Schuldenkrise

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Über die Ursprünge der europäischen Schuldenkrise – eine Frage der Moral

Montag, 12.12.2011. Eifel. Die Novemberstürme sind endlich da. Schön, das der Herbst noch kommt, bevor der Winter eintritt. So ein bischen Normalität schadet ja nicht. Ein Blick in die Medien zeigt, das der Weltuntergang vor der Tür steht. Immer noch. Zum Beispiel in der FAZ:

„Geht’s jetzt auch mit Deutschland bergab?“, fragte Günther Jauch nach dem EU-Krisengipfel. Man muss es wohl befürchten, wenn der Oberlinke Lafontaine und der Neoliberale Sinn so oft einer Meinung sind.

In der Tat sollte man sich Sorgen machen, wenn die politischen Gegner sich derart zusammenschließen. Das ist normalerweise nur im Kriegsfall zu beobachten - aber den Krieg haben wir ja.

Montag, 12.12.2011. Eifel. Die Novemberstürme sind endlich da. Schön, das der Herbst noch kommt, bevor der Winter eintritt. So ein bischen Normalität schadet ja nicht. Ein Blick in die Medien zeigt, das der Weltuntergang vor der Tür steht. Immer noch. Zum Beispiel in der FAZ:

„Geht’s jetzt auch mit Deutschland bergab?“, fragte Günther Jauch nach dem EU-Krisengipfel. Man muss es wohl befürchten, wenn der Oberlinke Lafontaine und der Neoliberale Sinn so oft einer Meinung sind.

In der Tat sollte man sich Sorgen machen, wenn die politischen Gegner sich derart zusammenschließen. Das ist normalerweise nur im Kriegsfall zu beobachten – aber den Krieg haben wir ja. Gestern schrieb ich noch darüber, das die Republikaner einen Wirtschaftskrieg gegen Europa planen, heute wird klar, wer ihnen das Geld dafür gibt – siehe Fokus:

Die Bundesbank ist bereit, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zusätzliche Kreditlinien von bis zu 45 Milliarden Euro zur Krisenbekämpfung einzuräumen, will dafür aber die Zustimmung des Bundestags….

„Zusätzliche“ Kredite … man will gar nicht wissen, was die sonst schon bekommen haben und bald auf Grund republikanischer Initiativen in den USA für sich behalten dürfen. Hoffen wir, das Obama gewinnt, sonst ist noch mehr Geld im Eimer. Die Aussichten für 2012 sind sowieso schon düster genug, 2011 haben alle für billiges Geld nochmal deutsche Maschinen gekauft …. aber die laufen jetzt eine Zeit lang. Und ob alle Käufer auch ihre Rechnungen bezahlen können, kann aktuell niemand voraussagen.

Der deutsche Bürger nimmt dies alles gelassen hin. Keine großen sozialen Bewegungen, keine Demonstrationen, keine Protestparteien (na, außer vielleicht der Piratenpartei). Andererseits … gibt es schon Erscheinungen, die darauf hindeuten, das man sich auf einen ganz großen Knall vorbereitet. Die Welt hat sie mal aufgelistet:

Umsatzsteigerungen bei Tresorkäufen zwischen 15 und 25%, bei Geländewagen um 295%, bei Bunkern mit Stahlbetonwänden ebenfalls um 25%. Viele machen Flugscheine, kaufen sich Notrationen oder decken sich mit Schusswaffen ein – auch in Deutschland.

Warum nimmt die Mehrheit die Entwicklung eigentlich so gelassen hin? Immerhin geht es hier um ganz existentielle Bedrohungsszenarien. Ein weitere Artikel aus der Welt klärt auf:

„Beim Besuch Berlins überrascht die Diskrepanz zwischen der weitverbreiteten Propaganda in den Zeitungen, dem Film, dem Radio und an Anschlagsäulen – und der völligen Apathie der Leute, die nur von den materiellen Schwierigkeiten des täglichen Lebens beansprucht sind.“

Das ist wohl die treffende Beschreibung unsere gegenwärtigen Lage. Wir müssen halt täglich das Kunststück vollbringen, mit immer weniger Geld immer mehr Rechnungen zu bezahlen. Das wird 2012 auch nicht besser, siehe Manager-Magazin:

