Solidarität

This tag is associated with 8 posts

Deutschland am Vorabend des nächsten Weltkrieges

Dienstag, 28.3.2018. Eifel. Wie schreibt man in diesen Tagen von einem Krieg, der kommen wird? Am besten gar nicht. Es wäre nutzlos. Einerseits würde es kaum jemand glauben, denn: politische Analysen wurden während der Ära Merkel schon längst durch Parolen ersetzt – wie es in Kriegszeiten üblich ist. Wir stellen uns nicht mehr der Frage: „wie geht es uns als deutschsprachige Gemeinschaft im Herzen Europas“ sondern folgen dem Aufruf: „Deutschland ginge es noch nie so gut wie jetzt und ist deshalb ein Land, in dem wir gut und gerne leben“. Wer anderer Meinung ist, ist ein Wehrkraftzersetzer, ein Aussätziger, ein vogelfreier Ausgestossener, ein Verschwörungstheoretiker, ein Sozialromantiker … früher nannte man das einfach kurz und knapp „Judenfreund“. Oder gleich „Jude“. Andererseits – weiß es doch schon längst jeder, dass der neue Krieg kommen wird. Wir warten doch alle nur noch auf den Moment, wo gezielt ein Anlass geschaffen wird. Es ist schon längst nicht mehr die Frage, ob er kommen wird, sondern nur noch: wo und wie er ausgetragen wird. Wird man die nukleare Karte ziehen? Nun – was meinen Sie, warum es „Mini-Nukes“ gibt? Alles verseucht? Ach, kommen Sie: Hiroshima und Nagasaki sind wieder blühende Städte – und haben wir nicht alle die finstere Wahrheit aufgesogen, dass es viel zu viele Menschen gibt – Menschen, die nichts anderes machen, als den ganzen Tag die Erde kaputt zu machen? Ja: diese Botschaft haben Sie doch schon selbst längst gefressen – und ich habe sie erst kürzlich aus dem Munde eines zehnjährigen Grundschülers vernommen: „Kriege sind doch eigentlich gut, sie machen, dass es weniger Menschen auf Erden gibt. Ohne Kriege währe hier schon alles voll“. Stimmt zwar nicht – trotz 70 Millionen Toter haben die letzten Kriege das Bevölkerungswachstum kaum geschwächt – aber ist fest verankert im Bewusstsein der Jugend von heute – der ökologisch denkenden Jugend.

Ach – kommen Sie: Sie denken doch genau so. Das ist doch die flankierende Botschaft, die die Falken in den USA schon lange verbreitet haben: der Mensch ist ein Schädling auf diesem Planeten – und was man mit Schädlingen machen muss – selbst als Ökobauer – wissen wir doch alle. Schauen Sie nach Frankreich: dort sind 70-80 Prozent der Feldvögel verschwunden (siehe Spektrum) – und Sie würden ehrlich weinen, wenn ein paar Nazis, ein paar Arbeitslose, ein paar Rassisten oder ein paar Spekulanten weniger auf der Welt wären? Das glauben Sie doch selbst nicht.

Ja – wir hatten letztens schon mal darüber gesprochen, dass die Elite Schach spielt – und nicht Fussball. Fussball ist unser Ding: jemand wirft ein Thema auf den Platz und wir treten drauf los. Schach jedoch — denkt viel weiter, umfangreicher, berücksichtigt alle Möglichkeiten, Züge und Gegenzüge … wobei aktuell die Diskussion über Züge und Gegenzüge der Gegner im Bereich der Verschwörungstheorien anzusiedeln ist, ja, geahndet wird sogar der Gedanke, es könnte überhaupt so etwas wie Gegner der deutschsprachigen Gemeinschaft in Europa geben. Es sei denn: die Regierung hat gerade mal wieder einen ausgerufen.

Der aktuelle ist der Putin, verantwortlich für schlechtes Wetter, unangenehme Wahlergebnisse, alle Krisen im Nahen Osten, den Dieselskandal und die schlechten Renten … um nur ein paar der Untaten des Antichristen auf Erden zu nennen. Nein – ich selbst halte ihn nicht für den Antichristen, ich halte ihn für einen besonnenen, ruhigen Schachspieler, der weiß, dass er absolut verloren hat und gegen den Untergang kämpft – einen Untergang, der absolut unvermeidlich ist … und den er ohne das Ausspielen der atomaren Karte nicht wird verhindern können. Russland hat noch nie zivile Ziele mit Atomwaffen angegriffen, ja, Russland hat – soweit ich weiß – auch keine Flächenbombardements gegen Großstädte durchgeführt, die ganze russische (und auch die deutsche, italienische und japanische) Luftwaffe war gar nicht mit Maschinen für solche Einsätze ausgestattet – die Briten jedoch schon. Der viermotorige Bomber mit vielen fetten Bomben an Bord eignet sich auch kaum für etwas anderes, so hoch wie er fliegt, kann er seine Ziele gar nicht mehr sehen. Die Briten produzierten in den dreißiger Jahren viele davon – als wüssten sie schon, was kommen wird.

Die Züge auf dem Schachbrett zum Kriege sind äußerst raffiniert – und müssen es auch sein. Immerhin will jeder – sogar ein Hitler hat darauf geachtet – als Saubermann dastehen. Ja – denken Sie nur an den gefakten Überfall auf den Sender Gleiwitz, der Auslöser des Zweiten Weltkrieges wurde: eine False-Flag-Operation zwecks Täuschung der Weltöffentlichkeit. Man steckt einfach deutsche Soldaten in polnische Uniformen, läßt die ein wenig Krawall machen (siehe Welt): schon gibt es Grund zur Empörung und zum Krieg. Besonnene hätten gefragt: warum sollte die polnische Armee einen Krieg durch einen Überfall auf einen Minisender beginnen anstatt in breiter Front vorzurücken und in einem Blitzkrieg den deutschen Osten zu erobern … aber Besonnene waren schon damals Verschwörungstheoretiker und Putinversteher.

Es ist schon fast verrückt zu nennen, dass wir immer noch auf solche Geschichten hereinfallen. Die gibt es nur bei offiziell anerkannten Diktatoren, meinen Sie? Nein, die gibt es auch in Deutschland, in der demokratischen Bundesrepublik, siehe die Geschichte vom Celler Loch (siehe NDR):

„Am 25. April 1986 – drei Wochen vor der Landtagswahl in Niedersachsen – macht die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ mit einer unglaublich klingenden Geschichte auf: Der Anschlag auf die Justizvollzugsanstalt Celle sei komplett inszeniert gewesen. Doch was Journalist Ulrich Neufert in seinem später preisgekrönten Artikel aufdeckt, entspricht der Wahrheit. Beamte legten die Bombe, Minister waren ihre Auftraggeber, der Verfassungsschutz sekundierte. Höchste Regierungskreise vom niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht bis zum damaligen Bundesinnenminister Werner Maihofer waren eingeweiht, Gefängnisdirektor Paul Kühling sowieso.“

Deutsche Beamte sprengen in deutsche Gefängnisse Löcher, um es den Linken in die Schuhe zu schieben. Fragen Sie sich jetzt auch, was die eigentlich sonst noch so machen, um Politik zu manipulieren? Und wer da alles noch von weiß? Verschwörung pur – doch darüber Theorien zu bilden – verpönt.

Aber auch die großen Demokratien – das Mutterschiff aller planetaren Demokratien, die USA – folgt Hitlers „Gleiwitz-Weg“, die „Kriegslüge von Tonkin“ war Auslöser des entsetzlichen Vietnamkrieges (siehe Zeit):

„Vor 50 Jahren ließ US-Präsident Johnson Nordvietnam bombardieren. Den amerikanischen Albtraum lösten „fabrizierte Geheimdienstberichte“ aus, wie auch spätere US-Kriege.“

Staaten, in denen so etwas möglich ist, darf man wohl mit gutem Recht als gescheiterte Demokratien bezeichnen – was zumindest schon mal ein erster Schritt in die richtige Richtung ist. Die Existenz solcher Ereignisse (und die aufgedeckten Verschwörungen dürften wohl nur die Spitze des Eisberges darstellen: es ist schon ein gigantisches Ausmaß an krimineller Energie nötig, um sie zur Ausführung zu bringen) ist nun ja auch die legitime Grundlage jeglicher Verschwörungstheorie, die ihren Namen verdient und sauber und gründlich mit Lügengebilden aufräumt, die Krieg in die Welt bringen wollen – kein Wunder, dass die Kriegstreiber ihre Dienste losgeschickt haben, die zivile Welt zu zerrütten, bevor man sie ins nächste Völkerschlachten führt.

