie gezielt verläßt. „Sanktionen“ verhängt der Fürst gegen Leibeigene – das kennen wir zur Genüge aus der Geschichte.

Es ist schon eine Schande der besonderen Art, dass deutsche Gerichte zehn Jahre brauchten, um zu sehen, dass rot-grüne und schwarz-rote Regierungen einen offenen Bruch der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland zu verantworten haben. Das Sozialgericht Thüringen sprach hier als erstes deutsches Gericht klare Worte (siehe MDR):

„Dessen 15. Kammer stellte in einem am 26. Mai verkündeten Beschluss fest, dass diese Leistungskürzungen ihrer Ansicht nach gegen das Grundgesetz verstoßen. So bezweifeln die Richter, dass die Sanktionen mit der im Artikel 1 festgeschriebenen Unantastbarkeit der Menschenwürde und der im Artikel 20 festgeschriebenen Sozialstaatlichkeit der Bundesrepublik vereinbar sind. Denn aus diesen Artikeln ergebe sich ein Grundrecht auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums, das bei einer Kürzung oder kompletten Streichung des Arbeitslosengeldes II gefährdet sei, so das Gericht. Außerdem stünden die Sanktionen im Widerspruch zu den Artikeln 2 und 12 des Grundgesetzes, weil sie die Gesundheit oder gar das Leben des Betroffenen gefährden könnten. Die genannten Grundgesetz-Artikel garantierten jedoch das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.“

Für den Mut haben die Richter ein Bundesverdienstkreuz verdient, stellten sie sich doch als Erste einem Zug in den Weg, der letztlich zwingend logisch nur in Vernichtungslagern für Schmarotzer, Parasiten und Minderleister enden kann – spätestens dann, wenn wir uns den „Sozialstaat nicht mehr leisten können“ … was, genau besehen, eine verfassungsfeindliche Forderung ist: Deutschland ist per Verfassung ein Sozialstaat.

Der soziale Holocaust läuft schon längst – aber wie früher will keiner genau hinschauen. Alle haben nur noch eins im Sinn: hemmungslos rohes Arbeitslosenbashing und beständige Maximierung der eigenen Verwertbarkeit – bis hin zum völligen psychischen Zusammenbruch.

Ja – der soziale Holocaust trifft nicht nur Arbeitslose – jeder Arbeitnehmer muss seit der Verwandlung des Staates in ein großes Arbeitslager mehr und mehr rennen, immer schneller, immer perfekter, immer fehlerfreier, ständig auf der Flucht vor Alter oder Krankheit – ein Zustand, der sich nur mit einem ständig wachsenden Maß an TV-Konsum, regelmäßiger Republikflucht in den Urlaub, beständiger Erhöhung der sexuellen Frequenz und steigendem Drogenkonsum ertragen läßt: so gesehen wundert es nicht, dass jetzt CDU und Grüne Cannabis legalisieren wollen. Das Volk braucht Drogen, sonst wird es wach.

Was wenig ins Auge fällt: was für ein feines, totalitäres Instrument sich die Parteien und Stiftungen dort zurechgebastelt haben. 42 Millionen Datensätze hatten die Jobcenter 2014 in ihren Archiven, ohne dass ein Volkszählungsgegner da auch nur ein Fähnchen gegen hochgehalten hat. Anders gesagt: kaum ein Arbeitnehmer ist noch nicht erfasst. Wer Hilfe braucht, muss sich komplett entblößen – geschähe das in einem Kinderheim, wir würden sofort „Missbrauch“ brüllen. Bei Arbeitslosen sind wir schon so dressiert, dass wir gar nicht mehr hinschauen – wie einst bei den Juden.

Bloß keinen Ärger mit den wahren Führern des deutschen Volkes!

Ein solches totalitäres Instrument will natürlich gebraucht werden – und es will wachsen. Es ist ein Paradies für jeden Soziopathen – und von denen erziehen wir gerade in jeder Generation mehr. Kein Wunder also, dass Regierung und Bundestag die Reichweite des Instrumentes ausweiten wollen (siehe Tagesschau):

„Die Zahl derer, die nach kurzer Zeit wieder in die Arbeitslosigkeit gehen, ist viel zu hoch“, sagte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Sabine Zimmermann, der „Welt am Sonntag“. Eine gesetzliche Grundlage für die Unterstützung aller ehemals Erwerbslosen im neuen Job sei „mehr als überfällig.“

Ja- sie haben richtig gelesen: das fordern die „Linken“. So wird jeder Mensch, der jemals Leistungen vom Jobcenter bezog, zum Staatseigentum. Und logischerweise greifen sie nun auch nach jenen, die noch nie Leistungen vom Jobcenter bekommen haben, aber sie irgendwann mal in Anspruch nehmen könnte: den „Leistungsträgern“ (siehe Arbeitsministerin Nahles im Spiegel):

„In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Ausfall an Arbeitstagen wegen psychischer Belastung verdoppelt, das Zutrittsalter bei Erwerbsminderung ist von 58 auf 48 Jahre gefallen. Da müssen wir ran! Das ist nicht zuletzt auch im Sinne der Arbeitgeber.“

Ich fände auch: da müsste man ´ran. Mit der fünfzehn-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich – es ist schlichtweg nicht einzusehen, warum wir als hochmechanisierte Kultur noch dreimal soviel arbeiten müssen wie ein Neandertaler.

Doch wir brauchen noch mehr: neue „Nürnberger Prozesse“ gegen alle jene gesellschaftlichen Elemente, die an der verfassungsfeindlichen Hartz-IV-Praxis mitgearbeitet haben. Das Sozialgericht Thüringen hat hier (endlich!) ein klares Wort gesprochen: hier sind Verfassungsfeinde in höchsten Regierungskreisen am Werk gewesen – und einige zentrale private Elemente hetzen aktuell immer noch („Keine Strafen für faule Stütze-Empfänger“ – so titelt ein verfassungsfeindliches Kampfblatt aktuell zur Kommentierung des Urteils aus Thüringen).

Wie sieht es eigentlich aus mit Strafen für fleißige Verfassungsfeinde?

Sind dringend nötig, um das Fortlaufen des sozialen Holocaust aufzuhalten.

 

Angela Merkel: Deutschland geht es schlecht!

Digital StillCamera

Dienstag, 14.4.2015. Eifel. Kaum zu glauben, aber wahr: das Kanzleramt startet schon wieder eine neue „Bürgerversteher-Initiative“ (siehe Spiegel). Eigentlich eine erfreuliche Nachricht – stünde das Ergebnis nicht schon von vornherein fest: „Deutschland geht es gut“. Wer kennt sie nicht, die offizielle Parole der Kanzlerin, in vielen bunten Blättern oft beschrieben? Sicher werden manche dieser Parole auch zustimmen, wenn sie in ihrem Golfclub sitzen, aus dem Ledersessel heraus durch die Schlossfenster an einem Champagner nippend über das Grün starren und sich von den ständigen Anrufen ihrer Anlageberater belästigt fühlen, weil schon wieder irrsinnig viel Geld aufgelaufen ist, das verwaltet werden möchte.

Viele Deutschen jedoch sehen das anders – nur werden die von der Kanzlerin nicht zum Essen ins Kanzleramt eingeladen, ja, die werden sogar kaum Zeit haben, sich um diese Initiative groß zu kümmern, weil der Alltag sie mit allerlei Terror überzieht. Sicher: wer reicht ist, der wird immer reicher, kann sich gar nicht mehr dagegen wehren. Die Zahl der Millionäre und Milliardäre und Supermilliardäre in Deutschland nimmt ja auch gewaltig zu: harmlose Leibesertüchtiger und Fernsehclowns werden von der Industrie (und durch die Zwangseintreibungen der GEZ) mit Millionen überschüttet, um den Rest der Bürger in engen Bahnen zu führen. 5,3 Millionen Euro verdient der Verwaltungsangestellte in Spitzenpositionen – Tendenz: enorm steigend (siehe Spiegel). Was machen diese Leute mit dem Geld – bringen es in die Schweiz. Dort befinden sich auf der Liste der 300 reichsten Schweizer allein 60 Deutsche (siehe Spiegel).

Terror im Alltag?

Ja, Arbeit zum Beispiel.

„Viele Arbeitnehmer in Deutschland arbeiten mehr, als ihnen guttut. Grund ist der hohe Druck am Arbeitsplatz, der viele Beschäftigte dazu verleitet, fahrlässig mit ihrer Gesundheit umzugehen.“ (siehe Zeit).

„Fahrlässig mit der Gesundheit umgehen“ heißt auf Deutsch: enorme Kosten für die Sozialkassen produzieren, die anfallen, wenn die Gesundheit zusammenbricht. Wer arbeitet normalerweise so? Sklaven, Zwangsarbeiter, Menschen, deren Leben in Gefahr ist. Ja – schauen Sie sich das mal genau an:

„18 Prozent stoßen oft an ihre Leistungsgrenzen, 23 Prozent machen keine Pausen. Jeder Achte kommt sogar krank zur Arbeit.“

„42 Prozent beklagten, dass das Arbeitsumfeld durch steigende Leistungsziele geprägt werde. Jeder Dritte weiß nicht mehr, wie er den Ansprüchen gerecht werden soll. Werden zu hohe Ziele dennoch erreicht, gelten diese sofort als neuer Maßstab.“ (siehe Spiegel).

Wir wissen auch genau, warum das so ist. „Führen mit Zielen“ nennt sich das – da kann Frau Merkel einfach mal die Geburtstagsrunde um Ackermann befragen, die haben das in Deutschland mit eingeführt. Das Prinzip ist ganz einfach: die Leistung wird vorgegeben – alle befinden sich im Daueraccord … zu dem man sich früher freiwillig melden musste, weil nicht jeder mit diesem Druck gut zurechtkommt. Renditen und Dividenden (also: leistungsloses Einkommen) müssen in ständig steigender Höhe erwirtschaftet werden, will Ackermann eine Rendite von 25 %, dann bekommt irgendjemand (und zwar viele) diese Zahl auf ihren Schreibtisch und haben sie zu erfüllen.

Dort, wo Vernunft herrscht, erkennt man den Wahnsinn schnell – selbst wenn es sich nur um 10 Prozent Steigerungsrate handelt. Nehmen wir mal an, Sie müssen Ihre Arbeitsleistung jährlich um 10 Prozent steigern … dann arbeiten sie in zehn Jahren doppelt soviel wie heute … sind aber nicht mehr so jung. Nochmal zehn Jahre … da arbeiten sie schon viermal soviel wie heute: entweder waren sie in ihrer Jugend also ein völlig fauler Sack … oder Sie sind mit Mitte vierzig völlig am Ende. Und dies stellt keine Momentaufnahme da, sondern einen sich beständig steigernden Prozess, der zentral gesteuert wurde.

Zentral gesteuert?

Ja. Wer in den neunziger Jahren mit Mitarbeiterführung zu tun hatte, hat den Wechsel deutlich miterlebt – aber auch andere bemerkten die Armeen der „Unternehmensberater“, die „Führen mit Zielen“ in Behörden, Universitäten, Firmen und Konzernen einführten: ein Fest für Verschwörungstheoretiker … wenn die es nur mal finden würden. Ganz viel Geld von Steuerzahlern, Beitragszahlern und Firmenbelegschaften floss überreichlich in diese Berater, die das Land, die Wirtschaft, ja, das ganze Leben umbauen sollten …. und umbauten. Wer hat sie nicht gesehen, wie sie mit ihren Stoppuhren sogar durch Schulen wanderten, um Maximierungspotentiale zu erschließen, so den Grundsatz ins Land zwingend, dass wir für die Arbeit leben und auf ewig zu leben haben, damit eine kleine Oberschicht ihre leistungslosen Einkünfte hat.

Für Menschen, die von den frei erfundenen Gesetzen des Kapitalmarktes leben dürfen, ein Paradies, für Menschen, die jedoch nur ihre Arbeitskraft vermarkten können, ein Horror. Es ist ein Spiel, dass sie niemals gewinnen können: logischerweise erreichen Sie im Alter (das heißt heutzutage schon ab 40 … oder ab 35, je nach Branche) irgendwann die Grenze, wo das Alter selbst die Leistungsgrenze runterfährt … jene Grenze, die sie selbst durch ihre eigene, meist unterbezahlte Arbeit sehr hoch geschoben haben.

Vernichtung durch Arbeit geht auch ganz ohne Lager.

Man hätte schon in den neunziger Jahren wissen können, wo das ein Vierteljahrhundert später endet, doch Deutschland wählt lieber konservativ – und das heißt: es wählt lieber doof (siehe Spiegel):

„Je intelligenter Menschen sind, umso eher sind sie bereit, sich auf Neues einzulassen. Konservative und religiöse Menschen haben hingegen einen geringeren Intelligenzquotienten“

Das gilt auch für konservative Akademiker – den Artikel aber mit einem biersaufenden Horst Seehofer zu ilustrieren, war gemein vom Spiegel.

Haben Sie eigentlich eine Vorstellung davon, wie hoch das leistungslose, bedingungslose Grundeinkommen der feudalen deutschen Oberschicht ist?

2003 belief es sich auf 12 Milliarden Euro, für 2015 werden 37 Milliarden erwartet, 2016  schon 40 Milliarden angepeilt (siehe Welt). Sicher, Kritiker weden einwenden: dass ist nur Theorie – und eine bedeutungslose Folge des „billigen Geldes“ der EZB, große Fonds kaufen aufgrund schierer Verzweiflung und Langeweile gigantische Mengen an Aktien und treiben den Kurs künstlich nach oben, bis die ganze Blase platzt – darum läßt man sich ja sogar beim Golfspielen vom Anlageberater stören: man muss auf der Hut sein, wenn die Verkaufswellen starten. Wer da pennt, kann ganz schnell arm werden.

Wissen Sie, was die Arbeitslosen den Bund kosten? Die viel gescholtenen Kostentreiber der Republik? 19 Milliarden Euro im Jahr (siehe: gegen-Hartz). Näme man der feudalen Oberschicht nur die Hälfte der Gewinne: es wäre Schluss mit der Armut in Deutschland. Wir hätten wieder einen richtigen SOZIAL-Staat – anstatt einen FEUDAL-Staat für Neureiche und die vielen Millionen, die es gerne werden wollen.

Ach ja – die Arbeitslosen. Damit die Reichen durch die Überarbeitung der arbeitenden Menschen immer reicher werden konnten (eine andere Formulierung für: „Führen mit Zielen“), musste der Sozialstaat abgeschafft werden: die letzte Fluchtmöglichkeit vor der Vernichtung durch Arbeit musste eliminiert werden, das geschah durch die Agenda 2010, eine sozialdemokratische aber trotzdem konservative (also: doofe) Sozialreform, die vor allem eins ist: verfassungsfeindlich (siehe Zeit). Durch die Agenda 2010 instrumtalisierte die SPD den Sozialstaat zur Rute, mit der Arbeitnehmer weiter geknechtet werden konnten, bei Widerstand und Zuwiderhandlungen drohen verfassungswidrige Sanktionen, die zum Tode führen können: eine entsetzliche Wahrheit unserer Zeit, die kaum noch eine laut auszusprechen wagt – schnell könnte die Politik über gute Kontakte zu Wirtschaftsverbänden einzelne Unternehmer (also: meinen Chef!) dazu motivieren, mich vor die Tür zu setzen.

Dabei ist Arbeitslosigkeit kein Straftatbestand (also: in Deutschland de facto schon), Arbeitlose sind zudem nicht „schuld“ daran, dass ihre Körper so empfindlich sind und ohne ausreichend Wärme, Flüssigkeit und Nahrung einfach nur tot und stinkend in den Einkaufspassagen der Städte liegen würden. Arbeitslosigkeit ist eine Folge doofer Politik, die die letzten industriellen Revolutionen einfach verpasst hat und gerade die nächste verpennt.

Wirklich schön doof: da hat man auf der einen Seite eine gut gepamperte, weich gepuderte Allianz von Banken, Wissenschaftlern und Unternehmern, die beständig mit Hochdruck an der Reduktion von Arbeitskosten (sprich: Arbeitsplätzen) arbeiten und auf der anderen Seite Politiker, die per Gesetz eine Gesellschaft so konstruieren, dass der Erwerbsarbeitsplatz Gundlage einer jeden gesellschaftlichen Teilhabe wird – das kann nur schief gehen.

Man könnte eine Gesellschaft per Gesetz auch anders konstruieren – zum Beispiel die Dividenengewinne aus der fortschreitenden industriellen Revolution zu 50 Prozent zu Deckung der Kosten verwenden, die für die Folgen dieser Revolution aufgewendet werden müssen, anstatt immer nur Gewinne zu privatisieren und Verluste zu sozialisieren, ja, man könnte sogar eine ganz neue Wirtschaftsordnung gestalten – die Leipziger Studentin Felicitas Sommer zum Beispiel hätte da ein paar Ideen für eine lebenslustige Gesellschaft ohne Wachstum (siehe LVZ-online).

Wie es aussieht, wird es auch höchste Zeit für solche Alternativen. 60 Prozent der Bürger in Deutschland sehen die Demokratie als marode an (siehe Handelsblatt), 80 Prozent berichten Ähnliches vom Zustand der deutschen Straßen (siehe Stern), für deren Erhaltung der Staat viel Geld kassiert, dass er aber lieber in Diäten der Abgeordneten investiert, die sich – siehe „Soli“ – den lieben langen Tag mit der Erfindung neuer Steuerarten beschäftigen, um die eigenen Taschen noch weiter füllen zu können. Sogar aus den Reihen der gut versorgten staatlichen Wissenschaftler kommen beunruhigende Nachrichten: der Kapitalismus ist kaputt (siehe Spiegel):

„So sieht’s aus: Der Kapitalismus funktioniert nicht mehr, wie er soll. Billiges Geld treibt die Börsenkurse in immer lichtere Höhen, während gleichzeitig weniger Mittel in neue Maschinen, Anlagen und Knowhow fließen. Das hat drastische Folgen: Weil die Produktivität der Arbeiter kaum noch steigt, stagnieren ihre Löhne. Parallel dazu explodieren förmlich die Einkommen derjenigen, deren Entlohnung vom Finanzmarkt beeinflusst wird – siehe die stark gestiegenen deutschen Vorstandsgehälter.“

Die Folgen?

Immer mehr Deutsche geraten in eine Schuldenspirale (siehe Heise):

„Der Wirtschaft geht es gut, wenn die Menschen konsumfreudig sind. Dafür brauchen sie Geld, sind also auch Lohnsteigerungen notwendig, um nicht von Renten etc. zu sprechen. Zwar gab es in den letzten Jahren einen leichten Anstieg der Realeinkommen, vor allem wegen dem geringen Anstieg der Verbraucherpreise, aber die zwischen 2001 und 2009 erlittenen Einbußen werden noch nicht wettgemacht. Und es gab praktisch keine Veränderung des Realeinkommens im Vergleich zu den neunziger Jahren. Dagegen steigen bekanntlich die Vermögen und werden die Reichen immer reicher. Aber das fließt nicht in den Konsum, sondern eher zu den Börsen.“

Gäbe man das Geld den Arbeitslosen – der Staat hätte durch den steigenden Konsum, die zusätzlichen Arbeitsplätze, die wiederum mehr Konsum nach sich ziehen, mehr davon. Für jeden in Arbeitslose investierten Euro (aber: WIRKLICH in Arbeitslose, nicht in die Aasgeier, die als Coaches, Trainer, Berater von ihrem Elend profitieren) bekommt der Staat 1,6 Euro zurück: das rechnete der Nobelpreisträger für Wirtschaft Joseph Stiglitz vor. Steckt man das Geld in Reiche – stecken die es so lange in die Börse, bis der erste Großanleger verkauft: dann kippt das System und vernichtet wieder staatliche Gelder in Billionenhöhe.

