Sozialromantiker

This tag is associated with 4 posts

Donald und Dagobert

Ein lesenswerter Artikel aus der Telepolis:

Die gegenwärtige Verteilung des Geldes in der westlichen Welt ist so gerecht wie die Vermögensverhältnisse zwischen Donald und Dagobert Duck – von den Entwicklungsländern ganz zu schweigen. Wie viel Geld Dagobert bunkert, weiß niemand so genau. Doch die Zahlen der realen Welt sprechen für sich: In Deutschland zum Beispiel besitzen die oberen 10 Prozent über zwei Drittel des Gesamtvermögens. Schlimmer noch: Die reichsten 0,1 Prozent (also weniger als 70.000 Bundesbürger) horten knapp ein Viertel des Gesamtvermögens. Und um die Zahlenspiele weiterzutreiben: Die oberen 0,5 Prozent (also um die 350.000 Bundesbürger) besitzen gemeinsam so viel Vermögen wie die unteren 90 Prozent (also um die 63.000.000 Bundesbürger).
[…]
Purer Neid auf die Reichen? Mitnichten. Denn selbst die Reichen haben – wenn sie eins und eins zusammenzählen können – erkannt, dass solche Abgaben [Steuern] notwendig sind, wenn das System nicht kollabieren soll: Wenn Warren Buffett und gleichgesinnte Milliardäre eine Reichensteuer fordern, dann machen sie das nicht nur aus Barmherzigkeit. Vielmehr wissen sie, dass der heutige Turbokapitalismus zwangsläufig die Finanzsysteme und damit auch ihre eigenen Vermögen und Firmen ins Straucheln bringt. Wenn die unteren 99 Prozent nichts in der Tasche haben, können sie auch nicht das konsumieren, was die oberen 1 Prozent verkaufen wollen. Die westlichen Regierungen – zumal unsere lethargische Bundesregierung – haben dieses Angebot freundlich-liberal ausgeschlagen … und jammern uns allabendlich in den Nachrichten vor, dass kein Geld zur Verfügung stehe. Bullshit!

Weiterlesen…

Atheismus: unwissenschaftlich, unmoralisch, undemokratisch, grausam und selbst nur ein dunkler Gott

Samstag, 12.1.2013. Eifel.  Philosophie hat eine ganz konkrete Aufgabe im Kanon menschlicher Wissenschaften. Sie kümmert sich (schon immer) um die ersten und letzten Dinge, um die Frage: wo kommen wir her, wo gehen wir hin – und was machen wir hier überhaupt? Es gibt viele Themen, die die Philosophie erschließt und die im Nachhinein von ihren Kindern übernommen werden: Physik, Mathematik, Chemie, Biologie, Hermeneutik, Ingenieurwesen  sowie der ganze Bereich der „Geisteswissenschaften“ sind ursprünglich aus der einfachen, philosophischen Frage entstanden: wo sind wir hier eigentlich? Wer sind wir? Und was machen wir hier? Antworten auf diese Fragen gibt es reichlich. Ob sie richtig oder falsch sind, können wir nicht beurteilen – wir hätten die Fragen nie gehabt, wenn wir das könnten. Daraus kann man eine gewissen Beliebigkeit bei der Wahl seines Weltbildes ableiten – wie es ja heute auch geschieht. Der religiöse Bereich ist der Mentalität des Konsums unterworfen, wodurch er aus dem Bereich der Philosophie heraustritt und in das Reich der Beliebigkeit hineintritt: dort darf man an alles glauben, das Disney produziert. Es gibt jedoch eine dieser Anschauungen, über die wir trotzdem Aussagen machen können: den Atheismus – oder seine kriminelle Form, den Antitheismus. Er ist grober Unfug. Gröbster Unfug sogar – aus der strengen Sicht der Erkenntnistheorie. Und außerdem: ziemlich gefährlich, wenn er Hand in Hand  mit dem primitiven und unreflektiertem Materialismus.

Doch fangen wir erstmal mit der Erkenntnistheorie an. Dieser Bereich ist sehr komplex, über „Wahrheitstheorien“ sind ziemlich viele umfangreiche Bücher geschrieben worden. Wir können es uns aber auch einfach machen und starten die Diskussion im 17. Jahrhundert. Dort starteten unsere Naturwissenschaften – erst später stellte man fest, das der Mensch vielleicht auch mal Gegenstand der Untersuchung sein könnte und es folgten die Geisteswissenschaften.

Prinzipiell gibt es nur zwei Möglichkeiten für Menschen, „Wissen“ zu sammeln: entweder wir bekommen es durch Beobachtung (das ist – die von Bacon vorbereitete Position Lockes) – oder aber (so Descartes) durch Nachdenken. Die darauffolgende Diskussion dauert bis heute an, füllt Millionen von Seiten – ändert aber nichts daran, das diese beiden Prinzipien aus naturwissenschaftlicher Sicht unsere einzigen Wahrheitsinstrumente darstellen (das wir Emotionen auch als „Wahrheitsinstrument“ anerkennen können und müssen, würde hier zuweit führen: das ist eine noch sehr moderne Sichtweise, die – hoffentlich – zukünftige Generationen bei der Wahrheitsfindung anleiten wird).

Damit ist die Debatte um den Atheismus schon zu Ende. Rational zeigen uns die Gottesbeweise, das wir ohne irgendeine Art von Ursache, die die unglaubliche Fähigkeit hat, sich aus sich selbst heraus zu bewegen, das Universum nicht  denken können. Empiriker halten das gleich für eine Schwäche des Geistes – haben aber eine ähnliche Schwäche … bzw. ein ähnliches Problem. Sie müssen eine Unzahl von Geister- und Dämonensichtungen für wahr nehmen, weil sie belegbar Bestandteil der Naturbeobachtungen der Menschheit sind. Der Rationalist hält das für völlig verrückt … und verweist gleich auf die Schwäche der Sinne: sie können sich täuschen.