Ja – eine Zerrüttung, die weite Kreise zieht und unter dem Tarnmantel „Esoterik“ ganz weite Kreise: „The Secret“ wird unter den armen und geknechteten Menschen als großes Geheimnis zu Reichtum und Ruhm gehandelt – und stammt nach jüngsten noch unbestätigten Meldungen aus US-Thinktanks (ja – ich mache hier mal auf „Mainstream“-Medien, werde mich aber dem Thema gezielter widmen, wenn mein Informant Details liefert): gedankliches Gift das Millionen von Menschen in gedanklicher und körperlicher Passivität verharren läßt, in einem Zustand, in dem sie nur noch um sich selber kreisen und wie Drogenopfer völlig apathisch an ihren Parolen feilen, um Geld und Glück anzuziehen. Ja – da bald Krieg ist – stellen Sie sich mal folgendes vor: ein Granatwerfer (so ein kleines tragbares Bombadiergerät) schießt auf ihr Dorf. Alle fünf Sekunden schlägt eine Granate ein, zerfetzt Frauen und Kinder (für Tierfreunde und Veganer zur Verdeutlichung: Hunde und Katzen). Was machen Sie nun? Nun: als Realist lauschen Sie auf den Abschussknall, sammeln ein paar Kollegen und gehen los, um die Täter robust zur Rede zu stellen. Als eingeweihter Träger des „Secret“ jedoch – bleiben Sie sitzen wo sie gerade waren und grübeln herum, was an Ihnen selbst so falsch ist (Gedanken, Gefühle, Glaubenssätze), dass sie diese Granaten anziehen. Irre, oder? Trotzdem Realität von Millionen, weshalb es ruhig bleibt auf den Straßen.

Als nächstes folgte die gezielte Zerschlagung der Solidarität durch Förderung aller noch so kleiner Unterschiede. Letztens sind mir „vegane Feministinnen“ untergekommen – und ich hatte es erst für einen Scherz gehalten. Warte jetzt auf die „lesbischen verganen Feministinnen mit bulgarischem Migrationshintergund und Hund aber ohne Katze“ … und bin mir insgeheim sicher, dass es sowas schon gibt: so wurde in den siebziger Jahren die ganze echte Linke zerschlagen – es gab gefühlt tausend kommunistische Sonderbewegungen, die sich hauptsächlich darum kümmerten, sich gegen andere kommunistische Sonderbewegungen wortgewaltig abzugrenzen, ganz nach dem Motto „so links wie wir ist sonst keiner“. Es gibt auch die aktive Bewegung zur Aufspaltung einer Gesellschaft in ihre Atome: sie arbeitet gerne mit der Parole „Querfront!!!!“ um alle Bewegungen zu unterdrücken, die eher wieder zu einem miteinander streben. Wissen Sie eigentlich, das „Querfront“ im Prinzip die pure Essenz von Demokratie ist? Das Miteinander mit denen, die man als krasse politische Gegner begreift – um anstehende Probleme zu lösen? Ich weiß: die Prinzipien sind das Reich der Philosophen – und nicht umsonst haben wir die still gelegt … dabei ist alles einfach nur eine Frage der Philosophie – d.h. jener Kernwerte, die ihr Handeln, ihr Denken, ihr ganzes Sein bestimmen und ihre Gefühle bestimmen.

Unser Bundespräsident ist sich dieser Problematik bewusst (siehe FAZ):

„Welten, in denen die Selbstbestätigung durch den Austausch mit Gleichgesinnten vorherrsche und alles ausgeblendet werde, was der eigenen Sichtweise widerspreche. Und: Welten, in denen die demokratischen Spielregeln oft nicht gelten – im Gegenteil: Organisiertes öffentliches Lügen sei zwar kein neues Phänomen, sagt Steinmeier, „neu aber ist die epidemische Verbreitung“ über die digitalen Medien.“

Nun – er spricht hier über die digitalen Medien – aber im Prinzip beschreibt er die aktuelle Lage der politischen Diskussion in Deutschland, die geprägt ist durch den Austausch von gleichgesinnten Putinhassern, die ihre organisierten Lügen über die Millionärspresse vervielfältigen. Letzteres ist jedoch gut – wenn das andere machen, ist es böse.

Schauen wir doch mal auf einen der letzten Eroberungskriege der USA. Der Tagesanzeiger in der Schweiz liefert in einem Artikel über die kriegstreibenden Superfalken in den USA interessante Details (siehe Tagesanzeiger):

„George W. Bushs Entschluss zur Intervention im Irak stand fest, bevor sich die Geheimdienste überhaupt an die Arbeit gemacht hatten. Denn der Einmarsch im Irak war eine Reaktion auf 9/11 und verdankte sich der Überzeugung des «Kriegspräsidenten» und seiner Koterie von Neokonservativen, dass nach den Scharmützeln in Afghanistan ein «richtiger» Krieg als Antwort auf den Massenmord in New York und Washington im September 2001 hermusste. Die Dienste lieferten mithin nur, was von ihnen erwartet wurde.“

Die Dienste lieferten was erwartet wurde – in diesem Fall einen Kriegsgrund in Form von frei erfundenen Massenvernichtungswaffen, der Millionen Menschen das Leben kostete.

Was liefern denn „die Dienste“ noch so – nach Tonkin und Vietnam? Nun – ich wüsste da schon was: zum Beispiel den Fall Skripal. Was war da geschehen? Nun – ein Musterstück an Geheimdienstarbeit. Angeblich – das Urteil stand wie beim Golf von Tonkin und den Massenvernichtungswaffen des Irak schon vorher fest – hat der Putin einen Agenten in Großbritannien vergiften lassen – mit Nervengas, dass es nur in Russland gibt. Was noch fehlte, war die Meldung, dass man Putins Ausweis am Tatort gefunden hatte. Das macht natürlich Riesensinn: einen MI6-Agenten, den man jahrelang in Gewahrsam hatte, mit Gift zu vergiften, dass eine eindeutige Spur zurückläßt … weil es ja undenkbar ist, dass US-Agenten oder andere Agenten des MI6 dieses Gas einfach mal für besondere Anlässe entwendet hatten.

Wissen Sie, welche Folgen der aktuelle Fall gerade hat? Großbritannien droht offen mit nuklearer Vergeltung. Ja – Theresa May ist Atommacht – und die Zeit berichtete heute morgen davon (siehe Zeit):

„Die Regierung in London droht indes potenziellen Angreifern mit umfassenden Maßnahmen. In einem Bericht zur Untersuchung der Sicherheitslage im Land, den Premierministerin Theresa May am heutigen Mittwoch vorgestellt wird, heißt es, Großbritannien werde dafür alle zur Verfügung stehenden Ressourcen einsetzen.“

Interessant auch, wie Frau May den Rest der Welt einbindet:

„Die britische Regierung habe ihren Partnern „Geheiminformationen von nie da gewesenem Niveau“ übermittelt, teilte ein hochrangiger Regierungsvertreter in London mit. Das sei Grundlage der vielen Ausweisungen russischer Diplomaten aus mehreren westlichen Staaten.“

Was von „Geheimdienstinformationen“ zu halten ist, wissen wir ja schon: die Dienste liefern nur, was erwartet wird. Das wäre schon super für die US-Falken: ein nuklearer Krieg zwischen Großbritannien und Russland. Zu weit gesponnen? „Make America Great Again“ – heißt deren Parole. Denken Sie, was unter der Parole schon alles Realität wurde – und das die USA vor allem durch Kriege groß geworden sind – Kriege, die Europäer unter sich ausgefochten haben. Warum sollte das heute anders sein?

Wenn Sie Krieg wirklich als illusorisch ansehen – und als viel geringere Gefahr als Diesel in Innenstädten oder die Vermännlichung der deutschen Sprache (es ist in der Tat ein Fortschritt, wenn wir in Zukunft von gefallenen „Soldat/innen“ reden als nur von zerfetzten Soldaten) – dann möchte ich ihren Blick mal nach Afrin lenken (siehe Spiegel):

„Im Schutze deutscher „Leopard“-Panzer vertreiben türkische Soldaten Hunderttausende Zivilisten aus Afrin, ziehen islamistische Milizionäre plündernd durch die Stadt. Die deutsche Außenpolitik hat versagt.“

Es sind Natotruppen die mit deutschen Panzern ein fremdes Land überfallen haben – und – um allem noch eins drauf zu setzen – fanatischen Menschenfeinden eine Großstadt zur Plünderung ausliefern – und ich wette, dass Sie noch nicht mal das zum Anlass nehmen werden, sich an den kommenden Ostermärschen für den Frieden zu beteiligen, denn „Frieden“ wurde – das haben wir die letzten Jahre am Beispiel der „Montagsdemos für den Frieden“ deutlich gesehen – als ein Begriff umgedeutet, der nur für Nazis von Interesse ist – ohne dass das im Prinzip jemanden störte oder auch nur ein einziger weiterdachte und merkte, dass eine Welt voller friedlicher Nazis eine Welt des Friedens wäre, ohne Rassismus, ohne Ausbeutung und vor allem: ohne Gewalt … und somit eine Welt, die wirklichen Nazis ganz und gar nicht gefallen würde, ist die Lust an der Ausübung von Gewalt gegen andere doch ihr höchstes, sie alle vereinendes Gefühl, weshalb die (angeblich ja als „Putinversteher“ geltenden) echten deutschen Nazis gegen Putin im Regiment Asow in der Ukraine kämpfen (siehe News.de).

