Soldaten

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In Zeiten von Corona: Geld, Angst und Zensur

15.000 Bundeswehrsoldaten sollen schon bald in Deutschland zum Einsatz kommen. Können solche gravierenden Entscheidungen wegen Corona ohne das Parlament verabschiedet werden? Wo ist die Opposition, die die Regierung kontrollieren und kritisieren sollte? Dr. Alexander Neu, Mitglied des Bundestages für die Fraktion DIE LINKE, im Gespräch über den Bundeswehreinsatz im Inneren und den Corona-Gesetzen.
Das Infektionsschutzgesetz hebelt aktuell essenzielle Grundrechte aus. Dazu gehört die Versammlungsfreiheit. Einer Gruppe von Aktivisten geht das zu weit. Sie fordern: „Nicht Ohne Uns“. Die erste Demonstration, die sich in der rechtlichen Grauzone bewegte, fand am vergangenen Samstag auf dem Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin statt. Nicolas Riedl hat die Veranstaltung filmisch festgehalten und später auf YouTube hochgeladen. Das Video wurde allerdings kurzerhand gelöscht. Aron Morhoff über den Widerstand in Zeiten von Corona.
Italien hält seit Wochen als abschreckendes Beispiel für die ganze Welt her – dabei wird die Zählung der Infizierten und Toten immer mehr kritisiert. Der italienische Arzt Prof. Dr. Matteo Bassetti sorgte schon zu Beginn der Corona-Krise mit einem Video für große Aufmerksamkeit. Er bezeichnete Covid-19 als Grippe und war auch sonst nicht alarmiert. Das Video verschwand kurzerhand von YouTube. Wie denkt der Arzt heute über die Krise? Marcus Robbin hat mit ihm gesprochen.
Kulturschaffende trifft die Krise mit am härtesten. Der Bund hat reagiert und ein Hunderte Milliarden schweres Rettungspaket umgesetzt. Der Sänger Semion Bazavlouk hat von diesem bereits profitiert. Doch reicht das Geld für alle Antragsteller? Darüber sprach Margarita Bityutski mit Prof. Dr. Matthias Fifka.
Welches Mittel hilft konkret gegen Covid-19-Notfälle? Chloroquin, ein seit Jahrzehnten eingesetztes Medikament gegen Malaria, gilt als vielversprechend. In den USA, Frankreich oder Italien wird es eingesetzt. Noch wirksamer sind in der Regel allerdings Medikamenten-Cocktails, bei denen mehrere antivirale Wirkstoffe zum Einsatz kommen. Ein Bericht von Nina Sang.

Nachrichten vom Mittwoch

pastor-410

Schlagzeile:

 

Gibts eigentlich noch irgendjemanden mit einem IQ oberhalb einer Gießkanne, der den Verlautbarungen des US-Militärs Glauben schenkt?

Eine Untersuchungskommission des Kabuler Parlaments legte am Sonntag ihre Ergebnisse und Schlußfolgerungen vor. Danach waren 15 bis 20 US-amerikanische Soldaten an dem Massaker in der südafghanischen Provinz Kandahar beteiligt, dem am 11. März unter anderem neun Kinder und drei Frauen zum Opfer gefallen waren. Um die Spuren des Verbrechens zu verwischen, hatten die Täter die Leichen in Brand gesteckt.

Komisch, in Frankreich geht das, warum nicht in Deutschland? Und gentechnisch verändertes Futter soll sogar der Grund für die explodierenden Schweinefarmen sein:

Inmitten von Massenprotesten in den USA gegen Monsanto Mitte März hat Frankreich vorläufig ein Moratorium für das Anpflanzen von dem genetisch veränderten Mais MON810 erlassen.
„Angesichts der bevorstehenden Aussaat“, sagte Landwirtschaftsminister Bruno Le Maire zusammen mit Francois Fillon, Minister für Ökologie und nachhaltige Entwicklung, am Freitag auf einer Presse-Konferenz, dass die Behörde „eine vorbeugende Masnahme ergriffen habe und das zeitweilige Verbot für den Anbau von MON810 auf dem nationalen Territorium erlassen habe, zum Schutz der Umwelt.“
Alle früheren Pflanzungen von MON810 (mit dem Handelsnamen YieldGard werden am 20. März illegal

