Revolution

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Alle krank?!

Die Krankschreibung der ganzen Gesellschaft kann auch als spätes Kulturphänomen der gescheiterten Revolution von 1968 gedeutet werden. Derweil inszeniert das Bundespräsidialamt einen Kritikertisch — und will demnächst dem Angstmacher der Nation, Christian Drosten, das Bundesverdienstkreuz umhängen.

Ein Standpunkt von Anselm Lenz.

So richtig hatte es damals nicht klappen wollen und so ganz war es vielleicht gar nicht gewollt worden: Die westlichen Revolutionäre des Jahres 1968 probten den Aufstand ausgerechnet in jenen Jahren, in denen sich tatsächlich einmal die Verheißung von Freiheit und Gleichheit einzulösen schien: Bildung für alle und die Öffnung der Universitäten, Lohnsteigerungen, Vollbeschäftigung, die Möglichkeit, auch mit kleinen Jobs auszukommen und eine bescheidene, aber doch zählbare Vermögensbildung sogar für Hilfsarbeiter. Öffnung aller zivilen Berufe für Frauen, rechtliche Gleichstellung, Abschaffung der Kriminalisierung von Minderheiten. Das Versprechen des Aufstiegs in den bürgerlichen Lebensstil für alle, etwa mit Musikunterricht für die Kleinen.

Männer wie der spätere Außenminister Josef Fischer oder der ebenfalls nicht sehr friedliebende spätere Europaabgeordnete Daniel Cohn-Bendit machten sich also zu einem Zeitpunkt zur letzten gesellschaftlichen Grenze auf, der sozialen Revolution, als sie selbst bereits in den Genuss aller Segnungen der Gesellschaftsform einer Republik und eines sozial engagierten Rechtsstaates gekommen waren.

httpsv//youtu.be/Bp0HsOil8sQ

1989 und 2020 – die Friedliche Revolution wird vollendet

(Anmerkung der Redaktion: Der heutige Tagesdosis-Text wurde verfasst, bevor der Berliner Innensenator Andreas Geisel die Berliner Demonstration, offiziell mit Pressemitteilung vom 26.8.2020, verboten hat.)

Die Fake-Pandemie ist vorüber: Ab Donnerstag beginnt die Rückbindung unseres Polit- und Wirtschaftssystems an die Menschen. Die Deutschen verständigen sich neu auf Basis des Grundgesetzes.

Ein Kommentar von Anselm Lenz, Herausgeber der Wochenzeitung Demokratischer Widerstand.

Zum Wochenende werden Millionen von Menschen in der Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland erwartet. Die friedliche Kundgebung auf dem Berliner Stadtgebiet markiert den Höhepunkt des »Sommers der Demokratie«, in dem sich die Bundesbürgerinnen und Bundesbürger neu verständigen. Auf Basis des Grundgesetzes vollenden die Deutschen damit den Prozess der Friedlichen Revolution von 1989. Denn vor 30 Jahren war versäumt worden, dass sich die Deutschen eine neue gemeinsame und demokratische Verfassung geben. Über Währung, Wirtschaftsgesetzgebung und vernünftige Ausgestaltung der politischen Repräsentation muss in Zukunft per Volksentscheid abgestimmt werden.

Eine Farbenrevolution in den USA?

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Wird dem US-Oligarchenregime in Washington jetzt seine eigene Medizin serviert, mit der es in den letzten Jahrzehnten rund um den Globus Regierungen gestürzt hat, die sich seiner neo-liberalen Weltordnung nicht unterordnen wollten? Auf den ersten Blick sieht es tatsächlich so aus, als ob sich in den Vereinigten Staaten eine Art Farben-Revolution anbahnt. Denn was derzeit in den USA passiert, gleicht auf verblüffende Weise den Methoden und Destabilisierungsprozessen, mit denen die US-finanzierten fake Demokratie-NGOs rund um die Welt mit Erfolg Regierungsumstürze durchgeführt haben.

Es werden teilweise Straftaten gegen Schüler begangen

Markus Haintz im Interview mit Trish

Don’t Defend the Statues or Fake Police Reforms

Statues are coming down around the country in instances of direct action from police brutality protesters. Lee gives you instructions to bring down the statues that he insists you should not follow. Although as a descendant of Robert E. Lee he also gives you permission to take down statues of his ancestor. Police and politicians are offering protesters symbolic concessions to their demands for police brutality, Syria is back in the news as the chemical weapon attack story continues to choke, and more.
Anders Lee reports on a growth moment for the New York Times after the newspaper published an op-ed from a far right politician calling for the army to crack down on protesters. The backlash led them to fire an editor and opened up space for some self-criticism, specifically around the Bolivian coup they were cheerleading for. Naomi Karavani reviews the victories of progressives in the recent primary elections and laughs at Lindsay Graham relating the current moment in the DNC to the French Revolution.

Haben wir bald eine (R)evolution?

Die kommenden Wochen und Monate versprechen spannend zu werden

Achtung! Der Streit um die Corona-Wahrheit ist eingepreist

Ein Kommentar von Anselm Lenz

„Den Planeten zu retten, heißt die herrschenden Eliten zu stürzen“

Ullrich Mies ist Sozial- und Politikwissenschaftler und studierte in Duisburg und Kingston, Jamaika. Mies schreibt für verschiedene Publikationen wie Rubikon, die Neue Rheinische Zeitung oder scharf-links. Als Mitautor verfasste er mit Jens Wernicke 2017 das Buch „Fassadendemokratie und Tiefer Staat“. In dem aktuellen Sammelwerk „Die Ökokatastrophe“ kritisiert Mies die Klimadebatte, die sich vornehmlich auf die Frage konzentriere, in welchem Maße der Mensch dafür verantwortlich gemacht werden könne. „Der Natur ist es völlig egal, wer sie zerstört“, so Mies. Der überzeugte Kapitalismuskritiker sieht vor allem die herrschenden Eliten in der Pflicht, da sie diejenigen seien, die von der Ausbeutung des Planeten am meisten profitieren. Im Gespräch macht Mies deutlich, dass aus seiner Sicht nicht mehr viel Zeit bleibt, um den Planeten vor der Ökokatastrophe zu bewahren.

Vive la Révolution

Der Aufstand der „Gelben Westen“ scheint in Frankreich dem staatlich verordneten Sozialismus für Reiche (Gewinne privatisiert, Verluste sozialisiert) einen Riegel vorzuschieben. Auf einmal geht nichts mehr. An der Pariser Börse stürzen die Kurse und die Regierung weiß nicht mehr ein noch aus. Die selbsternannten, selbstherrlichen Eliten, die sich in ihrer unendlichen Arroganz bereits allmächtig gefühlt haben, haben plötzlich das Zittern gelernt, angesichts der geballten, unbezähmbaren Kraft der wachsenden Demonstrationen und Blockaden Hundertausender von Menschen.

Dazu passt:

Frankreich: Die Gewalt der verunsicherten Staatsmacht
Telepolis

Tage des Zorns
Rubikon

Revolution in Deutschland 2018

Digital StillCamera

Freitag, 2.12.2016. Eifel. Ja – da stutzen Sie, oder? Revolution in Deutschland 2018. Dann, ja dann endlich kommt die Erlösung: die Erlösung von einem durch und durch korrupten, verblödeten Selbstbedienerstaat, die Erlösung von der elendigen Last der sozialen Ungleichheit und der Verfolgung der Armen durch staatliche Behörden, die Erlösung von der erdrückenden Macht raffinierter Lobbyisten und die Erlösung von einer Politik, die uns an den Rand eines atomaren Krieges mit Russland brachte und vielen Ländern dieser Welt Tote durch deutsche Soldaten bescherte. Ja: 2016 wandern wieder deutsche Soldaten durch fremde Länder und töten ihre Bewohner – soweit sind wir schon. Die Resultate aus den Erkenntnissen des zweiten Weltkrieges, dass dies nie wieder geschehen soll, sind lang vergessen, Blutdurst zieht durchs fremdbestimmte Parlament, in dem Fraktionsführer kommandieren, wann der Arm gehoben werden soll. Aber schauen wir erstmal: ist das überhaupt notwendig, so eine Revolution? Schauen wir erst mal nach.

Zum Beispiel bei der CSU. Die bläst ja jetzt wieder ins alte Angsthorn: „die Roten kommen“. Und was machen diese „Roten“? Nun – sie wollen die Sanktionen gegen Hartz IV-Empfänger lockern. Unglaublich! Und wie bezeichnet man jene Menschen, die durch die Globalisierung (also: durch die inhumane und asoziale Ausbeutungspolitik gewissenloser Kreise Wirtschaft – um das Wort mal auf Deutsch zu übersetzen) ihre Arbeit, ihre Familie, ihre Würde verloren haben: nun – als „Schmarotzer“ (siehe Erwerbslosenforum)… womit die endlich auf SPD-Niveau herabgestiegen sind. Wollen wir uns das gefallen lassen? Dass unsere armen, alten und kranken Brüder, deren größter Fehler es war, nicht schnell genug beim Staat untergekrochen zu sein, um für das Arbeitsamt Arbeitslose zu knechten und viele Papiere hin- und her zu schieben, deren Fehler es war,  zu altern oder krank zu werden, die im gnadenlosen Konkurrenzkampf jeder gegen jeden vielleicht einfach nur verloren haben, weil es ihnen an „Ellbogen“ fehlte, so gedemütigt werden? Bei den Erfahrungen, die wir in diesem Land mit dem Umgang mit „Ballastexistenzen“ gemacht haben? Jeder dritte von ihnen muss „erhebliche materielle Entbehrungen“ in Kauf nehmen – nach Definition der EU (siehe Der Westen); dazu gehört u.a. dass man seine Stromrechnung nicht bezahlen kann – oder die Heizkosten. Vernichtung durch Armut.

Vernichtung durch Armut? Das hat mir von Intellektuellen schon mal harsche Kritik eingebracht: wie kann man das denn vergleichen? Ja – das ist die bequeme Definition der Sofa-Linken: Faschismus, dass war mal in der Vergangenheit und kommt auch nie mehr wieder! So kann man gemütlich bei Kaffee und Kuchen sitzen und sich enorm wichtig machen mit überzogenen Warnungen vor „den Rechten“, an deren wirkliche Wiederkehr jedoch niemand wirklich glaubt … obwohl sie wieder Listen mit jüdischen Geschäften in Umlauf bringen – geschehen am Jahrestag der Progromnacht (siehe Spiegel). Wenn schon normale Arbeitslose erhebliche materielle Entbehrungen hinnehmen müssen – obwohl der Grundgedanke des Sozialstaates war, dass nie wieder Menschen in einem reichen, demokratischen Land nur aufgrund ihrer geringeren Ausbeutbarkeit aus dem normalen Alltagsleben herausfallen sollten, weil man damals noch genau wusste, wie das enden wird – wie wird es dann erst jenen gehen, die mit einer Million Sanktionen gequält werden – bis hin zu Strafzahlungen in Höhe von 5000 Euro (siehe n-tv). Die erheblichem Psychoterror (Verhör durch vier SA-Mitarbeiter … äh, nein: BA Mitarbeiter) ausgesetzt werden, wenn sie es wagen, sich einen Anwalt zu nehmen (siehe Gegen-Hartz)? Sie erleben etwas, was in reichsdeutschem Nazidenken die erste Stufe der Vernichtung war, jene Stufe, mit der man zig-Millionen Polen und Russen vernichten wollte und vernichtet hat: durch den kalten gnadenlosen Entzug der materiellen Lebensgrundlage. Einfach mal nachlesen, Götz Aly hat ein ganzes, dickes Buch über die „Vordenker der Vernichtung“ geschrieben, die alles andere waren als verblendete Vollidioten, die Hitler für Gott hielten: sie waren eiskalte, akademisch gebildete Bürokraten, die auch nach dem Krieg ihre Karrieren in Deutschland fortsetzen – echte Nazis waren sie ja … trotz Planung der Vernichtung – nie gewesen.

Wissen Sie, wie Aly sein Werk abschließt? Ich möchte es mal zitieren:

„Den Planern einer neuen europäischen Ordnung wurde nach dem Krieg so wenig der Prozeß gemacht, wie ihre Methoden Gegenstand von Analyse und Aufarbeitung waren. Nachhaltig aber durchaus nicht irreversibel verändert haben sich seit 1945 die äußeren Bedingungen. Die historische Konstellation, in der solche mörderischen Pläne realisierbar waren, ist hier und heute nicht gegeben. Vielleicht ist sie einmalig. Das konzeptionelle Denken aber, in dem der Massenmord zum „sinnvollen“ Mittel struktur- und entwicklungspolitischer Planungen wurde, ist nach wie vor aktuell.“ (Götz Aly, Vordenker der Vernichtung, Hoffmann und Campe, 5. Auflage 2004, Seite 492).

Das schrieb er 2004. 2005 setzten dann skrupel- und gewissenlose Kräfte innerhalb der Republik die alte Vernichtungsmaschine wieder in Gang … erstmal im Low-Level-Modus, weil man ja die faulen Arbeitslosen erziehen musste – wie schon früher die Regimegegner in Konzentrationslagern erzogen werden mussten? Wehret den Anfängen? Schon längst vergessen. Hunger wird als Waffe gegen das eigene Volk eingesetzt – und niemand schreit auf, weil man wieder alles in schöne Worte verpackt. Selbst in Dokumenten führender Nazis wurde nicht von Vernichtung durch Gas gesprochen … sondern fein von „Umsiedlung“ schwadroniert, obwohl jeder wusste, was gemeint war. Ja: einfach mal Aly lesen – die konnten fein reden, diese Nazis. Als ob sie gewusst hätten, dass der Endsieg ausbleiben wird … und eine Zeit kommen wird, wo man sagen kann, man hätte von allem nichts gewusst.

Und was ist das Ergebnis der glorrreichen Agenda 2010? Ein paar verschwiegene Tote – und eine wachsende Zahl von Unterstützungsempfängern jeder Art, inzwischen 8 Millionen … anstatt der 5 Millionen, über die man sich früher immer aufregte (siehe Spiegel). Und selbst diese Zahlen täuschen – aber wir wollten ja über Revolution reden, nicht über dämliche Arbeitsmarktpolitik … wie man – mögliche – Vernichtung durch Hunger heute nennt.

Wie toll ist eigentlich unser „Kapitalismus“? Ja – ich gehe mal davon aus, dass man hier gebildet genug ist, um zu begreifen, dass „Merkel muss weg“ eine äußerst dämliche, wahrscheinlich vom Verfassungsschutz implementierte Forderung ist, auch niemand die Demokratie weg haben will, aber gewaltige Änderungen in der Wirtschaftsordnung als unverzichtbar begreift – bevor uns die nächste, sich schon jetzt anbahnende Bankenkrise in den Ruin treibt (an der aber alle „Entscheider“ wieder vorzüglich verdienen werden) oder wir für die Benutzung unserer eigenen Autobahnen Banken und Versicherungen Maut zahlen müssen, damit die ihre fürstlichen Traumgehälter weiter zahlen können.

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft – schon im Dritten Reich an der Planung der Vernichtung beteiligt – weist schon heute darauf hin, dass die neuen Rekordsubventionen für „Wirtschaft“ eine Katastrophe sind: über 168 Milliarden pumpen wir da hinein. Kritisiert werden aber nicht die vielen Schenkungen an „die Wirtschaft“ (z.B. für die Entwicklung einer Software zum Innenausbau von Luxusyachten – siehe Spiegel), sondern Gelder für Straßen und Kranke, da bleibt man alten Konzepten treu verbunden.

Jetzt habe ich wieder so viele Worte gemacht – dabei wollten Sie doch was über Revolution lesen. Ich könnte noch mehr Gründe aufführen, die dafür sprechen … die schleichende Degeneration unsere westlichen Kinderschutzwerte durch in Kaufnahme von Kinderehen (siehe Spiegel) oder die gezielte Züchtung von Spezialmenschen durch Crispr (siehe Zeit), die den ganzen Homo Sapiens überflüssig machen werden oder noch viel mehr – doch das würde ein Buch werden. Ich hoffe, Sie akzeptieren durch die bisherigen Ausführungen, dass gewaltige Änderungen in unserem System notwendig sind? Dass die rücksichtlose Achtung der sozialen Menschenrechte in Deutschland Ziel sein muss – und der schleichende Übergang in eine neue Form der Vernichtungsgesellschaft aufgehalten werden soll – einer Gesellschaft, die 10 Prozent alles schenkt und 90 Prozent dafür schuften läßt?

Gut – jetzt zu Ihrem Traum: der Revolution.

Wir hatten ja schon ein paar in Deutschland. 1848 zum Beispiel – da gab es viel Hunger, der zum Aufstand rief. Oder November 1918 … ein kaum gefeiertes Datum, das auch kaum zu Spielfilmen inspirierte (obwohl wir mehr und mehr historische „Heldendramen“ verfilmen – über Stauffenberg zum Beispiel). Da hatte sich die deutsche Nordseeflotte geweigert, zu einem letzten Gefecht mit der überlegenen Royal Navy auszulaufen, um im Auftrag des Adels noch ein paar tausend Briten zu töten – aus Rache für den verlorenen Krieg. Da man Matrosen in schwerst bewaffneten Kriegsschiffen nicht mit Polizeigewalt bezwingen kann, wurde aus diesem Aufstand eine reichsweite Revolution …. die aber mit Hilfe der SPD (Friedrich Ebert) zerschlagen wurde: dort arbeitete man lieber mit Feudalismus und faschistischen Freikorps zusammen, die später einen Adolf Hitler gebaren.

Auch die russische Revolution kam erst in Gange, als sich bedeutende Armeeeinheiten anschlossen: Revolution heißt halt Krieg – und zwar im eigenen Lande. Äußerst unbequem, äußerst blutig, schlecht für geregelte Mahlzeiten und flächendeckenden Konsum der aktuellen Freizeitangebote. Ist echt nichts für Veganer weil: äußerst blutig für Mensch und Tier. Was treibt Revolutionen an? Ungerechtigkeit? Nein, das ist nur oberflächlich. Ungerechtigkeiten stören selten jemanden – nur wenn es ein Objekt trifft, dem man sich in Liebe verbunden fühlt, bricht jener Zorn und jene Wut aus, die zum Waffengebrauch verleitet. Liebe ist die Grundlage jeder Revolution – ein Begriff, der heute mit „Sex“ übersetzt wird – was die Liebe völlig entwaffnet: aus Liebe zu seinen Kindern, seiner Familie, seinem Dorf kann man bereit sein, sein Leben zur Rettung der anderen zu opfern – was das komplette Ende von „Sex“ bedeuten würde, weshalb es ja blöde wäre, sein Leben zu opfern. Doch kommen wir erst mal nicht zum Personal, bleiben wir bei den strategischen Grundlagen.

Hier erkennen wir, dass die Regierung Merkel der Revolution einen enscheidenden Nachteil verpasst hat: aus der Bürgerarmee Bundeswehr ist eine Privatarmee von freiwilligen Gesinnungsbrüdern geworden, die eher am rechten politischen Rand siedeln (siehe z.B Focus) – was man gerne toleriert, während man „Mahnwachen für den Frieden“ mit aller Gewalt stigmatisiert. Woher nehmen wir also die kampfbereiten Einheiten für diese Revolution? Geht auch friedlich – wie bei Gandhi, meinen Sie? Gandhi kämpfte gegen Fremde, die sowieso gerne nach Hause wollten. Und welche Gesellschaft hat er hinterlassen? Eine kampfbereite Atommacht, die mehrere brutale Kriege geführt hat. Ich weiß: das zerstört jetzt Träume, die auch ich gerne träume – aber fahren Sie mal nach Indien und schauen sich das Land an! Gut – die Briten sind weg. Aber die Ausbeuter – auch viele Deutsche – sind immer noch da.

Ich will Sie aber nicht völlig entmutigen. Denken wir uns einfach, wir hätten unsere Revolutionsarmee, mit der wir gegen Berlin marschieren können. Wissen Sie, wie lange Sie diese Armee versorgen können? Fünf Lebensmitteldienstleister haben die gesamte Versorgung des ganzen Landes in der Hand. Nein – das Land ist nicht mehr voller Felder und Nutztiere, aus denen sich die Revolutionsarmee jederzeit versorgen ließe (gäbe auch massiven Ärger mit Veganern): und wie lange man Fidel und Ché bei Aldi und Lidl einkaufen ließe, um die Truppen zu versorgen, können Sie sich selber denken. Bleiben die Flotten der Konzern-LKW´s in den Zentralen der Versorger, muss die Armee rennen, um nicht zu verhungern. Und Sprit? Ganz gefährlich – wollen Sie gar nicht wissen. Der wird ebenfalls schnell knapp, wenn nicht täglich der Nachschub läuft. Was glauben Sie, warum man davon ausgeht, dass ein nicht-atomarer Weltkrieg in Europa nach drei Tagen vorbei wäre? Ganz einfach: Sprit ist alle, Straßen zerstört, Nachschub kommt nicht mehr durch.

Und jetzt: mal Schluss mit der Träumerei. Sicher, es gäbe Möglichkeiten des Widerstandes – auch ohne Waffengewalt. Es gibt Pläne für den waffenlosen Widerstand gegen hochgerüstete Armeen, die auch im Bereich des zivilen Ungehorsams funktionieren könnten – und wir sind ja zivilisiert genug, dass wir ja auch gar keine Köpfe rollen sehen wollen. Es gibt auch Pläne für den schleichenden friedlichen Umbau des Kapitalismus zu einer kooperativen Gemeinwirtschaft im Sinne von Genossenschaften – aber welche Pläne man auch andenkt, sie haben alle ein Problem: es fehlt an Personal. Wir haben reichlich Häuptlinge, die Veränderungen durchführen könnten – dazu braucht man nicht viel. Wenn sich jene 60 Prozent der Deutschen, denen die Dominanz von Hinterzimmernetzwerken über die demokratische Politik bewusst geworden sind, sich Montag morgen in ihre Autos setzen würden und die auf den Autobahnen abstellen … dann hat man schon mal eine Diskussionsgrundlage – ohne einen einzigen Schuss. Sicher: die Bundeswehr würde mit Panzern kommen, um die lebenswichtigen Versorgungslinien wieder frei zu schaufeln … aber wenn jeder in seinem Auto sitzen bleibt, könnte man hoffen, Gespräche in Gang setzen zu können.