Wird jetzt richtig kompliziert, oder? So kompliziert wie die Tatsache, dass der Brexit wohl nur durch gezielte Manipulationen der sozialen Medien möglich wurde (siehe Handelsblatt), während andere Medien sich – schon fast niedlich hilflos wirkend – lustig machen darüber dass die „Weltuntergangsuhr“ von führenden Nobelpreisträgern vorgestellt wurde (siehe DW) … weil sie die Welt so nahe am Abgrund sehen „wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr“ (siehe Spiegel).

Wie gesagt: es ist nur noch eine Frage, wie das große Völkermorden eingeleitet wird – durch irre Türken, die in ihrem großen Marsch zur Wiedererrichtung des Osmanischen Reiches (das dies gewollt ist, ist schon bekannt – siehe Spiegel) weiter russische Truppen angreifen (ja – wäre nicht das erste Mal, es geschah schon – siehe Spiegel), um in den Nachkriegswirren ganz groß zugreifen zu können? Oder durch neue „Geheimdienstaktivitäten“, die liefern, was gewünscht wird?

Wie es soweit kommen konnte? Nun – das ist eine Frage, die eigentlich auch Marxisten brennend interessieren müsste … denn ihre große Weltrevolution war eigentlich 1914 schon vorbei, als die Arbeiter aller Länder sich nicht vereinigten sondern in den bis dahin größten und vernichtendsten Krieg zogen, den die Menschheit bis dahin gesehen hatte. Bis heute haben wir keine Antwort darauf, wie das geschehen konnte – und warum es immer wieder geschieht. Vielleicht widmen wir uns der Frage nach dem nächsten Krieg?

Wenn wir uns wieder daran erinnern, dass nicht der Putin oder der Trump der Feind der Menschheit ist – sondern der Krieg selbst. Und das wir ihn nur verhindern können, wenn wir mit „dem Anderen“ reden und ihn verstehen – wie es die ursprüngliche Aufgabe aller Geisteswissenschaften war … während wir uns lieber den Naturwissenschaften ausliefern, deren einzige Antwort auf drohende Kriegsgefahr die Produktion von noch tödlicheren Waffen ist – wie schon seit hundertfünfzig Jahren.

Oder – wir machen mal was ganz Neues: senden Menschen in fremde Länder – ganz ohne Waffen. Menschen, die in Friedensarbeit ausgebildet sind, die Verständigung zwischen Menschen erzeugen, Verständnis für politische Ansichten entwickeln und lösungsorientierte Dialoge anstoßen … doch solche Menschen werden schon im Vorfeld als „Sozialromantiker“ deklassiert, weshalb der weltweite auch thermonukleare Krieg die einzige Möglichkeit bleiben wird, das Knäuel von Problemem aufzulösen, dass eine Hand voll Falken geknüpft hat.

Und der falsch denkende, falsch fühlende, umweltzerstörende, Fleisch essende dieselfahrende arbeitsscheue Parasit mit seiner maskulinen Sprache wird dabei auch wieder dezimiert – was wohl alle freuen dürfte.

PS: entgegen vielen hysterischen Meldungen der Presse (auch in der ersten Version des oben zitierten Artikels der Zeit) lebt der Ex-Agent Skrypale noch. Ändert nur nichts daran, dass die Maschine weiterläuft. Bezeichnend, oder?

 

 

 

 

 

Der Konsumzombie

Digital StillCamera

Sonntag, 30. 8. 2015. Eifel. Oft begegnen uns Begriffe, die regelmäßig Verwendung finden, doch nie näher erläutert werden. Einem dieser Begriffe wollen wir uns heute nähern, weil das Objekt, das mit ihm beschrieben wird, überaus gefährlich für den ganzen Planeten geworden ist. Gemeint ist der Konsumzombie, ein Geschöpf, das seit 65 Jahren zu beobachten ist und amerikanischen Labors der späten dreißiger und frühen vierziger Jahre entsprang. Doch wollen wir hier mal nicht vorgreifen und uns zuerst der Geschichte des Begriffs Zombie widmen.

Der Zombie – historisch

Zuerst trat der Zombie  in der Karibik auf – jedenfalls haben wir dorther die ersten Sichtungsberichte. Es handelte sich um tumbe Arbeitssklaven, um tote Menschen, durch hinterhältigen Zauber wieder zum Leben erweckt, die für ihren Meister zum Nulltarif auf den Feldern arbeiteten. Sie waren nicht sonderlich gefährlich, aßen eigentlich nichts, brauchten kaum Platz und waren auch sonst sehr genügsam. Sie neigten nie zu Aufständen noch griffen sie ihre Meister an, ihre intellektuelle Leistungsfähigkeit glich der eines gemeinen Kohlkopfes – und so wie er verbrachten sie auch den Tag, mit dem einen Unterschied, dass sie es noch schafften, die Felder umzugraben und andere einfach Aufgaben zu erfüllen. Geschaffen wurden sie durch Magie oder eine gefährliche Pilzmischung – da ist sich die Wissenschaft noch uneins.

1969 war dann das Geburtsjahr einer neuen Genertion von Zombies, die sich von den älteren Modellen vollständig unterschied. Äußerlich sahen viele von ihnen aus wie Leprakranke im Endstadium, viele befanden sich in Zuständen, die für einen normalen Menschen den sofortigen Tod bedeutet hätten – und doch bewegten sie sich weiter fort. Doch nicht nur um Aussehen unterschieden sie sich von dem älteren Modell, das höchsten mal unter Haltungsschwäche oder gebleichten Augen litt, auch ihr Verhalten war komplett anders. Sie waren zu keinerlei sinnvollen Tätigkeit mehr zu gebrauchen, gebaren sich dafür aber gegen Menschen außerordentlich aggressiv – in Form gezielter, andauernder kannibalistischer Angriffe. Gut, dass es sie nur in Filmen gab … obwohl uns einzelne Berichte aus den USA erreichten, dass gewisse Drogen zu ähnlichem Verhalten führte, doch hier ist die Datenlage noch äußerst gering. Wie so oft scheint es hier, dass die Visionsindustrie der Wirklichkeit ein wenig voraus war.

Wir mussten uns mit den historischen Bildern des Zombies beschäftigen, um uns dem letzten Zombie, der aktuellsten Variante, dem Konumzombie, verständlich zuwenden zu können, der – anders als die anderen – alles andere als harmlos ist.

Der Konsumzombie trat zuerst in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts auf,  jedoch erstmal nur – wie der kannibalische Zombie – auf den Leinwänden, gezielt in sogenannten „Werbespots“. Dort wurde er als ein Wesen dargestellt, dessen einziger beglückender Lebenssinn der Kauf von Produkten war. Anders als bei seinen Vorgängern können wir bei ihm deutlich sagen, wie er geschaffen wurde – nicht durch Magie, Pilze, einen Virus, dämonische Besessenheit oder außerirdische Genmanipulation, sondern durch ein Bündnis von Politikern, Militärs und Wissenschaftlern – Bündnissen, denen man schon immer zurecht das Schlimmste zutraute. Frank Schirrmacher beschrieb dies in seinem Buch Ego, auf das wir hier zum Zwecke des Nachlesens verweisen wollen. In der Tat dauerte es vierzig Jahre, bis die permanente Bestrahlung durch einfache Werbespots den erwünschten Erfolg hatte – weshalb wir den Konsumzombie auch zeitlich hinter den kannibalistischen Zombie verorten wollen, zu dessen Zeiten der Bürger noch zu Studentenrevolten in der Lage war. Anfang der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts jedoch folgte – wie bekannt – die weltweit um sich greifende Epedemie – der Konsumzombie eroberte Städte, Länder Kontinente. Verlassen wir nun den historischen Umriss des Themas und wenden uns der konkreten Beschreibung des Studienobjektes zu, dass von allen bekannten Zombiearten die Gefährlichste ist und in ihrem Verhalten apokalyptische Zukunftsvisionen denkbar werden läßt.

Der Konsumzombie – Aussehen und Verhalten

Wenn sich eins positiv über den Konsumzombie sagen läßt, dann ist es: er sieht von allen am Besten aus, unterscheidet sich nur gering von dem Auftreten natürlicher Menschen, viele Exemplare neigen sogar zu einer übertriebenen Pflege ihres Äußeren, um der inneren Verrottung entgegen zu wirken. Auch seine Leistungsfähigkeit ist für einen Zombie überdurchschnittlich: der Konsumzombie kann Maschinen bedienen, Dinge gezielt von A nach B befördern und verfügt über rudimentäre Reste der menschlichen Sprache, die er allerdings kaum noch zur Kommunikation gebraucht. Eher werden bei Begegnungen stereotype Laute ausgestauscht, so als ob sich der Konsumzombie noch daran erinnert, wozu früher die Begegnung von Menschen diente und dies instinktiv nachäfft.