Ach … wie schön wäre eine Regierung, die mal nicht konservativ ist – anstelle jener, die offen doof oder versteckt und verhalten doof sind.

So müssen wir uns an Meldungen gewöhnen, dass ein Hedge-Fond-Manager (also: ein Verwaltungsangestellter), der von der Verwaltung der Gelder unseres Golf-spielenden Snobs lebt, seiner Frau 450 Millionen Euro wegen der Scheidung überweisen muss (siehe Spiegel) … das sind 2,4 Prozent der GESAMTEN LEISTUNGEN DES BUNDES AN ARBEITSLOSE. Also: mit dem Vermögen von 20 Hedgefondmanagern (NUR ihrem PRIVATVERMÖGEN) könnten wir Millionen von Arbeitslosen über Wasser halten, von denen wir noch viel mehr erwarten dürfen: in fünf Jahren hält die vierte industrielle Revolution in der Kölner Verwaltung – dem letzten Biotop für gemütliche Minderleister – Einzug: eine Smart-Phone-App ersetzt die Meldeämter (siehe KSTA). Wer nicht gerade unter der geistigen Einschränkung „konservativ“ leidet, weiß, was das für die anderen Ämter in Deutschland (und Millionen anderer „Dienstleister“) bedeutet: eine Massenarbeitslosigkeit, wie wir sie noch nie gesehen haben.

Schon wieder.

Und was macht die Regierung, die Elite, die Wissenschaft dagegen?

Zitieren wir Georg Diez aus dem Spiegel, der hier für uns antwortet (siehe Spiegel):

„Kein Wille zur Veränderung, keine neuen Strukturen, keine zupackenden Gestalter: Was eine soeben erschienene Streitschrift den Universitäten attestiert, lässt sich problemlos auf andere Institutionen in diesem Land übertragen.“

Nun – liebe Frau Merkel – ein paar klare Worte direkt an Sie.

Sie brauchen die Deutschen nicht noch mal befragen, die in diesem Artikel gesammelten Quellen belegen eindeutig: es geht Deutschland schlecht. Den Straßen, den Menschen, den Gebäuden – alles marode, krank, bis an die Grenze des Zerbrechens überbelastet, viele nur noch durch staatliche Gewalt durch die Straßen gejagt – die im 21. Jahrhundert subtiler daherkommt als zu früheren, feudalen Zeiten. Mangelndes Geld – das an anderen Stellen, wo es sich sowieso schon angehäuft hat – üppigst sprudeld … Steuergeld, wohlgemerkt … erstickt jede Kreativität im Land, mangelnde Bildung fördert breitflächig jene Blödheit, die uns hindert, die Herausforderungen der Zukunft mutig zu gestalten. Statt dessen verharren wir bangend in beengten Verhältnissen, die jährlich für immer mehr Menschen immer unerträglicher werden.

Sie machen stattdessen große Weltpolitik, führen Deutschland durch erstaunlich geistlose Urteilsbildung an den Rand eines Weltkrieges (siehe Focus), und wenn das nicht klappt, wenigstens an den Rand eines Weltwährungskrieges (siehe Manager Magazin … der Artikel wurde 2014 großzügig bei „Lifestyle“ versteckt, damit ihn nur wenige finden), lassen zu, dass der Sozialstaat (den wir angesichts der immer dichter aufeinander folgenden industriellen Revolutionen dringend brauchen – und von Helmut Schmidt mehrfach als „Europas größte kulturelle Errungenschaft im 20. Jahrhundert“ bezeichnet) ins Heimatmuseum gesteckt wird (siehe n-tv) und in den Schulen größmöglicher weltfremder Unfug praktiziert wird (siehe Spiegel) … obwohl wir unsere Jugend auf eine ganz ander Zukunft, eine ganz andere Art zu leben vorbereiten müßten.

Aktuell kippt auch mehr und mehr der Glaube an die Justiz – einem Menschen das Augenlicht zu rauben, bleibt folgenlos für die staatlichen Täter (siehe Süddeutsche). Das alles, Frau Merkel, kann man erfahren, wenn man nur aufmerksam durch die staatstragenden Medien geht … bei den alternativen Medien sieht es noch schlimmer aus.

Ich befürchte sogar, dass Sie mit ihrere Kampagne „Gut-leben-in-Deutschland“ wieder gezielt konservative Menschen fragen werden … und das macht mir große Sorgen (wegen derer kognitiven Minderleistung).

Nachher suchen ihre Berater die sogar gezielt aus, um Sie nicht zu erschrecken.

Darum möchte ich Ihnen einfach mal sagen, was mir wichtig ist … und was allen Bürgern in Deutschland per Tradition und Verfassung wichtig zu sein hat.

Freiheit – statt Drangsalierung und Bespitzelung

Gleichheit – statt mit Staatsmitteln erzeugtem monetären Feudalismus

Brüderlichkeit – statt mir viel Geld gezüchteter Egomanie

Wenn man das kennt … wozu nochmal nachfragen? Ich kann Ihnen garantieren: alle vernünftigen Bürger werden diesen Werten zustimmen. Erst recht die, die gut in Geschichte sind. Die konservativen Nobelgolfer jedoch … werden das anders sehen.

Ja, Frau Merkel: Deutschland geht es schlecht.

Das kann man schon jetzt wissen.

So wird 2015! Oder: wie Bin Laden den Krieg gewann.

Digital StillCamera

Dienstag, 30.12.2014. Eifel. Nicht mehr lange, und ein Jahr ist vorbei. Wieder eins. Unzählige Jahresrückblicke prasseln auf uns hernieder, überschwemmen uns mit bunten Bildchen unserer neuen Halbgötter (der „Stars“ und „Promis“), deren Art zu leben die einzige zu sein scheint, über die es sich zu berichten lohnt. Dabei weiß jeder, was 2014 geschehen ist – jedenfalls jeder, der sich nach dem täglichen vierstündigen Fernsehkonsum noch einen eigenen kleinen Gedanken machen kann. 2014 ist das Jahr, in dem auch der letzte gemerkt hat, dass 2001 die Geschichte der Welt massiv verändert hat: die Bösen haben die Macht übernommen.

Ja – ich meine die Anschläge vom 11.9.2001. Immer noch wird darüber gestritten, wer denn jetzt nun wirklich für die Anschläge verantwortlich ist, der Westen hält sich weitgehend – wie auch zu allen anderen Themen – an die von der US-Regierung vorgeschriebenen Lesart. Niemand nimmt Anstoß an dieser weitgehenden Gleichschaltung der Presse – jedenfalls niemand, der Gebühren kassiert, um ausgewogene Berichterstattung zu gewährleisten. Primitivstes „Gut-böse“-Denken hat die Macht übernommen, wobei die Muslime völlig verwirrt sein dürften: in Afghanistan, in Syrien, in Lybien, in Ägypten, im Irak und im Iran sind sie der böse Feind, den es zu bekämpfen gilt, der brutal und grausam getötet wird – und seine Nachbarn gleich mit. Es existieren in den ehedem guten, demokratischen Regierungen des Westens „geheime Todeslisten“ (siehe Spiegel), die mühevoll abgearbeitet werden – ohne Rücksicht auf zivile Verluste. Demonstrieren aber Bürger in Europa gegen die „Islamisierung des Westens“ (eine Gefahr, auf die sie nur durch jene Medien gebracht wurden, die sie jetzt massiv bekämpfen), so wird der Moslem in Schutz genommen.

Einst – war das Erschießen von fremden Menschen im Ausland Mord. Heute ist es Alltag, „gezielte Anleitungen zum Töten“, entworfen vom US-Geheimdienst CIA (siehe Süddeutsche), zeigen, wie weit die Planungen gehen, um Politik in Ländern außerhalb der USA zu steuern – aber niemand fragt mehr nach, wen die eigentlich in Deutschland gezielt töten, um das Land auf einen konzernfreundlichen Kurs zu bringen. Es darf sich auch niemand mehr trauen, darüber nachzufragen, denn: 2014 brachte uns Deutsche die Erkenntnis, das wir immer noch eins der Hauptfeindländer der USA sind, kaum irgendwo wird so intensiv bespitzelt wie hier (vom Irak mal abgesehen), noch nicht mal die Bundesregierung ist vor den Spionen sicher – ja, noch nicht mal die deutsche Bundeskanzlerin.

Wir sind in der westlichen Allianz vom einst treuen Partner zum Feindstaat geworden – und wissen noch nicht mal warum. Aber alle wissen, dass man jetzt besonders stramm stehen muss, um bei den laufenden Massenentlassungen im Medienbereich nicht zu den Verlieren zu gehören. Ja – die Medienvielfalt stirbt weiter, auch die alte, renommierte FAZ, einst Liebling der Wirtschaft, musste 200 Mitarbeiter entlassen (siehe Handelsblatt) – aber wozu braucht ein Land mit klaren Vorgaben bezüglich „richtig“ und „falscher“ Meinung auch noch die bunte Vielfalt von Meinungen? Der Moslem im Ausland ist böse und wird erschossen, zerfetzt, verbrannt, verstümmelt (ja, „Bomben“ sind eine sehr grausame Art des Tötens. Sieht nur für den Täter sauberer aus, weil er so schön weit weg ist), der Moslem im Inland ist quasi heilig und unantastbar. Diskussionen darüber finden nicht statt: es gilt die Meinung der Bundesregierung.

2014 ist das Jahr, in dem auch der letzte Deutsche gemerkt haben wird, das Osama bin Laden den Krieg gewonnen hat. Sein Ziel, die USA zu vernichten, ist erreicht. 13 Jahre nach den Anschlägen sind die USA ein anerkannter Folterstaat (wie auch Australien, aber darüber spricht man weniger, die „five-eyes“ scheinen auf den ersten Blick noch mehr Gemeinsamkeiten zu haben (siehe Wiwo)), ihre Wirtschaft steht am Rande des Abgrundes, die Polizei rüstet sich mehr und mehr gegen das eigene Volk – und neigt auch zu leichtfertigem Waffenmissbrauch, wie die Ereignisse in und um Fergusson zeigen. Die US-Armee ist weit über den Globus verstreut, macht sich überall Feinde, Amerikaner sterben zu Tausenden … der Traum Bin Ladens ist in Erfüllung gegangen.

Ja – 2014 brachte sogar die Widerkehr eines längst vergessen geglaubten Horrors: der weltweite thermonukleare Krieg war wieder möglich, die Staaten des Westens wurden für Russland zu „Feindstaaten“. Der Spiegel erwähnt das ein einziges Mal – dabei stellt dieser Entschluss die ganze Geschichte der Menschheit in Frage (siehe Spiegel):

„Der nationale Sicherheitsrat veröffentlichte zu den Änderungen auf seiner Internetseite am Freitag eine Mitteilung. Darin heißt es, die neugefasste Doktrin sei auch eine Reaktion auf die Lage im Norden Afrikas, in Syrien, im Irak und in Afghanistan. „Führende Staaten“ der Welt – gemeint sind wohl allen voran die USA – sehen sich dem Vorwurf ausgesetzt, unabhängige Staaten mit einer Vielzahl an Instrumenten zu bedrohen, um eigene Interessen durchzusetzen. So würden private Militärdienste eingesetzt, das Protestpotenzial der Bevölkerung angeheizt oder radikale und extremistische Organisationen gefördert, um eigene Ziele in anderen Staaten durchzusetzen.

Teil der russischen Militärdoktrin bleibt weiterhin die „atomare Abschreckung“. Moskau behält sich das Recht vor, bei einem Angriff auf das eigene Territorium oder auf Verbündete sowie bei einer Bedrohung für das „Fortbestehen des Staates“ Atomwaffen einzusetzen.“

Ja – das erwartet uns dann 2015: sollten die „führenden Staaten“ ihre Politik der Destabilisierung anderer Länder durch ausgedehnte Geheimdienstaktivitäten weiter fortführen, wird sich die demokratisch gewählte Regierung Russlands auf nuklear wehren – und die Bedrohung auslöschen. Zu verlieren haben die nicht mehr viel, wenn man sich so umhört.

Ja – was hatten wir einst für eine schöne Kultur. Schwache hatten Rechte. Wer krank war, oder arm – oder arm durch Krankheit, konnte auf Hilfe hoffen. Nach jahrundertelangem Kampf hatten wir Lebensrisiken der Reihe nach ausgeschaltet. Zwar galt weiterhin der zum Teil ruinöse Wettbewerb, aber wir hatten immer auch ein warmes Plätzchen für die Verlierer – was auch nützlich war, denn für einen „Winner“ auf dem Siegertreppchen produzierten wir neunundneunzig „Looser“, von denen die meisten gar nicht an dem Spiel teilhaben wollten.

Doch was haben wir nun? In Deutschland findet wieder Selektion statt. Noch nicht ganz so gründlich wie früher, aber ebenso gezielt. Ohne, dass sich noch irgendeine politische Kraft dafür interessiert, werden Arbeitnehmer gezielt gejagt und verfolgt (siehe Der Freitag) und einer zunehmend inhumanen Sozialgesetzgebung zugeführt, die das „Haus Europa“ von innen heraus zerfressen hat (siehe Süddeutsche):

Hier handele es sich um eine Marktverzerrung sondergleichen. „Das stinkt nicht nur zum Himmel , sondern konkurriert auch die Arbeitsmärkte unserer Nachbarn in Europa in Grund und Boden.“ Hartz IV erwecke den Eindruck, als ob die Langzeitarbeitslosigkeit ein persönliches Versagen sei. „Man macht Opfer zu Tätern“, so Borchert.

Ein Krieg gegen die eigene Bevölkerung, auf die im Jahre 2030 eine „sozialpolitische Katastrophe“ wartet, auf die der „desaströse Sozialstaat“ in keinem Maße vorbereitet ist … was Böses für die Zukunft erahnen läßt. Schon der letzte spontane Schnellschuss – „Hartz IV“ genannt – ging komplett daneben, beschäftigt aber hunderte von kreativen „Statistikbereinigern“.

Der Sozialstaat war das Rückgrat der westlichen Welt, eine kulturelle Errungenschaft, die Fanatikern wie Osama bin Laden ein Dorn im Auge war: immerhin erlaubte er den Menschen eine wirtschaftliche Sicherheit und Geborgenheit, die es ihnen gestattete, eine eigene Meinung zu haben – ein Grauen für jeden Despoten. Brunei hatte deshalb das Parlament aufgelöst und nur noch eine Partei zugelassen, die die an der Scharia orientierten Gesetzgebung stützen soll (siehe Wikipedia oder Auswärtiges Amt), gehört dafür aber zu den islamischen Ländern, die von der Bundesregierung aufgerüstet werden (siehe Spiegel).

Waffen schaffen zwar keinen Frieden – aber bringen Gewinn. Überhaupt zeigen sich die Produzenten der diversen Krisen (ob nun die US-Hypothekenkrise oder die Eurokrise, die ohne die „Experten“ von Goldman-Sachs gar nicht möglich gewesen wäre) erstaunlich renditeträchtig: in einem Land, dass vor lauter Schulden nicht mehr weiter weiß, fahren sie Rekordgewinne ein (siehe Spiegel), während überraschenderweise Schiffskredite für deutsche Banken zur Überlebensfrage werden können (siehe Wiwo).  Ja – nur 600 von 90000 Handelsschiffen fahren unter deutscher Flagge (siehe Marine.de) – aber trotzdem könnten ihre Finanzierungsprobleme unseren Banken einen tödlichen Schlag versetzen.

Wir müssen uns die Informationen mitlerweile mühevoll zusammen suchen, denn: der deutsche Journalismus im Jahre 2014 ist käuflich geworden – was Leser kaum überrascht, zeigt nun eine offizielle Studie (siehe Neues Deutschland):

Das Ergebnis ist eindeutig: »Über Unternehmen wird sowohl im ›Spiegel‹ als auch im ›Focus‹ erstens häufiger, zweitens freundlicher, drittens mit mehr Produktnennungen berichtet, je mehr Anzeigen diese Unternehmen schalten.«

Und ebenso häufig werden von politischen Funktionsträgern Interviews gegeben und Informationen geteilt, wenn der entsprechende Mitarbeiter nur „konstruktiv“ genug ist: also die Meinung der Machthaber teilt. Sieht Brunei genau so. Gigantische Demonstrationen gegen „Superreiche“ (immerhin gingen dafür in London 80000 Leute auf die Straße, siehe Taz) finden weniger Beachtung – wahrscheinlich zahlt niemand genug dafür.

Während in vielen Ländern der Welt die Stromversorgung noch problematisch ist, schalten in Deutschland die E-Werke den Strom immer häufiger einfach selber ab und vernichten so den Zugang der Menschheit zu einer großen technischen Errungenschaft, die ebenfalls Meinungsvielfalt sicherstellten konnte (siehe Spiegel), ebenso steigt ständig die Zahl der Obdachlosen, die im Winter einer tödlichen Kälte ausgesetzt sind.

In Deutschland werden auch Patienten „zu Tode gespart“ (siehe Spiegel) – obwohl die Beiträge zur Gesundheitsversorgung immer wieder neue Rekordhöhen erreichen. Wir regen uns auf über Arbeitslose, die 22 Milliarden Euro im Jahr kosten (zu wenig, um den Strom zu bezahlen – siehe oben), aber die Subventionen für die Wirtschaft in Höhe von 165 Milliarden Euro lassen uns kalt … obwohl die Wirtschaft mit dem Geld auch dafür sorgen könnte, dass kein Mensch mehr arbeitslos ist.

Dabei geht es uns noch gut – wird uns eingeredet. Immerhin: in Spanien wird per Gesetz gerade die Meinungsfreiheit abgeschafft (siehe Taz) ohne dass es großes Geschrei in der EU gibt. Bin Laden würde sich freuen. Über alles, was man noch so auflisten könnte.

Das westliche Verteidigungsbündnis ist zerrüttet, die Verbündeten bespitzeln sich gegenseitig – so groß ist das Misstrauen. Die Regierungen sind bemüht, die Renditen der Banken zu erwirtschaften – Banken, die mit riskanten Geschäften sich selbst immens bereichern können, weil der Staat komplett die Haftung übernimmt. Der Sozialstaat – einst glorreiches Fanal der „westlichen Welt“ – ist nur noch „desaströs“ und marschiert auf eine Katastrophe zu.

Und die Bürger selbst?

Üben sich in Fatalismus. Lassen alles über sich ergehen, weil man sowieso nichts ändern kann. Nur manchmal platzt ihnen der Kragen (siehe Aachener Nachrichten):

Ein Laubbläser hat am Wochenende in Eschweiler eine Massenschlägerei ausgelöst. Rund 40 Menschen gingen mit Baseballschlägern, Sägen, Heckenscheren, Mistgabeln, Golfschlägern und Harken aufeinander los.

