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Kashoggi, Lady Di und Hartz IV: ein unglaublicher Blick auf Fakten hinter den Kulissen

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Montag, 22.10.2018. Eifel. Es ist nicht immer leicht, sich für Themen zu entscheiden, gerade in der heutigen Zeit. Hartz IV ist ein Thema, das – wie immer mehr Menschen merken – besonderer Aufmerksamkeit bedarf, weil es eine einschneidende Zäsur unsere Zusammenlebens und unseres Gesellschaftsvertrages ist. Stellen Sie sich mal Schlagzeilen im Ausland vor, die so lauten: „Deutschland: schon zehn Millionen Bürger entrechtet und enteignet! Eine Million Menschen zum Tode durch Unterversorgung verurteilt!“ Es wäre leicht gelogen, denn: es werden zwar eine Million Sanktionen ausgesprochen, aber die Totalsanktionen sind deutlich weniger – aber es geht ja um eine Schlagzeile, die als solche nicht ganz an der Wirklichkeit vorbei geht. Fragt man nun nach, warum denn diese Menschen so bestraft werden, so ist die Antwort überraschend: sie haben ihre Arbeit verloren. Die Hälfte von ihnen ist krank – oder wird es werden, wenn sie in die Fänge des staatlichen Umerziehungsprogramms kommt. Umerziehungsprogramm? Ja – nun: es wird ja jedem Arbeitslosen unterstellt, dass er ein Recht auf Faulheit für sich in Anspruch nimmt, ein Recht, von dem einer der deutschen Industriekanzler meinte: das gäbe es gar nicht. Natürlich gibt es das – besuchen Sie mal einen der zahlreichen Golfplätze und Nobelressorts in Deutschland und der Welt: da wird eine Kultur der Faulheit zelebriert, das einem übel davon werden kann. Tausende saudische Prinzen demonstrieren täglich, wie gut man mit viel Geld faul sein kann (siehe Welt) – doch zu denen kommen wir später. Nun – die Enteignungen … das ist nicht gelogen. Da läuft eine Maschinerie wie zu Zeiten des Dritten Reiches, als sich alle an dem Vermögen der jüdischen Mitbürger eine goldene Nase verdienten.

Trotzdem werden Sie über all dies in den öffentlichen Medien keine derartigen Schlagzeilen lesen können, was daran liegt, dass jene Menschen, die sich selbst „Leistungsträger“ nennen und die wir gelegentlich „Elite“ schimpfen … besser gesagt: Lumpenelite … völlig mit dem Programm übereinstimmen. Es sind nur wenige Menschen, die schon in den neunziger Jahren gesehen haben, dass Hartz IV kommen wird, weil … die USA es so beschlossen haben. Sagen wir mal: gewissen Kreise in den USA, Investorenkreise, deren Namen uns allen nichts sagen würden, die aber in den achtziger und neunziger Jahren noch in der Zeitschrift „Der Spiegel“ erwähnt wurden – bevor der ein Schwager der Bildzeitung wurde – hatten ganz offen auf die Gelder geschielt, die in Europa für „Soziales“ ausgegeben wurden und offen zum Krieg gegen den Sozialstaat ausgerufen, der ihr eigenes Geschäftsmodell in Gefahr brachte: die Sklaverei. Also: jene moderne Form, wo der Plantagenbesitzer noch nicht mal mehr für Unterkunft, Ernährung und Gesundheit des Sklaven verantwortlich ist, weil man ihm Geschäftsmodelle präsentiert hat, in dem man noch mehr Gewinn aus Arbeitskraft ziehen kann, wenn man die Sklaven selbst für ihre Existenz verantwortlich sein läßt – und den Erhalt dieser Existenz mit der Produktivität ihrer Arbeitskraft direkt verknüpft. Funktioniert super, die Sklaven rennen doppelt so schnell, fühlen sich freier, arbeiten doppelt so hart und doppelt so lange … und haben letztendlich doch keinerlei Freiheiten mehr, um das System zu stürzen, weil sie völlig von Geldzahlungen abhängig sind. Das Modell kann natürlich nur funktionieren, wenn es kein „Recht auf Faulheit“ gibt, was in meinen Augen in urdemokratisches Recht ist … das aber für den Untertan auf keinen Fall gelten darf.

Es macht auch wenig Sinn, nun auf Peter Hartz zu schimpfen: ein genialer Coup der Medien, einen Sündenbock zu präsentieren, um von den wahren Schuldigen abzulenken: der Bertelsmannkrake, die Hartz IV im Sinne der Investoren entwickelt hatte und über ihre vielfältigen Kanäle (wir berichteten da mal über die Dimensionen der „Bertelsmannparty“) ins Land sickern ließ. Peter Hartz war sogar ein „guter“, das sollte man mal erwähnen. Üblich war in damaliger Zeit noch, dass man Mitarbeiter einfach ´rausschmiss, wenn einem etwas an ihnen nicht passte, zur Not auch mit Falschaussagen von Privatdetektiven oder Vorgesetzten – da war die Art „Personalarbeit“, die VW pflegte, ein Riesenfortschritt: jedenfalls für die rigide Personalpolitik von Großkonzernen. Endlich kam mal etwas Soziales in das Reich der Pharonenbüttel, die zuvor völlig selbstherrlich und rücksichtslos durchregieren konnten, der Mitarbeiter wurde auf einmal als entwicklungsfähiger Mensch gesehen – und nicht nur als notwendiger Ballast. Das ein Peter Hartz seinem Industriekanzler diese Methode als tolle Idee verkaufte und dieser das als großen Wurf ansah, ist nur logisch, ebenso, dass es nur schiefgehen konnte. Peter Hartz – der heute immer noch der Meinung ist, dass jeder Mensch Talente hat, die man entwicklen kann, wollte schon 2005 511 Euro Regelsatz für jeden Arbeitslosen … doch die Krake hat daraus 319 Euro gemacht (siehe Spiegel). Mit 511 Euro hätte man noch Kapital zum Investieren gehabt, mit 319 blieb nur noch der Gang zum Mülleimer – oder zur Tafel, was aber auch nur ein Mülleimer der besonderen Art ist. Zudem hatte Peter Hartz nie drüber nachgedacht, woher denn der Staat all´ die hochqualifizierten Trainer herbekommen sollte, die den künstlich brutal verarmten Menschen bei der Entwicklung ihrer Talente helfen sollten – für den Staat jedoch ein gutes Geschäft, konnte er doch die alten Post- Bahn- und Friedhofsbeamten dort preiswert entsorgen, die dann machten, wozu  sie ursprünglich ausgebildet wurden: verwalten und Staatsdiener sein.

Man prallt hier unversehens auf die Brutalität der Realität, auf die wahren Mächte hinter der Marktmacht, jener Macht, von der wir uns erhoffen, dass sie alles für uns regeln wird – eine ganz besonders wirre, irre und unmenschliche Art von Religion, die wohl mehr Opfer erzeugt als alle anderen, oft gescholtenen Religionen vor ihnen. Nur über diese Macht … redet man nicht. Da sitzen engagierte Atheisten allen Ernstes vor den Kanälen des Millionärsfunk und lassen sich begeistert zutexten von den Qualitäten der „unsichtbaren Hand des Marktes“ und nicken begeistert diesem dümmsten aller Götzen zu … aber UFO´s, Kornkreise und Naturgeister sollen von Übel sein?

Sie werden überrascht sein, welche Kreise sich hier schließen, wenn es um die Verteidigung moderner Irrationalität geht, denn: unsere modernen Inquisitoren „Psiram“ und „GWUP“, Menschen jener Art, die uns weismachen wollen, dass Kriege jeder Art „einfach so passieren“ (und Kriege so zu einem Akt des „Glaubens“ machen – entgegen der jahrhundertealten Tradition der Aufklärung), sind in der Tat nichts anderes als sektiererische Inquisitoren der „unsichtbaren Hand des Marktes“, die mit lautem Getöse – und gerne auch mal unter Brechung geltender Persönlichkeitsrechte – gegen die anderen Götzen vorgehen. Sie sorgen und pflegen den „Stacheldraht in den Köpfen der Menschen“ (Volker Pispers in seinem Programm „Bis neulich“), der dafür sorgt, dass wir keinerlei alternative Ideen mehr diskutieren können, dass alles „alternativlos“ geworden ist, dass aus lebendigen Demokratien tote, starre Apparate werden.

Eine lange Vorrede, und doch halte ich sie für notwendig, wenn wir den Blick ausnahmsweise ins Ausland richten, auf ein großes Rätsel der Politik … oder auf jene Sphären, auf die wir wegen dem Stacheldraht im Kopf überhaupt nicht schauen können, weil man dazu den Kopf mal bewegen müsste. Das Rätsel, warum eigentlich eines der brutalsten Regime der Menschheit – Saudi-Arabien – so ein toller Partner des Westens ist. Eine Monarchie, die foltert, Kinder und Frauen köpfen läßt, eine Religionsform exportiert, für die das Wort „mittelalterlich“ noch zu harmlos ist, einen brutalen, grausamen Vernichtungskrieg gegen die Zivilbevölkerung des Jemen führt und die – jedenfalls nach der Verschwörungstheorie der Lumpenelite – die meisten Freiwilligen zu den Attentaten am 11. September lieferte. Ja – und da kommen wir gleich zu einem Artikel der FAZ, der unglaubliches berichtet:

Da können doch jetzt US-Bürger Saudi-Arabien wegen der Attentate vom 11.9.2001 auf Schadensersatz verklagen (siehe FAZ). Es geht um „staatliche Unterstützung von Terrorismus“ – aber niemand käme jetzt auf die Idee, Saudi-Arabien militärisch anzugreifen, im Gegenteil: sogar wir Deutschen gehören zu den größten Waffenlieferanten des muslimischen Terrorstaates. Ganz vorne mit dabei: Rheinmetall, die seit letztem Jahr für die Saudis eine gigantische Rüstungsschmiede bauen (siehe Tagesschau). Wir greifen den Irak an, Lybien, Syrien, Mali, Afghanistan … nur nicht das Land, das man jetzt in den USA öffentlich wegen nine-eleven verklagen kann – gegen das entschiedene Veto des Friedensnobelpreisträgers Obama. Und wir Deutschen sind ja immer mehr dabei. Waren wir allerdings schon immer – wobei wir auf einen weiteren heiklen Aspekt stoßen.

Aktuell ist ja Jamal Kashoggi überall im Gespräch. Wollte seine Heiratsurkunde im Konsulat abholen, doch dort hat man dann spontan beschlossen, ihn bei lebendigem Leibe zu zersägen – wie die aktuelle Version der Geschehnisse ist. Ist alles weit draußen, denken Sie jetzt, aber Sie werden sehen, wie klein die Welt der Lumpenelite ist – und wie schnell wir von Jamal Kashoggi zu Uwe Barschel kommen. Jamal Kashoggi ist der Neffe des bekannten Waffenhändlers und Lebemanns Adnan Kashoggi, jenem Mann, zu dem Uwe Barschel gute Kontakte hatte (siehe NDR). Ein weiterer Selbstmörder war sogar direkter Nachbar von Kashoggi auf Mallorca: der Herr Möllemann (siehe Spiegel). Ebenso finden wir dort Justus Franz als anderen Nachbar von Kashoggi, unter anderem Hoher Flüchtlingskommissar der UNO, der sich – wie Wikipedia ausführlich berichtet – am 22.11.2017 eine Fingerkuppe mit einer Brotschneidemaschine abgesägt hatte. Warum man das so unbedingt erwähnen muss, weiß ich im Moment auch nicht, bringt mich aber zu Jamal Kashoggi zurück, bzw. zu seinem Onkel Adnan. Der war nämlich auch Onkel von: Dodi Al-Fayed, dem Liebhaber von Prinzessin Di, deren Unfall immer noch für Gerüchte sorgt (siehe Focus). Sie merken: wir kommen in ganz komische Kreise des verbotenen Denkens, die uns Untertanen nichts angehen. Wenn Sie genau hinschauen, wird jetzt der Stacheldraht in Ihrem Kopf bemerkbar: die Tatsache, wie eng die Lumpen dieser Welt zusammenhängen, ist in der Tat schwer zu verarbeiten. Ebenso schwer wie die Tatsache, dass der Krieg Saudi-Arabiens gegen den Jemen zu einer der größten Hungerkatastrophen der Menscheit führt (ZDF), aber völlig ohne Belang für die Medien oder die Politik ist, während die Ermordung eines Journalisten einer angesehenen Elitefamilie mit guten Beziehungen zu deutschen Barschels und Möllemanns ein Erdbeben auslöst.

Werden Jemeniten bombadiert, interessiert sich kein Mensch dafür. Ich bekomme täglich Bilder aus dem Jemen über einen dort ansässigen Kaufmann (ein Vorteil, wenn man bei Facebook ist) und ich kann nur sagen: dafür hätte man Assad schon längst mit Atombomben beworfen. Die Herren des Wahhabismus jedoch – die dürfen das. Was sie nicht dürfen, ist: einen aus der Elite ermorden. Das dürfen vielleicht westliche Geheimdienste, aber nicht jedermann.

Jetzt werden Sie sich fragen: wo sind wir denn nun gelandet? Hatten wir nicht über Hartz IV gesprochen – wo ja immer mehr Einigkeit darüber herrscht, dass es weg soll, vor allem, weil immer mehr SPD-Mitglieder merken, dass Hauptziel der Agenda 2010 wohl war, die SPD innerhalb von zehn Jahren auf unter zehn Prozent der Wählerstimmen zu bringen – was in Bayern ja erfolgreich war. Und jetzt sind wir in den unheimlichen Gefilden verbotenen Denkens gelandet, wo wir doch nur etwas über Sozialstaatsabbau nörgeln wollten, um ja keinem Mächtigen auf die Füße zu treten?

Ja – Sie merken jetzt selbst: es geht zentral um das „Wegschauen“, das in Deutschland inzwischen erste Bürgerpflicht geworden ist. Wir schauen weg, wenn im Jemen ein millionenfacher Völkermord bevorsteht. Wir schauen weg, wenn in Deutschland Millionen Menschen sozial ausgegrenzt und entgeignet werden. Wir schauen weg, wenn sich – unter dem niedlichen Etikett „Verschwörungstheorien“ – Sprachverbote in unseren politischen Diskurs einschleichen. Und wir schauen weg, wenn unsere Elite mit übelsten Gesellen in der Welt ganz normale Geschäfte macht, fragen uns nicht, wieso ein Herr Möllemann von einem Herrn Kashoggi Land bekommt, um neben ihm eine Villa auf Mallorca bauen zu können, der gleiche Kashoggi, der in den Iran-Kontra-Skandal verwickelt gewesen sein soll – und so nicht, dann aber mit Waffenlieferungen für den Tod von Tausenden, Zehntausenden oder Hunderttausenden mit verantwortlich ist. Und der FDP-Chef wohnt gern neben ihm.

Ja – das hat auch was mit Hartz IV zu tun, denn … neben Deutschland, wo mit harter Hand gegen Arbeitslose durchgegriffen wird, und Saudi-Arabien, wo mit harter Hand gegen jedermann durchgegriffen wird, gibt es ja auch noch Kasachstan, wo ebenfalls die harte Hand regiert. Und wen finden wir da? Gerhard Schröder (SPD), Otto Schilly (erst Grüner, dann SPD) und Peter Gauweiler (CSU), jenen Gauweiler, der durch seine „harte Hand“ gegen die AKW-Gegner von Wackersdorf aufgefallen war, der mit harte Hand gegen AIDS-Kranke vorgegehen wollte oder und mit harter Hand gegen die Wehrmachtsausstellung vorging, die Verbrechen der Wehrmacht in der NS-Zeit aufzeigte. Schröder, Schilly und Gauweiler arbeiteten mit dem Diktator Kasachstans – bekannt geworden durch das Schangaösen-Massaker  – eng zusammen, Gauweiler und Schilly halfen ihm bei der Verfolgung seines Schwiegersohnes, Schröder half mit gutem Rat (siehe Spiegel).

Wenn Sie wissen wollen, wie Uwe Barschel in die Waffenlieferungen der USA an Ajatollah Khomeini verstrickt war  – und wie jener Ajatollah Ronad Reagan half, Präsident zu werden, jener Reagan, der mit seinen „Reaganomics“ den Neoliberalismus in der westlichen Wertewelt durchboxte, dann müssen Sie woanders lesen (siehe Heise) – was nur zu empfehlen ist, wenn Sie auch nur annähernd einen Blick für die Realitäten gewinnen wollen, die Ihr eigenes Leben tagtäglich steuern.

Das war nun ein kleiner Blick hinter die Kulissen. Warum nun Kashoggi sterben musste? Nun – die Frage hat sich – soweit ich weiß – noch keiner gestellt. Vielleicht wird daraus auch noch ein Selbstmord? Wir werden – da bin ich mir sicher – die Frage nie beantwortet bekommen. Auch nicht die Frage, wie eigentlich die Türkei so detallierte Informationen über den Mord bekam. Wir werden auch nie alle Wahrheiten über Nine-Eleven erfahren, wir werden stattdessen mit der Vorstellung leben müssen, einen geistigen Ganzkörperschleider verpasst zu bekommen, oder – besser – ihn selbst zum Zwecke der Optimierung unserer Vermarktbarkeit anzulegen. Vielleicht war der Tod Kashoggis eine der „ernsten Konsequenzen“,  mit denen die USA wegen dieser nine-eleven-Geschichte rechnen mussten?

Um hier Klarheit hineinbringen zu können, müssten wir zuallererst mal Theorien bilden, eine Anfangsverdacht formulieren … doch das ist ja unerlaubtes Denken, weil es Verschwörungen aufdecken könnte. Fingen wir damit aber an, fingen wir an, all´ diese Verstrickungen aufzudecken, die unsere Lumpenelite eingefädelt hat, um weiter ans große Geld zu kommen – wir würden uns in einer ganz gruseligen Welt wiederfinden.

Dabei könnten wir schöne Geschichten erzählen, die mehr Frieden brächten. Jene zum Beispiel, dass jene Sonderform des Islam, die soviel Ungemach in die Welt bringt, erst seit 1731 praktiziert wird (siehe Deutschlandfunknova). Man könnte also sagen: es handelt sich um eine kleine, junge Sekte, die durch Petrodollars überhaupt erst mächtig geworden ist (siehe FAZ); jene Dollars, die auch dem militärisch-industriellen Komplex in den USA sehr zugute kommt – weil die damit ihre Waffen bezahlen. Und eben das kann der Grund sein, warum Saudi-Arabien so unantastbar ist: sie sorgen für den Absatz jener Waffen, die man eigentlich gar nicht mehr brauchen würde. Ohne den Absatz würden aber viele arm dastehen – immerhin geben die Saudis 64 Milliarden Dollar im Jahr für Verteidigung aus.

Oder aber … wir müssen uns mit der Vorstellung anfreunden, dass wir einer weltweiten Allianz von „Brüdern im Geiste“ gegenübersehen, die das saudische Gesellschaftsmodell ganz toll finden. Immerhin sehe ich in Deutschland – vor allem in den teueren Autos – Frauen auch immer noch häufiger auf den Beifahrersitzen als hinter dem Steuer…

 

 

Hartz IV: Das stille Sterben der Kikki W. – ein Triumph deutscher Sozialpolitik im Auftrag der Weltbank

Hartz IV: Das stille Sterben der Kikki W. - ein Triumph deutscher Sozialpolitik im Auftrag der Weltbank

Mittwoch, 2.3.2016. Eifel. Vor einem Monat hatten wir über die leise Hinrichtung der Kikki W. geschrieben – und über den Applaus der Masse. Letzteres kam als „shit-storm“ von hauptsächlich in Berlin ansässigen Leuten über mich (auf meiner Facebook-Autorenseite) bzw. über uns (auf der Facebookseite des Nachrichtenspiegels). Massiv  – und massiv übergrifflich – traten in Folge des Artikels Menschen auf, die – indirekt – den Tod von Kikki forderten, massiven Rufmord begingen und auch vor Verleumdung nicht zurückschreckten. Nach 2700 Artikeln im Internet, die (trotz inzwischen über 13 Millionen Besuchern) wenig Zorn erregten – obwohl sie als Streitschriften ausgelegt sind – eine Überraschung. Der Hass auf Arme ist groß in diesem Land – und wir haben sogar einen begründeten Anfangsverdacht, dass dort ein Sachbearbeiter, der sie persönlich kennt, an vorderer Front mitmischt und private Daten von ihr veröffentlicht (siehe Nachrichtenspiegel) – ebenso hat er private Daten von mir veröffentlicht, was mich aber nicht sonderlich stört, aber zeigt, wie viel kriminelle Energie hinter dem Treiben steckt.

Nach einem Monat ist es nun mal Zeit, eine Rückmeldung zu geben. Zuerst eine positive. Ihre Spendenbereitschaft, lieber Leser, hat dazu gereicht, die „Hinrichtung“ um einen Monat zu verzögern. Es waren viele Spender – soweit ich das überblicken kann – die selbst nicht viel haben, aber in der Masse können selbst arme Menschen Wunder wirken. Wie so oft habe ich erleben dürfen, dass es die Armen sind, in denen Menschlichkeit noch lebendig geblieben ist, während reichere hauptsächlich nach Argumenten suchen, ihren Geiz mit Sachzwängen zu begründen … oder mit dem Hinweis darauf, dass Kikki es verdient hat, zu sterben – was man allerdings auch mit schönen Worten umschreibt (z.B … dass sie „selbst Schuld“ sei). Wie gesagt: die Hinrichtung findet unter dem Applaus der Masse statt, das war nicht übertrieben.

Eine weitere gute Nachricht: Frau Nahles selbst hat sich – augenscheinlich auf Grund der nun herrschenden Öffentlichkeit des Falles – in den Fall eingeschaltet. Nach näherem Studium der Aktenlage kam das unten zitierte Antwortschreiben: man ist halt nicht zuständig. Nein, lieber Leser: auch das im Schreiben empfohlene Ministerium ist nicht zuständig – das hat Kikki schon längst durch. Optionskommunen scheinen wirklich Narrenfreiheit zu  haben.

Die schlechte Nachricht ist: nach einem Monat Aufschub wird die Hinrichtung vollzogen. Den ersten Schritt sehen Sie im oben abgebildeten Leistungsbescheid. Kikki bekommt nur noch rückwirkend Heizkosten überwiesen, was die Ernährung angeht, ist sie nun auf Lichtnahrung angewiesen. Ich habe meine Zweifel, dass man damit vollwertige Mahlzeiten hinbekommt. Kikki geht es zunehmend schlechter – was man auch ihren Schreiben entnehmen kann, die mehr und mehr Ausfallerscheinungen aufweisen – der Hunger ist kein Freund der wohlformulierten Rechtschreibung. Warum nun die ausstehenden Beträge eingehalten werden … bleibt ein Geheimnis, das wir wohl niemals aufdecken können, weil der Fall mit Kikkis Ableben geschlossen wird.

Doch es gibt noch mehr schlechte Nachrichten: gestern erhielt Kikki die schriftliche Bestätigung der zukünftigen Totalversagung ihrer Leistungen (siehe Facebook):

Weiter wurde krank heute der total versagungsbescheid geschickt , da ich nicht bereit bin weitere Daten der Person zu übermitteln, die ich hier in Verdacht habe mein Sachbearbeiter zu sein oder zumindest Kontakt zu ihm zu haben und bereits Sozialdaten von mir verbreitet zu haben.

Kikki kann noch nicht mal ausschließen, dass diese Totalversagung nicht von dem Mitarbeiter stammt, der auch ihre Daten veröffentlicht hat – was schon recht ungeheuerlich wäre und ich mir nicht vorstellen möchte.

Der ebenfalls eingeschaltete Datenschutzbeauftragte hatte ihr dringend empfohlen, keine weiteren Informationen an das Amt zu schicken, bis das vermeintliche Leck aufgedeckt wurde – doch der Landrat (hauptverantwortlich für die Optionskommune) hüllt sich in Schweigen. Dieser Fall scheint keine Priorität zu haben – erledigt sich doch das Problem von selbst … in ein paar Wochen. Natürlich verhält sich der Sachbearbeiter in diesem Fall korrekt und führt nur seine Befehle aus: durch die Weigerung, weitere Daten zu übermitteln, greift ja das Gesetz bezüglich „mangelnder Mitwirkung“. Und wer nun wirklich ihre bzw. meine Daten ins Internet gesetzt hat, wird erstmal unbekannt bleiben – es ist eine der Millionen „Fake“-Adressen bei Facebook, mit denen der Mob Stimmung machen will, ohne sein Gesicht zu zeigen.

Eine weitere schlechte Nachricht: der Anwalt, der Kikkis Anliegen vor dem Bundesverfassungsgericht vertreten soll, hat sein Mandat niedergelegt – aus privaten Gründen, wie es heißt. Dabei wäre dies einer der wichtigsten Prozesse der letzten Jahre geworden – was wohl dank Anwaltsdeutsch kaum einer versteht. Ich zitiere nochmal das betreffende Urteil des Bundesverfassungsgerichtes (siehe Bundesverfassungsgericht):

Der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts hat entschieden, dass die Vorschriften des SGB II, die die Regelleistung für Erwachsene und Kinder betreffen, nicht den verfassungsrechtlichen Anspruch auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums aus Art. 1 Abs. 1 GG in Verbindung mit Art. 20 Abs. 1 GG erfüllen. Die Vorschriften bleiben bis zur Neuregelung, die der Gesetzgeber bis zum 31. Dezember 2010 zu treffen hat, weiter anwendbar. Der Gesetzgeber hat bei der Neuregelung auch einen Anspruch auf Leistungen zur Sicherstellung eines unabweisbaren, laufenden, nicht nur einmaligen, besonderen Bedarfs für die nach § 7 SGB II Leistungsberechtigten vorzusehen, der bisher nicht von den Leistungen nach §§ 20 ff. SGB II erfasst wird, zur Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums jedoch zwingend zu decken ist.

Kikki hat einen besonderen, nicht einmaligen aber laufenden Bedarf: Mietkosten aus einem gescheiterten beruflichen Projekt. Kosten, die in anderen Fällen (wenn zum Beispiel eine Ehe scheitert und ein Partner auszieht) normalerweise für sechs Monate übernommen werden, ohne dass man ein großes Drama daraus macht. In Kikkis Fall jedoch – wird das Drama riesig. Ihre Klage in dieser Hinsicht war von außerordentlicher Brisanz für die Existenz des gesamten Hartz IV-Konstruktes … weshalb ich ihr von vorn herein sagen konnte, dass sie keinen Richter in Deutschland finden wird, der sich so weit aus dem Fenster lehnt, um diesen „besonderen Bedarf“ per Urteil zu legitimieren: seine Karriere wäre zu Ende. Wie es aussieht, findet sie auch keinen Anwalt mehr, der den Fall übernehmen möchte, selbst bundesweit bekannte Größen gaben ihr gegenüber im Vertrauen zu, dass das ihr berufliches und politisches Ende bedeuten würde.

Nun: Kikki wird sterben. Sie stellt in den nächsten Tagen die Veröffentlichung ihrer Akten ein, weil sie die Anfeindungen nicht mehr aushält. Es ist – so hart sich das anhört – nichts Besonders. Nicht umsonst schreibe ich seit sieben Jahren darüber, dass dieses Gesetz potentiell tödlichen Charakter hat – und in der Tat sterben durch dieses Gesetz ganz real Menschen in Deutschland. Kein Wunder: dafür war es ja geschaffen worden – um DRUCK auf die Bevölkerung auszuüben, die fortan bereit sein sollte, jeden Job für mieseste Bezahlung und zu normalerweise unzumutbaren, entwürdigenden Bedingungen anzunehmen, wenn sie nicht … den Hungertod sterben wollte. Und dieser Druck wird bei Widerstand gegen die Staatsgewalt schnell tödlich – erst recht bei einer so hartnäckigen Kämpferin wie Kikki, die – wenigstens – juristischen Beistand im Freundeskreis hat. Ja – sonst hätte sie diese ganzen Möglichkeiten, sich zu wehren, nicht gekannt noch wahrnehmen können.

Das ist die Quintessenz der Agenda 2010: friss jeden Job, den wir dir vorwerfen – oder stirb. Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen. Schufte für die Rendite der Parteispender – oder verrecke. Möge der Mammon ewig fließen – in die Kassen unserer Geschäftspartner.

Man wird vielleicht jetzt langsam merken, warum wir gerade den Fall Kikki W. Geiß aufgegriffen haben, einen jener Fälle, die es gar nicht geben soll. Kikki gehörte einst zu den „Besserverdienenden“ der Medienbranche (zu der sie noch ganz interessante Geschichten zu erzählen hätte, die man so auch nicht oft hört … wenn sie denn überleben würde), zu jenen Menschen also, die eigentlich nie in Hartz IV landen sollten – wenn man der Propaganda der Regierungen glauben schenken möchte, die lieber die Geschichte einer parasitären, faulen, bildungsfernen, primitiven Unterschicht erzählen, die nun mit harter Hand erzogen gehört, nachdem sie plötzlich und spontan das Licht der Öffentlichkeit erblickte. Schaue ich in meinen privaten Freundes- und Bekanntenkreis, so habe ich dort Ingenieure, internationale Models, Ärzte, junge Juristen, angestellte Lehrer, freiberufliche Schauspieler, Musiker, viele Unternehmer … die es alle nicht geben sollte aber trotzdem nur noch von Hartz IV überleben können und über die man nicht spricht. Was alle diese Fälle gleich haben: Krankheit … und fehlende private Berufsunfähigkeitsversicherung (die in meinem Fall vor fünfzehn Jahren vierhundert Euro im Monat gekostet hätte – das wären bis heute 72000 Euro gewesen: selbst für „Besserverdienende“ eine hübsche Summe, die ich lieber in Kinder investiert habe).

Man pflegt lieber die Legende einer mit geballter Medienmacht herbeiphantasierten Unterschicht, die es ja „verdient“ hat – und breite Teile des völkischen Mobs verwandeln sich auf einmal in einen Hobbyvolksgerichtshof, der emsig nach Gründen für die Legitimierung des Hungertodes sucht: das ist der Hintergedanke bei „selbst Schuld“. Hat auch schon bei Juden gut funktioniert.

Kikki W. Geiß ist ein Paradebeispiel für die Degeneration und Erosion unseres Sozialstaates und ein Ausblick darauf, was uns noch weiter droht: wir stehen vor dem Ende der Arbeitsgesellschaft (siehe goodimpact), Manager setzen zunehmend auf Maschinen, die gehorsamer und bequemer sind als Menschen – die keiner mehr braucht. Ein Grund, warum der tödliche Sanktionshammer nun auch zunehmend auf Arbeitslosengeldempfänger niedergeht, noch bevor sie in das Hartz-Ghetto abgeschoben werden (siehe Rheinische Post): die Regierung sieht nur noch einen Weg, die schlecht vertuschte Massenarbeitslosigkeit aufzuhalten: sie schiebt den Schwarzen Peter der arbeitenden Bevölkerung zu, als wäre sie es selbst, die mit Hochdruck an der Verringerung von Personalkosten arbeitet.

Wahrscheinlich wusste Kikki nicht, mit welchen Gewalten sie sich anlegt, als sie ihren Kampf ums Überleben und um unser aller Recht begann – ich kenne sie seit 1995, seit 1997 konnte es auch der breiten Öffentlichkeit bekannt sein … die sich aber lieber dafür interessierte, wer beim Spielen einen kleinen Lederball zwischen zwei Pfosten bewegen konnte: wahrlich Ereignisse von weltbewegener Relevanz, die tagtäglich unsere Nachrichten verwässern … wenn nicht überschwemmen.

Wer sich weniger ablenken lies, konnte 1994 im Bulletin des Weltwährungsfonds die Ankündigung von Hartz IV in Europa erkennen … und sich fürchten. Meine Vorgesetzten sprachen damals ganz offen über die Veränderungen, die sich dafür für die Gesellschaft ergeben werden und freuten sich – geil wie Bolle – über den gewaltigen Machtzuwachs, den man als „Chef“ dann endlich hätte. Ich möchte Ihnen den entscheidenden Passus gerne mal vorstellen – nun, 22 Jahre später:

„Eine größere Flexibilität des Arbeitsmarktes ist ungeachtet des schlechten Ansehens des Begriffes, der einen auf Lohnkürzungen und Entlassungen verweisenden Euphemismus darstellt, ein wichtiger Faktor für alle Regionen, die grundlegende Reformen durchführen wollen.“

„Die von den Auswirkungen der Politik auf die Verteilung der Einkommen hervorgerufenen Befürchtungen dürfen die europäischen Regierungen nicht davon abhalten, mutig eine grundlegende Reform des Arbeitsmarktes zu betreiben. Die Lockerung des Arbeitsmarktes erfolgt über die Umgestaltung der Arbeitslosenversicherung, des gesetzlichen Mindestlohns und der Vorkehrungen zum Schutz der Arbeit“(zitiert bei: Viviane Forrester, Der Terror der Ökonomie, Zsolnay 1997, Seite 133).

Ja – Hartz IV wurde von der US-dominierten Weltbank angeordnet und von Schröder und Fischer durchgeführt. Beide hatten anschließend überraschend lukrative Jobangebote, Kanzler Gerhard Schröder kam bei den Rothschilds unter: als Europabeirat einer Rothschild-Investmentbank (siehe Lobbypedia), einem Ableger jener Familie, deren Vermögen auf unglaubliche 700 Billionen Dollar geschätzt wird (siehe Yahoo-Nachrichten), Joschka Fischer verdient Millionen dank einer „strategischen Partnerschaft“ mit der Madelaine Albright … und genießt das Wohlwollen deutscher Spitzenmanager (siehe Stern):

„Bei einem Fest in Berlin dröhnte der damalige RWE-Boss Jürgen Großmann, mit dem Finger auf Fischer zeigend: „Den habe ich auch gekauft!““

Madelaine Albright? Außenministerin unter Clinton, bekannt durch ihre Ansicht, die Sanktionen gegen den Irak seien den dafür gezahlten Preis wert – Tod von über einer halben Million Kinder (siehe Fembio).

Man kann sich vorstellen, wie viel Tote man zur „Flexibilisierung des Arbeitsmarktes“ akzeptiert – nur, damit McDonalds seine Pommesköche bekommt, ohne die sich ihr Geschäft in Deutschland nicht lohnen würde.

Wissen Sie, was Vivianne Forrester 1997 noch schrieb (a.a.O.)?

