Söldner

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Die Pariser Anschläge: Gewinner und Verlierer im Kampf der Kulturen

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Donnerstag, 19.11.2015. Eifel. So, da werde ich also ins Gefängnis gehen müssen. Anklage: Hochverrat. Puh – das wird dauern, bis man da wieder herauskommt. Von wem ich das weiß? Nun – von Gearoid O Colmain – einem politischen Autor in Paris. Sein Interview im russischen Fernsehen ist ja in aller Munde, auch seine Vermutung, dass bald gegen alle Kritiker („Verschwörungstheoretiker“) hart durchgegriffen werden wird, weil man sie mit den islamistischen Faschisten in einen Topf werfen wird. Schreckliche Dinge erzählt uns Gearoid da: berichtet von einer weltweiten globalen Operation, die Europa destabilisieren soll (auch durch Migrationswellen, die den Arbeitsmarkt destabilisieren und das Land spalten), von drohendem intellektuellem Terror, von niederschwelligem Bürgerkrieg.

Ich habe nun in den letzten Tagen einige Anfragen bekommen, die ich unmöglich alle einzeln beantworten kann, Fragen nach Folgen für unsere demokratische Zivilgesellschaft, Fragen nach den Gewinnern der Anschläge und Fragen nach dem Krieg. Ach ja – da begegnen wir ihm gleich, dem intellektuellen Terror, er kam sofort aus der Zeit (siehe Zeit):

Dritter Weltkrieg, totaler Krieg: Nach den Attentaten von Paris hat sich die Rhetorik verschärft. Sogar der Papst macht mit. Das vergiftet Europas Gesellschaften.

Ja, ungeheuerlich, oder? Man lernt viel in diesem Aufsatz: das Krieg nicht nur Blut und Tod bedeutet, sondern auch eine „diskursive Dimension“ hat, dass seine Semantik eine „globale normative Lesart“ hat: solche Wortmonster wirken wie intellektuelle Schlaftabletten fürs Großbürgertum: schlimm ist nicht der Krieg, sondern das Gerede über ihn. Die Toten in Afghanistan, Libyen, Syrien und dem Irak würden das etwas anders sehen – gern würden sie noch ein wenig die diskursive Dimension der Semantik genießen, doch leider sind sie einfach nur von Bomben zerfetzt worden. Ich fand allerdings einen interessanten Satz in dem Test, der mich an Gearoid O Colmain erinnerte:

„Sämtliche Kritiker werden pauschal als „Terroristen“ denunziert und rigoros gejagt. Die staatsnahen Medien verbreiten das Kriegsgetrommel durch markante Schlagzeilen, wuterfüllte Ansprachen der politischen Elite und großformatige Bilder eines Präsidenten, der zu allem entschlossen scheint.“

Das kommt uns bekannt vor, oder? Mir kam da auch gleich der zu allem entschlossene Gauck in den Sinn, wie er groß (und immer wieder) vom Krieg redet. Ich denke nur an Jutta Dithfurth und ihr Aluhutorchester, die pauschal die gesamte neue Friedensbewegung als Nazis diffamierte. Diffamierung? Die gezielte, böswillige Verleugnung anderer. Der Grund? Bei manchen Demos wurden rechtsextreme Menschen gesichtet, weshalb natürlich alle Friedensdemos Naziveranstaltungen waren. Kaum einer denkt in dem Klima der allgemeinen Hysterie noch daran, dass ein friedliebender Nazi (schon ein Widerspruch in sich, der Begriff: aber was soll´s) einem angenehmer sein kann als ein grüner Bomben- und Brandflaschenwerfer. Nur bezog sich dieses Zitat gar nicht auf Deutschland, sondern auf … Ägypten, wo ein Präsident mit dieser „Technik“ die gesamte Opposition ausschaltet. Sollen wir uns jetzt mal Gedanken machen, wie weit dieser Satz wirklich in Deutschland Realität ist? Haben Sie eigentlich registriert, dass gestern beim SWR eine kleine Sensation verkündet wurde (siehe SWR):

„Das Verwaltungsgericht gibt den Klägern recht – das Vorgehen der Polizei gegen Stuttgart-21-Gegner im Herbst 2010 war nicht rechtmäßig.“

Für den Kläger – das fast erblindete Opfer – gibt es jetzt eine Entschuldigung und etwas Bargeld. Wer aber forscht nach, warum Regierung und Polizei auf die wahnsinnige Idee kommen, in der gefestigten Demokratie des 21. Jahrhundert rechtswidrig hundert Leute zu verletzen? Was das für den Zustand unserer Demokratie aussagt, über das Selbstverständnis unseres degenerierten Verwaltungspersonals, mag jeder selbst entscheiden.

In diese Kategorie fällt auch die jüngste Aussage unseres Innenministers, der ein heiß begehrtes Fußballspiel (des Deutschen heiligste Kuh) absagte, aber darüber keine Details veröffentlichen wollte, weil das die Bevölkerung noch mehr verunsichern würde – sogar die Tagesschau empörte sich darüber (siehe Tagesschau):

„Aber ich finde es schwierig, unserer Regierung und unseren Geheimdiensten jetzt vorbehaltlos jenen Vertrauensvorschuss zu geben, um den Innenminister Thomas de Maizière bittet. Dazu ist für mich einfach zu viel passiert. Das Versagen der Dienste bei der Mordserie des NSU, die NSA/BND-Abhöraffäre – zwischen ungeheurer Inkompetenz und bedenklichen Kompetenzüberschreitungen ist bei mir viel Vertrauen verloren gegangen.“

Das interessiert den Innenminister aber nicht: der Deutsche hat ab sofort zu gehorchen und den Anweisungen der Geheimdienste kritiklos zu folgen: selbst wenn dafür das Fußballspiel gegen Holland ausfällt und alle umsonst nach Hannover gefahren sind. Und der Spiegel – schon lange zur Hauspostille der Konterrevolution degeneriert – setzt sogar noch einen drauf: hier der Leiter des Ressorts Meinung und Debatte, der öffentlich die Diktatur in Deutschland fordert (siehe Spiegel):

„De Maizière hat um einen Vertrauensvorschuss gebeten, und wahrscheinlich bleibt uns nichts übrig, als ihm und den Sicherheitsbehörden den auch zu gewähren. Etwas anderes können wir nicht tun, wollen wir uns nicht verrückt machen lassen vom Terror. Wir müssen darauf vertrauen, dass Behörden und Politiker im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten richtig entscheiden, also eine ständige und gute Abwägung treffen zwischen Sicherheit und Freiheit. Über die Gesetze, die Grundlagen dieser Entscheidungen, sollten wir sinnvollerweise alles wissen – und uns über ihre Sinnhaftigkeit streiten.

Aber die Details des nächsten kranken Terrorplots können wir denen überlassen, die sich beruflich damit beschäftigen, ihn zu verhindern. Vielleicht ist es besser, nicht alles zu wissen, was geschehen könnte, was geplant sein könnte, was droht – weil sonst der Alltag unmöglich würde.“

Gewäsch wie im Dritten Reich: vertrauen wir dem Führer, dann wird alles gut. Das Jungvolk beim Spiegel scheint völlig vergessen zu haben, was Demokratie heißt: WIR sind der Souverän und sind beständig über alles zu unterrichten … über jeden einzelnen Euro, den die Schlipskaste im Parlament verschleudert – und erst recht über ihre Kriegspläne.