Jetzt haben wir doch viel zurückgeschaut. Aber – was solls? Die Antwort auf die Frage, was 2015 bringt, liegt halt in der Geschichte – in der Vergangenheit. Dort wurde die Saat gesät, die nun aufgeht.

Wie es aussieht, hat Osama bin Laden gewonnen. Gut – er selbst ist tot, so sagt man: aber sein Geist hat die USA vernichtet – und damit die westliche Allianz. Alles tritt so ein, wie er es geplant, gewollt und gewünscht hat.

War schon ein Genie, dieser Osama – oder wer auch immer den USA am 11.9.2001 den Todesstoß versetzt und damit 500000 Iraker zum Tode verurteilt hat, weil er eine Maschinerie in Gang setzte, die wir auch 2015 nicht werden aufhalten können.

Und diese Maschine wird 2015 weiter laufen, die demokratischen Grundstrukturen der Staaten vernichten, ihre Wirtschaftskraft zersetzen, ihre Bewohner gegeneinander und gegen ihre Nachbarn aufhetzen, morden, foltern, brennen ohne Unterlass.

Und im Himmel sitzt Osama bin Laden und freut sich dumm und dämlich, wie er allein diesen riesigen Apparat in Bewegung gesetzt hat – mit nur 19 Räubern. Der Westen verschlingt sich nun selbst, es triumphiert: das Böse.

Jedenfalls das, was nach offizieller Lesart gerade so böse ist.

Oder das, was immer und überall böse sein sollte: der Krieg, der Hass, die Missgunst.

POLITIKER – „FEIGHEIT VOR DEM EIGENEN VOLK“

»Die deutschen Politiker sind feige, sie haben Angst vor dem Volk, behauptet Nikolaus Blome in seinem Buch ‚Der kleine Wählerhasser‘.

Was für deutsche Politiker gilt, gilt natürlich auch für Politiker im Allgemeinen, egal in welchem Land sie tätig sind, wenn man sich die Politik bei der Bewältigung von sogenannten Krisen als Beispiel nimmt. Da werden Kriege geführt, die von der Politik verschwiegen werden, als würden diese gar nicht stattfinden, kommt eine Drohne geflogen.

Ach ja Krieg, Mittel zur Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen ist für Deutschland kein Tabu mehr, von der Ersatzbank politischen Handels, rauf auf die Schlachtfelder der Welt. Koste was es wolle, ohne Rücksicht auf Verluste, oder wie es der größte Kämpfer der Freiheit sagen würde: „Manchmal muss ein junger Mensch alles geben und wenn es das eigene Leben ist.“ – Sinn von Joachim Gauck, Pfarrer, Eröffnungsredner auf der NATO Sicherheitskonferenz und Deutscher Bundespräsident.

In Ägypten sind bei einem Massenprozess nach Angaben aus Justizkreisen 529 Anhänger des gestürzten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi zum Tode verurteilt worden. Und wer regt sich von den Politikern auf? KEINER! Vielleicht liegt es daran, dass der eine oder andere europäische demokratische Rechtsstaat die Waffen liefert damit das hinrichten  effizient und schnell durchgeführt werden kann?

Da reden Politiker wie toll es um die Werte in der EU bestellt ist, prahlen von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und sehen weg, wenn mitten in Europa ethnische Säuberung stattfinden, zum Beispiel bei Sinti und Roma, Bevölkerungsgruppen werden gejagt, verjagt, vertrieben und werden auch gerne von der Politik als Armutsflüchtlinge und Sozialkassenplünderer bezeichnet.

Da wird gefaselt, dass Krisen (fast) überwunden sind und gleichzeitig sterben mitten in Europa Menschen, vom Kind bis zum Greis, weil Politiker und Finanzmafia ihnen Sparprogramme auferlegt haben, Griechenland lässt grüßen.

Und warum regt sich darüber kein Politiker auf und sagt die Wahrheit? Ganz einfach, weil Wirtschaftslumpen und Großkapital die Spielregeln bestimmen, Politiker sind nur noch die Überbringer von schlechten Nachrichten. Politik hat nur noch die Aufgabe Armut zu vollstrecken und die Gier der Mächtigen sicherzustellen. Man kann zu dem Fazit kommen, Politiker haben schon lange keine Visionen, kein Plan, keine Macht mehr. Hilflosigkeit, keine Ahnung und Unfähigkeit, unfähig tragfähige Entscheidung für die Menschen zu treffen, das ist heute Alltag von politischer Arbeit.

Im Mai findet die Europawahl statt. Da ist noch kein Kreuz auf einen Wahlschein gemacht und in der Wahlurne versenkt worden, da sind die Posten schon verteilt. Der Spitzenkandidat der europäischen Konservativen Jean-Claude Juncker besitzt die Unverschämtheit im deutschen Fernsehen klarzustellen, dass er Präsident der EU-Kommission wird, dass wäre bei einen Wahlsieg so abgesprochen. Also warum noch zu den Europawahl gehen, der Kuchen ist schon aufgeteilt, der Tops schon lange gelutscht, die Posten verramscht. Ja so läuft das heute. Es geht in der Politik und bei den Politikern nur noch um persönlichen Machterhalt und die Absicherung der eigenen Selbstversorgungskultur.

Gerne kritisieren Politiker Wahlen in anderen Ländern als undemokratisch und verfälscht und wie ist das in Deutschland und der EU?? Ich habe jedenfalls noch keinen Politiker erlebt, der offen sagt was er wirklich weiß, (wenn er was weiß) und den Menschen sagt was die Wahrheit ist und was sich für Konsequenzen daraus ergeben. Ich nenne das politische Vetternwirtschaft,  politische Güngelei. Worthülsen wie, die politischen, gesellschaftlichen sowie wirtschaftlichen Probleme seien zu komplex, so dass es der kleine Mann auf der Straße sie nicht mehr nachvollziehen kann und versteht ist eine beliebte Taktik. Politiker nutzen  für diese Taktik gerne, die von ihnen erfundene und benutzte Herrschaftssprache. Die Analyse, wie Politiker über den Pöbel denken ist so eindeutig wie klar: „ SIE HALTEN UNS EINFACH NUR NOCH FÜR BLÖD“!

Die Politik der Gier, Macht, Ausbeutung, betrügerische Sparmaßnahmen werden von den Medien, der Wirtschaft und der Politik als „Alternativlos“ dargestellt, nach dem Motto:

„HALT DU SIE DUMM-ICH HALT SIE ARM“.

Politiker denken offenbar immer noch, dass die schweigende Mehrheit desinteressiert und ahnungslos ist, hat die Politik doch dafür gesorgt, dass der Pöbel sich erst einmal um sein Überleben sorgen muss, als über korrupte, unterwürfige Politiker nachzudenken. Und wenn man ehrlich ist muss man feststellen, scheint bei den meisten Untertanen auch zu funktionieren. Politiker glauben immer noch, dass die Menschen die Wahrheiten gar nicht hören wollen, dass ist nicht nur dumm, sondern auch ein Irrtum. Genauso wie es ein Irrtum ist zu glauben, dass die Menschen Politikverdrossen sind. Die Politiker haben immer noch nicht begriffen, dass das gemeine Stimmvieh schon lange erkannt hat, dass die Politiker schon lange nicht mehr am Steuer des HANDELNS und ENTSCHEIDENS sitzen, Politiker mussten auf der Rückbank der wirklichen Mächtigen Platz nehmen.

Die Aufgabe der Politik besteht nur noch darin, die eigentlichen Ziele, der Mächtigen aus Wirtschaft, Banken, Lobbyisten gegenüber den Menschen zu Verharmlosen und zu Verschleiern. Peinlich wird es, wenn Politiker mal die Wahrheit sagen, wenn auch im nach hinein darauf hoffend, dass es keiner mitbekommen hat.

Angela Merkel ist das auch schon mal passiert als sie die Wahrheit gesagt hat, stellvertretend für ALLE POLITIKER so zu sagen:

„Wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit. Unsere Werte müssen sich auch im Zeitalter von Globalisierung und Wissensgesellschaft behaupten.“ – Rede zur 60-Jahr Feier der CDU 2005 und Zitat Angela Merkel 2008 

„Man kann sich nicht darauf verlassen, dass das, was vor den Wahlen gesagt wird, auch wirklich nach den Wahlen gilt, und wir müssen damit rechnen, dass das in verschiedenen Weisen sich wiederholen kann.“  Oder wer erinnert sich nicht an Merkels von den Wirtschaftsbossen, Spekulanten, Zocker, Bankern und Lobbyisten umjubelter Feststellung:

“Wir leben ja in einer Demokratie und das ist eine parlamentarische Demokratie und deshalb ist das Budgetrecht ein Kernrecht des Parlaments und insofern werden wir Wege finden, wie die parlamentarische Mitbestimmung so gestaltet wird, dass sie trotzdem auch marktkonform ist.” Diese Aussagen muss man nicht kommentieren.

Thomas Jefferson 1743 – 1826 beschrieb die Gefahr welche von Spekulanten, Zocker, Bankern ausgeht so:

„Ich denke, dass Bank-Institute gefährlicher als stehende Armeen sind…. Wenn die amerikanische Bevölkerung es zulässt, dass private Banken ihre Währung herausgeben…. Dann werden die Banken und Konzerne, die so entstehen werden, das Volk seines gesamten Besitzes berauben, bis eines Tages ihre Kinder obdachlos auf dem Kontinent aufwachen, den ihre Väter einst eroberten!

“ VOLLTREFFER !!!

Demokratie, Rechtstaatlichkeit und soziale Marktwirtschaft dürfte sich erledigt haben, ein Ergebnis der Gier von Wirtschaftsbossen, Spekulanten, Zocker, Bankern und Lobbyisten, mit freundlicher Unterstützung „FEIGER POLITIKER“.

Krieg dem Sozialstaat-Entsorgte Generation-Medien-Wahre Asis

Deutschlands Politik und die hörigen Medien, kümmern sich ja wieder einmal um Gott und die ganze Welt, um die bösen Russen, um die Ukraine und um die Steuersünder, die aber eigentlich als  Straftäter bezeichnet werden müssten. Und natürlich kümmern sich Politiker um sich selbst, oder besser gesagt um ihren Verdienst.

Und in den letzten Tagen wird Front gemacht, gegen den Mindestlohn, der ist zwar beschlossen, aber nun macht man sich Sorgen um die Arbeitsplätze die verloren gehen sollen, wenn der Mindestlohn kommt. Das haben die Wirtschaftslumpen der Politik gesagt und mit Zahlen belegt. So machen es die Wirtschaftslumpen immer und schicken Armeen von Lobbyisten in den Krieg, gegen den Mindestlohn.

Und wenn man mal gerade dabei ist, wird auch gleich weiter Krieg gegen die Alten geführt. Kann ja auch nicht angehen, dass Menschen, die ein Leben lang gearbeitet haben, von ihrer Rente leben können. Eigentlich müssen sich die Politiker und die Wirtschaftslumpen keine Sorgen machen, dass  die Alten nach  45 Arbeitsjahren  in Saus und Braus leben können, denn die Mehrzahl hat außer einem  Sklavenlohn nichts verdient.  Natürlich wissen die das, aber der Krieg gegen den Sozialstaat ist noch nicht gewonnen, sicher ist sicher, dass Feuer darf nicht ausgehen.

Und die Medien sorgen dafür, dass man schön abgelenkt ist und nicht darüber nachdenkt und bemerkt, was sich so in Deutschland, in seiner Stadt  wirklich abspielt. Wenn man die Zeitung aufschlägt, das Radio oder den Fernseher anschaltet wird uns mitgeteilt, wie viel Betrüger, Mörder und sonstige Kriminelle ihr Unwesen getrieben haben, in der Nacht, welche zu kurz gewesen ist und man schlecht geschlafen hat, weil einen die Sorgen des Alltags einen nicht losgelassen haben, als wäre das, das normalste von der Welt.

Man erfährt, dass die vielen Krisen, von denen ich schon am Vortag erfahren habe, noch viel schlimmer sind, als angenommen. Und ich erfahre auch, dass es notwendig ist, noch mehr Geld, in den schon bereits vergoldenden Arsch von Bankern und Manager  zu schieben, denn sonst geht morgen die Welt unter. Und sofort vernehme ich die Stimmen von Hirntoten Politikern, welche das alles als Alternativlos bezeichnen.

Diese Meldungen garantieren Aufmerksamkeit, Einschaltquoten und nicht das ein Mensch den Freitod wählte, weil er die soziale Kälte nicht länger ertrug, oder eine einsamer, verarmter Rentner/in verhungert in seiner Wohnung aufgefunden wurden ist. Passt ja auch nicht zu der Jahrhundertlüge von Politikern und Wirtschaftslumpen, vom Jobwunder Deutschland und Deutschland geht es gut. Der Kapitalismus, kennt keine Menschlichkeit, Werte, Gerechtigkeit. Der Kapitalismus schafft Bedingungen für erschreckende Wertelosigkeit, Unzufriedenheit und Frustration und grenzenlose Gier einiger Weniger. Gier kennt keine kulturellen, gesellschaftlichen oder ökonomischen Grenzen.

Erich Fromm (1900-80) sagte einmal: „Habgier und Frieden schließen einander aus.“

 

 

Wie Hartz IV Europa zerstörte und zum Staatsbankrott führte.

Donnerstag, 19.12.2013. Eifel. Inge Hannemann hat erfolgreich eine Petition in den Bundestag eingebracht. 80 000 Unterschriften sind gegen die unmenschliche Sanktionspraxis im Rahmen der Sozialreformen, die von den deutschen Medien fast durchgängig als Riesenerfolg bezeichnet werden. Nun - das war Hartz IV ja auch: ein Riesenerfolg. Man denkt nur viel zu selten darüber nach, für wen das eigentlich erfolgreich war.

Donnerstag, 19.12.2013. Eifel. Inge Hannemann hat erfolgreich eine Petition in den Bundestag eingebracht. 80 000 Unterschriften sind gegen die unmenschliche Sanktionspraxis im Rahmen der Sozialreformen, die von den deutschen Medien fast durchgängig als Riesenerfolg bezeichnet werden. Nun – das war Hartz IV ja auch: ein Riesenerfolg. Man denkt nur viel zu selten darüber nach, für wen das eigentlich erfolgreich war.

Nun – zuerst mal war es ein Erfolg für die Medien. Die reden ja dauernd davon.  Die hatten mal wieder jemanden, auf den man sich richtig hemmungslos ´draufhauen konnte – was man sich bei Juden, Ausländern und Alten noch nicht so richtig traute, war da auf einmal möglich: es wurde ein Feindbild aufgebaut, dass der Kriegspropaganda der Weltkriege entsprach – der Arbeitslose als untermenschliche Existenz, der rattengleich das Land durch seine bloße Existenz bedrohte. Er schaute die falschen Programme im Fernsehen, das wusste man genau. Wer die Programme plante, gestaltete, finanzierte und sendete – darüber dachte  man lieber gar nicht nach.

Er aß auch das Falsche. Wer das Essen finanzierte, plante, produzierte und auslieferte – darüber dachte man lieber gar nicht nach.

Er wohnte auch falsch, zumeist zusammengepfercht wie Vieh in großen verwahrlosten Plattenbauten oder endlosen billigen Mietskasernen. Wer die Bauten errichtete, wer sie aufkaufte und verwahrlosen ließ – darüber redet man nicht gern.

Doch doch – ich habe das alles im Fernsehen gesehen. Der Arbeitlose war auch immer unrasiert, hatte lange Haare, trug billige Brillen und faselte von sozialer Gerechtigkeit – wie John Lennon.

Und den hat man auch erschossen.

Man kann nur froh sein, dass wir kein Geruchsfernsehen hatten, denn … der Arbeitslose roch sicher auch ganz fürchterlich.

Natürlich richtete er sich fürchterlich ein, lebte wie ein Schwein und vernachlässigte seine Kinder. Gäbe es die Medien nicht, die ihm die Supernanny, die Putzkolonne und die Tapezierbrigade auf den Hals jagten – bei laufender Kamera – würde der Arbeitslose unter dauerndem Befall mit Pilzen und Läusen leiden.

Ich bin froh, dass die Medien uns bislang von Bildern verschonten, wo der Arbeitslose auf den Teppich kotet, weil er zu faul ist, aufs Klo zu gehen.

Der Arbeitslose ist auch kein Demokrat – das haben Wahlforscher jetzt herausgefunden: ist mal Wahl, kann er endlich mal etwas beitragen zum Gemeinwohl, geht er gar nicht hin. Zeit, ihm das Wahlrecht – und die Kinder – zu entziehen.

Kein Wunder das solche Gestalten oft psychisch krank sind. Das wäre ja jeder, wenn er so leben müßte.

Ich hoffe, ich habe keinen Aspekt der Medienhatz vergessen. Wenn ja: bitte nachreichen.

Wir haben uns an die Darstellung des Arbeitslosen durch die Medien schon gewöhnt. Natürlich müssen – ganz folgerichtig – diese Untermenschen durch Herrenmenschen ordentlich erzogen und kontrolliert werden, das ist gar keine Frage … und vor allem die Argumentation eines jeden Gewaltadels, der jemals meinte, besser zu sein als der gewöhnliche Mensch. Wie üblich stößt er seinen Mitmenschen in den Dreck, um sich dann darüber lustig zu machen, wie schwach und schmutzig er aussieht und seiner Eigenverantwortung nicht gerecht wird.

Das alles war ein Akt grauenvoller psychischer Gewalt, der sich mitten in Deutschland Bahn brach, so als hätte es niemals ein Drittes Reich gegeben, das man nicht nochmal auf Erden erleben wollte.

Wie viele hätten wohl Inge Hannemanns Aufruf unterschrieben, wenn sie die Wahrheit über Hartz IV gewusst hätten – das Hartz IV ganz allein verantwortlich ist für die große Krise in Europa?

Für diese Erkenntnis brauchen Sie nun keine besondere Ausbildung, noch „geheimes Wissen“ aus „okkulten Quellen“, hierzu müssen Sie nur Nachrichten lesen und zusammenfügen … das machen die Medien leider nicht mehr für uns.

Gehen wir das mal eben Schritt für Schritt durch.

Was hat die große Krise ausgelöst?

Die wirtschaftliche Schwäche des Südens.

Wodurch wurde sie verursacht?

Die Deutsche Industrie wurde Exportweltmeister – Hauptkunde: Europa.

Wie konnte die das werden?

Durch radikale praktische Lohnkürzungen.

Wie war das möglich?

Durch die Abschaffung des Sozialstaates und die staatliche Einführung eines Abscheu erregenden Prekariats, dass beständig mit vollständiger Streichung aller Leistungen bedroht wurde. Den Effekt hatte man vom Dritten Reich gelernt, wo die Schaffung eines Arbeitslagerprekariats zu einer enormen Motivation der Bevölkerung geführt hatte: wer nicht spurt, wird eingesperrt, arbeitet fortan unter Schlägen umsonst und wird vergast, wenn er nutzlos geworden ist – diese Lektion hatte gesessen, daran hatte sich die deutsche Industrie gut gesättigt.

