Selektion

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Zehn Jahre Nachrichtenspiegel … und ein Ausblick auf die kommende Finsternis

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Samstag, 4.7.2020. Eifel. Ein besonderer Tag heute: es gibt etwas zu feiern! Heute vor 10 Jahren wurde der Nachrichtenspiegel gestartet – mir nur zwei Mann. Die beiden sind immer noch dabei, wobei ich zugegebenermaßen seltener hier bin, was einem ausuferndem Arbeits- und Familienleben geschuldet ist – und dem Verlust meines alten Heimes in 2015. Zehn Jahre lang haben wir die politischen und gesellschaftlichen Ereignisse der Bundesrepublik Deutschland begleitet – und wer hätte schon gedacht, dass wir heute mitten in einer Katastrophe stecken?

Nun – über die laufende Katastrophe hatten wir eigentlich regelmäßig berichtet, ich alleine hier in knapp 1400 Essays, die immer länger geworden sind, weil immer mehr Informationen verknüpft werden mussten. Schon recht früh begegnete mir die Perspektive, dass der demokratische Prozess in einem Land recht leicht durch eine Virusepedemie ausgehebelt werden kann, der texanische Radiomoderator Alex Jones hatte dies in Zusammenhang mit den Fema-Camps in den USA hervorgehoben – diese Camps haben nie die Funktion erfüllt, die er ihnen angedichtet hat, ein Beispiel dafür, wie die „freie Graswurzelpresse“ daneben liegen kann – und sie liegt immer öfter daneben, beinahe wöchentlich werden auch dort neue Säue durch die Dörfer getrieben, versehen mit tausend Fragezeichen, weil man gemerkt hat, dass man Geld mit Schreiben verdienen kann – bzw. mit der Werbung für sein You-tube-Video. Es ist immer ein zweischneidiges Schwert, mit Aufklärung Geld für den eigenen Lebensunterhalt verdienen zu müssen: man tendiert automatisch dazu, sein Schreiben anzupassen, damit man nicht aneckt, damit man möglichst viele Vorurteile bedient, um Zuschauer und Leser zu gewinnen, kommt noch Werbung dazu, schielt man immer mit einem geheimen Auge auf die Anzeigenkunden: da läuft dann schon automatisch viel Zensur, ohne dass man eine große Verschwörung vermuten muss.

Nun meine ich mit der laufenden Katastrophe nicht diese Virengeschichte, sondern den sterbenden Kapitalismus, der mal wieder sein Ende erreicht hat. Immer, wenn er sein Ende erreicht, bekommt er dieselben Probleme: es ist zu wenig Geld für die Gier der Kapitalisten da – und es gibt immer eine wachsende Zahl von Menschen, für die kein Geld mehr übrig ist: die „viel-zu-vielen“, von denen Nitzsche schon gesprochen hat und die als solche immer gerne durch die Salonzirkel der Superreichen gereicht werden, es sind jene, für die auch ein Karl Marx keine Sympathie hatte: das Lumpenproletariat, wie er es genannt hatte – dem gehören heute die Mehrzahl der Bürger an.

Diese Virenepedemie haben wir nun weltweit, aber Alex Jones hat sich geirrt: die Fema-Camps kommen nicht zum Einsatz. Wozu auch: die Existenz des Virus selbst spaltet die Bevölkerung mehr als jede politische Position zuvor, genau genommen ist es sogar schon ein Wahnsinn an sich, dass aus einer Naturkatastrophe ein politischer Aufreger der Extraklasse gemacht wird – aber soweit denkt kaum noch einer. „Pro-Virus“ und „Contra-Virus“ beherschen das Land, als würde das eigene Überleben davon abhängen, die Flüchtlingsdebatte, das Genderproblem, der Veganismus oder die normalen politischen Debatten der Vergangenheit versinken dagegen in die Bedeutungslosigkeit, Familien brechen auseinander. alte Freundschaften vergehen: wer wie zum Virus steht, wird zur Existenzfrage. Natürlich nicht zu Unrecht: das Virus kommt zur rechten Zeit, kaschiert den Zusammenbruch eines heiß gelaufenen Kapitalismus, der jenseits aller Marktlogik nur noch für eine Minderheit von Reichen arbeitet, während immer mehr Menschen in den Industriestaaten in Armut versinken. 14,5 Millionen Deutsche allein landeten insgesamt von 2006 bis 2016 in Hartz IV (siehe Spiegel): Enteignung des ganzen Vermögens inbegriffen. Reiseverbote und Isolation sind seit der Agenda 2010 normal für die von der Wirtschaft aussortierten „Minderleister“: die brauchen keinen Virus, um Quarantäne zu erleben, das besorgt schon die Armut selbst.

Ich habe nun andernorts auch ein wenig über den Lugano-Report geschrieben: er stammt aus dem Jahre 2000, geschrieben von der 1934 geborenen Politikwissenschaftlerin Susan George, die zu der Zeit Vizepräsidentin von Attac-Frankreich war und sich eine besondere Aufgabe gestellt hat: sie schreibt einen Bericht einer fiktiven Kommission, deren Aufgabe es sein soll, den Kapitalismus im 21. Jahrhundert zu retten. Dieses Buch zwanzig Jahre später zu lesen, führt zu verblüffenden Erkenntnissen: es sieht so aus, als würde diese Kommission nicht mehr fiktiv sein, als würden die Maßnahmen zur Rettung des Kapitalismus in der Tat so durchgeführt, wie von Frau George beschrieben: die Atomisierung der Bevölkerung der Länder in kleine Fraktionen, die sich lediglich um ihre eigenen kleinen Rechte kümmern, inbegriffen: man sieht sich primär als Frau, als Homosexueller, als Andersgläubiger, als Veganer – aber nicht mehr als Staatsbürger und Souverän des Landes. Überraschend, dass die Zunahme der Weltbevölkerung seit dem Lugano-Report wirklich abgenommen hat: seit 2015 nimmt das Wachstum ab, wir pendeln uns unter 8 Milliarden ein (siehe Statista): das reicht natürlich noch nicht – der Lugano-Report klärt unmissverständlich darüber auf, dass wir wieder auf vier Milliarden Menschen zurückfallen müssen, als bevölkerungsreduzierende Maßnahmen werden Eroberung, Krieg, Hunger und Seuchen propagiert, wobei Seuchen ganz vorne stehen. Im Mai 2009 trafen sich übrigens in New York eine Reihe von führenden Großkapitalisten (Milliardären), um sich über das Problem der Überbevölkerung zu unterhalten, sie gründeten „the good club“ (siehe guardian). Womöglich hat dieser Club ja dann in Folge einige Maßnahmen eingeleitet, die … nun ja … das Problem der Überbevölkerung angingen?

Erinnern Sie sich noch an den Sommer letzten Jahres? Da waren 114 Privatjets zur Google-Klimakonferenz angereist (siehe FAZ). Es war das siebte Jahrestreffen der „globalen Elite“, zu der seit einiger Zeit auch Schauspieler gezählt werden, von denen noch keiner Milliardär ist. Thema war: Klima, und zufälligerweise kam dann Ende des Jahres ein Ereignis, das in der Tat drei Monate später für sauberen Himmel sorgte: das Corona-Virus. Persönlich kam es mir ganz gelegen: endlich kann ich mal wieder blauen Himmel fotografieren – ohne diese schmierigen weißen Balken, über die man auch schon gar nicht mehr reden darf. Zufällig verschaffte dieses Virus dem Klima bzw. den Interessen der Klimakonferenz eine dringend benötigte Atempause. Nun ja – Zufall.

2020 nun wird das Wendejahr sein. Das merkt ja eigentlich jeder – und man kann ja auch kaum dem neuen Narrativ entkommen, das belegt, das wir eine „neue Normalität“ bekommen werden. Dieses Narrativ kam schon sehr schnell in Umlauf, eine ganze Reihe von Wasserträgern der Elite brachte es in Umlauf, das Volk wurde darauf dressiert, dass die guten alten Zeiten nun vorbei sein werden, man darf jetzt noch einmal nach Mallorca (nur die Deutschen, keine Festlandspanier) und wenn man dann zurückkommt, hat man sich auf die neue Normalität eingestellt.

Was sie bringt, die neue Normalität?

Nun: Selektion.

Ich kann nun keine medizinische Beurteilung des Corona-Virus abliefern, bin auch nicht in der gesegneten Lage, es ignorieren zu können, weil zu viele Betroffene in meiner eigenen Lebensumgebung existieren (wir leben nun mal wirklich nicht sehr weit weg von Gangelt, wo es so heftig war – und ich habe Augenzeugenberichte vor Ort studieren dürfen, auch von jungen, überlebenden Patienten: das muss wirklich schon heftig gewesen sein), wenn es wirklich schon Anfang 2019 im Abwasser in Spanien nachweisbar war, dann bricht natürlich die offizielle Geschichte in sich zusammen – ich habe allerdings auch noch nie so viele Lügengeschichten im Bereich der „alternativen Wahrheiten“ wahrnehmen müssen wie derzeit (angefangen mit der vor zehn Jahren noch völlig unvorstellbaren These, dass die Erde nun doch eine Scheibe sei) – so viele, dass ich inzwischen den Mainstream-Medien mehr traue als den Alternativen. Was ich aber machen kann: ich kann seine Funktion in der Gesellschaft beschreiben – eine Funktion, die momentan noch niemand (soweit ich sehen kann) auf dem Schirm hat.

Selektion – das alte Unwort, das gleich an Auschwitz erinnert: und in der Tat ist es wichtig wie nie, dass wir uns an diese Zeiten erinnern. Schon durch Hartz IV kamen auf einmal Schlagworte auf, die wir längst vergessen hatten: Menschen wurden durch Ministerien wieder „Parasiten“ (siehe z.B. Stern), wer nicht arbeitete sollte auch nicht essen (A. Hitler bzw. F.Müntefering) – man erinnere sich daran, dass „der Schoß noch fruchtbar ist, aus dem dies kroch“ (B. Brecht, 1941).

Was ich wahrnehme – als „Risikopatient“  auch an eigener Person – ist, dass es Maßnahmen von Firmen gegen die unliebsamen Risikopatienten gibt. Man würde sie gerne loswerden. Ärzte bestätigen mir, dass diese Bewegung in der ganzen Wirtschaft beobachtbar ist: ich sammle aber da noch Daten. Die nächste Selektion der „Minderleister“ erfolgt sehr geschickt: nur die teuersten der Handys können diese angeblich so tolle „App“ installieren, mit deren Hilfe man irgendwie Corona-Infizierte anpeilen kann. Das Konzept habe ich noch nicht ganz verstanden: angeblich kommen die Infizierten doch in Quarantäne – und welcher Infizierte weiß schon, dass er infiziert ist und gibt das in das Handy ein? Aber es geht ja vielleicht gar nicht um Corona, sondern … um einen Umbau der Gesellschaft im Sinne des Lugano-Reports zur Rettung des Kapitalismus im 21. Jahrhundert. Schon gibt es laut Bild-Zeitung (verlinke ich hier nicht) die ersten Konzertveranstalter, die fordern, dass nur Besucher mit App eingelassen werden. Die mit Judenstern … also: die ohne App und ohne Geld …. bleiben draußen. Ich denke: das wird sich jetzt so weiter fortsetzen, bis die risikofreien, leistungsfreudigen Übermenschen von den „anderen“ sauber getrennt sind.

Die Zahl der Risikopatienten wird immer größer, fast von Tag zu Tag: je mehr Wirkungen dieses Virus auftauchen, umso größer wird die Zahl der Risikopatienten, die es besonders zu schützen gilt, in dem man sie wegsperrt – was in Altenheimen ja schon geschehen ist. Und dass Alte und Kranke nicht mehr als besonders schützenswert gelten, haben wir in den letzten Monaten ja deutlich erleben müssen: quer durch die Gesellschaft empörte man sich darüber, dass man „denen“ zuliebe Lasten zu tragen hatte, die doch sowieso bald sterben würden: ein historischer Bruch innerhalb der letzten 3000 Jahre christlich-jüdischer Kulturgeschichte, den kaum einer bemerkt hatte: menschliches Leben an sich war wieder angreifbar geworden, fing an, zur Verfügungsmasse der Unmenschen zu werden: schlimmer kann es eigentlich gar nicht mehr werden – der Mensch wird dem Menschen zum Wolf, zum Feind, zum Menschenfresser.

Nun ja – immerhin kann ich sagen: wir haben es vorhergesagt.

Nun läuft es ab.

Unaufhaltsam.

Die Menschen hatten ja Zeit, sich darauf vorzubereiten.

Jeder hatte die Gelegenheit, vorzusorgen und sich ein paar Millionen an die Seite zu legen, um sich aus dem Reich der Minderleister zu verabschieden.

Viele haben auf diese Chance verzichtet. Jedenfalls stellt man es in gewissen Kreisen schon so da.

2020 wird als das Jahr in die Geschichte eingehen, in der es „gekippt“ ist, in der die Strömung Oberhand gewann, die wir hier in den letzten zehn Jahren beschrieben haben – wir und viele andere mit uns: als worst-case-Szenario. Ich persönlich hätte mir gewünscht, dass ich mich geirrt hätte: ich habe Kinder, die Zukunft brauchen. Es wird sich auch nicht mehr lohnen, über die Netzwerke zu berichten: die Montpellier-Society kam schon in einer Satire-Sendung des ZDF, die Bilderberg-Konferenzen sind in aller Munde (aber immer noch geheim) und der Bohemien Grove – über den wir ohne Alex Jones nichts wissen würden – ist wieder weit jenseits der öffentlichen Wahrnehmung … obwohl dort die Politik der Welt gemacht wird.

Nun wäre im Prinzip die Zeit des Schreibens vorbei: die Zeit des Handelns ist gekommen. Die kurze Geschichte von Widerstand2020 zeigt, dass Handeln derzeit unmöglich ist: die atomisierte Gesellschaft ist nicht mehr konsens- oder bündnisfähig, jeder zieht „sein Ding“ durch. Ich habe drei Stunden mit der Gründerin Viktoria Hamm telefoniert: ein feiner Mensch, der viele hätte vereinen können – an ihr hat es nicht gelegen.

Nun denn: wenn wir die Zukunft nicht ändern wollen, werden wir lernen müssen, sie zu erdulden.

Ich hoffe sehr, dass ich – bevor die Lagerhaltung für Risikopatienten Realität wird – noch Zeit finde, ein wenig darüber zu schreiben.

 

 

 

2016: Deutschlands Ruck nach Rechts. Über AfD, Hartz IV und Heinrich Himmler.

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Montag, 5.9.2016. Eifel. Kennen Sie Himmler? Heinrich. Heinrich Himmler, ja genau. Reizender Mann. So sensibel.  Gymnasiast, Burschenschaftler (Apollo München, die existiert heute – nach Fusion mit zwei anderen Burschenschaften – als Burschenschaft Franco Bavaria). Erinnere mich noch heute an eine Geschichte aus dem Geschichtsfernsehen über ihn. Er besuchte Massenexekutionen in Polen oder Russland (oder sonstwo, die gab es damals überall) und – wirklich – etwas Hirn von einem Erschossenen fiel auf Heinrichs frisch gewichste Stiefel. Was hat der gekotzt. Säuberungsaktionen organisieren, Massenmord verwirklichen: kein Problem für Heinrich – aber Hirn auf dem Stiefel: da hört der Spaß auf. Wie kam ich jetzt auf Himmler? Ach ja, richtig, in Deutschland wurde wieder einmal gewählt. Diesmal in Mecklenburg-Vorpommern. Das Bild ist klar: es gibt nur Verlierer – und einen Gewinner – die AfD. Leider gibt es Blog.de nicht mehr, dort hatte ich 2009 geschrieben, dass dies die logische Folge eines Sozialstaatsabbaus ist – und ebenso hatte Otto Graf Lambsdorff (FDP – nicht etwa „Kommunistischer Bund Westdeutschland) argumentiert. Ja – es gab damals häßliche Beschimpfungen … ich würde doch wohl nicht alle Arbeitslosen für „rechts“ halten. Nein, das tat ich auch nicht, aber mir war klar, dass sie – nach ihrer Enteignung und der Aberkennung zentraler Bürgerrechte – nach Gerechtigkeit in einem Land rufen, das versprach, Demokratie zu sein; und mir war klar, dass es Gestalten geben wird, die ihren Zorn, ihre Frustration, ihre Enttäuschung missbrauchen werden.

Akutell ist es der Armutsforscher Christoph Butterwege, der klare Zusammenhänge zwischen den Erfolgen der AfD und der „Agenda 2010“ erkennt – jenem Gesetzeswerk, das aktuell eher als „Hartz IV“ bekannt ist (siehe Deutschlandfunk).