PPP? Fürn A****:

Zwölf Jahre lang hat man uns mit Versprechungen zu PPP überschüttet. Länder und Gemeinden haben wie im Rausch in hunderten von PPP-Projekten das Geld der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler verprasst. Heute, im Jahr 2012, ist das Erwachen böse. PPP sei schneller, effizienter, nachhaltiger – nichts davon hat sich bewahrheitet. Es gibt exorbitante Baukostensteigerungen wie bei der Hamburger Elbphilharmonie. Laufende Kosten stellen sich als weit überhöht heraus wie bei den 90 Schulen im Landkreis Offenbach. Schon nach einem Jahr bröckeln Straßenbeläge wie bei der A1 zwischen Hamburg und Bremen. Wir dokumentieren für die vergangenen 12 Jahre pro Jahr exemplarisch ein PPP-Projekt. Einige davon waren Pilotprojekte, andere „Leuchttürme, dritte erhielten den „PPP-Innovationspreis“. Die Erfahrungen mit diesen „herausragenden PPP-projekten stehen für die das Scheitern des Prinzips PPP, aber sie belegen auch konkret wie dieses Scheitern aussieht und wie es das Gemeinwohl schädigt.

 Und ausgerechnet einem UFO-Blogger fällt auf, daß ABC7 versehentlich ein Wahlergebnis vor der Wahl veröffentlicht hat. Was für Amateure:

In latest development on election fraud, ABC7 News accidentally published today election results even prior to election. And while we were taking the screenshots ABC7 News removed the page from their website but we were able to take single screenshot.

Schweine essende Kreuzritter:

Wie wenn die Spannungen zwischen der Bevölkerung und den fremden Besatzern in Afghanistan nicht schon hochgenung sind, nach Koranverbrennung, der Urinierung auf Leichen und dem neuesten Abschlachten von 16 Frauen und Kindern, tragen die ISAF-Soldaten dazu noch sehr provokante Sprüche auf ihren Uniformen. So sind sogenannte „Infidel“ Abzeichen und Zubehör beliebt unter manchen Soldaten, wo die Sprüche sogar in lokaler Sprache abgefasst sind. Es ist ihnen scheinbar egal, wie sie von den Afghanen betrachtet werden, auch wenn es völlig beleidigend ist.

 

Benjamin Fulford über japanische Innenpolitik:

In den letzten Jahren wurde Japan von einer kleinen Klique um Hiroaki Fushimi kontrolliert, einem entfernten kaiserlichen Verwandten, der den Thron an sich reissen wollte, um so das japanische Finanzsystem übernehmen zu können. Laut Aussagen einiger kaiserlicher Familienmitglieder arrangierte Fushimi im Zuge dieses Plans den Mord an Katsuhiko Oku, dem Verlobten der Prinzessin Masako, um sie zur Heirat mit dem Kronprinzen zu zwingen, um eines seiner eigenen Kinder als Kind von Masako und damit als Thronerben ausgeben zu können. Oku, der in der Nordamerika -Abteilung 2 im japanischen Auswärtigen Amt arbeitete, wurde in den Irak geschickt und dort umgebracht. Fushimi sei ein Agent von George Bush senior und hat die Bushs mit gefälschten Finanzdokumenten versorgt, sagen die Familienmitglieder. Weiterhin sei Kaiser Akihito eine machtlose Marionette, die von der Klique manipuliert worden sei, unter der sich auch der Prinz Hitachi befinde. Fushimi weigerte sich, die Angaben zu bestätigen oder zu dementieren, als er über sein Sekretär kontaktiert wurde.

Und wieder was für Lehrer oder solche, die es wirklich werden wollen, nicht nur als Berufsbezeichnung:

Es liegt etwas in der Luft über den Höhen und Niederungen der deutschen Bildungslandschaft. An vielen Orten beginnen Lehrer ihre Schulen umzubauen. Mehr und mehr Eltern wollen nicht länger auf bessere Zeiten warten. Manche von ihnen gründen Schulen. Auch Schüler mischen sich ein. Ungewöhnliche Bündnisse mit Kirchen oder Unternehmen werden geschlossen. Fast alle diese Umgründungen, Neugründungen und die vielen kleinen Schritte von Erneuerungen haben verwandte pädagogische Ideen und gehen doch eigene Wege. Sie setzen auf das Lernen in Projekten, weil darin das Wissen zusammengeführt, Erfahrungen gemacht und die Initiative zum Handeln zurück gewonnen werden. Sie setzen auf Freiarbeit, die manchmal auch Lernbüro genannt wird. Dort wird durchaus diszipliniert gelernt und viel geübt, aber nicht im Gleichschritt. Sie setzen auf altersgemischte Gruppen, weil die Verschiedenheit der Kinder ein anregenderes und wirksameres Lernmilieu hervor bringt. Diese Schulen verabschieden sich von den Monokulturen der Belehrung. Der Umschwung betrifft nicht nur Schulen. Institutionelle Grenzen werden umdefiniert, zum Beispiel mit neuartigen Bildungshäusern für die 3- bis 10jährigen. Die starre Trennung zwischen Spiel und Lernen weicht auf. Viele Kindergärten und Krippen verstehen ihre Arbeit nicht mehr nur als Betreuung. Gerade diese Einrichtungen am Rande der öffentlichen Aufmerksamkeit bilden sich in erstaunlicher Weise als erstes selbst.

Und Hier gibt es noch mehr Nachrichten (klick). Ein Auszug:

NRW-Neuwahlen zugunsten einer stabilen Sozialabbau-Regierung
Was in den meisten Medien als Folge eines „Fauxpas“ oder einer „Panne“ bezeichnet wurde, war in Wirklichkeit eine bewusste Aktion der rot/grünen Minderheitsregierung. Mithilfe von Neuwahlen soll eine stabile Regierung entstehen, die in der Lage ist, radikale Kürzungen durchzusetzen. Die Schuldenbremse, einst von CDU/CSU und SPD 2009 ins Grundgesetz geschrieben, verpflichtet die Bundesländer dazu, bis 2020 keine neuen Schulden mehr aufzunehmen. Zurzeit hat NRW noch ein Haushaltsdefizit von knapp vier Milliarden Euro. Selbst wenn die Konjunktur wider Erwarten stabil bliebe, müssten jedes Jahr weitere 450 Millionen Euro „eingespart“ werden.

Die Spitzenkandidatin der GRÜNEN, Sylvia Löhrmann, kündigte gegenüber der Tageszeitung DIE WELT bereits tiefere Einschnitte in den Haushalt an. Die SPD sei dabei die verlässlichste Partnerin. „Wir überlegen gemeinsam, wo man bei der Haushaltskonsolidierung durch differenzierte Einsparvorschläge nachsteuern muss.“ Bei den Neuwahlen mit einer echten Mehrheit ausgestattet, würde die bisherige Minderheitsregierung umso radikaler gegen die sozialen Rechte der Bevölkerung vorgehen.

Es soll also kein CDU/SPD/FDP/GRÜNE-Wähler später sagen, dass er davon nichts gewusst hat.

Ach ja, das Zitat des Tages stammt vom FDP-Bezirksvorsitzenden Robert Orth: „Wer braucht Piraten? Piraten sind Verbrecher! Es könne gar nicht genug Gefängnis-Ausbrecher in NRW geben, damit die Piraten es tatsächlich in den Düsseldorfer Landtag schaffen könnten.“

 

Bewegte Bilder:

Der Deutschland-Clan

Keine UFOs, aber nah dran (Englisch):

FNORD

Nachrichten am Mittwoch

Viel zu kurz aber mit einem Ufo:

Transformationsteams. Wow, was die sich alles ausdenken. Hab ich erstmal für Satire gehalten.

Mit der Entsendung sogenannter Transformationsteams nach Ägypten und Tunesien sucht Berlin seinen ökonomischen Einfluss in Nordafrika auszubauen. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler hat unlängst angekündigt, pensionierte deutsche Beamte würden die beiden im Umbruch befindlichen Staaten künftig beim „Aufbau einer Wirtschaftsverwaltung“ unterstützen. Angesichts anhaltender sozialer Proteste und Streiks treibt in Nordafrika operierende deutsche Firmen die Sorge um, die Region könne sich zu einem unsicheren Ort für ihre Niedriglohn-Investitionen entwickeln. Der jüngste Vorstoß der Bundesregierung soll diese Befürchtungen zerstreuen. Er fügt sich nahtlos ein in außenpolitische Initiativen Berlins zur Stärkung der deutschen Position in Nordafrika, die bereits unmittelbar nach dem Beginn des „Arabischen Frühlings“ 2011 ihren Anfang nahmen.