Natürlich können wir das Dritte Reich nicht wieder auferstehen lassen – aber im Zeitalter der Totalüberwachung brauchen wir auch keine Lager: wir können die eigene Wohnung zum Lager machen, beständig per Telefon überwachen, ob sich der Arbeitslose auch an Hausarrest und Reiseverbot hält.

Wenn nicht, streichen wir ihm Essen und Miete, dann erledigt sich das Problem von selbst. Mitleid für diese Kretins wird niemand empfinden – dafür haben die Medien gesorgt.

In Folge dieses drastischen Gewaltaktes wurden die Löhne gedrückt, sank der reale Binnenkonsum, wuchs die Staatsverschuldung ins Unermessliche (ja – ohne Löhne keine Steuern: hat der Schäuble kürzlich erst festgestellt. Welch´ Überraschung) … ABER: die deutschen Luxuswaren wurden für das Ausland dank Euro ENORM BILLIG!

So konnte dank Lohnverzicht Hochleistungsware auf Kosten des deutschen Volkes im Ausland verramscht werden, was enorme Gewinne für ein paar Millionen Bürger nach sich zog: die Masse macht es allein. Da diese Millionen Bürger aber im Parlament saßen, in den Wirtschaftsgremien und Parteispitzen, den Chefredaktionen und Ärzteverbänden, den Kirchen und Gewerkschaften, wurde niemand unruhig. Geld stinkt nicht – erst recht nicht, wenn man all´jenen, die gesellschaftliche Macht steuern könnten, den Arsch vergoldet – man entschuldige hier die drastischen Worte, die einfach nur schön bildhaft die Realität widerspiegeln.

Was geschah mit den Wirtschaften im europäischem Ausland?

Die konnten mit ihren qualitativ minderwertigeren Produkten – geschaffen für einen Markt, der sich sonst die teure deutsche Qualitätsarbeit nicht leisten konnte – nicht mehr mithalten. Auf einmal gab es Steaks für alle zum Preis von Hühnchenleber: war klar, wohin die Masse ging.

Die Folge? Einheimische Firmen gingen pleite, was im gemeinsamen europäischen Wirtschaftsraum dazu führte, dass die Währung selbst in Folge massiver Staatsverschuldungen (keine Firmen = keine Löhne, keine Löhne = keine Steuern = kein Sozialstaat) in Gefahr geriet … sehr zur Freude unserer Wirtschaftsfeinde in den USA, die Konkurrenz nicht leiden können.

Um dieses ganz große Rad zu drehen, brauchte man nur eine Idee, eine Hand voll Botschafter – Unternehmensberater, die unauffällig Beratungen bei Gewerkschaften, Parteien, Behörden, Sendern und Konzernen durchführen wären da ideal, die sind sowieso immer da und fallen keinem auf – und schon läuft das Ding von ganz alleine.

Große Weltuntergangsverschwörungen braucht man hier nicht: es reicht, dass man feststellt, das die Gesellschaft bzw. der „Zeitgeist“ gerade den konsumgeilen Egomanen als Ideal preist – schon läuft das System von ganz alleine.

Jeder will diese tollen Eigenheime, die man immer in der Werbung und den Krimis sieht, diese kleinen eigenen Welten, die einen so schön vom Rest der Welt abschirmen. Und von diesen Eigenheimen sind auf einmal ganz viele möglich, wenn man die Wirtschaft Südeuropas zerschlägt, in dem man im Inland einen brutalen Lohndrückerkurs fährt, der nur möglich ist, weil man den Sozialstaat (der ursprünlich ja gerade vor ausbeuterischen Ganoven in der Wirtschaft schützen sollte) mit staatlicher Gewalt im Handstreich zerschlagen hat. Einfach mal nachlesen: das waren nur eine Hand voll Leute um Gerhard Schröder, die das ausführten, was Kohl schon lange im Sinn hatte.

Der deutschen Wirtschaft geht es nun gut. Wie eine Zecke hängt sie am Lebenskreislauf des wirtschaftlich vereinten Europas – und treibt es in den Tod, den auch Deutschland mit bezahlen muss … und mit erleiden wird. Der Wirtschaft ist das erstmal egal, sie ist global und hat schon jetzt Pläne im Schrank, wie und wo man sein Geschäftsmodell weiter fortführen kann, wenn hier die Lichter ausgehen. Wer richtig gut ist, hat sowieso sein Heim in den USA – dort läuft das Geschäft schon seit hundert Jahren gut, man musste nur die ursprünglichen Landbesitzer umbringen: schon war man reich.

In dem Land findet man also überraschend viele gleichgesinnte Bleichgesichter, auf deren Sympathie man sich als Zecke verlassen kann. Darum gibt es ja auch die vielen Freundschaftsorganisationen.

80000 Leute folgten Inge Hannemanns Aufruf, die antisoziale Bewegung der Parteien, Verbände, Gewerkschaften, Medien und Konzerne zu stoppen, in dem man dem Staat die Sanktionswaffen wieder aus der Hand nahm.

Erschreckend, wie wenig Menschen verstanden haben, dass der Staat niemals Waffen gegen seine Bürger einsetzen darf – und das etwas ganz gewaltig ganz groß schief gegangen sein muss, wenn das schon wieder Alltagspraxis ist.

Erschreckend, wie wenig Menschen verstanden haben, dass Hartz IV die Ursache für Staatsverschuldung, Eurokrise und notwendige Bankenrettung ist. Nicht die Arbeitslosen waren das Problem, sondern die Gesetze, die sie zu Unmenschen machten, die Folgen, die dieses Gesetz für die Lohnentwicklung hatte, die stockte, weil Arbeitgeber auf einmal per Gesetz „Lebensberechtigungsscheine“ in Form von Arbeitsverträgen ausgeben konnten – Arbeitsverträgen, die immer schlechter bezahlt wurden, immer länger befristet wurden und oft nicht genug Geld einbringen, um jene Preissteigerungen zu bezahlen, mit denen die Firmen den Binnenaufschwung in Deutschland simulieren.

Wer jedoch damit nicht zufrieden war, konnte in die Gosse geworfen werden: im Import von Armut und Asozialität waren wir auf einmal auch Weltmeister geworden … doch redet man darüber nicht gerne, aus Angst davor, seinen Lebensberechtigungsschein zu verlieren.

Rechnet man also den wirtschaftlichen Schaden von Hartz IV für Europa aus, kommt man locker auf einige BILLIONEN EURO. Dafür hatten die Firmen Milliarden Gewinne, die man unter den guten Kumpels aufgeteilt hat und auch weiter fleissig aufteilt.

Aber die Mehrheit der Deutschen glaubt immer noch, dass der Arbeitslose die Ursache der Misere ist, ohne mal darüber nachzudenken, wie ein Arbeitsloser überhaupt arbeitslos geworden ist.

Das hat direkt mit einem Versagen der deutschen Politik und Wirtschaft zu tun, deren Egomanen nur noch eins im Sinn haben: sich selbst schnell noch zu bereichern, bevor alle merken, dass das Schiff dem Untergang entgegentreibt, schnell noch ein paar Vorräte in die knappen Rettungsboote packen, damit man schon weit weg vom deutschen Alltag ist, wenn die Lügenblase platzt.

Wäre schön, wenn das mehr Deutsche verstehen würden. 80 000 sind da viel zu wenig.

Und wie sehr die Kriegsgewinnler im Parlament bereit sind, jene Prügel aus der Hand zu geben, die ihnen ihre eigenen Gewinne sichern, kann sich jeder selbst ausrechnen.

 

 

 

 

 

 

Der Arbeitsterror der Lumpenelite – ein Livebericht

Der Arbeitsterror der Lumpenelite - ein Livebericht

Montag, 14.10.2013. Eifel. Montag ist der häßlichste Tag der Woche, oder? Niemand mag Montag – jedenfalls, solange der Chef nicht in der Nähe ist. Kommt der herein, flötet man natürlich durchs Büro, wie unglaublich glücklich man ist, dass das häßliche Wochenende endlich vorbei ist – da habe ich doch Recht, oder? Eins meiner eindrucksvollsten Erlebnisse als schreibender Mensch war das Echo auf einen Artikel mit dem provokanten Titel „Arbeit ist Scheiße“ – da kamen in der Tat Arbeitslose und klagten darüber, dass dieser Artikel zu einer verstärkten Verfolgung von Arbeitslosen führen würde: die Wahrheit ist in Deutschland verboten – auch wenn jeder sie kennt und abends an der Theke leise und verstohlen ausspricht. Der Spiegel traut sich das aktuell  mal:

Hinterm Firmentor wohnt das Elend. Mitarbeiter ächzen unter Arbeitslasten. Sie schuften, bis der Arzt kommt, und der Arzt kommt oft: Die Burnout-Kliniken quellen über, sie sind zu den Seelen-Kläranlagen einer zum Himmel stinkenden Arbeitswelt geworden. Zwischen 2005 und 2011 haben sich die Krankheitstage wegen Burnout verelffacht, auf 2,7 Millionen. Jede dritte Frühverrentung hat psychische Gründe. Im Schnitt sind diese „Rentner“ 48 Jahre alt.

Da bürden die Firmen dem Sozialstaat enorme Lasten auf, gebärden sich wie parasitäre Schmarotzer – und niemand beschwert sich? Wir hatten doch gelernt, dass parasitäre Schmarotzer schlimm, pfui und böse sind – das Bundesarbeitsministerium hatte extra eine Broschüre dafür entwickelt, damit das auch jeder begreift. Wer so unverantwortlich mit Mitarbeitern umgeht und serienmäßig Frührentner produziert, belastet die Sozialkassen doppelt und dreifach – doch da schweigt die Bildzeitung?

Der ideale Mitarbeiter hat kein Leben mehr, nur noch ein Berufsleben. Wenn das Firmen-Handy klingelt, ist der Sex vorbei, der Urlaub gestorben. Zwölf-Stunden-Tage laufen unter „Einsatzfreude“. Jede E-Mail schreit nach sofortiger Antwort, auch nachts. Wer nicht schnell genug protestiert, wird von seinem Chef als Facebook-Freund zwangsadoptiert und bis ins private Fotoalbum verfolgt.

Das erinnert mich an meine eigene frühere Berufstätigkeit, die einen solch´ nachhaltigen Eindruck auf mich hatte, dass sie mich heute noch – viele Jahre später – in nahezu jedem Traum verfolgt. Bringt man gute Leistung, hält man sogar so lange durch, bis der Rücken bricht. Glücklich die, die jede Herausforderung gescheut und sich gezielt vor jeder Arbeit gedrückt haben, die lieber anderen die Lösung von Problemen überließen und Arbeitslosigkeit als Kururlaub genossen: die sind heute gesund, während ich nicht weiß, wie ich über den Tag kommen soll.

Darum hasse ich auch Handys und Laptops. Bin einer der letzten lebenden Zeugen, wie dieses Giftzeug in den Arbeitsalltag eingedrungen ist und fortan jeden Feierabend unmöglich machte. Da hilft es auch nichts, wenn man viel Geld verdient – ohne Leben hat der Mammon keinen Wert. Das ganze Arbeitsleben wurde einfach mal sprachlich umdefiniert – ein genialer Trick:

Doch wer der süßen Melodie hinters Firmentor folgt, stolpert in eine Arbeitshölle, wie sie die Welt seit dem Frühkapitalismus nicht mehr gesehen hat. Die Firmen flöten, „du bist selbst für deinen Erfolg verantwortlich“, gemeint ist: „Der Misserfolg kostet dich den Kopf!“ Die Firmen flöten, „du kannst deine Arbeit frei einteilen“, gemeint ist: „Mach bloß nicht Feierabend, bevor alles fertig ist.“ Die Firmen flöten, „du kannst alles bei uns erreichen“, gemeint ist: „Wenn du auf der Strecke bleibst, liegt es nur an dir!“

ARBEIT IST FREUDE – so die neue Version von ARBEIT MACHT FREI. Wer diese überwältigende Freude nicht empfindet, ja, wer gar Anzeichen von Schwäche zeigt, kriegt ganz schnell den Begriff „Minderleister“, sein Alltag wird von Privatdetektiven begleitet (ja, dafür ist Geld da) die für einen kleinen Aufpreis einen Spesenbetrug bescheinigen, von dem der Minderleister selbst dann ganz überrascht ist … da hilft jedoch kein Gericht mehr, „das Verhältnis ist zerrüttet“ – und ein Exempel statuiert.

„ARBEIT IST FREUDE“ ist nun nicht vom Himmel gefallen – nur: in einer Zeit, in der Medien und Regierung Denkverbote aussprechen („Verschwörungstheorien!!!“) darf darüber nicht mehr offen geredet werden – außer hier. Ich tue es mal trotzdem, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass dieses System krank macht – und ich war dabei, als es krank wurde.

Die große Invasion begann Anfang der neunziger Jahre. Eine ganz neue Branche hatte sich konstatiert: die Unternehmensberater. Der Autor dieser Zeilen hatte selbst eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch bei ihnen. Ich hatte zwar von Wirtschaft keine Ahnung, aber ein „sehr gut“ auf dem Universitätszeugnis: das reicht. Drei Jahre wollte man mich international ausbilden – jeweils eins davon in Japan und den USA – und dann hätte ich richtig dick abräumen sollen als „international erfahrender Profi“. Ich konnte nur gerade nicht, hatte zwei süße kleine Kinder – außerdem hatte ich das Prinzip schnell erkannt: man wollte mich als Kasperle aufbauen, als Spitze der Leistungselite.

Niemals hätte ich in den drei Jahren genug Erfahrungen gesammelt, die ein Wirtschaftsstudium und zehn Jahre betriebliche Praxis ersetzen konnten, um Unternehmen einen echten Gewinn bieten zu können – doch darum ging es ja auch gar nicht.

Es ging um etwas, dass alle Kriterien einer Verschwörungstheorie erfüllte, aber direkt neben dem eigenen Arbeitsplatz ablief – mit Folgen, die der oben zitierte Martin Wehrle eindrucksvoll beschreit. Es ging um den Umbau der ganzen deutschen Gesellschaft, zentral gesteuert von einer kleinen Gruppe von „Entscheidern“, angekündigt auf Geschäftsleiterfortbildungen, durchgeführt von einer ganzen Armee fleißiger Unternehmensberater.

Was der Arbeitnehmer davon mitbekam? Nun – auf einmal gab es „Lean Management“ (man sparte in der Führungsebene) und „Share Holder Value“ – Marktanteile, Firmenergebnisse und gesellschaftlicher Mehrwert des Unternehmens waren egal, nur noch die Rendite der Anteilseigner zählte. Die Qualität der Arbeit, die Qualität der Ware, umweltschonende Produktion und Vertrieb, Mitarbeiterrechte – alles egal. Es war entschieden worden, die ganze Gesellschaft umzubauen – und dafür waren diese „Unternehmensberater“ unterwegs.

Man sollte nun meinen, dass die deutsche Gesellschaft auf diesen Umstand aufmerksam geworden wäre – doch was liest man derzeit im Spiegel?

KarriereSPIEGEL: Sie haben dann bei einer bekannten Unternehmensberatung gearbeitet. Sie schreiben in Ihrem Buch, dass in der Branche Berater mit einem Praktikum bei Bertelsmann schon als Medienexperten verkauft werden. Wie viel Bluff gehört zum Beraterdasein?

Herles: Jede Menge. Das ist aber so gewollt. Man verkauft die Perspektive des Außenstehenden, will aber gleichzeitig Industrieexperte sein. Schwierig in einer Branche, in der die meisten Menschen unter 35 sind. Woher sollen die Industrieerfahrung haben? Aber die Geblufften lassen sich zu gerne bluffen. Denn durch die Berater können sie ihre eigenen Hände in Unschuld waschen.

Alles nur ein großer Bluff. Alle wissen es. Alle leiden darunter – besonders die, die Aufgrund der eifrigen Wühlarbeit von Unternehmensberatern arbeitslos geworden sind. Ja – das musste nebenbei noch installiert werden, damit der ganz große Coup gegen die Lebensqualität in Deutschland gelang: man brauchte eine repressive Sozialpolitik, der Staat musste mit aller staatlichen Gewalt ins Arbeitsleben eingreifen, man brauchte am Ende der Nahrungskette einen Reißwolf. Wir kennen ihn als „Hartz IV“ – so etwas als Unternehmensberater in der Politik zu installieren ist kein Problem, wenn man nur genug Politiker findet, die 30 000 -Euro-Anzüge geil finden.

Der geheime Trick des Erfolges ist allen bekannt: am Ende der Beratung sollten schon ein paar Köpfe rollen. Das treibt den Aktienkurs nach oben (immer!), das bringt einen sofortigen Anstieg des „Share Holder Value“ und macht den übrig gebliebenen Mitarbeitern klar, wo der Hammer hängt. Gehaltserhöhungen, Betriebsrat, gesundheitsschonende Arbeitszeit: ein Luxus, den sich keiner mehr leisten kann – und keiner mehr zu fordern traut. Dafür macht man gerne die Arbeit von drei Kollegen mit, bereit, den nächsten Coup der Branche zu ertragen: den Verzicht auf Schlaf.

KarriereSPIEGEL: Wie viele Nächte können Sie durcharbeiten?

Herles: Sogenannte Allnighter sind in der Branche tatsächlich durchaus üblich. Ich persönlich habe nie wirklich durchgearbeitet, aber oft nur sehr kurz geschlafen.

Völlig verrückt? Leider nein. Habe selbst erleben dürfen, wie sich „Führungskräfte“ der Pharmaindustrie mit Personalverantwortung damit brüsteten, dass sie kaum Schlaf brauchten – und sich gegenseitig unterboten, bis sie nahe Null waren. Da erfolgreiche „Manager“ keinen Schlaf brauchen, hatten wir schnell die 120- Stunden-Woche: weil ARBEIT FREUDE MACHT, hat sich auf keiner getraut, zu meckern. Das der Verein eine enorm hohe Unfallrate im Straßenverkehr hatte und regelmäßig 5-er BMW´s zerlegte, war nie ein Thema: das geschieht eben, wenn die Elite unterwegs ist … wo gehobelt wird, da fallen Späne, auf die man dann noch stolz ist.

Eine Elite von Idioten, die aber dafür außerordentlich gut bezahlt werden – dafür, neue Werte vorzuleben und in die Gesellschaft zu tragen.

Was man schnell vergisst: das Geld für diese Idioten fällt nicht als Geschenk vom Himmel, das wird von „Entscheidern“ angewiesen, die sich gut überlegen, warum sie was wohin schicken. Es ist nicht der liebe Gott, der „Entscheider“ oder die „Leistungselite“ reich macht, sondern eine Hand voll Leute, die Preise festsetzen – auch die Preise für „Manager“.  Es war eine politische Entscheidung auf höchster wirtschaftlicher Ebene, die die Gehälter für die Lumpenelite in perverse Höhen getrieben haben und auch ihre Handlanger mit enormen materiellen Vorzügen ausstatteten, so dass wirklich jeder normale Arbeiter sehen konnte: hier kommen die neuen Könige.

Das war bewusst so installiert worden – und bezahlt von jenen Gewinnen, die dem Steuerzahler durch überhöhte Preise, Steuerhinterziehung, Betrug oder dem Vertrieb minderwertiger Ware aus der Tasche gezogen wurden.