Wir haben bis heute nicht verstanden, was der Nationalsozialismus eigentlich war, vor allem: warum er so erfolgreich war und solche Begeisterung hervorrief. Aus Gründen des Nationalstolzes wird dieses Thema weiterhin als Tabu behandelt, als Unglücksfall und Naturkatastrophe, für die wirklich niemand was konnte – weshalb wir völlig hilflos sind, wenn er in neuer Gestalt wieder auftaucht: diesmal als islamisch verkleidete Söldnerbande. Einer unserer Kommentatoren oder Kommentatorinnen hat zum letzten Artikel etwas ganz Entscheidendes beigetragen, eine Perspektive, die wir so nicht kennen – mit der Hitler aber mächtig geworden ist (siehe Nachrichtenspiegel, Kommentar „flurdab“):

„Ich warte eigentlich auf die lobenden Worte von Clement und Müntefering für die deutschen IS- Konvertiten, die aus prekären Verhältnissen heraus alles unternehmen, um ihre Hilfsbedürftigkeit zu beenden. Das ist doch der Grundgedanke der Hartz- Gesetze.
Raus aus der Verachtung und der „Hängematte“, rein in den prestigeträchtigen Vollzeitjob.
Der Arbeitgeber investiert in die Ausbildung der Arbeitnehmer und lässt ihnen Wertschätzung zu teil werden. Familiengründung ist gewünscht und wird unterstützt, das Vereinswesen ist geregelt, selbst im Todesfall des Arbeitnehmers wird die Familie weiter versorgt. Die Corporate Identity ist schlüssig und der Lohn nicht von dieser Welt und der Vertrag ist nicht befristet, also fast nicht.
Zeige mir bitte jemand eine Firma, die einem Hauptschüler ein vergleichbares Angebot macht.“

Eine coole Firma, diese „IS“. So wurde die SA groß: eine Uniform, einen Schlafplatz, Gemeinschaftsgefühl und ein Teller Suppe für jene, die niemand mehr brauchte. Feindbild gesetzt (der Linke, später der Jude, danach alle, die irgendwie anders waren): und schon lief die Sache. Nüchterne Kritiker der NS-Zeit sagen: darum hat man der NSDAP Geld gegeben – sie war der Garant für Krieg in Europa, an dem viele verdienen konnten. Da sind wir auch schon bei der Frage: wem nützt dieser Krieg in Europa. Aber halt: ist es überhaupt Krieg?

Auch bei Anne Will war man einhellig der Meinung, dass man doch mit diesem Gerede von Krieg aufhören sollte (siehe yahoo): Kopf in den Sand und weiter Spaß-TV gucken hat bislang noch alle Probleme gelöst. Warum wahrnehmen, dass Frankreich gerade den „niederschwelligen Bürgerkrieg“ ausruft … wie man ganz nebenbei erfährt (siehe Spiegel):

„Nach den Terroranschlägen von Paris verschärft Frankreich seine Sicherheitsgesetze. Die Nationalversammlung berät heute unter anderem darüber, den Ausnahmezustand in Frankreich über den 26. November hinaus auf drei Monate zu verlängern.
Die Verlängerung würde eine Reihe von Sonderregeln erlauben, unter anderem können Gruppen, die als „schwere Gefährdung der öffentlichen Ordnung“ eingestuft werden,
sofort aufgelöst werden.“

Kriegsrecht … ist Krieg. Und Diktatur.

Krieg der Besitzenden (sprich: das rekordhaft selbstbereichernden Finanzkapitalismus) gegen das eigene Volk. Ausnahmezustand heißt: dort herrscht Kriegsrecht wie in einer Diktatur. Wie erfolgreich doch diese kleine Söldnerbande war: mit nur 8 Kämpfern erlegen sie 130 „Feinde“ und stehlen 66 Millionen Franzosen die Bürgerrechte – vielleicht für immer. Und die haben eine enorme Menge an Sympathisanten: die „Welt“ veröffentlicht gerade eine Analyse der positiven Twitternachrichten zu den Anschlägen (siehe Welt), die beängstigend ist: in der arabischsprachigen Welt genießen diese faschistische Söldnerbanden viel Sympathie. Das mussten jetzt auch Fußballfans merken, die eine Schweigeminute im Spiel Griechenland-Türkei abhalten wollten: sie wurden konfrontiert mit der Begeisterung türkischer Fans für die Mordbrenner (siehe Focus). Nun – wir Deutschen kennen das: die Waffen-SS genießt bei uns auch immer noch höchstes Ansehen – als unerschrockene, selbstlose Kämpfer, die zu allem entschlossen sind.

Man sieht: das Problem wird sich selbst dann nicht lösen, wenn man den IS militärisch zerschlägt: seine Sympathisanten sind schon längst über den ganzen Globus verteilt: wieder einmal schafft es eine Bewegung, alle Psychopathen der Welt zu vereinen: mit dem Versprechen, dass sie unter ihrem Banner all´ ihre perversen Gelüste hemmungslos ausleben können: vor allem Frauen und „Anderen“ gegenüber. Das – ist eine im Kern zutiefst faschistische Bewegung. Allerdings können wir darüber aktuell kaum reden, alldieweil ja die Kritiker dieser Bewegung bei uns „Faschisten“ genannt werden: der intellektuelle Terror ist bei uns schon lange angekommen.

Es sind eigentlich nur rein intellektuelle Fragen, ob es der Islam an sich ist, der den Krieg fördert (so sieht es aktuell eine Islamwissenschaftlerin, siehe Deutschlandfunk) – ebenso könnte man (wie es weite Kreise innerhalb der USA auch tun, weil sie den bösen Deutschen für ihre Legendenbildung des „Wir sind die Guten“ dringend brauchen) alle Deutschen pauschal als Nazis ansehen, weil hier der Faschismus Staatsmacht erlangen konnte. Es ist schick, „Monotheismus“ als Grundlage allen Übels ausfindig zu machen (wie der syrische Dichter Adonis, den die „Zeit“ aktuell ausgegraben hat, siehe Zeit), wobei ganz übersehen wird, dass diese Religionen schon lange Ziel des „intellektuellen Terrors“ geworden sind:

„Man versuche einmal, in einem der kommerziellen Fernsehkanäle der USA oder in den zumeist zynisch säkularistischen Filmen Hollywoods eine Darstellung eines religiösen Themas zu finden, die frei wäre von Herablassung oder Hohn, ein Portrait frommer Menschen, das religiöse Inbrunst ohne Fanatismus zeigen würde, oder eine Studie über transzendentalen Glauben, die ohne milden Spott auskommen würde. Das Kabelfernsehen bietet den christlichen Missionspredigern zwar ein Forum, doch die Popkultur von McWorld macht sich über diese Form der christlichen Mission zumindest  unterschwellig ebenso lustig wie etwa über die religiösen Überzeugungen von Präsident Bush“ (aus: Imperium der Angst, Benjamin R. Barber, dtv, Oktober 2007, Seite 211).

Hier läuft schon lange ein Kreuzzug, der eines der elementarsten Grundrechte der Menschen offen angreift: die Religionsfreiheit. Und wie sähe die Lösung dieses „Notstandes monotheistische Religion“ aus? Letztlich gibt es nur einen Weg, solche Ideen zu eleminieren, der Faschismus in Deutschland hat ihn vorgelebt: da man die Ideen nicht aus den Köpfen bekommt, müssen die Köpfe entfernt werden.

Wir kehren nach wie vor zu wenig vor der eigenen Haustür, sind eine unreligiöse und damit (ganz wie „der Führer“ es wollte) gewissenlose Kultur geworden – und gleichen damit einem Benzinfass, in das man nur ein Streichholz werfen muss, um es zur Explosion zu bringen. Genau diese „Popkultur von McWorld“ (die nur Reiche genießen können) war der gemeinsame Nenner der Anschläge vom 13.11.2015 – und die Regierungen der Länder bemühen sich nun, dem Anschlang zum Erfolg zu verhelfen: deutsche Soldaten sollen in Syrien „den Feind“ bekämpfen (siehe Spiegel), der Einsatz der Bundeswehr im Inneren wird gefordert (siehe Neues Deutschland), während Frankreich in Syrien Zivilisten zusammenbombt, weil da vielleicht mal IS-Kämpfer waren (siehe Tagesschau): also die gleichen Methoden anwendet wie die „Feinde“, sich aber einfach mal a priori als „besser“ dünkt: der Rassismus des weißen Mannes wurde nicht von Gruppen wie Pegida in die Welt gesetzt, er ist hier schon seit Jahrhunderten fest verankert.

„Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ leben wir hier immer noch gerne aus – erst letztens waren Arbeitslose das Ziel das deutschen Alltagsfaschismus. Wer sich noch daran erinnert, wie begeistert alle waren, als die ersten Ostdeutschen in den Westen strömten, wird aktuell innehalten: aus den „Brüdern und Schwestern aus dem Osten“ ist inzwischen längst der dumme, faule, rechtsradikale Ossi geworden – ein Schicksal, dass den Flüchtlingen in Deutschland auch bevorsteht, wenn die Spaßgesellschaft merkt, dass ihre Arbeitskraft nicht profitabel in kapitalistischen Kreisläufen  genutzt werden kann. Dann werden auch sie merken, das wir immer noch geübt sind in Orgien „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ und gierig darauf sind, wieder Menschen brennen zu sehen – man schaue sich nur den Hass an, der sich momentan gegen „Pegida“ richtet (und wohinter sich eine enorme Portion Rassismus gegen den „Ossi“ versteckt): der Ruf, sie nach Ausschwitz zu schicken, wurde schon vernommen. War allerdings ein „guter“ Mensch, weshalb das kaum groß thematisiert wurde. Außerdem hatte er ja nur Spaß gemacht. Haha. Selten so gelacht.

Wem nützt der Krieg? Ganz einfach: allen, die daran verdienen. USA, Russland und Deutschland machen Bombengeschäfte mit Waffenverkäufen. China auch. Wem nützt der Krieg in Europa? Allen, die durch Europa wirtschaftliche Konkurrenz haben – was nicht automatisch heißt, dass jeder von denen gleich Söldnerhaufen losschickt, um Konflikte anzuheizen – aber der Enthusiasmus, die Kriege zu befrieden wird durch den ausbleibenden Gewinn sich nicht voll entfalten.

Wie könnte man ihn aufhalten, die IS stoppen … und ihre hundert Nachfolgeorganisationen, die noch kommen werden, um – unter anderem – ihre Religion vor der völligen Vernichtung zu schützen?

Ganz einfach: baut Siedlungen für die Bevölkerung in Afrika – im Norden wie im Süden – baut Autobahnen zwischen ihnen, gebt den Leuten ihren Volkswagen und ihren Volksempfänger … und es wird Frieden herrschen im Land – Hitler hat das vorgemacht, allerdings mit anderer, übler Absicht. Wohlstand – bringt Frieden mit sich, weil er die Lust auf Krieg im Keim erstickt. Wer nichts zu verlieren hat, kann nur alles gewinnen, wer viel zu verlieren hat, zögert schneller, wenn nach Freiwilligen für den Bombengürtel gesucht wird. Auch die Flüchtlingskrise wäre sofort gelöst. Geld genug – ist dafür da. Es wird durch die Maschinerie des Finanzkapitalismus täglich aus den Völkern gesogen und auf Steueroasen in Sicherheit gebracht, damit kein Frieden herrschen möge.

Völlig verrohten Gesellschaften jedoch kommt diese Lösung nicht in den Sinn, sie schreien nach Bomben und Tod, nach Vergeltung und Rache, nach Strafe und Sanktionen und sind somit ein Spiegelbild des „nihilistischen Todeskultes“, den die oben zitierte Wissenschaftlerin im Islam verortet (siehe Deutschlandfunk).

40 Staaten finanzieren den „islamischen Terror“ – sagt Putin nach Analyse russischer Geheimdienstdaten (siehe rt-deutsch). Er sagt dabei nichts Neues. Ebensowenig dürfte es neu sein, dass der Kampf gegen die Unterstützer der internationalen Söldnergruppe (bekannt als: „Terrororganisation“) so gut wie gar nicht voran kommt, wir den Krieg gegen den Terror aber rein finanziell verlieren werden: er wird für uns unbezahlbar. 10 000 Dollar kostet ein erfolgreicher Anschlag im Durchschnitt (siehe Zeit) – die Flugstunde eines Natojets kostet bis zu 74 000 Euro (siehe N-TV): das Spiel wird enden wie das Totrüsten der USA gegen die Sowjetunion.

Kurz gefasst: ja, wir haben Krieg. Unterstützer aus 40 Staaten kaufen Söldner ein (sehr zur Freude von Toyota, die ihren Absatz dort enorm steigern konnten, siehe Jahresbericht bei Toyota-Global, – auch wenn die Firma strikt dementiert, der IS Toyotas zu verkaufen, siehe Spiegel), die einen krisenfesten Vollzeitjob mit Firmenwagen und einem interessanten Sozialpaket für die ganze Familie erhalten. Diese Söldner zerstören nachhaltig und unaufhaltsam die Strukturen der Zivilgesellschaft, die dann nicht mehr in der Lage ist, dass Kartell der internationalen Finanzgangster zu bekämpfen.

Ja, wir müssen jederzeit mit irrationalen Anschlägen auf alle Einrichtungen der demokratischen Zivilgesellschaft rechnen – allerdings nicht auf Kasernen, Konzernzentralen und Regierungsbehörden. Warum nicht, gibt mir auch zu denken – aber die primären Terrorziele einer echten terroristische Bewegung bleiben halt unangetastet. Ja, wir müssen mit verstärktem Terror rechnen – vor allem intellektuellem, nicht-islamischem Terror, wie ihn Matthias Matussek erfahren hat. Eine Facebook-Äußerung hat ihm seinen Job gekostet. Er schrieb (siehe Meedia):

„Ich schätze mal, der Terror von Paris wird auch unsere Debatten über offene Grenzen und eine Viertelmillion unregistrierter junger islamischer Männer im Lande in eine ganz neue frische Richtung bewegen..“

Dabei brauchen die Söldner gar keine Flüchtlinge. Ihre Unterstützer wohnen schon längst in Europa. Ihre Schulen lehren ganz offen „Judenhass und Handabhacken“ (siehe Spiegel), ihre Regierungen sind hochwohlgelobte Kunden unserer Waffenindustrie (siehe Waffenexporte.org).

Soviel zu den Gewinnern im Krieg.

Die Verlierer im Kampf der Kulturen?

Sie.

Ihnen schicken internationale Finanziers Söldner ins Haus, weshalb die Regierung Ihre Freiheiten einschränkt, ihren finanziellen Spielraum (und somit den Umfang ihrer Lebensäußerungsmöglichkeiten) beständig weiter durch Steuern und Versicherungen (zum Wohle der „Anleger“) verkürzt und ihre Kinder im Ausland als Kanonenfutter verheizen möchte. Dann erzählt man Ihnen noch, dass die Religion im Allgemeinen und der Islam im Besonderen Schuld daran sind und schon haben Sie nichts dagegen, wenn dort Bomben auf Zivilisten fallen, weil die ja unbelehrbar böse sind – es sei denn, sie suchen hier Asyl. Wer sein Unbehagen darüber ausdrückt: ja, der ist aber auch gleich ein „Nazi“, hier feiert die Blödheit der Generation Doof endlose Triumphe. Doch wer auf die Lösungen der Konflikte verweist, der ist  noch schlimmer als ein „Nazi“: der ist ein Kommunist – und die gehen ja wirklich gar nicht, da ist sich ganz Deutschland einig. Deshalb gibt es (vom europäischen Gerichtshof für Menschenrechte 1995 als Verstoß gegen die Menschenrechtskonvention verteilte) Berufsverbote für Kommunisten – aber nicht für die vom Verfassungsschutz finanzierte NPD. Sie finden aber keine Linken mehr, die sich darüber aufregen.

Zum Abschluss der vielen Worte noch ein Aufruf … zu einer Schweigeminute für ein elfjähriges Mädchen, dass sich aktuell auf einem Markt in Nigeria in die Luft gesprengt hat (siehe Focus). Da wirken Kräfte, die man mit Flugzeugbomben nicht befrieden kann. Aber mit Wohlstand für alle – den wir ganz schnell und einfach in die Welt fließen lassen könnten. Reich genug dafür sind wir.

PS: zu den „internationalen Finanzgangstern“ sei nur kurz eins gesagt, bevor wieder Diffamierungen von beiden Seiten kommen: es sind kaum Juden unter ihnen. Es ist – wie der IS-Terror oder der Nationalsozialismus – eine globale Bewegung, eine, die nur dem Mammon dient – und ganz gruselige Ziele hat, über die wir noch gesondert reden werden. Da steht uns die Widergeburt des NS-Herrenmenschen bevor … eines Herrenmenschen mit Superkräften. Aber dazu … später mal mehr in diesem Theater.

 

 

 

 

 

 

Die Ukraine im Lügenkrieg der Oberschichtsmedien.

