Söder

This tag is associated with 3 posts

Evidenzbasierte Selbsterdrosselung

215 EinbahnNichtwissenwollenschaft_upload


„Einbahn Nichtwissenwollenschaft“ (Foto: pw/nachrichtenspiegel.de)

Auch wenn wir riskieren, dass jetzt womöglich alles in Scherben fällt, aber eine wichtige Erkenntnis können wir aus dem Hornochsen-Hirschabschuss („Corona-Shutdown“) ziehen: Dass wir mit der derzeit auf höchstem Niveau praktizierten „Wissenschaft“ in gewisser Hinsicht dem größten Aberglauben in der gesamten Menschheitsgeschichte aufsitzen. Dass uns das scheinbar „Evidenzbasierte“ zu Selbsterdrosselung, Infantilität und totaler Destruktion führt.

Viele wollen das nicht wahrhaben, da ihnen damit ihre soeben erst neu aufgepfropfte Religion unter den Füßen wegbröselt. Sie schlagen jetzt wild um sich und klammern sich sogar an das Absurde bzw. Söders Hosenbeine, um die Oktoberfestillusion des „guten & gernen“ Lebens doch irgendwie aufrechterhalten zu können. Wie ich in einem ÖR-Radiojournal zu hören bekam, erleben wir durch die Coronakrise gerade „eine Renaissance der Politik und der Medien“. Institutionen und Politdarsteller, welche die Mehrzahl Bürger vor Kurzem noch am liebsten in die Tonne treten wollten, dürfen also wieder den Ton angeben und die Bürger gängeln. Ja, wie gerne würden wir uns doch von einem großen vorsorgenden Muttertier umhegt und mit ihm in Einklang fühlen, das uns mit seinen Krakenarmen rettet, in Sicherheit wiegt und uns in einem selbstfahrenden Autodrom mit einem sozialen Grundeleinkommen füttert – da nimmt man eben auch ein Social Scoring System nach chinesischem Vorbild und genverändernde Impfungen aus der Werkstatt von „Dr. No“ Gates, Rumpsfeld & Co. in Kauf und reiht sich mit einem ID-Chip in das trackbare Internet der Dinge ein.

Wie Nietzsche bereits gesagt hat, sollte man natürlich nicht allzulange in den Brunnen blicken, damit er einen nicht verschlingt, sondern sich ganz gezielt auch wieder sinnvollen Gedanken zuwenden. Aber sich die derzeitige Ausweglosigkeit und die Tatsache des vollendeten Scheiterns der herrschenden Lehre für einige Atemzüge vor Augen zu führen, hätte gewaltige Bedeutung für unsere Zukunft. Solange wir die derzeit herrschende technizistisch-naturwissenschaftliche Denkweise (die auf der inquisitorischen, menschen- und naturverachtenden Geistesart von Francis Bacon beruht) nicht als das erkennen, was sie ist: trotz aller hybrider Gelehrsamkeit in Wirklichkeit eine eitle Nichtwissenwollenschaft und eine mittlerweile konzernwirtschaftlich dirigierte Interessensvertretung, werden wir immerzu weiter im Treibsand versinken.

Der Hornochsen-Hirschabschuss („Corona-Shutdown“) ist vorbei – Wie wird es weitergehen?

Der Hornochsen-Hirschabschuss ("Corona-Shutdown") ist vorbei – Wie wird es weitergehen?

Welche Worte soll man für das surreale Geschehen in einem „Zeitalter der totalen Blasphemie“ (Henry Quelcun) noch finden? Wir torkeln inzwischen in einem südtäuschen Spiegelbildkabinett herum, in dem wir nicht einmal mehr wissen, wo es vorwärts und wo es rückwärts geht und wo oben und unten ist, aber wo wir uns verbissen darüber ereifern, was links und was rechts ist. Wie soll der Spiegelbildbürger das noch beurteilen, wo alles Kopf steht und obendrein noch in einem Karussel des Irrsinns im Kreis rotiert?