„Die Schlacht gegen die Ausgegrenzten dröhnt bereits. Sie nehmen ganz entschieden zuviel Platz ein. Wir sagten es schon: sie sind bei weitem noch nicht ausgegrenzt genug. Aber die OECD weiß, wie man mit diesen Leuten umgehen muss, die nur arbeiten, wenn ihnen das Elend im Nacken steht. Ihr Bericht über die Beschäftigungslage, über die empfohlenen „Strategien“ zur Förderung der „Arbeitswilligkeit der Arbeiter“ ist, wie wir bereits gesehen haben, sehr eindeutig. „Ein Großteil der neuen Arbeitsplätze ist nicht sehr produktiv (…). Sie sind nur zu halten, wenn sie an ein sehr niedriges Einkommen gekoppelt sind“

Und 2016 fordert diese Schlacht Tote – auf Befehl der Weltbank.

Kikki ist einer davon – der die ganze Gewalt der Befehlskette am eigenen Leib erfahren muss, bis zum bitteren Ende.

Wir haben deshalb auch volles Verständnis dafür, dass sich Frau Nahles aus der Debatte lieber heraushält:

 

 

 

Frau Merkel? Post vom Souverän!

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Donnerstag, 14.1.2015, Eifel.

Liebe Frau Merkel, entschuldigen Sie die Störung, aber ich wollte mich angesichts der Zuspitzung der Lage im Land einfach mal bei Ihnen melden. Ich denke, es ist mal wieder Zeit. Wer ich bin? Ach – das wissen Sie gar nicht? Also: ich bin der Souverän dieses Landes. Das Staatsvolk. Also – der Boss. Nein, Frau Merkel – dass sind nicht Sie, dass bin ICH. Sie sind eine Verwaltungsangestellte mit Führungsrang, Sie vertreten mich, weil ich aus 80 Millionen Individuen bestehe, die schlecht alle immer zu allem ihre Meinung sagen können. Ja, ich weiß: dank Internet ändert sich das. Nicht mehr lange, und wir bekommen eine flüssige Form der Demokratie, die ihren Job den den ihrer Minister überflüssig macht, dann kann und darf das Volk wieder selbst über sich bestimmen.

Warum ich mich mal wieder melde? Nun, Frau Merkel: ich war beschäftigt. Es gab wichtige Dinge zu tun: Nahrung musste angebaut werden, Häuser errichtet, Trinkwasserversorgung eingerichtet, wir brauchten Stoffe für Kleidung und Holz für Möbel, Heizung musste organisiert werden, es wurden Kinder gezeugt und erzogen, der Sinn des Lebens gesucht, die Frage nach letzten Wahrheiten erforscht und sich mit der Sterblichkeit auseinandergesetzt: so etwas kostet Zeit, und damit wir dafür Zeit haben, haben wir Sie ja angestellt. Sonst – Frau Merkel, dass können Sie mir glauben – bräuchten wir Sie nicht. Sie sind nur ein Auswuchs der arbeitsteiligen Gesellschaft, beliebig austauschbar, jederzeit ersetzbar und nur für den reibungslosen Ablauf der Alltagsgeschäfte zuständig, damit wir Zeit für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens haben: Zukunftsgestaltung, um nur ein Beispiel zu nennen. Nein, dass meine ich jetzt nicht so drastisch wie es sich vielleicht anhört – ich wollte nur mit Nachdruck bestätigen, dass SIE nicht der CHEF sind – jedenfalls nicht MEINER.

Ich melde mich ja nur selten zu Wort, deshalb kann ich es Ihnen verzeihen, dass Sie mich vergessen haben. Nun ja – Sie haben ja auch eine andere Sozialisation als ich: bei Ihnen hat die Partei bestimmt, wer Volk war und wer nicht. Deshalb sind ja gerade die Leute in Ihrer alten Heimat so nervös: sie haben Angst, dass die Regierung sich jetzt einfach ein neues Volk ins Land holt, weil das alte falsch wählt und denkt. Vielleicht sogar aus Rache für den Mindestlohn, der vielen Ihrer Parteikollegen den Gewinn schmälert: holen wir uns einfach mal Leute aus der Welt, die glücklich für 1 Euro arbeiten und schmeißen die ganzen deutschen Nörgler einfach ´raus. Schaue ich mir die Entwicklung in der deutschen Wirtschaft (denke da gerade an so was wie VW und Deutsche Bank, um nur zwei zu nennen) an, dann muss ich sagen: kriminelle Energie ist inzwischen genug bei denen vorhanden, da kann man nicht mit Sicherheit sagen, ob die überhaupt noch eine Grenze akzeptieren. Na ja, das wird die Zukunft zeigen.

Zuerst muss ich sagen: ich gehöre nicht zu denen, die jetzt große „Merkel muss weg“ skandieren. Bin ja nicht blöd, sondern der Boss. Wie gesagt: Sie sind beliebig austauschbar, deshalb ist es völlige Energieverschwendung, sich jetzt auf Sie als Person zu konzentrieren. Sie sind ja keine Königin, sondern nur eine kleine Angestellte in einer großen, immer unüberschaubarer werdenden Welt – einer Welt, die sich in nächster Zeit gravierend ändern wird. Doch doch, fragen Sie mal ihre Philosophen – ja, ein paar davon haben den Umbau der philosophischen Fakultät zur Dienstmagd der Betriebswirtschaft überlebt. Sie kriegen dort eine passende Antwort – dafür sind die Leute doch da, dafür haben wir sie ausgebildet (siehe Spiegel):

„Wir sind am Ende der zentralen Lebenslüge einer ganzen Generation von Europäern angelangt. Ich bin jetzt 43 Jahre alt. Wie viele andere habe ich mir vorgemacht, das konkrete Leid, das in den Ländern des Nahen Ostens, Asiens und Afrikas den Alltag von Milliarden Menschen prägt, ließe sich für die kommenden Jahrzehnte lebensweltlich auf Distanz halten. Wir hegten die Illusion eines Kerneuropas als mauerloser Paradiesgarten in einer Welt des Elends. Damit ist es vorbei.“

Sehen Sie Frau Merkel: der ist noch lieb mit Ihnen, hat noch nicht darauf hingewiesen, dass wir (und damit vor allem: SIE und IHR AMT) für das konkrete Leid in den Ländern ursächlich mitverantwortlich sind: seit Jahrhunderten schon. Wir stehlen ihre Rohstoffe, wir beuten ihre Kinder und Frauen aus, wir versauen ihre schönsten Strände mit unseren Clubmauern, wie schicken ihnen unseren ganzen Müll, geben ihren Diktatoren dicke Kredite, damit die sich deutsche Luxusautos kaufen können – oder goldene Wasserhähne – und lassen dann die Völker für die Abzahlung knechten. Ja – unverschämt überfallen wir Jahr für Jahr ihre Länder und halten Ihnen unseren überbordenden Wohlstand vor die Nase, den wir nur dank ihrer Sklavenarbeit haben: unser Fleiß wäre nichts wert ohne Abnehmer in aller Welt.

Nein – ich will jetzt keine Moralpredigt halten, zudem schaue ich in die Zukunft: was vorbei ist, ist vorbei – darum melde ich mich ja jetzt mal persönlich. Ich weiß: Bürger, die sich Sorgen machen, sieht man nicht gerne in diesem Land. Hier herrscht die Parole: „Deutschland geht es gut“ – und wer sich Sorgen macht, ist ein Staatsfeind des mauerlosen Paradiesgartens. Ja, diese Philosophen immer: ständig schauen sie über den Tellerrand, doch bleiben in ihrem Elfenbeinturm der staatlichen Subventionierung, den man sicherlich als Paradiesgarten bezeichnen kann. Außerhalb sieht der Garten nicht so schön aus (siehe junge Welt):

„Jugendliche ohne Obdach, ohne Ausbildung, ohne Hilfe, die in Parks und an Großstadtbahnhöfen betteln: Dass mindestens 50.000 unter 27jährige, darunter etwa 21.000 Minderjährige, in Deutschland davon betroffen sind, schätzte im Juni das Deutsche Jugendinstitut in einer Studie.“

Ja, das ist eine linke Zeitung. Aber: eben deshalb dürfen die ja solche Geschichten veröffentlichen. Auch die des Julian K., der vom Jobcenter verurteilt wurde, bei seiner Mutter wohnen zu bleiben, um mit seinem Lehrlingslohn die Reduzierung staatlicher Leistungen für Mutter und Tochter möglich zu machen. Ja – das gibt es in Deutschland. Können Sie aber auch in der Millionärspresse lesen (siehe Spiegel):

„Innerhalb nur eines Jahres ist die Armut insgesamt von 15 auf 15,5 Prozent gestiegen, heißt es in dem Bericht, der sich auf das Jahr 2013 bezieht. Insgesamt gelten 12,5 Millionen Menschen in Deutschland als arm – und das Land zerfällt in wohlhabende und mittellose Regionen.“

Ja, Frau Merkel: so geht es dem Souverän. Deshalb wendet er sich von der Politik ab – die ohne ihn nur noch eine Hülle ohne Sinn und Verstand ist, in der man aber immer noch supergut viel Geld abgreifen kann. Schauen Sie sich die Zahlen mal an: die Wahlbeteiligung sinkt, die Parteien leiden unter massiven Mitgliederschwund und massiver Überalterung (siehe Spiegel) … kurzum: die Parteiendemokratie stirbt gerade aus. Auch hier: das Ende einer Lebenslüge.

Mit dieser Parteiendemokratie sterben auch ihre Netzwerke: d.h., viele Journalisten, die ihre Luxuseinkünfte wegen „guter Kontakte“ haben, stehen vor dem Nichts – und kriegen Panik. Nun – Panik haben die sowieso, weil die Jobs immer knapper werden – auch beim „Spiegel“. Vielleicht dreschen die deshalb wie die Irren auf den Souverän ein, der ihnen irgendwie minderwertig vorkommt – wie alles, was die Preise im Cafe Einstein nicht bezahlen kann. Ja, wir sprechen derzeit so oft von dem bösen Rassismus, der … lange Zeit als sehr schick galt. Nun, das war noch vor Ihrer Zeit, aber ich möchte kurz daran erinnern: aus Bürgern wurden „Parasiten“ und „Schmarotzer“, die „Druck“ brauchten, weil es kein „Recht auf Faulheit“ gab – aber einen Zwang zur abhängigen Lohnarbeit zu jedem Preis. Für „die da unten“ ist das gut genug.

Auch in Ihrer Amtszeit setzte sich dieser Rassismus der Reichen und im Reichtum als schreibendes Dienstpersonal etablierten Mobs fort: die „bildungsfernen Schichten“ wurden erfunden und mit Adjektiven unterlegt: schmutzig, dreckig, verschwitzt, ständig rauchend und saufend, in Lumpen gekleidet (wenn überhaupt), reich an dicken doofen Kindern, völlig hingerissen von niedersten TV-Formaten (die allerdings selbst nicht von bildungsfernen Schichten produziert wurden – seltsamerweise), dementgegen stand das „wir“, der Herrenmensch mit Staatsexamen und staatlicher Festanstellung, der angepasste dienstbare Streber im System, der – dank Finanzkraft – sehr zur Förderung von Drogenhandel und Zwangsprostitution im Lande beitrug.

Ja, Frau Merkel, Sie vermuten richtig: ich vertrete die Meinung, dass der Fisch immer vom Kopf her stinkt – und das unsere gesellschaftliche Elite (genauer gesagt: die Lumpenelite der skrupellosen Absahner) den Rassismus in Deutschland erst eingeführt hat. Wenn Sie noch mehr Belege dazu wollen: nur zu, Material für viele Bücher ist vorhanden. Es ist sehr wichtig, dass Sie verstehen, auf welcher Grundlage die neuen Entwicklungen in Deutschland beruhen – und warum bei so vielen Menschen der Flüchtlingshype als purer Rassismus ´rüberkommt. Ja: die Menschen, die bislang unverblümt als „Minderleister“ in den Untermenschensektor verbannt wurden, weil ja kein Geld da war, schauen sehr verblüfft drein, dass es nun eine große Zahl von Fremden gibt, die mit offenen Armen aufgenommen werden. Sie dürfen sich über ihre Beobachtungen aber noch nicht mal beschweren, weil Sie sonst einfach nur „Nazis“ sind – und Nazis gehören erschossen, hingerichtet, lebenslänglich eingesperrt; sie sind das moderne Pseudonym für den Teufel höchstpersönlich und ersetzen in der Moderne den Begriff „Hexe“ oder „Jude“. Ja, Frau Merkel: das geschieht, wenn eine Kaste zur Sekte wird. Darf ich nochmal den Philosophen zitieren? Der erklärt uns, was eine Sekte ist (siehe Zeit):

„Und zwar mit allen klassischen Attributen: Artikulationsverbote, totale Gemeinschaftssuggestion, unbedingter Erlöserglaube“

Totale Gemeinschaftssuggestion? „Wir schaffen das“. Artikulationsverbote? Wagen Sie es mal, öffentlich Kritik an der Flüchtlingspolitik zu äußern, ihre Hinrichtung wird sofort gefordert („NAZI!!!“). Unbedinger Erlöserglaube? Das ist doch die Grundlage der Flüchtlingslegende: die werden unsere Wirtschaft erlösen, unsere Gesellschaft von Grund auf verändern, uns von unserer eigenen erbärmlichen Mittelmäßigkeit erlösen … Annahmen, die oft formuliert wurden, für die es aber rational gar keine belastbaren Argumente gibt, wie unsere „Experten“ gerade mal wieder zugegeben haben (siehe Spiegel).

Ich möchte Ihnen aber hier gar keine weiteren Vorwürfe machen, sondern mal ein paar Empfehlungen mit auf den Weg geben, die Sie aber durchaus auch als Befehle verstehen dürfen. Kommen wir erstmal zum Kern der Frage: die aktuelle Flüchtlingsdebatte.

Es ist menschlich, human und lobenswert, in einem reichen Land jene aufzunehmen, die von Tod und Folter bedroht werden. Es ist auch menschlich, human und lobenswert, Reichtum vollkommen zum Zwecke der Elendsbekämpfung einzusetzen, dass will ich gar nicht kritisieren. Die Kosten dafür – sollten aber die tragen, die viel zu viel haben, und nicht die, die nicht wissen, wie sie ihre ständig steigenden Rechnungen bezahlen sollen – Rechnungen, die von Reichen geschrieben werden, Rechnungen, deren Beträge im Sinne von Wachstum ja täglich größer werden sollen. Ebenfalls müssen jene zur Begleichung der Kosten herangezogen werden, die für die Ursachen der Völkerwanderung verantwortlich sind: das wird für Sie besonders ungemütlich werden, weil das Ihre großen Freunde im Westen sind.

Dann, Frau Merkel, brauchen Sie aber vor allem einen Plan! Der kann nicht allein darin bestehen, dass Sie die Grenzen weit offen machen, ohne zu wissen, wer da reinkommt. Nein: ich will jetzt nicht das Bild des bösen Moslem an die Wand malen – das  hat die Millionärspresse die letzten Jahre schon genug gemacht – sondern Ihnen klar machen, dass das nicht IHR Land ist, über das Sie gerade bestimmen, sondern MEIN Land. Wenn Sie also aus einem der dicht bevölkertsten Länder der Welt mit einem großen Armutsproblem ein Zuwanderungsland machen wollen, dann müssen Sie zuerst den Souverän fragen. Ist eine ganz einfach Volksabstimmung: soll Deutschland Zuwanderungsland werden: ja/nein. Und ich möchte hier Wert auf eine Zweidrittelmehrheit legen, weil es den Charakter des Landes grundlegend verändern wird. Ob das gut ist, sollten die Bürger selbst entscheiden.

Sie werden sehen: es kann eine große Chance in dieser Herausforderung liegen. Eine Chance, nach all den mittelmäßigen Murkselkanzlern zur Jahrhundertkanzlerin zu werden, die gesehen hat, dass Nationalismus nicht die Lösung sein kann – auch nicht der Nationalismus des „Wir schaffen das“. Es ist die Chance, Lösungen zu erarbeiten, die globalen Charakter haben – und nicht versuchen, das Problem der laufenden Völkerwanderungen national zu lösen – weil am deutschen Wesen wieder mal die Welt genesen soll.

Und ich glaube fest: Sie schaffen das!

 

 

Die neuen Arbeitsverträge sind da! Muster hier bei uns! Danke SPD – ohne Euch wäre das unmöglich!

Die neuen Arbeitsverträge sind da! Muster hier bei uns! Danke SPD - ohne Euch wäre das unmöglich!

Dienstag, 22.10.2013. Eifel. Ein schöner, sonniger Herbstag in der Eifel. Ich verbringe solche Tage lieber draußen, an der frischen Luft  – das bringt einfach mehr. Nur – heute geht das nicht. Heute ist der Tag, an dem ich die Nase mal wieder voll habe – voll von der SPD zum Beispiel. Seltsam: über die CDU schreibe ich kaum was, schon mal gemerkt? Lohnt sich auch nicht: die kündigen Mist an, führen Mist durch und stehen nachher zu ihrem Haufen. Anders die SPD: die kündigen eine zünftige Brotzeit an, schaffen es aber nur, eine leere Verpackung zu präsentieren und wollen´s nachher nicht gewesen sein – und gerade so etwas ist absolut erbärmlich in einer Demokratie. Mit aufrechten Rechten kann man leben, mit verlogenen Linken nicht – so einfach ist das. Das Gleichgewicht zwischen absahnenden und arbeitenden Kräften im Land wird empfindlich gestört, die feine Balance zwischen erhaltenden und erneuernden Kräften verschwindet völlig, wenn eine der Kräfte zum Lügenbaron wird – des Mammons und der Pöstchen wegen.

Auf Facebook gibt es eine Sammlung von Sprüchen aus dieser Versagerpartei, Zitate einer Frau Nahles:

Die SPD will keine große Koalition, die Ablehnung einer großen Koalition wir in der Partei breit getragen!

Ja – offensichtlich fortgetragen, um irgendwo unbemerkt in einer Mülldeponie heimlich entsorgt zu werden.

Uns verbindet mit Frau Merkel nichts.

Aber wir helfen ihr, wo wir können.

Wer SPD wählt, entscheidet sich gegen Frau Merkel und nicht für sie.

Und wer ins Wasser springt, wird garantiert nicht nass.

Die SPD will Merkels Kanzlerschaft beenden. Wir wollen den ganzen Regierungswechsel. 

„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen“ – die SED hat eine neue Nachfolgeorganisation.

Hat eine Partei jemals so dreist gelogen – außer der SED? Wie wäre es mit ehrlichen Wahlsprüchen:

PÖSTCHEN STATT POLITIK: IHRE SPD

Damit hätte die SPD sicher 5 % ihrer Restwähler erreicht – und wir hätten die Hoffnung, dass diese große Blamage für die deutsche Demokratie endlich aus unseren Augen verschwindet.  Ich wäre sogar bereit, einen Verbotsantrag zu unterstützen – das geht bei jeder anderen Ware auch. Wenn in einer Tafel Schokolade, einer Salami oder einem Apfel nur billige Lebensmittelchemie drin ist, dann kann man die verbieten lassen … erst recht, wenn es giftige Chemie ist.

Und diese Chemie ist GIFTIG – dass kann ich Euch sagen.

Sprechen wir doch mal über den letzten großen Coup dieser erbärmlichen Clownstruppe: die Agenda 2010. Menschen in den Bankrott getrieben, in dem man die Finanzmärkte dereguliert hat – und dann gleichzeitig den von den Heuschrecken frisch entlassenen Fachkräften die Arbeitslosehilfe gestrichen und frech durch Steuerleistungen ersetzt – zum Zorne des ganzen Volkes. Was man immer vergißt: die Arbeitslosen hatten vorher alle in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt. Umsonst, wie sich dann zeigte: die Gewinne, die nun aus der Arbeitslosenversicherung sprudeln, überweist der die Arbeitslosen und ihre Agentur kommandierende Oberst Weise an den gierigen Staat, während man die Arbeitslosen mit Steuermitteln durchfüttert – auf einem erbärmlich niedrigen, unwürdigen Niveau.

Mit Gerechtigkeit hat das wenig zu tun, mit Diebstahl von Versicherungsleistungen schon mehr.

Aber das ist nicht alles. Leise still und heimlich bohrt sich der ungebremste Terror der Ökonomie immer weiter in unseren Alltag. Von einer freundlichen Rechtsanwältin haben wir Auszüge aus einem Arbeitsvertrag erhalten. Der Vertrag kann von uns jederzeit eingesehen werden – das ist Wirklichkeit in Deutschland.

Natürlich müssen wir hier alles anonymisieren, es gibt in Deutschland einen Menschen, der dieses Dingen unterzeichnen muss – sonst droht der Staat mit Sanktionen, die schon mal tödlich verlaufen. Gehen wir diesen Vertrag mal ganz in Ruhe durch.

1. Zeitvertrag, wenn der Arbeitgeber kündigt soll der Arbeitnehmer eine Vertragsstrafe von 1 Monatsgehalt bezahlen

Ja, für die Gnade, einen Arbeitsplatz erhalten zu haben, sollte man schon bereit sein, etwas zu bezahlen. Zum Beispiel eine Strafe, wenn der Arbeitgeber sich genötigt sieht, eine Kündigung auszusprechen. Wie kann man sich auch nur erdreisten, einen Arbeitgeber in eine solche Situation zu bringen, wo er sich zur Kündigung genötigt sieht: für diese Arbeit hat der schon einen kleinen Ausgleich verdient. Ja – Kündigungen sind auch Arbeit.

2. Überstunden (egal wie viele) sind abgegolten

Im Prinzip eine Supersache. Die hätte ich auch gerne – in Restaurants zum Beispiel: Extraportionen werden gratis geliefert. Schnell würde ich eine Fussballmannschaft samt Familien satt kriegen – zum Preis eines kleinen Menüs. Oder beim Autokauf – wer einmal einen Neuwagen gekauft hat, kann sich jederzeit wieder einen neuen zusätzlich abholen – ganz umsonst. Oder einfach bei Aldi: für jeder gekaufte Salami gibt es Übersalami umsonst dazu – egal wie viele. Leider gelten solche Superregelungen nur für die von den Banken auserwählten Arbeitgeber (ja – die werden von den Banken bestimmt. Beziehungen spielen da bei der Kreditvergabe eine große Rolle – und ohne Bankkredite läuft heute gar nichts mehr) und nicht für das nichtadelige Fußvolk.

3. Jeder Aufenthalt nicht an der Meldeadresse (auch vorübergehend) ist dem Arbeitgeber anzuzeigen 

Wie oft habe ich eigentlich davor gewarnt, dass genau das geschehen wird? Immer wieder. Natürlich werden die Lebensbedingungen, die die SPD für Arbeitslose gesetzlich vorgeschrieben hat (völlig an den Maßgaben der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte vorbei) Zug um Zug auf Arbeitnehmer übertragen. Wem das nicht gefällt, kann ja Hartz IV beantragen. Sollte er es aber wirklich wagen, sich dem Willen des Arbeitgebers zu widersetzen, wird auch das keinen Sinn haben: die Behörde spricht bei Widerstand gegen die ökonomische Gewalt Sanktionen aus, die zu Obdachlosigkeit, Hunger und Tod führen können. Bevor man dass in Kauf nimmt, billigt man dem Arbeitgeber lieber das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu – und entmündigt den Arbeitnehmer vollkommen.

4. Bei Krankheit sofort zu einem Arzt des Arbeitgebers 

Freie Arztwahl wird von der Ökonomie abgeschafft, ein weiterer Akt des Terrors. Spezielle Arbeitgeberärzte werden auch noch den letzten Kranken gesund schreiben und sich damit ein Beispiel an den Jobcentern nehmen, die schon mal Einarmige zum Müllsammeln geschickt haben: der Müllbeutel sollte mit den Zähnen gehalten werden (nein, leider kein Witz, Labournet berichtete vor einigen Jahren über diesen Fall aus Dortmund). Was aber noch mehr abgeschafft wird, ist die Krankheit selber: sie wird verboten. Krankheit und Arbeitsplatz passen einfach nicht zusammen und könnten einen Arbeitgeber dazu nötigen, eine Kündigung auszusprechen. Gut, dass man da jetzt auch Geld für kassieren kann.

5. Wenn nix zu tun ist kann man jederzeit unter Anrechnung auf die Urlaubsansprüche nach Hause geschickt werden!

Das Urlaubsansprüche ebenfalls großes Ungemach in den Augen der ökonomischen Al Kaida darstellen, sollte jedermann klar sein. Gut, dass man jetzt selbst bestimmen kann, was Urlaub ist und was nicht. Man könnte Urlaubsansprüche ja auch auf die Schlafenszeit der lästigen Arbeitnehmer anrechnen: ist doch auch Urlaub, wenn man sich nichtsnutzig einfach ins Bett legt und vor sich hin pennt. Wenn jemand meint, dass er das braucht: bitte schön, dann aber auch Urlaub nehmen.

Dieses Land wird zum Arbeitslager.

Vor aller Augen wird die Demokratie ausgeschlachtet. Man nimmt sich, was man braucht (Steuergelder, Versicherungsgelder, Infrastruktur, Arbeitsleistung), der Rest kommt auf den Müll. So wird man Millionär – und zwar schnell.

Der Müll türmt sich mitlerweile immer schneller immer höher auf, siehe Spiegel:

Es ist ein besorgniserregender Trend: Rund 465.000 Rentner in Deutschland waren 2012 auf Grundsicherung angewiesen – 6,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Vor allem Frauen aus den westdeutschen Bundesländern sind betroffen. Hochburg der Altersarmut ist eine eigentlich reiche Stadt.

Mit der CDU hat die SPD jetzt die absolute Mehrheit im Bundestag: eine Mehrheit von über 75%. Die Koalition der Absahner wird in Deutschland jetzt tun und lassen können, was sie wollen – und kriegen jede Verfassungsänderung durch. Langsam aber sicher können sie ihre geheime Agenda durchführen.

Welche das ist?

Ich weiß es nicht.

Ich kann mich aber daran erinnern, dass CDU/CSU 1980 einen ausländerfeindlichen Wahlkampf unter dem Motto „Das Boot ist voll“ geführt haben. Der Erfolg dieser Kampagne: nach vielen CDU Regierungsjahren unter Kohl und Merkel sind es aktuell 7,2 Millionen Ausländer, die in Deutschland leben, zu Strauss´ Zeiten waren es 4,7 Millionen. Den größten Anstieg gab es während der Regierungszeit von Helmut Kohl.

Ich schätze: CDU-Wähler wundern sich jetzt auch über diese Entwicklung. 2013 meldet die Welt, dass Deutschland nach den USA und Russland den höchsten Ausländeranteil der Welt hat, man geht von 9,8 Millionen Ausländern aus. Schaut man sich die Menschen mit Migrationshintergrund an, so sind es 16 Millionen (siehe BpB), andere Quellen nennen 19 Millionen.

Wir werden bald amerikanische Verhältnisse haben – die für die „Habenden“ einen unschätzbaren Vorteil bieten: in einer immer heterogener werdenden Gesellschaft läßt sich immer schwieriger Widerstand gegen solche Arbeitsverträge organisieren – im Gegenteil, viele aus dem armen Ausland nehmen sie gerne an. Die USA können davon ein Liedchen singen. Vielleicht ist das aber auch schon alles an der großen „geheimen Agenda“: die Macht der Habenden zu vergrößern, egal wie voll das Boot ist und wie unerträglich die SPD die Merkel findet.

Also Deutschland: freu´ Dich auf eine ganz neue Auflage von Arbeitsverträgen. Es gibt da noch ganz viel Reformbedarf. Ich warte noch auf den Passus, wo Arbeitgeber sich das „Recht der ersten Nacht“ vertraglich sichern – jenes Recht des Adels, nach der Heirat eines Angestellten zuerst mit der Braut schlafen zu dürfen.

Die im ehelichen Bette von wem auch immer gezeugten Kinder sollten natürlich dem Betrieb umsonst zur Verfügung gestellt werden: immerhin wäre die Familie ohne den Arbeitgeber einfach verhungert: da ist ein gewisses Interesse am „return of investment“ doch nur allzu verständlich – oder?

Gäbe es kein Hartz IV – man könnte diesem unverschämten Drecksack von Arbeitgeber seinen Arbeitsvertrag links und rechts um die Ohren hauen.

Doch dank SPD kann das ganz schnell in Obdachlosigkeit, Hunger und Tod enden.

Na ja, das will ja keiner wahr haben. Also: freut Euch über die neuen Arbeitsverträge: die gibt es bald auch wieder für Achtzigjährige!

Übrigens: anstelle des „Rechtes der ersten Nacht“ konnte auch ein „Stechgroschen“ bezahlt werden: für homosexuelle Kreise in der Unternehmerschaft vielleicht ein wichtiger Hinweis. Den Stechgroschen könnte man dann einfach vom Konto abbuchen – so wie die Rettungsbeiträge für die Banken, die nach dem Willen der IWF bald ebenfalls direkt vom Konto abgebucht werden könnten (siehe Deutsche Wirtschaftsnachrichten):

Die große weltweite Enteignung wird konkret: Der Internationale Währungsfonds verlangt eine allgemeine „Schulden-Steuer“ in Höhe von 10 Prozent für jeden Haushalt in der Euro-Zone, der auch nur über geringe Ersparnisse verfügt.

Schöne neue Welt, oder?

DANKE, SPD!

 

Dank an Kohl, Schröder, Merkel: Proletarisierung, Verrohung und Verblödung Deutschlands läuft erfolgreich weiter!

Dank an Kohl, Schröder, Merkel: Proletarisierung, Verrohung und Verblödung Deutschlands läuft erfolgreich weiter!

Sonntag, 28.7.2013. Eifel. Eigentlich eine Zeit für Erbauliches, doch auch eine Zeit, um endlich einmal DANKE zu sagen. Dank dem Dauerkanzler Kohl, der durch eine unüberlegte und nicht zu finanzierende deutsche Wiedervereinigung die D-Mark vernichtet hat – wie man hört, war der Preis für die Wiedervereinigung der Beitritt zur Eurozone. Da hatten wir dann gleich zwei Kostenfaktoren zu tragen, auf die wir gar nicht vorbereitet waren. Dank auch dem Gerhard Schröder, der den Finanzheuschrecken Zugang zum deutschen Markt erlaubte und nebenbei mit einem gezielten Schlag den deutschen Sozialstaat zerstörte, um eine heiß und innig ersehnte Unterschicht zu schaffen. Dank gebührt auch der Angela Merkel, jener Kanzlerin, die einst eiligst in die USA flog und dort ohne Not den Bückling machte, als Schröder keine deutschen Soldaten zum großen Angriffskrieg auf den Irak bereitstellen wollte – kein Wunder, dass die bei der Reaktion auf die NSA-Affäre dramatisch versagt: ihre psychische Prägung lässt zweifelsohne keine kritischen Gedanken über den „Großen Bruder“ zu, jenen Heilsbringer, dessen Aktionen sie ihren Posten zu verdanken hat. Immerhin – ohne die Zustimmung der USA zur deutschen Einheit wäre sie noch Physikerin, die nur ihr Labor in Trümmern legen kann … und nicht das ganze Land. Ach ja – das Land. Bei all den Dankesreden haben wir es schon fast vergessen. Schauen wir es uns doch mal genau an.

Aktuell meldet das Handelsblatt, dass schon 25 % der Deutschen im Niedriglohnsektor arbeiten – mehr als in Zypern oder Bulgarien. 25 % der Deutschen arbeiten nur noch in Teilzeit … unberücksichtigt der möglichen Schnittmenge bei „Teilzeitarbeit im Niedriglohnsektor“ ergibt sich auf den ersten Blick eine Zahl von erschreckenden 50%, die nicht mehr genug Arbeit zum Leben haben – von den vielen Arbeitslosen einmal abgesehen, von denen jeder Zehnte schon zusätzlich Hartz IV beantragen muss, weil das Arbeitslosengeld mangels Lohnhöhe nicht mehr ausreicht (siehe Morgenpost). Der alte Gesellschaftsvertrag GELD für ARBEIT zum LEBEN ist ausgelöscht, dafür haben wir einen neuen Boom bei Verwaltungskosten: 400 000 Klagen gegen Hartz IV (viele erfolgreich, siehe Welt) legen die Gerichte lahm (z.B. Stern).

Wo Unrecht zur Norm wird, kann das schon mal geschehen. Dafür sind Gerichte ja da. Weniger helfen können Gerichte jene Menschen, die durch explosionsartig steigende Mieten unter den Hartz IV-Satz geraten, siehe Süddeutsche:

Schlechter gestellt als mit Hartz IV: Viele einkommensschwache Familien haben nach Abzug der Miete weniger Geld als Haushalte, die eine staatliche Grundsicherung beziehen. In manchen Städten bleiben Familien mit zwei Kindern nur 666 Euro im Monat.

Danke, Kohl, Schröder und Merkel für diese erstaunliche Lebensqualität für hart arbeitende Menschen!

Hat das Volk kein Geld mehr, merkt man es am Konsum. Natürlich darf man darüber nicht reden – aber das ist in Deutschland leicht, denn um über solche Themen lösungsorientiert reden zu können, brauchen wir gezielte Ursachenforschung der Medien. Das ist auch den Kanzlern bekannt, weshalb ihnen die Zerschlagung der Medienmacht sehr zugegen kommt. Hören wir dazu den Medienforscher Klaus-Dieter Altmeppen im Spiegel anläßlich der aktuellen Entwicklung im deutschen Medienbereich, dem Verkauf etlicher Printformate des Springerverlages:

Erst einmal eine weitere Konsolidierung der deutschen Medienlandschaft. Sie wird immer mehr zu einer normalen rationalisierungsgetriebenen Branche. Die Frage nach Qualitätsjournalismus oder publizistischer Verantwortung wird nicht mehr gestellt – und von der Frage abgelöst, was ich an meine Anteilseigner auszahlen kann. Geld verdrängt Gewissen, wenn Sie so wollen.

Geld verdrängt Gewissen – Renditeorientierung verdrängt Wahrheitsfindung. Egal ob´s stimmt: Hauptsache, es wird gekauft.

Künftig organisieren jedenfalls immer weniger große Konzerne den gesellschaftlichen Kommunikationsprozess. Wir werden also einen Meinungsverlust erleben, die Vielfalt wird leiden. Die Funke-Gruppe, so sehr sie auch ihre Meriten im Ruhrgebiet hat, spezialisiert sich seit Jahren darauf, profitable Regionalprodukte und Zeitschriften herauszubringen. Ob eine Redaktion vor Ort sitzt oder in weiter Ferne, spielt in ihrem Konzept keine große Rolle mehr. Und mit diesen internen Konzentrationsprozessen geht eine Nachrichten- und Meinungsuniformierung einher.

