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2022 – Deutschland zieht zur Rettung von Neonazis in den alternativlosen Nuklearkrieg

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Dienstag, 12.4.2022. Eifel. Wir sind im Krieg. Das wird hier – wie auch in Russland – nicht so gerne gesagt, ist aber Fakt. Merkt ja auch jeder: die üblichen Versorgungsengpässe eines jeden Krieges haben uns schon erreicht: kriegswichtige Materialien wie Treibstoff wird knapp – und bald unbezahlbar – Lebensmittel verteuern sich im Rekordtempo (Sonnenblumenöl und Nudeln sind – neben Toilettenpaper –  jetzt schon alle) und die Kriegsrhetorik erreicht immer neue Höhepunkte: die Rede ist von „beispielloser Kriegstreiberei der Nato“ (siehe JW) – eine Einschätzung, die der Koks- und Nuttenjournalismus der Qualitätsmedien natürlich nicht teilt, hier geht es um gerechte Kriege gegen richtig richtig böse Untermenschen. Es kämpfen auch schon Deutsche in diesem Krieg (wir berichteten) und sie werden auch bald deutsche schwere Waffen erhalten: Leopard 1 Panzer aus den sechziger Jahren – eigentlich reif fürs Museum, nur noch rollende Gräber für vier Soldaten – aber wenn die auf ungepanzerte Kolonnen treffen können die noch viele Menschen töten. Und für uns sind diese Panzer der absolute Eintritt in den dritten Weltkrieg – wir werden Kriegspartei, was wir durch die Sanktionen aber sowieso schon sind. Aber zuvor durfte ja Tschechien schon Schützenpanzer liefern (siehe Tagesschau).

Man darf sich daran erinnern, dass der Westen ja geheime Pläne für Belarus hatte: angeblich sollten deren Streitkräfte die polnische Grenze sichern, um militärischen Nachschub für die Ukraine zu verhindern (siehe t-online) – was aus diversen, nicht genauer bekannten Gründen nicht geklappt hat. Vielleicht ist es aber auch nur eine Fanatsie der Millionärspresse gewesen, aber klar ist, was Putin zu tun hat, um seine „Spezialoperation“ (solche tollen Wörter hat er vom Westen gelernt) erfolgreich werden zu lassen: er muss den Nachschub unterbinden. Das geht nicht auf Natogebiet – jedenfalls denken wir das – aber direkt hinter der Grenze. Soll ja sowas wie Flugzeuge geben. Womöglich sind Bundeswehrsoldaten – „Berater“ – mit bei der Übergabe dabei: so Panzerfahrer müssen ja geschult werden. Die würden dann bei einem Angriff auf die Panzer sterben … was unsere lüsterne, kriegsgeile Presse erst Recht auf die Barrikaden bringen würde.

Womöglich schaffen sie es, noch mehr Waffen in die Ukraine zu schaffen – oder kommen auf die Idee, Freiwilligenkorps selber auszurüsten. Wege der weiteren Eskalation sind da sicher denkbar, da gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Und dann ist der Konflikt da: das kleine Russland gegen die überwältigende Macht der Nato: 1,4 Millionen Soldaten gegen 5,6 Millionen Natokrieger – ein Traum für jeden, der noch die späte Rache für Stalingrad und Ostpreußen will. Ein Traum auch für die US-Industrie: nach einem Sieg könnte man Russland für die Kosten des Krieges verantwortlich machen und deren Rohstoffe unter sich gewinnbringend aufteilen – macht man ja gerne, sowas. Nur … die Sache hat einen kleinen Haken. Kann sich noch jemand an die Atomminen erinnern? Eine Idee unserer britischen Verbündeten (tolle Leute, wirklich ganz tolle Leute): man wollte Atomminen quer durch Deutschland verlegen – und wenn dann der Russe kommt, sie alle zünden um so das Land komplett zu verseuchen, damit die Rote Armee nicht nach Westen vorstoßen kann (siehe Spiegel). Das ganze Land wäre verwüstet – aber egal: dafür hat man ja seine Verbündeten.