In einer Zeit, in der die Kinder nicht mehr an den Weihnachtsmann, sondern an Harald Lesch glauben und sich sogar Erwachsene ihre Hirne mit Rezos, Gretas und Mailabs Mikroplastik zukleistern lassen, ist es nun eben soweit: Der Wahnsinn kann frei flottieren und fegt jetzt rund um den Erdball. „Corona“ war dabei nur die erste Kostprobe, Pogo der Clown hat noch ganz andere Faschingsraketen und Rucksackbomben in seinem Bauchladen. So wie CSU-Oktoberfestkaiser Söder die Coronamaßnahmen mit feist vergnügter Miene kommentiert hat: „Es war ein Test.“ Man hat jetzt Geschmack am Ausnahmezustand gefunden. Parteien und Politiker*Innen, die man fast schon in die Tonne treten wollte, erleben nun einen gewaltigen Höhenflug mit Zustimmungsraten, die wieder absolute Mehrheiten in Reichweite bringen. Plötzlich stehen die Bürger wieder an ihrer Tür und müssen mit Maulkörben um Hilfe betteln oder um Gnade vor allzu aberwitzigen Maßnahmen wie genmanipulierenden Zwangsimpfungen. Gönnerhaft können Söder & Co. dann ein paar Almosen springen lassen oder die Daumenschraube der Bürger ein wenig lockern, wofür ihm diese dann die Füße küssen. Auch die Leitmedien sind wieder obenauf und dürfen aus vollen Rohren die noch verbliebenen Restbestände an abweichenden Meinungen ins Visier nehmen. Mit Corona haben wir nun „eine Renaissance von Politik und Medien“, wie ich es in einem öffentlich-rechtlichen Radiojournal vernehmen durfte. Wieso sollte ein Politiker heutigen Zuschnitts diese Renaissance abblasen?

Sogar unter den Intellektuellen ist es inzwischen voll uncool geworden, der Lüge und Heuchelei entgegenzutreten. Die Lebenslüge ist einfach zu charmant und smart geworden, als dass man ihr noch etwas entgegensetzen wollte. Selbst wenn diese gute&gerne Illusion bereits offenkundig tödlich ist, die halbe Welt in Flammen steht und sogar die Straßen vor der eigenen Tür zu brennen beginnen – der in Schule und Uni aufgepfropfte hybride Intellekt reicht allemal noch aus, um die Hypothese aufzustellen, dass der neoliberale Phospohrbombenregen, der gerade auf uns niedergeht, vielleicht ja nur eine Sylvesterraketenshow ist.

Wer also glaubt, dass der Spuk mit dem Hornochsen-Hirschabschuss („Corona-Shutdown“) nun vorbei ist und wir wieder mit „gutem & gernen“ Leben weitermachen können, der irrt leider. Wir leben in einer Zeit, in der Maßstäbe der Vernunft suspendiert sind und der frei flottierende Wahnsinn über die Erdoberfläche fegt, sich wahlweise da und dort verkörpert und „viral geht“. Der Mensch wird sinnlos erniedrigt, in Wirklichkeit mit Grausamkeit und Sadismus entwürdigt und entmündigt. Das wird jetzt nicht einfach so aufhören. Es ist noch einiges im Busch und die Bürger sind willfährig und obrigkeitsgläubig wie noch nie in der Menschheitsgeschichte. Das wird man jetzt eiskalt ausnützen.

Doch keine Sorge, der Teufel trägt bekanntlich Prada und die Erstickung wird süß und smart werden. Die Giftköder werden dem Mäusefriedhofsbürger von den „Hohepriestern der Machtelite“ (Chomsky) und „Wirrologen“ (Herles) in streng wissenschaftlichen und evidenzbasierten Gewändern serviert. Diese Köder werden vielen Nerds zunächst orgiastische Gefühle bescheren, so wie ein beim Sexualakt über den Kopf gestülpter Plastiksack durch die hierbei hervorgerufene Atemnot angeblich für einen besonderen „Kick“ sorgt. Laut Auskunft der Gerichtsmedizin führt die bei dieser Praktik hervorgerufene Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff in Deutschland jedes Jahr bei ca. hundert Menschen zum Tod (Quelle: Berliner Morgenpost). Werden diese Plastiksack-Hirntoten dann mit Drostens Papaya-(„ PCR“) Test positiv getestet, dann sind sie laut derzeit herrschender Zählweise evidenzbasiert erwiesene „Coronatote“.