Im neuen Jahr müssen die Bundesbürger einige bittere Pillen schlucken. Dazu gehört der Start der umstrittenen Rente ab 67. Das Rentenalter von heute 65 wird ab 2012 in Tippelschritten um zwei Jahre hochgeschraubt. Auf den Geldbeutel nahezu aller drückt, dass Strom- wie Gaspreise zum Jahreswechsel wieder einmal kräftig steigen. Zahnersatz wird teurer, ebenso die private Krankenversicherung und das Bahnfahren. Was steigt, sind auch die Beitragsbemessungsgrenzen in der Sozialversicherung.

Die gleiche Prozedur wie jedes Jahr. Wer die Gewalt über Preise hat, erhöht diese. Die Konkurrenz zieht sofort mit. Alternativlos. Natürlich sehen wir, das die Preise zu hoch sind. Woher kommt denn das Geld für solche Luxusreisen – siehe Handelsblatt:

Die traditionsreiche Bausparkasse Wüstenrot bemüht sich fieberhaft um Aufklärung einer Incentive-Reise nach Brasilien. Wie der Konzern auf Anfrage des Handelsblattes bestätigte, drehen sich die Nachforschungen um einen 203.000 Euro teuren Ausflug der besten freien Handelsvertreter der Bausparkasse nach Rio de Janeiro. Im Rahmen dieser Reise im April 2010 fuhr der Reisebus der Truppe auch zum Nachtclub „Barbarella“. Hierbei handelt es sich um ein so genanntes „Boate“, einen Kontakthof für käuflichen Sex.

So fördern wir mit unseren Bausparverträgen nebenbei die Prostitution in der Dritten Welt. Man stelle sich vor, wie gut wir unsere Rechnungen bezahlen könnten, wenn wir in den Versicherungsprämien die Zuschläge für Sex-Reisen streichen könnten. Aber – machen wir uns nichts vor: Pharmaindustrie und Bankenwesen sind da ebenfalls sehr großzügig in der Preisgestaltung. Und was macht Berlin? Wie hilft uns unsere Regierung gegen diese Verbrecher, gegen die wir kleinen Bürger vor Ort völlig hilflos sind?

Kehren wir nochmal zu dem Artikel aus der Welt zurück, der uns über die Apathie der Deutschen informiert hat:

 „Die Berliner Moral ist heute schon unter jeder Kritik. Wäre Berlin Deutschland, wir hätten diesen Krieg schon verloren.“

Den Krieg? Reden jetzt schon alle über den großen aktuellen Wirtschaftskrieg, der die Aufbauleistung der letzten Jahrzehnte zu vernichten droht?

Nein – das sprach ein Soldat auf Heimaturlaub 1941, das Zitat über die Apathie der Bevölkerung bezog sich auf das Kriegsjahr 1941, die Beobachtungen machte der schwedische Botschafter.

Also mich haben – ganz ehrlich – die Paralellen erschrocken. „Wann begann der totale Völkermord der Nazis“ – fragt der Autor des Artikels und ich frage mich, wie andere Artikel in ferner Zukunft die aktuelle Situation beschreiben. „Wann begann der totale Völkermord des Bankenclans?“

Immerhin: Menschen sind Kosten auf zwei Beinen, wer etwas anderes behauptet, ist hoffnungsloser Sozialromantiker. Mit der Philosophie ist Massenmorden jeder Art Tür und Tor geöffnet – wenn der politische Wille und die Macht dazukommen.

Den Klagen über die Berliner Moral können wir uns offensichtlich auch sofort anschließen. Aktuell ist der neue Justizsenator Braun im Visier der Verbraucherschützer, er soll an dubiosen Immobiliengeschäften mitgewirkt haben. Einfachen Bürgern 86000 Euro für eine unbewohnbare Schimmelbude aus der Tasche zu ziehen – ja, das ist die Welt der tollen, engagierten Leistungsträger der Berliner Republik, solche Helden des Alltags – die anschließend ihre „Leistung“ im Bordell in Brasilien feiern – haben wir gern. Die dürfen bei uns auch immer reicher werden.