Man braucht für sowas aber auch keine Atomminen: die größte Atommacht der Welt kann sowas auch ganz ohne lösen: einfach ein paar hundert der kleinen, „taktischen“ Atomwaffen in Deutschland und Polen explodieren lassen und schon hat Russland seine Pufferzone zur Nato – die sie ja so gerne möchten. Und dann wird sich die Frage stellen: wird man Paris, London, Washington und New York riskieren, um Rache für Deutschland und Polen zu nehmen? Wird man die großen Langstreckenraketen losschicken … oder hat man nicht auf einmal doch Sinn für Diplomatie entdeckt … versenkt noch ein paar russische Schiffe, bombadiert – nicht nuklear – ein paar Flug- und Seehäfen und kommt dann doch wieder zur Vernunft … zumal man eh nicht mehr durch das verseuchte Mitteleuropa vorstoßen kann. Und nebenbei ist die lästige deutsche Konkurrenz auf dem Automobilsektor fort. Ich denke schon, dass man da einen Waffenstillstand hinbekommt. Und für Russland – das gegenüber der Nato nur der David gegen Goliath ist (wenn auch einer mit Nuklearschleuder) – wird es keine Alternative zur atomaren Option geben. Wie sollte die auch aussehen?

Aber Deutschland macht ja auch wieder auf Russenhass (siehe Freitag) – jedenfalls auf die kleinen Russen. Man darf ja erstaunt zur Kenntnis nehmen, dass viele der reichen, russischen Oligarchen gar nicht von Sanktionen betroffen werden – weil sie für das Business des Westens wichtig sind (siehe: Managermagazin). Offenbar ist der kleine deutsche Bürger für den Westen auch nicht so wichtig … weshalb ich ja nicht an einen großartigen nuklearen Schlagabtausch glaube – aber einen kleinen, der der Ukraine den Nachschub abschneidet, für wahrscheinlich halte. Die Doomsday-Uhr war ja vor dem Krieg in der Ukraine schon auf dem schlimmsten Stand sein Einführung dieses Frühwarnsystems (siehe Tagesschau) – die werden sich schon was dabei gedacht haben. Aus den 17 Minuten vor 12 von 1991 sind jetzt nur noch 100 Sekunden geworden … schon jetzt eine Katastrophe.

Aber was macht unsere Presse? Vor den Konsequenzen total versagender Diplomatie warnen?

Nein.

Sie bringt lieber Horrorgeschichten von den mordenden Russenbanden, die bei den alten Ostfrontkämpfern (und ihren jungen Fans) auf große Begeisterung stoßen: das man da neofaschistische Narrative unterstützt, ist in dem Zusammenhang wohl nicht mehr von Bedeutung: immerhin schickt man ja auch neofaschistischen Kampfgruppen in der Ukraine scharfe, schwere Waffen. Wie hatten doch die Russen seinerzeit in Tschetschenien gewütet – das war zwar unter Jelzin, war aber egal (siehe FAZ). Aber Putin hat ja sowieso schon verloren: die Ex-Sowjetrepubliken entziehen ihm ihre Solidarität (siehe t-online), allen voran Kasachstan ( „Entführungen, Vergewaltigungen“ sind Kennzeichen des „Terrorregimes“, das der Russe überall errichtet, wo er ist (siehe NZZ). Die ganze russische Armee besteht nach eigenen Angaben nur aus „dummen Idioten“ (siehe FR), die Armee wurde zwar von Putin modernisiert, aber natürlich völlig falsch, wie uns ein Experte erklärt (siehe t-online), ein General der Bundeswehr erläutert uns, wie unglaublich dämlich die Russen sind: viel zu wenig Soldaten für den Krieg – und selbst diese können die nicht versorgen (siehe FAZ): der arisch-preussische Militärgeist kann über soviel Unfug nur lachen. Aber Putins Armee ist ja zudem auch eine „Sklavenschule“, in der man „hungern und leiden“ muss (siehe Tagesspiegel), Putin selbst nur ein Hampelmann, der von seinen Generälen belogen wird und gar nicht weiß, was in der Ukraine passiert (siehe Tagesspiegel) aber natürlich voll verantwortlich ist für die Gräueltaten des FSB, die der in der Ukraine veranstaltet (siehe Tagesspiegel), die einfachen Soldaten wollen einfach nur „irgendwie) aus dem Krieg „herausgeholt“ werden (siehe Handelsblatt). Die Russen sind sogar so doof, dass sie ungeschützt in Tschernobyl herumlaufen und jetzt völlig verstrahlt sind (siehe ntv). 20 Jahre lang wurde in Russland für Putin „gemordet und manipuliert“ (siehe Spiegel) – und sind so blöd, dass sie noch nicht mal wissen, dass sie zu wenig Lastwagen für einen Krieg haben (siehe Deutschlandfunk) – was sie jetzt bitter bereuen. Selbst ein „ökonomischer Selbstmord“ wird den einfältigen Russen jetzt angedichtet, die immer mehr zur alten Sowjetunion werden (siehe Tagesspiegel) – womit das Todesurteil über die russische Kultur komplett sein dürfte. Kein Wunder, dass nun die ersten Meldungen über chaotische Rückzüge der kaputten, doofen, unfähigen Russenarmee kommen (siehe ntv): Putin ist bald Geschichte!