Die Katze beißt sich gerade in den Schwanz. Und Pogo der Clown steckt sie lächelnd in den Sack, um sie an Tönnies zu verkaufen. Dort sterben Tiere – angeblich 30.000 pro Tag – schließlich mit zum Herz gekringeltem Schwanz, so wie es das Konzernlogo verbürgt.

Was soll man also noch sagen? Welche Worte kann man noch aussprechen, ohne an der Fliegenrolle einer ekligen Political Correctness kleben zu bleiben, die inzwischen jeden gesunden Menschenverstand ersticken möchte? In einer Zeit, in der Gandhi zum Rassisten gemacht und seine Statuen gestürzt werden, während ein Krimineller und Pornobusiness-Crack zur Ikone gemacht wird, für den die halbe Welt gut & gerne auf die Straße geht, sind wir wohl bald wirklich in Idiocracy angekommen.

Die Ausweglosigkeit und Abgründigkeit, die wir derzeit erleben und vor der so viele gerne weggucken und lieber unter Muttis Corona-Rock flüchten möchten, hat aber auch ein Gutes. Wir können nun die Konsequenz unserer derzeitigen (technokratisch-„wissenschaftlich“-nihilistischen) Denk- und Wirtschaftsweise einmal ganz bewusst erleben. Dann kann uns die Notwendigkeit eines ganz neuen, menschengerechten Ansatzes ebenfalls bewusst werden.

 

Bild: Jacques Prilleau

Ralf Boes, ein Mensch bei Maischberger – die fein geplante mediale Hinrichtung des neuen Stauffenberg

Freitag, 7.12.2012. Eifel. Schneechaos - sagt die Taxifahrerin, die heute morgen da war. Ok - ich bleib zu Hause. Kann ich mir erlauben. Bin ich auch sehr dankbar für - das ist schon ein feines Land, in dem wir leben. Doch, wirklich - das muss man mal anerkennen. In den USA zum Beispiel wird es immer schlimmer - nur erfahren wir darüber primär nicht viel, weil das unsere Vorbildkultur sein soll - Hartz IV, Deregulierung der Finanzmärkte, Afghanistanabenteuer ... das haben wir ja unserem großen Bruder zu verdanken. 1997 war ich Teilnehmer ein Korruptionsreise der Pharmaindustrie, wir fuhren ein Dutzend Ärzte durch die USA. Mitten in Washington wurden wir von einer Gruppe (mindestens fünfzig) amerikanischer Bürger angegriffen, weil wir in das falsche Viertel gefahren waren. Es war eine Szene wie in einem Endzeitfilm, sie hat - neben anderen Ereignissen - mein Bild von den USA nachhaltig geprägt ... und obwohl ich die Bürger der USA wegen ihrer Freiheitsliebe, ihrer Offenheit Fremden gegenüber und ihrer Hilfsbereitschaft sehr schätze (ihre "upperclass" allerdings überhaupt nicht - und die Großmachtpolitik erst recht nicht), möchte ich nicht, das wir in Deutschland amerikanische Verhältnisse kriegen. Zu schnell vergessen wir, das Hartz IV nur ein Teil des Paketes ist - die Deregulierung, die uns die größte Weltwirtschaftskrise seit den dreissiger Jahren eingebracht hat (eine Krise, die noch lange nicht zu Ende ist und den deutschen Staat in den Ruin zu treiben droht),  ist das Hauptpaket gewesen ... Hartz IV hat nur geholfen, dem Widerstand den Boden unter den Füssen zu entziehen.