„Wir“ – würden ja auch nicht viel wollen. Entprivatisierung der Energieversorgung, Etablierung einer preisgerechten Grundsicherung, Löhne, von denen man leben kann, Abschaffung der Hinterzimmerpolitik, eine Marktwirtschaft, die auch dem inhabergeführten Einzelhandel wieder Überlebensfähigkeiten sichert – und die Teilhabe der Reichen an den Kosten des Landes. Volker Pispers hat mal ausgerechnet, wie billig das für Reiche wäre: gibt man allein 10 Prozent ab einem Barvermögen von 5 Millionen Euro – unsere finanzielle Staatsmisere wäre im Nu gelöst. Nur … sind diese Reichen moralisch inzwischen wieder soweit degeneriert, dass sie nur noch danach sinnen, noch mehr Geld aus den Menschen zu pressen – und zwar mit ordentlichen Steigerungsraten. Wer nicht spurt, wird sanktioniert – wie in einer mittelalterlichen Leibeigenengesellschaft, wo man Ernten kleiner Höfe niederbrannte, wenn der „Zehnte“ nicht pünktlich kam.

Hört sich schlimm an, diese Gegenwartsbeschreibung – oder? Schaut man nur auf die Prinzipien – ist es auch schlimm. Ab dem Moment, wo „Regierung“ sich anmaßt, die Hungerwaffe gegen unbotmäßige Bürger einzusetzen – nichts anderes ist Hartz IV – ist die Demokratie vorbei und wurde durch etwas anderes ersetzt … für das es noch nicht mal einen Namen gibt. Laufen diese Prinzipien so weiter, werden wir sehen, ob Moral und Ethik im Land noch in ausreichendem Maße vorhanden sind, um neue Massenvernichtungen unmöglich zu machen. Mir wäre es lieber … wir bräuchten diese Risiken nicht eingehen, ging schon mal schief.

Doch was ist nun mit der Revolution? Oder der friedlichen Evolution?

Nun – was damit ist, erklärt uns ein alter Indianer, der seinem Stamm ein paar Zweige hinhält: einzeln sind sie leicht zu brechen, doch im Bündel unzerstörbar. Kann jeder mal im Wald selbst ausprobieren. Uns jedoch … wird seit 1950 etwas anderes gepredigt: dass nur der einzelne Zweig stark und überlebensfähig ist. Ein leider verstorbener Konservativer hat versucht, uns darüber aufzuklären (siehe Jakob Augstein über Frank Schirrmacher im Spiegel):

„Im Kalten Krieg haben amerikanische Militärs und Physiker die Sowjets mit den Instrumenten der Spieltheorie in die Knie gezwungen. Als es keine Sowjets mehr gab, sind die Physiker an die Wall Street gegangen und zwingen seitdem mit ihrer Theorie die Welt in die Knie. Wir alle sind Opfer einer Ideologie des Egoismus. Sie wurde für eine Welt des Krieges entwickelt und verheert heute den Frieden. Eine Ideologie der Kälte und des Autismus. Eine Ideologie von Psychopathen für Psychopathen.“

Das geht 2016 soweit, dass die allerletzte Bastion der „Liebe“ (die man früher auch für Heimat, Kinder, Frauen, Musik, Kunst, Literatur oder Natur empfinden durfte – und nicht nur für Sex), die einfache Beziehung zwischen Junge und Mädchen gefallen ist und jetzt die unverbindliche „Nicht-Beziehung“ gelebt wird: die letzte Grenze, die aus uns ein Heer von einzelnen, „flexiblen“, isolierten „Wanderarbeitern“ macht, die jederzeit überall verfügbar und einsetzbar sind. Wer sich diesem Nazi-Wahn widersetzt – wird einfach Nazi genannt und ist ´raus. So einfach ist das.

Wo sollen also die Revolutionäre herkommen – die aus Liebe zu den Armen, den Einfachen, den Geknechteten ihr Leben geben, um ihren Kriegshäuptlingen, ihrem Ché oder Fidel den Sieg zu ermöglichen?

Ich merke: es wird immer leiser in dem Saal der Revolutionsbegeisterten … viele verlassen schon frühzeitig den Raum.

Darf ich Ihnen, die geblieben sind, noch mal ein Beispiel für die Gesellschaft geben, in der wir leben? Jener Gesellschaft, die sich so fürchterlich sozial für die Aufnahme von Flüchtlingen engagiert hat und alle kritischen Stimmen als „Nazis“ verunglimpfte? Hat nur ein Jahr gedauert – dann haben sie ihre Masken ganz offiziell fallen gelassen (siehe Spiegel):

„Aufregung um eine Publikation der Bundespressekonferenz: In einem „Almanach“ veröffentlicht die Journalisten-Vereinigung einen satirisch gemeinten Beitrag mit dem Titel „Schwimmkurs für Flüchtlinge“.“

Ja – schauen Sie sich das ruhig mal im Detail an:

„Dann folgen verschiedene „Kursangebote“, darunter „Baby-Flüchtlingsschwimmen“ („dient der motorischen, geistigen und sozialen Entwicklung des Flüchtlingskindes“) und „Einzelunterricht für erwachsene Flüchtlinge („Es ist nie zu spät, das richtige Schwimmen und die richtigen Techniken zu lernen, die ihren Fluchtstil optimieren“).“

Alter Nazi-Witz: „Wie kommt ein Jude aus dem KZ? Durch den Schornstein!“ Merken Sie, wie ähnlich der Grad der Verrohung bei unserem Führungspersonal schon ist? Weder AfD noch Pegida sind so weit gegangen – aber auf dem Bundespresseball ist das Realität, ohne dass einer „Nazi“ schreit. Ich hoffe für die zu uns geflüchteten Menschen sehr, dass sie schnell den erwarteten Profit einfahren … sonst sehe ich schwarz für sie.

Sie sollten – wenn Sie immer noch von sozialer Revolution träumen – aber auch wissen, wer wirklich ihr Gegner sein wird:

„Der amerikanische Journalist Arthur Rowse behauptete in seinem Artikel über Gladio, dass „eine geheime Klausel im ersten Nato-Übereinkommen von 1949 forderte, dass ein Land, bevor es dem Bündnis beitreten konnte, schon eine nationale Sicherheitsbehörde eingerichtet haben musste, um Kommunisten durch geheime zivile Kader zu bekämpfen.“ (aus: Ganser, Nato-Geheimarmeen in Europa, Orell Füssli Verlag, 7. Auflage 2014, Seite 64)

Lesen Sie an der Stelle weiter, hören sie von Geheimabkommen der BRD zum speziellen Schutz von Rechtsradikalen in Deutschland aus dem Jahre 1955 – und die Ungereimtheiten über die NSU-Morde werden auf einmal überraschend plausibel: die alten Freikorps, die die Novemberrevolution niederschossen, sind immer noch eine besonders geschützte Art.

Dieses … nennen wir es mal: Bündnis zur Verhinderung jeglicher sozialer Reformen … ging angeblich sogar der Natogründung voraus. Jetzt können Sie auch verstehen, warum wir wählen können, was wir wollen, aber nichts ändern werden: die Nato selbst garantiert das Bestehen der sozialen Ungleichheit so wie die römischen Legionen den Erhalt des römischen Sklavenhalterstaates garantierten … sie und die lieblosen Idioten, die sich in den Gladiatorenarenen an dem Leid der anderen ergötzten – am Kampf jeder gegen jeden.

Revolution in Deutschand 2018?

War nur ein Scherz.

Kann man denn da gar nichts tun?

Nun – was für eine blöde Frage. Sehr viel sogar. Lesen Sie den hier geschriebenen Text noch mal – und Sie haben die Antwort auf Ihre Frage. Mehrere sogar. Und diese Antworten werde ich Ihnen auch nicht vorkauen … diese Leistung selbst zu erbringen, ist der erste Schritt zur nächsten Revolution –  und Ihr erster persönlicher Beitrag dazu.

 

 

 

 

 

 

Wahl in den USA: die kollabierenden Staaten von Amerika – und die Reagan-Revolution

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Montag 7.11.2016. Eifel. Na – fiebern Sie auch der Wahl so entgegen, wie Ihnen es nahegelegt worden ist? Nein, nicht der Bundestagswahl. Der US-Wahl. Kann mich nicht daran erinnern, dass wir schon mal so ein Spektakel darum gemacht haben. Sogar der Bundespräsident hat sich schon eingemischt und über einen der beiden US-Kandidaten den Kirchenbann verhängt …bzw vor ihm gewarnt (siehe Handelsblatt). Da ging ein Ruck durch die USA: „Der Gauck warnt vor Trump! Also nein: da können wir den nicht wählen. Jetzt nicht mehr…“. Ja – am deutschen Wesen soll die Welt genesen. Ob Gauck dann Medaillien bekommt, wenn Clinton gewählt wird, weil er Trump verhindert hat – durch mutigen, riskanten, harten persönlichen Einsatz?

Scherz beiseite: der peinlichste aller Bundespräsidenten hat ja gerade erst wieder in einem Spiegel-Interview krass gelogen: „Wer hasst, wird in Deutschland nie die Mehrheit erringen“ hat er einfach mal so in einem Interview behauptet (siehe Spiegel) und dabei völlig aus den Augen verloren, dass die Menschenhasser schon seit Jahrzehnten die Mehrheit im Lande haben: ohne sie wäre Hartz IV ja gar nicht denkbar.

Doch bleiben wir in den USA, dem „gelobten Land“ – „god´s own country“: womit klar wäre, wer hier einen ordendlichen Sockenschuss hat. So anmaßend waren zuletzt die Pharaonen. Jene Wahl, die uns überhaupt nicht zu interessieren hat, weil sie in einem anderen Land stattfindet, zeigte uns mal wieder recht deutlich, dass unsere Medienlandschaft zu einer reinen Propagandaschleuder verkommen ist: wohin man auch schaut, wird für Hillory Clinton Werbung gemacht und Trump verteufelt. Kaum einer (außer der Tagesschau) merkt, dass es noch andere Kandidaten gäbe, die man wählen könnte, die US-Wahl wurde medial aufgebauscht zum Kampf des Jahrtausends – dabei ist allen klar, wer gewählt wird: der Kandidat des großen Geldes. Man hat die Wahl zwischen Pest und Cholera, wobei die deutsche Medienlandschaft Cholera eindeutig den Vorzug gibt – aus Gründen, die niemand mit Verstand mehr nachvollziehen kann.

Dabei liegen die Gefahren ganz woanders – nicht in der Regierung und ihrem Frontsänger, sondern in dem Land selbst: und damit meine ich nicht die hohe Rate von Massenmördern, die unerkannt durchs Land ziehen. Ich war letztens mal bei der Deutschen Bank, um mich über die reale Staatsverschuldung der USA zu informieren – ein spannendes Thema (siehe Deutsche Bank): die etwas undeutliche Grafik, die man dort vorfindet, zeigen über 17 Billionen Dollar Schulden an … das entspricht ihrem gesamten Bruttoinlandsprodukt. Sowas gehört doch täglich in allen Medien verbreitet: die USA verbrennen Geld aus aller Welt, um einen massiv umweltschädlichen Konsumstandard zu halten, den sie sich gar nicht leisten können – und finanzieren damit eine höllische Kriegsmaschine, die sie finanziell absolut überfordert. Sie rüsten sich selbst in den Bankrott, wie sie es selbst einst in einem irrsinnigen Rüstungswettlauf mit der Sowjetunion gemacht haben … so lautet jedenfalls ihre Propaganda. Warum Sie das besser überstehen sollen als das riesige, rohstoffreiche Sowjetimperium, ist bislang ein Geheimnis. Warum dort keine Troika mit Sanktionen für Ordnung sorgt wie in Griechenland, ebenfalls.

Woraus besteht eigentlich die Wirtschaft in den USA, einst Kornkammer der Welt und führende Industrienation? 1,3 Prozent vom BIP trägt die Landwirtschaft dazu bei, 20.7 Prozent die Industrie … und 78 Prozent sind „Dienstleistungen“ (siehe Statista), also unter anderem die Leistungen der Banken und Versicherungen, die unter anderem mit dem Aktienmarkt ordentliche Gewinne einfahren – Gewinne, die man einfährt, weil man sich von der Zentralbank Geld für fast gar keine Zinsen leiht und damit Aktien kauft, die allein aufgrund des Kaufs dann steigen (siehe Handelsblatt). Nur nebenbei erwähnt, um den „Gehalt“ der Zahlen aufzuzeigen: der Wert aller „Finanzdienstleistungen“ der Welt ist vier mal so hoch wie das gesamte globale Bruttosozialprodukt (siehe Finanzen100), die USA tragen davon den Löwenanteil (siehe factfish).

Das ganze Papier hat also kaum realen Gegenwert.

Vollbeschäftigt sollen sie seien, diese USA (siehe Handelsblatt): jeder siebte jedoch ist damit beschäftigt, mit Lebensmittelmarken zu überleben, die Kinderarmut stieg von 1,7 Prozent im Jahre 2008 auf 20, 3 Prozent im Jahre 2010 (siehe: die Presse): kurz gefasst: „Die USA sind eine bankrotte Micky-Mouse-Wirtschaft“ (siehe: http://diepresse.com/home/wirtschaft/home/wirtschaft/international/587081/Amerika-ist-eine-bankrotte-Mickey-MouseWirtschaft), in der 80 Prozent der tollen neuen „Jobs“ im Niedriglohnsektor entstehen (siehe: http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-07/bedingungsloses-grundeinkommen-usa-andrew-stern), Daten, die man in den USA gern selbst aktuell verifizieren kann (siehe http://www.fns.usda.gov/pd/supplemental-nutrition-assistance-program-snap).

Alles Daten, die man sich mühsam zusammensuchen muss, anstatt sie im Ausgleich für seine GEZ-Gebühren frei Haus geliefert zu bekommen. Wir haben hier ein Land vor uns, in dem im Alltag die Angst regiert (siehe https://www.dasmagazin.ch/2016/08/05/das-bose-lauert-uberall/) und eine Armut existiert, wie wir sie sonst nur aus Afrika kennen (siehe http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-11/armut-usa-ohio-wahlkampf-nelsonville/komplettansicht) – und Sie glauben wirklich, dass es enorm wichtig ist, ob nun Trump die Befehle der Reichen ausführt oder Hillary? Die wählen dort doch nur den Kellner, der den grassierenden Sozialabbau serviert – mehr nicht. Den Showmaster des Niedergangs, regiert von Menschen, die sich mehr um die Farbe des Leders in ihrem neuen Ferrari kümmern als um das Wohl der Nation. Wir kennen das auch aus unserem Land: wie üblich, machen wir ja alles nach und sind auch besonders Stolz auf unseren Niedriglohnsektor, den wir künstlich mit brutaler politischer Gewalt geschaffen haben.

Inzwischen gibt es wieder Bücher von US-Anwälten, die einen blühenden Rassismus in den USA anprangern (siehe https://magazin.spiegel.de/SP/2015/38/138603692/index.html?utm_source=spon&utm_campaign=centerpage): die Innenansichten dieser einst aufgeklärten Nation sind fürchterlich.

Fragen Sie sich auch, wie es dazu kommen konnte?

Nun – die Frage beantworten Ihnen die deutschen Qualitätsmedien ganz einfach: es gab einen Putsch. Eine amerikanische Revolution – von der wir so nie etwas in den Nachrichten gehört haben, aber deren Auswirkungen jeder spürt, der heutzutage gezwungen ist, sich stalinistisch anmutenden „Jobcentern“ zu übergeben, weil „der Markt“ für ihn keine Verwendung mehr hat. Ja – der „frische Wind“, der durch die westliche Welt zieht, wurde zentral gesteuert … ich habe mir schon öfter mal erlaubt, darauf hin zu weisen. „Zufällig“ … ein gern gewähltes Adjektiv bei der Beobachtung politischer Entwicklungen … ist hier auf Grund der Gesetze der Wahrscheinlichkeitsrechnung einfach zu … unwahrscheinlich.

Die gesamten Verwerfungen der einst so sorgfältig durchdachten und effektiv organisierten Weltpolitik kommen nicht durch schlechtes Wetter oder Sonnenwinde zustande, sondern durch Entscheidungen von Menschen mit Macht: das ist gar nicht anders denkbar. Darum dürfen wir uns ja über die Strippenzieher hinter den Kulissen keine Gedanken mehr machen, darum ist „Verschwörungstheorie“ verpönt: nichts fürchten die Verschwörer mehr als freie Bürger, die ihren Verschwörungen nachspüren und Theorien bilden, die einem den Staatsanwalt ins Haus schicken könnten – falls man den nicht auch schon gekauft hat.

Nur – bei einem kann man sich sicher sein: irgendwann kommt es ´raus. Es ist wie mit dem zweiten Schützen beim Mord an dem US-Präsidenten George F. Kennedy, jener Nachricht, die nur klein und versteckt weitergegeben wurde und die Mythen der US-Regierung über den Mord als Lügen dahinstellte – oder die Geschichte mit den Massenvernichtungsmitteln im Irak, die zu einem grausamen Angriffskrieg gegen ein kleines Wüstenland führte und einer Millionen Menschen das Leben kostete … jenseits aller Regeln, die wir uns als UN zum Zwecke der Wahrung des Friedens auferlegt hatten.

Über die Revolution des Ronald Reagan – eine Sockenpuppe der wahrhaft Mächtigen, der erste offizielle Schauspieler im Präsidentenamt, der gerne auch mal über außerirdische Invasoren faselte und dessen Frau im Weißen Haus Seancen abhielt, um mit Geistern reden zu können – wird heute offen gesprochen, von Georg Diez, einem Kolumnisten von Spiegel-online, der gerade in den USA weilt um bei der Wahl ganz nah dran zu sein (in Zeiten der globalen Vernetzung ein merkwürdiger Anachronismus – aber es gehört halt zum Kult der alten Mediengarde, immer auf Firmenkosten vor Ort dabei zu sein, um mal ein- zwei Passanten in New York zur Wahl zu befragen). Georg Diez – sonst weit davon entfernt, ein „Truther“ zu sein, ein Mensch, der sich nur selten erlaubt, über die Meinungsgrenzen der Korpokratie hinaus zu denken, schildert uns diese Revolution in klaren, knappen Worten – um zu erklären, warum Trump bei vielen Amerikanern so „in“ ist (siehe http://www.spiegel.de/politik/ausland/us-wahl-warum-donald-trump-wie-der-sieger-aussieht-a-1119975.html):

„Die eigentliche Geschichte ist die der vergangenen 35 Jahre, weil seit der Reagan-Revolution von 1980 eine konservative Camorra systematisch daran gearbeitet hat, die Grundlagen der liberalen Demokratie zu zerstören, indem das Diktat der Wirtschaft, der Egoismus und das Recht des Stärkeren über alles gestellt wurden.

Die eigentliche Geschichte ist die der vergangenen 25 Jahre, weil seit der Präsidentschaft von Bill Clinton 1992 die Demokraten, die linken und liberalen Kräfte (wie übrigens auch New Labour in England und die SPD), sich der Globalisierung wie einem Naturgesetz ergeben haben und Schritt für Schritt einen wesentlichen Teil ihrer Wähler verraten haben: die Arbeiter und die untere Mittelschicht.“

Das ist die Basis der modernen Weltgeschichte. Eine kriminelle Vereinigung („konservative Camorra“) hat 1980 die Macht im Staate übernommen. Zur gleichen Zeit wurde dem Bundeskanzler Helmut Schmidt in Davos vom Chef der Deutschen Bank gesagt, dass sich die Politik von nun an dem Diktat der Märkte zu unterwerfen hat – jener Märkte, die hauptsächlich mit minderwertigem Papier handeln, was einige wenige mit großer persönlicher Nähe zu politischen Entscheidern sehr reich machte.

Diese kriminelle Vereinigung hat eine deutsche Tochterfirma, sie nennt sich „Atlantik-Brücke“ und bildet ein Kartell von Wirtschaft, Politik und Medien, um den Willen dieser kriminellen Vereinigung in Deutschland umzusetzen. Ist ja alles öffentlich, das Zitat von Oetker, dass die „USA von 200 reichen Familien regiert wird, zu denen man per Atlantikbrücke guten Kontakt haben möchte“, war ja lang genug im Internet zu finden. Nur: unsere Gesellschaft hat nie eine Diskussion über diesen Tatbestand zugelassen, der zu Handlungen hätte führen können. Warum auch? Wir haben stattdessen gezielt Hass zwischen unseren Bürgern gesät, die insgesamt 14 Millionen Menschen, die bislang verharzt wurden (davon vier Millionen Kinder) zu Untermenschen erklärt und mit großer medialer und politischer Macht zur Jagd auf sie geblasen, damit die schlecht bezahlten Niedriglöhner jemanden hatten, der Schuld an ihrer Misere war: mit diesen Methoden wollten schon die nationalsozialistischen Planer der Kolonialisierung der Sowjetunion die russischen Völker politisch neutralisieren – durch Spaltung in jeder Hinsicht.

