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Endzeit-Poesie 4.0: Last Blood Part / Rambo Reloaded – Survival zwischen Dschihadisten und Scihadisten („Live For Nothing Or Die For Something!“)

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(Herakles)

Von Orcs umzingelt

Poesie und Philosophie ziehen heute bei Generation Instagram nicht mehr, sagt man. O.k., gehen wir also ins Kino. „Wer etwas über das Leben lernen will, der muss ins Kino gehen“, hat ja schon Kafka gesagt. Rufen wir uns zur Abwechslung einen Helden in Erinnerung, über den zwar schon etwas Moos gewachsen ist, der uns für heute aber womöglich mehr zu sagen hat als Batman, Ironman, Deadpool, Hulk und die Avengers zusammen. Man kann ja gerade in letzter Zeit miterleben, wie viele Menschen geneigt sind, aufzugeben. Sie können den zur Normalität erklärten Wahnsinn, der sie aus allen Rohren der politisch-ökonomisch-massenmedialen Konsensmoloch-Maschine angrinst, schlichtweg kaum noch ertragen. Das Bedürfnis, einfach abzuschalten und stattdessen „dieses Ding mit Garten, Bier und Grillen“ (© Eifelphilosoph) zu machen, ist durchaus verständlich. Niemand, selbst Herkules, hält es auf Dauer aus, auf einer Streckfolterbank mit Waterboarding und glühenden Zangen malträtiert zu werden. Was also tun?

Mancher Kämpfer der Resistance wider den zum Endsieg ansetzenden Neoliberalismus mag sich derzeit an jene Szene aus dem „Herrn der Ringe“ erinnert fühlen, in welcher eine breite Dunkelheit das Land überzogen hat, die Gefährten in einer Burg von Orcs umzingelt sind und die Orcs nun darangehen, die Köpfe von am Kampffeld enthaupteten Kameraden mit Katapulten über die Burgmauer zu befördern, um die dahinter ausharrenden Menschen vollends zu demoralisieren.

Und das nächste trojanische Pferd steht schon vor unserer Tür und wiehert: Die Partei „Die Humanisten“ und ihr Scihad

Was soll man in einer Zeit, in der nicht nur der radikalislamische Dschihad wütet, sondern sich auch die von Dostojewskij vorhergesagte szientistische Pest breitflächig übers Land gelegt hat und die radikal-scientistische Skeptikerbewegung gerade zum Sprung ins Europaparlament ansetzt, um uns von dort aus dann den totalen Scihad zu erklären bzw. uns in den Grand Canyon der reinen Effizienz und in die transhumanistische Robotisierung zu führen? (Zit. aus Website ‚Die Humanisten‘: „Transhumanisten überwinden die Grenzen des Menschen mit neuen Technologien … Zum Wohle aller wollen wir den Weg zum Körper 2.0 ebnen“) – In Zeiten, in denen lt. Frank Schirrmacher alle hehren Worte wie Freiheit, Demokratie und Humanismus „mit Null multipliziert“ bzw. „der Menschheit geraubt“ wurden, besitzen freilich auch die Skeptiker genügend Chuzpe, um ihren Scihad-Kreuzzug nicht unter einer Totenkopfflagge, sondern unter dem Parteinamen „Die Humanisten“ anzutreten. Ganz in Anlehnung an den „Humanistischen Pressedienst“ (hpd), dem zentralen Propagandaorgan der Gwup/Psiram/Skeptikerbewegung. Man studiere auch sorgfältig die „Unvereinbarkeitsliste“ dieser Partei auf webarchive.org. Darin versichert die smarte Partei, dass sie in die gleiche Stoßrichtung arbeiten werde, die auch Bundespräsident Steinmeier jüngst angekündigt hat: Allen „verschwörungstheoretischen Bewegungen und Medien“ werde sie entgegenarbeiten, ausdrücklich genannt sind dabei unter anderen: Attac, Die Nachdenkseiten, Rubikon und KenFM. „Aufgrund der großen Vielfalt an teils gegensätzlichen Verschwörungstheorien und der unüberschaubaren Fülle an Akteuren“ sei jedoch das Aufstellen einer abschließenden Liste „schwerlich möglich … und ist daher auf die Onlineplattform PSIRAM zu verweisen“. Na ist das nicht fabelhaft? Da haben wir sie also wieder: Die Listen … die dann demnächst von kundigen Experten abgearbeitet werden. Auch an Schergen, die derzeit im Dienste des Fortschritts begeistert das Scheitholz schlichten, fehlt es ja nicht.

10.000 Mitglieder hat die radikalnihilistische Skeptiker-Sekte angeblich schon. Man muss an Kafka denken: „Ein Idiot ist ein Idiot. Zwei Idioten sind zwei Idioten. Zehntausend Idioten sind eine politische Partei.“ Das „Gastmahl der Geistlosen“ (Milosz Matuschek ) ist also angerichtet, der Scihad kann beginnen. Auch wenn sich das die fortschritts- und frackinggläubigen Freunde Sheldon Coopers derzeit noch nicht vorstellen können, aber: Dieser Scihad wird mehr Menschen zermalmen und womöglich unser gesamtes Ökosystem zerstören als das die langbärtigen Dschihadisten auch nur annähernd vermocht hätten. Denn im Vergleich zur Sprengkraft, den die laut eigenem Bekunden explizit geistlose, rein technokratisch-szientistisch-nihilistische Weltanschauung der Scihadisten im Schlepptau heutiger Hochrisikotechnologien wie Kernkraft, Gen-, Nano- und Biotechnologie in sich trägt (Die Humanisten: „Für eine technologieoffene, progressive Agrarwende mit modernen Züchtungen, Gentechnik und Patenten …“), war die Sprengkraft der Al Nusra-Dschihadisten nicht mehr als ein plumper Silvesterkracher.

Doch wie sagt Hölderlin so schön: „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch.“  Kommen wir also zu unserem versprochenen Helden aus der Nostalgiekiste: John Rambo, laut Drehbuchskript ein Kämpfer ohne Heimat, der eine Special Forces-Ausbildung durchlaufen hat und nun „Experte im Umgang mit leichten Waffen und Guerilla-Kriegsführung“ ist. Ein Heroe, der es trotz indianisch-deutscher Abstammung (sic – ein Drehbuchskript, das heute nach der Milleniumswende, im Zeitalter der totalen Entnazifizierung, wohl vollkommen unmöglich wäre) bis in die Hall of Fame Hollywoods geschafft hat.

Wir wollen uns dabei aber nicht dem peinlichen, soeben als Teaser angelaufenen und für Herbst 2019 in den Kinos angekündigten Teil 5 („Last Blood Part“) der Rambo-Saga befassen, in dem ein aufgedunsener, vom Tittytainment-Lifesytle gezeichneter Sylvester Stallone nochmals hinterm Ofen seines Smart Home hervorkriecht, sondern wir wollen in jene glorreichen 80er Jahre eintauchen, als er der Welt mit „Rambo 2 – Der Auftrag“ sein unter Fans unbestrittenes episches Meisterwerk hinlegte. Im Vergleich zu den ganz pragmatischen Dialogen, die im dritten Teil der Rambo-Saga als Intermezzi zwischen den Gemetzeln eingestreut sind  („Was ist das?“ –  „Das ist blaues Licht.“ – „Und was macht es?“ – „Es leuchtet blau!“ / siehe youtube) finden sich im zweiten Teil noch vergleichsweise philosophische Perlen von erstaunlicher Tiefe … die angesichts des zum Endsieg ansetzenden Neoliberalismus nun auch wieder ungemein zeitaktuell erscheinen.

Der Geschichtenerzähler Michael Köhler hat ja gemeint, dass Rambo in Wirklichkeit nichts anderes sei als eine moderne Herakles-Figur. – Ein Held, der vor scheinbar unlösbaren Aufgaben nicht zurückschreckt, sondern den Stier bei den Hörnern packt. Viele Nerds, die heute mit Ironman und Deadpool mitsurfen, werden Rambo womöglich gar nicht mehr kennen. Rambo, das Epos über einen Einzelkämpfer, der sich vor eine scheinbar hoffnungslose, da von vornherein sabotierte Mission gestellt sieht, war in den 80ern noch ein handfester Skandal mit gewaltigem medialen Zetern. Filmrezensenten und Jugendschutzbehörden hatten damals ausgerechnet, dass es in Rambo durchschnittlich jede Minute einen Toten gibt – das war für damalige Zeiten ein Killscore, bei welchem dem durchschnittlichen Fernsehbürger, der bei Krimis wie „Derrick“ oder „Der Alte“ maximal einen Schuss pro Hauptabendfolge zu hören bekam, der Mund offen blieb … beim Tarantino-Junkie von heute aber nur noch ein müdes Gähnen hervorruft.

Warum ich? Und warum jetzt?

Wie auch immer. Wer sich manche in „Rambo-Der Auftrag“ gezeigte Parabeln und Analogien vor Augen führt, der kann sich einiges abschauen – sofern er fähig ist, einige platte Klischees über US Einsätze, Vietnamkrieg & Co. abzustreifen (ein Krieg, der in Vietnam übrigens nur „Der Amerikanische Krieg“ genannt wird). Ebenso sollte man beim Betrachten bewegter Bilder fähig sein, die dort ersichtlichen Kämpfe bzw. das Abmurksen von Feinden nicht bloß oberflächlich zu sehen – dann wäre es in der Tat relativ sinnlos und verwerflich, sich solche Machwerke reinzuziehen. Eine einfache Grundregel beim Betrachten von Actionfilmen kann also sein: Sieh alle Feinde, die der Held da niederstreckt, als Deine eigenen Feinde bzw. als Untugenden in Deinem Inneren an wie z.B. Ignoranz, Lüge und Heuchelei, Neid, Gier, Hochmut, Selbstsucht etc. Denn es ist in der Tat ein ganz reales und erbittertes Kampffeld, das sich täglich und stündlich in unserem eigenen Innenleben abspielt. Jeder Zentimeter Terrain, den wir da den Untugenden abringen – die persönliche und archetypisch-kollektive zugleich sind und die auf der inneren Landkarte oft erschreckend weite Landstriche okkupiert halten – , ist ein großer Gewinn. Und auf diesem Kampfschauplatz kann jeder sein eigener Held sein (siehe auch Edward Snowden: „Niemand wird dich retten – Sei Dein eigener Held!“). Hat man die Bedeutung dieses in einem selbst gegenwärtigen Kampfes realisiert, dann wird man sich auch nicht mehr unnötig lange mit Kämpfen aufhalten, auf die man äußerlich relativ wenig Einfluss hat: Die Grubenkämpfe und Possenspiele der Junckers, Merkels, Habecks, der von der Leyne gelassenen Kahanes und Seiberts, all der Timmer- und Böhmermänner, der Schülze, Scholze, Spähne und Vosse, über deren abgefeimte und heuchlerische Machenschaften man sich ja nur grün und blau ärgern darf, ohne an ihnen etwas ändern zu können. Das heißt natürlich nicht, dass man dieser Altmaierei unbeobachtet freie Bahn lassen soll. Aber man wird sehen: Wenn wir innerlich anders d.h. reifer und authentischer dastehen, dann wird es von vornherein ausgeschlossen sein, dass solche Charaktere an den Schalthebeln der Macht sitzen und über die Weichen für unsere Zukunft entscheiden.

Die alten Philosophen wussten, dass es eben nicht nur eine schöngeistige Phantasterei ist, sich mit Tugend und Untugend zu beschäftigen (deren Ausbildung bzw. Bekämpfung im Übrigen nicht umsonst dasjenige war, was die Philosophen und großen Geister aller Zeitalter mit aller ihnen zu Gebote stehender Kraft angestrebt haben, wohlwissend, dass sie sich damit im Vergänglichen einen Wert für die Ewigkeit erringen – siehe „Sein oder Nichtsein – eine Frage über Fortbestand oder Untergang unserer Spezies und ein Lanzenbruch für Permenides“. Vergleiche dazu auch die Worte des ehem. UN Generalsekretärs Dag Hammarskjöld: „In der Arena mit Mephisto“, für den das Herz jedes einzelnen Menschen der eigentliche Schauplatz des auf dieser Welt stattfindenden Kampfes war.

Realisiert man diesen inneren, höchstpersönlichen Kampf, dann ist es auch schlagartig vorbei mit der Apathie und Resignation, die sich derzeit bei vielen von uns einschleichen will und man gewinnt sein Selbstbewusstsein und seine Handlunsgfähigkeit als Individuum zurück. Man wird sehen, dass man beim Aufnehmen dieses Kampfes rasch wieder Rückenwind und neue Lebensgeister spüren wird. Sogar inmitten allen medialen und politischen Gemetzels wird man wieder innere Begeisterung erleben, die einem niemand nehmen kann, wenn man sich inmitten all des Druckes und Manipulationsgeschehens  nur seine persönliche Integrität und sein Rückgrat bewahrt. Man wird sogar sehen, dass zur Ausbildung menschlicher Qualitäten geradewegs dann die größten Fortschritte möglich sind, wenn der äußere Kontrast am stärksten ist. Wenn alles bewölkt und angeschwärzt ist, na dann wirkt selbst ein kleiner Kerzenschein ungeheuer hell und anziehend.

Wer sich derzeit auf der kollektiven bzw. makropolitischen Ebene eine Aufhellung bzw. einen Aufschwung erwartet, der wird hingegen in der Tat deprimiert sein. Denn ein solcher Aufschwung ist in nächster Zeit bei gebotenem Realismus nicht zu erwarten. Es wird auch kein Politiker und keine Partei auftauchen, der/die uns rettet bzw. den Karren aus dem Dreck zieht. Was jetzt vor uns steht, ist nichts anderes als der Niedergang. Um diesen zu verhindern, hätten wir schon viel früher gegensteuern müssen. – Was aber nicht bedeutet, dass wir diesen Niedergang, egal wie katastrophal er sein wird, innerlich als individuelle Menschen mitmachen müssen. Wir können geradewegs in diesen degenerativen Zeiten zu rückgratstarken Menschen werden. Existenzielle Krisenszeiten sind allerdings immer auch Wegscheiden. Wie Viktor Frankl, der selbst die Verhältnisse des KZ überlebt hat, dazu auch sagte: Unter solchen Verhältnissen werde der Mensch „entweder zum Schwein oder zum Heiligen“ – wobei es in jedem einzenen Fall im vollkommen freien Willen stünde, welche dieser beiden Optionen man wählt. Er habe Mitgefangene erlebt, die anderen nachts das letzte Stück Brot steheln. Und er habe andere erlebt, die Kameraden ihr eigenes letztes Stück Brot geben. Wieder einmal gilt: In der Wahl, wozu er sich entwickeln möchte, ist der Mensch vollkommen frei. Im Tragen der Folgewirkungen dieser Wahl dann aber ganz und gar nicht mehr.

Zurück aber zum Kino und zu Rambos Odyssee. Gerüstet mit dem daraus gezogenen Know How wird man womöglich ebenso wie Rambo in der Lage sein, sich in einer mission impossible den Weg durch einen schlangenverseuchten und vor feindlichen Agenten wimmelnden – mittlerweile nicht mit Agent Orange, sondern mit Glyphosat und neoliberaler Uranmunition verseuchten – Dschungel zu bahnen. Und eine Dosis Kampfgeist wird uns inmitten der kollektiven Apathie schon nicht schaden.

Der Film beginnt mit der Rekrutierung Rambos, der aufgrund von in Episode 1 („First Blood Part“) begangener Missetaten nun in einem eingezäunten Straflager Steine klopfen muss. Unerwartet bekommt er Besuch von seinem Mentor und ehemaligen Vorgesetzten Colonel Trautman, unter dessen Kommando er bereits im Vietnamkrieg drei Jahre lang gekämpft hat. Der Mentor schlägt ihm einen Deal vor. Rambo erwidert: „Warum ich? Und warum jetzt?“ und fügt hinzu: „Hier im Lager weiß ich wenigstens, wo ich hingehöre.“ Trautman antwortet, er wäre laut Datenbank als einer der fähigsten Köpfe befunden worden, um eine Mission in feindlichem Gebiet zum Aufspüren von Kriegsgefangenen durchzuführen. Er schenkt Rambo allerdings auch reinen Wein über die Erfolgschancen dieser Mission ein und mahnt an: „Der Risikofaktor ist sehr hoch.“ Aber wenn er den Einsatz erfolgreich absolviere, werde er begnadigt und mit allen Ehren befördert. Trautman will sich schon umdrehen, als ihn Rambo frägt: „Sir, werden wir wieder gewinnen?“ – Darauf Trautman: „Das hängt diesmal ganz von Dir ab!“ (siehe youtube – leider nur in engl. Fassung)

Einen Krieg gewinnen, den andere schon verloren haben …

Nachdem Rambo zu seiner Mission einwilligt, ist er auch schnell wieder im Strudel des Geschehens, sieht sich nicht nur offenen, sondern auch verdeckten Feinden in Form von schäbigen US Agenten und moralisch verwahrlosten Strippenziehern gegenüber, die ihn von Beginn an ins offene Messer laufen lassen wollen. Denn auf übergeordneter politischer Ebene besteht kein Interesse am Erfolg einer solchen Mission. Verraten und im Granatenhagel mitten am Kampffeld im Stich gelassen, wird er auch schnell gefangengenommen, in eine Güllegrube mit Blutegeln gehängt und von willfährigen Schergen gefoltert, bis er sich schließlich befreien, seine Mission mit improvisierten Mitteln (Messer, Pfeil und Bogen) doch noch durchführen und sogar seine Verräter zur Rechenschaft ziehen und ihr Rechnerzentrum vernichten kann.

Viele dieser tragischen Szenen verweisen in ihrer spartanischen Choreographie durchaus auf Analogien zum Schicksal des zeitgenössischen postmodernen Menschen, der ja laut Jean-Paul Sartre ein „Iactus“, ein scheinbar wider seinen Willen „in die Welt Geworfener“ ist und in dieser hostilen Umgebung zunächst einmal vollkommen planlos durch die Gegend irrt. Erschwerend kommt hinzu, dass uns heute – ebenso wie Rambo während seines nächtlichen Helikopter-Abwurfs über dem Einsatzgebiet – fast die gesamte Kampfausrüstung abhanden kommt. Bereits in der Schule (laut dem Präsidenten der Akademie der Wissenschaften: einer „reinen Vertrottelungsanstalt“) wird uns fast unsere gesamte Basis für ein gesundes und gut integriertes Leben geraubt, sodass wir dann zunächst einmal wie hilflos in den marktradikalen Hamsterrädern und Venus-Fliegenfallen des urbanen Dschungels herumtappen müssen. Viele von uns werden in diesem Dschungel schnell dahingerafft, von giftigen Schlangen gebissen, von Skorpionen gestochen, ersaufen in einem Vodkapool oder sterben bei Chips und Dosenbier den langsamen Tod vorm Flachbildschirm.