Der Materialismus (als besondere Form des Atheismuskomplexes, der unter anderem auch Elfengläubige erfasst, die aber die Existenz des christlichen Gottes ablehnen) macht es sich hier besonders bequem: er handelt einfach unwissenschaftlich und setzt willkürlich eine „Wahrheit“. Das kann man machen: die schlimmsten Verschwörungstheoretiker arbeiten genauso, haben aber eine Qualität, die der Atheismus nicht hat: sie berufen sich auf Dinge, die beobachtbar sind – und rational nachvollziehbar. Alles was die Rationalisten an Fragen am Rande der menschlichen Existenz auffinden, hält der wissenschaftliche Materialismus für Geistesschwäche, alles, was an Beobachtungen stört, für völlig verrückt.

Solche geschlossenen Beweiszirkel sind in der Philosophie schon lange bekannt: aber diskutiert mal mit einer Horde, ausgebeuteter, wütender, hasserfüllter Arbeiter die mit roten Fahnen vor dem Werktor stehen und meinen, der Kampf gegen den Gedanken „Gott“ sei Teil des Kampfes gegen ihre asozialen Fabrikführer. Natürlich haben sie aus einer gewissen Perspektive Recht mit ihrer Anschauungen: lange Zeit war es für den Adel Tradition, das der Zweitgeborene der Kirche gehört – sie haben die Kirche schlicht und einfach gekapert um sich Gott zu unterwerfen, in dessen Namen sie dann fürchterliche Kriege geführt haben. Quelle des Übels ist aber hier der Adel – nicht Gott.

Mit solchen Beweiszirkeln kann man alles beweisen, was man will. Wenn ich sage: die Farbe Rot gibt es nicht – so kann ich das beweisen. Alle die, die Rot sehen, haben eine Geistes- oder Sinnesschwäche, alle die, die mir irgendwelche Farbspektren erklären wollen, sind schlicht und ergreifend verrückt, denn es gilt: Rot gibt es nicht.

So beweise ich alles: das der Mond aus grünem Käse ist, wir alle nur im Traum eines wahnsinnigen Gottes leben, das Merkel ein Alien ist, Deutschland eine souveräne Demokratie, das es keine rechten Winkel gibt oder die Erde eine Scheibe ist – für solche „Methodik“ ist das kein Problem, sie kann wirklich ALLES beweisen.

Und alles, was so bewiesen wird, ist falsch, weil es willkürliche Setzungen von Wahrheiten sind. So arbeiten Diktatoren, aber so arbeitet nicht die Wissenschaft – weder die rationalistische noch die empiristische.

Jetzt kommen wir natürlich in ein gefährliches Fahrwasser, weil der neugierige Leser jetzt wissen will: wenn Atheismus grober Unfug ist, heißt das dann, das es den lieben Gott gibt?

Nun – diese Frage kann ich nicht beantworten … und würde mich auch nicht auf die Seite der widergöttlichen Mächte stellen, die ganz klar wissen, wir Gott aussieht. Widergöttliche Mächte? Ja, was die Vorstellung von Gott betrifft, so gelten in dem hiesigen Kulturkreis ganz klare Regeln (an die sich der Adel natürlich nicht gehalten hat – als Speerspitze der widergöttlichen Mächte war das zu erwarten: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst haben die wohl nie im Leben praktiziert – damals wie heute tanzen sie lieber um das Goldene Kalb):

1. „Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.“

Ja, das war ihm wichtig. Oder ihr. Oder es. Keinen Baal, dem man Kinder in Feueröfen opferte (war damals Alltag), keinen „Führer“, keinen Gottkaiser, keinen „Fortschritt“ und keinen „Markt“. Eine weise Botschaft, eigentlich, denn diese Götter fordern – so lange wir denken können – Menschenopfer. Auch heute noch verlangt der Mammon (wir nennen den nicht so – aber die Bibel würde ihn so nennen) aus ganz vernünftigen Gründen die Reduktion des Menschengeschlechtes um einige Milliarden Seelen … und da diese Seelen keine Kinder Gottes mehr sind, sondern aus einem chaotischen Urschlamm zufällig entstandene Schädlinge, die keine Daseinsberechtigung haben, wenn sie zu schwach sind (oder arbeitslos oder Juden  oder Armenier oder Kurden oder Christen oder Moslems oder alt und krank), spricht auch rein rational nichts dagegen, sie zum Schutze des eigenen Wohlstandes zu opfern – oder sie, wie in Griechland, bis aufs Blut zu quälen.

2. „Du sollst dir kein Gottesbildnis machen, das irgendetwas darstellt am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde.“

Auch das war ihm wichtig. Wichtiger als der arbeitsfreie Samstag, das Verbot von Raub und Mord war ihm die Tatsache, das man gefälligst aufhören sollte, Religionen zu formen, die ganz klar wissen, wie das  „Jenseits“ aussieht.

Toller Gott, oder? Kommt daher und sagt: habt Euch lieb und macht Euch um mich keine Gedanken. Die Atheisten der griechischen Philosophie haben ähnlich gedacht. Und da kommt jetzt das politische Instrument des Atheismus (ja, ich urteile jetzt – und verweise auf die Ursprünge) und sagt: der hat keine Ahnung, den „gibt“ es gar nicht … wobei sie hier ein Urteil fällen, das purer Nonsens ist. Gott als höchster von Menschen zu denkender Gedanke (noch etwas größer als alle Universen zusammengenommen) ist kein Gegenstand der Welt des „Seins“ – also kein Objekt der Naturwissenschaften, das man beliebig zersägen, zerlegen oder spalten kann (und das ist auch gut so, denn genau das würde unsere machtbesessene „wissenschaftliche“ Kultur mit ihm machen), er ist auf jeden Fall und unwiderlegbar ein Objekt im menschlichen Geist – also ein Objekt der Geisteswissenschaften. Trotz aller Allmachtsphantasien des modernen Materialismus gibt es ein paar Dinge, die sich seiner Machtausübung entziehen … eins davon ist fast jedem Menschen bekannt  – man nennt es Liebe, ein anderes ist der Hass … und beide richten mehr Schaden an als alles Religiöse zusammen (was dafür spräche, den Geisteswissenschaften mehr Geld zu geben, damit die Haßprediger in Militär und Politik  nicht die Welt mit den Werkzeugen der Naturwissenschaftler zersägen, zerlegen, spalten und zerfetzen, bevor wir uns überhaupt bewußt geworden sind, was wir hier wollen).