Ich erzähle Ihnen ja hier auch nichts Neues: zwei Drittel der deutschen Bevölkerung sind genervt vom Diktat der Wirtschaft über die Politik – zumal es nur das Diktat einer winzig kleinen Wirtschaft ist: der Konzernwirtschaft, die allerdings aufgrund undurchschaubarer Kapitalballungen genug Geld für massive Einflusnahme hat – und genug Geld für coole Pöstchen am Ende der politischen Karriere (vorausgesetzt, man hat vorher genug „geliefert“). Die Mehrheit der Deutschen will auch mehr Sozialstaat, mehr Menschlichkeit, mehr Frieden – aber die Camorra in den USA diktiert anderes.

Seien Sie ehrlich: viele von Ihnen haben doch jetzt schon Angst, wenn sie diese Zeilen lesen: nicht, weil wieder globaler Krieg droht (eine Riesenchance für die Herren der Wirtschaft, die sicher und geborgen in Riesenbunkern im weiten Westen der USA jahrzehntelang auf die Ergebnisse warten können: bei höchstem Luxus), sondern Angst davor, diese Zeilen zu lesen – es könnten ja „Verschwörungstheorien“ sein. Damit bekäme man Ärger am Arbeitsplatz, im Verein, in der Nachbarschaft und auf dem Amt … soweit verängstigt sind wir ja schon.

Wie schön, dass wir jetzt mit Georg Diez argumentieren können – oder mit dem ZDF.

Ja – auch das ZDF – bzw. das Politmagazin Frontal 21 – klärt uns über die Hintermänner der Politik in den USA auf – im Rahmen eines Filmberichtes über die „gespaltenen Staaten von Amerika“. Der Bericht dauert nur sieben Minuten – endet aber mit einem entscheidenden Satz (siehe: ZDF)

„Zwei Milliarden Dollar für die unbeliebtesten Kandidaten, die es in den USA jemals gegeben hat. Noch nie war die Ablehnung größer. Die Bürger Amerikas fühlen sich von ihren politischen Eliten nicht mehr repräsentiert. Die Wut auf „die da oben“ wächst in allen politischen Lagern.
„Frontal 21“ und „ZDFzoom“ haben sich auf die Suche nach den Ursachen für diese Wut gemacht und dabei ein System politischer Korruption entdeckt, in dem Milliardäre den politischen Prozess nach ihren Vorstellungen steuern. Ein System, von dem Insider sagen, es würde die Mafia neidisch machen.“

„Mafia“ im ZDF, „Camorra“ im Spiegel – wir nähern uns der Wahrheit. Dem wahren Feind der Menschheit.

In dem Filmbericht lernen wir Studenten kennen, die für ihr Studium 45 000 Dollar Schulden machen mussten: deshalb boomt die Finanzwirtschaft. Wir lernen konservative Milizionäre kennen, die sich unter George W. Bush fühlten, als wären sie in einer Nazi-Partei, während andere Milizionäre problemlos mit Linken Kaffee trinken können: warum auch nicht? Nur, weil man im ersten Ansatz nach der Begegnung mit einem Problem unterschiedliche Lösungsansätze hat (schießen oder reden) – die meist massiv von der eigenen Biographie beeinflusst werden – kann man doch trotzdem miteinander reden, anstatt aufeinander zu schießen … wie es dem „Establishment“ gut gefiel, weil es für coole Bilder im Fernsehen sorgt und die Kritiker untereinander beschäftigt.

Zusätzlich erfahren wir, dass allein schon die „Oatkeeper“ über 30000 bewaffnete Kämpfer verfügen – während andere Milizen laut einer Meldung von Spiegel-online schon den Häuserkampf für die Zeit nach der Wahl üben.

Die Finanzcamorra bekommt ihr ensprechendes Millieu, in dem sie absolute Macht ausüben kann.

Wie ernst es die US-Bürger selber sehen, erkennt man, wenn man sich mit der neuen Bewegung „Democracy Spring“ auseinandersetzt: bundesweit wollen die im Kampf gegen jene „Camorra“ jetzt Teams für den zivilen Widerstand bilden, die gezielt gegen das korrupte System vorgehen. Teams, die bereit sind, jederzeit ihre Verhaftung zu riskieren. Teams, die wir auch in Deutschland dringend bräuchten, um amerikanische Verhältnisse zu verhindern. Die Unterzeichner von „Democracy Spring“: nicht nur die „Loser“ im System, sondern viele Politiker, die sehen, wie degeneriert das Land geworden ist (siehe ZDF):

„Politik in den USA ist zum Kampf der Milliardäre um politischen Einfluss geworden, bestimmt von Großspendern in beiden politischen Lagern. Wall Street und Industrie-Giganten, die die Welt nach ihren Vorstellungen gestalten wollen, nutzen dabei ein politisches System aus, das dafür extrem anfällig ist. Vom Sheriff über Abgeordnete bis zum Präsidenten sind die Kandidaten alle bei ihren Wahlkämpfen auf private Spenden angewiesen. Mit abstrusen und gefährlichen Folgen für den demokratischen Prozess.“

Jenen demokratischen Prozess, den es gar nicht mehr gibt.

Sicher – es gibt Studien, die belegen, dass die Welt allem Mediengetröte zum Trotz immer friedlicher wird (siehe vox.com), übersehen wird jedoch dabei, dass ein neuer globaler Krieg diese Verhältnisse schnell ändern könnte. Das beständig gebetsmühlenartig von den Reichen vorgetragene Problem der „Überbevölkerung“ ließe sich sich atomar schnell lösen und in Luxusbunkern gut aussitzen, man könnte sich sogar als Retter der Welt dabei fühlen.

Undenkbar?

Hiroshima und Nagasaki sind wieder blühende Städte. Das weiß nicht nur ich – das wissen auch „die“.

Und jetzt erzählen Sie mir bloß nicht nochmal, dass diese Camorra nicht auch „nine-eleven“ organisiert haben könnte – die haben die Macht dazu, den Willen und die Skrupellosigkeit, das haben sie in Folge dutzendfach bewiesen: in Afghanistan, im Irak, in Syrien, im Jemen, in Libyen, in der Ukraine und wer weiß wo sonst noch alles. Und sie wussten genau, dass sie für den großen Schlag gegen die weltweit existierenden Demokratien ein neues „Pearl Harbour“ brauchten.

Unser Problem heißt also nicht „Trump“ – auch wenn alle es so darstellen wollen.

Unser Problem heißt: „Finanzcamorra“.

Doch darüber offen und direkt zu reden, würde weltweit zu konkreten Handlungsaufträgen für Staatsanwälte führen … und ist deshalb – versehen mit dem Bannwort „Verschwörungstheorie“ – verboten.

(PS. wegen technischer Probleme mussten ein paar „Links“ in Langform eingefügt werden. Wir bitten dies zu entschuldigen).

 

 

 

 

 

Der Mensch am Schlachtfeld zwischen Lüge und Wahrheit – Teil 1: Im Griff der Würgeschlange

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Foto: Rat Snake CC BY-SA 4.0/Bob Warrick (Quellenlink)

Nach Einschätzung von Peter Sloterdijk ist heute „der Lügenäther so dicht wie seit den Tagen des Kalten Kriegs nicht mehr“, dem Journalismus attestiert er „Verwahrlosung“ und „zügellose Parteinahme“. Sloterdijk: „Die angestellten Meinungsäußerer werden für Sich-Gehen-Lassen bezahlt, und sie nehmen den Job an.“ (siehe Interview)

Auch John Doe, der Aufdecker der Panama Papers,  findet in einer jüngsten Stellungnahme gegenüber den Medien wenig schmeichelhafte Worte (siehe Süddeutsche):

„Die Medien haben versagt. Viele Fernsehanstalten sind nur noch lächerliche Abziehbilder ihrer selbst, und unter Milliardären scheint es neuerdings in Mode gekommen zu sein, Zeitungen aufzukaufen und so eine ernsthafte Berichterstattung über die Reichen und Superreichen zu verhindern. (…)

Die Auswirkungen dieses vielfachen Versagens führen zum ethischen Niedergang unserer Gesellschaft und letztlich zu einem neuen System, das wir noch Kapitalismus nennen, das aber in Wahrheit ökonomisches Sklaventum ist. In diesem System – unserem System – wissen die Sklaven weder, dass sie Sklaven sind, noch kennen sie ihre Herren, die in einer Parallelwelt leben, und die unsichtbaren Ketten sorgfältig unter einem Haufen unverständlicher Gesetzestexte verstecken. Das weltweite Schadensausmaß sollte uns alle wachrütteln. (…)

Damals war militärische Macht notwendig, um die Menschen zu unterdrücken, während es heute genauso effektiv oder noch effektiver ist, die Menschen vom Zugang zu Informationen abzuschneiden – auch weil das im Verborgenen geschieht.“

Da Lüge für das Innere des Menschen in Wirklichkeit genauso giftig ist wie Zyankali, wundert es nicht, wenn ab und zu einem Journalisten, der ja mit seinem Beruf an sich angetreten ist um der Wahrheit und Aufklärung zu dienen, der Kragen platzt. So wie seinerzeit dem Chefredakteur der New York Times, John Swinton, als auf einem Festbankett ehrende Worte über die „unabhängige Presse“ gesprochen wurden. Swinton dazu erzürnt:

„Wenn ich mir erlaubte, meine ehrliche Meinung in einer der Papierausgaben erscheinen zu lassen, dann würde ich binnen 24 Stunden meine Beschäftigung verlieren. Das Geschäft der Journalisten ist, die Wahrheit zu zerstören, schlankweg zu lügen, die Wahrheit zu pervertieren, sie zu morden, zu Füßen des Mammons zu legen und sein Land und die menschliche Rasse zu verkaufen zum Zweck des täglichen Broterwerbs. … Wir sind Werkzeuge und Vasallen von reichen Männern hinter der Szene. Wir sind Marionetten. Sie ziehen die Strippen, und wir tanzen an den Strippen. Unsere Talente, unsere Möglichkeiten und unsere Leben stehen allesamt im Eigentum anderer Männer. Wir sind intellektuelle Prostituierte.“ (Zitat aus Wikipedia)

Ein besonders wirkungsvolles Mittel, um dem marktradikalen („neoliberalen“) Mammon die Bahn zu ebnen und uns Lügen einzutrichtern, sind Zahlen und Statistiken. Da wir durch Schule und Universität zu zahlengläubigen Menschen erzogen wurden, haben die professionellen Meinungsmacher aus Politik und Wirtschaft hier besonders leichtes Spiel. Denn durch Zahlen ist ausnahmslos alles argumentierbar bzw. aus „wissenschaftlicher“ Sicht beweisbar (da ich selbst als technischer Gutachter arbeite und mit Zahlen jongliere, weiß ich das nur zu gut). Nicht nur, dass man streng wissenschaftlich beweisen kann, dass schwarzer Kaviar den gleichen Lichtabsorptionskoeffizienten wie Schuhpasta besitzt und dass Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft auch nur denselben Kalorien- und Nährstoffgehalt wie solche aus Pestizid-Landwirtschaft aufweisen. Man kann ebenso stichhaltig darlegen, dass Kernkraft unentbehrlich ist, Fracking die Arbeitslosigkeit vermindert und Rente mit 73 demnächst unausweichlich (siehe Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft /IW). Selbst der nackte Wahnsinn kann aus „streng wissenschaftlicher“ Sicht schöngerechnet und als alternativlos dargestellt werden.

Wie wir mit Zahlen um die Wahrheit betrogen werden und wie z.B. Pharmakonzerne damit auf Kosten unserer Gesundheit milliardenschwere Profite machen, darüber kann man sich in der Erste-Doku „Im Land der Lügen“ einen ersten Eindruck machen (siehe Das Erste). Hierbei erinnert der weltweit anerkannte Risikoforscher Prof. Gerd Gigerenzer daran, dass die ins Feld der Meinungsmache geführten Zahlen und „Fakten“ oft auf fragwürdigen Studien stammen, die interessengesteuert entstanden sind.

Dass die derzeitig verfahrene globalpolitische und allgemeinmenschliche Situation keineswegs Grund zur Resignation geben darf, sondern ganz im Gegenteil, als Ansporn zum Aufwachen und sogar zur begeisterten Neugestaltung der Verhältnisse dienen kann, dazu später mehr. Vorneweg nur ein einleitender Gedanke:

Während sich alle Revolutionen im Äußeren bisher als relativ erfolglos bzw. als von kurzer Dauer erwiesen haben, so wäre ein Aufbegehren gegen die Lüge – und dazu gehört auch die schonungslose Ehrlichkeit gegen die in der eigenen Brust wohnende Tendenz zur Lüge – wohl die größte und wirkungsvollste Revolution in der gesamten Menschheitsgeschichte. Indem man der Lüge den Kampf erklärte, würden die ökonomischen, ökologischen und politischen Sümpfe, in denen derzeit alles zu versinken droht, schnell trockengelegt und bislang ausweglos erscheinende Problemfelder würden dahinschmelzen wie Schneemänner in der Sonne.

Die Revolution gegen die Lüge kann allerdings nicht in der Form eines schnellen Putsches über Nacht vonstatten gehen, sondern sie ist ein langwieriger Prozess, in dem wir viele Rückschläge und Selbst-Desillusionierungen einkalkulieren müssen. Denn das Lügengeflecht, in das wir – meist unbewusst – eingewoben sind, ist gewaltig und die Bandbreite der Lüge reicht von grobklötziger, offenkundiger Korruption und Rufmord bis hin zu subtilen inneren Lebenslügen und Unaufrichtigkeiten, mit denen man sich im täglichen Leben an gewisse Gesellschaftsgepflogenheiten und herrschende Meinungen angepasst hat.

Der Kampf, der sich ab dem Moment auftut, in dem man die Bedeutung dieses inneren Schlachtfelds erkannt hat, ist kein leichter. Wie schon der legendäre UN Generalsekretär Dag Hammarskjöld in seinem Tagebuch geschrieben hat: „Auf dem Blocksbergritt zum Teufelsberg begegnest du nur – dir selbst, dir selbst, dir selbst.“ – was auch der Grund ist, warum so viele davor zurückschrecken und sich lieber die Zeit damit vertreiben, um zuzugucken, wie auf grünem Rasen ein paar Fußballesterer einen Lederball zwischen zwei Stangen drücken – wenn ich den Eifelphilosophen hier mal ganz frei zitieren darf.

Hammarskjöld in seiner Vorliebe für japanische Haikus hat mit diesem Vers eine tiefe Wahrheit in allerdings verkürzter und daher leicht missverständlicher Form ausgedrückt. Denn nicht das eigene Selbst bzw. unser menschlicher Persönlichkeitskern ist der innere Feind, sondern ein aus Angst und Eitelkeit gestricktes archetypisches Konglomerat, das man sich am besten in Form einer Schlange vorstellen kann – so ähnlich wie man in Apotheken oft das Symbol des Äskulapstabes mit einer oder mehrerer um diesen aufrechten Stab gewundenen Schlangen sehen kann. Oft sind die Schlangen, die sich um unsere aufrechte Persönlichkeit winden, ziemlich dick und manchmal sogar giftig.

In Wirklichkeit ist es also nicht das Selbst, das man im Inneren als Wurzel der Lüge entdeckt – ganz im Gegenteil: unser menschlicher Persönlichkeitskern sucht die Wahrheit und hasst die Lüge. Die Lüge ist ihm wie ein Kurzschluss, der sich, wie man von Lügendetektoren weiß, als Störung bis hinein in die vegetativen Funktionen des Körpers auswirkt. Noch verheerender ist die Wirkung der Lüge auf der psychischen Ebene: Bildlich gesprochen, reißen bei jeder Lüge unzählige innere Stricke und Verbindungsseile, die einem Menschen Halt, Sicherheit und ein gesundes Selbstbewusstsein geben. Sind zu viele dieser Seile gerissen, dann ist man im Leben unterwegs wie ein Zirkus-Seiltänzer auf großer Höhe ohne Sicherheitsnetz – wenn er aus dem Gleichgewicht kommt und abstürzt, geht es übel für ihn aus. In psychischer Hinsicht drückt sich ein solcher Absturz eben nicht als Knochenbruch, sondern als Depression aus. Und Depression soll ja laut WHO-Prognose innerhalb der nächsten 15 Jahre zur Volkskrankheit Nr. 1 avancieren (siehe Ärztezeitung ). Man tut somit gut daran, die inneren Seile zu pflegen bzw. neu zu knüpfen anstatt sie leichtfertig zu zerreißen.

Die innere Auseinandersetzung im Kampf gegen die Lüge lohnt sich also. Wer ihn aufnimmt, merkt schnell, wie verlorengegangene Lebensgeister wieder zurückkehren und wie er wieder echtes Selbst(wert)bewusstsein und Würde erlangt. Wer in diesem inneren Kampf Tore erzielt und an innerem Terrain gewinnt, der punktet wirklich. Wer hingegen auf einem Flachbildschirm zuguckt, wie bei der EM Tore geschossen werden, der hat in Wirklichkeit nur Zeit verloren.

Diese Wahrheit über unser Innenleben und die Relativierung des Fußballs sind eine Zumutung, ich weiß. Aber wir sind hier ja auch nicht im Forum der Bild-Zeitung oder auf Astrodictium Simplex / ScienceBlogs. Leser, die es hierhergeschafft haben, geben i.d.R. nicht mehr viel auf Illusionen und eitlen Intellektualismus, sondern vertragen auch Unbequemes. In diesem Sinne: Wünsche allen einen angenehmen Abend und wollte natürlich niemandem, der sich ein Bier kaltgestellt hat, das in 5 Minuten startende UEFA-Match Portugal gegen Island vergraulen…

 

Demnächst im Nachrichtenspiegel:

Der Mensch am Schlachtfeld zwischen Lüge und Wahrheit

   – Teil 2: Die Götterdämmerung der Lügenpresse

   – Teil 3: Das Erwachen des Hartzbürgers

Hört, hört – was Gregor Gysi in geradezu hellseherischer Weitsicht vor 17 Jahren im Bundestag über die Einführung des Euros und die damit entstehende Katastrophe prognostizierte

Hört, hört – was Gregor Gysi in geradezu hellseherischer Weitsicht vor 17 Jahren im Bundestag über die Einführung des Euros und die damit entstehende Katastrophe prognostizierte – tja Ihr strammen Einheitsparteiwähler,  Ihr habt Euch verarschen lassen,  jetzt ist es zu spät. So kann Geschichte gehen, und nun schaut Ihr alle wie begossene Pudel aus der Wäsche. Hauptsache immer schön die Parole Stasi-Partei gerufen,  hättet Ihr bloß zugehört, anstatt den wortgewaltigen Verführern, gedankenlos Euer blindes Vertrauen auszusprechen. Wenn die Probleme durch diese neoliberalen Entscheidungsprozesse nicht so gewaltig wären, könnte ich mir die Häme darüber nicht verkneifen.

Jetzt wird der Eine oder Andere sagen – wir hatten ja keine andere Wahl, das ist alles über unsere Köpfe hinweg bestimmt worden – klar doch, aber warum habt Ihr Euer verdammtes Kreuz immer und immer wieder bei SPD, CSU/CSU, FDP, Grüne gemacht – die eben in vereinten Kräften diese Politik durchsetzten?

Klasse, wie das neoliberale Establishment Euch intellektuell über den Tisch gezogen hat,  dazu muss man ihnen gratulieren. Das Schlimme ist, das machen sie immer noch. Aber was juckt Euch, Eure Entscheidungen von gestern – richtig? Solange die Peripherieländer Dreck fressen müssen und Ihr mit dem Motto: Besser Arbeit, als keine Arbeit, in dem Euer täglich bisschen Leben, Cent und Gramm genau abgepackt wird – scheint ja noch alles in Butter zu sein. Ich hoffe, dass jetzt endlich das Kaminstübchen durchlüftet ist – und Eurer wahres Gesicht eines aufgeklärten, mündigen Bürgers zeigt,  und dieser neoliberalen Politik mit all zur Verfügung stehenden Mitteln, den Garaus macht – ansonsten macht dieses neoliberale Establishment Euch den Garaus – darauf könnt Ihr einen lassen. Der 3. Weltkrieg ist auf jeden Fall so nah wie noch nie. Ein deutlicher Aufruf zur Revolution Rolf Hochhuth:

Der Eifelphilosoph – das Interview zum Buch

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Nachrichtenspiegel: Sehr geehrter Herr Eifelphilosoph – erstmal vielen Dank für die Zeit, die Sie für uns erübrigen. Zeit … so hatten Sie mal erwähnt … ist für Sie ein äußerst knappes Gut?

Eifelphilosoph: Ja. Gelegentlich erwähne ich das mal. Im Prinzip empfinde ich mich als sehr reicher Mensch, allerdings ist Zeit bei mir momentan etwas knapp. Ich habe ja einen Hauptberuf: „Hausmann“. Wenig geschätzt in unseren Tagen, weil sich Hausarbeit nach dem Denken von Wirtschaft und Politik von selbst erledigt. In Wirklichkeit ist das ein Vollzeitjob – wenn man eine Familie zu versorgen hat. Frühstück, Mittagessen, Abendbrot – alles muss vorbereitet, gekocht, gedeckt werden, anschließend folgt spülen und wegräumen. Dann wartet auch schon die Wäsche auf einen, Räume müssen gelüftet werden, Kinderzimmer verlangen  nach Aufmerksamkeit, der Boden will gefegt, gewischt und gesaugt werden – viel zu tun für einen Menschen, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr so gut körperlich arbeiten kann. Ich brauche halt viele Ruhezeiten … und die fressen jedes Zeitkontingent schnell weg.

Nachrichtenspiegel: Ja – auch das erwähnen Sie manchmal: Sie sind gesundheitlich eingeschränkt?