Der Jornalist soll schreiben, was Gewinn bringt. Nach erfolgreicher Rationalisierung lebt er als freier Mitarbeiter am Rande des Existenzminimums und bekommt nur noch jene Artikel bezahlt, die bei den Geldgebern gefallen finden. Ein Beispiel?

Schauen wir uns die aktuelle Pleite der Baumarktkette Praktiker an. Wir wissen ja alle darüber Bescheid. oder? Lauschen wir doch einmal der Zeit dazu:

Praktiker war durch eine fehlgeschlagene Rabattstrategie in eine schwere Krise geraten

Die ertragsstärkere Tochter Max Bahr sowie das Auslandsgeschäft sind von der Insolvenz aber nicht betroffen

Die Botschaft ist klar: immer alles billig verkaufen ist falsch. Für so eine Botschaft zahlen die Anteilseigner gern, der Deutsche weiß, dass er wieder die Flasche ist.

Leider – ist das gelogen. Warum? Das erklärt uns das Manager-Magazin aus dem Jahre 2009:

„Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Rezession, die auch in der Baumarktbranche angekommen ist, stellen wir uns auf eine vorübergehende deutliche Abschwächung unseres Geschäfts im In- und Ausland ein“

Ach ja – die Krise. Aber die Kanzlerin wünschte ja von der immer kleiner werdenden Zahl von Chefredakteuren Zurückhaltung bei der Berichterstattung: deshalb darf die Krise als Ursache nicht erwähnt werden – zudem würde auch die Wirtschaftspolitik von KSM (Kohl/Schröder/Merkel) in ein schlechtes Licht geraten, wenn man ständig über diese „Krise“ reden würde. Dabei war dieses Krise der Anlass der Kaufzurückhaltung der Häuslebauer, nicht das „Rabattgeschäft“, von dem schon lange bekannt ist, dass es sich nur um eine Irreführung der Verbraucher handelte (siehe Focus aus dem Jahre 2008), weshalb der Bundesgerichtshof einschritt.

Aber welcher Leser weiß dass heute schon noch? Wer wundert sich darüber, dass die Meldung über die ertragsstarke Max Bahr-Tochter ebenfalls eine Lüge war – siehe Spiegel. War eben doch die Krise – und nicht das (erschwindelte) Rabattgeschäft.

Reicht das schon?

Nein, weitere Katastrophen bahnen sich an. Als Folge der Krise kommt es zu einer deutlichen Verschlechterung der Produktqualität: angelernte Leiharbeiter sind halt genauso billig wie ihre Leistung, was zu Erscheinungen führt, die alle zur Besinnung rufen sollten: die Zahl der Rückrufe von nagelneuen Autos erreicht ständig neue Rekorde (siehe Zeit). Der Ruf nach ständiger Verbilligung der Produktion („Verschlankung“) im Interesse der Anleger bleibt aber ungebrochen. Das kostet Leben, Umsatz und Arbeitsplätze – aber dank KSM erfahren wir davon nicht mehr so viel.

Natürlich haben wir ein gigantische Krise – über die nicht mehr gesprochen wird, obwohl der nächste Schlag schon bald droht, siehe Spiegel:

Bis in die Details hat William White bereits 2003 die globale Finanzkrise vorhergesagt. Niemand wollte damals auf ihn hören. Der Ökonom erklärt im Interview, warum die Welt bereits auf den nächsten Crash zusteuert 

Natürlich hat es Folgen, wenn hart arbeitende Familien mit 666 Euro im Monat auskommen müssen, weil Finanzjongleure durch neue Immobilienblasen die Mieten hochtreiben – diesen Familien nutzen auch keine Rabatte mehr: die können sich auch 80% Preise nicht mehr leisten.

Natürlich lassen es sich die hohen Herren und Damen in der Politik nicht nehmen, den Kahlschlag des Landes auch in der Bildung fortzusetzen. Während die Diäten der Abgeordneten (der Mitläufer der groß angelegten  Proletarisierungskampagne der letzten drei Regierungen) beständig neue Rekorde erzielen (im gleichen Zeitraum nimmt die Qualität ihrer Arbeit deutlich ab, weshalb das Verfassungsgericht immer häufiger einschreiten muss), nutzt man zur Besoldung der Lehrer gezielt das Hartz IV-System, siehe Spiegel:

Noch nie gab es so viele Vertretungslehrer wie heute. Als Saisonkräfte arbeiten sie ein knappes Jahr, im Sommer beziehen viele Hartz IV. Die Bundesländer halten die Junglehrer hin – und sparen Geld auf Kosten der Sozialkassen.

Nun – Lehrer leben immer auf Staatskosten … und mir scheint es, dass immer weniger sich dessen bewusst sind, dass man dafür auch mal Leistung bringen darf. Aus Lehrern aber „Hartzer“ zu machen, jene gesellschaftlich in breiter Front von den Medien geächtete Klasse von politisch mit gesetzlicher Gewalt ins Proletariat abgedrängten Mittelschichtsmenschen hat natürlich Folgen, die man direkt am Verhalten der Schüler ablesen kann. Was hier heranwächst, wird man in Zukunft wohl nur noch mit Polizeigewalt bremsen können, siehe Spiegel:

Gerade Unternehmer, so Hanke, hielten die nachwachsende Azubi-Generation mittlerweile für verroht, verkorkst und /oder verblödet.

So ein Zitat aus einem Artikel über den Kampf einer „Benimmtrainerin“ für Schüler, die ihren Kampf nach drei Jahren aufgegeben hat.

„Auch auf dem Gymnasium fehlt den Schülern jedes Verständnis dafür, dass sie Teil einer Gemeinschaft sind.“ Als Lebensziel hätten die meisten angegeben, reich werden zu wollen. Um jeden Preis.

Das haben sie wohl von ihren Eltern gelernt. Ihre Methoden sind schon bemerktenswert – Sklavenhaltung inklusive:

Im gutsituierten Berliner Bezirk Zehlendorf war es gang und gäbe, dass die schwächeren Schüler massiv drangsaliert wurden. „Die wurden zum Teil zu Sklaven gemacht, indem man sie losgeschickt hat, damit sie mit ihrem eigenen Geld Brötchen für die Stärkeren kaufen.“ Was immer die Drangsalierer von den Drangsalierten wollten: Sie nahmen es sich einfach. „Meins gibt’s, deins nicht“, sagt Hanke. Irgendwo auf der schulischen Laufbahn, glaubt sie, muss die Fähigkeit zum Mitgefühl verlorengegangen sein.

Natürlich sind wieder die Eltern schuld. Die reagieren auch entsprechend, wie wir vor Ort deutlich sehen: unser Kindergarten hat für dieses Jahr noch sechs Kinder und wird mit anderen Kindergärten, die ähnlich geschrumpft sind, zusammengelegt. Die Eltern haben eine Lehre aus der verschämt verschwiegenen Megakrise des Kapitalismus gezogen: Kinder sind einfach zu teuer.  Von 666 Euro kann man die nicht vernünftig großziehen.

Sucht man nach Gründen für diese Verrohung der Bevölkerung, so landet man wieder direkt bei der Politik – hier aus einem Artikel über die beständige Zunahme der Monster-SUV´s im Straßenverkehr (aus Blätter für deutsche und internationale Politik):

Dazu kämen noch die wachsende ökonomische Ungleichheit durch die neoliberale Politik und der Rückzug des Staates aus seiner sozialen Verantwortung. Dies alles steigere in großen Teilen der westlichen Gesellschaften Unsicherheit, Angst und Konkurrenzdruck, worauf die Menschen häufig mit vermehrtem Misstrauen und Abgrenzung gegenüber ihrer Umwelt reagierten. Gegen solcherlei Ängste biete ein großes, nach außen Stärke demonstrierendes, ja fast bedrohliches Fahrzeug wie ein Sport Utility Vehicles ein gesteigertes Sicherheitsempfinden.

Die Familien, die es sich leisten können, bereiten sich auf einen Krieg gegen das Proletariat vor – mit Fahrzeugen, die besondere Qualitäten aufweisen: ein gestiegenes Todesrisiko für Fußgänger und Fahrradfahrer von 82 %, für Kinder sogar von 400 %.

Man will Blut sehen – und sieht es auch: die unfallbedingten Verletzungen an den eigenen Kleinkindern (sofern überhaupt noch vorhanden) steigen bei SUV-Gebrauch um 65 %.

Das ist nicht unsere Zukunft, das ist unsere Gegenwart: reiche Bürger demonstrieren offen Tötungswillen durch den Gebrauch von spritfressenden Monster-PKW´s – aber wir reden nicht darüber.

Das gesamte, mühsam aufgebaute Zivilisationsgefüge der westlichen Welt zerbricht – und die deutsche Politik arbeitet gezielt daran, dass der Prozess auch in diesem Land unvermindert weitergeht, während man durch gezielte Einflussnahme auf eine immer schwächer und abhängiger werdende Presse ein Potemkinsches Dorf nach dem anderen auf die Wähler los läßt, ja das ganze Land in solch ein Dorf verwandelt (siehe Wikipedia)

Als Potemkinsches Dorf wird etwas bezeichnet, das fein herausgeputzt wird, um den tatsächlichen, verheerenden Zustand zu verbergen. Oberflächlich wirkt es ausgearbeitet und beeindruckend, es fehlt ihm aber an Substanz.

Und das ist das Deutschland, das unter der Oberfläche lauert und für Grusel sorgen wird, wenn es ans Tageslicht kommt: eine künstlich produzierte Unterschicht wird von verrohten Psychopathen einer verblödeten Oberschicht durch die Straßen gejagt: „Meins gibt´s, deins nicht“ – der Wahlspruch auch der politischen Leistungselite dieses Landes.

Begonnen hat diese Entwicklung mit der „geistig-moralischen Erneuerung“ eines Helmut Kohl, in dessen Folge Mitgefühl zur „Sozialromantik“ wurde, die dem „Zeitgeist“ nicht mehr entspricht, während Beraterverträge in Höhe von 600 000 DM im Jahr mit Pleiteunternehmern, gezielte Vernichtung von Akten des Kanzleramtes zu Korruptionsvorwürfen im Falle des Verkaufs der Leuna-Raffiniere oder auch bewusste persönliche Verstöße des Bundeskanzlers gegen von ihm selbst unterzeichnete Parteiengesetze (siehe Wikipedia zu Helmut Kohl) zeigten, dass in Deutschland ein neuer Wind herrscht.

In der Tat war das Land erneuert worden: ein Proletariat wurde gesetzlich eingerichtet, die Verrohung der Sitten wird von oben herab vorgelebt und der Verblödung durch manipulative Berichterstattung Vorschub geleistet.

Und dafür gebührt unseren Führern unser Dank, oder?

 

Die Sonderrechte der Alliierten für die Überwachung der BRD-Bürger – Frontal21 vom 20.11.2012

Die Regierung will doch nur wissen, was du denkst, mehr nicht? – 19.11.2012

 

 

Nationaler Kaufnix-Tag – nur noch vier Wochen! Ein kleines Signal … in einem sterbenden Land.

4.6.2012. Eifel. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Nur noch vier Wochen bis zum ersten nationalen Kaufnixtag, dem 4.Juli 2012. War mal so eine Idee von mir. Eine andere war ... der Menschenschutzbund. Nicht, das ich selbst einen gründen wollte (zum Henker: wann denn noch?) - aber mir kam die Idee aufgrund eines Artikels über die Behandlung von Schauspielern bei der Fortsetzung des Filmes "V"... ja, das ist der Film mit der Occupy-Maske. So wie die behandelt wurden, wäre kein Tier behandelt worden. Bei Menschen macht man das - die können sich "freiwillig" selbst Gewalt antun. Leider hat der Mensch an sich zu wenig Freunde - und als es dann Partei werden sollte, war alles endgültig vorbei. OP 100 war auch so eine Idee - animiert durch das beständige Geklage "wir können ja sowieso nichts tun". Klar kann man was tun - dort, wo Politik käuflich wird, kann man zusammenlegen und gute Lobbyisten mit dem Auftrag losschicken, eine Hartz-IV-Erhöhung durchdrücken. Gibt jeder Arbeitslose nur einmal einen Kleckerbetrag, hätte man schon eine ordentliche Kriegskasse beisammen.

4.6.2012. Eifel. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Nur noch vier Wochen bis zum ersten nationalen Kaufnixtag, dem 4.Juli 2012. War mal so eine Idee von mir. Eine andere war … der Menschenschutzbund. Nicht, das ich selbst einen gründen wollte (zum Henker: wann denn noch?) – aber mir kam die Idee aufgrund eines Artikels über die Behandlung von Schauspielern bei der Fortsetzung des Filmes „V“… ja, das ist der Film mit der Occupy-Maske. So wie die behandelt wurden, wäre kein Tier behandelt worden. Bei Menschen macht man das – die können sich „freiwillig“ selbst Gewalt antun. Leider hat der Mensch an sich zu wenig Freunde – und als es dann Partei werden sollte, war alles endgültig vorbei. OP 100 war auch so eine Idee – animiert durch das beständige Geklage „wir können ja sowieso nichts tun“. Klar kann man was tun – dort, wo Politik käuflich wird, kann man zusammenlegen und gute Lobbyisten mit dem Auftrag losschicken, eine Hartz-IV-Erhöhung durchzudrücken. Gibt jeder Arbeitslose nur einmal einen Kleckerbetrag, hätte man schon eine ordentliche Kriegskasse beisammen.

Die Resonanz war groß für einen Blog …. aber viel zu klein für eine Bewegung. Gut – das ist auch eigentlich nicht die Aufgabe von Philosophen. Wir sollen Wegweiser sein – und kein Wegweiser geht selbst den Weg, den er weist.

Ich habe dann etwas nachgedacht und gleich gemerkt, woran es hakt.

Erstens will niemand Arbeit investieren. Gut,  nicht wirklich niemand – aber zu wenig um handlungsfähige Strukturen aufzubauen.

Zweitens will niemand Geld investieren. Gut, das sollte man auch eigentlich nie mit einplanen – manche haben wirklich extrem wenig davon.

Da kam dann die Idee des „nationalen Kaufnixtages“. Einen Tag lang nichts zu kaufen kostet nichts (man spart sogar viel) und ist auch keine Arbeit (im Gegenteil – man hat etwas weniger davon).  Die Idee verbreitete sich schon weiter als die vorherigen.

Was war das für eine schöne Vision: am jenem Tag, an dem die nordamerikanische  Kolonie ihre Unabhängigkeit von der übermächtigen Kolonialmacht erklärte, erklärt der Souverän der Bundesrepublik Deutschland seinen eingebildeten Herren einfach mal, was sie ihn können: gern haben.

Die Verkäufer und Verkäuferinnen stehen in den Geschäften und haben viel Zeit, sich auszuruhen. In den Bars, Cafés und Kneipen herrscht gähnende Leere, ebenso bei McDonalds, im Kinopark, im Museum, im Zoo. Schön wäre es, wenn auch der Fernseher ausbliebe: eine garantierte Quote von null Prozent wäre auch für Talkmaster mal ein nachdenkenswerter Moment. Die Straßen wären so still, das man darauf tanzen könnte – und vielleicht sollte man das auch einfach mal tun.

Lieber wäre mir aber Stille. So eine Art High-Noon-Western-Stille, die immer dann eintritt, wenn man weiß, das gleich der weiße Hut auf den schwarzen Hut trifft. Die Krönung wäre natürlich etwas Wüstengras, das der Westwind durchs Regierungsviertel treibt … aber das ist vielleicht nicht machbar.

Die Tankstellen könnten dreimal täglich ihre Preise erhöhen, ohne das auch nur ein einziger Liter aus dem Schlauch kommt: das erleichtert die Abrechnung am Abend. Im Lager von Amazon würden die Packer Zeit für Kartenspiele haben, Prostituierte könnten sich mal um eine Fortbildung kümmern und Regierung und Wirtschaft könnten jenen Zustand erleben, von dem sie schon ewig lange träumen: endlich mal ein Leben ohne das dämliche Volk.

Leere Busse, leere Züge, leere Flugzeuge, leere Schiffe – was spart man da Sprit, wenn die sich gar nicht erst bewegen.

Auch die Arztpraxen wären leer, ebenso die Apotheken. Man sollte fein auf die Statistiken zu diesem Tag achten: es werden plötzlich weniger sterben als sonst.  Wir hatten das schon mal … und zumindest Volker Pispers hatte das bemerkt.

Cool wäre auch, wenn man an dem Tag den Verbrauch an Strom, Gas und Wasser auf Null fahren kann. Wichtig ist nur die Zahl auf dem Schreibtisch der Chefs: die muss NULL sein.

Nun gut – zehn Jahre später wird das dann wieder ein Feiertag, den sich die SPD auf die Fahne schreibt.

Wird das was bringen, werden sich manche fragen.

Klar. Wenn es am 4.7.2012 soweit kommt, werden die Verantwortlichen in Wirtschaft und Politik merken, das das Volk sich seiner selbst und seiner Kraft bewusst geworden ist.  „Käufer, wenn Dein starker Arm es will, stehen alle Räder still“.

Steht die NULL eine Woche lang da, wird es richtig schmerzhaft: die ersten Geschäfte verzeichnen Verluste bei verderblicher Ware – aber so weit wollen wir ja gar nicht gehen.  Es landet sowieso zuviel auf dem Abfall: ein Drittel der weltweiten Nahrungsmittelproduktion landet auf dem Müll (Quelle: Test.de) – was für uns heißt: wir könnten 10 Milliarden Menschen locker ernähren. Da hätten wir schon was zu tun an dem Tag: einfach mal Gedanken über den disziplinierten Umgang mit Essen machen. Das wäre auch für alle ein Gewinn.

Schön wäre die Null natürlich an den Börsen – aktuell würden die sich über eine Null sogar freuen … wenigstens kein Minus.

Leider ist der Name nicht so schön geworden – es könnte Verwechslungen zum internationalen Kaufnixtag geben, der nur ein konsumkritischer Tag im November ist. Der nationale Kaufnixtag sollte mehr ein politischer Tag sein, ein Signal, das vielen Menschen zeigt, das sie nicht allein sind mit ihrem Frust, ihrer Verbitterung, ihrer Enttäuschung und ihrer Angst, was denn die Zukunft so bringen mag.

Gutes wird sie nicht bringen.

Heute, am 4.6.2012, erlaubt sich die Presse schon ganz wundersames: sie ruft offen das Ende der Bundesrepublik Deutschland aus, ich zitiere aus der Welt:

Begonnen hat der Prozess freilich schon vor Jahren. Als sich Gerhard Schröder im Frühjahr 2005 vor den Bundestag stellte und seine Agenda 2010 verkündete, markierte dies das Ende einer Gewissheit, die vielen Deutschen die wichtigste überhaupt war: Dass der Staat gesellschaftliche Gegensätze ohne Rücksicht auf die Kosten mit sozialen Leistungen zukleistert und einer breiten Mittelschicht steigenden Wohlstand zur Not auf Pump garantiert. Schröder kündigte den Gesellschaftsvertrag der alten BRD (wie sich nun herausstellt mit gutem Grund und enormem Erfolg).

So etwas kann man  heute schreiben – ganz offen. Ich übersetze das gerne mal auf Umgangsdeutsch: die Agenda 2010 hat den ersten offenen deutschen Sezessionskrieg ausgerufen – nicht Nord gegen Süd, sondern Reich gegen Arm.

Und damit es sich richtig lohnt, hat man erstmal Arme herangezüchtet – ein Millionenheer von verhartzen Kindern steht für die Zukunft bereit, Menschen, die Ingenieure, IT-Nerds, Ärzte und Erfinder hätten werden können … genau jene Menschen, die wir ja angeblich so dringend brauchen.

Deutschland stirbt. Wir bewusst und absichtlich zugrunde gerichtet.

Während die Kinder (und auch die Jugend) auf ein Leben mit staatlich subventionierten Minijobs, Praktika und immer wieder neu befristeten Stellen hin trainiert werden, sind für Luxusartikel 19 Milliarden Euro jährlich locker drin: Lippenstifte, Kunst und Designermöbel sind im Aufwind. Weniger als 2 Milliarden investieren wir im Jahr in die Ernährung der Kinder von Arbeitslosen, mit 96,55 Euro im Monat müssen die auskommen, ist am Ende des Geldes noch Monat übrig, steht Hunger ins Haus.

Und wir?

Wir laufen alle mit, jeder, jeden Tag.

Der verharzte Teil der Bevölkerung macht da keine Ausnahme, viele gleichen in ihren Forderungen dem Topmanagement und langweilen so die Republik: MEHR GELD will wirklich jeder, die Forderung als solche hat leider keinerlei revolutionäre Brisanz sondern ist im Grunde erzkapitalistisch … vielleicht der Hauptgrund, warum die Partei „DIE LINKE“ während der Krise des Kapitalismus nicht auf die Beine kommt.

Es wäre angesichts der kommenden Weltwirtschaftskrise (laut Joschka Fischer schlimmer als alles, was wir je erlebt haben – siehe Welt) doch toll, wenn wir einfach mal aufhören würden, mitzulaufen.

Erstmal einen einzigen Tag.

Nur den.

Und wieder hat man etwas zu tun: einfach mal einen Tag im Jahr schauen, was man selbst vom Leben will. Welchen Sinn man dem eigenen Jahren geben will, bevor es vorbei ist – und auf was man wirklich selbst stolz sein würde, wenn man im Alter auf sein Leben zurückschaut. Wir könnten sogar supermutig werden und uns dem absoluten Reichtum  hingeben, dem einzigen sicheren Reichtum, der für Menschen erhältlich ist, ein Reichtum, den uns niemand nehmen kann und der sogar sehr glücklich machen soll … jener Reichtum, der merkt, das er reich ist WEIL ER NICHTS BRAUCHT.

Und wer merkt, das er nichts braucht, wirklich gar nichts von dem, was gerade im Angebot ist, ist der erste Mensch, der hinreichende Qualitäten für einen neuen Bundestag hat: kein Lobbyist könnte ihn steuern. Wer nichts braucht ist so reich, das er sogar für die deutschen Lobbyisten unbezahlbar ist.

Diese Besinnung an jenem Tag ist – wie man sehen kann – sogar mehr als Gold wert. Sie könnte uns sogar jene Politiker bescheren, die wir dringend brauchen, jene wackeren Menschen, die sagen „Diäten – brauch´ ich nicht. Bin ja reich“.

Das wäre der Beginn einer neuen politischen Kultur, die das Land voran bringen könnte.

Viel Zeit, diese Kultur ins Leben zu rufen, scheint nicht mehr zu sein – „Spiegel-Online“ redet aktuell von wieder von Opfern, die Deutschland bringen muss.

Ratet mal, wer dann auf einmal wieder „Deutschland“ ist und die Opfer bringen darf?

Ich schätze mal … 2013 reden wir über eine Kürzung des Hartz-Regelsatzes um 50% (wegen der Märkte und weil das „aus gutem Grund“ und „mit Erfolg“ geschieht), 2015 über eine 50-prozentige Kürzung der Renten und 2022 wird es soviele unfreiwillige Kaufnixtage geben, das man sich gewünscht hätte, zehn Jahre zuvor einfach mal mitgemacht zu haben bei jenem Tag, wo jeder Mensch mal seine eigene persönliche Unabhängigkeitserklärung abgeben konnte.

Ich denke aber … real werden das mal wieder ganz ganz wenig sein, oder?

 

 

„Die Märkte“ … unsere neuen Herrscher: Namen, Daten, Fakten.

Sonntag, 20.5.2012. Eifel ... obwohl ich eigentlich heute nicht hier sein sollte. Ich sollte wie alle demokratisch gesinnten Menschen in Frankfurt sein. Fast hätte es auch geklappt - aber dann habe ich mir den Fuß verstaucht. Humpelnd macht man sich nicht gut auf Demos ... und mehr als einige hundert Meter schaffe ich gerade nicht. Habe ich versucht. Stattdessen sitze ich nun hier und ärgere mich fürchterlich. Nicht über mich, sondern über die deutschen Medien, wollte ich doch wenigstens virtuell am Protest teilhaben. Was aber sehe ich bei den meistgelesensten Nachrichtenportalen Deutschlands im Netz? Fußball, Fußball, Fußball. Als würde ein Tor für Bayern die Weltwirtschaftskrise lösen, die Kriegsgefahr bannen und meinen Einkommen bis ins hohe Alter sichern. Das vor allem Letzteres wieder ein Traum geworden ist und wir uns zu einem Volk von Taglöhnern entwickeln, die von Job zu Job hasten, bis die Jobcenter sie dann sicher in die Altersarmut gleiten lassen, dürfte inzwischen den meisten bekannt sein. Das ist halt die Entwicklung, die "die Märkte" verlangen ... und wenn "die Märkte" etwas wollen, dann müssen sie das auch bekommen. Unbedingt.  Zeit, mal zu schauen, was eigentlich hinter diesen "Märkten" steckt.

Sonntag, 20.5.2012. Eifel … obwohl ich eigentlich heute nicht hier sein sollte. Ich sollte wie alle demokratisch gesinnten Menschen in Frankfurt sein. Fast hätte es auch geklappt – aber dann habe ich mir den Fuß verstaucht. Humpelnd macht man sich nicht gut auf Demos … und mehr als einige hundert Meter schaffe ich gerade nicht. Habe ich versucht. Stattdessen sitze ich nun hier und ärgere mich fürchterlich. Nicht über mich, sondern über die deutschen Medien, wollte ich doch wenigstens virtuell am Protest teilhaben. Was aber sehe ich bei den meistgelesensten Nachrichtenportalen Deutschlands im Netz? Fußball, Fußball, Fußball. Als würde ein Tor für Bayern die Weltwirtschaftskrise lösen, die Kriegsgefahr bannen und mein Einkommen bis ins hohe Alter sichern. Das vor allem Letzteres wieder ein Traum geworden ist und wir uns zu einem Volk von Taglöhnern entwickeln, die von Job zu Job hasten, bis die Jobcenter sie dann sicher in die Altersarmut gleiten lassen, dürfte inzwischen den meisten bekannt sein. Das ist halt die Entwicklung, die „die Märkte“ verlangen … und wenn „die Märkte“ etwas wollen, dann müssen sie das auch bekommen. Unbedingt.  Zeit, mal zu schauen, was eigentlich hinter diesen „Märkten“ steckt.

Wir meinen sie ja zu kennen. Die Nachrichten sprechen von ihnen gerne als von „den Anlegern“ – und gleich sehen wir vor unserem geistigen Auge ein kleines altes Mütterchen, das ihr mühsam erspartes Geld einem treu für sie sorgenden Enkel anvertraut, der es gut anlegt, damit es nicht nur sicher vor Dieben und Räubern ist, sondern sogar noch zusätzlich ein paar Zinsen einbringt. Dieser Oma würden wir sicher alle gerne helfen wollen.

Die Wahrheit ist jedoch eine andere – weshalb die Oma ihre Ersparnisse bei der Lehmannpleite verloren hat.

In der Wissensmanufaktur hat Prof. Dr. Dr. Wolfgang Berger eine  Rede veröffentlicht, in der er nebenbei die Dimensionen des Handels veröffentlicht, die dort betrieben wird:

2011 hat die Wirtschaftsleistung der ganzen Welt 70 Billionen Dollar betragen. Über die Hälfte dieses Handels ist schon vor zehn Jahren auf dem Papier über Steueroasen abgewickelt worden. Inzwischen ist dieser Anteil wohl weiter gestiegen. Die Gewinne fallen so in den Steueroasen an. Auf dem Markt für Derivate sind 2011 aber 708 Billionen Dollar umgesetzt worden – mehr als das zehnfache. Dieser Markt wird von internationalen Bankgeschäften und Anleiheemissionen gespeist, die zu 85 Prozent „offshore“ abgewickelt werden.

Nun – das krasse Missverhältnis zwischen errechnetem Geld und erarbeiteter Wirtschaftsleistung wird jeden normalen Menschen in den Wahnsinn treiben. Im Prinzip sind es nur noch Luftbuchungen, die dort stattfinden … aber Luftbuchungen mit erstaunlicher politischer Wucht, nochmal Professor Berger:

Fast 90 Prozent aller internationalen Kredite werden von Offshore-Banken vergeben. Sie sind das, was in der öffentlichen Diskussion immer ehrfurchtsvoll mit „Die Märkte“ umschrieben wird. Alle Welt zittert vor ihnen. Unsere Politiker und ihre Berater bekunden immer wieder untertänig, dass wir diese „Märkte“ nicht verunsichern dürfen.

Da haben wir sie schon … „die Märkte“. Es sind die Offshore-Banken, Banken, die von Banken geschaffen worden sind, um Geld und Vermögen vor dem Volk in Sicherheit zu bringen … und um dem Volk mit Hilfe dieses Geldes den eigenen Willen aufzuzwingen.

Die reale Menge an Geld, die auf diesen Inseln liegt, ist natürlich geheim – so geheim wie die Geldmenge M3, die von den USA seit einiger Zeit nicht mehr veröffentlicht wird – was die Bundesbank sehr überraschte. Weniger überraschend ist es, wenn man sich anschaut, welche Entwicklung die Geldmenge in der Zeit genommen hat – denn trotz der Weigerung der USA, diese Menge an künstlichem Geld überhaupt noch zu erfassen, gibt es Daten dazu im Netz – von der Federal Reserve Bank of St. Louis.

Die dort vorgefundene Grafik zeigt uns die Entwicklung der Geldmenge in den USA seit 1918. Von 1980 – 2010 hat die sich nahezu verdoppelt, diese verdoppelte Geldmenge VERDREIFACHTE sich seit 2010. Wir kennen das in Europa auch: die Billionengeschenke der EZB an die Banken müssen sich ja irgendwo niederschlagen.  Einer Vermutung von „The Intelligenz“ nach wurde die Erfassung der Daten eingestellt, weil man eine größere Finanzkrise erwartete.

Wie viel Geld befindet sich nun eigentlich auf diesen Offshore-Konten?

Das weiß natürlich kein Mensch, es gibt aber Schätzungen von Insidern, hier bei „Let´s make Money“:

„Man schätzt, dass derzeit 11,5 Billionen Dollar an Privatvermögen in Steuerparadiesen gehalten, von dort aus verwaltet und der Steuer vorenthalten werden. Was kann man sich unter 11,5 Billionen Dollar vorstellen? Nur um eine Vorstellung von der Dimension dieser Summe zu geben: Wenn dieses Geld auch nur einen kleinen Prozentsatz – sagen wir 7% – einbringt und dieses Einkommen bescheiden mit 30% besteuert würde, stünden den Regierungen der Welt zusätzlich 250 Milliarden Dollar zur Verfügung. Dieses Geld könnten sie jedes Jahr ausgeben, um die UN-Millenniumsziele zu erreichen.“ 

So reich ist die Welt. 11,5 Billionen Dollar als Privatvermögen – das wären 1500 Dollar pro Kopf der Weltbevölkerung. Das würde Millionen von Menschen das Leben retten – dank Hartz IV mitlerweile sogar in dem reichen Deutschland. Der Film ist aber aus dem Jahre 2009 – weshalb wir – einfach mal ausgehend von der Steigerung der Geldmenge in den USA – grob schätzen dürfen das mitlerweile wohl 34,5 Billionen Dollar Privatvermögen dort gebunkert werden – aus Drogenhandel, Waffenschmuggel, Steuerhinterziehung, Devisenbetrug, Anlagebetrug und überzogenen Rechnungen.

Mit Hilfe diesen Kapitals ist alles möglich – das sollte jeden Mittelständler aufhorchen lassen. Wenn ich selbst – als Eifelphilosoph – es wirklich wollen würde, könnte ich jeden Mittelständler mit diesem Kapital vernichten. „Leveraged Buy Out“ heißt das Prinzip, das schon manchen deutschen Konzernen die Vernichtung gebracht hat – man leiht sich das Geld von den Drogenhändlern, erwirbt ein Unternehmen und verkauft dann seine Einzelteile:

Die Rückzahlung des aufgenommenen Kapitals kann z.B. durch den Weiterverkauf vonUnternehmensteilen erfolgen, wobei darauf zu achten ist, daß dieVeräußerung der Einzelteile mehr ergeben muß, als das Ganze gekostet hat.

Für den Rest kommt dann das Jobcenter Deutschland auf.

Mit solchen Kapitalmengen im Hintergrund (die durch die FED auch noch beliebig vermehrt werden kann) kann man auch ganz anders auf dem politischen Parkett mitmischen, wie Professor Berger in einem weiteren Artikel erwähnt:

Am 30. Juni 2011 ist in Brüssel die internationale Organisation „Finance Watch“ gegründet worden – als Gegengewicht zu 700 Lobbyisten, die mit einem Budget von € 400 Mio im Jahr den Interessen des Finanzsektors vertreten. In Washington D. C. arbeiten 3.000 Lobbyisten für den Finanzsektors – mehr als fünf für jeden Kongressabgeordneten. Ihr Jahresbudget übersteigt US$ fünf Milliarden. Solche Kräfteverhältnisse legen nahe, dass die Staaten – wohl mit Ausnahme Chinas – nicht von ihren Hauptstädten aus regiert werden, sondern von den Finanzplätzen in der Londoner City of Westminster und der New Yorker Wall Street.

700 Lobbyisten in Brüssel. Jeder von ihnen mit einem Budget von knapp 600 000 Euro ausgestattet. Damit hat fast jeder Abgeordnete einen persönlichen Lobbyisten „der Märkte“, der ihm – auf unterschiedlichstem Wege – Jahr für Jahr 600 ooo Euro zukommen lassen kann. Das ist weit mehr, als ein europäischer Abgeordneter (selbst unter Berücksichtigung der „Abkassier-Exzesse„) an Einkommen hat – und für viele osteuropäische Abgeordnete, die sich bis 2009 einen Aufenthalt im Brüsseler Hochpreismillieu finanziell gar nicht leisten konnten, einfach nur ein Traum.

Vielleicht erweitern wir die EU gerade deshalb immer weiter?

In den USA sieht es sogar noch schlimmer aus – hier hat jeder Lobbyist 1,6 Millionen (JEDES JAHR!) – und jeder Abgeordnete gleich fünf von ihnen vor der Tür stehen.

Die Frage „Wer wird Millionär“ stellt sich hier gar nicht – das Offshore-Kapital macht jeden reich, der auch nur irgendwie politische Verantwortung hat … acht Millionen pro Jahr pro Abgeordneten macht 32 Millionen in vier Jahren.  Für jeden Europarlamentarier stehen im gleichen Zeitraum 2,4 Millionen Euro zur Verfügung.