Was man selbst heute noch kaum glauben kann: nur ein Bruchteil der Arbeitslosen hat ihren Arbeitsplatz selbst abgebaut, das machten die Konzerne (und der Staat selbst – mit einem Stellenabbau in Millionenhöhe) ganz ohne Rückfrage, weil sie lieber in China (dem alten, kommunistischen Klassenfeind) produzieren ließen als in Krefeld. Bestraft für diesen Stellenabbau wurden dann die, die ihre Stelle verloren hatten, was zu der absurden Situation führte, dass Erwin Schulz (fiktiver Charakter ohne Ähnlichkeit mit lebenden Menschen), 48, Einkaufsleiter für Stoffe eines mittelständischen Bekleidungsunternehmens nach dem Auflösen seiner Firma auf der Straße stand – mit Millionen anderen – und hauptverantwortlich für die Folgen der Globalisierung gemacht wurde. Der Sozialstaat, die Gemeinschaft der Versicherten, für die er dreißig Jahre lang bezahlt hatte, lies ihn im Regen stehen – aufgrund staatlicher Anweisung. Angeführt wurde dieser Griff nach den Versicherungsleistungen von Sozialdemokraten und Grünen, ein klassischer Verrat an ihren Wählergruppen (wie auch die Bombenangriffe auf Jugoslawien).

Vielleicht haben sich einige Wähler sogar erst kurz umentschlossen: es gab ja wieder neue Gesetze, die während der sportlichen Ablenkungsevents durchgewunken wurden. Es gibt nun einen neuen Straftatbestand (ja – modern heißt das „Sanktionen“), der nennt sich „sozialwidriges Verhalten“ (siehe Spiegel)- und ist so schwammig definiert, dass er schlichtweg alles beschreiben kann, was dem Fallmanager gerade nicht passt. Die Folge einer Bestrafungsaktion? Das Opfer muss seine Versicherungsleistung für drei Jahre zurückzahlen. Gestattet sind Ratenzahlungen, die seinen Lebensunterhalt 30 Prozent unter das Existenzminimum senken. Ein spannender Feldversuch: welche Krankheit wird wohl aufgrund welcher Mangelernährung zuerst durchbrechen, da der Delinquent erstmal drei Jahre durchhalten muss, wird man auch Daten darüber erhalten, ab wann er zur Selbstentleibung neigt. Gilt auch – wie der Spiegel explizit beschreibt – für alleinerziehende Mütter mit Kindern.

Man denke sich mal folgenden Fall: Jobvermittler vermittelt Frau ins Rotlichtmillieu (z.B. in Aachen schon geschehen, jener Stadt, in der Graf Lambsdorff geboren wurde), die sagt „Nein, igitt!“ – und wird für drei Jahre dem Feldversuch „Unterversorgung“ zugeordnet … samt ihrer Kinder. Gleiches kann Erwin Schulz geschehen, der infolge des Jugendwahns in deutschen Unternehmen keine Anstellung bekommt und mit seinem Bandscheibenvorfall zum Straßenbau geschickt wurde … wie jener Einarmige, den man in Dortmund zum Müllsammeln geschickt hatte und der den Müllsack halt mit den Zähnen halten sollte. Sagt er „Nein!“ – darf er hungern. Ja – auch Lebensmittelgutscheine müssen dann zurückbezahlt werden … von Menschen, die man schon bis aufs Hemd ausgeplündert hat. Die Politik mag Spaß und Freude an solchen Aktionen haben – der Bürger jedoch sieht Unmenschlichkeit, Asozialität und Ungerechtigkeit wie eine giftige Fäulnis durch den Staatskörper wachsen und will auf jeden Fall, dass das wegkommt – egal durch wen. Immerhin steht „Demokratie“ und „Sozialstaat“ auf der Produktbeschreibung.

Mehr und mehr bricht sich ein Denken Bahn, das „Vermarktbarkeit“ als höchste Qualität eines Menschen beschreibt. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ – das wurde uns von den Vätern des Grundgesetzes mit auf den Weg gegeben, nicht als inhaltsleeres Geschwätz und lebensferne Philosophie sondern als Resultat einer historischen Epoche, die die Würde des Menschen maximal in den Schmutz getreten hat. Gerne verweise ich auf Götz Aly´s „Hitlers Volksstaat“ (Fischer Verlag, Taschenbuchausgabe, 2.Auflage Frankfurt 2011), um noch mal die Methoden zu erinnern: erst wurden die Juden enteignet und entlassen, ihre Geschäfte wurden geschlossen, ihre Vermögen von einem Fond verwaltet, der den deutschen Staat finanzierte. Dann, nach dem man ihnen alles genommen hatte außer das nackte Leben, wurden sie auf einmal lästig, weil sie sich ja nicht länger selbst finanzieren konnten – ohne Job ist das in einer kapitalistischen Wirtschaftsordnung mit gewissen Problemen verbunden. Schnell kam das Wort von „Parasiten“ auf (nein, damals nicht von der SPD, deren „Superminister“ hat das nur wieder neu auf den Tisch gebracht – siehe z.B. Stern), weil sie als „unnütze Esser“ ja „allen nur auf der Tasche lagen“ – so dass man sie letztlich still und heimlich komplett entsorgte, ohne dass jemand sich groß darüber beschwerte – wieso auch, es gab Häuser, Grundstücke, Geschäfte, Möbel, Kleidung und Geschmeide zum Schnäppchenpreis.

Ja, ich weiß: man soll nicht die heutige Zeit mit der NS-Zeit vergleichen – so jedenfalls argumentieren führende Juden. Und ich gestehe ja: ich bin ein Judenfreund, schätze ihre Musik, ihre Kultur, ihre geistige Größe und den gewaltigen Impuls, den ihre Religion vor 3000 Jahren in die Weltgeschichte getragen hatte, als die griechische Philosophie noch verzweifelt gegen eine im Alltag enorm belastende und beängstigende Vielgötterei ankämpfte … eine Angst, die auch im Katholizismus noch fortlebte und erst langsam überwunden wird. Nur … auch als Judenfreund muss ich sagen: wir dürfen nur aus Angst vor einer Verharmlosung des Holocaust nicht den neuen wieder möglich machen – und unsere neue Wirtschaftsordnung hat nun mal die „Ballastexistenzen“ wieder eingeführt … und das macht Angst, dass sie halt logischerweise ebenso entsorgt werden könnten wie frühere „Ballastexistenzen.“

Genau – so kam ich auf Himmler.

Deutschland hatte ja viele Pläne mit den eroberten Gebieten im Ausland. Alles stand unter dem Gebot der absoluten Effizienz und Nützlichkeit des Menschenmaterials. Es gab „Richtlinien für die Eindeutschung polnischer Familien des SS-Führers im Rasse- und Siedlungswesen beim Höheren SS- und Polizeiführer/Südost“, die erklärten, was für die Eindeutschung verlangt wurden (siehe Götz Aly, Vordenker der Vernichtung, Fischer Taschenbuchverlag, 5. Auflage 2004, Seite 139):

„Die Famillie muss durch Haltung, Fleiß, Sauberkeit und Gesundheit, auch bei ärmlichen Verhältnissen, aus der übrigen polnischen und volksdeutschen Bevölkerung hervorstechen“.

Ja – die Hervorhebung des „und“ steht im Original. Schon damals ein Akt der Globalisierung: deutsche Arme mussten mit polnischen Armen um die Wette putzen, um den Führerpreis für Sauberkeit (und die deutsche Reichsbürgerschaft) zu bekommen.

„Entscheidend bewerte der RKF Aufstiegswillen und Anpassungsbereitschaft, nicht etwa Merkmale der nationalen Herkunft. Dazu sagen die Richtlinien ausdrücklich: „Fehlende Deutsche Sprachkenntnisse oder politische Vergangenheit sind keine Hinderungsgründe““

RKF? „Reichskommissar für die Festigung des deutschen Volkstums“. Name? Heinrich Himmler. Aufstiegswille und Anpassungsbereitschaft? 2016 Grundforderung jedes Personalverantwortlichen.

Das Ziel: der Versuch, „eine in ihrem sozialen, infrastrukturellen und wirtschaftlichen Gefüge möglichst effiziente Gesellschaft mit Gewalt und auf Kosten anderer Menschen zu verwirklichen.“ (siehe Aly, Vordenker, Seite 126-127).

Eine Aufgabe, der heute führende Unternehmensberatungen nachkommen. Erstaunlich – jedenfalls für mich – wie wenig Rassismus, Hass, Wahn oder reine Idiotie in der Planung der Umorganisation der europäischen Gesellschaften zu finden sind – dafür aber klassische, moderne Maßstäbe für die gewinnoptimierende Organisation von Arbeit und Staat. Kein Wunder, dass die RKF-Zentrale in Berlin von einem erfolgreichen Unternehmer geleitet wurde. Lauschen wir dem Herrn Aly noch etwas weiter:

„Im Mittelpunkt der Arbeit des RKF stand also Bevölkerungspolitik – positive und negative, ihre Opfer wurden diskriminiert und „ausgemerzt“, ihre Nutznießer priviligiert und gefördert.“ (Aly, Vordenker, Seite 127)

Also – nicht fanatischer Rassenwahn … sondern nüchterne betriebswirtschaftliche Kalkulation.

Der Reichskommissar hatte eine gewaltige Macht inne, RKF hatte direkte Befehlsgewalt über Polizei, SS und allen Hauptämtern (Aly, Vordenker, Seite 129). Er betrieb eine Politik der „Eindeutschung“ im besetzten Polen, bei der „wertvolles Menschenmaterial“ „abgeschöpft“werden sollte.

„Der RKF orientierte sich dabei weit eher am ökonomischen Nutzen als an einem fundamentalistischen Verständnis der Nazi-Ideologie“ (Aly, Vordenker, Seite 135) – wobei man meines Erachtens nach nicht vergessen sollte, dass die Reduzierung des Menschen auf seine reine Nützlichkeit (auch als Goldzahn- und Haarlieferant) jenes Moment war, dem wir den ersten Absatz unseres Grundgesetzes über die unantastbare Würde zu verdanken haben.

Wer konnte kein Deutscher werden?

„Geisteskranke, soziale Schwache, noch aktive Kommunisten, in Mischehe lebende oder sonstwie Unangepasste“ (Aly, Vordenker, Seite 139), wobei man „sonstwie Unangepasste“ auch wie folgt übersetzen kann: „Menschen mit sozialwidrigem Verhalten“.

Also – ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mir läuft es kalt den Rücken herunter, wenn ich diese Passagen lese. Warum? Nun – ich bin 56 Jahre alt, chronisch krank und nicht mehr sonderlich effizent einsetzbar.

Extra für mich gibt es da einen Passus aus den Jahren 1942/43 – für Menschen über 45.

„Das deutsche Volk belastet sich mit derartigen Personen, nicht nur in bevölkerungspolitischer Beziehung (Hypothek des Todes nach Burgdörfer), sondern auch rein sozial. Die betreffenden Perosnen sind in den wenigsten Fällen voll arbeitseinatzfähig, und, da sie fast keine Nachkommen mehr erwarten lassen, nur eine überflüssige Belastung des Volkskörpers“. (Aly, Vordenker, Seite 140).

Ja – Menschen über 45 sind „Kosten auf zwei Beinen“. Das haben viele Arbeitslose schon am eigenen Leib erfahren.

Himmlers Kriterien und Karteien für die Eindeutschung (auch: „Bekenntnis zum deutschen Volkstum) werden übrigens heute noch bei Imigranten angewandt, dazu gibt es ein Arbeitsbuch für Behörden, Gerichte und Verbände geschrieben von einem Vizepräsident des Bundesverwaltungsamtes (siehe Aly, Vordenker, Seite 146). Er erhiel 2004 das Bundesverdienstkreuz. Damit kann man leben – so etwas fällt den staatsfinanzierten, modernen „Kämpfern gegen Rechts“ nicht auf, die „kümmern“ sich lieber um Friedensfreunde, Kapitalismuskritiker, Impfskeptiker und Gegner der Genmanipulation, sogar die Verwendung des Begriffes „Ukraine-Krise“ soll einen schon als „Nazi“ entlarven (siehe Amadeu-Antonio-Stiftung). Da ist sie wieder: die Hetzjagd auf „sonstwie Unangepasste“.

Und ich soll mir Sorgen um die AfD machen?

Wissen Sie, was mir wirklich Sorgen macht? Das in unserem Land eine Behörde existiert, die Menschen selektiert, Menschen, wie jene schwerbehinderte, dreiundfünfzigjährige, einarmige Frau, die nach Operation der verbliebenen Hand nicht mehr genügend Bewerbungen zwecks Arbeisaufnahme schreiben konnte. Das Jobcenter sanktionierte sie zu 100 Prozent. Das Sozialgericht Karlsruhe rettete ihr dann das Leben (siehe juris). Noch wirken die Mechanismen, die die Siegermächte in Deutschland installiert haben, um einen neuen Horror zu vermeiden – doch der Wille des Gesetzgebers verheißt da nichts Gutes für die Zukunft, „sozialwidriges Verhalten“ ist so schwammig und beliebig auslegbar wie „sonstwie Unangepasste“.

Die Effektivität der Jobcenter bezüglich der Integration in den Arbeitsmarkt wurde übrigens aktuell im Rahmen einer Doktorarbeit untersucht. Das Ergebnis? Niederschmetternd. Jobcenter behandeln ihre Kunden (also: den Einkaufsleiter Erwin Schulz) wie kleine Kinder (siehe Zeit)

„So wie die Hilfe derzeit angelegt ist, richten die Jobcenter großen Schaden an. Sie machen mehr kaputt, als dass sie helfen. Das ist ein ganz zentrales Ergebnis meiner Arbeit.“

„Ihre komplette bisherige Berufsbiografie wird vom Amt entwertet. Das sind ja alles Erwachsene, mit einer eigenen Lebens- und Berufserfahrung. Man könnte diese Erfahrung als Basis nutzen, aus der sich etwas Neues entwickeln kann. Aber in der standardisierten Fallbearbeitung der Jobcenter findet sie gar nicht mehr statt. Die Erfahrungen der Leute werden als Defizit angesehen, als etwas, das es zu beheben gilt.“

Mag man den Fall der einarmigen Frau noch als Ausrutscher ansehen, so erkennt der Experte hier System. Keine Boshaftigkeit – aber serielle Unfähigkeit. Möchten Sie mal etwas über diese „Defizite“ hören? Eine Akademikerin hat sie aufgelistet (siehe Blätter):

„Dann kündigt er an, ohne mir in die Augen schauen zu können, dass ich entweder eine der angebotenen Hilfstätigkeiten annehmen oder an einer „Maßnahme“ (sein Vorschlag lautet auf Umschulung zur kaufmännischen Fachkraft, sprich: Sekretärin) teilnehmen müsse (womit ich prompt aus der Statistik fiele), damit wir die „Eingliederungsvereinbarung“ unterschreiben könnten. Ich frage, in was ich eingegliedert werden soll. Wie er meinem Lebenslauf entnehmen könne, sei ich bereits vollständig in das akademische Leben eingegliedert, werbe immer wieder erfolgreich Forschungsgelder ein, habe lange an verschiedenen Hochschulen unterrichtet, publiziere regelmäßig, halte international Vorträge, arbeite an einem Buch, organisiere aktuell eine internationale Konferenz. Nur eben immer wieder ohne einen Cent Gehalt. Nicht weil ich beschäftigungslos sei, sondern weil ich selbstständig, das heißt nicht als Mitarbeiterin eines professoral geführten Teams, Projekte einwerbe, der Kampf um Drittmittel in der Abwesenheit von Stellen und der anständigen Bezahlung für Lehre immer absurder werde, und damit die Abstände zwischen bewilligten Projekten immer länger, säße ich hier. Was er mir vorschlage, sei faktisch eine Zwangsausgliederung aus dem wissenschaftlichen Leben.“

Geschichten einer Fachkraft im Landes des Fachkräftemangels. Fachkraft mit Doktortitel: mit Steuergeldern hochqualifiziert, um im Anschluss mit Steuergeldern zur Erdbeerpflückerin dequalifiziert zu werden – wie sie selbst schildert. Arbeitet regelmäßig – nur zahlt der Staat pro Halbjahr nur noch 280 – 700 Euro für den Lehrauftrag. Die Verantwortung für diese fachkräftefeindliche Politik schiebt man der zukünftigen Sekretärin zu.