Aber wie schön wäre es, wenn die Menschen „Atheismus“ als „wahr“ anerkennen (ja, das darf man, das ist im Reich der unwissenschaftlichen Beliebigkeit erlaubt: Ufos, Spukgeister und ein Mond aus grünem Käse – alles kein Problem, wenn man nur will), denn dann … kann man ihnen andere Götter geben, denen sie hinterher laufen – und ganz schnell vergessen sie, das Nachfolge Christi bedeutet, das man alles verkaufen sollte, was man hat – und den Armen geben. DIESER Gott mochte nämlich keine Armen, laut der Legende hat er sogar extra seinen Sohn heruntergeschickt, um das nochmal ganz ausdrücklich klar zu machen: liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst – und nicht: beute ihn aus, so gut Du kannst. Nicht umsonst wurde er … gekreuzigt.

Und jetzt merken wir: Atheismus ist nicht nur eine kleine, pubertäre Spinnerei von Individuen mit Allmachtsphantasien … er ist politisch und gesellschaftlich extrem gefährlich, weil er das gesamte moralische Fundament der Zivilisation untergräbt, alle Grundlagen eines sozialen Miteinanders in Frage stellt.

Sicher, wir haben ein Grundgesetz, das unser Verhältnis zu Gott klar zum Ausdruck bringt:

Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen […] hat sich das Deutsche Volk […] dieses Grundgesetz gegeben.

Und das geschah sehr überlegt und weise – aufgrund der Erfahrungen, die man mit einem anderen gottgleichen Wesen gemacht hat, das die „Vorsehung “ persönlich an die Spitze des deutschen Staates gestellt hatte … mit entsprechenden Ergebnissen: Menschenmassenopfer.

Das ist nichts weniger als die unabdingbare Anbindung unserer Gesellschaft an den Gedanken eines höchsten „Guten“. Wie Angriffe auf die Verfassung, Wünsche zu ihrer Veränderung  zu beurteilen sind, kann jeder selbst beurteilen. Im Prinzip, dem Sinn entsprechend: alles satanistisch (sofern wir Satan als Gegenteilbegriff zu Gottes Willen zulassen wollen).

Wir erleben das alles am eigenen Leibe – als Volk. Je weiter wir uns von dem an Gott gebundenem Grundgesetz entfernen, umso verharzter und verschuldeter werden wir … und umso unmenschlicher. Wie Immanuel Kant schon erkannte: die Vernunft als solche kann zwar moralische Regeln aufstellen … zeigt aber eine gewissen Schwäche bei der Frage: und was bringt mir das jetzt, wenn ich mich so verhalte, das meine Verhaltensmaximen jederzeit Gesetz eines Staates werden können – ich aber keine Millionen damit verdiene, während andere mit Menschenhandel und brutaler Ausnutzung der Not der Menschen superreich werden?

Was also wollen atheistische  Strömungen, die Gott (und in Folge auch seine Gebote) in Frage stellen?

Eine Förderung der Unmoral, die letztlich in Kindermord, Kinderprostitution und Lagerhaltung endet, weil alle moralischen Grenzen gefallen sind – wie man aktuell am Beispiel der Kirche sehen kann.

Jetzt wird es völlig verrückt, wird mancher denken: die Kirche als Speerspitze des Atheismus?

Antwort: siehe Gebot 1 und 2. Die verstoßen jeden Tat dagegen, kennen Gebote Gottes besser als er selbst, predigen Wasser und saufen Wein und haben natürlich auch kein Problem damit, die Kanonen jeder Seite zu segnen. Für Innenansichten der Kirche empfehle ich den Roman des ehemaligen Vatikanmitarbeiters und Papstvertrauten Malachi Martin („Der letzte Papst“), der dort schon in den neunziger Jahren die Kindermißbrauchsnetzwerke beschrieb, die jetzt allgemein bekannt geworden sind – die satanischen Gruppen, von denen er berichtete, sind aber noch nicht so weitläufig bekannt.

Hexenverbrennungen, „Ketzer“-Morde, Ablassbriefe und ein Hauptsitz, der voller Prunk und Pracht nur so glänzt lassen sich kaum in Einklang bringen mit jenem Gott, der im Verständnis des „Erfinders“ dieses Begriffes (das Judentum) das Heilige des Lebens selbst präsentiert, jenen göttlichen Hauch (Ruach), der überhaupt erst Lebendigkeit in die Materie bringt (ein Bild, mit dem wir schon wieder gegen das zweite Gebot verstoßen haben).

Nun – die Bibel ist kein Fax Gottes. Mag sein, das es einen Moses gab, der mit konkreten Anweisungen (oder altbekannten sittlichen Ideen) von einem Berg stieg, aber der Rest ist von Menschen geschrieben worden, die ihre eigenen Interessen haben.

Jetzt ist mancher sicher völlig verwirrt: wenn denn die Atheisten unrecht haben, die Theisten aber auch – was ist denn dann wahr?

Nun – hier sind wir im Kernbereich der Philosophie.

