Revolution

This tag is associated with 49 posts

Wahre Worte eines Einsiedlers: der Irrsinn des Linken

Donnerstag, 14.11.2013. Eifel. Es gäbe noch viel zu schreiben, aber ich habe mir eine neue Tastatur gekauft, die sehr gewöhnungsbedürftig ist. Das ist aber nicht der Grund, weshalb ich es mir heute ein wenig einfach mache. Mir ist noch ein weiterer Kommentar im Kopf geblieben, den ich mehrmals durchgelesen habe. Mir ist viel daran gelegen, ihn noch einmal größer heraus zu bringen – und das nicht  nur, weil ich den Autor sehr schätze, sondern weil dies ein Thema berührt, das ich seit Wochen mit mir herumtrage.

Der Kommentar kam vom „Einsiedler“ und berührt einen Aspekt meiner Artikel, der ein wenig untergegangen ist. Wollen wir ihn einfach mal lesen:

Zur gesellschaftlich notwendigen Antwort auf all diesen unerträglichen Zynismus:
Eine kopflose Revolte ist zum Scheitern verurteilt. Das zeigt die Geschichte, insbesondere die mit den Spezialdemokraten (Mehrheits-SPD). Es lohnt sich sehr, hier mal zu lesen, was bei einer deutschen Revolution üblicherweise so alles schiefgeht : de.wikipedia.org/wiki/Novemberrevolution und besonders: Wolfram Wette, Professor für Neueste Geschichte in der ZEIT zum gleichen Thema: http://www.zeit.de/2003/24/A_-Milit_8areins_8atze/komplettansicht .

 

Wer es ernst meint und nicht nur Dampf ablassen will, der muss sich konkret fragen, wie eine bessere Gesellschaft aussehen sollte und wie diese herbeigeführt werden kann. Welche Personen, Organisationen und Techniken sind geeignet, diesen Wandel trotz vielfältigstem Widerstand zu bewirken? Welche Zielkonflikte werden zwangsläufig auftreten und wie stehe ich selbst dazu? Was kann ich selbst zum Gelingen beitragen? Wo stehe ich dem Ziel gar selbst im Wege? (Wie) bin ich selbst lern- und entwicklungsfähig?

 

Lauter schwierige und unangenehme Fragen, mit deren Beantwortung wir wohl hoffnungslos überfordert sind. Wir müssten uns ernsthaft damit beschäftigen, geradezu ausbilden und persönlich entwickleln. Aber wer kann das leisten, wie soll das gar eine Mehrheit leisten, um ein korrektes demokratisches Vorgehen zu gewährleisten? Kaum vorstellbar!

 

Stattdessen warten wir anscheinend lieber gemütlich auf den omnipotenten, charismatischen und glückreichen Helden, der uns all diese Fragen erspart und uns einfach an die Hand nimmt und zu dem Ziel führt, das wir zwar konkret noch gar nicht kennen, aber lassen uns gerne voller Vertrauen dorthin führen?

 

Ohje, das wär ja schlimm: ein neuer “Führer”, der uns die schwierige, unangenehme und gefährliche Arbeit abnimmt? Bloss nicht! Aber: diese Arbeit selbst leisten? Noch schlimmer!

 

Also lieber weiter fruchtlos streiten und aneinander vorbeireden. Das gibt uns wenigstens das Gefühl, etwas zu tun…

 

Daher wird es wohl kommen, wie es kommen muss: den fürchterlichen Kollaps werden die alten Eliten nutzen, um ihre Herrschaft noch weiter zu festigen. Denn sie machen nicht nur Sprüche. Das tun sie nur im Vordergrund. Im wesentlichen aber GESTALTEN sie ihre Machtoptionen – jetzt. Sie raufen sich zusammen, um ihre feudalen schönen Lebensstile ganz pragmatisch zu sichern.
Was tut der Widerstand? Er bekämpft sich selbst. Es gibt keine konsensfähigen Ziele oder gar Wege dorthin, und noch nicht einmal den glaubwürdigen Wunsch, dorthin zu gelangen.

 

Aufklärung und Empörung sind gut und wichtig. Aber solange wir nicht auch das Heft zur GEMEINSAMEN Umgestaltung selbst in die Hand nehmen, werden dies andere in IHREM Sinne tun. Wie machen wir es ihnen leicht? Indem wir gerne jeden Anlass zum Vorwand nehmen, nicht zu kooperieren. Der eine ist von der Gewerkschaft, der andere zu radikal, ein Dritter zu gemässigt, eine Vierte gar Feministin, eine Fünfte hat konservative Werte. Und wir wurden ja schon einmal enttäuscht… Tausend Gründe, nicht zu kooperieren!
Ist ja auch viel bequemer als der mühsame Weg, selbst politisch aktiv zu werden. Und vielleicht geschieht ja noch ein Wunder? So wie im Fernsehfilm, wo immer im letzten Moment der glückliche Retter auftaucht? Die Hyperrealität hat uns längst eingeholt! Und darum sollten wir uns auch nicht beschweren, wenn es so kommt, wie es kommen muss.

Wie es kommen wird?

Der Megacrash wird seit 2008 mit immer neuen Geldern aufgehalten. Ewig kann das so keiner finanzieren – und wir werden dankbar sein müssen für diesen Crash. Käme er nicht: die Täter würden die Welt in ein Konzentrationslager verwandeln, um ihrer Entdeckung zu entgehen. Sie sind ja schon dabei – viele merken es täglich (so wie andere sich täglich darüber aufregen, dass man diesen Prozess beim Namen nennt: wie gerne würden wir vergessen, dass es so etwas wie Ausschwitz je gegeben hat! Das Leben wäre wieder so schön einfach.

Ist es aber nicht.

Die Gesetzgebung läuft die ganze Zeit in diese Richtung: Arbeitspflicht für alle – und kostengünstige Entsorgung bei absehender Minderleistung im Falle von Krankheit oder Alter.

Was aber tut der Widerstand? Die außerparlamentarische Opposition?

Pflegt die Wichtigkeit des eigenen ICH – zur Not auf Kosten des Nebenmannes. Erschöpft sich in Diskussionen hinter dem Stacheldraht, um sich gegenseitig zu beweisen, wer denn der bessere Linke ist.

Demnächst mehr zu diesem Thema – jetzt möchte ich die Worte des Einsiedlers lieber unkommentiert zum Lesen empfehlen: darin liegt der ganze Plan zur Rettung vor der Katastrophe begründet.

 

Von Missverständnissen und dem Konkurrenzkampf um den „richtigen Weg“ gegen den „Tanz ums goldene Kalb“

Von Missverständnissen und dem Konkurrenzkampf um den „richtigen Weg“ gegen den „Tanz ums goldene Kalb“

Ein verspätetes Wort zum Sonntag vom Einsiedler, einem Wald- und Wiesenphilosophen ohne Examen
Meine Wilderei im Territorium eines ausgewiesenen Platzhirschen wird der Leser hoffentlich verzeihen- schliesslich gebietet die Emanzipation auch die Befreiung aus der Vorherrschaft von „ausgewiesenen Experten“.

Es soll hier niemand persönlich angegriffen werden, doch der Konflikt um die causa Boes hat mal wieder gezeigt, warum es leider (bisher) kein breites Bündnis für artgerechte Menschhaltung gibt. Unsere nur zu menschlichen Schwächen führen ein gefährliches Eigenleben, das man nur durch bessere Beobachtung und den Mut zur kreativen Pause entschärfen kann. Das heisst: sich immer mal wieder zu fragen, ob nicht vielleicht auch genau das Gegenteil dessen wahr sein könnte, was man gerade spontan denkt. Bei dieser Übung kann man sehr viel über sich und andere lernen.

Falsche Wahrnehmung/ unzureichende Differenzierung ist am Anfang ein Irrtum, in der Mitte ein Unrecht und am Ende ein Verbrechen. So möchte ich hier frei nach einem fernöstlichen Sprichwort warnen (das ich leider nicht wiederfinde). Unser eingefleischtes Freund- Feind- Denken mag entwicklungsgeschichtlich nützlich gewesen sein, als eine schnelle Entscheidung nötig war, gegen wen man gerade sein Leben verteidigen musste. In unserer komplexen sozialen Wirklichkeit führt es uns leider allzu häufig auf Irrwege. Über Stigmatisierung und Ausgrenzung bis hin zur Vernichtung (auch unschuldiger) Verdächtiger reichen die Folgen, die letztlich auch uns selbst schaden.

Besonders bei der dringend notwendigen Formierung eines breiten Bündnisses gegen eine immer offensichtlicher desaströse Politik und Kultur können wir uns zuviel „friendly fire“ nicht erlauben. Daher sollten wir unsere Aufmerksamkeit auf das Erkennen und Verstehen solcher Prozesse lenken, denn gescheiterte Kommunikation ist letztlich die Ursache der meisten Krisen.  (Womit keineswegs bestritten werden soll, dass es Personen und Institutionen gibt,  die von Vornherein gesellschaftsfeindliche Ziele verfolgen.)

Wenn wir jemanden missverstehen, liegt das häufig an mangelnder Kenntnis der betreffenden Person und deren Umständen oder an unserer momentanen Unaufmerksamkeit. Aus einem solchen Missverständnis aber entstehen schnell Diskrepanzen und Verletzungen, Zerwürfnisse, manchmal sogar Krieg, im Extremfall gar Scheiterhaufen und Konzentrationslager.

Zu einer menschenwürdigen Gesellschaft kommen wir nur, wenn wir u.a. selbst lernen, menschlicher miteinander umzugehen, das heisst auch: andere nicht zu verurteilen. Dafür gibt es vier gute Gründe: Zum einen gebietet es die Vernunft, wenn wir wissen, dass keiner von uns in der Lage ist, alle Umstände zu erkennen, die für die Beurteilung einer Situation relevant sind. Zweitens der Pragmatismus: jeder weiss, dass sich ein Verurteilter zum Gegenangriff genötigt fühlt und der Konflikt dadurch eskaliert, die Rollenverteilung damit zementiert wird. Drittens fordert dies die Nächstenliebe oder für religiös Unbedarfte der kategorische Imperativ nach Kant. Und nicht zuletzt verurteilen wir automatisch stets mit dem Anderen auch einen Teil von uns selbst mit, denn unser Unterbewusstsein unterscheidet nicht zwischen uns und dem anderen.  Verurteilen wir uns aber selbst, dann sabotieren wir uns selbst in unserer (Selbst-) Liebesfähigkeit, verlieren unsere Gelassenheit und reagieren auf die nächste Situation vorbelastet, kriegen etwas „in den falschen Hals“ und damit beginnt das Spiel von vorn.

Am Ende eines solchen Prozesses führen wir Krieg gegen Jeden ausserhalb unseres engsten Umfeldes und lieben wir nur noch die Waren, die uns von der allgegenwärtigen Werbung mit dem Etikett der  Makellosigkeit präsentiert und damit zum Fetisch stilisiert werden. Unser angeborenes höchstes Streben nach Wahrheit, Schönheit und Liebe wird so pervertiert und vor den Karren der skrupellosen Profitmaximierung gespannt.

Lassen wir das nicht zu! Kämpfen wir GEMEINSAM gegen den inszenierten Tanz ums goldene Kalb, das uns die unwissenden und korrumpierten Politiker und ihre Steigbügelhalter als Ersatz für eine angeblich nicht realisierbare menschenwürdige Gemeinschaft vorsetzen!

 

Mit Dank an den Einsiedler

Die Medien als Werkzeug der Geldmachtelite: ein aktueller Beweis

Sonntag, 17.3.2013. Eifel. Sonntage sind Tage der Entspannung, der inneren Einkehr, der Ruhe und Beschaulichkeit. So waren sie gedacht. Für die meisten unsere Mitmenschen ist Sonntag jedoch ein Horrortag - der letzte freie Tag vor Montag, jenem Tag, an dem man in die Maschine zurückkehrt, jene Maschine, die einen immer stärker kontrolliert - und wir arbeiten dank Handy, Facebook und Internet ja auch beständig daran mit, dass wir auch möglichst kontrollierbar sind und vor allem den Anspruch der beständigen Erreichbarkeit immer und überall erfüllen. Kaum zu glauben, oder? Heutzutage kann einen der Chef per Firmenhandy um vier Uhr Morgens aus dem Schlaf reißen - einfach mal aus Spaß. Ich kenne Chefs, die das machen - das ist kein Spaß. Oder versuchen sie mal nicht erreichbar zu sein, während die Schule Sie morgens anruft, damit Sie ihr verschnupftes Kind abholen ... die reißen ihnen den Kopf ab, falls sie nicht sofort das Jugendamt informieren, das hier ein Kind nicht richtig versorgt ist.  Wie die Schule derzeit glauben kann, das sie denselben Anspruch auf absolute Verfügbarkeit des Bürgers hat wie der Chef, wird uns nie im Detail erklärt, aber die Folgen bekommen wir zu spüren. Was Erreichbarkeit angeht, so lüge ich manchmal, obwohl ich Lügen generell hasse.  "Habe kein Handy" (nur halb gelogen, ich benutze es nie und verlege es deshalb dauernd), "habe kein Fax" (stimmt), "kenne kein Internet" (voll gelogen) oder "habe kein Telefon" (ebenfalls: pralle Lüge). Die Reaktionen wären eine eigene Sendung wert: manche erschrecken sich sichtlich zu Tode: WIE, SIE SIND NICHT ERREICHBAR??!!!?!?

Sonntag, 17.3.2013. Eifel. Sonntage sind Tage der Entspannung, der inneren Einkehr, der Ruhe und Beschaulichkeit. So waren sie gedacht. Für die meisten unsere Mitmenschen ist Sonntag jedoch ein Horrortag – der letzte freie Tag vor Montag, jenem Tag, an dem man in die Maschine zurückkehrt, jene Maschine, die einen immer stärker kontrolliert – und wir arbeiten dank Handy, Facebook und Internet ja auch beständig daran mit, dass wir auch möglichst kontrollierbar sind und vor allem den Anspruch der beständigen Erreichbarkeit immer und überall erfüllen. Kaum zu glauben, oder? Heutzutage kann einen der Chef per Firmenhandy um vier Uhr Morgens aus dem Schlaf reißen – einfach mal aus Spaß. Ich kenne Chefs, die das machen – das ist kein Spaß. Oder versuchen sie mal nicht erreichbar zu sein, während die Schule Sie morgens anruft, damit Sie ihr verschnupftes Kind abholen … die reißen ihnen den Kopf ab, falls sie nicht sofort das Jugendamt informieren, das hier ein Kind nicht richtig versorgt ist.  Wie die Schule derzeit glauben kann, das sie denselben Anspruch auf absolute Verfügbarkeit des Bürgers hat wie der Chef, wird uns nie im Detail erklärt, aber die Folgen bekommen wir zu spüren. Was Erreichbarkeit angeht, so lüge ich manchmal, obwohl ich Lügen generell hasse.  „Habe kein Handy“ (nur halb gelogen, ich benutze es nie und verlege es deshalb dauernd), „habe kein Fax“ (stimmt), „kenne kein Internet“ (voll gelogen) oder „habe kein Telefon“ (ebenfalls: pralle Lüge). Die Reaktionen wären eine eigene Sendung wert: manche erschrecken sich sichtlich zu Tode: WIE, SIE SIND NICHT ERREICHBAR??!!!?!?

Dabei bin ich erreichbar. Post öffne ich immer und lese ich auch regelmäßig – nur die Reklame vom bayrischen Münzkontor schmeiße ich sofort weg. Ich lese sogar lange Briefe an mich, selbst, wenn sie mit der Hand geschrieben sind.  Aber ich habe es nicht gern, beständig für jedermann verfügbar zu sein – immerhin muss ich noch richtig arbeiten – da stört mich das Gelaber enorm. Immerhin lebe ich nicht ewig und will noch ein paar persönliche Ziele künstlerischer Natur erreichen – da brauche ich meine Zeit.

Die Pflicht zur „Erreichbarkeit“ hat mit dem heutigen Thema nur indirekt zu tun. Ich habe sie erwähnt, damit SIE auch verstehen, das das, was jetzt kommt, schon längst massive Auswirkungen auf IHREN Alltag hat.

Ich schreibe nun seit über vier Jahren Anmerkungen, Artikel, Aufsätze, Kommentare, Meinungen ins Netz, die in die Tausende gehen. Warum mache ich das? Weil ich Fragen habe. Ganz einfache Fragen – hauptsächlich eine: warum nimmt das Leid in der Welt trotz effektiver Marktwirtschaft, sozialer Demokratie und Weltfriedenswunsch aller immer weiter zu? Kein König steht dem mehr im Wege, kein Reichsgraf, kein Großgrundbesitzer und erst recht kein abgehalfteter Aktmaler aus Österreich. Die Industriebarone sind fort, die König geköpft, die Diebesbanden verjagt: warum leben wir trotz aller Maschinengewalt (für die wir einen Großteil unsere natürlichen Wohlfühlumwelt geopfert haben, die wir jetzt nur noch in fernen Ländern genießen können) noch nicht im Paradies? Entsprechend Pläne für das Jahr 2000 habe ich als Kind Ende der sechziger Jahre gesehen: wunderschöne Wohnanlagen in riesigen Parklandschaften, wo wie nach unserem drei – Stunden-Arbeitstag das Leben voll genießen können. Endlich wieder nur so viel arbeiten wie früher – drei Stunden braucht ein primitiver Stammesangehöriger, um seinen Lebensunterhalt der Natur abzutrotzen.

Die Wirklichkeit entwickelt sich aber anders, wird dunkler, Tag für Tag. Wir müssen immer mehr Angst vor unserem Chef haben, weil er uns mit einem Federstrich in die Hartz-Hölle befördern kann, wo wir von gut bezahlten Journalisten mit Dreck beschmissen werden, die miesesten Arbeiten umsonst erledigen sollen und als Leibeigene von „Fördermaßnahmen“ dahinvegetieren müssen, wenn wir der potentiellen Todesstrafe „Sanktion“ entkommen wollen.

Nein – da lasse ich kein Gemecker zu: „Sanktionen“ sind potentielle Todesstrafen, der Sanktionator ein potentieller Mörder: nehme ich einem Menschen Essen, Trinken, Obdach und Wärme, dann verurteile ich ihn zu einem langsamen, qualvollen Tode – auch wenn im Schaufenster des nächsten Geschäftes nebenan Günther Jauch im TV Millionen verteilt.

Warum ist das so? Warum merken so wenig Menschen, das sich die dunkle Entwicklung der Geschichte nur durch das Wirken dunkler Kräfte erklären lässt?

Nun – das hat seinen Grund. Ich hätte mir all die mühevollen Artikel ersparen können, wenn ich mich mit der Elitenforschung befasst hätte, konkreter mit der Elitensoziologie: der systematischen Erforschung der Wirkungsmechanismen, Einflussmöglichkeiten und Reichweite deutscher Geldmachtelite.

Leider gibt es so etwas in Deutschland nicht – oder kaum. Wir haben so etwas nicht – weshalb Verschwörungstheorien hierzulande verpönt sind. In den USA ist das anders, die beobachten ihre Eliten seit den fünfziger Jahren sehr kritisch – und haben deshalb auch viele Wahrheiten jenseits der offiziellen Regierungserklärungen, weil sie einfach ganz viele Verschwörungen schon aufgedeckt haben … über die wir hierzulande noch nicht mal denken, geschweige denn reden dürfen, ohne von den Angestellten des Geldmachtapparates sofort beschossen zu werden.

Bei uns spricht man nicht drüber. Bei uns ist es möglich, das die Bundeskanzlerin die Pressechefs einlädt und um verhaltene Berichterstattung bittet – und die Chefs folgen.

Warum ist das so?

Macht das alles der Ackermann?

Nein – aber es gibt Menschen, die Ackermänner machen.

Der französische Soziologe Mattei Dogan … hat bezüglich der französischen Elitenkonfiguration die Frage gestellt, ob und wie man diese Gruppen zahlenmäßig fixieren könnte. So kann die Zahl der Angehörigen etwa der Wissenseliten je nach Zählperspektive sowohl in Bezug auf EU-Europa oder auf ein einzelnes Land jeweils in die Millionen gehen, die Zahl für die politischen Eliten in die Hunderttausende, die Zahl für die Konzerneliten in die Zehntausende und die Zahl für die Geldelite in die Tausende. 

(Krysmanski, Hirten und Wölfe, Westfälisches Dampfboot 2012, Seite 201).

Man muss sich das vorstellen wie ein Spinnennetz. In der Mitte sitzt der Geldadel, der in Europa eng mit den Resten des nicht geköpften Adels zusammenarbeitet, weil diese Reste die Organisationsstruktur für die neuen Eliteverbände lieferte – zum Beispiel die Festspiele in Bayreuth und den Wiener Opernball als Orte der Konspiration, Verbrüderung und Demonstration von Gemeinsamkeit und Macht.

Dann folgen in einem nächsten Kreis im Netz die mächtigen Konzernchefs, eingesetzt von der Geldmachtelite, die die Anteile hält – so werden Ackermänner gemacht.

Die gehen dann zu ihrem Geburtstag ins Kanzleramt und prägen dort den nächsten Kreis der Elite: die politische Elite. Von den Königen sind wir über den Grafen jetzt bis hin zu den Rittern gekommen, unter denen nur noch die Büttel, Söldner und Landsknechte stehen: das Massenheer der Wissenselite.

Ein Superreicher kommandiert zehn CEO´s, die wiederum jeder zehn Politiker befehligen, von denen wiederum jeder zehn Personen der Wissenselite leitet. So einfach ist das Organisationsschema der Geldmachtelite, mit der sie über Deutschland, Europa und der Welt herrscht, es unterscheidet sich in Deutschland nicht sonderlich von den Strukturen, die in Angola, Pakistan oder Indonesien gelten.

Wer gehört zur „Wissenselite“?

Wie der Name schon sagt: Wissenschaftler. Aber nicht nur. Auch Ärzte, Schauspieler, Rockmusiker, Mafiabosse, Fußballspieler, Unternehmensberater und … Journalisten.

Natürlich nehmen die nicht jeden. Dafür gibt es – ganz öffentlich ausgestellt – „Rankinglisten“ für alles und jeden. Der beste Fußballer, der beste Rennfahrer, der beste Urologe, der beste Bassist und so fort. Wer dort den Segen der Superreichen erhält, bekommt sehr viel Geld. Es ist gesellschaftlich völlig akzeptiert, das ein Fußballer, ein Entertainer oder eine Hupfdohle der Popindustrie mehr verdienen, als ein Topmanager der Industrie – dagegen klagt niemand, da wird auch nichts gedeckelt. Ebenso fragt sich niemand, wo denn die Millionen eigentlich herkommen.

Natürlich kommen die nicht aus den Taschen der Superreichen – das zeichnet diese Klasse aus. Sie geben keinen einzige Cent an Privatvermögen aus – es sei denn, sie müssen Gelder vor dem Finanzamt in Stiftungen verstecken, die dann gesellschaftliche Wühlarbeit zur Erhalt des Geldmachtapparates leisten wie in Deutschland zum Beispiel die Bertelsmannstiftung.

Das Geld kommt von uns: den Leiharbeitern, Arbeitslosen, Rentnern, Kindern, Studenten, Schülern – kurzum: von all´ jenen, die in den letzten Jahrzehnten enteignet worden sind.

Das Geld kriegen dann Jauch, Ballack und Schumacher zwecks erfolgreicher Volksbedödelung, wobei hier ein erfolgreicher Söldner ohne Weiteres mehr Geld machen kann als ein dienstverpflichteter Ritter: sie lenken hervorragend ab von den Gewalten und Gewaltigen, die die Geschicke das Landes mit massivem Personaleinsatz lenken.

Wenn also im Fernsehen ein Wirtschaftswissenschaftler zur aktuellen Krise befragt wird: was passiert dann?

Erstmal kommt er in die Maske, damit er ein gottgleiches, fehlerfreies Äußeres bekommt: das ist ganz wichtig. Schon visuell sollen sich die Diener des Geldmachtapparates vom Bauernpöbel unterscheiden, Pickel und fettige Haut gibt es nur bei der Unterschicht.

Und dann? Führt die Wissenselite vor der Kamera eine Show zur Volksverblödung auf. Macht sie das gut, steigt sie im Ranking und wird immer reicher. Macht sie es schlecht – bleibt nur noch der Blog im Internet zur Meinungsäußerung … oder man fristet sein Gnadenbrot in den Feigenblättern der Mediokratie, den mickrigen politischen Magazinen der öffentlich rechtlichen Sender, deren Existenz beweisen soll, das das gesamte System völlig in Ordnung ist.

Das System ist perfekt und fehlerfrei – wie auch damals zu Zeiten des Absolutismus. So wird es auch in den Geschichtsbüchern der Zukunft stehen: die Netzstrukturen des Adels führten im 20. und 21. Jahrhundert zum Aufbau neuer absolutistischer Feudalstrukturen, mit deren Hilfe die Errungenschaften der französischen Revolution bis weit ins 24. Jahrhundert hinein zurückgedrängt wurden.

Nun – ganz so perfekt ist das System noch nicht. Ein amerikanischer Komiker (Conan O`Brien) präsentiert uns hier eine Merkwürdigkeit, die er selbst „scary“ nennt:

in vierzehen verschiedenen Nachrichtensendern wird exakt derselbe Satz verwendet:

Interessant auch die Kommentar dazu – von Sexy Melon:

In tyranny, comedy is the last refuge of truth.

Noch treffender: Sunny Brian:

Actually is that not funny ..

Auch eine Stimme aus Deutschland meldet sich: der Rueganer 70

then welcome to Germany with the highest gas prices in the world

Ja, die haben wir. In den USA ist der Sprit deutlich billiger. So etwas entscheiden die Kosmokraten, die Herrscher der Welt, die Superreichen mit Zeit und Lust an Weltgestaltung mit einem Knopfdruck – und schon haben die deutschen Fillialen Geld für Werbung, mit dessen Hilfe sie die Wissenselite steuern können.

„Wir fördern den Jauch, weil der so schön Arbeitslosenbashing im Fernsehen betreibt, gebt dem 30 Millionen dafür, dem Ballack und dem Schuhmacher auch, das fördert den Traum des Weges vom Tellerwäscher zum Millionär und bringt das Volk dazu, die Füße still zu halten“. 

So steuert man ein Volk.

Sunny Brian hat aber Recht: vierzehn Mal der gleiche Satz von Nachrichtenmoderatoren verwendet … da hat jemand den Text vorgeschrieben.

Nein, das macht nicht die Geldmachtelite selbst. Die plant planetarer, zum Schutz des eigenen Reichtums. Für so etwas hat sie ihre Leute, die dann aus guten Gründen vorgefertigte Texte in die Sendeanstalten schickt.

Für dieses Dokument von Conan O´Brian sollten wir dankbar sein: so etwas gibt es nur noch selten. Über sechzig Jahre nach dem Start der  Machtergreifung und dreissig Jahre nach dem politischen Putsch der Superklasse in den USA ist das System perfekt durchorganisiert – und jeder Superreiche kann jederzeit jeden Vasallen per Telefon, E-Mail oder Fax erreichen.

Und – zufällig – klingelt mein Telefon die ganze Zeit, während ich dies schreibe. Sicher nur Zufall … und nicht die Bertelsmannstiftung, die mich zum besten Blogger des Jahres gewählt hat (nach internem Bertelsmannranking, das von führenden deutschen Intellektuellen durchgeführt wurde), mir 100 000 Euro schenkt („Preisgeld“) und einen Job in der Forschung anbietet … nur damit ich die Klappe halte.

Wie gut, das ich Disziplin genug habe, nicht immer zum Hörer zu springen, wenn der befiehlt. Wie gut, das ich Geld nur noch in winzigen Mengen zum Überleben brauche – das gibt mir die unglaubliche Freiheit mich als Akademiker gegen den Geldmachtapparat zu stellen.

Das ist viel lustiger, als für ihn zu arbeiten.

Und ich brauche nicht erreichbar zu sein.

Mein Dank gebührt auf jeden Fall Conan O´ Brien für diese wundersame Entdeckung.

Kann sich jetzt jeder vorstellen, was „Talkshow“ in Wirklichkeit ist?

Bis ins Detail geplante Veranstaltungen, in denen sich die Diener der Geldmachtelite selbst darstellen.

Und Nachrichten? Lügen mit Bildern als System – präsentiert von den „Besten der Besten der Besten“.

Und wir gucken uns das an … und vergeuden dann am Arbeitsplatz noch Zeit, um uns über das geplante Gewäsch zu unterhalten – so steuerbar sind wir schon.

Ich hätte lieber einen „schlechten“, der mir die Wahrheit sagt, als einen „Besten“, der mir das sagt, wovon andere meinen, das es nützlich für sie ist.

Und Nachrichten … mache ich mir inzwischen lieber selber. Ist umständlich, aber notwendig. Und weil´s nichts kostet, kann ich die hier auch einfach mal teilen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bürgerinitiative Regenbogen: fünf Sterne für Deutschland – oder lieber wieder Auschwitz für alle?