Ganz Deutschland wurde zu einem Arbeitslager, in dem die Demokratie einen leisen Tod starb – aber wehe man erzählte davon.

Man braucht auch gar nicht davon zu erzählen. Stellen Sie sich einfach mal heute morgen an eine Ampel und schauen sie sich die Gesichter der Leute an, bevor sie ihr Pokerface für den Controller aufsetzen: dort sieht man ehrlicher, wie viel Freude Arbeit macht.

Sie kennen die Wahrheit, auch wenn es verpönt ist, darüber zu sprechen. Hören wir noch einmal Martin Wehrle dazu:

Frei ist sie tatsächlich, die moderne Arbeitswelt, aber nur frei von Berechenbarkeit: Wer jahrzehntelang beste Arbeit leistet, kann über Nacht für die Rendite rausgekegelt werden; frei von Gerechtigkeit ist sie: Die Reallöhne der Mitarbeiter sind zwischen 2000 und 2012 um 1,8 Prozent gesunken, während die Unternehmensgewinne durch die Decke schießen; und frei ist sie von einer Abgrenzung zum Privatleben: Der Feierabend ist kein Schlusspfiff mehr, nur noch Auftakt zur Verlängerung.

Gesunde Menschen gehen rein in die Firmen, und kranke kommen raus. Die Fließbänder der schönen neuen Arbeitswelt produzieren Volksleiden wie Bluthochdruck, ADHS und Burnout.

Und wer zahlt die Zeche dafür?

Die Leute, die sich heute morgen aus dem Bett gequält haben, um ab 9 überglücklich im Büro zu sitzen, voller Freude darüber, einen weiteren Tag 0hne Hartz IV erleben zu dürfen.

Wissen Sie, wie man das System beschreiben könnte?

„Vernichtung durch Arbeit“. Ein Prinzip, dass der deutschen Elite schon früher großen Spaß bereitet hat.

 

 

Wieso Ärzte Hartz IV beziehen und das Konto gekündigt bekommen. Zahlen, Daten, Fakten über unser politisches System.

Wieso Ärzte Hartz IV beziehen und das Konto gekündigt bekommen. Zahlen, Daten, Fakten über unser politisches System.

Freitag, 31.5.2013. Eifel. Nass. Heute morgen ein scheußlicher Artikel im Münchener Merkur:

Hartz IV-Empfänger Konto gekündigt: „In der Menschenwürde verletzt“

Schongau – Michael Rätzel aus Schongau versteht die Welt nicht mehr. Er glaubt, dass die Raiffeisenbank Pfaffenwinkel hat ihm das Konto gekündigt hat, weil er Hartz IV-Empfänger ist.

Tja, was wird die Mainstreampresse zu dieser Entwicklung sagen? Richtig so, faule Sau, arbeitsscheues Gesindel, wer nicht arbeitet, braucht auch kein Konto!

Ist doch so, oder? Kann man sich doch umhören wo man will: wer Hartz IV bezieht, ist ein Unmensch, ein Untermensch, ein Wesen, dass von führenden deutschen Drehtürpolitikern (heute Politik, morgen Wirtschaft, übermorgen wieder Politik – oder beides zusammen) in die Klasse niederster tierischer Lebewesen einsortiert wurde („Schmarotzer“ – so der damals zuständige deutsche Minister).

Was machte ehedem dieser Schmarotzer jetzt beruflich?

Michael Rätzel war einst als erfolgreicher Arzt in den USA tätig, wo er Karriere machte. Doch dann wurde er krank. Er erlitt vier Herzinfarkte und kann seit vier Jahren nicht mehr arbeiten. Er ist dann nach Deutschland zurückgekehrt – ohne einen Cent in der Tasche. Denn sein gesamter Rentenfonds ist mit dem Untergang der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers mehr oder weniger den Bach hinuntergegangen.

Tja – so geht es vielen. Über die wird nicht geredet. Früher waren wir noch stolz auf unsere Karriereärzte in den USA, die leuchtenden Beispiele des Mythos „vom Tellerwäscher zum Millionär“, heute lassen wir sie auf der Straße verhungern, weil sie „krank“ sind. Dafür bejubeln wir jene Anlageverräter, die ihren Porsche noch von unserer Steuer absetzen können – Hauptsache, die haben Geld. Woher ist egal. Auch erfolgreiche Menschenhändler schaffen den Weg in die bunte Welt der Medien – wir beten Geld aus jeder Quelle an und kriechen vor ihm im Dreck.

Und wie geht es unseren normalen Mitbürgern? Den anderen, die von dem Räuberkartell aus Politik und Wirtschaft ausgenommen worden sind?

Die haben Angst. An jedem Monatsende. Hier, auf Facebook, kann man live dabei sein: Hören wir Frank Kopperschläger:

Glotz Kontostand … – oh oh, liebes JC – Ihr habt doch nicht etwa vor, Mist zu bauen???

In den Kommentaren – ähnliche Erfahrungen. Und ein Einblick in die Gefühlswelt der Hartz – Abhängigen.

… Leute, wie abartig ist das eigentlich! … bangen ob alles glatt geht … Monat für Monat … allein das erzeugt schon einen wahnsinnigen Druck! … da hängt so verdammt viel dran … ich persönlich finde es jedes Mal unerträglich! …. so ausgeliefert …

Ist es so, dass in diesem reichen Land Menschen wieder um ihr Leben bangen müssen? Das ist doch keine Demokratie mehr, das wird ein Arbeitslager! Schlimmer noch – im Arbeitslager gab´s regelmäßig was zu essen.

Wo das gut klappt mit der Versorgung? Im Machtkartell aus Wirtschaft und Politik. Da gibt es jedes Jahr satt was oben drauf – inzwischen verdienen die dort im Parlament wesentlich mehr, als sie jemals in der freien Wirtschaft verdienen würden, trotzdem aber: etwas mehr geht immer, siehe Spiegel:

Deutsche Politiker können sich über mehr Geld freuen: Von Januar an steigen die Diäten der Abgeordneten im Bundestag um 292 Euro. Eine weitere Erhöhung folgt im August. Auch der Gehaltsscheck der Kanzlerin und ihrer Kabinettsmitglieder fällt 2013 höher aus.

Da lachen die feinen Herrschaften. Die ZWEITE DIÄTENERHÖHUNG in dieser Legislaturperiode! Bei Billionen Euro Staatsverschuldung – immer ´rein in den Schlund. Zahlt ja ein anderer.

Auch Merkel und ihre Kabinettsmitglieder bekommen mehr Gehalt. Zum 1. Januar sowie zum 1. August 2013 steigt es jeweils um 1,2 Prozent. Ihre Gehälter steigen entsprechend der Erhöhung der Beamtenbezüge. Insgesamt bekommen Kanzlerin, Bundesminister und Parlamentarische Staatssekretäre in drei Schritten eine Gehaltserhöhung von 5,7 Prozent.

Aber nicht nur die werden glücklich. Gauck und sogar der abgesägte Wulff bekommen jetzt einen richtig satten Nachschlag – wir haben´s ja. Obwohl Christian Wulff genau so ein Arbeitsloser ist wie Frank Kopperschläger, würde niemand ihn als Parasiten oder Schmarotzer bezeichnen, trotz seiner nicht vorhandenen Leistung und seines selbst verschuldeten Arbeitsplatzverlustes wird der gemästet, bis er platzt. Ein Leistungsträger, wie er im Buche steht – künstlich produziert vom Geld der Steuerzahler – wie alle anderen Leistungsträger auch.

Währenddessen zittern Millionen – von Leistungsträgern gezielt aus Renditegründen entsorgte – Mitbürger um das klägliche Almosen, dass wir ihnen in entwürdigenderweise zuwerfen … und manchmal eben auch nicht.

Macht dann wahrscheinlich dem Amt einen Riesenspaß, denen dabei zuzuschauen, wie sie hin und herwieseln und überall herumkriechen, um noch einen Happen zu essen zu bekommen.

Wisst ihr, was diese Land inzwischen ist?

Eine Schande.

Gut, das ich nicht mehr reisen kann … ich würde mich schämen, sobald ich die Landesgrenze verlasse. So ging es mir vor vierzig Jahren schon mal, als ich im Ausland weilte und merkte, was „Holocaust“ angerichtet hatte.

Aber – Flucht ins Ausland wird auch nichts mehr nützen. Immerhin: Hartz IV soll ja ganz Europa übergestülpt werden. Und das wird auch klappen – durch die Ausplünderung der Armen ist für die Politikwanzen ganz viel Geld da, dass man umverteilen kann – in die eigenen Taschen. Da kann man dann auch den eigenen Kindern noch ein Taschengeld auf Staatskosten bezahlen – alles kein Problem im Rahmen der Ethik- und Moralvorstellungen unserer „Regierenden“.  Das Modell ist mehrheitsfähig in jedem europäischem Land, wo es ein Parlament gibt.

Wisst ihr, wer richtig über uns lacht?

Der Philosoph Thomas Hobbes, der schon früher meinte: ohne einen absoluten Herrscher, einen König mit absoluter Macht, dem das ganze Land gehört, geht das ganze Land den Bach herunter.

Wie es aussieht, gibt ihm die Geschichte Recht. Ärgerlicherweise, denn ich war ganz anderer Meinung. Scheinbar ist es wirklich so: Demokratie spült übelsten menschlichen Abschaum ins Parlament, der dann mit seiner Dummheit und Gier das ganze Land ruiniert.

In der Tat sind Räuberbanden wie die, die wir gerade als Machtkartell in Politik und Wirtschaft erdulden müssen, der Grund dafür, dass wir überhaupt eine Stadt, einen Staat samt Polizei und Militär gegründet haben. Ohne Räuber bräuchten wir diese Institutionen gar nicht. Und jetzt? Wie es aussieht, sitzen sie in den Schaltzentralen der Macht und lachen sich kaputt über unsere „Visionen“ von Demokratie.

Es gibt in der Tat einen US-Historiker, der genau das meint – so laufe Geschichte halt: manchmal überwiegen die Räuberbanden, bis der starke Mann kommt und sie vertreibt, der aber dann wieder selbst so verrückt wird, dass man ihn nur durch die Hilfe der Räuberbanden los wird.

Was heißt das aber für uns Bürger?

Ein Überleben außerhalb des Konstruktes „Räuberbande“ scheint nicht möglich. Unmoralische Charaktere können solche Erkenntnisse immer schnell umwandeln, während man uns … zum Frieden erzieht.

Darf ich aber mal dran erinnern, dass dieser Friede nie für Räuber galt?

Sollte man sich mal dran erinnern.

PS: zum Abschluß noch ein paar Zitate aus den „Unliebsamen Wahrheiten“ von Frank Kluge, Redline 2013.

Seite 28:  Noch immer hat Deutschland die UN-Konvention gegen Abgeordnetenbestechung nicht unterzeichnet.

Seite 27: Deutsche Firmen kaufen sich Stimmen von Politikern. 

Seite 21: Abgeordnete des Bundestages sind besser bezahlt als Manager. Sie verdienen im Jahr zwischen 20 000 und 30 000 Euro mehr als Führungskräfte aus der Wirtschaft mit vergleichbaren Qualifikationen. 

Das kommentiere ich jetzt nicht – hier kann mal jeder selber nachdenken. Ist ja ein Nachdenkmagazin hier. Aber einen gibt es noch zum Schluß:

Seite 158: 2012 erfüllte kein einziger Dienstwagen von deutschen Bundesministerien die EU-Richtlinie für den CO2-Ausstoß. 

Aber der Untermensch braucht jetzt grüne Plaketten für jedes Kaff.

PSS: auf den kann ich nicht verzichten – Über 70% aller neu zugelassenen Porsche sind Dientswagen. 

Zahlen wir mit unseren Steuern. Wie viele Minister und Abgeordnete Porsche fahren, ist nicht bekannt, ich persönlich kennen nur einen, der Porsche fährt: einen linken Gewerkschafter.

 

 

 

Wie die große transatlantische Freihandelszone den europäischen Mittelstand vernichtet

Freitag, 15.2.2013. Eifel. Wahnsinn, oder? Freuen Sie sich auch so, das sie dabei sein dürfen? Wobei? Nun - bei diesen historischen Zeiten. Wirklich Wahnsinn. Und man ist live dabei - live und in Farbe. Erstmal der Papstrücktritt am Rosenmontag: das war schon der  Hammer. Der letzte Papstrücktritt geschah, weil der Papst kein Latein konnte - ein verständlicher Grund. Der jetzige geschah, weil die Papst wie all die vielen anderen vor ihm schlichtweg zu alt war. Weil es galt, zu beweisen, das Gott nicht existiert, nichts Heiliges in dieser Welt existieren darf und menschliches Denken vor Nichts mehr halt macht, musste ein Papst es wagen mit der Tradition der heiligen Männer zu brechen und zu beweisen, das Papst sein ein ganz normaler Verwaltungsjob ist. Kein Wunder, das der nachher alle Gläubigen dazu aufrief, für ihn zu beten - so als ob er in schlimmster Not und ärgster Bedrohung wäre. Ist er vielleicht auch: immerhin hat er das kräftigste (und ehedem bewußt als solches geschafffenes) transzendentale Element einer Weltreligion vernichtet - und der Religion an sich damit den Todesstoß versetzt. Nun - ich bin kein Katholik, was soll mich das groß stören, wenn alle Welt jubelt. Ich nehme es zur Kenntnis wie die Tatsache, das nur zwei/drei Tage später eine weitere historische Sensation verkündet wurde, wegen der auch alle in Riesenjubel ausbrechen: die EU/US-Freihandelszone steht vor der Tür. Das bedeutet nichts weiter als die Vernichtung des europäischen Mittelstandes - aber auch das stört die Presse nicht, wenn sie ihre Triumphfanfaren auspackt, mit der sie alles bejubelt, was "Entscheider" hinter den Kulissen so alles aushecken.

Freitag, 15.2.2013. Eifel. Wahnsinn, oder? Freuen Sie sich auch so, das sie dabei sein dürfen? Wobei? Nun – bei diesen historischen Zeiten. Wirklich Wahnsinn. Und man ist live dabei – live und in Farbe. Erstmal der Papstrücktritt am Rosenmontag: das war schon der  Hammer. Der letzte Papstrücktritt geschah, weil der Papst kein Latein konnte – ein verständlicher Grund. Der jetzige geschah, weil die Papst wie all die vielen anderen vor ihm schlichtweg zu alt war. Weil es galt, zu beweisen, das Gott nicht existiert, nichts Heiliges in dieser Welt existieren darf und menschliches Denken vor Nichts mehr halt macht, musste ein Papst es wagen mit der Tradition der heiligen Männer zu brechen und zu beweisen, das Papst sein ein ganz normaler Verwaltungsjob ist. Kein Wunder, das der nachher alle Gläubigen dazu aufrief, für ihn zu beten – so als ob er in schlimmster Not und ärgster Bedrohung wäre. Ist er vielleicht auch: immerhin hat er das kräftigste (und ehedem bewußt als solches geschafffenes) transzendentale Element einer Weltreligion vernichtet – und der Religion an sich damit den Todesstoß versetzt. Nun – ich bin kein Katholik, was soll mich das groß stören, wenn alle Welt jubelt. Ich nehme es zur Kenntnis wie die Tatsache, das nur zwei/drei Tage später eine weitere historische Sensation verkündet wurde, wegen der auch alle in Riesenjubel ausbrechen: die EU/US-Freihandelszone steht vor der Tür. Das bedeutet nichts weiter als die Vernichtung des europäischen Mittelstandes – aber auch das stört die Presse nicht, wenn sie ihre Triumphfanfaren auspackt, mit der sie alles bejubelt, was „Entscheider“ hinter den Kulissen so alles aushecken.

Doch kommen wir erstmal zu den Freihandelszonen. Was die bringen, erfahren wir durch den Bundesanzeiger, der sich der Frage stellt, wie Freihandelsabkommen das US-Wachstum ankurbeln:

Denn FTA werden die folgenden Wirkungen zugeschrieben:

  • Erstens erhalten Unternehmen Zugang zu fremden Märkten und Konsumenten erhalten Zugang zu einer größeren Auswahl von Waren zu tendenziell niedrigeren Preisen, während ausländische Direktinvestitionen zunehmen (growing market access and investment).
  • Zweitens führen Billigimporte aus dem Ausland in den Importsektoren zu kurzfristig niedrigeren Löhnen im Inland aber auch zu einer Straffung und Modernisierung der Inlandsproduktion und zu Innovationen, die langfristig Inlandsjobs sichern.

Das hört sich ja gut an: alles wird billiger, moderner, straffer. Der österreichische Kurier bejubelt schon jetzt 50000 neue Arbeitsplätze, die Österreich mit Sicherheit durch die neue Freihandelszone erhalten wird, die deutsche Kanzlerin Merkel bedankt sich bei Obama, das er „von sich aus“ dieses Thema angebracht hatte (so als ob wir alle einfach schon lange sehnsüchtig darauf gewartet hätten, uns aber nie trauen würden, das mal zur Sprache zu bringen), Vertreter der deutschen Industrie jubeln schon über neue Milliardenumsätze (siehe Spiegel): es scheint, als würden Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen – dabei können wir eher damit rechnen, das diese christlichen Feiertage nach dem endgültigen Zusammenbruch der Weltreligionen ebenfalls dem neuen Gott „Markt“ geopfert werden.

Die Zeitschrift „Capital“ sieht geradezu schon eine „Wirtschaftsnato“ am Horizont aufziehen – mit deutlichen Vorteilen für den Verbraucher:

Sie können Produkte billiger einkaufen, verspricht beispielsweise der Verband der Automobilindustrie (VDA) – beispielsweise Autos. Auch andere Branchen können mit einer Kostensenkung rechnen. Ob sie den Vorteil an ihre Kunden weitergeben oder den eigenen Gewinn damit steigern, bleibt ihnen überlassen.

Oha – ein kleiner Nachteil. Ein winzigkleiner Haken, den kaum jemand bemerkt: es könnte ja sein, das die hauptsächlich caritativ orientierten Konzerne den finanziellen Vorteil einfach für sich selbst behalten, anstatt  ihn weiter zu geben. Zumindest die Staaten bekommen schon mal weniger:

Die Zölle zwischen den USA und den EU sind bereits niedrig. Sie liegen im Schnitt zwischen fünf und sieben Prozent, gibt der deutsche Außenhandelsverband BGA an. Da jedoch jährlich Waren im Wert von mehr als 500 Mrd. Euro über den Atlantik hin- und herbewegt werden, kann die Wirtschaft Milliarden sparen. Ein Beispiel: Europäische Chemieunternehmen haben 2010 für Exporte in die Vereinigten Staaten fast 700 Mio. Euro in die US-Staatskasse gezahlt. Umgekehrt führten die USA gut 1 Mrd. Euro nach Brüssel ab.