Es gibt jedoch Ähnlichkeiten mit dem karibischen und dem kannibalischen Zombie, so dass der Kosumzombie seine eigentliche Herkunft nicht ganz verleugnen kann. Im Arbeitsverhalten gleicht er dem karibischen Modell, widerspruchslos erledigt er jede Art von stumpfsinniger Arbeit – auch schriftliche, ist also zu höherem Arbeitsniveau fähig. Immer braucht er einen „Chef“, einen Rudelführer, ohne den er völlig handlungsunfähig zu sein scheint. Das stumpfe Glotzen des karibischen Modells erscheint unter anderm, wenn höhere, nicht mehr vorhanden Denkkategorien gefordert sind, er zum Beispiel mit Begriffen wie „Freiheit“, „Frieden“, „Gerechtigkeit“, „Sicherheit“ oder „Mitleid“ konfrontiert wird. Darauf angesprochen, hört man oft keine Antworten oder es folgt eine unsinnige, sinnlose Aneinanderreihung von Worten, die oft mit großer Erregung ausgestoßen werden.

In seinem Verhalten gleicht der Konsumzombie jedoch mehr dem kannibalistischen Modell: er ist außerordentlich aggressiv gegen menschliche Wesen und auch – eine weitere erstaunliche Besonderheit – gegen die eigene Art. Auch der Begriff „Kannibalismus“ kann hier zum Tragen kommen, da der Kosumzombie keinerlei Hemmungen hat, seine Mitmenschen sämtlicher Lebensenergie zu berauben, die sich in seinem natürlichem Umfeld fast vollständig in „Geld“ ausdrückt. Anders als der kannibalistische Zombie findet er jedoch kein Ende, kein Halten. In der Verzehrung der Welt, in ihrem hemmungslosem Verbrauch schreitet er während seines ganzen Lebens immer weiter fort – und ist so die gefräßigste Art von allen.

Sein natürliches Lebensumfeld ist die Stadt, möglichst große, möglichst leblose Betonmassen finden seine Zustimmung, dort, im Gewimmel der Massen fühlt er sich wohl. Bekommt er viel Beute, zieht er sich im Laufe der Zeit gerne an den Rand der Stadt zurück, wo er sich einen künstlichen Hügel baut, in dem er alles verstaut, was er an sinnlosen Dingen angehäuft hat. Dort hat er auch gerne Rasen um sich herum, fein zurechtgestutzt, möglichst monoton in der Gestaltung, die regelmäßige Züchtigung des Rasens mittels lautstarkem brutalem Gerät ist ihm eine große Freude – doch nicht nur dort.

Um von A nach B zu gelangen hat er eine ganze Reihe lautstarker Maschinen angeschafft, die jegliche nachdenklich machende Stille aus seiner Existenz verbannt. Hier wird ein Überleben rudimentärer Hirnfunktionen zum Fluch: die schreckliche Stille im Inneren wird als unerträglich wahrgenommen und beständig übertönt durch Lärm im Außen, der in jeder Form – aber besonders gerne im Verkehr – zum Einsatz kommt. Der Traum des Konsumzombies ist eine von Rennstrecken durchzogene Welt, auf der er nach Herzenslust hin- und herfahren kann.

Die Aggressivität gegen menschliche Wesen äußerst sich nur selten in direkten Angriffen, der Konsumzombie ist eher Sammler als Jäger, eher Fallensteller als Krieger: erkennt er Wesen als feindlich an – also so ziemlich alles, was sein gedankliches Fassungsvermögen übersteigt – so verwehrt er ihnen lieber den Zugang zur Wasserstelle als sie im Kampf zu überwältigen. In seinem Willen jedoch ist er völlig vernichtend – der Tod einer halben Million unschuldiger Kinder zur Rettung seiner Lebensweise kommt ihm sehr gelegen … bzw. läßt ihn völlig kalt.

Während der Zerfall des kannibalistischen Zombies äußerlich deutlich zu erkennen ist, findet der Zerfall des Konsumzombies vor allem innerlich statt. Gleicht er äußerlich dem normalen Menschen sehr, ist er innerlich völlig verroht und verrottet, sämtliche menschlichen Wesenszüge sind erloschen zugunsten einer unermesslichen und nie zu befriedigenden Gier nach dem Verbrauch (dem Konsum) der Welt, einer Gier, die letztlich die vollständige Vernichtung der natürlichen Lebensräume aller irdischen Arten zur Folge haben wird … und zwar schon in siebenhundert Jahren, wenn zum Beispiel in Deutschland unter Beibehaltung der momentanen Landschaftsvernichtungsgeschwindigkeit jeglicher Boden zubetoniert wurde, um Platz für Höhlen und Maschinen der Konsumzombies zu schaffen. Der Konsumzombie ist die gefährlichste, vernichtendste Art, die je auf der Erde wandelte, selbst gefrässigste Raubtiere kommen seinem Vernichtungswahn nicht annähernd nahe – noch erreichen sie auch nur annähernd die Dimensionen der Vernichtung, in denen der Konsumzombie Jahr für Jahr neue Rekorde aufstellt.

Der Konsumzombie im Alltag

Zum besseren Verständnis des Forschungsobjekt wollen wir mal einen Blick auf den normalen Tagesablauf des Konsumzombies werfen. Der Tag beginnt für ihn nicht wie für normale menschliche Wesen, er liebt es, von seinen Maschinen aus dem Schaf gerissen zu werden. Er steht auf aus einem Bett, das ihm die Werbung vorschrieb, vollzieht Rituale im Bad, die ihm die Werbung vorschrieb, geht in die Küche, die ihm von der Werbung gestaltet wurde um dort denaturierte, von der Werbung befohlene Nahrung zu sich zu nehmen, die diejenigen Funktionen seines Körpers funktionieren lassen, die noch nicht abgestorben sind. Während des Morgenrituals empfängt der Konsumzombie beständig weitere Befehle aus Radio und/oder TV-Empfangsgeräten, ein kommunikative Chaos, das in ihm das Gefühl von Lebendigkeit entstehen läßt. Im Anschluß an dieses – jahrzehntelang gleiches – Ritual begibt sich das Objekt in seine Transportmaschine, um mit viel Krach und Gestank den Weg zum Platz des Arbeitsrituals zurück zu legen. Das Arbeitsritual wird ebenfalls von Maschinen geprägt, mehr als acht Stunden lang täglich (also doppelt soviel, wie für normale, geistig aktive Menschen im schöpferischen Lebensplan der Natur vorgesehen) läßt sich der Konsumzombie von seinen Maschinen beschäftigen, bis er gegen Abend wieder in sein trautes Heim zurückkehrt.

Dort verbringt er dann die restlichen Stunden des Tages vor einer Informationsmaschine, die ihm kontinuierlich weitere Konsumbefehle eingibt, die unser Objekt speichert und am Wochenende – seltener auch mal am Ende eines Arbeitstages – ausführt. Manchmal – wenn auch immer seltener – hat das Zombiemännchen auch ein Zombieweibchen, dass den Konsum für ihn erledigt, während er das stupide Arbeitsritual durchführt.

Geistig gesehen ist der Konsumzombie so inaktiv wie seine Vorgänger. Zwar ist er in der Lage, grobe Entscheidungen zu fällen, doch ist er schnell von jeder Art komplexerer Problemstellung überfordert, die mehr verlangt als ein „dafür“ oder „dagegen“. Jede Form des Diskurses, der produktiven Diskussion ist ihm unmöglich, Formen konstruktiver Problemlösung völlig fremd. Schwarz und weiß, gut und böse, an und aus – das sind Kategorien, die er bewältigen kann – wird es schwieriger, treten verschiedene Symptome der Überforderung auf – bis hin zu Gewaltausbrüchen, psychotischen Schüben oder völliger Stagnation.

Der Konsumzombie in Staat und Gesellschaft

Auch wenn der Konsumzombie im Alltag ein stupider Einzelgänger ist, der mit anderen lediglich in Form von standardisierten Ritualen über Wetter, Urlaub, Fussball und Allgemeinbefinden kommuniziert, so ist er in der Gruppe ein Herdentier, dass weitgehend standartisierte Kleidung und einheitliches Freizeitverhalten bevorzugt. Er ist sogar in demokratischen Gesellschaftsformen überlebensfähig – allerdings nur sehr unwillig, da er zur politischen Willensbildung nicht in der Lage ist. So erscheint sein Verhalten oft äußert paradox: hungern viele Millionen Menschen im Inland, so trachtet er, ihnen den lebensnotwendigen Rest an Versorgung ebenfalls abzuschneiden, weil sie ihm viel zu teuer sind. Strömen jedoch aus dem Ausland – aus den von seiner Kultur verheerten Ländern – Millionen von Flüchtlinge zu, so begrüßt er sie – so lange es vom Chef angeordnet wird – mit großer Freude und Begeisterung, ohne an die Kosten zu denken, die diese genauso wie seine notleidenden Mitmenschen im Inland verursachen. Verrecken jedoch noch mehr Millionen in ihren Heimatländern, so interessiert es ihn überhaupt nicht, eben so wenig ist er in der Lage, zu begreifen, dass es seine Maschinen sind, die das Elend überhaupt erst verursacht haben.