Was wahr ist, können wir nicht sagen, noch erkennen. Unsere Sinne sind zu beengt, unser Verstand zu unerfahren, das wir das Universum verstehen könnten. Daran wird sich auch in tausend Jahren nichts ändern (auch wenn es die Kirche in dem Zeitraum schaffen könnte, den Einfluss des Adels und des Kapitals aus sich herauszuwaschen – wenn sie das überhaupt wollte). Wir müssen uns also ENTSCHEIDEN, in welchem Rahmen wir leben wollen.

Anders geht es nicht.

Also entscheiden wir uns … zwischen einer Welt, die sinnlos und ziellos aus einer chaotischen Ursuppe entstanden ist – oder einer Welt, die liebevoll und gut durchdacht ein Spielfeld darstellt, in dem menschliche Seelen die Erfahrung materieller Existenz machen dürfen.

Das erste Bild wurde übrigens schon mal plastisch dargestellt: in der dunklen Mythologie des Howard Phillips Lovecraft hat der atheistische Materialisms eine Gestalt bekommen: Azathoth, der blinde und wahnsinnige Dämonengott, den man sich unter anderem als permanente Nuklearexplosion vorstellen kann … ein Zustand, dem die Kultur des wissenschaftlichen Materialismus  und Atheismus hier und jetzt schon möglich gemacht hat.

Das zweite Bild … entspricht eher einer freien, glücklichen Hippiekultur, die mit allen Sinnen das Leben genießt, weil sie weiß, das es gut ist und das sie vom Urquell des Seins geliebt werden.

Also … ich habe da als vernünftiges, rationales Wesen kein Problem, mich zu entscheiden und zu dieser Entscheidung mit aller Konsequenz zu stehen (und das ist im Übrigen die wahre Bedeutung des Wortes „Glauben“ – dort, wo man nicht urteilen kann, vernünftige Entscheidungen zu setzen … wenn man muss).

Die Frage, wie Gott jetzt aussieht und wie er zu Homosexualität steht (oder zu anderen völlig bedeutungslosen Themen) kann ich nicht beantworten – ich will ja den widergöttlichen Mächten keine Dienste leisten. Wenn Gott gewollt hätte, das wir darüber Bescheid wissen, dann wüssten wir es schon – ich schätze mal, es gehört zu den Spielregeln dazu, das wir hier unten keine Ahnung haben sollen. Würde die Ergebnisse des Experimentes verfälschen.

Was ich sagen kann, beschränkt sich auf geisteswissenschaftliche Methodik der Hermeneutik, auf vergleichende Religionswissenschaften, auf Ergebnisse der Nahtodesforschung und die religionsübergreifenden Erfahrungen der Mystiker, die zum Beispiel Jesus als Zenbuddhist begreifen … oder als Zauberer in der Tradition der Huna, die dereinst im Norden Marokkos anzutreffen waren, letztlich aber auf Hawai gelandet sind.

Wir können davon ausgehen, das die Zerstörung des Empfangsgerätes (wie beim Fernseher) nicht das Ende des gesendeten Programmes bedeutet – einige Fälle im Bereich der Reinkarnation sind dermaßen gut dokumentiert und rational anders nicht erklärbar, das wir eine gewissen Wahrscheinlichkeit dafür annehmen können. Dasselbe gilt für die Existenz des Geistes nach dem Tod (so wie ein Autofahrer noch weiter Autofahrer  ist, obwohl er aus dem Auto ausstieg). Ebenso bedeuten die reproduzierbaren Erfahrungen der Mystiker, das es auch im hier und jetzt eine gewisse Wahrscheinlichkeit mit einer begrenzten Kommunikation mit dem Transzendenten, Jenseitigem geben könnte (bekannt sind da Erfahrungen aus dem Bereich der Mathematik, des Gebetes, der Meditation oder einfach nur dem Bereich der emotionalen Schau der Welt) – hier rate ich aber nicht zu einem Urteil, sondern einfach mal zur Erarbeitung konkreter persönlicher Erfahrungen – wobei wir einen letzten Bereich betreten, der mir noch am Herzen liegt.

Atheisten und Materialisten betrachten sich selbst gerne als Speerspitze der Aufklärung, der Rationalität und der Vernunft (was wir jetzt schon in Ansätzen widerlegt haben) und sie wähnen sich aber auch als ein kleines Häuflein Auserwählter in einem Meer von Idioten.

Genau das Gegenteil ist aber der Fall.

Aus philosophischer Sicht kann ich nur jenen „Gläubigen“ als Gläubigen anerkennen, der:

a) empirische nachvollziehbare Hinweise für sein Weltbild hat oder

b) hinreichend gut durchdachte nachvollziehbare rationale Gründe dafür vorweisen kann.

Beides ist aber außerordentlich selten – und wird auch immer seltener. Quer durch alle Kulturen finden wir gemeinsame Aussagen über Techniken der Begegnung mit „Gott“ (schon diesen Namen zu gebrauchen, ist im strengen Sinne widergöttlich … weshalb ich hier mal anmerke, das ich das sehr ungern tue): dazu braucht es vor allem Stille und eine nur mit strenger Disziplin zu erzeugende Gedankenleere … d.h., man muss sein Denken in einen Zustand bringen, wo es außerhalb von Worten funktioniert.

Einfach mal einen Selbstversuch machen: einfach mal „Gott“ denken, ohne das dabei Bilder auftauchen – in unsere Kultur für den Normalbürger fast unmöglich. Unsere (satanische?) Kultur ist voll von Bildern von Gott … dafür sorgt allein schon Hollywood. Und Stille? Wann haben wir die das letzte Mal vernommen?

So sehe ich mich also einer Kultur gegenüber, in der der „Gläubige“ eine außerordentliche Seltenheit geworden ist … und schon verstehe ich, warum unsere Zivilisation so degeneriert. Konzentrationslager, Hexenverbrennungen (ja, die sind ein Produkt der „Neuzeit“- nicht des Mittelalters, wie es gern aus Propagandagründen behauptet wird), Atombomben, Giftgas, antibiotikaresistene Keime, Umweltvernichtung, Massenmorde … all das sind Teile einer Kultur, die sich gegen den Gedanken „Gott“ entschieden hat. Nicht de jure, aber de fakto … und das letztere ist, worüber Philosophen Urteile fällen.