Die Wirtschaft kann Milliarden sparen – und der Verbraucher? Nun – auf den Verbraucher kommen möglicherweise ganz neue Risiken zu, siehe Süddeutsche:

Das Problem sind dabei nicht die restlichen Zölle von drei Prozent des Handelsvolumens, sondern die „Handelsschranken hinter der Grenze“, wie dies Experten formulieren. Dabei geht es um Industriestandards, Sicherheits- und Gesundheitsvorschriften, Umweltnormen und das Verhältnis von Staat und Unternehmen: Haben deutsche Bauunternehmen die gleichen Chancen, einen Auftrag der Stadt Chicago zu bekommen, wie die amerikanische Konkurrenz? Wird das Urheberrecht in den USA genauso geschützt wie in der EU? Dürfen amerikanische Farmer ihre Produkte ungehindert in Europa verkaufen? Jede Liberalisierung greift tief in die nationale oder europäische Souveränität ein. Das löst Angst aus.

Haben deutsche Bauunternehmen die gleiche Chance auf Aufträge?

Natürlich nicht.

Ein Wunder, das diese Frage überhaupt gestellt, wird, denn die Antwort kennen wir schon seit einigen Monaten, siehe Handelsblatt:

Auch die Wirtschaft der USA profitiert von der Entwicklung. Denn die gesteigerte Produktion drückt die Energiepreise. Nach einer Studie des Beratungsunternehmens NUS Consulting zahlen industrielle Großverbraucher in den USA zwei Drittel weniger für Gas als in Deutschland, beim Strom liegt die Ersparnis bei 40 Prozent.

Die europäischen Wirtschaften sind absolut nicht konkurrenzfähig zur amerikanischen Wirtschaft, die den europäischen Markt dank „Fracking“ mit Billigprodukten jeder Art überschwemmen kann. Wäre ich Obama (oder die US-Konzernwirtschaft), dann käme ich auch genau jetzt auf die Idee, nach einer großen europäischen Freihandelszone zu rufen, die es mir erlaubt, meinen Wettbewerbsvorteil ungehindert auszuspielen und die lästige europäische Konkurrenz an die Wand zu drücken.

Wir brauchen über die Folgen einer Freihandelszone auch nicht spekulieren – Erfahrungen aus diesem Bereich liegen doch schon längst vor, siehe Öko-Fair:

Die mittelamerikanischen Regierungen schlossen zahlreiche Freihandelsabkommen, mit denen sie die Wirtschaft ankurbeln wollten. Solche Abkommen beinhalten ein Ungleichgewicht: Wenn zwei sehr verschieden starke Partner den schrankenlosen Handel miteinander vereinbaren, hat der stärkere und konkurrenzfähigere Partner gewöhnlich mehr davon als der schwächere. In einem ärmeren Land zerstört die „freie Fahrt“ für Güter jene Teile der einheimischen Wirtschaft, deren Produkte mehr kosten als die ausländischen Importe. So werden Kleinbauern Opfer des Freihandels, weil sie mit extrem subventionierten Farmbetrieben in zum Beispiel den USA nicht mithalten können. 

Das wäre dann das Ende der europäischen Agrarproduktion. Wahrscheinlich auch das Ende der deutschen Autoindustrie.

Natürlich haben wir einen unschlagbaren Vorteil: wir sind Niedriglohnland. Dank geballtem Einsatz von Gewerkschaften, SPD und Grünen ist es gelungen, aus Deutschland ein Dritte-Welt-Land zu machen: die Reallöhne in Deutschland sind seit dem Jahre 2000 nicht mehr gestiegen (siehe u.a. Süddeutsche). Ein großer Anreiz also für ausländische Investoren, ihre Hemden in Deutschland nähen zu lassen … und nebenbei ihre Vorstellungen von Sozialstaat zu exportieren: Hartz IV für  sechs Monate, danach gibt es nur noch Lebensmittelgutscheine, mit denen man genmanipulierte Produkte kaufen kann.

Ebenso bekommen die USA einen Zugriff auf die von den europäischen Staaten gut ausgebildeten Fachkräfte, die in den USA deutlich mehr verdienen können – man schaue sich einfach mal die Durschnittseinkommen nach Kaufkraftparität an, 2009 lag zum Beispiel (siehe Weltbank) Deutschland mit einem Durchschnittseinkommen von 38700 internationalen Dollar deutlich unter den 47020 Dollar, die für die USA angegeben werden.

Doch schauen wir uns einfach mal ein anderes Beispiel an: die Freihandelszone EU und Mexiko. Ja, die gibt es – seit 2000. Und hat das arme Mexiko davon profitiert?

Hören wir dazu mal den mexikanischen Soziologen Alberto Arroyo Picard, hier bei den Lateinamerikanachrichten:

Was ich bislang sagen kann ist, dass die Exporte von Mexiko nach Europa nicht zugenommen haben, umgekehrt aber die Importe von europäischen Gütern nach Mexiko sehr wohl gestiegen sind. Das Handelsbilanzdefizit von Mexiko hat sich vergrößert, es gibt also bislang nichts Positives zu berichten. 

Wegen der Rezession in den USA hätte man erwarten können, dass die Exporte von Mexiko nach Europa ansteigen. Das war aber nicht der Fall.

Auch bezüglich der nordamerikanischen Freihandelszone  NAFTA gibt es für Mexiko nichts Positives zu berichten:

Ziel des NAFTA sollte das Wachstum der mexikanische Wirtschaft sein und zwar vor allem durch den Export von Manufakturgütern und über die Zunahme von ausländischen Investitionen. Tatsächlich exportiert Mexiko auch mehr, vor allem in die USA. Es hat auch viele ausländische Investitionen gegeben. Aber das erwartete Wirtschaftswachstum ist nicht eingetreten. Es sind auch keine neuen Arbeitsplätze geschaffen worden, eher im Gegenteil.

Warum eher das Gegenteil? Eigentlich logisch – aus der Sicht der Finanzindustrie:

Es geht in diesen Verträgen weniger um Handel als um Investitionen. Im Abkommen mit Europa spielt vor allem der Finanzsektor eine große Rolle. Insbesondere spanisches Kapital hat sich in die nationalen Banken eingekauft, mit der Konsequenz, dass es überhaupt keinen mexikanischen Finanzsektor mehr gibt. Alle Banken haben eine mehrheitlich ausländische Beteiligung, außer einer einzigen ganz kleinen und unbedeutenden Bank. Ähnliche Effekte gibt es auch in anderen Sektoren, wie dem Kommunikationssektor. Das Problem ist, dass die Investoren keine neuen Betriebe schaffen, sondern dass sie bereits bestehende aufkaufen und entnationalisieren.

Letztendlich produziert man nicht billiger und mehr, um die Versorgung der Bevölkerung sicher zu stellen, sondern man zieht lieber risikolose Gewinne aus der Vernichtung der entsprechenden Volkswirtschaft: freie Bahn den Heuschrecken.

Der gesamte europäische Wirtschaftsraum wird zur Ausschlachtung freigegeben, Firmen, die schon heute dank Niedriglohnsektor profitabel arbeiten, um die Transportkosten der Waren in die USA auszugleichen, arbeiten dann in Zukunft auch noch für ausschließlich us-amerikanische Eigentümer, damit die Profite auch dort landen, wo sie hingehören. Damit dies auch sicher gelingt, brauchen wir natürlich einen weiteren Abbau an sozialen Rechten, für den man dank des großen transatlantischen Traums genügend Argumente hat.

Die EU-Abgeordnete Erika Mann hat 2006 etwas über die Freihandelszone der EU mit Mexiko geschrieben, das man wohl auf die neue transatlantische Freihandelszone übertragen kann:

Doch die Direktinvestitionen europäischer und deutscher Unternehmen wurden erheblich gesteigert. So haben sich deutsche Exporte nach Mexiko von 3,1 Mrd. (1994) auf 6,2 Mrd. US$ (2003) verdoppelt.

Zudem kommt Mexiko seit dem Freihandelsabkommen geopolitisch eine doppelte Brückenfunktion zu – zwischen der Europäischen Union und den USA auf der einen sowie Lateinamerika auf der anderen Seite. Mexiko erhält durch eine größere Diversifizierung seiner politisch-wirtschaftlichen Beziehungen weitere Spielräume gegenüber dem großen Nachbarn USA und wird wirtschaftlich unabhängiger gegenüber Rezessionen in den USA. Die Europäische Union kann andererseits das Abkommen nutzen, dem US-Einfluss etwas entgegenzusetzen und für einen breiteren Eingang europäischer Produkte in die Länder Latein- und Nordamerikas zu sorgen.

Nicht das mit 15000 Euro Durchschnittseinkommen „billige“ Mexiko hatte mehr exportiert, sondern die mächtigen europäischen Konzerne haben sich einen neuen Markt erobert – mit entsprechenden Verlusten mexikanischer Produzenten. Und was macht dann dementsprechend die neue Freihandelszone zwischen den USA und der EU?

Sie wird für einen „breiteren Eingang amerikanischer Produkte in den Ländern Europas sorgen“.

Hören wir zu den Folgen dieser Abkommen nochmal den mexikanischen Soziologen:

Die Kritik bezieht sich auf das Modell des Freihandels selbst. Es ist keine punktuelle Kritik, sondern sie richtet sich gegen die gesamte Stoßrichtung dieser Verträge. Der Protest wächst in Lateinamerika weil die Verträge eine Politik in Gesetzesform gießen, die es in unseren Ländern schon sehr viel länger gibt. In Mexiko konkret seit zwanzig, in Chile zum Beispiel schon seit dreißig Jahren. 
Der Kern dieser Kritik ist, dass den großen Konzernen sehr weit gehende, so genannte Suprarechte eingeräumt und sie zudem noch mit den Instrumenten versehen werden, um diese Rechte effizient durchzusetzen. Währenddessen werden die Menschenrechte, insbesondere die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte, den Wirkungskräften des Marktes unterworfen und es gibt keine Möglichkeiten diese einzufordern.

Freihandelsbakommen als Freibriefe für Konzernstrategen?

Noch schlimmer – sie sind auch ein Todesstoß für die Demokratie:

Im Diskurs werden Freihandel und Demokratie sehr stark vermischt. Aber tatsächlich ist es so, dass in vielen Ländern die wichtigsten Entscheidungen für die Bürger trotz repräsentativer Demokratie überhaupt nicht mehr von den Repräsentationsinstanzen getroffen werden. Stattdessen sind die Entscheidungen auf die internationale Ebene ausgelagert, wo die Bürger unserer Länder eben überhaupt nicht mitbestimmen können. Daher würde ich eher davon sprechen, dass der Freihandel stark antidemokratische Tendenzen birgt, also zu weniger Demokratie führt.

In einem 2012 erschienen Buch von Danielle Holzinger wird die EU (nach einem Zitat von Hubert Zimmermann) noch als imperialistische Macht im Wettlauf mit konkurrierenden Wirtschaftszentren wie den USA angesehen.

Diese Konkurrenz wird nun an die Wand gespielt und somit ausgeschaltet.

Das gibt Obama ja auch offen zu. In seiner Rede an an amerikanischen Mittelstand beschreibt er die Ziele der transatlantischen Freihandelszone ganz offen, siehe Frankfurter Rundschau:

Helfen solle der Wirtschaft auch eine umfassende „Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft“ mit der Europäischen Union. „Denn Handel, der frei und fair über den Atlantik verläuft, unterstützt Millionen gut bezahlter amerikanischer Arbeitsplätze“, sagte der US-Präsident.

Die US-Mittelschicht soll ganz offen auf Kosten der europäischen (und deutschen) Mittelschicht gerettet werden – und dafür bedankt sich Kanzlerin Merkel ebenso offen.

Wachstumchancen für die deutsche Wirtschaft? Nun – nach Angaben der Frankfurter Rundschau äußerst gering:

Sogar der Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, beziffert die Wachstumspotenziale als äußerst gering. Die deutschen Exporte, so der Experte, könnten durch ein solches Abkommen um ein Viertel-Prozentpunkt wachsen. Ein Viertel-Prozent Exportwachstum? Das geht im statistischen Rauschen unter und entspricht nach einer Faustformel einem Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts um 0,05 Prozent.

Trotzdem jubelt die deutsche politische Kaste samt Medien in höchsten Tönen.

Man fragt sich – für wen arbeiten die eigentlich?

Auch die Frage lässt sich leicht beantworten, immerhin sitzt gleich neben der Privatwohnung von Angela Merkel in Berlin ein Verein, der es sich zum Ziel gesetzt hat, US-Interessen in Deutschland durchzusetzen, siehe Wikipedia:

Die Atlantik-Brücke e. V. wurde 1952 als private, überparteiliche und gemeinnützige Organisation mit dem Ziel gegründet, eine wirtschafts-, finanz-, bildungs- und militärpolitische Brücke zwischen der Siegermacht USA und der westdeutschen Bundesrepublik zu schlagen. Zu ihren Mitgliedern zählen heute über 500 führende Persönlichkeiten aus dem Bank- und Finanzwesen, der Wirtschaft, Politik, den Medien und der Wissenschaft.

Die Mitglieder haben auch ein klares Ziel:

„Die USA werden von 200 Familien regiert und zu denen wollen wir gute Kontakte haben.“ Arend Oetker, damaliger Vorstandsvorsitzender der Atlantik-Brücke in der Berliner Zeitung vom 17. April 2002. 

Einer der bekannten Atlantiker hat auch gleich praktisch demonstriert, wem seine Loyalität gehört:

Guttenberg geriet stark in die Kritik, weil er mit der Ausarbeitung des Gesetzentwurfs zur Zwangsverwaltung maroder Banken die britische Wirtschaftsgroßkanzlei Linklaters beauftragt hatte, welche enge Geschäftsbeziehungen zu internationalen Großbanken, insbesondere Goldman Sachs, unterhält.

Zudem wurde der eigene Entwurf aus dem Bundeswirtschafts- bzw. Justizministerium ignoriert. Die weitgehende Übernahme des Linklaters-Entwurfs in das Gesetzgebungsverfahren wurde von heftiger Kritik begleitet.

Nun – der Fall Guttenberg wurde zu den Akten gelegt, der Transatlantiker selber kehrte Heim ins Reich – in die USA. Das schmälert aber nicht die Marktmacht der Transatlantiker, die gerade den größten Coup ihrer Geschichte durchführen und mit einem Schlag die lästige europäische Konkurrenz vernichten. Ein paar Namen von Transatlantikern? HIer, alles bei Wikipedia nachzulesen.

Angela Merkel (CDU), Helmut Schmidt (SPD), Sigmar Gabriel (SPD), Thomas de  Maziére (CDU), Alexander Dibelius (Goldman-Sachs Deutschland), Cem Özdemir (Grüne), die Freidemokraten Westerwelle, Lindner, Döring und Koch-Mehrin, Josef Ackermann (Vorstand Bundesverband der deutschen Banken), Josef Joffe (Hrsg. DIE ZEIT), Jürgen Großmann (RWE, Aufsichtsrat Deutsche Bahn, MTU, Volkswagen AG), Kai Dickmann (BILD), Roland Berger (HARTZ IV), Matthias Döpfner (SPRINGER AG), Jens Weidmann (BUNDESBANK), Arend Oettker (Dr. Arend Oetker Holding GmbH & Co. KG, , Mitglied Trilaterale Kommission, Präsident DGAP, INSM, Präsidium Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Vizepräsident BDI, American Jewish Committee) – um nur ein paar zu nennen.

Aber es reicht, um zu merken, woher die Jubelchöre ihre Stimmen beziehen.

Das wir hier den historischen Schritt zur Preisgabe der letzten Reste der sozialen Errungenschaften der europäischen Sozialgemeinschaften machen, bleibt deshalb erstmal unerwähnt. Aber, mal Hand aufs Herz: soviel ist ja auch wirklich nicht mehr abzubauen, oder? Und das die Bezugsdauer von Hartz IV wie in den USA auf 26 Wochen beschränkt gehört, wird sicher auch in Deutschland eine Mehrheit finden – jedenfalls bei den Atlantikern, der geheimen Filiale der US-Superklasse in Deutschland.

Wahrlich historische Zeiten. Wie dankbar müssen wir eigentlich sein, die Geburt des Neuen amerikanischen Jahrhunderts so hautnah miterleben zu dürfen und sie sogar durch unsere Ersparnisse unterstützen zu können? In breiter Front erleben wir, wie die Widersacher dieses Jahrhunderts einer nach dem anderen fallen – Irak, Afghanistan, Lybien, das Papsttum (das mit seinem Widerstand gegen Bevölkerungskontrolle in Entwicklungsländern amerikanische Geostrategen nahezu in den Wahnsinn getrieben hatte) und jetzt auch noch der deutsche Mittelstand, der seit dreizehn Jahren auf Wohlstand verzichtet, um sich der neuen Weltordnung als würdig zu erweisen.

Eintausend Milliarden Dollar will die FED in diesem Jahr neu drucken (siehe Wiwo, das in diesem Zusammenhang von einem Währungskrieg der Industrienationen spicht) – und diese an sich wertlosen Dollar werden sich durch die Freihandelszone problemlos in echte Werte verwandeln lassen.

Aber das ist ja der Vorteil einer FTA: ausländische Direktinvestitionen werden zu nehmen.

Und Deutschland bekommt mexikanische Verhältnisse – nur wesentlich schneller, als man bisher hätte annehmen können.

 

 

 

 

Wie Hartz IV und der Sozialstaat das Land ruinieren

Wie Hartz IV und der Sozialstaat das Land ruinieren

Samstag, 10. November 2012.  Heute habe ich erfahren, wie einen die Geschichte einholen kann. 1684 Artikel habe ich bei Blog.de geschrieben. Nachdem aber nun dort schon mal Pauschallöschungen ganzer Blogs vorgenommen worden sind (und der Verdacht aufkam, das das kein Zufall war), dachte ich mir: sicherer ist es, ein eigenes kleines Örtchen zu schaffen, das vor Fremdlöschungen sicher ist. Hier habe ich jetzt nur noch 700 Artikel geschrieben – die aber eine Länge haben, das sie auch als „Artikel“ gelten können. Die Länge ergibt sich oft einfach aus der Komplexität der Themen. „Hartz IV“ zum Beispiel. Man kann sich darüber aufregen, das es da ist, zu wenig ist und zu lästig. Das geht schnell und kostet keine Kraft. Oder man weist nach, das Hartz IV beweist, das die Economic Hit Man in Deutschland aktiv sind (hier heißen sie u.a. McKinsey) und dadurch das erste Mal unseren Alltag erreicht haben – von der viel wichtigeren Deregulierung haben die meisten von uns gar nicht gemerkt, dabei kostet sie ein vielfaches mehr als Sozialhilfe. Im Juli 2009 habe ich noch darüber gespottet, das wir 1,5 Billionen Euro Schulden haben – da waren einige Hilfen schon mitgerechnet.  Aktuell sind wir bei 2,057 Billionen – aber kein Aufschrei geht durch das Land. Warum nicht? Nun – auch die Presse wurde diszipliniert.  Niemand fragt mehr, wofür für denn die zusätzlichen 500 Milliarden in drei Jahren ausgegeben haben. Auch weist keiner darauf hin, die ständig neuen Schuldenrekorde unter Schwarz-Gelb aufgelaufen sind – den „Wirtschaftsparteien“.  Dabei wäre die Antwort so einfach: die Sozialhilfe ist es, die uns wirtschaftlich erwürgt.