Auch in den Gerichten ändert sich einiges. Kennen Sie Jan Robert von Renesse? Er ist Richter. Wollte Holocaustüberlebenden Renten zuerkennen – und reiste persönlich zu den alten Menschen, um ihre Geschichen anzuhören. Das Bundessozialgericht gab ihm Recht – immerhin gab es jede Woche Tote, die keine Rente mehr bekommen konnten – und mit der deutschen Bürokratie nicht zurecht kamen. Seine engagierte Arbeit brachte ihm einen negativen Vermerk in die Personalakte und aktuell eine Anklage wegen „Rufschädigung der Sozialgerichtsbarkeit“ (der ganze Fall: siehe Zeit). Das macht Sorge, wenn man in die Zukunft schaut: ein Drittel der Jurastudenten einer Uni waren nach einer Befragung für die Todesstrafe. Grund für diese – weit außerhalb unserer Verfassung liegender – Verrohung? Die Medien (siehe Spiegel):

„Ein Grund ist sicher, dass in den Medien sehr viel und mit oft drastischen Bildern über schwere Verbrechen berichtet wird und auch in TV-Serien oder Filmen Kriminalität eine inzwischen übergroße Rolle spielt. So etwas löst in vielen Zuschauern Mitleid mit den Opfern aus – und daran anknüpfend oft Wut und Vergeltungswünsche gegen die Täter.“

So argumentiert jedenfalls ein Kriminologe.

Zurück zur AfD. Zurück zum „Ruck nach Rechts“. Augenblicklich werden die Erfolge dieser Partei auf das Thema „Flüchtlinge“ reduziert – obwohl Merkel schon drastisch zurückgerudert ist und diese Menschen bald übel im Regen stehen werden (dazu später mehr … möchte dazu noch ein paar Wochen die Entwicklung beobachten). Was völlig ausgeblendet wird: dass es immer mehr Menschen gibt, denen egal ist, wer die Verhältnisse mit welchen Mitteln ändert – Hauptsache ist: sie werden geändert. So erklärt sich auch der Erfolg eines Donald Trump in den USA. Für viele Menschen ist die Lage so übel, dass sie alles in Kauf nehmen würden, um „das System“ zu verändern – und die Jobcentermitarbeiter müssen per Gesetz täglich daran arbeiten, dass es immer mehr werden – sonst landen sie umgehend auf der anderen Seite des Schreibtisches.

Darf ich nochmal daran erinnern, wie groß die Reichweite dieser Behörde inzwischen ist? 2012 waren es 42 Millionen Datensätze (halt nicht nur Arbeitslose, sondern auch alle, die in ihrem Umfeld standen – zur Zahl siehe Welt). Das macht keinem Sorge?

Hätte man noch etwas Empathie – man würde Erwin Schulz verstehen, erkennen, wie er sein Land erlebt, jenes Land, in dem Leute, die auf Steuerkosten leben, mit 56 in Rente gehen und bestimmen, dass jene, die nicht auf Kosten des Steuerzahlers leben, bis 70 Steuern erwirtschaften müssen (siehe Epochtimes).  „Es muss erst alles anders werden, bis es besser werden kann“ – und treu diesem Spruche (zugeschrieben Georg Christoph Lichtenberg) wurde in Mecklenburg Vorpommern gewählt. Und wäre auch ohne „Flüchtlinge“ gewählt werden, denn: was die AfD hauptsächlich verspricht ist: sie fegen die alten Säcke weg. Und wenn wir nicht bald zu klassischen westlichen Werten wie Vernunft, Nächstenliebe und Verantwortung zurückkehren, werden wir bald 50 Prozent für diese Partei erleben – dazu braucht die sich weiterhin nur opportunistisch verhalten und den Zeitgeist richtig erkennen.

Und den über die Wirtschaft einsickernden Altfaschismus („Kosten auf zwei Beinen“) können die dann perfekt ausleben. Und wenn es die AfD nicht macht … dann eben eine andere Gruppierung. Wir säen mit unserer „Sozialpolitik“ täglich genug Hass, dass die Saat irgendwann aufgehen wird.

 

 

 

 

Schule – wie Staat Kinder zerstört: über moderne Selektionsrampen und ihre tödlichen Folgen. Bekenntnisse eines Lehrers.

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Montag 29.8.2016. Eifel. Nun – seit einer Woche ist wieder Schulanfang. Zeit, über einen Fehler zu reden. Meinen Fehler. Den größten Fehler meines Lebens. Jene Entscheidung, mit der ich alles verraten habe, wofür ich damals als Jugendlicher stand. Auch heute noch ist es mir extrem peinlich, darüber zu reden, aber wenn ich mir anmaße, über Schule zu reden, muss ich zuvor ein Geständnis machen: ich habe eine Ausbildung als Gymnasiallehrer. Da stellt sich natürlich gleich die Frage: warum? Wegen den Ferien? Der Verbeamtung? Dem lockeren Job? Nun – nein. Ich wollte nie Lehrer werden. Im zarten Alter von 15 Jahren hatte ich beschlossen, Philosophie zu studieren – das war mein Lebensziel. Egal, was danach kam – und wenn es eine lebenslange Existenz als Obdachloser bedeuten sollte (so idealisiert kann man ja in solchem Alter schon mal sein) – das Ringen um Weisheit und Wahrheit faszinierte mich, das kreative Spielen mit Perspektiven, die Analysen, die über den Tellerrand der sonstigen Fachwissenschaften weit hinausgingen: Philosophie war nach der Lektüre einiger Schriften von Platon meine Leidenschaft geworden, während um mich herum alles nach Banker- und Politikerkarrieren schrie. Ja – so war meine alte Schule, ein Kollegschulversuch, den ich mir mit 14 Jahren selbst ausgesucht hatte, zum Erschrecken meiner Eltern fuhr ich allein in die ferne Stadt, um dort mein Glück zu machen und ein Angebot anzunehmen, das mir so kein Gymnasium bieten konnte: zwei Abschlüsse zum Preis von einem – wer kann da schon widerstehen.

Die Entscheidung führte nicht zu einem Leben ohne Probleme: ich war 14, als die Schule begann, und damit der jüngste Schüler meiner Klasse, der älteste, der an diesem Schulversuch teilnahm, war 28. Eine kunterbunte Mischung, in der ich schneller wachsen musste als in „normalen“ Schulen. Der Unterricht wurde dank Lehrermangel von Universitätsprofessoren ergänzt (was ein Segen war, wie man im folgenden sehen wird – unter „Lehrern“ hätte ich als Arbeiterkind kaum Abitur machen können), zusätzlich mussten wir uns wirtschaftliche Kompetenzen antrainieren: Stenografie, Schreibmaschine, Buchführung – die unbeliebtesten Fächer aller Zeiten. Unser Wirtschaftsunterricht war … außergewöhnlich, aber so sehr anerkannt, dass wir Bewerbungen von Gymnasiasten dazu bekamen, die mit uns den Unterricht teilten. Ich war also auch recht jung, als ich Abitur machte, was ein Wunder war, verbrachte ich doch den Großteil meiner Lebenszeit mit Bürgerinitiativen, Aufmärschen gegen Nazis, Demonstrationen gegen Krieg, Atomstrom, Atomraketen, als verdeckter Schreiber für eine Stadtzeitung (verdeckt weil … ich den Verantwortlichen zu humanistisch eingestellt war und angesichts der Terroristenjagd für Respekt vor dem Menschen in den Gejagten warb), zusätzlich experimentierten wir mit neuen Lebens- und Gesellschaftsformen in Selbsterfahrungsgruppen: es war eine wilde, zeitintensive, aufregende Zeit, die viel Hoffnung auf Zukunft machte – doch dann kam der Moment, wo ich … immer noch viel zu jung … zum Arbeitsamt gerufen wurde, dessen Mitarbeiter für mich als jungen Mann viel zu raffiniert waren.

Ich schlug dort auf mit meinem festen Entschluss, Philosophie zu studieren – und landete in einer völlig fremden Welt, denn: das ging nicht. Ich brauchte ein Zweitfach. Medizin hätte ich noch interessant gefunden – hatte schon einige Arbeiten zu Hirn- und Nahtodesforschung gelesen – aber das war schnell vorbei, als man mir eiskalt mitteilte, dass ich schon im dritten Semester tote Menschen schlachten sollte (also: völlig auseinanderschneiden). Ich fand: da war ich noch zu klein für. Also predigte der Beamte des Arbeitsamtes weiter (Predigten, die Familie und vor allem mein Vater schon herunterbeteten): ich solle doch darauf achten, dass ich in Zukunft – wenn ich realistischer denken würde – Frau und Kinder haben würde, Geld verdiene müsste und sollte deshalb das Studium mit Abschluss Lehramt machen. Und außerdem wäre da noch das Problem dass ich ein Zweitfach bräuchte, Monostudiengänge seien durch den Staat verboten worden.

Nun – über ein Zweitfach hatte ich mir nie Gedanken gemacht: er wollte aber eine Antwort für seine Akten. Geschichte war mir zu seicht, Germanistik ebenso, von Sprachen hatte ich die Nase voll, ebenso von der Mathematik, die mir zu unpräzise im Denken war (ja: dass man per Willkürentscheidung nicht durch Null teilen darf, weil dann das ganze System kollabierte, hatte einen starken Eindruck auf mich gemacht). Doch der Mann vom Arbeitsamt hatte gleich eine Liste parat von Zweitfächern, die dringend gesucht wurden: Sonderpädagogik war ganz oben. Gut, sagte ich: das nehme ich. Doch wieder: das verbot der Staat. Wer Sonderpädagogik brauchte, sollte nicht in die Welt des Denkens eintauchen. Überhaupt war der Stellenwert der Philosophie im Schulwesen absolut gering: selbständiges Denken war wohl nicht erwünscht.

Ich gab also nach, nahm – als Atheist – das Zweitfach Theologie: wohl wissend, dass ich um die Religion im Rahmen der Philosophie nicht herumkommen würde (was ein Glücksfall war, muss ich im Nachhinein sagen: ich musste zwar noch einmal die Religion wechseln – von katholisch zu evangelisch – aber dann war es ein „erstklassiges geisteswissenschaftliches Studium“: jedenfalls waren das Kommentare von akademischen Freunden meines Vaters, die ihn dann sehr erfreuten. Die Kombination wurde während meines Studiums verboten, erstklassige Geisteswissenschaftler sind dem Staat sohl unheimlich). Zu der Entscheidung, dem Druck nachzugeben, gehörte die Tatsache, dass ich jahrelang als Begleiter und Leiter von Jugendfreizeiten für arme Kinder gearbeitet hatte: für jeweils drei Wochen fuhren wir mit Kindern aus „sozialen Brennpunkten“ in den Urlaub. Ich hatte also – für mein Alter – reichlich Erfahrung im Umgang mit jungen Menschen, dachte ein wenig an „Fügung“ und verriet meinen philosophischen Geist: zum Jubel von Verwandtschaft und Arbeitsamt.

Und dann: kam die Realität. Voller Idealismus – auch geprägt durch Eindrücke aus dem Pädagogikstudium – betrat ich die Schulwelt … und wusste nach dem ersten Besuch im Lehrerzimmer, dass dies ein Fehler war. Nach einem Jahr spätestens war mir – und vielen anderen – klar, dass man diesen Job aus Gewissensgründen ablehnen musste – sofern man noch ein Gewissen hat. Ich ging dann – nach einem etwas ungewöhnlichen und abenteuerlichen Abschluss des Zweiten Staatsexamens – in die Pharmaindustrie, was mich viele Freunde gekostet hat, aber meinem Gewissen … Überraschung! .. Erleichterung verschaffte.

Was musste ich erleben – im Lehrerzimmer, dem schlimmsten Ort meiner Schulzeit? Lehrer, die hereinkamen und offen herumposaunten, dass sie diesen oder jenen Schüler nicht mehr sehen wollten und Kollegen ersuchten, denjenigen eine Fünf zu geben: es gab Freiwillige genug. Leitende Ausbildungslehrer, die Karrieren ruinieren wollten (mit einer 6 in Religion), weil es die Schüler gewagt hatten, entschuldigt den Unterricht versäumt zu haben, weil die Trainingszeiten der Fussballmannschaft sich mit dem Unterricht des eitlen Gecken überschnitten: da wurden in zehn Minuten Gespräch mehr Gesetze gebrochen, als wir tags zuvor in der theoretischen Ausbildung gelernt hatten. Hausaufgaben über die Ferien? Streng verboten, aber gerne gegeben. Man wurde – als Referendar – auch mal an die Seite genommen und über die Noten aufgeklärt: Lehrerkinder waren mit „1“ zu benoten. Und natürlich gab es Schweigepflicht … weshalb ich ja auch nicht sage, wo dies war, wer dies war (wahrscheinlich schon alle pensioniert) – und außerdem ist das 28 Jahre her.

Knallharte Umsatzverantwortung in der Pharmaindustrie, 120-Stunden-Wochen, existentieller Leistungsdruck  waren eine Erholung gegenüber den gruseligen Erfahrungen im Schulwesen, wo ich von einem Ausbildungsleiter wesentliches über den Charakter des Lehrers erfuhr: seiner Erfahrung nach (die groß war, er ging nach uns in Rente und wollte uns, seinen letzten Kurs, dazu benutzen, um endlich mal die Wahrheit zu sagen) waren Lehrer schwache Menschen mit Angst vor dem echten Leben, weshalb sie – nach kurzer Exkursion in die Universität – schnell wieder in gewohnte Gefilde zurückkehrten, wo wenig Kontakt durch Leistungsdruck, Arbeitseffektivität und Ergebnisorientierung bestand und man als Büttel des Staates ganz frei nach Lust und Laune Noten verteilen durfte – es sei denn, sie seien zu gut.

Der Traum, man könne im Schulwesen Kinder zum Nachdenken anregen, zerplatzte schnell: man stand an der Selektionsrampe. Wissen Sie, was ich damals gelesen hatte? Ich habe es wiedergefunden (siehe Spiegel):

„Zeugniszeit — Selbstmordzeit. Die Fünf im Rechnen und in Deutsch: Angst vor dem Versagen treibt zunehmend Schüler wie Eltern in Verzweiflung. In den Klassenzimmern herrscht Ellenbogendenken, wächst die Zahl der psychisch und physisch Kranken. Lehrer und Ärzte warnen: „Unser Schulwesen treibt einer Katastrophe zu.““

Das war 1976, an den Universitäten wurde der Unsinn von „Hausaufgaben“ und „Noten“ sowieso schon abgelehnt, die Wissenschaft der Pädagogik (in der Schule kaum benötigt) entwickelte ein anderes Bild vom Menschen und seiner Entwicklung, das alte Schulwesen (das damals ohne Noten für „Betragen“ auskam) galt es auszurangieren – und ich war überzeugt davon, dass ich bei der Transformation des Reichsschulwesens (ja: unser Schulwesen beruht auch heute noch auf den Grundsätzen des Kaiserrreiches … und der NS-Zeit … – für Lehrer ein Traum) gute Dienste leisten könnte. „Wie lange soll die Quälerei noch dauern“ – fragte der Spiegel damals. Rechnen Sie selbst nach: wir schreiben heute das Jahr 2016.

Die Folgen der Notengebung sind tödlich – nur eine der Katastrophen, vor denen der Spiegel damals warnte (siehe Tagesspiegel aus dem Jahre 2013):

Die Zahlen sind erschreckend. Selbsttötung ist in Deutschland nach Verkehrsunfällen die zweithäufigste Todesursache junger Menschen zwischen 15 und 20 Jahren. In den vergangenen zehn Jahren nahmen sich nach Angaben der Telefonseelsorge Berlin jedes Jahr in Deutschland mehr als 600 Jugendliche das Leben.

Was hatte sich geändert gegenüber 1976? Der Tagesspiegel erwähnt nicht mehr, dass der Leistungsdruck in der Schule mit verantwortlich für die Suizide ist: für eine Leistungsgesellschaft sind halt Reibungsverluste (Kollateralschäden) tolerabel. Er reduziert die Suizidgründe auf Liebeskummer und Drogenmissbrauch, läßt ganz die Tatsache außer acht, dass Schulnoten ein eigenständiges Risiko darstellen (siehe Psylex):

Schwache Zensuren / Noten in der Schule zu erhalten, ist mit einem erhöhtem Risiko für Suizid im Jugendalter verbunden laut einer neuen Studie der medizinischen Universität Karolinska Institutet und des Swedish National Board of Health and Welfare.

Wieviele Leichen wollen wir der deutschen Lehrerschaft vors Lehrerzimmer legen? Schwer zu beurteilen, weil es ein Tabuthema gibt. 24000 Suzide von Kindern in den letzten 40 Jahren – vielleicht sollten wir einfach mal alle nehmen?