Haben Sie in letzter Zeit mal wieder etwas vom Dritten Weltkrieg gehört? Dem, den die Ukraine gegen Russland ausgerufen hat (siehe z.B. t-online)? Jene Ukraine, die vom CIA, vom FBI (siehe Neues Deutschland) und 400 Söldnern (siehe Spiegel) privater Militärfirmen unterstützt wird? Ja - so etwas gibt es inzwischen: Militär, dass man mieten kann. Natürlich ist das ein Unding, weil so das Gewaltmonopol des Staates ausgehebelt wird und Staaten damit  mittelfristig ihre Existenzberechtigung als Schutzgemeinschaft verlieren werden - aber man gewöhnt sich ja an vieles. Da kann also jetzt jeder Konzern einfach mal ein paar Killer schicken, die die Gemeinde aufmischen, um der Regierung die Erhöhung des Militärbudgets schmackhaft zu machen. So soll ja auch der Kosovokrieg ursprünglich initiiert worden sein - aber über so etwas dürfen wir ja heute nicht mehr nachdenken.

Montag, 19.5.2014.Eifel. Haben Sie in letzter Zeit mal wieder etwas vom Dritten Weltkrieg gehört? Dem, den die Ukraine gegen Russland ausgerufen hat (siehe z.B. t-online)? Jene Ukraine, die vom CIA, vom FBI (siehe Neues Deutschland) und 400 Söldnern (siehe Spiegel) privater Militärfirmen unterstützt wird? Ja – so etwas gibt es inzwischen: Militär, dass man mieten kann. Natürlich ist das ein Unding, weil so das Gewaltmonopol des Staates ausgehebelt wird und Staaten damit  mittelfristig ihre Existenzberechtigung als Schutzgemeinschaft verlieren werden – aber man gewöhnt sich ja an vieles. Da kann also jetzt jeder Konzern einfach mal ein paar Killer schicken, die die Gemeinde aufmischen, um der Regierung die Erhöhung des Militärbudgets schmackhaft zu machen. So soll ja auch der Kosovokrieg ursprünglich initiiert worden sein – aber über so etwas dürfen wir ja heute nicht mehr nachdenken.

Worüber wir aber wohl mal nachdenken dürfen, ist der zeitliche Zusammenhang der Nachrichten. Ich rezitiere mal aus dem Gedächtnis: erst kamen ukrainische Soldaten in den revoltierenden Osten, die einfach überliefen und ihre Panzer den Rebellen übergaben (ich halte mich jetzt mal nicht an die Sprachregelung der Regierung, ich weiß auch nicht, wie die derzeit lautet). Dann war ein paar Tage lang Ruhe – und auf einmal kam eine antiterroristische Großoffensive, bei der in Odessa drei Dutzend Menschen verbrannt wurden. Bei dieser Großoffensive kam US-Material zum Einsatz – und man filmte perfekt italienisch sprechendes Soldaten. Beides kann man noch ohne großen Griff in die Geheimdienstkiste erkären – solche Jeeps können von jedem gekauft werden … und warum sollte ein Ukrainer nicht auch mal perfekt italienisch können?

Genau genommen kam die Offensive so richtig in Fahrt, nachdem CIA und FBI ihre „Beratungen“ vorgenommen haben – und  nachdem eine Bande privater Profikiller durchs Land zog (auch hier habe ich die offizielle Sprachregelung der deutschen Presse noch nicht zur Kenntnis nehmen können): auf einmal gab es viele Tote.

Und dann?

War auf einmal Ruhe im Land. Kam zuvor noch jeden Tag Nachrichten von der Front – wie erfolgreich man wieder einige Terroristen erschossen hatte – war auf einmal tagelang Stille. Jedenfalls so lange, bis sich die „Separatisten“ (offizielle Sprachregelung) meldeten, siehe Spiegel:

Nach Darstellung des Separatistenführers starben allein 90 Mitarbeiter des ukrainischen Geheimdienstes SBU bei den Kämpfen im Südosten der Ex-Sowjetrepublik. Auch private Militärfirmen aus Polen und den USA hätten Verluste zu beklagen. Zudem hätten die Regierungstruppen acht Kampfhubschrauber sowie weitere Militärtechnik verloren. Zu den „Verlusten“ gehörten laut Ponomarjow angeblich auch 13 getötete und 12 verletzte Mitarbeiter des US-Geheimdienstes CIA sowie vom FBI. Das behauptete er in einer von der selbst ernannten „Volksrepublik Donezk“ veröffentlichten Videobotschaft.

Natürlich gab es nie Geheimdienstmitarbeiter in Kiew – das geht auch gar nicht, weil die ja „geheim“ sind – so geheim wie die in Zivil gekleidete deutsche Militärmission auf Urlaubsfahrt, die versehentlich verhaftet wurde. Die können niemals irgendwo sein, weil sie ja sonst nicht mehr geheim wären – außer, sie werden verhaftet. Die große Anzahl getöteter US-Agenten könnte aber leicht erklären, warum die „Frontberichterstattung“ spontan eingestellt wurde: für so ein Debakel braucht man nicht auch noch Reklame. Da braucht die Regierung auch eine gewisse Zeit, bis sie eine Sprachregelung gefunden hat – und so lange ruht die Berichterstattung.

Nur in einem Nebensatz erfährt man eine Sensation, die der Regierung auch nicht passt:

Der Schlüssel zur Lösung des Ukraine-Konflikts liegt nach Auffassung eines Vertreters der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) nicht in Moskau, sondern in der Ukraine selbst. Wer Russland die Verantwortung für die Krise zuschiebe, mache es sich zu einfach, sagte der Leiter des OSZE-Forschungszentrums Hamburg, Wolfgang Zellner, im WDR 5 Morgenecho.

Da fahren die mit hundert Beobachtern durchs Land – und finden keine Spur vom bösen Russen? Putin scheint unschuldig zu sein – aber dafür haben wir ja unsere Mietschreiber vom Oberschichtsjournalismus.

Neue Meldungen schrecken das Volk auf – siehe Spiegel:

Was passiert, wenn Russland die baltischen Staaten angreifen sollte? Nach SPIEGEL-Informationen diskutieren Nato und Bundesregierung dieses Szenario. Ihr Schluss: Das westliche Bündnis wäre nur bedingt zur Verteidigung in der Lage.

Während in der Ukraine US-Agenten in Massen fallen, wird hier eine neue Front vorbereitet: DER RUSSE KOMMT! – siehe Spiegel:

Die Nato könne in der Ukraine-Krise „auf jede Entwicklung angemessen reagieren“, sagt Verteidigungsministerin von der Leyen öffentlich. Intern dagegen zweifelt das Bündnis nach SPIEGEL-Informationen an der eigenen Stärke. Die Debatte über mögliche Konsequenzen beginnt.

Am Sonntag muten von der Leyens Aussagen plötzlich sehr merkwürdig an. Denn nach SPIEGEL-Information kursieren hinter den Kulissen ganz andere Einschätzungen über die Schlagkraft der westlichen Militärallianz. Einschätzungen, die wohl auch die Bundesregierung teilt. Demnach wäre die Nato im Falle eines russischen Angriffs auf die baltischen Mitgliedstaaten Lettland, Litauen und Estland kaum in der Lage, angemessen mit konventionellen militärischen Mitteln zu reagieren.

Da unsere westlichen Spin-Doktoren ihr Angstmachergeschäft im Interesse der Rüstungskonzerne gut beherrschen und wissen, dass die meisten Bürger kaum Zeit haben, ihren Alltag zu bewältigen, geschweige denn sich um Truppenstärken von Militärbündnissen zu kümmern, kann man solche irrationalen Ängste schüren. In der Ukraine war der Russe ja nicht aktiv – siehe OSZE – vielleicht erobert er aber Lettland, Litauen und Estland? Oder schickt Fallschirmjäger nach Bielefeld? Beschießt Eckernförde von See aus? Bombadiert Merkel? Man sieht – dem Russen ist alles zuzutrauen. Zeit, dass wir uns dagegen rüsten.

Am Besten machen wir es wie Hitler und greifen präventiv an.

Vergleichen wir mal die Streitkräfte Russlands und … sagen wir mal: der USA. Nur EIN Natoland von 28. Laut Wikipedia (Liste der Streitkräfe unter Bezugnahme auf CIA World Fact Book und einer Seite des österreichischen Bundesheers) verfügt Russland über 1,2 Millionen Soldaten, für deren Unterhalt und Ausrüstung 85 Milliarden Dollar zur Verfügung stehen. Die USA verfügen über 1,43 Millionen Soldaten, für deren Unterhalt und Ausrüstung 636 Milliarden Dollar ausgegeben werden können – mehr als das siebenfache Russlands. Nimmt man alle Natostaaten zusammen, so kam man im Jahre 2000 auf 4,5 Millionen Nato-Soldaten (siehe Statista).