Freitag, 7.12.2012. Eifel. Schneechaos – sagt die Taxifahrerin, die heute morgen da war. Ok – ich bleib zu Hause. Kann ich mir erlauben. Bin ich auch sehr dankbar für – das ist schon ein feines Land, in dem wir leben. Doch, wirklich – das muss man mal anerkennen. In den USA zum Beispiel wird es immer schlimmer – nur erfahren wir darüber primär nicht viel, weil das unsere Vorbildkultur sein soll – Hartz IV, Deregulierung der Finanzmärkte, Afghanistanabenteuer … das haben wir ja unserem großen Bruder zu verdanken. 1997 war ich Teilnehmer ein Korruptionsreise der Pharmaindustrie, wir fuhren ein Dutzend Ärzte durch die USA. Mitten in Washington wurden wir von einer Gruppe (mindestens fünfzig) amerikanischer Bürger angegriffen, weil wir in das falsche Viertel gefahren waren. Es war eine Szene wie in einem Endzeitfilm, sie hat – neben anderen Ereignissen – mein Bild von den USA nachhaltig geprägt … und obwohl ich die Bürger der USA wegen ihrer Freiheitsliebe, ihrer Offenheit Fremden gegenüber und ihrer Hilfsbereitschaft sehr schätze (ihre „upperclass“ allerdings überhaupt nicht – und die Großmachtpolitik erst recht nicht), möchte ich nicht, das wir in Deutschland amerikanische Verhältnisse kriegen. Zu schnell vergessen wir, das Hartz IV nur ein Teil des Paketes ist – die Deregulierung, die uns die größte Weltwirtschaftskrise seit den dreissiger Jahren eingebracht hat (eine Krise, die noch lange nicht zu Ende ist und den deutschen Staat in den Ruin zu treiben droht),  ist das Hauptpaket gewesen … Hartz IV hat nur geholfen, dem Widerstand den Boden unter den Füssen zu entziehen.

Ein Beispiel über die aktuellen Verhältnisse in den USA? Habe ich heute morgen frisch aus dem Kernland des Kapitalismus bekommen:

Unsere Enkelin erzählte am Telefon von einer Attacke zweier junger Männer, die versucht hatten, mit ihrem SUV ihren Wagen abzudrängen und sie mit mit häßlichen sexuellen  Gesten bedachten, als sie wie wild hupte um wenigstens die Aufmerksamkeit anderer auf den Vorfall zu ziehen.  Aber Hilfe wird auch nicht mehr gegeben.  Die Menschen haben Angst vor solchen Typen, die zumeist Waffen haben oder unter Drogen stehen.
 
Denver muss total durchgeknallt sein. Sie war in Aurora, um einen Eil-Brief bei  Federal Express aufzugeben.  Aurora ist ein schlimmer Part in Denver. Das ist da, wo vor einigen Monaten der Massenmord im Kino stattfand.
 
Man muss wirklich vorher feststellen, wo das nächste Polizeirevier ist und im GPS einspeichern.   Der Rat wurde  den Einwohnern in Los Angeles gegeben.  Hinfahren zum Revier und wie wild hupen,  den Wagen verschließen aber nicht  verlassen.  Die Polizisten sind dann gehalten, sofort bewaffnet auf die Straße zu laufen, um zu helfen.
 
Was ist das für eine unzivilisierte Gesellschaft.  Ich fürchte, dass wir bald auch solche Zwischenfälle in Europa haben werden.
Soviel also zum Sittenbild einer barbarischen Gesellschaft. 

Wir hören viel zu wenig über den Alltag im Paradies des Kapitalismus, weil auch das zum Paket „Deregulierung“ gehört. Ist wie bei Medikamenten: die Nebenwirkungen werden zum Zwecke der erfolgreichen Vermarktung maximal heruntergespielt.

Nun hatte ich ja derzeit recht plakativ über den neuen Stauffenberg berichtet, der seinem Namen alle Ehre macht. Er wird jetzt gerade hingerichtet – wie zu erwarten – und zwar medial. Die Medien haben erkannt, welche Gefahr von einem Helden ausgeht. Man weiß, das es dem Widerstand gegen Hartz IV an Führungspersonen mangelt – und seit diesem vermaledeiten Hitler weiß man, wie gefährlich gute Redner werden können, die den Traum vom gerechten König ausnutzen, die Mythen von Robin Hood … oder Jesus Christus. Nicht auszudenken, wenn der Junge öffentlich verhungert … und das bei einer Zahl von 71 % der Bevölkerung, die Hartz IV ablehnen.