Wie geht Schule selbst damit um? Fragen wir das Ministerium (siehe Schulpsychologie.NRW):

„Die Frage, inwieweit Schule mit dazu beiträgt oder sogar ursächlich dafür verantwortlich ist, dass Jugendliche sich das Leben nehmen, wurde schon seit Anfang des vorigen Jahrhunderts heftig und kontrovers diskutiert und ist bis heute nicht eindeutig geklärt.“

Die Arbeit, die hier als Grundlage für die staatliche Position angegeben wird, hat jedoch einen ganz anderen Schwerpunkt (siehe Kohlhammer), aber es reicht um zu sagen: „ob wir es waren, ist unsicher. Also machen wir weiter“.

Was geschieht jedoch, wenn Lehrer sich dem System widersetzen? Wenn sie wirklich gute Arbeit leisten und als Folge gute Noten vergeben?

Nun – dann greift der Staat ein … und hart durch (siehe Spiegel):

„Ihr Fall machte Furore: Die Lehrerin Sabine Czerny wurde von bayerischen Schulbehörden strafversetzt – wegen guter Noten und spannenden Unterrichts. Jetzt hat die Lehrerin, die zu wenig Fünfen gab, einen Preis für Zivilcourage erhalten.“

Unglaublich, oder? Die macht vielleicht guten Unterricht und versucht nicht nur die Arbeitszeit zwischen den Ferien durch exzessive Hausaufgabenkontrolle möglichst bequem zu überbrücken – oder die hat einfach gute Schüler gehabt, doch da schreitet der Staat mit aller Gewalt ein:

„Mehrfach wurde Sabine Czerny bei ihrer Schulleiterin und von übergeordneten Kultusbeamten einbestellt. Man verbot ihr so etwas Harmloses wie den Morgenkreis – ein pädagogisches Instrument, bei dem Schüler vor dem Lernbeginn miteinander ins Gespräch kommen. Man wollte sie zwingen, für ein Mädchen den Förderunterricht anzuweisen – aber sie widersetzte sich. Man bedeutete ihr, sie solle das Notenspektrum voll ausschöpfen: „Auch bei Ihnen muss es Fünfer und Sechser geben“, wies sie ein Schulbeamter an.“

Wissen Sie, was das bedeutet? Das offene Bekenntnis des Staates zur wirklichen Aufgabe seines Schulwesens: Schule muss Selektionsrampe sein, nicht Bildungsort. Keiner hat Interesse an perfekt ausgebildeten Schulklassen, dafür aber an einer Dreiteilung der Gesellschaft wie zu Kaisers Zeiten: Bauer, Bürger, Edelmann. Wer was wird, darüber entscheidet der Lehrer je nach Lust und Laune. Kein Wunder, dass mein Ausbildungsleiter uns am ersten Tag warnte, dass wir in der letzten Bastion des Feudalstaates in Deutschland gelandet sind: dem Schulwesen (was nicht ganz stimmte: im Medizinbereich lebte der Feudalismus ebenfalls fort – mit religiösen Tendenzen, die den Chefarzt fast heilig sprachen).

Es geht aber noch weiter – wir erfahren auch, welche Methoden der Staat gegen renitente Lehrer einsetzt, die ihren perversen Selektionsauftrag verweigern und statt dessen den Bildungsauftrag ernst nehmen … über den sonst intern alle ablachen:

Den Schulbehörden gefiel das gar nicht. Sie ordneten eine amtsärztliche Untersuchung der Lehrerin an. Zweck: psychologische Begutachtung und eventuelle Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand – „aus Fürsorge“.

Den Psychotest überstand Czerny mühelos. Aber als ihre vierte Klasse bei Arbeiten hintereinander einen Notenschnitt von 1,8 und 1,6 errang, wurde es den bayerischen Behörden endgültig zu bunt. Sie versetzten die Lehrerin an eine andere Schule – weil, so die amtliche Begründung, „der Schulfriede nachweislich und nachhaltig gestört“ sei.

Der Schulfrieden? Die ungestörte Selektion und künstliche Bildung einer „dummen“ Unterschicht. Das manche von denen, die per Lehrerwillkür zum sozialen Abschaum deklariert werden, sich umbringen, weil sie keinerlei Chance auf ein Hartz IV-freies Leben haben, wird kaltblütig einkalkuliert. Wer von den Lehrern nicht pariert, wird zwangspsychiatrisiert  … oder eben einfach versetzt. So lange aus seinem Lebensmittelpunkt herausgerissen, bis er die Lektion verstanden hat: er soll die Grundversorgung des Feudalstaates mit Schichten sicherstellen. Psychiatrie als Waffe des Staates zur Disziplinierung seiner Diener: Stalin läßt grüßen – aber Kommunismus bleibt verboten?

Wir schreiben das Jahr 2016. Nach wie vor müßte ich den Schuldienst (wie auch den Wehrdienst) aus Gewissensgründen verweigern, habe aber kein Problem damit, freiberuflich an einem Institut Kinder zu unterrichten … das geht ganz ohne Noten, muss aber von den Eltern selbst bezahlt werden. Selektion ist kostenlos, Bildung zur Verbesserung von Fähigkeiten muss bezahlt werden.

Woran ich manchmal denke? An meine Schulzeit. Es waren kaum Lehrer, die uns unterrichteten, wir hatten Fachwissenschaftler von der Universität. Später sollte ich dann lernen, dass Fachwissenschaftler an Schulen nichts zu suchen hätten (die erste richtungsweisende Anweisung meiner „Fachleiter“), dort bräuchte man „Lehrer“, die nach wie vor nur eine sehr mangelhafte theoretische Ausbildung im Fach Pädagogik haben … aber mehr Praxiserfahrung bekommen sollen: Selektionspraxis, damit ihnen von vornherein klar wird, dass es ihre Aufgabe ist, die kaiserliche Drei-Klassen-Gesellschaft im Auftrag der Oberschicht mit Personal zu befüllen … also vor allem: jene zu bestimmen, die lebenslang Unterschicht sein müssen. Und das in einer Demokratie, die über siebzig Jahre alt ist!

Dass solche Ungerechtigkeit Kindern den Lebenswillen nehmen kann: wen interessierts?

Doch dies wird nicht in Betracht gezogen, wenn man – wie aktuell eine Bertelsmannstudie zeigt (siehe t-online) – die Bildungschancen von „Hartz IV-Kindern“ beurteilt. Lehrer werden halt vom Staat gezwungen schlechte Noten zu vergeben – also vergibt man die doch lieber an jene, deren Familien sowieso schon am Boden liegen, die keinen Anwalt bezahlen können, um sich gegen Willkür zu wehren. Und als geheime Rechtfertigung vor sich selbst baut man sich Mythen über die „Hartzer“ …  Mythen, die den Bildern von NS-Publikationen über Juden gleichen …. womit keiner ein Problem hat, auch, weil es kaum noch einer kennt.

Verstehen Sie, warum dieser „Lehrer“ ein Makel für meinen Lebenslauf ist – und Verrat an allem, für was ich in meiner Jugend stand? Mit dem Regional- und Verkaufsleiter in der Pharmaindustrie kann ich offen leben … den Makel „Lehrer“ kann ich mir kaum verzeihen. Zwar habe ich vierzig Jahre Erfahrung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen (und selbst sieben Kinder – im Umfeld des Jüngsten durfte ich erfahren, dass viele in seiner Klasse massive Ängste haben, weil es ab der dritten Klasse Noten gibt), bin aber völlig ungeeignet für Selektionsmaßnahmen.

Und vielleicht verstehen Sie dann auch, weshalb ich massiv gegen den jetzt immer früheren Zugriff es Staates auf die Kinder bin, die nun schon ab dem ersten Lebensjahr von Staatsdiener formatiert werden sollen(siehe Editionf): die Selektion findet nur früher statt, die Erfahrung bedingungsloser Liebe – zentraler Faktor für die gesunde Entwicklung von Kindern vom 1. – 6. Lebensjahr können Staatsdiener nicht besser als Eltern vermitteln – erst recht nicht bei Hordenbetreuung mit knappen Personal.

Und unnütz ist es sowieso: es besteht für die Lehrer später Selektionspflicht – selbst in einer Klasse von Genies sorgen Rektor und Ministerium dafür, dass ein Drittel in der Gosse landen – damit es den Lehrerkindern gut geht.

PS: jenes dreibändige Werk über Verhaltensstörungen bei Lehrerkindern, welches unser Ausbildungsleiter den Eltern unter uns Junglehrern empfahl, finde ich leider nicht mehr wieder. Schade – das hätte ich gerne, habe aber völlig vergessen, wie es hieß – und das Internet schweigt dazu. Vielleicht auch: tabu. Wäre aber hoch interessant … denn da gab es viel zu finden.

PS 2: 98 Prozent aller Kinder kommen hochbegabt zur Welt. Nach Absolvierung der Schule … sind es noch zwei Prozent, so der Neurobiologe Gerald Hüther in dem Film Alphabet. Warum solche Erkenntnisse nicht zur kompletten Umänderung unseres Schulwesen führen, dürfte nun jeder verstanden haben.

PS 3: Warum ich diese Schrift unter der Kategorie „Politik“ ablege … nun, das denken Sie sich bitte selbst. Wir sind ein Nachdenk- und kein Vorkaumagazin.

PS 4: das es anders geht, zeigen britische Privatschulen (teuer!), wo Kinder zur Höchtsform auflaufen können, die an deutschen Gymnasien aussortiert wurden: das durfte ich selbst beobachten. Der Unterschied: Lehrer unterrichten nur, konzentrieren sich auf die Ausbildung von Fertigkeiten und Fähigkeiten – aber sie benoten nicht. Das machen andere. Sind die Noten zu schlecht … braucht der Lehrer eine neue Anstellung, weil er zu wenig geleistet hat. Gut für (reiche) Eltern, Schüler und Gesellschaft … schlecht für Lehrer, die bei uns eine respektable Abordnung im Bundestag sitzen haben: sie stellen die zweitgrößte Berufsgruppe (siehe statista) … im Geiste der Selektion. Noch Fragen zu Hartz IV?

 

 

 

Der soziale Tod – Triumph der Elite, Wille der Regierung, Ende der Gerechtigkeit

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Montag, 23.5.2016. Eifel. „Es geht uns gut“ – sagen die, die auf Positionen sitzen, die fürstlich mit Steuergeldern honoriert werden – wie z.B. Frau Nahles, die unsern Blick auf Äthiopien lenkt, um uns zu zeigen, was für uns „Norm“ zu seien hat (siehe Morgenmagazin.com), jene Frau Nahles, die gerade dabei ist, Arbeitslose noch rechtloser zu machen (siehe Focus) und Kinder noch weiter in die absolute Armut zu treiben (siehe Tagesspiegel). „Uns“ – wird da nie näher definiert, aber mit „uns“ sind sicher nicht alle gemeint. Zum Beispiel Jonny Beyer, selbst Blogger, war auch schon mal zwischendurch obdachlos. Er beschrieb kürzlich sein Leben – mit dem Wunsch, dass man es breiter diskutiere:

„Als Rentner bei 612 €uronen Rente von 30/31 Tagen im Durchschnitt 25 Tage nicht die Wohnung verlassen können (weil die Kohle für ein oder 2 Tassen Kaffee einfach nicht drin ist) und seine sozialen Kontakte nur noch per Facebook oder ähnliches aufrecht erhalten können … und wenn Du jetzt meinst, dass ich ja einen Hund habe (stimmt), aber der ist nun mal als Gespächspartner wirklich nur bedingt geeignet … ebenso, wie die meisten anderen Hundebesitzer …“

Auf seinem Blog hat er die Dankesgaben auch schon aufgeschlüsselt, die er – als erfahrener Kameramann, den man früher auch schon mal im Fernsehen sehen konnte (der Chefredakteuer der Zeit und Mitherausgeber des Tagesspiegel Giovanni di Lorenzo konnte sich an Jonnys Auftritt noch Jahrzehnte später erinnern – es ging um eine Auseinandersetzung mit Rechtsradikalen, in die Jonny beherzt eingriff), von uns als Gemeinschaft der Steuer- und Beitragszahler erhält: nach Abzug aller festen Kosten bleiben im pro Monat noch 220 Euro übrig: für Kleidung, Essen, Kino, Theater, Oper, Fussballspiele und ähnlichem mehr, was wir uns als „Kulturvolk“ gerne gönnen, um uns von den „Primitiven“ abzuheben.

Theater, Kino, Oper, Fussball?

War nur ein Scherz.

Jonny hat pro Tag 7 Euro – für alles. Fussball kostet minimal 15, 14 Euro (manchmal auch 65 Euro – siehe statista), Oper (zum Beispiel in Köln) 12 Euro (bis 125 Euro – wenn man auch was sehen will), Theater (zum Beispiel in Dortmund – also keinem Hochpreisgebiet) Wochentags 10 Euro (bis 65 Euro – wenn man auch die Bühne sehen möchte, siehe Theater Dortmund). Kino kostet in Aachen Montags 5,50 Euro (siehe Cineplex Aachen) – wenn der Film nicht zu lang ist, Cola und Popkorn dazu: schon ist man 8 Euro mehr los. Für Jonny eine Investition, die sein Budget sehr herausfordert – falls er sich in seinen alten Klamotten überhaupt gerne in einer hochgestylte Öffentlichkeit als Außenseiter präsentieren möchte.

7 Euro am Tag – ein Eis mit drei Kugeln (kostet hier auf dem Land 3 Euro)? Völlig unerschwinglich, das wäre ja der Tagessatz für Kinder, die nebenbei noch Kleidung, Verkehr, Gesundheitspflege, Bildung, Nahrungsmittel, Getränke, Möbel, Schuhe und Strom bezahlen müssen – von 270 Euro (Regelsatz für Kinder von 7 – 14 Jahren, siehe cecu). Ein Nachrichtenmagazin wie der „Spiegel“ für 4,60 Euro das Stück? Nur erschwinglich, wenn man an dem Tag ansonsten nur von Billigtoast mit Marmelade lebt. Würde Jonny bio und vegan leben wollen, müsste er eine Woche im Monat ganz aufs Essen verzichten: 261 Euro kostet dieser Luxus (siehe Claudis Blog).

Der Spiegel widmet sich ja gerade mal wieder der „Relativität“ von Armut, die in Deutschland gerne beschworen wird (siehe Spiegel). Wir lernen dort den Herrn Huber kennen, der von seinen Erfahrungen im öffentlichen Leben erzählt:

„Eigentlich sind Biergärten Orte, an denen sich arme und reiche Münchner mischen, in denen der Bankdirektor neben dem Hilfsarbeiter sitzt. Traditionell darf jeder seine Brotzeit mitbringen, nur das Bier muss man kaufen, das spart Geld. „Aber was nützt mir das, wenn die Halbe vier Euro oder mehr kostet“, sagt Huber. So viel kann ein Hartz-IV-Empfänger rechnerisch pro Tag für Ernährung und alkoholfreie Getränke ausgeben.“

Herr Huber? Einst ein wohl situierter Unternehmer:

„Vor 44 Jahren kommt er zum Studium nach München, wird Diplom-Elektroingenieur, geht zu Siemens. 1979 macht er sich als EDV-Unternehmer selbstständig, Systemintegration, eine lukrative Zukunftsbranche. Zieht in ein großes Haus, liebt seine Arbeit, sein Motorrad, seinen Biergarten. Sein Bekanntenkreis ist groß. Fürs Alter hat er eine Lebensversicherung, dazu das Elternhaus mit großem Grund am begehrten Chiemsee.“

Der hat wohl gut eingezahlt in die Solidarkassen der Republik. Verständlich, dass er blöd dreinschaut, wenn der Staat dafür „liefern“ soll:

„Wenn es um Hartz IV geht, wird der freundliche Huber zornig. Er hat Fotos mitgebracht von seiner maroden Schrankwand, Baujahr 1972, vom zerschlissenen Sofa. „11 Euro im Monat für Möbel, 1,23 Euro für einen Kühlschrank. Wie soll des gehen?““

Der Grund für die Pleite? Der Hauptkunde hat nicht bezahlt. Ende der Vorstellung, Absturz inklusive.

Wir lernen in diesem Artikel auch noch andere Arme kennen: eine kinderreiche Familie, die durch alle sozialen Netze fällt, arm ist, obwohl beide arbeiten gehen. Eine Frau aus Aachen, die sich – mit einem globalen Blick ausgestattet – gar nicht für arm hält, weil sie jeden Tag sauberes Wasser hat. Eine Sichtweise, die beneidenswert ist. Was wir aber auch erfahren: die Namen der Armen sind falsch – aus gutem Grund:

„Noch ist Armut in Deutschland ein Stigma. Auch deswegen wollen Frau Kramer, Herr Huber und Familie Ehlers ihre echten Namen nicht veröffentlicht sehen.“

Stigma? Ein Makel. Ein Schandfleck.