Man fragt sich aber schon: wozu braucht man gegen diese Stümperbande noch deutsche Panzer … die verhungern doch auf halben Wege von alleine.

In so einem epischen Endkampf gegen alles Russische darf es nicht verwundern, dass ukrainische Kriegstölen sogar den Weltuntergang in Kauf nehmen würden, nur im die Ukraine mit Wafffen zu versorgen (siehe FAZ) … und das, was damals noch für Erschrecken sorgte, wird dann jetzt Realität: der Weltuntergang.

Jedenfalls … für Mitteleuropa.

Und für wen ziehen wir da in den Krieg? Für Leute, die unsere Politiker „Arschloch“ nennen – wie der ukrainische Botschafter in Deutschland (siehe merkur). Natürlich ein Mann, der offen die neofaschistischen Kampfgruppen in der Ukraine unterstützt (siehe fr) und der für die Feindschaft gegen alle Russen eintritt (FAZ), die ja jetzt „ihre wahre Fratze“ gezeigt haben (siehe Tagesschau). Und sein Boss? Der neue Held des Westens (siehe Süddeutsche), dessen heroische Widerstand die russische Bestie in ihre Grenzen zwingt? Es ist noch gar nicht so lange her, da hies es noch: die Ukraine sei unter ihm „korrput wie eh und jeh“ (siehe Süddeutsche), der heroische Präsident selbst – laut „Panama-Papers“ – in finanzielle Mauscheleien verstrickt (siehe dw oder direkt Bundeszentrale für politische Bildung) . wobei man übrigens eine bemerkenswerte Interessengemeinschaft zwischen russischen, belarussischen und ukrainischen Oligarchen erkennen kann: sie alle betrügen ihre Staaten mit aller Kraft. Und benebeln auch die Hirne deutscher Steuerzahler mit absolut professioneller Schauspielkunst, mit deren Hilfe der Krieg der Ukraine unser Krieg geworden ist (siehe Freitag).

Darf ich mal eine Ukrainerin zitieren? Eine, die sich dem Oligarchentanz entzieht? Gerne (siehe Freitag):

„Enden wird das alles in einem Deal, den beide Seiten als Sieg verkaufen können. Aber was ist dann in der Ukraine los? Es wurden massenhaft Waffen in Umlauf gebracht. Man hat für den Kampf zahlreiche Häftlinge freigelassen, auch Gewalttäter und Mörder, wie jüngst in einer deutschen Zeitung stand. Laut Regierung sind ausländische Kämpfer in fünfstelliger Zahl im Land, ideologisch hoch motiviert, nicht selten rechtsradikal. Nach dem Krieg werden diese jungen Männer traumatisiert sein und zugleich euphorisch über den „Sieg“. Wer sammelt dann die Waffen wieder ein? Wer bringt die „Legionäre“ unter Kontrolle? Man muss nicht ängstlich sein, um überall, wo sich diese Kräfte dann bewegen können, wilde Rache an „Verrätern“ zu fürchten. Wer sollte das stoppen? Die Polizei und Justiz, die den Massenmord im Gewerkschaftshaus von Odessa nicht ahnden? Viele dieser Waffen werden in kriminelle Hände geraten. Auch darunter wird das Land noch lange leiden.“

Diese Banden werden für viele Jahrzehnte das Klima in der Ukraine bestimmen – und wer denkt außer dieser heldenhaften Frau an die Folgen für die Bevölkerung?

Die deutsche Presse jedenfalls nicht. Die bringt lieber Berichte über heldenhafte Kämpfer, die zuvor in Afghanistan gedient haben und nun entsetzt sind über die Brutalität des Krieges in der Ukraine (siehe Vice). Liest man genauer nach, merkt man, was da brutal war – die Russen haben zurückgeschossen. Das waren die Söldner nicht gewöhnt.