Sonst könnten wir ja auch einfach glauben, das Deutschland 2013 der Gipfel dessen ist, was an demokratischer Gesellschaft überhaupt möglich ist – oder das ich der König der Welt bin, weil ich das gerade jetzt behauptet habe.

Nun habe ich viel belegt – Atheismus ist unwissenschaftlich, unmoralisch, undemokratisch und selbst ein dunkler Dämon … aber eins fehlt noch: das grausame.

Nun – Religion ist doch Opium für das Volk, oder? Das kann man sogar nachvollziehen – das ist eine Wirkung religiöser Gedanken.

Ich sehe aber keinen Grund, den an der Welt leidenden Menschen, der kleinen, verarmten, hungernden Rentnerin auch noch ihr Schmerzmittel zu nehmen, um sie völlig dem auszuliefern, was wir so selbstherrlich die „moderne“ Gesellschaft nennen – das wäre grausam und gemein.

Aber Menschen ohne Entscheidung für ein „gutes“ (nicht mehr hinterfragebares moralisches und ethisches)  Leben haben damit kein Problem – nicht nur das: ihr eigener, dummer, blinder und tauber Idiotengott ergötzt sich an diesen sinnlosen Grausamkeiten … und auf einmal erahnen wir auch, woher diese Illusion vom „Teufel“ ihren Ursprung hat: es ist nichts weiter als die entschiedene Abwendung von der Idee des „Guten“.

Und was ist jetzt dieses Gute?

Die unwiederbringliche Entscheidung, das wir letztlich über „gut“ und „böse“ nicht urteilen können, ebenso wenig wie über Gott, das Jenseits und die Existenz jenes Stuhles, auf dem wir gerade sitzen.

Wofür wir uns aber entscheiden können, das wir diese Reise von Geburt zu Tod vernünftigerweise gemeinsam unternehmen, ohne uns gegenseitig zuviel unnütze Probleme zu bereiten, in dem wir den anderen umbringen, seine Regelsätze zu niedrig berechnen oder ihn aus der Gemeinschaft ausstoßen, weil wir seine Rohstoffe für uns allein haben wollen. All das können wir zurecht teuflisch nennen, satanisch, widergöttlich, grausam, unmoralisch und gemein … und der höchste von Menschen zu denkende Gedanke gibt uns als „Gott“ sogar Recht.

Leider … sind die, die versuchen, ihm trotz der erkennbaren menschlichen Schwächen entschieden zu folgen in der absoluten Minderheit, die Mehrheit entscheidet sich für andere Verhaltensweisen … und deshalb auch gegen Gott.

Nun ist dieser Artikel jetzt schon wieder viel zu lang geworden fürs Internet, aber er wäre fast umsonst geschrieben, wenn man nicht aus seinen Erkenntnissen heraus einige Feststellungen treffen würde – und sie nochmal deutlich unterstreicht:

1. Ja, die Hippiekultur des „Love und Peace“ war in der Tat (im Prinzip) eine Wiederkunft Christi – aus kulturwissenschaftlicher Sicht, nicht aus der Sicht der Amtskirchen

2. Ja, jeder, der anderen vorwirft, sie seien „Sozialromantiker“, ist ein grausamer Diener Satans. Man sollte ihn auch fairerweise so nennen, damit ihm selbst ganz konkret bewusst werden kann, auf welchen Pfaden er gerade lustvoll wandelt.

3. Nein, Gott hilft nicht beim Einparken; Gebete nützen nichts beim Lottospielen, noch bei Bewerbungen, Aktienkursen oder der Erreichung von Kriegszielen. Wäre dies so … wir bräuchten das ganze Ereignis „Leben“ nicht, sondern würden uns nur noch in unfreien, gottgewollten Routinen bewegen. Wer will das schon – außer der NWO und ihren dunklen Aposteln.

 

 

 

 

 

 

Comedy in Deutschland 2011: Sozialromantik im Kanzleramt, Idiotierausch im Volk

Comedy in Deutschland ist inzwischen so lustig, wie mit Panzerketten geistig behinderte Kinder zermalmen, Rollstuhlfahrer über Minenfelder schicken oder Napalmbomben über Wohngebiete mit durch Gesetz und Staatsgewalt verminderter Kaufkraft abzuwerfen. Inzwischen schaffe ich es locker, zwei Stunden Comedy über mich ergehen zu lassen, ohne auch nur einmal mit dem Mundwinkel zu zucken - es sei denn, die "Witzchen" sind so gut, das mir das Essen wieder hochkommt. Die Zeiten, wo man für eine Eintrittskarte intelligente Unterhaltung bekam, wo man sich als Politiker, Banker oder Wirtschaftsverbrecher mit einer eisernen Rüstung gegen beissenden Spott rüsten musste, sind vorbei, serviert werden jetzt "Zoten" und "Fäkalhumor", anstelle einer Rüstung braucht man "Speitüten".  Finanziert wird die Zerrüttung ethischer Grundsätze, moralischern Empfindens und sozialer Standards durch die üblichen Verdächtigen ... man darf sich jedoch dabei nichts denken.

Comedy in Deutschland ist inzwischen so lustig, wie mit Panzerketten geistig behinderte Kinder zermalmen, Rollstuhlfahrer über Minenfelder schicken oder Napalmbomben über Wohngebiete mit durch Gesetz und Staatsgewalt verminderter Kaufkraft abzuwerfen. Inzwischen schaffe ich es locker, zwei Stunden Comedy über mich ergehen zu lassen, ohne auch nur einmal mit dem Mundwinkel zu zucken – es sei denn, die „Witzchen“ sind so gut, das mir das Essen wieder hochkommt. Die Zeiten, wo man für eine Eintrittskarte intelligente Unterhaltung bekam, wo man sich als Politiker, Banker oder Wirtschaftsverbrecher mit einer eisernen Rüstung gegen beissenden Spott rüsten musste, sind vorbei, serviert werden jetzt „Zoten“ und „Fäkalhumor“, anstelle einer Rüstung braucht man „Speitüten“.  Finanziert wird die Zerrüttung ethischer Grundsätze, moralischern Empfindens und sozialer Standards durch die üblichen Verdächtigen … man darf sich jedoch dabei nichts denken.