Zudem geht man – entsprechend des Militärbudgets – davon aus, dass der Zustand der russischen Streitkräfte als „desolat“ zu bezeichnen ist (siehe Wikipedia).

Um nun ein Bild davon zu bekommen, warum „der Westen“ überhaupt in der Ukraine engagiert ist, muss man schon jenseits der großen Kaufmedien suchen – zum Beispiel bei der Jungen Welt:

Gerne wird die Ukraine im Westen als eines der »strategisch bedeutsamsten Territorien der Welt« bezeichnet. Das trifft nur aus der Sicht Rußlands zu, und auch dann nur im Rahmen seiner Defensivstrategie, aber nicht für offensive Welteroberungspläne, die westliche Kriegstreiber Moskau unterstellen. Laut dem privaten US-Nachrichtendienst Stratfor, dessen Mitarbeiter enge Kontakte zu ihren Kollegen in den Geheimdiensten wie Außenministerien der USA und anderer NATO-Länder pflegen, »hat die Ukraine für eine moderne Macht, die keine bösen Absichten gegen Rußland hegt, nur geringen strategischen Wert«. Für eine feindliche Macht stellt die Ukraine jedoch das Einfallstor in das Territorium Rußlands dar und ist somit eine tödliche Bedrohung.

»Wenn also die Deutschen keinen neuen Krieg gegen Rußland planen – und sie tun das nicht – hat die Ukraine wenig Bedeutung für Europa oder die Deutschen«, folgerte der Stratfor-Chef George Friedman in seiner Lageanalyse vom 11. Februar dieses Jahres.

Ein sehr bedeutender Satz. Der einzige Nutzen der Ukraine ist … sie ist das Einfallstor nach Russland. Gelingt es nun den Ukrainern, dieses Tor selbst zu schließen, „verteidigt“ man eben Estland, Lettland und Litauen.

Jenseits der großen Kaufmedien erfährt man auch überraschende Aspekte der Auseinandersetzung, die in den „staatstragenden“ Medien der Bundesrepublik so nicht zu erfahren sind – siehe Hintergrund:

Gegen die Region Donbass wird ein Wirtschaftskrieg geführt. In der Ukraine und in Polen sollen 60 Minen und Stahlwerke geschlossen werden. Die EU hat die ukrainische Regierung zu diesem Schritt bewogen, um der britischen und deutschen Schwerindustrie zu einem neuen Aufschwung zu verhelfen und ihr Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. In der Umgebung von Donezk sind Spezialeinheiten in der Umgebung unterwegs und töten Bergleute, die ihre Arbeit verloren haben und auf die Barrikaden gegangen sind.

Da wird gestorben, um deutsche Arbeitsplätze zu erhalten. Das erfährt man, wenn man vor Ort mit den Menschen spricht, die die Unabhängigkeit von der Kiewer Regierung wollen. Die Hintergrund-Autorin liefert auch noch andere Beobachtungen einzelner Bürger – zum Beispiel aus dem belagerten Slwajansk (siehe Hintergrund):

In einem benachbarten kleinen Café erklären sich Bewohner und ihre Unterstützer bereit, die Lage zu erklären und zu kommentieren. „Wir sind im Krieg – in einem Bürgerkrieg“, sagt Lola, die hier zusammen mit einigen Freundinnen als freiwillige Erste-Hilfe-Sanitäterin arbeitet. „Nachdem wir vor einer Woche in Charkiw Medikamente geholt hatten, stoppte uns das ukrainische Militär. Die Soldaten, die Waffen in ihren Händen hielten, sagten: ‚Wenn Ihr nicht sofort umkehrt, dann erschießen wir Euch alle – auf der Stelle‘“, berichtet Lola.

Es gibt aber noch andere Beobachtungen, die aufhorchen lassen:

Vor der Stadt sind Panzer und anderes schweres militärisches Gerät aufgefahren, über ihr kreisen Hubschrauber. In der Dunkelheit bewegten sich schwarz gekleidete, bewaffnete Männer in voller Kampfmontur durch die Gegend. Es seien aber weder Ukrainer noch Russen, meint sie. „Drei von ihnen haben uns gestoppt. Sie trugen Masken und sprachen Englisch miteinander“, so Lola weiter. Dem Akzent der Militärs und Paramilitärs nach zu urteilen, handele es sich aber nicht um Briten oder Amerikaner. Sie würden mit dem ukrainischen Militär zusammenarbeiten. „Niemand weiß, wer sie sind.“

Das Interview war vom 1.5.2014. Bestätigt wurde die Anwesenheit der unbekannten Killerkommandos dann eine Woche später vom Spiegel (s.o.).

Bestätigt wird die Einschätzung der Situation auch durch die Initiative „Faces of Ukraine“ auf Facebook. Die Journalistin Alisa Bauchina ist – finanziert durch Crowdfunding – selbst in die Ukraine gefahren und hat dort einige Interviews durchgeführt, unter anderem in Odessa – wo zwei Augenzeugen ganz andere Berichte über die verbrannten Bürger im Gewerkschaftshaus von sich geben … und von viel mehr Toten reden, von Erschiessungen, Vergewaltigungen, Folterungen und anschließender Verfolgung der Opfer durch die örtliche Polizei und zugereiste Schläger des „rechten Sektors“. Nach Veröffentlichung des Interviews am 18.5.2014 erklärte die Journalistin ihr Projekt überraschenderweise für beendet.

Ein Artikel im Hintergrund vom 5.5.2014 bestätigt die Erfahrungen der jungen Journalistin:

Die Hintergründe der Eskalationen in Odessa. Nationalistisch-faschistische Kräfte – von Kiew orchestriert – exekutierten oder erschlugen offensichtlich einige ihrer Opfer. CIA und FBI beraten das Regime in Kiew. Medien in Deutschland leisten dem rechten Terror in der Ukraine teilweise Rückendeckung.

Unter Einsatz von Schusswaffen, Gasgranaten und Molotowcocktails trieben die nationalistischen Angreifer die Menschen in das Gewerkschaftshaus, nachdem das Zeltlager abgebrannt worden war. Doch die Zufluchtstätte wurde zu einem Massengrab, als die Faschisten unter Parolen wie „lasst sie uns abfackeln“ oder „alle bis auf den Letzten umbringen!“ Feuer legten und dafür sorgten, dass niemand die Ausgänge verlassen konnte.

Was serviert hingegen der Spiegel seinen Lesern heute – nach den eindringlichen Warnungen vor dem bösen Russen, der die kleine, hilflose Nato einfach so wegwischen könnte (und es wahrscheinlich bald tut!!!)?

Eine politische Unverschämtheit der Extraklasse – siehe Spiegel:

Die ukrainische Übergangsregierung fordert von Deutschland mehr Entschlossenheit im Umgang mit Russland – und schärfere Strafen.

Oder ist es der CIA, der da spricht? Nein, der hat ja dementiert, dass er überhaupt da ist. Immerhin – der Aufruf zu „präventiven“ Maßnahmen taucht jetzt ebenfalls auf:

„Es ist auch wichtig, präventive Sanktionen zu verhängen, bevor Russland noch größeren Schaden anrichtet.“

Putin ist aber auch sowas von böse … der muss bestraft werden, bevor er überhaupt was getan hat!

Und wenn der sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen läßt, fackelt man einfach noch ein paar anti-kiewer Demonstranten ab. Irgendwann wird ihm schon der Kragen platzen.

Und das deutsche Volk, das nur etwas von dem ganzen kostspieligen Theater hätte, wenn es einen Krieg gegen Russland planen würde?

Das wird mal wieder bezahlen dürfen, nachdem es beschissen wurde. Aber: genau darum wird es ja beschissen: damit es weiter zahlt. Wie schrieb noch das Neue Deutschland?