Hören wir dazu einen anderen Menschen – Ingrid. Auch hier: ein Kommentar bei Facebook. Ingrid hat einen festen Arbeitsplatz – um hier gleich alle Verdächtigungen auszuschließen.

„Kommt jedoch vor dem physischem Tod, der soziale. Und der ist weitaus schlimmer. Tod ist, wenn ich nicht mehr da bin, bin ich da, so ist der Tod nicht. Vorher aber geschieht das langsame grausame soziale Absterben. Dies kann Jahre dauern, und ist viel schlimmer. Nahles und ihresgleichen, sind einfach dumme Menschen, ohne Bildung und Verantwortungsgefühl. Bald werden die Flüchlinge erkennen, in welche Vorhölle sie sich aufgemacht haben.
Ich sagte ja bereits, 12 Jahre in Westafrika verbracht zu haben. Zurück in diese soziale Armut, war ein unverzeihlicher Fehler. Hier gibt es keinen wahren Genuss des Lebens im Austausch mit Nachbarn und Freunden. Es ist eine dekadente Pseudowelt, basierend auf Lügen und Kampf.
Nur weil ich das Glück hatte, eine Alternative zu lernen, kann ich mit Brot und Wasser lange auskommen, mit leisem Lächeln, über die ach so wichtigen Wichtigtuer, die so geil drauf sind. Ich bin gespannt, wie sie, gerade diese, auf die kommenden Entwicklungen reagieren werden.
Wie war es denn Ende der 20er? Wieviele hatten keine andere Lösung als einen Fenstersturz, um einen Fettfleck zu hinterlassen. Man kann gespannt sein. Aber Danke für den wunderbaren Artikel. Dem Durchschnittsamerikaner ergeht es bereits schlechter… Der Rest kommt über Nacht!“

Ingrid kennt den sozialen Tod. Sie arbeitet in einem Krankenhaus. Der soziale Tod? Sicher schon mal gehört – aber in einem anderen Zusammenhang. Der Begriff wurde früher auf sterbende Menschen bezogen – Menschen, die noch leben, aber von ihrer Umwelt so behandelt werden, als wären sie schon tot. Betraf früher vor allem alte Menschen, die – geschlagen von diversen Krankheiten – nicht mehr dem Normstandard der Spaßgesellschaft entsprachen. Heute fassen wir den sozialen Tod weiter – ohne dass er in dieser Form groß diskutiert wird (siehe uni-oldenburg):

„Unter sozialem Tod verstehen wir, dass jemand völlig vereinsamt, sich so zurückzieht, dass er praktisch keine Beziehungen zu seiner Umwelt, zu Nachbarn, Arbeitskollegen und u.a. unterhält.
Bei älteren Leuten oder Menschen mit Behinderungen oder auch nach schweren, persönlichen Erlebnissen kommt so etwas vor. Der Rückzug erfolgt oft in mehreren Stufen und kann durch Ausgrenzungen (Mobbing) oder Verlust des Partners, der Arbeit veranlasst sein.“

Der soziale Tod – durch Ausgrenzung (Stigma …) oder Arbeitslosigkeit. Eine Erscheinung die – wenn wir Ingrid folgen wollen – eine Erscheinung spezifisch unserer Kultur ist. Er trifft die, die auf eine völlig feindliche, realitätsfremde Umwelt treffen, eine „dekadente Pseudowelt, basierend auf Lügen und Kampf“, eine Welt, in der es keinen wahren Austausch mit Nachbarn und Freunden gibt – anders als in jenem Land in Westafrika (mit einem durchschnittlichen Monatseinkommen von 173 Euro – siehe länderdaten.info). Was ich in diesem Zusammenhang gerne zitiere: das Gastmahl der Geistlosen, die „Wohlstandsverwahrlosung“ des „akademischen Proletariats“ (siehe NZZ), die – mangels echtem Kontakt der nur selbstdarstellerisch agierenden Akteure – ebenfalls eine Form von sozialem Tod darstellt, die man nur mühevoll durch sinn- und zwecklosen, umweltvernichtenden Konsum und … Drogen ertragen kann. Alkohol, um es genau zu sagen.

Gerade aus diesen Kreisen kommen nun auch andere Philosophien, die den Vernichtungsprozess der Persönlichkeit nur noch verstärken – wie aktuell in der Totholzausgabe der Zeit (siehe Zeit), die einen weiteren Zug neoliberalistischer (oder besser gesagt: neofaschistischer) Strategie darstellt:

„Erfolg und Gesundheit, ja sogar Herzschlag und Gewicht hängen vom Selbstverständnis ab. Was Menschen zu sein glauben, das werden sie auch – im Guten wie im Schlechten. Wie Gedanken unser Leben verändern können.“

Wer trägt die Verantwortung für alles Elend dieser Welt? Sie – mit Ihren dämlichen, unsortierten, minderwertigen und unqualifizierten Gedanken. Würden Sie besser denken: sie wären sofort reich wie Bill Gates. Wichtiger Teil einer breiten Offensive von „reich“ gegen „arm“: die Umkehrung der Verantwortung. Nicht mehr der Mörder hat Schuld an der Tat, sondern die Leiche – die falsch gedacht hat (oder eine falsche „Resonanz“ erzeugt) und nun kräftig an sich arbeiten muss: eine Philosophie, die ein tödliches, selbstzerstörisches Gift enthält, geeignet, das Opfer völlig in den sozialen Tod zu treiben, denn: wer arm ist, behindert, krank, unglücklich, einsam oder sonstwie mit Makeln behaftet, belästigt mit seiner Minderwertigkeit das höherwertige „Außen“, das selbst perfekt denkt (aber bei der eigenen Bereicherung gerne auf ein Herr von Anwälten und diversen Beratern sowie ertragsoptimierten Netzwerken zurückgreift – und seine Kinder nicht im „richtigen Denken“ schult, sondern auf teuerste Privatschulen und Privatuniversitäten schickt).

Ein weiterer Schachzug: der „Veganismus“, der selbst den „Karnismus“ als Wurzel allen Übels ansieht – wer es hier wagt, sich den Ansprüchen der Luxusklasse zu entziehen, wird als unempathischer, grausamer Täter schnell völlig entmenschlicht, dabei beruht die Philosophie auf undurchdachten Momentaufnahmen und hahnebüchenen Theorien (von der hoch zu achtenden Entscheidung, das Leid in der Welt vermindern zu wollen, einmal abgesehen). Ein Beispiel? Nun besuchen wir kurz „Peta“ und schauen uns ihre Berechnungen an: es wird in der Tat viel Wasser verbraucht, um ein Kilo Rindfleisch zu erstellen – wenn die Kuh drei Jahre lebt (weshalb wir sie vielleicht lieber früher essen sollten?). Aber was passiert mit der Kuh, wenn wir kein Fleisch mehr essen? Trinkt die dann nicht mehr? (wieso die 30 Liter Wasser für eine Tasse Tee brauchen, habe ich allerdings noch nicht verstanden – die müssen da große Tassen haben. Sehr große Tassen.). Die Frage ist: was sollen diese fehlerhaften Theorien bewirken? Die Antwort gibt uns die „Süddeutsche“ in einem Artikel über das „Kükenschreddern“ (siehe Süddeutsche):

„Denn wer ist letztendlich verantwortlich für die Produktion von billigsten Eiern und billigstem Hühnerfleisch? Die Gerichte, die Politik, die Hühnerindustrie? Als das Bundesverfassungsgericht 1999 zu den Legebatterien urteilte, stellte der damalige bayerische Landwirtschaftsminister Josef Miller lapidar fest: „80 Prozent der Verbraucher sind gegen die Käfighaltung, aber 80 Prozent der Verbraucher kaufen Eier aus Käfighaltung.“ Leicht abgewandelt gilt diese Einschätzung noch heute.“

Ja – nicht die Gerichte, die das Schreddern von 50 Millionen Küken im Jahr erlauben, nicht die Politik, die den Rahmen dafür gibt, nicht die Hühnerindustrie, die die Morde begeht, sondern: der Arme ist Schuld. Seltsam nur: beim Thema Energieverbrauch erlaubte sich die EU, massiv in das Leben der Bürger einzugreifen. Niemand fand sich für eine Kampagne „Leben ohne Strom“. Als würde die Hühnerindustrie Probleme damit haben, wenn alle Deutschen Veganer werden: dann verkauft man eben ins Ausland. Afrika hat Hunger. Asien auch. Ebenso Südamerika. Würde man aber die Hühnerindustrie verbieten – der Verbraucher müsste schnell Ersatz suchen (wie für die Glühbirne) wenn die Kühltruhe im Supermarkt leer wäre. Vielleicht sollte man alle Tierschützer auffordern, sich der jährlich 50 Millionen Küken als Haustiere anzunehmen? Oder mal drauf hinweisen, dass wir uns nebenbei in Deutschland 20 Millionen fleischfressende Haustiere halten, die ebenfalls von der Fleischindustrie leben? Nun – die sind Peta heilig, hier diskutiert man über das perfekte Hundegeschirr (siehe Peta) … was schon allein 40 Euro kostet. Schlimm für die, die sich als einzige lebendige Gesellschaft einen Hund leisten, weil die Menschen sich abgewendet haben (was übrigens Leben retten kann – diese Hundehaltung).

Wer sich das nicht leisten kann … darf den sozialen Tod erfahren, wie jene, die sich „vegan-bio“ überhaupt nicht erlauben können – jene Lebensweise, mit der man sich als Produzent von veganer Bolognese im Glas schon mal einen Porsche leisten kann, – die der „Vegan-Papst“ Attila Hildmann in der Society-Broschüre „Gala“ (siehe Gala), der vor dem Methangas der Kühe warnt … als würden die weniger pupen, wenn sie frei durch die Getreidefelder flanieren dürften. Ach ja: Kosten der veganen Bolognese: 4,95 Euro für 290 ml plus 1,50 Euro „Mindermengenzuschlag“ – wenn man sich nur ein Glas leisten kann (siehe Attila Hildmann). Da könnte Herr Huber nur jeden zweiten Tag ein dürftiges Gläschen kaufen.

Wie man sieht, wird an diversen Formen des sozialen Todes gezielt gearbeitet, eine streng hierarchische, lieblose Gesellschaft aufgebaut, die man wohl besser wahrnehmen kann, wenn man mal 12 Jahre in einem weniger dekadenten Umfeld gelebt hat – wie zum Beispiel in Afrika.

Doch wo kommt das her? Wo ist der Ursprung für diese Dekadenz, die Ungerechtigkeit, die Vernichtungssystematik?

Die Antwort darauf finden wir an seltsamen Orten, in einem Sachbuch über den islamischen Fundamentalismus in Deutschland – und deren Sichtweise auf die Machtstrukturen in dem Umfeld, in dem sie sich etablieren wollen (siehe Ian Johnson, Die Vierte Moschee, Klett-Kota 2011, Seite 271):

„Der fließend Deutsch und Englisch sprechende Diplomvolkswirt kennt sich mit den politischen Entscheidungswegen in Deutschland aus, mit den komplexen Interaktionen von Gremien, kirchlichen und politischen Stiftungen, wo „Meinungsmacher“ zusammentreffen, miteinander diskutieren und Ideen formulieren, die in den politischen Parteien aufgenommen werden. Hierbei handelt es sich nicht um basisdemokratische Strukturen, sondern um ein System, das die Macht der Eliten vergibt“.

Ein System, das den sozialen Tod für viele eingeleitet hat – wobei wir über die Normen von Mode, Körperpflege oder Wohnungseinrichtung noch gar nicht gesprochen haben – oder über den Friseur, der bei uns in der Eifel für Jugendliche schon 18 Euro pro Schnitt nimmt – also: viereinhalb Tage Essen.

Ein System, das täglich perfider wird, auf breiter Basis den Kampf gegen die Armut durch Vernichtung der Armen führt – jedenfalls: durch ihre soziale Vernichtung.

Die Botschaft ist immer dieselbe – egal, ob im Rahmen des Tierschutzes, der Ernährung oder der Lebensführung vorgetragen: gebt gefälligst viel mehr Geld aus – und sorgt verdammt noch mal selbst dafür, dass ihr es habt, denn sonst … seid ihr nicht mehr menschlich.

Wissen Sie, wie konservative Wirtschaftsmagazine unsere Realität beschreiben? Gnadenlos (siehe Wiwo):

„Bei Hartz-IVlern dagegen drohen sofort brutale Sanktionen. Besitzen darf man sowieso nichts mehr. Man muss komplett nackt am Boden liegen, ehe der Sozialstaat sich gnädig erweist.“

„Das ist das Bermuda-Dreieck menschenverachtender, repräsentativer Demokratie. Barbarei. Animal Farm ist nichts dagegen.“

Und in diesem Bermudadreieck können schon mal 500 Millionen Euro spurlos verschwinden (siehe Yahoo), die Gemeinden Gebühren für die Annahme von Bargeld ab 10 Euro verlangen (siehe Düsseldorf bei Facebook) oder Medikamente an unwertem Leben getestet werden (siehe Tagesspiegel) – wobei die Formulierung mit dem „unwerten Leben“ von mir stammt. Die Barbarei schreitet täglich weiter voran – die Musik zu dem Marsch spielt die Elite. Nichts davon ist geheim.

Das Arbeitslose zur Minderung ihrer Notlage ihre Organe verkaufen sollen, ist schon mal vorgeschlagen worden – von einem inzwischen verstorbenen „Vordenker“ der Afd (siehe AfdwatchAfd):

Der Wille zum sozialen Tod schreitet weiter voran, getragen von einer überversorgten gesellschaftlichen Elite, die ihr Luxusleben auf Kosten der Ärmsten leben – hier in Deutschland und in der ganzen Welt. Und „Gerechtigkeit“ wurde aus dem Bewusstsein gestrichen – wem es  hier nicht passt, der kann ja nach Syrien, dem Irak, Afghanistan, Äthiopien oder den Jemen ziehen: wir sind ja eine freie Welt.

So – wird die Armut Afrikas zum Normstandard für ausselektierte Deutsche … und alle sollten ihre Herren auf Knien danken, dass sie noch sauberes Wasser haben. Man könnte auch noch ungnädiger sein.

Und währenddessen – rafft der rot-grüne soziale Tod (unter fleißigem Beifall der übrigen Parteien) immer mehr Menschen dahin.

Aber „uns“ – geht´s gut.

Noch etwas Torte gefällig?

 

 

Angela Merkel „Multi Kulti ist gescheitert. Total gescheitert!“ Das geplante Totalversagen der Politik.

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Dienstag, 6. Oktober 2015. Eifel. Bevor Sie diese Zeilen lesen, muss ich Sie warnen. Erst kürzlich wurde mir „Pegida-Nähe“ bescheinigt – und klar wurde ich als CIA-Agent entlarvt. Der Grund ist einfach: ich bin kein Angehöriger der Teddybärkultur, der die Kriegsfolgen dazu nutzt, sein Ego demonstrativ aufzupolieren. Meiner bescheidenen Meinung nach brauchen Kriegsflüchtlinge Therapie und keine Teddybären oder – wie Siemens es gerade praktiziert – einen Praktikumsplatz (siehe Welt) … ja, Siemens, die Firma, die im Mai erstmal großflächigen Stellenabbau angekündigt hatte (siehe Zeit). Ich werde mir auch weiter meine Meinung erlauben, obwohl man inzwischen leicht zum sozialen Abschuss freigegeben wird. Bevor Sie aber nun erschrecken: wir vom Nachrichtenspiegel haben schon 2013 Flüchtlingen geholfen – zu einer Zeit, als großflächig „Migrationshintergrund“ noch als genereller Tatverdacht galt. Es war auch leicht: mit Frank hatten wir einen Menschen vor Ort, der Geld direkt in Hilfe umwandeln konnte – und dies beständig in Videos dokumentierte (siehe Nachrichtenspiegel). Ich hatte aus meinem kläglichen Budget einen Prozentsatz überwiesen, der deutlich über dem lag, was dieses reiche Land für Entwicklungshilfe zahlt. Und wenn Sie mich fragen würden, ob wir die Frauen und Kinder dort aufnehmen sollten, so würde ich sagen: sofort. Melde mich auch freiwillig für den Sprachunterricht. Allerdings wäre ich der Meinung, dass wir sie dort abholen sollten: das erspart uns die Leichenschwemme im Mittelmeer (siehe Spiegel).