Politisch gesehen funktioniert er wie eine Maschine, kreuzt bei jeder Wahl das Gleiche an und hebelt so die Demokratie an ihren Grundfesten aus – sehr zur Freude seiner Meister, ohne die er – wie der karibische Zombie – völlig unfähig zur Gestaltung seines Lebens wäre. Zentrale soziale Grundwerte menschlichen Lebens gelten ihm als „Sozialromantik“, da er sie überhaupt nicht mehr begreifen oder verstehen kann, natürliche Werte wie Solidarität, Nächstenliebe, Mitleid sind ihm fremd wie die Fähigkeit zur Empathie – und hier gleicht er im Sozialverhalen völlig dem kannibalistischen Zombie.

Der Konsumzombie und die natürliche Umwelt

Während der karibische Zombie sich problemlos in die natürliche Umwelt einfügen läßt, der kannibalistische Zombie ausschließlich für menschliche Lebenswelten eine Gefahr darstellt ist der Konsumzombie die apokalyptische Bedrohung des 21. Jahrhunderts. Er entpuppt sich als wahrer Müllweltmeister und findet großen Gefallen daran, drei mal im Jahr in den „Urlaub“ zu fliegen um auch in fremden Ländern die gleichen Verheerungen wie in seinem natürlichen Lebensumfeld zu hinterlassen. Seine Maschinen sind Sondermüll auf vier Rädern, Sondermüll mit Flügeln oder Sondermüll mit großem Energieverbrauch, er frißt sich zwar nicht durch die Menschheit aber dafür durch sämtliche Arten seines natürlichen Lebensumfeldes. Seit seinem Auftritt sind ein großer Teil der Arten – sei es Tier oder Pflanze – ausgestorben oder akut vom Aussterben bedroht, die schier endlos erscheinenden Meere hoffnungslos verseucht, weite Flächen fruchtbaren Ackerlandes mit Müll zubetoniert, verödet oder ganz vergiftet, einst blühende Landschaften durch Trassen für Reisemaschinen sinnlos filetiert und zerschnitten, um die ständig wachsenen Megastädte, die sein natürliches Lebensumfeld bilden, miteinander zu verbinden. Seiner unermesslichen Verbrauchs – bzw. Vernichtungsgier sind inzwischen so viel Rohstoffe zum Opfer gefallen, dass sogar der Sand knapp wird.

Wir wissen, was aus der Erde wird, wenn es der Menschheit nicht gelingt, der Plage Herr zu werden: die Erde wird ein Spiegelbild des Mars werden, eine endlose, verdorrte, lebensfeindliche Wüste. Schon jetzt sind 35 Prozent der Landoberfläche Wüste – und jedes Jahr wird Fläche in der Größenordnung von Irland zusätzlich in Wüste verwandelt – von jenen Flächen, die zusätzlich zubetoniert werden, einmal ganz abgesehen. Die Ursachen der Verwüstung der natürlichen Lebensumwelt liegen einzig und allein in der Gier des Konsumzombies begründet: seine Verschwendung von Wasser, Wald, Pflanzen und Ackerboden vernichtet die Lebensgrundlage aller Lebewesen dieses Planeten.

Der Konsumzombie und die Zukunft

Die Zukunft sieht düster aus, auch wenn der Konsumzombie aufgrund seiner passiven Lebensweise kaum in der Lage ist, sich adäquat fortzupflanzen, also kaum Nachkommen zeugt, so werden durch gezielte Bestrahlung der Bevölkerung auch in Schwellen- und Entwicklungsländern stets neue Generationen erschaffen, die die ausgelöschten älteren Exemplare ersetzen. Wird er nicht aufgehalten, so ist die endgültige Verwüstung des Planeten innerhalb weniger Jahrzehnte nicht mehr aufzuhalten. Die einzige Hoffnung, die besteht, sind in Versuchen zu erkennen, die so degenerierten Lebensformen durch andersartige Bestrahlung zurück zu verwandeln, durch Werbespotts, die Lustgewinn durch aktives Mitleid, durch Empathie, Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft gegenüber den armen, alten, kranken und einsamen Menschen predigen anstatt Lustgewinn durch weitere Verwandlung natürlicher Ressourcen in hochgiftigen Sondermüll zu propagieren. Hier jedoch ist die Mitarbeit der Meister der Konsumzombies gefordert, jener hochkarätigen Köpfe in Militär und Wissenschaft, die ihn in den fünfziger Jahren geschaffen haben.

Von deren Kooperationsbereitschaft ist aktuell nichts wahr zu nehmen. Nicht auszuschließen ist, dass die Meister der Maschinen inzwischen selbst infiziert und somit zu eigenmächtigen Entscheidungen aufgrund differenzierten Denkens nicht mehr in der Lage sind.

Das wäre dann fatal.

 

 

 

 

 

 

 

 

Angerostet

Strasse der Solidarität

© Werner Menne

Deutschland 2013 – eine marktwirtschaftliche Leiche, regiert von sozialistischen Leichen

Freitag, 18.Januar 2013. Eifel. Es geht uns gut, oder? Uns als Gesellschaft, meine ich. Der DAX steigt unaufhörlich und unsere Wirtschaft bricht völlig zusammen: wir fühlen uns toll. Wir haben sogar die Muße, uns täglich auf Spiegel-Online Berichte über aktuelle Ereignisse in Fernsehformaten des Primatenfunks (man nennt das Format "Dschungelcamp", eine Wiederholung des alten Circus in Rom mit Mitteln der Moderne) anzusehen, die gleichberechtigt neben anderen Meldungen stehen:

Die Krise auf dem europäischen Automarkt verschärft sich massiv. Die Zahl der Neuzulassungen ist im Dezember um 16,3 Prozent gefallen. Im gesamten Jahr 2012 wurden so wenige Fahrzeuge verkauft wie zuletzt 1995.

Freitag, 18.Januar 2013. Eifel. Es geht uns gut, oder? Uns als Gesellschaft, meine ich. Der DAX steigt unaufhörlich und unsere Wirtschaft bricht völlig zusammen: wir fühlen uns toll. Wir haben sogar die Muße, uns täglich auf Spiegel-Online Berichte über aktuelle Ereignisse in Fernsehformaten des Primatenfunks (man nennt das Format „Dschungelcamp“, eine Wiederholung des alten Circus in Rom mit Mitteln der Moderne) anzusehen, die gleichberechtigt neben anderen Meldungen stehen:

Die Krise auf dem europäischen Automarkt verschärft sich massiv. Die Zahl der Neuzulassungen ist im Dezember um 16,3 Prozent gefallen. Im gesamten Jahr 2012 wurden so wenige Fahrzeuge verkauft wie zuletzt 1995.

Automobilindustrie ist unser größter Industriezweig – eine von vier Säulen der Industriegesellschaft, siehe Statista:

Für die deutsche Industrieproduktion sind vier Industriezweige von besonders großer Bedeutung. Bei denUmsatzanteilen der größten Industriezweige in Deutschland im Jahr 2009 führte die Automobilindustrie mit insgesamt rund 18,7 Prozent. Dahinter folgte der Industriezweig Maschinenbau mit etwa 14,6 Prozent, die Elektroindustrie mit circa 13,3 Prozent und die Chemische Industrie mit knapp 10,4 Prozent Umsatzanteil. DerUmsatz im Verarbeitenden Gewerbe betrug in Deutschland im Jahr 2008 insgesamt knapp 1,36 Billionen und im Jahr 2009 rund 1,09 Billionen Euro.

Der Niedergang ist seit Jahren beobachtbar – die Aussichten sind so düster, das nur noch göttlicher Beistand helfen kann, siehe deutsche Wirtschaftsnachrichten:

„Für den europäischen Automarkt kann man nur beten!“, sagt der Chef von Volvo, Håkan Samuelsson.

Es drohen neue Verwerfungen in der Gesellschaft, die Industriegesellschaft selbst stirbt – und was unternimmt die Politik dagegen? Sie erhöht den Druck auf Arbeitslose. Deutschlands Antwort auf die Auflösung der Industriegesellschaft ist: Hartz IV.

So lächerlich hat sich Politik in der Geschichte selten gemacht – und selten hat sie sich so hilflos gezeigt. Welches Geld sollen wir ausgeben, wenn nicht das, das wir durch die Industrie generieren? Die gleiche Hilflosigkeit zeigt sich bei den Alternativen: so schön und vielversprechend die Visionen von einem Grundeinkommen auch sind – wir reden hier real über die Ausgestaltung eines Betriebskindergartens in einer insolventen Firma!

Schauen wir noch ein wenig über den Tellerrand, bevor wir zu den Lösungen kommen, die die Krankenkassen schon längst praktizieren:

Aktuell droht den Eigentümern des Adlon-Hotels ein Totalverlust, siehe Spiegel. Eins der teuersten und beliebtesten Hotels in Deutschland steht vor dem Aus, weil … das Haus einem Fonds gehört, der ausgeplündert wird. Fünfzig Prozent des Wertes sind schon futsch, der Rest folgt. Einige Anleger aber werden sich freuen.

