Rente

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Meinungsmache zur privaten Altersvorsorge mit Aktien

Die Kampagne zur Förderung der privaten Altersvorsorge mit Aktien nimmt mehr und mehr an Fahrt auf. Die NachDenkSeiten werden sich in dieser Woche noch ausführlich mit der Kampagne beschäftigen. Ein Argument, das bei der Kampagne immer wieder ins Feld geführt wird, ist besonders abstrus. Demnach soll ein „Investment“ in Aktien der Wirtschaft benötigtes Kapital zuführen und somit die Konjunktur stärken. Das ist jedoch schlichtweg falsch. Während klassische Formen des Sparens indirekt in der Tat die Wirtschaft mit Kapital versorgen, ist dies beim Erwerb von Aktien nicht der Fall.

Deutschland: Reiches Land? Arme Rentner.

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Sahra Wagenknecht

Deutschland sei ein reiches Land, heißt es. Aber warum gibt es dann so viele arme Rentner? Um Altersarmut und Grundrente, Riester-Trickserei und Politikversagen geht es in dieser Ausgabe meiner Videokolumne.

Deutschland – Räuberland

Dienstag. 16.1.2017. Eifel. Haben Sie es schon gemerkt? Das große Drama? Die ganz große, existentielle Krise, in der sich dieses Land befindet? Nein? Noch nichts aufgefallen? Wirklich? Nun – wir werden seit  einhundert Tagen nicht mehr regiert! Fühlen Sie sich nicht hilflos? Verängstigt? Allein gelassen – ohne das tägliche „Nudging“ der Bundeskanzlerin? Ach ja – dieses Nudging. Haben Sie wahrscheinlich schon vergessen. So, wie sie wahrscheinlich den Aufbau der britischen Facebookbrigade vor drei Jahren vergessen haben (siehe Spiegel). Haben Sie schon mal bei Facebook nachgeschaut, wo die Beiträge dieser Brigade zu sehen sind – mit dem Zusatz: „mit freundlichen Grüßen: Ihre Royal Army!“? Mir sind die Beiträge auch noch nicht aufgefallen – und ich zweifle auch daran, dass die da so offen auftreten. 1500 Mann schreiben in Facebook die Realität zu ihren Gunsten um: aber Sie fühlen sich immer noch gut informiert? Ja – und dann das Nudging. Irgendwo mal gelesen: „dies ist ein handlungssteuernder Impuls im Auftrag der Bundesregierung“? Nein, natürlich nicht. Es geht um Manipulation, massenhaft gesteuerte Meinungsbildung – manchmal zu einem guten Ziel: die Rettung der Ökosphäre (siehe Zeit). Gut – die haben wir jetzt offiziell aufgegeben: bei den Sondierungsgesprächen zur nächsten Groko wurden schon mal die Klimaziele abgeschafft (siehe Welt) während die gleiche Groko 2015 noch stolz verkünden ließ, dass Deutschland sein Klimaziel schafft (siehe Bundesregierung). Die Tagessschau informiert uns wenigstens, warum wir diese Ziele sowieso nicht schaffen (siehe Tagesschau):

1. Wir haben einen Wirtschaftsboom. Ja: Wirtschaft vernichtet Klima. Wenn die die Leute dazu animieren können (ja: Werbung ist auch Nudging, dass können nicht nur Regierungen – sind ja die gleichen Berater, die das organisieren), noch mehr SUV zu kaufen, ja, dafür sorgen, dass jeder, der kein SUV besitzt als vogelfreier Aussätziger anzusehen ist, dann ist´s aus mit dem Klima. Ja – es schafft Arbeitsplätze – aber nur jene, von denen keiner leben kann. Um die Arbeitsplätze zu erreichen braucht man – dank ziemlich eingestampften öffentlichen Nahverkehr – ein Auto, Jobcenter finanzieren die mit 1000 Euro – und was für eine Dreckschleuder man sich dafür nur kaufen kann, kann sich jeder selbst vorstellen. Nebenher gibt es noch einen anderen Grund, warum wir die Klimaziele nicht erreichen: wir fahren zu wenig Diesel, Diesel ist deutlich klimafreundlicher als Benzin – aber die Politik hat sich den Diesel gerade als Feind ausgedacht (jedenfalls: wenn Sie den fahren; die Megaproduzenten von Dieselabgasen in der Schifffahrt produzieren natürlich nur guten Feinstaub): deshalb wird er weniger gekauft, wer will schon riskieren, wegen Fahrverboten seinen Arbeitsplatz zu riskieren?

2. Wir haben zu niedrigen Kraftstoffpreise. Nun – sagt jedenfalls die Tagesschau, ich kann mich noch an Horrorschlagzeilen der Bildzeitung aus den neunziger Jahren erinnern (1991, wenn ich mich recht entsinne): KOSTET BENZIN BALD ZWEI MARK!??!?? … wir würden vor Freude tanzen, wenn wir diese Preise noch hätten. Gut – wir hätten schon längst das drei-Liter-Auto haben können … aber produziert, beworben und verkauft wird: der 16-Liter-Porsche-SUV, der im Stadtverkehr schon mal auf 66 Liter kommt. Nähme man die Werbeanzeigen der Klimakiller gar nicht mehr an, würde sie öffentlich ächten wie Arbeitslose: wir hätten das Problem nicht – und müssten nicht den Millionen Armen in Deutschland noch mehr Kosten aufbürden.

3. Wir haben eine Bevölkerungszunahme. Nun – sagt jedenfalls die Tagesschau. Auf einmal … sind wir doch wieder das dicht bevölkerte Land, in das die Regierung gerade noch mehr Menschen importieren will, damit die Wirtschaft weiter boomt – will heißen: der Niedriglohnsektor noch mehr Ausbeuter reich macht. Mehr Menschen – mehr Verbrauch, so die Gleichung. Denke, es dauert nur noch ein paar Wochen, bis die ersten Schreihälse durchs Land reisen und messerscharf schließen, dass der Flüchtling uns die Umwelt kaputt macht.

4. Wir haben zu viele zu alte Kohlekraftwerke, die keiner mehr braucht – nun, jedenfalls keiner ausserhalb der Groko, die SPD braucht ihre Kohlekumpels weiterhin, denn sie sind die letzten Stammwähler, die ihnen noch geblieben sind – die wählen SPD, im Ausgleich dazu wollen die weiter Umwelt in großem Umfang zerstören.

Gut: das war jetzt Tagesschau, in Wirklichkeit nicht unbedingt die neutralste Quelle, die wir hierzulande haben. Regierungsnahe, extrem verkürzte Wahrheiten zum Mitschreiben – wie in der Schule, meist ohne die Zusammenhänge, die zu jeder Information dazu gehören.

Die Klimaziele haben wir übrigens nicht geschafft, während wir voll stark regiert wurden: Sie merken vielleicht, woher ich meinen Optimismus beziehe, dass nun nicht mehr regiert wird und deshalb vielleicht alles nicht viel schlimmer wird.

Gehen wir mal weg vom Klima, nach dem wir im Dezember den dunkelsten Monat hatten, der je aufgezeichnet wurde und Schnee sogar in der Eifel ein ganz seltener Gast geworden ist, scheinen wir ja zu verstehen, dass sich da was ändert. Warum man dann die Klimaziele fallen läßt anstatt Autos über 90 PS und über fünf Liter Verbrauch auf deutschen Straßen einfach zu verbieten, wird uns sowieso niemand beantworten können … weil wir da an den Wurzeln realer Macht angelangt sind, die unsere Regierungen regiert, damit die uns regieren.

Gehen wir doch mal zur Rente – ein Thema, das immer alle interessiert. Haben Sie sich schon mal gefragt, warum wir – trotz „Regierung“ – 60 Prozent weniger Rente bekommen als die Österreicher (siehe Telepolis)? Nun: die haben eine Bürgerversicherung, in die alle einzahlen. Und wir … haben einen Räuberstaat, der aus der Rentenkasse herausnimmt, was er kann, die Rentenkasse für einen Selbstbedienungsladen hält (siehe Stern). Wie viel das insgesamt war? Nun – einer Berechnung zufolge seit 1957 700 Milliarden Euro (siehe Epochtimes). Ganz schön viel, oder? Und: raten Sie mal, wer die 1000 Milliarden für den Aufbau Ost bezahlt hat … jene Wiedervereinigung, die für viele Ostdeutsche wie eine feindliche Übernahmen daherkam? Ja genau: Sie.

Oder schauen wir doch mal auf die große Arbeitsmarktreform, Agenda 2010 oder auch einfach: Hartz IV genannt, jene Reform, die Grundsätze in Frage stellte, die seit Bismark (das war noch: knallhartes Kaiserreich und keine Demokratie) Konsens waren: die Wirtschaft und die Gemeinschaft muss einen Ausgleich dafür zahlen – und zwar ewig – dass die Menschen von den Höfen in die Fabriken gelockt wurden und somit noch nicht mal eine kleine Chance darauf hatten, ein eigenes, selbst bestimmtes Leben aufzubauen, wie es Jahrtausende lang alle Menschen mit ihren kleinen Höfen hatten. Diese gigantische Enteignung (zugunsten einiger Großgrundbesitzer, deren Erben bis heute die Früchte dieser Enteignung genießen) ist die Ursache vielfältiger Probleme unserer Demokratie, da sie die ganze Bevölkerung in Abhängigkeit getrieben hat …weshalb ein bedingungsloses Grundeinkommen nur jenem Raub Rechnung tragen würde.

Ja, Hartz IV. Sogar die Friedrich-Ebert-Stiftung fordert jetzt, dass es weg muss – weil es den Aufstieg der Rechten befördert hat (siehe junge Welt). Schöne wäre es, man würde sich dazu bekennen, dass Hartz IV elementare Gerechtigkeitsgrundsätze massiv beschränkt hat, die Zwangsarbeit wieder gesellschaftsfähig gemacht hat (zu Zwangsarbeit in Form von Ein-Euro-Jobs siehe Gegen-Hartz) anstatt sich nur darüber aufzuregen, dass neue Räuberbanden sich aufmachen, die alten Räuberbanden zu ersetzen. Und Räuberbanden – plündern sogar die Arbeitslosen aus, ein Milliardengeschäft wuchs dort über Jahre, in dem Geld für sinnlose Maßnahmen gezahlt wird, nur damit die Arbeitslosen aus der Statistik herausfallen, was der Karriere des einzelnen Mitarbeiters ebenfalls nützlich ist (siehe Tagesspiegel).

Ja – das ist aus unserem Land geworden: ein Räuberland. Darüber – muss mal gesprochen werden. Das ist auch nicht vom Himmel gefallen: wir wurden als Gemeinschaft von Menschen gezielt dazu hingeführt, eine Gesellschaft des Gegeneinander zu schaffen, eine Gesellschaft, die das tausend Jahre alte „wir“ durch das neumodische „ich“ ersetzte – gezielt seit den fünfziger Jahren (siehe hierzu – bitte ganz lesen – EGO von Frank Schirrmacher).

Kennen Sie noch diese Geschichte vom alten Indianerhäuptling? Wie er seinen Söhnen klar machte, warum das Miteinander den Stamm überleben läßt? Er nahm Reisigstöckchen und zerbrach sie einzeln: das war die Gesellschaft des EGO. Dann nahm er ein ganzes Bündel und forderte seine Söhne auf, sie zu zerbrechen: die starken, zornigen, leidenschaftlichen und ständig wetteifernden Krieger scheiterten alle. Wir – sind das Land der Reisigstöckchen geworden – und deshalb haben die Räuberbanden leichtes Spiel. Andere Kulturen, die hier aufwachsen, haben die Umerziehung der fünfziger Jahre nicht mitmachen müssen, haben noch Begriffe wie Ehre, Treue, Familie … und merken schnell, wie viel Macht man bekommen kann – selbst nur mit einer Handvoll entschlossener Krieger … wenn man zusammenhält und entschlossen auftritt, so kann man ganze Stadtteile beherrschen. Das hat nun überhaupt nichts mit ihrer Nationalität zu tun – sondern mit der Schwäche des Umfeldes, wo jeder nur für sich selbst vor sich hinkramt, wo jeder nur geistlos für sich selber durch die Welt wieselt auf der Suche nach dem nächsten Euro, jenes seltsame Spiel spielt, also ob derjenige Gewinner des Lebens wäre, der die meisten Euro gesammelt hat (und damit – nicht vergessen bitte – den größten Schaden an der Ökosphäre anrichtete).

Gefährliche Themen? Könnte Ausländerfeindlichkeit schüren? Nein: die verhalten sich nur logisch in einer schwachen Umwelt, in der sie allein – aufgrund einer massiven Ausländerfeindlichkeit vor Ort, die vorhanden ist, aber nie thematisiert wird – aufgeschmissen wären, aber zusammen … Macht entfalten können, die ihnen Sicherheit gewährt und ihre Versorgung sichert. Könnten die Eingeborenen auch, wären sie nicht zu überlebensuntüchtigen Egomanen erzogen worden, die glauben, dass an ihrem Wesen die Welt genesen soll. Es gibt keinen Grund, jene wegen ihrer Nationalität zu verdammen, die als Gestrandete in einem fremden Land erfolgreich Überlebensstrategien anwenden, die der Menschheit seit Jahrtausenden bekannt sind.

Und wenn Sie meinen: nein, dass ist jetzt zu harter Stoff für mich – dann hören Sie mal genau hin, was der leitende Redakteur des konservativen Tagesspiegels von sich gibt (siehe Tagesspiegel):

„Eine solche Gesellschaft braucht vor allem junge, tatkräftige, durchsetzungsfähige, agile Menschen, um das psychologische Gesamtgefüge auszugleichen. Ein Volk, das schnurstracks in die Seniorenrepublik der Schneeköpfe tapst, schafft sich in der Tat selbst ab. Zu Recht beklagen wir die Kriminalität vieler ausländischer Jugendgangs. Aber das Maß an Phantasie, Mut und Vitalität, was deren Mitglieder oft aufbringen, zeigt auch: In diesen Menschen steckt, im Gegensatz zu den mentalen Altersheimern, noch ein Wille, ein Drang. Das sollten wir zu würdigen lernen – und uns fragen, wie wir die positiven Eigenschaften der Jugendlichen trennen können von den negativen Zielen, auf die sie sich richten. Wenn Deutschland nicht einmal mehr Jugendbanden hat, ist alles zu spät.“

Der Text ist von 2010 – und erklärt uns vieles, was in der Politik der letzten Jahre vielleicht sonderbar ´rüberkam. Heute gibt es dazu noch eine Erläuterung, warum der Autor immer noch der Meinung ist, dass wir die Jugendbanden brauchen. Einfach gesagt: die Räuberbanden brauchen Personal – und der Deutsche selbst wird denen zu friedlich.