Nicht nur Gier nach Öl und Volksvermögen, auch die Unlust, einen Kredit zurückzuzahlen:

Bei dem um seine Wiederwahl ins französische Präsidentenamt besorgten petit Napoléon in Paris, klopft die Vergangenheit an die Pforten des Élysée-Palastes. Draußen vor der Tür steht nicht Saif al-Islam, Sohn des vom Nato-Mob ermordeten libyschen Präsidenten Muammar Gaddafi, denn der sitzt, für was auch immer, im Kerker. Aber das was Saif al-Islam schon vor einem Jahr in einem Interview mit Euronews forderte. Im Interview verlangte er von „diesem Clown, dass er dem libyschen Volk das Geld zurückgibt, das er zur Finanzierung seiner Wahlkampagne bekommen hat.“

Ein Kommentar zur Rentenerhöhung:

Deshalb müssen sich die Rentner jetzt von früh bis abends auch anhören, wie dankbar sie denn sein müssen, weil sie eine Wahnsinnsrentenerhöhung ab Juli bekämen – unterhalb der Inflationsrate. Wahnsinn. Wie dankbar kann man denn dafür sein? Hab ich nicht kürzlich gesagt, dass erzwungene Dankbarkeit Hass gebiert?

Oh, der ist noch besser:

Frau Merkel,
stellen Sie sich einmal vor, nur mal für einen einzigen Moment, Sie hätten Kinder. Nur mal so angenommen. Ich weiß jetzt nicht, ob Sie sich das überhaupt vorstellen können. Aber sei’s drum.

Ein Versuch, die Bin Laden Klamotte doch noch echt aussehen zu lassen:

Ein Ex-General hat in Pakistan die Umstände von Osama bin Ladens Tod auf eigene Faust näher untersucht. Er kommt zum Schluss, dass die älteste seiner drei Frauen in Abbottabad den Anführer al-Qaidas verraten hat – aus Eifersucht.

Das wird Bayer ärgern:

Die Indische Regierung hat erstmals von ihrem Sonderrecht Gebrauch gemacht, lebensrettende Medikamente ohne Rücksicht auf Patentschutz nachbauen zu lassen. Es geht um ein Krebs-Medikament von Bayer namens Nexavar.

Und wem soll man jetzt glauben?

Am Sonntag um 11:07 Ostküstenzeit war auf Reuters ein Artikel zu lesen, der extrem von dem abweicht, was wir später vom Mainstream zu hören bekamen. In dem Artikel war nicht nur von einem Täter die Rede, sondern von mehreren Soldaten die sturzbetrunken auf Frauen und Kinder schossen und anschließend die Leichen verbrannten. Der Artikel stammt vom Reuters-Journalisten Ahmed Nahdem direkt aus Afghanistan und beruhte auf mehreren Zeugenaussagen, welche die afghanischen Behörden aufgenommen hatten.

Ohne Finanz/Eurokrise gehts nicht:

Die Europäische Zentralbank unter Mario Draghi überschwemmt die Märkte mit Geld, um die Euro-Zone vor dem Zerfall zu bewahren. Der Erfolg der Operation ist ungewiss, aber ihr Hauptprofiteur steht bereits fest: Europas maroder Bankensektor.
Mario Draghi bekommt dieser Tage viel Lob, besonders von Vertretern der Finanzindustrie. An der Wall Street feiern sie den Zentralbankchef als “Retter Europas”. Großinvestor George Soros preist ihn als den Mann, der “die Kreditklemme beseitigt hat”. Und der Bundesverband deutscher Banken sieht den Geldpolitiker auf gutem Weg, “die Staatsschuldenkrise einzudämmen”.

Bewegte Bilder:

Und schon wieder 40 Milliarden? Zur Erinnerung:

Und zum Abschluss ein Ufo in der Sonne:

FNORD

Papa ist im Krieg – offener Brief an die ARD – Update

Sehr geehrte Fr. Dr. Knobel-Ulrich,
sehr geehrte Programmdirektion der ARD,

vorhin habe ich den Beitrag „Papa ist im Krieg“ angesehen und möchte Ihnen kurz meine Gedanken dazu mitteilen. Mein Fazit nehme ich vorweg: es handelt sich bei diesem als Dokumentation etikettierten Machwerk um nichts anderes als billige Kriegspropaganda.