Donnerstag, 7.3.2013. Eifel. Ich gestehe, ich bin etwas frustriert - und möchte ein kurzes, persönliches Wort loswerden. Eine Leserschelte. Warum? Nun - schreibe ich über "Grundeinkommen", kommen Tausende und lesen. Schreibe ich über den Vierten Weltkrieg, dann kommen ein paar Hundert. Nun - der Krieg läuft. Was meint ihr wohl, wie weit ihr mit eurem Grundeinkommen kommt (egal, wie es nun organisiert wird) wenn der Vierte Weltkrieg nicht gestoppt wird? Meine Leser seien zwischen 45 und 54 Jahre alt und haben einen Hochschulabschluss, lesen hier hauptsächlich während der Arbeit, die meisten kommen aus Hamburg - so sagt man. Da sollte man doch erwarten, dass man Prioritäten setzen kann, oder? Grundeinkommen ist geopolitisch betrachtet "nice to have" - wenn der Frieden in Gefahr ist. Schauen wir doch mal nach Syrien - dem nächsten Land, in dem wir als Nato als aggressiver Kriegsteilnehmer aktiv sind: aktuell nehmen die von uns und der Türkei finanzierten und bald auch trainierten Rebellen UNO-Soldaten gefangen, eine Million Syrer sind auf der Flucht (siehe Spiegel).  Der russische Uno-Botschafter klärt auf, was dahintersteckt:

Donnerstag, 7.3.2013. Eifel. Ich gestehe, ich bin etwas frustriert – und möchte ein kurzes, persönliches Wort loswerden. Eine Leserschelte. Warum? Nun – schreibe ich über „Grundeinkommen„, kommen Tausende und lesen. Schreibe ich über den Vierten Weltkrieg, dann kommen ein paar Hundert. Nun – der Krieg läuft. Was meint ihr wohl, wie weit ihr mit eurem Grundeinkommen kommt (egal, wie es nun organisiert wird) wenn der Vierte Weltkrieg nicht gestoppt wird? Meine Leser seien zwischen 45 und 54 Jahre alt und haben einen Hochschulabschluss, lesen hier hauptsächlich während der Arbeit, die meisten kommen aus Hamburg – so sagt man. Da sollte man doch erwarten, dass man Prioritäten setzen kann, oder? Grundeinkommen ist geopolitisch betrachtet „nice to have“ – wenn der Frieden in Gefahr ist. Schauen wir doch mal nach Syrien – dem nächsten Land, in dem wir als Nato als aggressiver Kriegsteilnehmer aktiv sind: aktuell nehmen die von uns und der Türkei finanzierten und bald auch trainierten Rebellen UNO-Soldaten gefangen, eine Million Syrer sind auf der Flucht (siehe Spiegel).  Der russische Uno-Botschafter klärt auf, was dahintersteckt:

„Das ist eine schwerwiegende Missachtung der Uno. Anscheinend wollen einige Gruppen derzeit unbedingt die geografischen Grenzen des Syrien-Konflikts ausweiten.“

Ja, das hatte ich ja schon geschrieben – mit Hinweis auf Clintons CIA-Direktor, der auf wundersame Weise diese Zukunft vorausgesagt hatte. Um alle völlig zu verwirren: diese Geiselnahme richtet sich gegen die „Zionisten“ in Israel. Führt die Nato und die Türkei jetzt indirekt Krieg gegen Israel? Wir machen uns als Bürger besser keine Gedanken darüber.

Wer sich über diese Vorkommnisse noch nicht aufregt, sollte weiter im Spiegel lesen:

Während der US-Besatzung im Irak wurden zahllose Menschen in Foltergefängnissen gequält. Jetzt erheben der britische „Guardian“ und die BBC einen brisanten Vorwurf: Das Netzwerk der Verliese soll unter Leitung von US-Veteranen entstanden sein – mit besten Verbindungen ins Pentagon. 

Merkt eigentlich niemand, dass die US-Armee mit all ihren Waffengattungen inzwischen das Niveau der alten Waffen-SS erreicht hat – wobei es meines Wissens nach bei denen keine Massenvergewaltigungen der eigenen Rekruten gab, wie sie die US-Armee in schöner Regelmäßigkeit produziert?

Warum fragt mich als Bürger eigentlich keiner, ob ich mit denen in den Krieg ziehen möchte? KEINEN EINZIGEN CENT würden die von mir für diese Abenteuer bekommen.

Doch das – so muß ich beklommen feststellen – interessiert den Bürger nicht. Er träumt von einem Grundeinkommen … und somit vom alten Traum des echten Feudalisten:

Indem er – oder besser: die arbeitende Klasse – sich zum praktischen Herrn der Dinge macht, entwickelt sich ein echtes Selbstbewußtsein, während der Herr – oder besser: die herrschende Klasse des Feudalismus – des Herrenbewußtseins verlustig geht und im Genuss versinkt.

(Hegel, zitiert bei Krymanski, Hirten und Wölfe, 4. Auflage 2012 Seite 131)

Ist das alles, was bleibt? Der Wunsch nach einem Grundeinkommen, damit man gedankenlos im Genuss versinken kann, während der Rest der Welt vertrieben, gefoltert und erschossen wird? Soll ich das von euch Lesern denken? Dann lest bitte woanders. Oder guckt Dschungelcamp, hier vergeudet ihr nur eure Zeit.

Den paar Hundert, die wissen, das wir uns gerade auf eine Orgie spätrömischer Dekadenz zubewegen, möchte ich eine Ausblick auf unsere Zukunft gönnen:

Barrington-Moore stellt nicht die Herrschaftsbeziehungen zwischen städtisch-industriellen Kapitalisten und Industrieproletariat in den Vordergrund, sondern jene zwischen Großgrundbesitzern und Bauern und unterscheidet drei Wege der modernen Herrschaft: den kapitalistisch-demokratischen Weg der „bürgerlichen Revolution“, den Weg der autoritären und später faschistischen „Revolution von oben“; den Weg der Bauernrevolution, der schließlich zur Etablierung kommunistischer Regime führt. 

(Krymanski, a.a.O., Seite 138)

Wo wir uns gerade befinden? Einfach mal in Ruhe die politische Entwicklung der letzten Jahre betrachten, besonders den Meilenstein Hartz IV, durch den der Staat zum Feind der Bürger geworden ist – jener Bürger, die von der Wirtschaft zum Abschuss freigegeben worden sind, vom Staat aller Ersparnisse und persönlicher Errungenschaften beraubt wurden und zur zwangsweisen Eingliederung in den Niedriglohnsektor befohlen werden.

Das ist eine „Revolution von oben“ (die u.a. von Arno Luik schon 2004 im Stern beschrieben wurde), die – oh Wunder – zwangsläufig in einem faschistischen Staat enden wird – jenem Welt-Polizeistaat, vor dem der Ex-liberale Baum schon jetzt Angst hat (siehe Baum bei Beckmann). Was hilft uns so ein Grundeinkommen wohl in einem faschistischen Staat … der sich gerade den Zugriff auf unser Wasser gesichert hat?

Ja, während ihr von einem Grundeinkommen träumt, sind „die“ schon längst einen Schritt weiter und sorgen dafür, das jeder Euro in Bürgerhand abgegriffen werden kann: am 28.2.2013 gab es eine Abstimmung im Bundestag, die LINKE hatte einen Antrag gestellt, die fortlaufende Privatisierung von Wasser zu verhindern. Das Ergebnis? CDU, CSU und FDP waren DAGEGEN, SPD hat sich ENTHALTEN – nur 122 GRÜNE und LINKE waren dafür (siehe Abstimmungsgrafik Bundestag). Damit ist klar: die werden uns unser Wasser klauen – die Mehrheit unsere Volksvertreter ist dafür (gibt schöne neue Aufsichtsratsposten) oder es ist ihnen egal.

Wurde ein Volk schon mal schlimmer verraten?

Und ehrlich: angesichts dieser Rahmenbedingungen nützt ein Grundeinkommen auch nichts. Da ist Hartz IV besser – die stehen nämlich für die Begleichung der Wasserkosten zu 100 Prozent ein, während das einmal eingerichtete Grundeinkommen das Individuum der Preistreiberei der Konzerne hilflos ausliefert.

Müssen wir das hilflos über uns ergehen lassen?

Die Anwort darauf ist: JA.

Ich sehe aktuell keine gesellschaftliche Kraft, die den Marsch in ein neues faschistische Jahrhundert aufhalten kann – und diesmal werden uns die USA nicht wieder retten, weil sie selber Teil dieser Bewegung sind, mit verheerenden Folgen für ihr eigenes Land. Der neue faschistische Putsch von oben läuft weltweit, ist Teil des Vierten Weltkrieges und wird uns in Deutschland noch ganz empfindlich treffen … wenn wir alt sind. Die verwöhnte eogzentrische Jugend von heute wird keine Gnade mit den Rentnermassen haben, die ihnen in Zukunft auf der Tasche liegen – das „Gammelfleisch“ (Jugendslang für „Alte“) versaut ihnen nur ihren Reichtum – oder ihr Grundeinkommen. Es ist nur ein winzig kleiner Schritt von der Auffassung, das Arbeitslose Sozialschmarotzer sind bis zu der Erkenntnis, das Rentner im Prinzip auch nur Arbeitslose sind. Wie der Faschismus mit klar definierten  „Sozialschmarotzern“ umgeht, kann man in Auschwitz studieren – da braucht man sich nicht auf haltlose Spekulationen verlassen, das haben wir schon alles mal durchexerziert.

Es sei denn … wir raffen uns auf, Deutschland und Europa im Namen der Zukunft neu zu erfinden. Und das müssen wir – die augenblicklichen Netzwerke der Elite plündern Deutschland aus bis aufs letzte Hemd – siehe Stuttgart 21, ein Beispiel dafür, wie hilflos wir inzwischen gegenüber dem Treiben der Bau- und Politikmafia sind: entweder zahlen wir die fehlende Milliarden des Bauabenteuers von Politik und Wirtschaft mit Steuergeldern – oder mit Ticketpreisen, siehe Spiegel. So sichern sich die selbsternannten „Leistungsträger“ ihre Luxuszahlungen auf Kosten der Allgemeinheit.

Natürlich schaue ich erfreut nach Italien, wo eine durchaus sympathische Bewegung die Parteienlandschaft durcheinanderwirbelt – so etwas hatte ich dereinst von der Piratenpartei erhofft, die gerade gnadenlos absäuft.

Wir können so etwas auch machen: gleich hier und jetzt  – heute noch. Das ist ganz einfach: man nimmt ein Symbol, ein paar Werte, bekennt sich öffentlich dazu und verbreitet den Gedanken.

Nehmen wir an (ich greife hier den Vorschlag von dem Leser „Hartzer Roller“ auf), wir wählen den Regenbogen als Symbol. Er gefällt mir sehr gut, weil wir eine breite Front von Bürgern und Individuen aller Coleur brauchen, um unser Wasser, unseren schwindenden Wohlstand und unsere Demokratie zu retten: da brauchen wir Liberale, die kompromisslos hinter den allgemeinen Menschenrechten stehen, da brauchen wir Linke, die uns zur Verteilungsgerechtigkeit ermahnen, da brauchen wir Konservative, die dafür sorgen, das wir bei aller Reformfreude nicht nützliche produktive Strukturen mit über Bord schmeißen. Wir brauchen alte und junge Menschen, die an einen Tisch gehören – und nicht als Gegner beim Kampf um die Staatsgelder in die Schützengräben liegen, ebenso brauchen wir Reiche und Arme, die mit ihrem jeweiligen Erfahrungsschatz die Diskussion um Europas Zukunft bereichern. Das Symbol des Regenbogens kann auch alle europäischen Nationen vereinen, die bislang aufgrund der Machenschaften der Finanzelite immer weiter gegeneinander ausgespielt werden.

Ein paar positive Ziele fallen mir ebenfalls ein:

1: So täte es mir gefallen, dass wir dem Parlament ein Schöffengericht zur Seite stellen, besetzt mit zufällig ausgewählten Bürgern ohne Parteibuch, von deren Zustimmung die Gesetzgebung ebenso abhängt wie von der Unterschrift des Bundespräsidenten: das verhindert ein wenig, das die Gesetzgebung in den Händen einer zentralistisch organisierten Parteienoligarchie bleibt.

2: Ich würde es begrüßen, wenn die Wirtschaft auch für die Folgekosten ihrer Innovationen gerade stehen muss, auch wenn das die Renditen schmälert: auf Dauer kann aber keine Solidargemeinschaft Schmarotzer dulden, die auf Kosten der Allgemeinheit Milliarden scheffeln, ohne dafür etwas zurückzugeben.  Für die Kosten eines Grundeinkommens für jene, die vom Arbeitsmarkt abgelehnt werden, sollte ebenfalls die Wirtschaft gerade stehen: Vollbeschäftigung ist eine notwendige Forderung des Staates an die Wirtschaft, die gerade durch die Stabilität des Landes Planungssicherheit und unbegrenzte Geschäfts- und Gewinnmöglichkeiten hat.

3: Ich denke, es ist in Ordnung, wenn Unternehmer wie die Gebrüder Albrecht mit einer cleveren Idee, die der Allgemeinheit nutzt, Milliarden verdienen – sofern sie irgendwann auch ihren Beitrag dazu leisten, die Folgekosten zu übernehmen. Nach ihrem Ableben jedoch sehe ich keinen Grund, diese Milliarden im Privatbesitz zu lassen: hier sollte dann das Geld zur Behebung von „Kollateralschäden“ investiert werden.

4: Leiharbeit gehört verboten, ihre Förderung (wie die Förderung der Prostitution) strafrechtlich verfolgt.

5: Einkommen von Ministern, Abgeordneten und Regierungsbeamten sollen an die Staatsverschuldung gekoppelt werden: Staatsdiener sind im Prinzip auch nur Menschen, die von der Allgemeinheit zur Arbeit freigestellt wurden – es gibt keinen Grund, warum die allein schon Abgeordnetendiäten bekommen, die das Zwanzigfache der Bezüge eines Leistungsberechtigen des Jobcenters betragen

6. Mir gefällt auch die Idee der Einrichtung eines „Oberhauses“ die Professor Gunter Dueck vorschwebt – irgendwie sollten wir anstelle der jetzt vorhandenen Selbstdarstellungskompetenz der politischen Kaste wieder Fachkompetenz in Regierungshandeln einbringen.

7: Anstelle Leihsoldaten für Natoabenteuer zur Verfügung zu stellen, wird es Zeit, die Außenpolitik wieder auf Frieden auszurichten: es geht nicht an, das wir nur passiv zusehen, wie die Welt im Krieg versinkt. Deutsche Stiefel gehören auf deutschen Boden – und deutsche Diplomaten mitten zwischen die Kanonen chinesischer und japanischer Kriegsschiffe. Dafür sind Diplomaten ursprünglich gedacht worden – nicht nur für Cocktailempfänge. „Friedenfördernde Maßnahmen“ gehören wieder in den Mittelpunkt der politischen Aufmerksamkeit … anstelle von dubioser „Bündnistreue“.

8: Im Schulwesen möchte ich Klassen von maximal 12 Schülern, unterrichtet von zwei Lehrern. Aufgabe der Lehrer ist, für die Schüler den höchstmöglichen Bildungsstand zu erreichen … allerdings sollten die Noten nicht von den Lehrern gegeben werden, die den Unterricht geben. So werden auch die Jobcenter entlastet, die bislang all jene aufnehmen müssen, die von Lehrern gezielt aussortiert wurden. Staatlich produzierte Bildungskrüppel braucht kein Mensch – und dafür sollte man keine Lehrer bezahlen.

9: da das Unternehmertum im Prinzip ein gesunder Motor für wirtschaftliche Entwicklung ist, sollte der inhabergeführte Einzelhandel den gleichen staatlichen Schutz genießen wie die Familie. Wünschenswert wäre auch eine Reform der Steuergesetzgebung: Zehn Prozent sollten reichen. Wenn Arbeitslose mit fünf Prozent der Diäten eines Abgeordneten wirtschaften sollen, so kann man auch Abgeordneten zumuten, den Staatsaushalt mit zehn Prozent der Einnahmen zu bestreiten: natürlich brauchen wir dazu eine massive Reduktion von Subventionen, Steuerschlupflöchern und eine deutliche Effektivierung unseres Gesundheitssystems, das momentan der Pharmaindustrie Traumrenditen von dreissig Prozent beschert – bei ganz bescheidenen Ergebnissen für die Bevölkerung

10: Wahlkampfkostenerstattung braucht kein Mensch, die automatische Selbstbereicherung der Parteiorganisationen am Volksvermögen sollte als Gefahr für die Volkswirtschaft und die Demokratie erkannt und abgeschafft werden.

11: Nach etlichen nicht enden wollenden Lebensmittelskandalen sollte klar sein: die industrielle Massenproduktion von Lebensmitteln unter Renditemaximierungszwang funktioniert nicht, der Trend zum industriellen Großbauern bedeutet das Ende der gesunden Nahrung: gefördert wird hier das Falsche.

12. Mehr als ein diffuses „Grundeinkommen“ brauchen wir die Etablierung der sozialen Menschenrechte, d.h. jedem Bürger steht ein Kontingent an Nahrung, Strom, Heizung, Unterkunft zu, das die Wirtschaft zu erwirtschaften hat: nur die Vorteile des Marktplatzes ausnutzen und die Gewinne dann in Steueroasen schaffen funktioniert nicht. Selbstverständlich gehört zu einer modernen, zukunftsorientierten Gesellschaft ein kostenloser Internetzugang dazu, Rechner, die dies ermöglichen, sind für maximal 100 Euro zu produzieren – und wir werden als Gesellschaft der Zukunft eine Infrastruktur der Kommunikation so dringend brauchen wie dereinst Schienennetze und Autobahnen.

Das ist nur ein grober Rahmen – aber wie Schopenhauer schon sagte: der Philosoph ist ein Wegweiser … und sollte nicht selbst den Weg gehen, den er weist: klar, sonst ist der Wegweiser ja weg.

Ich will auch nur den ersten Schritt aufzeigen, zeigen, das das, was in Italien geschieht, auch hier möglich ist – und ich hoffe sehr, das schon allein die Einleitung hier deutlich gemacht hat, das Widerstand gegen das „System“ für Demokraten und andere Menschenfreunde inzwischen alternativlos geworden ist – so alternativlos wie der Marsch in die marktkonforme Demokratie für unsere Bundeskanzlerin. Da sehe ich auch kein „wenn“ und „aber“, sondern nur die Wahl zwischen mehr Demokratie oder mehr Auschwitz – in letzter Konsequenz.

Zukunft ist machbar und möglich, jenseits der zusammenbrechenden Strukturen eines globalisierten Kapitalismus, der aufgehalten gehört, bevor er alle Strukturen der Zivilisation mit in den Abgrund reist, den er für sich bereitet hat.

Die ersten Schritte dahin?

Einfach und billig. Bastelt euch einen unaufdringlichen Regenbogensticker, den man dezent an den Anzug, das Kostüm, den Blaumann oder den Wollpulli heften kann: so erkennt jeder überall die Sympathisanten der Bürgerintiative Regenbogen: in der U-Bahn, im Theater, beim Fußball, in der Kirche, im Wanderverein, auf Messen und Tagungen. Was die Initiative vereinen sollte, ist der Wunsch nach Reformen und Zukunft für Deutschland – jenseits jenes Putsches von Oben, der gerade in großem Stil zelebriert wird.

Sicher findet sich ein cleverer Designer, der hier was entwerfen kann – und sicher finden sich andere, die ein wenig an Produktion und Vertrieb des Symbols verdienen mögen: nur zu – für Arbeit Geld zu bekommen, wird zwar immer ungewöhnlicher in diesem Land, ist aber im Prinzip keine Sünde.

Demokratie heißt Diskussion – weshalb die obigen zwölf Thesen keine alternativlosen Gesetze darstellen sollen, sondern Diskussionsanregungen für einen Prozess, der in Deutschland „keinen Stein auf dem anderen lässt“ … aber diesmal für den Bürger, dessen Wohlergehen als Individuum in Zukunft wieder im Mittelpunkt allen staatlichen Handelns stehen sollte, wie die Väter des Grundgesetzes es angedacht haben.

Ein kleiner Eifelphilosoph kann hier nur mit seiner kleinen Knallerbsenpistole einen Startschuss geben, vielleicht kann der Nachrichtenspiegel in Form eines Forums noch ein wenig Hilfe bei der Diskussion um Ziele und Werte stellen (die man auch problemlos bei den Italienern leihen kann – die sind da als Opfervolk wahrscheinlich schon weiter als wir) – aber den Weg gehen muss schon ein jeder selbst.

Wenn acht Millionen Leiharbeiter, drei Millionen Arbeitslose, sieben Millionen Hartz-Abhängige, zwanzig Millionen Rentner und zwei Millionen Pseudoselbständige sich mit den Millionen Christen, Demokraten, Liberalen, Anarchisten, Unternehmern und Freunden der Aufklärung und der sozialen Marktwirtschaft unter einem Symbol vereinen, dann sollte doch schon etwas zu bewegen sein … jenseits der großen Pläne der Parteioberen für Deutschland, die nur ständig steigende Kosten bei ständig sinkender Leistung produzieren können.

Das Symbol selbst ist dabei völlig egal, es könnten auch meine alten Socken sein – aber der Regenbogen ist ein schönes Symbol der abendländischen Kultur, immerhin hat Gott ihn als Zeichen in den Himmel gesetzt um zu sagen: „Sindflut mache ich nie wieder!

Was aber auch heißt: wir müssen die Karre jetzt selber aus dem Dreck ziehen – ob wir wollen oder nicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Deutschland 2024: Slum … oder Mutterland des „Brighter Planet“? Die alternativlose Utopie des Gunter Dueck.

Donnerstag, 24. Januar 2013. Eifel - und der wichtigste Artikel, den ich bislang geschrieben habe. Meiner Meinung nach können wir einpacken: soweit bin ich inzwischen. Warum? Einfach mal meine letzten 735 Artikel lesen: es gibt viele Gründe dazu. Nehmen wir zum Beispiel mal die Politik. Wir hören jedes Jahr erneut, das wir kaum noch Arbeitslose haben, die Gehaltserhöhungen und Leistungsprämien bei der Bundesagentur für Arbeitslosenzahlenpräsentation fließen in Strömen, die Politiker leeren triumphierend eine Flasche Schampus nach der anderen - und was macht NRW? Stellt erst mal über 200 neue Mitarbeiter ein, um Arbeitslose in  Arbeit zu bringen - jene Arbeitslosen, die in Rheinland-Pfalz schon ihre Arbeit gratis versteigern lassen. Hatte NRW nicht so ein kleines Verschuldungsproblem? Und für "keine Arbeitslosen" stellt man jetzt zweihundert neue Berater ein? Die sicherlich jetzt dafür sorgen werden, dass die dann leider doch noch vorhandenen Arbeitslosen ganz viele Bewerbungen schreiben, die den ums Überleben kämpfenden Firmen die Posteingänge verstopfen. In der Wirtschaft ist dieses Prinzip schon lange bekannt - und wahrscheinlich hat man in jedem Unternehmen schon mal Kopien jener Weisheiten gesehen, die einem zeigen, wie man ein totes Pferd reitet.<a href="http://www.roland-schaefer.de/totespferd.htm"> Roland Schäfer</a>, Bürgermeister von Bergkamen, hat da eine spannende Sammlung auf seiner Seite.

Donnerstag, 24. Januar 2013. Eifel – und der wichtigste Artikel, den ich bislang geschrieben habe. Meiner Meinung nach können wir einpacken: soweit bin ich inzwischen. Warum? Einfach mal meine letzten 735 Artikel lesen: es gibt viele Gründe dazu. Nehmen wir zum Beispiel mal die Politik. Wir hören jedes Jahr erneut, das wir kaum noch Arbeitslose haben, die Gehaltserhöhungen und Leistungsprämien bei der Bundesagentur für Arbeitslosenzahlenpräsentation fließen in Strömen, die Politiker leeren triumphierend eine Flasche Schampus nach der anderen – und was macht NRW? Stellt erst mal über 200 neue Mitarbeiter ein, um Arbeitslose in  Arbeit zu bringen – jene Arbeitslosen, die in Rheinland-Pfalz schon ihre Arbeit gratis versteigern lassen. Hatte NRW nicht so ein kleines Verschuldungsproblem? Und für „keine Arbeitslosen“ stellt man jetzt zweihundert neue Berater ein? Die sicherlich jetzt dafür sorgen werden, dass die dann leider doch noch vorhandenen Arbeitslosen ganz viele Bewerbungen schreiben, die den ums Überleben kämpfenden Firmen die Posteingänge verstopfen. In der Wirtschaft ist dieses Prinzip schon lange bekannt – und wahrscheinlich hat man in jedem Unternehmen schon mal Kopien jener Weisheiten gesehen, die einem zeigen, wie man ein totes Pferd reitet. Roland Schäfer, Bürgermeister von Bergkamen, hat da eine spannende Sammlung auf seiner Seite.

Während die Sioux einfach raten, abzusteigen, wenn man merkt, das man ein totes Pferd reitet, gibt die deutsche Verwaltung noch lange nicht auf: sie wechselt das Futter, schickt das Pferd oder den Reiter zu Motivationseminaren, wechselt den Reiter, versteigert das tote Pferd, setzt Leistungsanreize oder vereinbart Ziele für tote Pferde oder ihre Reiter – die Anzahl der Maßnahmen ist schier unbegrenzt. Am Besten haben mir die Maßnahmen von Helmut Kohl und Gerhard Schröder gefallen: der eine wartet 16 Jahre darauf, ob der Gaul nicht doch wieder aufsteht, der andere kauft leichtere Sättel.

Es sind über fünfzig Maßnahmen, die Herr Schäfer dort gesammelt hat – und ich denke, jedes Arbeitsamt und jeder Arbeitslose kennt alle von ihnen. „Wenn der Brunnen leer ist, stellen wir zweihundert Antreiber ein, die dafür sorgen, das die Leute doppelt so oft hingehen“ – das wird gerade in NRW praktiziert. Auch nur durchschnittlich gebildete Bürger schütteln den Kopf angesichts der vollendeten Idiotie, die ihre gewählten Politiker und mit Steuergeldern reich ausgestatteten Verwaltungsangestellten dort demonstrieren … und es schleicht sich ein wenig Angst ein. Nicht umsonst sitzt der Deutsche immer länger vor dem Fernsehen und wird immer depressiver: die Wirklichkeit mutiert immer mehr zur irrealen Muppetshow, vor der man sich in Sicherheit bringen muss.

Die Inkompetenz und Unfähigkeit der Politik hat aber noch weitere Folgen – wie eine Studie zeigt, die die  Welt jetzt veröffentlicht hat:

Die Wirtschaftselite hat Angst vor dem neuen Mob. Fernab vom Rest der Welt diskutieren die Mächtigen in Davos. Doch eine Umfrage unter Hunderten Konzernlenkern weltweit zeigt: Sie fürchten, dass die jahrelange Krise sich bald ein Ventil sucht. 

75 % der Wirtschaftslenker denken so. Man fürchtet, das die Menschen, die das komplette Programm der „Wie-reitet-man-ein-totes-Pferd“-Maßnahmen über sich ergehen lassen mußten, mit Gewalt wieder etwas Vernunft in das menschliche Miteinander bringen: das Mittel der allerletzten Wahl wird auf einmal wieder gesellschaftsfähig. Wir müssen uns auch etwas davor fürchten, was in Davos geschieht – denn dort wird das praktiziert, was es laut deutschen Medien überhaupt nicht geben darf: Verschwörungen am Fließband, siehe Spiegel:

Die richtig wichtigen Dinge werden normalerweise in kleineren Runden besprochen. In Davos gibt es dafür die sogenannten IGWELS („Informal Gathering of World Economic Leaders“). Sie bestehen meist aus rund 20 Politikern und Top-Managern, die zu „völlig privaten“ Treffen zusammenkommen. Die IGWELS tauchen im offiziellen Programm nicht auf, doch sie finden auch in diesem Jahr wieder statt. Themen sind etwa die Zukunft der Energieversorgung oder die geopolitischen Auswirkungen des Arabischen Frühlings.

1990 sprachen dort Helmut Kohl und Hans Modrow über die Zukunft Deutschlands. 23 Jahre später wissen wir immer noch nicht, was die besprochen haben – aber wir zahlen immer noch für das Ergebnis.

Und das ist nur der politische Rahmen, der zum Volksaufstand reizt – in der Wirtschaft sieht es noch desaströser aus: aber hierüber wird seit dem 8.Oktober 2008 auf Wunsch der Kanzlerin nur noch sehr beschönigend berichtet, damit der Deutsche nicht aus dem Fernsehsessel fällt.

Wir wissen aber, wie es unserer Wirtschaft geht: unsere Städte zerfallen, unsere Straßen werden nicht mehr repariert, die Schulen sehen aus wie nach dem Krieg – wer wissen will, wie moderne Städte aussehen, fährt nach Dhubai und nicht nach Hamburg, München oder Berlin. Aber auch diese Vergleiche stellen wir nicht an: man will das Volk nicht weiter demotivieren, die sollen ihren Hartz-IV-Antrag ausfüllen und Dschungelcamp gucken, damit sie deutlich vor Augen haben, was man noch alles mit ihnen anstellen könnte, wenn sie nicht bald einen Job finden.

Währenddessen …. droht die nächste Flut von Arbeitslosen: die Dienstleistungsgesellschaft löst sich auf. Auch das ist sicher ein Thema in Davos. Die Technik frisst zum dritten Mal Jobs: erst war es die Industrialisierung der Landwirtschaft, dann die Einführung der Roboter in der Industrieproduktion, die Massen an Arbeitskräften freigesetzt haben – und jetzt ist es die IT-Technik, die die Dienstleistungsjobs frisst. Eine neue Welle von toten Pferden wird in die Arbeitsagenturen geschwemmt, die über fünfzig Maßnahmen parat haben, mit dem Problem umzugehen … und es so der Politik ersparen, sich mit dem Problem effektiv auseinandersetzen zu müssen.

Es ist nun nicht meine Idee, das diese neue Flut von Arbeitslosen kommen wird – ich kann sie aber bestätigen. Seit zehn Jahren habe ich keinen Versicherungsvertreter mehr gesehen – geht alles online. Letztes Jahr habe ich zum ersten Mal seit 2005 wieder mit einem Bankberater gesprochen – unser Verein brauchte ein neues Konto – nur zwei Beispiele aus meinem Alltag. Das Internet selbst – wird mehr und mehr zum Betriebssystem der Gesellschaft – so Professor Gunter Dueck in einer Rede von re:publica 2011, einer Rede, die man sich mal in Ruhe anhören sollte:

Ein Großteil aller heutigen Dienstleistungsjobs wird verschwinden – übrig bleiben die Friseure und die Nagelstudios: auch heute schon beliebte Jobersatzstücke, die gerne genommen werden, um Hartz IV zu entkommen … dabei haben wir erst 2003 das Jahr gehabt, wo die Angestellten in Deutschland die Arbeiterschaft an Zahl überholt haben (siehe Wikipedia) – ein herber Schlag für die Anhänger der proletarischen Weltrevolution, die  ihre Kämpfer in Zukunft aus den Reihen der arbeitslosen Anlageberater, Pharmareferenten und IT-Architekten rekrutieren müssen.