Wir – nun wir nennen Räuberbanden nicht mehr Räuberbanden – obwohl sie sich inflationär im Bundesgebiet breit machen und sich voll saugen, seit Jahrzehnten schon. Da sind auch keine Jugendbanden das Problem – sondern Banken, Versicherungen, Autokonzerne, Chemiegiganten, Energieriesen … jene Gruppen, die durch pure Wirtschaftsmacht in Märkte einbrechen und sich dort bedienen können – und auch nur zu diesem Zweck geschaffen wurden. Demokratische Gesellschaften kennen das Problem: wenn der Viehzüchter der Gemeinde sehr erfolgreich ist und sich hundert Cowboys leisten kann, die andere Farmer … indirekt oder direkt … zur Aufgabe und zum Landverkauf zwingen, damit der Rancher wachsen kann, dann hat die Gemeinde ein gigantisches Problem – und nicht immer ist ein Wyatt Earp und ein Doc Holiday zur Stelle, um die Angelegenheit wieder ins Lot  zu bringen. Wenn wir erkennen würden, ab wann eine Wirtschaftseinheit zum Krebsgeschwür wird (die Wachstumsraten von Krebs würden jeden Aktienanalysten begeistern!) , ab wann sie nur noch Werte aus dem Wirtschaftskreislauf saugt ohne adäquate Gegenleistungen zu bringen … wir würden ganz anders dastehen. Ich empfehle zu dem Thema immer wieder gerne mal einen Film, der jeden Tag im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gesendet werden sollte – zur besten Sendezeit – anstelle der Flut von Krimis, die uns vor allem eins einbläuen: das wir Angst vor Menschen haben sollen, vor jedem, immer und überall … weil der Mensch der Feind ist; der Film heißt „The Corporation“ … und hat erstaunliche Resonanzen hervorgerufen (siehe Wikipedia):

„Das als sehr wirtschaftsfreundlich bekannte Magazin The Economist schrieb über den Film: „Beide Lager der Globalisierungsdebatte sollten aufmerken. The Corporation ist ein überraschend rationaler und intelligenter Angriff auf die wichtigste Institution des Kapitalismus.“

Wir regen uns groß darüber auf, wenn die Zulieferer von VW streiken und keine Autos mehr vom Band laufen (siehe z.B. FAZ) … aber wir schlucken begeistert Jahre vorher die Nachricht, dass der knallharte Sanierer Lopez Gewinne vor allem durch massiven, „knallharten“ Druck auf die kleinen, abhängigen Zulieferer erzielte (vertiefende Gedanken dazu: siehe Print.de). Als Dank dafür hat uns die Räuberbande einen Skandal nach dem anderen präsentiert – erfreut sich aber großer Begeisterung bei der Regierung.

Mal abgesehen davon, dass das Wort „knallhart“ in einer Demokratie im Prinzip überhaupt keinen Platz haben und erst Recht keine Begeisterung hervorrufen sollte … es gilt ja nur im Gefälle von „Oben“ nach „Unten“. „Unten“ … sollte nie knallhart sein. „Unten“ – ist sogar Schwarzfahren ein Straftatbestand (auch wenn diese Blamage jetzt endlich angegangen wird – siehe Zeit), saniert der Kunde sein persönliches Budget knallhart dadurch, dass er ohne Bezahlung einen Fahrplatz benutzt, der sowieso leer gewesen wäre, ist er ein Straftäter. Manipuliert ein Konglomerat von Konzernen Abgaswerte zum Schaden der Wirtschaft, der Verbraucher, der Klimaziele der Regierung … greift man nicht knallhart durch. Knallhart ist man gegen alleinerziehende Frauen, deren Sexleben detalliert vom Amt erfragt wird (siehe Süddeutsche), knallhart ist man bei der Reduktion der Renten (die aktuell zur lebensrettenden Flucht von Rentnern ins Ausland führt – siehe Welt), knallhart ist man – durch lebensbedrohenden Geldentzug – bei Arbeitslosen, die ausbeuterische Arbeitsverhältnisse verweigern oder mal einen Termin verpasst haben.

Sicher, wir regen uns auf über China, dessen neues Bonitätssystem eine absolut konforme Gesellschaft schaffen soll … wie ähnlich das aber, was die Chinesen für die Zukunft planen, dem ist, was wir schon lange leben, wird nicht diskutiert (siehe NZZ):

„Was wäre, wenn jeder Bürger vom Staat eine Punktzahl zugeteilt bekäme, die sein Verhalten bewertet? Jene mit guter Bewertung geniessen Vorteile im System, jene mit schlechter Bewertung werden zu Bürgern zweiter Klasse herabgestuft und flächendeckend benachteiligt. Was nach Dystopie klingt, könnte in China bald zur Realität werden. Seit 2014 arbeitet die chinesische Regierung intensiv am Aufbau eines sogenannten «gesellschaftlichen Bonitätssystems». Ziel ist unter anderem, das Verhalten aller Bürger umfassend zu bewerten und zu steuern.“

Diese Dystopie ist ein Deutschland, den USA und in Europa schon lange Realität: wer knallhart gegen Schwächere ist, wird extra belohnt, wer seine Bande die größte Rendite bringt (auf Kosten der Allgemeinheit, selbstverständlich) wird zum Helden, bekommt die Villa mit Fernblick, die Vorzeigefrau, die Yacht und den Porsche. Wer jedoch verliert, sich verweigert, sich ziert … bekommt einen Schufaeintrag, eine Sanktion und später einen Freifahrtschein in die ständig steigende Obdachlosigkeit (siehe Süddeutsche).

Möglicherweise ist deshalb die Abwesenheit jeder Regierung so entspannend: es werden aktuell keine neuen, knallharten Maßnahmen zugunsten der Gewinne der Räuberbarone beschlossen. Keine Sorge – die kommen noch.

Zu dunkel?

Wenn uns erstmal bewusst wird, dass dieses Land Räuberland geworden ist, in dem die Regierung mit Überschüssen prahlt, als wäre sie irgendein Unternehmen der Fast-Food-Branche mit einem guten Jahr (siehe destasis.de) anstatt sich der Wahrheit zu stellen, dass sie einfach in diesem Jahr zuviel abkassiert haben, dann werden wir die Chance haben, knallhart gegen jene Missstände vorzugehen, die die Menschen knallhart aussaugen: finanziell, gesundheitlich und seelisch. Und dann klappt es auch mit den Klimazielen. Später dann … wenn das Gleichgewicht wieder hergestellt ist … können wir dann daran arbeiten, dass Wort knallhart wieder aus dem Sprachgebrauch zu verbannen – wo es nie hingehört hat.

Und wie soll das aussehen?

Nun – das Denken darüber hat Ihnen schon Kanzler Schmidt verboten: „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“ – ein Satz von Helmut Schmidt, der heute modernen Managern ein Vorbild sein soll (siehe Manager-Magazin), die sich vor allem ihre Arroganz bewahren sollen. Das Knallharte eben.

Und dazu … brauchen wir Regierungen. Echte Regierungen. Regierungen, die ein „Wir“ visionieren können – statt eines „Ich“ der Parteien. Es darf ruhig ein planetares „wir“ sein, um das wir in einer globalisierten Welt sowieso nicht herumkommen. Und eine Regierung, die aus der Geschichte gelernt hat – der echten Geschichte, die eher in der Wissenschaft diskutiert wird denn in den Medien, eine Geschichte, die uns lehrt, dass die Arbeiter aller Welt sich in der Tat vereinigt haben und immer wieder vereinigen – auf den Schlachtfeldern der Welt. Eine Geschichte, die uns erzählt, dass Feudalismus nicht vom Titel, sondern von der Machtballung um eine Person abhängt. Und das Faschismus die logische Antwort auf die Systemfehler des Kapitalismus ist … und sich deshalb immer wieder wiederholen wird, solange wir glauben, ums Goldene Kalb tanzen zu müssen.

Und da – gibt es viel zu tun. Und wer uns da erzählt, wir sollten wegen Visionen zum Arzt gehen – den müssen wir knallhart selbst dorthin schicken, denn ohne Visionen einer besseren Welt würden wir heute noch als Molch im Ozean schwimmen … oder hätten als Affen die Bäume nicht verlassen. Wenn wir erstmal erkennen, dass die gigantische Industrie uns vor allem zu 90 Prozent mit Luxus versorgt, der als Krücke gilt, weil wir den menschlichen Zusammenhalt verloren haben … ja, dann werden wir auch sehen, dass wir ohne Krücken gut auskommen – und sparen uns 90 Prozent der apokalyptischen Unsinnsproduktion.

Nutzen wir also die regierungsfreie Zeit aus … anstatt sie sinnlos zu verplempern.

Fake News – Elite baut Wahrheitsministerium

Freitag, 16.12.2016. Eifel. Wissen Sie, wie Kriege beginnen? Immer und überall? Mit Worten. Eine Wahrheit, die man nicht so gerne hört, eine Wahrheit, die man sicher schnell zu den „Fake News“ zählen wird – denn wir haben eine andere Wahrheit zu Kriegen verordnet bekommen: Kriege …. „brechen aus“. Wie Naturgewalten. Sicher – es gibt im Gedankenraum der nordamerikanischen Indianer die Deutung, dass Krieg ein Dämon ist, der ganze Völker besessen machen und sie ausrotten kann, der wie ansteckender Wahnsinn übers Land tobt und alle mit sich reißt: aber das soll ja jetzt wohl nicht Grundlage unseres westlichen Denkens werden: wir sind der Gipfel der rationalen Menschheit, erfinden Atombomben, Dioxin, Contergan und verseuchen den ganzen Planeten mit Plastik – hoch vernünftig, so was. Ausgenommen natürlich der Krieg: der „bricht aus“, „bricht über uns herein“ – da sind wir vom Denken der Indianer nicht ganz so weit entfernt – haben nur die Illusion, wir könnten den Dämon stoppen.

Ein Krieg beginnt durch Worte – zumeist ganz einfache. Ein Mensch erklärt einem anderen, wer böse ist (also: wer der Putin ist). Hat der Mensch genug Gefolgsleute zusammen, ist das Böse fein genug beschrieben, folgt die Kriegserklärung. Oder Putin schlägt gegen das Lügenimperium zurück, um nicht in die Defensive zu geraten, sozusagen ein Präventivkrieg gegen die Panzerarmeen der Nato, die gerade – trotz Trumps angeblichen Anti-Kriegs-Kurs – an die russische Grenze verlegt werden (siehe Lausitzer Rundschau). Und weil Krieg mit Worten beginnt – man nennt sie im Krieg „Propaganda“ – ist die Herrschaft über Worte absolut wichtig: die Herrschaft über Worte und über „Wahrheit“.

Ich habe Ihnen mal ein paar News mitgebracht. Zum Beispiel die über den Physiker John A. Brandenburg, der demnächst öffentlich seine Theorie vorstellen wird, dass die frühe Marszivilisation durch gezielte Kernwaffenangriffe aus dem All ausgelöscht wurde (siehe Grenzwissenschaften). Irre? So geht Wissenschaft: man formuliert eine Theorie, belegt sie mit Beweisen (die hat der Herr Brandenburg – immerhin ist er ein „Experte“) und stellt sie zur Diskussion, dann wird das für und wieder fein und sauber abgewogen – und dann zur Wahrheit ernannt oder verworfen. Das sie zur Wahrheit ernannt wird, heißt nicht, dass sie wahr ist – das zeigen die Irrtümer der Wissenschaft. Kernwaffenangriffe auf dem Mars? Brächte unser ganzes menschenzentriertes Weltbild durcheinander: Herr Brandenburg wird massive Probleme aus ganz ungewöhnlichen Richtungen bekommen, fürchte ich: aus der Politik. Er bringt Menschen auf dumme Gedanken über außerirdischen Zivilisationen, das kann ihre Produktivität hemmen, nachher meditieren die alle nur noch herum und suchen telepathischen Kontakt zu den Seelen der alten Marsianer – und keiner malocht mehr für den Mindestlohn, damit oben in der Hierarchie die Amerikareise gesichert ist.

Telepathie? Ja – Neuropsychologen haben eine im EEG messbare „soziale Fernwirkung“ ausgemacht – jedenfalls zwischen Freunden und Verwandten (siehe Grenzwissenschaften). Spannend, oder? Sicher wird Ihnen jetzt schon mulmig: ich denke, nach 70 Jahren „Umerziehung“ zu perfekten Drohnen der kapitalitischen Religion haben Sie auch ein Gefühl dafür entwickelt, was „erlaubte“, konsumfördernde Wahrheiten sind und was nicht. Das Gefühl wollen wir jetzt noch verstärken (siehe Stern):

Das World Trade Center stürzte nicht wegen der starken Feuer in sich zusammen, sondern wurde kontrolliert gesprengt, behaupten vier Wissenschaftler kurz vor dem 15. Jahrestag der Anschläge. Das Erstaunliche: Die waghalsige These wurde in einem renommierten Physik-Fachmagazin veröffentlicht.

Trauen Sie sich jetzt, noch weiter zu lesen? Mutig. So leicht ist es im Jahre 2016, „verbotenes“ Wissen anzusprechen – und dieses Wissen bekommt jetzt ein Wort, einen Kampfbegriff, einen ersten Schritt zum Krieg – Bürgerkrieg in diesem Fall. „Fake News“ lautet dieser Begriff, nach postfaktisch (siehe Nachrichtenspiegel) der nächste Begriff aus der Wörterküche der politischen Manipulateure. Wir können ihn auch aus anderer Perspektive beleuchten: aus jener des laufenden Krieges reich gegen arm, eines Krieges, von dem Sie nichts wissen dürfen, aber ihm bald zum Opfer fallen, wenn der Zinsdurst der Elite ihre Rente frisst.

Schauen wir in die Zeitung: da wird in der Tat das Weihnachtsgeld für Behinderte einfach mal so einkassiert, um die Diäten der Bundestagsabgeordneten zu finanzieren (siehe NW). Wir wissen, dass solche Ungerechtigkeit den Rechtspopulismus fördert (siehe Deutschlandfunk), arme Menschen wählen nicht nur hier Menschen mit großer Macht, die es denkbar machen, das etablierte System der Umverteilung von arm nach reich zu zerschlagen – schon längst glaubt kaum noch jemand, dass der seit siebzig Jahren gewachsene Filz noch friedlich beseitigt werden kann. Die Renten des reichsten Landes Europas liegen unter dem OECD-Durchschnitt (siehe wann-in-Rente), etablierte Wirtschaftsmagazine berichten von einer neuen Sklavenhalterideologie, etabliert von rot-grün durch die Agenda 2010 (siehe Wiwo). Ja – nun schauen Sie nicht so: um Ihnen Reihenhaus, prallen Weihnachtstisch und drei Urlaube im Jahr zu ermöglichen, müssen irgendwo auf der Welt Menschen unter Wert bezahlt werden, möglichst umsonst arbeiten. Geld ist ein geschlossener Kreislauf (auf wenn die Druckfreudigkeit der Notenbanken dies gerade verwässert), Sie „verdienen“ es nicht – sie bekommen es zugeteilt, so wie jeder, überall auf der Welt. Ob Sie Hartz IV bekommen oder 100 Millionen Euro Prämie ist eine Entscheidung von Menschen, geschönt durch das Märchen von „leistungsgerechtem Lohn“. Ein Märchen? Nun – Feuerwehrleute, Polizisten und Krankenschwestern leisten sehr viel, riskieren täglich ihr Leben (die einen durch direkte Gefahren, die anderen durch Dauerberieselung von resistenten Krankenhauskeimen, die jährlich 15000 Menschen töten – siehe Spiegel): trotzdem müssten die tausend Jahre arbeiten, um an die Prämie eines Industriefunktionärs heran zu kommen.

Gerecht – ist anders.

Diese wachsende Ungleichheit im Lande – zwischen Fernreisenden und Niedriglöhnern – schmälert unser Bruttoinlandsprodukt um 40 Milliarden Euro (siehe Spiegel). Geld, das wir gut gebrauchen könnten.

Doch was macht die Regierung? Streicht erst mal „heikle Passagen“ aus dem Armutsbericht (siehe Süddeutsche). Welche das wahren? Nun – jene, die über den großen Einfluss der Reichen auf die Politik informieren. Dazu braucht man aber keinen Armutsbericht: dass „Goldman-Sachs die Welt regiert“, wissen einflussreiche deutsche Eliteblätter  (siehe FAZ), dass nur eine Hand voll „Entscheider“ mit Hilfe gigantischer Billionensummen die Gestaltung des gesellschaftlichen Rahmens bestimmen, weiß auch der deutsche Staatsfunk (siehe ZDF), dass der Zinsdruck dieser Ultra-hyper-super-vermögen direkt zu Ihren Rentenkürzungen führt – und zu einer unaufhaltsamen Preisspirale – können Sie sich selber denken. Lesen Sie das schnell: bald werden das Fake-News sein, denn: „Deutschland geht es gut“.