Moral? Ist unter jeder Kritik, da hat der Landser schon recht.

Die Zeit widmet sich diesem Problem umfassend – und listet die Todsünden der Schuldenkrise Europas detalliert auf:

Allein in der Schweiz haben ausländische Privatpersonen, die meisten davon EU-Bürger, 1560 Milliarden Euro liegen, in Großbritannien, und dort vor allem auf den Kanalinseln, sind es 1400 Milliarden, in Luxemburg 440 Milliarden, in Liechtenstein 78 Milliarden. All diese Staaten leisten Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Sie saugen fremdes Volksvermögen ab und leben von den Zinsen.

Der Traum vom leistungslosen Einkommen wird für mutige Steuerhinterzieher schnell Realität, während der heute noch fleissige Unternehmer morgen schon in eine sehr düstere Röhre schauen kann:

In diesem Jahr beläuft sich der deutsche Exportüberschuss mit den Ländern der EU auf 62 Milliarden Euro. Das bedeutet nichts anderes, als dass die in Deutschland produzierten Waren nicht gegen ausländische Waren getauscht, sondern praktisch auf Kredit ausgeliefert werden. Die Südeuropäer verschulden sich also bei den Deutschen, um deren Waren zu kaufen. Sprich: Der Reichtum der Deutschen beruht auf den Schulden der anderen. Bloß, wer beschwert sich am lautesten über diese Schulden? Genau. Deutschland.

Irgendwann droht den Schuldnern der Bankrott, und den Gläubigern damit die Entwertung ihrer Forderungen. Die Deutschen haben in den vergangenen Jahren Auslandsvermögen in Höhe von fast 1000 Milliarden Euro angesammelt – ein großer Teil des Geldes ist weg, wenn der Süden nicht mehr zahlen kann.

Nur zwei von sieben Beispielen, die der Artikel auflistet. Wir wissen also, woran es liegt. Wir wissen, das unser Steuergeld auf den britischen Kanalinseln liegt: 1,58 Billionen Euro. Aber für den Untergang des Abendlandes wird der deutsche Arbeitslose verantwortlich gemacht, der das wundersame (und nahezu unmögliche) Kunststück verbringen soll, seine Kinder für 2,67 Euro am Tag gesund zu ernähren. Sogar in der Eifel ist zwei Stunden Parken teurer.

Es ist eine Frage der Moral bzw. der Verantwortung.

Als guter Kaufmann verkaufe ich nicht an Menschen, die sich meine Waren nicht leisten können – ich könnte sie in den Hungertod treiben. Ich leiste auch meinen Beitrag zur Gemeinschaft so gut ich kann, ja, ich bin dankbar für jeden Euro Steuern, die ich zahlen darf, weil verantwortungsbewußte Politiker damit Frieden, Fortschritt und die Sicherheit des Wohlstands auf Dauer festigen.

Als schlechter Kaufmann verkaufe ich Glasperlen an Indianer und handele ihnen damit ihre Jagdgründe ab, so das der Stamm den nächsten Winter nicht überleben wird.

Als asozialer Bürger plündere ich die Gemeinschaft aus, wo ich kann, nutze ihr Infrastruktur für meine Gewinne, schöpfe alles an Förderung ab, wo ich nur kann – und schicke den Gewinn weit weg ins Ausland.

Räuberethik. Nach wie vor plädiere ich für den Entzug der Staatsbürgerschaft und der politischen Bürgerrechte als Strafe für Steuerhinterziehung. Ist wie Schwarzfahren – und dafür gibt es in Berlin inzwischen sogar Gefängnis.

Der Niedergang der Moral in Deutschland hat einen Namen: Helmut Kohl. „Parteispendenaffäre“, genauer gesagt. Ein Ehrenwort jagte das andere und der Kanzler stellte sich demonstrativ vor seine Spender – gegen das Volk. Wer für die Politik der CDU bezahlte, ging das blöde Wahlvieh nichts an. Dann kamen Schröder und Fischer, der Hartz-Kanzler und sein Bombenminister, der Deutschland in den ersten heißen Krieg seit der Nazizeit führte.