Das eine Gesellschaft, die sich nur gegenseitig die Haare schneidet und die Nägel stylt, keine Chance hat, auf dem Weltmarkt zu bestehen, ist schon seit Ronald Reagan bekannt – und manch´ fiese Gesellen vermuten ja, dass man deshalb die Raubkriege der Nato losgetreten hat, um überhaupt noch Kasse machen zu können: 150 Milliarden brachte allein der Krieg gegen Ghaddafi (siehe Politeia) als Reingewinn für die City of London, wo die Milliarden der anderen Diktatoren geblieben sind, ist momentan noch nicht ganz sicher.

Ich schätze mal: auch solche Themen werden gerade in Davos diskutiert … weshalb man sich zurecht vor einer Wiederholung der Geschichte fürchtet: die Weberaufstände kommen zurück … und das, obwohl wir als Steuerzahler so viel Geld für Straßenkosmetik ausgeben, damit wenigstens auf den Autobahnen alles so aussieht, als wäre die Welt noch in Ordnung, siehe Handelsblatt:

Mehr als 70 Prozent aller neu zugelassenen Porsche sind Dienstwagen. Diese werden vom Staat jährlich mit mehreren Milliarden Euro subventioniert.

Währenddessen müssen Arbeitslose sich von 4,70 Euro pro Tag ernähren – das reicht für ein Kindermenü bei McDonalds … oder einen einzigen Hamburger. Sogar das verpönte „amerikanisch essen gehen“ wird für viele zum unerschwinglichen Luxus. Aus gleicher Quelle erfahren wir, wie der Staat als Dank für den subventionierten Porsche auf Einnahmen in großem Stil verzichtet:

Um 50 Prozent sanken die Unternehmenssteuern seit 1990. Die Vermögenssteuer wurde 1996 abgeschafft, die Gewerbekapitalsteuer folgte 1998, der Spitzensteuersatz bei der Einkommenssteuer wurde 2005 von 53 auf 42 Prozent gesenkt, zu guter Letzt wurde 2008 auch noch die Körperschaftssteuer von 25 auf 12 Prozent abgesenkt. Die Unternehmenssteuerbelastung von Kapitalgesellschaften sank so seit 1990 auf weniger als die Hälfte.

Zusätzlich erfahren wir dort, das wir jedes Jahr 100 Milliarden Euro durch Steuerhinterziehung verlieren – die Ratten verlassen das sinkende Schiff.

Schon 2009 hatte Professor Gunter Dueck die Situation in seinem Buch „Aufbruch“ beschrieben – hier zitiert auf seiner Website Omnisophie/Sinnraum

Geschäftsabläufe werden immer stärker automatisiert. Die Kenntnisse der wenigen Taxifahrer, die jede Straße in Berlin kennen, sind gegen ein normales TomTom nichts. Taxifahrer werden nur noch als Fahrer, nicht mehr als Ortskundige gebraucht. In dieser Weise werden viele Berufe auf den noch dem Computer unzugänglichen Bereich des rein Physischen reduziert und damit ganz oft in den Niedriglohnsektor abgedrängt. Ein Leben im Prekariat droht nun einer großen Menge von Menschen.

Hinter all den vielen kleinen Automatisierungsphänomenen in unserem Alltag steht eine große Bewegung, nämlich die der vollen Industrialisierung aller Arbeit, nicht nur der in der Produktion. Wir werden zunehmend in allen Berufen von Computern verdrängt. Diese Industrialisierung zieht Arbeitslosigkeit und Jobverlustangst mit sich. Wir fühlen den Niedergang. 
Wissen Sie noch, dass zur Zeit meiner Geburt etwa die Hälfte der Leute in der Landwirtschaft tätig war? Heute schaffen knapp zwei Prozent dieselbe Arbeit und klagen noch immer über den Druck des Marktes. Über die Jahrzehnte hinweg mussten die Land-, dann die Berg-, schließlich die Industriearbeiter neue Jobs suchen. Dieser Prozess steht nun den Dienstleistungsberufen bevor. Und wie in all den anderen Fällen müssen wir fragen:

„Was geschieht mit all diesen Menschen?“ Deutschland muss sich neu erfinden und als Ganzes einen neuen Job suchen.

Was geschieht mit all diesen Menschen? Sie werden lernen, welche Möglichkeiten dem weißen Mann eingefallen sind, ein totes Pferd zu reiten. Fragen Sie einfach Arbeitslose in Ihrer Stadt, welche geballte Inkompetenz und Hilflosigkeit sie erleben, wenn sie ihrem „Fallmanager“ gegenübersitzen.

Oder aber … Sie schließen sich Professor Dueck an und sorgen dafür, das sich Deutschland insgesamt einen neuen Job sucht – und zwar am Besten schon vorgestern.

Wie das gehen soll? Nun, der Wunschkandidat der Piratenpartei für den Job des Bundespräsidenten und ehemalige Top-Manager von IBM hat da ein paar Vorschläge.

Deutschland muss ein Land der Nano-, Umwelt-, Medizin-, Computer-, Gen- oder Biotechnologie werden. Da liegt unsere Zukunft. Wo sonst, bitte?
Und was muss geschehen, damit wir dort hinkommen? Auch klar: Das Volk der Dichter und Denker besinnt sich auf seinen Kern und wird zum Hochbildungsland.

„Jeder muss und kann studieren!“ Ich meine – jeder! In Worten: Jeder! Wenn Sie das nicht mitmachen wollen oder nicht akzeptieren, enden wir in einer Kultur, die sich in Elite & Slum spaltet – in Reiche und Niedriglohnjobber. Diese Entwicklung zur Spaltung und zur Inhomogenität hat ja schon begonnen. Überall öffnen sich unsoziale Scheren zwischen ein paar auf dem allerhöchsten Gipfel und vielen, denen der Hartz ausreichen muss. Unsere Politiker päppeln ein paar Eliteuniversitäten heran und ärgern sich über die überbordenden Sozialausgaben an „Arbeitsscheue“, wie ein elitärer Minister dieser Tage sagt. Deutschland war immer geschätzt wegen seiner bürgerlichen Gleichmäßigkeit und des sozialen Friedens, wissen Sie noch?

2013 haben wir diese Kultur schon: die einen fahren den staatlich subventionierten Porsche – die anderen müssen ein paar Tage hungern, bis sie ihre Kinder einmal zum Happy Meal nach McDonalds einladen können. Banken machen Milliardengewinne dank unvorstellbar gigantischer staatlicher Rettungsoperationen, während im Landkreis Mayen die Arbeitskraft von Arbeitslosen gratis versteigert wird: deutlicher kann man die Wertlosigkeit von Arbeitskraft im Jahre 2013 kaum noch demonstrieren – man wird sie nur noch als Geschenk los.

Aber noch … kann man was ändern. Wie es einst Berufe und dann Städte gab, die sich im Rahmen der Arbeitsteilung differenzierten, können sich heute Staaten differenzieren – wenn sie es wollen. Unglaublich, das meine Kinder heutzutage in Schulen gehen, wo der Putz von der Wand abbröckelt und GANZE TAGE wegen Lehrermangel ausfallen … andererseits aber Milliarden in den Porsche als Dienstwagen gesteckt werden, um den schönen Schein auf Deutschlands Straßen zu wahren, die Umsätze im Premiumbereich (die real stark fallen) künstlich hoch zu halten und das in einem Land, wo alle sich freuen, das die Staatsverschuldung nun langsamer wächst als zuvor.

Wenn ich als Privatmann merke, das ich diesen Monat weniger zuviel ausgegeben habe als im Monat zuvor, kriege ich Panik … und führe keine Freudentänze auf – nur mal nebenbei bemerkt.

Erschrickt die Forderung nach dem Studium für alle?

Als Arbeiterkind weiß ich aus persönlicher Erfahrung, das man sich an der Uni fehl am Platze fühlen kann. Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, welche Hochachtung Menschen einem „Studierten“ entgegenbringen, wenn sie selbst noch nie eine Universität von innen gesehen haben … und als Pächter einer Studentenkneipe habe ich erleben dürfen, wie „normal“ selbst „Halbgötter in weiß“  sind. Mein Eindruck ist: es muss nicht nur jeder studieren – es kann auch jeder studieren. Wirklich: Studium ist leichter als Schule. Es macht mehr Spaß, macht mehr Sinn – und bringt der Volkswirtschaft ungeahnte Gewinne.

Vor allem: dieser Weg ist DER EINZIGE, der uns bleibt. Wir haben keine Rohstoffe, nicht unendlich viel Land – und wir können nicht ewig viele Despoten stürzen, um an deren eingefrorenes Kapital zu kommen. Ein paar Forderungen von Professor Dueck aus seinem Buch:

– energischer Eintritt Deutschlands in die quartäre Wissenskultur  (jener Kultur, die die Dienstleistungsgesellschaft ersetzt)

– Pflicht des Staates, Zukunftsstrukturen aufzubauen

Einstellung der Dauersubventionen für Sterbendes 

– Anstreben einer Exzellenzkultur durch Ausbau des Bildungssystems, das multikompetente junge Menschen hervorbringt und entwickelt

– ethische Werte der Zukunftskultur in das Grundgesetz

– Einrichtung eines „Oberhauses“ für Zukunft und Ethik als Ersatz für die zu einflusslose christliche Kultur

– Steuerung der Wirtschaft als Einrichtung, die Prosperität des Landes sich sichern, in dem sie auf Strategien vertraut, die einen breiten    Mittelstand erhalten

– Deutschlands Ausbau zu einem Land der Spezialmaschinentechnologien, der Medizin-, Gen-, Bio-,  Umwelt- und Nanotechnologien

– Deutschland zum Mutterland der „Culture Technologies“ entwickeln, als Keimzelle des „Brighter Planet“.

Bevor man sich jetzt aufregt: die Alternative zu diesem einzigartigen kulturellen Umbruch ist – Hartz IV als Hauptbeschäftigung für alle (ausgenommen ein paar „Leistungsträger“ in Politik und Wirtschaft) – und Deutschland als Land, dessen Niedriglohnsektor für Thailand Hemden näht.

Anstatt nur hilflos den Gezeiten der technischen Entwicklung ausgesetzt zu sein und ständig zu jammern, dass es immer hin- und hergeht, könnte man mal die Entwicklung als Chance nutzen. Wenn man will, das Bürger bis 67 arbeiten, sollte man auch sicherstellen, dass es Arbeit gibt, die sie tun können – und vielleicht sogar Arbeit, bei der sie richtig dicke Gewinne einfahren und nicht nur irgendwie „beschäftigt“ sind.

Sicher – wir können uns auch daran ergötzen, wie gut man von 40 Euro im Monat leben kann, wenn man in Abfällen wühlt (siehe Welt) – ich sehe hier schon wieder neue Regelsatzdiskussionen am Horizont erscheinen – und Diskussionen über die Höhe der Mindestrente.

Wir haben über fünfzig Möglichkeiten entwickelt, ein totes Pferd zu reiten – oder Arbeitslose zu beschäftigen.

Wir haben auch über fünfzig Möglichkeiten entwickelt, die Tatsache zu verdrängen, das unsere Titanic untergeht – und empfehlen als Lösung, immer schneller zu rennen, um möglichst weit nach oben zu kommen, in jene Räume, wo wohlhabende Menschen noch trockenen Fußes sitzen und so tun, als wären sie auf festem Land.

Davos zeigt uns, das 75 % von ihnen aber verstanden haben, das das Schiff insgesamt untergeht und es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis auch ihnen das Wasser bis zum Halse steht – weil niemand mehr da ist, der den Porsche subventioniert. Natürlich können wir weiterhin Rettungswesten fordern („Grundeinkommen für alle!“), die für sich genommen auch sinnvoller sind als der Versuch, tote Pferde zu reiten – aber den Untergang des Schiffes hält man so nicht auf. Hören wir nochmal Professor Dueck aus seinem Sinnraum:

Abstrakt gesprochen: Der Staat und die Gemeinschaft haben die Aufgabe, die Strukturen der Zukunft zu errichten und sie zur Erzielung allgemeiner Prosperität der Gemeinschaft zur Verfügung zu stellen. Der Staat hat nicht die Aufgabe, sterbende Zweige wie die Landwirtschaft oder jetzt den Servicebereich über lange Zeit am Leben zu erhalten, nur weil sich die Volkswirte seit Jahrzehnten einbilden, dass sich früher oder später alles wieder in einem Gleichgewicht einrenke. Nichts kommt wieder! Das Leben verändert sich bei jedem Strukturwandel radikal. Wir müssen dem Alten mit aller gebotenen Fürsorge und Achtung mit Bestimmtheit ade sagen und mit Zuversicht das Neue erbauen – infrasoziale Marktwirtschaft! Ich will, dass wir Älteren, die wir das Steuer in der Hand halten, eine Zukunft für unsere Kinder aufbauen, die auch wirklich eine Zukunft ist, die sie – die Kinder – für sich selbst wünschen. Wir müssen eine Zukunft der Digital Natives schaffen, nicht eine für ein kommendes Rentnerland. 
Diesen Blick in die Zukunft leisten die Wirtschaftstheoretiker nicht! Der Staat ist nicht zum Ausgleich von Vergangenheitssünden da, nicht zum Retten nach Managementfehlern oder bei mangelnder Unternehmerfortune. Der Staat baut die Zukunft. Und da ich noch keine Zweidrittelmehrheit zusammen habe, kann ich zum Schluss des Buches natürlich ganz unbekümmert Vorschläge zu einer Grundgesetzänderung aufreihen: Bildung als Bürgerpflicht etc. Das ist leicht gesagt, aber Sie werden im Buch an dieser Stelle sicher sein, dass ich das wirklich ernst meine. Muss ich jetzt dafür fast eine neue Partei gründen? Ich? Kurz vor der Pensionsgrenze eine Partei für die Jungen? An welche Wand soll ich Thesen nageln? Wer bricht mit mir auf?

Muss man jetzt eine neue Partei gründen?

Bis man sich gegen die Altparteien durchgesetzt hat, dürfte Ostdeutschland schon von Ölscheichs aufgekauft worden sein – oder von internationalen Hedgefonds, die Landgrabbing betreiben, um ihre eigene Zukunft zu sichern. Die Mehrheit in den DAX-Konzernen (unserer alten Weltelite) haben sie schon – siehe Welt vom 1.5.2012.

Aber eine Bewegung – die muss her. Eine Bewegung aller Menschen, die in diesem Wirtschaftsraum überleben müssen. Wir retten die Titanic nicht, in dem wir alle nach oben rennen – aber wir haben noch die Kraft, das Schiff umzubauen, das es uns auch weiterhin trägt. Wir können es sogar besser bauen als je zuvor, weil unsere Mittel (noch!) ganz andere sind als früher.

An welche Wand soll Professor Dueck nun seine Thesen nageln?

An alle, die er findet. Und wir alle sollten dabei helfen – bis seine Thesen in jedem Briefkasten jedes Abgeordneten jeder Partei liegen, in jedem Kino, jedem Theater, jeder Schule, jeder Tankstelle, jeder Arztpraxis, jedem Supermarkt, jeder Gaststätte und Bahnhofskneipe an den Wänden hängen, bis jedes Schulkind sie als Forderung an die Politik auswendig aufsagen kann und jedes Jobcenter in Deutschland sie mit maximaler Kraft unterstützt … anstatt noch weitere Methoden zu suchen, tote Pferde zu reiten (auch wenn das den sammelfreudigen Bürgermeister von Bergkamen sehr freuen würde).

Und wer mit ihm aufbricht?

Nun – ich auf jeden Fall.

Und ihr?

PS: ich danke Herrn Professor Dueck für den äußerst freundlichen E-Mail-Verkehr und die handsignierte Ausgabe seines Buches – auch im Namen meiner Kinder, die vielleicht doch noch Hoffnung auf etwas Zukunft haben. Sogar auf eine glorreiche Zukunft. 

PSS: wer nicht aufbrechen will: Lidl verkauft gerade eine „Exklusiv-Schneider-Boutique“ für knapp fünf Euro. Damit ist man bestens gerüstet … wenn die Thailänder mit ihren Hemden kommen und man selbst von ihnen als Näher ersteigert wurde. Nur mal so als Tipp … 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Gegenrevolution der Überflüssigen: blutig, langwierig, schwierig und … alternativlos

Mittwoch, 12.12.2012. Eifel. Ein wunderschöner Morgen voller Glatteis - vor allem in den Medien. Das Wallstreet-Journal zum Beispiel sieht 2013 ein Superaktienjahr aufziehen. Zehn Prozent sind drin. Also - wer noch Geld hat: anlegen! Oder Handelsblatt lesen. Das ist nicht nur umsonst (der Wallstreet-Artikel kostet Geld - ist aber ansonsten völlig umsonst geschrieben), sondern auch maßvoller: der Anleihemarkt wird um 15 % schrumpfen, heißt es da - und für Aktien sieht es auch nicht gut aus. Die Börsenprofis erwarten "herbe Rückschläge" ... ebenfalls im Handelsblatt. Vielen Millionen Menschen in Deutschland dürfte das egal sein, denn sie haben kein Geld, um Aktien zu kaufen. Trotzdem haut man ihnen die Börsenkurse nach jeder Nachrichtensendung um die Ohren, als ob unser aller Wohl davon abhinge ... und das tut es auch. Man sagt uns das nicht so oft, aber ... unser ganzes Versicherungssystem, unsere ganze private Vorsorge ist davon abhängig, das man an den Geldmärkten gute Gewinne erwirtschaften kann. Der alte sozialistische Versicherungstraum - wir zahlen alle in den großen Topf  und im Notfall wird geholfen - gilt schon lange nicht mehr: heute zahlen wir alle in den großen Topf, damit die Versicherungen mit den Geldern spekulieren können, um uns dann die Leistungen erbringen zu können, für die wir bezahlt haben. Weil da soviel drin ist im Topf und die Gewinne lange reichlich sprudelten, haben wir aber auch ein System drumherum, das gewöhnt ist, ganz viel Geld zu verbrauchen - ich denke nur an das medizinische System - das ziemlich teuer ist, aber dafür auch ausserordentlich uneffektiv. Welcher deutsche Arzt würde schon noch für 3000 Euro netto arbeiten gehen? Und das - liebe Arbeitslose und sonstigen Überflüssigen - ist der Grund, warum ich Euch heute schreibe, denn es gibt viele, die Euch momentan umwerben, aber keinen, der Euch die Wahrheit sagt: ihr seit ganz unten - und sollt dort für immer bleiben, damit die anderen weiterspielen können.

Mittwoch, 12.12.2012. Eifel. Ein wunderschöner Morgen voller Glatteis – vor allem in den Medien. Das Wallstreet-Journal zum Beispiel sieht 2013 ein Superaktienjahr aufziehen. Zehn Prozent sind drin. Also – wer noch Geld hat: anlegen! Oder Handelsblatt lesen. Das ist nicht nur umsonst (der Wallstreet-Artikel kostet Geld – ist aber ansonsten völlig umsonst geschrieben), sondern auch maßvoller: der Anleihemarkt wird um 15 % schrumpfen, heißt es da – und für Aktien sieht es auch nicht gut aus. Die Börsenprofis erwarten „herbe Rückschläge“ … ebenfalls im Handelsblatt. Vielen Millionen Menschen in Deutschland dürfte das egal sein, denn sie haben kein Geld, um Aktien zu kaufen. Trotzdem haut man ihnen die Börsenkurse nach jeder Nachrichtensendung um die Ohren, als ob unser aller Wohl davon abhinge … und das tut es auch. Man sagt uns das nicht so oft, aber … unser ganzes Versicherungssystem, unsere ganze private Vorsorge ist davon abhängig, das man an den Geldmärkten gute Gewinne erwirtschaften kann. Der alte sozialistische Versicherungstraum – wir zahlen alle in den großen Topf  und im Notfall wird geholfen – gilt schon lange nicht mehr: heute zahlen wir alle in den großen Topf, damit die Versicherungen mit den Geldern spekulieren können, um uns dann die Leistungen erbringen zu können, für die wir bezahlt haben. Weil da soviel drin ist im Topf und die Gewinne lange reichlich sprudelten, haben wir aber auch ein System drumherum, das gewöhnt ist, ganz viel Geld zu verbrauchen – ich denke nur an das medizinische System – das ziemlich teuer ist, aber dafür auch ausserordentlich uneffektiv … was wiederum nach noch mehr Geld ruft. Und das – liebe Arbeitslose und sonstigen Überflüssigen – ist der Grund, warum ich Euch heute schreibe, denn es gibt viele, die Euch momentan umwerben, aber keinen, der Euch die Wahrheit sagt: ihr seit ganz unten – und sollt dort für immer bleiben, damit die anderen weiterspielen können.

Manche Parteien sprechen ja gerne von einem Grundeinkommen, das jeden vor der Armut und Ausgrenzung schützen soll. Im Prinzip – ein menschenfreundlicher Gedanke. Auch medizinisch macht er Sinn: da Arbeitslosigkeit krank macht, aber schon 42 Millionen Menschen bei den Jobcentern registriert sind, dürften dort riesige Kosten verursacht werden – an denen man auch mal jene Zeitungen und Medien beteiligen könnte, die Mobbing gegen Arme in großem Stil fahren und durch die menschenfeindliche Hetze viel Geld verdienen.

Die Idee des Grundeinkommens hat ihren Reiz, wenn man von unten guckt und nicht viel weiter denkt. Schaut man nur auf sich – den Armen – wirkt das wie ein Geschenk Gottes und man lässt sich leicht verführen, dem zu folgen. Es wirkt auch so schön unpolitisch: man bekommt einfach ein bisschen mehr Geld und hat dann seine Ruhe, um das reichlich vorhandene Unterhaltungsangebot genießen zu können, so wie alle Deutschen das tun.

Wie lange sitzt der Deutsche vor dem Fernseher? 2011 waren es 223 Minuten. Das sind 3 Stunden und 43 Minuten – jedenfalls bei denen, die zwischen 30 und 49 Jahren alt sind (siehe Statista). Macht sich da eigentlich keiner mehr Gedanken darüber, das die Menschen, die am meisten leisten können (und dies angeblich auch tun), fast vier Stunden am Tag vor dem Fernseher verbringen? Das ist wie Gefängnis, zu dem man sich selbst verdonnert, um ja nichts zu verpassen.

Helmut Schmidt hatte seinerzeit Privatfernsehen für gefährlicher als die Atomenergie gehalten. Er hatte recht damit: Privatfernsehen (als ungebremster Propagandafunk des großen Geldes) hat das ganze deutsche Volk in einen geistigen Tiefschlaf versetzt und es politisch vollkommen gelähmt. Arbeiten darüber bekommen wir nicht – nur die jährliche Auswertung von Statista, die zeigt, das die Droge noch mehr genossen wird – und ein paar klare Worte vom Spiegelblog dazu:

Der SPIEGEL hätte auch die Beschreibung vom Fernsehen zum Thema machen können, die Jürgen Roth in seinem Beitrag “Was Mist ist” in der aktuellen Ausgabe der Titanic gibt. Roth umschreibt “das Fernsehen, zweifellos, als die unaufhörliche Krönung dessen, was ‘das Scheißvolk’ (Charles Bukowsky, Tagebücher) und die von den ökonomischen Eliten in Grund und Boden Gedemütigten fürs Leben halten – es ist dies, ungeachtet der seit Reich-Ranickis ridiküler Fernsehpreis-Empörung orgelnden Fernsehqualitätsdebatte, keine allzufrische Erkenntnis, und doch bleibt sie angesichts der epidemischen Selbstentäußerung und -verblödung gültig”…

Das Scheißfernsehen hat aus uns ein Scheißvolk gemacht, das tief in der Scheiße steckt … wenn ich das mal so sagen darf.

Wie verblödet der Deutsche Verblödungsfunk ist, kann jeder selbst erleben – zum Beispiel an dem Interview von Günter Gauss mit Rudi Dutschke: da gibt es in 45 Minuten Diskussion mehr Inhalt als in allen Talkshows des öffentlich-rechtlichen in einem Jahr. Wie kann das sein, das 1968 noch über die Revolution im Fernsehen gesprochen wurde, heute dort aber nur noch quälend inhaltslose Talkshows laufen, die von allen als politische Autoritäten akzeptiert werden? Ja, die Sendungen, nicht die Gestalten, die dort auftreten. Man hält diese ganze Show, der man sein komplettes Rest-Privatleben opfert, für die Realität selbst. Schlägt draussen eine Bombe ein, erschrickt man sich nicht, wenn das Fernsehen sie herunterredet und in angenehmer Runde darüber diskutiert, wie alle die Bombe subjektiv erlebt haben, noch kommt man ins Handeln, um zu verhindern, das die nächste Bombe einen selber trifft.

Doch bleiben wir beim Grundeinkommen – jene Form des Sozialstaates, der die sozialen Menschenrechte konsequent ernst nimmt und dementsprechend kompromisslos handelt. Diese Idee ist – bei allem Reiz, den sie hat – nichts anderes als Augenwischerei und ein Programm, Reiche und Beamte noch reicher zu machen. Ja, die kriegen auch ein Grundeinkommen … nur damit die Armen weniger arm sind. So teuer ist Sozialstaat noch nie gewesen – und das wäre in Ordnung, denn Menschenrechte können nie zu teuer werden. Was nur aus den Augen gelassen wird, ist: solange andere als der Staat an der Preisspirale drehen können – zum Beispiel für Strom, Benzin und Miete – ist das Grundeinkommen nur ein kurzes Aufflackern von Gerechtigkeit in einem Orkan von Gier und Selbstbereicherung. Schon jetzt kann man die Klagen darüber hören, das es nicht ausreicht, dringend erhöht werden muss, weil die Preise so enorm gestiegen sind … es ist halt dann aber nur noch wenig Geld da, weil ja die Reichen und Beamten zu ihrem Reichtum noch ordentlich verteilbare Masse obendrauf bekommen haben.

Wir brauchen also auch einen starken Staat, der die Preise reguliert – und hier kollidiert die Grundeinkommensbewegung mit jenen Gewalten, die vom Finanzzirkus großartig auf Halbgottniveau leben: die wollen nämlich einen schwachen Staat und bestechen den gesamten Apparat mit Geld, Jobs, guten Worten, Reisen und vielen weiteren Annehmlichkeiten, damit die endlich merken, wer die Guten sind (die unendlich viel geben … ) und wer die Bösen sind (die immer nur haben wollen … jetzt auch noch ein Grundeinkommen fürs Nichtstun).  Und letztlich brauchen sie den Abgeordneten auch gar nicht die Richtung vorgeben – je aufgeklärter die werden, umso schneller werden sie einsehen, das die Lobbyisten Recht haben: unser ganzes Gesellschaftssystem ist abhängig von den Gewinnen, die aus dem Geldsystem gezogen werden: wenn dieses System nicht den Geldwert durch kluge Geschäfte stabil hält und durch clevere Gewinne die Inflation ausgleicht, dann war es das mit unserer Rente. Deshalb könnt ihr wählen wen immer ihr wollt: sobald die „oben“ ankommen, werden die zu Apparatschiks oder Bonzen, die in grünen, schwarzen, braunen, gelben, rosa oder ganzroten Kostümen ein TV-Drama zwecks Aufrechtheraltung der  Demokratieillusion aufführen. Das macht auch vor jenen nicht halt, die extra dafür gewählt wurden, die Armut gezielt zu bekämpfen: die Linken, siehe den Kommentar der WSWS zu derem neuen Programm:

Auffallend an den „Bausteinen für ein sozial-ökologisches Konjunkturprogramm“, die die Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger am Montag der Presse vorstellten, ist der vollständige Verzicht auf die sozialistische Phraseologie, derer sich die Linkspartei sonst gerne bedient. Begriffe wie „Sozialismus“ oder auch „Kapitalismus“ sucht man darin vergeblich. Stattdessen ist von einer „Krise der europäischen Finanzbeziehungen“ die Rede, die die Linkspartei durch ein Bündel von wirtschaftlichen Anreizen überwinden will.

Auch die Linkspartei hat sich vor dem Götzen Mammon verneigt, sieht nur noch eine kleine Krise, einen kleinen Schnupfen des Systems, anstatt das sie klar und deutlich über den groß angelegten ökonomischen Putsch redet, der die aufstrebenden westlichen Demokratien in Sklavenhalterstaaten verwandelt.

Sklavenhalterstaaten? Ja. Kein Imperium wird ohne Sklaven groß, das haben die Imperien bewiesen. Wenn oben Millionen Taler fürs Nichtstun aus dem Äther purzeln sollen, dann müssen unten Millionen Menschen umsonst arbeiten – oder eben für Leiharbeiterlöhne. Das ist so. Ohne die Arbeit der Sklavenhalter in den USA wäre das Land heute nicht so groß – und ohne die fortlaufende Ausbeutung der Schwarzen dort würde das ganze System zusammenbrechen (siehe Michael Moore, Stupid White Man, Seite 85 -119, Piperverlag, 41. Auflage 2004).  Und weil die Apparatschiks das hier nach fünfzig Jahren Demokratie endlich verstanden haben, haben sie das System übernommen: eine ständig wachsende, verblödende Unterschicht zahlt für ein moralisch übles Gesochse, das sich parasitär und schmarotzerhaft von ihrer Lebenskraft ernährt, sich aber nicht schämt, jene Parasiten und Schmarotzer zu nennen, auf deren Kosten sie leben.

Ganz Europa übernimmt die Sklavenhalterkultur der USA, dafür werden ihre Apparatschiks reich gemacht und von Lobbyisten zu Bonzen gestaltet: der Kanzler der Bosse war in Wirklichkeit der Kanzler der Bonzen, die ganz schnell die verarmenden Wähler zu Parasiten erklärt haben … und diesen Gestalten wollt ihr mit einer Philosophie der Menschenrechte beikommen?

Warum meint ihr wohl, haben sie dieses menschenfeindliche Sanktionssystem, das gegen die Erklärung der allgemeinen Menschenrechte verstößt, überhaupt erst eingeführt – unter großer Unterstützung der Apparatschiks in Kirche, Gewerkschaft, Partei, Medien und Staat?

Weil sie es so wollten! Das war VOLLE ABSICHT! Man wusste, das das Privatfernsehen (und die ganze, gesamte Unterhaltungsindustrie) dem Menschen den Boden unter den Füssen wegziehen wird, das dies für die Menschheit schlimmer sein würde als die Gefahren, die durch Atomenergie entstehen – und genau das wollte man auch. Es gibt heute mehr Unterhaltung, als man selbst mit zehn Leben genießen könnte, ein Überfluss an und ein Zuschütten mit Spaß auf allen Kanälen, das an jene Zeit erinnert, als den nordamerikanischen Ureinwohnern ihr Land für Glasperlen und Schnaps abgekauft wurde – ja, stimmt, das war die gleiche Kultur, die sich seit einigen Jahren gezielt dem Rest der Welt zuwendet: den Indianern kann man halt nichts mehr abluchsen.