Was heißt bald – das sind sie ja schon jetzt. All diese Studien, Erkenntnisse, Informationen versickern doch schnell im Nichts, weil „die Elite“ einen spannenden Trick angewendet hat: während die Leistungen für Arbeitslose massiv gekürzt wurden (obwohl es Studien gibt, die zeigen, dass durch Investitionen in diesen Bereich für Staat und Gesellschaft der meiste finanzielle Gewinn zu holen ist), wurden die Diäten der Abgeordneten – die zuvor fünf Jahre lang stabil waren – um 33 Prozent angehoben und mit einem Automatismus versehen, der sie schnell „reich“ werden läßt … wozu jeder von ihnen automatisch zu der herrschenden Finanzkaste gehört. Die ING Diba hat Kunden, die unter 17 Jahre alt sind – und über ein Aktienpakekt mit einem Durchschnittswert von 33000 Euro verfügen (siehe FAZ), während die Zahl der Obdachlosen in die Höhe schnellt.

Diese Fakten führen zum eigentlichen Kern der Empörung, sie haben im Mutterland des Kapitalismus Trump zum Sieg verholfen … nicht jene „Fake News“, die jetzt als Sündenbock durchs Dorf getrieben und unter Strafe gestellt werden sollen (siehe Spiegel) womit die Regierung und ihre „Freunde“ die Definitionsgewalt über Wahrheit erhalten- was hilft, das Sterben der sozialen Marktwirtschaft noch ein wenig weiter zu vertuschen.

Bleiben wir fair: Lügen zum Zwecke des persönlichen Machterwerbs sind auch in Ihrem Alltag normal (denken Sie einfach in ihr letztes Bewerbungsgespräch – oder ihren letzten Geschäftsbericht) – und die Medienwelt … gerade auch die „alternative“ … ist voll von unsauberen Arbeiten, die – ausgehend von einer berechtigten Frage über verstörende Beobachtungen – gallopierenden Hypothesenketten weit jenseits jeglicher Empirie oder Rationalität bilden, die am Ende in Märchen von jüdischen Reptilienmonstern auf der flachen Erde enden, die nur durch reichsdeutsche Naziufos vom Mond bekämpft werden können. Das man Hypothesen mit der gleichen Vorsicht behandeln muss, wie man ein Moor durchquert … immer einen Schritt nach dem anderen, mit Pausen zur ruhigen Reflexion und Sicherung des bisher erreichten festen Untergrunds … ist halt nicht jedem bekannt: viele stürmen wie Blücher voran und wundern sich, wie schnell sie dann im Matsch versinken.

Ein Beispiel dafür? Nun – Pizzagate – ist ein Beispiel für gallopierende Hypothesenketten. Googeln Sie selbst. Superschlagzeilen – doch bei näherem Hinsehen verflüchtigt sich jeder Verdacht schnell ins Nichts – und am Ende der Kette schießt jemand in der benannten Pizzeria wild um sich, um die Welt zu retten. Noch ein Beispiel? Norbert Blüm: „Die Rente ist sicher“. Angela Merkel: „Deutschand geht es gut“. George W. Bush: „Saddam Hussein besitzt Massenvernichtungswaffen“. Alles galoppierende Hypothesenketten, denen es enorm an Beweiskraft und Realitätsgehalt mangelt – und die unter anderem Millionen Menschen töteten. Die Liste der Fake-News der „Wahrheitsmedien“ kann endlos verlängert werden („Riester Rente“, „Sozial ist, was Arbeit schafft“, „Umweltzonen reduzieren Schadstoffe“, auch ein Fake – siehe https://kommunal.de/artikel/umweltzone/), oder der ganze Anti-Putin-Feldzug. Hierzu auch ein Beispiel?

Wissen Sie, was Gerhard Schröder, Lutz Bachmann, Alexander Gauland, Sarah Wagenknecht, Sigmar Gabriel, Jürgen Elsässer, Ronald Pofalla, Matthias Platzeck und den Chef der Linde AG eint? Sie sind alle Mitglieder einer großen, pro-russischen Verschwörung, „trojanische Pferde des Kreml“ … meint das äußerst einflussreiche „Atlantic-Council„, dass 2009 in Berlin unter Führung von Hillary Clinton Freiheitspreise an europäische Völker verlieh und nebenbei bekannt gab, dass Politik in Europa mit vielen US-Steuergeldern manipuliert wurde (man nennt das natürlich anders – siehe Tagesspiegel).

Geschichten wie aus der Fakenewsmottenkiste, oder? In etwa so seriös wie die Meldungen über die befürchteten Wahlmanipulationen in Deutschland (siehe Berliner Zeitung) oder die angeblichen Wahlkampfmanipulationen in den USA (siehe Berliner Zeitung), die alle nach dem gleichen Muster gestrickt sind: interne Geheimdienstberichte, unbestätigte Quellen, ungenannte Insider oder namenlose Experten … achten Sie mal drauf, wie oft diese Masche in den Medien angewendet wird: allein der Ifo-Geschäftsklimaindex ist so ein Dauerfake – ebenso wie die getürkten Arbeitslosenzahlen.

Und doch … werden wir nun Instanzen bekommen, die erklären, was Wahrheit ist und was nicht.

Wer das ist? „Externe Spezialisten mit dem Fachgebiet Faktencheck“ werden es bei Facbook sein (siehe http://www.spiegel.de/netzwelt/web/facebook-so-will-der-konzern-vor-fake-news-schuetzen-a-1126133.html, sorry: PC nimmt mal wieder den Link nicht an), wird ein Beitrag von Nutzern nicht geteilt, wenn sie ihn gelesen haben (mache ich persönlich nie), wird das als „dislike“ gewertet und die Nachricht wird zum Fake. Kann schnell dazu führen, dass gelesene aber nicht geteilte Reden der Bundeskanzlerin bei Facebook im Firmenmülleimer landen … wie die drohende Neujahrsansprache.

Wer sind diese externen Spezialisten? Die werden …. wie für Fakenews üblich … nicht genannt. Alles bleibt im Nebel hängen, der sich auch gerade über die Eroberung Aleppos ausbreitet – auch dort haben wir die „in der Regel gut unterrichteten Kreise“, die alle Fakenews in die Welt setzen können, die sie nur wollen – sogar über die Tagebücher von Adolf Hitler oder die Wirksamkeit der Dieselfilter. Zu vermuten ist, dass jene Experten vor allem durch gefakte Doktortitel in Rang und Würde gekommen sind.

Nun – Großbritannien könnte da eine ganze Brigade bieten, die – wir berichteten – speziell Facebook mit „gewogenen“ Beiträgen füttern soll … eine Fakebrigade also, über deren Arbeit und Erfolge wir nicht informiert sind … wir wissen aber, dass sie da ist – und irgendwo irgendetwas publizieren. Vielleicht sogar die Pizza-Gate-Blase … um alle Kritik zu diffamieren. Dabei hat „Pizza-Gate“ reale Grundlagen, ohne die es niemals hätte wirken können: die verschwundenen Zeugen im Fall Detroux, die auf Verwicklungen höchster Kreise in Missbrauchsskandalen hindeuteten, die Verwicklung eben jener Kreise in Missbrauchsskandale in Großbritannien und Portugal (wir berichteten) – das ist der Stoff, der Pizzagate erstmal glaubwürdig macht: nicht die geklauten E-Mails von Clinton und die vorschnell angefertigten Hypothesenketten … wiewohl ich schon ankenne, dass der Code der Pizzabesteller merkwürdig war.

Brauchen wir diese Spezialisten?

Als umerzogene Arbeitsdrohnen schon. Als mündige Bürger – überhaupt nicht.

Fordern Sie einfach ein, was Ihr gutes Recht ist: eindeutige Beweise, klare Namen, nachprüfbare Quellen, die Ihnen ermöglichen, eine eigene Meinung zu bilden. Sie sind der Soverän des Landes – und brauchen niemanden, der Ihre Weltsicht vorformt.  Sie haben das Recht auf freie Meinungsbildung … auch über Ufonazis. Das kann man in aller Regel auch gut hinbekommen – allerdings wird es zunehmend schwerer mit einem Schulsystem, dass eifrige Konsumenten produziert – und nebenbei 7,5 Millionen Analphabeten schafft (siehe Zeit). Nimmt Ihnen jemand das Recht auf eigene Meinungsbildung … nimmt er Ihnen den Status als Souverän des Landes.

Was Sie für wahr halten, wie Ihre Wahrheit aussieht – bestimmen Sie selber. Das ist kein Problem in einer sozialen Marktwirtschaft, bestehend aus gebildeten Menschen, die schnell merken, wenn Worte zum Krieg führen – zum Beispiel das beliebte „Putin-bashing“, ohne das die Woche für deutsche Chefredakteure wohl nicht erfolgreich war.

Nun – es werden in Zukunft mehrere Konzerne Wahrheit vorformatieren (siehe Heise). Ob die Bildzeitung dann bei Facebook und Twitter ´rausfliegt, stand bis zum Redaktionsschluss noch nicht fest. Geschieht nur im Namen des „Guten“ – begründet durch eine Flut von Falschzitaten, die sich durch FB ergießt und die … sicher ärgerlich sind. Doch ist ein falsches Zitat über eine Grünen-Abgeordnete Grund genug für flächendeckende Zensur? Wir haben schon längst Gesetze zum Personenschutz – und auch Gesetze, die Gegendarstellungen verlangen. Würden die Konzerne die durchsetzen: es gäbe keinen Grund für den Begriff „Fake News“.

Aber der Begriff zielt ja auch auf etwas ganz anderes ab: auf Zensur, die neuerdings auch durch Schwarze Listen durchgeführt wird: getroffen hat es die „Achse des Guten“ (siehe dort): die waren eben „irgendwie rechts“ und bekommen keine Werbung mehr. Das wird die wohlsituierten Schreiber dort wohl nur um ein kleines Zubrot bringen, aber es ist hilfreich, von der Existenz dieser „blacklist“ zu erfahren. Und Facebook hat sowieso schon ganz andere Maßnahmen ergriffen, um politische Aktivität zu unterbinden: ohne Geld ist die Reichweite – die sogenannte organische Reichweite – der Beiträge eingeschränkt (online-marketing).

Die Hoffnung, dass im Kampf gegen Fakenews jegliche Werbung verboten wird, wird sich wohl nicht erfüllen.

Was bleibt – außer der Erkenntnis, dass sogar Trump selber, als Vorteilsnehmer, die Pizzagate-Fans aus seinem Team geschmissen hat (siehe Zeit), weil außer einem vagen Anfangsverdacht nur heiße Luft übrig blieb?

Eine Elite, die sich ein Wahrheitsministerium zimmert. Ganz offen. Welche Wahrheiten in Zukunft akzeptabel sein werden, bleibt abzuwarten – vielleicht hilft ja beten, um die in jeder Demokratie konkurrierenden Wahrheiten vor ihrer Einnordung zu schützen.

Und das ist insgesamt schlimmer als Pizzagate – und garantiert kein Fake.

Oder wir stehen in Zukunft in Reih und Glied vor unseren jeweiligen Firmen und zitieren laut und  einstimmig vor Arbeitsbeginn bedeutsame Worte aus der Neujahrsansprache Angela Merkels.

Und Kriege … werden wieder plötzlich hereinbrechen, weil die Worte, die zu ihnen führen, nicht mehr erkannt werden – und die Warnungen vor Kriegen im Fake-Eimer verschwinden.

 

 

 

 

 

Der soziale Tod – Triumph der Elite, Wille der Regierung, Ende der Gerechtigkeit

Digital StillCamera

Montag, 23.5.2016. Eifel. „Es geht uns gut“ – sagen die, die auf Positionen sitzen, die fürstlich mit Steuergeldern honoriert werden – wie z.B. Frau Nahles, die unsern Blick auf Äthiopien lenkt, um uns zu zeigen, was für uns „Norm“ zu seien hat (siehe Morgenmagazin.com), jene Frau Nahles, die gerade dabei ist, Arbeitslose noch rechtloser zu machen (siehe Focus) und Kinder noch weiter in die absolute Armut zu treiben (siehe Tagesspiegel). „Uns“ – wird da nie näher definiert, aber mit „uns“ sind sicher nicht alle gemeint. Zum Beispiel Jonny Beyer, selbst Blogger, war auch schon mal zwischendurch obdachlos. Er beschrieb kürzlich sein Leben – mit dem Wunsch, dass man es breiter diskutiere:

„Als Rentner bei 612 €uronen Rente von 30/31 Tagen im Durchschnitt 25 Tage nicht die Wohnung verlassen können (weil die Kohle für ein oder 2 Tassen Kaffee einfach nicht drin ist) und seine sozialen Kontakte nur noch per Facebook oder ähnliches aufrecht erhalten können … und wenn Du jetzt meinst, dass ich ja einen Hund habe (stimmt), aber der ist nun mal als Gespächspartner wirklich nur bedingt geeignet … ebenso, wie die meisten anderen Hundebesitzer …“

Auf seinem Blog hat er die Dankesgaben auch schon aufgeschlüsselt, die er – als erfahrener Kameramann, den man früher auch schon mal im Fernsehen sehen konnte (der Chefredakteuer der Zeit und Mitherausgeber des Tagesspiegel Giovanni di Lorenzo konnte sich an Jonnys Auftritt noch Jahrzehnte später erinnern – es ging um eine Auseinandersetzung mit Rechtsradikalen, in die Jonny beherzt eingriff), von uns als Gemeinschaft der Steuer- und Beitragszahler erhält: nach Abzug aller festen Kosten bleiben im pro Monat noch 220 Euro übrig: für Kleidung, Essen, Kino, Theater, Oper, Fussballspiele und ähnlichem mehr, was wir uns als „Kulturvolk“ gerne gönnen, um uns von den „Primitiven“ abzuheben.

Theater, Kino, Oper, Fussball?

War nur ein Scherz.

Jonny hat pro Tag 7 Euro – für alles. Fussball kostet minimal 15, 14 Euro (manchmal auch 65 Euro – siehe statista), Oper (zum Beispiel in Köln) 12 Euro (bis 125 Euro – wenn man auch was sehen will), Theater (zum Beispiel in Dortmund – also keinem Hochpreisgebiet) Wochentags 10 Euro (bis 65 Euro – wenn man auch die Bühne sehen möchte, siehe Theater Dortmund). Kino kostet in Aachen Montags 5,50 Euro (siehe Cineplex Aachen) – wenn der Film nicht zu lang ist, Cola und Popkorn dazu: schon ist man 8 Euro mehr los. Für Jonny eine Investition, die sein Budget sehr herausfordert – falls er sich in seinen alten Klamotten überhaupt gerne in einer hochgestylte Öffentlichkeit als Außenseiter präsentieren möchte.

7 Euro am Tag – ein Eis mit drei Kugeln (kostet hier auf dem Land 3 Euro)? Völlig unerschwinglich, das wäre ja der Tagessatz für Kinder, die nebenbei noch Kleidung, Verkehr, Gesundheitspflege, Bildung, Nahrungsmittel, Getränke, Möbel, Schuhe und Strom bezahlen müssen – von 270 Euro (Regelsatz für Kinder von 7 – 14 Jahren, siehe cecu). Ein Nachrichtenmagazin wie der „Spiegel“ für 4,60 Euro das Stück? Nur erschwinglich, wenn man an dem Tag ansonsten nur von Billigtoast mit Marmelade lebt. Würde Jonny bio und vegan leben wollen, müsste er eine Woche im Monat ganz aufs Essen verzichten: 261 Euro kostet dieser Luxus (siehe Claudis Blog).