Nur cineastische Banausen werden behaupten können, dass Rambo nur ein tumber Soldat sei, der philosophisch nichts am Kasten hat. Bereits auf einer Bootsfähre bei Antritt seiner Mission schildert der Deutschindianer seiner vietnamesischen Kampfgefährtin seine Wahrnehmung der zeitgenössischen Welt. Wie er aus dem Krieg „zurück in die Staaten kam und feststellte, dass ein anderer Krieg stattfindet: so eine Art kalter Krieg – der Krieg gegen die zurückkehrenden Soldaten.“ Und kommt dann ganz in Sartre’scher Manier zur Schlussfolgerung: „Ich bin entbehrlich.“ Auf die Frage seiner Partnerin, was das Wort „entbehrlich“ bedeute, antwortet Rambo: „Das ist so, wie wenn man zu einer Party eingeladen wird und dann nicht hingeht: Es spielt einfach keine Rolle.“ (siehe youtube)

Dass er in Wirklichkeit ganz und gar nicht entbehrlich ist, beweist ihm seine Kampfgefährtin, indem sie ihn unter Einsatz ihres eigenen Lebens, verkleidet als Prostituierte, aus dem Lager der Feinde zur Flucht verhilft. Dieses Handreichen eines ihm noch vor Kurzem unbekannten Menschen setzt im geschundenen Helden schließlich derartige Kräfte frei, dass er es als Einzelkämpfer mit einer ganzen Armada an Gegnern aufnehmen und diese ins Jenseits befördern kann. Hierbei bewahrheitet sich die Einschätzung seines Mentors Trautman. Auf die Frage des Einsatzleiters, ob man es sich überhaupt leisten könne, „jemanden einzusetzen, der vielleicht unter dem Druck in dieser Hölle zusammenbricht“, antwortete er: „Druck? Er ist der beste Frontveteran, den ich kenne … mit nur einem Gedanken: einen Krieg zu gewinnen, den andere schon verloren haben. Und wenn Gewinnen Sterben heißt, dann würde er auch das. Ohne nachzudenken und ohne Angst.“

In letzter Zeit muss ich immer wieder daran denken, wie ich als kleiner Knirps zum ersten Mal „Rambo II – Der Auftrag“ gesehen habe. Es ist damals vor allem dieser eine Satz in mir hängen geblieben, der mir mehr Gänsehaut erzeugt hat als all die – für damalige Verhältnisse – brutalen Kampfszenen: „… ein Mann, der einen Krieg gewinnen kann, den andere schon verloren haben“. Thinkabout.


Lebe für Nichts – oder stirb für Etwas!

P.S.:  2008 gab es auch noch eine vierte Folge der Rambo-Saga. Sie ist zwar dermaßen trashig, dass wohl jede Minute, die man mit diesem Sequel zubringt, verschwendete Lebenszeit ist. So wie man aber auch im größten Misthaufen immer auch ein Körnchen Reis bzw. einen Funken Wahrheit finden kann, so gibt es auch in diesem vierten Blood Part eine Szene bzw. EINEN Satz, der einem gerade in heutiger Situation ins Mark fahren kann: Nachdem Rambo wieder einmal eine praktisch aussichtslose Mission übernommen hat und seine Kampfgefährten angesichts der feindlichen Übermacht mitten im Dschungel kapitulieren wollen, zückt er seinen Bogen, spannt einen Pfeil auf und hält ihn den Skeptikern ins Gesicht, mit den Worten: „Live for nothing … or die for something!“ (Lebe für Nichts oder stirb für Etwas)

 

 

alle Bilder: pixabay / CC0

Endzeit-Poesie 4.0: „Wer vom Ziel nicht weiß …“ – Über Sinn und Unsinn des Lebens

Labyrinth von Chartres (cc by Parkwaechter)

Viele Menschen fragen sich, warum sie immer unglücklicher werden, obwohl sie in ihrem Leben doch genau dem folgen, was ihnen von klein auf durch Werbung, Medien und Schule beigebracht wurde.

Man wagt einen solch ketzerischen Gedanken fast gar nicht zu denken, aber: Könnte es etwa sein, dass die wissenschaftlichen Experten, denen wir heute bedingungslos Folge leisten (von Noam Chomsky bezeichnet als „säkulare Priesterschaft der Machtelite“) trotz ihrer umwerfenden Intelligenzbestialität keine Ahnung vom Sinn des Lebens haben und uns deswegen einen Weg weisen, der immer mehr ins Unmenschliche führt? Nicht, dass sie uns absichtlich in den Grand Canyon führen wollten – wer so etwas behauptete, begibt sich in den Bereich von Verschwörungstheorien. Da uns diese streng verboten wurden, müssen wir also nach anderen Theorien suchen, um das Absurde, das uns heute von allen Seiten her angrinst und in den Würgegriff nimmt, erklärlich zu machen. Vielleicht ist es ja schlicht und ergreifend nur ein Defizit, an dem unsere akademische Jurisprudenz krankt … ein zwar fundamentales, aber eben nur ein Defizit.

Ein Defizit, das jedenfalls zu Zeiten von Aristoteles noch nicht toleriert wurde. Definierte doch Aristoteles einen unmoralischen Menschen als jemanden, der nicht nach Weisheit („sophia“) strebt, sondern bloß in „techne“ (pragmatischem Können) und „episteme“ (wissenschaftlicher Erkenntnis) steckenbleibt – und sich somit von „nous“ (der geistigen Existenz) abschneidet.

Dass das Streben nach Weisheit bzw. der Sinn des Lebens heute in Schule und Uni nicht gelehrt wird – obwohl wir als Land der Dichter und Denker diesbezüglich aus dem Vollen schöpfen könnten – mag aber auch den Grund haben, dass es für jeden Menschen einen individuellen Sinn und eine ganz spezielle Lebensberechtigung gibt, die nicht normierbar sind und daher für eine rein auf Verwertungslogik und Massenproduktion ausgerichtete Ökonomie nur störend wären. Konsequenterweise wird diese von Viktor Frankl als „spezifisch human“ bezeichnete noetische Dimension unseres Menschseins durch ein perfekt eingespieltes Räderwerk an Aus-Bildung und Unter-Haltung möglichst schon im frühkindlichen Stadium zugeschottert und zugeteert. Der Mensch folgt dann in seinem Leben einem weitgehend fremdbestimmten Lebensstil mit unzähligen Surrogaten und kommerziell erzeugten Illusionen (siehe auch: „Über Mercedes neue ‚Grow up‘-Kampagne und Chomskys Dressur zu Habsucht, Passivität und Unterwerfung“), die ihn jedoch sukzessive aushöhlen und schließlich leer zurücklassen. Nicht nur, dass der medial suggerierte Lifestyle mit dem  innersten Lebensanliegen des Menschen nichts zu tun hat – er ist diesem sogar diametral entgegengesetzt. Das heißt, der Abstand zum eigentlichen Anliegen nach „nous“ (von griech. nous=Sinn), das man als Mensch verwirklichen möchte, wird immer größer, je mehr man den Direktiven  der „Grow up“-Werbung folgt. Dementsprechend steigt auch der Grad an innerer Verzweiflung, von Frankl bezeichnet als „existenzielle Frustration“, sodass Depression laut WHO-Prognose schon demnächst  zur Volkskrankheit Nr. 1 avancieren wird (siehe Ärztezeitung).

Die zähe Teerschicht aufzustemmen und den Schotter abzuschaufeln, unter denen unsere ursprünglichen Lebensambitionen vergraben sind, ist keine Kleinigkeit und dauert mitunter viele Jahre. Kein Wunder also, dass sich viele Menschen diese Mühe erst gar nicht antun wollen und stattdessen lieber im Beat der ‚Grow up‘-Werbung in einem unterirdischen Lebensstil dahinvegetieren. Wer sich die Mühe zur Ergründung des Lebenssinns nicht machen will (Anm.: der zwar ein individueller ist, jedoch immer auch aufs Gesamte bzw. aufs Gemeinwohl hin orientiert ist, insofern praktisch gar nichts mit dem zu tun hat, was üblicherweise als „Selbstverwirklichung“ propagiert wird) , der gleicht allerdings Helmut Qualtingers „Wildem auf seiner Maschin‘ “, der auf die Frage, wohin er denn auf seinem Motorrad rase, antwortet: „I waaß zwar net, wohin i foahr … aber dafür bin i g‘schwinder durt! “

Der Dichter Christian Morgenstern schlägt daher eine ganz andere Orientierung vor. Seiner Ansicht nach ist im Leben alles für die Katz‘ und verläuft man sich nur in einem ausweglosen Labyrinth, wenn man „das Ziel“ (den Sinn des Lebens und der Menschwerdung) nicht kennt. Den „Weg“ des Menschen, von dem Dag Hammarskjöld meinte, dass man ihn keinesfalls verspielen dürfe (siehe „Weine, wenn du kannst …“), könne man demnach nur finden, wenn man von diesem Ziel weiß.

Wer vom Ziel nicht weiß (Christian Morgenstern)

Wer vom Ziel nicht weiß,
kann den Weg nicht haben,
wird im selben Kreis
all sein Leben traben;
kommt am Ende hin,
wo er hergerückt,
hat der Menge Sinn
nur noch mehr zerstückt.

Wer vom Ziel nichts kennt,
kann’s doch heut erfahren;
wenn es ihn nur brennt
nach dem Göttlich-Wahren;
wenn in Eitelkeit
er nicht ganz versunken
und vom Wein der Zeit
nicht bis oben trunken.

Denn zu fragen ist
nach den stillen Dingen,
und zu wagen ist,
will man Licht erringen;
wer nicht suchen kann,
wie nur je ein Freier,
bleibt im Trugesbann
siebenfacher Schleier.


(Biographie + weitere Gedichte Christian Morgensterns siehe oppisworld.de)


Allgemeines zur Kolumne „Endzeitpoesie 4.0 – Brennholz gegen Robotisierung und drohenden Erfrierungstod“:

Da in unserer aus den Fugen geratenden Welt vieles nicht mehr rational verstehbar und auch kaum noch ertragbar ist, brauchen wir dringend ein Gegengewicht aus dem Reich der Poesie … mit diesem geistigen Gegengift in den Adern wird vieles Unverständliche plötzlich wieder verständlich und Unerträgliches wieder ertragbar – oder noch besser: gestaltbar!

Denn die größte Lüge, die uns heute beigebracht wird, ist: dass der Einzelne ohnehin nichts tun kann. – Das genaue Gegenteil davon ist wahr: Es kommt auf jeden einzelnen an und das mehr als jemals zuvor. Und wie uns schon Dostojewskij erklärt hat, ist im Leben auch niemals etwas umsonst, selbst wenn eine Bemühung keinen sichtbaren Erfolg zeigt: „Alles ist wie ein Ozean, alles fließt und berührt sich; rührst du an ein Ende der Welt, so zuckt es am anderen.“

Gerade unsere geistlose Zeit braucht philosophische Gedanken wie eine Wüste das Wasser. Dieses Wasser – die Gedanken der großen Geister der Menschheit – gibt es schon lange. Aber die scheinbar alten – in Wirklichkeit ewig jungen – Gedanken bleiben nicht dieselben: Jeder, der sie aufgreift und verinnerlicht, färbt sie mit seiner individuellen Persönlichkeitsnote ein und bringt dadurch wieder ganz neue Farben in die Welt, die bisher noch nicht existiert haben. Und solche Farben braucht unsere grau gewordene Welt (siehe 1000 Gestalten.de) heute dringend – sie saugt sie auf wie ein trockener Schwamm das Wasser … damit wieder Neues, Kreatives, Menschliches entstehen kann.

In diesem Sinne wollen wir der pseudopragmatischen Alternativlosigkeit (siehe „Der Führer 4.0 – Er ist schon längst da“) die Gefolgschaft in den Grand Canyon verweigern und es lieber mit Ilija Trojanow halten: „Die Welt ist groß und Rettung lauert überall“. – Dann kann die scheinbare Endzeit zu einem neuen Anfang werden.

 

Legislatur Achtzehn

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Star Wars … das Ende der Macht

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Montag, 11.1.2016. Eifel. Lang ist´s her, dass ein junger Eifelphilosoph ins Kino ging – nur um Zeit zu überbrücken – und sich einem seltsamen Machwerk gegenüber sah: „Star Wars“ hies der Film. Um Gottes Willen, dachte ich – damals noch strenger Atheist – was ist das für ein Schund. Dabei war ich doch gerade so begeistert von der Entfaltung der demokratischen Zivilgesellschaft, die ich erleben durfte: wohin man schaute bildeten sich Bürgerinitiativen zu allen erdenkbaren Zwecken: die Republik hatte endlich das dunkle Imperium und seine Diener hinter sich gelassen, erprobte neue Arten des Zusammenlebens, neue Arten der Gestaltung der politischen Mitwirkung und neue Perpektiven der Lebensqualität … und dann das. Ein Märchen. Dann auch noch eins mit sehr bekannten, altehrwürdigen Schauspielern – aber sonst? Was hatte das mit Science Fiction zu tun? Sicher – positiv zu bemerken war: endlich sah auch in der Zukunft alles gebraucht aus – in der Zukunft, oder in einer längst vergangenen Zeit weit weit weg, was im Prinzip noch phantastischer war. Aber sonst? Die Raumschiffe machten lauten Krach im luftleeren Universum – man war erinnert an Filme aus den dreißiger Jahren, wo Realitäten noch jenseits der Physik spielten. Und dann die faschistische Symbolik: manche „Sturmtruppen“ trugen schlechte Kopien des Nazi-deutschen Mg 34, Darth Vader trug einen modifizierten deutschen Stahlhelm, seine Offiziere Uniformen, für die die Uniformen der Wehrmacht Pate gestanden hatten – oder die von Hugo Boss entworfenen SS-Trachten. Ansonsten: eine Prinzessin, ein alter Zauberer, ein Strahlemannheld, als böser Drache ein fieser Kunstmond – nach Jahrzehnten der Aufklärung waren Grimms Märchen wiedererstanden.

Ein Film, den man schnell vergessen sollte. War peinlich, in ihm gesehen zu werden.

Nur … er berührte die Herzen der Menschen. Ich verstand nicht, warum. Was ist eigentlich an einem blöden Märchen dran, dass die Menschen so faszinierte, dass man sogar Fortsetzungen drehte? Drehten alle wieder durch?

Nun – ich wurde älter, lernte dazu: vor allem jene Erkenntnis, dass Atheismus Urteile fällt, zu denen der Mensch gar nicht in der Lage ist – was prinzipiell auf ein Dogma hinweist … welches sich mit der Liebe zur Weisheit, der Philosophie, nicht vereinbaren läßt. Ich fing an, das Phänomen „Religion“ zu studieren, weil ich es nicht verstand … und näherte mich ihm von einer Seite mit großer Bodenhaftung: durch Märchen. Jung und Naiv wie ich war, dachte ich: ich fange mit den kleinen Göttern an, mit Elfen, Gnomen und Zwergen – und geriet prompt in eine wissenschaftlich abgesicherte Welt, in der diese Gestalten erlebbare Realität waren …. jedenfalls für ethnologische Feldforscher in Afrika. Es war die Zeit, als sich die Philosophie mit dem „Irrationalen“ auseinandersetzte – etwas, dass vom Imperium heute verboten wird, obwohl seine Führer und Trainer gerne darauf zurückgreifen.

Es war ein Hinweis darauf, dass sich unsere Gesellschaft ebenfalls ihre Mythen und Märchen schafft (bezog sich speziell auf die Beatles), der mich zurück zu George Lukas und seinen Märchen brachte … und zu der Erkenntnis, dass dieses Märchen aus einer gewissen Perspektive brandaktuell war. Während der Beschäftigung mit den „kleinen Geistern“ – auf dem Weg zum „Großen Geist“ – hatte ich mich in die „kleinen Religionen“ verliebt: die Religionen der einfachen Menschen, der Indianer, Schamanen und alten Tibetaner, der Griechen und Germanen, der Ägypter und Sumerer – kurzum in die Welt der Mythologie, jenen Geschichten, die so viel älter waren als die modernen Weltreligionen, die sich hemmungslos ihrer Erfahrungen und Weisheit bedienten. Ich merkte, dass unsere Art die Welt zu sehen – die moderne, angeblich aufgeklärte – eine sehr isolierte und in der Menschheitsgeschichte erstmalig vorgekommene Theorie war, eine, die aus der Sicht des Mythenforschers finsterste Mythen wahr werden ließ – als ob alle die Werke des Horrorautors Howard Phillip Lovecraft gelesen hätten und aus seinen finstersten Gottheiten den großen Urschlamm samt dem wahnsinnigen Zufall schufen, Begriffe, die im System des Atheismus die Position und Wirkung von Göttern eingenommen hatten. Es waren aber häßliche Götter – so häßlich und vernichtend wie das, was sie in der Welt anrichteten.

Auf einmal war ich wieder mitten drin in Star Wars, denn die Welt des Imperiums war unsere Welt, die Welt der Hierarchien und angeordenten Wahrheiten, der Einförmigkeit und Uniformität, die alle Herrschenden anstrebten, um den Überblick bewahren zu können. Es war das Geheimnis hinter allen Mythen und Märchen, dass sie große Geschichten durch die Zeiten transportierten – manchmal auch große Geschichten aus der Politik, die man aus Angst vor Verfolgung anders nicht erzählen konnte. Als Umweltaktivist nahm ich auch schon wahr, dass das Imperium (wir würden heute – im Sinne von Podemos – „die Kaste“ sagen) seine Versprechungen nicht wahr machte – im Gegenteil: die Umwelt wurde großflächig im Dienste der Technik vernichtet, wir sägten massiv an dem Baum, auf dem wir saßen.

Ich nahm wahr, dass die „Jedi-Ritter“ Vorfahren in der Welt der Sagen und Legenden hatten – und in der realen Welt des Schamanismus. Sie – diese keuschen Kriegermönche – erinnerten an die Dorfschamanen, die es weltweit gab – in verschiedenster Ausprägung. Ich denke: die Menschen … besser gesagt: ihr Instinkt … wurde von diesen Bildern angesprochen und man erinnerte sich an Zeiten, in denen die Welt für das Gemüt noch Heil war, in der „böse Geister“ für alles Unheil verantwortlich war …. und nicht der schlechte Mensch oder die böse Welt. Und gegen die bösen Geister, die Krankheit, Streitsucht, Krieg, Drogenmissbrauch und Lügen in die Welt brachten, gab es von der Natur selbst auserwählte Menschen, die als Heiler, Seher, Lehrer oder Geistkrieger mit den bösen Geistern rangen, sie vertrieben und so Heilung brachten – Jesus Christus war auch so einer. Star Wars – die Erinnerung an eine heile Welt, an eine Welt, die noch nicht aus den Fugen geraten war.