Warum meint ihr wohl, das diese ständig manipulativer werdende Unterhaltungsindustrie nicht reglementiert oder ganz abgeschafft wird, obwohl man weiß, das gerade die Jugend unter ihrem Einfluss … arbeitsunwillig und arbeitsunfähig wird?

Warum glaubt ihr wohl, warum man Millionen von Kindern in Hartz IV verrotten läßt – in sicherem Bewußtsein, das das 2020 zum Ende unserer Volkswirtschaft wird – und zum Grund für den später folgenden Holocaust an den Alten, der dann aus alternativloser betriebswirtschaftlicher Logik stattfinden muss, um die Luxuszuwendungen an Banken und Politikern weiter bezahlen zu können?

Warum glaubt ihr wohl, das man diese Minijobs eingeführt hat, obwohl man wusste, das sie (wie der Spiegel heute beschreibt) echte Jobs vernichten, jene Jobs, die unser altes System so dringend brauchte, weil darauf unser gesamtgesellschaftlicher Leistungsaustausch basierte? Darf ich vielleicht mal kurz einen jener Herren zitieren, der diese Situation mit zu verantworten hat?

Hier, Herr Steinbrück, Kanzlerkandidat der SPD, zitiert im Spiegel:

„Die Fliehkräfte in dieser Gesellschaft nehmen zu: durch eine wachsende Kluft in der Vermögens- und Einkommensverteilung, durch unterschiedliche Startchancen von Kindern aus materiell besser gestellten Etagen unserer Gesellschaft und Kindern aus bildungsferneren Schichten, durch die Spaltung des Arbeitsmarktes, weil die Zahl der unsicheren und unterbezahlten Jobs zunimmt, und auch durch finanziell marode Kommunen, die ihre sozialen Brennpunkte nicht mehr in den Griff kriegen, weil ihnen das Geld dafür fehlt.“

Wir haben Wahl, da ist es schick, von den Armen jenes einzufordern, was sie noch zu geben haben: ihre Stimme. Ihre Zustimmung dazu, weiter in eine Zukunft geführt zu werden, die aus Deutschland ein Land der Dritten Welt macht. Steinbrück war bei der Auslieferung der deutschen Wirtschaft an internationale Ganoven ganz vorne mit dabei – damals war es wohl noch reine Blödheit oder die ewige, kaum gebremste Gier der Linken nach dem Geld der Rechten, hunderten von Kämmeren in den kleinen Gemeinden ging es ebenso – auf anderem Niveau.

Die ganze Entwicklung, die er jetzt so herzzerreissend beklagt, hat er selbst mit angestoßen – und jetzt will er unsere Stimme dafür, das er einen noch tieferen Griff in die Gemeinschaftskasse wagt.

Ich denke, es ist erkennbar, in welche Richtung dieses System abdriftet … wer noch Zweifel hat, dem empfehle ich einen Blick hin zu Berlin, siehe Spiegel:

Lohndumping? Prekäre Arbeitsverhältnisse? Beides nennt der Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit schlimm – offiziell. Doch tatsächlich beschäftigen landeseigene Berliner Betriebe Mitarbeiter auf Dauer in Zeitarbeit und zu Niedriglöhnen.

Wie mit uns sonst umgegangen wird, zeigt ein Beispiel aus der Bundesagentur für Arbeit selbst, siehe MDR: hier wurde ein Behinderter gekündigt, weil er gesundheitlich nicht mehr in der Lage war, 20 Kilo Büromaterial mit seinem Rollstuhl durch die Gegend zu fahren, kaum war er jedoch arbeitslos, änderte sich die Perspektive des Amtes:

„Dies ist in meinen Augen ein himmelschreiender Widerspruch! Wenn die Bundesagentur als Arbeitgeber Gehalt zahlen muss, dann ist der Arbeitgeber wegen mangelnder kognitiver Leistungen nicht als Sachbearbeiter einsetzbar. Wenn er jedoch als Arbeitsloser Arbeitslosengeld I bezieht, dann wird ihm gutachterlich bestätigt, dass er vollschichtig die sachbearbeitende Tätigkeit verrichten kann.“

Nun werden sich viele Leser denken: ich gehöre nicht zu den Überflüssigen. Ich bin jung, gut ausgebildet, habe einen Spitzenjob und ein schönes Haus im Vorort. Leider muss ich auch Euch enttäuschen, denn die Geheimdienste der USA zeigen ein Bild von einem untergehendem Kontinent, dem man sich durch noch soviel Sonnenkollektoren auf dem Dach nicht entziehen kann. Die Welt berichtet heute darüber (und nicht vergessen: der Artikel gilt für die nächsten dreissig Jahre, auch wenn morgen wieder über Oben-Ohne-Auftritte von Prominenten berichtet wird, um von dem Untergang abzulenken):

Das Altersheim Europa geht dem Niedergang entgegen

Die Auswirkungen der zukünftigen globalen Herausforderungen scheinen in den wohlhabenden Gesellschaften noch immer nicht ernst genommen zu werden. Wir steuern blindlings in die Krise. 

Und ihr könnt den Niedergang nicht entkommen – auch wenn ihr noch so stringent die Not eurer Brüder und Schwestern auf den Straßen ignoriert, weil sie nicht im Fernsehen erscheint.

Jene Kinder, die diesen Untergang aufhalten könnten, werden gerade nach Strich und Faden verharzt – mit Gabelstaplerfahrern kann man keine Märkte erobern noch sonst was sinnvolles erwirtschaften. Und das Geld für diese Kinder wird auf jenen Märkten verbrannt, die immer schneller immer mehr brauchen, um die Apparatschiks weiter schmieren zu können.  Im Jahr 2050 (siehe Grafik zum Artikel) wird sogar das Wasser in Deutschland knapp: so gut haben die Apparatschiks dann vorgesorgt … und weil sie wissen, das das Schiff untergeht, raffen sie ja jetzt auch so schnell wie möglich so viel wie möglich zusammen, um selbst möglichst gut dazustehen.

Da schließt sich der Kreis – als einer der letzten. Die Zukunft hält sogar neue europäische Kriege bereit (wahrscheinlich  unter Beteiligung arabischer Söldner, die dann hier die durstenden rebellischen Alten im Zaum halten), Polen fängt an, die deutsche Minderheit zu bedrängen (siehe Welt – das hatten wir schon mal), Berlusconis antideutsche Parolen entsetzen nicht umsonst unseren Außenminister (siehe Spiegel): da tauchen Schreckgespenster aus der Vergangenheit auf, die zu irreal sind, als das man sie ernst nehmen könnte … aber der Rachedurst an den deutschen Reichen und ihren Apparatschiks wächst von Tag zu Tag – nur ausbaden muss den jemand anders.

Für die Überflüssigen in diesem Land gibt es nur noch eine Alternative, um diese Entwicklung abzuwenden: die dritte Revolution. Die erste ging vom Leibeigenen aus, weil sein Elend unerträglich war. Die zweite ging vom Industriearbeiter aus, weil sein Elend unterträglich war und sein Alltag oftmals schlimmer als der der Sklaven in den USA. Die dritte kann nur von den Armen ausgehen – und wie alle Revolutionen wird sie lang dauern, blutig werden und viel Ungerechtigkeit in die Welt bringen.

Die Zeit zum Handeln wird knapp, denn die Apparatschiks zementieren zusehends ihre Macht, während sie für uns noch ihr Demokratietheater aufführen, nochmal aus dem Geheimdienstbericht zitiert:

Zugleich wird die neue Technologie Regierungen, demokratisch oder nicht, unerhörte Möglichkeiten verleihen, Bürger zu überwachen.

Zu dem Zeitpunkt wird dann der Apparatschik endgültig über die Demokratie gesiegt haben – und vielleicht auch schon wieder den Rest des Volkes mit Kriegen „beschäftigen“.

Wie fängt man nun eine Revolution an?

Wie die anderen auch: durch Aufklärung. Das ist der erste brotlose Knochenjob, der zu tun ist. Wir brauchen auch nicht viel moralische Rüstzeug für diesen Weg: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ reicht als Richtschnur vollkommen aus – und damit hat man sogar einen lebendigen Gott auf seiner Seite: das schafft Sympathien bei Milliarden von Gläubigen und hält jeden Apparatschik fern, die nicht umsonst das Christentum bei den letzten Revolutionen gleich mitbekämpft haben – mit bekanntem unmenschlichem Ergebnis.

Die Zeichen für eine Revolution sehen ausgesprochen gut aus, siehe Wikipedia:

Die heutige politikwissenschaftliche Revolutionstheorie nennt u. a. fünf Hauptfaktoren, die wesentliche Voraussetzungen zur Entstehung einer Revolution darstellen, wobei Entwicklungsländer nicht berücksichtigt werden:

  1. Eine plötzliche Rezession
  2. eine öffentliche Meinung, die die bestehenden Institutionen in Frage stellt
  3. die Solidarisierung verschiedener Gruppen der Gesellschaft, die unterschiedliche Motive haben, mit dem bestehenden Zustand unzufrieden zu sein, und die sich zum Umsturz der alten Ordnung vorübergehend verbünden; eine einzelne Gruppe, Schicht oder Klasse der Gesellschaft bringe keine Revolution zustande;
  4. eine Ideologie;
  5. die Schwäche, Uneinigkeit und Ineffizienz auf Seiten der Gegenkräfte, des Staates.

Also – Überflüssige aller Länder: vereinigt Euch.  Fordert einen New Deal, der auch Euch in Würde leben lässt. Und fangt an, Aufklärung zu betreiben – am Arbeitsplatz (wusstest Du schon, das die Rente futsch ist?), im Jobcenter (warum darf ich nicht in Würde alt werden?), beim Einkaufen (meiner Meinung nach verdienen Sie viel zu wenig!). Bildet Arbeitskreise, in denen ihr Argumente findet und trainiert.  Das wird nicht leicht werden … aber zunehmend leichter werden, denn hier in Deutschland ist bald JEDER überflüssig.

Bildet Diskussionsgruppen, in denen ihr Reaktionen auf Argumente übt, übt den flüssigen Umgang mit dem Wort in kleinen Gruppen, gebt Euch menschlich Hilfe und Unterstützung auf jede Art und Weise – ihr werdet es brauchen können.

Bildet Räte, die eine außerparlamentarische Organisation gründen, die in der Lage ist, die Überflüssigen auf die Straße zu holen. Gründet Verlage, Zeitungen, Radiosender und Fernsehanstalten – und boykotiert die Systemmedien. Viele Arbeitslose können Euch dabei helfen – sie haben Zeit.

Und mit etwas Glück findet sich sogar ein Weg, alles im Rahmen des Grundgesetzes zu belassen, jenes Grundgesetzes, auf das sich viele gerne berufen – ohne seinen Sinn jemals zu achten.  Das ist nicht schwer … denn eine Revolution gegen die von Steinbrück beschworenen Zustände ist in erster Linie eine Gegenrevolution, eine Revolution gegen jenen großen Umsturz, den das große Geld sein einigen Jahren durchführt: fein geplant bis ins Detail, von der Einführung des Privatfernsehens bis hin zu Hartz IV – wo viel Geld sitzt, kann man Revolutionen auch leise durchführen.

Natürlich kostet das alles viel Arbeit … aber ihr seit ja nicht wirklich so faul, wie Eure Feinde immer behaupten … oder?

Es wird natürlich auch blutig werden. Wer Arbeitslose mit Parasiten aus dem Tierreich vergleicht, wer nicht will, das Arbeitslose Essen bekommen und es ihnen streicht, wenn sie den Gehorsam gegenüber der Behörde auch nur im Ansatz verweigern, der schießt auch auf Menschengruppen, die eine Gegenrevolution der Nächstenliebe praktizieren: was wie nie vergessen dürfen, ist, das wir uns ein Grundeinkommen von genau jenen Menschen herbeiträumen, die es uns niemals geben würden.

Aber hier wird sich zeigen, das „wir“ besser sein können als „die“ – denn wer seinen Nächsten liebt wie sich selbst, fürchtet auch nicht den Tod, den er erleiden muss, um das Leiden für diesen aus der Welt zu schaffen.

Und so kommen wir 2000 Jahre nach Christi Geburt zu einem wunderbarem Paradox: die einzig funktionierende Parole gegen den Ungeist des Mammons ist jene Parole, die der Sohn eines heute noch weitgehend anerkannten Gottes geliefert hat.

Was kann denn da noch schief gehen?

Und wer trotzdem noch Fernsehen gucken möchte, da kann ja den Störsender einschalten.

Alternativ dazu könnt ihr es natürlich auch machen wie die Russen, siehe Welt:

„Für die Apokalypse kaufen wir Lebensmittel und Schnaps. Dann steigen wir in unseren Bunker hinunter und schließen feierlich die Luke“

Aber das …. machen im Prinzip heute schon Millionen von Menschen in Deutschland, woran man erkennt, das sie sich der Situation durchaus bewußt sind.  Merkt man vor jedem Wochenende in den Geschäften. Und jeden Montag Morgen an den Gesichtern, wenn sie ihre Wohnbunker wieder verlassen müssen, um in eine feindliche Gesellschaft einzutauchen.

Dabei könnten sie mit Leichtigkeit eine Welt schaffen, in der jeder jederzeit gerne zur Arbeit geht, dort hochkreativ und produktiv arbeitet und die Gemeinschaft konkurrenzfähig zu allen Märkten dieser Welt macht. Mit Menschen die von der Behörde mit Amtsgewalt zur Arbeit gezwungen werden, wird man jedoch nur eine Gesellschaft schaffen, die sich mit viel Aufwand ins endgültige Abseits manövriert.

Sklavengaleeren sind auf den internationalen Meeren überhaupt nicht mehr konkurrenzfähig, deshalb haben Kriegs- und Handelsmarine sie abgeschafft, während wir aber immer noch rudern sollen, weil die Trommler sonst arbeitslos werden.

Also fangen wir an.

Der 12.12.2012 wäre ein schöner Starttag für den … Weltaufgang.
 

 

 

 

 

 

 

Die natürliche Herrschaft des Stärkeren und die soziale Lage in Deutschland vor dem Krieg 2013: Aufruf zur sozialen Revolution

Dienstag, 16.10.2012. Eifel. Ich bin gehalten, nicht darüber zu sprechen, aber ... deutsche Soldaten bereiten sich auf den Krieg vor.  Während die politische Kaste noch milde tönt, gehen bei Bundeswehrsoldaten vor Ort ganz andere Gespräche um: die Situation an der türkisch/syrischen Grenze stellt für die Nato den ultimativen und alternativlosen Bündnisfall dar. Während die Berufspolitiker noch hilflos mit den Händen rudern, ist dem kleinen Krieger vor Ort schon längst klar, wohin die Reise geht, wenn keiner den Erdogan bremst: die Nato ist im Krieg. Im Prinzip - rein rechtlich - schon jetzt. Nietzsche sprach im 19. Jahrhundert davon, das sich große, unheimliche Dinge zusammenballen, die zu einer riesigen Explosion führen werden, wenn sie keiner bremst. Es bremste keiner - wir bekamen die schlimmsten Kriege der Menschheitsgeschichte. Nietzsche sprach auch gerne von dem natürlichen Recht des Stärkeren und benutzte gerne das Bild vom Adler, der das Lamm riss. Wäre interessant zu wissen, wie er den Aufmarsch der chinesischen Flotte vor japanischen Inseln (siehe Spiegel) interpretiert hätte: darf der chinesische Adler dort die Lämmer reißen ... oder darf der japanische Adler sie behalten? Nun - in Deutschland selbst ist die Sachlage klar: die Stärkeren eleminieren die Schwächeren. Eine ganze Behörde wurde zu diesem Zwecke aufgebaut.

Dienstag, 16.10.2012. Eifel. Ich bin gehalten, nicht darüber zu sprechen, aber … deutsche Soldaten bereiten sich auf den Krieg vor.  Während die politische Kaste noch milde tönt, gehen bei Bundeswehrsoldaten vor Ort ganz andere Gespräche um: die Situation an der türkisch/syrischen Grenze stellt für die Nato den ultimativen und alternativlosen Bündnisfall dar. Während die Berufspolitiker noch hilflos mit den Händen rudern, ist dem kleinen Krieger vor Ort schon längst klar, wohin die Reise geht, wenn keiner den Erdogan bremst: die Nato ist im Krieg. Im Prinzip – rein rechtlich – schon jetzt. Nietzsche sprach im 19. Jahrhundert davon, das sich große, unheimliche Dinge zusammenballen, die zu einer riesigen Explosion führen werden, wenn sie keiner bremst. Es bremste keiner – wir bekamen die schlimmsten Kriege der Menschheitsgeschichte. Nietzsche sprach auch gerne von dem natürlichen Recht des Stärkeren und benutzte gerne das Bild vom Adler, der das Lamm riss. Wäre interessant zu wissen, wie er den Aufmarsch der chinesischen Flotte vor japanischen Inseln (siehe Spiegel) interpretiert hätte: darf der chinesische Adler dort die Lämmer reißen … oder darf der japanische Adler sie behalten? Nun – in Deutschland selbst ist die Sachlage klar: die Stärkeren eleminieren die Schwächeren. Eine ganze Behörde wurde zu diesem Zwecke aufgebaut.

Voller Stolz verkündet diese Behörde den erfolgreichen Einsatz der grausamsten Kriegswaffe gegen unbewaffnete Zivilisten, die zudem meist arm, alt, krank oder ungebildet sind. Diese Waffe ist der Hunger, der selbst stärkste Armeen und als uneinnehmbar geltende Festungen bezwingen kann – um wie viel mehr wirkt er erst recht gegen arbeitslose, aus der Gesellschaft vollkommen ausgegliederte Menschen. Bald, so meldet das Ministerium für Untermenschenreduzierung, wird man jeden Arbeitslosen mit Sanktionen überzogen haben (siehe Welt) – will heißen: Hunger, Kälte und Obdachlosigkeit preisgegeben haben, aber wir modernen Menschen drücken das vornehmer aus. Da lassen wir nichts auf uns kommen: die Sprache bleibt fein, selbst wenn die Tat grausam und unmenschlich ist.

Die Sanktionen erreichen auch neue Qualitäten, der Endsieg gegen die Arbeitslosigkeit fordert halt ihren Preis: fort ist die alte Garantie des wohlverdienten Eigentums. In Seelow wurde jetzt dem ersten Hausbesitzer Hartz IV gestrichen (siehe Märkische Oderzeitung), weil … na ja, die halt ein Haus haben. Das kann man ja verkaufen – jedenfalls in der Theorie. In der Praxis ist ein sanierungsbedürftiger Altbau im Osten nicht den Bruchteil von dem Wert, was das Jobcenter sich erträumt – aber darum geht es ja gar nicht. Hauptsache, man war mal wieder kreativ und hat zwei weitere Hartzis von der Payroll streichen können.

Na, sollen die beiden doch glücklich sein: Häuserkauf, des deutschen liebstes Kind, ist laut Managermagazin zu einem völlig unkalkulierbarem Risiko geworden. Deutschland ist kein Land mehr, in dem man einfach so wohnen kann – und führende Konzerne arbeiten daran, das es hier bald noch viel teurer wird, weil wohnen in Deutschland einfach noch viel zu billig ist (siehe Handelsblatt).

Natürlich wäre der Terror nicht komplett, wenn nicht auch der Strom abgedreht wird. Immerhin sind wir eine moderne Industrienation, die sich auf die Wunder der Technik dummerweise vollkommen verlassen hat und deshalb auch bald vollkommen verlassen dastehen wird, denn die Rekordstrompreiserhöhungen von gestern sind noch harmlos im Vergleich zu dem, was morgen kommen wird: 300 Milliarden Euro will die Politik nun noch vom Konsumenten abgreifen (siehe Welt), der Rössler droht gar mit der Totalabschaltung als Massensanktion für Kernkraftkritiker (siehe Yahoo).  Ausgenommen hiervon sind nur …. die großen Konzerne. Sie brauchen nicht mehr zahlen – sie kriegen sogar etwas geschenkt, siehe Junge Welt

Gleichwohl soll 2013 die Liste der Begünstigten auf absehbar über 2000 Firmen anwachsen. Ihr Urteil?

Daran zeigt sich einmal mehr, wie stark die Lobby der Großindustrie ist und wie schwach die des Mittelstandes und der privaten Verbraucher. Erst zum Jahresende 2011 hat die Bundesregierung dafür gesorgt, daß Großkonzerne mit hohem Stromverbrauch keine Netzentgelte mehr zu zahlen haben. Auch dafür muß der Normalverbraucher die Zeche zahlen. Auch das widerspricht dem Gleichheitsgrundsatz und dem der Kostengerechtigkeit, und ist wie im Falle der EEG-Befreiung eine gesetzeswidrige und ungenehmigte Beihilfe für die Großindustrie. Und die bewirkt im übrigen, daß von den betroffenen Unternehmen der Druck für höhere Energieeffizienz genommen wird.

Kein Wunder, das die Existenz dieser Zeitung extrem gefährdet ist (siehe Offener Brief an die Mitarbeiter) – so etwas darf man in Deutschland, dem Schweinetrog der Konzernwelt, halt nicht ungestraft veröffentlichen.

Da der deutsche Bürger (inzwischen vom Arbeiter völlig zum bloßen „Verbraucher“ degeneriert und herabgewürdigt) aber keine Milliarden in den Taschen hat, mit denen er die Geldgier der Konzernbüttel permanent befriedigen kann, droht ihm Armut auch ohne Arbeitslosigkeit – vor allem im Alter.  Der Kaufkraftverlust der Rentner beträgt jetzt schon 20% (siehe Rentnernews), die staatliche Einheitsrente auf Hartz IV-Niveau droht allen jetzt Fünfzigjährigen – selbst, wenn die sich jetzt noch sicher wähnen.

Ein Jahr Arbeitslosigkeit – und das Haus ist weg.  Musste womöglich mit Schulden unter Wert verkauft werden, weil das Jobcenter sich verschätzt hat – so etwas soll bei ehemaligen Friedhofsangestellten ja schon mal vorkommen. Gut, darüber sollte man keine Witze machen – immerhin liegen Friedhof und Jobcenter immer weniger auseinander, wer dort aufschlägt, ist sinngemäß schon auf dem sozialen Friedhof angekommen und wird kompetent und stringent weiterbefördert.

Führt man sich diese soziale Lage mal ungeschützt konzentriert vor Augen, so fragt man sich: warum brennen hier noch nicht die Regierungssitze? Die deutschen Bürger werden systematisch ausgenommen – so fühlten sich dereinst Städte, die von plündernden Wikingerhorden belagert wurden. Ein Drittel der Deutschen kann muss aus Geldmangel auf Arztbesuche verzichten (siehe Mittelstandsnachrichten) und die Innenstädte verwandeln sich zunehmend in lebensgefährliche Zonen (siehe Welt), für die man bald noch Eintritt in Form einer Maut bezahlen soll: das ist doch unter normalen Umständen alles untolerierbar?

Die Antwort darauf ist einfach: die Bürger haben Angst. Wie 1937. Die Deutschen haben da sogar besonders Angst, denn in diesem Land fanden sich schon mal ungeheuerliche Allianzen von Konzernen, Politikern, Soziopathen und krankhaften Asozialen zusammen, um industrielle Menschenmassenvernichtung zu perfektionieren – und jeder hat in der Schule gelernt, das „der Schoß noch fruchtbar ist, aus dem das kroch“.

Der Schoß gebiert gerade das neue Ungeheuer – und alle verkriechen sich in ihre vier Wände und hoffen, das das Elend im Bildschirm bleibt, vor dem sie jedes Jahr immer länger hocken, weil die Welt dort draußen – unsere natürliche Alltagswelt – immer gefährlicher geworden ist. Das das bewußt produziert wird, ist kein Geheimnis: Professor Butterwege äußerst sich klar dazu (siehe Kritisches-Netzwerk):

Fest steht: Altersarmut stellt weder ein Zufallsprodukt noch ein bloßes Zukunftsproblem, sondern eine bedrückende Zeiterscheinung dar, die politisch erzeugt ist. Sie trifft hauptsächlich Opfer der neoliberalen Reformen und Menschen, die für den Wirtschaftsstandort „nutzlos“ sind, weil sie wirtschaftlichen Verwertungsinteressen nicht oder nur schwer zu unterwerfen sind. Armut ist für alte Menschen besonders deprimierend, diskriminierend und demoralisierend, weil ihnen die Würde genommen und ein gerechter Lohn für ihre Lebensleistung vorenthalten wird. Darüber hinaus wirkt Altersarmut als Drohkulisse und Disziplinierungsinstrument, das Millionen jüngere Menschen nötigt, härter zu arbeiten und einen wachsenden Teil ihres mühselig verdienten Geldes auf den Finanzmärkten anzulegen, um durch private Vorsorge einen weniger entbehrungsreichen Lebensabend verbringen zu können.

Das ist „politisch erzeugt“.

Der Staat ist Feind geworden.

Na, das geht ja jetzt nicht, wird man sagen, wir sind doch Demokratie!

Leider nein. Wir sind Postdemokratie – und wählen auch so unsere Führer, siehe Ossietzky:

Demokratietheoretisch ist die Erhebung Peer Steinbrücks zum sozialdemokratischen Kanzlerkandidaten ein aufschlußreicher Vorgang, wobei hier der Begriff Postdemokratie treffender ist. Die Mitglieder und die verschiedenen Organe der Partei, bis hin zum Parteivorstand und Bundesparteitag, waren an dem Auswahlverfahren nicht beteiligt.

So wird der Mann mit den meisten Nebeneinkünften (d.h. mit den besten Bezahlungen durch Konzerne) der Reservekanzler, falls die Deutschen mal die Merkel satt haben. Politisch gesehen wird sich für uns dann nichts ändern – aber man kann uns noch etwas länger hinhalten.

Wer sich dieses kleine Bild betrachtet, kann erkennen, wie wenig Konzerne unsere vielfältige kunterbunte Konsumwelt bestimmen: hinter vielen großen Marken stecken gerade nochmal zehn Konzerne. Die ziehen uns unser Geld aus der Tasche, vermehren es an den Börsen, kaufen davon für sie günstige Politik ein, die wiederum wir bezahlen. Das ist nicht mehr Marktwirtschaft, das ist die Herrschaft einer wirtschaftlichen Oligarchie.

Das weiß auch jeder.

Nicht umsonst kann man inzwischen sogar in der renommierten Zeit nachlesen, das ultralinke Politikerinnen wie Sarah Wagenknecht in Unternehmerkreisen als Referentinnen geschätzt werden:

Wie junge Unternehmer die Linke Sahra Wagenknecht lieben und das System hassen lernten.

Es sind nicht nur junge Unternehmer. Der typische Unternehmer und Selfmademan hat nichts gemein mit den Konzernschranzen, die sich gerne an seinem Lebenswerk mit geliehenem Geld bereichern, in dem sie sein Unternehmen kaufen und so seine Leistung in ihren Bilanzen stehen haben. Noch nie – so scheint es – gab es eine so breit aufgestellte Bewegung gegen die postdemokratische, oligarchische und asoziale Kaste von Funktionsträgern, die in Deutschland eine erfolgreichen Putsch zu ihren Gunsten durchgeführt hat.

Wie kann es da sein, das die Deutschen Angst haben? Zuviel Nietzsche gelesen?

Vergleiche aus dem Tierreich sind immer eine Katastrophe, das weiß man seit Nietzsche, auch wenn sozialdemokratische Minister Arbeitslose gerne als Schädlinge bezeichnen.  Nun – der Bildungsgrad von Sozis wurde schon früher angezweifelt.

Bleiben wir aber spaßeshalber bei dem Adler und dem Lamm … und denken uns eine Herde von Schafen. Von intelligenten Schafen, die sich ein Lammmodell basteln, es mit Sprengstoff füllen und einen Fernzünder anbringen. Der der Adler sich gerne schwache Lämmer mutig vom Rande der Herde greift (sich also ganz neoliberal gebärdet), kann man sein trojanisches Lamm gezielt etwas weiter entfernt abstellen: der Adler wird sich garantiert dieses scheinbar schwächste Glied greifen.

Nach dem lauten Knall in hohen Lüften: wer ist dann der Stärkste im Land?

Der Sieger, ganz einfach. Die lieben Schafe, weil sie solidarisch zum Schutze der Schwächsten unter ihnen zusammengearbeitet haben, was die Lebensqualität aller schnell und dauerhaft erhöht.

Siegen kann aber nur der, der den Kampf annimmt und den Krieg ernst nimmt – bevor noch der heiße Krieg mit Syrien und China ausbricht. Der heiße Krieg mit China?

Nun, schauen wir doch mal, wie der deutsche Bundestag in kritischer Situation reagierte (zitiert nach German Foreign Policy)

Unter dem Beifall des Bundespräsidenten sowie deutscher Regierungsmitglieder ruft der Träger eines prominenten deutschen Kulturpreises zur Zerschlagung Chinas auf. China sei ein „Müllhaufen“, es müsse „auseinanderbrechen“, verlangt der chinesische Schriftsteller Liao Yiwu, der in der Bundesrepublik lebt und am Sonntag den prestigeträchtigen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten hat. Seine Dankrede, in der er zur Zerschlagung seines Herkunftslandes aufrief, wurde von Bundespräsident Gauck sowie weiteren Amtsträgern mit lautem Applaus quittiert.

Wäre ich Chef von China, würde ich mir denken: die wollen mir insgeheim an den Kragen.

Es wird also Zeit, den Dilettanten in der Berliner Quasselbude bei ihrer Arbeit zu helfen: der Erhöhung des Lebensstandards der Mitmenschen in Deutschland, der zunehmenden Sicherung vor Lebensrisiken, der Neueinführung der freien Marktwirtschaft bei gleichzeitiger Eliminierung aller oligarchischen Strukturen in der Wirtschaft, die Rückkehr zu einer friedlichen und friedensstiftenden Aussenpolitik und dem Schutz des Bürgers vor kriminellen Elementen in Wirtschaft und Politik – selbst auf die Gefahr hin, das die dann keine Superprofite mehr durch Leihsklavenarbeit, „giftige“ Geldanlagen oder doppelte Provisionen (siehe FTD) mehr generieren können, um damit die Vorträge der politischen Kaste zu finanzieren.