Wie „Fonds“ „zocken“, sehen wir gerade bei dem Kampf um Herbalife (siehe Spiegel), dessen Ergebnis jetzt schon feststeht:

Fest steht nur eins: Ackman und Loeb können nicht beide gewinnen. Einer von ihnen wird eine Menge Geld verlieren – und Herbalife möglicherweise seinen Ruf und seine Zukunft.

Während man hier noch zufrieden lächelnd im Sessel sitzen bleiben kann, weil das ganze Gezeter als fernsehreifer Zeikampf dargestellt wird, bleibt einem das Lachen im Halse stecken, wenn man den größeren Rahmen betrachtet, siehe Handelsblatt:

Heute sind die Menschen an der Börse nur noch Kulisse, fürs Fernsehen und für die Fotografen. Der Handel wird beherrscht von Maschinen. Sie kaufen und verkaufen in Millisekunden, handeln selbstständig nach den Algorithmen, mit denen man sie gefüttert hat. Ein Mensch kommt da nicht mehr mit. An der Deutschen Börse steuert der sogenannte Hochfrequenzhandel nach Schätzungen knapp die Hälfte des Handelsvolumens bei, an den US-Börsen liegt der Anteil bei 70 Prozent.

Die Kritik daran ist offensichtlich – und auch ohne Doktortitel in Mathematik zu verstehen:

Dirk Müller, der ehemalige Börsenhändler, kann das alles nicht nachvollziehen. „Was für einen Sinn ergibt es, eine Aktie für nur eine Nanosekunde zu halten?“, fragt er. Die Börse entferne sich immer mehr von ihrem eigentlichen Auftrag, nämlich Unternehmer, die eine Idee haben, zusammenzubringen mit Investoren, die Geld haben. „So entwickelt sich die Börse hin zum reinen Casino“, sagt Müller.

Die tanzen dort auf dem Vulkan, vernichten die Zukunftsfähigkeit der Firmen, die wir als Alternative zur Automobilindustrie dringend brauchen – und was macht die Politik?

Erstarrt angesichts der Marktmacht der Banken, die im Handelsblatt dargestellt wird:

Goldman Sachs verdreifacht im vierten Quartal den Gewinn fast. Das Nettoergebnis klettert auf 2,9 Milliarden Dollar. Im Vorjahreszeitraum war es eine Milliarde Dollar. Das Geldhaus verbucht im vierten Quartal Einnahmen von 9,24 Milliarden Dollar, während Analysten im Schnitt nur von 7,91 Milliarden ausgegangen waren. Im gesamten Jahr erzielt die Investmentbank einen Nettogewinn von rund 7,5 Milliarden Dollar und einen Umsatz von 34,2 Milliarden Dollar. Der Gewinn klettert um 68 Prozent. Die Bank übertrifft damit die Erwartungen der Analysten. Die Aktien legten um 1,9 Prozent zu.

Gewinnsteigerung um 68 %. Da kommt die Realwirtschaft nicht mit. Vorbei die Zeiten, wo man als Unternehmer dankbar war, wenn man 10 % Gewinn hatte, die Leute beschäftigen und die Kredite bezahlen konnte. Was aber geschieht mit den Menschen, die die Realwirtschaft nicht mehr versorgen kann, geschweige denn beschäftigen? Wer investiert eigentlich noch in bessere Infrastruktur, Bildung, neue Ideen, neue Produkte, eine Verbesserung der Lebensqualität oder schlichtweg in Zukunft und Fortschritt, wo doch Banken aus dem Nichts heraus Supergewinne einfahren? Wozu braucht man noch ein Hotel, wenn man doch mit Spekulationen um die Idee eines Hotels enorme Gewinne erzielen kann?

Vorsitzende von Kreissparkassen erhalten inzwischen Gehälter, von denen ein Bundeskanzler nur träumen kann (siehe Handelsblatt) – und das völlig ohne gesamtgesellschaftlichen Nutzen, ohne unternehmerisches Risiko und ohne persönliche Überarbeitung … von „Burn out“ bei der Kreissparkasse hört man selten, dafür hört man aber sofort Warnungen vor der „sozialistischen Gefahr“, wenn es um Preisfestsetzungen bei Mieten und Zinsen geht, siehe Handelsblatt, hier als „Leiche der Sozialisierung“ bezeichnet.

Währenddessen hat das „System“, das gerne als alternativlos bezeichnet wird, schon Methoden entwickelt, die anfallenden Probleme zu lösen. Die Jubelmeldungen über Absatzrekorde bei VW können Kenner der Wirtschaft nicht davon ablenken, das unser Staatsdampfer (oder Staatengemeinschaftsdampfer) mit dem Eisberg der Globalisierung zusammengestoßen ist – die Meldung, das einige Passagiere der ersten Klasse ganz oben auf dem Schiff noch trockene Füße haben, beruhigt niemanden, der noch alle fünf Sinne beisammen hat.

Und wie auch bei der Titanic erwischt es jene, die unten im Schiff wohnen, zuerst – und nicht nur jene 94-jährige Frau, die unlängst in Frankreich aus einem Altenheim herausgeschmissen wurde, weil ihre Rechnungen nicht bezahlt wurden (siehe Yahoo), sondern alle Armen in Deutschland, die de fakto von effektiver medizinischer Behandlung ausgeschlossen worden sind.

Ich habe da heute ein Informationsblatt einer Krankenkasse erhalten, das mich äußerst verwundert – und natürlich enthält es auch eine Rechnung. Ein Notarzt hatte mich mal wieder ins Krankenhaus eingewiesen und einen Rettungswagen angefordert.

Für diese Fahrt darf ich jetzt 10 Euro bezahlen … die „Leiche der Sozialisierung“ wird hier aber nicht kritisiert. Es gab noch mehr soziale Leichen:

Arzneimittel: mindesten 5 Euro pro Rezept.

Haushaltshilfe: 10 Euro pro Leistungstag

Soziotheraphie: 10 Euro pro Leistungstag

Häusliche Krankenpflege: 10 Euro pro Leistungstag

Heilmittel: 10 Euro pro Verordnung

Krankenhausbehandlung: 10 Euro pro Kalendertag

Anschlussrehabilitation: 10 Euro pro Kalendertag

Rehabilitation: 10 Euro pro Kalendertag.

Welch´ differenzierte und nachvollziehbare Preisgestaltung: hier wurde mit viel Mühe und Einsatz hochqualifizierter Experten ein fein ausgewogenes Zuzahlungssystem entwickelt, das eine weitere Expertenkommission sofort wieder begrenzte (siehe bmg).

Frage an mich: wofür bezahle ich eigentlich eine Krankenversicherung? Nun: um einige hundert Verwaltungen am Leben zu halten und vielen Vorständen ein sechsstelliges Jahreseinkommen zu sichern – das freilich nur ein Drittel der Bezüge eines Sparkassenchefs erreicht (siehe Krankenkassen.de).

Niemand wittert da irgendwelche sozialistischen Leichen … obwohl es doch gerade ein Zeichen des real existierenden Sozialismus war, das die Funktionäre ein klein wenig „gleicher“ als der Rest waren.

Die Leiche der Sozialisierung hat bei den Krankenkassen voll zugeschlagen … doch es erfolgt keine Kritik von Seiten der Hüter der Marktwirtschaft: sie kommen nur aus ihren Löchern, wenn Zinseinkünfte in Gefahr sind, dabei haben wir hier Sozialismus pur: einfach mal grundlos auf Allem 10 Euro mehr draufschlagen. Hier zeigt sich auch, wie sehr Politik inzwischen differenzieren kann: gar nicht mehr. „Überall einfach mal zehn Euro drauf!“ war die Devise: dümmer, bequemer und einfallsloser geht es kaum noch.

Der Regelsatz für Arme betrug zu dem Zeitpunkt 359 Euro. Hiervon sind sozialistische Preissteigerungen bei Strom und Telefon zu bezahlen, ebenso die Preissteigerungen bei Benzin (bzw. Transportkosten), Nahrungsmitteln und Kleidung. 10 Euro pro Kalendertag mehr wäre hier aber nie denkbar.

Wo bleibt hier die mahnende Stimme, die vor der  Leiche der Sozialisierung warnt?

Und wer warnt davor, das die Sozialisierung von 68%-Gewinnen schon längst erfolgt – ohne das der Kunde ein Möglichkeit hat, dort einzugreifen?

Kriege ich eigentlich mein Geld zurück, wenn ich mit der ärztlichen Behandlung unzufrieden bin?

Kann ich Rechnungen an Arzt und Krankenhaus stellen, wenn die mich über Gebühr lange einbehalten haben und so meine Lebenszeit raubten?

Kann ich irgendwo sagen: „Nein, das ist mir zu teuer, dafür würde ich nur die Hälfte geben?“

Kriege ich Geld zurück, wenn das Medikament nicht wirkt … oder mir schlecht davon wird (an Schadensersatz will ich da gar nicht denken).

Kurzum: wirkt da irgendwo noch Marktwirtschaft?