Der Spiegel widmet sich ja gerade mal wieder der „Relativität“ von Armut, die in Deutschland gerne beschworen wird (siehe Spiegel). Wir lernen dort den Herrn Huber kennen, der von seinen Erfahrungen im öffentlichen Leben erzählt:

„Eigentlich sind Biergärten Orte, an denen sich arme und reiche Münchner mischen, in denen der Bankdirektor neben dem Hilfsarbeiter sitzt. Traditionell darf jeder seine Brotzeit mitbringen, nur das Bier muss man kaufen, das spart Geld. „Aber was nützt mir das, wenn die Halbe vier Euro oder mehr kostet“, sagt Huber. So viel kann ein Hartz-IV-Empfänger rechnerisch pro Tag für Ernährung und alkoholfreie Getränke ausgeben.“

Herr Huber? Einst ein wohl situierter Unternehmer:

„Vor 44 Jahren kommt er zum Studium nach München, wird Diplom-Elektroingenieur, geht zu Siemens. 1979 macht er sich als EDV-Unternehmer selbstständig, Systemintegration, eine lukrative Zukunftsbranche. Zieht in ein großes Haus, liebt seine Arbeit, sein Motorrad, seinen Biergarten. Sein Bekanntenkreis ist groß. Fürs Alter hat er eine Lebensversicherung, dazu das Elternhaus mit großem Grund am begehrten Chiemsee.“

Der hat wohl gut eingezahlt in die Solidarkassen der Republik. Verständlich, dass er blöd dreinschaut, wenn der Staat dafür „liefern“ soll:

„Wenn es um Hartz IV geht, wird der freundliche Huber zornig. Er hat Fotos mitgebracht von seiner maroden Schrankwand, Baujahr 1972, vom zerschlissenen Sofa. „11 Euro im Monat für Möbel, 1,23 Euro für einen Kühlschrank. Wie soll des gehen?““

Der Grund für die Pleite? Der Hauptkunde hat nicht bezahlt. Ende der Vorstellung, Absturz inklusive.

Wir lernen in diesem Artikel auch noch andere Arme kennen: eine kinderreiche Familie, die durch alle sozialen Netze fällt, arm ist, obwohl beide arbeiten gehen. Eine Frau aus Aachen, die sich – mit einem globalen Blick ausgestattet – gar nicht für arm hält, weil sie jeden Tag sauberes Wasser hat. Eine Sichtweise, die beneidenswert ist. Was wir aber auch erfahren: die Namen der Armen sind falsch – aus gutem Grund:

„Noch ist Armut in Deutschland ein Stigma. Auch deswegen wollen Frau Kramer, Herr Huber und Familie Ehlers ihre echten Namen nicht veröffentlicht sehen.“

Stigma? Ein Makel. Ein Schandfleck.

Hören wir dazu einen anderen Menschen – Ingrid. Auch hier: ein Kommentar bei Facebook. Ingrid hat einen festen Arbeitsplatz – um hier gleich alle Verdächtigungen auszuschließen.

„Kommt jedoch vor dem physischem Tod, der soziale. Und der ist weitaus schlimmer. Tod ist, wenn ich nicht mehr da bin, bin ich da, so ist der Tod nicht. Vorher aber geschieht das langsame grausame soziale Absterben. Dies kann Jahre dauern, und ist viel schlimmer. Nahles und ihresgleichen, sind einfach dumme Menschen, ohne Bildung und Verantwortungsgefühl. Bald werden die Flüchlinge erkennen, in welche Vorhölle sie sich aufgemacht haben.
Ich sagte ja bereits, 12 Jahre in Westafrika verbracht zu haben. Zurück in diese soziale Armut, war ein unverzeihlicher Fehler. Hier gibt es keinen wahren Genuss des Lebens im Austausch mit Nachbarn und Freunden. Es ist eine dekadente Pseudowelt, basierend auf Lügen und Kampf.
Nur weil ich das Glück hatte, eine Alternative zu lernen, kann ich mit Brot und Wasser lange auskommen, mit leisem Lächeln, über die ach so wichtigen Wichtigtuer, die so geil drauf sind. Ich bin gespannt, wie sie, gerade diese, auf die kommenden Entwicklungen reagieren werden.
Wie war es denn Ende der 20er? Wieviele hatten keine andere Lösung als einen Fenstersturz, um einen Fettfleck zu hinterlassen. Man kann gespannt sein. Aber Danke für den wunderbaren Artikel. Dem Durchschnittsamerikaner ergeht es bereits schlechter… Der Rest kommt über Nacht!“

Ingrid kennt den sozialen Tod. Sie arbeitet in einem Krankenhaus. Der soziale Tod? Sicher schon mal gehört – aber in einem anderen Zusammenhang. Der Begriff wurde früher auf sterbende Menschen bezogen – Menschen, die noch leben, aber von ihrer Umwelt so behandelt werden, als wären sie schon tot. Betraf früher vor allem alte Menschen, die – geschlagen von diversen Krankheiten – nicht mehr dem Normstandard der Spaßgesellschaft entsprachen. Heute fassen wir den sozialen Tod weiter – ohne dass er in dieser Form groß diskutiert wird (siehe uni-oldenburg):

„Unter sozialem Tod verstehen wir, dass jemand völlig vereinsamt, sich so zurückzieht, dass er praktisch keine Beziehungen zu seiner Umwelt, zu Nachbarn, Arbeitskollegen und u.a. unterhält.
Bei älteren Leuten oder Menschen mit Behinderungen oder auch nach schweren, persönlichen Erlebnissen kommt so etwas vor. Der Rückzug erfolgt oft in mehreren Stufen und kann durch Ausgrenzungen (Mobbing) oder Verlust des Partners, der Arbeit veranlasst sein.“

Der soziale Tod – durch Ausgrenzung (Stigma …) oder Arbeitslosigkeit. Eine Erscheinung die – wenn wir Ingrid folgen wollen – eine Erscheinung spezifisch unserer Kultur ist. Er trifft die, die auf eine völlig feindliche, realitätsfremde Umwelt treffen, eine „dekadente Pseudowelt, basierend auf Lügen und Kampf“, eine Welt, in der es keinen wahren Austausch mit Nachbarn und Freunden gibt – anders als in jenem Land in Westafrika (mit einem durchschnittlichen Monatseinkommen von 173 Euro – siehe länderdaten.info). Was ich in diesem Zusammenhang gerne zitiere: das Gastmahl der Geistlosen, die „Wohlstandsverwahrlosung“ des „akademischen Proletariats“ (siehe NZZ), die – mangels echtem Kontakt der nur selbstdarstellerisch agierenden Akteure – ebenfalls eine Form von sozialem Tod darstellt, die man nur mühevoll durch sinn- und zwecklosen, umweltvernichtenden Konsum und … Drogen ertragen kann. Alkohol, um es genau zu sagen.

Gerade aus diesen Kreisen kommen nun auch andere Philosophien, die den Vernichtungsprozess der Persönlichkeit nur noch verstärken – wie aktuell in der Totholzausgabe der Zeit (siehe Zeit), die einen weiteren Zug neoliberalistischer (oder besser gesagt: neofaschistischer) Strategie darstellt:

„Erfolg und Gesundheit, ja sogar Herzschlag und Gewicht hängen vom Selbstverständnis ab. Was Menschen zu sein glauben, das werden sie auch – im Guten wie im Schlechten. Wie Gedanken unser Leben verändern können.“

Wer trägt die Verantwortung für alles Elend dieser Welt? Sie – mit Ihren dämlichen, unsortierten, minderwertigen und unqualifizierten Gedanken. Würden Sie besser denken: sie wären sofort reich wie Bill Gates. Wichtiger Teil einer breiten Offensive von „reich“ gegen „arm“: die Umkehrung der Verantwortung. Nicht mehr der Mörder hat Schuld an der Tat, sondern die Leiche – die falsch gedacht hat (oder eine falsche „Resonanz“ erzeugt) und nun kräftig an sich arbeiten muss: eine Philosophie, die ein tödliches, selbstzerstörisches Gift enthält, geeignet, das Opfer völlig in den sozialen Tod zu treiben, denn: wer arm ist, behindert, krank, unglücklich, einsam oder sonstwie mit Makeln behaftet, belästigt mit seiner Minderwertigkeit das höherwertige „Außen“, das selbst perfekt denkt (aber bei der eigenen Bereicherung gerne auf ein Herr von Anwälten und diversen Beratern sowie ertragsoptimierten Netzwerken zurückgreift – und seine Kinder nicht im „richtigen Denken“ schult, sondern auf teuerste Privatschulen und Privatuniversitäten schickt).

Ein weiterer Schachzug: der „Veganismus“, der selbst den „Karnismus“ als Wurzel allen Übels ansieht – wer es hier wagt, sich den Ansprüchen der Luxusklasse zu entziehen, wird als unempathischer, grausamer Täter schnell völlig entmenschlicht, dabei beruht die Philosophie auf undurchdachten Momentaufnahmen und hahnebüchenen Theorien (von der hoch zu achtenden Entscheidung, das Leid in der Welt vermindern zu wollen, einmal abgesehen). Ein Beispiel? Nun besuchen wir kurz „Peta“ und schauen uns ihre Berechnungen an: es wird in der Tat viel Wasser verbraucht, um ein Kilo Rindfleisch zu erstellen – wenn die Kuh drei Jahre lebt (weshalb wir sie vielleicht lieber früher essen sollten?). Aber was passiert mit der Kuh, wenn wir kein Fleisch mehr essen? Trinkt die dann nicht mehr? (wieso die 30 Liter Wasser für eine Tasse Tee brauchen, habe ich allerdings noch nicht verstanden – die müssen da große Tassen haben. Sehr große Tassen.). Die Frage ist: was sollen diese fehlerhaften Theorien bewirken? Die Antwort gibt uns die „Süddeutsche“ in einem Artikel über das „Kükenschreddern“ (siehe Süddeutsche):

„Denn wer ist letztendlich verantwortlich für die Produktion von billigsten Eiern und billigstem Hühnerfleisch? Die Gerichte, die Politik, die Hühnerindustrie? Als das Bundesverfassungsgericht 1999 zu den Legebatterien urteilte, stellte der damalige bayerische Landwirtschaftsminister Josef Miller lapidar fest: „80 Prozent der Verbraucher sind gegen die Käfighaltung, aber 80 Prozent der Verbraucher kaufen Eier aus Käfighaltung.“ Leicht abgewandelt gilt diese Einschätzung noch heute.“

Ja – nicht die Gerichte, die das Schreddern von 50 Millionen Küken im Jahr erlauben, nicht die Politik, die den Rahmen dafür gibt, nicht die Hühnerindustrie, die die Morde begeht, sondern: der Arme ist Schuld. Seltsam nur: beim Thema Energieverbrauch erlaubte sich die EU, massiv in das Leben der Bürger einzugreifen. Niemand fand sich für eine Kampagne „Leben ohne Strom“. Als würde die Hühnerindustrie Probleme damit haben, wenn alle Deutschen Veganer werden: dann verkauft man eben ins Ausland. Afrika hat Hunger. Asien auch. Ebenso Südamerika. Würde man aber die Hühnerindustrie verbieten – der Verbraucher müsste schnell Ersatz suchen (wie für die Glühbirne) wenn die Kühltruhe im Supermarkt leer wäre. Vielleicht sollte man alle Tierschützer auffordern, sich der jährlich 50 Millionen Küken als Haustiere anzunehmen? Oder mal drauf hinweisen, dass wir uns nebenbei in Deutschland 20 Millionen fleischfressende Haustiere halten, die ebenfalls von der Fleischindustrie leben? Nun – die sind Peta heilig, hier diskutiert man über das perfekte Hundegeschirr (siehe Peta) … was schon allein 40 Euro kostet. Schlimm für die, die sich als einzige lebendige Gesellschaft einen Hund leisten, weil die Menschen sich abgewendet haben (was übrigens Leben retten kann – diese Hundehaltung).

Wer sich das nicht leisten kann … darf den sozialen Tod erfahren, wie jene, die sich „vegan-bio“ überhaupt nicht erlauben können – jene Lebensweise, mit der man sich als Produzent von veganer Bolognese im Glas schon mal einen Porsche leisten kann, – die der „Vegan-Papst“ Attila Hildmann in der Society-Broschüre „Gala“ (siehe Gala), der vor dem Methangas der Kühe warnt … als würden die weniger pupen, wenn sie frei durch die Getreidefelder flanieren dürften. Ach ja: Kosten der veganen Bolognese: 4,95 Euro für 290 ml plus 1,50 Euro „Mindermengenzuschlag“ – wenn man sich nur ein Glas leisten kann (siehe Attila Hildmann). Da könnte Herr Huber nur jeden zweiten Tag ein dürftiges Gläschen kaufen.

Wie man sieht, wird an diversen Formen des sozialen Todes gezielt gearbeitet, eine streng hierarchische, lieblose Gesellschaft aufgebaut, die man wohl besser wahrnehmen kann, wenn man mal 12 Jahre in einem weniger dekadenten Umfeld gelebt hat – wie zum Beispiel in Afrika.

Doch wo kommt das her? Wo ist der Ursprung für diese Dekadenz, die Ungerechtigkeit, die Vernichtungssystematik?

Die Antwort darauf finden wir an seltsamen Orten, in einem Sachbuch über den islamischen Fundamentalismus in Deutschland – und deren Sichtweise auf die Machtstrukturen in dem Umfeld, in dem sie sich etablieren wollen (siehe Ian Johnson, Die Vierte Moschee, Klett-Kota 2011, Seite 271):

„Der fließend Deutsch und Englisch sprechende Diplomvolkswirt kennt sich mit den politischen Entscheidungswegen in Deutschland aus, mit den komplexen Interaktionen von Gremien, kirchlichen und politischen Stiftungen, wo „Meinungsmacher“ zusammentreffen, miteinander diskutieren und Ideen formulieren, die in den politischen Parteien aufgenommen werden. Hierbei handelt es sich nicht um basisdemokratische Strukturen, sondern um ein System, das die Macht der Eliten vergibt“.

Ein System, das den sozialen Tod für viele eingeleitet hat – wobei wir über die Normen von Mode, Körperpflege oder Wohnungseinrichtung noch gar nicht gesprochen haben – oder über den Friseur, der bei uns in der Eifel für Jugendliche schon 18 Euro pro Schnitt nimmt – also: viereinhalb Tage Essen.

Ein System, das täglich perfider wird, auf breiter Basis den Kampf gegen die Armut durch Vernichtung der Armen führt – jedenfalls: durch ihre soziale Vernichtung.

Die Botschaft ist immer dieselbe – egal, ob im Rahmen des Tierschutzes, der Ernährung oder der Lebensführung vorgetragen: gebt gefälligst viel mehr Geld aus – und sorgt verdammt noch mal selbst dafür, dass ihr es habt, denn sonst … seid ihr nicht mehr menschlich.

Wissen Sie, wie konservative Wirtschaftsmagazine unsere Realität beschreiben? Gnadenlos (siehe Wiwo):

„Bei Hartz-IVlern dagegen drohen sofort brutale Sanktionen. Besitzen darf man sowieso nichts mehr. Man muss komplett nackt am Boden liegen, ehe der Sozialstaat sich gnädig erweist.“

„Das ist das Bermuda-Dreieck menschenverachtender, repräsentativer Demokratie. Barbarei. Animal Farm ist nichts dagegen.“

Und in diesem Bermudadreieck können schon mal 500 Millionen Euro spurlos verschwinden (siehe Yahoo), die Gemeinden Gebühren für die Annahme von Bargeld ab 10 Euro verlangen (siehe Düsseldorf bei Facebook) oder Medikamente an unwertem Leben getestet werden (siehe Tagesspiegel) – wobei die Formulierung mit dem „unwerten Leben“ von mir stammt. Die Barbarei schreitet täglich weiter voran – die Musik zu dem Marsch spielt die Elite. Nichts davon ist geheim.