Schließen wir uns also der von Rolf Hochhuth geforderten sozialen Revolution an, siehe Humanicum:

Eines der intellektuellen Schwergewichte Deutschlands ruft zur Revolution auf, “weil parlamentarische Beschlüsse nichts bringen”.

Immerhin haben jetzt schon elf Leser dieser Revolution zugestimmt.

Was uns blüht, wenn wir den Revolutionstermin verpennen? Armut, Hunger, Krieg und Not … und wir kriegen „auf die Fresse“, wie die Jungs in England, siehe Hintergrund:

Gymbox, ein Fitness-Center für Reiche, bietet einen Kurs für „Proll-Bekämpfung“ an: „Mies gelaunte Chavs brauchen keine Verwarnung, ihnen gehört die Fresse poliert“, meint der Besitzer. „Verschwenden Sie Ihre Zeit nicht mit Sandsäcken und Holzbrettern, schlagen Sie lieber einem Proll die Zähne ein.“

Das sollte man ernst nehmen: die britischen Eliteclubs sind bekannt für ihre Aggressivität, einfach mal Premier Cameron fragen, der war in einem: die netten, liebenswerten Globalisierungsgewinner kann man hier studieren.

Dort wird der Menschentypus ausgebrütet, der später mal in Parteien, Firmen und Verwaltung oberste Führungspositionen besetzt und von dort aus seinen ekelhaften Charakter vervielfältigt, sich zum Adler über die Lämmer aufschwingen will. Wenn wir diesen Typus nicht stoppen, werden wir auch das „Rentnerklatschen“ der Zukunft nicht verhindern können. Solange solche Typen in Politik, Verwaltung und Wirtschaft unterkommen, brauchen wir uns nicht über Meldungen zu wundern, die die Entvölkerung ganzer Inseln im Auftrag der Finanzwelt beschreiben (siehe theintelligence).

Wir können also warten, bis man uns die Fresse poliert, uns als „Kosten auf zwei Beinen“ ins Ausland zur Endlagerung deportiert (genauso wie man ehedem aus Kostengründen die Arbeitsplätze dorthin geschafft hat), unsere Kinder bei sinnlosen Kriegsspielen verheizt – oder wir stellen uns einfach mal quer.

Muss ja nicht sofort die Guillotine sein.

Zuvor sollte man sich die Freundschaft der zur Drogenschutztruppe (siehe Junge Welt) mutierten Bundeswehr sichern – nach einigen Gesprächen kann ich euch versichern: die wollen auch nicht länger krepieren … und erst recht nicht in einem von dummen, dicken, einfältigen und asozialen Konzernbütteln im Parlament angeleierten Krieg verheizt werden.

Ganz zuvor jedoch … wird man dem Bürger die Angst nehmen müssen, in dem man ihm mal wieder deutlich klar macht, wer der Stärkere ist:  nicht der, der sich selbst für einen Adler hält, der straflos Lämmer schlachten darf, sondern diejenigen, die sich zu einer solidarischen Einheit zusammenschließen: so hat die Menschheit Mammut, Säbelzahltiger und Höhlenbär eine empfindliche Lektion erteilt (und hatte nebenbei lecker Essen).

Das geht ganz schnell: Bürgerparlamente gründen, alle Steuerzahlungen auf das neue Parlament umleiten, das Kommando über Militär, Polizei und Rundfunk übernehmen und dann den bankrotten maroden Reststaat einfach abwickeln. Steinbrück und Merkel können dann von mir aus Putzstellen kriegen – mehr traue ich denen nicht zu. Schon 2014 könnten wir wieder in einem Land leben, das sich unter dem Motto „Gemeinschaft macht stark“ von den asozialen Eskapaden seines Vorgängersystems verabschiedet und zu einem neuen, vielbewunderten, re-demokratischem Vorbildstaat wird – mit ganz vielen Freunden auf der Welt, einem Land, in der der Fähige wieder Karriere ohne Beziehungen machen kann, in dem findige Unternehmer zu Reichtum und Ruhm kommen, weil sie Wohlstand für alle schaffen (anstatt sich am Wohlstand aller zu bereichern und alle in die Armut zu treiben) und Politiker aus Leidenschaft und Idealismus auch ohne fetteste Diäten Politik machen – einfach weil es jemand machen muss, wie auch Feuerwehrleute, Krankenpfleger, Altenbegleiter und Polizisten ihren Job machen müssen.  Was wäre das für ein Land – in dem die Regierung dafür sorgt, das Strom, Wohnen, Benzin und Essen bezahlbar bleiben – was ja auch durch ein Preismoratorium geschehen kann.

Möglichkeiten gäbe es genug, in einem Land, wo Linke und Unternehmer Hand in Hand arbeiten können, ist nichts unmöglich, da lassen sich genug Gewinne für beide Seiten herausschlagen, von denen alle was haben, da lässt sich ein ganz neues leistungsfähiges Deutschland entwickeln, das allerdings dann leider nicht mehr als  Geldkuh für Goldman-Sachs, McKinsey oder McDonalds zur Verfügung stehen kann.

Schade auch.

Oder aber – wir lassen alles so wie es ist und lassen uns weiter von den Reichen „die Fresse polieren“ – bald auch im Rahmen der Bündnisverpflichtungen in China.

Noch haben wir die Wahl – noch haben wir keinen vom deutschen Reservistenverband unterstützten Hitler vor der Nase.

Also – wie geht es jetzt weiter?

 

 

 

 

Du bist die Revolution – Global Noise Day am 13.10.12

Ja, nächsten Samstag…

Vor über einem Jahr entwickelte sich weltweiter Protest. Vom arabischen Frühling über Democracja Real Ya in Spanien bis zu OCCUPY Wall Street und deren zahlreiche Ableger, auch in Deutschland. Überall gingen die Leute in Massen auf die Straßen und Plätze und bauten Camps um zu sagen: SO WOLLEN WIR NICHT LEBEN! .
Die KRITIK am SYSTEM schien angekommen zu sein, scheinbar aber nicht LAUT GENUG.

Weiterführende Links:

http://occupyberlin.info/blog/2012/10/05/larm-um-alles/
http://occupydeutschland.tumblr.com/post/33225553545/globalnoiseday-video-german


20.Juli 2012. Widerstand in Deutschland? Island macht es vor … als leise Revolution.

Freitag, 20.7.2012. Eifel. Wieder einmal ein besonderer Tag – historisch gesehen. Vor achtundsechzig Jahren hat ein gewisser Graf von Stauffenberg den Führer in die Luft sprengen wollen. Lange Zeit galt dies als Großtat des deutschen Widerstandes gegen Hitler. Bei Lichte betrachtet, war die Tat nicht so groß. Die Sowjetarmee treib im Osten die Wehrmacht vor sich her, im Westen waren die Alliierten in Frankreich gelandet und vertrieben die Wehrmacht dort, Bomberströme zogen fast täglich ungehindert über Deutschland hinweg – wer noch alle Sinne beisammen hatte (und von den Fakten überhaupt erfuhr) wußte: es war vorbei. Nun – weniger die Motaviation des Widerstandes soll heute im Fokus stehen, sondern eher die Frage: wie sieht es heute bei uns aus? Brauchen wir wieder einen Stauffenberg, der versucht, das Schlimmste zu verhindern? Es geschehen tagtäglich schlimme Dinge in Deutschland, Dinge, die noch kürzlich undenkbar waren:

Zum Beispiel gibt es da einen Goldman-Sachs Banker, der ungeniert über „seinen Ministerpräsidenten“ Geschäfte inszeniert, die dem Land Milliardenverluste beschert haben. Nebenbei bot er als „Bestechungsmasse“ einen schönen Vorstandsposten an – so sieht unsere Bananenrepublik aus. Erinnert an viele andere Politiker, die bei uns „überraschend“ hoch dotierte Positionen in der Wirtschaft bekamen, nachdem sie im Interesse der Märkte den Sozialstaat ruiniert und die Notbremsen gegen Finanzheuschrecken entfernt haben.

Keine schöne Geschichte, aber brutale, politische und wirtschaftliche Realität, unter der in diesem Land Millionen von Menschen  – und erst recht Millionen von Kindern zu leiden haben.

Über den Verfassungsschutz möchte ich erst gar nicht reden – der beobachtet lieber peinlich genau ordentlich gewählte Politiker der Linken, während jahrelang Neonazibanden ungehindert im Land herummorden. Die Polizei gibt auch nicht unbedingt ein besseres Bild ab, wenn man sich den Fall Knobloch genauer anschaut – hier beim Spiegel: aktiv haben die Ermittler einen geistig Behinderten Menschen mit lückenlosem Alibi einen Mord in die Schuhe geschoben, zu dem bis heute die Leiche fehlt. Gedeckt wurde durch diese Tat der Polizei ein roter Mercedes, in dem das Kind offensichtlich entführt wurde. Gruselig, wenn man bedenkt, welche Kreise die Affaire Detroux beispielsweise zog. Gibt es vielleicht auch in Deutschland einen mächtigen Kinderhändlerring – mit Superkontakten zu Polizei und Politik?

Die Liste der äußerst bedrohlichen Erscheinungen am Rande (und in der Mitte) unserer Gesellschaft ließe sich endlos fortsetzen – wer regelmäßig im „Nachrichtenspiegel“ liest, weiß, das man täglich genug finden kann und Grund genug hat, sich um die Zukunft zu sorgen – erst recht jetzt, wo der ESM droht.

Schnell könnte unsere Zukunft wie die Islands aussehen, siehe Wikipedia.

Island war im April 2009 laut dem US-amerikanischen Ökonomen und Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman vor Irland und Österreich das Land mit dem größten Risiko eines Staatsbankrotts. Die drei größten Banken (Kaupthing, Landsbanki und Glitnir) erlebten nach ihren sehr riskanten internationalen Kreditgeschäften einen Absturz und konnten nur durch die Verstaatlichung im Oktober 2008 vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Sie hinterlassen Island einen Schuldenberg vom Zehnfachen der bisherigen jährlichen Wirtschaftsleistung.

320 000 Einwohner mussten mehr als zehn Milliarden Euro aufnehmen.  31250 Euro pro Bürger – ob nun Rentner oder Kind spielt dabei keine Rolle. Die großen Bankenfürsten (die erst unlängst wieder durch Zinsmanipulationen im großen Stil und andere Betrügereien von sich Reden gemacht haben – siehe Standard) rieben sich die Hände … jedenfalls solange, bis die Bürger die Politik selbst in die Hand nahmen, weil ihre Zukunft (siehe Fokus) düster aussieht.

Und auf einmal sah man – es ging auch anders, siehe Presseeu:

In London fälscht Barclays die Zinssätze für Kredite zwischen Banken. In Madrid soll Bankia seine Konten vor dem Börsengang frisiert haben. Wie die betrügerischen Banken zur Rechenschaft ziehen? In Island spüren Sonderermittler die Verantwortlichen auf, um sie der Justiz zu überstellen. 

Da läßt man die Banken einfach pleite gehen – und jagt die kriminellen, auf Kosten anderer grenzenlos experimentierfreudigen „Leistungsträger“ quer durch den ganzen Kontinent. „Die Treibjagd beginnt“ – so beschreibt „wirtschaftsfacts“ die Tatsache, das nun eine Hundertschaft von Ermittlern Jagd auf die Täter macht, die sich unter anderem in Luxemburg verschanzen – ausgestattet mit viel geklautem Kapital und den teuersten Anwälten des Kontinents.

Die Aktion macht viel von sich reden. Manche sehen darin schon die beginnende Abrechnung mit dem Bankenclan der Rothschilds und Rockefellers.

Was nun aber wirklich Sorgen machen sollte: Trotz mehrfachen Nachfragens wollen die Isländer einfach nicht für die verstaatlichten Schulden der Pleitebanken aufkommen … dabei war doch alle so gut geplant: Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren – das Motto läuft doch in ganz Europa gut. Griechenland, Spanien, Italien … die Nachrichten sind voll von dem Spektakel, das Politiker veranstalten, damit bloß alle Banker ihre Boni bekommen (und die politischen Entscheider ihre Pöstchen).

Die Isländer aber – sagen nein dazu. Zum Entsetzen der Ministerpräsidentin, siehe Zeit. Man wundert sich nicht über das Entsetzen – muss sie doch der eng verfilzten Mafia von europäischer Politik und Banken erklären, warum der Plan nicht aufgeht … und deshalb möglicherweise in ganz Europa in Gefahr ist. Immerhin … das System kommt einem bekannt vor, siehe Zeit aus dem Jahre 2009:

Auf ausländischen Druck hin verschuldet sich Island bis zur Schmerzgrenze, um britische und niederländische Sparer zu entschädigen. Das Land hätte Besseres verdient

Erinnert irgendwie an … Griechenland, Spanien, Italien, Portugal (und natürlich bald Deutschland). Wir zahlen … doch was machen die Isländer?

Sie gucken, ob man nicht den damals verantwortlichen Staatschef auch gerichtlich verantwortlich machen und einkerkern kann, siehe Frankfurter Rundschau.

Das wäre was, oder? Schröder, Fischer, Clement, Müntefering – die ganze Hartz-Gang einfach mal einsperren – wegen „Deregulierung der Märkte“ – was nichts anderes war als die Abschaffung der Bremsen, die verhindern sollten, das „Märkte“ die Demokratie aushöhlen.  Und dazu noch die ganzen Akteure, die gerade Deutschland „marktkonform“ gestalten wollen, damit die Banken noch schneller abgreifen können: ein Ruck würde durch die deutsche Demokratie gehen – und sie würde den Namen wieder verdienen.

Ach ja – Demokratie. Auch da sind die Isländer dabei, ganz neue Wege zu gehen – siehe Süddeutsche:

Island ist kurz davor, sich eine neue Verfassung zu geben und ging dabei einen besonderen Weg: Keine Politiker, sondern die Bürger selbst entwarfen den Vorschlag für ein Grundgesetz. Ein Modell für Europa?

Ein spannendes Modell – denn es wird von der bankenpolitischen Kaste hart bekämpft:

Aus den 525 Kandidaten hatten die Isländer 25 Ratsmänner und -frauen auserkoren. Seine Arbeit beginnen durfte er aber dennoch nicht sofort. Die alten Machteliten, denen das Projekt ein Dorn im Auge war, reichten Klage beim Obersten Gericht ein – mit Erfolg. Aufgrund technischer Nichtigkeiten wurde die Wahl für ungültig erklärt. Vier der fünf Richter waren noch von der langjährigen konservativen Regierungspartei, jetzt in der Opposition, ernannt worden. Böse Zungen sprechen von einem politischen Urteil.

Nun – es ist ja auch kein Märchen, es ist harte Realität. Nach vielen Jahrzehnten Demokratie ist der demokratische Grundgedanke verrottet, politische Posten von einer durchgehend korrupten „Elite“ besetzt, die eher an die Rendite der Bankenelite denkt denn an das Wohl der eigenen Bürger.

Immerhin: der Bürger lädt nie zum Nobeldinner in exklusiven Restaurants, der Bürger verleiht keine Nobellimousinen, er lädt nicht auf seine Privatyacht ein oder sorgt für gute Geschäftskontakte oder – noch besser – ein lukratives Vorstandspöstchen.  Der Bürger will – nein, wie schlimm – einfach sein Geld behalten und zerschießt so die Wunschträume seiner lange und gezielt von den Parteien und Verbänden herangezüchteten politischen Elite.

Die Isländer tragen dem Rechnung … und lassen einfach 500 normale Bürger eine Verfassung ausarbeiten – abseits von allen korrupten Seilschaften, die dies im Regierungsapparat selbst schnell intern  hätten verhindern können, ohne das wir auch nur ein Sterbenswörtchen davon erfahren hätte.

Vielleicht – so merkt man – wäre es gar nicht so schlecht, wenn es uns so geht wie den Isländern. Mit 25500 Euro Schulden pro Kopf (zusätzlich zum ESM) sind wir auf dem besten Wege, ihnen in den Staatsbankrott zu folgen. Aber vielleicht könnten wir auch ihrem demokratischen Ansinnen folgen und eine leise Revolution durchführt, die nichts weiter tut, als blutlos „mehr Demokratie zu wagen“ und Deutschland eine Führungsrolle in Europa gibt, auf die zukünftige Generationen stolz sein können.

Wer noch zögert, ob das denn wirklich notwendig ist in Deutschland, der sollte sich diesen Artikel im Spiegel gut durchlesen: kaum sind die neuen Organspendegesetze unterwegs, gibt es schon findige Mediziner, die „ihren“ russischen Patienten schnell eine deutsche Leber verpassen.

War sicher kein armer Russe, der da in Göttingen lag.

Der neoliberale Putsch, der auf breiter Front seit über einem Jahrzehnt durch Deutschland fegt und aus seinen Bürgern „Kosten auf zwei Beinen“ gemacht hat, die nichts zu Essen kriegen sollen, wenn die Wirtschaft sie nicht mehr braucht, wird aus uns allen Organspendern machen, die die Bankenschulden mit ihrem eigenen Leib abbezahlen müssen.

Vielleicht kommt es aber auch noch schlimmer.

Noch haben wir eine Chance, das Ruder herumzureißen und wieder eine Gesellschaft von Menschen zu werden, die „für“ die Demokratie leben – anstelle einer neoliberalen Gesellschaft, die parasitär „von“ der Demokratie lebt … und von dem, was ihre Bürger über Jahrhunderte hinweg aufgebaut haben.

Andererseits werden wir vielleicht auch noch erleben, was mit einem Land geschieht, von dessen Substanz viele unersättliche „Leistungsträger“ jahrzehntelang  rücksichtslos gezehrt haben – auf Kosten der Armen, der Kranken, der Alten, der Kinder und der ganzen Zukunft.

Ich möchte allerdings – wenn der Kurs so weitergeht – allen Mitbürgern dann dringend empfehlen, niemals niemals niemals … alt zu werden.

Das wird nämlich im neoliberalen Paradies sehr sehr hässlich werden.

 

 

 

 

 

 

Echte und falsche Nachrichten, unsortiert – 2012.05.21

Nachrichten und so:

Der Weltuntergang wurde verschoben. Der Artikel ist so schön, daß ich gar nicht weiß was ich als Zitat verwenden soll. Vielleicht einfach den ersten Absatz:

Nachdem es amerikanischen Wissenschaftlern gelungen ist, noch ältere Maya-Aufzeichnungen als die bis­her bekannten zu entziffern, reiben sich Esoteriker und hoffnungslos Überschuldete die Augen: Es wird nichts mit dem erhofften Weltuntergang. Die Kacke dampft weiter, der Schuldenberg wächst, der Irankrieg ist nur aufs nächste Jahr verschoben. Das hat Obama geschickt eingefädelt (als ob er’s geahnt hätte): Den Israelis diese schweren Bunkerknackerbomben in Aussicht stellen, falls sie sich darauf einlassen würden, mit ihrem offen angedrohten Militärschlag gegen den Iran noch bis nach dem Weltuntergang zu warten. Ne­tan­jahu glaubt offen­bar nicht an die Maya und ihre Kalender, und scheint das Angebot dankend angenom­men zu haben. Zumal eh vorgezogene Neuwahlen anstehen, nicht nur Präsidentschaftswahlkampf in den USA.

Ich bin mal gespannt, ob das trotzdem klappt und so durchgezogen wird und was Bild dann dazu sagen wird.:

Die ersten, geplanten Maßnahmen des neugewählten französischen Präsidenten François Hollande werden in BILD wie Utopien und Hirngespinste aufgelistet:

Sofort, ab Amtseinführung ab 15. Mai, sollen per Dekret, also per Anweisung des Präsidenten, die Benzinpreise eingefroren werden, zunächst für drei Monate Dabei soll auch auf ein Teil der Steuereinnahmen verzichtet werden. ((K)eine Anregung, Herr Schäuble?).
Hollande will sein eigenes Gehalt und das seiner Minister um 30 Prozent kürzen. Die waren von seinem Vorgänger Sarkozy exorbitant stark angehoben worden.
Die Mehrwertsteuer soll von 21,2 Prozent auf 19,6 Prozent zurückgenommen werden.
Die Top-Gehälter in Staatsfirmen sollen das 20-fache des gemeinen Malochers nicht mehr übersteigen dürfen. Das entspräche etwa 340.000,- Euro pro Jahr.
[Im Artikel gehts weiter…]

Der Grund, warum JP Morgan 2 Milliarden Verlust bekanntgegeben hat. Ist das schon eine Verschwörungstheorie?

Im DealBook der NY Times können wir heute lesen, dass die Milliarde zusätzlicher Verluste, die Jamie Dimon für die nächsten Wochen auf die fehlgeschlagene Wette seines Hauses in Aussicht gestellt hat, nach nur vier Handelstagen eingetreten ist. Jetzt also schon drei Milliarden. Kein Wunder, wenn der ganze Markt gegen JP Morgan wettet, könnte man sagen.
Müssen wir Mitleid mit der Bank haben ?

 Karl Weiss hat keine Angst vor der Revolution (ok, er sitzt auch in Brasilien):

In einem Schweizer Blog wurde ein Artikel mit dem Namen „Ohne Umverteilung wird ganz Europa brennen“ veröffentlicht, der versucht, den Imperialisten Angst vor der Revolution zu machen. Das ist ein müssiges Unterfangen. Natürlich hassen die Reaktionäre die Revolution, aber sie glauben bis zur letzten Sekunde nicht daran, sie werde Wirklichkeit, sonst würden sie ja anders handeln. Aber ausser Profisteigerung gibt es keinen Antrieb für den Kapitalisten, deshalb wird er auf keinerlei Warnungen hören, wenn er so weiter mache, werde es die Revolution geben.

 Und Herr Mowitz erfreut sich den Anfängen:

Die sich langsam formierende Bürgerrechtsbewegung in Europa hat mit einer friedlichen Aktion, BLOCKUPY FRANKFURT, an der über 25 000 Kritiker der real existierenden Finanzdiktaturen in Deutschland und Europa teilnahmen, gegen die sich immer mehr ausbreitende Verarmung der Menschen, im hiesigen Werte-System, protestiert. Damit wurde das kapitalistische Establishment herausgefordert, das genau so reagierte wie es immer in solchen Fällen reagiert: Es antwortete mit dem Einsatz polizeilicher Gewaltanwendung, die unter anderem zur Festnahme von etwa 500 friedlichen Demonstranten führte. Alles unter dem Deckmantel einer höchstrichterlich abgesegneten Verbotsorgie von „Platzverweisen“ und „Aufenthaltsverboten.“ Da halfen auch nicht die Grundgesetze, die von den Demonstranten schützend in die Höhe gehalten wurden. An das deutsche Grundgesetz hält sich, spätestens nach dem illegalen Angriffskrieg auf Jugoslawien, weder das politische, noch das wirtschaftliche Establishment, schon lange nicht mehr, oder nur noch wahl- und ausnahmsweise

Herr Gellermann hat da eine andere Vision:

Sagen wir, Griechenland stellt die Ratenzahlungen für deutsche U-Boote ein. Wg. Pleite, versteht sich. Deutschland verweigert, mangels Liquidität, den monatlichen NATO-Beitrag. Holland kann, weil die Knete fehlt, kein Marihuana aus Marihuanistan mehr einführen, Schweden tauscht Volkswagen nur noch gegen Heringe. Manche Länder, wie zum Beispiel Liechtenstein, verzeichnen erstmals Arbeitslosigkeit. Denn in Liechtenstein träfe der Pleiten-Plan den Finanzsektor besonders unmittelbar: Da in diesem Sektor aber, anders als allgemein angenommen, nur rund 17 Prozent der Erwerbstätigen des Landes arbeiten, bricht keine Panik aus.

In Österreich sieht es schon anders aus:

Na, wer hätte das gedacht von den immer unterschätzten südostlichen Nachbarn? 57% der befragten Österreicher in einer Umfrage, deren Relevanz hier nicht abschliessend beurteilt werden kann, erklärten, Österreichs Politk sei „langweilig und uninteressant“. Ebenfalls 57%, in grossem Masse die gleichen Personen, erklärten, das politische System sei nicht reformierbar und brauche einen Umsturz.(!)

Wie teuer ist ein Entenhaus. Vor allem ohne Hausmeister:

Wie Jochen Hoff in seinem Blog Duckhome berichtet steht das Ende eben dieses Weblogs wohl in nächster Zeit ins Haus. Nicht weil Herr Hoff selbst keine Lust oder Zeit mehr hätte. Auch an Co-Autoren mangelt es nicht unbedingt. Der Grund ist schlichtweg die Tatsache, dass das Hamburger Landgericht ihm die Domain duckhome.de gepfändet hat.

 

Verschwörungstheorien und was man eh nicht glauben sollte:

Wir werden alle sterben™. Diesmal an Radioaktivität. Ok, ist vom Kopp Verlag, aber ein Körnchen Wahrheit steckt da schon drin – wie in jeder guten Verschwörungstheorie:

»Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass das Schicksal Japans und der gesamten Welt jetzt von Reaktor Nr. 4 abhängt.« – Mitsuhei Murata, ehemaliger Botschafter Japans in der Schweiz und im Senegal, Direktor der Japan Society for Global System and Ethics.
Muratas aufrüttelnde Erklärung sollte überall auf der Welt Schlagzeilen machen. Warum? Weil er recht hat. Schon ein kleines Erdbeben bei Reaktor Nr. 4 könnte eine Kettenreaktion auslösen, die sehr schnell zur Folge hätte, dass Nordamerika für die nächsten Jahrhunderte für Menschen unbewohnbar würde. Stellen Sie sich vor, dass über Kalifornien, Oregon und Washington State massive Strahlung niedergehen würde – bis zu 85 mal stärker als die Strahlung von Tschernobyl. Wir sprechen über das Ende menschlichen Lebens auf ganzen Kontinenten.

Und wenn wir nicht an Radioaktivität sterben, werden SIE™ schon nachhelfen:

Es gibt viele Hinweise seitens der Weltelite auf ein kommendes Weltuntergangs-Desaster – und das Jahr 2012 wird das entscheidende Jahr genannt – wegen des Endes eines Zyklus des Maya-Kalenders und des Anfangs eines Neuen. Dieser Zyklus endet am 21. Dez. 2012 und ist von der NWO-Religion, New Age, zum Weltuntergangs-Zeitpunkt ernannt. Weltuntergangs-Kartenspiele mit Abbildung der Explosionen der WTC-Zwillings-Türme und des Pentagon 7 Jahre vor dem Ereignis – sowie Karten mit dem 3. Weltkrieg und Bevölkerungsreduktion machen schon Sorgen. Albert Pikes Prophetie, Erbauen eines unvergänglichen Gewölbes auf Svalbard mit Samen aller Pflanzen der Welt, um sie für die Welt nach einer Katastrophe zu bewahren, die Georgia Guidestones, Malereien im Denver Airport und der Bank of America, die einen Untergang der alten zugunsten der neuen Weltordnung zeigen, der Bau von 140 Riesenbunkers in den USA und Patagonien für die Weltelite, ein düsterer Weltuntergangsfilm – “2012″- von einem deutschen Hollywood-Filmemacher (Hollywood ist im Illuminatenbesitz wie die ganze US Unterhaltungs- und Medienbranche), Roland Emmerich, der auch andere Untergangsfilme gedreht hat. All dies kann als Warnung der Elite ausgelegt werden. “Wir wurden gewarnt” heisst es in “2012″.

 LEDs können mehr Energie emittieren als man reinsteckt:

For the first time, researchers have demonstrated that an LED can emit more optical power than the electrical power it consumes. Although scientifically intriguing, the results won’t immediately result in ultra-efficient commercial LEDs since the demonstration works only for LEDs with very low input power that produce very small amounts of light.

(Reingelegt, die Quelle ist einigermaßen seriös. Obwohl, der Name der Autorin…]

 

Multimedia:

Energiesparlampen, der Name scheint fast schon ein Oxymoron zu sein:

KenFM und Herr Hörstel über…. Syrien – was auch sonst:

 

Gedanken zur Revolution in Deutschland: über die Demokratie, den freien Menschen und seine Feinde

Samstag, 17.3.2012. Wochenende. Wagen waschen, dann großer Familieneinkauf, Rasenmähen, Sportschau - die nächste Saison des Sommerprogramms für Bundesbürger beginnt genau heute. Wochenende war mal der Tag der Ruhe, der Besinnung, wo man Zeit für Bildung hatte. Heute wird gebildet. Ist Ihnen schon mal der mediale Druck aufgefallen, den die Beschäftigungsindustrie entfaltet, um Ihnen Ihre Zeit zu stehlen? Welchen Sinn machte es, für "SAT-1-Knaller" oder "RTL-Super-Events" mit viel Geld zu werben, wenn man das sowieso umsonst schauen kann ... und es besser überhaupt nicht sehen sollte? Welchen Sinn macht es, das große Printmedien die Knaller dann auch noch vorkauen und breittreten, so dass man bald denkt, man würde wegen "unterlassener Hilfeleistung" angezeigt, wenn man lieber auf einer einsamen Bergkuppe sitzt und den Sonnenuntergang genießt, an kleinen Bächen dem Murmeln des Gewässers zuhört oder sich mal ein einen großen, alten Baum setzt (die seit der Erfindung der Motorsäge auch vom Aussterben bedroht sind) und sich mal vorstellt, wie die menschliche Geschichte wohl aus seiner Sicht aussieht - immerhin überblicken Bäume da ganz andere Zeiträume als Bürger.