Wie viele Abgeordnete sind wohl charakterlich stark genug, diesem finanziellen Druck (oder, besser gesagt: Zug) zu widerstehen und bleiben lieber arm und bescheiden im Kreise derjenigen, die sich großzügig von den Banken umsorgen lassen, während hierzulande sogar Bundespräsidenten die liebgewonnene Nähe zum großen Geld zu Fall brachte?

Zwei?

Oder eher gar keiner, weil die Parteien nach jahrelangem Aussieben nur „geeignete Kandiaten“ zu den Fleischtöpfen der Banken gelangen lassen?

Was machen nun „die Märkte“ konkret in unserem politischen Alltag? Brauchen wir uns überhaupt um sie kümmern?

Nun – Hartz IV ist nicht vom Himmel gefallen … und der Kanzler, der dieses Machwerk zu verantworten hat, ist als Berater für Rothschild unterwegs. Dort hat auch der Cheflobbyist der deutschen Automobilindustrie einen sicheren Hafen gefunden oder Beat Näf, der in der Schweizer Niederlassung für Kunden mit einem Vermögen über 25 Millionen Schweizer Franken zuständig ist.

Man sieht also: die Superreichen haben schon Leute, die sich um sie kümmern (und sie um sich herum gruppieren) – und die dafür sorgen, das man seine Rendite mit Sozialabbau in Europa ins Unermessliche steigern kann.  Ein pikantes Nebendetail?

Beat Näf stammt aus der Müller-Möhl-Gruppe, deren Gründer 1999 bekannt gab, das er Rothschild Konkurrenz machen wollte – im Kampf um die „Bestbetuchtesten“. 2000 starb er im Alter von 42 Jahren bei einem Flugzeugunglück mit seiner Privatmaschine und teilte somit das Schicksal von US-Präsidenten, die der Macht des Offshore-Kapitals (und seiner Vorläufer) trotzen wollten. Alles nur Zufall natürlich, wie es auch Zufall ist, das der Name Rothschild irgendwann immer wieder auftaucht, wenn man der Spur des großen Geldes folgt.

Nun – die Bosten Consulting Group sieht in ihrer Studie von 2011 den Anteil von Offshore-Kapital als deutlich geringer an … und gibt der Schweiz den Spitzenplatz aller „Off-shore-Plätze“, wo Beat Näf sich im Auftrag Rothschilds um die Superreichen kümmert.  Nach ihren Angaben sind es nur 7800 Milliarden Dollar, die dort gelagert werden – nur ein Bruchteil von jenen 122 000 Milliarden Dollar, die das im Jahre 2010 um 8 % gestiegene Vermögen von Privatanlegern betrug.

122 000 Milliarden Dollar – das sind 17428 Dollar pro Kopf der Weltbevölkerung. Das zeigt, wie reich wir sind.

0,9 Prozent Weltbevölkerung verfügen über 39 % des Weltvermögens, eines Vermögens, das von Menschen wie Herrn Näf betreut wird, dessen Firma auch ehemalige Bundeskanzler oder Automobillobbyisten bezahlt. Sie wohnen in den USA, Japan, China, Großbritannien und … Deutschland, das Rang fünf in diesem Ranking einnimmt.

Gegen dieses Konglomerat treten nun ein Frankfurt einige wenige Helden auf – 30000 erwähnt die Financial Times Deutschland. Ihre Vordenker haben erkannt, was die Lobbyisten für uns erarbeitet haben, siehe Taz:

„Sich zu verschulden, ist im modernen Kapitalismus zur Grundbedingung für die Existenz geworden“, sagte Hardt. „Und das gilt nicht nur für Staaten, sondern auch für das einzelne Subjekt.“ Ob Bildung, Gesundheit, die alltägliche Lebenshaltung oder eine Wohnung: „Ohne eine niemals endende Verschuldung ist für viele Menschen kaum noch etwas zu haben.“

Wer würde da wohl noch mitlaufen, wenn die Bankenlobbyisten jedem von ihnen 13000 Euro schenken würden? Das wären – umgerechnet – die Beträge, die sie sonst in Brüssel lassen. Damit könnte ein Hartz-Abhängiger drei Jahre seinen Lebensunterhalt bestreiten. 106000 Dollar könnte JEDER Demonstrant erhalten, wenn die US-Lobbyisten (nur die der Finanzwirtschaft, wohlgemerkt. Auto- Energie- Pharmazie und andere Lobbyisten bringen extra was mit) mal ein Jahr auf ihre Zuwendungen für den Kongress verzichten.

Merkt man nun, mit welchen Gegnern man es zu tun hat?

Die könnten eine ganze Demo einfach wegkaufen … und würden es bei Kapitalzuwächsen von 8% im Jahr noch nicht mal merken – das sind immerhin 9760 Milliarden Euro im Jahr, die die MEHR haben. Vier davon für eine Demo im fünftstärksten Millionärsland der Welt zu opfern, würde wirklich keiner merken.

Wo kommen die Zuwächse nun her?

Aus unseren Schulden – siehe oben.

Warum lernen wir das nicht in der Schule?

Warum haben wir hier Medien, in denen der Millionär Günter Jauch mit enormen Spektakel andere arme Schweine zu Millionären macht, während dem Herrn Hardt schon peinlich ist, das sein Buch 14,99 Euro kostet?

Nun – die Pressesprecherin der Boston Consulting Group, Frau Tanja Nickels, hätte uns diese Frage vielleicht beantworten können. Immerhin hat sie eine Arbeit mit interessantem Titel geschrieben:

Meinungs- versus Informationsjournalismus? Ein Vergleich journalistischer Kommunikationsstile in Frankreich und Deutschland am Beispiel von Le Monde und Süddeutscher Zeitung.

Leider arbeitet sie jetzt für die BCG. Aber …. was Meinung und was Information ist, ist ja auch eine Definitionsfrage. Und wie viel Geld „die Märkte“ in die Medien stecken, wollen wir doch wirklich gar nicht wissen, oder?

Aber was Bayern München macht, schon.

Was wir aber wissen sollten: zu den Eigentümern von Le Monde gehört ein Milliardär. Das ist bei der Süddeutschen Zeitung genauso – wenn man der Spur über die Südwestdeutsche Medienholding und der Medien Union folgt, landet man bei dem Milliardär Dieter Schaub.

Ist also letztlich egal, was wir da lesen.

Was wir noch tun können … ausser demonstrieren?

Mal einen Tag lang nicht mitspielen. Zum Beispiel am 4.7.2012, dem ersten nationalen Kaufnixtag.

 

 

 

 

 

Warum die Kritik an Wulff lebensgefährlich ist und die Hells Angels Hartz IV erfunden haben: Netzwerke in Deutschland

Warum die Kritik an Wulff lebensgefährlich ist und die Hells Angels Hartz IV erfunden haben: Netzwerke in Deutschland

Dienstag, 20.12.2012, Eifel. Mit großer Sorge beobachte ich die augenblickliche Berichterstattung über unseren Bundespräsidenten. Alle Blätter sind voller Kritik, empören sich über die seltsame Nähe von Politik, Prominenz und Wirtschaft, echauffieren sich über die Selbstverständlichkeit, mit denen sich der Bundespräsident Deutschlands die Annehmlichkeiten des Millionärslebens genießt, ohne auch nur einmal in Gelsenkirchen im Schrebergarten zu übernachten. Der Mann positioniert sich halt, er ist der Präsident der Gewinner – was soll´s? Selbst Schuld, wenn man durch Anstand, Ethik und Sorgfalt, Mitleid und Gemeinschaftsgefühl nicht genug Geld auf die Seite gebracht hat, um den Landesherren mal auf seine Villa in den Tropen einladen zu können. Das alles besorgt mich nicht. Was mich besorgt ist … die Journalisten begeben sich in Lebensgefahr. In akute Lebensgefahr … es ist ihnen nur noch nicht bewußt. Und obwohl ich nur ein kleiner Hobbyjournalist bin, der erst gestern wieder feststellen durfte, das in Deutschland 35 Kinder pro Oberschulklasse vom Staat her als „normal“ angesehen werden, weil man kein Geld für Lehrer hat (aber immer Geld für Diätenerhöhungen), mache ich mir doch Sorgen darüber, was den hauptberuflichen Kollegen wiederfahren kann.

Auf der sicheren Seite steht natürlich Jan Fleischhauer vom „Schwarzen Kanal“. Er präsentiert sich als Vorbild für Kleinkriminelle, Steuerhinterzieher und Großbetrüger, in dem er sagt, wo es lang geht:

Das Urteil über Bundespräsident Wulff scheint festzustehen, bevor überhaupt geklärt ist, gegen welches Gesetz er verstoßen haben soll. Doch sein Vergehen ist moralischer Natur – und damit gelten die Regeln der Tugendjustiz.

Es stimmt, der Mann hat gegen kein Gesetz verstoßen. „Vorteilsname im Amt“ kann man ihm erst dann vorwerfen, wenn bewiesen werden könnte, das er den Privatkredit  als … sagen wir mal … Postbote, Krankenpfleger oder Ortspolizist NICHT bekommen hätte. „Freunde“ schenken sich gegenseitig schon mal ein paar Tausender, weil das in Deutschland bekannt ist, werden solche Schenkungen z.B. an verarmte Kinder von Langzeitarbeitslosen vom Staat ja auch beschlagnahmt: wo kämen wir da hin, wenn private Spender die staatlich verordnete Zwangsarmut einfach aufheben würden?

„Nicht gegen ein Gesetz verstoßen“ ist die Ziellinie der meisten Betrüger in Deutschland, die in großem Stil arbeiten und gut leben wollen. Dafür halten sie sich eine Armee von Steuerberatern, Anwälten und Unternehmensberatern, die beständig gegen den Willen des Gesetzgebers arbeiten und den ganzen Tag „Schlupflöcher“ suchen …. und finden.

Das ist ja auch der Kern der „schwarzen Seele“: durch Unmoral reich werden, andere übervorteilen und aufs Kreuz legen. „Schwarze“ machen in Deutschland seit sechzig Jahren vor, wie das geht: bei uns in der Eifel ist das der einzige Grund, in die Politik zu gehen … Politik nennt man bei uns aber noch „CDU“.

Wenn nun der Eindruck entsteht, ich halte diese Partei insgesamt für eine kriminelle Vereinigung von Pöstchenhubern und Auftragsschacherern, dann möchte ich mich einerseits davon distanzieren – und andererseits mal anregen, sich zu fragen, wo denn dieser Eindruck herkommen könnte. Einfach mal CDU-Spendenaffäre googeln.

Tugend, Moral, Ethik und Anstand haben bei „Schwarzen“ nun mal wirklich nichts verloren, Gold, Silber und Edelsteine sind ihre einzigen Werte – das weiß doch jeder.

Der Bundespräsident jedoch … sollte ja der Präsident für ALLE sein – auch für die ohne Villa im Ausland – weshalb er sich etwas „roten“ Anstand doch erlauben darf.

Warum er darauf verzichtet – nun, das ist ja dann wohl seine Privatsache.

Nun aber … zur Lebensgefahr. Dazu muss ich etwas weit ausholen. In Mexiko, wo der Staat mit Militärgewalt gegen die Kriminalität vorgeht, könnte man offen darüber reden und jeder würde verstehen, worum es geht. In Deutschland, wo die privaten Netzwerke die Macht im Staat, die Regierungsgewalt und die Setzung moralischer Normen übernommen haben, weiß im ersten Moment keiner, das er sich in Gefahr begibt, wenn er Herrn Wulff kritisiert.

Nur die, die die Netzwerke kennen, merken: es herrscht Lebensgefahr!

Robert Lucius hatte dereinst das Hannoveraner Netzwerk in der FAZ beschrieben:

Es sind vor allem zwei Namen, die in Hannover immer wieder genannt werden, wenn es um
die Erbfreundschaften geht: der Gründer des Finanzdienstleisters AWD, Maschmeyer, und
der Rechtsanwalt Götz von Fromberg. Beide gelten als große Plauderer und begnadete
Netzwerker. Sie umgeben sich mit Prominentenärzten, den Rockmusikern der „Scorpions“,
aber auch Politikern.
Gerhard Schröder (SPD) ist als Rechtsanwalt in einer Bürogemeinschaft mit Götz von
Fromberg. In gutem Kontakt zu von Fromberg steht auch „Erbfreund“ Christian Wulff, in
minderem Maße galt das auch für den heutigen SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel – doch
dessen Amtszeit in der Staatskanzlei in Hannover war zu kurz.

Man merkt: in Hannover haben Netzwerke eine Macht, die an die Macht des einstigen „Royal House of Hanover“ erinnert. SPD, CDU, links, rechts – vollkommen egal, Hauptsache ist: abkassieren. Man hilft sich in diesen Kreisen … und merkt es angeblich nicht einmal, siehe Spiegel:

Der Bundespräsident ist schon wegen eines fragwürdigen Privatkredits in Bedrängnis – jetzt kommt heraus, dass Versicherungsunternehmer Carsten Maschmeyer Anzeigenkosten für ein Wulff-Buch bezahlt hat. Beide versichern, der damalige niedersächsische Ministerpräsident habe davon nichts gewusst.

Maschmeyer wußte nicht, das er eine Anzeige bezahlt, Wulff nicht, das es eine gab, der Verlag nicht, wer die Rechnungen bezahlte und wo die Anzeigen gedruckt wurden? Die Erklärungen will man doch – ehrlich – gar nicht wissen, oder?

Schröder hilft Maschmeyer beim abkassieren, Maschmeyer  hilft Schröder beim zerschrödern des Sozialstaates (irgendwo muss in einem geschlossenen System das Geld halt generiert werden) … und der Freund Fromberg hilft, wenn es mal brenzlig wird. Alle verdienen gut, werden von den Netzwerkern in den Medien hoch gelobt und haben jetzt sogar einen Bundespräsidenten aus ihren Reihen.

Fromberg – Deutschlandweit nicht so bekannt wie Schröder, Maschmeyer oder Wulff – hat doch eine zentrale Rolle in Hannover inne, nochmal Robert Lucius:

Der Anwalt Götz von Fromberg erhält prominente Mandanten dank seines Netzwerkes und
des Rufs als „graue Eminenz von Hannover“. Die bösen Zungen berichten von früheren
angeblichen Mandantenaufträgen aus Berlin, „obwohl“ Schröder zur Kanzlei gehört. Wenn
Schröder prüfen lässt, ob seine Persönlichkeitsrechte durch Zeitungsberichte verletzt werden,
hält er sich natürlich an seinen Kanzleipartner.

Und dieser Kanzleipartner wiederum hat … persönliche Kontakte zu den Hells Angels in Hannover.

Zu dessen Mandanten zählt Frank Hanebuth, den Fromberg als Freund bezeichnet und mit
dem er gerne feiert. Hanebuth, Präsident der hannoverschen „Hells Angels“, gilt als
einflussreichster Vertreter der Motorradrockerbande in Deutschland. Diese kontrolliert das
Rotlichtmilieu von Hannover um das Steintor herum. Fromberg besitzt dort Immobilien.
Wenn er zu seinem sechzigsten Geburtstag lädt, kommen Schröder, Gabriel, Maschmeyer,
Klaus Meine, Udo Lindenberg, die Brüder Gottschalk. Zu den in Hannover legendären
Herrenabenden in Frombergs Partykeller, abgebildet in der „Bild“-Zeitung, die zum
Erbfreundeskreis bevorzugten Zugang hat, kommt zum Tischfußball (“Krökeln“) auch, aber
erst spät, Hanebuth.

Solche Freundschaften zahlen sich auch für die Hells Angels aus – wenn zum Beispiel die Polizei mal zu frech wird, siehe Spiegel:

So flatterte dem Rocker-Sonderermittler des niedersächsischen Landeskriminalamts (LKA), Volker Kluwe, Anfang Juli ein Schreiben des Hannoverschen Staranwalts Götz-Werner von Fromberg ins Haus. Darin übermittelte der Jurist, der sich ein Büro mit Altkanzler Gerhard Schröder teilt, die Verärgerung des örtlichen Hells-Angels-Präsidenten Frank H. Der fast zwei Meter große, kahlköpfige Ex-Boxer sei unzufrieden mit einigen öffentlichen Äußerungen seines verbeamteten Gegenspielers.

Kluwe hatte im Juni in Interviews mit dem „Hamburger Abendblatt“ und der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ vor den Entwicklungen in der Hannoverschen Rockerszene gewarnt. Den Hells Angels sei es in einem „Drei-Phasen-Modell“ gelungen, tief in die Wirtschaftsstruktur der niedersächsischen Landeshauptstadt einzudringen. Dort verdienten sie nun unter anderem als Immobilienkaufleute, Sicherheitsunternehmer und Getränkevertreiber viel Geld.

Auch die Presse – so erfährt man – wird von dem Staranwalt angegangen, einem Anwalt, der laut Weser-Kurier selbst schon mal im Visier der Ermittler stand:

Die Polizei handelte sich mit diesen Ermittlungen ordentlich Ärger ein. DerHannoveraner Rechtsanwalt und Notar Götz von Fromberg, der Hanebuth seit Jahrzehnten vertritt, beschimpfte die Kriminalisten in einem Schreiben vom 31. Mai 2000 als unfähig und drohte juristische Schritte an. Die Empörung kam nicht überraschend, war die Polizei doch bei ihrer Arbeit auf von Fromberg selbst gestoßen – und glaubte am Ende genügend Belastungsmaterial für ein Ermittlungsverfahren gegen den Anwalt gesammelt zu haben. Der Vorwurf: Geldwäsche. Doch die Staatsanwaltschaft Hannover beurteilte das anders, sie ließ von Fromberg unbehelligt.

Auch über die Ermittlungen des Volker Kluwe berichtet der Weser-Kurier:

Nach Meinung des OK-Abteilungsleiters im Landeskriminalamt (LKA), Volker Kluwe, gehen Hannovers „Höllenengel“ strategisch ähnlich wie kriminelle Organisationen vor. Diese Strategie zielt zunächst auf Einschüchterung: Die Mitglieder provozieren und prügeln, sie demonstrieren ihre extreme Gewaltbereitschaft, wann immer sie können. Vor dieser Drohkulisse beginnen sie sich dann zu etablieren, schleichen sich in die Legalität, investieren im Milieu verdientes Geld in scheinbar seriös arbeitende Firmen und funktionieren ganze Straßenzüge vom schmuddeligen Rotlichtbezirk in eine attraktive Vergnügungsmeile um, die neben Bars und Bordellen auch Kneipen und Diskotheken bietet.

Über die Auswüchse dieser Gewaltbereitschaft berichtete der Spiegel schon 2008:

Sie fesselten, knebelten, folterten: In Hannover steht ein gutes Dutzend Hells Angels vor Gericht. Sie sollen Rockerrivalen schwer misshandelt haben. Die „extreme Brutalität“ der Täter wirft ein Schlaglicht auf eine gefährliche Szene, die enorm an Zulauf und Einfluss gewinnt.

Und – wie der Weser-Kurier weiter berichtet – macht man auch vor Journalisten nicht halt:

Einer kritischen Journalistin sagte Hanebuth einmal, er werde es sich nicht gefallen lassen, mitsamt seinem „Club“ in die „kriminelle Ecke“ gestellt zu werden. Ob das eine Drohung sei, wollte die Frau wissen. Das sei keine Drohung, das sei ein Versprechen, antwortete der Rockerchef. 

Merkt man, in welchen Zuständen wir in Deutschland im Jahre 2011 schon leben? Nochmal zu Robert Lucius. Phillip Edelsheim von der FAZ ist den hannoveranern Netzwerken mal nachgegangen … und berichtet von äußerst denkwürdigen Erscheinungen im Zusammenhang mit Lucius Artikel:

Der Artikel erregte Aufsehen noch an höchster Stelle. Einwendungen wurden erhoben. Gerhard Schröder bestand auf einer Richtigstellung.

Außerdem kam zwei Tage nach Veröffentlichung des Artikels ein anonymer Brief: an Robert von Lucius, adressiert allerdings an die Frankfurter Redaktion. Das Kuvert, normale Größe, fand sich im Postkoffer, mit dem Material zwischen der Frankfurter und der Berliner Redaktion ausgetauscht wird. Es war nicht frankiert und vollkommen durchsichtig, transparenter noch als Butterbrotpapier, so dass man schon von außen den gedruckten Text auf dem gleichfalls durchsichtigen Zettel lesen konnte, der in dem Kuvert lag: „Danke, dass wir Frankfurter das gegen die Hannoveraner geschafft haben. Auf weitere gute Zusammenarbeit“.

Vielleicht noch interessanter als der Zettel war das Geld in dem Umschlag, ebenfalls von außen gut zu sehen: pinkfarbene 500-Euro-Scheine, gleich zwanzig Stück. Also 10.000 Euro in bar. Über den Hintergrund kann man nur spekulieren. Über eines nicht: Dem anonymen Absender fällt es nicht schwer, 10.000 Euro für obskure Zwecke auszugeben.

Und hier erfahren wir auch, warum die die Kritik an Wulff tödlich sein kann:

Der Aufenthalt im Steintorviertel war wirklich aufschlussreich. Auch weil mir ein Gesprächspartner aus der Szene – sein Name bleibt hier unerwähnt – einen väterlichen Rat mitgab: Ich soll vorsichtig sein mit dem, was ich schreibe. Man habe so schnell ein Messer im Rücken. Ich sei doch jung. Ich wolle doch noch ein schönes, langes Leben. Manche Leute seien unberechenbar. Die könnten schon für 5000 Euro jemanden umbringen lassen.

Wer gegen Wulff ist, ist auch gegen das Netzwerk. Ist gegen Schröder, Maschmeyer, Gabriel, Fromberg und die Hells-Angels in Deutschland. Man muss in diesem Land wieder aufpassen, was man schreibt. Das hat auch aktuell die Polizei begriffen:

Die Polizei Hannover sagt: „Wir haben keine Erkenntnisse, dass die Hells Angels in Hannover aktuell als verbrecherische Organisation einzustufen sind.“

Aber vielleicht lieferten sie das Vorbild für die Agenda 2010 des Ex-Kanzlers Gerhard Schröder, siehe FAZ:

„Sozialschmarotzer dulden wir nicht“, sagt Hanebuth. „Wenn einer keinen Job hat, dann wird ihm einer besorgt. Wer nicht arbeiten will, der fliegt.“

Das sah die SPD dann genauso: wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen. Ein schönes Foto der meist beleibten Leistungsträger dazu gibt es bei der Frankfurter Gemeine Zeitung:

SPD-Herrenrunde mit Erfolgsmenschen 2004 (v. l.): Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder, AWD-Chef Carsten Maschmeyer, Rechtsanwalt Götz-Werner von Fromberg, TUI-Chef Michael Frenzel, SPD-Chef Sigmar Gabriel und Ex-VW-Personalvorstand Peter Hartz 

Womit sich der Kreis schließt und bewiesen wäre: Kritik an Wulff kann lebensgefährlich sein – und die Hells Angels waren die Ideengeber für Schröders Sozialpolitik. Den Arbeitslosen in Deutschland jedoch empfehle ich, Mitglieder der Hells Angels zu werden. Dort bekommt man wenigstens einen Job … und ein Motorrad, siehe Zeit:

Ein V-Mann berichtete der Polizei im Oktober 2001: Gernot S.*, ein Hells Angel aus Hanebuths „Charter“, habe ihm erklärt, wie der „Motorradclub“, Hanebuths Sicherheitsfirma und seine Bordelle „kooperieren“. Der Club leihe den laut Gernot S. meist „hirnlosen“ Rockern 30.000 bis 40.000 D-Mark für ihr Harley-Davidson-Motorrad. Diesen Kredit würden die Männer dann abarbeiten. 

So schafft man sich Freunde. So kriegt man Jobs.

Wäre … auch mein Lieblingsmotorrad.

PS: mir ist jetzt etwas mulmig, weil ich gar nicht die Genehmigung der Hells Angels für diesen Artikel eingeholt habe.  Ich zitiere ja aber auch nur andere, das ist dann doch ok, oder? Bitte Bescheid sagen – ich lösche sofort. Ich habe kleine Kinder – ich kann da kein Risiko eingehen … und ich weiß, wer in diesem Staate die Macht innehat, siehe Zeit:

Nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) richtete sich 2010 in Deutschland fast jedes zehnte polizeiliche Ermittlungsverfahren im Bereich der organisierten Kriminalität gegen Rockerclubs oder mit diesen zumindest lose verbundenen Gruppen.

Und wenn die Polizei mal einen V-Mann schickt, wird der schnell kalt gestellt, siehe TAZ:

Er wusste vom VW-Skandal, Jahre bevor er aufflog, er war den Hells Angels in Hannover auf der Spur – dann wurde Bernd Kirchner als V-Mann kaltgestellt. Seitdem kämpft er um sein Geld. Und um seine Ehre.

Bernd Kirchner war der erste V-Mann in Niedersachsen, der auf organisierte Kriminalität angesetzt wurde. Er berichtete aus der Hannoverschen Rotlichtszene, dank seiner Kontakte wusste er von der Sexparty-Affäre bei VW, lange bevor der Skandal aufflog.

Er machte Schießübungen mit den Hells Angels, er sah die Geldkassette, aus der sie ihre Scheine nahmen. „Niemand war näher an den Hells Angels dran als er“, sagt einer aus dem Polizeiapparat, der lieber ungenannt bleiben möchte.

Und nachdem wir nun den Kreis zwischen Hells Angels und Peter Hartz durch die VW-Sexpartys und ihre gemeinsame Arbeitsmoral geschlossen haben, erfahren wir auch, warum die Polizei Hannover aktuell keine Verdachtsmomente hat:

Andererseits beobachtete Kirchner, wie Staatsanwälte bei Prostituierten verkehrten, wie sie Bordell-Besitzerinnen, die im Gefängnis saßen, übers Wochenende eine Ausgangserlaubnis beschafften. Es habe geheißen, „wenn du dem einen umsonst bläst, gibts später keinen Ärger“, sagt Kirchner. Die Staatsanwälte gaben an, selbst verdeckte Ermittlungen zu führen, doch zu einer Anklage führten diese Ermittlungen nie.

Auf die Idee, seine Party im Sansibar als Ermittlung zu tarnen, kam der Polizeichef Hannovers leider nicht. Aber jetzt weiß man, warum „einer aus dem Polizeiapparat lieber ungenannt bleiben möchte“.

 

Deutschland 2011: verraten, verkauft, vergiftet, verramscht … HURRA!

Sonntag, 8.11.2011. Eifel. Deutschland ist heute um eine Erkenntnis reicher. Ein weiteres Puzzelstück beweist, das sich hinter der demokratischen Fassade eine Räuberelite gebildet hat, das es ein kriminelles Netzwerk gibt, das alle Ebenen des Regierungs- und Wirtschaftsapparates durchzieht und nur noch eins im Sinn hat: Geld machen, mehr Geld machen, noch mehr Geld machen ... wobei "Geld machen" in erster Linie ein Synonym dafür ist, anderen Geld aus der Tasche zu ziehen. Gemacht wird da gar nichts.

Sonntag, 8.11.2011. Eifel. Deutschland ist heute um eine Erkenntnis reicher. Ein weiteres Puzzelstück beweist, das sich hinter der demokratischen Fassade eine Räuberelite gebildet hat, das es ein kriminelles Netzwerk gibt, das alle Ebenen des Regierungs- und Wirtschaftsapparates durchzieht und nur noch eins im Sinn hat: Geld machen, mehr Geld machen, noch mehr Geld machen … wobei „Geld machen“ in erster Linie ein Synonym dafür ist, anderen Geld aus der Tasche zu ziehen. Gemacht wird da gar nichts.

Worum es geht? Nun – um den Oettinger. Um Stuttgart, um die Mafia, um Griechenland – und letztlich um Deutschland, das vor die Hunde geht, an der Leine geführt von angeblich aufrechten Patrioten, die bei genauerem Hinsehen aber nur Politiker mit der Mentalität und der Ethik von Kleinganoven sind. Jedoch zuerst – zum Spiegel:

Nach Informationen des SPIEGEL hatten Landesbeamte aus Baden-Württemberg auf Grundlage von Bahn-Unterlagen Gesamtkosten von mindestens 4,9 Milliarden Euro kalkuliert. Für wahrscheinlicher hielten sie sogar einen Endbetrag von bis zu 6,5 Milliarden.

Der damalige Ministerpräsident und heutige EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) verbat sich daraufhin weitere Berechnungen: „Auf Wunsch des Herrn MP“, so heißt es in dem Vermerk, solle derzeit von einer „neuen Kostenberechnung abgesehen werden“. Entsprechende Zahlen seien „in der Öffentlichkeit schwer kommunizierbar“, schrieben Oettingers Beamte.

„In der Öffentlichkeit schwer kommunizierbar“ ist eine technische Floskel, die häufiger auftaucht. Afghanistan, Libyen, Atomstrom, Eurodesaster, Bankenrettung und noch viele Unappetitlichkeiten mehr sind in der Öffentlichkeit schwer kommunizierbar.

Warum eigentlich?

Wir sind doch – dank Schulpflicht – gut ausgebildete Bürger, die sich im Prinzip eine eigene Meinung bilden können. Müssen wir auch – wir leben in einer Demokratie. Das einzige, was man uns nicht mitteilen dürfte, wäre, wenn man sich selbst auf unsere Kosten seine Taschen füllt: das mögen wir nicht, egal ob wir arm oder reich, Arzt oder Arbeitsloser sind. Jedenfalls sind wir noch gebildet – man arbeitet daran, das sich der Fehler nicht mehr wiederholt: 1000000 Unterrichtsstunden fallen laut Welt momentan jede Woche an deutschen Schulen aus – gerade an Gymnasien, wo wir ja angeblich unsere Elite züchten.

Wenn andere sich die Taschen füllen, leeren sich nämlich unsere Taschen – und das betrifft laut Welt gerade den normalen deutschen Sparer, der nicht die Möglichkeit hat, mit politischen, familiären oder wirtschaftlichen Seilschaften Geld in großen Maßstab neu „zu machen“, sondern einfach nur Arbeit gegen Geld tauscht, selbiges spart, damit seine Kinder Zukunft haben: für Sparer geht es um alles.

Auch das ist in der Öffentlichkeit schwer kommunizierbar: die sparsamen, fleissigen, arbeitssamen Bürger sind die geprellten – das merken die ja schon wenn sie arbeitslos werden und das Amt ihnen ihr Vermögen wegnimmt, damit Politiker und ihre Seilschaften sich damit ihre Taschen füllen können. Wir lesen im Spiegel, das die Griechen jetzt bluten müssen und merken dabei nicht, das „der Grieche“ nur unsere eigenen Zukunft vorwegnimmt:

Die Zahl der Arbeitslosen ist inzwischen auf … 20 Prozent gestiegen. Die meisten Erwerbstätigen müssen mit drastischen Lohnkürzungen zurechtkommen, und für die Rentner wird das Leben besonders schwer.

Das ist eine Nachricht aus Griechenland, die irgendwann zwischen 2015 und 2020 auf Deutschland zutreffen wird – während die Situation an unseren Schulen und Sparkonten zeigt, das wir auch schon bluten. Wir reden nur nicht drüber, siehe Freitag:

Nach den neuesten Enthüllungen der Stuttgarter Zeitung verdichten sich die Hinweise, dass S21 ein Projekt sein könnte, hinter dem eine Art organisierter Kriminalität steckt. Dass die Mainstream- Medien nach meiner Kenntnis dazu bislang aktiv schweigen kommt nicht überraschend. Diese Art von wohlwollendem Beschweigen anstelle investigativer Recherche gab es ja bereits früher, zum Beispiel als die Frankfurter Rundschau im Jahre 1999 über den massenhaften Missbrauch an der Odenwaldschule berichtete und alle anderen schwiegen. Im Zweifel schützt der deutsche Journalismus offenbar vor allem seine Pfründe und sein Weltbild – weniger Demokratie und Rechtsstaat.

Diese Art von „wohlwollendem Beschweigen“ passt doch gut zu den „in der Öffentlichkeit nicht kommunizierbaren“ Fakten – da weiß gleich jeder, was Sache ist: wenn das raus kommt, rollen Köpfe, das fein über die ganze Republik gesponnene Netz von Beziehungen, Günstlingen, Seilschaften und Förderern wäre in Gefahr.

Da sind wir wieder bei Günter Oettinger – hier bei Wikipedia:

Im Oktober 2010 stellte sich heraus, dass Oettingers Lebensgefährtin Friederike Beyer Mitglied im geschäftsführenden Vorstand einer Stiftung von ECE ist. ECE, ein Shoppingcenter-Betreiber aus Hamburg, möchte auf dem Gelände von Stuttgart 21 ein Einkaufszentrum errichten. Oettinger gilt seit Jahren als Befürworter des Großprojekts. Die Stiftung ECE war im Zusammenhang mit Stuttgart 21 auch deshalb in Kritik geraten, weil ihr auch die ehemalige baden-württembergische Verkehrs- und Umweltministerin Tanja Gönner angehört.

So verdienen alle am Geld des Steuerzahlers, der ständig neue Schuldenrekorde schlucken muss. Kein Wunder, das das in der Öffentlichkeit nur schwer kommunizierbar ist. Deshalb schreiben ja auch Journalisten nur ungern darüber. Könnte auch sehr gefährlich werden, weil wir uns gerade in Stuttgart nicht mehr nur auf der Ebene der Kleinkriminellen in Politik und Wirtschaft bewegen, siehe FAZ:

Die Mafia weitet in Deutschland ihren Einfluss auf Wirtschaft und Politik aus. Das geht nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung aus einem geheimen Bericht des Bundeskriminalamtes hervor. Vor allem in Stuttgart sind die Clans bestens verdrahtet.

Dank der immensen Gelder aus Prostitution, Raub, Mord, Erpressung und Drogenhandel geht es uns gut in Deutschland – denn wir verdienen prächtig daran:

Geldwäsche ist ein abstrakter Begriff, konkret bedeutet er, dass die Mafia Aktien oder Fondanteile kauft. Auch investiert sie ins Baugewerbe, in Transportunternehmen, Handelsgesellschaften und Hotels. Roth erzählt, wie ihm ein Ermittler der DIA (Direzione Investigativa Antimafia) im kalabrischen Cosenza von einer Telefon-Abhöraktion berichtete. Ein Mafioso aus Süddeutschland habe eine Immobilie in Deutschland kaufen wollen. Sein Mafia-Clan in der Heimat habe nur müde abgewunken: „Lass‘ es, uns gehört doch schon die ganze Häuserzeile.“ Auch Roberto Saviano sieht das Bauwesen – vor allem in Ostdeutschland – durch die ’Ndrangheta und die Camorra infiziert: „Hunderte Firmen, die als Subunternehmen arbeiten, sind mit den Clans verbunden.“

Neben Firmen, Subunternehmern und – natürlich – Bankern scheinen auch Politiker wie der Herr Oettinger mit der Mafia verbunden:

„Wir können alles“, rühmen sich die Baden-Württemberger. Tatsächlich verstehen sie sich auch auf „Filz, Korruption & Kumpanei“. stern.de veröffentlicht einen Auszug aus dem gleichnamigen Buch – über die denkwürdige Freundschaft von Ministerpräsident Günther Oettinger zu Pizzeriawirt Mario L.

