Sicherheit

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Die Computerwelt und ihre Tücken

Die nächste Grippewelle kommt. Dieses Mal ist nicht der Mensch das Opfer, sondern die Computer. Täglich geistern neue Viren durch’s Internet und Übersicht hat vermutlich schon lange keiner mehr. Egal ob System-Administratoren, Anti-Viren-Entwickler oder der einfache Benutzer solcher Kisten. Die Masse der PC-Anwender kümmert sich nach wie vor nicht gross um die Sicherheit. Und die welche das machen, hinken den Viren-Programmierern in der Regel immer hinterher, was irgendwo in der Natur der Sache liegt. Zuerst muss was krank sein, bevor man es verarzten kann.

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Aber hier fängt schon der Zirkus an. Fast jedem Internet-Surfer ist es schon passiert, dass plötzlich ein Fenster aufgeht und ein Programm glaubt, die Allerweltslösung für PC-Probleme zu haben. Sollte wider Erwarten des Programms die Kiste optimal funktionieren, werden kurzerhand massenhaft Fehlermeldungen generiert die einem Glauben machen sollen, man stehe kurz vor dem gefürchteten System-Kollaps. Otto Durchschnitt-Benutzer, zu Beginn hoch erfreut über so viel Anteilnahme seitens eines Programmes, klickt schnell mal auf den fast aus dem Monitor springenden Button „Klick mich“. Fenster gehen auf, schliessen wieder, die Festplatte rattert sich durch die Sektoren und dem Otto bleibt nichts anderes übrig, als der Anweisung auf dem Bildschirm zu folgen – „Bitte warten…“

Nach einer gefühlten Ewigkeit erscheint die Meldung, dass der Computer mit einer Unzahl an Viren, Fehlern und sonstigen Sachen verseucht ist. Um der Sache die nötige Dramatik zu verleihen, werden noch diverse Hinweise rot geschrieben. Am grellsten blinkt der „jetzt kaufen-Button“ mit den dazugehörenden Eingabefeldern. Der freundliche Hinweis, dass nach einer Bezahlung die Software sämtliche Fehler bereinigt gleicht dem Gefühl einer Pistole im Nacken. Schnell füllt man die Felder aus und „klick“ ist man 20 Euro ärmer und eine Erfahrung reicher. Was mit einem gemütlichen Surfabenteuer für die nächsten Ferienziele angefangen hat, endete in einem Survival-Tripp für den Computer. Nachdem der Freischaltschlüssel per Mail gesandt wurde, liess sich das Programm zur weiteren Arbeit ermuntern. Aber das einzige was passierte, war das unmittelbare Erscheinen eines Fensters nach der Installation, dass der PC wieder in Ordnung sei. Hat jetzt die Software was gemacht oder nicht. Bei der gezeigten Anzahl Fehler müsste die Kiste glühen. Aber sie schnurrt friedlich vor sich hin.

Solche Systemoptimierer, Aufmotzprogramme und Beschleunigungs-Tools sind das eigentliche Problem der Virenwelt. Wer heut im Netz surft muss stetig auf der Hut sein, um nicht einen Klick zu machen, den er später bereut. Und trotzdem kann es passieren, dass man sich was einfängt und die Kiste zwangsbeglückt werden soll. Surfen ist wie Spazieren im Minenfeld. Ein falscher Klick und das war’s. Es ist eigentlich ein Wunder, dass das Internet mit dem ganzen Datenmüll überhaupt noch funktioniert. Laut einer Studie sind über 90% des Datenverkehrs Spam, Viren und „selbstständig“ agierende Programme. Eigentlich nichts, was man zum Surfen im Internet direkt braucht. Aber genug um das Netz laufend an seine Grenzen zu bringen. Es ist eigentlich ein Wunder, dass die vielen Milliarden Datenpakete pro Tag die Empfänger unbeschadet erreichen.

Hier hört bei den Meisten das Verständnis für die Computerwelt auf. Man kann ja noch nachvollziehen, wie die Festplatte ihre Runden dreht, aber dass dabei Gigabyte an Daten rumgeschoben werden entzieht sich der virtuellen Vorstellungskraft eines Users. Dasselbe mit den ganzen Diensten und Programmen im Hintergrund. Da kann es schnell passieren, dass ein übereifriger Homo Sapiens Digitalis Optimus irgendwas löscht, das er nicht versteht und in seinem Aufräumwahn den Computer ins Nirwana schickt. Dann helfen solche PC-Optimierer auch nichts mehr.