Warum heil? Nun – das Böse lag damals außerhalb des Menschen. War der böse Geist fort, der zu Missetaten anstiftete, konnte der Mensch wieder in der Gemeinschaft leben – man führte Krieg gegen böse Geister, nicht gegen böse Menschen. Heute ist das anders – und wir sehen an unseren Kriegen, welchen Preis wir dafür zahlen müssen. Und noch ein alter Traum steckte dahinter: der Traum vom guten König, der Traum von König Artus, der Traum der alten griechischen Philosophie, dass weltliche Macht mit Weisheit ausgeführt werden sollte – und nicht nur mit Effizienz und Gewalt.

Die Star Wars Saga wurde weiter erzählt, der böse Lord überwand die bösen Geister in sich selbst, rettete seinen Sohn und vernichtete den Imperator, die Republik konnte wieder erstarken, alles war gut.

Und dann änderte sich die Geschichte, ging weit in die Vergangenheit … und politisch präziser an die Gegenwart. Drei Spielfilme und gut hundert Zeichentrickfolgen lang wurde die Geschichte erzählt, wie die alte Republik durch böse Kräfte verändert wurde, wie aus einem kleinen, lieben Jungen ein böser, finsterer Lord wurde – durch Leid, Schmerz und Demütigungen. Ein kleines, menschliches Lehrstück, wie Menschen böse werden können – ohne ursächlich böse zu sein. Doch die Hintergrundgeschichte … entsprach der Zeit.

Die Republik – ein Bild der Gesellschaft des ewigen Friedens, der planetaren Zivilgesellschaft, die keine stehenden Heere kennt – wird von Konzernen zerstört. Bankenclan, Technologieunion, Handelsgilde haben sich verschworen, den demokratischen Zirkus zu beenden, der Kunden einfach zu viel Macht gab: große Geschäfte wurden versprochen … von dem, der später Imperator werden sollte. „Machtergreifung“ ist das Thema, ohne große Zaubertricks – aber durch viele Intrigen, Hinterhältigkeiten und ausgeklügelten Winkelzüge erobert sich eine einzelne Gestalt – unbemerkt von allen – die absolute Macht im Staate und rottet durch eine finstere Verschwörung mit einem Schlag alle Jedi-Schamanen aus, die so lange über den Frieden wachten. Doch nicht nur das: das Wissen um „die Macht“ (wir würden modern sagen: die Transzendenz … oder die Heiligkeit der Welt) wird ebenfalls ausgerottet. Die Welt … wird Maschine.

Wir kennen das – es ist unser Alltag. Auch unsere Schamanen wurden ausgerottet – bzw. ihre Kultur, weltweit. Wer von ihnen spricht – wie ich derzeit von den aktiven „Gesundbetern“ in der Eifel – wird massiv angegangen, weil er gegen die Ordnung verstößt. Anstelle einer kunterbunten, lebendigen Tradition des ewigen Lebens ist eine einförmige Kultur des ewigen Todes getreten, ein dunkler Kult. „Ewiger Tod“? Ja: das ist die Quintessenz des modernen Materialismus: auf ein kurzes Leben folgt ein ewiger Tod – die düsterste Vorstellung der Menschheitsgeschichte, durchgeboxt mit großer verbaler Gewalt … unter Ignoranz so mancher Fakten aus dem medizinischen Bereich.

Das war nun eine lange Vorrede, eine (viel zu kurze) Einführung in die mythischen Dimensionen eines modernen Märchens, das gar nicht so künstlich war, wie es erst erschien (siehe Star Wars):

„Genauso wie sich George Lucas bei der Entwicklung seines modernen Märchens bei einer Vielzahl antiker Quellen bedient hat, weist sein Einsatz gleich mehrerer Arten von Parallelismus darauf hin, dass er sich auch für die Struktur (oder Form) seiner Saga bei den Urahnen umgesehen hat.“

Doch jener George Lukas, der uns ein modernes Märchen erzählt hat, das uns half, uns als lebendige Wesen in einer modernen aber recht toten Welt zurecht zu finden, einem Märchen, das unserem Gemüt eine neue Hoffnung geben sollte, hat sein eigenes Imperium verkauft …. und es Disney gegeben, einem jener Konzerne, die … sagen wir mal: in Verdacht stehen, der Republik nicht wohlgesonnen zu sein – wie alle Konzerne. Was macht also der Konzern mit jenem Mythos, der über vier Jahrzehnte viele Menschen auf einen Pfad führte, der sie träumen ließ, dass es in der Wirklichkeit mehr Realitäten gibt als die Schulweisheit sich träumen läßt?

Als Teil des Imperiums verhält er sich auftragsgemäß und zerstört den Mythos.

Es hätte viele Möglichkeiten gegeben – und diese wurden von vielen freien Autoren auch genutzt – die Geschichte weiter zu erzählen: spannend, abenteuerlich, motivierend. Doch Disney wählte einen anderen Weg, der sich eher im Hintergrund abspielt … und jede Hoffnung vernichtet.

Der Film heißt „Das Erwachen der Macht“ – doch erzählt er eher das Ende der Macht. Nachdem man sechs Spielfilme lang mit dem Bösen gerungen und es niedergeworfen hat, ist es auf einmal wieder da: als unmenschliche Horrorgestalt auf einem riesigen Thron. „Widerstand ist zwecklos“ – so die Botschaft. Das Böse kommt immer wieder, es ist sinnlos, es zu bekämpfen – besser man arrangiert sich. Das erfährt auch der alte Held „Han Solo“, dessen Sohn ein Bösewicht geworden ist, der seinen rebellischen Vater ermordet. Das hat er nun davon, der alte Rebell. Es fehlt jede innere Logik – die zuvor so fein bedacht worden war – wo denn das Böse jetzt wieder herkommt. Musste es sich zuvor mühsam entwickeln, ist es jetzt einfach wieder da – ausgestattet mit einem ganzen Todesplaneten (wo vorher ein kleiner Mond reichte), der zwar auch zerstört wird, aber zuvor mit einem einzigen Schuss die ganze lästige Idee von einer Republik des ewigen Friedens zerstört. Ebenso schleichend die Botschaft, dass es gerade die mythischen Spinner sind, die das Böse lebendig halten: der neue böse Schüler der dunklen Seite wurde vom Helden der ersten Filme ausgebildet – einem Helden, der sich enttäuscht von der Welt und sich selbst zurückgezogen hat. Das hat er nun davon, der alte Rebell, dessen Schwester (bzw. „magischer“ Zwilling) immer noch in leitender Position für den Widerstand arbeitet (so, als wäre nichts geschehen) aber Mutter des neuen bösen Stahlhelmträgers, der „Exekutive“ der unbekannten Horrorgestalt ist.

Politische Paralellen zu unsere Welt? Gar keine mehr. Der erfolgreichste Film aller Zeiten vernichtet den Zauber der alten Filme, wird von einem sinngebenden Mythos zu albernem Klamauk und kunterbuntem Spektakel, das … „die Marke pflegt“. Das ist ganz im Sinne der „allgemeinen Kritik“, die beschlossen hatte, dass „Star-Wars-Fans“ geistig krank seien (bzw. einer Gehirnwäsche unterzogen wurden … siehe „Welt“): „gut aussehen und coole Dinge tun“ (so eine US-Moderatorin im zitierten Welt-Artikel) ist angesagt anstatt sich über die Machtergreifung der Konzerne, die Transzendenz der menschlichen Existenz oder „das Gute“, den Frieden und politische Intrigen Gedanken zu machen (dass dieses Subjekt der „Generation Doof“ Morddrohungen für ihre Aussagen bekam, kann ich nicht gut heißen – aber nachvollziehen: da sind Menschen sehr verletzt worden, die nach dem Guten streben – und einer besseren Welt; sowas ist aber nicht gern gesehen heutzutage).

Nun – George Lukas gefiel es auch nicht … war es doch auch einfach ein billiger Abklatsch einer zuvor schon billigen Geschichte (siehe Spiegel), doch nur einen Tag später entschuldigte er sich beim Imperium (siehe Spiegel): vielleicht war ihm klar geworden, mit wem er sich da gerade anlegte.

Auch wenn man die alten Geschichten nochmal erzählt, hat man viel Energie darauf verwendet, „die Macht“ zu Grabe zu tragen – und alle Hoffnung im Keim zu ersticken. Das passt zur Zeit … die ebenfalls alle Hoffnung auf Demokratie und einer Gesellschaft des ewigen Friedens aufgegeben hat, stattdessen „coole Dinge tut“ (was immer das sein mag – riecht nach Leibesübungen) oder „gut aussieht“.

Und währenddessen … wird die reale Welt immer dunkler, verläßt den Pfad der historischen Entwicklung, die die reine und praktische Vernunft vorgab, entfernt sich immer weiter von einer Gesellschaft des ewigen Friedens, die sie schon längst hätte sein sollen – immerhin hatten wir dafür vor 70 Jahren die Vereinten Nationen gegründet, unsere Form der „galaktischen Republik“. Es scheint, als ob eine böse Macht hinter den Kulissen wirkt, die den natürlichen Verlauf der Geschichte manipuliert, sie zurückdreht zu finsteren feudalen Zeiten, wo der Gutsherr noch allmächtig war … doch wir wollen mal nicht zu weit gehen mit unseren Gedanken, das gäbe Ärger mit dem Imperium und brächte uns auch den Verdacht ein, dass man uns einer Gehirnwäsche unterzogen hat.

Es reicht schon der rebellische Akt, diese Streitschrift unter die Rubrik „Politik“ zu stellen … das sei erstmal Widerstand genug.

 

 

 

 

Galgen für die Bundeskanzlerin, dunkeldeutsches Wutbürgertum und seine Befriedung durch pansexuelle Nacktkonzerte

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“Road to Hell” © Parkwaechter 2015

Während Angela Merkel für ihren freimütigen Lockruf an migrationswillige Menschen jedweder Couleur aus aller Welt ins gelobte Land Deutschland noch vor Kurzem für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen und als neue Mutter Theresa gehandelt wurde, so weht ihr nun ein umso schärferer Wind um die Ohren.

Das Oktoberfest ist vorbei, die mit Migranten vollgefüllten Züge, die man in den Wochen des Volksfestes wohlweislich einfach durch München nach Norden durchgewunken hatte, machen nun auch in der Hauptstadt des Bockbiers und der Weißwürste Halt und ergießen die mitgeführte Ladung an neuen Humanressourcen auf den vormals gepflegten Vorstadtrasen. Die Galgenfrist, die den Politikern nach Beendigung des Oktoberfestes gewährt war, indem die hiesige Bevölkerung sich erst einmal wieder aus dem Dussel und der Gehirneintrübung der vergangenen Wochen emporringen musste, ist nun auch vorbei. Ernüchterung kehrt ein, viele Menschen sehen nicht mehr doppelt und verschwommen, sondern klar.

Viele ahnen bereits, dass nicht nur reine Nächstenliebe im Spiel sein kann, wenn eine im Volksmund als „Frau ohne Eigenschaften“ gehandelte Bundeskanzlerin plötzlich Barmherzigkeit beweist – eine Frau, die bisher kein Problem damit hatte, der hemmungslosen Bombardierung und Bedrohnung jener Länder in Irak, Afghanistan, Libyen, Somalia, Syrien, Kosovo etc. zuzustimmen, aus welchen nun die Menschenmassen zu uns strömen. Eine Frau, die auch kein Problem damit hatte, sogar unsere Vertragspartner und europäischen Brüder, die Griechen, eiskalt an die Wand fahren zu lassen, nur weil diese die Zinsforderungen der internationalen Bankkonzerne nicht mehr bedienen konnten.

Während feststand, dass man Griechenland auf keinen Fall erlauben durfte, dass es die paarhundert Millionen Euro, die es für sein weiteres Überleben dringend brauchte, in Infrastruktur, Krankenhäuser und zur Linderung von sozialer Not zu investieren (die Säuglingssterblichkeit in Griechenland ist bereits um 43% gestiegen, die Suizidrate um 27%, vier von zehn Kindern leben in Armut), sondern eisern darauf beharrte, dass dieses Geld von den verzweifelten Griechen fast vollständig zur Zinstilgung an die Banken, also zurück an Deutsche Bank & Co. fließt (Anm.: von 100 Euro Griechenlandhilfe kamen nur 1,80 Euro im echten Leben an, die übrigen 98,2 Euro gingen mit Zinsen an die Großbanken und an andere Kreditinstitute) – nun, im Gegenzug stellt man jetzt allein in Deutschland ein jährliches Budget von zehn Milliarden Euro zur Verfügung, um hier frisch angekommene und großteils wohlgelaunte Migranten zu versorgen. Wie passt das zusammen?

Nicht etwa, dass ich es unangebracht finde, Geld für notleidende Menschen lockerzumachen, diese Forderung liegt mir fern. Ganz im Gegenteil, ich bin der Meinung, dass Deutschland der Welt noch sehr viel mehr schuldet als es jemals in Geld wieder gutmachen kann, da es bisher jede völkerrechtswidrige Militärintervention seiner US Bündnispartner im Nahen und Mittleren Osten sowie in Afrika willfährig unterstützt sowie alle Ressourcenausbeutungen, Machtpolitik, Folterungen, Drohnenmassaker und geheimdienstlichen Regierungssabotagen in den Entwicklungsländern samt Verseuchung weiter Landstriche durch Uranmunition achselzuckend mitgetragen und dadurch unendliches Leid, Krankheit und Tod verursacht hat. Das menschliches Elend, die ökologische Zerstörung und die sozioökonomischen Teufelskreise, die wir damit in Gang gesetzt haben, könnten wir selbst dann nicht mit Geld wiedergutmachen, wenn wir das gesamte in den nächsten 100 Jahren erwirtschaftete Bruttoinlandsprodukt an die Caritas spendeten. Allerdings wäre es angebracht, die Wiedergutmachungszahlungen schon früher zu leisten, und nicht erst, wenn Flüchtlingsströme direkt vor unseren Haustüren angelangt sind. Denn die, die es bis hierher vor unsere Haustür schaffen, sind meistens nicht diejenigen Kranken, Invaliden und Gefolterten, die das größte Elend zu tragen haben – letztere haben meist weder die Kraft noch das Geld, um sich eine ca. 10.000 Euro teure Schleppung ins gelobte Land zu leisten, sondern müssen daheim bei kaputter Gesundheitsversorgung und kaputten Wasserleitungen dahinsiechen – nun sogar ohne die Hilfe der jungen, gutausgebildeten Ärzte und Ingenieure, die sich hier in Europa ein lukrativeres Berufsfeld erhoffen und deren Ankunft die deutschen Medien so feiern.

Scheinbar sind die zehn Milliarden Euro pro Jahr in frisch motivierte Migranten eine lohnende ökonomische Investition. Sonst würden die Industrieverbände den Zustrom nicht so bejubeln. Daimler-Chef Dieter Zetsche sieht in der Zuwanderung sogar „eine Grundlage für das nächste deutsche Wirtschaftswunder“ und kündigte sogleich an, in den Flüchtlingslagern nach Mitarbeitern suchen zu wollen. Auch die Chefs von Porsche, Post und Siemens sehen das ähnlich.

Und mit der neuen Migrantenbevölkerung wird sich in der Tat leicht Wirtschaftswunder machen lassen. Die Migranten kamen mit Konterfeis von Merkel im A3-Format über die Grenzen. Das Bild von Deutschlands „Frau ohne Eigenschaften“ wurde von ihnen wie bei einer katholischen Fronleichnamsprozession beidhändig hochgehaltenen wie die Ikone einer hochverehrten Heiligen.

Kein Wunder, dass sich die Human Resource Manager der Wirtschaft schon die Hände reiben und ihre ökonomischen Messer wetzen. Denn wenn die Menschen der neu eintrudelnden Humanressourcen-Herde so naiv sind, dass sie selbst eine „Frau ohne Eigenschaften“ hochhalten, die bisher nichts anderes getan hat, als eiskalt ökonomische Direktiven zu exekutieren und die damit direkt für das globale Ungleichgewicht und die Zerstörung ihrer Heimatländer verantwortlich ist, nun dann werden sich diese Menschen gewiss auch für alles andere einspannen lassen, was man mit ihnen vorhat und ihnen demnächst als „alternativlos“ erklären wird.

So weit, so gut. Wo ein Wirtschaftswunder in Aussicht steht, da machen wir mit, dachte auch der fernsehende deutsche Bürger. Das wurde ihm ja von klein auf in Schule und Uni als Ideal eingepläut. Das Zustandebringen eines Wirtschaftswunders sei schließlich das Größte, was fernsehende Bürger in ihrem kurzen Leben erreichen können – im löblichsten Falle durch eigene unternehmerische Start-Up Initiative, und wer dazu nicht klug genug ist, eben zumindest als Esel in der neoliberalen Tretmühle einer gut etikettierten Wirtschaftskratzlei. Die fernsehenden deutschen Bürger waren daher über den Migrantenstrom zwar etwas verdutzt, aber anfangs noch guter Dinge und sogar euphorisch.

Im Überschwang der Vorfreude über die neuen Renditemöglichkeiten haben die Wirtschaftslobbyisten bzw. deren hochbezahlte Interessensvertreter leider den Fehler gemacht, dass sie auch sogleich ein paar weitere „alternativlose“ Dinge vom Stapel gelassen haben, die nun auch dem gemeinen deutschen Fernsehbürger blühen. Die ökonomischen Meinungsmacher hatten nämlich den gemeinen deutschen Fernsehbürger immer noch als geduldigen Ochsen in Erinnerung, dem man jedes Joch auferlegen kann und der alles frisst, was man ihm hinhält. Dabei reagiert der gemeine deutsche Fernsehbürger inzwischen höchst allergisch auf „alternativlose“ Tatsachen, die man ihm vorsetzt, da die Nerven dieses Ochsen bereits in vielerlei Hinsicht blank liegen und sich viele Ochsen schon mit drei ihrer vier Füße in latentem Burnout befinden, wie z.B. diese Ärztin hier beschreibt (siehe Standard).

