Robert Habeck

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Zum Vizekanzler, der mit Deutschland und mit Gott „nichts anfangen“ kann (unveröffentlichter Leserbrief von Prof. Hubertus Mynarek an den SPIEGEL)

Zum Vizekanzler, der mit Deutschland und mit Gott "nichts anfangen" kann (unveröffentlichter Leserbrief von Prof. Hubertus Mynarek an den SPIEGEL)


(Bild: E-Gruppe Berlin)

Dass es keineswegs unerheblich ist, welches Weltbild ein Politiker bzw. ein Mensch in sich trägt und dass dieses Weltbild zu ganz konkreten Realitäten führt, die dann auch im Sozial- und Wirtschaftsleben – mitunter schmerzhaft – spürbar werden, ist jüngst am Beispiel Habeck zu sehen. Als praktizierender Nihilist weiß Habeck laut eigenem Bekunden nicht nur „mit Deutschland nichts anzufangen und weiß es bis heute nicht“, sondern ebenso wenig mit Gott. Dazu habe er „zu viele Philosophen gelesen“. In einem Leserbrief an den Spiegel weist Prof. Hubertus Mynarek auf die evidente Unbelesenheit eines Wirtschaftsministers hin, der eine solche Aussage tätigt. Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Textes (edit: pw).

Leserbrief
zum „Land der Gottlosen“ in:
Der Spiegel Nr. 34/20.08.2022

Es zeugt vom schwachen Bildungsgrad des grünen Vizekanzlers Robert Habeck, wenn er sich rühmt, nicht an Gott glauben zu können, weil er „wohl zu viele Philosophen gelesen“ habe. In Wirklichkeit war die weit überwiegende Mehrheit der Philosophen seit der Antike Theisten und religiöse Pantheisten, auf welch letztere Schopenhauers Diktum, Pantheismus sei nur eine höflichere Form des Atheismus, keineswegs zutrifft. Habeck kann also höchstens, wenn überhaupt, nur die paar nennenswerten Atheisten, die in der Philosophiegeschichte vorkommen, gelesen haben: Ein „Philosoph“, der von echter Philosophie wenig Ahnung hat!

Aber angesichts der relativ geringen Zahl atheistischer Philosophen in der Philosophiegeschichte muss sich der Atheismus halt an religiöse Pantheisten heften und ihnen ein pseudoatheistisches Image verpassen. So macht das ja auch die Giordano-Bruno-Stiftung, zu deren Vorstand der in Ihrem Artikel zitierte Carsten Frerk gehört, und die ebenfalls einen Etikettenschwindel begeht, indem sie den tiefreligiösen und die Göttlichkeit des Multiversums enthusiastisch preisenden Exmönch Giordano Bruno zu einem Atheisten umfunktioniert, um für möglichst viele in ihrem Gottesglauben Schwankende annehmbarer zu werden.

Überhaupt begeht auch Ihr Blatt den Fehler, Religiosität weitgehend mit Kirchlichkeit gleichzusetzen, weshalb es dann im Bedarfsfall nicht erklären kann, warum die Mehrheit der aus der Kirche Austretenden keineswegs zu atheistischen Grüppchen überläuft, sondern eine eigene, individuelle Religiosität und Spiritualität vorzieht, entwickelt und praktiziert.

Universitätsprofessor i. R. Dr. Hubertus Mynarek
Odernheim

(Nur für Ihre Redaktion: Mynarek ist Autor der folgenden drei Bücher zur obigen Thematik: „Moderne Denker der Transzendenz“;
„Religiös ohne Gott?“;
„Die Giordano-Bruno-Stiftung“, Angelika-Lenz-Verlag, Neu-Isenburg 2022).

 

 


Zum Autor:

Der Philosoph und Theologe Hubertus Mynarek gilt als einer der prominentesten Kirchenkritiker unserer Zeit. Er war Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien und der erste Universitätsprofessor der Theologie im deutschsprachigen Raum, der aus Gewissensgründen aus der katholischen Kirche ausgetreten ist. In einem Offenen Brief an Papst Paul VI. prangerte er dessen Herrschsucht und die Machtstrukturen der kirchlichen Hierarchie an. Eines seiner Hauptwerke ist „Herren und Knechte der Kirche“. Mynarek ist Vertreter eines ökologischen Humanismus, den er u.a. in seinen Büchern „Ökologische Religion“ und „Die Kunst zu sein“ darlegt. Vita siehe mynarek.de.


 

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