Eine Homestory über Soldaten der Bundeswehr im Afghanistaneinsatz und deren Familien ist ein ganz klar subjektiver, eingeengter und vor allem emotional aufgeladener Blickwinkel, den der Zuschauer nachvollziehen, ja, nachfühlen soll. Mit einer sachlichen Dokumentation des Themas hat diese Story also schon konzeptuell nichts zu tun.

Die Interviews mit den Familien / Hinterbliebenen sind größtenteils oberflächlich oder belanglos (es wird z.B. erzählt, dass Nudeln mit Tomatensoße nach Afghanistan geschickt wurden). Allerdings finden sich immer wieder propagandistische Elemente, die dem empathisch, nicht intellektuell, involvierten Zuschauer als untergejubelt werden: ein Soldat erzählt, wie gut es die Familie in Deutschland doch hat, Hinterbliebene dürfen erzählen, wie ehrenhaft es doch war, dass der Getötete „seine Kameraden nicht im Stich gelassen hat“ etc. etc. Überzeugend sollen diese Sichtweisen dadurch wirken, dass sie von direkt Betroffenen geäußert werden. Auch die unsägliche Behauptung, die Freiheit Deutschlands werde am Hindukusch verteidigt, ist wort-wörtlich im Beitrag enthalten. Zudem gibt es hinreichend Szenen, die vor Pathos nur so triefen: die Heimkehr zur schwangeren Frau (wo impliziert wird, dass dem ehrenhaften Deutschen das Vaterland vor Frau und Kind gehe), die Ehrung der „Gefallenen“ durch den ehem. Verteidiungsminister und mutmaßlichen Betrüger zu Guttenberg, die Videokonferenz von Familien mit ihren Angehörigen im Einsatz…

Alles in allem erinnert „Papa ist im Krieg“ an eine dem Zeitgeist angepasste „Deutsche Wochenschau“, deren Zielgruppe eine Bevölkerung ist, die salopp gesagt keinen Bock auf diesen Krieg hat. Denn es ist auch auffällig, was in diesem ganzen Film nicht vorkommt: ein einziges Zitat, in dem jemand den Schmerz, die Sinnlosigkeit, dieses Krieges anspricht. Nach seinen toten Kameraden befragt meint ein Heimkehrer nur, er wolle darüber jetzt nicht sprechen; diese Szene suggeriert dem Zuschauer, das Schweigen bezüglich der genannten Themen zu brechen sei den Soldaten gegenüber aufdringlich und daher unangebracht. Goebbels wäre stolz gewesen.

Ein weiteres Indiz, wes Geistes Kind dieser Beitrag ist, findet sich im Ankünder der ARD (http://programm.ard.de/TV/daserste/papa-ist-im-krieg/eid_281066330856074), wo Deutschland gleich zweimal als „Heimatfront“ bezeichnet wird. Zwar ist der Begriff durch Gänsefüßchen markiert, doch auch dies kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich der Zuschauer als Teil dieser Front begreifen soll — denn eine andere Bezeichnung für Deutschland findet sich dort schlicht nicht. Aus dem zugehörigen Wikipedia-Artikel zitiert: „Der Begriff [Heimatfront] wurde […] propagandistisch genutzt, um dem deutschen Volk zu suggerieren, dass die Kooperation auch von Zivilisten für den Kriegserfolg entscheidend wäre, und um die Anstrengungen der Bevölkerung als militärisch bedeutsam darzustellen. Dadurch ist das Wort Heimatfront negativ belegt, und wird außerhalb des Zusammenhangs mit dem Zweiten Weltkrieg normalerweise nicht verwendet.“ Danke an die ARD also für diesen Dammbruch und die offene Erklärung, als was ihr euer Publikum offenbar betrachtet.