Der kleine Bürger vor Ort weiß schon längst, das er im Krieg ist – und reagiert wie 1941. Er versucht, über die Runden zu kommen. Er versteht, was auf ihn zukommt, wenn der Edmund Stoiber lobend die Chinesen zitiert, die meinen: „Demokratien können nur Schulden machen“.

Dann kann man sich Demokratien eben nicht mehr leisten.

Viele unserer Politiker finden das auch, das lästige Wahltheater stört nur die Planungen zum persönlichen Vermögensaufbau.

Natürlich hat Moral bei uns keine Chance mehr. Die Naturwissenschaften haben bewiesen (in West und Ost), das der Mensch nur ein Haufen Biomüll ist. Zudem atmet er, was dem Klima schadet – ebenso wie seine Darmwinde. Will der Reiche mehr Natur geniessen, muss der Arme entsorgt werden – das wissen wir inzwischen alle, wir kleinen armen Bürger vor Ort. Wir wissen, was am Ende der Klimadebatte steht: unser eigenes Ende. Und da die Natur keine Moral kennt, die Kirche böse ist, es ganz sicher kein Existenz nach dem Tode gibt … steht hemmungslosem Massenmorden überhaupt nichts mehr im Wege.

Man ist auch stolz darauf – wie hier in einer Rezension eines Buches über das „Kooperative Gen“ durch einen … bezeichnenderweise – Gymnasiallehrer und einem Biologen bei Literaturkritik.de:

Die Entkopplung naturwissenschaftlicher Erkenntnismaximen von der Moral war eine der Vorbedingungen dafür, überhaupt Wissenschaft für die Erkenntnis der Welt fruchtbar machen zu können, statt sie auf bloßes Zuträgerhandwerk zu beschränken.

Die Folgen dieser Entkoppelung kann man heute bei Wikipedia nachlesen.

Die Medizin im Nationalsozialismus war geprägt durch das Bemühen der nationalsozialistischen Politik, das Gesundheitswesen für ihre Ziele nutzbar zu machen. Wesentliche Merkmale waren die Etablierung der sozialdarwinistischen „Rassenhygiene“ als neuer Leitideologie, eine ausgeprägte Leistungsmedizin und die „Gesundheitsführung“. 45 Prozent der 52.000 Mediziner wurden NSDAP-Mitglieder. Diese Konzepte fanden ihre zugespitzte Umsetzung in hunderttausendfach durchgeführten Zwangssterilisationen, skrupellosen Menschenversuchen mit tausenden Todesopfern und euphemistisch als Euthanasie bezeichneten zehntausenden Morden an Kranken und Behinderten.

Die Nazis haben genauso gedacht: Moral ist was für Juden. Für Feiglinge und Schwächlinge. Folgen wir dem Urteil des Landsers, dann haben wir deshalb den Krieg verloren – weil die Nazis keine Moral hatten.

Die Deutschen an sich übrigens schon. Es bestehen da Unterschiede zwischen Nazis und Deutschen. Wir Deutschen an sich können sehr moralisch sein – einfach so. Kostet ja auch nichts. Wir sind auch sehr gemütlich, fahren lieber zivilisiert im Kreuzfahrtschiff als im Uboot über den Atlantik, fliegen nach London lieber zum shoppen als zum Bomben abwerfen und verbringen den russischen Winter lieber zu Hause vor dem warmen Kamin als im Schützengraben vor Moskau.

Wir sehen auch den Zustand unserer Schulen, unserer Rathäuser, unserer Polizeiwachen. In der Eifel kenne ich einige dieser Einrichtungen, die man umgehend als Museum ausweisen könnte. In unserer Polizeiwache vor Ort (der letzten überlebenden) ist noch nicht mal genug Geld da, einen Fenstergriff reparieren zu lassen, in den Schulen renovieren Schüler und Eltern inzwischen alles selbst – manchmal gibt es aber noch  einen Zuschuss für Farben.

Die mir bekannten Konzernzentralen der Pharmaindustrie hingegen sind Tempel der Moderne. Alles von den Geldern der Beitragszahler finanziert – nicht etwa durch kluges Wirtschaften erarbeitet. Ehrbare Kaufleute würden so etwas berücksichtigen – und demütiger auftreten.