Zu groß die Zahl? Nicht bei 42 Millionen, die in den Datensätzen der Jobcenter mitlerweile aufgelaufen sind – da dürfte fast die ganze deutsche Jugend drunter sein. Und nicht bei der spitzenmäßig miserablen Qualität der Beratung, die Antenne Hessen in ihrem Exklusivbericht aufgedeckt hat. Hartz IV ist der größte Murks, den je eine deutsche Regierung verbrochen hat – und das will schon etwas heißen. Die Regierung aber weiß das. Die Chefredakteure wissen das. Die Reichen wissen das. Sie wissen auch, das wir in Europa amerikanische Verhältnisse bekommen, wenn wir uns nicht gegen die Ausplünderung von Hedgefonds wehren. Was sie aber gleichzeitig wissen: unser Geldsystem ist durch die Deregulierung so fest in ausländischer Hand (was wir fast täglich durch Straf-Ratings erleben dürfen, die uns unser mühsam erspartes Vermögen kosten) das wir uns Widerstand gar nicht leisten könnten … es sei denn, wir brechen total mit der westlichen Werte- und Wirtschaftsgemeinschaft und entziehen uns ihren Geschäften. Doch das traut sich keiner zu riskieren, zu schön sind auch die Renditeverlockungen, die auch gut bezahlte Politiker, Gewerkschaftsbosse, Ärzte, Parteifunktionäre und Unternehmergattinnen ködern.

Ein Beispiel? Ein Gewerkschaftsboss verdient laut Süddeutscher Zeitung bis zu 260 000 Euro im Jahr. Zum Leben braucht man aber nur knapp 1000 Euro im Monat. Was macht er mit dem Rest? Anlegen. Genauso die wie Fernsehleute, die mit ihren Spitzengagen jeden Gewerkschafter locker schlagen … was dort an Zwangsbeitragsgeldern großzügig verteilt wird, ekelt sogar den Fokus an:

Nicht anders der Fall der ehemaligen„Sportschau“-Moderatorin Monica Lierhaus.Allein für die sonntägliche Verkündung der Wochengewinner und die zweimalige wöchentliche Werbung für die Lotterie erhält die ehemalige Moderatorin eine Jahresgage in Höhe von 450 000 Euro…

Selbst Tiere bekommen im Fernsehen Geld. Egal ob Katze, Hund oder Rindvieh. Mit etwa 450 Euro pro Drehtag können alle Hundebesitzer rechnen. Ein Schlag ins Gesicht für jeden Hartz-IV-Empfänger….

Günter Jauch ist durch diesen Trend zum Mulitmillionär geworden, seine Nachfolgerin Sonja Maischberger dürfte auch nicht schlecht dastehen (siehe Augsburger Allgemeine).  Alle diejenigen, die die Wahrheit über die Ausplünderung Deutschlands verkündigen könnten, werden mit genügend Spielgeld bedacht, um im großen Kasino mitmischen zu dürfen. Auch Markus Söder dürfte richtig abräumen – für solche Gelegenheiten gibt es ja solche Positionen wie den bayrischen EU-Minister (siehe Gavagai). Die Lobbyisten der Deregulierung gießen Geld mit großen Giesskannen aus, damit auch wirklich jeder etwas davon hat. Auch das ist made in USA: man gibt solange Geld, bis jeder Widerstand ausgelöscht ist.

Und dieses Geld verformt Bewußtsein schon ganz von allein … auf einmal hat man doch ein Ohr für den Anlageberater, findet den AWD samt Maschmeyer ganz in Ordnung, weil das eigene Vermögen ganz von alleine wächst … ohne das man auch nur einen Handschlag dafür tun muss: Geldgeschenke vom Kapitalismus für ausgesuchte Mitarbeiter. Solche Leute solidarisieren sich auch ganz schnell … immerhin hat man viele Gemeinsamkeiten, die sich das niedere Volk schon rein finanziell gar nicht leisten kann … nur selten gibt es mal Unregelmäßigkeiten in der Eintracht, siehe Wikipedia:

Am 3. November 2012 schrieb der Spiegel, dass Söder in seiner Zeit als Generalsekretär von 2003 bis 2007 mehrfach versucht haben soll, auf die Berichterstattung des ZDF Einfluss zu nehmen; unter anderem sei deswegen ein Anruf beim ZDF-Intendanten Markus Schächter erfolgt. Söder war zu dieser Zeit Mitglied des ZDF-Fernsehrats. Dabei habe Söder auch versucht, Einfluss auf die Gästelisten im ZDF-Morgenmagazin und in der politischen Talkshow Maybrit Illner zu nehmen. 