Eifelphilosoph: Nach einer Million Kilometer auf deutschen Autobahnen haben sich meine unteren Bandscheiben verabschiedet, was sich auf die Stabilität der ganzen Wirbelsäule auswirkt. Für die Millionenumsätze, die ich für Konzerne erwirtschaftet habe – und die enormen Steuersummen, die so in die Säckel von Bund, Ländern und Gemeinden geflossen sind – erhalte ich eine kleine Rente. Sie reicht, um mich persönlich vor Hartz IV zu bewahren, reicht aber nicht, um meine Familie zu ernähren. Leider fördert diese Minirente nicht die Gesundheit – und eine Arbeit, in der ich abwechselnd stehen, sitzen, gehen und auch liegen kann ist schwer zu finden. Es gibt genug gesunde Menschen ohne Arbeit, gegen die ich mit meinem Restleistungsvermögen nicht in Konkurrenz treten kann.

Nachrichtenspiegel: Und trotzdem sind sie noch berufstätig?

Eifelphilosoph: Ja. Genau genommen habe ich fünf Nebenjobs, allerdings bringen nicht alle Geld ein. Ein stabiles Nebeneinkommen habe ich als Lerntherapeut – sofern keine Ferien sind. Ich arbeite freiberuflich, bekomme also nur dann was bezahlt, wenn die Therapiestunden auch wirklich durchgeführt werden. Die Einkünfte sind gering und dienen in erster Linie dazu, die Beträge, die meine Kinder vom Jobcenter bekommen, zu minimieren. Nun – und einmal jährlich erhalte ich eine recht hohe, vierstellige Summe von VG-Wort, einem Verein zur Förderung deutscher Schriftsteller. Aber auch das fließt alles zurück in die Kassen der Jobcenter. Gelegentlich gibt es ein paar Euro von Neopresse – auch schon mal 50 Euro für einen Artikel – aber das ist auch stark schwankend. Und dann habe ich noch Arbeit im Rahmen einer Genossenschaft, in deren Aufsichtsrat ich sitze, aber keine Bezüge bekomme – und natürlich als Autor.

Nachrichtenspiegel: Darum geht es ja bei unserem heutigen Gespräch: Ihr drittes Buch ist veröffentlicht worden.

Eifelphilosoph: Genau. Um beim Verdienst zu bleiben: die Bücher kosten nur, Zeit und Geld. Sowohl mich, als auch der bezaubernden Gudrun Anders von Motibooks. Sie sind bislang ein rein idealistisches Projekt, gefördert unter anderem auch von unserem Mitautor Zigorio, der jetzt den Vertrieb in der Schweiz in die Hand genommen hat: mit großem, eigenen finanziellen Einsatz.

Nachrichtenspiegel: Wenn die Bücher nur Kosten verursachen – warum verfolgen Sie und der Verlag dann das Projekt?

Eifelphilosoph: Nun – die Zuwendungen von VG Wort zeigen, dass der Eifelphilosoph im Vergleich zu anderen Online-Autoren überraschend erfolgreich ist – sie liegen um ein Vielfaches über dem Durchschnitt. Das zeigt mehr als alle „Klick“-Auswertungen, die ebenfalls sehr beeindruckende – und manchmal beängstigende – Zahlen auswerfen, dass hier wirtschaftliches Potential liegen könnte. Ich bin auch aus eigenem Interesse angehalten, an meiner Lage etwas zu ändern, denn … mittelfristig werde ich etwas Geld brauchen, um in meiner Heimat wohnen bleiben zu können. Nur von meiner Rente könnte ich nicht existieren, geschweige denn beim aktuellen Mietspiegel mithalten. Außerdem … gehört es zum guten Ton eines Autors, auch jenen etwas anzubieten, die kein Internet haben … und den vielen Fans etwas fürs Regal zu liefern.

Nachrichtenspiegel: Wie wir hörten, läuft der Verkauf schleppend?

Eifelphilosoph: Nein, er läuft nicht schleppend, er läuft gar nicht. Spannenderweise sind wir mit dem Buchprojekt in eine brisante politische Konstellation geraten: wir werden als Kleinverlag vollkommen boykotiert. Machen Sie mal den Selbstversuch, gehen Sie in eine Buchhandlung und versuchen Sie, das Buch zu kaufen: wetten, Sie werden die Antwort bekommen, dass es nicht mehr lieferbar ist? Da predige ich über Jahre hinweg, wie die Großen die Kleinen kaputt machen – und werde nun selber Zeuge einer solchen Boykottaktion.

Nachrichtenspiegel: Haben Sie schon einmal daran gedacht, sich an einen großen Verlag zu wenden?

Eifelphilosoph: Nein, niemals. Es wäre völlig absurd, so vorzugehen – da könnte ich das Schreiben gleich ganz aufgeben. Ich kenne ein wenig die Arbeitsweise großer Verlage, sie bieten Newcomern nur selten eine Chance – und wenn, dann mit Verträgen, die eine Beleidigung darstellen. Zudem war nie vorgesehen, dass ich mal Schriftsteller werde. Fühle mich auch nicht wie einer.

Nachrichtenspiegel: Nach 2600 oft recht langen Artikeln im Internet sollten Sie uns das mal erklären – das ist eine Menge Holz für jemanden, der nicht sägen möchte.

Eifelphilosoph: Nun – der Kult der deutschen Schriftstellerei ist mir zuwieder. Einerseits wird dort etwas Riesiges aufgeblasen, eine Kaste „besonderer“ Menschen etabliert sich – Menschen, die für Marx zum „Lumpenproletariat“ gehörten – und beweihräuchert sich in erster Linie selbst. Andererseits kokettieren Sie damit, dass sie ein „Handwerk“ betreiben – eine Farce der Extraklasse.

Nachrichtenspiegel: Schreiben ist für Sie kein Handwerk?

Eifelphilosoph: Nein. Wenn ich Sprache verschrifte, bleibe ich eigentlich immer noch im Raum des „Redens“. Ich schreibe hier im Internet auch nicht, ich rede – genau so, wie in der realen Welt. Handwerk – ist etwas anderes. Mein Vater war Handwerker, ich empfinde es als Beleidigung des Handwerks, wenn Menschen, die warm und trocken sitzen und einen Griffel schwingen, sich mit diesem Begriff schmücken. Handwerk heißt: enorme, körperliche Verletzungsgefahr, gesteigerte Abnutzung des Körpers, frühe Invalidität. Elektriker sterben schnell am Stromschlag, Schreiner verlieren schon mal Finger, Dachdecker schnell das ganze Leben, wenn sie bei Wind und Wetter ihre Arbeit machen. Nicht umsonst wünschen sich Handwerker, dass es ihre Kinder mal besser haben. Nicht das wir uns falsch verstehen: mit Handwerk – vor allem als selbständiger Handwerkermeister – kann man viel Geld verdienen, vor allem, wenn man für reiche Menschen Häuser baut. Aber im Alter ist dieser Job nur schwer zu ertragen – das merkt jeder. Decken Sie mal ein Dach, wenn Sie achtzig sind. Bücher schreiben – das beweisen viele – geht da noch recht flott von der Hand.

Nachrichtenspiegel: Warum schreiben Sie dann eigentlich?

Eifelphilosoph: Nun, das war nie Absicht. Ich habe schon früh Gedanken zu Papier gebracht, vor allem, wenn sie zu wirr wahren, um leicht wiederholt werden zu können. Längere Texte schrieb ich dann für meine Kinder. So oft es ging, habe ich ihnen Abends Geschichten zum Einschlafen vorgelesen. Irgendwann ging mir das Material aus – und ich schrieb eigene Kindergeschichten, mit ihnen als Helden. Also: jedenfalls trugen die Helden ihre Namen. Die Geschichten waren ein voller Erfolg und erfüllten ihren Zweck: Die Kinder schliefen danach tief und fest ein. Ich erhielt auch Lob von ihnen: „besser als Harry Potter, aber nicht so gut wie der Herr der Ringe“. Beides zusammen motivierte mich, weiter zu schreiben. Leider verlief mein Leben einige Zeit lang ziemlich turbulent, weshalb mir die Ruhe und Muße fehlte, die Kinderbücher weiter zu schreiben.

Nachrichtenspiegel: Sie haben einen – sagen wir mal – recht ungewöhnlichen beruflichen Werdegang?

Eifelphilosoph: Ich denke, dass kann man so sagen. Ich habe etwas für Arbeiterkinder sehr ungewöhnliches getan: ich studierte. Nicht die großen, wichtigen Fächer – da trauen sich Arbeiterkinder nach Aussagen der Wissenschaft nur selten ran – sondern das exotische Fach „Philosophie“, dazu Theologie (evangelisch und katholisch – auch nicht üblich), Pädagogik und Zen-Buddhismus. Am Ende der Ausbildung war ich Vater – und der festen Überzeugung, dass mein Platz nicht in meiner geliebten Universität ist. Ja – ich war selten so glücklich wie in den Bibliotheken der Universität, wo man größte Abenteuer ohne Gefahr für Leib und Leben erleben kann, aber ich fühlte, dass meine philosophische Ausbildung unvollständig ist, wenn ich sie nicht in praktischem Leben teste, ausforme und weitertreibe.

Nachrichtenspiegel: Wie kamen Sie denn dann gerade auf die Pharmaindustrie?

Eifelphilosoph: Durch Zufall. Während eines Essen erwähnte eine Kollegin der Philosophie dass ihr Mann – ebenfalls Philosoph – als „Pharmarefernt“ arbeitete. Sie erzählte von seinem Alltag – und das gefiel mir. Ärzte mochte ich gern, sie waren meine liebsten Kunden während meiner Studienzeit. Ich hatte da eine Kneipe in einem Studentenwohnheim betrieben – was mir viel Überblick über die einzelnen „Typen“ verschaffte. Ärzte waren bodenständig, überarbeitet – aber völlig in Ordnung. Ich habe also dem Schicksal eine Chance und schickte eine Bewerbung zu einer einzigen Firma – und die stellten mich während des Vorstellungsgespräches ein. Leider … war das nicht so eine gemütliche Kräuterfirma wie die meines Kollegen, sondern die erfolgreichste Firma auf deutschem Boden. Das war … recht hart. Der Rest der Geschichte ist leicht erzählt: ich vervierfachte mein üppiges Gehalt in zehn Jahren und endete nach 17 Jahren als arbeitsunfähiger Verkaufsleiter.

Nachrichtenspiegel: Wie beurteilen Sie ihre Zeit in der Industrie im Nachhinein?

Eifelphilosoph: Als äußerst kostbare Ergänzung zum Studium. Ohne diese Jahre wäre das Studium nutzlos und sinnlos gewesen. Vor allem haben Sie mir eins gezeigt: die Welt ist voller Verschwörungen.

Nachrichtenspiegel: Also – das müssen Sie uns jetzt erklären.

Eifelphilosoph: Nun – sie erleben in der Industrie – gerade bei den großen, mächtigen Firmen – einen festen Gestaltungswillen gepaart mit großer Durchsetzungskraft. Die kriegen alles hin, was sie wollen – wenn sie bei der Durchführung ihrer Pläne keine Fehler machen. Da wird geschickt bestochen, großflächig manipuliert, Konkurrenz geschickt ausmanövriert – und alles bis ins kleinste Detail vorausgeplant. Jeder Pharmareferent bekam einen bis ins Kleinste ausgetüfftelten und in der Praxis vorerprobten Text, den er auswendig lernen musste. Der Erfolg war … phänomenal. Das Unternehmen hatte in Deutschland die uneingeschränkte Meinungsführerschaft in ihren Indikationsgebieten. Vor diesem Hintergrund kam ich ja zu der frechen Behauptung, dass man mit den Methoden auch den Regelsatz von Hartz IV problemlos um 100 Euro erhöhen könnte. Mit den gleichen Methoden manipulieren Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zur Sicherung ihrer Pfründe das Volk – und sind dabei ebenso erfolgreich. Alle glauben, uns geht es super – aber gehen Sie mal hinein in die Firmen und reden mit den Mitarbeitern, wenn kein Chef zuhört, reden Sie mal mit selbständigen Handwerkmeistern, mit kleinen Autohäusern, mit Mitarbeitern von Behörden: großflächiger Lebensfrust überall. Worauf bezieht sich das „uns geht´s gut“? Darauf, dass wir uns gegen den Riesenfrust kleine Trösterlis jeder Art kaufen können. Die ändern aber nichts am Frust, den wir jeden Sonntag Abend aufs Neue erleben, wenn uns klar wird, dass wieder der Montag droht.

Nachrichtenspiegel: Wir fürchten, da wird jetzt wieder ein Aufsatz draus. Bleiben wir bei Ihnen: warum schreiben Sie.

Eifelphilosoph: Die Antwort darauf ist einfach. Mein Rücken verlangt morgens Ruhe. Er muss sich nach der Nacht an die aufrechte Lage gewöhnen, achte ich diesen Wunsch nicht, wird der Tag übel und schmerzhaft. Also sitze ich seit zehn Jahren morgens steif und reglos auf dem Stuhl, um Ruhe in den Rücken zu bringen, damit ich mein Tagwerk verrichten kann. am 19.2.2009 habe ich dann bei Blog.de den Eifelphilosoph.blog gegründet – und fand es im Laufe der Zeit recht sinnvoll, meinen bescheidenen Beitrag zur Meinungsbildung in Deutschland zu leisten, ein kleiner Ersatz dafür, dass ich nicht mehr so viel Steuern zahlen konnte, wie ich als als Vater von sieben Kindern zur Sicherung ihrer Zukunft hätte tun sollen.

Nachrichtenspiegel: Glauben Sie wirklich, dass Steuern zahlen die Welt verbessern könnte?

Eifelphilosoph: So formuliert, nein. Im Prinzip aber: ja. Gemeinschaft ist das, was uns Menschen stark macht, im Team besiegen wir Säbelzahntiger und Mammut. Das gälte auch heute, wenn nicht eine ganze übermächtige Industrie uns in eine andere – egomane – Richtung erziehen würde. Der Staat ist so eine Gemeinschaft – jedenfalls war er mal als eine solche gedacht. Eine Schutzgemeinschaft gegen innere und äußere Feinde – gegen Krankheit, Altersschwäche, Armut, Räuber, Diebe, Betrüger, Ausbeuter, Naturkatastrophen, Missernten und anderes Ungemach, den wir in unsere Geschichte erdulden mussten. Heute jedoch ist dieser Staat pervertiert, wird selbst zum Schmarotzer und Parasiten am eigenen Volk. Oh weh – jetzt habe ich auch diese bösen Naziworte gebraucht. Mir fallen gerade keine anderen ein – wie üblich bin ich auf dieses Interview gar nicht vorbereitet, möchte aber hierzu noch eine Erläuterung abgeben: wissen Sie, woran Sie echte Parasiten der Staatsgemeinschaft erkennen? Genauso wie in der Natur hängen Sie am Wirtskörper und leben von ihm im absoluten Überfluss: luxuriöses Privatheim, Nobellimousine, Swimming-Pool mit Wellenfunktion, Privatsauna, arbeitsloses Einkommen durch Bankengunst, geringe Verletzungsgefahr im Alltag – daran erkennt man einen Parasiten, nicht an der Art, wie er von Sozialhilfe sein Leben gestaltet. Parasiten hängen prall und fett am Wirtskörper – nicht aus Gründen der Fehlernährung, sondern aus absolutem Überfluss, den sie ohne große Mühe für sich abzweigen. Da geht es nicht um das Stichwort „Hartz IV“, sondern um die Stichworte „Börse“, „Banken“ und „Kanzleramt“.

Nachrichtenspiegel: Unsere Zeit läuft ab. Eine Frage noch zum Abschluss: warum sollten ihre Leser eigentlich Ihre Bücher kaufen – und wo kann man sie überhaupt kaufen?

Eifelphilosoph: Oh man … jetzt wird es peinlich. Solche Gespräche fallen mir sehr schwer – ich bettele nicht gerne, erst recht nicht um Geld. Nun – ich selbst werde lange Zeit nichts von Umsätzen haben, dass ist, denke ich, klar geworden. Aber der Verlag wird irgendwann etwas davon haben. Und wir brauchen so einen Verlag, der langfrisitig auch anderen kritischen Autoren eine Plattform bieten wird, Autoren, die nicht nur im „Empört Euch“ steckenbleiben wollen sondern gezielt überlebensfähige gesellschaftliche, wirtschaftliche, soziale und politische Alternativen aufbauen wollen, um den Nutzen des kleinen Mannes zu mehren und ihn vor Schaden zu bewahren. Die, die dafür gut bezahlt werden, scheinen ihren Job nicht ganz so gut ausfüllen zu können, da muss also die Bürgerwehr den Karren mal wieder aus dem Dreck ziehen. Feudal versagt halt immer und überall – auch finanzfeudal. Wir brauchen eine komplette, auch wirtschaftlich lebensfähige Gegenkultur, die sich zum Ziel setzt, die irrsinnig hohen Steuereinnahmen wieder dorthin zu lenken, wo sie hingehören, dorthin, wo sie Not lindern und Zukunft schaffen – und nicht dorthin, wo sie den Lumpen nur noch feister machen. Dafür müssen wir Geld in die Hand nehmen – die Musketen sind erst viel später dran – und hoffentlich nie. Hier kriegt man fürs Geld eine Gegenleistung – eine Sammlung von unterhaltsam umschriebenen Fakten, die im Kampf um die Meinungshoheit in Deutschland entscheident sein werden. Und darum geht es gerade: um den Kampf um die Meinungshoheit. Das sollte jedem bewusst sein – das ist keine Kleinigkeit, sondern der erste, ernste Schritt zur Evolution der Zustände.

Nachrichtenspiegel: Evolution? Sie meinen Revolution?

Eifelphilosoph: Nein, ich meine Evolution. Der nächste Schritt, den die demokratische Bürgergesellschaft zu gehen hat, ist der Schritt aus der Abhängigkeit vom Kapitalismus. Diese Form des aggressiven, kurzfristigen Wirtschaftens hat ausgedient, liegt im Sterben und wird viele in den Abgrund reißen: wir sind als Gesellschaft gehalten, darauf angemessen zu reagieren – und unsere natürliche Entwicklung zu einer demokratischen, glücklichen und sinnerfüllten Gemeinschaft. Wir haben nun gelernt, dass der Feudalimus nicht erledigt ist, wenn wir ihm die Wirtschaftsmacht überlassen: das darf ein Staat nicht tun, da wird er nur noch Instrument und Büttel von Finanzbaronen: die Mehrheit der Deutschen weiß das schon.

Nachrichtenspiegel: Vielen Dank für dieses Gespräch – aber nochmal: wie kommen wir zu Ihrem nun neu erschienen dritten Buch?

Eifelphilosoph: Ach ja – die Frage war noch offen. Nun – es gibt die moderne Art der „Herunterladens“. Da halte ich nicht viel von, aber sie erfüllt ihren Zweck. Das geht hier:

https://www.xinxii.com/der-eifelphilosoph-band-gott-und-die-welt-p-362728.html

Wer nun ein echtes Buch für sein echtes Geld möchte, wird Probleme haben: das System mag keine Konkurrenz. Ich mache Ihnen einen persönlichen Vorschlag: bestellen Sie es bei mir persönlich. Solange es nicht hunderte werden, schaffe ich das. Wird etwas dauern – und viel teurer als „herunterladen“, weil ich den Versand mitberechnen muss – aber dafür kann  ich eine persönliche Widmung hinterlassen – wenn es gewünscht ist. Mich finden Sie unter

Eifelphilosoph@Nachrichtenspiegel-online.de

Der Weg ist etwas umständlich, weil ich die Bücher erst der Druckerei abkaufen muss (ja ja, die Leiden des freien Schreibers in Deutschland sind vielfältig), warten muss, bis die hier ankommen – und dann kann ich sie erst weiterversenden, wenn ich mal wieder zur Post komme. Ist unprofessionell … aber unser Ziel ist ja nicht, größter Verlag in einem sterbenden Land zu werden, primär sind wir an lebensrettenden Maßnahmen für unser Gemeinwesen interessiert.

Nachrichtenspiegel: Herr Eifelphilosoph – wir danken für dieses Gespräch. Eine persönliche Frage noch: wieso „Eifelphilosoph“?

Eifelphilosoph: Zufall. War neu in der elektronischen Welt, hier hatten fast alle Künstlernamen. Philosoph war ich schon, doch der Titel war mir zu pompös – wie fast allen Menschen aus meiner Zunft. Also schaute ich aus dem Fenster, sah die schöne Eifel und dachte: „Eifelphilosoph“. Das geht für eine Weile. Hätte ich gewusst, dass ich damit länger leben muss, hätte ich mir was anderes ausgedacht. Doch jetzt – das sagen die Leute – muss ich damit leben.

Ein PS: Bin gerade nochmal darauf hingewiesen worden, dass man das Buch in jeder Buchhandlung bestellen kann. Es hat eine ISBN. Viele sind zu faul oder zu doof oder beides, das bei kleinen Verlagen zu machen. Die ISBN lautet: ISBN  978-3-945104-08-8.

Sicherer ist der direkte Weg zum Verlag:

Motibooks – Inh. Gudrun Anders

Ferberberg 11 | 52070 Aachen
0241 – 70 14 721
| Fax: 0241 – 446 566 8

www.spirit-and-marketing.de

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Update, frech eingefügt vom Regenbogenbieger, damit nicht noch mehr Menschen die Menschenschinder von Amazon reicher machen:

Bücher bestellt man sozialverträglich bei Buch7:

https://www.buch7.de/images/dynamic/Logo_rechts_oben.png

Warum? Hier klicken für die Gründe

Noch´n Update: die sind sozialverträglich, aber können nicht liefern. Wie sozial ist das? Fragt sich: der Eifelphilosoph.