Eigentlich sind die heutigen Kisten viel zu komplex für den Durchschnitzverwender. Er ist gezwungen sich auf die Programme verlassen zu müssen, die ungefragt was rumschrauben, irgendwas installieren und sogar einen Neustart fordern. Die Meisten glauben den Bildschirmangaben und machen brav das, was das Programm von ihnen fordert. Es bleibt einem auch keine andere Wahl. Keiner kann sagen, was zum Beispiel die ganzen Windows-Updates machen, respektive installieren. Die Menge an Updates dieses Betriebssystems lassen die Vermutung zu, dass die Firma „Winzig-Weich“ nur darum so viele Mitarbeiter hat, weil sie sonst mit den Software-Pflastern nicht nachkommen würden.

Wäre ein Auto im gleichen Zustand wie das Betriebssystem bei Auslieferung, hätte ich ein Fahrgestell mit Motor und Lenkung. Fahren kann ich ja schon mal und mit wöchentlichen Updates gibt’s dann noch eine Karosserie, Blinker, Bremsen, Innenausstattung, wobei diese selber wieder mit Pflastern vollgeklebt sind. Hier muss ich dem Bill Gates schon ein Kränzlein widmen. Wie man es schafft ein unfertiges, fehlerhaftes, aufgeblasenes und teils unlogisch agierendes Programm weltweit zu verkaufen, ist eine Meisterleistung. Millionenfach über’s Ohr gehauene Kunden, die auf PC-Supporter angewiesen sind und viele Netzwerke, welche eigentlich nur funktionieren, weil sich der verantwortliche Systemadministrator permanent mit seinem Support an den Rand eines Herzinfarktes bringt.

In meiner Zeit als System-Admin von mittelgrossen Netzwerken habe ich einige lustige/nervige Windows-Eigenschaften erlebt und mich immer wieder gefragt, wie man mit so einem Schrott-Programm Milliarden scheffeln kann. Alternativen gibt es in Form von Linux . Aber das bedingt ein Einarbeiten in diese Software. Bei der heutigen Daddel-Mentalität kann man das nicht mehr vom Benutzer verlangen. Der will nach dem Einschalten sofort loslegen und die Welt mit seinen Mails und sonstigen Datenpakete beglücken. Auch bei Windows ist ein Erlernen der Software so ziemlich sinnlos. Wenn man glaubt die rudimentären Sachen kapiert, respektive gefunden zu haben, dann kommt schon wieder eine neue Version auf den Markt und die Lernerei beginnt wieder von vorne. Die Microsofties erfinden jedes Jahr das Rad neu und verstecken/verändern Programmeigenschaften, die eigentlich gut sind und ausnahmsweise Sinn machen. Wie neulich bei Windows 8 der „Start-Button“. Millionen haben sich seit Jahren an diesen Knopf gewöhnt und die Redmonder glauben ihn irgendwo verstecken zu müssen.

Die oben genannten Fehler und Ungereimtheiten dieses Betriebssystems machten mich misstrauisch. Wenn ein Programm so fehlerhaft ausgeliefert wird, glaube ich nicht, dass mit den ganzen Service-Packs und Updates seriös gehandelt wird. Niemand weiss genau, was diese Updates alles installieren. Man vertraut darauf. Dabei vergessen viele, wie stark der Billy mit all den Geheimdiensten (NSA, CIA), Weltzerstörern (US-Militär), Umweltvergiftern (Monsanto) und Terroristen (US-Regierung) zusammenarbeitet. Wer’s nicht glaubt soll mal recherchieren, wo der Billy-Boy überall involviert ist. Da wird’s einem schlecht.

Von daher glaube ich nicht an die Seriosität seines Handelns, geschweige denn seines Betriebsystems. In meinen Augen ist das der grösste Virus der Welt. Was glauben Sie, welche Geheimdienste ihre Schnüffelprogramme via Windows auf ihren Rechner platziert haben? So ziemlich alle aus den Staaten. Wer ICQ hat(te), darf sich sogar über den israelischen Mossad freuen. Wer sich sonst noch auf der heimischen Festplatte tummelt mag ich gar nicht nachdenken, sonst dürfte ich den PC nicht mehr einschalten. Aber man merkt nichts, sieht nichts und somit ist die Computerwelt scheinbar in Ordnung. Einzig die immer wieder ratternde Festplatte macht misstrauisch und ist ein Hinweis darauf, dass der PC mehr Daten schaufelt als ich ihm gesagt habe. Bei den SSD-Festplatten fällt sogar dieser Indikator weg.