Derweil hat der US-amerikanische Rüstungskonzern Lockheed Martin die Erwartung geäußert, dass die Ukraine-Krise neue Rüstungsvorhaben ermöglicht. Politiker und Bürger würden »einen Schritt zurücktreten und darüber nachdenken, ob alle Fähigkeiten vorhanden sind, um sich zu verteidigen und um die volle nationale Sicherheit zu haben«, hoffte Konzernchefin Marillyn Hewson gegenüber der »Welt am Sonntag«. Jede Art von Konflikt »sollte bewirken, dass man sich fragt: Sind alle Fähigkeiten vorhanden?«

Das war am 4.5.2014. Kaum eine Woche später sind sich die Oberschichtsjournalisten einig: wir sind zu schwach und müssen aufrüsten – denn genau DAS bringt ihnen genug Geld für die eigene Pferdezucht.

Und in den Dritten Weltkrieg rutschen wir dann „einfach so“ ´rein, weil „Kiew“ es so wollte.

 

Syrien und die Bilderberger: gekaufte Rebellen und ihre Financiers

Syrien und die Bilderberger: gekaufte Rebellen und ihre Financiers

Freitag, 1.6.2012. Eifel. Die deutschen Medien werden immer besser, das muss ich sagen. Was heißt: sie werden immer besser – sie lügen immer besser. Lügen? Nun ja – aus einer gewissen Sicht heraus ist es nicht unbedingt so richtig schweres Lügen, wenn man über Dinge schreibt, über die man keine Ahnung hat, die vermuteten Fakten aber so dreht, das letztendlich die Anzeigenkunden und die Vertreter deutscher Parteien zufrieden sind. Zum Beispiel über Syrien. Liest man da mal den „Daily Star“ gegen, so erfährt man Wunderbares: 300 libanesische Kämpfer aus dem Bekaa-Tal bilden die „Rebellen“ in Syrien. Nun – vielleicht sind das nicht alle Rebellen, vielleicht sind noch Al Kaida-Kämpfer dabei, ein paar libysche „Freiheitskämpfer“, ein paar Söldner … wer weiß das schon. Ich nicht – deshalb habe ich mal nachgeschaut. Bei Barth-Engelbart, dort klärt Dr. Lehmann darüber auf, wer da so alles für die Freiheit kämpft, wenn zum Freiheitskampf geblasen wird:

Sie sind die mit Al Kaida verbundene „Libyan Islamic Fighting Group“ mit mehr als 18.000 Kämpfern. Sie sind die von Saudi-Arabien unterstützte Al Kaida Omar Brigade. Sie sind der bewaffnete Arm der Muslimbruderschaft, finanziert von Katar, trainiert und stationiert in der Türkei. Sie sind Jordanier, Saudis, Iraker, Ägypter und anderer Länder Mietlinge und Söldner die von türkischen und NATO-Geheimdienstlern in Amman, Jordanien rekrutiert wurden. Das sind jene Mörder, die von der US-Regierung und dem Pentagon, der Türkei, Saudi-Arabien, Katar, Saad Hariris „Future Movement” im Libanon,  Walid Jumblatt von der sozialistischen Fortschrittspartei Libanons finanziert werden – Strohmänner der USA und Israels, die die Arabische Welt, Palästina, Syrien und Libanon gemeinsam mit Israel seit dem Bürgerkrieg im Libanon betrogen haben.
Das sind jene die von den US “Special Operations Forces” aus Fort Bragg, North Carolina trainiert und kontrolliert werden. Das sind französische Söldner und britische SAS-Teams. Das sind jene von denen du glauben sollst sie wären “die Freie Syrische Armee” und die “friedliche syrische Opposition”.

Ich weiß ja: „Blogs“ dürfen wir nicht glauben.  Die werden für ihre Meinung nicht bezahlt – also taugen die auch nichts. Aber der Daily Star ist ja gar kein Blog. Er ist eine Bildzeitung. Und – wie ich den Artikel verstehe, finden die das gut, das die Libanesen jetzt in Syrien Revolution machen. Darum glaube ich dem Blog eher, vor allem, weil Dr. Lehmann schon mal im Libanon war. Seine Beobachtungen von den Folgen des Einsatzes drogenbenebelter Horden sind jedoch nicht gerade für schwache Gemüter geeignet … erinnern aber sehr an die aktuellen syrischen Massaker.

Darf ich nun vermuten, das die Massaker vielleicht gar nicht von der syrischen Armee begangen wurden … sondern von diesen seltsamen Horden, die schon Gaddafi stürzten?

Erinnert man sich noch an Afghanistan? Sollte man – unsere Soldaten sterben gerade da. Da hat man einfach die „Warlords“ (alte Feinde, die nun für viel Geld sehr freundlich wurden) gegen die Taliban geschickt (alte Freunde, die nun für viel Geld feindlich gemacht wurden), um das Land ohne große Verluste an Herrenmenschen zu erobern.

„Herrenmenschen“ – das sind wir. Sterben tausend von „denen“, sprechen wir nicht darüber, stirbt aber „einer von uns“, dann gibt es Staatstrauer…nur mal so nebenbei erwähnt. Das sollte man im Hinterkopf haben – wenn man dem Parteibuch bei seinen Medienbeobachtungen folgt.

Dort kann man nachlesen, wie die Mörder der syrischen Zivilisten in den deutschen Medien von Freischärlern über Artilleriegranaten zu Regierungssoldaten wurden – womit klar ist: in Wirklichkeit hat die Tagesschau auch keine Ahnung, tut aber gerne anders. Sie bemühen sich, die Wirklichkeit so abzubilden, das Politiker und Anzeigenkunden keinen Anstoß daran nehmen.  Und wenn jemand zum Hitler erklärt wurde (weiß gar nicht – hat das einer schon über Assad gesagt? Solche Opfer der Geopolitik werden gerne „Hitler“ genannt, damit allen klar ist, wie böse die sind und welches Schicksal ihnen droht), dann kann man natürlich nicht mehr ausgewogen aus dem Land berichtet werden, es wäre geradezu ein Akt der Wehrkraftzersetzung, würde man untersucht haben wollen, ob nicht drogenverseuchte seelische Kriegskrüppel aus irgendeinem anderen Land in Syrien gerade Massaker begehen.

In einem späteren Artikel mutieren die „Granaten“ dann zu „regimetreuen Schlägertrupps„.

Vielleicht werden die ja sogar bezahlt?

Und wenn die bezahlt werden … werden dann unsere „regimetreuen Schlägertrupps“ auch bezahlt – jene Gülle- und Schmuddelfedern, die schon am liebsten morgen Scheiterhaufen für Langzeitarbeitslose einrichten würden?

In der TAZ finden wir Spuren jener Drogensöldner.  Hier werden russischen Medien zitiert, die eine seltsame Zunahme der Greueltaten beobachtet haben, seit dem die internationalen Beobachter anwesend sind … und seitens der Syrer selbst von einer ominösen „dritten Kraft“ ausgegangen, die zunehmend die Zivilbevölkerung ins Visier nimmt.

Nun – vielleicht ist das der Grund, warum Russland der gewaltsamen Verbreitung von McDonalds, Coca Cola und Disney im Nahen Osten nicht zustimmen wird.  Angesichts der vielen möglicherweise mal wieder inszenierten Massaker ist es natürlich verständlich, das die USA erwägen, mal wieder ohne Zustimmung von irgendwem irgendwo im Namen der „Menschlichkeit“ (man denke kurz bitte an die schon erwähnten „Herrenmenschen“, bevor man die Information einsortiert) einzumarschieren, weil der militärisch-industrielle Komplex der USA Kriege einfach zum Leben braucht. Der Einmarsch in Syrien wäre sozusagen als eine Art lebensichernder Mundraub zu betrachten.

Nun – wir wissen nicht, ob die libanesischen Kämpfer für Morde an der Zivilbevölkerung bezahlt werden. Was wir aber wissen ist, das die „Entscheider“ in den USA bezahlt werden. „Wahlkampfspenden“ sind nichts anderes als die direkte Finanzierung des Kandidaten, der sich natürlich im Anschluss an die Wahl für diese Spenden erkenntlich zeigen sollte. Das ist der „american way of life“, der dringend gegen Feinde in aller Welt verteidigt und hemmungslos verbreitet werden muss.  Wie man das am Besten macht, bespricht die Elite der Herrenmenschen – die „Gottmenschen“ – gerne im Rahmen der Bilderbergerclubs. Wir werden hier wohl vergeblich danach fragen, wer für Kaffee, Kuchen und Reisespesen aufkommt und ob außer wundersamen Karrieren noch etwas anderes  als „Profit“ für die Beteiligten herausspringt. Wikipedia liefert eine kleine Antwort auf die Frage nach der Finanzierung:

Die Auslagen für die Durchführung der Bilderberg-Konferenzen werden vollständig durch Spenden gedeckt, die Auslagen setzen sich zusammen aus den Kosten für das Sekretariat sowie die Druckkosten für die nicht-öffentlichen Protokolle der einzelnen Konferenzen.