Aber wir wissen ja jetzt seit Butscha, dass die Russen wirklich nicht menschliches mehr in sich haben: korrekte Untersuchungen der Vorfälle – wie vom ehemaligen UN-Waffeninspektor Scott Ritter gefordert (siehe Nachdenkseiten), brauchen wir dazu nicht: wir wissen seit 1941, wie der Russe ist – das hat uns der Führer gesagt.

Und unsere Medien? Berichten einseitig wie nie. Darf ich dazu mal ein paar Fragen zitieren, die wir sonst nirgends hören (siehe Rüdiger Suchsland bei Heise):

“ Gibt es nicht einen einzigen Menschen in der Ukraine, noch nicht mal einen, der von den Russen gekauft wurde, der für ein Ende des Krieges plädiert? Dafür aufzugeben? Der sich einsetzt für Waffenstillstandsverhandlungen? Was sagt die ukrainische Opposition? Oder gibt es keine? Sind alle in Reih und Glied hinter ihrem Präsidenten versammelt? Was ist eigentlich mit der russischen Minderheit?

Gibt es irgendwen in der Ukraine, der es nicht richtig findet, dass sämtliche Männer zwischen 16 und 60 Jahren ein Ausreiseverbot haben und gezwungen sind, in diesem Krieg zu kämpfen, auch wenn sie dagegen sind? Gibt es Kritik daran, die Zivilbevölkerung faktisch in Geiselhaft zu nehmen? Warum hören wir nichts über die ukrainischen Faschisten? Kämpfen sie in diesem Krieg. Wo und wie?“

Fragen, die egal sind. Die Medien wollen den Krieg. Putin – wie wir jetzt gelernt haben: blöd, unwissend, unfähig und allein mit einer katastrophal schlechten Armee – hat nur noch eine Option, bis die ukrainischen Söldner mit Natowaffen auf Moskau zumarschieren: deren Nachschub mit kurzen, kleinen taktischen Atomschlägen in Deutschland und Polen zu unterbinden, um sich selbst, sein Land und seine Leute zu retten.

Und dafür hat er eine Zustimmung von 83 Prozent im Volk. Erstaunlich für so einen Blödmann, oder?

 

 

 

 

 

Berlin im Blutrausch: „Wir wollen Buzzaw!“ (den Kettensägenmetzler)

Selenski The Comedian

(Bild: Netzfund)

Covid und Hindukusch waren gestern. Je suis Ukraine, Hermine!

Seit acht Jahren tobt in der Ukraine ein erbarmungsloser Bürgerkrieg, bei dem von ukrainischer Artillerie und Bombern ganze Dörfer russischstämmiger Ethnie dem Erdboden gleichgemacht wurden (siehe die Doku „Der verschwiegene Krieg“, die der Kriegsreporter Mark Bartalmai unter Einsatz seines Lebens an der Frontlinie gedreht hat). Seit acht Jahren wird die Zivilbevölkerung von NATO-trainierten, nationalistischen Milizen wie „Asow“ heimgesucht, die nach Vollbringen ihres Mord- und Folterhandwerks stolz den historisch-faschistischen Schlachtruf „Heil Ukraine!“ in die Kameras brüllen – von unseren Medien stets beschönigend mit „Ruhm der Ukraine!“ übersetzt. Acht Jahre haben unsere Politiker und Medien indes das Gesetz der Omerta praktiziert: Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen.

Nun wie auf Knopfdruck das Gegenteil: „Hirnlose, hassgetränkte Hysterie“ (C.J. Hopkins). Wer sich mäßigend gegen die Idee ausspricht, einen dritten Weltkrieg auszulösen, erntet umgehend einen Shitstorm. Sogar die wenigen noch im Bundestag verbliebenen denkenden Individuen wie Sarah Wagenknecht können nicht anders, als die ihnen von Reportern suggestiv in den Mund gelegte Phrase zu bestätigen, dass Putin „ein Verbrecher“ sei. Dass wir es mit dem gegenwärtigen Ukraine-Konflikt in der Tat mit dem wohl größten Verbrechen der jüngeren Zeit zu tun haben, dieses – im Übrigen leicht verhinderbare – Verbrechen samt der konsequent sabotierten Minsker Friedensvereinbarungen jedoch von US-/NATO-Seite nach Blaupause von Zbigniew Brzezinskis „Einziger Weltmacht“ planmäßig herbeigeführt wurde – dies offen zu sagen, würde jedoch jede Karriere in marktkonformer Demokratie umgehend beenden.