Und während die gemeinen Fernsehbürger normalerweise vor allem, was von streng wissenschaftlicher Autorität verkündet wird, die Hände falten und willfährig befolgen, so scheint momentan der Deckel überzugehen. Denn was den Fernsehbürgern jüngst von einem der Hohepriester unserer Kommerzreligion, dem ifo-Präsidenten Hans-Werner Sinn als „alternativlos“ verkündet wurde, das stieß sogar sehr geduldigen Ochsen sauer auf: Von Absenkung bzw. Abschaffung des bundesweiten Mindestlohns war da die Rede (siehe WirtschaftsWoche) sowie von einer weiteren Anhebung des Rentenantrittsalters. – Sinn: „Wir müssen länger arbeiten und nicht weniger lange. Die Rente mit 67 ist ein Schritt in die richtige Richtung gewesen. Ich würde aber noch weitergehen und das gesetzliche Rentenalter ganz abschaffen“ (siehe FAZ). Den Vogel schoss der scharf rechnende Mann mit dem scharfen Knebelbart aber mit seiner streng wissenschaftlichen und daher unwiderlegbaren Rechnung ab, in welcher er die Anzahl der Migranten, die Deutschland benötige, mit 32 (in Worten: zweiunddreißig) Millionen beziffert (siehe Zeit).

Es begann also in der letzten Woche in der Bevölkerung zu gären. Nicht nur am Stammtisch wurde gemurrt, auch einzelne Landesfürsten wie Horst Seehofer meldeten sich ketzerisch zu Wort und stellten bei weiterer undifferenzierter Zuwanderung ein Zerbrechen der europäischen Sozialsysteme in Aussicht (siehe Spiegel). Das wurde von den mit der Wirtschaft verzahnten Leitmedien natürlich nicht goutiert und Seehofer musste genauso wie Innenminister De Maiziere (siehe Tagesspiegel) kräftig zurückrudern, um nicht von einem veritablen Shitstorm ins dunkeldeutsche Eck der Fortschrittsverweigerer geblasen zu werden. Aber während seine Kollegen im Elfenbeinturm in Berlin sich weiterhin den Luxus erlauben können, den bloßen Direktiven der Wirtschaftsmächte und Leitmedien zu folgen, so kann einem gestandenen bayerischen Landesfürsten ein zu großes Chaos, das er mit seiner Beamtenbelegschaft kaum noch stemmen kann, schnell seine Popularität kosten.

Zu allem Übel kommt es nun innerhalb der Flüchtlingsunterkünfte selbst fast täglich zu Gewaltausschreitungen. Viele der jungen Migranten haben sich erhofft, dass sie, wenn sie es hierhergeschafft haben, gleich ein neues Leben im Sinne von Daimler-Chef Zetsche beginnen können, der sie sofort in seine Werkhallen stellen will. Nun sind da aber diese mühsame Bürokratie und die Gesetze, von denen uns die Wirtschaft immer noch nicht ganz befreit hat, die die arbeitswilligen Migranten davor abhalten, sofort loszulegen und sich die ersehnte eigene Wohnung samt Waschmaschine und Flachbildschirm zu erarbeiten. Außerdem sind da diese mühsamen anderen Migranten anderer Völker, die man überhaupt nicht riechen kann und die einem in der ohnehin schon engen Flüchtlingsunterkunft Platz wegnehmen. Die Deutsche Polizeigewerkschaft berichtet daher von einer Eskalation der Gewalt in Flüchtlingsheimen, die teilweise kaum noch beherrschbar sei. Es komme an vielen Orten „sehr gezielt und gut vorbereitet nahezu täglich zu ethnischen gewaltsamen Auseinandersetzungen“ (siehe Tagesspiegel). Dabei gingen Asylbewerber auch mit selbst gebastelten Waffen aufeinander los (siehe z.B. YouTube).

In vielen großen Städten formieren sich Demonstrationen gegen die Zuwanderungspolitik Merkels. Bei einem Demonstrationszug in Dresden letzten Montag mit offiziell gezählten 9000 Wutbürgern wurde ein für Merkel errichteter Galgen gesichtet (siehe Zeit), der Staatsanwalt ermittelt. Da sieht man eben wieder, in was für einer Zeit der Extreme wir leben. Wie es scheint, kann da jemand, der gerade noch als Mutti der Nation fest im Ledersessel gesessen und als Kandidatin für den Friedensnobelpreis gehandelt wurde, schnell einmal als Delinquentin unterm Schafott enden. Die Mistgabeln, vor denen der US Milliardär Nick Hanauer seine neoliberalen Clubkollegen unlängst gewarnt hatte, sollten sie weiterhin nur ökonomisch/profitorientiert agieren, tauchen also schon am Horizont auf.

Nachdem die Lage nun sowohl in den Flüchtlingslagern als auch auf der „gutbürgerlichen“ Seite  eskaliert und kollektives Wutbürgertum droht, braucht es jetzt wirkungsvolle Maßnahmen zur Befriedung. Da ist guter Rat teuer.

Zwar hat die staatliche Exekutive bereits die entsprechenden technischen Gerätschaften angeschafft, mit der man wütenden Mob notfalls in Sekundenschnelle zum Schweigen bringen kann (hier kommentiert von Georg Schramm), allerdings wäre der Einsatz dieser Waffe sehr schmerzhaft. Da sich Schmerz bekanntlich tief ins Gedächtnis einprägt, wäre daher bei den nächsten Wahlen zu befürchten, dass selbst bisher unbeirrbares Stimmvieh seine Stimme nicht mehr der Räuber-Hotzenplotz-Partei gibt wie gewohnt. Solange noch Demkoratie herrscht, braucht es also eine schmerzärmere Lösung.

Zum Glück schreitet unsere streng wissenschaftliche Forschung voran und liefert uns am laufenden Band technische Neuerungen und Erkenntnisse, die dem Fortschritt die Bahn durch die Wildnis ebnen und irgendwann für allgemeinen Wohlschand und Tod-Sicherheit sorgen werden. In einer Radioreportage eines staatlichen Rundfunksenders wurde etwa vor Kurzem eine umwälzende wissenschaftliche Erkenntnis verlautbart, deren Folgen noch gar nicht absehbar sind:

Man hat Schimpansen und Pavianhorden intensiv studiert und ist draufgekommen, dass diese ihre Gewaltkonflikte – auch dort gibt es Kämpfe zwischen einzelnen Affenvölkern – viel intelligenter lösen als wir Menschen. Sie lassen die Kämpfe einfach in Massensex münden, wo die verfeindeten Paviane einander ihre Weibchen zur Verfügung stellen, um diese in Serie begatten zu lassen. Schon nach kurzer Zeit des orgiastischen Gemetzels ist die Kraft zum Kämpfen verpufft und die Paviane haben keine Lust mehr, sich gegenseitig zu erschlagen.

In dieser Radiosendung wurde auch Hörern die Gelegenheit gegeben, ihre Meinung zu diesem Thema zu sagen und diese Meinung war unisono – helle Begeisterung: „Ja, die Paviane und die Schimpansen sind uns da wirklich voraus, da könnten sogar wir Menschen etwas davon lernen.“

Und während Merkel und Hollande im EU Parlament noch wie versteinert vor den Vorwürfen der Opposition sitzen, Europa mit ihrer Migrationspolitik in den Untergang zu reiten (siehe YouTube), so kommt die Rettung wiedereinmal aus der Unterhaltungsindustrie. US-Popstar Miley Cyrus wird diese bahnbrechende Erkenntnis aus der Pavianforschung nun demnächst in die Praxis umsetzen (siehe ORF-Pressemitteilung). Gemeinsam mit der Rock-Band The Flaming Lips plant Cyrus ein Nacktkonzert, bei dem sowohl die Künstler als auch das Publikum die Kleidung ablegen, bevor sie sich zu Zigtausenden vor der Bühne drängen und aneinander reiben. Außerdem werde bei dem Konzert eine Milch-ähnliche Flüssigkeit „überall hingespritzt“.

Ende August bezeichnete Miley Cyrus sich als „pansexuell“ – womit sie aussagen will, dass sie sich mit allem und jedem sexuell vereinigen will, egal welchen Geschlechts, welcher Hautfarbe und welchen Charakters.

Wer von den Migranten und den Wutbürgern würde ein Gratis-Konzertticket in eine solche Nacktkonzerthalle ausschlagen? Ist doch besser, als Galgen für Merkel zu basteln oder sich in den Asylheimen zu prügeln. Auch den Moslemfrauen würde es aus pansexueller Sicht gewiss gut tun, sich einmal aus ihren schwarzen Burkas auszuwickeln und ihre Haut ein bisschen dem Neonlicht, Rockklängen und „milchähnlicher“ Flüssigkeit auszusetzen.

Es werden sich also wohl schon demnächst alle Probleme, die uns derzeit noch abgründig und bedrohlich vorkommen, in Wonne auflösen. Wir brauchen bloß das Nacktkonzert als Kulturinstitution zu etablieren. Bleibt nur zu hoffen, dass die Security-Leute, die den Konzertbesuchern an der Eingangstür die Unterhosen abnehmen, nicht den gleichen Fehler machen wie der Papst und den sch(p)aßsuchenden Menschen auch die Kondome verbieten. Sonst könnte im Nachhinein der administrative Aufwand für Vaterschaftsermittlungen und DNA-Analysen ins Unermessliche steigen.

Andererseits, so wäre wenigstens das demografische Problem gelöst, dass die zukunftsskeptischen Deutschen nicht mehr gewillt sind, ausreichend Nachwuchs in die Welt setzen – denn die derzeitigen 1,4 Kinder pro Paar sind nach Ansicht unserer wissenschaftlichen Experten eindeutig zu wenig, um den wirtschaftlichen Wohlschand und die Renten zu sichern.

Nachssatz (Ironie off):

Auch wenn das Nacktkonzert nun nicht sogleich das Oktoberfest ablösen wird. Aber die von US Popsternchen Miley Cyrus propagierte „Pansexualität“ zieht bereits weiteste Kreise und ist durchaus ernst zu nehmen.

Denn ein Großteil der Menschen schafft es noch nicht, das umzusetzen, was als Forderung der Zeit heute eigentlich vor uns stünde:

Etwas Empathie und Brüderlichkeit zu entwickeln. – Mit den Millionen und Milliarden Menschen, die auf der anderen Seite des Globus (oft genug auch Menschen in unserer unmittelbaren Nachbarschaft) in unsäglichem Elend und Verzweiflung leben.

Unsere Schulbildung, Medien, Arbeits- und Unterhaltungswelt appellieren geradewegs an das Gegenteil: Die Ausbildung des krassesten Egoismus und Narzissmus wird als erstrebenswertes Lebensideal und als Normalität angepriesen.

Das innere Motiv, das scheinbarem Wahnsinn wie der Pansexualität (die sich mittlerweile, wie wir berichteten, auch auf den Missbrauch von Tieren erstreckt), Nacktkonzerten oder den bereits ganz real zur urbanen Normalität gewordenen Swingerclubs zugrunde liegt, ist eines, das durchaus gute Urgründe hat – nur versuchen es die Menschen auf einer vollkommen verkehrten und daher pervertierten Ebene zu leben.

Sie wollen sich endlich mit ihren Mitmenschen und der gesamten Umwelt vereint fühlen. Dort wo das möglich wäre – auf der seelischen Ebene -, schaffen sie es aber nicht, da ihnen in Schule, Erziehung und Medien vielfach nicht die Grundlagen dazu vermittelt wurden und stattdessen ihr individuelles menschliches Potenzial zugeschottert und zugeteert wurde. Sie versuchen daher das ersehnte Einswerden mit einem möglichst großen Umkreis ihrer Umwelt auf der körperlichen bzw. sexuellen Ebene zu vollbringen – was zunächst sehr freiheitlich klingt, aber per se zum Scheitern verurteilt ist und nach kurzem Strohfeuer letztlich nur Frustration, Scherbenhaufen (und jede Menge Scherbenkinder) zurücklässt.

Sören Kierkegaard hat hierzu die Parabel der frierenden Stachelschweine gegeben, die sich ständig zusammendrängen, um sich etwas zu wärmen, aber sofort wieder auseinanderstieben müssen, sobald sie sich mit ihren stacheligen Körpern aneinanderquetschen.

Und mit an sich guten Motiven die falsche Ebene zu erwischen kann im Leben etwas durchaus Fatales sein. Wenn ich z.B. das gute Motiv habe, meiner Familie ein Brathähnchen zu backen (Vegetarier mögen schon dieses Motiv weniger gut finden, ich weiß), – wenn ich nun ebendieses Brathähnchen anstatt in die Ebene des Backrohrs eine Etage tiefer direkt in den Feuerraum mit den Kohlen stecke, dann wird das dort verschmorte Brathähnchen nicht einmal mehr unsere Katze fressen. Genauso sind Misserfolg und Frustration die Folge, wenn man im Leben die Ebenen verwechselt. Macht man es hingegen wie die alten griechischen Philosophen und unterscheidet klar zwischen den Ebenen 1. des Körperlichen, 2. des Seelischen (Persönliches, Subjektives, Beziehungen) und 3. des Geistigen (Überpersönliches, Objektives, philosophische Gedanken), dann kommt man ganz gut durchs Leben und erspart sich fatalen Schiffbruch.

Auch die heutige Sucht nach Konsum und „Events“ führt zu solcher Frustration. Man will sich auf die Dinge und Wesen der Umwelt ausdehnen und damit innerlich reicher werden – und das ist auch ein guter, gesunder innerer Drang jedes Menschen. Nur, indem man seinem Körper möglichst viele Dinge einzuverleiben versucht, hat man die falsche Ebene für diesen Drang gewählt. Außer Arteriosklerose und Adipositas wird nicht viel dabei herauskommen, denn über die körperliche Ebene kann man sich nicht auf die Umwelt ausdehnen, das geht nur seelisch und geistig. Genauso wie beim Versuch, sich pansexuell mit allen Mitmenschen zu vereinigen, letzlich außer HIV, Syphilis und kaputter Familie nichts herauskommen wird.

In Wirklichkeit beruht die heute schon zur Volkskrankheit gewordene Schlaflosigkeit genau darauf: Man kann nicht mehr ruhigen Gewissens einschlafen, weil die Ebenen des Lebens großteils durcheinandergeraten sind und man einem sinnentleerten, eigentlich fremdbestimmten Lebensstil huldigt, der dem gesunden Menschsein und dem eigenen inneren Anliegen diametral widerspricht. Viele schlaflose Menschen machen die Erfahrung, dass sie augenblicklich wieder einschlafen können, sobald sie ihr Leben neu ausrichten und wieder etwas Sinnvolles tun. – Und mit Sinnvollem Tun muss jetzt nicht gleich der Wechsel des scheinbar sinnlosen Arbeitsplatzes gemeint sein. Nein, alleine schon in der Art, wie man seinen Kollegen und Mitmenschen begegnet, kann man etwas Erfreuliches, Hoffnungsvolles und somit Sinnvolles transportieren. Sogar in der respektvollen Art, wie man einen Gegenstand, ein Haustier, ein Lebensmittel etc. angreift, kann man eine sinnvolle Empfindung und damit Zufriedenheit und wirkliches, nachhaltiges Glücksgefühl schaffen.

Was viele nicht wissen: Das von der Unterhaltungsindustrie propagierte emotionale Hochpeitschen ist das Gegenteil von einer wirklichen, sinnvollen inneren EMPFINDUNG. Empfindung ist natürlich sehr viel leiser und unaufdringlicher als EMOTION. Auch muss man, wenn man eine wirkliche Empfindung entwickeln will, zunächst einen konkreten, z.B. einem guten Philosophen entlehnten Gedanken voranstellen. Das ist vielen zu mühsam, ich weiß, denn im Unterschied dazu gibt es Emotion sofort, wenn man auf einen bestimmten Knopf drückt. Emotion ist schon im Körper als Programm abgespeichert, man muss nur auf altbekannte Knöpfe drücken, dann spult sich ganz von selbst ein bestimmtes Rauchfeuerwerk ab, man fühlt sich für einen kurzen Moment scheinbar nicht mehr vom grauen Alltag umhüllt, sondern aus dem Trott gerissen und ekstatisch. Das ist leider trügerisch, denn nach dem Ausleben exzessiver, blinder Emotion fällt man auf eine depressivere Stufe zurück als man vorher war. Und als Mensch Kraft verliert. Was zur Folge hat, dass man beim nächsten Mal die „Dosis“ steigern muss. Obwohl die Emotionen also scheinbar sensationell sind, fühlt sich der Mensch, der ihnen blind frönt, mit der Zeit immer hohler, oberflächlicher und kränker. Der russische Autor Sergej Minaev hat dies in seinem Kultroman „Duchless-Seelenkalt“ anhand der US-russischen Partylöwen-Szene sehr trefflich beschrieben.

Hingegen wird man durch das bewusste Herankultivieren von (gedankengeführten) Empfindungen innerlich immer reicher, man kommt mit sich und der Umwelt auf einer viel tieferen Ebene in Einklang und wird ein zufriedener Mensch – was eines der bestgehütetsten Geheimnisse unserer Zeit ist, wäre diese Erkenntnis doch das Ende unseres neoliberalen Konsumsystems.

Das heißt nun nicht, dass man sich sogleich jeder Emotion entledigen müsse. Nein, gewisse Emotionen hat der Einzelne heute vielleicht sogar nötig, um eine menschlich weitgehend entfremdete, technokratische Umwelt überhaupt ertragen zu können. Sich ab und zu eine kultivierte – und die Betonung liegt auf kultiviert – Emotion einzuräumen, ist also durchaus etwas Normales. Aber wer in seinem Leben wirklich zufrieden sein will, der kann daran arbeiten, seine persönliche Waage immer mehr in Richtung Empfindung ausschlagen zu lassen und immer weniger in Richtung Emotion. Der Weg dazu lautet: Philo-Sophie (wörtlich: Liebe-zur-Weisheit). – Wenn ihn viele Menschen gehen, wird sich der derzeit herrschende Neoliberalismus/Mammonismus auflösen wie eine giftige Abgaswolke eines softwaremanipulierten VW-Motors im Wind.

In diesem Sinne der unverbindliche Rat des Parkwaechters: Wenn Sie demnächst per Postwurfsendung ein Gratisticket der CDU für ein Nacktkonzert bekommen – werfen Sie es in den Müll. Und machen Sie stattdessen einen Waldspaziergang.

 

Über Bevölkerungspyramiden und Demografen – warum die Politik unsere Städte und Werkhallen mit Migranten auffüllen will

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Fotolink (PD)

Wer derzeit nur kopfschüttelnd die Immigrationspolitik von Merkel & Co. verfolgt und auch aus den zahllosen Polit-Kolumnen rund um das Thema „Flüchtlinge“ nicht schlau wird, der hat vermutlich noch nie mit einem Demografen geredet.

Womit sich solche Grafen beschäftigen? Nun, wie der Name schon sagt, eben mit dem Volk (von gr. „demos“) bzw. der Prognose (von gr. gráphein – „schreiben“) zukünftiger Bevölkerungsentwicklungen.