Die politische Linke in Deutschland … und die kommende Revolution

Digital StillCamera

Mittwoch, 25.3.2015. Eifel. Was ist das eigentlich, „links“? Haben Sie sich die Frage schon mal gestellt? Wissen Sie noch, was linke Inhalte sind? Seien Sie vorsichtig bei der Antwort … es gibt „linke“ Kräfte in diesem Land, die als Kernpunkt ihrer Arbeit nur eins verstehen: beständig jedem und jedermann auch unter Anwendung großer verbaler Gewalt und Missachtung jeglicher wissenschaftlich korrekten politischen Argumentation eine nationalsozialistische Gesinnung zu unterstellen. Lassen Sie mich ein Beispiel nennen: Israel. Sicher haben Sie schon eine Meinung dazu – und die ist mit Sicherheit „rechts“. Ich brauche sie gar nicht hören, ich weiß es jetzt schon. Sind sie für die Existenz des Staates Israel, dann sind Sie ein Nazi, weil Israel ein barbarischer, an das Dritte Reich gemahnender Unterdrückerstaat ist – einfach mal Palästinenser fragen. Sind Sie aber gegen die Existenz dieses barbarischen, an das Dritte Reich gemahnenden Unterdrückerstaates, dann sind Sie Antisemit – und somit auch ein Nazi.

Sie wollen jetzt schon aufgeben?

Feigling.

Bekennen Sie sich für die Leitfunktion der letzten bestehenden Supermacht, der USA, dann sind Sie ein Faschist, denn die USA ermorden aktuell Menschen in aller Welt, wie es  nur üble Despoten machen. Ja, wirklich: der „Krieg gegen den Terror“ hat nach aktuellen Untersuchungen bislang eine Million Menschenleben gekostet – das ergibt eine Studie der IPPNW (siehe IPPNW). Das geht in Richtung Massenvernichtung …. offensichtlich unwerten Lebens, dass ohne Gerichtsverhandlung auf brutale Art und Weise hingerichtet wird. Zivilisten? Wurden zu „Kollateralschäden“ umbenannt, Säuberungsprinzipien, die an die Marschrichtung der Waffen-SS gemahnen … nur mit modernerer Technik umgesetzt werden und deshalb nicht so dramatische Bilder hergeben.

Bekennen Sie sich zum Widerstand gegen neu erstarkenden us-amerikanischen Imperialismus, dann sind Sie ein Faschist, ohne Frage: der Leuchtturm der Freiheit hat die Welt vor dem Hitlerfaschismus gerettet, jede Aktion gegen ihn nützt nur den antidemokratischen Kräften in der Welt.

Na – genug davon?

Putin.

Sind Sie für Putin, dann sind Sie ein Faschist. Glasklar, dass dieser Mann das Oberhaupt eines Oligarchenstaates ist, in dem die alten Sowjetkader die Macht an sich gerissen haben. Sind Sie gegen Putin, sind Sie auch ein Nazi … die Begründung können Sie über den Kampf gegen den Raubtierkapitalismus, über den Widerstand gegen den US-Imperialismus oder aus der Tatsache herleiten, dass Russland auch entschieden am Untergang des Dritten Reiches mitgewirkt hat … ein starkes Russland, wie Putin es wieder errichten will.

Ich kann auch noch blöder.

Mögen Sie Hunde?

Dann sind Sie ein Nazi. Hitler mochte Hunde.

Lieben Sie Kinder?

Nazi!

Hitler mochte auch Kinder.

Außerdem war er Vegetarier, was die Veganer von den Montagsmahnwachen in Krefeld SEHR verdächtig macht – ach was: alles Nazis.

Noch Lust, darüber nachzudenken, was eigentlich „links“ ist?

Ich weiß, viele meinen zu glauben, was links ist: Sozialismus, Kommunismus, Stalinismus. Die Herrschaft der Partei über das Volk … der Einheitspartei, wohlgemerkt. Sind es zwei Einheitsparteien wie in den USA oder jetzt auch in Deutschland, nennen wie das schon (oder noch) Demokratie.

Ja – aktuell regt sich auch in Deutschland Widerstand gegen unsere Ein-Parteien-Regierung, nach sechzig Jahren „Marktwirtschaft“ regiert der „Markt“ als alleiniger Herrscher … und nicht mehr das Volk. Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern Mehrheitsmeinung in Deutschland (siehe Zeit):

„Einer Studie zufolge denken mehr als 60 Prozent der Bürger, dass in Deutschland keine echte Demokratie herrscht. Schuld sei der starke Einfluss der Wirtschaft auf die Politik, die mehr zu sagen habe als der Wähler.“

Es kommt sogar noch besser. In jenem Land, in dem der Duktus der Kanzlerin ist, jedem jederzeit vorzubeten, wie gut es uns doch geht, gibt es genug Potential für eine Revolution:

„Jeder Dritte ist demnach davon überzeugt, dass der Kapitalismus zwangsläufig zu Armut und Hunger führe. Drei von zehn Befragten gaben an, sie könnten sich eine wirkliche Demokratie nur ohne Kapitalismus vorstellen. 37 Prozent aller West- und 59 Prozent aller Ostdeutschen halten kommunistische und sozialistische Gesellschaftsformen für eine gute Idee, die bisher nur schlecht ausgeführt worden seien. Ein Fünftel fordert eine Revolution, da Reformen die Lebensbedingungen nicht verbesserten.“

Nicht nur das Volk, auch die Reichen – sogar die Superreichen – sehen unsere friedliche, demokratische Gesellschaftsordnung massiv durch den Faktor „Reichtum“ gefährdet (siehe Welt):

„Dabei liegt das Problem nicht darin, dass wir Ungleichheit haben. Eine gewisse Ungleichheit gehört wesensmäßig zu jeder funktionierenden kapitalistischen Ökonomie. Das Problem ist, dass die Ungleichheit einen historischen Höchststand erreicht hat und mit jedem Tag schlimmer wird. Unser Land verändert sich rasch von einer kapitalistischen zu einer feudalistischen Gesellschaft. Wenn sich die Politik nicht drastisch ändert, wird die Mittelschicht verschwinden, und wir sind wieder im Frankreich des achtzehnten Jahrhunderts. Vor der Revolution.“

Das sagt Nick Hanauer, einer der reichsten Menschen der Welt … und führt uns nebenbei zurück zu den Wurzeln des ursprünglichen „Links-Seins“ … der französischen Revolution. Ja, vergessen wir mit unserer desaströsen historischen Bildung leicht (was Absicht sein mag): die Wurzel linker Kräfte steckt nicht im Marxismus. Das war nur die zweite Welle, die allerdings folgerichtig gemerkt hatte, dass wirtschaftliche Macht feudale Macht problemlos ersetzen kann: daraus folgten die nächsten Revolutionen.

Das 37 % der Westdeutschen kommunistische und sozialistische Gesellschaftsformen für eine gute Idee halten, ist allerdings eine Katastrophe: am Ende der Entwicklung der Feudalstaaten in lupenreine Demokratien haben wirtschaftliche Machtballungen keinerlei Macht mehr über Demokratien … d.h. sie müssen so weit zurechtgestutzt werden, dass sie keinerlei Geld mehr für Lobbyarbeit in Berlin und Brüssel haben. Das ginge leicht, in dem man die Löhne so weit nach oben schraubt, dass die Wirtschaftsmacht wieder dezentralisiert wird – eine Horrorvorstellung für den neuen Adel, die neuen Feudalherren. Das 63 % der Deutschen nicht mehr wissen, wo die Entwicklung der Demokratie letztlich enden muss, um wirklich Demokratie zu sein, ist schauderhaft.

Nebenbei bemerkt: die lupenreine Demokratie – die halt auch jegliche Wirtschaftsmacht in ihre Schranken weist – wäre auch ein Idealbild unserer christlichen, abendländischen Kultur … wie nützlich. Eine Chance, die man derzeit ignorant (aber äußerst bequem) an sich vorüber ziehen läßt.

Trotzdem: das Potential reicht für eine Revolution. Ein Fünftel der Deutschen – sechzehn Millionen Menschen – wären bereit dazu … und das wissen auch die Feudalherren, die schon jetzt Gegenmaßnahmen ergreifen (siehe WSWS):

„Experten eines EU-Think-Tanks fordern, dass sich die Europäische Union darauf vorbereiten müsse, Aufstände und Streiks militärisch niederzuschlagen. Diese würden infolge der immer stärkeren sozialen Ungleichheit in der globalisierten Wirtschaft und wachsenden kriegerischen Konflikten auch innerhalb der EU-Grenzen unweigerlich zunehmen.

In einem Studienband des EU-eigenen „Europäischen Institut für Sicherheitsstudien“ (European Union Institute for Security Studies, EUISS) fordern die Autoren unumwunden, dass die Armee angesichts dieser Entwicklung vermehrt für „Polizeiarbeiten“ eingesetzt werden müsse, um die Reichen vor der Aggression der Armen zu schützen.“

Hochbrisant, diese Studie – erst recht angesichts der Tatsache, dass Deutschland … ohne große Diskussion in der Öffentlichkeit … seine Wehrpflichtarmee in ein Freiwilligenheer verwandelt hat. Irgendwie hat es niemanden überrascht, dass der Agent der Atlantik-Brücke, der Lügenbaron von Guttenberg (das bezieht sich jetzt mal nur auf seine Doktorarbeit), eine alte linke Forderung im Handstreich durchgesetzt hat und so dafür sorgte, dass die gesunde demokratische Mischung in den Streitkräften langsam abgebaut wird … zugunsten einer Söldnermentalität.

Ja – hier müssten wir langsam mal richtig links denken, richtig revolutionär denken: das wäre das Gebot der Stunde. Die Zeit wäre reif … doch die Feudalherren haben  dazu gelernt. Sie hatten 200 Jahre Zeit sich auf die erneute Machtübernahme vorzubereiten, den Krieg „reich gegen arm“ gründlich zu planen und durchzuführen … und haben sich eine fünfte Kolonne geschaffen, die ganz offen agiert.

Ja – irgendwie kommt man sich wie ein einsamer Rufer in der Wüste vor, wenn man beständig die Meldung des „Spiegel“ wiederholt, dass die britische Armee eine ganze Brigade zur Argumentationsarbeit bei Facebook abstellt (siehe Spiegel). Niemand scheint sich groß zu fragen, was die denn da eigentlich konkret machen. Hier stellt jemand von Steuern bezahlte Soldaten in großer Zahl ab, um in die Meinungsbildung des Steuerzahlers einzugreifen und macht so aus der Armee für alle eine politische Partei für wenige. Kein Problem damit? Da werden grundsätzliche Prinzipien des demokratischen Rechtsstaates verletzt … wie ihn „Linke“ sich vorstellen würden.

Ähnliches hat jetzt Angela Merkel mit Deutschland vor. Sicher – wir wissen noch nicht, wie viele Soldaten der Bundeswehr (oder Agenten des Verfassungsschutzes) zum aktuellen Zeitpunkt in die Meinungsbildung eingreifen, aber wir wissen, dass die deutsche Bundeskanzlerin sich anschickt, aus uns … dem Souverän des Landes … endgültig eine Horde dämlicher Schafe zu machen, die ganz im Sinne feudalromantischer rechter Vorstellungen ihre Herren anbeten, ihre Füße küssen und ihren Speichel lecken. Ja – sogar die konservative „Welt“ berichtet darüber, über „Nudging“, jene Form indirekter Diktatur, die in England und den USA sehr beliebt ist (siehe Welt). Demokraten sehen in diesem Nudging vor allem eins: die Abkehr unserer obersten Verwaltungsangestellten von ihrem Arbeitsvertrag, der beinhaltet, dass sie Schaden von uns abhalten und Nutzen mehren soll hin zur indirekten Diktatur – eine Entwicklung, die vor allem eins deutlich zeigt: die Verachtung für den wahren Souveräns des Landes (das sind die achtzig Millionen Bürger), seine Deklassieurung als zu erziehendes Objekt, dessen Meinung man durch die Streitkräfte schon mal in die richtige Richtung lenkt (ja – im Rahmen der Europaarmee wird diese britische Facebook-Brigade auch für uns zuständig sein) und die Bildung einer neuen Führungskaste, einer neuen Elitenkaste … eines neuen Feudalismus.

Eine Entwicklung, die deutsche „Demokraten“ völlig ignorieren, weil sie durch viel zu hohe Diäten massiv auf die Lohnlisten der Reichen (und ihres Lebensstils) gezogen werden, sobald sie den Bundestag betreten … obwohl schon Milliardäre davor warnen.

Niemals haben wir mehr eine echte, starke, linke Front im Lande gebraucht – weshalb wir uns nochmal um die Frage kümmern müssen, was dass denn nun sei, dieses „Linke“.

Der Spiegel hat dazu vor einiger Zeit einen hilfreichen Artikel veröffentlicht (siehe Spiegel):

„Je intelligenter Menschen sind, umso eher sind sie bereit, sich auf Neues einzulassen. Konservative und religiöse Menschen haben hingegen einen geringeren Intelligenzquotienten. Psychologen glauben, dass man das Phänomen evolutionsbiologisch erklären kann.“

Das man dabei das Bild eines biersaufenden Seehofers eingeflochten hat (angesichts des dicken Kruges kann ich von „trinken“ nicht mehr reden), lenkt vom eigentlichen Thema ab. Wir brauchen als Gesellschaft Konservative, die im Wettstreit mit den Palaststürmern jene Errungenschaften verteidigen, die sich als wertvoll für die Menschheit erwiesen haben … aber wir brauchen bei jeder neuen Herausforderung auch die Palaststürmer, vor allem dann, wenn sich wieder eine dicke Speckschicht selbstbereichernder, dümmlicher Feudalherren angesammelt hat.

Wir haben hier die erste Qualifikationen, die „Linke“ auszeichnen sollten: nicht der bravouröse Auftritt am Flipchart ist gefordert … sondern folgerichtiges Denken und Handeln. Intelligenz ist die erste Tugend eines Linken – nicht der Grad an Enthusiasmus, mit denen man die Nazis der vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts in der Gegenwart sucht.

Das 21. Jahrhundert hat neue Bedrohungen für die offene, demokratische Zivilgesellschaft, neue Herausforderungen für den kreativen Geist: die Herrschaft der SA in unseren Straßen ist gerade nicht das aktuellste Problem … die sind seit siebzig Jahren fort – und nur die dümmsten der Dummen (eine winzig kleine Minderheit) fordern ihre Rückkehr.

Was nicht als „links“ einzustufen ist, ist alles, was die Annahme der Herausforderung, die Bildung von kritischen Massen blockiert, sich im linken Wortgewande hauptberuflich als „Spalter“ betätigt, um die Mehrheitsbildung zu verhindern … zum Beispiel sind dies all´ jene, die schnell ihre Pro-Israel oder Anti-Palästina-Fahnen schwenken. Ein wichtiges Thema, dass ich nicht abwerten möchte – das aber eindeutig nichts mit dem Schutz der demokratischen Grundordnung dieses Landes vor neuen Formen des Feudalismus zu tun hat. Ebensowenig hat die Frage nach Kommunismus oder Sozialismus mit der Lösung der aktuellen Probleme zu tun: die Lebenswelt eines Karl-Marx war eine ganz andere als die unsere, wo der (Konzern-)“Arbeiter“ über „Aktien“ Teil des „Establishments“ geworden ist und auf der anderen Seite Kleinunternehmer („Kapitalisten“) den Säuberungsaktionen der Finanzwirtschaft (genannt Basel II und Basel III) zum Opfer fallen und sich zunehmend ein Millionheer der „Überflüssigen“ bildet, dass schneller wächst als jedes Bruttosozialprodukt.

Heute haben wir Realitäten, die den Faktor Arbeit (die ehemalige Kampfkraft kommunistischer Bewegungen) beständig weiter entwerten, jede industrielle Revolution läßt weniger Bedarf an menschlicher Arbeitskraft übrig, die vierte wird unsere auf Dienstleistung getrimmte Gesellschaft mit einer unvorstellbaren Massenarbeitslosigkeit konfrontieren … wer nicht blöde ist, weiß, wie viele Millionen Arbeitsplätze bei Banken, Verwaltungen und Versicherungen überflüssig werden, wenn ab 2020 neue „Apps“ ins Smartphone Einzug halten (siehe z.B. ksta).

Die Antwort der „Linken“ darauf?

Keine.

Die Allianz der WASG mit erzkonservativen SED-Kadern zu einer „linken“ Partei hat der linken Bewegung in Deutschland endgültig den Rest gegeben … nach dem (wie immer zu erwartenden) Verrat der „Sozialdemokraten“ und der Abwendung der „Grünen“ von der absoluten Wertschätzung der sozialen Grundrechte von Menschen der letzte Stoß ins Herz der intelligenten Reformer – wie üblich mit viel Geld, viel Posten und viel „Publicity“ vorbereitet.

Da ist schlichtweg kaum noch etwas übrig … außer Kader der „Reaktion“, die den ganzen lieben langen Tag damit verbringen, kreative Linke als Nazis zu diffarmieren, damit die etwas anderes zu tun haben, als die Revolution in Gang zu setzen.

Revolution? Ist das nicht verboten?

Nun – wir haben das 21. Jahrhundert. Noch haben wir eine Chance, die politschen Verhältnisse in Deutschland ohne den Einsatz von Gewalt zu ändern … immerhin sollten wir aus 1789 und 1918 gelernt haben. Wir können heute zivilisierter sein, haben genug Erfahrungen, uns erstmal dem Krieg der Worte zu stellen, bevor wir Rathäuser, Sendeanstalten und Polizeikasernen stürmen.

Zuvor sollten wir uns den klaren Leitlinien stellen und uns auf sie zurückbesinnen, die uns die Väter der Revolution mitgegeben haben, jene Werte, mit denen sie eine bessere Welt aufbauen wollten.

Da wäre die BRÜDERLICHKEIT – ein Wert, gegen den jeder Spalter Sturm läuft. Ein echter Linker redet MIT den Mahnwachen – anstatt nur … in spalterischer Absicht … ÜBER sie. Ja – er redet sogar mit Polizisten, Soldaten, Adeligen, Huren, Priestern, Handlungsreisenden Versicherungsunternehmern und Unternehmensberatern … kurzum: mit all´ jenen, die man bei dem Kampf um die Macht braucht. Und wie uns die Erfahrung lehrt, können wir auf keinen verzichten  – mal abgesehen von jenen Kaffeehauslinken, die sofort auf dem Klo verschwinden, sobald der erste Schuss zu hören ist (und sei es auch nur die Fehlzündung eines Kraftfahrzeuges).

Da wäree die FREIHEIT … was auch die Freiheit der Andersdenkenden ist. Oder die Freiheit vor staatlichem „Nudging“. Oder die Freiheit von wirtschaftlicher Abhängigkeit durch restriktive Sozialgesetzgebung bzw. deren vollständiger Auflösung, die aktuell läuft (siehe z.B. Christoph Butterwege in N.Tv).

Da wäre die GLEICHHEIT … der zentralste Wert linker Glaubenssysteme … ein Wert, der deutschen „Besserlinken“ automatisch ihren korrekten Platz im Reich der Kräfte der Reaktion zuweist anstatt ihren überhöhten Selbstanspruch zu huldigen, Gralshüter echter (pseudo)-linker Gesinnung zu sein.

Im Geiste der französischen Revolution nehme ich JEDEN mit, um erstmal die Hauptgefahr zu beseitigen: den König … oder die Plutokratie. Hätte man 1789 vor der Revolution Gesinnungsprüfungen eingeführt … hätten wir heute noch die Leibeigenschaft – weshalb wir korrekt alle selbsternannten Gesinnungsprüfer den Kräften der feudalen Reaktion zuordnen … auch wenn sie tolle linke Sprüche absondern und linkem Dresscode ehrerbietig genüge tun.

Nach der Revolution gibt es dann auch keine Säuberungen … sondern die gemeinschaftliche Arbeit an der Zukunft. Alles, was die Bürger in „gut“ und „böse“ spaltet, ist eindeutig als nichtdemokratischer, zum demokratischen Dialog unfähiger Geist abzulehnen.

Schon Angst vor dem Blutvergießen? Angst davor, den Kopf des Königs absägen zu müssen?

Ich kann Sie beruhigen. Noch (aber wirklich auch nur „noch“ – das Fenster schließt sich zusehends weil der Neo-Feudalismus auf eine blutige Konfrontation setzt) ist eine unblutige Revolution denkbar – und durchführbar. Wer will auch wirklich unsere unterbezahlten Polizeibeamten verprügeln … denen geht es schon schlecht genug. Und wie arm unsere Soldaten sind, weiß inzwischen das ganze Land.

Die wahre Macht im 21. Jahrhundert liegt nicht beim König, nicht beim Industriellen … sondern bei anonymen Kapitalballungen, die ganze Länder ins Unglück stürzen und Parlemente kaufen. Nur die müssen massiv beschnitten werden, die Mechanismen ihres Wachstums abgebaut, das Wachstum selber ausgebremst werden. Dazu reichen ein paar Gesetze im Einklang mit unserem Grundgesetz.

Und für diese Arbeit brauchen wir bescheidene, demütige, hochintelligente selbstlose Linke. Jeder intelligente Rechte wird das einsehen, dass das nicht die Spielwiese seiner Genossen ist – dafür sind die einfach zu blöde. Aber alle – Rechte wie Linke – brauchen eine Revolution der Verhältnisse.

Doch bevor wir die in Angriff nehmen, brauchen wir … eine stabile Mehrheit in der Bevölkerung – die durch zunehmende Aufspaltung aktiv verhindert wird.

Ach – was rede ich: die Mehrheit ist ja schon da.

Jetzt fehlen nur noch echte Linke, die sie zum Sieg führen.

Also: wo seit ihr?