In einer Welt ohne Moral ist der ehrbare Kaufmann aber nur ein Depp – oder?

Die Ursprünge der europäischen Schuldenkrise liegen im Denken. Auch in den Extremformen des naturwissenschaftlichen Denkens, die glaubt, das aufgeführte Theaterstück wird schon gelingen, wenn wir nur die Bühne richtig analysiert haben. Entkoppelt sich Wissenschaft von Moral, baut sie Atombomben, Giftgas, Seuchen … und Staatsverschuldung. Forschung kostet halt.

Dafür machen sie dann dem Rest des Volkes klar, das „Moral“ böse ist, weil sie sich naturwissenschaftlich nicht belegen lässt.

Die Verbrecher der Welt jubeln: sie haben ihre Kirche gefunden.

„Es gibt keinen Gott, also lasst uns unsere Nachbarn fressen!“ – könnte der Schlachtruf der atheistischen Union werden.

Demut, Bescheidenheit, Menschlichkeit sind Werte, die in unserer Welt keinen Platz mehr haben – dafür stehen Hochmut, grenzenlose Gier und Unmenschlichkeit hoch im Kurs: man fühlt sich gerne hart und stark. „Flink wie ein Windhund, zäh wie Leder, hart wie Kruppstahl“ – so sah auch Hitler sein Volk gerne. Bei Bankern, Börsianern und Anlageberatern wären solche Werte wohl auch gerne gesehen.

Der Nationalsozialismus als naturwissenschaftliche Verbrecherreligion – so langsam verstehe ich, warum diese Perspektive gerade in Deutschland kaum eingenommen wird.

Die neue Tätergeneration will unentdeckt bleiben. Und deshalb rücken Lafontaine und Sinn enger zusammen – der Krieg läuft schon längst. Vielleicht könnte man ihn auch als Krieg der atheistischen Egomanen gegen den Rest der Welt beschreiben, für die „Naturwissenschaft“ das ist, was für Nazis früher „Deutschland“ war – jener inhaltsloser Wert, von dem sie alle anderen ableiten und der ihnen gestattet, straflos jedes Verbrechen zu begehen. Geht „im Namen der Wissenschaft“ genauso wie „im Namen Deutschlands“ oder „im Namen Gottes“ (um fair zu bleiben).

Man sollte nie vergessen, das sich die Nichtexistenz irgendwelcher Götter ebenso wenig beweisen lässt wie die Heiligkeit Deutschlands. Aber mit der Postulation dieser Hypothese nimmt man dem asozialen Charakter die allerletzte Bremse, die ihn von seinen Taten abhalten könnte.

Warum macht man das wohl?

Die Antwort auf diese Frage findet sich wohl auf den Konten der Kanalinseln – und stellt den wahren Ursprung unserer Schuldenkrise dar.

 

 

 

 

Der Verkauf Deutschlands durch ahnungslose Parlamentarier – wie „Das System“ den Mittelstand vernichtet

Schönes Wetter heute, oder? Der Himmel war heute morgen leicht fliederfarben, als die Sonne die Hügelgipfel golden färbte. Ein wunderschöner Morgen - genau das Gegenteil zur politischen Wirklichkeit in Deutschland. Dort erlebten wir gestern den Untergang der Demokratie. Natürlich ist sie nicht gestern untergegangen. Vorbereitet wurde das schon viel früher, gestern konnte man nur live erleben, das sie kaputt ist - und wie unrettbar verrottet das ganze politische System ist. Das gräuslichste Dokument dieses Verfalls serviert Panorama .... einfach mal anschauen: Abgeordnete, die nicht wissen, wieviel Geld wann wo warum an wen fließt beschliessen den Ausverkauf Deutschlands. Das alles bei vollem Bewußtsein miterleben zu dürfen ist irgendwie wie OP am offenen Herzen ohne Narkose.