Samstag, 17.3.2012. Wochenende. Wagen waschen, dann großer Familieneinkauf, Rasenmähen, Sportschau – die nächste Saison des Sommerprogramms für Bundesbürger beginnt genau heute. Wochenende war mal der Tag der Ruhe, der Besinnung, wo man Zeit für Bildung hatte. Heute wird gebildet. Ist Ihnen schon mal der mediale Druck aufgefallen, den die Beschäftigungsindustrie entfaltet, um Ihnen Ihre Zeit zu stehlen? Welchen Sinn machte es, für „SAT-1-Knaller“ oder „RTL-Super-Events“ mit viel Geld zu werben, wenn man das sowieso umsonst schauen kann … und es besser überhaupt nicht sehen sollte? Welchen Sinn macht es, das große Printmedien die Knaller dann auch noch vorkauen und breittreten, so dass man bald denkt, man würde wegen „unterlassener Hilfeleistung“ angezeigt, wenn man lieber auf einer einsamen Bergkuppe sitzt und den Sonnenuntergang genießt, an kleinen Bächen dem Murmeln des Gewässers zuhört oder sich mal ein einen großen, alten Baum setzt (die seit der Erfindung der Motorsäge auch vom Aussterben bedroht sind) und sich mal vorstellt, wie die menschliche Geschichte wohl aus seiner Sicht aussieht – immerhin überblicken Bäume da ganz andere Zeiträume als Bürger.

Nun, der Sinn ist: wir sind beschäftigt. Mit irgendetwas, Hauptsache: beschäftigt. Religiöse Menschen warnen seit den fünfziger Jahren ganz gezielt vor dieser Entwicklung. Gut: religiöse Menschen (also die wenigen, die es wirklich ernst meinen – nicht die Kasperle der Taufscheinkirchen) stellen wie alte Bäume eine Minderheit dar – und ihre offene Diskriminierung und Verfolgung durch halbseidene Formate wie „Esowatch“ hat ein erstaunlich geringes Echo im Kreis der sogenannten „Menschenrechtler“ … dabei sind ihre Warnungen ernst und kaum von der Hand zu weisen: wir Menschen sind sterblich und tun gut daran, uns auf unser Ende vorzubereiten, sagen sie. Der Teufel – so ihre Meinung – wird alles daran setzen, das die Menschen sich niemals aus dem Kreislauf der Widergeburt befreien und sich so tief in Sünde verstricken, das sie niemals wieder in die himmlischen Gefilde zurückkehren, die ihre wahre Heimat sind. Diese Heimat war alten Hochkulturen so wichtig, das sie aus der Kunst des rechten Sterbens eine Wissenschaft gemacht haben – jedenfalls für die, in deren Händen das ganze Wissen jener Kultur zusammenfloss.

Wissen Sie, wer das bei uns ist? Wie bitte? Sie wissen, was heute abend dringend geguckt werden muss – aber Sie wissen nicht, wer im 21. Jahrhundert die zentrale Macht unserer Kultur ist?

Sie halten sich aber für gut informiert und denken, sie wären Bürger eines demokratischen Rechtsstaates, der die dunklen Zeiten mittelalterlicher Barbarei überwunden hat und sich nun mit vollem Recht der Wäsche seines Autos und der Sportschau hingeben darf, nicht wahr?

Sie sollten mal Schopenhauer lesen. Sinngemäß hat er geschrieben: alle Versuche, das aus der Welt zu verbannen, führen nur dazu, das es sein Gesicht ändert.

Übertrage ich das auf die politische Welt, so hieße dies: alle Versuche, den Diktator zu töten, führen nur dazu, das er seine Gestalt ändert. Heute zum Beispiel ist er nicht unsichtbar, er arbeitet auch nicht im Verborgenen oder brütet geheim in finsteren Kammern immer neue Gräuel aus – er lebt ganz offen mitten unter uns – wir sind nur zu beschäftigt, um uns für ihn zu interessieren. Das ist nicht neu -im alten Rom hat man diese Strategie schon mal erfolgreich angewendet: die Bürger starrten gebannt auf die Geschehnisse im Zirkus, wo B-Promis gegen Gladiatoren kämpften oder von Löwen gefressen wurden, während nur ganz wenige merkten, das sich das ganze Imperium in Auflösung befand und sein Hauptquartier schon längst in die Kolonien nach Konstantinopel verlegt hatte.

Konstantinopel würde heute in den USA liegen, eifrige Diener des Imperiums finden dort jederzeit eine neue Heimat – auch wenn sie hierzulande wegen getürkter Doktorarbeiten keinen Platz mehr für sich finden. Unser Geld nehmen sie übrigens immer gerne mit dahin, gilt ja als Schick, dort mit dem Geld der deutschen GEZ eine Millionenvilla zu kaufen.

Das wird Sie jetzt überraschen, das sie eigentlich dachten, Sie wären freier Bürger eines freien Landes – in Wirklichkeit sind sie aber der Sklave eines Imperiums, das gerade wieder sie Welt für sich umstellt. Wir sind da ganz vorne mit dabei – seit der Wiedervereinigung sind wir vom Bündnispartner zum Leiharbeiter geworden – siehe Serbien, Piratenjagd oder Afghanistan. Ich weiß, das hören Sie jetzt nicht gerne, denn wenn es wirklich so wäre, dann würden Sie ja den Knaller heute abend verpassen, weil sie für Ihre Zukunft etwas tun müssten. Was wäre, wenn dann am Montag die Kollegen im Büro den üblichen Sozialspionagetest machen und abfragen, was sie alles gesehen haben – und vor allem, wen? Den Gottschalk? Den Jauch? Den Schmidt?

Was wäre, wenn Sie den Kollegen am Montag im Büro sagen, das sie eine Bürgerwehr gegen die Folgen der Globalisierung gegründet haben, um der Bundesrepublik das Schicksal des alten Roms zu ersparen? Die Griechen zum Beispiel fangen gerade mit der Milizgründung an. Wir kennen das schon – aus der Geschichte. Adolf Hitler hat gezeigt, was man mit diesen von Konzerngeldern finanzierten Milizen im politischen Raum alles bewegen kann – ich hoffe, sie wissen noch, wie übel das endete – nicht nur für Hitler.  Nimm den Sklaven ihren Brei und ihren Zirkus und sie werden zu wütenden Bestien. Sie merken auf einmal, das sie die ganze Zeit nur armselige Würstchen waren, weit entfernt vom Ideal des „freien Menschen“, dem es egal wäre, das Deutschland jetzt mit aller Macht Globalisierungsweltmeister werden muss – was letztlich heißt, das wir uns die seltenen Erden mit Waffengewalt holen müssen. Köhler und Guttenberg haben da ja schon mal was zu gesagt.

Sicher, Sie schimpfen auch über die Halbgott-Gehälter der Kapitalbüttel, den geplanten Impfzwang oder die Tatsache, das Kleinsparer – anders als Großbanken – durch die Griechenlandpleite mehr verloren haben als sie investiert hatten: ein Verlust von 140 % ist ja rational auch kaum noch nachzuvollziehen. Sie regen sich auf über die Arbeitsplatzmisere in Deutschland, wo Arbeit zunehmend durch „Beschäftigung“ ersetzt wird – aber heute abend werden sie am staatlich kontrollierten Beschäftigungsfunk wieder freiwillig teilnehmen, oder? Griechenland hat durch die „Hilfe“, die Ihnen nochmal 40 Euro für jeden Hunderter kostet, den Sie dank der Maschmeyers dieser Republik dort investiert hatten, jetzt eine Arbeitslosigkeit von über 20% – noch mehr von dieser Art Hilfe, dann sind wir hochverschuldet und die tot.

Und während Sie sich selbst beschäftigen, weil Sie wissen, das Freizeit eigentlich der Volkswirtschaft schadet und nur noch zwecks besserer Verwertbarkeit des Humankapitals gewährt wird, wird um Sie herum ein Überwachungsstaat aufgebaut, vor dem selbst Hitler Angst gehabt hätte – zurecht. Indect heißt er – und erlaubt die totale Kontrolle über jeden von uns. Drohnen und Ballons mit hoch auflösenden Kameras verwandeln alle freie Städte in Orte, die wie Gefängnisse kontrolliert werden – der Adel des Mittelalters wäre dankbar für diese Erfindung.  Der neue Adel ist es auch – mit Stadtluft macht frei ist es dann endgültig vorbei.

Der neue Adel … nun, ist auch irgendwie der Alte. Doch, ja, wenn Sie sich Mühe geben (aber sehr viel Mühe, aus der Perpektive des römischen Zirkus werden Sie das nicht erkennen können, dazu müssen Sie schon dem Zirkus aufs Dach steigen), dann finden Sie die alten Drogenbarone wieder: Rothschild zum Beispiel mit einem geschätzten Vermögen von mehreren Billionen.  Der hat privat mehr Geld, als Deutschland Schulden hat. The Intelligence erwähnt das nebenbei … und klärt uns auf, wie weit man dem Zirkus aufs Dach steigen muss, um überhaupt erstmal zu erkennen, das man absolut keinen Überblick hat:

Die Besitzverhältnisse von Konzernen und Großbanken sind so verschachtelt, dass es absolut unmöglich ist, herauszufinden, wer tatsächlich die Besitzer sind. Auch das Verbergen von Vermögen in sogenannten „Wohltätigkeitsstiftungen“, die absolut nichts mit „Wohltätigkeit“ zu tun haben, gehört zu den Verschleierungsmechanismen.

Diese Erkenntnis ist aber wichtig – weil Sie direkt zu den Herren dieser Welt führt. Sie herrschen noch genau wie früher über Land, über das Essen, das Holz, die Kohle – nur Erdöl und Strom sind zusätzlich noch hinzugekommen. An manchen Tagen demonstrieren Sie ihre Macht über den DAX (das goldene Kalb unserer angeblich so freien Marktwirtschaft) ganz deutlich, wie Start Trader beschreibt:

Heute ist wieder Hexensabbat. Terminkontrakte und Optionen auf Aktien und Indizes verfallen. An solchen Tagen wie dem heutigen merkt man die Hilflosigkeit der privaten Anleger gegenüber dem Großkapital besonders deutlich. Egal was der Markt macht, in welche Richtung die Kurse gehen, es wird von vom Großkapital gesteuert, die Kurse werden so zurechtgehievt, dass ein möglichst günstiges Abrechnungslevel erreicht werden kann. An solchen Tagen legen sich die großen Investoren den Markt zurecht, die Kleinen schauen mit großen Augen zu.

Und da stellen Sie sich allen Ernstes hin und behaupten, Sie seien ein freier Mensch in einem freien Land mit freier Marktwirtschaft?

Sie sind noch nicht mal so frei, den heutigen Abend in der Natur auf einem Platz mit alten Bäumen im Gebet zu verbringen. Mit dieser ökologisch und ökonomisch belastungsarmen Freizeitbeschäftigung würden Sie – wenn Sie damit an die Öffentlichkeit gehen – merken, wie vielen Grenzen und Tabus Sie momentan wirklich unterliegen. Der Feind der Freiheit der Menschen hat sein Reich hinter ihnen errichtet, während sie gebannt auf den blutigen und grausamen Zirkus im römischen Collosseum starren – und froh sind, das Sie nicht gerade selbst dort unten gefressen oder zerstückelt werden.

Denken Sie sich mal für einen Augenblick in die Macht von Menschen hinein, die Billionenvermögen steuern – das sind tausende von Milliarden. Die organisieren ihnen ein „nine-eleven“ mit teppichmesserschwingenden Afghanen (die eigentlich aus Saudi-Arabien oder Deutschland kamen) allein, um von anderen Aktivitäten abzulenken – und wenn man damit noch ein günstiges Klima für weitere Geschäfte schaffen kann, umso besser.

Der „alte Feind der Menschheit“ hört sich zu theatralisch an, zu religiös? Gut, ich kenne auch einen anderen Begriff: der Adel. Früher bekam der Land und eine Burg mittendrin, heute bekommt er hunderte von Millionen (als kleiner Ritter im Vorstand), aus den Burgen sind Banken geworden. Fortschritt gab es halt schon immer – mit Galeeren gewinnt man heute ja auch keine Seeschlacht mehr, auch nicht in Griechenland.

Generell ist ihnen der religiöse Aspekt mit satanischen Mächten, die Seelen für ewig an die Erde binnen wollen, zu gruselig?

Auch gut – aber dann wird es noch schlimmer, denn dann hilft beten überhaupt nicht. Dann bleibt ihnen nur eins: dieses eine kleine Leben, das sie jetzt haben. Sie funktionieren nur noch als Konsumameise in verdreckten Städten voller Lärm, Gestank, Gift und Hässlichkeit, während andere über grüne Wiesen reiten, mit ihrer Yacht zum Picknick an Traumstränden anlegen, Golf an den erlesensten Orten der Welt spielen, sich von talentierten Musikern die auserlesensten Köstlichkeiten der Musikkultur im hauseigenen Privatkabinett vorspielen lassen oder sich auch einfach beim nächsten VIP-Event wie dem Wiener Opernball als Herren der Welt feiern lassen … einem Event, bei dem Sie für einige Momente zuschauen dürfen.  Ihre Kinder hungern bei Hartz IV, während deren Kinder trotz Drogenkonsum und Vorstrafen allein schon Körperschmuck tragen, der den Geldwert ihrer Lebensarbeitsleistung weit übertreffen dürfte.

Sie sollten sich klar machen, das die ganze Beschäftigungskultur nur darauf aufgelegt ist, Sie von der Erkenntnis der Wahrheit abzulenken – jener Wahrheit, das es der Adel zweihundert Jahre nach der Revolution wieder geschafft hat, die Zustände vor der Revolution wieder herzustellen … oder glauben Sie wirklich, das es Sinn macht, mit großen Nachdruck in Form von „Rationalisierungen“ Arbeitsplätze abzubauen und nachher die Opfer durch Hartz IV dafür zu bestrafen, das die weg sind?

Für uns macht es keinen Sinn – für jene Menschen, die bewusst und absichtlich diese fein verschachtelten Konzerngiganten geschaffen haben, schon. Die sind nämlich nicht von Aliens in die Welt gesetzt worde, noch haben sie uns Götter aus einem Paralelluniversum herübergeschickt und erst recht nicht sind sie aus der Ursuppe des Materialismus gekrochen.

Es waren Menschen, die sich das ausgedacht haben und die Nebenwirkungen billigend in Kauf nahmen: sie wurden so unermesslich reich, das sie auf einmal tausend Hebel bezahlen in in Bewegung setzen konnten, um die Geschicke der Menschheit in ihre Richtung zu lenken. Leider sind sie von adeligem Geblüt, was heißt: sie sind äußerst egostisch, gewalttätig, gemeingefährlich und extrem psychopathisch veranlagt – sie sehen aber selten so aus. Da sieht man mal wieder, wie wohltuend ein arbeitsfreies Leben für die äußere Gestalt eines Menschen sein kann – hängt man da noch eine teure Kutte dran: niemand käme auf die Idee, das dort ein bestialischer Massenmörder drin steckt.

Und nun, werden Sie zurecht fragen, was ist zu tun?

Nun – für sich selbst können Sie etwas tun,  in dem Sie ihre Sinne schärfen und in die Natur gehen, so oft es noch geht. Ihre Sinne verkümmern zusehends durch die Stadtkultur – dadurch geht ihnen ein gewaltiger Reichtum verloren und das, was wirklich Leben und Lebendigkeit ausmacht.

Machen Sie mit: am 4.Juli 2012 ist nationaler Kaufnixtag (den internationalen gibt es leider schon – aber der hat ganz andere Hintergründe): eine Gelegenheit, mal seinen politischen Willen auszudrücken ohne sofort die Keule der neuen Herren zu spüren zu bekommen … und nebenei ein erster Schritt zur demokratischen und bürgerlichen Selbstorganisation, die allem wirksamen politischen Widerstand vorausgehen muss.

Beschäftigen Sie sich mal mit Helden – die Geschichte und Literatur sind voll von ihnen – und vergleichen Sie ihre Biografie mit deren. Fällt Ihnen etwas auf? Die haben alle für etwas gekämpft, das größer war als sie selbst. Das ist … ganz normal menschlich. Uns will man mit großer Geldgewalt dazu bringen, so zu werden wie sie selbst: habgierig, egoistisch, niederträchtig und gemein.

Wir sind aber nicht so – die Menschheit hat sich durch die Jahrmillionen gekämpft und gegen alle Fressfeinde behauptet, weil sie zusammengehalten hat, weil sie … sozial war. Die Asozialität des Adels war immer nur ein hässlicher Eiterpickel im Antlitz der Menschheit. Lesen Sie heute lieber mal die Biografie von Che Guevarra, Spartakus, Gandhi oder Napoleon, damit Sie sehen, was andere Menschen leisten konnten, anstatt sich von den drollig giggelnden Kamerahanseln in den Fernsehstudios beschäftigen zu lassen.

Napoleon – war das nicht so eine Art Hitler? Wird der nicht heute von Hollywood als ganz böse verkauft?

Ja. Das ist halt die späte Rache des wieder mächtig gewordenen Adels – das er mit dem Code Zivil ein heute noch gültiges Grundlagenwerk bürgerlichen Rechts geschaffen hat, wird gerne vergessen, bekannt sind eher die Schlachten, die er für die junge, unerfahrene Republik gegen die Truppen des Adels geführt hat, der eben diese Republik vernichten wollte.

Der erste Schritt, den jeder heute noch für sich machen kann, ist: hören Sie auf, sich beschäftigen zu lassen.

Das haben Sie wirklich nicht nötig.

Es gibt viel wichtigere Dinge im Leben als ein gewaschenes Auto, einen prall gefüllter Gefrierschrank, einen gemähten Rasen oder die Fussballergebnisse vom Wochenende. Und sie sollten anfangen zu beten, das die religiösen Menschen nicht recht haben – würden die nämlich recht haben,  dann hätte Ihre Wischi-Waschi-Seele ganz schlechte Chancen bei den Totenrichtern, von denen die ältesten Kulturen der Menschheit und die Nahtodesforscher der Neuzeit berichten … da will man gestandene Kerle sehen.

Oder einfach mal bei Jesus oder Buddha nachschauen – auch so Helden, die mit Elan gegen Habgier, Egoismus, Niedertracht und Gemeinheit gekämpft haben.

Stellen Sie sich nur mal vor, wie paradiesisch die Welt sein könnte, wenn alle Menschen alles verkaufen würden was sie haben und den Armen geben: wir bräuchten gar keine religiösen Heilsversprechen mehr. Stattdessen arbeiten wir mit aller Kraft daran, uns Tag für Tag weiter vom Paradies zu entfernen.

Da kann doch was nicht stimmen, oder?

Besser also … wir bleiben einfach mal stehen und halten inne mit dem, was wir gerade tun.

Ist doch sowieso nur Zirkus.

 

 

Lasst uns alle eine Revolution ausrufen

Auf Facebook hat ein Schüler eine Revolution angekündigt und wurde auf dem Fuße verhaftet. Wenn man schon bei der bloßen Ankündigung hinter Gittern sitzt, wäre das doch eine ausgezeichnete Idee, wenn wir alle eine Revolution ausrufen würden. Das wäre doch mal ein finales Zeichen, 82 Millionen Staatsbürger hinter Gittern …

Ein deutlicher Aufruf zur Revolution Rolf Hochhuth bei Harald Schmidt die Bananenrepublik

 

 

Revolution in Deutschland – über Bürgertage, Bürgerwehren, Tauschmittelräuber und die kommende Barbarei

Dienstag 15.11.2011. Eifel. Wieder einmal liegt ein Thema auf dem Tisch, das die Herzen der Menschen berührt - jedenfalls die mancher Menschen. Der Ruf nach Revolution wird laut, der Ruf nach Veränderung. Das sich etwas tun muss, merken europaweit viele Menschen - und nicht nur hier. Man denkt, man kann handeln wie früher: wenn einem die aktuelle Politik nicht passt, so geht man auf die Straße, um das der Regierung mitzuteilen. Das war jahrzehntelang gute demokratische Tradition. Wie anders soll die Regierung auch merken, das sie gerade am Volk vorbeiregiert? Manchmal kann man halt keine vier Jahre warten, um Kurskorrekturen anzumahnen. Das ging ja auch lange gut - bis sich das Klima änderte. "Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter" - so vernichtete der Dauerkanzler Helmut Kohl den Rest an Demokratie, den Helmut Schmidt noch übrig gelassen hatte. Jetzt stehen wieder Menschen auf der Straße, frieren für die Rettung der letzten demokratischen Funken im Land, während die boniverwöhnten Täter in dicken Ledersesseln höhnisch lächelnd auf sie herabblicken. Die Täter wissen etwas, was die Demonstranten nicht wissen: sie sind absolut sicher. Ihnen kann keiner was, sie sind doppelt und dreifach abgesichert, über ihre vielfältigen Netzwerke, Vereine, Wanderkameradschaften, Opern- und Pressebälle, Kunstaustellungen und Förderclubs sind sie so miteinander vernetzt, das sie die vollständige Kontrolle über alle gesellschaftlichen Entwicklungen haben. Fällt einer von ihnen mal ´raus, wird auffällig durch kriminelle Machenschaften, stellt das überhaupt kein Problem da: irgendwo gibt es auch für ihn eine Ort, wo er seine Pferdezucht in Ruhe weiter betreiben kann. Diese strategische Analyse der Situation wird nur von wenigen nachvollzogen, viele hängen noch dem romantischen Bild einer edlen, guten und gerechten Demokratie hinterher, ohne zu wissen, das diese Demokratie seit der Widervereinigung ganz offen an bösartigem Asozialkrebs erkrankt ist, der sich beständig weiter ausbreitet und die Gesellschaft von innen heraus zerfrisst.

Dienstag 15.11.2011. Eifel. Wieder einmal liegt ein Thema auf dem Tisch, das die Herzen der Menschen berührt – jedenfalls die mancher Menschen. Der Ruf nach Revolution wird laut, der Ruf nach Veränderung. Das sich etwas tun muss, merken europaweit viele Menschen – und nicht nur hier. Man denkt, man kann handeln wie früher: wenn einem die aktuelle Politik nicht passt, so geht man auf die Straße, um das der Regierung mitzuteilen. Das war jahrzehntelang gute demokratische Tradition. Wie anders soll die Regierung auch merken, das sie gerade am Volk vorbeiregiert? Manchmal kann man halt keine vier Jahre warten, um Kurskorrekturen anzumahnen. Das ging ja auch lange gut – bis sich das Klima änderte. „Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter“ – so vernichtete der Dauerkanzler Helmut Kohl den Rest an Demokratie, den Helmut Schmidt noch übrig gelassen hatte. Jetzt stehen wieder Menschen auf der Straße, frieren für die Rettung der letzten demokratischen Funken im Land, während die boniverwöhnten Täter in dicken Ledersesseln höhnisch lächelnd auf sie herabblicken. Die Täter wissen etwas, was die Demonstranten nicht wissen: sie sind absolut sicher. Ihnen kann keiner was, sie sind doppelt und dreifach abgesichert, über ihre vielfältigen Netzwerke, Vereine, Wanderkameradschaften, Opern- und Pressebälle, Kunstaustellungen und Förderclubs sind sie so miteinander vernetzt, das sie die vollständige Kontrolle über alle gesellschaftlichen Entwicklungen haben. Fällt einer von ihnen mal ´raus, wird auffällig durch kriminelle Machenschaften, stellt das überhaupt kein Problem da: irgendwo gibt es auch für ihn eine Ort, wo er seine Pferdezucht in Ruhe weiter betreiben kann. Diese strategische Analyse der Situation wird nur von wenigen nachvollzogen, viele hängen noch dem romantischen Bild einer edlen, guten und gerechten Demokratie hinterher, ohne zu wissen, das diese Demokratie seit der Widervereinigung ganz offen an bösartigem Asozialkrebs erkrankt ist, der sich beständig weiter ausbreitet und die Gesellschaft von innen heraus zerfrisst.

Erst kürzlich hatte man mich gefragt, warum ich eigentlich immer längere Artikel schreibe, die immer mehr Informationen enthalten. Der alte Eifelphilosoph mit seinen kurzen Texten hat viel besser gefallen, viel angenehmer unterhalten.

Die Antwort auf diese Frage ist relativ einfach: ich wollte nie unterhalten aber meinen Teil zur Veränderung beitragen. Ich habe Kinder, die keine Zukunft haben und ich weiß, das ich – weil ich alt werde – eine scheußliche Zukunft vor mir habe. Alles Geld der Welt wird mich nicht davor schützen, im Alter in der kostenbewussten Massenpflege zu landen. Die Zustände in deutschen Altenheimen sind jetzt schon derart erbärmlich, das reiche Menschen sich lieber das Leben nehmen als dort ihren Lebensabend zu verbringen – und das ist ein Schicksal, das immer mehr reiche Menschen ereilen wird, weil auch sie den Preis für die zunehmende soziale Degeneration der Gesellschaft zahlen müssen: für ihre Kinder (Privatschule, Auslandsstudium, Top-Karriere) sind auch die reichen Menschen im Alter nur ein lästiger Kostenfaktor, der ihrem Erbe im Wege steht. Wer heute dreissig ist und Millionen mit Börsenspekulationen gemacht hat, ist sich dessen nicht bewußt, das im Alter viele Jahrzehnte der Hilflosigkeit auf ihn warten, wo er den Launen seines ihn pflegenden „Fallmanagers“ ausgeliefert ist und stundenlang bei lebendigem Leibe in seinen eigenen Ausscheidungen verwesen darf- wenn auch auf seidigen Laken – weil seine Erben die Pflege zu teuer wird oder er von ihnen entmündigt worden ist, weil sie auf die Millionen nicht länger warten wollten.

Nie gab es soviel Grund wie heute für eine gemeinsame Aktion von arm und reich, links und rechts wie heute, nie war Widerstand so leicht und einfach, nie der „Feind“ so schwach und hilflos.

Man kann ganz offen über ihn sprechen: Arno Luik hat es 2004 im Stern tun dürfen:

Es spricht der Kanzler: Die Reformen
sind alternativlos. Sie müssen noch viel
weiter gehen, sagt der BDI-Chef Michael Rogowski, und die grüne Fraktionschefin Göring-Eckardt sekundiert:
„Ja, diese Reformen müssen wir durchziehen!“ Und in einer ganzseitigen Anzeige der „SZ“ rufen einige Dutzende
Millionäre unter der Überschrift „Auch
wir sind das Volk“: Die Reformen sind
„überlebensnotwendig“.
Ebenso wie die Politiker und Wirtschaftsführer, so spielen Radio, Fernsehen, Zeitungen dasselbe Lied: Man
muss an den Reformen festhalten –
„unbeirrt“. So eine allumfassende Übereinstimmung von Politik, Wirtschaft
und Medien hat es im Nachkriegsdeutschland schon lange nicht mehr,
nein, noch nie gegeben. Die Reformen –
sie sind die neue Staatsreligion.

Es gab einen „Putsch von oben“ – vor sieben Jahren. Vor sieben Jahren hatte das „Establishment“ sich soweit an alle Positionen der Macht heran manövriert, das es die freiheitlich-demokratische Grundordnung mit einem gewaltigen Schlag ausschalten konnte. Niemand wunderte sich, wo die „allumfassende Übereinstimmung“ plötzlich herkam, kaum jemand sah den Zusammenhang mit der gleichzeitigen Deregulierung der Märkte, die uns sieben Jahre später die größte Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit bescherte. Nebenbei kam es zu unglaublichen Degenerationserscheinungen im Wertekanon der Republik – und niemand kam auf die Idee … oder durfte auf die Idee kommen … das dies zentral gesteuert sein musste, um den Gleichklang von Politik, Wirtschaft und Medien überhaupt erzeugen zu können.

Wer daher am Nutzen und der Weisheit
dieser Reformen zweifelt, wird zum Au-
ßenseiter abgestempelt, der nicht ernst
zu nehmen ist. Es steht eine Sozialstaatsklausel im Grundgesetz, aber wer
darin erinnert, wird freigegeben zum
Gespött.

Nun – ich habe es schon bemerkt. Ein günstiges Schicksal hatte mich als kleinen Angestellten zufällig in Kreise gebracht, wo ich nichts zu suchen hatte. Ich durfte erleben, wie „Management“ mit „Marketing“ die Welt regierte – und war völlig verblüfft, als ich auf den Anti-Verschwörungstheorie-Club der deutschen Medienlandschaft stieß. In einer Welt, in der Konzerne bestimmen, welche Zahnpasta in meinem Regal steht, wie lange ich Arbeitslosengeld bekomme, welche Zusatzstoffe in meinen Nahrungsmitteln oder im Flugzeugbenzin sind, welche Krankheiten mit welchen Medikamenten zu therapieren sind, die mein Körper dann alle mühsam verdauen muss, welche Information in wann wo und wie gestylt bekomme, sollte ich wirklich und wahrhaftig an „ZUFALL“ glauben? „Zufällig“ sollten alle „Entscheider“ der gleichen Meinung gewesen sein, „zufällig“ sollen sie alle zusammen übersehen haben, das die „Agenda 2010“ den Sozialstaat vernichtet, die Menschenrechte an einen gut bezahlten Arbeitsplatz knüpft und somit einem Vierten Reich Tür und Tor öffnet? Das sollte ich wirklich glauben?

Wer nach dem 1.
Januar 2005 der staatlichen
„Grundsicherung“ bedarf, muss sein gesamtes Leben, seine finanziellen, famili-
ären Lebensumstände wie beim Offenbarungseid entblößen. 

Kein anderer EUStaat mutet seinen Bürgern eine ähnliche Demütigung, einen ähnlichen Sozial-Striptease zu.

Das konnte man 2004 noch sagen. Inzwischen ist Hartz IV deutsches Exportmodell, verseucht bald – von Deutschland ausgehend – den ganzen Kontinent. Das alles geschieht ganz  öffentlich, weil man sich darauf verlassen kann, die gesamte Gesellschaft mitlerweile völlig unter Kontrolle zu haben.

Hat man ja auch.

Wer nicht spurt, wird ganz schnell arbeitslos. Wer spurt, wird etwas später arbeitslos – aber zwischendurch exzellent unterhalten mit immer flacheren Bildschirmen und immer flacheren Programmen. Solange man da noch vorsitzt, spielt man zu einhundert Prozent mit, läßt sich berieseln und manipulieren und kommt aus dem Strudel nicht mehr heraus. Selbst „Nachrichten“ sind inzwischen „Entertainment“ geworden – ob Superstarsuche oder atomare Verseuchung, Fussballergebnisse oder Massenmord in Deutschland… alles wird zum medialen Einheitsbrei, den entspannte, freundliche, satte und reiche Moderatoren zum Frühstück servieren und so nebenbei durch das Gesamtkonzept beständig signalisieren: es ist alles in Ordnung, ihr könnt ruhig sitzenbleiben, es gibt keinen Grund zur Aufregung. 