Mit der heutigen Benutzer-Mentalität haben es die Schnüffelprogramme immer leichter. Die Benutzer tummeln sich hauptsächlich nur noch auf der grafischen Benutzeroberfläche und alles was sich darunter befindet, ist entweder zu kompliziert oder zu versteckt, als dass man sich stundenlang mit den Innereinen eines Betriebsystems auseinandersetzen will. Dazu kommt die schlampige Haltung gegenüber den eigenen Daten. Sicherungen sind etwas für den Stromverteiler und nicht für die Festplatte. Und sollte diese unerwartet voll sein, was viele iPhone-Nutzer kennen, dann kauft man sich ein neues Teil. Ganz Clevere schmeissen ihren Dateninhalt auf einen Cloud-Server. Anstatt auf dem heimischen Gerät werden die Daten irgendwo gespeichert. Auch hier sieht man den naiven Seriositäts-Glauben des Durchschnittsusers. Er schaufelt seine Bilder, Texte, vertrauliche Inhalte und sonstiges Allerlei auf einen fremden Server, von einem fremden Anbieter, der in einem fremden Land ist und sich auf fremde Gesetze beruft. Und so einer „fremden“ Instanz wird das Hinterste und Privateste anvertraut. Es wäre das Gleiche, als wenn ich meine persönlichen Dokumente, Kontodaten und sonstige Informationen über mich irgendeinem Wildfremden geben würde, keine Ahnung hätte wo er wohnt, ob er vertrauenswürdig ist und keine Garantie habe, ob ich je meine Daten wieder bekomme. Würde keiner machen, aber bei den virtuellen Wölkchen machen es viele. Ich kann mir das grosse Gejammere jetzt schon vorstellen, wenn sich eine Wolke verdünnisiert hat und alle Daten weg sind.

Deshalb meine Empfehlungen:

Nie persönliche und wichtige Daten ins Netz laden. Sie haben keine Kontrolle darüber, was der Anbieter damit macht. Machen Sie regelmässige Backups auf eine eigene, externe Festplatte.

Updates, respektive die automatische Installation abschalten und nur manuell durchführen. So können Sie bei einem fehlerhaften Update, die Schritte einzeln Rückgängig machen.

Sollte der PC was installiert haben, dass Sie nicht wollen, dann würgen Sie die Kiste ab, reissen den Stromstecker raus oder sonst was. Windows archiviert alle Änderungen beim Runterfahren und wenn es abgewürgt wird, startet es mit der letzten, als bekannt funktionierenden Version wieder neu.

Nach Möglichkeit trennen sie die PC-Arbeit. Ich habe eine Kiste für das Internet und auf dieser habe ich keine Daten, nur Programme. Diese steht in der sogenannten DMZ, das heisst nicht im eigenen Intranet sondern zwischen Internet und meinem Hausnetz. Ein andere PC ist mein Büro und dieser steht im Intranet . Beide Kisten sind separat mit einer Firewall gesichert.

Wenn Sie erfahrener Anwender sind, dann ändern Sie die Ports. Das sind Schnittstellen, über welche die einzelnen Programme kommunizieren.

Lassen Sie keine anderen Personen an ihren Daten-PC. Und wenn dann nur mit eingeschränktem Benutzerkonto. Niemals mit einer Administratoren-Berechtigung rumwurschteln lassen. Klicken Sie NIEMALS auf Mail-Anhänge, deren Absender Sie nicht kennen. Egal ob JPG, EXE, PDF, GIF, alle Anhänge können mittlerweile verseucht sein. Dasselbe gilt bei den vielen Aufforderungen irgendeiner Bank mit ungefähr folgendem Text:“ ..zur Bestätigung ihres Kontos bitte den Button drücken.“ Dasselbe mit: „…Sie haben gewonnen!“

Installieren Sie ein Anti-Viren-Programm. Meine besten Erfahrungen habe ich mit Avira gemacht. Nicht mal die Kaufversion, sondern schon die Freeware. Man bekommt zwar immer wieder Werbung, aber das Programm ist schlank, schnell und müllt nicht das System zu wie McAffee, Norton oder Panda.

Der beste Schutz ist ein generelles Misstrauen gegenüber allen Software-Lobpreisungen. Nichts anklicken, ohne gelesen zu haben und wenn man was nicht versteht, besser sein lassen. Dazu eine Festplatten-Spiegelung, die bei Bedarf einfach wieder zurückgespielt wird und die gecrashte Kiste funktioniert wieder.

Sollte sogar einmal ein Mitarbeiter von Microsoft anrufen und Sie nötigen wollen, irgendetwas runterzuladen, zu installieren oder sonstige Angaben zu machen, dann gönnen sie sich den Spass und erzählen dem „Supporter“, dass Sie mit Windows 3.11 arbeiten. In der Regel bekommen Sie ein Hörspiel geboten, dass Sie selber mit dummen Fragen zum Schenkelklopfer befördern können. Abgesehen davon, der „Supporter“ sitzt in der Regel in Indien, spricht perfektes Englisch oder sogar Deutsch und will nur ihre Zugangsdaten um den PC als „Zombie“ zu benutzen. Amüsieren, aber nichts installieren.