Schönes Wetter heute, oder? Der Himmel war heute morgen leicht fliederfarben, als die Sonne die Hügelgipfel golden färbte. Ein wunderschöner Morgen – genau das Gegenteil zur politischen Wirklichkeit in Deutschland. Dort erlebten wir gestern den Untergang der Demokratie. Natürlich ist sie nicht gestern untergegangen. Vorbereitet wurde das schon viel früher, gestern konnte man nur live erleben, das sie kaputt ist – und wie unrettbar verrottet das ganze politische System ist. Das gräuslichste Dokument dieses Verfalls serviert Panorama …. einfach mal anschauen: Abgeordnete, die nicht wissen, wieviel Geld wann wo warum an wen fließt beschliessen den Ausverkauf Deutschlands. Das alles bei vollem Bewußtsein miterleben zu dürfen ist irgendwie wie OP am offenen Herzen ohne Narkose.

Wundern sollte einen das nicht, dann die Mechanismen der Meinungsbildung sind ja bekannt – wie auch die Marionettenfunktion der Abgeordneten in den Parlamenten, – hier mal ein Beispiel, wie so etwas praktisch aussieht:

Deutsche Diplomaten verteilten im Auftrag des Verbands der Automobilindustrie ein siebenseitiges Papier im Europarat, um Abstimmungen zu beeinflussen. 

Ein weiteres Beispiel einer konzertierten Aktion von Medien, Politik und Konzernmacht war die Affäre „Schweinegrippe“, die gerade – wahrscheinlich wieder mal folgenlos – publizistisch aufgearbeitet wird. Ein erschreckender Blick auf des ethische Niveau von Journalisten, Politikern und Managern: für Geld lügen und betrügen die ein ganzes Volk, auch auf die Gefahr hin, das einige an den Folgen der Impfung einfach wegsterben – im Namen des Aufschwungs ist halt alles möglich.

Man konnte es vorher gewußt haben. Die Schweiz klärt aktuell über die Vernichtung des deutschen Mittelstandes auf – dort darf man offen (und mit ein bischen Schadenfreude) darüber reden, siehe Berner Zeitung:

Die Wirtschaftpolitik des christlich-konservativen Ludwig Erhard führte zum Wirtschaftswunder und zu «Wohlstand für alle». Die Politik der beiden rot-grünen Zauberlehrlinge Schröder und Fischer zu Hartz IV und zu «Luxus für wenige». Auch das lässt sich mit Zahlen belegen: «Im Jahr 1987 verdiente ein Vorstandsmitglied im Durchschnitt das 23-Fache eines Arbeitnehmers, im Jahr 2007 war es das 109-Fache», stellt Bofinger fest. «Dabei ist bemerkenswert, dass die Vorstandstantiemen erst in dem Jahrzehnt richtig ausgeweitet wurden, in dem für die Lohnabhängigen das Gürtel-enger-schnallen angesagt war. Mit der Lohnzurückhaltung der Arbeitnehmer schossen die Gewinne nach oben, so dass es sich in den Vorstandsetagen in Saus und Braus leben liess.»

Die Gier wird größer und kennt kein Ende … und der deutsche Mittelstand wird zu spät wach – viel zu spät:

„Die Griechenland-Pleite wird sehr hässlich sein. Es wird keinen sicheren Hafen geben. Alle Anlageformen werden darunter leiden.“ Selbst Geld, das man im Garten vergraben hat, werde nicht sicher sein – weil es vielleicht die falsche Währung ist. 

Die Menschen, die das Rückgrat der sozialen Marktwirtschaft und der deutschen Demokratie bildeten, merken auf einmal, wohin der Zug fährt – hier wurde gestern ein Blankoscheck verteilt:

Das Centrum für Europäische Politik warnt vor einem grundlegenden Irrtum: Mit dem Gesetz, welches der deutsche Bundestag heute beschlossen hat, werden strenge Regeln für Milliarden-Bürgschaften nur für Deutschland aufgestellt. Die EU kann das Geld danach nach viel laxeren Regeln verteilen.

Wie kann so etwas geschehen? Wie kann es sein, das der deutsche Mittelstand, die fleissigen, sparsamen deutschen Arbeiter, Angestellten und Unternehmer so hinters Licht geführt wurden?

Ungewollt klärt uns der Spiegel bzw. der Herr Kauder heute über „Das System“ auf:

„Diese Entscheidung halte ich für falsch“, ärgerte sich nach der Abstimmung Unions-Fraktionschef Volker Kauder. „Wenn alle reden, die eine von der Fraktion abweichende Meinung haben, dann bricht das System zusammen“, befürchtet der Christdemokrat.