Das dabei gelegentlich Polizisten erschossen werden, wird nicht weiter thematisiert. „Wohlwollendes Beschweigen“ senkt sich über das Land, Ermittlungen werden gar nicht erst begonnen, Zeugen zum Schweigen gebracht: mit der Wirtschaftsmacht der Mafia möchte man es sich nicht verscherzen. Allein ihre Bedeutung für den Immobilienmarkt ist nicht zu unterschätzen:

Als Zentren der Geldwäsche, behauptet der BND, gelte für die itallienische Mafia, im besonderen die ‚Ndrangheta, u.a. Belgien. Originalzitat: „In Brüssel wurden Hunderte von Immobilien ( ein halbes Stadtviertel) über ein kleines Heer von Strohmännern gekauft.“

Ausserdem ist die Mafia auch wichtig für die Versorgung unserer Leistungsträger mit wichtigen „Rohstoffen“, ohne die die ihre Leistung nicht erbringen könnten:

Und warum hat der Kollege Nübel in seinem Artikel nicht erwähnt, dass ein guter Freund von Günther Oettinger, der sich gerade in dem Feriendomizil des kalabrischen Tausendsassa der Ndrangheta aufhält, ja von ihm sogar am Flughafen abgeholt wurde, Rainer Nübel beschreibt das sehr schön, hier bekannt ist. Und zwar zum einen, weil er an einem Unternehmen des bekannten Puffbesitzers R. beteiligt ist und andererseits, Kokain für die gehobene anwaltliche Kundschaft besorgen soll.Wahrscheinlich deshalb erwähnte Rainer Nübel weder Namen noch konkretere Informationen, weil der Anwalt und Freund des Günther Oettinger das Glück hatte, das entsprechende Ermittlungsverfahren abgeblockt wurden bzw. aus welchen Gründen auch immer eingestellt wurden. 

Nun – die Abhängigkeit gehobener juristischer Schichten vom Drogenhandel ist wohl in der Öffentlichkeit auch nicht kommunizierbar.

Das die Polizei lieber gegen Bauwagen vorgeht als gegen Mafiosi ist verständlich: Bauwagenleute erschießen keine Polizisten aus Rache, sie leben nur die letzte Möglichkeit für ehrliche deutsche Bürger, den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen. Bauwagen: ein Modell mit Zukunft.

Der Zugriff der Mafiosi auf politische Entscheidungsträger in Deutschland wird zudem auch für die Zukunft langfristig gesichert, wie die TAZ bemerkt:

Oettinger betont stets mit Nachdruck, dass er seit langem keinerlei Kontakt mehr zu dem kalabresischen Wirt habe. Fatal nur, dass einige gute Freunde des CDU-Politikers nach wie vor diese Beziehung lustig weiterpflegen, darunter ein EU-Abgeordneter seiner Partei. Auch bei Festen der Tübinger „Ulmia“ greift man mitunter gerne auf die kulinarischen Dienste des Kalabresen zurück – ausgerechnet in Oettingers eigener Studentenverbindung, wo er seit Langem seine Geselligkeit so gerne ausgelassen pflegt, schon mal die erste Strophe des Deutschlandliedes mitschmetterte und wo man Jubilaren zuweilen eine Panzerfahrt schenkt.

So amüsiert sich der deutsche Leistungsträger. Nebenbei offenbart der Artikel auch noch weitere Details über die Netzwerke unserer „Eliten“:

Pikant, dass Oettinger noch vor wenigen Jahren zur opulenten US-Farm von Klaus Birkel reiste – jenem schwäbischen Nudelkönig, dem das Land in den 90er-Jahren zwölf Millionen Mark Schadenersatz gezahlt hatte, obwohl seine Teigwaren nachweislich mit ekliger Eierpansche versaut waren. Die Ermittlerbeweise dafür hält die Landesregierung bis heute unter Verschluss.

Kein Wunder – das die Elite das Volk mit Abfällen füttert, wäre auch nicht kommunizierbar gewesen.  Das gehört zu den Wahrheiten, die wir  nicht gerne hören, die uns unsere deutsche Idylle trüben könnte, jenen Traum von heiler, gerechter, sauber geordneter Welt, in der wir alle in Wohlstand und Luxus auf den natürlichen Tod warten und uns für Griechenland eine von Oettinger geforderte Notstandsverwaltung aus EU-Mafiosi wünschen, damit die Täter endlich direkt regieren können und nicht immer umständlich über Filz, Korruption und Kumpanei Einfluss nehmen müssen.

Die Fahnen der so eroberten Länder können dann ja auf Halbmast gesenkt werden.

Wenn dieser Vorschlag von Oettinger durchkommt, sollten wir aber auch die deutsche Fahne senken – trotz Hitlerlied und Panzerfahrten verkauft die drogengeile nationale Kungeleielite das Land in großem Stil an Kriminelle aller Herren Länder und übernimmt im Gegenzug ihre Ethik.

Wer sich gegen diese von allen Medien gefeierte Elite stemmt, jenen Oettingern, Schrödern, Clements, Münteferings, Fischers (um parteilich nicht einseitig zu kritisieren) riskiert, von ihren „Freunden“ einer Sonderbehandlung unterzogen zu werden:

Drei Menschen wurden im August und September offenbar von Kartellmitgliedern ermordet, weil sie die Drogenmafia öffentlich kritisiert hatten. „Das wird allen widerfahren, die merkwürdige Dinge im Netz veröffentlichen“, stand auf einem Pappschild, das auf einer Brücke in der Grenzstadt Nuevo Laredo am Rio Bravo gefunden wurde. Von der Brücke baumelten zwei Leichen. Ben West von Stratfor berichtet von einem weiteren Fall, ebenfalls in Nuevo Laredo. Dort sei eine geköpfte Frau gefunden worden, die in Blogs gegen Kartelle angeschrieben hatte.

Wenn man also bald einen geköpften Eifelphilosophen findet, weiß man, was die Uhr geschlagen hat:

Deutschland im Jahre 2011 wird verraten, verkauft, vergiftet und verramscht – und wer nicht jubelt, wird erschossen … oder gekündigt.

Das das noch schlimmer werden wird, erkennen wir vielleicht am ehesten, wenn wir uns das Urteil deutscher „Mindestlöhner“ anschauen:

Unter den Kollegen setzt sich der Eindruck fest, dass „die da oben“ es einfach mal probieren und darauf hoffen, dass längst nicht alle sich wehren.

„Die da oben“ …. werden noch viel mehr probieren. Aktuell fordert der Hartz-Kanzler Schröder gleich die direkte Auflösung Deutschlands , während sein Steinmeier die direkte Machtausübung der CDU gegenüber griechischen Schwesterparteien fordert und so zeigt, das er allen Respekt vor der nationalen Souveränität anderer Länder verloren hat.

Aber – um nicht kopflos zu erscheinen – begrüsse ich die aktuelle Entwicklung natürlich im Einklang und Gleichschritt mit führenden deutschen Medien mit einem großen: HURRA, HURRA, HURRA.

Vielleicht darf ich dann jetzt auch mal zugekokst Panzer fahren und meine zunehmenden Computer- und Verbindungsprobleme sind dann von gestern, ja?

 

Horst Mahlers Brief an Gerhard Schröder: vom Sieg des Nationalsozialismus am Ende der Geschichte

Meiner Meinung nach kann man die Zeit in Deutschland von 1933-1945 nur begreifen, wenn man den Nationalsozialismus als Religion begreift und seine Ausschweifungen als religiösen Wahn, vergleichbar mit den Hexenverbrennungen im Mittelalter. Horst Mahler bestätigt in einem Interview von Vanity Fair genau diese Sichtweise - als Gläubiger: das auserwählte deutsche Volk mit seinem von Gott gesandten Führer Hitler (eine Art Christus für Menschenfresser) im kulturhistorischem Endkampf mit dem Volk des "Satans": den Juden. Hier betreten wir die Welt von Harry Potter, Frodo Beutlin und Luke Skywalker - alles Belege dafür, das Geschichten dieser Art den Menschen wirklich unter die Haut gehen.

Meiner Meinung nach kann man die Zeit in Deutschland von 1933-1945 nur begreifen, wenn man den Nationalsozialismus als Religion begreift und seine Ausschweifungen als religiösen Wahn, vergleichbar mit den Hexenverbrennungen im Mittelalter. Horst Mahler bestätigt in einem Interview von Vanity Fair genau diese Sichtweise – als Gläubiger: das auserwählte deutsche Volk mit seinem von Gott gesandten Führer Hitler (eine Art Christus für Menschenfresser) im kulturhistorischem Endkampf mit dem Volk des „Satans“: den Juden. Hier betreten wir die Welt von Harry Potter, Frodo Beutlin und Luke Skywalker – alles Belege dafür, das Geschichten dieser Art den Menschen wirklich unter die Haut gehen.

Horst Mahler sitzt nun im Gefängnis. Das macht er gern, das gehört zur Show der gezielten Leugnung des Holocaustes. Seine Argumente sind leicht zu Widerlegen: 1930 gab es weltweit 15, 8 Millionen Juden, momentan – 2011 – sind es wieder knapp 13 Millionen: da scheint es schon ein paar Vernichtungslager gegeben zu haben: selbst wenn man die Schätzungen zugrundelegt, die von aktuell 17 Millionen Juden ausgehen ist da noch genug Luft. Jude zu sein war nie sonderlich angenehm, Judenfeindlichkeit ist ein weit verbreiteter Wahn, weshalb alle Völker immer gern doppelt so heftig auf Deutschland zeigen: in Polen gab es Progrome gleich nach dem Einmarsch der Wehrmacht und ein Jahr nach der Kapitulation der Wehrmacht, selbst die USA wollten noch 1939 kein Schiff mit Juden aus Deutschland an Land lassen und schickten sie zurück in die Vernichtungslager.  Dabei würde eine Widerlegung des Holocaustes die NS-Zeit auch nicht freundlicher dastehen lassen: die Vernichtung von Behinderten, Roma oder politischen Gegnern ist nicht weniger bestialisch als die Vernichtung von Juden, Raub, Mord, Plünderung und Vergewaltigung werden nicht salonfähiger, wenn man sie in Uniform begeht. Der kleinste gemeinsame Nenner der NS ist in meinen Augen die Freude am Scheiterhaufen: blanker Sadismus. Solche Menschen gibt es und wenn sie sich verbünden und verbrüdern wird es schnell gefährlich auf den Straßen.

Nun ist uns ein Dokument überlassen worden, das Horst Mahler mit anderen denkwürdigen Deutschen zusammenbringt: ein Brief an den damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder, wie auch Otto Schilly oder Hans Christian Ströbele ein Freund Horst Mahlers aus alten Zeiten. Schon seltsam, das solche herausragenden Köpfe der deutschen Innenpolitik freundschaftliche Bande hatten – oder auch nicht, stehen doch Schröder und Schilly für Sozialstaatsabbau und Angriffskriege. Dieser Brief ist in einigen Foren zitiert worden. Was unseren besonders macht: es stammt aus einer Quelle, die sich die Echtheit von Mahler hat bestätigen lassen und eine Kopie des Schreibens besitzt.

Fragt man nun nach der historischen Dimension dieses Dokuments, so hat es keine. Es enthüllt die Sichtweise rechter Kreise auf die Politik er letzten Jahrzehnte mit dem deutlich erkennbaren Ziel, die deutsche Schuld herunterzurechnen. Man bräuchte es eigentlich gar nicht zur Kenntnis nehmen, wenn nicht die Geschichte um Pearl Harbour weitgehend den Tatsachen entspräche: Admiral Kimmel wurde 1999 posthum rehabilitiert, weil man erkannt hatte, das man ihm Informationen über den japanischen Angriff vorenthalten hatte, weitere Arbeiten zu diesem Thema liegen mitlerweile vor, weshalb Wikipedia die Vorkommnisse im Vorfeld des japanischen Angriffes von Pearl Harbour trotz der offiziellen Rehabilitation Kimmels immer noch als „Verschwörungstheorie“ führt,  kann nur durch des offizielle Verschwörungstabu der westlichen Wertegemeinschaft erklärt werden.

Doch lauschen wir erstmal dem NPD-Anwalt, Ex-SPD-Mitglied, Ex-NPD-Mitglied und Ex-Räuber Horst Mahler:

Horst Mahler, Paulsborner Straße 3, 10709 Berlin

Herrn Gerhard Schröder

c/o Bundeskanzleramt

Berlin

Berlin und Leipzig, den 9. November 1999

Lieber Gerhard Schröder,

da ich diese Zeilen in freundschaftlicher Absicht an Dich richte, vermeide ich es, Dich mit Deiner Amtsbezeichnung anzusprechen. An dieser kannst Du unmöglich Freude haben, denn Du führst eine Vasallenregierung – und Du weißt, daß ich das weiß. Es wäre ungerecht, Dir Salz in die Wunde zu streuen.

Wir waren uneins in der Frage, ob, wenn Du Dein Ziel, Bundeskanzler zu werden, je erreichen würdest, Du das Schicksal unseres Volkes auf parlamentarischem Wege – mit den Parteien, wie sie nun einmal sind – zum besseren wenden könntest. Du warst zuversichtlich, daß Dir das gelingen würde. Heute weißt Du, daß Du Dich geirrt hast und ich recht hatte.

Noch vor Deiner Vereidigung haben Dir Bill Clinton und Madleine Albright klar gemacht, daß Du den Befehlen der US-Regierung zu gehorchen hast. Als ihr Befehlsempfänger hast Du Dich des Verbrechens, einen Angriffskrieg zu führen, schuldig gemacht. Und daß Du (vorläufig) nicht unter Anklage gestellt wirst, hast Du dem Eidbruch des Generalbundesanwalts zu verdanken, der den Mut nicht aufbringt, den Krieg gegen Serbien als Angriffskrieg zu beurteilen.

Einer Deiner Vorgänger im Amte, Helmut Schmidt, hat die historische Wahrheit ausgesprochen, als er die NATO-Aktion als völkerrechtswidrige Kriegsführung verurteilte.

Als Bundeskanzler bist Du kläglich gescheitert. Die Medien und Deine falschen Freunde – Oskar Lafontaine, Rudolph Augstein u.a. – stellen die Sache jetzt so dar, als seist Du unfähig für dieses Amt. Die Wahrheit aber ist, daß in diesem Amte jeder scheitern muß, dem es widerstrebt, das Deutsche Volk zu verraten.

Es ist jetzt an Dir, die Niederlage in einen Sieg zu verwandeln: Wenn Du jetzt den Mut aufbringst, vor das Deutsche Volk zu treten und die Wahrheit zu bekennen, wirst Du als eine große Führergestalt in die Geschichte eingehen.

Zerreiße das Lügengespinst, mit dem die Feinde Deutschlands unser Volk niederhalten und aussaugen!

  • Widerspreche eindeutig und unerbittlich der Kriegsschuldlüge des Versailler Diktats;
  • benenne die Quellen, die belegen, daß Großbritannien entschlossen war, das Deutsche Kaiserreich zu zerschlagen; daß Frankreich – revanchelüstern – die Aufrüstung des zaristischen Rußland finanzierte, damit es Deutschland im Rücken angreife;
  • berufe Dich auf die Zeitzeugen aus den Eliten der Entente-Mächte, die bekräftigen, daß das Versailler Diktat die Wiederaufnahme des Weltkrieges durch das Deutsche Reich unausweichlich gemacht hatte;
  • decke die Verschwörung auf, die die US-amerikanische Kriegspartei unter Führung von Franklin Delano Roosevelt, der großen Banken und der Presse der amerikanischen Ostküste gegen einen friedlichen Ausgleich zwischen Deutschland und seinen europäischen Nachbarn angezettelt hatte;
  • erläutere in diesem Zusammenhang die Rolle des von Roosevelt gebilligten Artikels von Drew Pearson und Robert S. Allen, in einer maßgeblichen Ostküsten-Zeitung am 14. April 1939 veröffentlicht, mit dem die englische Regierung unter Druck gesetzt wurde, um diese von aussichtsreichen Friedensverhandlungen mit Deutschland abzubringen;
  • mache deutlich, daß Präsident Roosevelt , sein Außenminister Cordell Hull sowie der stellvertretende US-Außenminister Sumner Welles den britischen Premierminister Chamberlain im Hinblick auf dessen Bereitschaft, mit Deutschland einen Interessenausgleich herbeizuführen, ultimativ aufforderten durch sein Handeln klarzustellen, ob Großbritannien eine „Nazi-Nation“ oder eine Demokratie sei;
  • teile dem Deutschen Volk mit, daß Polen zu einem friedlichen Interessenausgleich mit dem Deutschen Reich bereit war, aber von Roosevelt gedrängt worden ist, sich gegen Hitler zu stellen und jegliches Zugeständnis bezüglich des Danzig-Probelms zu verweigern ;
  • mache der Weltöffentlichkeit bewußt, daß Präsident Roosevelt unter Bruch der US-amerikanischen Verfassung durch ein geheimes Ultimatum die japanische Regierung zur Kriegserklärung an die USA genötigt und so den japanischen Angriff auf die amerikanische Flotte im Hafen von Pearl Harbour provoziert hat mit der feigen Berechnung, daß dann Deutschland aufgrund eines Beistandpaktes mit Japan gezwungen sein würde, den USA den Krieg zu erklären;
  • verschweige dabei nicht, daß Roosevelt rechtzeitig vorher von dem japanischen Angriff auf die US-Flotte im Hafen von Pearl Harbor erfahren, die Unterrichtung seiner Flottenbefehlshaber aber unterlassen hatte, weil er den psychologischen Schock, den der japanische Erfolg in den USA auslöste brauchte, um die US-Bürger, die zu 85% eine Beteiligung der USA am europäischen Krieg strikt ablehnten, umzustimmen und so für seine Kriegspolitik gegen unser Land zu gewinnen;
  • verlange vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen die Öffnung der geheimen Staatsarchive der Siegermächte bezüglich aller Akten, die die Zeitgeschichte von 1933 bis 1945 betreffen;
  • fordere insbesondere die Einsetzung einer neutralen Historikerkommission zur Untersuchung des Falles Rudolf Hess (die bisher bekannt gewordenen Dokumente und Indizien stützen die These, daß Hess in Portugal im Auftrage Hitlers mit dem Herzog von Windsor als Gewährsmann der britischen Regierung einen Separatfrieden zwischen dem Deutschen Reich und Großbritannien ausgehandelt hatte, unter einem Vorwand auf die britische Insel gelockt wurde, wo sich Churchill seiner bemächtigte, um den USA und Rußland glaubhaft mit dem Abschluß eines Separatfriedens zu drohen für den Fall, daß die Sowjetunion nicht alsbald Deutschland den Krieg erklären würde);
  • rufe in Erinnerung, daß Roosevelts Nachfolger als Präsident der USA, Harry S. Truman, im Juli 1941 in der Öffentlichkeit seinen Standpunkt zum deutsch-russischen Krieg wie folgt formulierte: „Wenn Rußland gewinnen würde, sollten wir Deutschland helfen und umgekehrt Rußland, wenn Deutschland gewinnen sollte – und ihnen so Gelegenheit geben, möglichst viele umzubringen.“
  • mache bewußt, daß die vier Freiheiten der „Antlantik-Charta“ – Freiheit der Rede, der Religion, Freiheit von Furcht und Not – nach den Worten des großen Gegenspielers Roosevelts, des republikanischen Kongressabgeordneten Hamilton Fish, lediglich eine „Propaganda-Ente“ waren dazu bestimmt, die Völker gegen Hitler, Mussolini und Tojo aufzuhetzen;
  • richte die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit darauf, daß der republikanische Kongressabgeordnete Pat Buchanan, der sich gegenwärtig um die Nominierung als Präsidentschaftskandidat bemüht, in einem jüngst veröffentlichten Buch den Standpunkt vertritt, daß Hitler zu keinem Zeitpunkt für die USA eine Bedrohung gewesen sei, daß er in Europa habe Ordnung schaffen wollen und man ihm das ruhig hätte überlassen können, daß aber das jüdische Bankkapital, um Deutschland zu zerstören, Roosevelt gedrängt hätten, die USA in den europäischen Krieg zu verwickeln;
  • verdeutliche unserem Volk, daß die Feststellung des ehemaligen Sicherheitsberaters des US-Präsidenten, Zbiegniew Brzezinski, zutrifft, nach der Deutschland ein tributpflichtiger Vasall der USA ist, die ihre Herrschaft über uns nicht nur mit militärischen Mitteln, sondern auch durch die Medien und den American way of life aufrechterhalten;
  • sprich vor der Weltöffentlichkeit endlich ohne taktische Rücksichten aus, daß die USA im Begriff sind, ihre NATO-Vasallen in einen Drittten Weltkrieg zu verstricken, um jetzt auch China in das Freihandelssystem zu zwingen und damit ihrer Weltherrschaft zu unterwerfen.

Tritt zurück und mache deutlich, daß Du nicht länger bereit bist, der Diener fremder Mächte zu sein!

Gehe ins Exil und organisiere von dort aus den Aufstand des Deutschen Volkes gegen die Fremdherrschaft – und schütze Dich vor den Meuchelmördern, die sie gegen Dich ausschicken werden!

Wenn Du aber diesem Rufe Deines Volkes nicht folgst, dann werden Dich die feindlichen Medien weiter zum Versager stempeln und Dich zu einer lächerlichen Figur machen. Dein Name wird vergessen sein und die Erinnerung an Deine Regierung wird nicht einmal mehr Flüche sondern nur kalte Verachtung hervorrufen.

Ich schließe in Sorge um unser Volk und in wehmütigem Gedenken an einen Freund.

Dein Horst Mahler

Nun – Gerhard Schröder ist als große Führungsfigur in die Geschichte eingegangen: zweifelsohne gehört er zu jenen Politikern, die führend im Sozialstaatsabbau waren, die Bundeswehr als Hilfstruppen der US-Armee salonfähig gemacht haben und schicke Anzüge zur Pflicht im politischen Establishment machten. Das hätten sich konservative Politiker nicht getraut, ebensowenig die anschließende bedenkliche Nähe zu Konzernen, die er als Kanzler großzügig gefördert hatte.  Eine ebenso wundersame Karriere hatte der Mahlerfreund Otto Schilly hinter sich gebracht, sein Weg von der anarchistischen Wielandkommune bis zur Dursuchungsanordnung bezüglich des Magazins Cicero entspricht im Prinzip (wenn auch nicht in den Dimensionen) Mahlers Weg vom SDS zur NPD.

Warum wir dieses Dokument veröffentlichen?

Es sollte nicht verloren gehen … und hat längst wieder einer gewisse Brisanz entwickelt: wir stehen nach Chinas Drohungen bezüglich weiterer US-Angriffe auf Pakistan dicht vor einem dritten Weltkrieg – jedenfalls nach den üblichen normalen Regeln, nach denen Völker in den letzten hundert Jahren Krieg gegeneinander geführt haben.  Wie gut, das wir durch die hastige und teure Nato-Aufrüstung und Osterweiterung der EU endlich personell mit den Chinesen mithalten können: gibt das Krieg, so kann sich Haliburton dumm und dämlich daran verdienen: er wird lang und äußerst schmutzig.

Doch … dürfen wir darüber reden – oder auch nur darüber nachdenken, das es Kreise gäbe, die an Krieg Spaß haben – allein, weil Kriege für den militärisch-industriellen Komplex der USA immer ein Gewinn sind und die bankrotten USA so einen richtig schön langen Krieg zur Neuordnung der Welt jetzt gerade mal so richtig gut gebrauchen könnten?

Nein. Verschwörungstheorien sind tabu.

Sollen wir uns wirklich widerstandslos einer Geisteshaltung ergeben, die von uns verlangt, zu glauben, es hätte niemals Politk mit Absicht gegeben, niemals konspirative Sitzungen von Politikern, geheime Absprachen, Bündnisse und Pläne gegen andere Politiker, andere Länder, andere Parteien, sollen wir so tun, als wären niemals in der Geschichte der Menschheit Truppen in ein anderes Land eingefallen, nur um der heimischen Industrie die Rohstoffe zu sichern – etwas, was unsere deutschen Politiker aktuell auch schon mal zur Sprache bringen?

Ich kann das nicht mehr glauben, ich habe an Strategiesitzungen von Konzernen teilgenommen – nur als kleines Licht am Rande, aber als ein Licht mit aufmerksamen Ohren.

Menschen denken und planen weit – das ist ihre Stärke. Sie manipulieren auch andere Menschen in großem Umfang – wir erleben das allein tagtäglich allein anhand der Werbung.

Das man im Bereich der Politik auf einmal die Kuschelstube christlicher Betschwestern betritt, die immer ehrlich sind und nur das Beste für die Menschheit wollen, kann nur der glauben, der jeden Tag vier Stunden Zeit vor dem Propagandafenster verbringt, gemeinhin TV genannt.

Und selbst dort tauchen selten mal kleine Fragmente der Wahrheit auf: in Wahrheit haben die Amerikaner den ersten Schuss auf die Japaner abgegeben.

Was wird man wohl in siebzig Jahren über unsere Zeit sagen? Eins ist schon jetzt klar: 9/11 war der Startschuss zu einer historischen Wende, die direkt auf eine militärische Konfrontation mit China hinausläuft, eine Konfrontation, die von US-Konzernen durch die Globalisierung überhaupt erst möglich gemacht wurde. Mit ihrem Geld konnte China eine gigantische Armee auf modernstes Niveau bringen, dank 9/11 kamen amerikanische Truppen direkt an die chinesische Grenze heran und konnten China sogar erfolgreich einkreisen.

Und da … könnte der Brief Horst Mahlers an Gerhard Schröder auf einmal doch zu einem historischen Dokument werden. Da könnten wir alle auf einmal doch ganz dumm aus der Wäsche schauen, wenn es die Rechtsextremen sein werden, die auf einmal sagen können: „Ja, guckt nicht so, das haben wir schon immer gesagt!“

Nun – die Diktatur der Konzerne, die gerade die USA und andere Länder direkt in den Staatsbankrott führt, funktioniert auch ganz ohne Juden. Ich denke aber, am Ende des Krieges China/USA werden sie wieder einmal … die Schuldigen sein, die man durch die Welt jagt.

Und sehr wahrscheinlich ohne Land dastehen, denn das kann man nebenbei wieder einstampfen, es hat seine geostrategische Nützlichkeit dann überlebt. So hätte am Ende der Geschichte der Nationalsozialismus doch noch gesiegt – denn prinzipiell stellt er jene Form des gesellschaftlichen Miteinanders dar, das Konzerne im Inneren praktizieren: eine Welt, in der jeder seinen Platz hat … sofern er nützlich für die Rendite ist.

Die anderen, die „Kosten auf zwei Beinen“ … lernen die Fortsetzung der Aktion T4 kennen:

Die Euthanasiemorde in der NS-Zeit oder Aktion T4 ist eine nach dem Zweiten Weltkrieg gebräuchlich gewordene Bezeichnung für die systematische Ermordung von mehr als 70.000 PsychiatriePatienten und behinderten Menschen durch SSÄrzte und -Pflegekräfte von 1940 bis 1941. 

Hier ermordete der NS-Staat arische Mitbürger. Daran sieht man, das die Legende vom heldenhaften Kampf des guten Ariers gegen den bösen Juden auch nur eine große Lüge ist: in Wirklichkeit ging es dort um ganz andere Prinzipien – da die aber heute wieder zum Leben erwachen, schaut man lieber auf den Holocaust und bestätigt somit indirekt … die Weltsicht Horst Mahlers.

EHEC und der Brioniputsch: Die Vernichtung der bürgerlichen Gesellschaft und der linken Bewegung

Eine Regierung, die Grausamkeiten gegen ihre Bürger plant, ist keine Regierung, sondern ausführendes Organ einer staatsfeindlichen Macht - so einfach dürfen Philosophen die politischen Wirklichkeiten auf kleine Wahrheiten reduzieren, wenn sie aus der Eifel kommen. Der Satz ist eingängig, wirkt bedrohlich und ... wirklichkeitsfremd. Dabei merken wir alle, das er wahr ist.

Eine Regierung, die Grausamkeiten gegen ihre Bürger plant, ist keine Regierung, sondern ausführendes Organ einer staatsfeindlichen Macht – so einfach dürfen Philosophen die politischen Wirklichkeiten auf kleine Wahrheiten reduzieren, wenn sie aus der Eifel kommen. Der Satz ist eingängig, wirkt bedrohlich und … wirklichkeitsfremd. Dabei merken wir alle, das er wahr ist. Die haben sogar Uniformen, mit denen sie sich vom Volk unterscheiden – allerdings liebt man hier eher das dezente Auftreten, dieses brutale, krasse, dämliche Getue mit Armbinden und Fackelmärschen hat man vorerst abgeschafft. Wie die Uniformen aussehen?

Der Stern hatte dereinst darüber berichtet:

Sie führt die Liste der schrecklichsten Politiker-Ouftits eindeutig an: Claudia Nolte in Rüschenbluse. Auch bei ihren männlichen Kollegen herrscht oft Geschmacksverirrung. Doch seit Brioni ins Kanzleramt Einzug gehalten hat, haben viele dazugelernt.

Da hat Kanzler Schröder schon mal eine Richtlinie vorgegeben: wer dazu gehören will, trägt teuersten Stoff. Wer sich den nicht leisten will oder leisten kann … gehört eben nicht dazu.  Preis anstelle von Armbinde geht auch, wird aber eher innen als am Arm getragen.

Man kann sich auch mal die Entwicklung der Grünen anschauen: kann sich noch jemand erinnern, wie die 1980 ausschauten … und was die wollten? Heute sind auch sie ausführendes Organ einer staatsfeindlichen Macht und planen Grausamkeiten. Schaut sie euch an, wie sie aussehen: wie eine Aussenstelle der Jungen Union. Die haben des Kanzlers Weisung Nr. 1 verstanden: Brioni muss her.

In Finanzen-Net findet man ein Interview mit dem Brioni-Chef, der dem Kanzler Rückendeckung gibt:

Denn wenn man Brioni überall finden kann, wird die Exklusivität unserer Marke verloren gehen. Wir wollen die Marke in einer Nische halten, nicht den Massenmarkt bedienen. Nicht alle Menschen sollen sich Brioni leisten können.

Ich war mal beim Herrenausstatter Max Dietl um zu erfahren, wer das denn alles trägt und was das kostet:

Was haben Donald Trump, Nelson Mandela, Wladimir Putin, Eric Clapton, Al Pacino, Tom Hanks, Richard Gere, Kofi Annan und die beiden 007-Darsteller Daniel Craig und Pierce Brosnan gemeinsam? Sie gehören zu einer privilegierten Gruppe von etwa 25.000 Männern die ihre maßgeschneiderten Anzüge von Brioni fertigen lassen.

Die günstigsten Anzüge beginnen bei 5.000 Dollar, während die teuersten bis zu 50.000 Dollar kosten können.

So, 1000 Monate die fünf Euro Hartz-Erhöhung beiseite gelegt, dann könnte sich auch ein behinderter Arbeitsloser so einen Stoff leisten.  Das sind nur 83 Jahre, wenn er die überlebt, kann er im Sarg was ganz Feines tragen, während der Kanzler, der ihn enteignet hat, ganz offen mit dem Stoff durch die Gegend läuft und damit die nonverbale Botschaft verbreitet: „SEHT HER, ICH KANN MIR SOWAS LEISTEN – VON EUREM GELD!“

Solche Botschaften hört man doch als Bürger gerne von seinem Kanzler, oder?

Diese Anzüge sollen sich absichtlich nicht alle leisten können, damit man sich untereinander erkennt. Das ist der geheime Dresscode der Bruderschaft, den man verstehen muss, um dazu zu  gehören. Nebenbei bemerkt: die Wahl der richtigen Schuhe ist noch wichtiger, nur Eingeweihte bewegen sich hier sicher.

Nun gilt es jedoch erstmal den Satz zu beweisen, das die Regierung Grausamkeiten plant. Wie währe es mit Kürzungen bei Hartz IV? Die BA plant neben dem Abbau von 10000 Stellen deutliche Kürzungen bei dem Budget für Arbeitslose, „Konzentration auf die Fitten“ nennt das der Autor. Davon gibt es wohl nur noch wenige, der Rest wird abgeschoben und landet letztendlich dort, wo sich schon viele Ostdeutsche Wendeverlierer befinden: in der Generation Armut, siehe Zeit:

Vielen Ostdeutschen droht nach jahrelanger Arbeitslosigkeit nur eine kümmerliche Rente – aber auch im Westen wächst die Zahl der bedürftigen Ruheständler.

Währenddessen bezahlt der Staat (also WIR ALLE) ganz viel Geld dafür, das noch mehr Menschen in Armut bleiben, siehe Neues Deutschland:

Die Ausgaben des Bundes für Lohnzuschüsse an Geringverdiener sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Der Bund zahlte 2010 rund 1,62 Milliarden Euro Zuschüsse an Arbeitgeber, wie am Montag aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der LINKEN-Bundestagsfraktion hervorging. Demnach hatten im Jahr 2005 die Ausgaben des Bundes dafür nur rund 400 Millionen Euro betragen.

Doch damit noch nicht alles. Durch die gezielte Setzung von Realitäten züchtet die Regierung sich neue Menschentypen heran, so wie man dereinst Hunde gezüchtet hat. Die Frankfurter Rundschau berichtet aktuell darüber:

Nach der totalen Entkollektivierung und Entsolidarisierung der Gesellschaft wird ein „hypermodernes Individuum“ auf der Bildfläche erscheinen, ein neues Leitbild menschlichen Lebens, das ohne das schützende Kollektiv des Staates zu leben hat – prekär, riskant, asozial, kriminell, vagabundierend.

Nüchtern konstatiert Castel allerdings das Scheitern der Klassenfrage – zuerst die Sozialgesetzgebungen, dann aber vor allem die Verwandlung der proletarischen in Angestelltenmilieus haben die Antagonismen zwischen den Klassen in die Konkurrenz um Aufstiegschancen umgebogen.

Mit anderen Worten, der Angestellte liebt seinen Chef und fürchtet seine Nachbarn. Aber auch diese Zurichtung des Individuums, das sich den eigenen Erfolg am liebsten ganz allein zuschreibt und das Soziale nur noch als Hindernis empfindet, bleibt an die durch staatliche Institutionen gesicherten Transfers gebunden.