So verstaubt das Wort Demografie klingt, so brandaktuell und evident sind jedoch die Forschungsergebnisse dieser Zunft. Ich durfte vor Jahren einmal auf einem Universitätskongress einem solchen Grafen dabei lauschen, was er so über unsere nächste Zukunft zu sagen hat. Schon kurz nachdem er seinen Vortrag begonnen hatte, war alle soeben noch bestehende Müdigkeit verflogen und alle Anwesenden waren hellwach. Denn was der Graf da vom Stapel ließ, war ausnahmslos starker Tobak. Dazu muss man vorausschicken, dass Demografen ihre Kunst nicht bloß zum Zeitvertreib betreiben so wie Briefmarkensammler, sondern dass ihre Berechnungen und Prognosen als „hard facts“ der Politik zugefüttert werden, damit die Regierenden rechtzeitig entsprechende infrastrukturelle, soziale und arbeitsmarkttechnische Maßnahmen ergreifen können.

Denn auch wenn der fernsehende Bürger vielfach den Eindruck hat, dass Politiker heute einfach nur„Management by Chaos“ betreiben – der Schein trügt, hinter den Kulissen arbeitet eine Heerschaar akademischer Berater und Analysten, die über messerscharfen Intellekt und alle denkbaren nachrichtendienstlichen und technischen Ressourcen verfügen. US-Präsident Franklin D. Roosevelt hat es einmal ganz offen ausgesprochen: „In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, kann man sicher sein, dass es auf diese Weise geplant war!“

So kratzt sich auch der ehemalige Staatssekretär und Bundestagsabgeordnete Willy Wimmer in einem jüngsten Artikel („Die Merkel-Regierung gehört auf den Blocksberg“) auf seinem Kopf und stellt die Frage:

„Wir werden seit Jahren als Bürger dieses Landes in einer Weise unter Mitwirkung der eigenen Sicherheitsorgane nachweislich in einer Weise ausgespäht, wie es bei Gestapo und Stasi nicht besser hätte sein können. Man will von uns alles wissen und Regierung und private Konzerne erfahren es auch. Alles richtet sich in diesem Land gegen die eigenen Bürger und diese Regierung will von der Million Migranten erst aus der Zeitung erfahren haben?

Er stellt bei dieser Gelegenheit noch eine weitere wichtige Frage, die uns aber hier zum Abschweifen führen würde und die wir daher ein andernmal behandeln wollen:

„Warum legte der wichtigste „Bündnispartner“ die Welt in Schutt und Asche und wir halten ihn nicht an, mit diesem verbrecherischen Tun aufzuhören und gefälligst die Folgen alleine zu tragen?“

Zurück also zu unserem Demografen und der Frage, warum Mutti nun eine Einladung an Migranten aller Welt in unser Land der Dichter und Denker ausgesprochen hat – zumindest an alle, die kräftig genug sind oder die genug Geld haben, es hierherzuschaffen.

Besagter Graf, der vor uns seine Powerpointfolien ausbreitete, hat sich seinen akademischen Titel auch keines keineswegs in Guttenberg’scher Manier erworben, sondern war ein richtiges Original. Seine Analysen waren so bestechend, dass ihn sogar die Regierung als Festangestellten zu sich geholt hat, um sich bei ihm exklusiven Rat für die Zukunftsplanung zu holen.

Und was er uns vortrug, war erschütternd. Er zeigte uns auf seinen Folien mehrere mögliche Zukunftsszenarien. Sie waren noch nicht gewiss und unterschieden sich durchaus, hatten aber eines gemeinsam: ausnahmslos alle zeigten eine fatale demografische Entwicklung. Die nach Alter, Leistungsfähigkeit, Berufen und sozialen Schichten gegliederten und über eine Zeitachse in die Zukunft extrapolierten Pixelmassen wirkten selbst für einen Menschen mit nur laienhafter Kenntnis der Statik wie Konstrukte, die demnächst wohl oder übel zusammenbrechen müssen: Auf dem Kopf stehende Pyramiden, Wasserkopfformen mit abgeschnürtem Hals … oder ganz einfach vollkommen fragmentierte Konstrukte.

Die Gründe für diese Fragmentierung und Ungewichtung der Bevölkerung sind vielschichtig, als einer der wichtigsten Parameter wird nach herrschender demografischer Lehre jedoch das Verhältnis Alt/Jung angesehen. Im Klartext: Wieviele leistungskräftige, das heißt steuerzahlende, das Bruttoinlandsprodukt und die Marktfähigkeit steigernde Zweibeiner hat das Land und wieviele versorgungsbedürftige/verrentete/minderleistende Zweibeiner befinden sich auf der anderen Seite der Waage?

Wenn man diese darwinistische Rechnung aktuell betrachtet, dann sieht man, dass sie immer mehr zur Ungleichung wird. Gab es zwischen 1947 und 1971 in Deutschland mehr Geburten als Sterbefälle, so hat sich das Verhältnis nun umgedreht. Und während es in unterentwickelten Ländern ein akutes Überbevölkerungproblem gibt, so gehen hierzulande lt. statistischem Zentralamt aus einer Frau bzw. aus einem zeugungsfähigen Paar nur 1,4 Kinder hervor. Das heißt, die deutsche/mitteleuropäische Bevölkerung schrumpft drastisch, und dies bei gleichzeitiger Überalterung und steigendem Verbrauch an Hochglanzressourcen und individuell beanspruchter Wohnfläche pro Kopf.

Dies alleine wäre noch nicht das Schlimmste, mit etwas Kreativität und menschlicher Gestaltungskraft der nachwachsenden Generation wäre das durchaus zu kompensieren. Nur leider wird der Verfassung dieser nachwachsenden Generation ein sehr ernüchterndes Zeugnis ausgestellt: Viele Schul- und Universitätsabsolventen leiden bereits bei Arbeitsantritt an kulturell/sozial/unterhaltungselektronisch bedingten Degenerationserscheinungen, aufgrund derer sie für den Arbeitsmarkt als unbrauchbar angesehen werden bzw. selbst therapiebedürftig sind. Und das betrifft nicht nur die psychische Verfassung (lt. WHO Statisik werden im Jahr 2030 in unseren fortschrittlichen Industrienationen Depressionen die Volkskrankheit Nr.1 sein), sondern sogar die physische (lt. einer Studie der Allianz-Versicherung aus 2012 weisen 39 % der 14- bis 24-Jährigen eine oder mehrere chronische Erkrankungen auf, die das Leben und somit die Arbeitsfähigkeit „wesentlich beeinträchtigen“).

Um bei dieser düsteren demografischen und sozio-kulturellen Entwicklung den gewohnten Lebensstil des Wohlschands und die etablierten Machtstrukturen aufrechterhalten zu können, muss man also etwas tun. Mit einem Wort: das gesamte System – genauer gesagt: diese Art von Lebensstil – ist unfinanzierbar geworden und würde bei weiterer Fortsetzung in einem Kollaps enden.

Die Syrer, Afghanen, Iraker und Somalier kommen also gerade recht. In einer Zeit, wo man mit Humanressourcen ohnehin nur noch betriebs- und volkswirtschaftlich umgeht, wird man ihnen diejenigen Plätze in der Tretmühle zuweisen, die wir selbst nicht mehr bewältigen können. Und während die meisten von uns bereits jobmüde und frustriert sind (siehe bullshitjobs), so ist die neue Armee an Arbeitswilligen hochmotiviert, Tag und Nacht alles zu geben, um sich die ersehnte Wohnung samt Waschmaschine und Flachbildschirm zu erarbeiten.

Im besten Fall kann das eine Grundlage für das nächste deutsche Wirtschaftswunder werden“, schwärmte Daimler-Chef Dieter Zetsche diese Woche über die Zuwanderung.

Bundespräsident Gauck ist schon im April auf der Mittelmeerinsel Malta beim Besuch der dortigen Flüchtlingslager vor laufenden Fernsehkameras zur Erkenntnis gekommen, dass die jungen Migranten über eine bei uns schon fast unbekannte Arbeitswilligkeit verfügen: „Das stellt uns dann die Frage: Wollen wir die alle zurückschicken? Oder brauchen wir nicht einen Teil dieser, äh, Menschen, die eine ganz große Energie haben? Sonst hätten sie es nicht bis hierher geschafft.“

Nachdem sich dieser „Teil“ mit der „ganz großen Energie“ also im darwinistischen Kampf ums Dasein bewiesen habe, ist seine ökonomische Brauchbarkeit evident. Und diejenigen, die eigentlich wirklich unsere – und zwar bedingungslose – Hilfe bräuchten: die Kranken, Alten, Gefolterten, durch Bürgerkriege und deutsche Waffen Invalide, die schaffen es meist ohnehin nicht bis hierher und werden unser Budget nicht belasten.

Auch andere schlaue Köpfe fangen zu rechnen an. Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn sinniert bereits über eine bundesweite Senkung des gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro, da dieser die Einbindung der Flüchtlinge in den deutschen Arbeitsmarkt erschwere. „Um die neuen Arbeitskräfte in den regulären Arbeitsmarkt zu integrieren, wird man den gesetzlichen Mindestlohn senken müssen, denn mehr Beschäftigung für gering Qualifizierte gibt es unter sonst gleichen Bedingungen nur zu niedrigerem Lohn“, schreibt Sinn in einem Beitrag für die WirtschaftsWoche.

Indes kündigte Daimler-Chef Dieter Zetsche an, in Flüchtlingslagern nach Mitarbeitern suchen zu wollen. Auch die Chefs von Porsche und der Post hofften öffentlich auf frisch motivierte Kräfte und überboten sich im Chor mit den global denkenden Vertretern anderer Industriesparten im Lob auf die Vorteile der Migration für den Wettbewerbsstandort Deutschland.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert in einem Positionspapier (siehe DGB) alle Landesregierungen auf, Konzepte und Rahmenbedingungen für Zugänge der jungen Migranten zu Bildung, Ausbildung, Studium und Qualifizierung zu schaffen. Die deutsche Bundesregierung rechnet allein in diesem Jahr mit 800 000 neu einreisenden Asylsuchenden. Insbesondere eine Investition in syrische Humanressourcen erscheint lohnend. Syriens Jugend zwischen 15 und 24 Jahren weist laut UN-Statistik eine Alphabetisierungsrate von 96,4 Prozent auf, praktisch westliches Niveau – und somit beste Voraussetzung für Spracherwerb und Lernerfolg.

Auch die Bauindustrie darf sich freuen. Bundesweit fehlten inzwischen mindestens 770.000 Wohnungen, heißt es in einer Studie des auf Stadtentwicklung spezialisierten Pestel-Instituts. Unter dem Titel „Deutschland muss bauen, bauen, bauen“ berichtet die Berliner Zeitung, dass bis 2020 pro Jahr rund 400.000 Wohnungen neu gebaut werden müssten, um bundesweit den Bedarf zu decken.

Nun kommen sie also, die Zuwanderer. Muttis Ruf in die marktkonforme Demokratie hat sich in Windeseile auf allen Smartphones des Nahen/Mittleren Ostens verbreitet – und Smartphones besitzen lt. neuester Erhebung de facto alle der jungen Migranten. Die Regierung will ihnen so schnell wie möglich Sprach-Apps zum Deutschlernen auf ihre Geräte laden, damit sie die Zeit in den Wartezimmern der Erstaufnahmezentren schon mal gut nutzen können.

Sogar die Soldaten der irakischen Staatsarmee und der Polizei finden den Ruf Merkels nach Deutschland verlockender als die Aussicht, im Grabenkampf mit der IS ihr Leben zu riskieren und desertieren daher scharenweise nach Europa (http://www.haaretz.com/news/middle-east/1.676816 ). Kann man es ihnen verübeln, dass sie lieber vorm Fernseher einer Wohlschandsgesellschaft mit Bier und Weisswurst in der Hand bei der kommenden Fußball-EM mitfiebern wollen, als dagegen zu fiebern, dass die IS ihren bereits infrastrukturell in die Steinzeit gebombten Heimatboden einnimmt?

Wir haben Ihnen täglich über Fernsehen und Internet die Bilder in den Kopf gesetzt, wie luxuriös und mühelos das Leben hier in Europa ist. Ein französischer Schriftsteller hat einmal die Vermutung angestellt, dass in Wirklichkeit Katzenfutter-Werbung der Grund für die magnetische Anziehungskraft Europas auf Migranten sei. Jeder kennt wohl den Sheba-Werbespot: Eine schöne Frau in geschlitztem Abendkleid kuschelt auf einem luxuriösen Sofa mit ihrer grauen Katze, serviert ihr auf einem Teller eine feine Pastete, die sie zuvor noch liebevoll mit einer Gabel in der Mitte teilt und Stück Dille dazwischen legt. Da käme unweigerlich die Vorstellung auf: Wenn in Europa sogar die Katzen ein so schönes Leben haben, wie gut muss es dort erst den Menschen gehen?

Aber was werden wir mit dem Katzenjammer machen, wenn die jetzt nach ihrer Überfahrt ins gelobte Land noch euphorisch strahlenden Migranten feststellen, dass die Realität eine ganz andere ist? Dass selbst die deutschen Staatsbürger einem eiskalten Existenzkampf unterworfen wurden, in dem immer mehr Menschen auf Gratis-Essen bei der Tafel angewiesen sind (laut Jahresbilanz des Bundesverbandes Deutsche Tafel essen dort bereits über 1 Million deutsche Bürger, Tendenz stark steigend). Ein gelobtes Land, in dem lt. Bundesagentur für Arbeit/BA jedes sechste Kind in einer Hartz-IV-Familie lebt, in der Bundeshauptstadt ist es bereits jedes dritte Kind (Quelle: Focus Online). Ein gelobtes Land, in dem man als Mensch nicht mehr einfach alt werden kann so wie früher, sondern in dem man gefragt wird : „Kannst du es dir überhaupt leisten, alt zu werden?“ (so gesehen wörtlich auf einem Plakat einer deutschen Bank)

Was also, wenn sich unter den Migranten demnächst die große Ernüchterung breit macht? Wenn sie erkennen müssen, dass ihnen die Konsumgüter und Statussymbole, die sie haben wollen, doch nicht zugänglich sind? In Röszke/Ungarn zeigte sich bereits, wie schnell die Aggressivität junger, entwurzelter Männer hochkochen kann, wenn man ihnen verwehrt, was sie haben wollen (siehe Spiegel Online Video).

Bevor sie nach Europa gekommen sind, haben sie bereits via YouTube internalisiert, was man sich hier so an Statussymbolen zulegen muss, damit man sich vor der Sippschaft dann als richtiger Kerl anschauen lassen kann: 5 Sterne am SUV, denen Bushido hier eine Hommage singt, sollten es mindestens sein.

(Warnung: Der Sinn des Textes dieses Songs bleibt selbst einem philosophisch geschulten Kopf weitgehend verborgen und wird sich wohl erst im Jenseits erschließen. Der Rhythmus des Songs ist allerdings ein Ohrwurm, der sich bereits beim einmaligen Hören für längere Zeit festbeißen und sich bei nochmaligem Hören tief ins Holz bohren kann. Wer also SUVs bisher verachtet hat, der sei gewarnt: Wenn er den Song mehr als 1x hört ist es möglich, dass er ab nun selbst vom SUVismus besessen wird.)

 

 

(Ironie am Rande: das soeben gesichtete jüngste Posting nach ca. 14,5 Millionen Hörern dieses Songs auf YouTube stammt von User Fabian Bedoya und lautet: „Weis irgendwer woher shindy das shirt hat?“ … User Zillox IV antwortet: „Vielleicht von Criminal Damage…“)

Leider wird sich mit dem gesetzlichen Mindestlohn in Dtld. und dem Hartz IV Satz ein SUV bis ans Lebensende nicht ausgehen, oft nicht einmal ein hippes Marken T-Shirt von „Criminal Damage“, mit dem man dann zumindest am Facebook-Selfie demonstrieren könnte, dass man es zu etwas gebracht hat und in der gleichen Liga wie Bushido mitspielt.

Hingegen reicht der sauer erarbeitete Lohn heute meist gerade mal für Wohnen, Essen, Matschphone und ein paar Energy-Drinks aus dem Budget Regal des Supermarkts. Auch den sonstigen Lifestyle, wie er auf dem Album „FuckBitchesGetMoney“ breitenwirksam gepredigt wird – dem auch der Gassenhauer „5 Sterne am SUV“ entnommen ist -, wird sich der wohlstandshungrige Migrant mit einer Stelle als Kühlregalschlichter bei Lidl in der Regel wohl abschminken müssen.

Bevor er jedoch vor seinen Freunden und seiner Familie als Loser dasteht, wird er also andere Wege finden müssen, um sich die begehrten Dinge zu beschaffen. Wozu hat er denn sonst die Überfahrt über das Meer und seinen Kopf und Kragen riskiert? Etwa, um dann hier als Underdog auf einer Tafel sein Dasein zu fristen? In einer Zeit, in der man seinen Freunden täglich über Facebook ein Update gibt, was man gerade Tolles treibt und isst und wo sich jeder als superschlauer Selfmademan, Partylöwe und gut geölter Geschäftsmann gibt? – Nein, das geht gar nicht.

Der Gefängnispsychologe Götz Eisenberg hat daher in einem jüngsten Essay (siehe Nachdenkseiten) auf die Notwendigkeit hingewiesen, dass für die Neuangekommenen in unserem Land Bindung entstehe – mir gefällt das Wort „Beziehung“ besser, andernfalls die hier entwurzelten jungen Menschen außer Rand und Band geraten könnten und wir später umso mehr Geld für Gefängnisbau und Polizei ausgeben müssten:

„Die Masse der jungen Männer, die nun zu uns kommen, könnten sich unter diesen Bedingungen zu einer zeitgenössischen Form dessen entwickeln, was man früher „gefährliche Klassen“ genannt hat. Viele von ihnen sind entwurzelte, oft sogar traumatisierte junge Männer zwischen Pubertät und Eheschließungsalter, für die keine verbindlichen oder wirksamen Regeln und Schranken des Verhaltens bestehen, die sich nichts und niemandem verpflichtet fühlen. Weder Arbeit – sie haben meist keine – noch stabile Liebesbeziehungen, die dem schweifenden Trieb Dauer und Form verleihen, indem sie ihn an ein Objekt fest binden, verorten sie in der Gesellschaft und halten sie von Regelverletzungen zurück.