Diese Empfehlungsliste ist mit Sicherheit unvollständig. Aber mit Skepsis und Vorsicht hält man sich den meisten Ärger vom Hals. Dazu noch einen abschliessenden Tipp, den ich selber von einem sehr erfahrenen Administrator bekommen habe: Öfters mal wieder Block und Bleistift benutzen. Das ist oft schneller und einfacher. Zudem ermöglicht es das Erhalten einer Fähigkeit, die man einmal lange geübt hatte: das Schreiben von Hand.

KenFM über Errorismus

Wann gilt ein Gewaltverbrechen als Terroranschlag?

Seit dem 11. September 2001 immer dann, wenn dem möglichen Täter nachgewiesen werden kann, dass er den Koran kennt. Oder wenn er Leute kennt, die den Koran kennen. Oder wenn er einen Bart trägt. Oder, seit Boston, wenn er keinen Bart trägt.

World Economic Forum (WEF) 2013 – die „guten“ Bilderberger

Seit 1970 kommen jedes Jahr im Januar Tausende von Politikern und Wirtschaftsvertretern nach Davos und geben sich dort ein Stelldichein. Dieses Jahr glänzt die Teilnehmerliste mit Namen wie Merkel, Monti, Medwedew, Cameron, Draghi und so weiter. Des Weiteren findet man auf der Liste acht nicht namentlich genannte EU-Kommissare. Warum verschweigen die ihre Namen?  Als optische Erhellung zwischen den finsteren Gestalten erscheint auch Charlize Theron am diesjährigen WEF. Sie bekommt den Preis «Crystal Award» für ihr humanitäres Engagement in Afrika. Insgesamt hat Klaus Schwab, Gründer und Organisator des World Economic Forums 2500 Gäste geladen. Davon sind allein 1600 Wirtschaftsvertreter. Aus noch nicht bekannten Gründen haben mehrere der grössten Wirtschaftsmächte, darunter die USA und China,  nur die 2. Wahl ihrer Polit-Prominenz nach Davos geschickt. John McCain wird noch am ehesten erkannt werden. Südamerika wird von drei Staatsmännern repräsentiert. Dafür ist die politische Elite aus Afrika zahlreich anwesend. Der König von Jordanien, Jacob Zuma (Präsident Südafrika), Goodluck Jonathan (Präsident Nigeria) sowie die Staats- und Regierungschefs von Äthiopien, Zimbabwe und sechs weitere Präsidenten afrikanischer Länder. Zuletzt dürfen auch 40 Chefs von Zivilorganisationen, etwa von Amnesty International, Greenpeace, Transparency International, sowie zahlreiche Gewerkschaftsführer den roten Teppich benutzen. Zu guter Letzt kommt der schweizerische Bundesrat fast vollzählig an das Forum (6 von 7 Bundesräten). In den vergangenen Jahren begnügten sich die Eidgenossen mit zwei bis drei Landesvertretern. Dieses Jahr scheinen sie eine wichtige Mission zu haben.

Im Gegensatz zu den Bilderberger-Treffen dürfen in Davos die Medienvertreter ihre Arbeit verrichten und werden nur selten daran gehindert – solange sie keine kritischen Fragen stellen. Dafür sorgen über 3300 schweizerische Armeeangehörige, 1300 WEF-Sicherheitskräfte, hunderte von Polizisten aus allen Kantonen, 2 Kampfjets der Schweizer Luftwaffe und 18 Kilometer Stacheldrahtzaun halten übereifrige Reporter und Kritiker vom eigentlichen Geschehen ab. Die Armee geht davon aus, dass der WEF-Einsatz mit Kosten von rund 28 Millionen Franken zu Buche schlägt und sich im „normalen“ Rahmen bewegt. Bezahlt wird der Sicherheitswahn vom Schweizer Volk, das sich nicht mal gross darüber beschwert.  Die Reichsten treffen sich zu einer Plauderrunde und die Ärmsten dürfen für ihre Sicherheit zahlen. Um dieser Absurdität die Krone aufzusetzen, hat der Flughafen Kloten (ZRH) am 22.1. viele Flughafenkameras ausgeschaltet. So können 120 Privatjets unbehelligt ihre Fracht abliefern. Der Airport rechnet mit über 1000 zusätzliche Flugbewegungen während den WEF-Tagen.

Das diesjährige WEF steht unter dem Motto «widerstandsfähige Dynamik». Es werden die Staatsverschuldungen und das Auseinanderdriften der Einkommensschere diskutiert. Gemäss einer WEF-Studie stellten diese zwei Punkte die grössten globalen Risiken dar. Dicht gefolgt von der Trinkwasserknappheit und dem Klimawandel. Eigentlich sollte es umgekehrt sein.