Nüchtern betrachtet: es geht um Dressur und Züchtung, es geht um die gezielte Umformung des Bürgers hin zu einem deformierten asozialen Wesen, das dann genau der Propaganda entspricht, die heute von den Medien gerne über „Arbeitslose“ verbreitet wird.

Ausführendes Organ: der Anzug – und die Regierung. Ich nenne sowas staatsfeindlich, wenn nicht sogar das bislang abscheulichste Verbrechen gegen die Menschlichkeit von dem die bekannte Geschichtsschreibung weiß. Es wurden zwar schon oft Volksgruppen ausgelöscht, aber noch nie hat man in diesem Ausmass versucht, Menschen herunter zu züchten.

Hier erkennt man auch die Chancenlosigkeit der Linken oder jeder anderen politischen Bewegung: es fehlt einfach an mobilisierbarem Volk, das „hypermoderne Individuum“ kann mit der ganzen sozialen Begrifflichkeit nichts mehr anfangen, er ist „seines eigenen Schicksals Herr“ und hat … versagt.  Oder auch nicht, dann wird er zu einem ausführenden Organ der Asozialität, bis es ihn selbst dahinrafft.

Diese Dimensionen der Vernichtung der bürgerlichen Gesellschaft durch den Brioni-Putsch werden kaum ins Auge gefasst – und deshalb läuft der Putsch weiter.

Und die Medien, die Wächter der Demokratie, die Hüter des kleinen Mannes, der Gerechtigkeit? Tragen Brioni oder haben versagt. Manchmal fällt es ihnen auf, wie aktuell in der Zeit:

Megabeben, Tsunami, Atomkatastrophe. Der Schock traf auch die Menschen in Deutschland – Angst und Unsicherheit nahmen zu. Sie fragen sich, wem sie glauben sollen und können. Risiken, die man gut zu kennen glaubte, müssen von jedem Bürger neu bewertet werden, vom einfachen Büroangestellten bis hin zum Spitzenpolitiker.

Es konnte nur einen Schock geben, weil man über die seit den siebziger Jahren bekannten Gefahren nicht  berichtet hat sondern sie TAGTÄGLICH verdrängt, verschwiegen oder verharmlost hat, womit ich die drei neuen zentralen Arbeitsfelder des modernen Journalismus nebenbei beschrieben habe. Den Grünen ohne Brioni waren die Gefahren durch Atomkraft noch bekannt, die Grünen mit Brioni haben aus der Angst vor dem Atom mehrere lukrative Geschäftsmodelle auf Staatskosten entwickelt.

Ebenso wird es einen Schock geben, wenn die Brioni-Gesellschaft sich auf allen Ebenen durchgesetzt und die bürgerliche Gesellschaft ins Museum verschoben hat, wo sie unter dem Schild „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ als Modell der Vergangenheit präsentiert wird, während draußen in der Wirklichkeit zunehmend „Sklaverei, Herrenmenschentum und Kannibalismus“ um sich greifen.

So hat eine politische Bewegung, die sich erfolgreich gegen die Vernichtung der bürgerlichen Gesellschaft stemmen will, eine Mammutaufgabe vor sich: sie muss die Züchtung des hypermodernen Menschen rückgängig machen bei gleichzeitigem Rückbau der monopolartigen Versorgungstrukturen der Wirtschaft, die zum Züchtungserfolg wesentlich beigetragen haben.

Einfach nur „Links“ wählen reicht da nicht. Bei Erfolg … tragen die dann auch nur Brioni. Die können es sich dann leisten. Und wenn die den Anzug anhaben, dann reden die auch gleich ganz anders, siehe Sozialisten im  Handelsblatt:

Die griechische EU-Kommissarin Maria Damanaki hat ihr Land in einem dramatischen Appell auf einen drastischen Sparkurs eingeschworen. „Ich bin gezwungen, offen zu reden“, sagte Damanaki am Mittwoch in Athen. „Entweder einigen wir uns mit unseren Schuldnern auf ein Programm mit brutalen Opfern, oder wir kehren zu Drachme zurück.“ Griechenland stehe an einem Scheideweg, sagte die in Brüssel für Fischerei und Maritime Angelegenheiten zuständige sozialistische Politikerin laut der halbamtlichen Athener Nachrichtenagentur weiter. Die größte Errungenschaft des Landes seit dem Zweiten Weltkrieg, der Beitritt zur Eurozone, sei in Gefahr. Deshalb sei alles andere zweitrangig.

Alles andere ist zweitrangig … darf ich das als Wahlspruch über die EU hängen? „Brutale Opfer“ sind also in den Augen von Sozialisten auf einmal unvermeidlich?

Wir sollten ein waches Auge auf Griechenland haben. Was dort geschieht,  droht auch uns – nur halt etwas später. Auch wenn es keiner glauben möchte: unsere Polizei rationiert jetzt schon den Treibstoff. Das hypermoderne Individuum stört sich daran nicht – Polizei ist eh´ nur lästig. Der Bürger jedoch weiß aus der Erfahrung von 3000 Jahren, das mit der Einsatzbereitschaft der Polizei das Gewaltmonopol der bürgerlichen Gesellschaft fällt – und damit der Barbarei wieder Tür und Tor geöffnet wird, was nichts anderes bedeutet als die völlige Vernichtung der bürgerlichen Gesellschaft und ihrer Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte im Sinne von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Werte, die die Brionibrüder auch gerne leben – wenn sie unter ihresgleichen sind.

Für den Rest gilt: Not, Leid und Elend per Gesetz.

Und zur Not wird noch etwas nachgeholfen, siehe Tagesspiegel:

Der aktuelle EHEC-Ausbruch ist ungewöhnlich und beunruhigend. Bei vielen Erkrankten tritt eine sonst seltene Komplikation auf. Die Quelle der Infektionen ist weiter unklar. Wurden die Bakterien gar absichtlich ausgebracht?

Ein mit Vorbehalt geäußerter Verdacht des Direktors des Instituts für Biologische Sicherheitsforschung in Halle.

Damit würde der Brioni-Putsch in eine neue Phase eintreten.

 

 

NSDAP=SPD + NA? Über den Abbau der Demokratie durch Industrie und Politik

Gut das Ostern vorbei ist und wie wieder in normalen Kategorien denken, fort von mystisch verbrämten Unsinn über Menschenliebe und Veredelung des Charakters. Trotz mysteriösem Fischsterben und neuen Erdbeben  die den apokalyptischen Kurs fortzusetzen scheinen, widmen wir uns lieber wieder unserer ganz normalen Alltagswelt, die fern ist von bösen Mächten, die nur noch durch das Eingreifen unerklärlicher Jenseitsgewalten in die Schranken gewiesen werden können. Unsere Welt ist zutiefst geprägt von Vernunft und Rationalität, von diesseiten Mächten, die unserer Kultur zu einem unvergleichlichen Siegeszug verholfen haben.

Gut das Ostern vorbei ist und wir wieder in normalen Kategorien denken, fort von mystisch verbrämten Unsinn über Menschenliebe und Veredelung des Charakters. Trotz mysteriösem Fischsterben und neuen Erdbeben die den apokalyptischen Kurs fortzusetzen scheinen, widmen wir uns lieber wieder unserer ganz normalen Alltagswelt, die fern ist von bösen Mächten, die nur noch durch das Eingreifen unerklärlicher Jenseitsgewalten in die Schranken gewiesen werden können. Unsere Welt ist zutiefst geprägt von Vernunft und Rationalität, von diesseitigen Mächten, die unserer Kultur zu einem unvergleichlichen Siegeszug verholfen haben.

Nehmen wir zum Beispiel die SPD, eine Partei, die schon immer für den Siegeszug des gesunden Menschenverstandes gegen die irrationaleren Elemente in der deutschen Kultur gestanden hat. Jedenfalls … sah man sich selbst gerne so. Jetzt steuert man wohl lieber einen anderen Kurs, angeregt durch die Wahlerfolge der Rechtsradikalen in Finnland, motiviert durch die Versuche der NPD, Thilo Sarrazin als einen der ihren darzustellen haben sie mutig und vernünftig jenen Mann in der Partei gelassen, der Wählerstimmen vom äußersten rechten Rand garantiert. Die Begründung ist bezeichnend, siehe Spiegel:

„Wir haben uns verständigt, uns als SPD nicht auseinanderdividieren zu lassen“, sagte die Vorsitzende.

Da werden alte, konservative Kameradschaftswerte vorbildlich vorgelebt. „Wir stehen fest zusammen“. Somit kann man sagen: die SPD steht zu der Vermutung ihres Helden und Vorkämpfers, das der reine Deutsche in Gefahr steht, von genetisch unterlegenen, sich hemmungslos vermehrenden Fremdrassen aus dem eigenen Land quasi „herausgeboren“ zu werden. In dem Wort NSDAP waren die Buchstaben SPD schon immer enthalten … nur NA fehlte noch: das Nationale und die Arbeiter.

Das Nationale scheint man nun hereinzuholen. Schwieriger wenn nicht sogar unmöglich wird es mit den Arbeitern, denn die hat man ja per Gesetz aus dem normalen Zusammenhängen des deutschen Volkes herausgedrängt. Das so etwas inzwischen möglich ist, lässt Schlimmes für Menschen mit Migrationshintergrund erahnen, zumal man sich ja jetzt zu den Wortführern der Bewegung bekennt.

Arbeit in Deutschland ist inzwischen so ein Problem, wie unter anderem Sarah Wagenknecht erkannt hat, die inzwischen einen in meinen Augen recht klugen Versuch unternommen hat, die Deutschen daran zu erinnern, das wir auch außerhalb von Karl Marx soziale und humanistische Traditionen hatten:

Der hyperflexible Mensch des modernen Kapitalismus, der Tag für Tag im Dienste der Rendite schuftet, der sein Leben nicht mehr planen kann, weil er sich von einem befristeten Job zum nächsten hangelt, und der nach endlosen Überstunden zu müde ist, auch nur darüber nachzudenken, ob er wirklich so leben will, wie er lebt, ist sicher kein Wiedergänger des rastlos-ungesättigten Faust, der nach Wissen, Selbstbestätigung, Schönheit, Genuss und kreativer Tätigkeit hungert. Gleiches gilt für Millionen Menschen, die die heutige Gesellschaft gegen ihren Willen auf jenes Faulbett verbannt, auf das sich Faust nie legen mochte, und die sie dafür auch noch mit Armut und Häme straft.

So sieht unser Arbeitsalltag aus. Ich kenne – außer Rentnern – keinem, dem es anders geht. Und die die Festangestellt sind, dürfen – oft mit dezentem Hinweis auf die arbeitslose Konkurrenz – unbezahlte Überstunden für den Betrieb machen. Da kommt Freude auf.

Dabei ist Arbeitslosigkeit in Deutschland ja eigentlich kein Problem mehr. Liest man ja fast täglich. Nur … man darf nicht genauer hinschauen, denn dann wird es düster, siehe Spiegel:

Diese Beschäftigten verdienen nicht mehr als 400 Euro im Monat und müssen keine Steuern und Sozialbeiträge zahlen. Ende September 2010 gab es mehr als 7,3 Millionen Menschen mit so einem geringfügig entlohnten Job, berichtete die Zeitung jetzt unter Berufung auf Zahlen derBundesagentur für Arbeit (BA). Das seien fast 1,6 Millionen mehr als 2003. Damals lockerte die rot-grüne Bundesregierung die Regeln für Minijobs. Nach Angaben der BA ist inzwischen jedes vierte Beschäftigungsverhältnis ein geringfügig entlohntes. Knapp fünf Millionen arbeiten demnach ausschließlich als Minijobber. Mehr als zwei Millionen hätten schon eine Stelle und verdienen zusätzlich bis zu 400 Euro im Monat dazu. Bei diesen Nebenjobbern ist der Anstieg laut der Statistik besonders stark: Ihre Zahl habe seit 2003 um mehr als eine Million zugenommen.

Natürlich dürfen wir daraus nicht schließen, das sich immer mehr Arbeitgeber aus der Solidargemeinschaft Deutschland verabschieden. Der Deutsche ist nur zu bescheiden, um mehr als 400 Euro für seine Arbeit nehmen zu wollen. Das liegt so in seinen Genen. Das hat die SPD-Regierung 2003 richtig gut erkannt. Nebenbei hatte sie gut erkannt, das man mit dem Geld der Arbeitslosen richtig gut Beschäftigungspolitik machen konnte – für die eigene Verwandschaft, die sich als Motivationsseminaranbieter kärglich durchs Leben schlug: deshalb gab es Hartz IV für alle. Die Massenenteignung von Alten, Kranken, Behinderten und Alleinerziehenden hatte sich bezahlt gemacht, siehe Wiwo 2006:

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) rechnet in diesem Jahr mit einem Rekord-Überschuss zwischen 8,8 und 9,6 Milliarden Euro. Gründe dafür seien die gute Konjunktur und eine verbesserte Effektivität der BA, gab die BA heute bekannt.

2009 meldete der Stern:

Trotz rückläufiger Beitragseinnahmen hat die Bundesagentur für Arbeit (BA) im vergangenen Jahr etwa eine Milliarde Euro Überschuss erwirtschaftet. Das erklärte der BA-Vorstandsvorsitzende Frank-Jürgen Weise in einem Gastbeitrag für die „Bild am Sonntag“. „Zusammen mit den Rücklagen aus den Jahren zuvor verfügen wir über etwas mehr als 16 Milliarden Euro Reserven.

Das sind doch stattliche Zahlen. Bei gleichzeitig rekordartig sinkender Arbeitslosigkeit sollte man doch davon ausgehen, das die BA inzwischen in Geld schwimmt – trotz der Unmengen an Geld, die entfesselte Beamte für flächendeckende Versorgung mit Gabelstaplerfahrerscheinen und umfassende Versorgung der Bevölkerung mit Nagelstudios ausgegeben haben – von den elenden „Motivationsseminaren“ ganz zu schweigen.

Doch was erfährt man 2010 bei Short News:

Bis zu 20.000 Stellen sollen offenbar binnen der nächsten vier Jahre bei den Arbeitsagenturen gestrichen werden. Das geht aus einem Zeitungsbericht hervor, welcher sich auf interne Behördenangaben und Angaben des BA-Vorsitzenden Frank-Jürgen Weise stützt.

Weise führte vor dem Haushaltsausschuss des Bundestages nach Aussagen von Teilnehmern an, dass unter anderem die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt dafür verantwortlich sei. Ferner würde das Ende 2009 noch bei 42 Millionen Euro gelegene Defizit der BA bis 2013 auf 31,9 Millionen Euro sinken.

Während man ja munkelt, das Short News nicht besser ist als die Bildzeitung, scheinen sie hier richtig zu liegen, siehe z.B. BR-online 2011:

Die Bundesagentur für Arbeit muss sparen, und das tut sie an den eigenen Arbeitsplätzen. Fast zehn Prozent der Stellen sollen gestrichen werden – auch weil die Konjunktur gut läuft und weniger Erwerbslose betreut werden müssen.

Die Milliardenüberschüsse sind fort, die Tatsache, das immer mehr sozialversicherungspflichtige Jobs in Minijobs umgewandelt werden und das man von normalen Jobs auch kaum noch leben kann wird schlichtweg vergessen. Dafür schafft man den modernen Untermenschen, der an der ganzen Misere Schuld ist: den Hartzer, jenen parasitären asozialen kriminellen Sozialschmarotzer, dem es irgendwie gelingt, die ganzen Überschüsse der Bundesanstalt für Arbeit zu versaufen. Die Presse beteiligt sich an der Hetzjagd auf wehrlose Opfer mit Begeisterung – und bei diesem Thema inzwischen üblichen Lügengeschichten, siehe Gegen-Hartz:

Am Osterwochenende veröffentlichte die Zeitung mit den vier großen Buchstaben einen Artikel mit der Überschrift: „Hartz-IV-Schande: So dreist sind Stütze-Empfänger“ und stellte fünf vermeintliche Hartz IV Bezieher vor, die durch das Jobcenter angeblich sanktioniert wurden. Wir haben uns die Darstellungen der Zeitung genauer angeschaut und zeigen auf, dass vermutlich alle dargelegten Fälle erlogen sind, um Arbeitslosengeld II Beziehende zu diskriminieren.

Erstunken und erlogen – aber Hauptsache, die Scheiterhaufen brennen wieder und die Lager füllen sich mit unerwünschten Personen. Ach ja – Lager gibt es noch nicht. Man ist gerade erstmal dabei, das richtige Klima dafür zu schaffen. Noch sind die Fronten nicht klar genug, noch hat man sieben Millionen 400 – Euro -Jobber am Hals, die jeden Augenblick zusätzliche Hartzer werden können – falls sie es als Alleinerziehende nicht ohnehin schon sind.

Und an diesem Klima arbeitet man mit Hochdruck – mitten drin die Industrie und – natürlich – die SPD. Kann sich noch jemand an die Initialzündung erinnern, die die Einführung von Hartz IV begleitete? Einfach mal bei Wikipedia schauen:

Mit Du bist Deutschland, der Kampagne deutscher Medienunternehmen im Rahmen der „Partner für Innovation“ fand zwischen September 2005 und Februar 2006 die größte Social-Marketing-Kampagne in der Geschichte der Bundesrepublik statt. Laut Kampagnenmacher wurden mit dem unentgeltlich zur Verfügung gestellten Mediavolumen von über 32 Millionen Euro mehr als 1,3 Milliarden Kontakte erreicht.

Die Initiative wurde im Januar 2004 gegründet. Partner der Initiative waren neben der Bundesregierung 17 Topmanager großer Unternehmen und Forschungseinrichtungen, wie BASFBDIBertelsmannDGBDeutsche TelekomEnBWFraunhofer-GesellschaftHartingHumboldt-Universität zu BerlinIBMLufthansaRoland Berger Strategy ConsultantsScheringSiemens und ThyssenKrupp.

Da haben die großen deutschen Wirtschaftsmächte doch einen direkten Zugriff auf die Politik eines ganzen Landes versucht – erfolgreich, wie man 2011 sagen muss. Kann sich da noch jemand dran erinnern? Oder an die … Parallelen, die man dort erkennen konnte, siehe ebenfalls Wikipedia:

Einige Autoren sahen in der Kampagne Parallelen zur Ideologie der Volksgemeinschaft. So sprach zum Beispiel Harald Jähner in der Berliner Zeitung von einer „Volkskörperrhetorik“, die die Kampagne gebrauche.[6] Eine weitergehende Kritik betraf den im Rahmen der Kampagne als Vorbild herausgestellten Ferdinand Porsche, der zu jenen Industriellen gehörte, die bei der SS um KZ-Häftlinge für ihre eigenen Zwecke gebeten haben.[7] Bestätigt sahen sich einige dieser Kritiker, als herausgefunden wurde, dass die Nationalsozialisten die – allerdings auf Adolf Hitler gemünzte – Parole „Denn Du bist Deutschland“ während einer Kundgebung 1935 auf dem Ludwigsplatz in Ludwigshafennutzten.

Wenn man Menschen als Vorbild hinstellt, die ihr Vermögen mit KZ-Häftlingen gemacht haben, dann … sollte man zusehen, das man auch in Zukunft genug Menschenmasse hat, die man zum eigenen Vorteil ausnutzen kann – sonst wird das nichts mit dem Vorbild. Damit die Bewegung auch weiterhin in die richtige Richtung geht, hat Frau Merkel die Partner für Innovation durch den Rat für Innovation und Wachstum ersetzt, der jetzt demnächst noch einen neuen Namen bekommt, damit die Vernetzung von Wirtschaft, Wissenschaft und Staat zu einem allmächtigen Instrument ungestört weiter fortschreiten kann.

Das Ziel ist klar: weiterer Zugriff auf die Finanzen des deutschen Bürgers – entweder direkt durch Spritpreise von 9,99 Euro den Liter (über erste Versuche in dieser Richtung informiert die FTD) oder indirekt über Subventionen des deutschen Steuerzahlers … der sogar den Export bezahlt, wie man hier bei aktien-börsen-blogspot sieht.

Auch wenn die These der Finanzierung der NSDAP durch die Industrie umstritten sind, so ist ihre Rolle bei der Vernichtung der Demokratie deutlich erkennbar, siehe ebenfalls: Wikipedia.

Anders sieht es bei der Rolle aus, die die Großindustriellen in der Endphase der Weimarer Republik spielten. Nicht nur, dass sie nichts unternahmen, um die zunehmend bedrohte Demokratie zu schützen, sie trugen sogar aktiv zu ihrem Abbau bei. Im Frühjahr 1930 arbeiteten sie auf einen beim Bruch der Großen Koalition unter dem sozialdemokratisch Kanzler Hermann Müller hin, der letzten parlamentarischen Regierung der Weimarer Republik. Der RDI-Vorsitzende Carl Duisberg sprach offen aus, dass sein Verband „eine ganz andere Fahrtrichtung im kapitalistischen Sinne, nicht im sozialistischen Sinne“ anstrebte.[52] Zu diesem Zweck entfaltete der Verband eine rege publizistische Tätigkeit, die im Dezember 1929 in der Denkschrift Aufstieg oder Niedergang gipfelte. Hier sagten die Industriellen der Sozialpolitik der Weimarer Republik den offenen Kampf an, die man sich unter dem gerade beschlossenen Youngplan nicht mehr würde leisten können. Stattdessen forderten sie, den Reichshaushalt durch harte Sparmaßnahmen auszugleichen, gleichzeitig die Steuern für Unternehmer zu senken, ein Ende der Zwangschlichtung und eine Leistungskürzung in der Arbeitslosenversicherung. Dass sich diese Forderungen nicht mit, sondern nur gegen die Sozialdemokraten würden durchsetzen lassen, war beabsichtigt.[53] Die Installation der Regierung Brüning, die den Beginn der Präsidialkabinette markiert und eben die Politik des Haushaltsausgleichs und der Sozialkürzungen ins Werk setzte, die von den von den Industriellen gefordert worden war, wurde vom RDI denn auch ausdrücklich begrüßt. Im Sommer 1930 drängten Springorum und andere Industrielle, jetzt endlich den Artikel 48 anzuwenden, der eine Gesetzgebung per Notverordnung ohne Zustimmung des Parlaments erlaubte.[54]

Sozialkürzungen, Kürzungen der Arbeitslosenversicherung, Senkung der Unternehmenssteuer … all des geht mitlerweile MIT den Sozialdemokraten. Und die Parallelen zur Vernichtung der Weimarer Republik, die rege publizistische Tätigkeit der „Partner für Innovation“, die Schaffung eines Machtmolochs durch Verschmelzung von Staat, Wirtschaft und Wissenschaft werden dank gleichgeschalteter Medien kaum noch wahr genommen.

Aber vielleicht sollten wir es positiv sehen: die SPD will durch ihren raffinierten Kurs nur verhindern, das eine neue NSDAP das Machtvakuum nach dem Ende der Bonner Republik ausfüllt. Das machen sie lieber selber. Und solange sie sich von den Arbeitern weiterhin distanzieren, um ausführendes Organ der Managerversammlung zu werden, fehlt ja auch noch ein Buchstabe für die ungeheuerliche Gleichung.

Insofern können wir wieder beruhigt zu unseren vier- bis fünf 400 Euro-Jobs zurückkehre, die wir brauchen, um das Geld für die  Fahrt zum Arbeitsplatz wieder herein zu bekommen.

 

Deutschlands Elite als moralischer Wegbereiter der Mafia: wundersame Welten.

Das Demokratie ein aussterbendes Modell ist, merkt jeder. Wir wollen keine Atomkraft - und kriegen sie. Wir wollen keine Luxusbauten auf Staatskosten - und zahlen sie trotzdem. Wir wollen keine deutschen Soldaten im Ausland - trotzdem sterben sie da. Wir wollen unseren Sozialstaat, trotzdem wird er abgebaut. Und eigentlich wollten wir wie die Griechen mit 58 in Rente gehen, damit das Leben nicht nur aus Schinderei besteht, stattdessen gehen wir mit 67 in Rente, die dann allerdings wegen der Eurorettung nicht mehr zur Verfügung steht.

Das Demokratie ein aussterbendes Modell ist, merkt jeder. Wir wollen keine Atomkraft – und kriegen sie. Wir wollen keine Luxusbauten auf Staatskosten – und zahlen sie trotzdem. Wir wollen keine deutschen Soldaten im Ausland – trotzdem sterben die da. Wir wollen unseren Sozialstaat, trotzdem wird er abgebaut. Und eigentlich wollten wir wie die Griechen mit 58 in Rente gehen, damit das Leben nicht nur aus Schinderei besteht, stattdessen gehen wir mit 67 in Rente, die dann allerdings wegen der Eurorettung nicht mehr zur Verfügung steht.

Was von unserer Demokratie übrig ist? Alle vier Jahre dürfen wir den Kellner wählen, der uns dann die kandierten Hundeköttel serviert. Sehen immer lecker aus, ist aber immer … igittigitt drin. Das alles – hat schlimme Folgen, wie die grüne Böllstiftung bemerkt:

Eine weitere Entsolidarisierung der Gesellschaft werde allerdings kaum aufzuhalten sein, wenn die strukturellen Ursachen der Krise nicht verstanden werden, fürchtet Heitmeyer. Die internationale Ökonomisierung gehe seit Jahren mit einem politischen Kontrollverlust einher, der die soziale Integrationsleistung der Politik immer schwieriger werden lässt. Die Fiskalkrise des Staates habe sich mit der Finanz- und Wirtschaftskrise des letzten Jahres noch einmal erheblich verschärft. Der soziale Frieden in Deutschland werde sich nicht mehr lange durch ein Staatsdefizit erkaufen lassen. Die „leere Regulationsrhetorik“ der Politik ließ Heitmeyer allerdings befürchten, dass das Platzen einer neuen Finanzblase nur eine Frage der Zeit sei.

Nun … die neue Blase sehen schon viele. Ebenso viele nutzen sie, um sich die Taschen mit dem Geld anderer Menschen zu füllen. Die strukturellen Ursachen dieser Entwicklung sind allerdings nicht nur in der internationalen Ökonomisierung zu suchen. In Deutschland haben die Ursachen konkrete Namen, auch wenn die nicht mehr direkt genannt werden. Vor neuen Jahren war das noch möglich, siehe Manager-Magazin:

Ein kleiner Zirkel einflussreicher Männer steuert die deutsche Wirtschaft. Wer gehört diesem exklusiven Kreis an? Und wo treffen sich die mächtigen Herren der Deutschland AG?

Es war schon nach 19 Uhr, dem Beginn der Party. Im Betriebskasino von Porsche hatten am Abend des 28. August wichtige Herren der Wirtschaft ihre Schampusgläser noch fest im Griff: Jürgen Schrempp, Hermann SchollJürgen Weber, Dieter Hundt, Ferdinand Piëch – und natürlich das Geburtstagskind, Porsche-Chef Wendelin Wiedeking (50).Da kam er plötzlich und überraschend, frisch vom Wahlkampf aus München nach Zuffenhausen: Bundeskanzler Gerhard Schröder. Mit ihm und Frau Doris feierten 250 Gäste – ohne Gewerkschafter und Journalisten. Es wurde eine lange Nacht. Am nächsten Tag ging es weiter, bei Wiedekings privat in Bietigheim. Mit dabei: erneut Schrempp und Finanzminister Hans Eichel. Wieder einmal waren die Mächtigen aus Wirtschaft (und Politik) unter sich.

So einfach ist es, die Ursachen für den schleichenden Demokratierückbau zu finden. Dort, in dieser illlustren Runde, wurde die Enteignung der Arbeitslosen ausgebrütet, der Umbau der sozialen Marktwirtschaft in ein Arbeitslager für Arme geplant. Es ist in der Tat eine einzige Person, die ganz entscheidend die mafiöse Allianz zwischen Politik und Wirtschaft geknüpft hat und eine lange Tradition der Gewaltenteilung in Deutschland beendete, ebenfalls Manager Magazin:

Lange Zeit blieben die Manager in ihren Zirkeln unter sich. Politiker waren – sieht man von den regionalen Netzwerken ab – allenfalls Zaungäste.

Das änderte sich unter Kanzler Schröder. Während Vorgänger Helmut Kohl aus seiner Abneigung gegenüber den Wirtschaftsführern kein Hehl machte, sucht Schröder geradezu ihre Nähe. Sie mögen den Kanzler der Bosse, weil er ihnen zuhört. Scherzhaft tituliert er sich als „Vorstandsvorsitzender der Deutschland AG“.

Seine Frau Doris sitzt jetzt im Aufsichtsrat von Karstadt. Qualifikation? Gattin von Schröder.

In einem weiteren Artikel erwähnt das Manager-Magazin die Methoden der modernen Seilschaften, die nach und nach das politische Fundament der Demokratie zerfressen haben:

Rückgrat seines privaten Netzwerkes sind und bleiben aber die Kontakte zu seinen ehemaligen Kollegen der Unternehmensberatung McKinsey. Zusammen mit Herbert Henzler (61), ehemals Deutschland-Chef der Edelberater, pflegt er die beruflichen Seilschaften, fördert Karrieren ihm bekannter „Mackies“ und platziert sie zum Teil auf einflussreichen Posten. Seine Aufsichtsratsmandate bei Lufthansa und der Tchibo-Holding sind dabei hilfreich.

Mit Henzler – selbst einer der 50 Mächtigsten – vereint Zumwinkel aber nicht nur die lebenslange Verbundenheit mit McKinsey, sondern auch die Leidenschaft zum Bergwandern. Unter Henzlers geistiger und oftmals Reinhold Messners fachlicher Führung kraxeln die so genannten „Similauner“ jeden Sommer durch die Alpen. Neben den beiden McKinsey-Größen gehören unter anderem auch Jürgen Schrempp (DaimlerChrysler), Wolfgang Reitzle (Linde), Jürgen Weber (Lufthansa) und Verleger Hubert Burda der exklusiven Herrenrunde an.

So gestaltet man seine Netzwerke, knüpft Kontakte, gibt Ideen weiter und … füllt mehr und mehr einflussreiche Posten mit Menschen, die „gleichen Geistes“ sind.

Welchen Geistes? Nun, schauen wir mal bei Zumwinkel genauer hin, siehe Stern:

Hunderte von deutschen Millionären hatten bei der LGT ihr Vermögen vor der deutschen Steuer versteckt. „Wenn der wüsste, was hier vor sich geht“, denkt sich Kieber, als er über die Unterschrift von Zumwinkel stolpert.

Als Dank für den Diebstahl gab es dann noch die Superrente:

Dem Schloss am Gardasee, für das Zumwinkel damals Cash in Liechtenstein besorgte, hat der Post-Chef a.D. einstweilen den Rücken gekehrt. Im April 2009 war zu hören, Zumwinkel wolle sich als „Unternehmer und Investor“ in London niederlassen. Zu den Details Zumwinkels aktueller Tätigkeit wollte sich sein Anwalt gegenüber stern.de nicht äußern. An Startkapital dürfte es ihm jedenfalls nicht mangeln: Kurz vor dem Abflug nach London hatte sich Zumwinkel seine 20 Millionen Euro schweren Pensionsansprüche von der Deutschen Post auszahlen lassen.

Und so etwas bezahlen wir einfach. Hier gelassen zu bleiben, geht nur mit dem Gerechtigkeitsempfinden eines gewöhnlichen Blumenkohls. Das auf jeden Fall ist der Geist der Industrie, wenn man genauer hinschaut. So verwundert es auch nicht, das der Namensgeber der Arbeitslosenenteignungsgesetze, Peter Hartz, kein Problem damit hatte, sich einen Betriebsrat zu kaufen, siehe Wikipedia:

Am 9. Oktober 2006 soll Peter Hartz gegenüber der Braunschweiger Oberstaatsanwältin Hildegard Wolff zugegeben haben, dass er ein Jahrzehnt lang den einstigen Betriebsratsvorsitzenden Klaus Volkert„begünstigt“ hat. Angeblich ohne Wissen des damaligen Vorstandschefs Ferdinand Piëch und anderer Top-Manager des VW-Konzerns zahlte Hartz an Volkert zwischen 1995 und 2005 Jahr für Jahr einen „Sonderbonus“ von 200.000 Euro – insgesamt somit zwei Millionen Euro. Zu dem System der Vergünstigungen soll auch gehört haben, dass Hartz der brasilianischen Geliebten von Volkert, Adriana Barros, ein Zusatzeinkommen verschaffte. Lange Zeit soll sie 7.600 Euro pro Monat erhalten haben – insgesamt 399.000 Euro.

Mit solchen amoralischen Verhaltensweisen hat man im Prinzip kein Problem. Man schaut nur schockiert, wenn man erwischt wird. Die Folgen? Für Reiche außergewöhnlich milde – aus Prinzip, siehe Zeit:

Der Richter beteuerte zwar zum Prozessauftakt, es habe keine „irgendwie geartete Absprache“ einer konkreten Strafhöhe gegeben. Doch dies schließt nicht aus, dass die Ankläger zumindest Milde zusicherten oder einen Strafrahmen andeuteten, wenn sich Zumwinkel kooperativ verhalte. „Es ist nicht zu verhindern, dass sich beide Seiten unterhalten“, sagt der Münsteraner Kriminologe Klaus Boers.

Solche Absprachen sind im Grundsatz nichts Ungewöhnliches und seit Jahrzehnten üblich. Die sogenannten Deals beschleunigen etwa 60 Prozent aller Wirtschaftsstrafsachen. Dazu zählte auch das schnelle Verfahren gegen den früheren VW-Personalvorstand Peter Hartz, welches einen der vorderen Plätze in der bundesdeutschen Rechtsgeschichte belegt. Nur waren solche Absprachen nirgendwo gesetzlich fixiert. Das holt die Bundesregierung derzeit nach. Bis zum Herbst will sie die Strafprozessordnung entsprechend ändern.

So kann man ruhigen Geistes weiter seinen Verbrechen nachgehen, das prall gefüllte Portemonnaie erspart einem die Haftanstalt oder das Schicksal der Schwarzfahrer in Berlin, siehe Tagesspiegel:

Notorisches Schwarzfahren endet jedes Jahr für Hunderte Berliner in einer Gefängniszelle. So sitzt derzeit fast jeder dritte Gefangene in der Justizvollzugsanstalt Plötzensee nur deshalb ein, weil er immer wieder öffentliche Verkehrsmittel ohne Fahrschein benutzte und auch die daraufhin von Gerichten verhängten Geldstrafen nicht bezahlen konnte oder wollte.