Ich bin allerdings auch jemand, der von Medien, Wirtschaft und Politik darüber unterrichtet wurde, dass dieses Land arm ist. Sicher: wer hier Hartz IV bekommt, bekommt mehr, als ein Syrer (2750 Dollar/Jahr), ein Iraker (2640 Dollar/Jahr) oder ein Afghane (410 Dollar im Jahr) (siehe durchschnittseinkommen aus dem Jahre 2010) verdient – allerdings haben wir ein anderes Preisniveau … und zwar eins, dass beständig mehr Deutsche in die Obdachlosigkeit treibt, selbst jene, die „berufstätig“ sind (siehe Freitag vom 2. 10. diesen Jahres):

„Die Zahl der Obdachlosen ist in diesem Jahr erneut gestiegen. Die Politik schaut ungerührt darüber hinweg“

„Nachdem die Zahl der Wohnungslosen seit Mitte der 90er Jahre rückläufig war, steigt sie seit 2008 kontinuierlich an. Am kommenden Montag veröffentlicht die BAGW ihre neuen Schätzungen, zu rechnen ist erneut mit einer massiven Zunahme der Wohnungslosigkeit.“

Nicht gerade Kennzeichen für ein reiches Einwanderungsland – obwohl ein kleiner Teil der Bewohner dieses Landes es in den letzten 20 Jahren es geschafft hat, mehr Besitz und Geld zu privatisieren, als das Land an Schulden hat – doppelt soviel, um ehrlich zu sein. Wir haben schon viel zu wenig bezahlbaren Wohnraum im eigenen Land: würde die Politik bzw. das Kartell aus Reichen in Medien, Wirtschaft und Politik nicht beständig darüber hinwegsehen, könnten wir wissen, dass die Armut auf dem Vormarsch ist – bedenkliche Entwicklungen für ein Land, dass sich nun als „Einwanderungsland Nr.1“ positionieren will bzw. es einfach mal so – ohne große gesellschaftliche Debatte – geworden ist (siehe Stern). Ja: wir liegen vor den USA. Deutschland gilt es „dicht bevölkert“, wir haben 226 Einwohner pro Quadratkilometer, die USA hingegen nur 32,5 (siehe laenderdaten). Nur – in einem Land, in dem nicht mehr debattiert und gestritten wird, sondern man lieber über den Austausch von Parolen kommuniziert („Deutschland geht es gut“, „Ausländer ´raus“, „Nazischwein“, „CIA-Agent“, „Lügenpresse“), ist das Wahrnehmen dieser Fakten schon gefährlich.

Was wir erleben, ist das, was prophezeit wurde: Generation Doof macht Politik – aber wer will sich schon an das Geschwätz von gestern erinnern. Nun – ich erinnere mich gern an das Geschwätz, zum Beispiel an das von Angela Merkel auf dem Deutschlandtag der Jungen Union im Jahre 2010 (siehe Frankfurter Rundschau) – demnach (die Rede findet man auch bei you tube – zahlreich) war „Multi Kulti gescheitert. Total gescheitert“, wir hatten uns angeblich „in die Tasche gelogen“, was das Zusammenleben mit Türken anging – das sollte mal ein Pegida-Anhänger im Jahre 2015 sagen: der Lynchmob wäre nicht weit entfernt. Ich hatte mich damals über diese Aussage erschrocken: immerhin leben 8 Millionen „Menschen mit Migrationshintergrund“ in diesem Land, die allein schon das kulinarische Leben sehr bereichert haben: wo sollen die denn jetzt hin? Und wohin sollen ihre Kinder, die nichts anderes kennen als die Bundesrepublik?

Ach ja, Kinder. Das erinnert mich an eine „knallharte Merkel“ (siehe Münchener Merkur), die mit ihrer Härte ein „Flüchtlingskind“ zum Weinen brachte – ein Kind, dem Abschiebung in den Libanon droht, obwohl es sich hervorragend integriert hat: das war noch im Juli diesen Jahres. Was hatte sich da die Republik aufgeregt – wer die Zustände im Libanon kennt, weiß, warum. Da würde man noch nicht mal seinen Hund hingeben, geschweige denn einen Menschen.

Doch was geschiet im September 2015? Hören wir, was aktuell im Gespräch ist (siehe Frankfurter Rundschau)

„In Deutschland hat Angela Merkel wegen ihrer Flüchtlingspolitik einen schweren Stand. Im Ausland aber wächst ihre Reputation – jetzt wird sie sogar für den Friedensnobelpreis gehandelt.“

Einen schweren Stand? In Deutschland? Aber nicht in den Kreisen der Funktionselite des globalen Turbokapitalismus: Medien, Wirtschaft und Politik stehen Seite an Seite mit der Kanzlerin, vereint im Kampf gegen die „Nazis“ … zu denen man heute die knallharte Merkel vom Juli oder die Enthüllerin des Multi-Kulti-Wahns von 2010 zählen müßte. Der Spiegel zum Beispiel gibt schon eine Anleitung heraus, wie man Flüchtlinge privat bei sich daheim unterbringen kann (siehe Spiegel): ähnliche Anleitungen für die Unterbringung deutscher Obdachloser sucht man vergebens.

Nun – die Funktionselite des Turbokapitalismus rechnet ja auch mit ihresgleichen, so die Propaganda: es kommen „Fachkräfte“ ins Land. Sie rechnet auch zurecht damit: der Preis für eine Reise ins gelobte Deutschland beträgt 9300 Euro (siehe Zeit): da kann man sicher sein, dass Gesinnungsgenossen kommen. Der deutsche Neoliberale betreibt hier – nebenbei bemerkt – eine tödliche Selektion der besonderen Art: einen Job bekommt, wer die Reise überlebt. Ja – da wird auch nicht mehr über „Asyl“ gesprochen, plötzlich ist nur noch von Einwanderung die Rede … obwohl das Grundgesetz dies für eines der dichtbevölkertsten Länder der Erde gar nicht vorsieht.

Wir wissen, das Enge Streß hervorruft … weshalb unsere Reichen ja auch gerne abseits der Masse wohnen und sich nur selten mit den Miniwohnungen zufrieden gibt, die wir unseren aussortierten Mitmenschen – den „parasitären“ Arbeitslosen – knallhart zugestehen … und sie so krank und arbeitsunfähig halten.

Den Streß erleben auch die Flüchtlinge. Massenschlägereien zwischen Flüchtlingen werden immer mehr zur Normalität (siehe Stuttgarter Nachrichten, Spiegel Ntv). Die Gewerkschaft der Polizei findet hier sogar eine klare Sprache (siehe Deutsche Wirtschaftsnachrichten):

„In den Flüchtlingsunterkünften gibt es flächendeckende vorbereitete und organisierte Massenschlägereien und Kämpfe. Wir reden hier nicht nur von Rangeleien, sondern von richtigen Machtkämpfen zwischen verschiedenen Gruppen, die verschiedene ethnische und religiöse Hintergründe haben oder/und Clan-Mitglieder sind. Dabei kommen Waffen zum Einsatz.“

„Die Öffentlichkeit erfährt nur einen Bruchteil, weil die Behörden die Bürger nicht unnötig in Schrecken versetzen wollen.“

Es sind nicht gerade die Handlungsweisen, die man von traumatisierten Flüchtlingen erwartet – andererseits wird hier „Wettbewerb“ gelebt, und wie „belebend“ das für eine Gesellschaft ist, predigt uns der Neoliberalismus ja Tag für Tag. Vielleicht auch ein Grund dafür, dass 80 Prozent der überlebenden Flüchtlinge junge Männer sind – angesichts der Preise für die Überfahrt muss man sagen: reiche junge Männer, Männer, die in ihrer Heimat mangels Rentensystem für die Versorgung ihrer Eltern zuständig gewesen wären, Männer, die oft genug Frauen und Kinder allein gelassen haben: anstatt der christlichen Devise in Notzeiten „Frauen und Kinder zuerst“ lautet jetzt die Parole „Ärzte und Ingeneure zuerst“: das freut die Medien, die Wirtschaft und die Politik.

Wie viele kommen eigentlich noch? Die Zahlen steigen von Monat zu Monat, aktuell sind schon 1,5 Millionen im Gespräch (siehe Spiegel), sehe ich mir die Steigerungen der Prognosen in diesem Jahr an, dann denke ich mir, dass 2 – 3 Millionen zum Jahresende realistisch sein werden … Tendenz steigend. Damit unsere Kanzlerin den Friedensnobelpreis bekommt, wird die Öffentlichkeit über Bandenbildung unter den „Zuwanderern“ nicht unterrichtet – außer in Organen, die nicht zum deutschen Machtkartell gehören. Die Kartellpresse jedoch singt da ein anderes Lied, wie der Innenminister letztlich erfahren durfte. Er hatte seltsame Beobachtungen gemacht, die er auf Anhieb noch nicht einsortieren konnte – offenbar hatte man es versäumt, ihn mit vorgefertigten Parolen auszustatten (siehe Tagesschau):

„Sie gehen aus Einrichtungen raus, sie bestellen sich ein Taxi, haben erstaunlicherweise das Geld, um Hunderte von Kilometern durch Deutschland zu fahren. Sie streiken, weil ihnen die Unterkunft nicht gefällt, sie machen Ärger, weil ihnen das Essen nicht gefällt, sie prügeln in Asylbewerbereinrichtungen.“

So sind sie halt, die traumatisierten Kriegsflüchtlinge. Doch darüber reden darf man nicht. „Generation doof“ ist selbst mit kleinsten Abwägungen überfordert, Parolen brüllen ist angesagt, wer sich der Parole widersetzt (oder Fakten präsentiert, die die Parole in Frage stellen) wird mit einem gerechten „shitstorm“ überzogen … also ob Scheiße werfen je gerecht sein könnte.

2010 lautete die Parole „Multi kulti ist gescheitert“ – und Deutschland jubelte. 2015 lautet die Parole „wir brauchen unbedingt Zuwanderer“ – und Deutschland jubelt. Jedenfalls … die reichen Deutschen. Die jubeln aber immer, wenn Profite durch Ausbeutung locken. Insgesamt sieht es inzwischen anders aus: 51 Prozent der Deutschen bekommen es mit der Angst zu tun (siehe Tagesschau), was besonders mutig ist: immerhin offenbaren sie nach neudeutschem Sprachgebrauch, dass sie „Nazis“ sind – wie jederman, der heutzutage der Regierungsmeinung widerspricht. Die Angst es begründet: immerhin nehmen wir keine Familien auf, keine Kinder, keine kranken und alten Menschen, sondern junge Männer, die sich ihren Platz in der Welt erobern wollen – auch mit Waffengewalt. Das hat überhaupt nichts mit ihrer Religion zu tun – doch das überfordert die Parolenbrüller schon im Ansatz. Wer kümmert sich eigentlich um die Nöte und Ängste jener Kassiererin, der mit Enthauptung gedroht wurde (siehe Handelsblatt): einer Hinrichtungsart, die in den vom Westen destabilisierten, zerrütteten und absichtlich durch Sanktionen verarmten Ländern inzwischen an der Tagesordnung ist – wie auch das Verbrennen der „Feinde“ bei lebendigem Leibe. Diese Verrohung macht sich nach Informationen des Spiegel auf beiden Seiten breit (siehe Spiegel) – und rechtfertigt meiner Meinung nach schon eine gesellschaftliche Diskussion darüber, ob wir Massenmörder, Sklavenhändler, Folterer und Vergewaltiger in Massen zuwandern lassen wollen … und wie wir angesichts des aktuellen Kontrollverlustes der Politik ausschließen können, dass wir große Mengen an Kriminellen ins Land lassen, die erstmal ein Resozialisierungsprogramm bräuchten, bevor man sie auf die Bevölkerung loslassen kann.

Zumal: diese Art er kalten Zuwanderung verändert das politische Klima im eigenen Land – sehr zum Schaden jener, die wirklich dringend Hilfe brauchen. In Österreich steigt die Nachfrage nach Schusswaffen (siehe unzensiert.at), in Deutschland wird von der Regierungskoalition das Asylrecht selbst in Frage gestellt (siehe Spiegel): wir kriegen einen „Rechtsruck“ der besondern Art aufgrund der besonderen Art der aktuellen Debatte … und der besonderen Art der für eine gewisse Weile aufgezwungenen „Willkommenskultur“ … die nur eine Willkommenskultur für jene ist, die die lebensgefährliche Reise überleben und den Schlepper bezahlen können.

Doch wer empört sich schon über die besondere „Kultur der Auslese“, die sich hier plötzlich und unerwartet breit macht, eine Kultur, die die Starken willkommen heißt – und die Schwachen weltweit verhungen läßt? Wer macht sich Gedanken darüber, wohin wir mit 300 Millionen Flüchtlingen sollen, die aufgrund der neuen „Willkommenskultur“ nach Europa strömen? Ja – das ist noch eine ältere Zahl, die ich im Sinn hatte, als es um „Horrorvisionen“ über Hungerflüchtlinge ging, eine Völkerwanderung, die schon lange vorhergesagt wurde … und die Berge von Leichen hinter sich lassen wird. Wer wird die Verantwortung dafür übernehmen, wenn sich 850 Millionen hungernder Menschen weltweit in Bewegung setzen – auf der verständlichen Suche nach Nahrung? Wer wird dann die Schießbefehle an der Grenze erteilen? Wer wird sich um die Zurückgelassenen kümmern – die kranken, armen, alten … und die Kinder?

Nicht vergessen werden darf: die Katastrophe ist hausgemacht, das „Imperium der Schande“ (siehe Jean Ziegler) ist sich der Bewegung im Klaren, hat mit Frontex eine „halb geheime militärische Organisation“ (Ziegler) auf die Beine gestellt, um die Folgen einer unbeschreiblichen Ausbeutung der afrikanische Bevölkerung zu begrenzen und den künstlich kriminalisierten Hungerflüchtling in afrikanischen Lagern aufzufangen, während die wohl situierten Wirtschaftsflüchtlinge mit offenen Armen empfangen werden sollen: die Gier nach immer mehr trifft in Herrschaftskreisen auf immer mehr Verständnis.

Grund genug, von einem Totalversagen der Politik zu reden. Doch … schaut man sich andere Informationen an, erscheint dieses Versagen in einem anderen, düsteren, unheimlichen Licht.

„Unter dem Titel „Future strategic Context“ stellte das britische Verteidigungsministerium seinem strategischen Militärinstitut 2007 die Frage, welche Kriege und Konflikte die Welt in dreissig Jahren bedrohen werden. Ein überraschendes Ergebnis war, „dass die Militärs sich vor Neomarxisten in der globalen Mittelklasse fürchten“. In einer düsteren Vision warnen die Autoren der Studie davor, dass sich im Jahre 2037 mehr als sechzig Prozent der Menschen weltweit in verslumten Städten zusammendrängen werden und dass diese Zusammenballung von Not, Arbeitslosigkeit und Unzufriedenheit einen gewaltigen sozialen Sprengsatz darstellt.“

„Der Krieg der Staaten geht, der Krieg der Klassen kommt“

„In dieser Situation“, fahren die britischen Militärstrategen fort, „könnten die Mittelklassen eine revolutionäre Klasse werden…“ “ Aufgerieben zwischen wachsender sozialer Verelendung einerseits und dem schamlosen Leben der Superreichen andererseits“ könnten sich die „Leistungs- und Wissenseliten, die früher einmal Bildungsbürger und Facharbeiter genannt worden“ zu einem schlagkräftigen Interessenverband zusammentun“. (Aus: H.J.Krysmanski, 0,1 %, Das Imperium der Milliardäre, Westendverlag, 2. Auflage 2013, Seite 56-57).

Auf einmal … wirken jene, die Multi-Kulti für gescheitert halten es aber trotzdem mit großer Kraft – in extremer Form – fördern, gar nicht mehr so gaga … sondern ganz funktional im Sinne der Studien der Militärs.

Man braucht nicht mehr Facharbeiter – sondern mehr Facharbeiter, die in ganz besonderer Abhängigkeit zu ihren Arbeitgebern und dem Machtkartell des Landes stehen, in das sie eingewandert sind, die keine familiären, sozialen oder historischen Wurzeln mit ihrer Umwelt verbindet, die nur dem Machtkartell zur Loyalität verbunden sind … und nicht den Obdachlosen in den „Gastländern“. Das „der Markt“ via lebensgefährlicher Überfahrt für eine automatische Selektion sorgt, ist ganz im Sinne des Wettbewerbs, der die stärksten, klügsten und fähigsten (und mutmaßlich reichsten) Menschen der geplünderten Länder ohne Rücksicht auf Verluste nach Deutschland lotst, so dass wir  nicht nur ihre Rohstoffe, ihre Nahrung und ihr Geld horten können – sondern auch jene Menschen, die die Zukunft gestalten können.