«Die nationale Widerstandsfähigkeit gegenüber globalen Risiken muss Priorität erhalten, damit kritische Systeme auch im Falle einer massiven Störung funktionsfähig bleiben», sagte der geschäftsführende WEF-Direktor und Herausgeber der Studie, Lee Howell.

Ob bei dem zahmen Bilderberg-Treffen in Davos Nägel mit Köpfen gemacht werden bleibt, wie immer,  fraglich. Viele der Teilnehmer betrachten das Symposium als „Anbandelungs-Plattform“ für geschäftliche Beziehungen. Da schiebt man weltpolitische und ökologische Probleme besser in den Hintergrund. Ausserdem möchte man sich nicht die Festlaune verderben und am letzten Tag beim traditionellen Skirennen viel Spass haben.

Und bei uns ist Atomkraft sicher

Hier eine nette Sammlung:

http://blog.fefe.de/?q=Atomkraft

Ein paar Auschnitte:

Thu Jun 9 2011

  • [l] Aus der Reihe „bei UNS ist Atomkraft SICHER“: Ein AKW am Missouri schaltet ab, weil der Fluss zu hohes Hochwasser führt. Naja gut, noch nichts passiert, denkt man sich jetzt, schalten die halt ab, was kann da schon passieren. Das hier kann passieren: Kühlpumpen fallen aus. Aber natürlich nur gaaaaanz kurz, und es bestand selbstverständlich zu keiner Zeit eine Bedrohung für das Personal oder die Bevölkerung.Die Ansagen von denen sind allerdings ein bisschen konfus. Erst heißt es, sie haben einen Diesel, aber der musste nicht angefahren werden. Dann heißt es, sie hätten den Strom zur Pumpe innerhalb von ca zwei Stunden wiederhergestellt. Das sagt die Regulierungsbehörde, der Betreiber redet von „nur“ einer Stunde. Äh, dafür ist der Diesel genau da, in Fällen von Stromausfall sofort anzuspringen und zu übernehmen. Das riecht alles ein bisschen, wenn ihr mich fragt.

    Aber wartet, geht noch weiter:

    Pools at most nuclear plants hold several times more spent fuel than originally intended.

Mon May 30 2011

  • [l] Aus der beliebten Reihe „bei UNS ist Atomkraft SICHER“: Im AKW Philippsburg funktionierte ein Brandmelder nicht, wegen einer fehlerhaften Lötstelle. Aber selbstverständlich bestand zu keinem Zeitpunkt irgendeine Gefahr für die Mitarbeiter oder Bevölkerung. Im Übrigen ist dieser Vorfall eh kaum der Erwähnung werden, denn:

    Der Einstufung des Kraftwerkbetreibers nach handelt es sich um Meldekategorie N (Normalmeldung). Es handelt sich demnach um einen Vorfall geringer sicherheitstechnischer Bedeutung.

    Genau. Was kann schon passieren bei so einem Brand im Atomkraftwerk. (Danke, Justin)

  • [l] Aus der beliebten Reihe „bei UNS ist Atomkraft SICHER“: Die Amis stellen ihr erstes AKW auf digitale Leittechnik um, auch für den Sicherheitsbereich.Bisher war das alles analog. Grund:

    It has taken nuclear power plants so long to go digital because regulators wanted assurances the new control systems were as reliable as the old ones and could not be compromised by hackers.

    Aber jetzt wird das anders. Trotz Stuxnet. Grund:

    The goal of going digital is to save money.

    Erstklassige Priorisierung, liebe Amerikaner! Da weiß man, was man hat. Obama hat offensichtlich gegenüber Bush noch weniger Industrieregulierung. Change we can believe in!

Thu May 26 2011

  • [l] EU-weite Stresstests für Atomkraftwerke? Da lassen die Briten Sellafield lieber nicht teilnehmen.

    “The answer is no,” said a British government spokeswoman in Brussels when asked whether Sellafield would be examined.

    Die Begründung ist immerhin nicht völlig abwegig.

    She explained the decision by saying the plant is now engaged in nuclear fuel reprocessing and no longer generates power. “It’s just for existing generation sites,” she said of the tests.