Das „System“, das ist die disziplinierende Wirkung der Fraktionsführungen aller Couleur. Sie bestimmen, wer reden darf und wer nicht.

So stellt man sich Demokratie vor, oder? Meinungsfreiheit für alle, die gefällige Meinungen haben.

Es geht unter anderem um die Rede des Fank Schäfer (FDP), der aufgrund der aktuellen Wahlerfolge der FDP wohl seine letzte Legislaturperiode erlebt. Herr Schäfer erwähnt in seiner Rede den Papst, der Augustinus zitierte:

„Nimm das Recht weg – was ist dann ein Staat noch anderes als eine Räuberbande.“

Und Herr Kauder zeigt, wie diese Bande im Parlament regiert und nun Steuergelder in – womöglich – Billionenhöhe fortschafft … alles ermöglicht durch Parlamentarier, die blind und dumm gehorchen – und eigentlich gar nicht wissen, was sie da tun.

Was sie tun, kann man vielleicht in Zahlen verdeutlichen. 26 % Arbeitslosigkeit und massive Rentenkürzungen erwartet Griechenland in Folge, obwohl es mehr Geld verbraucht als zuvor, in Italien übertreffen die Schulden (für die wir jetzt nebenbei auch bürgen) den Wert des gesamten Staatsbesitzes.

„Das System“ – wir merken es gerade – hat viele Facetten und wenige Täter. Sie sitzen in den Parteizentralen, sind privat beste Freunde und bedienen sich hemmungslos am Volksvermögen wie einst der Adel. Dank der Macht der Parteien – und der Alternativlosigkeit des Systems – sind sie absolut unangreifbar … aber leider nicht unbestechlich. Gerne hat man ein Ohr für die Sorgen der Reichen, die von den Armen gerne noch viel mehr Geld hätten … und es auch bekommen.

Mit Hartz IV – ich hatte es regelmässig angemerkt, noch bevor ich anfing zu bloggen – wird gezielt der Mittelstand vernichtet, aber nur wenige haben damals die Tragweite des Gesetzes im Detail verstanden. Als Mitglied des Mittelstandes war mir klar, das ein Instrument geschaffen wurde, um Existenzen millionenfach in Serie zu vernichten – wie sollte der hart arbeitende Familienvater denn nach der Zwangsversteigerung seines Hauses zwecks Finanzierung seiner Arbeitslosigkeit wieder in der Arbeitswelt Fuss fassen – bei der sozialen Stigmatisierung der „Hartz-IV-Fälle“? Wie sollten seine Kinder dem sozialen Standard der weiterführenden Schulen entsprechen können? Wer krank wurde, wurde abgeschossen – das war das Prinzip, das alle anderen immer schneller rennen lies – für immer weniger Geld.

Die psychischen Folgen dieses Hamsterrades nennen wir heute „burn out“.

Die Implementierung eines solchen Existenzvernichtungsprogrammes läßt erschreckende Rückschlüsse auf das ethische Niveau der Täter zu: „Räuberbande“ ist da noch ein sehr harmloser Titel, der einem in den Sinn kommt. Das die Bande nach den ersten erfolgreichen Raubzügen während der DDR-Privatisierung nicht aufhört, sondern erstmal auf den Geschmack kommt und unter der Führung einer FDJ-Sekretärin auch noch den Rest Europas „privatisieren“ will, ist mir plausibel.

Räuberbanden sind so. Kommen die einmal ins Rollen, finden sie schnell Mitläufer – mit jedem erfolgreichen Raubzug werden es mehr, das ethische Niveau des ganzen Volkes beginnt zu sinken.  So wundert es nicht, das im Zuge anderer rot-grüner Reformen auch der Menschenhandel sprunghaft anstieg:

Damit steigt auch die Nachfrage nach illegal eingeschleusten Prostituierten. “In Deutschland, wo Prostitution legal ist, ist der Markt 60 Mal größer als in Schweden, wo Prostitution verboten ist. Gleichzeitig hat Deutschland rund 62 Mal so viele Opfer von Menschenhandel wie Schweden, obwohl die Bevölkerung weniger als zehn Mal so groß ist”, so Dreher. Damit ist das rot-grüne Prostitutionsgesetz – eines der liberalsten Prostitutionsgesetze der Welt – in der Praxis gescheitert. 