Um einen Tagessatz von 10 Euro abzusitzen, verursacht der Inhaftierte pro Tag 80 Euro Kosten.  Ein Riesenverlustgeschäft für den Staat, der allerdings durch seine Leistungsträger an ganz andere Verluste gewöhnt ist. Hier gibt es auch sicher keine „Deals“, indem zum Beispiel bei voller Geständigkeit der Tat das Strafmaß zur Bewährung ausgesetzt wird.

Wer aber nun meint, das ganze sei mit Schröder gestorben, der irrt. Über die Netzwerke der Wirtschaftsmafia wird nicht mehr so offen berichtet – nur manchmal kommen ihre Aktivitäten noch ans Tageslicht, siehe FTD:

Der Abend soll mit Steuergeld bezahlt worden sein. Das berichtete das ARD-Magazin „Report Mainz“ 2009 – mitten im Wahlkampf. Seitdem hat das Kanzleramt mit dem Vorwurf zu kämpfen, als Eventagentur den Steuerzahler zu schröpfen. Die Gesamtkosten haben die Merkel-Getreuen zwar bislang verschwiegen. Aber allein die zusätzlichen Servicekräfte kosteten 2100 Euro. Zu den Gästen gehörten unter anderem Bildungsministerin Annette Schavan (CDU), die Manager Roland Berger, Gerhard Cromme (Siemens) und Jürgen Hambrecht (BASF) sowie Mediengrößen wie Friede Springer und Frank Schirrmacher (FAZ).

Politik, Wirtschaft, Medien in trauter Zweisamkeit. Die für alle Beteiligten unter Kanzler Schröder geschmiedete Allianz der Absahner wird unter Merkel erfolgreich weitergeführt. Der „Putsch von oben“ ist profitabel für alle Beteiligten, die irgendwie „oben“ sind. Wundert es da, das wir nebenbei auch ganz andere Erscheinungen haben, siehe FAZ:

Die Mafia weitet in Deutschland ihren Einfluss auf Wirtschaft und Politik aus. Das geht nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung aus einem geheimen Bericht des Bundeskriminalamtes hervor. Vor allem in Stuttgart sind die Clans bestens verdrahtet.

Und auf einmal zeigt sich, das der Sumpf, in dem Politik und Wirtschaft so langsam versinken, noch viel tiefer ist, als einem lieb sein kann:

Gleich hinter ihm ist in der BKA-Verschlusssache ein mutmaßlicher Vertrauter aufgeführt, der ebenfalls als Gastronom in Stuttgart angesiedelt ist. Es handelt sich dabei um einen bisher kriminalpolizeilich unbescholtenen Mann, der in jüngster Zeit zweimal in Erscheinung trat. Am 30. Dezember 2009 zeigte ihn die „Bild“-Zeitung groß auf einem Foto neben dem damaligen Ministerpräsidenten Oettinger, der vor seinem Wechsel als EU-Kommissar nach Brüssel stand.

So hat man auf einmal Kontakte zwischen den niedersten Kriminellen und höchsten politischen Kreisen.

In der vergangenen Woche hat den „Freund“ des damaligen Ministerpräsidenten ein weiteres Mal das Licht der Öffentlichkeit gestreift, und zwar in einer heiklen Angelegenheit. Sein Name tauchte bei einer Verhandlung im Stuttgarter Landgericht auf. Dort befasst sich die Justiz zurzeit mit dem versuchten Mord an dem Stuttgarter Herrenausstatter Felix W. Der Modemacher mit exquisiten Geschäften in Stuttgart, Zürich und München, der auch als Projektentwickler von Immobilien auftritt, war im November 2009 von Maskierten überfallen und mit zwei Schüssen niedergestreckt worden. Der Mann überlebte diesen Anschlag nur mit Glück. Vier Italiener müssen sich dafür jetzt vor dem Landgericht verantworten.

Wie sich bei den umfangreichen Ermittlungen der Stuttgarter Kriminalpolizei herausstellte, waren zwei der Tatverdächtigen ausgerechnet bei jenem italienischen Gastronomen beschäftigt, der sich öffentlichkeitswirksam als „Freund“ des Ministerpräsidenten bezeichnet hat.

Politische Konsequenzen? Keine. Und die Polizei? Ist mit anderen, wichtigen Themen beschäftigt:

Für Manfred Klumpp, Landesvorsitzender des Bundes deutscher Kriminalbeamter, ist das kaum verwunderlich. „Statt Mafia heißt das große polizeiliche Thema derzeit in Baden-Württemberg Stuttgart 21“, sagt er gallig und ergänzt: „In Sachen Mafia verfügt die baden-württembergische Polizei bisher nur über stumpfe Schwerter!“

Organisiertes Verbrechen ist ein Tabuthema in diesem Land. Man weiß, das sie da sind, man weiß, wo sie sind, man weiß, wer sie sind – aber man kümmert sich nicht weiter darum, siehe Zeit:

In dem Lagebericht des BKA geht es um Waffenhandel, Mord, Geldwäsche, Drogenhandel, Giftmüllentsorgung und Schutzgelderpressung. Es werden Hunderte Restaurants in Deutschlands aufgelistet, die der Mafia gehören sollen. Allein von den Familienclans aus der süditalienischen Mafia-Hochburg San Luca hätten 200 Mitglieder ihren Wohnsitz in Deutschland.

Besonders viele von ihnen seien in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern und Baden-Württemberg zu Hause. In Ostdeutschland hätten die Mafiabosse Teile des Immobilienmarktes unter sich aufgeteilt – meist unbemerkt von der Öffentlichkeit.

Dabei verwundert die deutsche Lähmung bei der Bekämpfung der Mafia nicht weiter, wenn man schaut, welche Wirtschaftsleistung dahinter steckt, siehe Welt:

Einen Eindruck, von welcher Dimension er spricht, gibt eine aktuelle Studie des Linzer Ökonomen Friedrich Schneider. Die Umsätze organisierter Krimineller in Deutschland haben danach einen Umfang erreicht, der einem Fünftel der Wirtschaftsleistung des Landes in Höhe von 2303 Milliarden Euro entspricht. Langfristig erlangten kriminelle Gruppen damit „einen nicht zu unterschätzenden und gefährlichen Zuwachs an wirtschaftlicher und letztlich auch politischer Macht“, schreibt Schneider. Als weltweite Orientierungsgröße lässt sich eine Schätzung des United Nations Office on Drugs and Crime in Wien heranziehen. Danach basieren zwei bis drei Prozent der globalen Wirtschaftsleistung auf kriminellen Geschäften – das sind rund 1300 Milliarden Dollar.

Zwei – drei Prozent der globalen Wirtschaftsleistung … in Deutschland jedoch 20 %? An jedem fünften Euro in Deutschland klebt echtes Menschenblut? Man sieht, das Klima, das die Herren Schröder, Zumwinkel und Hartz geschaffen haben, lockt auch andere düstere  Elemente an. Deutschland ist geradezu ein Schlaraffenland für die Mafia geworden, siehe Welt:

Welt Online: Was macht Deutschland denn so besonders knusprig für die Mafia?

Reski: Eine Reihe von Gesetzeslücken. Geldwäsche ist das größte Geschäftsfeld der Mafia. Da ist Deutschland ein Paradies, wo nicht der Investor nachweisen muss, woher sein Geld kommt. Das muss hier die Polizei machen – was sich in der Regel darauf reduziert, dass sie durch eine gefälschte Urkunde erfährt, dass das Geld die Erbschaft eines Onkels aus Kalabrien ist. Zweitens fühlen sich Mafiosi in Deutschland sehr wohl, weil sie hier nicht abgehört werden. Das deutsche Abhörgesetz entspricht darum auch Berlusconis Traum. Außerdem ist in Deutschland die Mafia-Zugehörigkeit kein Straftatbestand wie in Italien. Deshalb kann man hier ihre Güter nicht beschlagnahmen.

Unter Geldwäsche kann sich keiner was vorstellen. Geldwäsche ist aber für die ganze Gesellschaft bedrohlich, mit Auswirkungen auf jeden. Darüber wird die Wirtschaftsdemokratie ausgehebelt. Denn keiner kann ja wirklich konkurrieren mit den Phantasiesummen von schmutzigem Geld, die ein Mafioso investiert in Einkaufszentren in Dresden, in Leipzig, in München. In Hotels. Im Gaststättengewerbe. Im Baugewerbe. So lange Politiker in Deutschland aber den Eindruck haben, dass das keinen wirklich beunruhigt, sagt er sich, warum soll ich mich für ein Thema engagieren, das mir keine Wählerstimmen bringt, bei steigender Gefahr für die ganze Gesellschaft.

Na, da wissen wir ja, woher das Geld für den deutschen Aufschwung herkommt. 460 Milliarden Mafiaeuro sorgen für florierende Bauwirtschaft und Aktienboom.

Was das nun mit Merkel, Schröder, Ackermann, Zumwinkel und den fünfzig mächtigsten Deutschen zu tun hat?

Der Fisch, so sagt man bei uns in der Eifel, stinkt immer vom Kopfe her. Und so verwandelt sich der deutsche Sozialstaat langsam aber sich in ein Nest für asoziale Kriminelle, ohne deren Geld hier schon längst die Lichter ausgehen würden. Die Entsolidarisierung der Gesellschaft sollte also nicht weiter verwundern – es ist die natürliche Reaktion von verunsicherten Menschen, die eines Morgens aufwachen und auf einmal in Sizilien leben, ohne umgezogen zu sein.  Da wünscht man sich dann schnell den Mussolini zurück, dem man nachsagt, er hätte die Mafia erfolgreich zurückgedrängt.

Oder ihnen eine Uniform gegeben.

 

 

 

 

 

DANKE, WIRTSCHAFT! Danke für … das „Mutterland der Ungleichheit“ und die drohende Mittelstandsvernichtung

Man muß ja mal deutlich DANKE sagen: DANKE, WIRTSCHAFT! Wofür? Nun … zum Beispiel dafür:

Die Kassen der Gemeinden sind leer. Trotz des Aufschwungs klafft in den Etats eine Lücke von fast zehn Milliarden Euro – das größte Defizit seit Gründung der Bundesrepublik. Die Bürger müssen sich auf weitere Erhöhungen bei kommunalen Gebühren und Einschnitte bei den Leistungen einstellen.

Das berichtete gestern der Spiegel.  So sieht Aufschwung wirklich aus. Wer ist der Leidtragende? Nun: der brave kleine Mittelstand, der sich für ein Haus im Grünen krummgelegt hat. Nach dreissig Jahren Buckeln darf er nun die Bankenrettung bezahlen. Wie das konkret aussieht, konnte man vor kurzem im Manager Magazin nachlesen:

Auf Haus- und Wohnungsbesitzer kommen neue Lasten zu. Die Bundesländer arbeiten fieberhaft an einer Reform der Grundsteuer. Unterm Strich sollen Städte und Gemeinden ihre Einnahmen aus der Abgabe deutlich erhöhen. Streit gibt es allerdings noch über die Frage, wer besonders viel zahlen soll.

Ich weiß jetzt nicht, wer letztendlich besonders viel zahlen soll, ich weiß nur, das viele letztendlich nicht mehr soviel übrig haben. Ich kann doch jetzt schon meine Artikel von 2012 über Rentner schreiben, die mit ihrer Minirente ihr über dreissig Jahre als Rentensicherung abbezahltes Häuschen verkaufen müssen, weil sie den Finanzdurst des Staates nicht mehr befriedigen können.

Gerne würde ich ja sagen: ich habe es euch gesagt. Schon 2005. Dort hat die Regierung und die Wirtschaft dem Rest des Volkes die Kündigung ausgestellt, man nannte sie AGENDA 2010. Sie war im Prinzip die Aussage, das Wirtschaft und Politik vom Volk die Nase voll hatten, das jahrzehntelang angesparte Geld gerne einsteckten aber in Zukunft mit Gewalt dafür sorgen würden, das der Bürger sich von dem übriggebliebenen kleinen Rest selbst um seine Probleme kümmern sollte. Den Kurs fand man einfach mal ganz toll, zumal man nur noch die obersten zwanzig Prozent mitnehmen mußte, die – zufälligerweise – alle Entscheiderposten in der Gesellschaft innehatten und mit Bargeld überschüttet werden konnten, jenem Geld, von dem sie nun die erhöhten Steuern mit links zahlen können.

Nun schreiben wir das Jahr 2011. 2010 ist vorbei, Staat, Länder und Gemeinden weisen Rekordverschuldungen auf, das Land merkt in großem Umfang, das es arm geworden ist. Gut, das das auch mal einer jener Leute merkt, die in den Kreisen der Täter verkehren dürfen, wie der Spiegel nun berichtet:

Horns Buch „Des Reichtums fette Beute“ ist weniger ein neuer Sarrazin, als vielmehr eine schroffe Abrechnung mit Rot-Grün.

Der linke Ökonom, Leiter des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung, kritisiert in seinem Werk, Deutschland sei „zum Mutterland der Ungleichheit geworden“. Und die Sozialdemokraten hätten daran mit der Regierungszeit von Gerhard Schröder wesentlichen Anteil. Schröders Agenda 2010 sei „ein Meilenstein“ einer Wirtschaftspolitik, die zu mehr Ungleichheit führe, ja diesen Trend geradezu für wünschenswert erachtet habe.

„Wie Ungleichheit unser Land ruiniert“ ist der Untertitel. Ein Buch, dessen Lektüre sich die Mehrheit der Deutschen ersparen kann, weil sie den Inhalt tagtäglich erleben – und durch die neuen Steuerbescheide auch bald schriftlich in Händen halten.

Es ist auch gut zu sehen, welches Echo diese Entwicklung in der politischen Welt hat. In Täterkreisen zeigt man sich recht gelassen – immerhin verdient auch die SPD sehr gut an der Entwicklung, Spenden und dreifach bezahlte Halbtagspöstchen (z.B. bei der Bundesbank) fließen reichlich. Und wenn dem Bürger mal richtig der Kragen platzt, hat das gute alte Establishment schon vorgesorgt: die Privatisierung der Bundeswehr schreitet laut Welt weiter voran:

Erstmals seit der Wiederbewaffnung der Bundesrepublik am 5. Mai 1955 soll die Aufnahme von Ausländern in die Bundeswehr die Regel werden.

Doch nicht nur der sonst so gescholtene Ausländer soll zum Dienst an der Waffe geholt werden, auch in Deutschland sucht man nach tauglichen Mitarbeitern für eine Armee, die vielleicht in Zukunft so staatstragend wird wie die Armee in Ägypten. Wie der Zufall so will, könnte ich ja sagen: ich habe es gesagt. Aber nicht vor ein paar Jahren, sondern vor ein paar Tagen – und nun steht es in der Welt:

Um ihren Personalbedarf zu decken, will die Bundeswehr stärker um Geringqualifizierte werben. Das geht nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ aus dem der Entwurf für ein Maßnahmenpaket hervor, das die Bundeswehr auf dem Weg zur Berufsarmee attraktiver machen soll.

„Angesichts der demografischen Entwicklung sowie der anstehenden strukturellen Anpassungen der Bundeswehr werden künftig verstärkt auch junge Menschen mit unterdurchschnittlicher schulischer Bildung beziehungsweise ohne Schulabschluss personalwerblich anzusprechen sein“

Die Agenda 2010 war ungerecht – vor allem dort, wo junge Menschen aufgrund der Leistungsmängel der Eltern (wie Krankheit, Alter, Erschöpfung) zu lebenslanger Armut gezwungen worden sind.  Selbst für die Eliteprediger der Neoliberalen ist dieses Unrecht nicht zu rechtfertigen gewesen. Eine Million junger, gesunder Männer, die mangels schrumpfender politischer Bildung in der Schule kaum Orientierung über die gesellschaftlichen Prozesse haben … aber einen unglaublichen Hass bzw. „gerechten Zorn“ gegen jene Menschen, deren Kinder sie in der Schule gemobbt haben, weil es an Geld für „Markenware“ fehlte.

Diesen Menschen geht es wie Ausländern in diesem Land, sie werden geduldet – und verachtet.

Und jetzt gibt man gerade ihnen eine Waffe in die Hand.

Wieviel Hemmungen werden sie haben, auf Demonstranten zu schießen, denen das ganze System zum Himmel stinkt? Werden sie verstehen, das sie selbst Opfer des Systems sind …. oder sehen sie nur Menschen, die ihnen ihren Reichtum und Wohlstand jahrelang mitleidslos vorexerziert haben? Menschen, zu deren Erbauung sie sich bei „Big Brother“, DSDS und anderen Sendeformaten zum Gelächter aller zum Narren machen durften?

Da bekommt das „Mutterland der Ungerechtigkeit“ eine gute Chance, das erste Land zu werden, das mit aller Entschlossenheit den verkommenen Demokratiestall ausmistet – was auch erstmal den Beifall vieler bekommen wird, bis sie merken, das die Agenda 2010 nur der Hebel war um an die ganz großen Gelder zu kommen: die Ersparnisse und die Lebensarbeitsleistung des viel umworbenen Mittelstandes.

Das würde für den Geschichtsunterricht des Jahres 2120 ein interessantes Lehrstück: zu sehen, wie sich der deutsche satte Mittelstand durch Arbeitslosenverachtung sein eigenes Grab geschaufelt hat. Aber die Dummheit, die sich dort präsentiert, eingebetet in muffige Selbstgerechtigkeit überversorgter Wohlstandsblasen, ist einfach nur … enorm peinlich.

Wehrpflicht war immer ein Grundbestandteil der Demokratie. Jetzt wird die Abschaffung der Wehrpflicht zur Bewaffnung des Prekariats – und ich darf wieder nicht darüber spekulieren, das das geplant war, noch darüber sinnieren, das das genau der Grund ist, weshalb man die Regelsätze für Kinder auch gegen das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes wieder einfach pauschal und prozentual herrunterrechnet und die politische Bildung der Jugend deutlich heruntergefahren hat.

Da züchtet man Hass und Verachtung auf den deutschen Mittelstand … dessen Billionen man auch gerne noch auf Off-Shore-Konten sehen würde.

Aber das alles ist nur purer Zufall, weil die Spitzen von Wirtschaft und Politik ihre Entscheidungen immer nur auswürfeln, nie langfristige Pläne zum Umbau der Gesellschaft hegen, weshalb die Agenda 2010 ja auch eigentlich aus dem Nichts heraus vom Himmel gefallen ist.

So gesehen stellt sich auch die Frage, ob wir Führungspositionen in Wirtschaft und Politik nicht auch per Lotto verlosen könnten. Schlimmer als die totale Pleite für alle kann ja kaum einer erwirtschaften – vielleicht bekämen wir aber so wenigstens durch Zufall jemanden an die Macht, der mit Geld auch umgehen kann.



524 worte über deutschenfeindlichkeit und perfekte integration

schröder_verwarnt_ausländische_pöbler_

hmm… da stellen die mir aber jetzt auch einen fettnapf hin, in den hineinzuspringen ich mich ein wenig scheue… aber schlussendlich kann ich nicht anders. fangen wir das ganze mal so an:

der 4jährige sohn eines bekannten weigert sich seit neuestem schweinefleisch zu essen. nicht das dies jetzt eine besondere bedeutung für die europäische schweinemast- und billigfleischproduzierende industrie hätte (ich denke mal, die rechnen in megatonnen und nicht in gramm!) nicht das dies eine besondere bedeutung für den speiseplan der familie meines bekannten hätte… intressant sind die ursachen hierfür. im kindergarten haben ihm nämlich 26 kinder aus seiner gruppe erklärt, das schweinefleisch nicht gut ist.

der filius besucht einen städtischen kindergarten in einem deutschen ballungsraum. und neben 3 weiteren deutschen kindern, ist der sohnemann meines bekannten das einzige kind ohne „migrationshintergrund“ und ohne islamischen glaubenshintergrund…(sagt man das so!?)

alle faschos und deutschnationalen pappnasen können jetzt getrost weiterklicken, denn es kommt nicht die 995.ste hetztyrade über ein überfremdetes land das von islamistischen terroristen besetzt wird und das sonstige geseiere.

nein, es kommt an dieser stelle einfach mal die frage, wie es denn bitte schön funktionieren soll, mit der integration – also der integration von ausländischen mitbürgern (das sind die mit dem migrationshintergrund) in unsere hochgeschätzte bundesdeutsche gesellschaft des 21. jahrhunderts, wenn noch nichtmal unsere kommunen in der lage sind, kinder dergestalt unterzubringen, das eine gesunde mischung der nationalitäten, religionszugehörigkeiten etc. stattfindet!?

wie kann es sein, das sich eine familienministerin (die ja meines wissens  nach noch nicht einmal kinder hat, aber gut, man muss ja auch keinen verkehr haben, um verkehrsminister…) hinstellt und bejammert, das sie bereits „opfer“ von deutschenfeindlichkeit wurde und als „deutsche schlampe“ beschimpft wurde, wenn unter ihrer mit – regierungsverantwortlichkeit solche kindergartengruppen gebildet werden!?

soll hier gezielt dem bürger dieser bunten republik der eindruck vermittelt werden DAS unsere gesellschaft überfremdet ist und xenophobie und ausländerfeindlichkeit gezielt geschürt werden?

lassen wir an dieser stelle die zahlen sprechen:

laut statistischem bundesamt betrug die zahl ausländischer kinder zum stichtag 31.12.2008 130 473, alleine die zahl 4-jähriger deutscher kinder zum gleichen stichtag lag bei 670 423 (zum vergleich: ausländische 4jährige 37 344. quelle

wäre ich jetzt verschwörungstheoretiker… so könnte ich mir da leicht was zusammenbasteln. so nach dem motto: wir pferchen ein paar deutsche mit zig ausländern zusammen und superpro7rtl2vox24tv oder wie der sender heißt… die berichten dann darüber und wir haben wieder was, was von unseren eigentlichen problemen ablenkt.

ich meine – man sollte sich doch mal anschauen, wer eigentlich für diese ghettoisierung und die ethnische cliquenbildung von kindern und jugendlichen verantwortlich ist. das ist nicht papa murrat und mama aysche, genausowenig wie mutti dagmar und vater guido. die verantwortlichkeit hierfür… liegt doch eher bei unseren tollen leistungsträgern – wie unserer frau schröder. aber jammern, geht ja immer leichter, gelle!

aber… ich bin ja bekennender nicht-verschwörungstheoretiker und von daher… empfinde ich das, was da passiert einfach als riesige schlamperei. frau familienministerin. sollten sie jemals die zeit finden, kinder in diese welt zu setzen, hoffe ich, das sie einen schönen, privaten elite-kindergarten für diese finden. oder einen kirchlichen. sie waren ja glaub ich von dieser sogenannten christlich demokratischen… aber lassen wir das.

schröder_verwarnt_ausländische_pöbler_

ich geh jetzt erstmal dem kleinen von meinem kumpel ´ne putencurrywurst auf den grill schmeissen und wünsche allen anderen… einen schönen guten abend!

Ackermann Schröder und Merkel verkaufen Deutschlands Zukunft: Juni 2003 im Adlon, Berlin

Im Februar 2003 wurde Deutschlands Zukunft entschieden. Sicher wissen das alle noch: war ja ganz offiziell. Also … relativ offiziell, denn es handelte sich ja um „Geheimverhandlungen“. Warum jetzt gerade Verhandlungen zwischen Regierung und nationalen sowie internationalen Bankmanagern geheim sein sollen, wissen wir erst heute.

Wir sollten diesen Februar 2003 als Gedenkwoche verbringen – oder die erste Juniwoche, wo der Erfolg gefeiert wurde – wie die Amerikaner den 11.9.2001 nie vergessen werden. Leider hat unsere Regierung den Anschlag auf unser Gemeinwesen und seine folgende Vernichtung geheim halten wollen. Da aber die Jounalisten jeden Tag eine Zeitung vollschreiben müssen und noch etwas demokratische Paste auf die diktatorische Wirklichkeit der Korporatokratie zwecks Widerstandsminimierung aufgetragen werden muß.

Aber …. fangen wir ganz von vorne an.

Im Jahre 2002 merkten die Banker, das sie ein Problem hatten. Alle hatten in Immobilien investiert, die nichts Wert waren und dabei gute Geschäfte gemacht. Jedenfalls wären die Geschäfte gut gewesen, wenn es reelle Geschäfte gewesen wären. Irgendwann würde das jemand merken, das Kartenhaus würde zusammenbrechen und all die vielen Millionäre, die diese Geschäfte hervorgebracht haben, würden wieder auf der Straße landen.

Das durfte nicht geschehen. Also schickte man den Führer des internationalen Bankenclans nach Berlin, Josef Ackermann:

Zeremonienmeister ist und bleibt der international erfahrene Ackermann, der nicht nur bei der IMC zu den Meinungsführern zählt, sondern in diesem Monat auch als Nachfolger von John Bond (HSBC) die Rolle des Chairman beim Institute of International Finance (IIF) übernimmt. Das IIF ist eine Interessenvertretung von mehr als 320 Finanzinstitutionen aus aller Welt. Ackermann ist bereits seit 1999 Vize-Chairman beim IIF, das ab Mittwoch ebenfalls in Berlin seine Frühjahrestagung abhält.

Sinn dieser geballten Bankermacht, zu der auch Alan Grennspan kam, war klar: man wollte deutsche Steuergelder und hatte sie bekommen, dafür sollte Deutschland (und vor allem Ackermann) mal gefeiert werden:

Vor dem Hintergrund nicht mehr schön zu redender (geschweige denn schön zu rechnender) Schieflagen in der deutschen Finanzindustrie rückt jetzt aber Berlin zunehmend in den Mittelpunkt, wenn es um die Zukunft nicht nur der heimischen Finanzmärkte geht. In Krisenzeiten wird halt die Nähe zur Politik gesucht.

Mit Erfolg, wie das Beispiel Verbriefungsbank zeigt. Nach ersten Geheimverhandlungen der deutschen Bankerelite mit Bundeskanzler Gerhard Schröder und seinen beiden Ministern Wolfgang Clement und Hans Eichel im Februar dieses Jahres stand wenige Wochen später das Konstrukt einer Verbriefungsbank unter der Federführung der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Zwar keine „bad bank“ – die wäre sowieso am Protest der Europäischen Kommission gescheitert – aber zumindest von der Außenwirkung her eine Art Bonitätsübertragung der öffentlichen Hand auf private Kreditinstitute.

Quelle: Manager-Magazin

Diese „Verbriefungsbank“ war die gute alte Depfa, der man die ganzen wertlosen Papiere für gutes Geld übergab. Was später daraus wurde, weiß heute jeder: das HRE-Desaster.

Volker Wissing dazu im Jahre 2009:

SPIEGEL ONLINE: Was werfen Sie als Obmann der FDP im Ausschuss nun Peer Steinbrück konkret vor?

Wissing: Der Finanzminister behauptet, die Bankenaufsicht habe sich bewährt. Genau das können wir nicht feststellen. Denn die HRE war seit ihrer Gründung 2003 eine problematische Bank. Es kann nicht sein, dass die HRE bis zum September 2008 weitgehend unbeaufsichtigt gelassen worden ist und der Steuerzahler dafür nun mit Milliardenbeträgen geradestehen muss.

SPIEGEL ONLINE: Wie hoch schätzen Sie den Schaden?

Wissing: Möglicherweise auf bis zu 230 Milliarden Euro.

Damit scheint der Obmann richtig zu liegen – und wir wissen, was auf uns noch zukommt.

SPIEGEL ONLINE: Es gab schon einmal 2003 unter Rot-Grün einen Bankengipfel im Kanzleramt zu HRE. Wollen Sie auch die früheren Akteure, Kanzler Gerhard Schröder und Finanzminister Hans Eichel, vor den Ausschuss bringen?

Wissing: Das muss man sehen. Zunächst geht es um die jetzt Verantwortlichen in der Bundesregierung und in der Bankenaufsicht. Da stellt sich eine Reihe von Fragen. Warum wurde nicht früher eingeschritten? Wer sprach mit wem über das Problem? Natürlich spielen auch die Ereignisse von 2003 eine Rolle. Damals gab es ja bereits eine Debatte um sogenannte Bad Banks, weil es Probleme mit Immobilienkrediten gab. Und da fiel immer wieder der Name Hypo-Vereinsbank. Bekanntlich mündete ein Teil der Probleme dann in der HRE – hier wurden Probleme ausgelagert.

Quelle: Spiegel-online

Da können wir also nochmal ab heute mit zusätzlich 90 Milliarden Euro rechnen. Wer kriegt die eigentlich:

Doch wer waren eigentlich die bestimmenden Aktionäre der HRE, die dem deutschen Steuerzahler dies eingebrockt haben und den er noch einmal 8 Mrd Euro nachwerfen mußte, um die HRE zu übernehmen? Die Kleinaktionäre hielten Mitte 2008 vor Ausbruch der Krise gerade einmal 4,5 % der Anteile. Dagegen hielten 17 Großinvestoren, die fast alle ihren Sitz steuergünstig auf den Cayman-Inseln in der Karibik hatten 95,5 % (Abb. 16151, 16152, 16153).

Quelle: Jahnke.net

Das Geld landet auf den Cayman-Inseln. Ist ja auch sehr schön dort, gutes Wetter, Sonne, Strand: wird dem Geld sicher gut gefallen.  In Deutschland fehlt es dann:

Renten und Arbeitslosengeld werden gestrichen … mehr und mehr.  Dafür dürfen wir uns freuen, den Ackermann gerettet zu haben:

Ohne Anshu Jain hätte die Deutsche Bank ein Problem. Denn der Chef des Bereichs „Global Markets“ erwirtschaftete 2002 mit Anleihen und Termingeschäften mehr als zwei Drittel des Gewinns. Wie abhängig ist Josef Ackermann vom Erfolg seines gewieften Investmentbankers?

Anshu Jain gilt deshalb als nahezu sicherer Nachfolger von Josef Ackermann.

Ihm ist es gelungen, das von der Investmentlegende Edson Mitchell aufgebaute, von den Bankern auch liebevoll „Flow Monster“ genannte Ungetüm nicht nur zu bändigen, sondern auf noch mehr Effizienz zu trimmen.

Mitchell, der vor zwei Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, soll einmal behauptet haben: „Ich bin Gott.“

Quelle: Manager Magazin

Wer als Zähmer von „Gottes“ Monster gilt, kann zurecht göttliches Recht für sich in Anspruch nehmen. Schön zu sehen, was diese Herren von sich selber halten. Gerüchten zufolge ist das Flow Monster allerdings ein Geschöpf von Ainshu selbst geschaffen worden. Wir werden uns damit zufriedengeben müssen, das wir das alles sowieso nicht mehr verstehen …. aber zahlen dürfen. Zahlen für die Rettung der Deutschen Bank:

„Sie wissen gar nicht, wie nah wir Mitte der neunziger Jahre im Investmentbanking am Abgrund standen“, gab Josef Ackermann erst Ende vergangenen Jahres zu.

Quelle: Manager Magazin

Mehr über jenes Flow-Monster zu erfahren, würde uns wohl auch nicht gut tun.  In den USA bringt man Ackermanns Flow Monster mit der Zombiebank in Verbindung und fürchtet sich vor mehr dieser untoten Riesen:

We read that as saying that high volatility, wide spreads, and yes, even sovereign risk, will be good for Deutsche Bank.

Doth that a destabilising incentive make for zombie banks everywhere? It cannot be ruled out.

Here’s hoping CEO Joseph Ackerman’s ‘flow monster’ is only really wanting a bit of love or music.

Quelle: alphaville

Mit Destabilisierung und Zombiebanken  zum Erfolg: Ackermanns Weg. Unsere Zombiebank sorgt heute für Empörung:

HRE wird zur Zombie-Bank

Die erneute Rettung des verstaatlichten Münchner Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate im Eilverfahren sorgt in Berlin parteiübergreifend für Wut und Empörung. Erst kurz zuvor hatte das Institut den Eindruck erweckt, relativ gut dazustehen.

Quelle: FTD

Dabei ist das doch alles nur eine künstliche Aufregung: jedem mit Sachverstand war klar, das die Kosmokraten nicht nur arme Entwicklungsländer sondern auch reiche Sozialstaaten plündern wollten, allen war klar, warum man sich 2003 im Kanzleramt getroffen hatte: um faule Eier von der Privathand in die öffentliche Hand zu legen.

Wie gut, das alles so gut getürkt ist, das selbst Fachleute nicht mehr durchblicken.

Tatsächlich sind die Erfahrungen mit Spezialinstituten gemischt. Im Kampf gegen Finanzkrisen sind sie immer wieder eingesetzt worden, es gab Bad Banks in Japan, es gab sie in Schweden. Das Prinzip ist immer gleich: Der Staat erwirbt die Problemkredite. Er kann diese verwerten und vielleicht sogar wieder verkaufen, wenn sich die Märkte beruhigt haben. Falls alles gut geht, macht er dabei sogar einen Gewinn.

Allerdings ist es enorm kompliziert, die Investments in den Bilanzen der Banken richtig zu bewerten. Den Finanzhäusern ist an einem hohen Preis gelegen, denn dann bekommen sie viel Geld von der Regierung; umgekehrt gibt es die Gefahr, dass der Staat viel zu viel bezahlt und ein schlechtes Geschäft macht. Wird der Preis dagegen zu niedrig angesetzt, werden die Löcher in den Bilanzen der Banken nicht geschlossen. »Technisch höchst anspruchsvoll« sei der Ankauf von Wertpapieren, sagt ein hoher deutscher Regierungsbeamter.

Quelle: die Zeit

Enorm kompliziert …. na, dann überlassen wir das lieber den Experten. Die sorgen dafür, das das Geld in ihre eigenen Taschen fließt, ohne das es jemand merkt. Und die Politik hilft ihnen dabei – zum Schaden der Anleger:

Denn die Banken fahren schon ihre Lobbytruppen auf, drohen mit verringerter Kreditvergabe. Und einige Politiker reagieren bereits. Das zeigt ein Brief, den Wirtschaftsminister Rainer Brüderle am Freitag an Finanzminister Wolfgang Schäuble schickte und der WELT ONLINE vorliegt. Darin warnt er vor zu hohen Belastungen der Finanzbranche durch die Bankenregulierung. „Ich denke, wir sind uns darin einig, dass die Stabilität des Finanzsystems und die Handlungsfähigkeit des Bankensystems gleichermaßen gesichert werden müssen“, so Brüderle. Aus wirtschaftspolitischer Sicht gehe es deshalb darum, eine Brücke zu schlagen zwischen den notwendigen höheren Eigenkapitalauflagen und der Sicherstellung einer ausreichenden Kreditvergabe.