    Klar, wenn die da nur Wiederaufbereitung machen, dann ist das ja kein Reaktor im herkömmlichen Sinn, was kann da schon passieren! Könnte man denken, wenn man nicht dieses Blog hier regelmäßig liest und sich daran erinnert, dass das auch eine Wiederaufbereitungsanlage war.Aber hey, die Briten werden schon wissen, wieso sie Sellafield keinem Stresstest unterziehen wollen. Und wenn den Briten das zu gefährlich ist, dann sollten wir auf sie hören. Und natürlich Sellafield gleich ganz zumachen. Ich hoffe ja, dass jetzt auch die ganzen anderen Länder so indirekt zugeben, welche Installationen ihnen zu unsicher für Stresstests sind. Temelin z.B. wäre ein Kandidat, der mir spontan einfällt, oder das belgische AKW Doel, und die Franzosen werden sicher auch ein paar Kandidaten haben. *grusel* (Danke, Florian)

  • [l] Zwischen den ganzen Captain Obvious- und Told-You-So-Meldungen gibt es gelegentlich auch mal etwas echt unerwartetes. Das hier z.B. hätte ich nicht gedacht:

    Israel’s daily Maariv published a poll showing about 57 percent of voters believe Netanyahu should have supported Obama’s initiative, rather than opposing the president.

    Natürlich wird sich Netanjahu nicht danach richten, das ist wie mit den Grünen und der Atomkraft. Dessen eines Thema ist der Krieg gegen die palästinensischen Terroristen. Das wird er keinesfalls zulassen können, dass das in seiner Amtszeit gelöst wird.

 

Ethikkommission: Merkel, Töpfer und die Halbwertszeit des Vergessens

Ein Kommentar von Hartz4-Plattform Sprecherin Brigitte Vallenthin ehemals BBU-Vorstandsmitglied für Mütter nach Tschernobyl

Tiefer in die Mottenkiste der Atom-Schönredner hätte die Bundeskanzlerin nicht greifen können, als sie Klaus Töpfer zum Vorsitzenden ihrer so
genannten Ethikkommission benannte. Zugegeben, Angela Merkel hat das Licht der Bundesrepublik erst im vierten Jahr nach dem
Tschernobyl-SuperGAU erblickt. Deshalb hatte sie das PR-Supertalent Töpfer zu der Zeit nicht unmittelbar miterleben können, als
„Unbedenklichkeit“ eigentlich zum Wort des Jahres hätte werden müssen. Irgendeiner muss es ihr aber verraten haben: der ist erste Wahl, wenn es
um die Vernebelung der Bevölkerung in angeblich unbedenkliche Fukushima-Wolken geht. Immerhin: der Mann hat einschlägige Erfahrung – er hat bereits vor knapp 25 Jahren einen entsprechenden Testlauf erfolgreich absolviert.

Fast ein viertel Jahrhundert ist es her, da hatte ich persönlich das „Vergnügen“, den Schönredner in Sachen „friedliche“ Nutzung der Atomenergie, Klaus Töpfer, damals Bundesumweltminister, hautnah zu erleben. Im hessischen Hungen war er auf PR-Tour mit hochradioaktiv strahlenden „Molkezügen“, unzähligen Eisenbahnwaggons randvoll mit Molkepulver von kontaminierter Milch – dem lange nach dem SuperGAU nicht mehr zu verleugnenden „Rest“-Risiko, das um’s Verrecken niemand haben wollte. Alleine dem Umstand, dass es damals noch nicht das Internet gab, kann es Klaus Töpfer verdanken, dass die später Geborenen oder die, die damals noch nicht erwachsen waren und vielleicht auch die, für die der Tschernobyl-Schock im Unterschied zu heute noch nicht groß genug war – dass all die Menschen selbst im weltumspannenden Informationsnetzt fast gar nichts über den damaligen Eifer zur Verdummung des heute quasi als deutscher Umwelt-Papst gefeierten erfahren.

Grund genug, mich an meine damaligen Erfahrungen als Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) – zu der Zeit „die“ Dachorganisation der Umwelt-Verbände und Bürgerinitiativen zu erinnern. Mein Arbeitsschwerpunkt – als selbst betroffene Mutter – war die Interessenvertretung der Initiativen der Mütter nach Tschernobyl. Nahezu wortgleich hörten wir 1986/87 zunächst die Beschwichtigungs-Propaganda – irgendwann zaghafte Eingeständnisse – immer wieder: „außer Kontrolle“ nur weit weg, „aber nicht bei uns“ – allmählich sickerte durch, dass Strahlenbelastung auch bei uns angekommen ist – erst wurde sie „unbedenklich“ genannt, später ganz vorsichtig zugegeben, dass der Regen nach Tschernobyl auch für uns und unsere lebensmittelproduzierenden landwirtschaftlichen Flächen ein „gewisses“ Problem sei – schließlich: die Warnung vor Wild, Waldpilzen – die sind heute noch radioaktiv belastet und werden es noch Jahrtausende bleiben. Irgendwann wurde Tschernobyl aufgegeben und bleibt unbewohnbar für undenkbare Zeit. Und das wahre ausmaß der unzählbaren Gesundheits- und Todesopfer durch menschliche Hybris und Geldgier werden in Statistiken vertuscht.