Das Arbeitslose zur Minderung ihrer Notlage ihre Organe verkaufen sollen, ist schon mal vorgeschlagen worden – von einem inzwischen verstorbenen „Vordenker“ der Afd (siehe AfdwatchAfd):

Der Wille zum sozialen Tod schreitet weiter voran, getragen von einer überversorgten gesellschaftlichen Elite, die ihr Luxusleben auf Kosten der Ärmsten leben – hier in Deutschland und in der ganzen Welt. Und „Gerechtigkeit“ wurde aus dem Bewusstsein gestrichen – wem es  hier nicht passt, der kann ja nach Syrien, dem Irak, Afghanistan, Äthiopien oder den Jemen ziehen: wir sind ja eine freie Welt.

So – wird die Armut Afrikas zum Normstandard für ausselektierte Deutsche … und alle sollten ihre Herren auf Knien danken, dass sie noch sauberes Wasser haben. Man könnte auch noch ungnädiger sein.

Und währenddessen – rafft der rot-grüne soziale Tod (unter fleißigem Beifall der übrigen Parteien) immer mehr Menschen dahin.

Aber „uns“ – geht´s gut.

Noch etwas Torte gefällig?

 

 

Die Zukunft Deutschlands? Der Sklavenhalterstaat des Monetenadels … im günstigsten Fall

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Freitag, 21.11.2014. Eifel. Immer mal wieder treffen sich die „Entscheider“ dieses Landes aufgrund der Einladung von Unternehmensberatern (wer hat die eigentlich erfunden, wann und zu welchem Zweck?) und debattieren über unsere Zukunft, aktuell läuft irgendwo in Deutschland ein Projekt, dass sich dem Jahr 2064 widmet: ein Wahnsinn, denn wir können noch nicht mal voraussehen, was nächstes Jahr passiert – ja, noch nicht mal das laufende Jahr läßt sich sicher vorhersagen. Bekommen wir die aktuellen (und im Prinzip völlig irrationalen) Verwerfungen auf dem politischen Parkett nicht hin, ist Deutschland 2064 eine von taktischen Nuklearraketen verwüstete Sonderzone: die russischen Panzerarmeen werden von den taktischen Nuklearraketen der US-Armee völlig nach Plan am rechten Rheinufer vernichtet, während russische Nuklearsprengköpfe die Abfangstellungen jenseits des Rheins auslöschen. Deutschland wird als Staat aufhören zu existieren, unser Gesellschaftsmodell wird dem der Sahelzone gleichen. Kein Gejammer bitte, dass ist alles nicht neu: schon während der letzten Jahrtausende war Deutschland Schlachtfeld der Großmächte, das hat allen (außer den Deutschen) gut gefallen: es ist weise, Kriege weit weg zu veranstalten, da hat man selber mehr davon.

Schaffen wir es, die Kriegsgefahr zu umschiffen, wartet noch ein weiterer Hammer auf uns: wir haben eine auf Öl aufgebaute Industrie – und Öl ist bald alle. Wissen wir auch. Da der Euro immer wertloser wird, werden wir schon recht bald aus dem Kreis der potentiellen Ölkäufer ausscheiden müssen, in 50 Jahren jedoch dürfte der letzte Tropfen durch das SUV gejagt worden sein. Haben wir uns dann auf Fracking verlassen, ist unser Wasser knapp: die Felder verrotten, Hunger droht. Im günstigsten Falle haben wir Verhältnisse wie in Griechenland, Portugal oder Spanien – möglich sind aber auch Szenen wie im Sudan. Schnee wird es nicht  mehr geben – dafür sorgt der Klimawandel. Oder aber die andere Seite hatte recht und eine kleine Eiszeit versenkt Europa unter einer dicken Eisdecke.

Über Seuchen wollen wir gar nicht reden, die kommen als Bonbon oben drauf – wir brauchen sie aber auch nicht, denn wir haben noch eine dritte Schockwelle, die unsere Gesellschaft überstehen muss: den Neofeudalismus der monetären Gesellschaft, in der das Konto über die Stellung in der Gesellschaft entscheidet. Aktuelle Nachrichten illustrieren den Trend (siehe Spiegel)

Deutschland hat nach den USA weltweit die zweitmeisten Multimillionäre – im Fachjargon der Banker „Ultra High Net Worth Individuals“ genannt. Die Zahl stieg im Vergleich zum Vorjahr um 7,2 Prozent auf rund 19.000. Zusammen verfügen diese besonders reichen Deutschen über ein Vermögen von gut 2,5 Billionen Dollar – zehn Prozent mehr als im Vorjahr.

Nur die besonders reichen Menschen (über 30 Millionen Euro Vermögen braucht man schon dafür) allein haben mehr Geld als Deutschland Schulden hat. Woher stammt das Geld? Nun – direkt vom deutschen Steuerzahler (siehe Christoph Butterwege bei Wiwo):

Inzwischen gibt es konstant 1,3 Millionen Aufstocker. Dafür gab die Bundesregierung seit 2005 allein 75 Milliarden Euro aus. Das sind Subventionen vom Staat, die Unternehmer belohnen, die Lohndumping betreiben und Löhne zahlen, die nicht existenzsichernd sind.

Ja: die Ursache für die drastische Massenproduktion von Neureichen liegt in der „Sklavenhalterideologie“ (so Butterwege) des Neofeudalismus, den man heute fein Neoliberalismus nennt, was aber im Prinzip das Gleiche ist: der Staat soll einer kleinen, wachsenden Oberschicht die Gewinnung enormer Renditen auf Kosten immer ärmer werdender Massen garantieren: die Starken wollen bei der Ausplünderung der Armen keine gesetzlichen Schranken mehr sehen.

Die Schattenseiten der Umverteilung sieht man auf der anderen Seite der Straße (siehe Junge Welt):

Flüchtlinge, Obdachlose, Hartz-IV-Bezieher, aufstockende Rentner, arme Kinder: Die Schlangen an den Lebensmittelausgabestellen der Tafeln in Deutschland werden immer länger. Angebot und Nachfrage driften auseinander, der Kampf um die Reste der Wegwerfgesellschaft tobt längst. Die Mangelverwalter reagieren auf die wachsenden Probleme mit strengerer Zuteilung, Aufnahmestopps oder gar Sperren.

Ja – die künstlich per Gesetz zwecks Motivation Armut ist inzwischen so groß, dass auch um die Reste der Wegwerfgesellschaft erbittert gekämpft wird.

Die Sogwirkung des Neufeudalismus ist gigantisch: aufgrund der räuberischen Kraft des Zinseszinses werden Besitzende von Kapitalhaufen ohne Arbeit oder Leistung immer reicher. Ja, machen Sie sich das mal ruhig klar: wenn man ein Weltsuperreichenvermögen von 30 Billionen Dollar (2007 betrug des Weltbruttosozialprodukt 54 Billionen Euro – mal zum Vergleich, siehe BpB) mit nur 7,2 Prozent Rendite versehen möchte (Ackermann versprach derzeit 25 %), dann muss man denen jedes Jahr über 2 Billionen dazu buttern … und im nächsten Jahr sind es dann schon 32 Billionen, die nach Zinsen schreien.

Das wird niemals jemand bezahlen können. Zwar könnte man sich jetzt als Mitglied des Monetenadels eine schöne Zukunft erträumen, eine Welt, in der die Armen in den häßlichen, toten Industriebrachen verbannt werden und man selber mitten in Deutschland in teuersten Luxusressorts haust, aber leider macht das die Weltwirtschaft nicht mit: soviel Geld, die die Ultra High Net Worth Individuals für sich brauchen, kann man gar nicht drucken. Darum kann man man heute schon nachlesen, dass das „UHNWI“-System völlig gescheitert ist (siehe Nobelpreisträger Stieglitz in der Handelszeitung):

Egal, wie stark das BIP wächst: Ein Wirtschaftssystem, das es nicht schafft, dass Wohlstandsgewinne der Mehrheit seiner Bürger zugutekommen, und in dem ein wachsender Anteil der Bevölkerung steigender Unsicherheit ausgesetzt ist, ist in einem grundlegenden Sinne ein gescheitertes Wirtschaftssystem.

Die Luxusverzinsung toter Kapitalhaufen produziert Armut in Massen – schon seit einem Vierteljahrhundert:

Inflationsbereinigt verharrt das mittlere Haushaltseinkommen unter seinem Stand von vor 25 Jahren.

Das von Stieglitz so genannte „Zeitalter der Unsicherheit“ betrifft nicht nur den Mittelstand und kleine Familienunternehmen, sondern das gesamte Wirtschaftssystem – das wird auch ganz offen zugegeben: der IWF hat keinerlei Ideen mehr, wie man der grassierenden Wirtschaftskrise begegnen kann (siehe Focus) – und diese Krise ist an den Finanzmärkten wieder sehr aktuell (siehe Welt).

Es ist klar: wenn eine kleine, monetäre Oberschicht sich zum Ziel setzt, 30 Billionen Dollar jährlich um 25 % zu vermehren, dann wird überall woanders das Geld knapp, dann braucht man Niedriglohnsektoren in Massen und eine völlig Auflösung des Staates als Solidargemeinschaft: das Geld für Renten, soziale Hilfen, Infrastruktur wird gebraucht, um die feuchten Träume von Kapitalhaufen zu befriedigen. Deutschland hat da eine traurige Vorreiterrolle, wir sind quasi das Experimentierfeld der neuen Sklavenhalterideologie (siehe C. Butterwege im Deutschlandradio):

In keinem anderen Industriestaat wucherte der Niedriglohnsektor so krebszellenartig wie hierzulande. Viele Berufstätige haben kein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis mehr, das ihnen Schutz vor elementaren Lebensrisiken bieten würde. Wenn dieser jedoch gegeben ist, leisten sie vielfach Leiharbeit oder Zwangsteilzeit.

Um ihre Zinseszinsen erwirtschaften zu können, erwarten uns völlig neue Abgreifmethoden: wer spart, wird bestraft, das kündigte ein führender Mitarbeiter der Vermögensverwaltung der Deuschen Bank an (siehe Spiegel): Strafzinsen für Sparguthaben werden eingeführt, „die Wirtschaft“ (die im Prinip weltweit nur noch aus 147 Konzernen besteht) braucht jeden Cent (nicht nur die Erlöse aus den Enteignungen von Millionen von Arbeitslosen und der Entwertung der Arbeit von noch mehr Millionen Beschäftigten) für die Millionärsmast an der Spitze … zu denen sämtliche führenden „Entscheider“ ganz schnell gehören.

Ja, das war der entscheidende Trick des gesellschaftlichen Umbaus: man versichert sich die Gefolgschaft der gesamten Führungsmannschaft der Bundesrepublik (inklusive der Funktionäre der Kirchen und Parteien), in denen man sie zu reichen Menschen macht: eine Krähe hackt bekanntlich der anderen kein Auge aus.

Keinen Monat nach der Ankündigung der Negativzinsen schreitet die große Commerzbank zur Tat: wer zuviel Geld auf dem Konto hat, wird bestraft (siehe Wall Street Journal) – erstmal nur Großkunden, aber der „kleine Mann“ ist auch schon im Visier. Immerhin wird da ein neues Geschäftsmodell gesellschaftsfähig – warum sollten sich nicht alle daran beteiligen?

Was hier geschieht, geschah zuvor mit den Arbeitslosen: wer nicht mehr schnell genug rennen kann, wird enteignet. Wessen Kapitalhaufen zu klein ist. um für die Banken interessant zu sein (ja: die Strafzinsen für die Großanleger werden individuell ausgehandelt … d.h. klugerweise werden die jetzt dazu animiert, in Aktien zu investieren) wird einfach enteignet. Der Monetenadel braucht das Geld für seine Zinseszinsen – und dafür gehen er und seine Büttel über Leichen – nicht nur bei Spekulationen mit Lebensmitteln, auch durch die Implementierung einer „Kultur der Angst“, die Deutschland fest im Griff hat und für den einen oder anderen suizidalen Abgang sorgt: 40 % der enteigneten Arbeitslosen, die erlebt haben, wie der Staat mit gnadenloser Härte ihr Eigentum verramscht und ihre Lebensarbeitsleistung verhönt, sind psychisch krank – das fällt sogar den Jobcentern auf (siehe n-tv): der Grund für die Erkrankung liegt – euphemistisch gesprochen – in der geringen Wertschätzung, die den Menschen von ihrer Umwelt zum Ausdruck gebracht wird.

Man kann es aber auch anders ausdrücken wie der Philosoph Byung-Chul Han (siehe Zeit):

Ich kenne viele Hartzer, sie werden wie Müll behandelt. In einem der reichsten Länder der Welt, in Deutschland, werden Menschen wie Abschaum behandelt. Ihnen wird die Würde genommen. Diese Menschen protestieren natürlich nicht, weil sie sich schämen. Sie beschuldigen sich selbst, anstatt die Gesellschaft verantwortlich zu machen, anzuklagen. Von dieser Klasse kann man keine politische Handlung erwarten.

Ja: der Neofeudalismus beruft sich wie der alte Adel auf Gott selbst (man nennt das aber „die unsichtbare Hand des Marktes“ – oder einfach „positiv Denken“): wo soviel Kapital auf einem Haufen liegt (in Deutschland oft durch Erbe), da muss schon Gott selbst seinen Segen dazu gegeben haben. Wer also arm ist, darf sich sicher sein, bei Gott selbst in  Ungnade gefallen zu sein. Ganz olle Kamellen, werden aber immer noch gern verteilt, weil sie die Widerstandskraft breitester Schichten der Bevölkerung gegen sich selbst richten, für die Arbeitszeiten vn 80 – 100 Wochenstunden wieder zur Norm werden sollen … die man aber gefälligst zu lieben hat (siehe Zeit über die Vorzüge der Selbstausbeutung).

Und da wundert sich die Bundesregierung über den Nachfrageboom bei der Rente mit 63 (siehe Spiegel), dabei sollte allen klar sein: das sind hauptsächlich jene Sklaven, die der Kultur der Angst so schnell als möglich entkommen wollen. Äußerst bedenklich (aber inzwischen schon leider sprachliche Norm): es wird von „explodierenden Kosten“ gesprochen – als sei ein Staat und seine Sozialpolitik jemals unter betriebswirtschaftlichen Kategorien sinnvoll bewertbar … das „Durchfüttern“ alter Menschen ist immer betriebswirtschaftlicher Unsinn, aber ein Staat ist eine Solidargemeinschaft und keine Firma zur Produktion von kostenintensiven Werbegeschenken für Neureiche, die sich ihre Profite zur Not einklagen wie der schwedische Konzern Vattenfall, der für die Stilllegung lebensgefährlicher Atommeiler die Bundesrepublik Deutschland mit großer Aufsicht auf Erfolg zu einer Strafzahlung von 4,7 Milliarden Euro verklagt (siehe Spiegel) während der deutsche Steuerzahler die nächsten Jahrtausende die sichere Verwahrung des von Vattenfall produzierten Atommülles gefälligst kostenfrei zu übernehmen hat … wir sollten uns da mal Gesetze schaffen nach denen wir hier auch mal Entsorgungsgebühren in angemessener Höhe gönnen.

Diese Gesetze jedoch werden wir  nicht bekommen: die Anwärter auf die Aufnahme in den Monetenadel verkaufen ihre politische Macht gerne an den Meistbietenden (siehe z.B. der Fall Mißfelder bei Lobby-control), selbst niederste Büttelposten motivieren die auf Kosten der Steuerzahler in Saus und Braus lebenden Funktionäre des Staates zu äußerst devoten Bücklingen, wie sie in Zeiten des Feudalismus ebenfalls schon Alltag waren.