Man hat ihre Köpfe via Fernsehen und Internet mit Bildern einer Welt des Luxus und der Mühelosigkeit versorgt, zu der man ihnen gleichzeitig den Zutritt verwehrt. Man hat in ihnen Wünsche geweckt, deren Erfüllung sie zu Mitgliedern dieser Gesellschaft machen könnte, gleichzeitig fehlen ihnen aber die Mittel dazu, diese sich auf gesellschaftlich lizenzierte Weise erfüllen zu können. So leben sie in einem Zustand permanenter Frustration und fürchten, mangels vorzeigbarer Statussymbole und demonstrativen Konsums aus der Gemeinschaft der Gleichaltrigen und der durch sie repräsentierten Gesellschaft herauszufallen oder gar nicht erst in sie hineinzukommen. Die Versuchung ist groß, sich die begehrten Dinge auf anderen, das heißt kriminellen Wegen zu besorgen. Wenn jetzt an den notwendigen emotionalen und finanziellen Mitteln gespart wird, werden wir später viel Geld für Polizei und Gefängnisse ausgeben müssen.“

Derzeit gehen Fotos unserer „Willkommenskultur“ um die Welt. Deutsche WohlstandsbürgerInnen in glänzenden Shopping Mall-Tempeln bilden mit vollgefüllten Einkaufswägen ein Spalier, durch das neuangekommene Migranten hindurchgehen und links und rechts nach geschenkten Waren greifen können. Migrantenkinder bekommen Teddybären und Plüschgiraffen in die Hand gedrückt und vergießen Tränen, sind erleichtert. Wenn man diese Bilder sieht, dann drücken solche Szenen unweigerlich auch bei einem selbst auf die Tränendrüse und gehen einem ans Herz, das ist auch mir nicht anders gegangen. In einer weitgehend technokratisierten Welt sieht man solch herzenswarme Bilder, wo Menschen einmal nicht für sich raffen, sondern etwas miteinander teilen, selten. Aber haben wir das Ganze auch zu Ende gedacht? Haben wir bedacht, was diese Bilder, die über Fernsehen und Smartphone nun rund um die Welt und auch in die mit Millionen Menschen gefüllten Flüchtlingslager in Jordanien, Libanon und in die Türkei gehen, bei den Menschen dort an Hoffnungen wecken, die wir niemals erfüllen werden können? Wieviele hunderttausende Menschen werden sich aufgrund dieser Bilder nun ebenfalls auf den Weg zu uns machen, und wieviele Zigtausende werden dabei umkommen?

Ich meine nun nicht, dass man das Helfen lassen solle, das liegt mir fern. Das Chaos und die Not, vor der wir bisher weggeschaut haben, steht nun vor unserer Tür und natürlich geht es darum, jetzt das Beste daraus zu machen und nicht unmenschlich zu reagieren. Und es ist ganz natürlich, dass Menschen begeistert sind, zu helfen, da sie oft das erste Mal in ihrem Leben die Erfahrung machen, wie es ist, eine Arbeit/Handlung auszuführen, die nicht sinnlos ist, so wie man das in seinem Job gewohnt ist (siehe bullshitjobs). Aber man kann auch diskret helfen, ohne dass es gefilmt und auf Facebook/Twitter verbreitet wird. Noch wirkungsvoller wäre es, dorthin zu spenden, wo diese Menschen herkommen, anstatt ihnen hier gönnerhaft Konsumprodukte in die Hand zu drücken.

Aber vor allem täten wir gut daran, uns Gedanken darüber zu machen, was wir den Migranten kulturell entgegenbringen, denn wenn wir sie nur nach ökonomischer Verwertungslogik integrieren wollen, dann ist ein Fiasko vorprogrammiert. Dazu müssten wir uns einmal fragen, was wir denn überhaupt selbst unter Kultur, Menschsein und Sinn des Lebens verstehen, welche Werte wir vertreten und wie wir nach außen in die Welt wirken wollen. Denn falls die neu ankommenden Menschen merken sollten, dass wir solche Werte überhaupt nicht mehr haben, und sich hinter dem glänzenden Schein unserer technisierten Wohlstandswelt nur gähnende Leere verbirgt, dann … könnte es uns vielleicht so ergehen wie den alten Römern gegenüber Odoaker und seinem Söldnerheer.

Das derzeitige Chaos mit seinen demografischen Umwälzungen wäre also eine gute Gelegenheit, uns selbst zu reflektieren.

Apropos Demografie. Lassen wir unsere Sorgen um die Zukunft zum Abschluss einmal kurz beiseite. Aus der Demografie gibt es auch etwas zu berichten, was Anlass zur Hoffnung gibt. Der eingangs erwähnte Demograf hat nämlich auch von einer empirischen Studie erzählt, über deren Ergebnis er und seine Kollegen selbst vollkommen überrascht gewesen seien:

Eine Analyse der gemeinhin als Karrieristen oder „Yuppies“ geltenden jungen und wohlhabenden Generation hat nämlich ergeben, dass es dieser Generation nicht nur wie erwartet um Profitsuche, Entertainment und egoistische Selbstoptimierung gehe (dieses Motiv nach „5 Sternen am SUV“ fand sich jedoch ausgeprägt bei der sogenannten „Unterschicht“) , sondern überraschend stellte sich heraus, dass ein beträchtlicher Anteil der jungen Menschen aus gebildeteten Schichten des materialistischen Lebensstils und der damit einhergehenden Zerstörung der Zukunft bereits überdrüssig ist und sich zunehmend mit dem Sinn des Lebens, mit Nachhaltigkeit, Spiritualität und mit altruistischen Tätigkeiten im Bereich Ökologie, Umweltschutz, Tierschutz, Slow Food Bewegung und dgl. beschäftigt. Obwohl sie äußerlich oft noch vom Mammon geknebelt sind, haben sie ihm innerlich bereits abgeschworen.

In der jährlichen Jugendstudie des Ölmultis Shell, in der Werbung und in den Zeitungen erfährt man von diesem stillen Generationenwandel freilich nichts. Das wäre ja auch eminent konsumschädigend und stellte das gesamte System, dem Shell, die Werbung und die Zeitungen dienen, in Frage. Aber der Demograf wusste, wovon er redet. Es besteht also noch Grund zur Hoffnung…

 

Nachsatz: Nach dem Hinweis, dass das Bushido-Video die schöne Schlussperspektive des letzten Absatzes wieder zunichte macht, hier also ein passenderer Schlusspunkt bzw. Ausblick, in welchem Thomas D der vom Demografen angesprochenen neuen Generation seine Worte und seinen Sound leiht (Anm: in DE eventuell nur mit Proxy erreichbar, z.B. Firefox Addon https://addons.mozilla.org/en-US/firefox/addon/hidemyass-free-web-proxy/    oder  https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/proxtube/)

 

Nachsatz II:

@Bushido: In einer Analyse der Songstexte auf http://www.annotazioni.de/post/1658 wird nachgewiesen, wie Bushido & Co. perfekte Werbeträger für die neoliberale Ideologie sind und wie sie in ihren Songtexten sozial Schwache, Hartz IV Empfänger u.a. zynisch ausgrenzen:

>> Die Künstler zeigen mehr unbewusst als bewusst, wie die neoliberale Ideologie sich in den „gesunden Menschenverstand“ eingeprägt hat. Sie inszenieren sich als neoliberale Subjekte, die „marktkonform, wettbewerbsfähig, selbstdiszipliniert, anpassungsbereit, flexibel, egoistisch, aktiv und unternehmerisch“ (ebd.) sind und entsprechend handeln. In ihren Texten zeigen sie sich als Menschen, die sich gerne selbst thematisieren, sich selbst optimieren sowie selbst darstellen. So können die Texte der Künstler als herrschaftsstabilisierend angesehen werden. Sie propagieren eine neoliberale Moral,  gesellschaftskritische Momente hingegen sind so gut wie nie vorzufinden.<<

Es ist also kein Wunder, warum Bushido, Sido & Co. täglich in den Zeitungen prangen und ihre Songs gehypt werden. Hingegen werden Rapper, die die Gangstarap-Texte doof finden und sinnvolle / der wirklichen gesellschaftlichen Not entsprechende Inhalte transportieren wollen (ja, solche gibt es auch, man hört nur nichts von ihnen), von der Musikvertriebsindustrie eisern boykottiert und von den Medien totgeschwiegen. Gegenüber diesem jungen Rapper im u.a. Video wurde sogar erreicht, dass ein Eintrag seiner Person auf Wikipedia „mangels Irrelevenz“ wieder gelöscht wurde. Dabei hat der junge Mann sowohl lyrisch als auch musikalisch wirklich etwas auf dem Kasten (er engagiert sich bei der Friedensbewegung, ist einer der bekanntesten Musiker der Montagsdemos und Friedensmahnwachen und erreicht über seinen Youtube Kanal eine Zigtausendschaft an Fans):

oder auch: „Die Welt von Morgen“  https://www.youtube.com/watch?v=ddvDp8XovsA

 

 

Sozial ist, was Arbeit schafft – und gelb ist, was dick macht. Die Erde als Scheibe.

Dienstag, 24.7.2012. Eifel. Das Leben ist schön, oder? Wie toll ist es doch, in einer Welt zu leben, die einfach perfekt ist. Jedenfalls … wenn man die Gelegenheit hat, einfach leicht bekleidet in freier Natur in der Sonne liegen zu können, fern vom Lärm und Getobe der Zivilisation. Nun ist der Eindruck der Perfektion natürlich relativ: als biologische Einheiten müssen wir perfekt angepasst sein, um überleben zu können – das gilt für uns Menschen wie für alle Lebewesen … und diese Fähigkeit zur Anpassung zeichnet uns aus … im ganz groben gesehen. Wir als Menschen können aber noch mehr – viel mehr. Als soziale Wesen konnten wir unsere Kräfte vereinen und den Spieß einfach mal umdrehen: wir passten uns unsere Umwelt an. Im Prinzip ein guter Schritt, ein mutiger Schritt – und vielleicht sogar der Schritt, den die Natur (also: das perfekte harmonische System, in dem die Menschheit eingebettet ist) mit dem Experiment Mensch einmal ausprobieren wollte. Schnell wäre man geneigt, religiös zu werden und den Menschen als schöpferischen Sohn Gottes zu betrachten, würde dieser Sohnemann nicht Sätze voller vollendeter Idiotie von sie geben wie den Satz: SOZIAL IST, WAS ARBEIT SCHAFFT.

Sicher haben Sie den Satz schon mal gehört? Seit Jahrzehnten gärt er im Deutschen Volk und gilt als Entschuldigung dafür, das man jetzt mal richtig die Sau ´rauslassen kann, so richtig asozial werden kann, Kinder, Arme, Alte und Kranke hungern lassen kann weil sie selbst dann am Sozialen nicht teilhaben können, wenn irgendwer Arbeit geschaffen hat. Insofern wäre Kinderarbeit in diesem System sogar begrüßenswert … und es arbeiten ja auch immer mehr Kinder, gerade aus „verhartzten“ Familien. Auch die Arbeit von Alten wird wieder geschätzt, die Phantasien der Machthaber bei der Verlegung des Renteneintrittsalters finden keine Grenzen mehr. Sieht man den Krankenstand der Deutschen, so weiß man, das die auch krank arbeiten gehen: Grundprinzipien des sozialen Miteinanders, die bei den „Wilden“ in Amerika, Afrika und Australien noch selbstverständlich waren, werden hier handstreichartig ausser Kraft gesetzt.

So verstehen wir schon, das wir uns als „zivilisierte Menschen“ unverhofft in einer historischen Phase unglaublicher Degeneration befinden, die alle Träume von „Fortschritt“ im Handstreich zunichte macht. Deutschland hatte 1933 – 1945 die unglaubliche Ehre, die Vorpremiere der Aufführung eines ganz neuen Stückes vollendeter menschlicher Degeneration zu erleben und man ging mit diesem Zeitabschnitt lange so um, als wäre sie nur ein Ausrutscher gewesen, eine historische Peinlichkeit, über die man gerne den Mantel des betroffenen Schweigens deckt, damit niemand mehr erkennen konnte, wie aus dem Volk der Dichter und Denker das Volk der Richter und Henker gemacht wurde – und woher das Geld dafür kam.

Nachher würde man sehen, das man des Experiment gerade global wiederholen möchte. Gut – mit diesem „man“ bin ich nun bekennender Verschwörungstheoretiker und werde auch nichts anderes sein können, weil ich davon ausgehe, das politische Entscheidungen nicht mit Orakelkugeln, I-Ging und Tarotkarten gefällt werden sondern Ergebnis von gründlicher Überlegung, Berechnung und Kalkül sind. Ebenso gehe ich davon aus, das Kampagnen wie die „Sozial-ist-was-Arbeit-schafft“-Kampagne nicht vom gelangweilten Praktikanten auf dem Klo entdeckt wurden sondern das Ergebnis ausgeklügelter Strategie und Überlegung sind, hinter der Menschen mit Intelligenz und Bildung stecken … und den fiesen Absichten der hemmungslosen Selbstbereicherung, an denen die Demokratie und die Wirtschaft letztlich zugrunde geht, weil wir noch wesentlich mehr nutzlose Luxusesser mit durchziehen müssen als noch zu Zeiten des Feudalismus – und wenn wir nicht endlich anfangen, auch über ein demokratieverträgliches Höchsteinkommen zu reden, dann kriegen wir den Feudalismus komplett wieder – nur mit noch mehr Prinzen.

Doch bleiben wir erstmal bei unserem Satz „Sozial ist, was Arbeit schafft“, bevor ich wieder zu weit aushole. Betrachten wir einfach diesen Satz mal nüchtern und unvoreingenommen – und holen uns bei seiner Betrachtung Hilfe von den Medien, dem Spiegel zum Beispiel.

Um Präsident Baschar al-Assad in Syrien zu stürzen, bekommen die Aufständischen offenbar massive Hilfe aus dem Ausland. Frühere Mitglieder der britischen Spezialeinheit SAS bildeten die Rebellen aus, berichten die „Daily Mail“ und der „Daily Express“. Die beiden Zeitungen berufen sich dabei auf ein ungenanntes britisches Armeemitglied.

Ich weiß, diese Nachricht ist nebenbei die Bestätigung für die Theorie, das die Unruhen in Nordafrika extern gesteuert werden, ich weiß aber auch, das solche Wahrheiten mit dem Bannspruch „Verschwörungstheorie“ als tabu gebrandmarkt worden sind wie ehedem das Wissen darum, das die Erde keine Scheibe ist. Mir geht es auch nur darum, diese Nachricht in Verbindung mit unserem neoliberalen Leitsatz zu bringen und festzustellen: Ja, Krieg ist enorm sozial – einfach mal darüber nachdenken, wieviel da kaputt geht und nachher von deutschen Firmen wieder aufgebaut werden kann. Da wird eine Menge Arbeit geschaffen – also ist es sozial.

Was müssen sich Lybier, Tunesier, Ägypter und Syrier gerade freuen, von den Afghanen, Irakern und (bald) Iranern ganz zu schweigen. Der von Nostradamus prophezeite Krieg gegen den Islam (bei diesem Gedanken lachten politische Gebildete in den siebziger Jahren noch laut los: Krieg von demokratischen Staaten gegen soziale Religionen ist ja auch ein ziemlicher irrer Gedanke) ist in vollem Gang und produzierte Arbeitsplätze ohne Grenzen – auch bei der heimischen Waffenindustrie.

Doch fort vom sozialen Krieg, hin zu einem ganz anderen Thema, gefunden bei der Welt:

Im europäischen Vergleich hat die Qualität des deutschen Gesundheitssystems stark nachgelassen. Krankenhäuser stehen im Verdacht, mit Behandlungen verdienen zu wollen, die auch zu Hause möglich wären.

Deutschland war vor wenigen Wochen beim Euro Health Consumer Index (EHCI) von Rang 6 auf Rang 14 abgerutscht. Die Bundesrepublik liege im Ranking von 34 Gesundheitssystemen nun auf dem gleichen Niveau wie Irland und Tschechien

Für unsere Gesundheit zahlen wir den Preis eines noblen Sportwagens. bekommen dafür einen Trabant und sollen auch noch super dankbar dafür sein.

Wenn alljährlich die Nutzviehmedien aufschreien, das „jeder dritte Euro für Soziales“ draufgeht (was nebenbei fälschlicherweise ganz schnell den Arbeitslosen angehängt wird), so trägt dies der Tatsache Rechnung, das wir uns dieses System ohne Nutzen extrem viel Kosten lassen, siehe Wikipedia:

Im Vergleich der Gesundheitsausgaben in den OECD-Ländern lag Deutschland 2006 mit einem Anteil von 10,6 % des BIP an vierter Stelle. Das deutsche Gesundheitssystem ist damit eines der teuersten der Welt. Die öffentliche Hand trug 77 % dieser Kosten (OECD-Durchschnitt: 73 %). Auch die Personaldichte ist in Deutschland überdurchschnittlich hoch. 2006 kamen auf 1000 Einwohner 3,5 niedergelassene Ärzte und 9,8 Krankenpfleger, verglichen mit 3,1 Ärzten und 9,7 Krankenpflegern im OECD-Durchschnitt.

Im Jahr 2007 arbeiteten 4,4 Millionen Menschen in der Gesundheitswirtschaft. Das waren etwa 10 % aller Beschäftigten in Deutschland. Im Jahr 2008 waren es 76.000 Beschäftigte mehr als im Vorjahr.

Krankheit ist – wie man sieht – sehr sozial, weil sie enorm viel Arbeit schafft. Gesundheit nicht so, weshalb ja auch 10% der deutschen Beschäftigten auf Staatskosten „behandeln“ anstatt heilen. „Heilen“ … ist auch ein aussterbender Begriff. Er gefährdet direkt die Interessen der Krankheitsindustrie, die man bei uns ironischerweise „Gesundheitswesen“ nennt – und zu dem die Süddeutsche letztes Jahr einen passenden Artikel verfasst hat:

Was darf’s sein: Alzheimer, weibliche Unlust, Depression, Prä-Diabetes oder doch nur Cellulite? Diagnosen sind für alle da. Die Medizinwirtschaft ist darauf angewiesen, ständig neue Krankheiten zu erfinden oder bestehende Leiden auszuweiten. Gesund ist das ganz sicher nicht.

Aber erfundene Krankheiten, künstlich verlängerte Krankheiten oder auch beruflich gezüchtete Krankheiten sind bei uns als sehr sozial definiert: sie schaffen Arbeit, weshalb Kritik am deutschen Krankheitsförderwesen ebenso tabu ist wie die Unterstellung, die gesellschaftlichen Machthaber würden mit Intelligenz und Überlegung Entscheidungen treffen.

Sicher würfeln die nur – nun, manchmal wirkt das in der Tat so.