Würde man sich dabei etwas denken, wäre man sofort: „Verschwörungstheoretiker“ – würde also zu jenen Menschen gehören, die zum Beispiel im Falle eines Mordes erstmal fragen: wem nützt es, wer hatte ein Motiv, Tatwaffe und Gelegenheit – anstatt den vorbestraften Erben und gierigen Nutznießern kritiklos zu glauben, das es sich dabei um die Tat eines nierenkranken Asylbewerbers aus Afghanistan handelt.

In einem Land mit dem Humor eines Mario Barth darf dieses jedoch nicht mehr hinterfragt werden. Wer einen solchen Humor hat, wird von den dreieinhalb Millionen Millionären in Deutschland reich gemacht und hat gute Chancen, mit weiterer Millionärsunterhaltung im Jahre 2020 ebenfalls zu einem solchen zu werden.  Gäbe es nämlich in den USA eine superreiche jahrhundertelang gewachsene Kaste von einflussreichen superreichen Menschen, die etliche Billionen Dollar selbst besitzen und die Verteilung vieler weiterer Billionen Dollar durch manipulierte Computerprogramme steuern und so weltweit Einfluss nehmen, so wäre diese Kaste natürlich nicht doof sondern auch superschlau: sie könnten sich die intelligentesten Köpfe dieser Welt einfach kaufen und durch gezielte Förderung des dystopischen Materialismus auch jene letzten Idealisten neutralisieren, die aus Sorge um ihr Seelenheil im Jenseits lieber Nächstenliebe praktizieren würden – was einfach ist, ist doch soziales Miteinander dem Menschen an sich in die Wiege gelegt.

Weil sie schlau sind (oder die schlauesten Köpfe kaufen können) würden sie die Welt der Worte, Bilder und des Humors mit Gülle überfluten, damit man die Perlen darin gar nicht mehr finden kann: Zoten und Fäkalhumor wären nur ein Ausdruck dieser Welle der Dysinformation, die einen überrollen würde. Gleichzeitig würde man auch alle jene Dampfplauderer finanziell fördern, deren Sarrazinaden und Bohlereien dem Volk klarmachen, wo es langgeht: es ist dumm, überflüssig, faul, gefrässig und kann überhaupt nicht singen.

Man schaue nur TV: für solche Botschaften ist Geld in Massen da, wird ganz bewußt unter Ignoranz aller volkswirtschaftlichen Folgen in den Äther gepustet, inzwischen 24 Stunden lang auf dutzenden von Kanälen rund um die Welt. Man muss schon ein sehr hartnäckiger Eigenbrödler sein, um von dieser Nachrichtengülle nicht in die Kanalisation gespült zu werden, aus der dann letztlich die Comedy quillt.

Gäbe es diese Superreichen, die einfach nur aus Lust an der Macht, aus reiner Geilheit an Machtentfaltung und Machtausübung und euphorisierendem Überlegenheitsgefühl heraus Politik, Märkte und Meinungen manipulieren würden, dann müssten wir den ehemaligen Staatssekretär von Bülow ernst nehmen, hier bei Heise:

Am Ende des unpopulär gewordenen Vietnamkriegs musste die CIA vor den Kongressausschüssen zugeben, dass mindestens 400 Journalisten weltweit zu ihren Diensten stehen. Mit Sicherheit auch in unserem Land. Bezeichnenderweise verloren die Abgeordneten, die damals maßgeblich für schonungslose Aufklärung gesorgt hatten, vor allem die Vorsitzenden Pike im House und Church im Senat des Kongresses, bei den nächsten Wahlen ihre Parlamentssitze.

Wenn die damals ein Vermögen von X hatten und heute ein Vermögen von X hoch hundert, wieviel Journalisten, Blogger und Comedians können die sich dann heute leisten, ohne auch nur an die Portokasse gehen zu müssen?

Die Zahl geht gegen unendlich. So wundert es ja in diesem Lande nicht, das das „Sturmgeschütz der Demokratie“ auf einmal gegen kritische Frager schießt, nochmal von Bülow:

Ja und mich gewundert, wie man als angeblich kritisches Nachrichtenmagazin so infantil, hämisch, charaktermordend Leute niedermacht, die sich zunächst ja nur die Mühe gemacht hatten, all die Ungereimtheiten aufzuzählen, die die amerikanische Regierung sich bis heute weigert aufzuklären. Und diese sich zu Bergen häufenden Ungereimtheiten führen natürlich dazu, dass viele völlig zu Recht sich Gedanken darüber machen, wie sie das Puzzle – unter Beachtung des „Cui Bono“, wem nützt, wem schadet der Vorgang – anders zusammenzusetzen versuchen. Das mögen Regierende nicht und daher wird dann in letzter Not die Blendgranate der Verschwörungstheorie gegen die eingesetzt, die dem amtlichen Treiben auf die Spur zu kommen versuchen. Den Narren vom deutschen Nachrichtenmagazin Der Spiegel bleibt es dann aus vermutlich wohlerwogenen Gründen vorbehalten, diese Blendgranate gegen die Kritiker auch hierzulande einzusetzen.

Und die Comedians repräsentieren hier vortrefflich den so geschaffenen Zeitgeist, der die Hinterfragung von Machtausübung an und für sich mit einem Tabu belegt: wir stehen stramm und salutieren, grinsen gehorsam über Behinderten- und Frauenwitze.