Wie sieht es derweil beim Volk aus? Schon jetzt – und nicht erst in fünfzig Jahren – ist die normale Familie eine Minderheit in Deutschland (siehe Spiegel), deren Kinder von staatlichen Behörden auch gerne als Druckmittel benutzt werden: da arbeiten neuerdings Jobcenter und Jugendamt Hand in Hand, die Enteignung in einer Sklavenhaltergesellschaft erreicht auch hier wieder die Feudalnorm: das Kind gehört dem Lehnsherren (siehe junge Welt):

Alles zum Wohl des Kindes? Für den Nachwuchs von unbequemen Hartz-IV-Beziehern gilt das offenbar nicht. Die Linke-Fraktion im Kreistag Rhein-Sieg (Nordrhein-Westfalen) hat Hinweise darauf, dass das Jobcenter Kontakte zum Jugendamt augenscheinlich dafür nutzt, Eltern unter Druck zu setzen.

Währenddessen arbeiten die juristischen Büttel des Monetenadels gezielt an der Enteignung von Arbeitsplätzen, wodurch jede Familienplanung mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem desaströsen Fiasko endet (weshalb man sie auch zunehmend unterläßt) – siehe Spiegel:

„Aus rein strategischen Gründen empfiehlt es sich manchmal auch bei nicht so erheblichen Pflichtverletzungen im Verhaltensbereich eine fristlose Kündigung, hilfsweise ordentliche Kündigung auszusprechen.“ Übersetzt heißt das: Man kündigt einfach einmal drauf los, hofft, dass der Mitarbeiter verschreckt einer Abfindungszahlung zustimmt und das Gericht damit nicht weiter prüft.

So werden die Müllmenschen beliebig in Serie produziert: man kann sich als Jungmanager gut für die Beförderung profilieren, in dem man es schafft, massenhaft ältere, teuere Familienväter zu entsorgen und sie durch williges und billiges Jungvolk zu ersetzen.: das spart Kosten, maximiert die Rendite und die jungen Mädels sehen zu dem auch besser aus als die alten Säcke.

Wir sehen: wirtschaftlich ist schon die Gegenwart äußert desolat – nur hören wir das nicht so konzentriert, weil die Medien (wie immer bei einem gewaltsamen Putsch) völlig in den Händen der Nutznießer des Neofeudalismus sind … und die berichten über sich selbst selbstverständlich nur Gutes, alles andere ist Verschwörungstheorie (deren Methodik in der Philosophie noch ganz normal „Wahrheitstheorie“ genannt wird) oder Sozialromantik (was früher als christlicher Grundwert der Nächstenliebe der Grundpfeiler unserer modernen Kultur war, der sich erst nach vielen Jahrhunderten mühevoll über die egomanen Werte des Feudalismus erheben konnte).

Auch wenn man mich nun eine rechte Unke nennen wird: in fünfzig Jahren werden es keine Deutschen mehr sein, die über Deutschland entscheiden. Der im Vergleich zum Neofeudalismus soziale Islam wird – trotz drakonischer Strafen und vorsintflutlicher Sitten – als Gegenkraft Jahr für Jahr für immer breitere Schichten attraktiver (nicht nur für Ausländer) und allein schon dank des aussterbenden Sklavenvolkes zahlenmäßig den leer werdenden Raum ausfüllen – und wir brauchen diese Menschen auch, um allein unseren aktuellen Pflegenotstand (siehe Deutschlandfunk) in den Griff zu bekommen ( Bevor nun jemand Panik bekommt: das war in Deutschland auch schon die letzten Jahrtausende so, wir liegen halt recht zentral am Weg – und viele machen auf dem Weg hier Pause und bleiben).

Normal ist auch, dass es wieder einen starken Führer geben wird, einen Monarchen, der dem Neofeudalismus Schranken setzt, weil die Demokratie mal wieder zu schwach war, sich gegen die Finanzbarone zur Wehr zu setzen: das ist nicht „rechts“ sondern das Ergebnis historischer Forschung – oder philosophischer Erkenntnis, Hobbes hat dazu ein ganze Buch geschrieben: den Leviathan: dort, wo der Mensch des Menschen Wolf ist, kann nur ein absoluter Herrscher (nennt man heute „Diktator“) für Frieden sorgen und dem Chaos ein Ende setzen: die christliche Urbestie „Leviathan“ wird so Sinnbild des absoluten Weltherrschers, der mit eiserner Gewalt den Neofeudalismus im Zaum hält .. und für den wird Deutschland nur eine Müllkolonnie sein, sozusagen das Gelsenkirchen Europas.

Jetzt haben wir doch einen Ausblick auf die Zukunft.

Sagte ich nicht, es sei Wahnsinn, einen solchen Ausblick zu versuchen – in einer Welt, in 421 Millionen Vögel weniger leben als in den letzten 30 Jahren (siehe Spiegel)? Mir kam es sogar so vor, als seien es dieses Jahr – trotz des zuvor milden Winters – auch besonders wenig Insekten gewesen: die Fliegenfänger in unserer Wohnung erzählen davon eine ganz besondere Geschichte: aber das ist eine weitere Front, der wir uns gegenüber sehen – die Umwelt wird zunehmends bedrohlicher.

Könnte es auch anders gehen?

Klar. Wir müssen nur das asoziale Menschenbild des Neofeudalismus zum Teufel jagen („der Mensch ist schlecht und von Natur aus böse“) und wieder zum Miteinander finden – jenem Miteinander, das einst wehrhafte Städte gründete, die den Söldnerhaufen der Feudalherren die Stirn bieten konnten. In Wirklichkeit – ist der Deutsche an sich ein sehr soziales Wesen, auch wenn die Bücklinge des Neofeudalismus hier gern ein anderes Bild zeichnen (siehe Spiegel):

Zwar hat nicht einmal ein Viertel der Befragten jemals eine digitale Tauschbörse oder eine Mitfahrgelegenheit genutzt, doch die Versprechungen der Share Economy kommen gut an. Mehr als 77 Prozent aller Befragten finden, dass „Leihen statt kaufen“ ein nachhaltiger Ansatz ist. Bei den Jüngeren ist die Zustimmung sogar noch höher.

Anders als die Überschrift des Artikels suggeriert, ist die Bereitschaft zu einer konstruktiven Solidargemeinschaft sehr hoch. Kriegen wir hier die Kurve, dann droht uns eine andere Zukunft – voller Freude, Kreativität, Glück und Zufriedenheit … und ohne große anonyme Kapitalhaufen, die sich automatisch selbst vermehren und immer mehr Parasiten anziehen, die sich an ihnen ohne jede Leistung bereichern wollen.

Die Zukunft Deutschlands … liegt also in unseren Händen.

Nur werden wir was tun müssen, um sie zu gestalten.

Wenn wir es nicht tun – machen es andere für uns und das Recht der ersten Nacht wird wieder Standard für den ortsnahen Feudalpöbel, der gerne die frisch vermählten Mädels des Landkreises „beglückt“.

 

 

 

 

 

Rente mit 63-Geheuchelte Empörung-Zwangsverrentung geduldet

Auch schon mitbekommen, den Aufstand gegen die Rente mit 63? Ja was wird da Front gemacht gegen die „Pläne von Schwarz-Rot“. Und natürlich kommt diese Empörung von den üblich Verdächtigen Lobbyisten der Wirtschaft. Wenn man sich damit näher beschäftigt, könnte man glauben, der Untergang des Abendlandes stehe bevor. Rainer Dulger (Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall) ist einer der sich Sorgen macht, um wen eigentlich, bleibt die Frage.

Natürlich geht es Herrn Dulger nicht um die Menschen welche die Rente mit 63 nutzen könnten. Herr Dulger macht sich Sorgen um die „höheren Arbeitskosten“ welche daraus entstehen würden und „ungerecht gegen Generationen“ ist das das so wie so, ist zur Standartpropaganda geworden. Ich werde immer nervös, wenn ein Wirtschaftslobbyist von Gerechtigkeit faselt, dass wäre genau so, als wenn man einen Fuchs den Hühnerstall bewachen lässt.

Die die geplante Anrechnung von Zeiten der Arbeitslosigkeit, führt bei den Wirtschaftslobbyisten zur kollektiven Schnappatmung. Wo kommen wir denn hin, wenn die „faule Unterschicht“ für ihre „selbstverschuldete Arbeitslosigkeit“ auch noch belohnt würden. Die Herren Wirtschaftslumpen würden das so natürlich nicht sagen, sind ja gebildete Menschen, sie sprechen von einer „grundsätzlich falschen Botschaft.“ Kaum ist die „Kriegserklärung“ der Wirtschaft gegen die Rentenpläne öffentlich durch die Medien bekanntgegeben, bereiten sich die ersten Politiker zum Überlaufen vor und hissen die weiße Fahne, wie es sie halt immer machen. Man kann ja auch nicht erwarten, dass Politiker gegen die in den „Krieg“ ziehen, deren Spenden man gern bekommt  und Nebeneinkünfte erhält.

Und so zieht die schwarze Fraktion, marktkonformer Demokraten, in die Schlacht um wieder „Gerechtigkeit“ herzustellen, ganz im Sinne der neoliberalen Wirtschaftslobbyisten.

Ziel scheint es zu sein, Betroffene zukünftige Rentner auf dem Schlachtfeld der Wirtschaft zu halten, so lange möglich, ganz nach dem Motto, AUSBEUTEN statt HÄNGEMATTE. Und die Politiker sind sich nicht zu schade dafür, auch den größten Blödsinn von sich zu geben. Jedenfalls sind die „Gewehre“ durchgeladen. „Wenn die Rente mit 63 missbraucht wird, um eine Welle von Frühverrentungen zu ermöglichen, dann können wir nicht zustimmen“, so CDU-Vize Thomas Strobl. Ähnlich äußerte sich CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn: „Wenn es keine Änderungen in dem Gesetzentwurf geben wird, dann könnte es eine ganze Reihe Gegenstimmen aus der Union geben.“ Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) wirbt für eine Stichtagsregelung für die Berücksichtigung von Arbeitslosigkeit.

Kommen wir mal kurz auf den CDU-Vize Thomas Strobl zurück, der von missbrauch bei der Rente mit 63 schwadroniert. Man stellt sich die Frage, für wie „blöd halten uns Politiker und Wirtschaftslumpen“ eigentlich.“ Vergessen wird in der Diskussion wird eben von den „Empörern“, dass es seit Jahren die Rente mit 63 und früherer Jahrgänge bereits gibt, nämlich die „Zwangsverrentung“ von Hartz IV Empfängern, von der Politik eingeführt und von der Wirtschaft nicht „kritisiert“. Denn Fakt ist, Hartz-IV-Empfänger müssen immer mehr, ob sie wollen oder nicht, in Zukunft mit 63 vorzeitig in Rente gehen, per Gesetz. Dies ergibt sich aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Fraktion. Den Antrag auf diese Frührente mit 63 müsse notfalls das Jobcenter stellen, heißt es in der Antwort der Bundesregierung. Die Höhe der zu erwartenden Altersrente sei „dabei nicht zu prüfen“. Im JULI 2013 schieden etwa 2300 in diesem Alter aus dem Leistungsbezug aus. Hochgerechnet auf das JAHR 2013 sind dies 28 000 – fast dreimal so viele wie noch 2008. Nach den amtlichen Zahlen waren im JULI 2013 etwa 65.000 im Alter von 62, weitere 75.000 waren 61. Überflüssig zu erwähnen, dass Zwangsverrentung gleich bedeutend Altersarmut bedeutet. Wo bleib der Aufschrei der Wirtschaft???

Von der Politik kann man nichts erwarten, die dürfen viel früher in Rente gehen ohne und die Höhe der Rente legen sie selber fest, dass nenne ich mal GERECHT.

Die Zukunft der Menschheit – eine Schauergeschichte.

Die Zukunft der Menschheit - eine Schauergeschichte.

Mittwoch, 20.11.2013. Eifel. Macht man sich Gedanken über die Zukunft der Welt, so ist man mitlerweile ziemlich alleine. Früher wurden bedrohliche Entwicklungen medial erfasst und als Spielfilm vorgeführt: so hatte man die Wahl, ob man diese Zukunft wollte oder nicht. Heututage geht das schon nicht mehr ganz so gut: der „Zeitgeist“ hat sie geändert.  Ein  Beispiel ist der Film „Matrix“. Was geschieht dort? In einer zukünftigen Welt liegt die Menschheit als Energiequelle in Milliarden von Tanks, eingelullt in Träume, die unsere jetzige Realität darstellen. Der Film hat viele beeindruckt – und darum griffen die Kosmokraten (so nennen wir jetzt mal die Gestalter globaler Wirklichkeiten – entsprechend der Definition von Jean Ziegler) ein: der Film sollte ursprünglich kein Science Fiction sein, hätte aber als neues Jesusdrama kein Geld bekommen – die gesellschaftliche Sprengkraft der Botschaft war so schon schlimm genug … bzw. kam der Realität sehr nahe. „2022 – die überleben wollen“ ist einer von jenen Filmen, die die 68´er Generation aufrüttelten: „Soylent Green ist Menschenfleisch“ – so die zentrale Botschaft einer übervölkerten Welt, die ihre Alten zu Nahrungsmitteln verarbeitet. 2022 ist in neun Jahren – und wir nähern uns der Realität an.

Nun – Menschenfleisch essen … das wollen bislang nur wenige. Schon heute ist aber vielen gerade in Deutschland klar: wir werden mit Millionen und abermillionen überschüssiger Luxusrentner ein großes Problem bekommen. Es geht nicht  nur um die Rente (drollig, wie heute alles immer auf das Geld reduziert wird), es geht schlichtweg um die Tatsache, das ganz wenige Kinder (die dann natürlich groß sind) Millionen von Leichen entsorgen müssen; von „Pflege“ wollen wir gar nicht reden: das wird ein Genozid der Alten werden, die einfach in ihren eigenen Wohnungen verhungern, verdursten und verrotten werden. Die Kinder der Zuwanderer werden sich um ihre eigenen Alten zu kümmern haben, da wird für jenes Deppenvolk, dass seine eigenen  Zukunft mit dem SUV auf Autobahnen verheizt hat, keine Gnade mehr übrig sein. Vielleicht haben wir aber auch Glück und die sind sozialer als wir es waren – das spielt im Detail keine Rolle, weil es nur ein deutsches Problem ist. Schwache, dekadente Völker mussten in der Geschichte schon immer den mutigen Abenteurern weichen – da wird der Deutsche keine Ausnahme sein: Herr Hitler hat hier ganze Arbeit geleistet.

Denken wir aber mal noch etwas weiter in die Zukunft. So richtig weit – wie wird die Welt dann aussehen?

Die Antwort ergibt sich aus der Perspektive: wir nehmen nur die eine, die wichtig ist … die Perspektive, die sich auf Geldflüsse konzentriert.

Der aktuell laufende Krieg Reich gegen Arm wird irgendwann gewonnen werden. Von den Reichen – die Armen wissen momentan noch überhaupt nichts von einem Krieg, können also nicht mal im Traum daran denken, Widerstand zu leisten. Die Reichen kaufen sich Grundstücke, schützen Nationalparks, sichern sich Bodenschätze, dirigieren Staaten und Parteien so weit, dass diese den Ball so platzieren, dass man ihn selber bequem ins Tor schießen kann. Die Reichen haben schon längst eine internationale Allianz, sind untereinander bestens vernetzt (auf den Jachten griechischer Milliardäre kann man schon seit Jahren mehr Politik machen als im Brüsseler Parlament – so hochrangig und verschieden sind die Gäste dort, von Baroso bis hin zum britischen Königshaus), betreiben als „Bilderberger“ ganz öffentlich politische Meingungsbildung der Führungskräfte zugunsten der Kosmokraten und haben in Clubs wie „Bohemian Grove“ die beste Möglichkeit, Absprachen aller Art unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu fällen.