Kommen wir zum letzten Punkt der Betrachtung unseres neoliberalen Leitsatzes, fort von Krieg und Krankheit, hin zur Wirtschaft. Vielleicht macht der Satz wenigstens dort Sinn, das wäre zu hoffen, denn laut Handelsblatt kommen schlimme Zeiten auf Deutschland zu: ein neuer Paukenschlag der ökonomischen Sterndeuter der aktuellen Machthaber weckt Deutschland aus seinem Dornröschenschlaf auf:

Die US-Ratingagentur hat den Ausblick auf die Kreditwürdigkeit Deutschlands am Montagabend nach US-Börsenschluss von „stabil“ auf „negativ“ gesenkt. Grund: die wachsenden Belastungen des Landes in der Euro-Krise und die Unsicherheit über den weiteren Verlauf.

Für Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble sind düstere Prognosen der drei großen Ratingagenturen nichts Ungewöhnliches. Doch das Moody’s-Urteil stellt eine neue Dimension dar. Es ist eine Warnung, dass auf mittlere Sicht eine Herabstufung der Bonität Deutschlands droht, sollte sich die Lage weiter verschlechtern. Dies könnte dann höhere Zinsen bei der Refinanzierung und einen erheblichen Imageschaden bedeuten.

Das heißt für uns: griechische Verhältnisse. Massenarbeitslosigkeit, Hunger, steigende Kindersterblichkeit – all das, was sich hinter der freundlichen Formulierung „drastische Sparmaßnahmen“ verbirgt.  Ist das nun sozial, fragen wir uns?

Na klar.

Dank der Krise gibt es viele neue zusätzliche Prinzenjobs im finanziellen Halbgottbereich: ESM macht es möglich. Keine Frage, das kollabierende Kinder in Griechenland, Massenarbeitslosigkeit und Obdachlosigkeit im Sinne unseres Leitsatzes als sehr sozial angesehen werden, wenn nur … neue Prinzenjobs damit geschaffen werden. So gibt es immer mehr Armut, immer mehr Krieg, Hunger und Krankheit dank eines einzigen Leitsatzes, der ungefähr so sinnig ist wie der Leitsatz „Gelb ist, was dick macht“ … ein Satz, der wie der neoliberale Leitsatz nur dann wirklich Sinn macht, wenn man ihn in einen ganz eng begrenzten Zusammenhang stellt und mit einer gelben McDonalds-Reklametafel verbindet.

Außerhalb dieses engen Zusammenhanges ist der Satz ein ebensolcher Blödsinn wie die Behauptung das die Erde eine Scheibe ist.

Was aber beiden Sätzen auf jeden Fall innewohnt, ist ein Ausblick auf den geistigen Horizont der Verfasser solcher absurden „Wahrheiten“: sie sind entweder grenzenlos dämlich – oder grenzenlos verschlagen.

Zurück nun zu meinem beschaulichen Liegestuhl in meinem kleinen Eifelparadies, das – noch – meine Heimat ist. Hier erlebe ich Harmonie, Perfektion, Frieden und Ruhe, wo sich –  fern von allem politischem Alltagschrecken und kleingeistigem Tabuterror ein weiterer Gedanke bildet:

wo Krieg sozial ist, Krankheit sozial ist, Hunger sozial ist, da erhebt eine greuliche Kultur ihr grässlich degeneriertes Haupt, die wirklich gar nichts Soziales mehr an sich hat, die aber durch Verherrlichung von Krieg, Hunger und Krankheit als Arbeitsplatzbeschaffer eine neue Religion zelebriert, die ganz alte Wurzeln hat: die Zelebrierung des Kultes der Apokalyptischen Reiter der „Offenbarung des Johannes“.

Und auf einmal ist man wirklich wieder bei den Zeiten angelangt, bei denen die Erde wieder nichts weiter als eine Scheibe sein durfte: im finstersten Mittelalter. Man denke nur, das heute jemand kurz entschlossen die Kugelhaftigkeit der Erde auf den Index setzen würde (das geht leicht, wenn man diese Tatsache mit der Brandmarke „Verschwörungstheorie“ versieht, die jedes nüchterne Nachdenken über Alternativen zur Regierungsmeinung verbietet): schon morgen würde man sich unwohl fühlen, weil im Kinderzimmer noch ein Globus steht.

Und so – aus dem Paradies zwischen grüner Umwelt, blauem Himmel und strahlender Sonne (einem Paradies, das nahezu weltweit kostenfrei zur Verfügung steht, aber zunehmend von der Bauindustrie zubetoniert und von der Urlaubsindustrie zugelärmt wird) betrachtet, wird die „zivilisierte“  Menschheit zu einem kopflosen Haufen Ameisen, die fleissig dran arbeiten, altertümliche Prophezeiungen von apokalyptischen Reitern der Endzeit Wirklichkeit werden zu lassen.

Nicht mehr lange, und die Erde wird wieder zur Scheibe.

Der gebetsartig rituell vorgebrachte idiotische Satz „Sozial ist, was Arbeit schafft“ deutet auf jeden Fall schon darauf hin, das wir hinreichend geistigen Verfall vorzuweisen haben (oder gemeinste Bosheit, wenn man sich den Gedanken an Verschwörungen zum Zwecke der Bonusmehrung nicht verbieten lassen möchte), das solche mittelalterliche Wahrheiten bald wieder per Dekret erlassen werden können.

Wem das noch zu wenig ist, der wende doch einfach den Satz mal auf andere Themengebiete an: Prostitution, Drogenhandel, Menschenhandel, Raub, Mord, Vergewaltigung – er passt immer.

Nur die Welt, die er mit aufbaut, ist das konkrete Gegenteil jenes Paradieses, das der Mensch sich hätte schaffen können – und mein Garten zeigt, das solche Paradiese möglich sind.

Sie wachsen sogar ganz umsonst.

Noch.

 

 

Professor Sinn, Weltgeldbetrug und Exportüberschüsse

Wie ihr wisst, halte ich von Professor (Un) Sinn nicht viel, doch was er hier zum Besten gibt, verschlägt selbst mir die Sprache. Ich glaube es ist der erste neoliberale Ökonom, der öffentlich den größten Weltgeldbetrug aller Zeiten anspricht nämlich die Geldschöpfung (Giralgeld) aus dem Nichts. Wacht Professor Sinn endlich auf? Auf jeden Fall danke ich ihm für die klaren Worte.

 

 

Sybille Berg und die Revolution im Land der Umerziehung

Wenn man "Gesellschaftskritik" sucht, landet man in der Regel bei knallharten "Linken": bei den Marxisten. Nirgendwo sonst ist die Misere des Kapitalismus so sehr ins Detail analysiert worden, wie in den Kreisen des MSB und seiner Verwandten und Bekannten. In jahrelanger Kleinarbeit wurden Texte entwickelt, die so fein ausformuliert sind, das eine Generation von Akademikern notwendig wäre, ihre Botschaft wieder zu entschlüsseln.  Mit solchen Texten stand man 1968 vor den Fabriktoren und wollte Arbeiter begeistern, die einen dann selbst an die Spitze des Staates tragen sollten.

Wenn man „Gesellschaftskritik“ sucht, landet man in der Regel bei knallharten „Linken“: bei den Marxisten. Nirgendwo sonst ist die Misere des Kapitalismus so sehr ins Detail analysiert worden, wie in den Kreisen des MSB und seiner Verwandten und Bekannten. In jahrelanger Kleinarbeit wurden Texte entwickelt, die so fein ausformuliert sind, das eine Generation von Akademikern notwendig wäre, ihre Botschaft wieder zu entschlüsseln.  Mit solchen Texten stand man 1968 vor den Fabriktoren und wollte Arbeiter begeistern, die einen dann selbst an die Spitze des Staates tragen sollten.

So war der Grundgedanke der proletarischen Revolution. Die Arbeiter jedoch … arbeiteten weiter. Der Prolet-Arier war halt auch nur ein Arier – und wie die drauf sind, wissen wir ja.

Nun sind wir einige Jahrzehnte weiter. Die Frage der Revolution stellt sich für uns nicht mehr. Wir haben Aufschwung, Vollbeschäftigung, sind so reich wie nie zuvor … warum sollten wir etwas ändern wollen? Gut, das mit der West-LB ist schon schäbig. Wie die Rheinische Post berichtet, sollen die neue fünf Milliarden Euro bekommen. Die werden wir wieder bezahlen müssen. Aber: wir haben´s ja. Sind laut Welt so reich wie nie, allein im letzten Jahr hat unser Reichtum um fünf Prozent oder 234 Milliarden Euro zugenommen. Man könnte jedem Hartz IV-Abhängigen 33000 Euro zahlen, wenn die Reichen auf ihren Zuwachs verzichten würden. Auf einmal wären die auch gar nicht mehr arm, könnten sich was aufbauen und den Binnenkonsum ankurbeln, was sie endgültig aus der Arbeitslosigkeit holen könnte.

Aber die Arbeitslosigkeit hat sich ja irgendwie von selbst erledigt. Nur noch die wirklich Bösen sind arbeitslos und flüchten vor den Stellenangeboten der Jobcenter. Die Bösen aber … die haben doch eigentlich auch gar keinen richtigen sozialversicherungspflichtigen Vollwertarbeitsplatz verdient, oder? Wollen wir den Bösen wirklich noch Geld in den Rachen schmeissen?

Wofür wir auf jeden Fall Geld haben, das sind die Konzerne. Die haben jetzt einen weiteren Selbstbedienungsladen bekommen, siehe Telepolis:

Der WWF hat den gestern vorgestellten Bericht der Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) als Farce bezeichnet. Im wesentlichen habe die in dem Gremium dominierende Industrie ihn benutzt um sich ihren Subventionsbedarf selbst zu errechnen.

Solche Läden gibt es auch für die Banken, die Landwirtschaft von Adeligen, die Bauwirtschaft und allen anderen Wirtschaftszweigen, die aus eigener Kraft nie einen müden Euro erwirtschaften würden, aber im Schulterschluss mit der Politik gerne aus den Privatisierungsgewinnen des Volksvermögens schöpfen. Was Griechenland und Portugal bevorsteht, haben wir schon längst hinter uns: wir verkaufen mit Verlust an private Gesellschaften, die daraus dann Gewinne ziehen – durch Abbau von Arbeitsplätzen.

Eigentlich sollte sich jetzt schon der Zorn regen, die Wut sollte lodern, stolzer deutscher Geist im Sinne von Luther und Marx sollte sich erheben wider die Mächte der Welt, die Unheil und Ungemach über den Alltag des Bürgers bringen.  In Spanien geht das gerade, dort setzt sich die arabische Revolte fort, siehe TAZ:

Die Facebook-Revolte ist in Spanien angekommen. Unter dem Motto „Echte Demokratie – Jetzt!“ versammeln sich seit dem Wochenende in allen größeren Städten des Landes Zehntausende von Jugendlichen.

In Madrid demonstrierten am Sonntag rund 40.000 Menschen, in Barcelona etwa halb so viele. In weiteren 58 Städten wurden Kundgebungen abgehalten.

Scheinbar hat man dort verstanden, das es um alles oder nichts geht … bzw. um Hartz IV, das so langsam zu einem weiteren deutschen „Exportschlager“ wird, der alternativlos ist, weil die Kanzlerin sonst den Geldhahn zudreht. Die Ausplünderung der deutschen Volkswirtschaft zugunsten der Privatvermögen geht indessen fast unbemerkt in eine neue Runde, siehe Zeitpunkt.ch:

«Die wahren Ursachen der Eurokrise werden vollständig ignoriert. Diese sind eine ungleiche Vermögensverteilung, deregulierte Finanzmärkte sowie Steuerwettbewerb und Steuerflucht – und nicht etwa zu hohe Löhne oder Sozialleistungen. Die Pläne für die ‚Europäische Wirtschaftsregierung‘ werden Europa wirtschaftlich weiter spalten und die politische Krise der EU verschärfen», warnt Steffen Stierle von Attac Deutschland.  «Es ist nicht hinnehmbar, dass weder der Finanzsektor noch Vermögende zu den Kosten der Finanzkrise beitragen sollen, obwohl sie am meisten von den öffentlichen Rettungspakten profitiert haben.»

Noch ein Grund mehr zum Aufstand: hier werden neue Dimensionen der Plünderung der Staatskassen geplant, die uns letztlich alle betreffen werden. Doch weder dies treibt uns auf die Barrikaden noch die Tatsache, das unsere Handys das Bienensterben verursachen, an dem die Welt letztlich elendig verrecken wird – und das hat seinen Grund, wie Zeitpunkt.ch ausführt:

Klamauk-Unterhaltung mit sadistischen Untertönen ist nicht wirklich lustig. Wohin die Kombination aus Verdummungskultur und autoritärer Politik führen kann, zeigt das Beispiel Italien. In der Lebensbeschreibung des italienischen Liedermachers Pippo Pollina fällt dessen Biograf ein vernichtendes Urteil über Berlusconi-Land: «Im Grunde war Italien zu dem geworden, was er [Pippo] am meisten gefürchtet hatte. In nur zwei Jahrzehnten hatte die Macht das intellektuelle Niveau der Bevölkerung in strategischer Manier gesenkt. Damit war das Land manipulierbarer geworden. Der Protest wurde lahm gelegt, Falschinformationen verbreitet und das Hirn der Italiener mit Blödsinn gefüllt, damit sie leichter zu beeinflussen waren.»

Das gilt wohl nicht nur für Italien. Aber in all diesem Chaos, dem Crescendo von Ungerechtigkeit und Weltuntergang, höre ich gelegentlich eine Stimme, die auf eine Art und Weise zur Revolution aufruft, die gefährlich werden könnte, weil sie dort trifft, wo es wirklich weh tut: bei denen, „die es geschafft haben“, jenen Menschen, die automatisch reicher werden, wenn der Aktienmarkt steigt oder sinkt oder sich auflöst, jenen, die soviel haben, das sie jährlich neue Häuser kaufen müssen, um ihren neuen Besitz verstauen zu können, jenen, die den ganzen Tag den Tod fürchten müssen, weil sie täglich mehr zu verlieren haben, wenn er denn dann kommt.

Einblicke in ihr Leben gibt Frau Sybille Berg, die zum Beispiel die Grundbedürfnisse des modernen Menschen treffend skizziert:

Und darum ist es möglicherweise egal, ob es sie gibt oder nicht, die Philosophen, nur so langweilig ist es ohne sie. So grau und reduziert auf unsere Grundbedürfnisse: Fernsehen schauen, essen und meckern.

Noch schlimmer wird es, wenn sie ins Herz der Leblosigkeit der Leistungselite vorstößt:

Früher nannte man es Klassenkampf, heute nennt man es Angestelltenverhältnis: Den ganzen Tag ducken, nach Dienstschluss in eine Bar. Den Stress wegsaufen – und auf den Sommer hoffen: Nicht der Urlaub ist der Ausnahmezustand, der Rest des Jahres ist es.

Oder, wie aktuell, diesem Herz einen tödlichen Stoß versetzt:

Sie haben bemerkt, dass man unauffällig besser durchs Leben kommt. Nicht zu gut sein, nicht zu schlecht, in gemessenem Rahmen kindlich, aber bitte nicht zu laut, Vater hat Rücken. Studieren dann später, BWL, natürlich, ein interessantes Fach, die Säulen der Erde, die Haare haben Sie sich abgeschnitten, ein Mann mit langen Haaren, wie soll das denn aussehen, die Blicke wollten Sie nicht ertragen. Sie sahen ja, wie es denen erging, die auffielen, aus der Masse ragten, obgleich Sie immer wussten, dass da mehr in Ihnen steckt als in der Bevölkerung, Sie waren doch nicht da, um irgendetwas zu bevölkern. Aus Ihrer Angst aufzufallen, gesehen zu werden, abgelehnt vielleicht, entwickelten Sie Ihre Abneigung gegen Menschen, die über eine große persönliche Freiheit verfügten. Denen es egal war, sich unpassend zu kleiden, zu laut zu sein, am Straßenrand zu sitzen und keinen Esstisch zu haben.

Sie haben einen Esstisch?

Sicher, Sie haben auch eine Frau und Sie tragen eine Krawatte.

Warum tun Sie das?

Gefällt Ihnen so ein griffbereites Suizidwerkzeug in der Nähe Ihres Kopfes?

Selten habe ich Worte gelesen, die geeigneter waren, eine Revolution in Deutschland auszulösen – jenseits der marxistischen Debatten. Selten beschrieb jemand die Sinn- und Leblosigkeit der Raubbauelite so treffend mit so wenig Worten – und es trifft dort, wo es Wirkung erzielen könnte. Nicht bei jenen, die standhaft geblieben sind, die alten Idealen treu bleiben, die Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit predigen, sondern bei jenen, die aus diesem Land ein Land der Umerziehung zur Dummheit gemacht haben …. und nun sehen können, was ihr Lohn dafür ist: eine freudlose Fassade ohne Inhalt.

Im Land der Krawattenmenschen gibt es kein Leben, keine Freude, keine Liebe – sondern höchstens ein gewisses Maß an sadistischem Spaß. Für kleine Menschenseelchen ist das nicht geeignet – fragen sie Frau Sybille:

Warum hat Thilo Sarrazin eigentlich so einen Erfolg? Warum jagen uns die Araber so eine Heidenangst ein? Ganz einfach: Weil wir alle längst aus lauter Angst auf Ameisengröße geschrumpft sind. Und wer ganz klein ist, der will nun einmal zurück zu Mutti.

Wenn das alles ist, was uns an der Spitze der modernen Gesellschaftspyramide erwartet … warum dann nicht wieder mal an die Alternative denken, an jene Bewegung, die das „Establishment“ so sehr beunruhigt hat, das sie Boygroups und Models erfanden, um es zu bekämpfen. Sie ist immer noch lebendig, siehe Connection:

Hippieveteranen mit langen Bärten und abgewetzten Hosen, barfuß laufende Kinder mit Rastalocken, Frauen in Batikröcken mit langen, verfilzten Haaren – das sind die Menschen, die in Byron Bay das Ortsbild beherrschen.

Diese Menschen sind schrecklich.

»Die Leute hier denken grün, sie wählen so und handeln auch entsprechend.«

Grün denken und wählen ist ja auch für uns ok, aber grün handeln? Das Handy wegwerfen zur Rettung der Bienen, der Bäume und letztlich der Menschheit? Niemals – nur über unsere Leiche.

Vielleicht … sollten wir aber doch noch mal Frau Sybille lauschen, ob sich das wirklich auch für uns lohnt.



 

Wikileaks! Panik! Alle nervös! Bürger wird informiert!