Nochmal Arno Luik aus dem Jahre 2004:

Werden die Reformen umgesetzt – und
die politisch Handelnden sind dazu verbissen entschlossen -, wird diese Republik eine radikal andere Gesellschaft
sein: ein entkernter Staat ohne Gemeinsinn, eine entzivilisierte Gesellschaft.
Anfällig für individuelle Aggressionen
und für Rechtsextremismus. 

2011 haben wir den Rechtsextremismus als Massenmord in Deutschland – sogar mit Beteiligung der Geheimdienste. 

Der Putsch läuft immer noch. Hartz IV wäre harmlos, wenn es genug Arbeit gäbe, genug Arbeit gäbe es, wenn es genug Geld gäbe, genug Geld gibt es auch eigentlich – aber das ganze Tauschmittel, das eigentlich nur dafür da war, die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen, wird mit immensen Aufwand in die Banken gepumpt – was wir gerade als „Immobilienkrise“ oder „Eurokrise“ deutlich erleben.

Läuft der Prozess so weiter, sitzen wir bald auf Riesenbergen von Waren, die keine Kunden mehr finden, während andere Riesenberge von Geld haben, womit sie nichts anfangen können, weil sie sowieso schon zwanzig Häuser haben – weshalb wir im Jahre 2011 auch in den Mittelstandsnachrichten zunehmend Warnmeldungen haben, weil auch der deutsche Unternehmer merkt, das es für ihn in diesem Land keine Zukunft mehr gibt, wenn alle Tauschmittel erstmal auf internationalen Konten liegen.

Ich persönlich durfte das noch Mitte der neunziger Jahre erleben, als Geschäftsleiter der Pharmaindustrie bemerkten, das es lohnender ist, den Konzern komplett zu verkaufen und mit dem erlösten Geld im Investmentbereich zu arbeiten als das normale Geschäft weiter zu betreiben. Gerüchten zufolge wurde das auch „der Politik“ so mitgeteilt – soll das Volk doch sehen, wo es seine Medikamente herbekommt, wenn die Regierung die Geschäfte weiter durch Sicherheitsvorschriften blockiert. Für andere Branchen dürfte dasselbe gegolten haben – nicht umsonst fließt immer mehr Geld sinnlos durch den Äther, während die Volkswirtschaften immer weiter erodieren.

So etwas geschieht, wenn Wahnsinn in Mode kommt – aber es korrespondiert zu dem, was einem heutzutage an Unterhaltung geboten wird. Das paßt schon.

Dringend wäre es nötig – aus reinem Eigennutz, nicht aus „Sozialromantik“, „Idealismus“ oder aus Gründen des allgemeinen „Menschenschutzes“, das sich die Bürger des Dorfes, der Stadt, des Landes und des Staates zusammenfinden, um neue Einheiten zu bilden, die die menschliche Gemeinschaft gegen die Räuber und Diege behüten und beschützen, jene Räuber und Diebe, die sich verschmitzt gern selbst „Leistungsträger“ nennen, weil sie wissen, das sie die Früchte der Leistung ihrer Mitmenschen auf ihre Auslandskonten tragen.

Doch was macht das Volk?

Es trampelt auf vorgegebenen Pfaden der erlaubten Revolte. Kaum einer nimmt wahr, das der Papst (immerhin das geistige Oberhaupt eine sehr großen Menschengruppe) dem Asozialstaat die Treue gekündigt hat und sich sogar anschickt, auf die Kirchensteuer zu verzichten, weil er das Drecksgeld nicht mehr haben will. Der Mann hat halt noch Ideale – als Dank dafür fordert die vereinigte Atheistenfront der Linken seine Eliminierung. Gegen Papst und öffentliche Religion kann man schnell einen Mob herbeirufen, aber im Kampf gegen die neue Religion der „unsichtbaren Hand des Marktes“ findet man – ausser im hoch gebildeten streng „gläubigen“ Bereich, der versteht, das es sich hierbei um einen gigantischen kulturellen Rückschritt in vorchristliche Menschenopferzeiten handelt – kaum Mitstreiter.

Scheinbar scheint das Paradies nahe zu sein, wenn der letzte gläubige Christ zum Atheismus konvertiert ist – auch wenn der Glaube an die Nichtexistenz von etwas völlig unbekanntem erkenntnistheoretisch absoluter Nonsens ist … aber so was geht halt in Zeiten von „Superstar“ und „Supermodell“.

Ebenso nahe kommt man dem Paradies, wenn der Staat Israel endlich völlig ausgelöscht ist – da ist sich die deutsche Linke völlig einig mit den Ultrarechten in den USA, wobei letztere die Auslöschung Israels für die Erfüllung ihrer Endzeitvisionen brauchen und deshalb wahrscheinlich antiisraelische Strömungen bei deutschen Linken finanziell unterstützen: Christus kommt halt nur wieder, wenn Israel erneut vernichtet wird.

Da kann man ja mal nachhelfen.

Während so die Linke sich im Kampf gegen Katholik und Jude erschöpft, erschöpft sich der Konservative im Kampf gegen den Islam und den Arbeitslosen: zwei Feindbilder, die die Medien speziell für ihn entworfen haben. Das der Islam – wie das Christentum – ebenfalls Träger von Werten ist, die dem im Westen grassierenden „Putsch von oben“ mit all seinen unmenschlichen Nebenwirkungen entgegenstehen kann, wird nicht vermittelt.

Wieviele Regierungen anderer Länder hat eigentlich der ermordetet Revolutionsführer Gaddafi aus dem Amt gebombt, das man sich seiner auf so brutale Art und Weise entledigen musste? Keine, soweit ich weiß. Die Bilanz für die Nato sieht da schon anders aus.

Man sieht deutlich, was man alles bewegen kann, wenn man nur die Tauschmittel aller Länder auf seine Konten bringt und somit letztendlich die gesamte Weltbevölkerung mit dem Hungertod bedrohen kann.

Geld spielt dann keine Rolle mehr – man kann locker mal eben einhunderttausend Journalisten kaufen – und doppelt soviele Politiker und Gewerkschafter. Es gibt dann sogar genug Geld für Söldnerdivisionen, den Aufkauf ganzer Märkte und die Vernichtung kompletter europäischer Staaten.

Solchen Gewalten war die Menschheit zuvor noch nie ausgesetzt – die wenigen, die in der Lage sind, diesen Tsunami der Menschenrechtserosion zu erkennen, gleichen einem kleinen gallischen Dorf in der Mitte des römischen Imperiums … allerdings ohne Zaubertrank.

Unter diesen Voraussetzungen überhaupt an Revolution zu denken, gleicht dem Wunsch nach Selbstmord. Welche Machtstrukturen wollen wir denn in Deutschland zerschlagen? „Die Märkte“ ziehen einfach ihr Kapital aus Deutschland ab, wenn wir etwas tun, was ihnen nicht passt – und dann können wir sehen, wie lange wir ohne Essen auskommen. Wollen wir es wirklich wagen, Hartz IV abzuschaffen und uns so einem negativen Rating auszusetzen?

Das wird sich keiner trauen … zumal für jene, die sich – legitimiert durch demokratische Prozesse – an die Spitzen gesellschaftlicher Positionen gearbeitet haben, ein ganz besonderes Bonbon wartet: die Möglichkeit der Aufnahme in den Kreis der Superreichen. Nur wenige christliche „Sozialromantiker“ können sich dieser Verlockung entziehen, weil sie Nebenwirkungen des Reichtums im Jenseits fürchten müssen, die atheistische Mehrheit im Land hat Verständnis für die Karrieren der Hartz-Politiker, die jetzt schon wieder stolz tönen dürfen, das sie keinen Staat in der Firma wollen.

Der Bundesverband deutscher Berufsverbrecher sieht das für seine „Unternehmungen“ genauso.

Die konkrete Analyse der strategischen Situation ist – wie man sieht – gar nicht so kompliziert. Sie dauert jetzt aber schon 2112 Wörter lang und wird damit von 90 % meiner Leser nicht mehr vollständig erfaßt. Sie wäre noch deutlich weiter zu differenzieren, aber ich weiß auch, das das zu einer weiteren Reduktion der Leserzahlen führen würde, schriebe ich gar ein Buch (wozu mir mein Privatleben gar keine Zeit läßt), so würden es nur noch einige ganz wenige lesen.

Ich hätte vielleicht dann noch Ruhm und Ehre im Karton … aber, mal ehrlich: was soll ich damit?

Aus den USA (einem Land, das ich im Übrigen sehr schätze, weil es einige sehr starke demokratische und freiheitliche anarchistische Elemente bewahrt, die leider gerade wirtschaftlich ausgetrocknet werden) kommt die Idee, Klöster zu gründen, um die im Zeitalter der Aufklärung gewachsenen humanistischen Werte der Menschenrechte vor der kommenden Barbarei zu retten, damit die Menschheit vielleicht in hundert oder tausend Jahren nochmal eine Chance bekommt, sich wieder aus den Sümpfen von Sklaverei und Menschenopfern herauszuwinden.

Der – leider inzwischen verstorbene – Politiker Hermann Scheer sagte sehr deutlich, was auf uns wartet:

„Wenn wir so weiter machen, dann kommen neue Selektionsmechanismen zwischen Staaten, zwischen Rassen, zwischen Religionen, zwischen berechtigten Menschen und unberechtigten, zwischen wertvollen und nicht wertvollen Menschen, dann wird der monetäre Wert des Menschen irgendwann in den Vordergrund geschoben und dann beginnt ein neues Zeitalter der Barbarei. Das ist unausweichlich.“

Das verstehen nur wenige – dabei ist die Barbarei, die auf uns zukommt, schlimmer als alles, was die Menschheit bislang ertragen musste. Auf uns wartet eine Zukunft, in der wir – mal ganz plastisch gesprochen – im Alter von unserer eigenen Scheiße bei lebendigem Leibe verdaut werden, weil sich keine Menschen mehr finden werden, die sich um uns kümmern wollen. Unser Geld bekommen sie ganz einfach durch Entmündigung, bis dahin werden alle Hemmungen der „Sozialromantiker“ vor solchen Zuständen abgebaut sein, es wird die Zeit sein, wo man sich seinen Lebensunterhalt nur noch durch den Verkauf seiner Organe sichern kann.

Ich bin kein Katholik – noch möchte ich einer werden – aber ich verstehe, warum der Papst die „Entweltlichung“ der Kirche fordert: aus der Sicht eines linientreuen Christen (davon gibt es aber außer Eugen Drewermann kaum noch einen)  wird die Welt gerade zur Filiale Satans (was Moslems, Juden und Atheisten ähnlich sehen, sogar Nazis könnten sich in diese Sichtweise einreihen) – und da möchte man halt nicht mitmachen….sicherheitshalber.

Die haben halt noch Sorgen um die Nebenwirkungen für ihre Seele, Sorgen, die sich die Putschisten nicht mehr machen, wenn sie ihre merkwürdigen Rituale in den abgeschiedenen Wäldern Amerikas abhalten.

Die Unausweichlichkeit der Barbarei kommt aber nur dann, wenn wir so weitermachen, wenn wir den Kult der Heiligsprechung der Tauschmittelräuberei weiter fortsetzen.

Stellen wir ihn unter Strafe – kann es gleich morgen ganz anders aussehen.

Die Täter sind nur einige wenige.

Die Opfer sind viele – letztendlich sogar alle, wenn sämtliche Tauschmittel der Welt auf den Konten der Superreichen angelangt sind (und es womöglich nur noch einen einzigen von ihnen gibt, der all seinen Reichtum auf einen einzigen Satelliten im All hat verbuchen lassen) während die ganze Menschheit mitten im unerschöpflichen Reichtum der modernen Zivilisation künstlich aufrecht erhaltende Not leidet – das Prinzip Hartz IV.

So einfach wäre Revolution noch nie gewesen – man müsste gar nicht viel tun: einfach mal innehalten. Einfach nur aufhören, mit dem, was man tut – doch gerade das scheint unglaublich schwer in einer Welt, die sich zunehmend in einer riesengroße Maschine verwandelt, in der wir alle zu kleinen Rädchen degradiert werden, obwohl man uns doch versprochen hatte, das diese Maschine uns zu Souveränen unseres eigenen Lebens machen würde.

Das könnte sie auch.

Die Ressourcen ist da. Armut ist nur noch vorhanden, weil sie politisch gewollt ist – was in meinen Augen einem Verbrechen gleich kommt.

Noch ein Grund für eine Revolution.

Wie sie aussehen kann, die Revolution in Deutschland?

Erstmal muss man einen Ort der Versammlung schaffen und ihn sauber halten von den Agenten der Tauschmittelräuber, all jenen, die uns mit Bagatellen beschäftigen wollen, während die Degenration der menschlichen Zivilisation aktiv weiter fortgeführt wird, all jenen, die uns in letztlich sinnlose Auseinandersetzungen um das Existenzrecht Israels, die Legitimität der deutschen Verfassung, die Höhe des Regelsatzes oder die Legitimation religiösen Glaubens verwickeln wollen – um nur ein paar der unwichtigen Nebenkriegsschauplätze zu nennen.

Nicht, das diese Themen an und für sich unwichtig sind – aber im Moment brauchen wir alle Energie, um den laufenden Putsch aufzuhalten.

Gelingt uns das nicht, wird die kommende Barbarei Israel und Palästina genauso fortspülen wir den Islam, das Christentum und die Union der Atheisten.

Das neue Zeitalter der Barbarei wird wieder das Recht des Stärkeren als höchstes Recht etablieren … und das ist das Recht des jungen weißen Mannes zwischen 20 und 25, seine Triebe hemmungslos im Dienste seines Auftraggebers auszuleben. Danach …. ist er zu alt und verbraucht, kann auf den Müll zu den anderen.

Das hatten wir schon oft und läuft gerade wieder in vielen Ländern: Irak, Afghanistan, Libyen – um nur ein paar zu nennen.

Dann brauchen wir einen Konsenz, der mit äußerster Disziplin durchgehalten werden muss: die Abwehr der kommenden Barbarei, die sich tagtäglich mit immer größerer Geschwindigkeit ausbreitet. Das geht nur mit Menschen, die es schaffen, den Verführungen durch die Kunstwelt der Tauschmittelräuber zu widerstehen, die nicht stolz darauf sind, Kochrezepte austauschen zu können, während andere die Umkreisung von Börse und Bundestag planen.

Der Kampf gegen die Barbarei der Gesellschaft ist nicht zuletzt auch der Kampf gegen die aufkeimende Barbarei im eigenen, ganz persönlichem Denken und Fühlen – aber sollte sich nicht darin erschöpfen.

Verbündete für diesen Kampf findet man überall – wenn man sie nicht aktiv fort stößt, wie es momentan der Fall ist.

Der arme Israeli und der arme Palästinenser, der arme Jude und der arme Nazi, der arme Moslem und der arme Katholik, der arme Selbstständige und der arme Unternehmer (ja, gibt es  mitlerweile auch)  – alle leiden unter den Raubzügen der Tauschmittelräuber und sind doch letztlich eher damit beschäftigt, sich gegeneinander aufzubringen.

Das braucht wirklich keiner mehr. Damit kann man sich beschäftigen, wenn die gesellschaftliche Grundlage wieder stabil ist.

Hat man seine Führungstrukturen, seine Kommandozentren, kann man mit der Revolution beginnen: den Bürgertag wählen als lobbyistenfreien Ort anstelle des Bundestages, die Bürgerwehr anstelle der Bundeswehr etablieren und vor allem: die Bürgerwährung anstelle des Euro einrichten – diesmal jedoch als diebstahlsicheres Tauschmittel, das schnell einen enormen Wert erhalten wird. Schießen die Tauschmittelräuber nicht, kann alles ohne Blutvergiessen ablaufen – eine Clownsarmee ist da schon eine geschickte Form von Bürgerwehr, auf die normale Menschen nicht so leicht schießen werden.

Ich nehme aber an – weil ich Schwarzseher und selber Pragmat bin – das dann sehr interessante Sachen im Fernsehen laufen, man gerade große Wäsche hat, kein Geld für die Fahrtkosten, den Urlaub verplant, keine Reiseerlaubnis der zuständigen Sozialbehörde bekommt (ja, manche brauchen das inzwischen) oder aber lieber an alternativen Parteiveranstaltungen teilnimmt, für die die Tauschmittelräuber großzügig gespendet haben.

Das geht auch – ich bin darauf vorbereitet und investiere selbst lieber auch einige Zeit in Strukturen, die das Überleben des humanistischen Gedankens im kommenden düstersten Zeitalter der Menschheit sichern.

Ich  möchte nur nicht, das man mir später vorwirft: „Warum hast Du nichts gesagt“.

Ich habe genug gesagt – seit 1999 – und plappere fast täglich munter weiter.

Hört nur keiner … dabei wissen wir dank Michel Chossudovsky, Vivian Forrester und John Perkins seit Jahrzehnten, was auf uns zukommt und können seit Jahren beobachten, wie es Wirklichkeit wird.

Und ich bin mir sicher, das nun – unverschämte, unangepasste und unglückliche 3319 Worte später nur noch eine Handvoll Menschen diesen Worten gefolgt sind. Soviel Wort ist einfach zuviel für 2011.  Würde ich jetzt also zum Ersten freien Bürgertag am 24. 8.2012  nach Aachen einladen, könnte man sich – wie die Erfahrung zeigt – gemütlich und kostengünstig auf einer Parkbank treffen.

Helfen würde es eher, wenn man Photos von den Folgen von Pflegemängeln in Altenheimen veröffentlicht … von denen es nur sehr sehr wenige gibt. Schade – so kann keiner sehen, was auf ihn zukommt.

Die Alten der Zukunft werden die Dimensionen der Barbarei am ehesten, längsten und intensivsten  erleben … und die Alten der Zukunft sind wir alle.

Und ich?

Habe jetzt noch nicht mal mehr Zeit, zu schauen, wieviele Rechtschreibfehler in diesem Text sind. Da geht es mir halt wie allen anderen meiner Mitmenschen: gelegentlich muss auch ich mich auf die Jagd nach den immer rarer werdenden Tauschmitteln machen, um der drohenden Obdachlosigkeit zu entrinnen.

Aber immerhin kann ich nun guten Gewissens sagen: ich habe es Euch gesagt.

Schon wieder.

Wie viele viele andere auch … seit vielen tausend Jahren.

 

Spanische Protestbewegung: Voraussetzungen und Perspektiven (2)

Wie soll sich die politische Linke zur Bewegung 15. Mai stellen? Mit der Übersetzung der zweiten von drei Analysen spanischer Intellektueller zu den Protesten in ihrem Land sollen auch die deutschsprachigen LeserInnen die Gelegenheit erhalten, ihr Verständnis der Ereignisse – gleichsam aus Innensicht – zu vertiefen. (mehr …)

Revolution in Deutschland und die SPD

Wir kriegen ja jetzt auch Revolution in Deutschland. Erste Planungstreffen für eine europäische Revolution haben schon stattgefunden. Damit aber nicht genug. Ehedem führende Politiker der SPD haben jetzt mal ordentlich auf den Tisch gehauen, wie im Handelsblatt zu lesen war:

Wir kriegen ja jetzt auch Revolution in Deutschland. Erste

für eine europäische Revolution haben schon stattgefunden. Damit aber nicht genug. Ehedem führende Politiker der SPD haben jetzt mal ordentlich auf den Tisch gehauen, wie im Handelsblatt zu lesen war:

Es sei an der Zeit für Veränderungen, ja, für eine breite soziale Protestbewegung: „Wenn sich die Kluft zwischen Arm und Reich weiter verbreitert, kann ich mir vorstellen, dass die Menschen ihrer Verzweiflung und ihren Demütigungen durch Proteste auf der Straße Ausdruck verleihen“, sagte er, „und das würde unserem Land nicht schlecht tun.“

So Hans Jochen Vogel.

Ein klarer Aufruf zur Revolte.

Zeit für eine breite soziale Bewegung ist es schon lange. Über einhundert Jahre lang wissen wir das schon. Deshalb haben wir die SPD gegründet, unterstützt und gewählt. So macht man das in einer Demokratie: man organisiert sich in einer Partei, die in freien und geheimen Wahlen ihre Spitzenpolitiker in Regierungsämter bringt. Dort angekommen, machen die dann, was sie wollen – aber nicht was wir wollen. Die Welt formuliert etwas über jenen Pfarrer, der sich als „Headhunter der Asis“ bezeichnet – und ebenfalls für Mindestlöhne und Vermögenssteuer plädiert – das sehr nachdenklich werden läßt:

Meurer strahlte etwas aus, das allen Mitgliedern des politischen Milieus in dieser Runde offensichtlich abging: Ein tiefer Glaube an eine wirklich bessere Welt und ein tief empfundenes Leiden, eine Wut auf die realen Verhältnisse.

Das sind die Emotionen, die Vorraussetzung für jede Art von Revolte sind. Aber das es nicht so schlimm werden sollte in Deutschland, darüber klärt uns schnell noch das ZDF auf, in dem es den Vogel nochmal gründlicher zitiert als andere es getan haben:

„Bei uns braucht es keine Revolution“, fügte er hinzu. Aber wenn die Menschen notfalls auch auf der Straße für soziale Gerechtigkeit einträten, „würde es unserem Land nicht schlecht tun“.

Als fernsehfreier Bürger fragt man sich: was hat der denn jetzt wirklich gesagt? Und vor allem: von welcher Verzweiflung und welcher Demütigung redet er? Es wäre schön, wenn er hier mal konkreter geworden wäre. Offenbar weiß man in den Führungskreisen der SPD, das es dem Volk schlecht geht, das es verzweifelt ist und gedemütigt wird, das die sozialen Verhältnisse eine Katastrophe sind.

Ein Rundumblick in den Nachrichten des heutigen Tages zeigt, das das Wissen, das Herr Vogel mit sich trägt, nicht elitär zu nennen ist. Es verschwindet in der Schlammflut unnützer Nachrichten über Promis, Sport und Parteiengezänk, aber mit etwas Mühe kann man einige Goldstücke aus dem Morast  retten.

Fangen wir an mit unseren Gebrauchsgütern, die wir am besten gar nicht gebrauchen sollten. Dinge des täglichen Bedarfs, die beständig schneller kaputt gehen. Das ist kein Zufall, sondern das „dreckige Geheimnis hinter der Wegwerfgesellschaft„. Wir arbeiten gezielt und bewusst an der Vermüllung des ganzen Planeten. Merkt fast jeder jeden Tag: die Dinge werden immer billiger, halten weniger lange und sind enorm schwer zu entsorgen. Der Stinkefinger der Industrie für den Verbraucher.

Der jedoch … gewöhnt sich an seine Ohnmacht, denn immer wieder tauchen hinter den Kulissen Informationen auf, die belegen, das der Staat ihn belügt  – und möglicherweise sogar mordet, wenn es ihm zu eng wird. Staatliche Killerkommandos als Exekutivorgane? Traut man sich da wirklich noch auch die Demo? Weiß der Vogel nicht, das man sich eventuell in Lebensgefahr bringt, wenn man zu erfolgreich ist? Einfach mal … Rudi Dutschke fragen.

Nun – die Welt der Geheimdienste ist ja nichts für uns, genauso wenig wie die Welt der Politik, weshalb ich an dieser Stelle nicht über die Bilderberger reden darf. Man würde mir sofort den Stempel „Verschwörungstheoretiker“ aufdrücken, erst recht, wenn ich behaupten würde, das in solchen Gesprächskreisen politische Entscheidungen getroffen werden, die direkt unseren Alltag betreffen … wie zum Beispiel die Deregulierung der Finanzmärkte, aufgrund dessen unsere Tauschmittel in grossen Mengen auf Konten jenseits der Landesgrenzen landen. In jenen Kreisen ist man sich bewusst, das die EU dem deutschen Steuerzahler bislang 2500 Milliarden Euro gekostet hat, von denen unter anderem Privatflüge, Cocktailpartys, Luxushotels und Tiffany-Schmuck bezahlt wurden, aber außer Fidel Castro darf sich niemand zu dem offen ausgelebten Lobbyismus äussern. Schnell ist man in einer Schublade mit jenen, die Naziufos am Südpol vermuten und auch ein Verweis darauf, das solche Treffen der Kartellbildung Vorschub leisten und schon deshalb verboten gehören, hilft da nicht weiter.

Es sind jene Kreise – an denen auch SPD-Politiker beteiligt werden – die die Liberalisierung des deutschen Arbeitsmarktes nach US-Vorbild gefordert, beschlossen und durchgesetzt haben: die Pest der Leiharbeit zu Armutslöhnen ist nicht vom Himmel gefallen.

Und was erfahren wir jetzt aus dem fortschrittlichen Wirtschaftwunderland: während es dicht vor der Pleite steht, sein „Arbeitsmarkt ein Desaster ist“ während jeder vierte Jugendliche arbeitslos ist werden erfolgreiche Konzerne mit Steuermitteln gesponsert und der Staat so weiterhin restlos ausgesaugt, während für die Bürger vor Ort nichts mehr übrig bleibt, außer Verzweiflung und … die Demütigung, als Bettler bei den Sozialkassen auflaufen zu dürfen.

Da wissen wir schon, was der Vogel von der SPD im Auge hatte, als er den Satz sprach. Deutschlands Zukunft wird dem US-Vorbild entsprechen, dafür hat in erster Linie die … SPD gesorgt. Und jetzt soll das Volk eine soziale Bewegung starten und die Karre wieder aus dem Dreck ziehen? Wenn denn das noch? Wir halten uns gerade mühevoll mit drei Minijobs über Wasser, um die Nachhilfe für unsere Kinder bezahlen zu können, für die wir erst recht keine Zeit haben. Jetzt müssen wir auch noch unser Obst und Gemüse waschen, dürfen aber nicht dran denken, das es hier eventuell einen Anschlag mit Biowaffen gegeben hat,  seltsamerweise wütet der neue „supertoxische Keim“ hauptsächlich in Deutschland, aber hier gibt es sowas eben nicht. Hier ist alles in Ordnung, alles prima uns gehts gut.

Das in Stuttgart busweise Frauen zur Prostitution angekarrt werden, in Libyen der Aufstand durch Söldner bestritten wird oder man ungeniert nach unseren Organen greifen will nehmen wir verbittert zur Kenntnis – aber mit einem optimistischem Lächeln im Gesicht. Im Gegensatz zu griechischen Demonstranten, die erstmal das Finanzministerium stürmen, haben wir unsere Lektion gelernt.

Am Ende unserer Revolten stand: die SPD.

Anstelle von „tief empfundenem Leiden“, Wut über die realen Verhältnisse und dem Glauben an die Möglichkeit einer besseren Welt hat sie uns Hartz IV gebracht – und damit Verzweiflung angesichts steigender Preisforderungen der Wirtschaft und Demütigung angesichts der realen Enteignung und Entrechtung durch den rot-grünen Staat.

Das die Welt davon ausgeht, das solche Erwägungen unserem politischen Millieu abgehen, finde ich bemerkenswert. Ist ja nicht gerade ein linkes Kampfblatt.

Keine Wut über die realen Verhältnisse, kein Mitleid, kein Glaube an eine bessere Welt – warum geht man denn dann überhaupt in die Politik?

Nun – weil man dort eben auch mal mit einem Privatjet fliegen, in Luxushotels übernachten und teuren Schmuck kaufen kann.  Man wird Teil jener Welt, in der eine Hand die andere wäscht:

Bundeskanzler Schröder trat im Jahr 2004 vor AWD-Führungskräften auf und soll laut einer internen AWD-Mitarbeiterzeitung erklärt haben: „Sie als AWD-Mitarbeiter erfüllen eine staatsersetzende Funktion. Sichern Sie die Rente Ihrer Mandanten, denn der Staat kann es nicht.“

Diese Nähe zur Regierung Schröder habe dazu geführt, dass viele Kunden dem AWD vertraut hätten. Das Unternehmen vermittelte zehntausenden Deutschen verlustreiche Fonds, die ihre Anteile zum Teil sogar auf Kredit finanzierten und letztlich viel Geld verloren. Laut vielen Geschädigten wurden die Produkte als sichere Altersvorsorge empfohlen.

Im März 2011 wurde bekannt, dass Maschmeyer die Rechte an Schröders Memoiren für rund eine Million Euro erworben haben soll.

Angesichts solcher Nachrichten dürfte unser Glaube an eine mögliche bessere Welt momentan etwas angeschlagen sein. Pech für die SPD. Nun wird sie möglicherweise selbst ihre Arbeit machen und soziale Demokratie in Deutschland durchsetzen müssen. Die jedoch startet momentan ein eigenes revolutionäres Projekt, das sich im ersten Moment seltsam anhört:

Die Mitglieder einer Volkspartei sind ihre Ohren und Augen.

Und was bleibt für uns übrig?

Verzweiflung, Demütigung – und ein verkrampftes Lächeln im Gesicht. Wir wollen ja nicht als Meckerdeutsche auffallen, lieber geben wir die freundlichen dauergrinsenden Aufschwungstatisten – das haben wir aus den USA gelernt.


 

Sybille Berg und die Revolution im Land der Umerziehung

Wenn man "Gesellschaftskritik" sucht, landet man in der Regel bei knallharten "Linken": bei den Marxisten. Nirgendwo sonst ist die Misere des Kapitalismus so sehr ins Detail analysiert worden, wie in den Kreisen des MSB und seiner Verwandten und Bekannten. In jahrelanger Kleinarbeit wurden Texte entwickelt, die so fein ausformuliert sind, das eine Generation von Akademikern notwendig wäre, ihre Botschaft wieder zu entschlüsseln.  Mit solchen Texten stand man 1968 vor den Fabriktoren und wollte Arbeiter begeistern, die einen dann selbst an die Spitze des Staates tragen sollten.

Wenn man „Gesellschaftskritik“ sucht, landet man in der Regel bei knallharten „Linken“: bei den Marxisten. Nirgendwo sonst ist die Misere des Kapitalismus so sehr ins Detail analysiert worden, wie in den Kreisen des MSB und seiner Verwandten und Bekannten. In jahrelanger Kleinarbeit wurden Texte entwickelt, die so fein ausformuliert sind, das eine Generation von Akademikern notwendig wäre, ihre Botschaft wieder zu entschlüsseln.  Mit solchen Texten stand man 1968 vor den Fabriktoren und wollte Arbeiter begeistern, die einen dann selbst an die Spitze des Staates tragen sollten.