An die ARD: Sollte euch das Wohl der deutschen Soldaten tatsächlich so stark am Herzen liegen wie ihr vorgebt, dann klärt über die Hintergründe des Krieges auf, erklärt, warum Deutschland nicht von der Maas bis an die Memel und schon gar nicht bis an den Hindukusch reicht; macht klar, dass die deutschen Staatsbürger in Uniform, die für die Landesverteidigung einstehen, nicht in einem sinnlosen imperialen Krieg wie Bauern auf dem Schachbrett verheizt werden sollen! Zudem fordere ich Sie auf zu erklären, wie diese Quatsch-Sendung dem öffentlich-rechtlichen Auftrag gerecht wird und woher der hanebüchene Ankünder stammt, über den ich mich jetzt noch ärgere.

An die Autorin: Da Sie
1) schon verschiedentlich negativ aufgefallen sind (ich verweise auf folgende offenen Briefe:
http://www.tacheles-sozialhilfe.de/harry/view.asp?ID=1534
und
http://das-kleine-nachtbuechlein.blog.de/2008/05/25/offener-brief-an-frau-dr-rita-knobel-ulr-4221915)

2) als freie Journalistin, wie ich Ihrer Homepage entnehme, für Beiträge angemietet werden können

3) bei der Produktion weitläufigen Zugang zu Bundeswehr-Zugehörigen und -Anlagen hatten und somit eine Unterstützung durch die Truppe Operative Information der Bundeswehr vermutet werden kann

fordere ich Sie hiermit auf, zu erklären, ob es sich bei „Papa ist im Krieg“ um eine Auftragsarbeit handelt und ob Andere als Sie Einfluss auf Inhalt und Konzept der Sendung genommen haben.

Hochachtungsvoll

Klingelhella

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Update:

Hier der Beitrag. Zum Jubeln oder zum Ärgern.

Der Name desjenigen, der ihn dort eingestellt hat – „Soldatenglück“ – spricht Bände. Glück ist also wenn man Menschen erschießen darf?
Ich würde nicht mit meiner Restfamilie auf die Rückkehr eines ausgebildeten Mörders warten sondern ganz schnell das Weite suchen und hoffen, daß er mich nicht findet.

Und natürlich ist er auch auf der Bundeswehr-Internetseite zu finden…

Soldaten

Sodaten

Sodaten

© Jotha

Wikileaks meint es nicht gut mit uns.

soldiers

Kriegführende Mächte leben grundsätzlich immer in einem Dilemma. Spätestens Vietnam brachte die Erkenntnis, dass wahrhaftige Bilder echten Tötens in Kriegen meist bei denen nicht so gut ankommen, die die zukünftigen Toten aus ihren Familien stellen müssen.

Die, die körperlich und/oder geistig schwer beschädigt oder sogar zerstört aus Kriegen heimkehren, haben diese Bilder alle mit eigenen Augen gesehen. Viele, wir wissen dies von Bundeswehrsoldaten, leiden an diesen Bildern bis an ihr Lebensende.

Deshalb werden uns Bilder vorenthalten – und nicht nur die fotografischen bzw. filmischen, sondern auch die in Worte gefassten zeigt man uns nicht. Das Sterben soll unsichtbar werden, selbst an den Zahlen wird so lange „gearbeitet“, bis sie weniger furchtbar klingen.

Oft wird uns die Wahrheit zusammen mit den Bildern vorenthalten, weil viele, viel zu viele der Geschichten hinter dem Sterben einfach zu entsetzlich sind und uns nahetreten; viel näher, als es eine abstrakte Zahl jemals vermag. Wer mag vom Gefühl her schon unterscheiden, ob ich von „10.000“ Toten spreche oder von „12.000“. Fass- und fühlbar wird das Entsetzen erst, wenn ich jedem der Toten ein Gesicht und eine Geschichte gebe.

(Quelle: Qantara.de)

Stets bemühen sich die, die einen Krieg führen, gewisse Geschehnisse vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Nichts anderes heißt es, ein Dokument als „streng geheim“ zu klassifizieren. Denn auch der moderne Krieg und sogar der, für den es gute, humanitäre Gründe geben mag, ist ein Krieg. Und das bedeutet, Menschen zu töten, die man als Feinde identifiziert hat. Menschen zu töten, setzt voraus sie zu entmenschlichen und dieser Vorgang entmenschlicht auch die Täter.