Heil Hitler ist wieder sehr modern geworden – na, was haben wir denn auch damals gelacht. Wer kennt nicht jene lustigen Witze darüber, wie Juden ganz sicher aus Ausschwitz entkommen können (durch den Schornstein … GRÖÖÖÖHL – und obwohl das deutsche Volk ja nichts von der Judenvernichtung wusste, konnte es schon damals über diese Witze vortrefflich ablachen). Würde man damit Geld machen können – unsere Comedians würden da keine Hemmungen haben, die Truppenunterhaltung der Zukunft ist wieder gesichert.

So wird auch die Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte indirekt in den komödiantischen Schmutz gezogen und zum Zwecke der Förderung des Zotenhumors zu Klopapier verarbeitet, während die wirklichen Komiker im Kanzleramt sitzen und Politik versuchen.

Gut zu wissen, das Superreiche ihren Reichtum niemals zum Zwecke der Machtdemonstration einsetzen werden, sie werden keine palastartigen Villen auf Gründstücken errichten, die die Größer kleiner Staaten haben, fahren keine 500-PS-Automonster, verseuchen die Umwelt nicht zusätzlich mit Privatflugzeugen, demonstrieren ihre Macht nicht auf Luxusyachten vor afrikanischen Hungerküsten und sie erhöhen auch nicht willkürlich die Zinsen für Kredite an ohnehin notleidende Länder. Superreiche sind nämlich gute Menschen – so denken sich jedenfalls die Komiker im Kanzleramt die Welt.

In Wirklichkeit sind Superreiche Sozialromantiker – und wer das nicht glaubt, ist ein Verschwörungstheoretiker. Deshalb brauchen wir uns auch nichts dabei denken, das der im Superreichencamping gern gesehene Helmut Schmidt nun den in superreichen Bilderbergerkreisen kürzlich erst stolz herumgereichte Peer Steinbrück zum Kanzlerkandidaten ausruft, das die Börse unter US-Führung zu einer „Räuberhöhle“ ohne jeden Kontakt zur Realwirtschaft gemacht wurde, die gegen jeden durch harte Arbeit erwirtschafteten Euro zehn stellt, die als hypothetisches Konstrukt durch den Äther wandern und deren „Nebenwirkungen“ Politiker und Märkte ratlos und verunsichert zurücklassen. Es ist eben auf einmal Magie im Spiel – Finanzmagie, die dazu führen wird, das Deutschland 2020 Verhältnisse kennenlernen wird wir Griechenland 2011. Soviel saufen tun wir eh´ schon – und bei den Schulden, die wir gerade exzessiv aufhäufen, ist das auch kein Wunder: soviel Idiotie ist nur noch im Suff zu ertragen.

Der Wohlstand eines ganzen Kontinents ist in Gefahr … doch dürfen wir wirklich noch fragen, wem das nützt? Wer so fragen würde, wird von den Sozialromantikern im Kanzleramt, in den Medien und den Parteien als „Verschwörungstheoretiker“ abgestraft, der sich wirklich vorstellt, das die guten edlen Reichen mit ihren 500-PS-Boliden, Privatjets und Luxusyachten Geil auf Machterhaltung, Machtentfaltung und Manipulation sind so wie reiche deutsche Komiker Geil auf Frauen- Ausländer- Rentner- Arbeitslosen- und Behindertenwitze.

Und obwohl die Perspektive des Kanzleramtes und der deutschen Medien auf die Welt der Superreichen voller sozialromantischer Klischees steckt (muss ich als Beispiel einfach mal den Namen „Guttenberg“ erwähnen?) und sie dort eine Welt voller wirklich selbstloser, herzensguter, ehrlicher, edler und hilfreicher Menschen erblicken, verfinstert sich der Blick dieser Meinungsbildnerkaste sofort, wenn man darauf hinweist, das das Kind eines deutschen Arbeitslosen von 2,67 Euro am Tag ernährt werden muss, während es gleichzeitig 22 Euro am Tag aufbringen muss, um die Ziele der deutschen Millionärszüchtung für 2020 zu erreichen, zusätzlich aber mit 68 Euro pro Tag an den Staatsschulden von 2010 beteiligt wird.

Hier verdreht sich auf einmal die Welt und die amtierenden Sozialromantiker projezieren ihre Naivität in die Welt hinaus: Sozialromantik wird Schmähwort. Nun – wie gezeigt, wissen sie, wovon sie reden – ist doch ihre Sicht auf Weltpolitik und die ethisch-moralische Qualität der Halbgöttersphäre der Superreichen voller romantischer Klischees.

Letztlich jedoch – ist Sozialromantik als Schmähwort ein Angriff auf die Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte, die wir seinerzeit nicht verfasst haben, weil wir träumerisch soziale Utopien herbeiphantasierten, sondern weil uns die Jahre von 1933 – 1945 gezeigt haben, das uns NUR DIESE RECHTE vor den Gräueln der Konzentrationslagern schützen können – nur die … und sonst nichts.

2011 sind wir also schon wieder ein deutliches Stück näher an diesen Lagern dran – ein wie eine Jagdtrophäe ausgestellter afrikanischer Despot zeigt, das die europäische Aussenpolitik inzwischen ein Niveau erreicht hat, das den Superreichen gefällt und dem Niveau deutscher „Comedians“ entspricht – sowohl denen im Fernsehen als denen im Kanzleramt.