Und heute? Was wird aus Fukushima, was aus Tokio? Am liebsten würde ich den Menschen zurufen: Nehmt eure Familien, nehmt eure Kinder und rettet euch noch rechtzeitig in den hoffentlich weniger belasteten Süden.

Unterdessen warnt bereits der Präsident der 1990 gegründeten „Gesellschaft für Strahlenschutz“ vor dem „schleichenden SuperGAU“. In einer Pressemeldung vom 23. März der nicht im Verdacht übereilter Horrormeldungen stehenden internationalen Fachgesellschaft heißt es:

– die bereits jetzt messbare „Ausdehnung dieser Zone in Japan ist vergleichbar mit der Sperrzone westlich von Tschernobyl“und weiter:

– „Wir haben es jetzt mit dem SuperGAU zu tun. Die Vergleiche mit Tschernobyl werden ernst.

– Weitere Evakuierungsmaßnahmen sind dringend erforderlich. Es wird vor weiterer Bagatellisierung der Kontamination des Meeres gewarnt.“

Dabei haben wir es – im Unterschied zu Tschernobyl – jetzt vermutlich erst mit Vorahnungen auf die endgültige Katastrophe zu tun. Denn das gegenüber Tschernobyl deutlich höher belastete Strahlenmaterial ist ja offensichtlich noch nicht einmal gänzlich ausgetreten. Darüber hinaus stehen in Japan sechs Reaktoren vermutlich vor der vollständigen Strahlenfreisetzung und nicht „nur“ einer wie in der Ukraine.

Zurück zu Merkels Rettungsanker Töpfer: Der hat es zwar nicht in Hungen, schließlich aber doch in Lingen geschafft, das Ionen-Austauschverfahren zur so genannten Dekontamination von tonnenweise Strahlen-Molkepulver durchzusetzen und Bundesregierung sowie Atomwirtschaft das leidige Problem verstrahlter Lebensmittel vom Tisch zu schaffen. Das später für angeblich unbedenklich erklärte Molkepulver ist wahrscheinlich den Tieren ins Futter und uns ins Essen gemischt worden. Die Radioaktivität sei ausgewaschen worden, hieß es. Wohin dann aber die Spül-Reste gelangt sind, das hat der Radioaktivitäts-Reinwäscher niemals verraten. Ist es Soweit ich weiß, bleibt alles, was wir an „Mist“ produzieren in unserem geschlossenen System der Erde. Nichts und niemand kann uns von den Exkrementen unseres Wachtums-Wahns befreien. Denn eine Klo-Spülung ins Weltall gibt es nicht.

Literatur-Tipp: „Die Wolke“, Gudrun Pausewang, 1987, Ravensburger Buchverlag

Brigitte Vallenthin
Hartz4-Plattform

Frohes Neues Jahr 2011 !

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Wintergrüße

© Jotha

RFID ist sicher

…per Definition. Und überprüfen darf man das auch nicht. Jedenfalls nicht die Mythbusters:

„Wir begannen das Telefongespräch und es kam einer von Texas Instruments an die Leitung, … zusammen mit den Chefjuristen von American Express, Visa, Discover (Kreditkartenfirmen) und viele andere auch noch. Ich bekomme jetzt noch Gänsehaut wenn ich das erzähle. Sie haben uns überwältigt und sie machten es Discovery eindeutig klar, sie dürfen diese Episode nicht senden in der gezeigt wird, wie hackbar dieses Zeug ist. Discovery knickte ein als grosse Firma, weil sie abhängig ist von den Einnahmen dieser Werbekunden. Discovery lässt uns nicht in die Nähe dieses Thema ran. Es tut mir leid, aber so ist es.

http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2010/09/mythbusters-darf-rfid-chips-nicht.html

Atom: Deutschlands strahlende Zukunft und die Antiregierung

Mal ehrlich gesagt: diese Atomgeschichte ist doch nur noch peinlich, oder? Was haben wir uns Ende der siebziger Jahre die Füße plattgelaufen um diesen Unfug zu verhindern. Inzwischen weiß man, das Atomkraftwerke unglaublich teuer waren (nur die Kosten wurden anders definiert – wahrscheinlich waren Statistiker vom Arbeitsamt dran), das sie gefährlich sind (Tschernobyl, Harrisburg … ist ja alles nochmal gut gegangen – ja, wirklich, auch Tschernoby ist … relativ gutgegangen) und das man überhaupt nicht weiß, wohin man mit dem extrem giftigen Müll soll – von den Mißgeburten und Leukämiefällen in der Nähe der AKW´s mal ganz abgesehen.