Das diese Leute Banden bilden, sich mit Waffengewalt Respekt verschaffen, einen Staat im Staate bilden können (und wollen): das alles kann nur nützlich sein, wenn der Krieg der Klassen in knapp zwanzig Jahren offen ausbricht.

Von einem Totalversagen der Politik (inklusive der Medien und der Wirtschaft) darf da sicherlich  gesprochen werden – allerdings in einem viel größeren, globalen Rahmen.

Wie man überraschenderweise sieht, spielt der Islam in den Studien der Militärs gar keine Rolle mehr – die Pseudodebatte über die „Islamisierung der Gesellschaft“ entbehrt also jeder Grundlage.

Aber die Chancen für die neomarxistische Revolution 2037 schwinden täglich, weil – wie der Zufall so will – die Menschen gegeneinander ausgespielt werden. Und wer hier zu viele Fragen stellt, zu viele Informationen sammelt … ist halt der CIA-Mann von Pegida.

 

 

 

Die „westliche Wertegemeinschaft“ und ihre Werte: Selektion, Folter, Drogen, Dreck, Kindesmissbrauch und ihr neuer Gott

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Freitag, 12.12.2014. Eifel. Ja, wir leben derzeit ja in der westlichen Wertegemeinschaft. Auch schon länger – die hat sich während des Zweiten Weltkrieges gebildet: als Bollwerk gegen die Hunnen, die Russen, die Roten, die Bestien, die Nicht- und Unmenschen – also all jene, die nicht jubeln, wenn ihnen der „american way of life“ ins Land sickert. Man kann den „american way of life“ (dem immer weniger Amerikaner trauen) auch einfach beschreiben: „Gib mir all´ Dein Geld“. Ja – wir schauen immer auf die „Winner“ und vergessen dabei schnell, dass die ihre Milliarden nur auf unterschiedlichstem Wege von den „Loosern“ abgezogen haben. Ja – ich kann mich an Zeiten erinnern, wo Pädagogen und Psychologen die Abschaffung primitiven „Rankings“ im Sportunterricht (und im Sport generell) abschaffen wollten, weil man für einen „Sieger“ zehn, hundert oder tausend „Verlierer“ produziert; für den einen auf dem Treppchen mussten viele andere am Wegesrand liegenbleiben. Ja – schauen sie sich mal an, was das volkswirtschaftlich anrichtet: das Wertesystem produziert serienweise Menschen, die sich als Versager und Verlierer fühlen – mit enormen Folgen für ihre Leistungsfähigkeit.

Seltsamerweise macht man sich darüber keine Gedanken: „Selektion“ ist eins unserer Lieblingsspiele, das läuft schon seit Urzeiten („Wer ist Herr, wer ist Sklave“?) und sollte durch die Einführung der demokratischen Zivilgesellschaft aufgelöst werden. Leider – war man nicht gründlich genug, hatte den Sport übersehen, wo das Prinzip „Selektion“weiter vor sich hinwucherte. Man verdient auch gut an der Selektion: entlässt Microsoft mal eben 18000 Mitarbeiter („Entlassungen“ sind eine weitere, gern praktizierte Form der Selektion) steigen gleich die Börsenkurse (siehe Newsslash): so verdient man doppelt. Ebay schlägt jetzt ganz gezielt in die gleiche Kerbe: trotz gut laufender Geschäfte feuert man mal eben 3000 Mitarbeiter, „um sich für Investoren interessanter zu machen“ (siehe Spiegel).

Aktuell tritt neben der Selektion auch ein weiterer westlicher Wert in den Vordergrund: die Folter. Weltweit hat die CIA Foltergefängnisse eingerichtet, zum Teil mit Hilfe anderer westlicher Staaten – sogar die Schweden haben ihnen Opfer zugeliefert – um bestialische Menschenrechtsverletzungen zu begehen. Es kam aber noch schlimmer: die Folter geschah nicht etwa auf Grund menschlicher Entgleisungen, sondern wurde ganz professionell mit hochgradig krimineller Absicht ins Leben gerufen (siehe Spiegel):

Bei „Dr. Swigert“ und „Dr. Dunbar“ handelt es sich um zwei Militärpsychologen, die die CIA beauftragte, die schlimmsten Foltermethoden zu entwickeln und sogar persönlich durchführen zu lassen. Obwohl bis dahin ohne jede praktische Erfahrung mit „verschärften Verhörmethoden“, habe das Duo schließlich eine so zentrale Rolle gespielt, dass die CIA ihr Folterprogramm ab 2005 fast ganz an die Privatfirma der Männer „outgesourct“ habe.

Wissen Sie, was die Menschheit an dem Holocaust so entsetzt hatte? Nicht die Tatsache, dass Menschen andere Menschen in Massen umbringen – das gab es schon öfter. Aber dass sich der die Wissenschaft komplett mit all ihrer Kraft und Leistungsfähigkeit in einen Vernichtungsapparat integrieren lässt, ja, diesen sogar ersinnt, baut und mitbetreibt (und als Mediziner wie Dr. Mengele sogar einen riesigen Nutzen aus dem vorhandenen „Material“ ziehen kann): das hat viele Hoffnungen und Träume der Menschheit nachhaltig zerstört und bewiesen, dass „Wissenschaft“ keinerlei moralischen Wert in sich trägt und der „Wissenschaftler“ ebenso brutaler Täter werden kann wie die „bildungsfernen Schichten“: nur mit viel größerer Wirkung.

Hier sind es zwei Psychologen, die – noch eine Steigerung des Grauens, wie sie wohl nur in den USA möglich ist – eine Privatfirma betreiben und aus Folter einen lukratien Geschäftszweig machen.

Wir haben es hier aber nur mit den großen Folterungen zu tun, das Prinzip „Folter“ hat in den letzten Jahren weite Teile unserer Gesellschaft durchdrungen – und wird auch von vielen als normaler Umgang akzeptiert. Ja – nehmen wir mal wieder das oft strapazierte Thema Hartz IV. Ich zitiere mal ein – künstliches – Testament eines Arbeitslosen (gegen-Hartz), ein literarisches Stück der Extraklasse:

Das „Paradestück“ Schröders, die Hartz-Reformen und davon besonders die vierte, erwiesen sich für den Betroffenen als ein Weg, gepflastert mit Demütigung, Verachtung, Menschenrechtsverletzung, Bevormundung, Engstirnigkeit, Unwissenheit und Ignoranz.

Hinzu kommen noch – nicht erwähnt im Testament – die ständigen Ängste, von einem gering qualifizierten Sachbearbeiter mit Sanktionen überzogen zu werden, die Hunger und Obdachlosigkeit nach sich ziehen können, wobei der Tod des Sanktionierten billigend in Kauf genommen wird: das läßt sich ohne Probleme als Form von Folter anerkennen.

Huch – wir foltern in Deutschland Arbeitslose?

Ja – jetzt schauen Sie sich doch mal die Antifolterkonvention an:

Die UN–Antifolterkon­ven­tion enthält in ihrem Artikel 1 eine Def­i­n­i­tion der Folter:

Nach Artikel 1 der Kon­ven­tion ver­steht man unter Folter jede Hand­lung, durch die einer Per­son vorsät­zlich große kör­per­liche oder seel­is­che Schmerzen oder Lei­den zuge­fügt wer­den. Diese Def­i­n­i­tion wird durch erk­lärende Beispiele noch weiter spez­i­fiziert. So muss diese Schmerzen bzw. Lei­den zuführende Hand­lung erfolgen:

  • z. Bsp. um von der Per­son oder einem Drit­ten eine Aus­sage oder ein Geständ­nis zu erlangen,
  • um sie für eine tat­säch­lich oder mut­maßlich von ihr oder einem Drit­ten began­gene Tat zu bestrafen,
  • um sie oder einen Drit­ten einzuschüchtern oder zu nötigen
  • oder aus einem anderen, auf irgen­deiner Art von Diskri­m­inierun­gen beruhen­den Grund.

Dabei ist allerd­ings Voraus­set­zung nach Artikel 1, dass

  • diese Schmerzen oder Lei­den von einem Ange­höri­gen des öffentlichen Dienstes
  • oder einer anderen in amtlicher Eigen­schaft han­del­nden Person,
  • auf deren Veranlassung
  • oder mit deren aus­drück­lichem oder stillschweigen­dem Einverständnis  

Hartz IV-Sanktionen werden von Angehörigen des öffentlichen Dienstes verhängt, um Arbeitslose einzuschüchtern und zu nötigen … z.B. zur Arbeitsaufnahme oder zur Teilnahme an unsinnigen Maßnahmen. Bestraft werden sie für ihre Arbeitslosigkeit, diskriminiert werden sie, um die „soziale Hängematte“ unattraktiv zu machen und arbeitende Menschen einzuschüchtern. Das geschieht auch mit nachhaltigem Erfolg: seit Einführung der Folter für Arbeitslose arbeitet inzwischen jeder vierte Deutsche als Geringverdiener (siehe Spiegel).

„Sanktionen“ – auch im internationalen Parkett ein gern und schnell genommenes Instrument des staatlichen Miteinanders der Bestrafung, Nötigung und Einschüchterung, welches die alten „vertrauensbildenden Maßnahmen“ völlig verdrängt hat: so was kann man schon „Zeitgeist“ nennen.

Diese Art von Folter wird auch von privaten Hilfsorganisationen angewandt, die sich als Zuchtmeister von Hilfebedürftigen aufspielen, ohne zu merken, was sie da eigentlich wirklich machen (siehe Der Westen):

1800 Einzelpersonen oder Familien erhalten bei der Essener Tafel Woche für Woche Lebensmittel. Wer dreimal bei der Lebensmittel-Ausgabe der Tafel fehlt, verliert seine Karte für ein Jahr. Angesichts des großen Andrangs müsse man streng sein, sagt der Tafel-Verein.

Selektion – und Folter. Westliche Werte – wie gehabt. Es gibt aber noch mehr „Werte“, die man sich richtig was kosten läßt: Drogen zum Beispiel.

Kürzlich fand die Polizei in Australien drei Tonnen Drogen aus Deutschland, Marktwert: eine Milliarde Euro. Der Stoff kam aus Hamburg (siehe Spiegel). Drogen für EINE MILLIARDE. Wer soll die eigentlich alle nehmen? Anders gefragt: gibt es noch Menschen, die ohne auskommen? Auch nur EINEN? Und wir halten den „Kampf gegen die Arbeitslosigkeit“ für so wichtig, dass wir eine Behörde von 100000 Sanktionieren einrichten – anstatt die Leute in die Drogenfahndung zu stecken? (Auch in der Steuerfahndung wären die wahrscheinlich gewinnbringender eingesetzt – aber das widerspräche den Werten Folter und Selektion).
Wie wichtig Drogen in Deutschland sind – sogar in Deutschland – zeigen interessante Untersuchungen schon seit vielen Jahren – zum Beispiel die Flusswasserstudie aus dem Jahre 2000, siehe Spiegel:
Erstmals haben Forscher das Wasser deutscher Flüsse in einer umfangreichen Studie auf Kokainspuren untersucht. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Deutschen weit mehr Kokain konsumieren als bisher vermutet – allein am Rhein jährlich im Wert von 1,6 Milliarden Euro.

Drogen bestimmen mehr und mehr den Alltag eines Lebens im Folter- und Selektionsstaat, den man anders wohl nicht aushalten kann. Sogar der Chef der Grünen züchtet auf seinem Balkon eine Hanfpflanze (siehe Der Westen), in 22 von 28 Toiletten des Berliner Reichtstagsgebäudes fand man Spuren von Kokain (siehe Spiegel aus dem Jahre 2005, bezug nehmend auf eine Sendung von Sat 1).

Als wären Selektion, Folter und Drogen nicht schon genug Werte der westlichen Wertegemeinschaft, die zeigen, dass wir auch Dreck am Stecken haben, um den wir uns kümmern sollten, bevor wir andere verurteilen, kommt noch ein weiterer Wert dazu: eben der eben genannte Dreck.

Ja: kürzlich verkündete das Handelsblatt, welche Städte in Deutschland die dreckigsten seien. Überraschenderweise nahmen nicht die klassischen Ruhrgebietsstädte wie Duisburg oder Gelsenkirchen die vordersten Plätze ein, sondern die Metropolen der deutschen Schickeria: auf Platz 1 kam Stuttgart, auf Platz 2 München – als Städte mit der höchsten Feinstaubbelastung (siehe Handelsblatt). Ja – dort, wo die Industrie so richtig brummt, ist es auch wieder mal so richtig schön dreckig. Aber über die Schattenseiten unsere Unkultur reden wir ja nicht so gerne.

Leider kommt noch eine dazu, eine, die größten Abscheu erzeugt und deshalb gerne weit verdrängt wird.

Kindesmissbrauch.

Nicht der alltägliche, der schon schimm genug ist – sondern der systematisierte, der von einer Leistungselite im Koksrausch begangen wird. In Belgien verschwanden die Spuren sehr schnell … bzw. starben 30 Zeugen, die belegen konnten, dass hinter der Affäre Detroux noch viel mehr stand als ein durchgeknallter Einzeltäter. In Portugal hatte man den Fall Casa Pia, in den Mediengrößen und Spitzen der Politik verwickelt waren (auch der ehemalige Premier- und Arbeitsminister) – und jetzt kommt England dazu, das schon zuvor durch mehrere Fälle systematischen Missbrauchs von sich reden machte. Die Welt berichtet darüber (siehe Welt):

In London gärt ein unfassbarer Pädophilen-Skandal. Darin verwickelt: Politiker, Richter, V.I.P.s. Der Verdacht: Geheimdienste deckten den Kinderschänderring im Regierungsviertel – und auch Morde.

Diese Geschichte liest sich wie das Drehbuch eines schlechten Krimis. Es geht um einen Pädophilenring, dem prominente Politiker, Richter und andere Personen des öffentlichen Lebens angehören. Und es geht um Kinder, die über Jahre hinweg missbraucht, einige von ihnen gar ermordet wurden.

Eine Nachricht, die einen erblassen lässt. Was spielt sich eigentlich hinter den Kulissen unsere Weltpolitik ab? Welche perverse Gestalten überziehen unser Welt mit Selektion, Folter, Drogen und Dreck, um sich als Lohn an unseren Kindern gütlich zu tun?

Es ist natürlich nur eine Momentaufnahme, einige willkürlich herausgegriffene Aufnahmen einer Gegenwart, die – so scheint es – völlig aus den Fugen gerät. Doch sollten wir diese Aufnahmen deshalb vergessen, verdrängen, ignorieren?

Die Dimensionen der Entgleisungen der westlichen Wertegemeinschaft haben ein solches Ausmaß erreicht, dass man sich schämen muss, dazu zu gehören. Es ist eine Gemeinschaft von Unwerten … und mit der Meinung stehe ich nicht alleine da. Der Papst selbst – oberster Hüter der so oft gepriesenen Werte des christlichen Abendlandes – fällt ein vernichtendes Urteil über die westliche Wertegemeinschaft, führende Volkswirtschaften sanieren sich durch den Verkauf von Waffen (ja – hier steht Deutschland inzwischen ganz weit vorne), Kriege dienen unverzichtbar als Stützen eines großen Imperiums, Menschen werden dem Idol „Geld“ geopfert, ja, Geld“ ist der neue Gott geworden (siehe Zeit).

Schauen Sie sich bitte diese westliche Wertegemeinschaft an, deren Friedensnobelpreisträger den Drohnenkrieg gegen die Zivilbevölkerung auf ein nie dagewesenes Niveau gebracht hat, schauen Sie sich diese Gemeinschaft an, die Selektion, Folter, Drogen, Dreck und Kindesmissbrauch als unverzichtbare Werte vorlebt … und dann fragen Sie sich, wie das auf Russen oder Moslems wirkt.

Ich könnte verstehen, wenn die da Angst kriegen und sich Sorgen um ihre Familien machen.

In den Augen unseres obersten Wertehüters  haben wir – die westlichen Kulturen – die größtmögliche Sünde begangen, die man sich im christlichen Wertekanon vorstellen kann:

„Das Wirtschaftssystem sollte im Dienst des Menschen stehen. Aber wir haben das Geld in den Mittelpunkt gerückt, das Geld als Gott.“

Kein Wunder, dass dieser Artikel über den Papst sehr kurz und knapp ist. So etwas hören wir nicht gern: Geld als Gott – das ist die größte denkbare Sünde einer Wertegemeinschaft, die sich dereinst nominell aus dem Christentum heraus definierte – aus ihm und den zehn Geboten, die zuallererst davor warnten, sich anderen Göttern zuzuwenden.