Mit der Gästeauswahl bei Maischberger  sollte er wohl zufrieden sein: mit Herrn Alt hatte man einen jovialen älteren Herren, der dem jugendlich wirkenden neuen Stauffenberg altväterlich Schutz vor Obdachlosigkeit und Hunger zusagte, während die Moderatorin – sicher ganz ohne Hintergedanken – den Herrn Söder mit einem Punkerposter als aufgeschlossenen und hochtoleranten Vertreter eine sehr humanen Gesellschaft zeigte.

„Wer arbeitet, ist der Dumme“ – so der Titel der Sendung, in dem einer der bekanntesten deutschen Arbeitslosen öffentlich hingerichtet werden sollte. Der Punk Marcus Söder dürfte dem zugestimmt haben … immerhin hat er sich auch vor harter Arbeit gedrückt. Die harte Arbeit seines Vaters hat er zwar gelobt, aber selbst war ihm das doch – ganz Punk – etwas zuwieder:

Söder wurde als Sohn des Maurermeisters Max Söder und der Hausfrau Renate Söder geboren. Er hat noch eine Schwester namens Heike. Seine Mutter starb 1994, sein Vater 2002. Den väterlichen Baubetrieb zu übernehmen, kam für ihn nicht in Frage. So leistete er nach dem Abitur 1986 zunächst seinen Wehrdienst ab und begann 1987 ein Studium der Rechtswissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Dieses beendete er 1991 mit dem ersten juristischen Staatsexamen. Danach war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Staats-, Verwaltungs- und Kirchenrechtan der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg tätig. Anschließend absolvierte er bis 1993 ein Volontariat beim Bayerischen Rundfunk und arbeitete danach als Redakteur.

Ein Kollege von Frau Maischberger, der auch in seinem Leben – anders als sein Vater – nie richtig gearbeitet  hat, sondern lieber den bequemen Weg nahm, sich vom Steuerzahler auf den unterschiedlichsten Wegen finanzieren zu lassen.

Doch es wurde noch mehr aufgeboten, um dem neuen Stauffenberg aufzuhalten: diesmal wollte man ihn erledigen, noch bevor er überhaupt sein Haus verlässt, um eine Bombe zu legen … jene Bombe, die das System der Selbstbereicherung auf Staatskosten zum Erliegen bringen könnte.

Dafür hatte man eine besondere Geheimwaffe bereitgehalten, die schon länger durch die Medien gereicht wird: Frau Ralfs … ihres Zeichens angeblich nur Putzfrau. Sie war schon im ZDF – siehe Theeuropean:

Am Mittwoch zeigte das Zweite Deutsche Fernsehen in seinem „heute journal“ eine Frau in den besten Jahren, die als Reinigungskraft arbeitet, Nachtschicht. „Heidi Ralfs fährt zur Arbeit, wenn andere in den Feierabend gehen“, erläuterte der Reporter und nannte den Tariflohn von 8,82 Euro. „Nicht sehr viel, aber für Heidi Ralfs besser, als bei Ämtern und Behörden um Sozialleistungen bitten zu müssen.“ Frau Ralfs: „Wenn es einem schon mal richtig schlecht gegangen ist, dann ist man auch froh um diesen Job, dass man nicht mehr das Innere nach außen kehren muss, verstehen Sie, dass man keinen fragen muss um das Geld.“

Für die Hinrichtung wurde Frau Ralfs wohl noch extra gebrieft, in der Welt erfahren wir mehr über sie:

Der Arbeitstag von Heidi Ralfs beginnt, wenn andere Feierabend machen. Jeden Nachmittag um fünf Uhr steigt die 58-Jährige mit drei Kollegen in einen Ford Transit und startet zu ihrer allabendlichen Tour durch Flensburg. Während in den Büros der Stadt nach und nach die Lichter ausgehen, macht Ralfs die Runde und schaltet sie wieder ein. Holt Staubsauger, Eimer und Wischlappen aus dem Besenschrank und putzt bis morgens um zwei. 8,82 Euro plus Zuschläge verdient Heidi Ralfs pro Stunde, den Tariflohn für Gebäudereiniger. Für Heidi Ralfs ist das viel. Früher mal hatte sie in der Seefahrt gearbeitet. Dann blieb sie zu Hause, um ihre Eltern zu pflegen, bis zum Ende. Und durchstand selbst drei Krebserkrankungen. Als sie dann, nach fünf Jahren ohne geregeltes Einkommen, wieder einen Job suchte, erhielt sie nur Absagen. Nun hat sie doch noch einen Job gefunden, bei der Flensburger compact Service Gruppe, deren 1200 Mitarbeiter alle sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. Im Monat kommt sie auf 1300 bis 1500 Euro netto. Sie leide keinen Hunger, könne ihre Rechnungen zahlen und sich sogar einen Urlaub leisten. Und nicht mehr auf staatliche Leistungen angewiesen zu sein, macht sie stolz. Es gebe in Deutschland zwar eine große Kluft zwischen Arm und Reich. „Aber durch Fleiß kann man die Treppe hochsteigen“, sagt die 58-Jährige. „Es geht nicht nur um Geld“, sagt sie, „sondern auch um Anerkennung.“

In der Sendung hieß es noch, sie verdiene kaum mehr als Hartz IV … 1300 Netto sind aber deutlich mehr. Nun gut – zur Hinrichtung unseres Stauffenberg brauchte man andere Zahlen, das verstehe ich schon. Da braucht man auch nicht darauf hinweisen, das die gute Frau Ralfs auch fünf Jahre „auf Stütze“ gelebt hat und jetzt vor lauter Dankbarkeit zerfließt, weil sie genau jenes Elend durchleben musste, vor dem unser Stauffenberg sie retten wollte. In der Wissenschaft nennt man das das Stockholm-Syndrom:

Unter dem Stockholm-Syndrom versteht man ein psychologisches Phänomen, bei dem Opfer von Geiselnahmen ein positives emotionales Verhältnis zu ihren Entführern aufbauen. Dies kann dazu führen, dass das Opfer mit den Tätern sympathisiert und mit ihnen kooperiert.

Wie brav sie immer zur rechten Zeit ihren Herren zulächelt und den neuen Stauffenberg mit Missachtung straft … weil der sich nicht bei einem Zeitarbeitsvermittler mit Standort in Deutschland und … Polen verdingt (siehe „über uns“ der Firma).  Opfer mit Stockholm-Syndrom kann man sogar dafür benutzen, ihre eigenen Folterer zu lieben: das dann öffentlich aufzuführen, macht jeden Terror gesellschaftsfähig und jede Vergewaltigung zum Beglückungsakt.

Ich kenne viele Mensche, die so denken, weil sie den Kämpfen mit harten Bandagen auf dem Arbeitsmarkt nicht gewachsen sind und froh und dankbar sind, eine Nische gefunden zu haben, in der sie für wenig Geld Unterschlupf finden, anstatt sich mit ihren Fähigkeiten (richtig putzen zu können ist eine Kunst, die nur wenige verstehen) als Konkurrenz zum Zeitarbeitsgiganten aufzustellen.

Natürlich brauchte man zur Komplettierung der Runde noch eine Linke, von der man wusste, das sie Differenzen mit dem Delinquenten hatte. Die wurden auch offen angesprochen, um die Linke öffentlich von der Wahnsinnsidee des Bedingungslosen Grundeinkommens abzugrenzen. Noch ein Punkt für die Systemschoner.

Nicht fehlen durfte natürlich auch eine klassische Leistungsträgerin – eine Millionärsgattin, die mit dem Geld des Großhändlers für Lacke und Farben ein eigenes, kleines Geschäft aufbaut, um  nicht völlig als nutzloses Anhängsel des Vermögens ihres Gatten dazustehen. Auch sie ist medienerfahren:  ob es um das perfekte Promi-Dinner geht, peinliche Slip-Blitzer einer Frau, die mit Gewalt wie Paris Hilton wahrgenommen werden möchte oder ob sie bei Maischberger im Jahre 2011 über Möpse philosophiert (siehe Süddeutsche): die Frau beweist regelmäßig ihre Qualitäten.