PS: ein Riesenthema – und meine Selbstbeschränkung auf 2000 Worte habe ich wieder nicht einhalten können. Trotzdem brauchen wir noch mehr, weil zunehmend echter revolutionärer Geist als „Querfront“ abgetan wird, wobei der Begriff aus purer Dummheit heraus völlig falsch verwendet wird. „Querfront“ meint die aktive Übernahme linker Kultur, Meinungen und Kleidungen durch faschistische Kräfte, um sie sich nutzbar zu machen … was voraussetzt, dass es hier eine lenkende Intelligenz gibt, die dies veranlaßt. Wo immer wir aber diese Intelligenz bisher vermutet haben, fanden wir in der braunen Soße nur eins: BND und Verfassungsschutz, weshalb dies Theroie der Querfrontbildung nur eine haltlose Verschwörungstheorie ist. Bekannte Versuche wie der „Kampfbund Deutscher Sozialisten“ haben sich 2008 aufgelöst und das Projekt für gescheitert erklärt – was kein Wunder ist: Rechte sind einfach zu dumm dafür. Ebenso dumm ist es, zu unterstellen, es gäbe noch geheime, unsichtbare Querfrontlenker um Untergrund, die niemand kennt. Noch dümmer ist es, anderen aus dieser Position heraus vorzuwerfen, das Verschwörungstheorien an sich böse, rechtsradikal und dumm seien. Das Gegenteil ist der Fall: Menschen, die in der Lage sind, Wahrheitstheorien (das ist der wissenschaftlich korrekte Begriff zu der Arbeit, die sie leisten) zu bilden, sind in der Regel viel intelligenter als jene, die von der britischen Brigade vorgegebene Meinungen nachbeten (siehe Forschung und Wissen). Mag aber sein, dass das auf Dumme böse wirkt. Zu gegebener Zeit werden wir uns um diesen Begriffsmissbrauch gezielt kümmern müssen.

PS2: mit Nazis reden … geht das? Also erstmal ist schon die Frage doof: als Demokrat muss man das. Als intelligenter Linker kann man das auch. Sofern es nicht medizinisch wird (mit Psycho- und Soziopathen gelingt der Diskurs nicht – das sollte man wissen, ebenso wenig wie mit Kultisten, d.h. in erster Linie religiös motivierten Anhängern des von der Vorsehung gesandten „Führers“ … wie z.B. Horst Mahler), gibt es auch gute Aussichten auf Erfolg: auch der Nazi hat Frau und Kinder, braucht Nahrung und Obdach sowie Interaktion mit Mitmenschen – nur allzu oft sind seine politischen Entscheidungen „Kurzschlüsse“ auf Grund eingeschränkter Informationsaufnahme, um seine Ängste zu bewältigen. Noch einmal: ein weites Thema. Zur Beschaffung von revolutionsfähigen Mehrheiten braucht man aber keine Nazis – dafür sind die wirklichen viel zu selten … und völlig unbedeutend.

 

 

Affirmationen

Digital StillCamera

Sonntag, 22.3.2015. Eifel. Wieder einmal ein Tag, um jene Themengebiete zu streifen, die im politischen Alltag normalerweise untergehen – ihn aber enorm beeinflussen. Ja – es geht um Affirmationen, dem lateinischen Wort für positive Versicherung, Beteuerung in Bezug auf Aussagesätze, aber nicht im Rahmen der Aussagelogik oder der Sprachenwissenschaft, sondern im Rahmen der Lebensphilosophie des 21. Jahrhunderts.

Ich bin zufällig auf dieses Thema gekommen – ganz unbeabsichtigt. Ich hatte mal über mein Leben geschrieben und ihm den Titel gegeben, ich sei „arm, alt, krank und einsam“. Dies hatte mir eine enorme Schelte eingebracht, nach dem Motto, was ich denn für seltsame, abartige Affirmationen hätte. Nun – ich hatte gar keine Affirmationen, ich wollte mich nur einer nüchterenen Zustandsbeschreibung stellen, wie sie in den Augen dieser Welt gegeben ist. Da bin ich nun mal arm – und ich brauche nicht nach Bill Gates zu schielen, um die Aussage aufrecht erhalten zu können, schon ein einfacher Blick nach einem Bundestagsabgeordneten zeigt mir, wie erbärmlich weit abgeschlagen ich im Bezugsranking der Republik stehe.

Alt? Das wurde mir klar, als mir eine österreichische Facebook-Gruppe vorgeschlagen wurde, in der sich „Senioren“ über fünfzig sammelten. Scheinbar gibt es auch Senioren unter fünfzig (da wollen wir jetzt nicht auch noch drauf eingehen), ich jedoch lag mit 55 auf jeden Fall im Seniorenabteil … und fühlte mich spontan fürchterlich alt. Mein Begriff von Senior war bis dato ein anderer.

Krank? Nun – ich beziehe eine Rente. Winzig klein, reicht kaum zum Leben, ist aber ein eindeutiger Beleg dafür, dass mit meiner Gesundheit etwas nicht stimmt: viele missgünstige Augen haben da drüber geschaut und mussten feststellen: nee, den kann keine Firma mehr verwerten. Den müssen wir mit durchfüttertn.

Einsam? Nun – ich wohnte in einem abgelegenem Haus in einem abgelegenen Tal, fernab jeglichen kulturellen Treibens, bin kaum in Vereinen – und außerdem allein erziehend. Gut – man kann jetzt darüber diskutieren, wie einsam man mit Kindern wirklich ist … aber im Vergleich zu den Zeiten, als ich noch gut verdiente, ein großes Haus mein Eigen nannte und viele Menschen beköstigen konnte, ist es schon deutlich stiller geworden … zudem habe ich durch frühen Tod nahezu alle meiner ehemaligen Freunde aus Jugendzeiten verloren …. was nebenbei auch dafür spricht, dass mir das Adjektiv „alt“ langsam zusteht.

Es waren also keine Falschaussagen, die ich traf, trotzdem riefen sie Empörung und Entrüstung hervor – und harsche, andauernde Kritik.

Ich war etwas verunsichtert ob dieses Gegenwindes, zumal … ich als armer, alter, kranker, einsamer Mensch ein recht glückliches, zufriedenes, erfüllendes Leben lebe, eines, von dem ich immer geträumt habe, ein Leben, dass nun durch einen neuen Wohnort mit Seeblick und Fernsichtpanorama am Arbeitsplatz noch ein wenig verbessert werden konnte. Wenn denn das Affirmationen waren (was nicht beabsichtigt gewesen wäre): zählt denn das Ergebnis nicht?

Was ist das für eine seltsame Welt, die den Erfolg beiseite schiebt und eine besondere Methode vorschreiben möchte, mit denen man die vorgeschriebenen Ziele zu erreichen hat?

Ich grübelte noch ein wenig weiter – weil nur das Grübeln, der Zustand des Grübelns mir diese erhellenden „Eureka“-Momente verschafft, die ich so mag, ja, zum Genuss des Lebens und Denkens brauche. Mir fielen die Psalmen ein, jene biblischen Gesänge, die dem Weisen Salomo zugeschrieben wurden. Psalmen – eine Gruppe von Liedern, die von verschiedenen Priestern in Jerusalem gesammelt wurden – haben zumeist eins im Sinn: Klagen über den schlechten Zustand des Einzelnen, der arm, alt, krank und einsam ist.  Sicher: sie sind eine weitschweifige Literaturgattung (wie man die singen soll, erschließt sich uns heute nicht mehr), aber das häufigste Thema (50 Psalmen) ist das Leid des Einzelnen – und das scheint auch Sinn zu machen, immerhin erhofft er sich ja durch seine Gesang, seinen Ruf nach Gerechtigkeit, einen gewissen Ausgleich im Diesseits, eine kleine Korrektur des bislang unglücklich verlaufenden Lebenspfades. Wie will man die erreichen, wenn man den ganzen Tag nur Prahlgesänge abläßt? Ja – auch Prahlgesänge (Prahllieder) kannte das Alte Testament: Gesänge, wo sich einzelne ob ihrer unermesslichen Fähigkeiten, ihres überragenden Potentials und ihres überschießenden Reichtums ausließen.

Ich stand also in der Traditionen der Psalmen – doch was war falsch daran?

Ich fand die Zeitschrift „Focus“, die mir Antworten lieferte: „Grübeln Sie noch oder affirmieren Sie schon“ – das schien genau mein Thema zu sein (siehe Focus):

„Affirmationen sind bewusst formulierte positive Gedanken, die uns bei der Erreichung unsere Wünsche und Ziele helfen sollen. Sie basieren auf der Annahme, dass unsere Gedanken nicht nur das, was wir fühlen und tun, sondern auch Körpervorgänge, biologische und chemische Prozesse steuern.“

Bewusst formulierte positive Gedanken? Prahlgesänge also? Nun – aus der Immunologie ist bekannt, dass die persönliche Befindlichkeit das Immunsystem beeinflussen kann, eine Zeit lang wurde vermutet, dass man so vielleicht sogar Krebs aus der Welt schaffen kann – dank massiven Einsatzes von Beitragsgeldern aus der Pharmaindustrie werden solche Überlegungen im Rahmen der Psychoonkologie in Deutschland nicht mehr verfolgt: an Krebs verdient man exzellent.

Der Focus klärte dankenswerterweise auch auf, was nun solche Affirmationen sein können:

„Das Leben liebt mich.
Ich bin einfach wunderbar, na das ist doch sonnenklar.
Ich gehe von Vergnügen zu Vergnügen.
Nur Gutes erwartet mich.
Ich behalte immer gute Laune und lass die Dinge wie sie sind.“

Also doch: Prahlgesänge.  Oder?

Was ist eigentlich genau „das Leben“? In Form von Bakterien bzw. Raubtieren äußert sich diese Liebe auf recht eigentümlich Art und Weise, denke ich dann noch an Krankheit und Alter, wird es noch schwieriger, diese überschießende Liebe mit dem einfachen Verstand in Beziehung zu bringen.

Gehören Sturmfluten, Vulkanausbrüche und Wirbelstürme auch zu diesem „Leben“?

„Ich bin einfach wunderbar“ … ein Prahlgesang, wohl wahr – galt früher nicht mal „Eigenlob stinkt“? Und … wäre es nicht viel schöner und aufbauender, dies aus dem Munde anderer Menschen zu hören anstatt nur aus seinem eigenen?

Und diese Vergnügensgeschichte … wird bei einigen Berufsfeldern schwer durchzu  halten: Krankenpfleger, Bestatter, Kanalarbeiter vorne weg … und eigentlich alle anderen arbeitenden Menschen hinterher, immerhin singen die jeden Montag Morgen ein anderes Lied.

„Nur Gutes erwartet mich“ … verweigern unsere Kinder mit diesem Argument Schulbesuch und Ausbildung, werden schnell andere Affirmationen geschrieben, denke ich mir. Aber Lottoscheine kann man mit dem Slogan gut verkaufen.

„Ich behalte immer gute Laune und lass die Dinge wie sie sind“ – so wünscht sich der Feudalismus seine Bürger, so dressiert arbeiten die 16 Stunden am Tag, sieben Tag die Woche für die prallen Bäuche ihrer Herren.

Ja – und um Dressur geht es hier. Auch darüber klärt ein großes, deutsches Nachrichtenmagazin auf. 10000 Mal sollte man die Affirmation schon aufsagen, zehn mal täglich mindestens, dann stellt sich der Erfolg ein. Dann liebt einen das Leben, man ist sonnenklar wunderbar, geht von Vergnügen zu Vergnügen, kann nur Gutes erwarten, behält immer gute Laune und läßt die Dinge, wie sie sind – vor allem die ökonomischen und politischen Verhältnisse.

Wer den Artikel geschrieben hat?

Nicht irgendwer, sondern Dr. Ilona Bürgel:

„Die Referentin Dr. Ilona Bürgel ist Psychologin und Autorin. Sie hat sich auf den Wirtschaftsfaktor Wohlbefinden spezialisiert und zeigt, wie der Spagat zwischen Lust auf Leistung und Erhalt der eigenen Ressourcen in der Arbeitswelt von heute gelingt. Sie studierte Psychologie an der Universität Leipzig und promovierte zum Autobiographischen Gedächtnis. Dr. Ilona Bürgel arbeitete 15 Jahre im Management der freien Wirtschaft.“

Und sie ist Vorbildunternehmerin des Bundesministerium für Energie und Wirtschaft. Ebenso Autorin des Buches: „Jetzt denke ich wirklich nur an mich“.

Menschen wie Sie findet man oft in der „Szene“. Jahrelang dem Moloch Geld gedient und dann aus dem System heraus eine Dienstleistung gefunden, die dem System so sehr dient und nützt, dass sie von den Herren des Geldes oft gekauft wird, um die Mitarbeiter zu drillen.

An was für einer Gesellschaft baut man dann mit solchen Affirmationen?

Politisch gesehen: an einer Duckmäusergesellschaft von asozialen Egomanen. Schauen wir uns um, dann merken wir vielleicht schon jetzt, dass die Tausenden von Trainern, die Tag für Tag von Unternehmen bezahlt werden, einen gewissen Einfluss auf die politische Gestaltungskraft der Bürger hatten.

„Affirmationen statt Demonstrationen“ …. so der Wahlspruch. Niemand scheint Bedenken daran zu haben, dass diese Philosophie gerade aus der Ecke des sterbenden Kapitalismus kommt, der sich keinerlei kritische Gedanken mehr erlauben kann und eine Programmierung zum zwanghaften Wohlfühlen braucht, um noch von den Menschen eine Weile weiter getragen werden zu können. Könnte aber erklären, warum die Agenten dieser Philosophie nahezu unbeschränkt von Konzernen mit Geldmitteln ausgestattet werden … wenn sie innerhalb der Konzerne zuvor bewiesen haben, dass sie zu jeder Zeit linientreu sind.

Wir wollen aber nicht zu politisch werden – heute ist ja Sonntag. Bleiben wir beim Nutzen für den Einzelnen.

Fangen wir morgens früh an – und bleiben auf dem Boden der Realität.

Der Tag beginnt im Bett – für mich um 6 Uhr. „Das Leben liebt mich“, kann ich mir sagen, während ich den klagenden Misstönen des Weckers lausche, die absichtlich so gestaltet sind, um mich aus dem Schlaf zu reißen. Ich sage mir, dass ich sonnenklar wunderbar bin – dem Wecker ist das egal, er klingelt weiter. Ich wiederum rede mir ein, dass ich von Vergnügen zu Vergnügen gehe … während der Wecker ein anderes Lied singt. Ich vergewaltige meine Ohren und mein musisches Empfinden und rede mir weiter ein, dass mich nur Gutes erwartet: diesen Akt der Realitätsbeugung muss ich angesichts des metallischen Kreischens neben meinem Bett erfolgreich vollziehen, um die Affirmation durchhalten zu können. Letztlich behalte ich meine gute Laune und lasse die Dinge so, wie sie sind, ja, denke mal nur an mich – und bleibe liegen, so, wie es mir am Besten gefallen würde.

Die Folgen?

Die Kinder kommen zu spät zur Schule (bzw. gar nicht), ich fehle am Arbeitsplatz, mangels morgendlichem Stuhlgang habe ich im Laufe des Tages zunehmend ernsthafte gesundheitliche Probleme. Nach einer Woche findet man mich dann – voller positiver Affirmationen – tot im Bett. Verdurstet, verhungert, aber voller guter Laune, weil ich die Dinge so gelassen habe, wie sie sind.

Probieren Sie das mal ruhig aus … und schreiben akribisch auf, was sie alles sonst noch TUN, um die vernichtenden Folgen der geistlosen Affirmationen zu neutralisieren. Ja – sie setzen automatisch – ohne große Gedanken – Taten an Stelle von Gedanken ein, um negative Folgen schon im Ansatz zu ersticken.

Bleiben wir beim morgendlichen Toilettengang – da helfen mir die Affirmationen sehr: „ich gehe von Vergnügen zu Vergnügen, nur Gutes erwartet mich“: so erheitern mich die Sprüche neoliberaler Motivationspsychologie schon bei den ersten Taten des Tages, geht es dann um Staub putzen, Wäsche waschen, Staub saugen (sehr schmerzhaft bei meiner Grunderkrankung), spülen, kochen, Biomüll entsorgen und die Hausaufgaben pubertierender Menschen zu kontrollieren, merke ich, dass Affirmationen einen gewissen Galgenhumor in sich tragen, den man aber nur merkt, wenn man in die Gänge kommt … also: zur Tat schreitet, die Dinge eben nicht so lässt, wie sie sind, sondern folgerichtig und notwendig verändert – und zwar selbst dann, wenn mit dem Prozess der Veränderung das eine oder andere Ungemach, die eine oder andere Unannehmlichkeit verbunden ist oder im schlimmsten Fall sogar Arbeit droht …. oder die Revolution.

Wie oft bleibe ich eigentlich im Alltag mit den Affirmationen auf der Strecke … wenn ich den „Anderen“ begegne, jenen Wesen, die nach Sartre die einzig wahre Hölle darstellen?

Was für ein Selbstbild bleibt eigentlich nach jahrelangem Selbstbetruges (also: kritiklosem herunterbeten selbst geschaffener oder übernommener Glaubensätze) übrig, wenn man … krank wird? „Alt werden ist nichts für Feiglinge“ – so die Ärztin meiner Mutter, die mit bald 81 Jahren über beständig größere körperliche Mängel klagt: man sieht – die Krankheit kommt automatisch.  Was ist wenn die Umwelt (die von Menschen, die lieber nur an sich denken, selten wahr genommen wird), beschließt, dass man an Krebs erkrankt, gutes Opfer für einen Autounfall ist, mit seinem Land gerade prima in den Krieg mit dem Nachbarn ziehen kann, tödliche Medikamente oder überflüssige Operationen verordnet bekommt oder es Zeit ist für groß angelegten Wassermangel … oder Massenentlassungen?

Prahlgesänge – das wusste schon das alte Testament – haben leider keinen Einfluss auf die Realität. Der jedoch muss ich mich stellen.

Prahle ich: „ich bin reich, gesund, jung und der Mittelpunkt der menschlichen Gesellschaft“ so ist dies wohl nur für sehr wenige eine Beschreibung der Realität … und bietet dem Universum, dem Unterbewusstsein, den Geistern und Göttern keinerlei Handlungsanreiz: gilt, das Gedanken Realität formen, dann ist die ja mit dem Aussprechen der Affirmationen schon eingetreten – was gibt es da noch für einen Handlungsbedarf?

Gestehe ich jedoch, dass ich arm, alt, krank und einsam bin, so haben Unterbewusstsein und Götterwelt einen klaren Handlungsauftrag … und auch ich selbst werde aufgerufen, mal was anderes zu tun als mir dauernd die Welt schön zu reden.

Wissen Sie übrigens, was mit der Methode der „Affirmation“, die gerne von Sektenführern eingesetzt wird, um ihren Ausschließlichkeitsanspruch durchzusetzen, alles „bewiesen“ werden kann? Unter anderem … dass die Erde eine Scheibe ist, die Sterne nur Löcher im Firmament und der Mond aus grünem Käse? Versuchen Sie es mal selbst: sagen sie 10 000 Mal das die Erde eine Scheibe ist … und achten Sie auf ihre emotionalen Reaktionen im Laufe der Jahre, wenn Ihnen jemand die Erde als Kugel verkaufen will.

Ich denke: einen Großteil menschlichen Elends haben wir gerade solchen Realitätsverdrängern und Wirklichkeitsleugnern zu verdanken, die dafür sorgen, dass Menschen noch heftiger auf die Betonplatte des Alltages aufschlagen, wo es in der Tat Menschen, Firmen und Behörden gibt, die ihnen absichtlich Schaden zufügen wollen … und dabei nicht mit Affirmationen arbeiten.

Deshalb bleibe ich lieber bei meiner „Affirmation“: ich bin arm, alt, krank und einsam.

Die hat mich innerhalb von nur vier Monaten zu neuen Freunden, neuen Wohlfühllebensraum, anderer Bewertung meines „Seniorentums“, Bargeld und einer überraschend positiven Erfahrung bezüglich meiner Restleistungsfähigkeit geführt.

Doch dazu bedurfte es der Tat, glücklichen Fügungen, der Hilfe von Menschen und der Bereitschaft zu größtmöglichem Arbeitseinsatz. Habe ich aber die Hilfe von Menschen, die Bereitschaft zur Arbeit und zur Tag … wozu brauche ich dann noch „Affirmationen“?

In der Zeit genieße ich lieber die schöne Aussicht.

 

 

 

Die Frage nach dem bewaffneten, gewaltsamen Widerstand in Deutschland und Europa

Die Frage nach dem bewaffneten, gewaltsamen Widerstand in Deutschland und Europa

Samstag, 18.1.2014. Eifel. Hatte ich eigentlich schon mal erzählt, dass ich eigentlich ein Mann der Tat bin – und ziemlich darunter leide, aus gesundheitlichen Gründen nur noch sehr eingeschränkt aktiv sein zu können? Darum war ich auch recht erfolgreich in  der Pharmaindustrie – habe in zehn Jahren mein Gehalt vervierfacht … um mal „Erfolg“ messbar zu machen. Ja – die Kunst der Philosophie bringt sehr viel im praktischen Leben, weshalb ich immer wieder verdutzt dreinschaue, wenn ich Menschen begegne, die sich „eine Meinung bilden“, dann „eine Meinung haben“ – und nicht im geringsten verstehen, dass diese Pippi-Langstrumpf-Prinzip (ich mach´ mir die Welt, wie sie mir gefällt) sie auch beruflich, politisch oder gesellschaftlich nicht weit bringt.