Bin ich noch irgendwo frei – als Kunde?

Um beispielsweise zu sagen: „Nein, also für solch eine Gurkenstaat zahl ich keine Mehrwertsteuer mehr – die sollen erstmal was leisten für ihr Geld.“

Und den Flughafen in Berlin … sollen sie gefälligst selber zahlen.

Werden sie aber nicht, denn hier gilt das Prinzip des Sozialismus: wir stehen alle füreinander ein. Jedenfalls: wenn es um die Kosten geht.

Wenn es aber um Gewinnsteigerungen von 68 % geht … dann vergessen die Kriegsgewinnler gerne die Vorteile des Sozialismus – bzw. die Pflichten, die sich aus einer Solidargemeinschaft ergeben.

Wenn ihre Maschinen dem Markt einen solchen Gewinn abgerungen haben (mit Methoden, die kaum noch ein Mensch verstehen kann), dann werden sie auf einmal ganz schnell … Räuber.

Sie gleichen jenen entsetzlichen Gestalten, die dem Dorf die Ernte der Jahresarbeit aus dem Speicher stehlen … oder sie mithilfe von Gauklerstricks und Spielerkünsten darum betrügen.

Einige wenige Unternehmer wehren sich dagegen … und zeigen, was es heißt, in einer demokratischen christlich geprägten Sozialgemeinschaft zu leben:

Ein Bau-Unternehmen in Carlet (Provinz Valencia) hat heute dem Bürgermeisteramt 27 Wohnungen zur Verfügung gestellt. Darin sollen diejenigen Familien aus der Umgebung untergebracht werden, die durch Zwangsräumung ihre Behausung verloren hatten. Für eine symbolische Miete von monatlich 50 Euro werden die Appartements zunächst für zwei Jahre zur Verfügung stehen (siehe: Uhupardo).

Was wären wir für eine unschlagbare Sozialgemeinschaft, wenn wir uns alle so verhalten würden. Keine Krise könnte uns bezwingen, kein Staat uns mit „Sanktionen“ niederringen.

In Deutschland sind es Unternehmer, die mit Tauschplattformen den „Kapitalismus unterwandern“ wollen (siehe Spiegel): dabei unterwandern sie eigentlich einen herrschenden Preissteigerungssozialismus, in dem immer mehr Menschen für immer mehr Arbeit immer weniger Lohn bekommen, damit immer weniger Menschen mit immer weniger Arbeit immer mehr Geld erhalten.

Man denkt, man lebt in der alten DDR.

Auf einmal merkt man, woher die Kanzlerin ihre Visionen beziehen könnte.

Wie sind wir eigentlich dahingekommen?

Die Antwort ist ganz einfach: der Untergang unserer Industrie ist ihren Kapitänen bewusst – und in Zeiten der Not erinnert man sich gerne daran, das es noch den Staat gibt, der mit „Befehlspreisen“ (in Form von Mehrwertsteuer oder Zuzahlungen bei medizinischen Leistungen) für alles eigene Fehlverhalten gerade steht, damit die eigenen Wunschträume vom Superreichtum nicht im Nichts zerrinnen, siehe (um beim Beispiel Medizin zu bleiben)Finanzen.net:

Anfang Oktober wurde für Kassenärzte eine Erhöhung der Ärztehonorare von einer Milliarde Euro ab 2011 festgelegt. Da Bayern sich für eine weitere Anhebung ausgesprochen hatte, wurde dieser Betrag nun um weitere 120 Millionen Euro erhöht. Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung hat dies heftig kritisiert. Die gesetzlich Krankenversicherten seien wieder einmal die Leidtragenden, da auf sie im nächsten Jahr Beitragserhöhungen zukommen werden. Der allgemeine Beitragssatz wird von 14,9 auf 15,5 Prozent erhöht und die Zusatzbeiträge dürfen künftig beliebig hoch sein. Laut dem Spitzenverband leeren sich somit die Geldbörsen der Versicherten, während die gut verdienenden niedergelassenen Ärzte immer mehr Geld erhalten. Die Honorare steigen allein in Thüringen um ganze 24,1 Prozent.

Wie erfolgreich die „behandeln“, wird nie diskutiert. Ist das Demokratie oder Marktwirtschaft? Fragt uns jemand, wieviel Zinsen wir für Geld zahlen wollen, das uns als Gemeinschaft eigentlich selbst gehört, weil wir dieses Tauschmittel für uns geschaffen haben – für uns, und nicht für Gaukler und deren Taschenspielertricks.

Was ist eigentlich alles schiefgegangen, das wir unsere Marktwirtschaft (samt Demokratie) zugunsten von etwas verloren haben, das wir längst als tot wähnten: den Sozialismus?

Und wie kann es eigentlich sein, das etwas, das als soziale Bewegung gestartet ist, in einen „Sozialismus“ ausartet, der Menschen genauso ausbeutet wie ein Industriebaron seine Leibeigenen?

Wann haben wir konkret unsere finanzielle Souveränität an Handelsmaschinen abgegeben, denen nun die ganze Weltwirtschaft auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist?

Und warum reden wir eigentlich nicht mal darüber, ob es nicht noch Alternativen zu einer marktwirtschaftlichen Leiche gibt, die gerade von sozialistischen Leichen ausgeplündert wird? Immerhin: welche Zukunft für uns übrig bleibt, wenn sogar schon die Leichen Leichen plündern, können wir uns unschwer ausmalen.

Was wäre wenn wir einfach morgen einen neuen Versuch starten – einen Versuch, der nicht die Sozialisierung von Rendite in den Mittelpunkt staatlicher Aufmerksamkeit bringt, sondern einen ganz einfachen Begriff wie … GERECHTIGKEIT.

Jakob Augstein hat dafür schon mal im Spiegel geworben:

Warum werden die Reichen reicher und die Armen ärmer? Das ist eine Kinderfrage. Aber sie liegt am Grunde der Politik. Und wir sollten sie uns nicht ausreden lassen. Das drängendste Problem in Deutschland ist die wachsende Ungerechtigkeit und Ungleichheit in der Gesellschaft. Es ist ganz gleich, welche Statistik man zur Hand nimmt, die Ergebnisse weisen alle in die selbe Richtung: Die Republik hat sich verändert. Die Deutschen müssen sich fragen, in welcher Gesellschaft sie leben wollen. 2013 haben sie die Gelegenheit zu einer Antwort. Sie sollten das Jahr der Bundestagswahl zum Jahr der Gerechtigkeit machen.

Wo allerdings muss ich mein Kreuz machen, wenn ich Gerechtigkeit will?

Momentan kommt es mir so vor, als könnte ich nur entscheiden, welche sozialistische Leiche mehr von der marktwirtschaftlichen Leiche knabbern darf.

In meinen Augen ist das … eigentlich keine Wahl mehr.

Das ist „real existierender Sozialismus“ … mit kapitalistischen Parolen.

Und das kann man nur verstehen, wenn man sich dem Primatenfunk konsequent entzieht – kein Wunder, das für diese Formate überall Werbung gemacht wird.

Sonst würden mehr Menschen verstehen, das unsere Titanic keinen neuen Kapitän braucht (und erst recht keinen professionellen Hilfsreferenten): wir brauchen ein ganz nagelneues Schiff!

Dann können wir uns die Rettungsboote für die Reichen auch sparen.

 

 

 

 

 

 

Die alltäglichen Zwänge dürfen das Leben nicht beherrschen

Zu oft berichten wir über soziale Ungerechtigkeit und sozialer Kälte, Gier, Skrupellosigkeit von Bankern, Wirtschaftsbossen und unfähigen Politikern. Und dennoch, die alltäglichen Zwänge dürfen aber unser Leben nicht nur beherrschen. Wir leben oft zu sehr unter den Zwängen des Alltags, haben Angst vor der Zukunft und vergessen oft dabei völlig, die wenigen Momente des Glücks in der Gegenwart zu genießen. Wir sollten nicht so oft daran denken, was uns fehlt, sondern wir sollten uns an das besinnen, was wir haben. Der Zusammenhalt in der Familie, Bekannten sollte gestärkt werden, denn das Glück, sei es auch noch so klein, verdoppelt sich, wenn man es teilt.

Gegenseitiges Verstehen und Solidarität ist in der heutigen Zeit unerlässlich, für die Bewältigung der Probleme und Sorgen.

 

1. Mai: Tag des Grundeinkommens

1. Mai: Tag des Grundeinkommens

Arbeit ist auch nicht mehr, was sie mal war. Dasselbe gilt für den Tag der Arbeit. Es haftet ihm etwas Gestriges an, etwas Antiquiertes. Und die alljährlich ritualisierten 1. Mai-Kundgebungen sind in der Regel eher Folklore denn wahrhaftige Kampftage der ArbeiterInnenbewegung. Warum also nicht stattdessen am 1. Mai den Tag des Grundeinkommens ausrufen? – Ein Pamphlet.