Die Kosten für die jeweilige Bilderberg-Konferenz werden vom gastgebenden Land getragen, die Anreise von jedem Teilnehmer selbst, ebenso die Verpflegung. Private Stiftungen, welche der Gruppe zur Verfügung gestellt werden, erleichtern die jährlichen Planungen erheblich. Allerdings haben sich etliche bundesdeutsche Politiker die ihnen entstandenen Kosten über ihr Landes- bzw. das Bundes-Parlament finanzieren lassen,[20] in einigen Fällen wurden auch Studienreisen inoffiziell angeschlossen und über Steuergelder abgerechnet.

Tja – wir Deutschen finanzieren Gespräche über unseren eigenen Untergang lieber selbst.

Solche Treffen sind ja auch eigentlich nur zu begrüssen. Nirgends sonst findet man eine Gelegenheit, Frieden, Freiheit und Wohlstand für alle zu organisieren – und darum geht es der Welt ja auch immer besser, seitdem die Bilderberger sich regelmässig treffen. Besser? Nein, leider nicht. Der Welt geht es immer schlechter, die Ausstoß von Treibhausgasen nimmt Rekordhöhen an, die Wirtschaft tanzt auf einem Vulkan, der schon ausgebrochen ist (aber mit Werbetafeln vor den Kameras der Weltöffentlichkeit zunehmend verborgen wird) und die Kriegsgefahr wächst aufgrund der US-Politik enorm … was als Programm der Wohlstandsförderung Sinn gemacht hätte, scheint also eher ein Programm zur weltweiten Wohlstandsvernichtung zu sein – oder diese Treffen haben überhaupt  keinen Sinn und ebenso keinen Einfluss … doch das führt gleich zu der Frage, warum wir auf ihnen weiterhin deutsche Steuergelder verbraten.

Na – irgendeinen Nutzen werden die schon haben – man lässt sich als Politiker ja nicht umsonst seine knappe Lebenszeit stehlen.

Was natürlich auf solchen Konferenzen gut ginge, wäre eine minutiös orchestrierte Abstimmung großer strategischer Pläne zur Ausplünderung der Staatsfinanzen (was ja gerade geschieht – scheinbar zufällig und willkürlich und öffentlich durch die Schuld der Griechen und Arbeitslosen verursacht). Was sonst sollten die Herren Ackermann (deutsche Bank), Ischinger (Allianz Versicherungen plus Aussenpolitik), Roland Koch (Politik und Konzern), Löscher (Siemens), Reitzle  (Linde) dort zusammen mit anderen besprechen wollen?

Maßnahmen zur Eindämmung des Hungers in Griechenland wohl kaum. Ebenso dürfte man nicht über die Eindämmung der freifliegenden Söldnerhorden debattieren, die auf vielen Konfliktfeldern dieses Planeten auftauchen und immer wieder ein überraschend günstiges Klima für Interventionen schaffen, denen dann Investitionen von McDonalds, Coca Cola oder Disney folgen. Auch der Einfluss von Wahlkampfspenden auf die Regulierung von Finanzmärkten dürfte dort nicht kritisiert werden – und erst recht nicht, wie man mittels Wahlkampfspenden libanesische Söldner in Syrien arbeiten lassen kann.

Auf jeden Fall … wird man sich schnell wieder einig darüber sein, das die Ergebnisse dieser Konferenz wie auch die Ergebnisse aller anderen Konferenzen geheim bleiben – obwohl auch Journalisten dort sind wie Matthias Nass von der ZEIT.  Wenn dieser Journalist nun über die Konferenz befragt wird, dann wird man sehen, was heutzutage einen guten Pressemann auszeichnet: der Wahrheit ausweichen, ohne direkt zu lügen. Geht ja in dem Fall nicht anders, ohne die Interessen der Gastgeber zu verletzen

Und wer verletzt schon gerne Gastgeber … außer natürlich den Söldnern aus dem Bekaa-Tal.

Aber das sind ja – wie Syrer, Russen und Chinesen – keine Herrenmenschen.

 

 

 

 

Pornographie und die fortwährende Desensibilisierung gegen die Demokratie: Der Mensch wird Fleisch!

Es gibt Tage, da geht mir zuviel durch den Kopf, da gibt es Meldungen, die beunruhigend sind, aber irgendwie überhaupt nicht zusammenpassen. Eine davon stammt zum Beispiel aus der Welt: 

Tatsächlich hat die bemerkenswerte Effektivität von Hardcore-Pornografie bei der schnellen Desensibilisierung von Menschen sogar dazu geführt, dass sie regelmäßig eingesetzt wird, um Ärzte oder Militäreinheiten auf den Umgang mit extrem schockierenden oder heiklen Situationen vorzubereiten.

So beschreibt Naomi Wolf. Sofort folgt eine Antwort von Henryk M. Broder, die den Eindruck hinterlässt, der Bund der Pornofilmgucker hat einen Lobbyisten gefunden.

Es gibt Tage, da geht mir zuviel durch den Kopf, da gibt es Meldungen, die beunruhigend sind, aber irgendwie überhaupt nicht zusammenpassen. Eine davon stammt zum Beispiel aus der Welt:

Tatsächlich hat die bemerkenswerte Effektivität von Hardcore-Pornografie bei der schnellen Desensibilisierung von Menschen sogar dazu geführt, dass sie regelmäßig eingesetzt wird, um Ärzte oder Militäreinheiten auf den Umgang mit extrem schockierenden oder heiklen Situationen vorzubereiten.

So beschreibt Naomi Wolf. Sofort folgt eine Antwort von Henryk M. Broder, die den Eindruck hinterlässt, der Bund der Pornofilmgucker hat einen Lobbyisten gefunden.

Desensibilisierung ist keine Kleinigkeit. Sie ist – unter anderem – eine wichtige Vorraussetzung für Mord. Die US-Army hat diesbezüglich einige Erfahrungen gesammelt: die absolute Mehrheit der Normalmenschen ist nicht bereit, aufeinander zu schießen – auch nicht, wenn Krieg angesagt ist. Das war schlimm für die demokratische Regierung der USA,  denn ohne Soldaten kann man ja gar keinen ordentlichen Krieg führen. Zwar führen Demokratien in der Regel auch keine Kriege … jedenfalls waren sie ursprünglich mal so gedacht …. aber wir reden hier ja über die USA.  Ein Blick in ihre Geschichte zeigt, das Demokratien auch für ihre Nachbarn sehr gefährlich werden können.

Deshalb brauchen Demokratien Killer – und weil Menschen von Natur aus eher friedlich sind, müssen diese gezielt gezüchtet werden.

Wenn also nun Hardcore-Pornos zur „schnellen Desensibilisierung“ führen … inklusive einer neuen „neuronalen Verdrahtung“ … dann könnte daraus doch auch ein Schaden entstehen, oder? Es wäre doch zumindestens mal der Moment da, wo man innehält, die Information einfach mal stehen lässt und weiterforscht anstatt zeitgleich eine Gegendarstellung zu drucken, die – ziemlich inhaltslos aber wortgewandt – die ursprüngliche Information schwächt, noch bevor sie ihre Wirkung entfalten kann.

Was hier Raum greift, ist der Verdacht der bewußten Manipulation – stelle ich einer Position ein Kontra entgegen, das inhaltlich der Position nicht gewachsen ist, so habe ich einen Fall von tendenziöser Berichterstattung – eine Form der Manipulation durch Medien.

Gewalthaltige Medien haben einen Gewöhnungseffekt und erhöhen die Gewaltbereitschaft – darauf weisen auch andere  Studien hin. Ein Blick in die Kriminalstatistik zeigt, das gerade Sexualdelikte ansteigen, ebenso wie Verrohung und Betrug.