In diese Wolfsgrube wird nun unser Herr Stauffenberg eingeladen …  analog dazu wäre das Bild von vier Gestapoleuten, die ihn mit der Begründung abholen: „Herr Stauffenberg: der Führer möchte mit ihnen persönlich ihre Umsturzpläne besprechen“ … immerhin war er gewarnt, aus diesem Grund hatte er auch eine Richtigstellung zu Angaben seiner Person an das ARD gesandt (siehe Homepage Ralph Boes, Eintrag zum 2.12.2012)

Man hätte vielleicht einfach auch mal brisante Leute einladen können, die uns kurz erklären, warum Arbeit im Jahre 2012 nicht die erste Wahl der Freizeitbeschäftigung sein sollte, z.B Peter Straub, siehe Karriere.de:

Herr Straub, Sie sagen, dass sich der Kapitalismus reformieren, zum Kapitalismus 2.0 werden muss. Warum?

Die jetzige Form hat uns schnurstracks in die Krise geführt. Die Vorgaben des Wirtschaftssystems führen zu extremem Kurzfristdenken. Durch das Quartalsdenken werden etwa die Ausgaben kurzfristig eingefroren, um die Zahlen aufzuhübschen; Restrukturierungen werden von den Finanzmärkten begrüßt, beeinträchtigen jedoch die langfristige Unternehmensentwicklung. Die Idee vom Shareholder-Value suggeriert, dass Unternehmen einzig ihren Investoren verantwortlich sind. Heute sind das auch Investoren, die eine Aktie zum Teil nur noch Bruchteile von Sekunden halten. 

Und gerade solche Investoren sind … diejenigen, die zu der Talkshow eingeladen wurden. An jenem Wahnsinn, dem langfristige Unternehmensentwicklung völlig egal sind, verdienen alle diejenigen, die ihr Geld anlegen – und deshalb bekommt Frau Ralf keine 18,82 Euro die Stunde, die sie für ihre Arbeit verdient hätte. Doch doch – meine Mutter hat in dem Alter auch als Putzfrau gearbeitet – ich weiß, wovon ich rede. Und sie soll jetzt mit 78 den Schneedienst der Gemeinde für ihre Straße übernehmen – ohne Bezahlung. Sollte auch noch mal erwähnt werden.

Ein Mensch wie Herr Straub hätte dem Ergebnis aber geschadet … und so konnte sich ein Herr Alt als weiser alter Mann profilieren (ein elder statesman, den man kaum besser hätte erfinden können), der den fleissigen deutschen Arbeitslosen vor unserem Stauffenberg in Schutz nahm, der Punk Söder durfte seine persönliche Sympathie bekunden, musste aber deutlich zu verstehen gehen, das der liebe Ralph Boes nun wirklich nicht auch noch verlangen konnte, von Frau Ralfs durchgefüttert zu werden.

Schach Matt in vier Zügen – perfekt inszeniert. Ralph Boes hatte bei der Struktur von Anfang an keine Chance – selbst Kommunikationsprofis wären da gescheitert.

Und jetzt wird eingelocht – siehe Focus – mit großer Keule:

Was tun Behörden gegen dreisten Hartz-IV-Abzocker?

Job-Angebote von der Arbeitsagentur hält Ralph Boes für Zwangsarbeit – und macht sich seit sieben Jahren ein gemütliches Leben mit Hartz IV. Was machen die Behörden? Ihnen unterlaufen formale Fehler, Sanktionen müssen sie zurücknehmen….

Diese schlimmen Behörden auch. Die müssen jetzt ganz schnell ganz viel Druck aufbauen.

Ich gebe zu, das ich von dem Auftritt des Herrn Boes nicht begeistert war, noch seine politische Meinung umfänglich teile – aber was hier jetzt an Menschenjagd aufgeführt wird, ist einfach nur abscheulich.

Das erinnert an jene Berichte aus den USA, die ich heute erhielt: man kann ihm nur noch raten, schnell zur Polizei zu fahren, Türen und Fenster fest geschlossen zu halten und hoffen, das die Exekutivmacht der Gemeinde sofort mit gezogenen Waffen zur Hilfe eilt, um die Hyänen einer degenerierten Presse zu verjagen, bevor diese mitleidlosen Medienlumpen sein Leben völlig vernichten.

 

 

 

 

 

 

 

Die letzten 100 Artikel