In einer von Terror geprägten Welt – die man uns ja jetzt verkaufen will – sind diese Dinger nebenbei zusätzlich noch brandgefährlich, ihre Bewachung extrem teuer – gerade, wenn man kein Geld hat, ein Problem, dachte ich.

Was waren wir froh, als wie die Dinger los waren, noch bevor die BRD Atomwüste wurde.

Aber wenn es um Geld geht, dann kennen gewisse Individuen keine Grenzen mehr. Immerhin: über 100 Milliarden Euro bringt  der Deal mit unserer Sicherheit, unserer Gesundheit und unserer Gesellschaftsordnung den Betreibern. Die Kosten – tragen wieder wir, ist klar. Machen wir auch gerne.

Durch zwölf Jahre längere Laufzeiten fallen nämlich 6000 Tonnen mehr Atommüll an, rechnet Greenpeace vor. Bundesumweltminister Norbert Röttgen will den strahlenden Abfall am liebsten in Gorleben entsorgen und lässt die potenzielle Lagerstätte deshalb weiter erkunden. Damit aber bringt er die Anti-Atom-Bewegung gegen sich auf. Schon beim nächsten Castor-Transport soll es Großdemonstrationen geben. Folglich könnte der Transport nur durch ein Massenaufgebot an Polizisten gewährleistet werden.

Kein Wunder, das wir das nicht mögen.

Die Mehrheit der Deutschen sah dies freilich bereits vor der Entscheidung im Kanzleramt ganz anders. In einer Umfrage für den ARD-„Deutschlandtrend“ von Infratest dimap sprachen sich 59 Prozent der Befragten gegen eine Verlängerung der Laufzeiten für Kernkraftwerke um 10 bis 15 Jahre aus. Nur 37 Prozent waren für eine Laufzeitverlängerung.

Quelle: Welt

Afghanistan, Rente, Atomstrom, Verteilungsgerechtigkeit – überall das gleiche Bild. Das Volk will nicht, aber seine gewählten Treter schon. So war das wahrscheinlich gemeint mit diesen Ver-Tretern. Vertreter verkaufen einem ja auch immer Sachen, die man eigentlich gar nicht haben will. Es scheint inzwischen schon so, das die extra das genaue Gegenteil von dem machen, was wir so wollen würden, wenn man uns nur machen ließe.  Das muß denen doch mal auffallen … tut es wahrscheinlich auch, aber aus Parteidisziplin sagt man dann lieber doch nichts und läßt „die da oben“ machen. Eine richtige Anti-Regierung.

Nur – wenn wir dann freiwillig auf Lohn verzichten wollen, machen wir dann eine Ausnahme und kürzen doch, anstatt wie üblich paradoxerweise das Gegenteil zu machen: das merken die dann schon noch:

Eigentlich sind sich fast alle einig: Nach Jahren der Zurückhaltung sind nun die Arbeitnehmer dran, sie sollen durch spürbare Lohnerhöhungen vom Aufschwung profitieren. Allzu große Hoffnungen können sich die meisten Beschäftigten dennoch nicht machen.

Es hat sich herumgesprochen, dass die deutschen Arbeitnehmer „zu den bescheideneren in der Welt“ („Handelsblatt“) gehören. Hierzulande verdienen die Beschäftigten schon seit vielen Jahren nach Abzug der Inflation nicht mehr, sondern weniger. Sogar in den Boom-Jahren von 2004 bis 2008 sanken die sogenannten Reallöhne.

Quelle: Spiegel-online

Wir müssen ja jetzt auch den Atomdeal bezahlen, da ist für mehr Lohn nichts mehr drin in der Tüte.

Das wir aber jetzt auch noch als korrupte Bananenrepublik gelten, das ist doch wohl die Höhe:

Die Regierung muss für ihr Atompaket viel Kritik einstecken. Etwa: Der Staat schenke den Stromkonzernen den Großteil ihrer Riesenprofite aus längeren Laufzeiten. Das weist die Kanzlerin zurück. Ihr Finanzminister betont, er sei bei der Atomsteuer nicht eingeknickt. Für die Deutschland-Chefin von Transparency International, Edda Müller, ist die Sache klar: Angela Merkel ist gegenüber den Stromkonzernen eingeknickt.

Quelle: Handelsblatt

Gut, das die Kanzlerin den Vorwurf zurückgewiesen hat. Letztlich schenken wir den Konzernen wahrscheinlich alles und nicht nur den Großteil – und legen zusätzlich noch gut was drauf.  So machen wir das ja sonst auch.  Ich kenne auch schon die nächste Runde: neue Atomkraftwerke sind ja so viel sicherer als alte … wir wollen die zwar nicht, aber da die alten ja jetzt laufen dürfen … wären so ein paar nagelneue schon sicherer. Und hübscher.  Und … überhaupt,

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