Nun ja – Pharmaindustrie ist schon ein lustiges, unterhaltsames Arbeitsfeld – wenn man ständig neue Rekordumsätze schafft. Wer Reisen mag, keine Familie, kein Gewissen sein Eigen, nicht an Morgen denkt, der kann da sehr zufrieden leben – wie alle anderne Auftragskiller. Ja – das ist die dunkle Seite der Interkontinentalreisen: man bringt dafür Leute um. Nicht persönlich – der Arzt erledigt das per Verordnung. Die kriminelle Energie in der Branche ist gewaltig – sieht man auch an den unterschlagenen Firmengeldern, von denen man sich das eine oder andere Leckerli im Bordell gönnt.

Glauben Sie nicht? Ich sollte es selbst tun. Ein Medikament einführen, dass in Europa wegen eventuell tödlicher Nebenwirkungen keine Zulassung erhalten hatte. Die Unterlagen zu den Nebenwirkungen sind sicher nicht mehr auffindbar. Man hatte mir einen Professor als Partner zur Seite gestellt und wir sollten dieses tödliche Medikament an allen öffentlichen Stellen vorbei in den Markt einschleusen … da hätte es dann auch keine staatliche Kontrolle wegen der Todesfälle gegeben. Das war für mich der Moment zu sagen: nein danke. Trotz 6 Kinder und Hypothek. Ich habe dann lieber einen Betriebsrat gegründet, was zu sofortiger fristlosen Kündigung führte. Aber wenigstens brauche ich nicht mit Leichen im Gepäck reisen. Das Medikament ist heute zugelassen, die Daten zur Nebenwirkungen im kardialen Bereich sind nicht veröffentlicht, das Arzneitelegramm rät davon ab, das Mittel irgendjemand anderem als dem Mülleimer in der Praxis anzuvertrauen. Der Mann, der das initiiert hatte, wurde befördert.

Das mag ein Beispiel dafür sein, dass für jeden irgendwann mal der Moment kommt, wo man entschieden „NEIN“ sagen muß – auch wenn es die eigene Versorgung gefährdet. Damit habe ich einige Jahre lang das Leben von Menschen gerettet, die ich nie kennen lernen werde. Jubelgefühle hinterläßt das nicht – für meine Ehe war die Entscheidung wahrscheinlich nicht gut, Frauen, die ihrer Lebensplanung das Versorgungsmodell fest verankert haben, reagieren langfristig nicht gut darauf, wenn diese Versorgung gefährdet wird: aber darum gab uns Gott ja das Gewissen … um auch dann das Richtige zu tun, wenn es total unvernünftig ist.

Dieser Moment der Entscheidung mag aber auch für ein ganzes Volk oder einen ganzen Kontinent kommen, die im Kampf der Systeme den Kürzeren ziehen.

Ab wann steht man auf, sagt: NEIN! und handelt auch danach?

Die Militärs der westlichen Welt rüsten sich schon jetzt für den Kampf gegen die aufständische Bevölkerung und testen die Waffen im Ausland, siehe Neues Deutschland:

»Die Waffensysteme, die vor der Botschaft aufgefahren wurden, habe ich noch nie zuvor gesehen«, berichtet Lorena Delaya von der Nationalen Widerstandsfront eingeschüchtert. »So etwas kennt man höchstens aus Kriegsfilmen.« Die neue Generation der in den USA entwickelten Aufstandsbekämpfungswaffen scheint gerade in ihrer Gesamtheit in Honduras zum Einsatz zu kommen. Apparate, die elektromagnetische Wellen aussenden, sogenannte nicht tödliche »Antipersonen-Mikrowellen-Waffen« und Schallwaffen, die mit einer Maximallautstärke von 150 Dezibel die Hörorgane dauerhaft schädigen können. Außerdem eine perfide Mischung von toxischen Substanzen, die als Gas aus Hubschraubern abgeworfen oder von Wasserwerfern in die Menge geschossen werden.

Das deutsche Frauenhoferinstitut organisiert seit 1998 Symposien über „non-letal-weapons“ – alles auf Englisch, dass der Durchschnittsdeutsche nicht hinreichend versteht. Hören wir uns doch mal ein paar von den Titeln des ersten Symposiums (2001) an:

Safety Evaluation of Pepper Spray as a Police Weapon

Studies on the possible Effects of High Power Microwaves on the Central Nervous System

Influence of Laser Radiation on Man

Schön fand ich den Titel „PsyOps“ – Spiele mit der Wahrheit, die wir jeden Tag in unserem Leben erfahren dürfen:

To evaluate the effectiveness of PsyOps, we conducted three laboratory studies based on a theoretical model of persuasion which is best summed up as “Who says what inwhat channel to whom and with what effect?”

„Auf welchem Wege schleuse ich Legenden über die nicht existente BRD, die Nazi-Basen auf dem Mond und die große jüdische Weltverschwörung in die Widerstandsgruppen, damit die sich am Ende völlig lächerlich machen“ – wäre ein Beispiel. Oder: wie verhindere ich durch gezielte Arbeit an dem Ruf einer Person, eines Nachrichtenmediums oder einer Partei, dass diese Macht und Einfluss bekommen.

Welche Länder arbeiten daran mit?

Die Niederlande, Belgien, Schweden, Deutschland, Italien, Portugal, Tschechien, Frankreich, Großbritannien, Finnland, Norwegen, Österreich, Schweiz und die lupenreine Demokratie Russland. Island, Irland, Spanien, Dänemark, Griechenland, der Balkan und der Rest der Länder des ehemaligen Warschauer Paktes sind nicht daran beteiligt: eine denkwürdige Allianz, die sich dort in aller Öffentlichkeit aber ohne große Aufmerksamkeit gebildet hat.

Treffen sich jedes Jahr wieder, um über Waffen zu diskutieren, die man gegen das eigene Volk einsetzen kann ohne die Infrastruktur oder die Fabriken in Gefahr zu bringen.

Die Methode der PsyOps wird übrigens systematisch von der Pharmaindustrie eingesetzt, um die gesamte deutsche (oder europäische) Ärzteschaft zu steuern … so bekommt man ein Land, dass höchste Erträge bei durschnittlicher Versorgung (sprich: Investment) garantiert. Wen man so etwas einmal erlebt hat, wundert man sich nicht mehr über viele Erscheinungen der politischen Welt, wo man mit kleinen, engagierten Gruppen ebenfalls Riesenerfolge erzielen kann, ohne Wasserwerfern, Giftgas, Mikorwellen, Einkesselungen und aktustischem Terror ausgesetzt zu werden. Auch Bankraub findet ja heute nicht mehr mit Staubtuch im Gesicht und Auto vor der Tür ab: viel effektiver ist die Arbeit über Rettungsschirme der EU – da kassiert man mehr, als man je mit einer Kolonne von Lastwagen wegschaffen könnte.

Eine lange Vorrede – die notwendig ist, um nur halbwegs zu skizzieren, auf welchem Schlachtfeld wir uns gerade befinden. Gegenüber dem 19.Jhd. hat sich da einiges geändert: man marschiert nicht mehr bunt gekleidet in Reih und Glied auf den Gegner zu, um sich dann nach Signal so lange mit Bleikugeln zu beschießen, bis eine Seite wieder zurückmarschiert, noch stürmt man nach Art der Ritter mit gezücktem Schwert auf die Kolonne der Staatsbüttel zu, um die eingekesselten Maiden zu befreien.

Warum die Vorrede?

Ich habe auf eine meiner Fragen eine Antwort bekommen, die ich hier mal zitieren möchte.

„…was wäre zu tun, um das unvermeidliche aufzuhalten…“

  1.    Redefinition des Rankings der Werte und daraus ableitend gelebte Konsequenz.

 

2.    Erhöhung der Wehrhaftigkeit

 

3.    Angriffsabwehr und Gegenangriff

 

  Danach Reset und Neubeginn, bis zur nächsten Iteration.

Das wird an anderer Stelle sogar weiter ausgeführt:

Eine langfristige Lösung kann es nur durch einen Paradigmenwechsel geben und diesen kann man nur mittels körperlicher Gewalt umsetzen. Das heisst nicht, dass man selbst körperliche Gewalt anwendet (worauf es aber trotzdem und leider in Teilbereichen früher oder später hinauslaufen wird), sondern dass man selbst Ziel von körperlicher Gewalt werden wird und dass man die Kraft hat, dieser lange genug stand zu halten. Das erleben wir derzeit an allen Ecken und Enden: Wer nicht mitmacht, wird weichgeknüppelt.

Und das ist doch genau die Frage, um die es eigentlich geht. Erfolgreiche Revolutionäre wissen das. Findet man bei „gut zitiert„:
Die politische Macht kommt aus den Gewehrläufen.
Quelle: Worte des Vorsitzenden Mao Tsetung, Peking 1967, S.74; Probleme des Krieges und der Strategie, 6. November 1938; Ausgewählte Werke Mao Tse-tungs, Bd. II

Man komme mir da jetzt nicht mit Ghandi: die Folgen seiner Taten waren die größte Völkerwanderung der indischen Geschichte, mehrere blutige Kriege zwischen Pakistan und Indien – die bis heute nicht beendet sind. Ein Schuß: da war dann Schluß mit Ghandi. Fasten macht nicht kugelfest, noch bewirkt es irgendetwas.

Wer jetzt aber meint, er brauche sofort die Kalaschnikow, um die Verhältnisse zu ändern, dem muss ich leider sagen: zu spät. Die Bundesregierung bringt seit einigen Jahren die Bundeswehr gezielt in Stellung gegen die Bevölkerung – die Wehrpflicht wurde abgeschafft, Organisationsformen zur flächendeckenen Zusammenarbeit mit Behörden, Polizei und Feuerwehr geschaffen (Stichwort: zivil-militärische Zusammenarbeit), sogenannte Sicherungskompanien werden flächendeckend aufgestellt (siehe Bundestag): aus der Sicht eines Militärstrategen bereitet sich die Bundesregierung schon längst auf die Niederschlagung großer Aufstände vor … noch bevor überhaupt jemand in Deutschland daran denken würde, aufzustehen. Wer weiter denkt, wird verstehen, wie sinnvoll es war, den Umbau der sozialen Sicherungssysteme (bzw. ihre Vernichtung) in die Hände eines Oberst der Bundeswehr zu legen … da hat schon jemand sehr weit nach vorne gedacht.

Die scheinen mehr zu wissen, als uns die handverlesenen und sytemgeschulten Bezahljounalisten gerne erzählen wollen – wäre mein Eindruck dazu.

Ob man am Frauenhoferinstitut schon 1998 von der drohenden Immobilienkrise in den USA wußte? In Anlegerkreisen und im Pharmamanagment wußte man es schon – dafür kann ich persönlich bürgen. Heute wissen es „Nicht-Entscheider“ (oder auch: „Konsumenten“) ebenfalls.  Und Helmut Schmidt wußte es ebenfalls – schon viel früher.

Einmal abgesehen davon, dass nur Menschen mit aktivem Gewissen erkennen, dass die Zeit zum Handeln gekommen ist, weil der Staat nur noch Instrument einer Bereicherungsschicht der Bevölkerung ist und Mitglieder der Regierungen ganz offen von dieser Schicht mit dekadenten Abschöpfpöstchen versorgt werden, dafür aber durch Entzug der Lebensgrundlage das Leben widerspenstiger Arbeitsloser (die nicht mehr unter der „Aufsicht“ der Wirtschaft stehen) wissentlich und mit voller Absicht in Gefahr bringt, ist es auch gerade dieses Gewissen, dieser Rest von Anstand, Gesetzestreue, Moral und Verantwortung, der einem den Gebrauch der Waffe unmöglich macht.

Ich weiß dass – ich gehöre noch zu denen, die den Dienst an der Waffe aus Gewissensgründen abgelehnt haben … zu einer Zeit, wo man damit ein hohes persönliches Risiko einging, weil eine Kommission die Existenz dieses Gewissens erstmal überprüft hat. Menschen, die hier nicht anerkennt wurden, wurden im Anschluß bei der Bundeswehr schikaniert bis zum geht nicht mehr. Nun – seitdem habe ich ein staatlich attestiertes Gewissen … das ist irgendwann vielleicht auch mal etwas wert.

Allerdings: wenn der Staat beginnt, Bürger zu töten, sollte man wissen, dass der demokratische Zug endgültig abgefahren ist. 2002 konnte ich mir Widerstand gegen Mordaufträge des Konzerns leisten, weil ich wußte, dass mich der Staat (also: die Gemeinschaft aller Bürger, die mit ihrem Geld, ihrer Arbeit und ihrem Willen zur Zusammenarbeit den Staat überhaupt erstmal ausmachen) auffangen wird, wenn Goliath (Konzern) gegen David (ich) marschiert.

Wenn ich recht informiert bin, würde ich heute jegliche Unterstützung verlieren, weil ich nicht alles in meiner Macht stehende getan habe, um meine Arbeit zu behalten – ich wage gar nicht daran zu denken, wie viele Menschenleben allein diese Entwicklung kostet, weil jetzt viele Menschen in meiner Situation vor der Frage stehen: die oder ich.

Das ist also das strategische Umfeld, in dem wir uns bewegen: wir sind unfreie Bürger,  waffenlos (oder ganz schnell tot, weil wir mit bloßen Händen gegen Panzer angehen müßten), im Ernstfall abgeschnitten von jeder Versorgung – wie eine versprengte Einheit im Feindesland, zudem beständig von Falschinformationen in die Irre geführt, die von PsyOps jederzeit äußerst geschickt und sehr intelligent auf allen möglichen Kanälen eingeschleust werden, um eine Allianz der reinen und praktischen Vernunft im Sinne Immanuel Kants, eine Allianz christlichen Werten verbundener Menschen oder einer Allianz der Freunde Karl Marx zu verhindern.

Kein Wunder, dass die NSA Deutschland zu gezielt ins Auge fasst: als Volk der Dichter und Denker haben wir die PsyOps der Mächtigen seit Luther immer wieder torpediert … und wir brachten Rom zu Fall. Den Welt-Entscheidern ist das wohl bewußt.

Ist die Lage deshalb hoffnungslos? Ist die Verwandlung der Welt in ein riesiges Armuts- und Arbeitslager als logische Konsequenz von Finanzkapitalismus und Globalisierung wirklich alternativlos – genauso wie das brutale Ende unserer Kultur, wie es Arnold Gehlen prophezeite? Darum ging es ja in dem Artikel: der unvermeidliche Untergang unserer ganzen Kultur – an dem außer einigen, die in den USA oder Russland einen Zweitwohnsitz haben – niemand ein ernsthaftes Interesse haben kann.

Der Autor des Kommentars – den ich Aufgrund seiner beruflichen Einbindung anonym halten möchte (auch wenn das eventuell gegen seinen Wunsch gehen würde, weil er zu seinen Worten steht) – sieht diese Entwicklung klar vor Augen … und sagt auch deutlich, worum es geht: nicht Gewalt anwenden, sondern Gewalt aushalten können, um einen Paradigmenwechsel herbei zu führen.

Undenkbar? Der japanische Politolog und Rechtswissenschaftler Mitsuo Miyata hatte 1971 ein Konzept für nationalen Zivilwiderstand entwickelt: wie kann sich ein Land gegen einen militärischen Agressor verteidigen, ohne eine Armee zu besitzen und ohne selbst zu morden? Es ist lange her, dass ich dieses Konzept überflogen habe … aber damals hatte es mich überzeugt: das funktioniert.

Auf eine Organisation kann man hier jedoch nicht verzichten: die politischen Offiziere der Aktion dürfen nicht abhängig sein von fremden Geldmitteln, um ihre körperliche Existenz sicher zu stellen. Wie man in Deutschland am Beispiel des Arbeitslosenaktivisten Ralph Boes sieht, zögern die aktuellen Machthaber nicht, ihn einfach auf der Straße verhungern zu lassen – an einen Dialog mit ihm sind sie überhaupt nicht interessiert, sein Hungertod wird billigend in Kauf genommen.

Widerstand – so Mitsuo Miyata – ist nicht unmöglich. Widerstand ohne Tote jedoch nicht. Widerstand ohne Gewalt auch nicht.

Wissen Sie, wie ich meine Gewissensprüfung bestanden habe?
Der Bundeswehroffizier fragte mich, was ich tun würde, wenn ich Holländer wäre (andere Fragen gingen in Richtung „Mann mit Flammenwerfer stürmt Kindergarten“ oder „Atombomber im Anflug auf die Heimatstadt meiner Familie“) und deutsche Panzer rollen ins Land. Ich sagte: ich würde mich vor den Panzer legen … in der sicheren Gewissheit, dass in dem Moment das Gewissen des Panzerfahrers aktiv werden würde. Wenn nicht durch mich, dann durch hundert andere, die sich vor den Panzer legen: irgendwann ist der Mensch am Steuer überfordert …. und irgendwann versteht überhaupt keiner mehr, was das Gemetzel soll – aus so einem Volk kann man keinen Gewinn schlagen, es zu besetzen ist teurer, als auf das Gebiet zu verzichten.

Der Offizier stürmte zornig aus dem Raum – außer sich vor Wut. Die Kommision bescheinigte mir das Gewissens, in einem Gespräch vor der Tür schleuderte mir der Mann hasserfüllt entgegen, dass er mir kein Wort glauben würde.

Ich bemerkte, dass sein Gewissen dabei war, die Konditionierung seines Verstandes abzuschütteln

Dabei wollte ich zwei Jahre zuvor noch zur Bundeswehr oder zum Grenzschutz: Orte, wo Taten gefordert waren. Arbeit in einem Großraumbüro war für mich unvorstellbar, in der Familie hatten wir viele Militärs, die mir rieten, diesen Weg einzuschlagen: ich hätte da Qualitäten, die man dort gut brauchen kann.

Das Töten von Menschen bringt mich jedoch in große persönliche Schwierigkeiten – selbst gegen viel Geld oder die Androhung von Sanktionen.

Darum meine Antwort auf diese Mail: ja, der Weg ginge. Ohne Gewalt (die auch Gandhi in passiver Form angewendet hatte) wird man den momentanen Kriegsgewinnlern die Herrschaft nicht entreißen – und somit auch den prophezeiten Untergang des Abendlandes nicht aufhalten können. Nur dürfte man in einer durch und durch egomanen (und auch gezielt so gezüchteten) Welt nicht genug Rebellen zusammenfinden, die passive Gewalt anwenden und sich so der brutalen, aktiven Staatsgewalt aussetzen … auch dann nicht, wenn dadurch der Untergang des Abendlandes aufgehalten werden könnte.

Ein bewaffneter Aufstand jedoch – wäre kompletter Selbstmord, auch wenn manche ihn herbeisehen mögen, um  ihrem Elend ein Ende zu setzen.

Der Herr der Ringe: Gedanken zur Revolution in Deutschland und Europa

Die schwarz-rote Koalition ist noch nicht richtig im Amt, da fängt sie schon an, ihre Allmacht auszuspielen. Schön, wenn man alle Hebel der Macht in der Hand hat, oder? Da kann man so richtig "durchregieren". Erstmal wird die Legislaturperiode verlängert. Toll oder? Da hat man dann auch mehr von den jährlichen Diätenerhöhungen. Manchen reicht noch nicht mal die Diätenprasserei, sie wollen die Millionen sofort: kreative Pöstchenschaffung auf Staatskosten erleben wir gerade im Zusammenhang mit der Affäre Pofalla, ein Vorgang, der sogar für die konservative Grüne Göhring-Eckhard nach Versorgung riecht (siehe Spiegel). Nur zwei Häßlichkeiten einer ganzen Reihe von Absonderlichkeiten, die in diesem Jahr noch  zunehmen werden: absolute Macht ist nie gut.

Montag, 6.1.2014. Eifel. Die schwarz-rote Koalition ist noch nicht richtig im Amt, da fängt sie schon an, ihre Allmacht auszuspielen. Schön, wenn man alle Hebel der Macht in der Hand hat, oder? Da kann man so richtig „durchregieren“. Erstmal wird die Legislaturperiode verlängert. Toll oder? Da hat man dann auch mehr von den jährlichen Diätenerhöhungen. Manchen reicht noch nicht mal die Diätenprasserei, sie wollen die Millionen sofort: kreative Pöstchenschaffung auf Staatskosten erleben wir gerade im Zusammenhang mit der Affäre Pofalla, ein Vorgang, der sogar für die konservative Grüne Göhring-Eckhard nach Versorgung riecht (siehe Spiegel). Nur zwei Häßlichkeiten einer ganzen Reihe von Absonderlichkeiten, die in diesem Jahr noch  zunehmen werden: absolute Macht ist nie gut.

Diese Botschaft haben wir in den letzten Jahren gelernt, der Regisseur Peter Jackson hat sie uns nahegebracht in der Geschichte des kleinen Hobbit Frodo Beutlin, der den Zugang zur absoluten Macht vernichten musste: den Ring des dunklen Herrschers Sauron.  Mächtige Krieger, wahre Könige, engelgleiche Zauberer und Anderweltwesen meiden den Ring – weil sie wissen, dass sie seiner Macht – oder der Verlockung der Macht – nicht widerstehen können, nur Hobbits – Gestalt gewordene „kleine Leute“ können ihr länger widerstehen. Macht deformiert Charaktere – so die Botschaft dieses modernen Mythos.

Und doch brauchen wir Macht. Wir brauchten sie schon zu Anbeginn der Zeiten: ein Höhlenbär erlegt sich nicht von allein, der Zweikampf gegen den Säbelzahntiger ist wenig empfehlenswert – und im Krankheitsfalle ist der stärkste Krieger durch schwächste Feinde gefährdet. Wir wissen auch, wie wir Macht erlangen können, der Philosoph Hobbes hat eine ganze Staatsphilosophie zur Verteidigung des absoluten Monarchismus darüber geschrieben: wir wählen uns einen König, der unsere Kraft effektiv organisiert, um sie zu verfielfältigen.