Alle fallen nun also aus ihren guten & gernen Wolken über den Einmarsch Russlands in der Ukraine. Dabei hat der russische Präsident Wladimir Putin bereits im April 2021 vor der Föderalen Versammlung unmissverständlich erklärt: Wenn in der Ukraine „eine rote Linie überschritten wird, die wir selbst festlegen, wird die Antwort asymmetrisch, schnell und hart sein“.

Es waren allerdings nur wir fernsehenden Oktoberfestbürger, die diese Worte überhört haben. Die US-/NATO-Architekten des Ukraine-Putsches haben sie sehr genau registriert – und konnten deshalb auch zielsicher die gewünschte Eskalation herbeiführen, indem sie besagte rote Linie überschritten. Während die Ukraine mit Hitech-Waffenlieferungen aus dem Westen vollgepumpt wurde, EU- und NATO-Mitgliedschaft in Aussicht gestellt wurden (für ein bürgerkriegsführendes Land, das die „Rückeroberung“ der Krim sowie der überwiegend russischstämmigen Donbass-Region als offizielle Politdoktrin festgeschrieben hat), der in der EU gefeierte Selenski jüngst sogar die Anschaffung von Atomwaffen proklamierte, wurde Russlands Wunsch nach Sicherheitsgarantien einfach kühl lächelnd mit „Nö!“ ausgeschlagen. Diejenigen Spindoctoren, die laut eigenem Bekunden bisher 6 Milliarden Dollar in den antirussischen Umbau der Ukraine investiert haben, möchten diese Summe schließlich nicht abschreiben, sondern wollen Return of Investment.

Nun also, wie Prof. Kreiß es formuliert, „der erlösende Schuss“. Wer sich nach Beginn der russischen Militärintervention die Pressekonferenz des US Präsidenten und sein sattsam delektiertes Gesicht angesichts des „Verbrechens“  ansah, über das sich die westliche Welt nun im Gleichschritt empört zeigen muss, der wusste, was es  geschlagen hat. Demgegenüber die Bilder eines zutiefst von Sorgenfurchen durchzogenen Wladimir Putin beim Unterzeichnen der Beistandsdekrete für die ukrainischen Ostbezirke und ebenso verdattert in die Kameras blickende russische Außenminister und Diplomaten. – Von schlichten Gemütern wie dem österreichischen Bundeskanzler Nehammer triumphierend mit „Jetzt lacht Putin nicht mehr!“ kommentiert, dem gleichen nicht-gewählten Bundeskanzler, der in der allgemeinen Bärenjagdeuphorie auch gleich umgehend die Neutralität Österreichs zur Disposition stellte. War schließlich lange genug Frieden im wohlstandsverwöhnten Mitteleuropa. Höchste Zeit, um den Wohlstand, dessen wir ja bereits überdrüssig geworden sind und der uns in vollkommener Dekadenz und Sinnlosigkeit versinken lassen droht, wieder abzuräumen.

Also ich für meinen Teil habe keine Angst vor Putin. Niemand, der ganz bei Trost ist, kann ihm ernsthaft unterstellen, dass er eines der europäischen und NATO-assoziierten Länder erobern will. Ich habe viel mehr Angst vor der von C.J. Hopkins konstatierten „hirnlosen, hassgetränkten Hysterie“, von der sich hierzulande breite Teile der Bevölkerung erfassen lassen und allen Ernstes ein Eingreifen der NATO, also Game Over für uns alle fordern.

So wie das Publikum der Menschenjagdshow im dystopischen Film „Running Man“ nur noch besinnungslos schreit: „Wir wollen Buzzaw!“ (den Kettensägenmetzler).

