Sachsen-Anhalt

This tag is associated with 3 posts

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt (Teil 2)

Man kann es kurz machen. Im Tabellenkeller ist die FDP auf ihr reales Wählerpotential in der Nähe von drei Prozent zurückgestutzt worden.

Die NPD hat in einem ostdeutschen Flächenland wieder mal einen hohen Zuspruch erfahren. Die nur geringfügig höhere Wahlbeteiligung, knapp unter 50 Prozent, wie es scheint, wird wahrscheinlich dazu führen, dass die rechten Spinner nicht in den Landtag einziehen werden. Allerdings halte ich das Ergebnis der FDP im Vergleich zur NPD für wichtiger. Mit den braunen Schwachköpfen redet ohnehin keiner, selbst wenn die zehn Prozent Zustimmung erhalten würden. Mit den liberalen Extremisten und Menschenhassern wird hingegen schon gesprochen. Die werden ja unter Umständen für intelligent und verlässliche Demokraten gehalten.

Das übrige Erbegnis ist wie erwartet. Die SPD muss sich einmal mehr überlegen, ob sie für die Mehrheitsrechten oder die Mehrheitslinken den Juniopartner spielt. Die Wahl fällt nicht wirklich schwer. Ungeachtet der rot-roten Mehrheit im künftigen Parlament wird es aller Voraussicht nach wieder eine große Koalition geben. Dabei wird sich die CDU durchsetzen, weil die SPD mit der Linken gar nicht drohen könnte oder will, weil sie dann ja wiederum deren Bedingungen zu erfüllen hätte. Die Union kann sich freuen. Das Ergebnis für sie ist durchaus komfortabel.

Demnächst werden die Sachsen-Anhaltiner also vom Baywatch-Star und Knight Rider David Hasselhoff regiert. Quatsch, der Mann von der CDU heißt Reiner Haselhoff. Ich hatte mich schon sehr über die Gesichtsveränderung gewundert.

Nichts für ungut und Looking for Freedom, äh Bullerjahn.

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt (Teil 1)

Es ist Mittag und die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt sind angelaufen. Kurzer Zwischenstand zur Wahlbeteiligung:

Es ist Mittag und die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt sind angelaufen. Kurzer Zwischenstand zur Wahlbeteiligung:

Quelle: Landeswahlleiter

Die Wahlbeteiligung liegt demnach mit 19,8 Prozent höher als bei der letzten Wahl 2006 (12,5 Prozent) zum gleichen Zeitpunkt. Dennoch muss man sagen, dass am Ende bei entsprechendem Verlauf etwa um die 50 Prozent der Wahlberechtigten ihr Kreuz gemacht haben werden. Das wäre kein wirklicher Erfolg. Daher gilt weiterhin die Aufforderung an die Menschen in Sachsen-Anhalt, dem Land der Frühaufsteher, doch bitte wählen zu gehen.

Wenn Ihr nicht wählt, habt Ihr verdient, was Ihr danach durch die Parteien erfahren müsst, die ihr nicht gewählt, aber dennoch durch Eure Nichtwahl stärker gemacht habt. Es sind die Nichtwähler, die darüber entscheiden, ob die FDP die 5%-Hürde erreicht, nicht die Wähler.  

Quelle: Megahoschi

Die vergessene Templer-Kirche von Almsdorf…

Die vergessene Templer-Kirche in Almsdorf

…habe ich im vergangenenNovember besucht, obwohl ich eigentlich auf der Suche nach der bekannten Templer-Kapelle von Mücheln (Wettin) war.

Die vergessene Templer-Kirche in Almsdorf

Die vergessene Templer-Kirche in Almsdorf

Almsdorf ist ein Ortsteil des anderen sachsen-anhaltinischen Mücheln, insofern sei das Mißverständnis nachzusehen ;)

„Vergessene Templerkirche“ deshalb, weil es zwar unzweifelhafte Anzeichen für eine Beteiligung des einst ältesten christlichen Mönchsritterordens gibt, der Orden selbst aber vor Ort und auch im Net keinerlei Erwähnung im Zusammenhang mit Almsdorf findet.

Aber ganz ähnlich ist es ja mit dem Naumburger Dom auch.

Vergessen aber auch, weil von der Kirche leider nur noch die Grundmauern und die beiden Türme stehen und das Grundstück sich in Privatbesitz befindet, auf welchem der Zutritt verboten ist.

Dabei würden sich hier Ausgrabungen sicherlich als lohnend erweisen, denn in Gras & Boden sind deutliche Spuren zu erkennen, die auf eine weitaus größere Anlage schließen lassen.

Den wenigsten ist bekannt, das die Templer auch in Deutschland recht aktiv waren, wenngleich nicht so sehr, wie bspw. in Frankreich oder England, was auch daran gelegen hat, das hierzulande bereits zwei andere Orden vertreten waren, namentlich die damaligen Hospitaliter (heutzutage besser als evangelische Johanniter und katholische Malteser bekannt) und der Deutsche Orden, auch Deutschherren- oder Deutschritterorden genannt.

Beide waren ja nach dem Vorbild der Templer gestaltet und naturgemäß lag hier eine deutliche Rivalität in der Luft.

Die Kirchenruine in Almsdorf mit charakteristischen Doppelturm, welche auf das alte Marktrecht hinweisen, besitzt zwei interessante Steintafeln, die erste über die Grundsteinlegung 1307 in Minuskeln, die zweite über eine (Almosen) Stiftung 1377 in Majuskeln und das „Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler“ von 1914 verrät uns noch:

spätromantischer breitrechteckiger Wehrturm mit gekuppelten Fenstern und 2 schlanken Spitzhelmen, deren Dachstuhl interessant verstrebt ist. Das Schiff ist mehrfach erneuert, unbedeutend, die alte Apsis abgebrochen.

Auch diese Beschreibung paßt zu dem üblichen Bild einer „Templerkirche“:

Es gibt drei verschiedene Arten von Templerkirchen. Zum einen sind da, die so genannte Zentralbauten, die in ihrer Grundform entweder rund oder polygonal sind.

Das zweite Beispiel einer Templerkirche ist die einschiffige Kirche mit halber Überkupplung. Als Kirchenschiff bezeichnet man den Teil zwischen dem Eingang und dem Hauptaltar. Eine einschiffige Kirche hat hier nur einen Raum. Es gibt des weiteren die dreischiffige Kirche. Bei einer dreischiffigen Kirche sind zur rechten und linken des Mittelschiffes, was wieder dem Raum zwischen Eingang und Altar entspricht, jeweils ein weiterer Raum über einen Großteil der Länge des Mittelschiffs vorhanden. Die Templerkirchen haben also einen Raum auf rechteckiger Grundfläche und ein Teil des Daches ist überkuppelt.

Die dritte, schlichteste und weit verbreitetste Form der Templerkirche ist die einschiffige Kirche mit einem Tonnengewölbe. Wieder gibt es in der Kirche nur einen Raum und das Dach ist gebogen. Ein Tonnengewölbe ist ein Halbkreis, der anstelle eines flachen oder spitzen Daches das Gebäude abschließt. Das Tonnengewölbe stammt aus der romanischen Zeit und ist der Grundstein für die Spitzbögen der Gotik. Ein Tonnengewölbe wird nicht durch Säulen oder Pfeiler gestützt.  (Quelle)

Möglicherweise kann dem Interessierten das Buch „Die Templer in Mitteldeutschland“ Gunther Lehmann und Christian Patzner mehr verraten.

Die letzten 100 Artikel