Menschen, die ja alle Töchter und Söhne und allzu oft auch Väter und Mütter sind, muss das genommen werden, was sie zu Menschen macht: ihre menschliche Empfindung, ihr Mitgefühl. Und den Opfern muss alles genommen werden, was sie zu Menschen macht, denn sonst hätten sie nie zu Opfern gemacht werden können. Man nimmt ihnen ihr Gesicht. Man nimmt ihnen die Vater-, die Mutter-, die Tochter- und die Sohnesschaft. Man nimmt ihnen ihre Geschichte.

In unserer intellektuell immer weiter absinkenden, völlig desinteressierten und zunehmend ungebildeten Gesellschaft sind uns die Geschichten hinter den Kriegen, in denen unsere Soldaten ebenso sterben und töten wie die „gegnerischen“ Kämpfer, ist der Schrecken des Krieges unbeliebt. Er wird verdrängt, vergessen und mit Konsum ersäuft; wir stehen fassungslos und menschlich unfähig vor dem Leid der Familien, die durch die Rücksendung ihres Soldaten in Plastikfolie plötzlich aufwachen und lernen mussten, was Krieg eigentlich wirklich ist.

Sie sollen weggehen, die Betroffenen, die Leidenden, die Angeschossenen und die Toten und wir wollen sie nicht sehen, die bizarr verrenkten und zerrissenen, „gegnerischen“ Kämpfer. Uns interessiert ihre Geschichte und ihre Existenz nicht, weil wir sie nicht ertragen wollen – obschon wir es könnten und natürlich auch müssten.
Wir sehen weg.
Wir vergessen.
Wir WOLLEN vergessen.

„Wikileaks entreißt die schmutzige Wahrheit des Krieges dem bewussten Vergessen. Ich sage Vergessen, denn man kann nur vergessen, was man bereits weiß. Wir wissen natürlich alle, was Krieg bedeutet, aber wir wollen es nicht wahrnehmen, wenn wir die täglichen Agentur-Meldungen über zivile Opfer der Nato-Truppen und Selbstmordanschläge auf Moscheen oder ISAF-Konvois lesen. Auf jeden Fall nicht die dahinter liegenden Geschichten.“

Wir kennen sie alle, diese Geschichten und wir wissen, dass es noch sehr viel mehr davon gibt, geben muss, als wir kennen. Weil wir häufig rechtzeitig genug abwinken, wegsehen, nachschütten und trinken, feiern und ganz bewusst in Bewusstlosigkeit versinken mit psychologischen Turboschnaps: „ICH kann doch GAR NICHTS dafür!“
Aber natürlich können wir alle etwas dafür, niemand ist schuldlos daran.

„Die Geschichte von der Hochzeitsfeier in Nangarhar, die bombardiert wird und eine ganze Familie auslöscht, die Geschichte von dem Soldaten, der in Urusgan ein Bein verliert, schwer traumatisiert nach Hause zurückkehrt und bis heute auf Anerkennung wartet.

Die Geschichte von der Frauenbeauftragten in Kandahar, die vor ihrer Haustür niedergeschossen wird, die Geschichte des Gouverneurs von Ghazni, den einen Bombe zerreißt als er in einer Moschee für einen Verstorbenen betet und die Geschichte des Taxifahrers, der an einer Straßensperre in Kabul festgenommen, ins Militärgefängnis von Bagram gesteckt wird und erst Jahre später unschuldig aber von der Folter zerbrochen entlassen wird.“

Nein nein nein nein ….. das WOLLEN wir nicht!
Und deshalb frequentiert auch kaum jemand die neuerliche Dokumentenfülle von Wikileaks.

All die Gesichter dieser Toten, sie stören uns in unseren endlosen Tagträumen, beim Shoppen und beim Urlauben. Wir mögen sie nicht. Die, die töten und sterben sollen, die mögen dies in unserem Namen aber unsichtbar tun; springt etwas für uns dabei heraus, so sollen sie es auch weiterhin tun, unseren Segen haben sie.
Aber nein nein nein – frage uns niemals jemand nach unserer Verantwortung für die vielen tausend Geschichten, die nie ein Happy End haben werden oder können. Die in unwürdigen Schlammlöchern enden, in dreckigen Schützengräben und die uns schmerzzerrissene Angehörige zeigen, die vor ihren zerbombten Häusern und Angehörigen um Hilfe und Erklärung weinen.

Die wollen wir alle nicht.

© 2010 Echsenwut.

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