Nein, natürlich nicht so einen Barbaren, der mit seiner Kettensäge eigenhändig ein paar Opfer tranchiert und Blut spritzen lässt. Wir sind doch die Guten und haben es gerne keimfrei und smart. Uns mundet viel mehr der trockene Humor eines Comedians wie Selenski, der bereits alle knapp 30 NATO-Staatschefs durchtelefoniert hat, um sie zum Beginn des Dritten Weltkriegs zu überreden. Bisher haben zwar alle Staatschefs dankend abgelehnt, obwohl ihr Wählerpublikum mit Schaum vorm Mund eine „Bestrafung“ und hartes Vorgehen gegen Russland fordert (laut jüngster Umfrage in Deutschland lt. Focus angeblich 80%). Doch der ukrainische Oligarchen-Held, für den wir demnächst gemäß Altbundespräsident Gauck „frieren“ sollen, lässt nicht locker, tingelt mit seiner virtuellen Armageddon-Tour durch die europäischen Parlamente und erhält dort stehende Ovationen. Wenn wir weiter applaudieren und gelbblaue Fähnchen schwingen, haben wir unsere Führer bald umgestimmt.

Doch in Wirklichkeit ist das gar nicht notwendig. Der Krieg gegen Russland läuft bereits. Dass er zunächst „nur“ auf wirtschaftlicher Ebene erfolgt, macht ihn nicht weniger destruktiv. Die tödliche Potenz von „Sanktionen“, nach denen allseits geschrien wird, ist wohl den wenigsten Followern des Guten & Gernen bewusst. Wirtschaftliche Sanktionen töten. Stets. Im großen Umfang. Und zwar Zivilisten, nicht die Staatschefs, die man weghaben will. Vor allem Kinder, Alte und Kranke. Womöglich werden durch die sanktionsbedingten wirtschaftlichen Verwerfungen und Nahrungsmittelnöte weltweit hunderte Millionen Menschen sterben oder in Elend fallen. Dagegen werden die tausenden zusätzlich getöteten Menschen in Folge der Waffenlieferungen an die Ukraine, nach denen auf „Friedensdemos“ in Berlin geschrien wird, noch verblassen.

Mit den Worten des Pulitzer-Preisträgers Chris Hedges:

„Die Entscheidung, die russische Wirtschaft zu zerstören, den Ukraine-Krieg zur Falle für Russland zu machen und die Herrschaft von Wladimir Putin zu stürzen, wird die Büchse der Pandora öffnen. Die Manipulation der Bevölkerung in einem gigantischen Ausmaß – man denke an Afghanistan, Irak, Syrien, Libyen oder Vietnam – hat seine eigene Zentrifugalkraft. Sie wird jene, die Gott spielen, zerstören.

Der Ukraine-Krieg bringt die letzten Reste der Linken zum Schweigen. Fast jeder schließt sich taumelnd dem großen Kreuzzug gegen die jüngste Verkörperung des Bösen, Wladimir Putin, an, der – wie all unsere Feinde – der neue Hitler geworden ist. (…)  Das ist ein Rezept für einen globalen Krieg. Die Geschichte sowie alle Konflikte, über die ich als Kriegsberichterstatter berichtet habe, haben gezeigt, dass es oft wenig braucht, um den Scheiterhaufen anzuzünden, wenn Militärgehabe beginnt.

(…)
Die Dr. Strangeloves, die sich wie Zombies aus den Massengräbern erheben, die sie rund um den Globus geschaffen haben, sind wieder einmal dabei, neue Kampagnen der industriellen Massenschlachtung in Gang zu setzen. Keine Diplomatie. Kein Versuch, die legitimen Beschwerden unserer Gegner anzusprechen. Keine Eindämmung des grassierenden Militarismus. Keine Fähigkeit, die Welt aus einer anderen Perspektive zu sehen. Keine Fähigkeit, die Realität außerhalb der Grenzen des binären Schemas von Gut und Böse zu verstehen. Kein Verständnis für die Katastrophen, die sie jahrzehntelang orchestriert haben. Keine Fähigkeit dazu, Mitleid oder Reue zu empfinden.

(…)
Jeder Widerspruch wird Verrat sein. Die Jungen werden für die ausgelutschte Rhetorik von Ruhm, Ehre und Vaterland geopfert. Die Schwachen werden leiden und sterben. Die einzig wahren Patrioten werden Generäle, Kriegsgewinnler, Opportunisten, Höflinge in den Medien und Demagogen sein, die nach immer mehr Blut brüllen. Die Todeshändler herrschen wie Olympische Götter. Und wir, eingeschüchtert von der Angst, trunken durch den Krieg, erfasst von einer kollektiven Hysterie, schreien nach unserer eigenen Vernichtung.“

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