So war der Grundgedanke der proletarischen Revolution. Die Arbeiter jedoch … arbeiteten weiter. Der Prolet-Arier war halt auch nur ein Arier – und wie die drauf sind, wissen wir ja.

Nun sind wir einige Jahrzehnte weiter. Die Frage der Revolution stellt sich für uns nicht mehr. Wir haben Aufschwung, Vollbeschäftigung, sind so reich wie nie zuvor … warum sollten wir etwas ändern wollen? Gut, das mit der West-LB ist schon schäbig. Wie die Rheinische Post berichtet, sollen die neue fünf Milliarden Euro bekommen. Die werden wir wieder bezahlen müssen. Aber: wir haben´s ja. Sind laut Welt so reich wie nie, allein im letzten Jahr hat unser Reichtum um fünf Prozent oder 234 Milliarden Euro zugenommen. Man könnte jedem Hartz IV-Abhängigen 33000 Euro zahlen, wenn die Reichen auf ihren Zuwachs verzichten würden. Auf einmal wären die auch gar nicht mehr arm, könnten sich was aufbauen und den Binnenkonsum ankurbeln, was sie endgültig aus der Arbeitslosigkeit holen könnte.

Aber die Arbeitslosigkeit hat sich ja irgendwie von selbst erledigt. Nur noch die wirklich Bösen sind arbeitslos und flüchten vor den Stellenangeboten der Jobcenter. Die Bösen aber … die haben doch eigentlich auch gar keinen richtigen sozialversicherungspflichtigen Vollwertarbeitsplatz verdient, oder? Wollen wir den Bösen wirklich noch Geld in den Rachen schmeissen?

Wofür wir auf jeden Fall Geld haben, das sind die Konzerne. Die haben jetzt einen weiteren Selbstbedienungsladen bekommen, siehe Telepolis:

Der WWF hat den gestern vorgestellten Bericht der Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) als Farce bezeichnet. Im wesentlichen habe die in dem Gremium dominierende Industrie ihn benutzt um sich ihren Subventionsbedarf selbst zu errechnen.

Solche Läden gibt es auch für die Banken, die Landwirtschaft von Adeligen, die Bauwirtschaft und allen anderen Wirtschaftszweigen, die aus eigener Kraft nie einen müden Euro erwirtschaften würden, aber im Schulterschluss mit der Politik gerne aus den Privatisierungsgewinnen des Volksvermögens schöpfen. Was Griechenland und Portugal bevorsteht, haben wir schon längst hinter uns: wir verkaufen mit Verlust an private Gesellschaften, die daraus dann Gewinne ziehen – durch Abbau von Arbeitsplätzen.

Eigentlich sollte sich jetzt schon der Zorn regen, die Wut sollte lodern, stolzer deutscher Geist im Sinne von Luther und Marx sollte sich erheben wider die Mächte der Welt, die Unheil und Ungemach über den Alltag des Bürgers bringen.  In Spanien geht das gerade, dort setzt sich die arabische Revolte fort, siehe TAZ:

Die Facebook-Revolte ist in Spanien angekommen. Unter dem Motto „Echte Demokratie – Jetzt!“ versammeln sich seit dem Wochenende in allen größeren Städten des Landes Zehntausende von Jugendlichen.

In Madrid demonstrierten am Sonntag rund 40.000 Menschen, in Barcelona etwa halb so viele. In weiteren 58 Städten wurden Kundgebungen abgehalten.

Scheinbar hat man dort verstanden, das es um alles oder nichts geht … bzw. um Hartz IV, das so langsam zu einem weiteren deutschen „Exportschlager“ wird, der alternativlos ist, weil die Kanzlerin sonst den Geldhahn zudreht. Die Ausplünderung der deutschen Volkswirtschaft zugunsten der Privatvermögen geht indessen fast unbemerkt in eine neue Runde, siehe Zeitpunkt.ch:

«Die wahren Ursachen der Eurokrise werden vollständig ignoriert. Diese sind eine ungleiche Vermögensverteilung, deregulierte Finanzmärkte sowie Steuerwettbewerb und Steuerflucht – und nicht etwa zu hohe Löhne oder Sozialleistungen. Die Pläne für die ‚Europäische Wirtschaftsregierung‘ werden Europa wirtschaftlich weiter spalten und die politische Krise der EU verschärfen», warnt Steffen Stierle von Attac Deutschland.  «Es ist nicht hinnehmbar, dass weder der Finanzsektor noch Vermögende zu den Kosten der Finanzkrise beitragen sollen, obwohl sie am meisten von den öffentlichen Rettungspakten profitiert haben.»

Noch ein Grund mehr zum Aufstand: hier werden neue Dimensionen der Plünderung der Staatskassen geplant, die uns letztlich alle betreffen werden. Doch weder dies treibt uns auf die Barrikaden noch die Tatsache, das unsere Handys das Bienensterben verursachen, an dem die Welt letztlich elendig verrecken wird – und das hat seinen Grund, wie Zeitpunkt.ch ausführt:

Klamauk-Unterhaltung mit sadistischen Untertönen ist nicht wirklich lustig. Wohin die Kombination aus Verdummungskultur und autoritärer Politik führen kann, zeigt das Beispiel Italien. In der Lebensbeschreibung des italienischen Liedermachers Pippo Pollina fällt dessen Biograf ein vernichtendes Urteil über Berlusconi-Land: «Im Grunde war Italien zu dem geworden, was er [Pippo] am meisten gefürchtet hatte. In nur zwei Jahrzehnten hatte die Macht das intellektuelle Niveau der Bevölkerung in strategischer Manier gesenkt. Damit war das Land manipulierbarer geworden. Der Protest wurde lahm gelegt, Falschinformationen verbreitet und das Hirn der Italiener mit Blödsinn gefüllt, damit sie leichter zu beeinflussen waren.»

Das gilt wohl nicht nur für Italien. Aber in all diesem Chaos, dem Crescendo von Ungerechtigkeit und Weltuntergang, höre ich gelegentlich eine Stimme, die auf eine Art und Weise zur Revolution aufruft, die gefährlich werden könnte, weil sie dort trifft, wo es wirklich weh tut: bei denen, „die es geschafft haben“, jenen Menschen, die automatisch reicher werden, wenn der Aktienmarkt steigt oder sinkt oder sich auflöst, jenen, die soviel haben, das sie jährlich neue Häuser kaufen müssen, um ihren neuen Besitz verstauen zu können, jenen, die den ganzen Tag den Tod fürchten müssen, weil sie täglich mehr zu verlieren haben, wenn er denn dann kommt.

Einblicke in ihr Leben gibt Frau Sybille Berg, die zum Beispiel die Grundbedürfnisse des modernen Menschen treffend skizziert:

Und darum ist es möglicherweise egal, ob es sie gibt oder nicht, die Philosophen, nur so langweilig ist es ohne sie. So grau und reduziert auf unsere Grundbedürfnisse: Fernsehen schauen, essen und meckern.

Noch schlimmer wird es, wenn sie ins Herz der Leblosigkeit der Leistungselite vorstößt:

Früher nannte man es Klassenkampf, heute nennt man es Angestelltenverhältnis: Den ganzen Tag ducken, nach Dienstschluss in eine Bar. Den Stress wegsaufen – und auf den Sommer hoffen: Nicht der Urlaub ist der Ausnahmezustand, der Rest des Jahres ist es.

Oder, wie aktuell, diesem Herz einen tödlichen Stoß versetzt:

Sie haben bemerkt, dass man unauffällig besser durchs Leben kommt. Nicht zu gut sein, nicht zu schlecht, in gemessenem Rahmen kindlich, aber bitte nicht zu laut, Vater hat Rücken. Studieren dann später, BWL, natürlich, ein interessantes Fach, die Säulen der Erde, die Haare haben Sie sich abgeschnitten, ein Mann mit langen Haaren, wie soll das denn aussehen, die Blicke wollten Sie nicht ertragen. Sie sahen ja, wie es denen erging, die auffielen, aus der Masse ragten, obgleich Sie immer wussten, dass da mehr in Ihnen steckt als in der Bevölkerung, Sie waren doch nicht da, um irgendetwas zu bevölkern. Aus Ihrer Angst aufzufallen, gesehen zu werden, abgelehnt vielleicht, entwickelten Sie Ihre Abneigung gegen Menschen, die über eine große persönliche Freiheit verfügten. Denen es egal war, sich unpassend zu kleiden, zu laut zu sein, am Straßenrand zu sitzen und keinen Esstisch zu haben.

Sie haben einen Esstisch?

Sicher, Sie haben auch eine Frau und Sie tragen eine Krawatte.

Warum tun Sie das?

Gefällt Ihnen so ein griffbereites Suizidwerkzeug in der Nähe Ihres Kopfes?

Selten habe ich Worte gelesen, die geeigneter waren, eine Revolution in Deutschland auszulösen – jenseits der marxistischen Debatten. Selten beschrieb jemand die Sinn- und Leblosigkeit der Raubbauelite so treffend mit so wenig Worten – und es trifft dort, wo es Wirkung erzielen könnte. Nicht bei jenen, die standhaft geblieben sind, die alten Idealen treu bleiben, die Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit predigen, sondern bei jenen, die aus diesem Land ein Land der Umerziehung zur Dummheit gemacht haben …. und nun sehen können, was ihr Lohn dafür ist: eine freudlose Fassade ohne Inhalt.

Im Land der Krawattenmenschen gibt es kein Leben, keine Freude, keine Liebe – sondern höchstens ein gewisses Maß an sadistischem Spaß. Für kleine Menschenseelchen ist das nicht geeignet – fragen sie Frau Sybille:

Warum hat Thilo Sarrazin eigentlich so einen Erfolg? Warum jagen uns die Araber so eine Heidenangst ein? Ganz einfach: Weil wir alle längst aus lauter Angst auf Ameisengröße geschrumpft sind. Und wer ganz klein ist, der will nun einmal zurück zu Mutti.

Wenn das alles ist, was uns an der Spitze der modernen Gesellschaftspyramide erwartet … warum dann nicht wieder mal an die Alternative denken, an jene Bewegung, die das „Establishment“ so sehr beunruhigt hat, das sie Boygroups und Models erfanden, um es zu bekämpfen. Sie ist immer noch lebendig, siehe Connection:

Hippieveteranen mit langen Bärten und abgewetzten Hosen, barfuß laufende Kinder mit Rastalocken, Frauen in Batikröcken mit langen, verfilzten Haaren – das sind die Menschen, die in Byron Bay das Ortsbild beherrschen.

Diese Menschen sind schrecklich.

»Die Leute hier denken grün, sie wählen so und handeln auch entsprechend.«

Grün denken und wählen ist ja auch für uns ok, aber grün handeln? Das Handy wegwerfen zur Rettung der Bienen, der Bäume und letztlich der Menschheit? Niemals – nur über unsere Leiche.

Vielleicht … sollten wir aber doch noch mal Frau Sybille lauschen, ob sich das wirklich auch für uns lohnt.



 

Ägypten, Lybien, Naher Osten… – was geht da eigentlich ab?

Ein erhellendes und teilweise sehr spannendes Interview von Nuovision mit Christopf Hörstel, Kenner des Nahen und mittleren Osten und früherer Auslandskorrepondent des ARD, bis er wegen der andauernden Zensur das Handtuch geschmissen hat.

Wer eine Stunde Zeit übrig hat sollte sich das unbedingt antun. Und nicht vom Moderator abschrecken lassen 😉

Guttenberg – und die kleine deutsche Revolution

Nun ist er fort – für eine Weile. Karl-Theodor zu Guttenberg hat das Handtuch geschmissen, Deutschland ist bewegt. Bewegt in zwei Richtungen: die einen feiern, die anderen trauern. Was mich persönlich anekelt, ist die Häme, die in vielen Kommentaren unverholen auftritt, der Neid der viel-zu-vielen, wie Nietzsche sie genannt hat, Menschen, die eigentlich überhaupt nichts dagegen hätten, wenn sie selbst in der Haut das Barons stecken würden (reich, charmant, gutaussehen, gut verheiratet – einfach eine bessere Art von Mensch) aber es auf den Tod nicht ausstehen können, das es der Baron ist, der den Baron gibt – und nicht sie.

Es ist eine Kultur der Neider … und jene Kultur ist gerade da beheimatet, wo der „Leistungsträger“ haust, nicht dort, wo man versuchen muss, mit fünf Euro Regelsatzerhöhung fünfzig Euro Kostensteigerungen für Strom, Heizung und Lebensmittel zu bewältigen. Wenn einem das Wasser bis zum Hals steht, fehlt einem die Zeit, sich groß um andere zu kümmern. Ein großes Bedrohungspotential für den durchschnittlichen Parteifunktionär erhob sich da, ein Adel, der dem Volk gefiel.

Das Manager-Magazin fängt etwas von dem ein, was die Menschen an dem Baron mochten.

Die Geschichte hatte von Anfang an etwas Märchenhaftes. Von seiner Burg in den fränkischen Wäldern steigt ein Baron in die Niederungen der deutschen Politik herab. Alles an Karl-Theodor zu Guttenberg ist anders. Sein Vermögen macht ihn unabhängig. Er redet gewandt wie kaum ein zweiter im Parlament. Er sieht gut aus, hört AC/DC und hat seine Frau auf der Love Parade kennen gelernt.

Seine Umgangsformen sind perfekt. Seine Worte haben nicht dieses Boshafte, das bei anderen Politikern immer wieder mitschwingt. Das Parteiengezänk scheint ihm zuwider. Seine Popularität verdankt er keiner radikalen Meinung. Seine Ausstrahlung, seine Glaubwürdigkeit wecken Hoffnung in allen Lagern: Der macht das nicht für sich oder eine Klientel. Der macht das wirklich für uns alle. Deshalb vertrauen wir uns ihm an.

Deutlicher dann man die Ausnahme kaum beschreiben: er machte den Eindruck, er macht Politik für alle – nicht nur für sich selbst. Das überzeugte „in allen Lagern“.

Die Opel-Staatsbeihilfen hat er abgelehnt – das war was für uns alle. Das Afghanistan-Desaster endlich mal „Krieg“ genannt – und das als „Rechter“. Wie wohltuend unterschied er sich von Guido Westerwelle, der noch als Aussenminister auf Arbeitslosenjagd geht oder von Angela Merkel, von der man wohl nur aus den zukünftige Geschichtsbüchern erfahren wird, für welche Politik sie eigentlich steht. Sein Strahlen bekam erst Gewalt und hob ihn über den Durchschnitt durch den kriecherischen Niedergang demokratischer Kultur, die aus „Alternativlosigkeit“ ein politisches Konzept gemacht hat – von rechts bis links. Zwischen den ganzen Parteikarrieristen fiel er auf durch den Verdacht, er wäre die große Ausnahme im Bundestag, er wäre wirklich ein Mensch, der es aus eigener Kraft zu etwas gebracht hat und nicht von der Partei als Platzhalter zum Wohle aller Absahner eingesetzt wurde.

Was in dem Moment auffällt: die „Gang“ der „Absahner“, die Deutschland zum Zwecke der eigenen Bereicherung Hartz IV bei gleichzeitiger Bankenderegulierung verordnet hatte, ist bei den sogenannten „Konservativen“ nicht minder anzutreffen als bei SPD und Grünen. So liest man in der Welt:

Ausgerechnet er, der bürgerliche Werte so perfekt zu verkörpern schien, hat gegen sie verstoßen. Es wird der Union in Zukunft noch schwerer als bisher fallen, als Hort traditioneller Tugenden zu gelten. Eben sah es noch so aus, als verklinge allmählich das lange eingeübte Lied von der Bigotterie, Doppelmoral und mangelnden Glaubwürdigkeit der Bürgerlichen und Konservativen.

So werden wir uns also wieder an dieses Lied gewöhnen müssen. Haben wir aber doch schon längst: es macht doch überhaupt keinen Spaß mehr, sich über die Gaunereien der Schwarzen und Gelben zu empören – landesweit sind die doch als verbrecherische antichristliche Vereinigung schon längst akzeptiert, mit Skandalen über rechte Mauscheleien zur gegenseitigen Bereicherung überrascht man doch keinen CDU-Wähler mehr … von denen es auch immer weniger gibt.

Die Affäre Guttenberg erlaubt so einen tiefen Einblick in die ansonsten vernebelte politische Wirklichkeit der Bundesrepublik Deutschland. Es war etwas sehr Denkwürdiges geschehen: ein adeliger Multimillionär wurde „einer von uns“ – jedenfalls in der Meinung weiter Teile der Bevölkerung.

Umso größer die Enttäuschung, das auch er – der es von Vermögen und Herkunft eigentlich nicht nötig gehabt hätte – ebenfalls zur „Gang“ der „Absahner“ gehörte. Für einen Moment schien es, als ob es wirklich noch Menschen geben könnte, die für das Volk leben können, anstatt von ihm, Regenten, die sich als erste Diener des Staates begreifen und nicht nur als Erste beim Plündern der Staatskasse.

Und – seltsamerweise – klingen gerade in der sonst konservativen Welt auch revolutionäre Töne an:

Die internetgestützte bürgerliche Volkssouveränität hat Guttenberg und Merkel daran gehindert, fünfe gerade sein zu lassen. Und das ist auch gut so.

Nun stoße ich mich gerade an dem Gebrauch des Begriffes „bürgerlich“, der weiter oben noch als Hort konservativer Tugenden beschrieben wurde, besser gesagt: ich störe mich an dem Versuch der Vereinnahmung dieses Begriffes für eine bestimmte Minderheit. „Bürger“ … ist hier jeder. Die „Bürgerlichen“ sind wir alle, auch die Obdachlosen oder die DKP. „Bürgerlichkeit“ in dem Sinne Konservativer leben können allerdings nur Reiche, Obdachlose können schlecht zum Tee einladen, Linke schmecken häufig das Kinderblut im Kaffee.

„Internetgestützte bürgerliche Volkssouveränität“ erinnert an revolutionäre Sprüche: „Wenn Dein starker Arm es will, stehen alle Räder still„, hieß es dazu früher mal – und in der Tat haben wir es hier mit einer kleinen deutschen Revolution zu tun, die auch zeigt, das sich die Machtverhältnisse langsam verschieben, wie auch das Handelsblatt bemerkt:

Jenseits allen Spotts hat die Affäre gezeigt, wie stark das Internet im Zusammenspiel mit den klassischen Medien die Politik beeinflussen kann – wenn das Thema die Nutzer nur genügend interessiert.

Nun – das Ganze hat nicht die Dramatik der arabischen Revolten – hier wurde weniger ein Potentat abgesägt, sondern mehr eine potentielle Lichtgestalt, die als solche auch für weite Kreise der berufsmäßigen Staatskassenplünderer gefährlich werden konnte, weil er so schrecklich beliebt und unabhängig schien. Was wäre, wenn der beim Plündern nicht mitmachen möchte?

Jetzt können sich wieder alle ruhig zurücklehnen: die Gefahr ist gebannt – und hatte real auch nie bestanden.

So langsam verlagert sich die politische Macht von der Wahlurne zum Bildschirm und eine technische Spielerei wird zu einem Feld lebendiger Demokratie – möglicherweise zu unserem Marktplatz, auf dem wir uns versammeln, um Deutschlands Bürgern wieder eine Zukunft geben zu können – jenseits von Parteienfilz und Konzerndiktat.

Vielleicht … war es aber auch nur die Rache der Neider.

 

Deutsche Revolutionäre und ihre Revolutionen

Die Erde bebt, Fische sterben, Vögel fallen tot vom Himmel, der Adel verliert seine Titel … man könnte meinen, das Ende der Welt sei nah. In den USA werden Senatoren von der Polizei gesucht, weil sie sich Abstimmungen entziehen wollen, ganz Nordafrika erlebt Revolten ohnegleichen.

Und in Deutschland, dem Mutterland der großen Revolten gegen Macht?

Deutschland, Mutterland der Revolten?

Wir, die wir uns Eintrittskarten kaufen, um auf dem Bahnsteig zu revoltieren?

Luther – ein Revolutionär. Da spricht den Protestantismus nicht heilig, schmälert aber nicht die Leistung des kleinen unbedeutenden Mönches.

Marx – ein Revolutionär. Das spricht den Kommunismus nicht heilig, schmälert aber nicht die Leistung des kleinen unbedeutenden Gelehrten.

Hitler – ein Revolutionär. Das spricht den Faschismus nicht heilig,  schmälert aber nicht die Leistung des feigen kleinen Gefreiten.

Luther, Marx, Hitler … in einer Reihe genannt? Ich merke, hier wird es zornigen Widerspruch geben. Ich habe auch eine BRD-Sozialisation hinter mir und würde diese Menschen nicht ohne weiteres in einer Reihe nennen. Andererseits …

Was den kleinen Mann an Luther faszinierte, war, das er den Verrat der Kirche an der christlichen Botschaft rückgängig machen wollte. Die ekelerregenden Hexenverbrennungen blieben aber – ebenso die Tatsache, das der Bürger die Religion des Fürsten verpasst bekam.

Was den kleinen Mann an Marx faszinierte war, das er die christliche Botschaft der Nächstenliebe in einem irdischen Paradies verwirklichen wollte. Was kam, war der Plattenbau, der VEB und Wehrübungen am Wochenende.

Was den kleinen Mann an Hitler faszinierte war, das er das Paradies jetzt nur für Deutsche versprach. Und – seien wir doch mal ehrlich: hätten die Deutschen den Krieg gewonnen, würden wir heute anders über jenen kleinen Österreicher reden, der mit einer kleinen Vision großes Unheil angerichtet hat … das große Unheil wäre dann einfach alternativlos gewesen – schon ist es heilig. Kennen wir doch, oder?

Das ist die besondere deutsche Erfahrung mit Revolutionären. Sie kommen an mit großen Worten, aber am Ende lodern Scheiterhaufen, hagelt es Bomben und man wird zur Zwangsarbeit im Lager verpflichtet und am Ende vergast.

Ist ja momentan genauso – man schaue sich nur die Grünen an. Was war das für eine Kultur, die Ende der siebziger Jahre aufbrach. ALTERNATIVE nannten sie sich – und hatten eigentlich alle Probleme der jetzigen Zeit schon im Gepäck.

Frieden wollte man – auch mit der Natur – Gerechtigkeit, eine freie Gesellschaft ohne Zwang, Qual und Ungerechtigkeit, mehr Demokratie wollte das deutsche Volk wagen.

Was haben wir bekommen von jenen Revolutionären? Hartz IV, Afghanistankrieg, Staatsschuldenrekorde.

Wir kriegen auch den Plattenbau zurück, wie Monitor unlängst berichtete:

„2004 – die Laune muss gut gewesen sein bei den damaligen Ministern Ulla Schmidt und Hans Eichel. Für mehr als drei Milliarden kaufte der amerikanische Hedge-Fonds „Fortress“ dem Bund den Immobilienkonzern Gagfah ab. Drei Milliarden – für die staatliche Rentenkasse damals eine rettende Geldspritze. Aber hunderttausende Mieter machten sich Sorgen wegen der „Heuschrecke“, dem neuen Vermieter aus Amerika. Und zu Recht. Von Insidern haben wir Dokumente und Aussagen, die jetzt belegen, wie sieben Jahre nach dem Super-Deal ganze Wohnviertel untergehen.“

Sogar mit edelsten grünen Themen werden die ärmsten der Armen weiter ausgeplündert … das hatten sie nun davon, das sie „grün“ gewählt haben, so heute im Manager-Magazin nachzulesen:

So kommt es, dass ein einwohnerstarkes Land wie Nordrhein-Westfalen (NRW) deutlich mehr in das EEG-System einzahlt, als es daraus erhält. Etwa 2,2 Milliarden Euro brachten die Einwohner von NRW laut BDEW im vergangenen Jahr für die EEG-Umlage auf ihrer Stromrechnung auf. Die im bevölkerungsreichsten Land ansässigen Betreiber von Windrädern, Solar- sowie Biogasanlagen kassierten aber nur 800 Millionen Euro Mittelzuflüsse aus dem EEG.

Andere Länder kommen auf eine wesentlich erfreulichere Bilanz. Allen voran Bayern: EEG-Mittelabflüssen von etwa 1,2 Milliarden Euro standen 2010 laut BDEW Zuflüsse von 2,2 Milliarden gegenüber. Unterm Strich ergibt das einen positiven Saldo von mehr als einer Milliarde Euro. Damit landet in Bayern mit Abstand das meiste Geld aus diesem Schatten-Finanzausgleich.

Die Reichen bedienen sich ungeniert weiter … auch in aller Öffentlichkeit, so ist im Handelsblatt nachzulesen:

Es klingt paradox: Die Commerzbank schreibt endlich wieder Gewinne – und bleibt dennoch politisch unter Druck. Morgen wird das mit 18,2 Milliarden Euro vom Staat gerettete Institut erstmals seit 2007 wieder einen starken Gewinn vorlegen. Analysten gehen von rund 1,3 Milliarden Euro aus. Doch Zinsen auf die Staatshilfen wird die Bank trotzdem nicht zahlen.

Würden wir Normbürger es uns leisten, Zinsen nicht zu bezahlen, dann würde man uns enteignen. Unser Häuschen würde zwangsversteigert. Bei den Herren sieht das aber anders aus, was inzwischen sogar die CDU ärgert:

„Mir fehlt dafür jedes Verständnis, zumal es für die Bank offenbar kein Problem ist, eine erfolgsabhängige Vergütung an ihre Mitarbeiter zu zahlen“, sagte der finanzpolitische Sprecher der CDU/CSU, Klaus-Peter Flosbach dem Handelsblatt. Die Bank, so viel ist durchgesickert, will einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag an ihre Mitarbeiter auszahlen.

Das sollten wir uns mal erlauben: „Wir können diesen Monat keine Hypothekenzinsen zahlen, die Kinder brauchen ihr Taschengeld!“

Erlauben wir uns aber nicht. Da haben wir keine Zeit für. Entweder müssen wir bei der ARGE betteln gehen … oder wir schuften uns zu Tode, wieder Manager Magazin:

Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wurden 2010 offiziell 1,25 Milliarden bezahlte Stunden Mehrarbeit geleistet, wie die „Bild“-Zeitung berichtet. Dies entspreche einem Plus von 15 Prozent zum Krisenjahr 2009, als das Tochterinstitut der Bundesagentur für Arbeit eine Überstundenzahl von 1,09 Milliarden registriert hatte.

Laut Handelsblatt ist sogar unsere minimalste Absicherung, die Lebensversicherung, bald nichts mehr wert:

Die Lebensversicherer senken massenhaft ihre Überschussbeteiligungen und auch der Garantiezins soll bald gesenkt werden. Neue Risiken im Anleihemarkt verschrecken sicherheitsbewusste Kunden. Verbraucherschützer raten längst von einem Neuabschluss ab. Wird das liebste Vorsorgeprodukt der Deutschen ein Auslaufmodell?

Nun – vielleicht ein Auslaufmodell wie das ganze Modell Europa, wenn man der Welt glauben darf:

Die Zinsen für Portugal nähern sich alten Höchstständen, Ökonomen raten Griechenland zur Drachme: Die Schuldenkrise kehrt mit voller Wucht zurück.

Eigentlich Gründe genug, auch in Deutschland wieder auf die Straße zu gehen. Immerhin … die letzte Revolution hatten wir erst 1989, sogar mit eigener Website:

Die Webseite zeigt den friedlichen und erfolgreichen Verlauf des gesellschaftlichen Umbruchs in Ostdeutschland. Mit vielen Bildern, Dokumenten, Filmen und kurzen Texten werden die Vorgeschichte, dieRevolution im Herbst 1989 sowie der Weg zur deutschenEinheit erläutert. Menschen, die die Revolution vorbereiteten und vorantrieben sowie Orte an denen sich Revolutionäres ereignete, werden vorgestellt.

Was diese Revolution jetzt dem kleinen Mann gebracht hat, kann ich natürlich nicht abschließend beurteilen. Das müssen die selber machen. Machen die ja auch – deshalb wählen die ja auch heute wieder SED-Nachfolgeparteien. Drei Folgen der Revolution kann ich aber benennen: Hartz IV, Afghanistankrieg, Staatsschuldenrekorde.

Wer sich nun wundert, das der Deutsche angesichts massiver Ungerechtigkeiten, eines sich tagtäglich zuspitzenden wirtschaftlichen Niedergangs und einer sich ständig verschlechternder Lebensqualität nicht wieder Rheinbrücken besetzt, Autobahnen sperrt oder sich den Demonstranten in Wisconsin anschließt und den Reichstag besetzt, der sollte sich daran erinnern, das wir – besonders wir – Erfahrungen mit Revolutionen haben. Erfahrungen, die uns Bauchschmerzen bereiten, aber aus unseren Gewerkschaftern Porschefahrer gemacht haben. Das ist – laut Welt – sogar in den USA anders:

Seit mehr als einer Woche halten Lehrer und Gewerkschaftler des öffentlichen Dienstes die Rotunde des Kapitols in Wisconsins Hauptstadt Madison besetzt. Sie belagern bei Eis und Schnee die Residenz des republikanischen Gouverneurs Scott Walker, der ihnen den Krieg erklärt hat. 14 Senatoren der Demokraten, die im Bundesstaat Illinois untergetaucht sind, um eine Abstimmung zu Hause zu verhindern, werden von der Polizei gesucht und von Walker der „Demokratieverweigerung“ bezichtigt: Es sage niemand, Amerika habe keine Aufstände gegen die Staatsmacht zu bieten.

In den USA hat man mit Revolutionen gute Erfahrungen gemacht.

Hier nicht.

Wir scheinen durch unsere Revolutionen Schopenhauers pessimistische Einsicht zu belegen, das alle Versuche, das Leiden in der Welt zu mindern, nur dazu führt, das es seine Gestalt ändert.

Alle?

Nun … die ´68er haben eine kulturelle Revolution hervorgebracht, deren Früchte wir selbst heute noch genießen, deren Erfolge heute noch mit großer Gewalt zurückgebaut werden.

Aber wer würde sich ernsthaft trauen, heute noch positiv über die ´68er zu reden. Die sind ja sogar zum Ausländer zum Essen gegangen, habe ich gehört … Pizza, Gyros, Kebab, Lasagne, Spagetti.

Gut, das sich deren revolutionäre Impulse nicht durchgesetzt haben.

Die letzten 100 Artikel