Das wird nun jeden wundern: die Sozialhilfe? Jene paar mickrigen Mäuse für Arbeitslose? Nein, natürlich nicht – wir haben nur verlernt, zu sehen, was einen Sozialstaat ausmacht. Wir helfen ja nicht nur in Not geratenen Menschen – wir helfen auch in Not geratenen Konzernen. Im Jahre 2010 schrieb der Spiegel über ein Redordhoch an Subventionen: 165 Milliarden Euro stecken wir in unsere marode Wirtschaft. 2011 klärte der Westen über ein weiteres pikantes Detail auf:

Die Bundesrepublik hat im abgelaufenen Jahr Subventionen in Höhe von 164 Milliarden Euro gezahlt. Das ist Rekord. Alleine 58 Milliarden Euro an Beihilfen bekamen Unternehmen. Das sind 14 Milliarden mehr, als der Bund 2010 Schulden machte.

58 Milliarden für Unternehmen – viel mehr, als der gesamte Hartz IV-Bereich kostet, der uns ja angeblich so belastet. Man muss sich das mal vorstellen: die Rekordmeldungen unserer Unternehmen bezahlen wir mit … mehr Schulden. Das liest man so nie in den Medien. Natürlich bekommt auch der Gesundheitssektor sehr viel Geld: die Gewinne der Pharmabranche und ständig Arzthonorare sind mit den normalen Beiträgen kaum noch zu bezahlen, da muss der Steuerzahler doppelt ´ran.

Mit Marktwirtschaft hat das alles allerdings nicht mehr viel zu tun, „der Markt“ läuft nur noch, wenn wir ihn massig mit Steuergeldern unterstützen. Das ist auch Sozialstaat. Das kann auch ganz in Ordnung sein – aber wir müssen es auch so nennen und vor allem entscheiden, ob wir nicht lieber mehr Geld in Arbeitslose (und damit in den Binnenkonsum) stecken, was wieder Arbeitsplätze schafft, anstatt in marode Unternehmen, die nur Arbeitsplätze abbauen. Würden wir die 165 Milliarden Subventionen den Arbeitslosen geben, dann wären menschenwürdige Regelsätze möglich, die grassierende Kinderarmut wäre vorbei und wir hätten endlich keinen Fachkräftemangel mehr.

Was wir aber tun: wir ruinieren uns selber. Das hat auch mit Hartz IV zu tun – so leid es mir tut, dieses nervende Thema wieder auf den Tisch zu bringen.

2,5 Millionen Kinder bekommen Dank Hartz IV eine saumäßig schlechte Ausbildung. 2,5 Millionen Erwachsene werden aus diesem Grund in Zukunft kaum noch große Gewinne erwirtschaften können – womit sich die Bundesagentur für Arbeit eine sichere Perspektive für die Zukunft erarbeitet hat – für sich und für die 100 000 Mitarbeiter. Durch die vorgenommene Stigmatisierung der Hartz-IV-Abhängigen wird ihre Chance auf einen echten Vollzeitarbeitsplatz auf Null zurückgedreht, damit sich an dem Status des Hartz-Systems auch ja nichts ändert. Nötigenfalls kann man ja seine Erfolgsstatistiken auch dadurch schönen, das man Arbeitslose ohne ärztliches Gutachten für geistig behindert erklärt und sie dann den Behindertenwerkstätten zur Verfügung stellt, wo andere Kostenträger für sie aufkommen müssen, siehe Wikipedia:

Das ARD-Fernsehmagazin Monitor kritisierte in der Sendung vom 13. August 2009, dass eine steigende Anzahl von Arbeitssuchenden nach einem schriftlichen Testverfahren als „dauerhaft geistig behindert“eingestuft würde, um dann an eine Werkstatt für behinderte Menschen vermittelt zu werden. Sie fallen somit aus der Arbeitslosenstatistik, zudem wird die Bundesagentur finanziell entlastet. Eine fachärztliche Untersuchung zur Feststellung der geistigen Behinderung findet nicht statt. Die Zahl der jährlich auf Behindertenwerkstätten verwiesenen Arbeitssuchenden stieg von 22.678 im Jahr 2004 auf 27.350 im Jahr 2008

Diese leistungsfeindliche, kinderfeindliche und menschenfeindliche Praxis fordert aber in Zukunft einen hohen Preis von uns, den wir schon jetzt erkennen können, siehe Welt:

Deutschlands Bedeutung in der Weltwirtschaft wird in den kommenden 50 Jahren rapide sinken. Kein anderes Land auf der Welt wird so stark Marktanteile verlieren wie der einstige Exportweltmeister.

Indonesien, Mexiko, Russland und selbst Großbritannien werden bis 2060 an Deutschland vorbeigezogen sein. Der Grund: Die Forscher prognostizieren der hiesigen Wirtschaft aufgrund der alternden Bevölkerung ein jährliches Wachstum von nur 1,1 Prozent. Andere Industrienationen wie die USA, Frankreich oder eben auch Großbritannien wachsen dank höherer Geburtenraten deutlich kräftiger.

Währenddessen sind in Deutschland Kinder das Armutsrisiko Nr. 1 – sogar bei einem Einkommen von 3500 Euro im Monat erweisen sich Kinder als Kostenfaktor, der kaum noch zu bewältigen ist (siehe Welt aus dem Jahre 2005).  Wenn man dann heute hört, das 50 % der Jugendlichen zwischen 14 und 29 Schlafstörungen haben (ebenfalls Welt) dann wundert das nicht mehr – die haben schlichtweg keine Zukunft mehr in einem Land, das alsbald Albanien um sein Niveau beneiden wird, trotzdem müssen sie noch so tun, als ob alles Bestens wäre und hochmotiviert (und vor allem ohne Lohn für ihre Leistung) in eine chancenlose Zukunft wandern.

Diese Zukunft soll nach Ansicht einiger Wissenschaftler jetzt künstlich weiter verdüstert werden  (wobei wir mal erwähnen wollen, das der ganze Universitätsbetrieb auch „Sozialstaat“ ist und nicht selbstverständlich vom Himmel gefallen ist), siehe Spiegel:

Der Wissenschaftsrat bemängelt nach SPIEGEL-Informationen die Tendenz zu immer besseren Prüfungsnoten an deutschen Hochschulen. In der „großen Mehrheit der Fächer“ werde die „Notenskala kaum ausgeschöpft“, konstatiert das wichtigste Beratergremium im Wissenschaftssystem.

Neben diesem Aufruf zur Zwangsnote 5 und 6 aus Gründen statistischer Ausgewogenheit (der zusätzlich mehr Arbeitslose produziert) veröffentlicht der Spiegel ebenfalls ein neues Idealbild, das unser Arbeisumfeld in den nächsten Jahren nachhaltig prägen wird: der Berserker wird zu jenem Urtypus, dem einzig ein Anrecht auf freizügigen Zugang zu Lebensberechtigungsscheinen (sprich: Geldscheinen) gestattet wird:

Alle reden vom Burnout. Diese Berserker nicht. Top-Manager wie Martin Sorrell kennen weder Feierabend noch Ferien, sie ackern ohne Ende und pfeifen auf „Work-Life-Balance“. Eine Expedition ins Reich der Extremarbeiter offenbart: Sie sind oft glücklich im Stress und kerngesund.

Da werden neue Maßstäbe gesetzt, was einst als krank galt wird verherrlicht – auch wenn die „Väter“ ihre Kinder die ganze Woche nicht sehen und Berserker eigentlich eher für ihre Zerstörungswut bekannt sind: es lebe der neue Menschentyp, der zeigt, wie man den Untergang des Landes überstehen kann um anschließend „glücklich wie ein Guttenberg“ in den USA seinen Ruhestand genießen zu können. „Glücklich wie ein Guttenberg“? Ja, ich schätze, das wird mal ein geflügeltes Wort werden, er uns seine Familie sind dort so glücklich, das an eine Rückkehr nach Deutschland gar nicht mehr zu denken ist (siehe Welt). Nach Informationen unserer Redaktion ist der Mann übrigens auch arbeitslos – da kann man mal sehen, was aus Arbeitslosen alles werden kann, wenn man ihnen nur genug Geld gibt, doch dazu ist unser Sozialstaat offensichtlich zu blöde, er steckt das Geld lieber in Konzerne, deren Chefs sich selbst und das ganze Land samt Umwelt vernichten, anstatt in Arbeitslose, die mit ihren Reden in den USA ganze Hallen füllen können.

Dabei haben diese Arbeitslosen wichtige Dinge zu sagen:

Wir stehen vor gewaltigen Herausforderungen, so die erste Botschaft Guttenbergs. Die zweite folgt eng verknüpft und besteht kurz gefasst darin, dass er insbesondere in Europa den wenigsten der politischen Akteure zutraut, diese zu meistern. Guttenberg merkt dazu beispielsweise sarkastisch an, dass diese nach dem Prinzip handelten „sich alle Optionen offenzuhalten, dies aber mit Entschiedenheit zu vertreten“. Namen erwähnt der Ex-Minister dabei in seinem Vortrag nicht.

Nun – diese Namen brauchen wir auch nicht von ihm zu hören, wir hören sie ja sonst schon den ganzen Tag, sie und ihre Reden.

Der Gauck, unser Bundespräsident, hat da jetzt in der Welt etwas Interessantes gesagt:

Die Bundesregierung habe diese Haltung „zum Glück auch denjenigen signalisiert, die hierzulande der Auffassung sind, das alles sei zu teuer und wir Deutsche ruinierten uns. Nein, wir ruinieren uns überhaupt nicht. Jedenfalls nicht, wenn wir Griechenland im Euro halten.“

Merkt man die kleine Wendung? Wir ruinieren uns nicht durch die Rettung Griechenlands … sondern durch etwas anderes. Das wir uns ruinieren, ist wohl allen klar  – aber eben nicht durch die lächerlich kleinen Spenden an Griechenland. 1,65 Billionen Euro Subventionen in zehn Jahren für eine Wirtschaft, die außer beim Kassieren keine besonders bemerkenswerten Leistungen erbringt sind da schon eher ein Grund zur Sorge.

Viel eher ruinieren wir uns auch durch unser Führungspersonal – jedenfalls, wenn wir der „großen politischen Hoffnung“ Guttenberg folgen. Einer ist ja jetzt ganz groß am Ruinieren – und offenbart uns dabei Abgründe, von denen wir immer wußten, das es sie gibt, die wir aber nie wahrhaben wollten: Peer Steinbrück, ein Mann, der Kanzler können will.

Wir kommen auch hier wieder zurück auf das Problem Sozialstaat … aber dazu muss man etwas weiter ausholen, um das zu verstehen.

Die Stadtwerke Bochum, das sei zuvor gesagt, sind ein kerngesundes Unternehmen, siehe Handelsblatt:

Schaut man auf die Stadtwerke alleine, sind die Zahlen aber solide. Das kommunale Unternehmen hat in den vergangenen Jahren durchgängig Gewinne gemacht und die auch an die Stadt ausgeschüttet. Im Geschäftsjahr 2011 machte das Unternehmen bei einem Umsatz von 488 Millionen Euro einen Gewinn von 29,8 Millionen Euro. Das entspricht einer Umsatzrendite von rund sechs Prozent, das heißt mit 100 Euro Umsatz erwirtschafteten die Stadtwerke Bochum sechs Euro Gewinn.

Nur kann man eigentlich nicht auf die Stadtwerke allein schauen. Auch hier zeigt sich das Problem, das dieses Land schon lange hat: wir gönnen uns keinen Blick mehr für das Ganze, wir schauen auf Papas Lohnzettel und sehen: der verdient gut. Das da noch viele Menschen dranhängen, die man Familie nennt, blenden wir aus. Genauso blenden wir aus das Bochum hoch verschuldet ist – und die Stadtwerke als kommunales Unternehmen teil der Familie.

4,5 Millionen erlaubt sich dieser Familienteil als „Sponsoring“ weiterzugeben – unter anderem an Steinbrück und Gauck. Gedacht ist das Geld wirklich für die Kommune vor Ort. Da kann man sich jetzt drehen und winden wie man will, ein Artikel der WAZ aus dem Jahre 2010 hätte auch die Herren Steinbrück und Gauck darüber aufklären können, wozu sie das Geld eigentlich erhalten:

Normalerweise muss ein Gastgeber fünfstellige Eurobeträge blättern, um Promis dieser Klasse zu buchen. Aber die Stadtwerke regeln das anders, wie Schönberg sagt. Die Protagonisten bekämen persönlich keinen Cent: „Sie verzichten auf ihr Honorar zugunsten einer Stiftung, die ihnen nahesteht.“ So habe Uli Hoeneß das Geld für eine Kinderkrebsklinik gespendet und Peter Maffay sein Honorar einer Israel-Stiftung zukommen lassen.

Man kann dort auch nachlesen, wo das Geld hinkommt:

Es gibt über 30 Nutznießer, aus „Sport, Kultur, Sozio und Sonstiges“. Mal profitieren Einzelne wie der Ex-IG Metall-Chef und Künstler Ludger Hinse, von dessen Galeristin die Stadtwerke noch zu alter Währung ein Hinse-Werk für 35.000 Mark erstanden hatte. Aber meist sind es Vereine. Im Sport u.a. der VfL Bochum, Teutonia Riemke, der Billard Club DBC Bochum, der Bochumer Minigolf Club, der Schwimmverein Blau-Weiß Bochum, der Universitäts-Sport-Club, der TV und der SG Wattenscheid.

Auch die Theater- und Musikszene vom Schauspielhaus über Thürmer bis zu Theater Total, Bosy, Comödie und Steiger-Award geht nicht leer aus. Ebenso wie Tierpark, Wattenscheider Tafel und das Milchhäuschen im Stadtpark.

Da steht nichts davon, das man die Kohle privat einsacken kann – aber was will so ein Veranstalter schon tun, wenn der Steinbrück mit seinen Anwälten kommt?

Nun – auch das ist unser Sozialstaat: Millionenbeträge der Kommunen werden für Hobbys von Gewerschaftsführern ausgegeben, für Leibesübungen und Spaßveranstaltungen … und ein winziger Teil geht sogar dorthin zurück, wo er hingehört: zu den Armen.

Allerdings sollten die Tafeln nicht dazu gehören, sie sind, wie früher schon mal erwähnt, ein Produkt von McKinsey, das hilft, die Abfälle großer Konzerne zu entsorgen – hierzu wird der Arme als „Müllvertilgungsmaschine“ eingesetzt – mit großen Gewinnen für die spendenden Konzerne. Auch das ist „Sozialstaat“ – und auch deshalb brauchen wir die Armen: die Unternehmen wüßten sonst gar nicht, wohin mit ihrem Müll.

An diesem Spendenverständnis sehen wir aber auch, wo es bei unserem „Sozialstaat“ hakt: die Steinbrücks und Gaucks verstehen sich selbst automatisch als „Bedürftige“, etwas anderes kommt ihnen gar nicht in den Sinn – und so sieht es mit dem Rest der politischen, wirtschaftlichen und medizinischen Kaste in Deutschland (die trotz beständig sich verschlechternder Qualität beim Einkommen ständig neue Spitzeneinkommen erhalten) aus. Sie alle halten sich für bedürftig – und die wirklich Bedürftigen verhungern angesichts des Ansturmes der wahren Asozialen auf deutsche Kassen.

Bezahlen können wir das nicht mehr – kontrollieren aber auch nicht, das sehen wir an der ständig wachsenden Staatsverschuldung, die man angesichts von einer Million „Sanktionen“ den zudem dank Zwangspsychiatrisierung und Zwangsverrentung ständig weniger werdenden Hartz-IV-Empfängern wohl nicht anlasten kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

Außer Kontrolle-Die Macht der Sozialbehörden-Leben im Sozialstaat 7 Beispiele

Das Leben im Sozialstaat, Viele reden darüber, aber die Meisten haben keine Ahnung wie Menschen heute im sogenannten Sozialstaat behandelt werden und was eine Vielzahl von Menschen über sich ergehen lassen müssen.

Auch der Letzte dürfte ja mitbekommen haben, dass zur Zeit, um es mal flapsig auszudrücken, richtig „Feuer in der Hütte der Sozialbehörden“ ist. Einst drohte Steinbrück der Schweiz, die  Kavallerie ausrücken lassen. Es scheint so, dass der Chef der Bundesagentur für Arbeit bereits etwas weiter ist und seine Unterstellten den Marschbefehl bereits erhalten zu haben.

Bisher war der „Feind“ seit Gründung der Sozialbehörden klar, hinzugekommen sind DIE, welche sich kritisch und öffentlich über die Macht der Sozialbehörden, egal ob diese sich sachlich oder unsachlich, zu Wort melden. Da werden schwere verbale Kampfbegriffe, wie Volksverhetzung,  von dem Chef der Bundesagentur für Arbeit ins Feld geführt. Bisher wurde dieser Begriff nur in Zusammenhang mit Äußerungen von Nazis von den Medien verwendet. Nun also betreiben, nach Ansicht von Herrn Weise, auch noch Kritiker an den Sozialbehörden, die Volksverhetzung.

Da muss Herr Weise aufpassen, dass er sich nicht leichtfertig einer pauschale Verleumdung und Vorverurteilung schuldig macht und sich nicht seine Finger verbrennt. Worüber der Chef der BA für Arbeit nicht spricht, sind Arbeitsweisen und zu hinterfragende Methoden in Sozialbehörden. Was da die Leistungsbezieher so alles über sich ergehen lassen müssen, ist völlig inakzeptabel und muss an die Öffentlichkeit gebracht werden, ob es den Herrn Weise oder Herrn Alt passt oder auch nicht.

UND DAS GANZ UNÜBERHÖRBAR- MIT DEUTLICHEN WORTEN.

Wir reden hier von durchgeführter „Sozialspionage“, ausgeführt von Behördenmitarbeitern.

Wir reden hier davon, wie Langzeitarbeitslose nach Aktenlage durch Sozialbehörden, für „geistig Behindert eingestuft und zum Idioten“ gemacht werden.

Wir reden davon, dass hunderttausende Leistungsbezieher durch den „Sozialstaat“ der Saft abgedreht wird und Sozialbehörden keinen Anlass sehen zu helfen.

Wir reden davon, dass Menschen durch die Sozialbehörden Knall hart sanktioniert werden, bis zum Verlust ihrer Existenz und Lebensgrundlage.

Wir reden davon, wie Arbeitslose wie kleine Kinder behandelt werden und in sinnlose Weiterbildungsmaßnahmen verarscht werden.

Wir reden davon, dass Leistungsbezieher, durch Sozialbehörden an die Wirtschaft „verscherbelt“ werden und durch diese „brutal ausgebeutet“ werden.

Und wir reden darüber, wenn Sozialbehörden versagen und Leistungsbezieher auf die Straße geworfen werden. Dazu sollte der Herr Weise mal Stellung nehmen und reden, will er aber offensichtlich nicht.

Sehr geehrter Herr Weise und Herr Alt, bevor sie nun Ihre „Kavallerie“ losschicken und mir Volksverhetzung unterstellen, sollten Sie sich nachfolgendes Video ansehen.