Währenddessen werden die Armen auf neue Werte getrimmt: Sparsamkeit, Demut, Enthaltsamkeit, Einsamkeit. Geschieht ganz offen – mit guten Worten (und oft auch guten Absichten). Prostitution wird unter dem Siegel der „Freiheit der Frau“ gefördert, was nebenbei die Preise auf 30 Euro im Straßenstrich senkt (uns so diese begehrte Dienstleistung für jedermann erschwinglich macht – notfalls mehrmals am Tag), die Familien werden durch eine immense Berufsbelastung entfremdet und auseinandergerissen, man betreibt aktive Einwanderungspolitik, um die Entstehung breiten Massenwiderstandes zu verhindern (da hat man von den USA viel gelernt). Arbeit jedoch wird – wie in Konzentrationslagern – zum Fetisch und Selbstzweck, das Versprechen, dass die Maschinen uns die Last der Arbeit abnehmen, war eine Lüge, weil der Staat uns exakt diese „Arbeit“ als Bürgerpflicht wieder aufdrückt – mit teils völlig absurden Ergebnissen in der „Arbeitsförderung“.  Natürlich bekommt in einer solchen zerrissenen Gesellschaft keiner mehr Kinder – Kinder brauchen Zukunft … und die haben wir nicht mehr im Angebot.

Der Mensch, das Individuum, wird reduziert auf seine Funktion als Kostenfaktor: er trägt mit seiner Geburt sofort eine große Schuld mit sich herum: er beansprucht die Nahrungsmittel und den Wohnraum anderer Leute für sich …. was nun mal gar nicht geht, denn hiermit tritt er in direkte Konkurrenz zu den Kosmokraten, die alles für sich beanspruchen. Das einzige, womit er diese Schuld abarbeiten kann, das einzige Kapital was er hat, ist: sein Körper.

Für Frauen heist das: Prostitution. Schon heute ein Sakrileg, wenn man sich dazu bekennt, sich nicht gerne zu verkaufen, weil  man daran ja einen so riesengroßen Spaß hat – ebenso hat man ja voller strahlendem Jubel seinen Job im Büro anzutreten: auch eine Form von Prostitution, nicht weniger entwürdigend als die zuvor genannte. Männer können – sofern körperlich gut geraten – ihre Existenzschuld als Söldner abarbeiten – oder auch als Lustsklaven. Wir können damit rechnen, dass unsere Kosmokraten zu einer außerordentlichen Dekadenz entarten, wie es der Adel früherer Zeiten vorgemacht hat: die waren sich für keine Abartigkeit zu schade.

Wer aber als Frau nicht mehr von Freiern angenommen wird oder als Mann nicht dem Bild des nordischen Hühnen entspricht, kann auf dem Organmarkt seine Chancen auf Profit wahr nehmen: ein Leben voller Kokain, Alkohol und fetten Speisen setzt den feinen Herren halt zu, die gehen da bis an ihre Grenzen: da muss schon mal das eine oder andere Organ ersetzt werden. Hier sprechen wir jedoch noch von einer Übergangszeit, in der noch rudimentäre Reste einer demokratischen Verfassung geachet werden.

Wir wollen aber heute mal einen kurzen Blick auf das Ende werfen.

Das Ende wird so werden wie der Anfang. Die Wälder und alles verwertbare Wild und Holz darin gehören dem Adel. Der Pöbel (das sind wir) bekommt die unattraktiven Plätze zugewiesen – das Ruhrgebiet (wie vielleicht alle Großstädte) wird eingezäunt und zum Auffanglager für Minderleister, für deren Entsorgung man wirklich keine weiteren Kosten aufwenden möchte. Diese „Problemzonen“ werden von Maschinen bewacht, die schon heute mit Hochdruck entworfen werden (dafür ist immer Geld da). Es ist das Prinzip der Ghettohaltung oder des Reservates, das hier greift: der Reiche beweist so seine Menschlichkeit und Großzügigkeit, über die er bei einem raffinierten Cocktail gerne ausführlich plaudert.

Draußen, in den vom WWF schon jetzt fein geschützten erhaltenen Natur, werden die Paläste der Kosmokraten stehen, die um sich herum viele Kilometer unberührter Natur haben. Zur Unterhaltung fängt man sich gelegentlich ein paar Primaten aus dem Reservat, die um Leben und Tod kämpfen dürfen (gerne auch Kinder), von wilden Tieren zerfleischt werden (die dem eigenen Zoo angehören – man spart auch enorm an Futterkosten) oder einfach bei lebendigem Leibe zur Unterhaltung der Oberschicht verbrannt werden: all das hatten wir schon mal, das ist nicht neu. Auch die Folter dürfte – rein zu Unterhaltungszwecken – wieder Einzug in den Alltag des Adels finden … erste Anzeichen der Degeneration in diesem Bereich finden wir schon in der US-Armee oder bei RTL.

Nationalstaaten wird es nicht mehr geben, der letzte ist 2048 von Ratingagenturen in den Bankrott gejagt worden. Der Reiche braucht auch keinen Staat, er kann sich mit seinem Geld jederzeit einen eigenen bauen. Natürlich reduziert sich die Weltbevölkerung in den Ballungsgebieten automatisch – durch Krankheit, Hunger, Kriminalität. Den Rest besorgen Kriege – die aber wieder wie früher ausgetragen werden. Die Armeen des Metabarons Ackermann treffen sich mit den Armeen des Metabarons Putin am 8.Januar 2052 in Afrika (einem Kontinent, den man völlig für derartige Aktionen freigegeben hat – bis auf einige Zonen im Süden) zur Austragung eines großen Spektakels, dass weltweit übertragen wird. Da in den Söldnerlagern ein großer Bedarf an Prostituierten besteht, werden die aus den Reservaten eingeflogen: eine Riesenchance für jedermann. Ferngesteuerte oder vollautomatisierte, atomar bestückte Drohnen sorgen dafür, dass die gegnerischen Mannschaften nicht auf dumme Gedanken kommen: immerhin ersetzen diese Schlachten die alten, an Jagden erinnernden Fussballspiele. Was wird das für ein Gaudi.

Natürlich fühlen sich die Kosmokraten gut bei ihrer Sache: der Rückbau entvölkerter Ghettos wird enthusiastisch gefeiert: man sieht halt, das sich der Pöbel auf der Welt nicht halten kann: er ist dumm, unzivilisiert, barbarisch (allein die Aufnahmen des letzten Krieges – erbärmlich, wie die sich da gegenseitig abgeschlachtet haben) und nicht in der Lage, sein eigenes Leben produktiv zu gestalten: ohne die unermessliche Gnade der Kosmokraten hätte er schon längst sich selbst und die ganze Welt vernichtet.

Es wird ein paar Verwaltungszentren geben, Menschenfarmen: der Bedarf an Organen bleibt gleich. Dort werden Menschen zwecks Organentnahme gezüchtet, Menschen, deren genetisches Material nicht völlig von Nanoplastik verseucht ist – wie wir es in Zukunft leider häufiger erleben werden.

Die Erde insgesamt wird sauberer werden, viel Bauland wird der Natur zurückgegeben – und so erheben sich die Kosmokraten als Hüter der Erde in höchste, gottähnliche Höhen.

Religion in jeder Form wird verboten werden.Die neuen Götter dulden keine Konkurrenz – auch nicht in der Theorie, noch dulden sie, dass ihre eigene Heiligkeit von alternativen Weltdeutungskonzepten in Frage gestellt wird.

Menschenrechte werden weiter gültig sein – allerdings gibt es eine Einkommensgrenze, ab der man die Rechte in Anspruch nehmen kann. Ohne Millarden gehört man schnell zum Pöbel und findet sich im eingezäunten Detroit wieder.

In den Reservaten können die Menschen mehr oder weniger tun was sie wollen – ohne Energie, ohne Nahrung, ohne Rohstoffe, natürlich, Tag und Nacht bewacht von Kameras, auf die die Kosmokraten jederzeit Zugriff haben: jeder wird Hauptdarsteller in seinem eigenen Film und kann – sofern er was ausserordentlich Tolles bringt – mit einer Spende rechnen: Liveunterhaltung pur.

Für die Träume der Menschheit wird es kein Geld mehr geben: wozu Raumfahrt, wenn die Kosmokraten sich die Welt zum schönsten Raumschiff der Geschichte umbauen können. Außerdem ist dort draußen entweder gar nichts …. oder Konkurrenz.

In dieser Zukunft werden wir automatisch landen – alle gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten zwanzig Jahre gehen stringend in diese Richtung, alle politischen Sparkonzepte treiben das Volk automatisch dahin, alle Konzepte von Unterhaltung und „Spaß“ nehem diesen Kurs.  Ich stehe auch dazu: so wird es kommen. Bin mir sicher, dass dieser Text in Zukunft in Datenbanken der Wissenschaftler landen wird – Wissenschaftler, die selber Kosmokraten sind und ihre Forschungen nur noch aus Spaß betreiben, um der unendlichen Langeweile einer überversorgten, allmächtigen Existenz zu entkommen: „Schaut mal, ich habe einen Pöbler gefunden, der unsere Pläne schon früh erkannt hat: wahrscheinlich hat er die Wörter nur zufällig aneinandergereiht, ohne ihre Bedeutung wirklich zu begreifen“ – so wird es dann beim Tee weitergetragen werden.

Diese Pläne erkennen viele. Ich würde sogar sagen: die kann jeder erkennen, der über einen gewissen Grad an rein mengenmäßiger Information verfügt – man braucht hier keine geheimen Informationen eingeweihter Verschwörer, alle Pläne liegen heute schon offen auf dem Tisch und werden gnadenlos Schritt für Schritt umgesetzt: Wirtschaft, Politik und Wissenschaft ziehen da an einem Strang – und die Masse der Lemminge zieht begeistert mit, weil der Zeitgeist es fordert: „fit for job“ ist das devote Motto, mit dem der kleine Mann den Herausforderungen der Zukunft begegnet.

Und aus diesem Grund bin ich – inzwischen – absoluter Gegner der gewerbsmäßig ausgeübten Prostitution, des Menschenhandels, des Kindesmissbrauches, der Organspende, der Abtreibungen – und des materialistischen Weltbildes, das diese Entwicklung erst möglich macht.

Abschließend ein aktuelles Zitat einer Leserin:

Ja, da wird definitiv eine Hemmschwelle überschritten: der Menschenkörper wird als solcher zur Handelsware, und er wird isoliert von Seele und Geist verkauft und wahrgenommen.
Dabei ist es doch gerade das was “die Würde des Menschen ist unantastbar” eigentlich ausmacht: dass ein Mensch in seiner Ganzheit respektiert wird und dass eben diese Trennung NICHT stattfinden darf.

Es findet aber nicht nur die Trannung von Körper und Seele statt: aktuell klären „Wissenschaftler“ die Kosmokraten darüber auf, dass es gar keine Seele gibt (weshalb alle Religionen vernichtet werden müssen – die sind die letzten Träger des einst nicht hinterfragbaren Seelenbegriffes) … infolge dessen auch keine Würde. Der ganze Rest ist eine einfache logische Ableitung dieses Obersatzes – und endet in der oben beschriebenen Dystopie.

Aber wetten, die arbeiten jetzt schon wieder an dem Satz: „Das haben wir alles nicht gewußt, das haben wir alles nicht gewollt!“. Wie schon immer, redet man sich mit seiner eigenen Dummheit heraus – dabei ist es gerade diese Dummheit, die diese Entwicklung möglich macht.

Wenn wir nichts ändern, werden wir genau in dieser schrecklichsten aller Welten landen – und zwar für immer und ewig. Die Kosmokraten arbeiten mit Hochdruck (und in aller Öffentlichkeit – da gibt es keinerlei Verschwörungen, da gibt es nur eine Mischung von Dekadenz, Dummheit, Gier, Macht und Drogen) an der Gestaltung dieser Zukunft, fast täglich schaffen sie es, weitere Hemmschwellen zu senken – und kaum noch jemand wagt es, die Zukunft zu beschreiben, in die war zwangsläufig alternativlos hineinmarschieren.

Was uns retten kann?

Es gibt eine ganz einfache, erste Lösung. Nach den bekannt gewordenen Gräueln des Dritten Reiches hat man – aus gutem Grund – eine allgemeine Erklärung der Menschenrechte entworfen – Rechte, die vor allem zum Schutz des Pöbels gedacht waren, selbst dann, wenn dieser Pöbel die Rechte gar nicht wollte. Die Erklärung der allgemeinden Menschenrechte erlaubt sich – ohne es direkt zu formulieren – einen Rückgriff auf einen anderen Obersatz.

DER MENSCH IST HEILIG.

Laßt uns einfach nicht mehr über Religion streiten – sie ist ganz nützlich, um Werte und Dinge unantastbar zu machen … und genau deshalb haben wir sie (samt unserem großen Häuptling im Jenseits) dereinst im Kampf gegen die Kosmokraten entworfen. Und weil der Mensch heilig ist, steht ihm mit seiner Geburt ein bedingungsloses Grundeinkommen zu (sofern vorhanden) – Aufgabe der Wirtschaft soll es dann nicht sein, darüber zu klagen, dass zu wenig Geld für private Bereicherung zur Vergügung steht, sondern die Erwirtschaftung jenes Wohlstandes, der ein bedingungslose Grundeinkommen möglich macht. Ja, ich weiß: das ist mehr Arbeit als die Manipulation des Libor-Zinssatzes – aber es geschieht halt für einen guten Zweck.

Das ist unsere eigentliche Entscheidung: wollen wir den Menschen heilig sprechen – oder soll er weiterhin ein zweibeiniger, ausrottbarer Kostenfaktor bleiben? Haben wir diese Entscheidung gefällt – als Gemeinschaft, ganz offen und entschlossen – dann ist die Ausformulierung, der Ausguss dieses Satzes in Gesetzen, die Setzung von Sitten und Normen in seinem Sinne ein Kinderspiel.

Wir stehen als Menschheit zum ersten Mal in der Geschichte vor einer zentralen Entscheidung, die über unseren ganzen Wert und unsere ganze Zukunft ein Urteil fällen wird: sind wir frei, mutig und entschlossen genug, auf der Erde ein Paradies zu errichten … oder geben wir uns lieber mit der Hölle zufrieden?

Momentan – die Aussicht kann ich niemanden ersparen – steht der Kurs voll auf Hölle. Ist der Mensch nicht mehr Kraft seiner Seele ein heiliges Wesen … ist er nur noch Fleisch, das beliebig benutz- und verwertbar ist.

Das muss uns aber nicht gefallen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Brief eines Leistungsträgers an die Regierung: wie motiviere ich meine Kinder?

Brief eines Leistungsträgers an die Regierung: wie motiviere ich meine Kinder?

Dienstag, 12.11.2013, Eifel.

Liebe Bundesregierung.

Heute ist wieder einmal ein Morgen, an dem ich mich nur mit sehr heftigen Schmerzen bewegen kann. Der Grund ist einfach zu benennen: Rücken. Genauer gesagt, fehlen Bandscheiben im Lendenwirbelbereich. Wie alle anderen Leistungsträger auch habe ich alles gegeben, 1 000 000 Kilometer Autobahn (und viele Flugkilometer nebenbei – aber die waren nicht so schädlich, jedenfalls nicht für mich) habe ich in fünfzehn Berufsjahren hinter mich gebracht. Mir hat das nicht gefallen, obwohl ich gerne gereist bin: mir war jederzeit bewusst, dass ich der Umwelt keinen Gefallen damit tue. Aber: Arbeit muss ja sein.