Quelle: Welt-online

Und darum kauft jetzt die Deutsche Bank die Postbank – und deshalb ist das auch nicht zu teuer.  Die haben nämlich Kunden, die nur wenig Produkte pro Kunde haben. Die Deutsche Bank hat aber noch viele „Produkte“ die keiner versteht aber Ackermann reich machen – und diese Produkte brauchen Kunden. Also, liebe Postbankkunden freut euch auf die Besuche von Ackermanns Anlageberaterdrückerkolonne.  Eure Daten hat er jetzt. Ihr könnt auch ruhig alles kaufen, wenn ihr nicht mehr zahlen könnt: kein Problem, das machen denn Deutschlands Kranke, Rentner und Arbeitslose.

Müssen eigentlich irgendwo sehr reiche Menschen sein, diese Arbeitslosen, bei dem was die alles bezahlen müssen …

Ach ja, wer feierte alles im Adlon?

Dass sich der Veranstaltungsort Berlin durchaus lohnt, zeigt die Rednerliste der IMC. Bundesaußenminister Joschka Fischer, CDU-Chefin Angela Merkel und Innenminister Otto Schily sind angekündigt, obwohl die Veranstaltung weitestgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet.

Quelle: Manager-Magazin

Ein Tag Royal Suite im Adlon kostet 8500 Euro, also knapp 17000 Mark. Ohne Frühstück. Arbeitslose können noch nicht mal was buchen: man möchte ja unter sich sein:

Diese Buchung erfordert eine Garantie per Kreditkarte, (American Express, Diners Club, JCB, MasterCard, Visa Card)

Der Hartz IV Regelsatz für ein Kind beträgt 211 Euro.

Dafür sollte es wenigstens im Bad des Adlon umsonst schwimmen gehen dürfen. Immerhin haben die davon profitiert, das dort seine Zukunft verbraten wurde.

Die Kirche, die Reichen und der Zorn des HERRN

Wir hier in Deutschland sollen ja jetzt alle mehr Insekten essen. Viel mehr. Meint jedenfalls der Herr Arno van Huis von der Welternährungsorganisation FAO.

Geht es nach dem für die UNO-Welternährungsorganisation (FAO) tätigen Experten Arnold van Huis, sollen künftig auch in den westlichen Industrienationen Insekten verstärkt auf den Speiseplänen zu finden sein. Angesichts der sprunghaft steigenden Weltbevölkerung stehe laut einer aktuellen Studie demnach außer Frage, dass es künftig ressourcenfreundlichere Alternativen zu Fleisch geben müsse.

Quelle ORF

Leider erfährt man nicht, ob dieser freundliche Herr selbst schon mal gekostet hat und mit gutem Beispiel vorangeht, auf jeden Fall hat er schon mal ausgerechnet, das für uns hundert Gramm Würmer am Tag reichen werden.  Ich weiß nun nicht, ob diese Nachricht absichtlich lanciert wurde, während wir intensiv über die Hartz IV-Regelsätze diskutieren, gehe aber erstmal nicht davon aus, da es sich um eine Nachricht des ORF handelt.

Im Zusammhang mit der Diskussion um die Regelsätze versucht sich ja jetzt auch die Kirche sich  in einem neuen Licht darzustellen:

http://www.welt.de/politik/deutschland/article8788648/SPD-und-Kirchen-setzen-von-der-Leyen-unter-Druck.html

Zollitsch begründete seine Forderung nach höheren Hartz-IV-Sätzen mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das die Regierung zu der nun anstehenden Reform verpflichtet hatte. „Es hat uns wieder neu ins Bewusstsein gerufen, dass der Staat aus Verfassungsgründen ein Existenzminimum zu gewährleisten hat“, sagte er. „Eine Anhebung des Regelsatzes ist hierzu ein wichtiger Schritt. Wir haben eine Verpflichtung, uns für ein menschenwürdiges Leben einzusetzen. Ich warne vor sozialem Kahlschlag und fordere soziale Ausgewogenheit.“

Gibt es denn so was? Da hatte der Bischof … und alle anderen auch … doch glatt vergessen, das wir eine Verfassung haben,  die die allgemeinen Menschenrechte schützt.  Wie gut, das das Verfassungsgericht uns an diese für viele Bürger vollkommen unbedeutende und unbekannte Tatsache erinnert  hat: wie sind keine Sado-Maso-Bude, obwohl ich bei vielen Journalisten von Vier-Buchstaben-Blättern schon den Eindruck habe, das so ein bischen Sadismus gern gesehen werden würde.  Schwache quälen … ist inzwischen gesellschaftlich akzeptabel, wenn die arm sind.

Das der Bischof so etwas vergessen hat, wundert mich besonders, da die Geschäftsbedingungen seines Unternehmens weit über die allgemeinen Menschenrechte hinausgehen: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst. Na, das hatte er wohl auch vergessen. Darum sage ich das jetzt hier nochmal: Gott liebt die Armen besonders und sein Bodenpersonal tut gut daran, dies nicht nur mit Worten zu achten:

Die Option für die Armen ist ein theologisches Prinzip, das eine besondere Parteinahme für die Armen betont und in den 1960er und 70er Jahren in den von der Theologie der Befreiung geprägtenlateinamerikanischen Kirchen wiederentdeckt wurde.

Das Prinzip wird auf biblische Wurzeln bezogen, z.B. die Seligpreisungen der Bergpredigt und das Welt- und Heilsethos, welches in Jesu Worten und Handlungen zum Ausdruck kommt. Gott selbst hat demnach eine Entscheidung zugunsten der Armen getroffen.

Die klassische katholische Soziallehre kennt das Prinzip der Solidarität, formuliert aber keinen expliziten Vorrang der Armen. Stärker der Fall ist dies in einzigen Dokumenten des Zweiten Vatikanischen Konzils, u.a. in Gaudium et Spes 1 und Lumen gentium 8. Diese Texte wurden in Lateinamerika spezifischer ausgelegt. Ausgangspunkt ist die reale Erfahrung des Lebens der Armen in einer von Ausbeutung und Ungerechtigkeit geprägten Gesellschaft. Darauf reagiert die Gestaltung christlicher Praxis in den Basisgemeinden, wobei eine direkte Parteinahme für die Armen sichtbar wird.

Quelle: Wikipedia

Sehe ich den Einsatz von Ein-Euro-Jobbern in kirchlichen Bereichen, so frage ich mich, ob DER HERR das so gerne sieht. Zum Beispiel hier, in Bergisch-Gladbach, da wird richtig angepackt:

Die Evangelische Kirchengemeinde Bergisch Gladbach will Zeichen setzen und geht deshalb richtig ran: Für insgesamt 60 Arbeitslose schafft sie 1-Euro-Jobs in fast allen Arbeitsfeldern von Kirche und Diakonie. „Mensch & Arbeit – Förderinitiative RheinBerg“ heißt das Projekt, das seit 25. Oktober läuft und sich durchaus noch personell ausweiten könnte.

Schauen wir genauer hin, was denn die Kirche so antreibt, diese Leute einzustellen:

„Es ist erschreckend, wie viele qualifizierte Leute auf der Straße stehen“, sagt Thomas Werner.

Stimmt, da ist viel Berufserfahrung und Engagement vorhanden … und das kriegt man jetzt total billig!

Die Überzeugung: „Je größer und gründlicher man die Maßnahme anlegt, desto stabiler läuft sie.“ Nicht kleckern, sondern klotzen. Wenn schon, denn schon. „Wir würden auch 300 nehmen.“ Gemeinsam mit der Bergisch Gladbacher Agentur für Arbeit wurde ein Konzept gestrickt, das 20 Jugendliche, 20 Frauen und 20 weitere Erwachsene im Rahmen der 1-Euro-Jobs in den Gemeindedienst stellt. Das Willkommen mit Kaffee und belegten Brötchen war Ehrensache und das Team stellte fest: „Die Leute sind total motiviert.“  Etwa die Hälfte der neuen Kräfte arbeitet im Evangelischen Krankenhaus (EVK) Bergisch Gladbach in den Bereichen Betreuung, Pflege, Garten und Hausmeistertätigkeiten. Die übrigen 30 sind an verschiedenen Standorten tätig: Die sechs Kindereinrichtungen der Kirchengemeinde können auf je zwei Mitarbeiter zählen, das Q1 Jugend-Kulturzentrum sowie die Gnadenkirche mit Friedhof und altem denkmalgeschützten Gräberareal auf je vier.

Ganz viele arme Menschen, die billig helfen, kirchliche Vermögen aufzubauen und aufgebautes Vermögen zu schonen. Nein, was sind das edle und gute Menschen. So selbstlos. Ganz im Sinne des HERRN.

Es handelt sich dabei wohl um neue Protestanten, die sich wieder von der Linie des Karl Barth entfernen:

Die evangelische Theologie hält eine Soziallehre aber nicht mehr mit Hinweis auf die Fortwirkung der Ursünde in allen gesellschaftlichen Sphären für unmöglich. Sie hat also sowohl ihren Quietismus als auch das Bündnis von Thron und Altar verlassen. Vor dem Ende des 1. Weltkriegs galt der Protestantismus in Deutschland nämlich als strikt monarchistisch, also in diesem Sinne als politisch ungefährlich, im Gegensatz zum Katholizismus wandten sich nur Minderheiten der sozialen Frage und den Problemen der Arbeiterklasse zu.

Der Begründer des Christlichen Sozialismus in Deutschland war der evangelische Theologe Christoph Blumhardt (1842-1919), in der Schweiz Leonhard Ragaz. Auch der Schweizer Theologe Karl Barth, wohl der bedeutendste Erneuerer des Protestantismus im 20. Jahrhundert, vertrat einen religiösen Sozialismus, er wies auch auf Gemeinsamkeiten zwischen der biblischen Überlieferung der Lehre Jesu Christi und dem den meisten Kirchenleuten verhassten Marxismus hin.

Quelle: Wikipedia

Womöglich wird hier das Bündnis von Thron und Altar erneuert. Natürlich war Gerhard Schröder NICHT Beifahrer von Margot Kässmann, denn wäre das so gewesen, würden sich hier Abgründe auftun, die für das Gemüt des Deutschen unerträglich wären. Wie gut, das der Anwalt, der dies aus vertraulicher Quelle erfahren haben will, seine Aussage nun zurückgenommen hat:

Die hier befindliche Passage wurde durch eine am 06.04.2010 zugestellte einstweilige Verfügung des Landgerichts Hamburg, 325 O 100/10, untersagt.

Da wurde ja ziemlich viel Wind gemacht, der – wie üblich – den Verdacht erst nochmal richtig anheizt, erst recht, wenn man sieht, wie sonst noch gegen den Geheimnisverrat vorgegangen wird. So berichtet der Fokus über Ermittlungen gegen Polizeibeamte:

Nach der Alkoholfahrt von Margot Käßmann sind bei der Staatsanwaltschaft Hannover drei Strafanzeigen wegen Geheimnisverrats eingegangen. Unter Verdacht stehen offenbar Polizeibeamte.

Die Justiz soll klären, wie die Alkoholkontrolle der ehemaligen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche (EKD) binnen kurzer Zeit an die Öffentlichkeit gelangte und ob Polizisten vertrauliche Informationen weitergegeben haben.

Das Ziel dieser Anzeige bleibt mir schleierhaft.  Soll in Zukunft die Prominenz unerkannt besoffen durch Hannover fahren dürfen? Bei aller Liebe zum Datenschutz: als Person des öffentlichen Lebens sollte man da auch gegen Polizisten tolerant sein.

Aber … so ist sie halt, die deutsche Oberschicht. Man bleibt gerne unerkannt unter sich. Da läßt sich auch besser mauscheln, so jedenfalls die Aussage einer „Sinus-Studie“, zitiert im Manager-Magazin:

Neben allen Unterschieden gibt es auch einige Gemeinsamkeiten, die die Sinus-Forscher in allen Oberschichtmilieus ausgemacht haben. Da wäre zum Beispiel die ungewohnt starke Familienorientierung aller reichen Deutschen. Die Oberschicht denkt in geradezu dynastischen Kriterien: Es gehört zu ihren wichtigsten Anliegen, das Unternehmen, den Immobilienbesitz oder die Kunstsammlung wohlbehalten an die nächste Generation zu übergeben. Eigene, zahlreiche und möglichst wohlgeratene Kinder zählen deshalb zu den wichtigsten Statussymbolen.

Eine weitere Besonderheit: Alle Reichen verkehren am liebsten in Netzwerken mit ihresgleichen oder aber mit alten Freunden. Dieses Netzwerk mag für manche der Golfclub sein, die Nachbarschaft in einem elitären Villenviertel oder aber der Kreis alter Schulkameraden, die einen schon mochten, als man noch kein Geld hatte. Ob bewusst oder unbewusst: So wollen sich viele Reiche davor schützen, dass andere Menschen sie um ihres Geldes willen ausnutzen. Eine Urangst, die bekanntlich schon Dagobert Duck zu schaffen machte.

Und wie man reich wird? Ganz einfach: man nimmt von vielen wenig und hat dann selbst viel zu verteilen. Einige tausend Helfer bezahlt – schon läuft der Geldspeicher über.

Die Stromkonzerne werden ihren Kunden in diesem Jahr einer Studie zufolge rund eine Milliarde Euro zu viel in Rechnung stellen. Die Preise im Stromeinkauf seien zuletzt um 30 bis 40 Prozent gesunken, die Preise für Stromkunden aber im Schnitt um sieben Prozent gestiegen, heißt es in der Untersuchung der Grünen-Bundestagsfraktion. Laut Strombranche steigen die Preise voraussichtlich auch 2011 weiter.

Quelle: Yahoo

Irgendwann akkumuliert die Beute natürlich, die in der Familie gehortet wird.  Während man dem Volk das Glück des konsumfreudigen Singledaseins predigt und jene, die auf die Predigten hereingefallen sind als alleinerziehende  Ein-Euro-Jobber weiter ausbeutet, achtet man selber fein darauf, mehr und mehr und mehr zu machen – über Generationen hinweg.

Für die Erben als solche … auch kein Zuckerschlecken, denn anstatt ein eigenes Leben kriegen sie mit Geburt den Beruf  „Sohn“  selbst  wenn sie lieber Koch geworden wären. Auch bei der Wahl des Ehepartners reden die Eltern gerne schon mal ein Wörtchen mit, STATUS ist weit wichtiger als LIEBE. Für das Volk …. der Anfang vom Ende, denn irgendwann gibt es nichts mehr zu verteilen, es sei denn, der Staat vertuscht diese Tatsache durch steigende Verschuldung.

Darf ich den geneigten Kirchenmenschen noch etwas erzählen? Jenseits des Opiums, das sie ans Volk verteilen? Zwei kleine Dinge nur, damit es später nicht wieder heißt: Ach, hätten wir das nur gewußt … das haben wir ja TOTAL VERGESSEN!

Jesus kritische Haltung gegenüber den Reichen findet sich auch an anderen Bibelstellen wie jene über den Mammon:

Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.“

– Mt 6,24 EU

14Er fand dort im Tempel die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler sitzen. 15Da flocht er sich eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle samt ihren Schafen und Rindern aus dem Tempel hinaus, verschüttete den Wechslern das Geld und stieß ihre Tische um 16und rief den Taubenhändlern zu: ‚Schafft das weg von hier! Macht das Haus meines Vaters nicht zu einem Kaufhause!‘“

– ‚Die Heilsbotschaft nach Johannes‘ 2,13-16 übersetzt von Hermann Menge[1] (Einheitsübersetzung siehe: Joh 2,13-16 EU)

Quelle: Wikipedia

Und ich persönlich kann nur sagen: wenn da mal der HERR wirklich wiederkommt – was die ja glauben  – gibt das richtig dicken Stunk. Aber mal ehrlich. so wie die leben, glauben die doch selber nicht dran.  Sie leben von ihrem Gott wie andere von der Philosophie. Wie tröstlich zu wissen, das er trotz aller Unkenrufe … doch wiederkommen könnte.  Das wird dann ein lustiges Geschrei geben:  auf einmal sind alle so schwach und menschlich gewesen, auf einmal wird nach Gnade geschrieen … die sie den Ärmsten unter sich nicht gewähren wollten – weil sie es einfach vergessen hatten.  Hat der aber nicht auch gesagt: was ihr den Ärmsten unter euren Brüdern antut, das …. ach, lassen wir das. Man will ja keinem Angst machen in der Spaßgesellschaft, sonst ist ja schnell Schluß mit lustig und Frau Käßmann wird ganz nüchtern.

Wahn, Wahrheit und Wirklichkeit: kulturell unangemessener bizarrer Wahn

Sonntag ist. Ein Tag zum Geschichten erzählen,  zur Besinnung und zur Umschau, wo man eigentlich gerade steht.  Immerhin: für so etwas war die Kirche mal gut: dem Adel einen Arbeitstag abzuschwatzen. Muss nicht leicht gewesen sein.

Im Sommer 2002 durfte ich mal wieder durch die Republik reisen. Frei und ungebunden mit dem Auftrag,  Marktforschung bei Meinungsbildnern zu betreiben.  Zugang zu Menschen zu bekommen, die keinen Zugang gewähren, war eine meiner leichtesten Übungen. Das Themenfeld war … Diagnostik und Therapie der Schizophrenie.

Es wurden spannende Monate….wenn nicht sogar Jahre. Einer der psychiatrischen Chefärzte lud mich sogar in sein „Allerheiligstes“ ein, den Raum hinter dem Sprechzimmer, nachdem er meine Studienfächer erfragt hatte.

Das Gespräch dauerte sehr lange. Im Ergebnis hatten wie … einen „Deal“. Ich vermittelte ihm Menschen für eine Fortbildung, dafür würde er mich als Beobachter in der geschlossenen Abteilung der Anstalt zulassen.  Ich habe mehrere dieser „Praktika“ absolviert – in verschiedenen Kliniken.  Im Detail darf ich nicht darüber reden….und werde es auch nicht tun. Insgesamt habe ich den Eindruck, das die Psychiatrie sich auf dem Weg der Besserung befindet. Wurden die Patienten noch in den achtziger Jahren in Turnhallen an die Wände gekettet, so werden sie heute immerhin nur noch ans Bett gefesselt – wann immer sich die Pfleger von ihnen gestört fühlen.

Man sollte …. tunlichst vermeiden, solchen Menschen in die Hände zu fallen. Pfleger sind keine Heiligen, sind oft überfordert, verstehen die Krankheitsbilder nicht und neigen dazu, auf die Patienten zu reagieren wie auf normale Nachbarn, die sich danebenbenehmen.  Vielleicht habe ich deshalb den Rat eines Oberarztes bekommen, bei der Erwähnung meiner Klinikaufenthalte zu erwähnen, das ich KITTEL UND SCHLÜSSEL hatte.

Offensichtlich reicht Kittel alleine nicht. Also: ich besaß Kittel und Schlüssel. Konnte jederzeit ´raus. Die Pfleger nicht.

Spannender jedoch war für die andere Seite.  Die Psychiatrie kennt für die Diagnose der Schizophrenie ein Kriterium, das dem Philosophen sofort unheimlich ist und sein muß:

Unter einem Wahn versteht man eine krankhaft falsche Überzeugung über die Realität, die sich nicht korrigieren lässt. Beispiele sind Verfolgungs-, Vergiftungs- oder Beeinträchtigungswahn, aber auch Größenwahn. Die Wahnthemen sind oft bizarr, z.B. der Wahn, das Wetter kontrollieren zu können oder mit Außerirdischen in Verbindung zu stehen.

Wahrheit und Wirklichkeit sind Themen, die man in der Philosophie am besten gar nicht anrührt….weil man zu keinen Ergebnissen kommt.  Schnell macht man die Erfahrung, das die einzigen Idioten auf diesem Planeten diejenigen sind, die glauben, etwas wirklich zu wissen.

Die letzten dreihundert Jahre haben wir uns als Zivilisation als Leute gebärdet, die … alles aber auch wirklich alles wissen. Was war der Ergebnis?

Atombomben, Konzentrationslager, Völkermorde, Hexenverbrennungen, Umweltzerstörungen … die Liste ließe sich beliebig verlängern. Sicher, wir haben auch Kaffeemaschinen und Toaster … aber zu welchem Preis.  Die Bilanz unserer „Kultur“ ist – bei allen technischen Wundern – bislang erbärmlich, dabei sollten doch Aufklärung und Vernunft uns zur Freiheit, zum ewigen Frieden und zum Paradies führen, während es momentan so aussieht, als führe uns die Vernunft schlichtweg direkt in die Hölle auf Erden – vielleicht auch ein Grund, weshalb psychische Erkrankungen zunehmen.  Hölle ist halt geistig ungesund.

Andere Definitionen von Wirklichkeit also als „krank“ darzustellen (wie es auch im Stalinismus gerne getan wurde),  ist schlecht mit der Wirklichkeit der „modernen  Zivilisation“  in Einklang zu bringen, die selber keinen allzu gesunden Eindruck macht.

Der Chefarzt sah es genauso. Deutsche musste er behandeln, wenn sie mit Gott sprachen, Türken, wenn sie nicht mehr mit Gott sprechen konnten – jedenfalls wenn man dem schwammigen Wortlaut der Diagnostik folgt.  Ergo war ihm daran gelegen, Fortbildungen über Wirklichkeitsdeutungen für Ärzte und Pfleger zu organisieren. Ich sagte ihm zu, das ich das organisieren würde.

Ein wenig Recherche nur …. und ich traf seltsame Menschen, erfuhr eine Wirklichkeit mitten in Deutschland, die ich zuvor für unmöglich gehalten hätte.  Auch hier … möchte ich nicht über Details reden.  Was ich fand, war unter anderem eine Bundestagsabgeordnete, die eine sehr devote Beziehung zu jemandem führte, der … für mich dann als Referent arbeiten sollte. Viele nannten ihn einen Schamanen, einen Zauberer – er selbst allerdings nannte sich nur jemand, der „im Wald betet“ – was er auch tat, ich war dabei.  Der Mann hatte ein Schwester, die Psychiaterin war – und er war (für mich natürlich wichtig) uneingeschränkt gesellschaftsfähig, was man kaum glauben würde, wenn ich von bzw. aus seiner Welt erzähle. Traue ich seiner Frau, so sind es tausende von Menschen, die in vielen Jahren seinen Worten gelauscht haben, systematisch baut er seine eigene kleine „Kirche“ auf, um … die Welt zu heilen.

Völlig wahnsinnig, wenn er vor den Ärzten und Pflegern gesessen hätte, die ihn bei Einweisung begutachten. Dort allerdings … hat keiner eine Chance.  Ich war bei einigen der Einweisungsgespräche dabei….hat man den Stempel „verrückt“ auf der Stirn, gibt es schlichtweg nichts um das Gegenüber vom Gegenteil überzeugen zu können. Dort merkt man wie sehr Wirklichkeit von Deutung abhängen kann. Ein normaler, stockkonservativer Managertyp im Nadelstreifenanzug bekommt die Diagnose „emotional verflacht“, regt er sich über die Diagnose auf, so kriegt er eine neue, zusätzliche: gesteigerte Affektivität. Dieses Spiel kann man endlos weiterspielen, es gibt schlichtweg keine Äußerung, die nicht ins krankhafte interpretierbar wäre … aber es gibt dankenswerterweise viele Ärzte, die sich dessen bewußt sind.

Politisch gesehen natürlich außerordentlich brisant … und es ist verwunderlich, wieviel politische Vernunft in jenen Menschen war, die ich auf meinen Reisen noch kennengelernt habe. Keltische Priester (und das auch noch in der Eifel), christliche Nonnen,  die in der Eifel mit Hilfe des Zen-Buddhismus Bürger missionieren wollen, um die Lehre, die die moderne Zivilisation hinterlassen hat, mit Sinn, Glück und Lebensfreude zu füllen (Zenklausen … die darf ich auch öffentlich erwähnen), keltische Stämme (mit Schwertritualen, sind auch Unternehmensberater dabei), bekennende Hexen unterschiedlichster Form (organisiert und nicht organisiert) … eine weite Welt tat sich auf, die unerkannt neben unsere lebt, aber in der Kritik zur Politik der BRD überraschende Gemeinsamkeiten aufweist.

Eine ähnliche Kritik – sehr ähnlich sogar – fand ich in den Reihen der Psychiater.  Schauten diese ach so fremden, gegensätzlichen Menschen auf die politische Wirklichkeit der BRD, so sahen beide das Gleiche: ein Wiedererstarken des Faschismus, sowohl hier als auch in den USA (wozu sich einer der Schamanen regelmäßig in die „Tapete“ des weißen Hauses „hineinträumte“ … bevor jetzt einer laut lacht: die USA machen unter dem Stichwort „remote viewing“ ähnliches, das Lachen darf im Halse steckenbleiben),  der damalige Chefarzt der Psychiatrie in Gießen machte sich sogar gerne mal in öffentlichen Vorträgen Luft über den ansteigenden Faschismus in den USA, den er an der Neuregelung der  Behandlung von psychisch Kranken in diesem Land festmachte.  Und hier …. um einen großen Kreis zu schließen … fand ich an einer namhaften Universitätsklinik auch eine Psychiaterin moslemischen Glaubens die … sehr überzeugt davon war, das der Islam die einzige Rettung vor jenen Kräften sein wird.

Eine ganz normale, junge, moderne Frau, Raucherin, die mich mit einigen überzeugenden Büchern konfrontierte wodurch es mich  nicht mehr wirklich verwundert, warum „der Islam“ auf einmal zum Feind geworden ist.

Ein kleiner gemeinsamer Nenner verschiedenster „Kontrahenten“.  Sage ich jetzt aber hier öffentlich:  Dieses Land wird faschistisch! so bin ich es, den man für verrückt erklären würde.  Ich habe nun keinen Kontakt mehr zu diesen Leuten – außer das ich regelmäßig noch zu der einen oder anderen Fortbildung für Psychiater eingeladen werde.  Zu den „Zauberern“ habe ich auch keinen Kontakt mehr, ihre Wirklichkeit wurde mir zu unheimlich – und man hat ja – Gott sei Dank – die freie Wahl.

Ich habe mich aber an alle erinnert, als „Hartz IV“ eingeführt wurde.

Meine Position, das dieses Land nie und nimmer wieder faschistisch wird, wurde auf einmal nahezu unhaltbar, denn alles, wovor Psychiater und ihre potentiellen Patienten gewarnt hatten, stand auf einmal vor der Tür, die Dunkelheit, vor der sie gewarnt hatten, war auf einmal politisch konkret benennbar und erfahrbar.

Entgegen jeglichen Gerechtigkeitsdenkens schuf die politisch herrschende Klasse (nennen wir sie mal die Maschmeyer-Schröder-Gang) eine künstliche Unterschicht, denen viele bürgerliche Rechte aberkannt wurden.  Ihr Besitz wurde konfisziert … auch wenn sie zuvor dreißig Jahre fleißig in die Versicherung einbezahlt hatten. Der neue Faschismus hatte sich seinen neuen Juden gebaut – und sich erstmal -wie üblich –  an ihm bereichert.

Es ist schon peinlich, wenn man als normal denkender Mensch merkt, das Moslems, Hexer und Zauberer den zukünftigen Verlauf von Wirklichkeit besser vorhersagen konnten als hochbezahlte „Experten“.  Nun, vielleicht … sollte man der Möglichkeit Raum geben, das es Menschen gibt, deren Wahrnehmungshorizont weiter ist als der unsrige, die eine feinere Nase für „Wirklichkeit“ haben, als der Durschnitt.  Ist ja auch nichts besonderes, was die Nase angeht schlägt uns jeder Hund an Wahrnehmungsqualität. Dieser Gedanke kam mir, als ich das Video von Alex Jones über den Bohemian Grove ansah. Alex Jones mokiert sich über die Menschen, die vor der Tür protestierten: Hexen und Zauberer, der „Gegenzauber“ wirken wollten….für mich war dies nach meinen Erlebnissen in Deutschland  normal.

Sieht man sich die Rituale des Grove an … so würde ich die Menschen, die sich dort an der Verbrennung von Kinder- Babypuppen beteiligen, während Schmerzensschreie über den Platz hallen (zu sehen z.B. ), am liebsten sofort einweisen lassen. Geht aber nicht, ist die Maschmeyer-Schröder-Gang der USA, sogar Helmut Schmidt war schon da. Die kann man nicht einweisen lassen, die BESTIMMEN, was Wirklichkeit ist….in Deutschland ganz einfach über den Schulstoff, der in Curricula gefaßt bestimmt, was ein Schüler wissen darf und was nicht.

Und die Schüler selbst … bekommen ein wenig Angst, was in der Philosophie auf sie wartet, wenn sie durchhalten:

Wer bis hierher durchgehalten hat, hat sich als philosophisch belastbar erwiesen, der Kurs ist zusammengeschmolzen, und wir trauen uns jetzt, Fragen zu stellen, die manchem da draußen verrückt erscheinen. (Die spinnen, die Philosophen!):

  • Könnte ich beweisen, dass ich ‚wirklich’ existiere – und nicht bloß als Figur in einem Computerspiel? Und was ist mit der ‚Welt’ um mich herum?
  • Wir nehmen die Welt wohl ganz anders wahr als eine Biene oder eine Fledermaus – Gibt es eine ‚richtige’ Sicht der Welt?
  • Was ist ‚Wahrheit’, können wir sie erkennen?
  • Werden irgendwann einmal alle Fragen beantwortet sein?

Quelle: Lehrplan Philosophie, Freiherr vom Stein-Gymnasium Oberhausen.

Man merkt … die Suche nach Wahrheit und Wirklichkeit macht heutzutage Angst … man könnte für verrückt gehalten werden. Besser man hört frühzeitig damit auf.

Die Verrückten stehen auf Bergen und schreien nach ihren Göttern….die angeblich auch antworten.

Die Vernünftigen jedoch fallen in den Irak ein, massakrieren seine Bevölkerung, marschieren in Afghanistan ein, massakrieren dort auch die Bevölkerung, bohren Löcher in die Erde die sie nicht mehr zubekommen und verkaufen ihre Oma für eine Handvoll Rendite.

Wahn, Wahrheit und Wirklichkeit.

Wie einer der Psychiater sagte: wir haben hier nur diejenigen, die den Wahnsinn dort draußen nicht mehr aushalten.

Und wenn ich überlege, wer mehr Schaden anrichtet … die Hexen oder die „Grover“ … dann weiß ich, wen man einsperren müßte, um dem Wahnsinn ein Ende zu bereiten.

Wie  heißt es so schön: an ihren Früchten sollt´ ihr sie erkennen.

Tun wir aber nicht.

Aber wir versuchen, kulturell unangemessenen bizarren Wahn zu erkennen und zu therapieren.

Noch ein Nachtrag, eine gruselige Geschichte zum Abschluß?

Auch die deutschen Schamanen, Hexen,Priester und Zauberer versuchten eine konzertierte Aktion (nicht gegen den Grove, aber gegen das was aus den USA ´rüberschappte,  gegen das, was sich in der Gesellschaft breit machte und Liebe und Leben zu verdrängen suchte).

Allen ging es danach schlecht. Geld weg, Frau weg, Leben weg, unheilbare Krankheiten … keiner konnte sein gewohntes Leben weiterführen. Am schlechtesten ging es jemanden, der mehrer Firmen an die Wand gefahren hatte, völlig überschuldet war und den sogar ich niemals eingestellt hätte, weil er völlig kaputt und ausgebrannt war.

Er ist heute (echter!) Unternehmensberater und will von früher nichts mehr wissen. Man war auf ihn zugegangen und hatte ihm ein Angebot gemacht.

Gut, das ich nicht verrückt bin, denn sonst würde mir das zu denken geben.  Wenn man aber normal ist (und mit zwei-drei Liter billigem Rotwein am Tag) kann man solche Nachrichten gelassen ertragen:

Die Tanklastwagenbesitzer, die derzeit streiken, haben für ihre Genehmigungen bis zu 300.000 Euro bezahlt. Erteilt der Staat nun schrittweise so gut wie kostenfreie Lizenzen, verlieren die alten ihren Wert – Männer wie Sidas fürchten um ihre finanzielle Zukunft. Denn bislang waren die Fuhrunternehmer auf ihrem Markt konkurrenzlos, selbst EU-Ausländer konnten keine Transportlizenzen erwerben.

Und warum geschieht das? Warum werden 33000 Kleinunternehmer enteignet, ohne das die deutsche Medienöffentlichkeit sich aufregt?

Nicht zuletzt, weil der Kreditvertrag mit der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds, der Griechenland vor dem Staatsbankrott bewahrt hat, ihn zur Liberalisierung des Arbeitsmarktes verpflichtet.

Was bei uns „Putsch von oben“ war, ist jetzt in Griechenland die “ Revolution des Selbstverständlichen“.

Nun muss Premier Papandreou seinen Landsleuten erklären, dass es keine Alternative zu den Einschnitten gibt. „Wir sind aufgerufen, die Revolution des Selbstverständlichen durchzuführen“, sagt der Regierungschef.

Und es kommt sogar noch besser:

Jetzt droht die Regierung mit der „zivilen Mobilmachung“. Folgt ein Lkw-Besitzer dem auf seinen Namen persönlich ausgestellten „Marschbefehl“ nicht, könne er sofort festgenommen und einem Schnellgericht überstellt werden, das Fahrzeug könne beschlagnahmt werden, droht Transportminister Dimitris Reppas.

Das Militär ist auch schon da:

Auch die Kabinettsentscheidung, die Armee für die Versorgung wichtiger Einrichtungen wie Krankenhäuser, Stromwerke und Flughäfen einzusetzen, lässt die Transporteure nicht aufgeben.

Und da kommt noch mehr:

Im Herbst sollen außerdem sämtliche „geschlossenen Berufszweige“ wie die der Taxiunternehmer, Anwälte oder Architekten liberalisiert werden.

Schade nur, das ich keinen Alkohol trinke.  Und auch sonst neige ich wohl in Kontakt mit Nachrichten zu schizophrenen Schüben:

Wichtig ist, dass sich psychotische Krankheitsphasen durch Frühwarnzeichen ankündigen können, die oft Tage bis Wochen vor Ausbruch der eigentlichen schizophrenen Symptomatik bestehen. Diese zu erkennen ist wichtig, um schnell mit einer entsprechenden Therapie beginnen zu können. Zu solchen Frühwarnzeichen gehören:

  • Ruhelosigkeit
  • Nervosität und Gespanntheit
  • Stimmungsschwankungen
  • Schlafstörungen
  • Schwierigkeiten bei der Arbeit, Überforderungsgefühle
  • Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
  • sozialer Rückzug.
  • Ich finde, man sollte solche Nachrichten verbieten, denn bei mir stellen sich in der Tat einige Frühwarnzeichen ein … erst recht, wenn ich noch eine andere Nachricht hinzufüge:

    Jetzt kommen die Jahre mit dem fetten Gehalt


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