Der Bibel zufolge warnte Gott schon die alten Israeliten vor diesem Schritt: das Problem ist schon seit Jahrtausenden bekannt: Könige sind teuer, bringen die Wirtschaft aus dem Gleichgewicht und im Extremfall fürchterlichen Terror über das Volk … wenn nicht sie selbst, dann ihre Erben.

Trotzdem sind sie im Kriegsfall unverzichtbar. Kriege bringen die Notwendigkeit effektiver Organisation mit sich – so brachte man den Säbelzahntiger zu Fall. Effektive Organisation kann sogar weit überlegene Feinde besiegen – in der Geschichte der disziplinierten römischen Armee findet man einige Beispiele dazu. Das Führen von Kriegen verlangt den Kriegshäuptling – also jemanden, der strategisch denken und taktisch handeln kann und so die Kraft des Stammes maximiert. Da Demokratien keine Kriege führen, brauchen sie keinen König und können sich der Frage nach zentraler Führung elegant entziehen … ebenso der Fragen nach den Gefahren der Korrumpierung durch die Macht selbst.

So war jedenfalls der Stand im 18. Jahrhundert – heute sind wir weiter. Im 21. Jahrhundert wissen wir, dass Demokratien Auftragsmorde ausführen lassen, Städte atomisieren und grundlos fremde Länder erobern (oder  mit einem Netz von Spionage überziehen) – und Deutschland marschiert ergeben mit. Wir haben die Kirchen bzw. die Religion aus unserem Alltag verbannt und sind in einen Zustand gefallen, der weit hinter dem Mittelalter zurückfällt: dort sorgte ein Gottesfrieden noch für zivile Kriegsführung, die sogar Angriffe auf Vieh verbot.

Wir erleben im 21. Jahrhundert auch neue Kriege: den Krieg der reichen Kaste gegen die Armen. Nun – der Krieg ist im Prinzip nicht neu, sondern einer der ältesten der Menschheit: es ist der Krieg des Adels gegen die Bauern (gerade jener Krieg sollte durch den Gottesfrieden gestoppt werden). Er ist nicht nur in der europäischen Geschichte zu finden, sondern weltweit zu beobachten – überall da, wo komplexere gesellschaftliche Organisationen die gezielte Anhäufung von Tauschmitteln erlaubt, die eigentlich der Allgemeinheit den Handel erleichtern sollte, aber von raffinierten kriminellen Egomanen zur Selbstbereicherung missbraucht werden.

Der Reiche raubt dem Volk die Tauschmittel, um sie für sich selbst zu horten – einfach so, aus Spaß. Gerne baut er um seinen Hort auch eine Burg, um die Beute vor dem Volk in Sicherheit zu wiegen, kauft sich Waffen und Männer für das Geld (und Frauen, die die Männer „unterhalten“), mit denen er dann bei den Bauern noch zusätzlich umsonst einkaufen geht, um seinen Hort zu schonen: so gebiert man Drachen, die einst Menschen waren. Das Verbot der Prostitution greift hier zentral an die Ausübung von Macht an – selbst wenn alle das freiwillig machen: ohne Huren werden die Söldner schnell unmütig, gehen nach Hause zu ihrer Frau. Mit Huren marschieren sie weiter.

Die so gewachsenen reichen „Familien“ stellen gemäß der Theorie eines amerikanischen Historikers (den habe ich schon mal zitiert, aber gerade nicht greifbar) eine zentrale Gefahr für den Staat dar – in Wirklichkeit ist die ganze Geschichte der Menschheit die Geschichte des Kampfes des Königs gegen die Räuberfamilien und der Räuberfamilien gegen den König.

Das ist heute nicht anders. Auch Deutschland respektiert als Demokratie die Notwendigkeit zentraler Führung in Kriegszeiten, darum haben wir nicht nur ein Parlament, sondern auch eine Kanzlerin mit Weisungskompetenz. Das hilft uns nur beim Kampf der Reichen gegen die Armen nicht weiter, wenn die Reichen über die Finanzierung der Parteien, die Gleichschaltung der Presse (dazu habe ich etwas bei Neopresse geschrieben), den Druck durch große Verbände, die Gleichschaltung von Führungspersonen durch Boni und Diäten (gewonnen durch den Raub an Tauschmitteln) und die Beschleunigung der Enteignung des Mittelstandes (läuft gerade mittels Preisen, Steuern und Gehaltsverzicht … natürlich alles freiwillig) die Herrschaft über die Meinung des Kanzlers sichern … und zur Not einfach einen Neuen erstellen. Wie das geht, hat man beim Bundespräsidenten Wulff gesehen, dem man seine Bankenkritik nie wirklich verziehen hat.

Doch was ist nun zu tun? Nun, folgen wir dem amerikanischen Historiker, ist mal wieder Zeit für einen König – oder besser gesagt: Volkskaiser. Es herrscht Krieg – zudem gegen eine materielle Übermacht: der läßt sich nur durch einen Kaiser gewinnen, einem militärischen Genie, dass die Schwachen vereint, um die Starken in die Schranken zu weisen – nur so sind die mächtigen Familien im Zaum zu halten. Eine Person, die die Macht von Millionen auf sich vereinigt und keinerlei Abhängigkeiten mehr unterliegt außer ihrem eigenen Gewissen, eine Person, die innerhalb kurzer Zeit durch ihre Verbände gesellschaftlichen Druck ausüben kann, der dem reichen Feind weh tut.

Die Ziele, die verfolgt werden müssen, sind klar: sämtliches Grundeigentum muss in die Hand der Eigentümer zurückgeführt werden: das ist die Gesamtheit der Deutschen. Eine Ausschlachtung des Landes und seiner Landschaften zugunsten der Räuberbarone muss aufgehalten und zurückgebaut werden.

Sämtliche Tauschmittel müssen in die Hand der Eigentümer zurückgeführt werden: das ist die Gesamtheit der Deutschen. Ihnen gehört das Geld, sie garantieren mit ihrer Arbeit für den Wert des Geldes, den Derivatezauberer mit 60 Billionen Euro Zaubervolumen massiv in Gefahr bringen. Eine Verstaatlichung und Dezentralisierung des gesamten Bankenwesens ist unumgänglich.

Sämtliche Parteien im Bundestag gehören umgehen verboten, aufgelöst und mit massiven Strafzahlungen handlungsunfähig gemacht. Grund: durch Fraktionszwang haben sie die unabdingbare Unabhängigkeit des Abgeordneten in Gefahr gebracht, SPD, CDU, CSU und FDP haben im Rahmen der Parteispenden ein Ausmaß an krimineller Energie gezeigt, dass sie als kriminelle Organisationen gelten sollen.

Neuwahlen müssen zügig ausgeschrieben werden, um ein parteifreies Parlament zu wählen. Programmbündnisse sind zulässig (einmal abgesehen davon, dass die Organisatoren des alten Parteienkartells ihr passives Wahlrecht verlieren – aus kartellrechtlichen Gründen).

In Folge massiver Staatsverschuldung gehört die Bundeswehr aufgelöst, 50 % des Geldes wird in friedenstiftende und sympathieerzeugende Maßnahmen gesteckt, der Rest geht für Schuldenabbau drauf. Wir sind so pleite, dass wir uns militärische Protzerei nicht mehr leisten können. Ebenso gehört die Nato aufgelöst: der Feind ist tot, Deutschland hat in diesem Bündnis nichts mehr zu suchen – noch können wir es uns momentan finanziell leisten.

Dringend brauchen wir Konzepte für die offensive Gestaltung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zukunft, Billiglohnland zu werden, reicht nicht aus, dieses Land auf Dauer durchzubringen: das wissen wir schon jetzt. Führendes Beispiel für eine lebenswerte Zukunft zu werden, schon: hier liegen ganze Welten brach, die es zu erobern und gestalten gilt. Das Land, das demokratische Ideale verwirklicht anstatt sie nur zu predigen könnte Beispielcharakter für die ganze Welt haben, Kirchen, Kommunisten und Idealisten würden es lieben.

Es gilt auch, die politische Landschaft zu verändern: 50 % der Sitze können durch direkte Abgeordnete vergeben werden, 50 % gehen an die Programmbündnisse, die für ihr Programm vor Ort die meisten Stimmen (nach dem Direktkandidaten der Konkurrenz) geholt haben: Listen von Lieblingspolitikern, die von den Räuberbaronen gepflegt werden, gehören so der Vergangenheit an.

Merkt man, wie groß die Widerstände der „Besitzständler“ werden würden? Das kann nur ein absoluter Herrscher durchsetzen – wie schon immer in der Geschichte. Hitler war so einer … und hier sehen wir gleich das Problem. Zwar hatte dieser Mann die Macht, die Räuberbarone in die Schranken zu weisen (wie auch Mussolini die Mafia kleingehalten hat), aber wie alle absoluten Herrscher wird er durch die Korruption der Macht selbst zum Drachen (und so dem Feind immer ähnlicher) und es gibt es nichts, was ihn aufhalten könnte … außer einer Allianz der Räuberbarone, die wir als Bürger dann wieder freudig begrüßen werden, wie wir zuvor den Führer begrüßt haben.

Ich denke: so wird es auch kommen. Wenn die Derivatenblase allein der Deutschen Bank platzt, sind wir für die nächsten hundert Jahre hoch verschuldet, während die Täter auf den Bahamas die Sonne genießen. Es wird Hunger geben, tote Kinder auf den Straßen, dann kommt der Zorn, dann der Führer mit seinen Uniformen. Mit etwas Glück wird es ein Napoleon. Mit etwas Pech ein Hitler. Wahrscheinlich aber irgendein Cäsar – war im alten Rom schon das Ende der Republik.

Das gilt natürlich nicht nur für Deutschland, sondern auch für Europa, ebenso für die USA.

Wie das enden wird, wissen wir auch: je kräftiger der Charakter, umso schneller wird er von der Macht (und dem Geld) korrumpiert  – und wird selbst zum Räuberkönig. Nicht schwer, so etwas vorauszusagen, wenn man mal ein Geschichtsbuch in der Hand hatte.

Nun – es muss aber kein starker, weiser, kräftiger Mann sein. Wir könnten jeden Tünnes mit Supermacht ausrüsten: er würde die Räuberbarone automatisch in die Schranken weisen. „Frodo for President“ war kein Hippiescherz, sondern gut durchdacht. Allerdings scheiterte auch Frodo – zuletzt war es sein tumber treuer Diener Sam, der fast durch Zufall die Welt rettete.

Würden wir es überhaupt schaffen, uns auf einen Volkspräsidenten, eine König, einen Kaiser auf Zeit zu einigen?

Manchmal kommt es mir so vor, als hätten wie einen König geköpft, um eine Million neue zu bekommen: gerade auf Seiten des linken Spektrums finde ich täglich neue Führer, die gerne andere ihre Arbeit machen lassen würde. Die würden sich nie hinter einen Kriegshäuptling stellen, der notwendige Schritte in verfahrener Situation einleitet … es sei denn, sie wären selber dieser Häuptling (mit US-Sportwagen ausgestattet, versteht sich). Menschlich verständlich und Ausdruck großer gedanklicher Souveränität, leider völlig uneffektiv im laufenden Krieg, der von den Reichen in die Gesellschaft hineingetragen wird und bald zum Sieg des neuen Adels führen wird: schon jetzt wird er uns als „Promi“ dauernd vor die Nase gehalten und täglich tausendfach als „besserer Mensch“ präsentiert, hat er einen Ski-Unfall, hält die Nation den Atem an.

Eher ist mit einer weiteren Zersplitterung der progressiven gesellschaftlichen und kulturell kreativen Kräfte zu rechnen: die Räuberbarone wissen, dass der Kaiser sie wieder in die Schranken weisen könnte – sie haben ihre römische Lektion gelernt und ergreifen schon heute durch gezielte Eingriffe in die Meinungsbildung Maßnahmen, jeglichen Widerstand zu zersplittern oder durch geschickte Implementierung von Agenten und Falschinformationen mit dem ultrarechten Lager zu verquicken … was sie gerade sehr erfolgreich tun, weil viele einfach nur noch dümmliche Parolen brüllen und sich kaum bewusst darüber sind, in welchen Argumentationsketten sie gerade eingeflochten werden.

Zur Not reicht aber auch der Wink mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag: dem Äquvalent des Entlassungsbriefes aus der Sklaverei der Leiharbeit oder der staatlichen Arbeitslosenverfolgungsbehörden.

Wer sich Gedanken über Revolution macht, muss ich Gedanken über die Rekrutierung, Aufstellung und Führung eigener Verbände machen, die auch ohne die Anwendung von Waffengewalt genügend Druck ausüben können, das Land von seinen Besatzern zu befreien und den laufenden Wirtschaftskrieg zu beenden. Solche Strategien gibt es, sie können sehr erfolgreich sein – sind aber nicht frei von menschlichen Opfern. Sie sind auch nicht immer legal  – aber das ist ein Krieg der Reichen gegen die Armen genau genommen auch nicht.

Wer sich Gedanken über Revolution macht, muss sich aber vor allem eine Frage stellen: wie schütze ich meine Revolutionäre vor dem bösen Willen des einen Ringes, wie sorge ich dafür, dass die Macht sie nicht korrumpiert und sie selbst  – als zum Beispiel als Politkommissare einer Roten Armee – an die Stelle der Räuberbarone treten.

Rote Räuber klauen nicht weniger als schwarze, grüne nicht weniger als gelbe.

Frodos sind selten in unserer Zeit, Sams fast ausgestorben: an Schicklgruberns („Hitler“ war ja nur der Künstlername) haben wir wahrlich keinen Mangel, davon gibt´s in jedem Mietshaus drei … und einer von ihnen wird in den nächsten dreissig Jahren das Rennen machen. Vielleicht aber schon 2018, wenn die Groko in ihrer unermesslichen Weisheit und völlig durch ihre ungegrenzte Macht beschließt, die Legislaturperiode nochmal um dreissig Jahre zu verlängern, weil die Erfahrung der Erschaffung von teuren Pöstchen aus dem Nichts (creatio ex nihilo) einfach zu schön ist.

Man kann sich hier aber einfach mal selbst fragen: wie schnell steht man stramm, wenn das Geld winkt?

Ab 100 Euro? Ab 1000? Ab 10000 – im Monat? Oder erst ab 100 000 000 Euro? Kein Problem, jede Summe ist denkbar: die modernen Räuberbarone erschaffen Geld wie Pöstchen aus dem Nichts.

Oder bleibt man auch angesichts einer Bonuszahlung von 1 000 000 000 Dollar ein kleiner, bescheidener Gärtner, der nur im Kreise seiner Kinder friedlich alt werden und seinen Blumen beim blühen zuschauen möchte?

Von diesen Gärtnern brauchen wir eine Armee von 8 Millionen Mann – damit kann man den Angriff der Superreichen in Deutschland wirksam aufhalten, für
Europa braucht man mehr. 100 000 allein jedoch … wären erstmal zu wenig. Es sei denn, sie bilden das Offizierscorps … zu dem die Sams dieser Welt wenig Lust haben. Gerade das macht sie ja so liebenswert und vertrauenswürdig und – wenn wir dem Mythos folgen wollen – so geeignet, eine Zeit lang die Last der absoluten Macht zu tragen, ohne selbst von ihr in Besitz genommen zu werden.

 

 

 

 

 

 

 

Wir, die Menschen in Europa, brauchen eine Revolution

Hallo,
im Anhang schicke ich euch einen Gastbeitrag zum Thema europäische Revolution. Er stammt aus Auszügen eines Berichtes namens „Revolutionäre Gedanken“, veröffentlicht von Heinz Sauren am 26. Juli 2011 auf http://freigeistblog.com/2011/07/26/rvolutionare-gedanken, am 6.August 2011  auch auf le-bohemien.net erscheinen. Ich finde ihn aktuell lesenswert in diesem Rahmen und habe eine Einleitung vorangestellt. Der zitierte Text ist fett formatiert. Ich habe ihn gekürzt und umgestellt. Die Wiedergabe hat der Autor auf seiner oben zitierten Webseite gestattet. Ich denke, dass der Leser sich anhand des Artikels leichter innerhalb des revolutionären Prozesses finden kann.

LG vom „Einsiedler“

(Denke ich auch – Rbb)

Diesen Gedanken möchte ich hier noch einmal vorstellen, da er den Charakter des anstehenden gesellschaftlichen Umbruches sehr gut skizziert und seine staatspolitische Tragweite auslotet.

Die meisten Bürger haben erkannt, dass die europäischen Parteiendiktaturen im Gefolge der Korpokraten nichts mehr zur Bewältigung gesellschaftlicher Aufgaben beitragen können und wollen. Das letzte Tafelsilber wird gerade von ihnen verscherbelt, die Bevölkerungen als Armeen von Zinssklaven an die Finanzgiganten verpfändet, um die spätrömische Dekadenz der leistungslosen Elite für alle Ewigkeit zu erwirtschaften.

Der Bürger hat das längst durchschaut und verlangt Korrekturen, bekommt aber bei den Wahlen – trotz gegenteiliger Versprechen –  immer nur die gleiche gescheiterte Politik in verschieden Verpackungen. Damit ist das System des Parteienstaates gescheitert. Zu lange haben uns die Parteien belogen, zu lange Besserung gelobt und doch nicht geliefert. Nun glaubt ihnen niemand mehr. Die Gesellschaft droht, im Kampf Jeder gegen Jeden zu zerfallen, falls sie sich nicht eine neue Geschäftsgrundlage gibt.

 

Der folgende Text besteht aus Auszügen eines Berichtes von Heinz Sauren, der am 26. Juli 2011 auf

http://freigeistblog.com/2011/07/26/rvolutionare-gedanken erstmals veröfentlicht wurde.

Wir, die Menschen in Europa, brauchen eine Revolution. Wir brauchen sie unabhängig von den Zielen, die sie trägt, um ihrer selbst willen. Eine Revolution ist geeignet, verkrustete Strukturen aufzubrechen, um wieder eine Verbindung zwischen den Regierungen und der Bevölkerung herzustellen. Wie sehr wir dieses nötig haben, hat uns Stuttgart 21 gezeigt. Dort wurde offensichtlich, dass Regierung und Volk, um miteinander reden zu können, einen Schlichter und Vermittler brauchen.

 Dieser Umstand zeigte deutlich die unüberwindbare Entfernung der Volksvertreter zu denen, die sie vertreten sollen. Wir brauchen kein Gemetzel nach dem Vorbild der französischen oder russischen Revolution, welches auch nicht zu befürchten steht, jedoch eine Revolution als reinigendes Gewitter, zur Wiederherstellung der Demokratie in ihrer gedachten Form, zum Nutzen und in Entsprechung des Willens des Volkes, auch gegen die Interessen des Großkapitals.

 Die Begründung für eine Revolution liefert immer der Staat selber, indem er die vom Volke gewünschten Veränderungen verweigert und sich somit seiner wichtigsten Aufgabe, dem Volke und seinem Willen zu dienen, entzieht. Durch diese Verweigerung seiner Verantwortung legt er diese Aufgabe in die Hand seiner Bürger. (…) Eine Revolution ist die Ultima Ratio jedes Volkes gegenüber einem Reform unwilligen Staat, als sein Souverän.

Revolutionen sind nicht Menschenmassen, die auf Straßen und Plätzen aufbegehren. Revolutionen geschehen viel früher. Sie entstehen in den Köpfen der Menschen, die aufgrund der ihnen vorliegenden Informationen ein Ungerechtigkeitsgefühl entwickeln. Wenn sie auf den Straßen zu sehen sind, ist dies nicht der Beginn einer Revolution, sondern ihr Zenith.

 Staatsgefährdend an diesem Umstand ist, zumindest aus der Sichtweise der etablierten Machthaber, dass sie ihre Privilegien nicht mehr historisch begründen und verteidigen können…

 Jede Revolution ist illegal (…) Auch die friedliche Revolution in Deutschland 1989. Jeder Teilnehmer verstieß gegen bestehende Gesetzte und war nach geltendem Recht ein Verbrecher. Somit wird deutlich, dass der Bruch von Gesetzen im Zuge einer Revolution zwangsläufig und legitim ist.

 Jede Revolution richtet sich auf die Errichtung neuer Werte. Dies ist der Umkehrschluss zu der staatlichen Definition zur Revolution, die einzig die Zerschlagung des Staates sieht. Es geht aber nicht um die Zerschlagung des Staates, diese ist nur ein Kollateralschaden, auf dem Weg zur Erreichung des Ziels, der Errichtung neuer Werte.

Es hat eine europäische Revolution begonnen. Unter den zur Verfügung stehenden Tatsachen lässt sich dieser Umstand nicht mehr leugnen, obwohl dieses von den etablierten Politikern, zum Zwecke der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung natürlich versucht wird.

 Die europäische Revolution will kein Chaos, sie will keine Anarchie, sie fordert noch nicht einmal die Köpfe der Regierungen. Sie fordert ein Ende der wirtschaftlichen Ausbeutung und eine Herstellung einer tatsächlichen Mitbestimmung. Forderungen die nicht utopisch sind, sondern verbriefte völkerrechtliche Ansprüche und Grundlage der europäischen Gesetzgebung. Diese Revolution fordert die Einhaltung der völker- und verfassungsrechtlich garantierten Rechte und eine Entrechtung des Großkapitals.

 Ob die europäische Revolution einen friedlichen und für alle positiven Weg nimmt, liegt nicht in den Handlungen und Forderungen derer, die dieses Revolution vorantreiben. Diese Entscheidung liegt in den Händen weniger, die von den aktuellen Umständen unverhältnismäßig profitieren und unserer Politiker, ob sie den Mut finden, über verkrustete Konventionen hinweg, mit den Revolutionären in eine ehrliche Auseinandersetzung zu gehen und ihre Entscheidungen nach pragmatischen und nicht nach ideologischen Gesichtspunkten zu treffen.

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