So stellte sich auch ein Adolf Hitler seinen Umgang mit politischen Gegnern vor, die „Comedians“ definieren täglich neue Zielgruppen für ihren Spott, die auch ihm ein Dorn im Auge waren (außer Juden, wohlgemerkt – das funktioniert augenblicklich noch nicht so gut in Deutschland, dafür müssen die Superreichen nochmal eine Weile Verständnis haben) und das Volk verfällt in einen suizidalverdächtigen Rausch der Idiotie. Einfach mal Frau Sybille fragen:

Es scheint, als habe sich die Bevölkerung der westlichen Welt in einem Kanon vereint, der ablehnt, was den Verstand trainieren könnte, der Geld als den einzigen Wert akzeptiert und schlechte Kunst, schlechte Bücher, schlechte Filme braucht, um sich besser zu fühlen, überlegen zu fühlen. Aber da ist nichts Überlegenes, da ist nur noch verbittertes Pflichterfüllen, jeden Bissen 36-mal kauen, gut einspeicheln, zehn Liter Wasser trinken und danach betroffen in den Fernseher schauen, irgendeine Hartz-IV-Doku wird da schon laufen.

Und in der Hartz-IV-Doku sehen wir dann die Arbeitslosen mit ihren 500-PS-Boliden, Privatflugzeugen und Luxusyachten. Da die guten Superreichen immer mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren, müssen es ja die Arbeitslosen sein, die als Konsumenten dieser Machtsymbole auftreten – wir wissen ja, das ihnen Ethik, Anstand, Schamgefühl und soziales Denken völlig abgehen, weshalb gerade sie solche Symbole gerne benutzen, um dem Rest der Menschheit zu zeigen, wie klein, nichtig und überflüssig sie eigentlich ist.

Und so ist der Comedypreis 2011 der Indikator für den Grad des Idiotierausches in Volk und Kanzleramt.

Der geht zu auf „Vollrausch“ – es folgt das Koma, wenn die EU die Rechnung präsentiert.

 

 

 

 

Rechtlose und ihr nicht wahrnehmbarer Protest und ihre Ohnmacht!

Nun ist also die Neuorganisation der Armut Gesetz, wenn auch nur vorübergehend.

Und dennoch ist alles beim ALTEN geblieben. Der Protest fand, wie sonst auch, zum großen Teil im Internet statt. Die Wenigen, welche ihren Protest nach Außen getragen hatten, konnten sich glücklich schätzen, wenn ihnen ein Beitrag durch die SOZIALKÄMPFER des Internet gewidmet wurde. Das kann auch daran gelegen haben, dass die fleißigen Forenschreiber und Autoren keine Kenntnis von öffentlichen Aktionen hatten. Somit hat man auch keinen Anspruch darauf, dass man darüber berichtet. Den SOZIALKÄMPFER des Internet wurde und wird es auch nicht leicht gemacht in der Berichterstattung. Erinnert sei an den angekündigten heißen Herbst 2010. Höhepunkt sollte eine Bundestagsbelagerung zur Gesetzesverabschiedung am 26. November sein. Zu der kamen dann allerdings „nur“ 3000 Menschen. Eine für den 18.Oktober geplante Bankenblockade in Frankfurt am Main war wegen mangelnder Resonanz abgesagt worden. Der vom DGB und Linken angekündigter Massenprotest wurde ein Desaster. Und wer ist Schuld , dass so wenige den Ruf der Gewerkschaften und Linken gefolgt sind ?
Die BUNDESREGIERUNG natürlich!
Gregor Gysi, Fraktionschef der Linkspartei, hierzu:

„Es ist eine Gemeinheit der Regierung, die Sozialkürzungen im beginnenden Winter zu beschließen, sonst wären wir zehnmal mehr gewesen“

Kalte Füße statt heißer Herbst !

Eine schöne Beschreibung und Ablenkung des eigenen Versagens von Gewerkschaften und Parteien, „Sozialen“ Initiativen und der verschiedenen Gruppen von Erwerbslosen .

Und das erklärt natürlich auch, dass der Protest überwiegend im Internet stattfinden und nicht auf der Straße !

Ich kann mich noch an unsere letzte Aktion erinnern. Und das mitten im Winter . Unter den Motto: „ GEGEN SOZIALE KÄLTE – ZIEHT EUCH WARM AN“ hatten wir auf einen Flohmarkt in Dresden einen Stand aufgebaut. Hierbei wurden selbstgestrickte Socken, selbstangefertigte Flyer und sonst einiges an Material verteilt.
In Vorbereitung dieser Aktion kam Lob von allen Seiten. Der Eine und Andere sicherte direkte Unterstützung zu, die dann aber aus „terminlichen Gründen“ nicht eingehalten werden konnte. So haben wir 5, in Worten Fünf, unverbesserliche, unbelehrbaren Spinner (wie wir auch teilweise genannt werden) die Aktion durchgezogen.
Na ja, eigentlich waren wir ja gefühlte Zwanzig „Sozialromantiker“, Rechtlose mit nicht wahrnehmbarer Macht . Und wir werden auch in Zukunft weiter machen.

Wenn es Politikern gelingt, den SOZIALKÄMPFERN den Zugang zum Internet zu verwehren, dann werden HUNDERTTAUSENDE ihren Platz am PC verlassen müssen , um auf der Straße ihren Protest öffentlich zu zeigen.

Zum Schluss noch ein Zitat von Anne Seeck, veröffentlicht in trend onlinezeitung Ausgabe 02/10 :

„ Wer hätte es gedacht, im Jahr vor Einführung von Hartz IV gab es die größten Demonstrationen von Erwerbslosen in Deutschland, die sogenannten Montagsdemos. Aber dieser Protest, der auf die Straße getragen wurde, konnte nichts ändern. Hartz IV wurde eingeführt. Die letzte große Aktion war Agenturschluß, am 3.1.2005. Dieser wurde von der radikalen Linken organisiert, sogenannte erwerbslose Normalbürger kamen kaum noch, sie hatten resigniert. Seitdem ist der Erwerbslosenprotest eingeschlafen. Ruhe herrscht im Land. Von einigen Ausnahmen abgesehen, wie der Zahltag in Köln …“

Mehr ist nichts zu sagen !

Frank Ullrich
Dresdner Sozialwacht

Die letzten 100 Artikel