Das haben wir jetzt getan – und wundern uns darüber, mit welchem Zorn man unsere Kultur ablehnt.

Ich denke – es sind gerade die Momentaufnahmen unserer Kultur, die unser Ansehen weltweit schädigen.

So aber – sind wir nicht jene „Guten“, als die wir gesehen werden wollen, und deshalb bleibt uns der Krieg als einziges Kommunikationsinstrument übrig, denn als „gut“ kann man eine Gesellschaft, in der solche Momentaufnahmen möglich sind, nicht auf Anhieb erkennen, weshalb „wir“ für „die anderen“ (zu denen jetzt auch unsere eigene Kirche gehört) einfach nur … „böse“ sind.

 

Aktive Sterbehilfe … der nächste Schritt in Richtung Neo-Auschwitz

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Freitag, 5.12.2014. Eifel. Wissen Sie, wann ich merke, dass etwas Wichtiges geschehen ist? Ich bekommen dann Post. Wenn mehrere unserer Leser uns gleichzeitig einen Artikel zukommen lassen, dann ist etwas Brisantes geschehen – darauf kann man sich blinden Auges verlassen. Dies ist gerade geschehen, bis hin zu meinem privaten Facebook-Auftritt. Nun – jetzt für alle: vielen Dank, ich habe ihn jetzt auch zur Kenntnis genommen.

Was unsere Leser auszeichnet? Ein ganz klares Bewusstsein für persönliche Lebensrisiken, eine völlige Abwesenheit jener schier grenzenlosen, geschichtsfreien Naivität, die heute im Alltag so gerne gelebt wird. Kein Wunder: sie  ist ja auch herrlich bequem. Ich denke mir meine Welt zu einem Ponyhof zurecht, dann brauche ich nie wieder Angst und Sorge haben, nie wieder Mitleid zu praktizieren oder soziale Verantwortung zu leben, denn: das Leid gibt es ja gar nicht … und wenn, dann sind die Opfer selbst schuld – sie denken falsch, sie fühlen falsch, sie leben falsch … sie SIND falsch.

Ja – die ersten Selektionsmechanismus werden uns heutzutage von „herzensguten“ Menschen beigebracht, die voller „Licht und Liebe“ durch die Welt schweben und eine eiskalte Vorselektion in lebenswertem und lebensunwertem Leben betreiben … wobei die Maßstäbe nahezu egal sind: Hauptssache, es gibt Selektionsmasse, über die man sich selbstherrlich und selbstverliebt drüber stellen kann.

Schritt für Schritt trainieren „Mächte und Gewalte“ (um eine christliche Fomulierung für „das Böse“ zu gebrauchen) in der Gesellschaft dem Menschen so gezielt die „Beißhemmung“ ab, die andere Tiere daran hindert, Wesen der eigenen Art mit tödlicher Gewalt anzugreifen.

Ja – der Mensch ist normalerweise nicht so. Natürlicherweise gleicht er eher dem „edlen Wilden“, den Rosseau einst so bewundert hatte – doch dem Tiere gleich kann er durch Folter, Ungerechtigkeit und Qual in ein Monstrum verwandelt werden, dass gerne und mit Lust Qual unter seinesgleichen verbreitet. Kleine Kinder sind da noch eher soziale Wesen, die aber zunehmend durch eine knallharte Schule gehen, bis sie zu jenen asozialen Egomanen geworden sind, die unsere Vernichtungskultur so dringend braucht, um ihr Geschäft verrichten zu können.

Doch schweifen wir nicht ab – kommen wir zum Thema, dass unsere Freunde so berührt: die aktive Sterbehilfe, beziehungsweise ein Interview mit einem Literaturwissenschaftler. Warum berührt dies die Menschen so?

Nun – wir leben in Deutschland … und dies ist ein besonderes Land. Hier – und nur hier – hat sich die Bevölkerung schon einmal mit vernichtender Gewalt gegen sich selbst gewandt, wurde die Pest der Eugenik mit aller Konsequenz und aller möglichen industriellen Gewalt gegen jene eingesetzt, die unbequem waren – auf die eine oder andere Weise.

Juden traf es zuerst, aber auch alle Formen von sozial denkenden Wesen („Linke“) – und all´ jene, die unbequemerweise auf die Hilfe anderer angewiesen waren: alte, kranke, behinderte Menschen.

Hier in Deutschland hat es sich gezeigt, dass man mit extrem geschwächten Abwehrkräften gegen das Böse zu rechnen hat … und ich nenne das einfach mal „das Böse“, um der Kälte, der Brutalität, der Unmenschlichkeit einen passenden Namen zu geben, der beschreibt, wir abgrundtief weit entfernt dieses Denken von einem sozialen, produktiven, kreativen und empathischen normalen Miteinander entfernt ist. Andere Länder konnten da widerstehen – obwohl auch sie nationalsozialistische Strömungen hatten, reichte es nicht aus, die Macht im Staate zu gewinnen – in den USA war es sogar das Militär, dass gegen Industrielle zum Einsatz kam, die zu offensichtlich Kulten des Bösen frönten und ihre streikenden Arbeiter in Zelten verbrannt.

Gerade in Deutschland reagieren also jene Menschen besonders sensibel, die aufgrund einfachen geschichtlichen Wissens begriffen haben, was in diesem Land möglich ist – und wie schnell man hier aussortiert werden kann, „selektiert“. Dazu reicht heutzutage schon immer weniger, die Hemmschwelle sinkt beständig. Plädiert man für vertrauensbildende, kriegsfeindliche Maßnahmen in der Politik, mahnt an die Grundsätze der alten, wohl erprobten „Entspannungspolitik“, wird man gleich ein „Putinversteher“. Kritisiert man öffentlich die Regierungsmeinung (zum Beispiel die öffentlichen Versionen zu den Vorgängen zum 11.9.2001 in New York) so wird man jenseits jedweder vernunftgemäßen Diskussion der beobachtbaren Absonderlichkeiten als „Verschwörungstheoretiker“ ausselektiert. Wagt man es, die grenzenlose Raffgier einzelner, ihre wachsende Macht und steigende Verrohung anzuklagen, auf Grund deren weite Schichten der Bevölkerung in Armut und Elend versinken, während andere trunken von übermäßigem Reichtum sind, so steht man als „negativ Denker“ gleich im Abseits … ohne dass sich jemand groß Gedanken über den asozialen Aberglauben macht, der dort von einer breiten Front von „Gutmenschen“ praktiziert wird.

Jene „Selektierten“ schauen nun anders auf die politische Welt als die durchschnittliche Wohlstandsblase … wie wir mal jene Existenzen nennen wollen, die freudig ein Rädchen im Getriebe jener Gesellschaftsmaschine sind, die das natürliche Lebensumfeld des Menschen täglich weiter vernichtet, Nahrung, Luft und Wasser verseucht, Ressourcen unwiederbringlich verbrennt und Land zunehmend unfruchtbar macht: ein Fest für jeden teuflischen Geist.

Sie verstehen schnell, dass sich hinter der harmlos erscheinenden Fassade der „aktiven Sterbehilfe“ ein ganz andere Geist verbirgt, der einen weiteren Schritt hin zu den neuen Vernichtungslagern gehen will.

Ja – so macht man in der Demokratie Politik: man sägt die Freiheit stückchenweise ab, immer ein Stück weiter, Schritt für Schritt. Manchmal brechen große Stücke ab – wie bei der Agenda 201o: da muss dann mit großer medialer Gewalt gegen gehalten werden, damit das Volk wieder in den Dauerschlaf versinkt, da wird dann der Arbeitslose gleich (wie alle anderen Opfer von „Mächten und Gewalten“ auch) Schuld an seinem eigenen Zustand und hat so seine Misere – Hausarrest, Enteignung, Einschränkung menschlicher Grundrechte, Entmündigung – selbst zu verantworten … wahrscheinlich hat er das sogar gewollt.

Erste Schritte zum nächsten Angriff auf die Menschlichkeit werden meist von völlig unbekannten Bütteln der Macht unternommen: sie sind ausersehen, sich durch einen „Testballon“ die Gunst der Mächtigen in den Parteiapparaten zu erwerben. Es ist wie bei der Mafia: geht es schief – hat man halt einen Bauern weniger. Geht es gut – ist der Listenplatz im Parlament, die Festanstellung im Apparat samt Beförderung gesichert, der Parteisoldat braucht halt seine Perspektive, um sein Ego zu befriedigen.

Der Soldat, der jetzt zu Worte kam, ist ein Literaturwissenschaftler und wissenschaftlicher Mitarbeiter der CDU-Bundestagsfraktion, geboren 1981 – und damit genau Mitglied jener Generation, die kürzlich erst vom „Fokus“ dazu aufgefordert wurde, sich aktiv gegen die „Alten“ zu wehren, die wir uns – auf deutsch gesagt – nicht mehr leisten können. Er fordert offen eine staatliche Organisation der Sterbehilfe, um der „Biomasse am Tropf“ im Rahmen der Euthanasie einen „guten“, „schmerzfreien“ Tod zu gewähren (siehe Spiegel).

Im Rahmen des Interviews wurde auch ein „zentraler Satz“ erwähnt, der die politische Wende einleitet – jener Versuchsballon der Partei, der testen soll, ob die Leute auch den nächsten Schritt schlucken.

„Wir müssen weg vom Tod als Zwang und hin zum Tod als Option.“

Der Tod also Option staatlichen Handelns.

Wir sollten ganz aufmerksam hinhören, was uns da im Rahmen der Lobeshymnen über den „guten Tod“ präsentiert wird – sehr aufmerksam, bitte.

„Wir sollten sterbehilfemedizinische Etappen aufbauen. Es muss Psychologen geben, die Sterbewillige betreuen, Gutachter, die die Situation einschätzen. Dazu natürlich Fachärzte, Sozialarbeiter und Familienpsychologen. Von Fall zu Fall müssen diese Leute entscheiden, ob Sterbehilfe praktiziert werden kann.“

Das ist der Schritt um Aufbau einer Massenvernichtungsindustrie. Es ist erstaunlich, mit welcher eiskalten Selbstverständlichkeit hier über die Tötung von großen Menschenmassen diskutiert wird – in aller Öffentlichkeit:

„Es werden ja immer mehr Menschen immer älter. Dank dem demografischen Wandel verwandeln sich Krankenhäuser in Untotenhäuser…“

Das ist die Meinung jener asozialen Generation, der wir im Alter hilflos ausgeliefert sein werden: da liegen Zombies … denen man am Besten das Gehirn mit der Schrotflinte wegballert, um sie von ihrer erbärmlichen Existenz zu erlösen. Ja – so sind die drauf, die jungen Bengel – und so einfach kann man die Erklärung der allgemeinen Menschenrechte zu den Akten legen.

Massenvernichtung? Ja – wird ganz offen zugegeben:

„Heute gibt es in Krankenhäusern ganze Abteilungen, in denen Patienten in halbkomatösem Zustand vor sich hin siechen. Das sind Menschen, die keine Patientenverfügungen hatten, über deren Willen man nicht mehr mutmaßen kann, und deren Kinder sagen: Ich übernehme die Entscheidung nicht. Es sollte davon ausgegangen werden, dass diese Menschen sterben wollen.“

Was für ein wunderbarer Traum: eine Armee von Fachärzten, Sozialarbeitern und Familienpsychologen (alle selbstverständlich aus „gutem Hause“) marschiert durch die Krankenhäuser und eleminiert systematisch all´ jene, die sich nicht mehr selber wehren können.

Natürlich werden diese allmächtigen Todesschwadrone im nächsten Schritt die weiteren Probleme der modernen Zivilisation aus dem Weg räumen: ist denn nicht auch der depressive Mensch ein Mensch, von dem man ausgehen muss, dass er sterben will? Äußerst er das nicht auch mal gelegentlich? Darf man nicht auch beim Obdachlosen unterstellen, das er von seinem Leid erlöst werden möchte? Oder der alte Arbeitlose (also: jene über 40!): spürt er nicht insgeheim den innigen Wunsch, diese Welt zu verlassen, die für ihn keinen Plaz mehr hat?

Oder … anders formuliert: wie lange wollen wir diesen untoten Parasiten und Schmarotzer eigentlich noch an unserem Busen nähren?

Doch wollen wir hier keine Fragen stellen – wir wollen Antworten geben.

Die postkapitalistische Gesellschaft hat ein Problem: sie hat zu viele Menschen, deren Produktivität unter dem gewünschten Renditeniveau gesunken ist – ohne Aussicht auf Besserung. Die vielen ausgebeuteten Schüler, Studenten und Jungdoktoren lassen wenigstens noch hoffen, dass sie irgendwann mal einen Weg finden, sich selbst so zu vermarkten, dass ihre Herren noch eine Gewinnsteigerung erwarten können … aber die, die über 40 sind, sind doch nur noch … „Biomasse“, die es kostengünstig zu entsorgen gilt, da müssen schon heute Weichen gestellt werden, um die Berge an „Gammelfleisch“ zu bewältigen, die der demografische Wandel morgen mit sich bringen wird.

Wir werden das wiederholen, was 1933 – 1945 passiert ist, weil wir nichts daraus gelernt haben und auch nichts daraus lernen wollen: darum sind „Nazi-Vergleiche“ ja so verpönt … dabei kann man sie gar nicht oft genug bringen, um zu verhindern, dass sich die Gräuel wiederholen – momentan erleben wir mehr und mehr Schritte in jene Richtung, die es den konsumgierigen Jungen erlauben, ihre Eltern kostengünstig als Viehfutter zu entsorgen (ja: ich nehme da Entwicklungen voraus, die im Rahmen der kapitalitischen Verwertungslogik zum Tragen kommen werden), um mehr für sich zu haben.

Wir haben ja noch nicht mal verstanden, warum sich die Entwicklungen wiederholen, weil wir alles auf des Konto „Nationalsozialismus“ schieben und stolz darauf sind, dass Hitler tot und seine Partei verboten ist.

Beide waren aber nur die Vollstrecker einer Geisteshaltung, die sich im 19. Jahrhundert entfaltete: als dem Menschen durch sektiererische Zweige der „Naturwissenschaft“ die Seele aberkannt wurde (ganz im Sinne der Sklavenhaltergesellschaft die sich an „Seele“ und „Würde“ immer störte), wurde er zur Biomasse erklärt, einer Masse, die behandelt werden kann wie alle anderen Fleischberge auch. Wir haben versucht, die Seele wieder schützenswert zu machen, in dem wir – ganz unreligiös, um keine Angriffspunkte zu bieten – die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verfasst haben, als direkte Folge der unsagbaren Schrecken des letzten Weltkrieges, der gezeigt hat, wozu die moderne Menschheit in der Lage ist – und welche grauenvollen Folgen es haben kann, wenn sich „Technik“ und „Wissenschaft“ in den Dienst des „Bösen“ stellen.

Wir haben uns – damit sich diese Entwicklungen niemals wiederholen – ein paar Gesetze gegeben … von denen eins so alt ist wie die denkende Menschheit: „Du sollst nicht töten“. Früher dachte man sich einen allgewaltigen Gott, um die verderbten Menschengeister im Zaum zu halten – nachdem dieser gestorben war (aber nur im Denken der Menschen, nicht in der Realität – über die können wir kleinen Geister gar nicht urteilen, so sehr wir auch wüten und zetern), bauten wir uns unsere eigenen ewigen Gesetze … die nun von bösartigen Kleingeistern Schritt für Schritt abgebaut werden.

Darüber, dass wir – bei der Forderung nach aktiver Sterbehilfe – verlangen, dass sich gewisse Menschen für uns als Mörder verdingen, werden wir ein anderes Mal reden müssen: die Selbstverständlichkeit, mit der man annimmt, dass es solche Gestalten in der Wissenschaft und der Medizin gibt, erschrickt schon …. verwundert aber nicht, wenn man sich an die Begeisterung der deutschen Ärzteschaft für den Nationalsozialismus und seine „Rassenhygiene“ erinnert.

Ebenso werden wir uns Gedanken darüber machen müssen. ob wir denn wirklich mit absoluter Sicherheit davon ausgehen können, dass wir keine Seele haben, die nach unserem Ableben geprüft wird … wie es alle älteren Kulturen annahmen. Die Prüfkriterien waren übrigens erstaunlich sozial – niemand fragte nach dem Kontostand, aber alle nach der Verderbtheit der Seele.

Erscheint mir auch so weise – ohne dass ich mir einen Gott oder ein Jenseits dazu denken muss.

 

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