Wäre es also wirklich so abwegig, sich über den Artikel der Naomi Wolf ein paar Gedanken zu machen? Vielleicht auch ein paar Gedanken über die bewußte Steuerung von Massen, die gezielte Implementierung gesellschaftlicher Impulse zwecks Lähmung der Widerstandsfähigkeit?

Nun, normalerweise würde ich das nicht machen … erst wenn Aktion und Reaktion unverhältnismäßig aufeinandertreffen – so wie auch unlängst bei der Menschenrechtsschelte Deutschlands durch die UN – dann fange ich an, mir Gedanken zu machen, ob hier nicht bewußt und absichtlich eine desensibilisierte Kultur geschaffen wird, die … nützlich sein kann.

Der Pornokonsument braucht immer härtere Bilder für die gleiche Dopaminausschüttung … so dass sein Weg direkt in die Welt des Kindesmissbrauches führt. Gleichzeitig steht der Verdacht im Raum, das auch die Übergriffe auf das echte Leben häufiger werden – zumindest dies scheint in den Statistiken abbildbar zu sein.

Pornografie ist ein Milliardenmarkt mit 44 Milliarden Euro Umsatz weltweit und steht in einer denkwürdigen Reihe mit anderen Investments, die weder ethisch noch nachhaltig sind:

Ausschlusskriterien können zum Beispiel sein: Gentechnik,
Glücksspiel, Kinderarbeit, Kernenergie, Menschenrechtsverletzungen,
Pornografie, Rüstung oder Tierversuche 

Wahrscheinlich Kriterien, die der Bund der prüden Landfrauen in die Welt gesetzt hat.  Das man aber in der Tat mit Kinderarbeit und Menschenrechtsverletzungen Rendite erwirtschaften kann, verblüfft mich. Das es Menschen gibt, die das auch machen, erst recht. Daran merken, das die Zeiten vorbei sind, in denen der Unternehmer sagt: „Produzieren in Indien? Kann ich nicht machen – da werden die Leute bei mir im Dorf doch arbeitslos!“.

Es ist auch nicht so einfach, in Indien zu produzieren. Dazu braucht man Leute, die die Produktion vor Ort organisieren (und Widerstände gezielt beseitigen), Leute, die die Transportwege erarbeiten (und ihre Kosten gezielt niedrig halten), Leute, die im Absatzland die Unternehmen beraten (und gezielt ethische Bedenken beseitigen) und vor allem: Banken, die den ganzen Anschlag auf die heimischen Wirtschaften vorfinanzieren. Einfach so fällt „Globalisierung“ nicht vom Himmel, dazu bedarf es vieler williger Hände … und viel gezielter Desensibilierung bezüglich der Folgen für den eigenen Arbeitsmarkt. Den ethischen Unternehmer kann keiner mehr brauchen.

Wie wir sehen, ist Desensibilisierung nicht nur im Pornobereich ein delikates Thema.

Hartz IV hat uns gezeigt, welche Folgen Desensibilisierung für die Menschenrechte in Deutschland haben kann, die aktuellen Vorgänge um die Lieferung von 200 Panzern an eine Diktatur, die kürzlich erst Menschenrechtsbewegungen im Nachbarland niedergeschlagen hat zeigen, wie desensibilisiert die verantwortlichen Politiker schon sind. Es gab Zeiten, da war das so undenkbar wie der gezielte Bombenkrieg gegen andere Länder … wie Libyen zum Beispiel. Dort bomben wir jetzt schon seit Monaten … man fragt sich, auf was eigentlich. Aufgrund erfolgreicher Desensibilisierung stört uns auch nicht der Einsatz kolumbianischer Paramilitärs in Libyen, der von Regierung und Rebellen bestätigt worden ist.

Die „Rebellen“ … alles Söldner? Ein schrecklicher Verdacht. Auch hier gilt: die fallen nicht vom Himmel. Früher wäre diese Nachricht eine Sensation gewesen, würde sie doch beweisen, das es Verschwörungen wirklich gibt, obwohl wir sie für „tabu“ erklärt haben. Es würde auch ein fürchterliches Licht auf die Glaubwürdigkeit der offiziellen Politik werfen, wenn man merken würde, das „Privatleute“ via Söldner Staaten demontieren können. Aber auch hier zeigt sich: wir sind desensibilisiert, obwohl der wachsende Einsatz von Söldner und Privatarmeen weltweit die Demokratie gefährdet – insgesamt verfügen sie über 1,5 Millionen Soldaten plus 1,5 Millionen Spezialisten. Die könnten inzwischen ganze Staaten erobern – doch das stört uns ja nicht mehr. Schon 1975 hatte der Söldnerführer Bob Denard die Komoren erobert. Hat auch keinen interessiert, war aber für Söldnerkreise inspirierend.

Das ging also auch.

Unsere Desensibilisierung ist soweit fortgeschritten, das der Deutsche Bundestag inzwischen ganz öffentlich der Bundesrepublik Deutschland den Status einer Demokratie abspricht:

Der Prozessbevollmächtigte des Deutschen Bundestages, Prof. Dr. Franz Mayer von der Universität Bielefeld, unterstrich einleitend, dass schon erhebliche Zweifel an der Zulässigkeit der Verfassungsbeschwerden bestünden, sie jedenfalls aber unbegründet seien. Die Beschwerdeführer würden sich auf ein neuartiges Recht berufen, das bisher gar nicht existiere, nämlich ein umfassendes Grundrecht auf Demokratie. Für die Anerkennung eines solchen Grundrechts und eine damit verbundene Ausweitung der Möglichkeiten zur Verfassungsbeschwerde gebe es aber keinen Anlass. 

Es gibt kein Grundrecht auf Demokratie in Deutschland – sagt er. Das sagt man jetzt ganz offen.  Das geht inzwischen. Regt auch keinen weiter auf. Das man mit Menschenrechtsverletzungen, Rüstung, Kinderarbeit, Pornographie, Kernenergie oder der künstlichen Inszenierung von Bürgerkriegen auch gutes Geld verdienen kann, ist uns inzwischen klar – nicht umsonst hat sich als Gegenbewegung die kleine Gruppe der „ethischen Anleger“ gegründet, die dafür Werbung machen, das man auch mit diesen Wettbewerbsschranken Renditen erwirtschaften können.

Wie wohl die anderen ihr Geld verdienen?

Ist es möglich, das die Pornobranche boomt, weil … da ganz viel Geld hineinfließt? Das manche Menschen viel Geld dort investieren, weil die Desensibilisierung auch dort sehr … nützlich sein kann, weil man generell „Ethik“ vom Markt nehmen möchte, weil man beständig in breiter Front weiter desensibilisieren möchte, bis endlich der Zeitpunkt gekommen ist, das man offen davon sprechen kann, das es in Deutschland kein Grundrecht auf Demokratie gibt?

Hoppla … dieser Zeitpunkt ist ja gerade da.

Welch´ Wunder.

„Werbung“ … ist nichts anderes als Desensibilisierung. Man will Kaufverhalten beeinflussen, dafür muss man oft genug alte Werte beseitedrängen um neuen Werten Platz zu schaffen.  Was ist nun der kleinste gemeinsame Werte-Nenner zwischen Hardcorepornos und ihrem Einsatz zur Desensibilisierung von Ärzten und Militärs?

Der Mensch wird Fleisch

Ich denke, gerade angesichts der aktuellen Organspendediskussion sollte man mal ein Auge auf diese Entwicklung werfen. Es gibt auch ausserhalb des Bundes der prüden Landfrauen Argumente, die Gründe dafür liefern, die steigende Desensibilisierung der Bevölkerung sehr kritisch zu beobachten … wo „Brot und Spiele“ dominieren, ist spätrömische Dekadenz nicht weit.

Und so liefert eine kleine unbedeutende und weitgehend unbemerkte  publizistische Auseinandersetzung zwischen Pornofreunden und Pornogegnern möglicherweise tiefere Einblicke in den aktuellen Zustand dieser Welt als einem lieb ist – und die Frage, was 1,5 Millionen  Söldner in der Welt anrichten könnten, wenn man sie ungezügeltem Pornokonsum aussetzen würde, wage ich nicht zu stellen.

Das sehen wir immerhin gerade in den Nachrichten.

 

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© Jotha

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