Die Tradition, den 1. Mai als Tag der Arbeit zu feiern, geht auf die turbulenten Ereignisse auf dem Haymarket in Chicago zurück. Dort hielt August Spies, Chefredakteur und Herausgeber der Chicagoer Arbeiter-Zeitung, am Abend des 1. Mai 1886 auf einer Arbeiterversammlung eine programmatische Rede. Es kam daraufhin in Chicago zu mehrtägigen Streiks und zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei, die bald so weit eskalierten, dass es zu Toten auf beiden Seiten kam. Zwar wurden acht Organisatoren der Kundgebungen zum Tode verurteilt und fünf von ihnen, darunter auch August Spies, tatsächlich auch hingerichtet. Trotzdem – oder gerade deswegen – gelten die Haymarket-Vorkommnisse als Geburtsstunde des breiten Klassenbewusstseins der ArbeiterInnen.

Zeitgenössischer Schnitt der Tumulte auf dem Haymarket – die Geburtsstunde des Klassebewusstseins der Arbeiter (Bild: gemeinfrei).

Sozialdarwinismus statt Klassenkampf
Doch das ist Geschichte. Die ArbeiterInnenbewegung gibt es nicht mehr – weil es die ArbeiterInnen nicht mehr gibt. Nicht dass zwischen den Sozialpartnern heute die absolute Gerechtigkeit ausgebrochen wäre. Im Gegenteil. Doch die Ungerechtigkeit lässt sich nicht mehr am Begriff Arbeiter festmachen. Oder kennen Sie persönlich noch einen der seltenen Spezies der (Industrie-)Arbeiter, wie sie früher ganze Regionen bevölkerten und wie man sie damals, so stelle ich mir vor, von weitem als solche erkannte, an ihrer Kleidung, ihrem Gang, ihrem Gebaren.

Auch die Aufteilung in Klassen funktioniert nicht mehr so richtig, jedenfalls nicht entlang der herkömmlichen Klassengrenzen. Oder fühlen Sie sich eindeutig einer bestimmten Klasse zugehörig? Wenn ja, welcher? Womöglich ist heute jeder Mensch eine Klasse für sich. Und der Klassenkampf ist zu einem Kampf jeder gegen jeden mutiert: Sozialdarwinismus statt Klassenkampf. Das würde auch erklären, weshalb heute die Solidarität einen so schweren Stand hat. Die soziale Frage findet jedenfalls im Klassenkampf keine gültige Antwort mehr.

Ironische Darstellung der Klassengesellschaft aus dem Jahr 1911 (Bild: gemeinfrei).

Folklore statt Kampftag
Vieles ist in der Gegenwart uneindeutiger, zersplitterter. Man spricht nicht mehr von Arbeitern, sondern von Angestellten. Und wer ist heute noch in einer Gewerkschaft? Auch Industrie gibt es bei uns kaum mehr. Wir sind eine Dienstleistungsgesellschaft. Und wenn Dienstleister auf die Strasse gehen, dann gibt es allenfalls eine Art folkloristischer Umzug, bunt zwar, aber bestimmt keinen Kampftag – zumindest bis auf weiteres. Nicht nur die Industrie wurde ausgelagert, auch die allerhimmelschreiendste Ungerechtigkeit zog mit ihr fort – zumindest bis auf weiteres …

Weil mit dem Klassenkampf kein Staat mehr zu machen ist, bin ich für die Abschaffung der Nostalgieveranstaltung „Tag der Arbeit“. Vielmehr wünschte ich mir neue, zukunftgerichtete Konzepte, die von der Gegenwart ausgehen, nicht von der Vergangenheit. Und da kommt das bedingungslose Grundeinkommen ins Spiel, gerade in Bezug auf die Arbeit. Denn das bedingungslose Grundeinkommen hebelt den fatalen Mechanismus aus, der Lohnarbeit letztlich zu einer Art Sklavenarbeit macht. Es schenkt dem Menschen einen Freiraum, indem seine Existenz wirtschaftlich gesichert ist. Das befreit ihn unmittelbar aus der Sklaverei der Lohnarbeit und geht weit darüber hinaus, was sich die Gewerkschaften unter Verbesserungen der Arbeitsbedingungen vorstellen. (Siehe dazu auch: Ketzerische Fragen zum Begriff der Arbeit.) Vielleicht zählen die Gewerkschaften deshalb zu den erbittertsten Gegnern eines bedingungslosen Grundeinkommens …

Tag des Grundeinkommens statt Tag der Arbeit
Denn das Konzept der (Lohn-)Arbeit selbst ist am Wanken. Seit Jahrhunderten wirkt der Mensch auf ihre Abschaffung hin. Wo immer möglich sollen Maschinen sie ersetzen. Doch was man sich einst als Segen vorstellte – die Befreiung von schwerer, mühsamer, stupider Arbeit –, ist heute zum Fluch geworden. Die Menschen werden einmal mehr über ihre Existenznot zu sklavenähnlicher Arbeit gezwungen. Sicher: Der Kampf um Mindestlöhne und besseren Kündigungsschutz – zum Beispiel – kann hier die grösste Not lindern. Doch der Einsatz für ein bedingungsloses Grundeinkommen schafft ganz neue Voraussetzungen und lässt die Not – zumindest die wirtschaftliche – geradezu ins Leere laufen.

Deshalb sollten wir am 1. Mai den Tag des Grundeinkommens begehen.

Walter Bs Textereien
http://walbei.wordpress.com/

Wirtschaftswachstum: Dogma und Wahn

Es gilt als Allerheilmittel, als oberstes Gebot und ist Rechtfertigung für einen weitgehenden Umbau der Gesellschaften in der ganzen Welt. Längst hat  das wirtschaftliche Wachstum den Status eines Dogmas erhalten. Und wer dessen Vorrang in Frage stellt, gilt als Ketzer. Doch kann das heutige Konzept des Wachstums um jeden Preis sein Versprechen auch halten? Eine Spurensuche.

(mehr …)

Gesunder Egoismus und kranke Propaganda

Wann immer man Egoismus kritisiert, wird man konfrontiert mit dem Begriff des „gesunden Egoismus.“

Das dies so eingängig ist, zeigt, wie erfolgreich die Konzernpropaganda in den letzten Jahrzehnten gearbeitet hat, denn ihr Ziel ist: der allein lebende Egoist. Doppelt soviel Kühlschränke, Doppelt soviel
Fernseher, Toaster, Staubsauger und was man sonst noch alles braucht – im Vergleich zur Familie.

Schon mal was von „kranker Solidarität“ gehört?

Ich auch nicht.

Ist genau das Gegenteil des gesunden Egoismus. Gibt es genauso wenig wie denselbigen.

Eine harmlos wirkende Begriffsvermengung aus der Propagandaabteilung der Konzernwelt, die jedoch den Egoismus als solchen gesellschaftsfähig macht…denn: unter der Prämisse ist JEDER ein Egoist.

Dadurch wird der Begriff an sich sinnlos, aber … das stört die Propagandamenschen nicht, denn ihr Ziel ist erreicht.

Der Egoist denkt jedoch NUR an sich selbst, das zeichnet ihn aus. Das kann man aber nicht mit Adjektiven wie gesund und krank beschreiben, noch mit grün oder blau – was genauso unsinnig ist aber schneller auffällt.

Der Egoist sieht NUR seinen eigenen Vorteil … und ist deshalb auch als Mitarbeiter eine Katastrophe.
Diese Typen verursachen Milliardenschäden jedes Jahr, weil sie nicht ihre Arbeit machen, sondern nur Geld verdienen wollen. Betrüger halt…..Agenda 2010, nur andersherum: hier bescheißt der kleine Egoistenmann.

Das Gegenteil von Egoismus ist … Solidarität.

Wer also Probleme damit hat, das er nicht völlig als Mutter Thereas durch die Gegend läuft, sollte sich nicht als gesunden Egoisten bezeichnen (oder mit ein wenig gesundem Egoismus ausgestattet), sondern sollte sich die Frage stellen, welcher Philosophie er eher zuspricht:

Der Philosophie der Solidarität oder der Philosophie des Egoismus.

Es ist viel schöner zu sagen: ich bin prinzipiell eher ein solidarischer Mensch als mit dem eingebildeten Makel zu leben, man hätte vier bis acht Gramm gesunden Egoismus in sich.

Denn „gesunden Egoismus“ gibt es nicht … und ein bischen Egoismus auch nicht. Man kann ja auch nicht ein bischen schwanger sein.

Und wer jetzt nicht eindeutig Egoistisch ist … der ist eindeutig eher solidarisch, auch wenn er nicht den ganzen Tag im Büßerhemd durch die Altstadt läuft, nachdem er sein Hab und Gut hingegeben hat und Brot an Bedürftige verteilt.

An Egoisten stellt man ja auch nicht den Anspruch, das alle gleich nach Weltherrschaft streben müssen, sonst seien sie keine ordentlichen Egoisten.

Wo ist denn da das Problem?

Kranke Begriffe wie „gesunder Egoismus“ gehören ausgemerzt, weil sie das Denken vergiften.

Wäre meine Meinung aus meiner neu geschaffenen Speakers Corner.

Die letzten 100 Artikel