Die Botschaft unserer Medien ist einfach zu verstehen in den letzten Tagen: bleiben Sie zu Hause, trinken sie Kaffee und warten Sie weitere Anweisungen ab. Draußen warten nur irre Mörder voller „Mordlust“, verrückte Attentäter und zunehmend lästig werdende Arbeitslose. Zur Rettung der Welt kann man nun bei REWE nun „eins mehr für die Tafeln“ kaufen … womit wir den Bürger, den Souverän des Landes, endgültig zum gedemütigten Almosenempfänger machen – wer Pech hat, findet seine Spende direkt neben der Tierfutterbox und weiß, was dieses Land wirklich von ihm hält. Ich weiß, die Aktion ist gut gemeint … „gut gemeint“ ist aber oft das Gegenteil von „gut“.  Zu Hause jedoch, wo man seinen Einkauf wohlgelaunt genießen kann, kann man bei der Beantwortung der richtigen Fragen EINE GANZE MILLION einsacken – bei einem Herrn namens Jauch, der offenbar noch viele davon hat – das ist doch besser als sich beim „heißen Herbst der Gewerkschaften“ die Nase abzufrieren.

Die Realität außerhalb der Wohnzimmer wird auch wirklich immer düsterer – wenn man den Medien trauen darf … und nicht nur die schäbige Behandlung des Herrschers dieses Landes, des Bürgers, durch seine Verwaltungsangestellten deutet darauf hin, das einiges im ARGEN liegt.

Irgendetwas scheinen diese Angestellten zu wissen, das die Bürger nicht wissen, sonst wären die nicht so frech.

Dort, in der heilen Welt des Fernsehen, wo Millionen einfach so verschenkt werden, gibt es keine Tafeln, keine Rockerbanden, die mit Frauenhandel immer mehr Geld machen, keine Weltkriegsphantasien amerikanischer Multis – dort ist die Welt gut, heil und gerecht, nur draußen (weit draußen), jenseits der Grenzen von Mutter Merkel haust das Böse, das aber manchmal (häufig mit Migrationshintergrund oder Tafel-Geruch an den Kleidern, oft sogar mit beidem) doch noch ins Land eindringen kann.

Dann aber kommt auf einmal so ein kleiner Stinker daher und mißbraucht das Internet, jenes Geschenk des CIA an die Welt, zur Veröffentlichung von Dokumenten, die dazu geeignet sind, das „heile -Welt -Bild“ unserer Nachrichtenallesfresser in Gefahr zu bringen: Wikileaks heist diese Kloake der Unaufrichtigkeit.

Schlimme Dinge könnte man da laut Welt erfahren:

In Deutschland werden wir wohl erfahren, was die ehemalige und die derzeitige US-Außeninisterin, Condoleeza Rice und Hillary Clinton, wirklich von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), vom SPD-Fraktionsvorsitzenden Frank-Walter-Steinmeier oder von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hielten und halten.

Wie die US-amerikanische Regierung die Welt wirklich sieht, sollte nie ein Bürger erfahren. Man würde merken, das wir jenseits des Atlantiks keine Freunde haben.

Wie bescheiden die US-Amerikaner deutsche Bundeswehrsoldaten in Afghanistan behandeln, kann man bei Peter Scholl-Latour nachlesen, wenn man will – „Kampf gegen den Terror, Kampf gegen den Islam“ heißt das schon ältere Werk.  Die Vernichtungsoffensive amerikanischer Renditeinteressen in Europa trägt gerade große Früchte, 1500 Milliarden Euro wollen wir jetzt für die Banken bereitstellen, um den Zinsdurst der amerikanischen Anleger zu befriedigen – da können die Boni in den USA wieder reichlich fließen.

Es wäre doch schlimm, wenn der Bürger erfährt, das die USA so groß geworden sind weil sie strategisch Denken und nicht nur – wie uns die Medien gerne weis und unsere Politiker uns vormachen wollen – einfach so in den Tag hineinleben. In den achtziger Jahren haben sich die Konzernstrategen überlegt, wie sie an die Gelder unseres Sozialstaates herankommen … und jetzt haben sie sie, dank „Wirtschaftkrise“. In den neunziger Jahren haben sie sich überlegt, wie sie die Bundeswehr zum Kampf für ihr mafiöses Imperium einspannen könnten – jetzt stehen wir weltweit im Einsatz.

Wäre es so schlimm, wenn der Bürger erfahren würde, das nine-eleven unmöglich von Taliban, el-Qaida oder Osama Bin-Laden von Afghanistan aus organisiert worden sein kann (so jedenfalls die Meinung des langjährigen Auslandskorrespondenten des ARD … und die Meinung des russischen Geheimdienstes und der gesamten islamischen Welt)? Wäre es so schlimm, wenn er erfährt, das die Machtelite der USA aufgrund ihrer wirtschaftlichen Basis Zukunft  20 – 30 Jahre im Voraus planen und auf die Gestaltung in ihrem Sinne mit Erfolg hinarbeiten kann?

Natürlich wäre das schlimm, denn die Aktion „Bürgereinschläferung“ war ja bisland extrem erfolgreich.  Was früher noch „enttarnte Geheimdienstoperationen“ waren, sind heute „Verschwörungstheorien“. „Die Welt ist ROSA“, so die deutliche Botschaft der Medien für Deutschland.  Schon in der Schweiz sieht es anders aus.

In Deutschland jedoch stehen die kritischen Medien schon jetzt „Gewehr bei Fuß“, um im Interesse der „Nationalen Sicherheit“ dem Bürger allzu gräßliche Details zu ersparen. Es wäre doch schlimm, wenn der Bürger merken würde, das er noch Macht hat, das System von Grund auf zu erschüttern. Das kann er jedoch erst dann tun, wenn er das System verstanden hat und die Säulen kennt, auf denen dieses System seine Macht gründet. Damit das nicht geschieht, bilden die Kriegsgewinnler der Medien eine geschlossene Front … immerhin geht es auch um ihren Arbeitsplatz, der komplett durch Konzerngelder finanziert wird – Wer zahlt, befiehlt wird dort jedem Redakteur als Plakette auf die Hand genagelt.

Die britische Regierung bittet jetzt laut Zeit die Medien ganz offen um Selbstzensur – und der Spiegel gehorcht umgehend:

Das deutsche Nachrichtenmagazin Der Spiegel ist, wie auch die vergangenen Male, an der Veröffentlichung der Akten beteiligt. Wie das Blatt in einem Vorabartikel dazu schreibt, wird es nicht die kompletten Daten zugänglich machen, die Wikileaks erhielt.

Dabei braucht man eigentlich kein „wikileaks“ um zu wissen, was gerade vor sich geht. Bücher dazu gibt es reichlich. Hinter jedem Buch steht ein Mensch, der seine Erfahrungen mit einem teilt – aber wer beherrscht heutzutage noch die Kunst, anderen zuzuhören … möglicherweise über tausende von Seiten.

Anstelle von FREIHEIT, GLEICHHEIT, BRÜDERLICHKEIT, anstelle von WAHRHEIT, GERECHTIGKEIT, WOHLSTAND haben wir BESCHÄFTIGUNG als Sinn unseres Lebens angenommen. Wer keine BESCHÄFTIGUNG  hat, hat deshalb nur Unsinn im Kopf.

Wenn wir wüßten, was hinter der Bühne der Medienpolitik alles läuft, könnten wir möglicherweise sehr zornig werden und unserem Leben einen anderen Sinn geben, weil wir von Unfreiheit, Ungleichheit, elitärer Arroganz, von Lügen, Ungerechtigkeit und Armut die Nase voll haben.

Oder wir lernen noch mehr Unsinn, damit wir bei Jauch ins Fernsehen kommen. Wir sehr gut bezahlt, wie man hört.

Geld, Leistung und Zauberei – Nachdenkliches zum Gewitteraufzug

B)

Draußen stürmts, regnets und bald soll´s noch gewittern. Zeit, sich ein wenig um Geld zu kümmern.
Um Geld dreht sich ja alles. Aber kaum noch einer macht sich Gedanken darüber, was das eigentlich ist, dieses Geld. Wieso auch, jeder hat was, jeder gebraucht es, alle haben zuwenig.

Geld … ist ein Tauschmittel. Hilft mir, damit ich nicht mit meinen Hühnern nach Aldi muß, um sie dort gegen Kartoffeln eintauschen zu können. Aldi gibt mir die Kartoffeln gegen lustige kleine bedruckte Scheine. Die Scheine nennt man Geld und sie gehören … eigentlich … der Zentralbank. Die Zentralbank wiederum gehört dem Staat und der wiederum gehört uns. Uns allen. Wir haben dieses Geld drucken lassen, wir bürgen dafür, das es einen Wert hat, denn an und für sich haben diese Papierfetzen keinen Wert, man kann sie noch nicht mal wie früher in Gold oder Silber umtauschen:

Das Vertrauen in Papiergeld beruhte ursprünglich darauf, dass es von jedermann jederzeit in Kurantmünzen umgetauscht werden konnte. Dieses Vertrauen war durch ausreichende Bestände an Kurantmünzen in den Schatzkammern des Herausgebers begründet und wurde durch verbale Zusicherung eines Umtauschrechtes meist auf der Banknote in Textform bekräftigt. Papiergeld, welches nicht durch Gold oder Silber gedeckt war, wurde durch gute Handelswechsel gedeckt. Während der Zeit des Goldstandards war eine solche Deckung in einigen Ländern gesetzlich vorgeschrieben.

Die Geldausgabe des heutigen Eurosystems ist im Gegensatz dazu an keinerlei Deckungsvorschriften gebunden. Die Europäische Zentralbank (EZB) verwendet unter anderem Forderungen gegenüber Kreditinstituten als Deckung. Möchten Kreditinstitute Geld von der EZB erhalten, verlangt diese zentralbankfähige Sicherheiten, zu denen sie beispielsweise Schuldtitel der öffentlichen Hand zählt. Seitens der Zentralbank besteht keine Verpflichtung, die von ihr herausgegebenen Banknoten auf Verlangen in eine festgelegte Menge Gold oder Silber einzutauschen.

(Quelle: Wikipedia)

Dieses Spielgeld wird zu Beginn an alle ausgegeben und verteilt sich dann im Laufe der Zeit, wobei sich – wenn das System krankt – bei manchen ganz viel ansammelt woraufhin andere gar nichts mehr haben:

Die Ausgabe von Geld an die Bevölkerung eines Währungsraums wird Geldschöpfung genannt. Auf einer theoretischen Ebene kann man zwei unterschiedliche Arten von Geld unterscheiden. Zum einen das Zentralbankgeld, das von der Zentralbank geschaffen oder vernichtet wird; hierzu zählt auch das Bargeld. Zum anderen Bankengeld, das durch die Kreditinstitute entsteht oder verschwindet, wobei es sich genau genommen nur um Geldforderungen handelt, die auf Bargeld lauten, jedoch ihrerseits genau wie dieses als Zahlungsmittel benutzt werden können.

Das Buchgeld … ist schon mal ein heikles Thema, denn eigentlich gibt es das nicht. Es sind nur Forderungen – Ansprüche, sozusagen – die relativ sein können. Zum Beispiel, wenn das Volk in seiner Gesamtheit sagt: hier läuft aber alles irgendwie falsch. Wenn einige ganz viel Geld horten und mehr und mehr Einfluß bekommen um noch mehr zu horten, dann bleibt für andere gar nichts übrig. Die können leisten was sie wollen – das Tauschmittel ist knapp. Es liegt eingefroren auf Konten in der ansonsten warmen Karibik.

Ein großer Fehler des Geldes ist somit, das Eigentumsrechte des Geldes übertragen werden…obwohl der Staat in seiner Gesamtheit dafür geradesteht (oder die Eu) das das Papier überhaupt irgendetwas Wert ist.
Zum Beispiel forschen viele Polizeibeamte danach, ob nicht findige Erfinder einfach eigenes Geld drucken, das dem Staatsgeld täuschend ähnlich sieht. Im Prinzip … die gleiche Note. Aber einsehbar, das das üble Folgen hätte, weil die Tauschgeschäfte unfair werden würden. Andererseits … ist die Vorstellung, Geld sei „Eigentum“ des jeweiligen Besitzers („Ich kann mit meinem Geld tun und lassen was ich will“) aus der
Geschichte und dem Ursprung des Geldes heraus völlig daneben:

http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/creutz/geldsyndrom/kap1.htm#33

Wer eine Sache herstellt, ist normalerweise ihr Eigentümer, auch
wenn er sie – mit oder ohne Gebühren – anderen zur Nutzung
überläßt.
Wenn z. B. die Bundesbahn den Fahrgästen auf den Bahnhöfen
Kofferkulis zur Verfügung stellt, dann sind diese Eigentum der
Bundesbahn und die Reisenden allenfalls vorübergehende Besit-
zer. Man sollte meinen, daß dies bei dem von der Bundesbank den
Wirtschaftsteilnehmern zur Verfügung gestellten Geld genauso
wäre. Hier aber gilt – obwohl das heutige Geld eine öffentliche
Einrichtung ist – immer noch der Grundsatz, daß jeder, der einen
Geldschein in die Hand bekommt, daran „Eigentum erwirbt“.
Diese Sicht mag zur Zeit des Gold- und Silbergeldes, als Geld
noch eine Ware mit Eigenwert war, richtig gewesen sein, heute
aber ist sie anachronistisch.

Denn wenn es so wäre … wie es momentan gesehen wird … dann ist Armut und ein Zusammenbruch der Wirtschaft wie wir sie gerade erleben vorprogrammiert:

Vor allem aber kann jeder, ohne Folgen fürchten zu müssen,
den Geldschein beliebig lange aus dem Verkehr ziehen und damit
andere an der Nutzung hindern.
Übertragen wir das alles auf die Kofferkulis der Bundesbahn,
dann wird ersichtlich, daß ein Bekleben oder Bestempeln ihren
Nutzungszweck kaum beeinträchtigen würde. Könnte jedoch je-
der beliebig die Kofferkulis dem Verkehr entziehen, würden die
Folgen nicht nur einen einzelnen Reisenden treffen, der vergeb-
lich nach einer solchen Transporthilfe sucht, sondern ganze Ket-
ten von Transportvorgängen verhindern. Das Beispiel macht
deutlich, mit welchen Negativfolgen das Recht auf Geldzurück-
haltung verbunden ist.

Wenn sich also Strukturen etablieren, die uns auf unserer Südseeinsel – um ein anderes Beispiel zu nennen – alle Muscheln klauen, weil sie meinen, sie „verdient“ zu haben, dann ist klar ersichtlich, das Geld (das ja ein knappes Gut ist) nicht mehr zur Verfügung steht, um seinen Zweck zu erfüllen.

Die beste Lösung für unsere Insel wäre … wir steigen um auf Krebspanzer als Zahlungsmittel. Schlecht für die Muschelhorter, gut für die Wirtschaft, der keine Kreditklemme mehr droht.

Für Deutschland und Europa … wäre es an der Zeit zu erinnern – oder neu einzuführen – das GELD Eigentum des Staates ist. Sicher kann jeder seine eigenen Scheine malen, aber nicht darauf pochen, das wir als Gemeinschaft ständig und zu jeder Zeit Unmengen an Leistung für gehortete Scheine erringen, erst recht nicht, wenn es noch nicht mal Scheine gibt sondern nur Ansprüche auf Berge von Scheinen aufgrund erfolgreich durchgeführter komplizierter Finanztransaktionen, die außer den Beteiligten keiner mehr versteht.

Auf jeden Fall würde für solche Ansprüche in der Eifel keiner eine Kuh kaufen können.

Insofern darf man ruhig mal drüber nachdenken, sein Hoheitsrecht über Geld (sprich Banknoten und Münzen) einzufordern und – so die Bankwirtschaft weiter über die Stränge schlägt – Buchgeld für wertlos zu erklären, da es nur der Einbildung der Beteiligten entspricht.

Immerhin: der Verstand des Normalbürgers muß schon ordenlich Purzelbäume schlagen um zu verstehen, wie die Zauberer der Investmentbanken aus Nichts Vermögen vom Himmel zaubern.

Aber niemand kann uns zwingen, bei dem System zu bleiben, wenn wir merken, das für die Mehrheit der Bürger kein Tauschmittel mehr über ist, weil einige Vollhornys alles für sich haben wollen.

Das sind dann zwar die Muschelkönige der Insel, aber ich muß meine Hühner wieder in den Aldi treiben um Kartoffeln zu kriegen.

Und das kann es doch wohl nicht sein, oder?

Soviel zu dem Thema, das Geld erstmal erarbeitet werden muß um verteilt zu werden. Es wird erst verteilt, dann wird gearbeitet, damit man Leistungen tauschen kann. Und darüber, das das gerecht verläuft, wacht der Staat.

Und wenn Millionen von Kindern zu kurz kommen, dann läuft was falsch und der Staat muß eingreifen, in dem er z.B. Verteilungsmechanismen ändert und Geld wieder größeren Bevölkerungsschichten zugänglich macht.
Das ist jetzt nicht Kommunismus (obwohl man darüber nachdenken kann, das es manchmal förderlich wäre, für eine Zeit das System komplett zu wechseln – nicht für ewig, sondern nur mal für ein paar Jahre) sondern einfach nur Volkswirtschaftslehre auf einfachem Niveau.

Manche haben allerdings nichts mehr zum tauschen, weil ihnen die diversen Kriege und Reformen der letzten hundert Jahre alles weggenommen haben.

Auch hier stellt sich die Systemfrage. Auch hier wäre eine Reform denkbar, die Ackerland wieder an alle Bürger verteilt, damit die sich selbst aus der Not helfen können. Oder wir geben denen einfach so ein wenig Geld, da die Maschinen sowieso das Meiste umsonst oder ganz billig herstellen. Das erspart uns am Wochenende das Gegacker in Nachbars Garten.

Man sieht also: es ist reichlich genug da. Soviel, das Nahrungsmittel z.B. einfach vernichtet werden, weil sie zu einem ungünstigen Zeitpunkt am Markt auflaufen.

http://www.sueddeutsche.de/politik/969/447704/text/

In Großbritannien verkommen jährlich mehr als vier Millionen Tonnen Lebensmittel – das kostet jeden Haushalt mehrere hundert Pfund. Die Ärmsten können sich unterdessen die Grundnahrungsmittel kaum noch leisten.

Man sieht: es ist genug von allem für alle da. Aber solange Einzelne alles für sich wollen … wächst das ganze schief, wie ein Körperteil, das alles Blut für sich beansprucht letztendlich den ganzen Körper zum Sterben verurteilt. Jede Überversorgung im Körper, dessen Blutkreislauf wie der Geldkreislauf ein geschlossenes System ist (allerdings ohne Zinsen und Kredite) führt irgendwo an einer anderen Stelle zu einer Unterversorgung.

Ergo brauchen wir nicht nur die Aufnahme der sozialen Grundrechte in den Grundwertekatalog des Grundgesetzes, sondern auch noch Maßnahmen gegen Überversorgung isolierter Strukturen innerhalb der Gemeinschaft, denn sonst wird es einfach irgendwann irgendwo ganz knapp.

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