Umerziehung und Wirklichkeitssteuerung in Deutschland: über Kornkreise, Goldman-Sachs und echte Widerstandskämpfer

Mittwoch, 12.9.2012. Eifel. Gestern war Jahrestag einer der größten Verschwörungen der Welt. Verschwörung? Ja - das war es auf jedenfall. Es gibt eine amtliche Verschwörungstheorie und einige öffentliche, die mit der amtlichen nur in Teilen übereinstimmen. Und wie das so ist in einer Welt, in der es Verschwörungen, Vertuschungen und Geheimdienste gibt, weiß man als Zeitungsleser überhaupt nicht mehr, was man glauben soll - aus lauter Verzweiflung glaubt man dann einfach das, was die Regierung als Regelmeinung herausgibt. Damit kriegt man ja auch am wenigsten Ärger. ARTE brachte nun eine Dokumentation über Goldman-Sachs - eine Dokumentation über eine Verschwörung:

Mittwoch, 12.9.2012. Eifel. Gestern war Jahrestag einer der größten Verschwörungen der Welt. Verschwörung? Ja – das war es auf jedenfall. Es gibt eine amtliche Verschwörungstheorie und einige öffentliche, die mit der amtlichen nur in Teilen übereinstimmen. Und wie das so ist in einer Welt, in der es Verschwörungen, Vertuschungen und Geheimdienste gibt, weiß man als Zeitungsleser überhaupt nicht mehr, was man glauben soll – aus lauter Verzweiflung glaubt man dann einfach das, was die Regierung als Regelmeinung herausgibt. Damit kriegt man ja auch am wenigsten Ärger. ARTE brachte nun eine Dokumentation über Goldman-Sachs – eine Dokumentation über eine Verschwörung:

Goldman Sachs ist mehr als eine Bank. Sie ist ein unsichtbares Imperium, dessen Vermögen mit 700 Milliarden Euro das Budget des französischen Staates um das Zweifache übersteigt. Sie ist ein Finanzimperium auf der Sonnenseite, das die Welt mit seinen wilden Spekulationen und seiner Profitgier in ein riesiges Kasino verwandelt hat. Mit weltweit einzigartigen Verflechtungen und einem Heer aus 30.000 Bankern konnte Goldman Sachs auch in den letzten fünf Krisenjahren kräftige Gewinne einstreichen, seine Finanzkraft weiter ausbauen, seinen Einfluss auf die Regierungen stärken und sich vonseiten der amerikanischen und europäischen Justiz völlige Straffreiheit zusichern. 

Das Geschäftsgebaren der Bank ist überaus diskret. Ihr Einfluss reicht weit in den Alltag der Bürger hinein – vom Facebook-Börsengang über die Ernennung des Präsidenten der Europäischen Zentralbank bis hin zum Lobbying gegen die Regulierung des Finanzsektors. Der Arm der Bank ist lang, und sie befindet sich stets auf der Gewinnerseite.

„Der Arm der Bank ist lang“ … und wenn wir nun Geschichten von 55-jährigen Frauen in Deutschland hören, die nach Streichung des Regelsatzes in ihrer Wohnung verhungern, dann merken wir, das dieser Arm direkt in unseren Alltag hineinreicht.  Wir werden noch weitere Folgen zu tragen haben – egal, wie Karlsruhe heute entscheidet.

Diese Verschwörung ist bekannt, sie läuft vor unser aller Augen ab. Eine mit „unbegrenzter Feuerkraft ausgestattete EZB“ (siehe Welt) feuert demnächst auf den Bundeshaushalt, auf die Rentenkassen, das Gesundheitswesen und den Sozialstaat … und ich wette, das es keinen Aufstand dagegen gibt. Sicher, die Angst der Deutschen vor der Armut ist größer als die Angst vor dem Krieg (siehe Handelsblatt) – wobei man schon bemerken sollte, das es solche Degenerationserscheinungen nur in Ländern gibt, in denen die letzten zwei – drei Generationen schon gar keinen Krieg mehr mitbekommen haben und eigentlich gar nicht wissen, wovon sie reden.

Dabei ist ihre desolate persönliche Situation das direkte Ergebnis eines Krieges, den die US-Superklasse seit vielen Jahren gegen Europa führt – die Superklasse und ihre Funktionseliten, die gerade in Deutschland superfest im Sattel sitzen. Nur hier wird es toleriert, das zum Beispiel Ärzte bei ständig schlechter werdenden Leistungen ungeniert und äußerst trickreich immer tiefer in die Taschen der Patienten greifen (siehe Welt), Realschullehrer Spitzengehälter für die Serienproduktion von Hartz-Kunden und Prekariatspersonal bekommen (siehe OECD-Studie im Spiegel) und die offiziell künstlich  hergelobten Leistungsträger unserer feinen Gesellschaft zu einem Förderverein von Zwangsprostitution und Menschenhandel werden (aktuell – neben VW und HMI – die deutschen Schienenproduzenten, siehe ebenfalls Welt).

Das ganze wird gestützt von einer Presse, die – direkt oder indirekt abhängig von der Superklasse und ihren Funktionären – nebenher (entgegen aller von Sozialarbeitern geschilderten Wirklichkeit) den Mythos der glücklichen Hure auf allen Kanälen verbreitet, jener Frau, die gerne für jeden Mann da ist – notfalls auch umsonst. Von solchen feuchten, pubertären Träumen berichtete man früher nur in Schilderungen aus katholischen Internaten, heute ist das publizistische Standardmeinung der … Dauerkunden.

Die Sendung bei ARTE über die Goldmänner ist sehr empfehlenswert, wiewohl sie ziemlich entmutigen kann. Sie enthält eine interessante Aussage über Formen von Korruption, die wir gar nicht als solche Wahrnehmen, weil sie entsteht, wenn viele Menschen mit der gleichen Art zu denken zusammenkommen und Entscheidungen treffen. Sind diese Menschen Psychopathen, ist jede Hemmung abgebaut, man geht auf Freund und Feind gleichermaßen los, wie Europa und seine Bürger jetzt nach den US-Bürgern (die die ersten Opfer waren, jetzt aber abgeschöpft sind) hautnah erleben dürfen – auch wir Deutschen, wenn Ende des Jahres die Rezession in Deutschland beginnt (siehe OECD-Prognose in der Welt) und wir bedingt durch die Extremwetterlagen (siehe Oxfam-Studie im Spiegel) auch in Deutschland merken, das Essen doch nicht bei Aldi im Regal wächst und man das Prekariat auch gezielt durch Preisexplosionen eliminieren kann.

Man sollte nun erwarten, das das Volk angesichts der vollständigen Vernichtung seines Wertesystems, seiner Lebensqualität und seiner Existenzgrundlagen vor lauter Wut auf den Straßen tobt … jedenfalls wäre das bei einem normalen Volk zu erwarten. Bei Griechen, Italienern, Franzosen, Spaniern, Portugiesen, Ägyptern, Syrern, Tunesiern und allen anderen halbwegs zivilisierten Freunden der Losung „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ und Anhängern der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte ist es auch so … jedoch nicht bei den Deutschen.  Die sind bedauerlicherweise in einer ziemlich dämlichen Lage: zum einen haben sie eine ganz deutliche Pfui-Geschichte als Vergangenheit (dank neoliberalisiertem Psychopathenwahn aktuell auch eine Riesenpfuigeschichte in der Sozialgesetzgebung), zum anderen sind sie seit achtzig Jahren umerzogen worden – und zwar mal hierhin und dann wieder dorthin.

Erst kam eine Weimarer Republik und erzog sie zu Demokraten.

Dann kam ein Führer, erklärte Demokraten zu dummen, gemeingefährlichem Teufelszeug und erzog sie zu Herrenmenschen.

Nach Vollendung der Führung und vollendeter Vernichtung des Landes kamen Amerikaner und erklärten den Führer zu dummen, gemeingefährlichem Teufelszeug, Demokratie kam wieder in Mode.

Dann kam der Focus und erklärte Demokratie zu dummen, gemeingefährlichem Teufelszeug (siehe Hintergrund) bzw. zu „einem zum Scheitern verurteiltem System sozialer Organisation“. Sogar unsere Kanzerin malt ja schon mal gerne das Bild der marktkonformen Demokratie an die Wand, die unser veraltetes, marodes, unbezahlbares und schlecht steuerbares defizitäres Demokratiesystem ersetzen soll – die vierte komplette Umerziehung erfolgt in nur hundert Jahren.

Schon jetzt kann man erahnen, das nach dem Ende der nächsten (Ver-)führung wieder Retter die Demokratie einführen und Merkel samt Focus zu dummen, gemeingefährlichem Teufelszeug erklären werden.

Das System der Wirklichkeitssteuerung entlarvt sich nun ziemlich einfach an den tabuisierten Randthemen, denen sich jetzt beispielsweise der Spiegel gewidmet hat: den Kornkreisen.

Worum handelt es sich bei diesem Phänomen?

Nun – seit mehreren Jahrhunderten (siehe Kornkreise-forschung.de) erscheinen in Kornfeldern seltsame Kreismuster. Für den Bauern (der heutzutage  zwischen Hartz-Regelsatz und Friseurinnenstundenlohn wirtschaften muss) bedeuten sie empfindliche Einkommenseinbußen, der Tatbestand der böswilligen Sachbeschädigung ist mehr als deutlich gegeben (siehe 20Min.ch) – ein Aspekt, der in der Diskussion oft vergessen wird.

Ich bin auf dieses Phänomen durch einen Arzt aufmerksam geworden, der gelegentlich in der Eifel zwecks Goldschürfung unterwegs ist und selber Zeuge dieses Phänomens wurde. Offenbar entstehen über Nacht ästhetisch sehr beeindruckende Muster im Korn, die auf eine hohe Intelligenz der Kunstschaffenden schließen lassen, ebenso auf perfekt getarnte Operationen, die über eine hochtechnisierte Ausrüstung und der personellen Ausstattung und Logistik eines Großkonzerns verfügt – hören wir dazu den Spiegel-Autor:

Die Nachricht vom südenglische Phänomen hatte die Zahl der weltweit gemeldeten Kornkreis-Sichtungen rasant ansteigen lassen, und ihre Erschaffung entwickelte sich zu einer wahren Kunstform mit immer komplizierteren Figuren aus Kreisen, Linien und Vielecken, für die weit mehr als nur ein paar Bretter und Seile nötig waren. Einige der Künstler orientieren sich mittlerweise mittels Laser oder GPS-Geräten. Die Halme selbst, so schrieb der Physiker Richard Taylor von der University of Oregon, könnten mit sogenannten Magnetronen mittels Mikrowellenstrahlung umgelegt werden. 

Doug Bower und Dave Chorley indes gelten in Kornkreismacherkreisen als die Begründer dieser neuen Kunstform, ihre selbstauferlegten Regeln als ungeschriebene Gesetze. Dazu gehört, dass das Getreide nur gebogen, nicht gebrochen werden darf. Die Piktogramme müssen während der Nacht entstehen und ihre Erschaffer das Feld verlassen, ohne menschliche Spuren zu hinterlassen.

Gut, diese Erkenntnis steht etwas im Gegensatz zu den Behauptungen bekennender deutscher Kornkreisschöpfer (siehe Kornkreise.de), aber mit solchen Verblüffungen muss man in Tagen der Umerziehung leben.

Bis heute sind ca. 6000 dieser Kornkreise beobachtet worden, jedes Jahr kommen ein paar hunderte hinzu. Die Organisation, die mithilfe von Mikrowellenkanonen, GPS-Geräten und Lasern in großem Umfang Ernten vernichtet, bleibt vollkommen im Dunkeln, allerdings lässt sich anhand der mathematischen Gleichungen, die in den Mustern verborgen sind (siehe beispielsweise Shortnews, Heise, Zeit), schließen, das es sich um führende mathematische Köpfe der Menschheit handeln muss.

Wir schlucken diese Verschwörungstheorie ohne weiteres – obwohl bis heute noch kein hochgerüstetes Kornkreiskommando auf frischer Tat ertappt wurde, weil sie mit höchster organisatorischer Effizienz nach im Dunklen und absoluter Stille vollbrachter Tat spurlos aus der Gegend verschwinden.  Außer der Schweizer Polizei jagt auch niemand die Täter, obwohl sie insgesamt Schäden in Millionenhöhe verursachen (was wieder irgendwie an die Goldman-Sachs-Geschichte erinnert – auch dort sind Mathematiker im Spiel, auch dort findet keine Strafverfolgung statt – allerdings sind die Schäden um ein vieltausendfaches höher).

Es wäre doch eine hochinteressante Geschichte, welche Organisation hier versucht, die Menschheit zum Narren zu halten – und das mindestens über ein Vierteljahrhundert hinweg.  Immerhin haben wir es hier – wie bei Goldman-Sachs – mit einer internationalen Verschwörung zu tun, die gezielt und absichtlich einen Mythos produziert, der zu äußerst irrationalen Deutungen einlädt: das scheint mir schon mehr als grober Unfug zu sein.

Was aber tun „wir“, die Gemeinschaft der Umerzogenen?

Wir fragen gar nicht mehr weiter.

Das auf der Basis von Magnetronen schon EMP-Waffen entwickelt worden sind, erfährt man nur nebenbei durch Wikipedia, das diese Waffen für manch einen unerklärlichen Stromausfall der letzten Jahre verantwortlich sein kann, muss man sich selber denken, das die USA solche Waffen schon längst besitzen (siehe Spiegel aus dem Jahre 2003), wir aber nicht erfahren, wo und wie die heute schon im Einsatz sind, soll uns nicht weiter interessieren. Vielleicht sind sie ja schon 1965 angetestet worden, als es im Zusammenhang mit dem „großen Stromausfall in Nordamerika“ zu unerklärlichen Blitzen über Syracuse kam (siehe Wikipedia). Syracuse? Ja, genau dort gibt es eine US-Militärbasis, die auf sich aufmerksam machte, als sie für ihre Anlage Röhrentechnologie aus der Sowjetunion beziehen musste (siehe Wikipedia), Röhrentechnologie, die – wie man heute weiß – gegen EMP-Impulse unanfällig ist.

Wir gewöhnen uns halt an eine Kultur, die durch einen ökonomischen Putsch die Grundwerte des christlichen Abendlandes vernichtet, die Nachfragen verhindert und jedes kritische Denken als „esoterisch“, „verschwörungstheoretisch“ oder „hysterisch“ brandmarkt.

Was kaum einer merkt: wir befinden uns da ganz akut in einem System, das die Psychopathologisierung des weltanschaulichen Gegners wie selbstverständlich handhabt … obwohl wir doch wissen, das dies ein Merkmal menschenverachtender, stalinistischer Systeme war: wer Dinge für möglich hält, die ausserhalb der staatlich definierten Weltsicht existieren, kann einfach nur geistig krank sein (… während gleichzeitig die räuberischen Goldmänner als Leistungsträger und Helden des Marktes gefeiert werden).

Die Realität dieser stalinistischen Systeme in unserem Alltag ist uns aber inzwischen so in Fleisch und Blut übergegangen, das wir sie gar nicht mehr bemerken: Umerziehung und Wirklichkeitssteuerung haben eine perfekte Scheinwirklichkeit aufgebaut, die nur gelegentlich am Rande von anderen nicht vordefinierten Wirklichkeiten gestört wird … zum Beispiel durch Kornkreise, Ufos, Nahtodeserfahrungen, religiöse Erlebnisse oder philosophischer Reflexionen, denn all das hat in der Goldman-Sachs-Welt keinen Platz.

Unabhängig davon, ob es nun El-Kornkreisaida, Erdgeister oder Weltraumtouristen waren, die dort Spuren im Sand (bzw. im Korn) hinterlassen haben, fordern diese Kreise unsere Wissenschaft zu Erklärungen heraus … Erklärungen, die letztlich zeigen, das wir uns auf einem wissenschaftlichem Niveau bewegen, mit dessen Hilfe man auch beweisen könnte, das die Erde eine Scheibe ist.

Noch ein Schmankerl dazu? Die Seite „Wissenschaft im Dialog“ steht mit hehrem Anspruch im Netz:

Weil Wissenschaft und Forschung die Lebensbereiche aller Menschen tiefgreifend verändern, bringt die Initiative Wissenschaft im Dialog (WiD) Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Menschen aller Altersgruppen und Bildungsgrade ins Gespräch und engagiert sich für den Austausch und die Diskussion über Forschung in Deutschland.

Wer schreibt dort einen „wissenschaftlichen“ Artikel über Kornkreise und erklärt mit zehn Sätzen ein Phänomen, für das US-Forscher immerhin schon Mikrowellenwaffen ins Spiel bringen?

Der Einzelhandelskaufmann Werner Walter (siehe Wikipedia), der mit seinem „unwissenschaftlichem“ und „polemischem“ „Ein-Mann-Netzwerk“ seit Jahren einen Kreuzzug gegen alles mögliche führt.

Mag es sein, das unsere wissenschaftliche Elite angesichts dieses Niveaus wirklich in den Untergrund abgetaucht ist und nur noch über Kornkreise mit uns kommuniziert?

Denkbar wäre es.

Zurück jedoch von dem kleinen Exkurs über ein umstrittenes Randphänomen der menschlichen Wahrnehmung, das im Prinzip erstmal an sich völlig bedeutungslos ist (nebenbei bemerkt: was würde sich für uns eigentlich ändern, wenn dort im Korn keine Geheimorganisation tätig ist, sondern jugendliche Aliens, die auf ihren Weltraumsurfbrettern mal eben bei den „nackten Affen“ halten, um ihnen einen Schabernack zu spielen … so wie unsere Kinder schon mal einem Hund einen Knochen an den Schwanz binden, damit der sich zu ihrer Belustigung selber jagt) hin zu der Bedeutung, die die Behandlung dieses Phänomens für die Widerstandskraft der menschlichen Gesellschaft hat.

Umerziehung und gesteuerte Wirklichkeiten machen es möglich, das mit dem heutigen Urteil der Karlsruher Richter zum ESM (siehe Spiegel) die Schleusen für grenzenlose Transaktion europäischer Steuergelder in Goldman-Sachs-Regionen geöffnet werden (bei gleichzeitigen üppigen Gehalterhöhungen für Beamte in Europa und Deutschland – siehe Welt) …. und die deutschen Bürger trotzdem nicht die Goldman-Sachs-Niederlassungen stürmen – obwohl ARTE die Verschwörung gegen den europäischen Wirtschaftsraum detalliert aufgezeigt hat.

So erklärt sich, warum deutsche Bürger seit Jahren Unverschämtheiten von Politik und Wirtschaft schlucken, ohne auf die Barrikaden zu gehen … und man merkt, warum ein vergleichsweise harmloses Phänomen die Wurzeln des Systems angreift – eines Systems, was via Goldman-Sachs die Vermögenswerte des europäischen Kontinents abgreift.

Beschäftigen wir uns nämlich zu sehr mit alternativen Realitäten, könnten wir womöglich auf die Idee kommen, das die Goldman-Sachs-Realität gar nicht so alternativlos ist, wie Kanzlerin und Wirtschaftswissenschaft uns glauben machen wollen.

Insofern … sind die Kornkreismacher echte Widerstandskämpfer, die sehr zum Denken anregen.

Eigentlich seltsam, das die nicht von Europol gesucht werden … allein schon wegen der systematisch hervorgerufenen Ernteschäden in Zeiten knapper werdender Nahrung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die letzten 100 Artikel