Das glaube ich allerdings nicht: es macht aus europäischen Frauen erneuerbaren Rohstoff – und liegt damit genau auf dem ethischen Niveau der Räuberbande. Und das sind dann letztlich die Folgen für den Mittelstand: wenn gar nichts mehr geht und der Regelsatz gegen Null läuft, dann darf er seine Frauen legal verkaufen.

Bis dahin importieren wir illegal Fachkräfte aus dem Ausland.

Nicht mehr lange und die Arbeitgeber bzw. der Bankenclan wird das „Recht der ersten Nacht“ für sich geltend machen.

Undenkbar?

Das war die Enteignung der Arbeitslosen auch mal … oder die Forderung, das Arbeitslose ihre Organe verkaufen sollen, um die Arbeitslosigkeit zu finanzieren, damit man durch Massenentlassungen schnell Engpässe auf dem Transplantationsmarkt überwinden kann.

Was nun mit Menschen geschieht, die sich noch eine Meinung erlauben, die versehentlich an die Rechte der unabhängigen Parlamentarier glauben, schildert der Herr Bosbach (CDU)  heute im Handelsblatt – ebenfalls ein wichtiges Dokument, das die Degeneration der politischen Kultur zusätzlich anschaulich belegt:

Bosbach fügte hinzu, er sei sich darüber klar gewesen, „dass es Ärger gibt, wenn man sich entscheidet, nicht für die Regierungsvorlage zu stimmen. Ich bin ja nicht naiv. Aber was ich in den letzten Wochen erlebt habe, das habe ich mir so nicht vorgestellt. Das gilt insbesondere für Vorwürfe, die tief ins Persönliche gehen.“ So habe man ihm unterstellt, „dass ich noch eine Rechnung offen hätte, weil meine Karriereerwartungen enttäuscht wurden. Das ist Blödsinn.“

Auch habe man ihn zum Anti-Europäer abgestempelt, der zu dumm sei, die politische Bedeutung der europäischen Einigung zu erkennen, und ihm nahe gelegt, in der Öffentlichkeit zu schweigen. Das sei zu viel gewesen. Bosbach hat am Donnerstag als einer von 15 Abweichlern der schwarz-gelben Regierungsfraktionen gegen die Erweiterung des Euro-Rettungsschirm EFSF gestimmt. Zuvor war Bosbach nach eigenen Angaben von Mitgliedern der Unionsfraktion auf subtile Art und Weise massiv unter Druck gesetzt worden, seinen Widerstand aufzugeben.

„Die politische Bedeutung der europäischen Einigung“ ist klar: das System bekommt mehr Freiheiten zur Vernichtung des  deutschen Mittelstandes, um an seine Frauen, sein Geld und seine Organe zu kommen.

Das ist primitiv, ungerecht, gemein – aber politischer Alltag, an den wir uns immer mehr gewöhnen müssen … denn das System hat gestern Deutschland verkauft.

Und man wird in einigen Jahren sehen, das meine Schilderung bezüglich der Folgen nicht übertrieben sind: infolge der immensen Schuldenlast wird die Kapitalisierung des Deutschen an sich in verschiedenen Formen überhand nehmen – es geht gar nicht anders.  Wir werden uns dann aber schon dran gewöhnt haben, nicht mehr drüber zu reden, wenn die Nachbarn abgeholt werden, so wie sich die Abgeordneten des deutschen Bundestages daran gewöhnt haben, dummes Stimmvieh zu sein, das zur Not durch Mobbing gezielt öffentlich abgestraft wird, wenn es sich auf seine Rechte auf Gewissensfreiheit als Abgeordneter beruft.

Räuberbanden kennen kein Gewissen.

 

 

Fünf Fragen zur europäischen Schuldenkrise

Der spanische Journalist Ignacio Escolar stellt auf seinem Blog Escolar.net fünf eher rhetorische, aber durchaus entblössende Fragen, die ich meinen LeserInnen nicht vorenthalten möchte: (mehr …)

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