Mit dieser Aussage renne ich bei Ihnen wahrscheinlich offene Türen ein, immerhin haben Sie die gesamte, mühsam gestaltete Sozialgesetzgebung so gestaltet, dass Arbeitslose mit Enteignung, Einschränkung der Bürgerrechte und öffentlicher Schmähung durch Staats- und Wirtschaftsfunk für ihren Frevel bestraft werden. Ich habe innerhalb von zehn Jahren mein Gehalt vervierfacht, mehrere Karrierestufen hinter mich gebracht, hatte ein sechsstelliges Gehalt in DM – und Euro und vor allem: Arbeitszeiten bis zu 120 Stunden die Woche. Manche Kollegen haben diese Belastung nicht überlebt. Es gab Tage, da habe ich mit einem einzigen Anruf eine Million Euro Umsatz gemacht: wenn ich mich Recht entsinne, definieren sie so den Leistunsträger, weshalb ich mich einfach mal als ein solcher vorstellen möchte, weil ich ja weiß, dass wir der Regierung liebstes Kind sind.

Momentan kann ich mich wieder nur mit Trippelschritten bewegen, alles andere führt zu Schmerzen gegen die Zahnweh ein Witz ist. In guten Zeiten kann ich nicht lange gehen, sitzen oder stehen, oft muss ich mich hinlegen, um meine Rückengymnastik zu machen und die eingeklemten Nerven wieder aus dem Würgegriff der Knochen zu befreien. Die Wohnung kann ich heute nicht verlassen – sind halt gerade keine guten Zeiten – werde den Tag wieder liegend verbringen müssen.

Nun – ich will nicht groß klagen. Mir geht es viel besser als meinen Leidensgenossen. Einen kenne ich persönlich, er ist 39 Jahre alt und völlig verzweifelt, ist ans Jobcenter angebunden, schreibt viele Bewerbungen und ist im Prinzip genauso unvermittelbar wie ich. Der Unterschied zwischen ihm und mir? Ich erhalte als letzter Jahrgang eine kleine Berufsunfähigkeitsrente, die Sie für die Jahrgänge nach mir einfach abgeschafft haben. Ich kann mich gut hineinfühlen in die Lebenssituation meines Kollegen, der sich wie ein kerngesunder Mensch bewerben und bewähren muss, obwohl er seine Aufmerksamkeit hauptsächlich auf die Ausführung der eigenen Körperbewegungen richten sollte: ist man hier auch nur einen Moment unachtsam, befördert man Lasten von mehr als 2 Kilogramm Gewicht, so kann es sein, dass man schnell am Boden liegt, weil einem die Beine weggebrochen sind. Ein schwerer Wintermantel stellt da schon ein Risiko dar.

Wie sie sehen, bin ich Ihnen sehr dankbar für die kleine Leibrente, da ich ein zurückgezogenes, vergeistigtes Leben immer sehr geschätzt habe, komme ich auch mit der Ausgliederung aus der Konsumgesellschaft gut zu recht und bin auch dankbar dafür, dass ich mein Wahlrecht noch behalten durfte.

Und doch habe ich ein Problem.

Ich habe Kinder. Sechs davon kennen ihren Papa nur als Arbeitstier, aber sie haben auch erlebt, was man sich alles leisten kann, wenn man arbeiten geht. Das ist ja auch richtig: es war Wunsch der Bundesregierung, dass alle sehen können, dass Leistung sich wieder lohnt.

Doch nun, liebe Bundesregierung, habe ich ein Problem. Obwohl ich – neben vielen anderen Abschlüssen – auch ein pädagogisches Studium sehr erfolgreich beendet habe, komme ich nicht umhin, zuzugeben, dass meine Kinder mein Leben als Botschaft begreifen:

Geht man arbeiten, wird man krank. Wird man krank, wird man arm und fortgejagt. Also geht man besser nicht arbeiten, damit man wenigstens gesund arm sein kann“.

In der Tat: ich würde viel dafür geben, gesund zu sein, kann also an dieser Stelle die Negierung von Krankheit gut verstehehn. Mein größtes Hobby waren lange Wanderungen durch die einsamen Moore Belgiens, ein Tag im Moor ersetzt leicht eine Woche Urlaub auf den Malediven. Nun darf ich nur noch in Begleitung wandern – oder mit Handy. Da es im Moor keinen Empfang gibt (diese Belgier! Noch nicht mal das kriegen sie hin!), ist diese Option für mich nicht lebbar. Aber was soll es: da jeder Schritt gewöhnlich von unterschiedlich starken, stechenden Schmerzen im Lendenwirbelbereich begleitet wird, ist das Wandern eh´ keine Freude mehr.

Nun – wie gesagt: ich will nicht klagen. So ein zerbröselter Zustand ist gut und nützlich, um sich mit seiner Sterblichkeit endgültig zu versöhnen: der Zeitpunkt, der ein absolutes Ende der Schmerzen und des elenden Leides bedeutet, rückt jeden Tag einen Tag näher heran, ohne dass man etwas dafür tun muss – das erfreut einen jeden Tag ein klein wenig mehr.

Was aber mache ich jetzt mit meinen Kindern? Immerhin weiß ich, dass Eltern in erster Linie durch ihr Vorbild erziehen, weniger durch Worte. Welche Worte soll ich denn auch noch wählen, um hier motivieren zu können? Auch wenn es jetzt übel klingt: meine Leistung hat dazu geführt, dass meine Kinder Leistungsverweigerer werden – und obwohl ich Sonderschulungen für Motivation und Führung erhalten habe, fehlt mir da völlig der Ansatzpunkt. Besser wäre es gewesen, ich wäre mein Lebtag lang arbeitsloser Alkoholiker gewesen – so wäre ich wenigstens ein schlechtes Beispiel, dass den Kindern im eigenen Leben einiges hätte ersparen können. So jedoch bliebe mir nur die Drohung mit Hunger, Obdachlosigkeit und zukünftigem Arbeitslager – doch derartiges Arbeiten entspricht nicht meinen beruflichen Fortbildungen.

Kein Konzern arbeitet mit Strafen als Motivationsinstrument, dort verlegt man sich lieber auf Bonuszahlungen – die es oftmals auch gibt, wenn gar kein Erfolg der Arbeit zu sehen ist: zur Not greift einem ja der Steuerzahler unter die Arme.

Für Bonuszahlungen kann ich trotz bescheidener Lebensführung kein Budget mehr einrichten – wie Sie vielleicht nachvollziehen können.

Es ist auch nicht nur die Armut durch Krankheit, die meine Kinder zu ihrer Einstellung führt – hier kommen sie eher nach ihrem Vater und schätzen den einfachen, rustikalen Lebensstil des Eremiten – es ist das völlig Fehlen der Würdigung der erbrachten Leistung, das Erkennen, dass Einsatz und Leistunsbereitschaft völlig nutzlos sind, weil am Ende nichts übrig bleibt außer Schmerzen und der Versuch der Entwürdigung – ganz unabhängig davon, dass man jahrzehntelang überdurchschnittlich viele Beiträge in alle nur denkbaren Kassen geleistet hat, von denen sehr viele heute noch sehr gut leben. Wo gibt es noch etwas Dankbarkeit für die vielen DM und Euro, die man für den Staat, für die Gemeinschaft erwirtschaftet hat – in meinem Falle sogar echter Reingewinn durch Rückführung der Umsätze ausländischer Konzerne in deutsche Steuerkassen?

Man könnte auf die Idee kommen, dass es besser gewesen wäre, Soldat geworden zu sein um im Ausland völlig fremde Menschen zwecks Rettung der von den Taliban unterdrückten Drogenproduktion zu erschießen – dort bekommt man für eine Verwundung wenigstens einen kleinen Orden, ist ein Held. Wird man krank durch Arbeit, ist man …. böse?

Nun – ich will aber nicht für mich sprechen – mir geht es um die Kinder.

Ich plage mich nun seit acht Jahren mit dem Problem der Motivation herum, stelle jetzt aber – dank eindringlicher Studien auf Facebook – fest, dass ich nicht allein mit dem Problem da stehe … nur geht es anderen noch viel schlechter als mir, der ich durch die kleine Rente sehr priviligiert bin, diese Priviligierung aber nutzen kann, mich öffentlich zu äußern. In diesem kinderarmen Land sind es Millionen von Kindern, die sehen müssen, wie die Lebensarbeitsleistung der Eltern im Falle von Alter und Krankheit mit Füssen getreten wird.

Ich weiß nun, dass Sie als Bundesregierung sehr beschäftigt sind. Beständig müssen mehr Posten für verdiente Mitglieder der Partei geschaffen werden, ständig steigende Bezüge verlangen nach gut überlegten Anlagemöglichkeiten, ebenso warten auf jeden Abgeordenten zehn Lobbyisten, um seinen Tag zu strukturieren und viele Unternehmen fragen einen als Vortragsredner an – was sich ja auch sehr angenehm in den eigenen Vermögenswerten widerspiegelt. Ich möchte aber die Hoffnung nicht aufgeben, dass Sie vielleicht doch ein wenig Aufmerksamkeit auf dieses Problem lenken, da es kein kleines ist.

Auf der Konzernebene kennt man es gut: die „innere Kündigung“ betrifft (je nach Studie) 24 – 90 % aller Mitarbeiter und richtet jährlich einen gesamtwirtschaftlichen Schaden von 250 Milliarden an, dass sind 3 Billionen Euro seit 2001, dem Jahr, in dem Sie die winzige Berufsunfähigkeitsrente für alle gestrichen haben. Auf Konzernebene kann man das Problem auf vielerlei Arten angehen – und tut das auch. Schöne Weltreisen, coole Sachprämien, kleine persönliche Präsente – da ist vieles machbar, was vor großem Schaden schützt – und den Schaden kennt man genau: nicht wenige große Firmen sind durch mangelnde Motivation der Mitarbeiter in den Ruin getrieben worden.

Was aber wird aus dem Problem der „inneren Kündigung“, wenn es die Jugend eines Staates betrifft?

Sicher: Ihre Kinder sind auf einer Privatschule, deren „Ehemalige“ für jeden Absolventen eine Führungsposition in Politik und Wirtschaft frei räumen – doch diesen „Häuptlingen“ werden in Zukunft wohl die „Indianer“ fehlen.

Ich jedenfalls bin noch bemüht, auch meine Kinder zu Leistungsträgern dieses Staates zu machen, trotz meiner üblen Erfahrung mit diesem Status  – jedenfalls, wenn man ihn sich durch Arbeit verdienen muss. Jetzt gestehe ich aber: ich bin am Ende meiner Kunst angelangt. Darum wende ich mich nun direkt an Sie, denn immerhin haben Sie sich einer ganz besonderen Verpflichtung unterworfen:

„Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde.

Ich bin fest davon überzeugt, dass die Lösung meines kleinen Problemes vielen anderen Menschen helfen kann und somit geeignet ist, sehr viel Schaden von dem deutschen Volk abzuwenden – sogar Schaden in Billionenhöhe.

Mit besten Grüßen: Ihr Eifelpilosoph, Leistungsträger im Entsorgungszustand

 

 

 

Die PHO zur politischen Posse von Angela Merkel …

Hier noch zwei Videos nachgelegt. Die PHO zum Besuch von Angela Merkel am 12.9.2013 in Neuss und zum anschließenden Wahlergebnis das Video „das Stockholm-Syndrom“. Wir konnten uns nicht nehmen lassen auch den Nachrichtenspiegel daran teilhaben zu lassen. Besser später als nie 😉

Das Video „Merkel in Neuss“ beginnt mit 10-minütigem Merkel-Gequake. Diese Politposse und das ganze Erlebte auf dem Münsterplatz in Neuss wird ab der 10. Minute von der PHO kommentiert.

Jedoch das Video „Die PHO zum Wahlergebnis …“ macht klar, dass Deutschland am Stockholm-Syndrom leiden muss!
…Ich brauche niemanden der für mich Kriege führt, Menschen vergiftet und Leute verarscht. Das kann ich selber… wenn ich es WILL!….

…Erschreckend wozu der Mensch trotz offensichtlicher VERARSCHE bereit ist und wie schnell alles vergessen wird. Einen Lebensmittelskandal nach dem anderen, Hartz4, Aufstocker, Zeitarbeiter, Hohe Mieten, Lobbyismus, Euro Hawk, Vorratsdatenspeicher, NSA, etc..etc..etc..etc..etc..etc..etc..etc..­ect..etc.. etc..etc..etc..etc..etc..etc..etc..etc..­ect..etc..

Doch der Wähler gehorcht…und Greift selbst nach dem Messer, das ihn ohnehin schon verletzt hat. Schon mal überlegt, was Politik noch wäre, wenn man sie aus dem Tv und Zeitschriften verbannen würde?! Schon mal überlegt, wo die Politiker noch erwünscht wären, wenn sie niemand wählen würde?! Sie wären nur noch bekannt als die…die niemand haben wollte.
Gruß,

die PHO.

Genozid an den Armen in Deutschland: die Treibjagd wird eröffnet.

Genozid an den Armen in Deutschland: die Treibjagd wird eröffnet.

Donnerstag, 10. Oktober 2013. Eifel. Gestern habe ich noch einmal den „Großen Diktator“ gesehen – mit Charlie Chaplin in der Hauptrolle. Die Uraufführung war 1940, die USA waren noch nicht im Krieg. Es können einem viele Gedanken durch den Kopf gehen, wenn man den Film sieht. Zum einen denke ich an das damals kriegsmüde US-Volk (wann haben sie diese einfachen, hilfsbereiten, freiheitsliebenden Menschen eigentlich so geändert?), das hier gegen Deutschland in Stellung gebracht wird (zurecht, das wissen wir – aber hat das damals einer angeordnet, solche Filme zu drehen?), zum anderen denke ich daran, das meines Wissens nach das Wissen über Konzentrationslager bei den Alliierten gar nicht vorhanden war – aber vielleicht erinnere ich mich da falsch oder wir haben schon wieder eine neue politische Wahrheit, die meine Schulbildung übersteigt. Ich würde dieser Zeit in Deutschland gerne mehr Aufmerksamkeit widmen, sie hat historische Dimensionen höchsten Ausmaßes: wie gerade das Volk der Dichter und Denker nach dem Zeitalter der Aufklärung in eine solche Barbarei verfallen konnte, bleibt ein Rätsel.

Lösen wir dieses Rätsel nicht, werden wir die Zeit wiederholen müssen. Leider tun wir das schon.

Ich bin kein großer Fan von Star Trek, kann mich aber an eine verbotene Folge erinnern, die ich dann doch irgendwann mal gesehen habe: Mr. Spock preist dort die Leistungen des Führers, der innerhalb kurzer Zeit die Wirtschaftsleistung des Volkes auf Höchstniveau gebracht hat. Wie gesagt: in Deutschland war dieser Film verboten … was nicht heißt, dass die deutsche Wirtschaftselite, die ihre Beute aus der Plünderung jüdischen Eigentums und ihre gesellschaftliche Position erfolgreich in die Bundesrepublik überführen konnten und dort die Weichen für die politische Entwicklung der nächsten Jahrzehnte stellte nicht aus den Tatsachen, die dieser Film beschreibt, gelernt hat.

Seit 2005 jedenfalls gibt es in Deutschland wieder Gesetze, die zum Arbeitsdienst verpflichten: wer aus Gründen der Ehre oder der Vernunft nicht bereit ist, zu erbärmlichsten Bedingungen seine Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen (oft auch ganz umsonst) wird von den Sozialbehörden sanktioniert und kann zusehen, wie er in einem Land, in dem jeder Apfelbaum irgendjemandem gehört, noch überleben kann.

So drastisch hatte sich nur Hitler in den Arbeitsmarkt eingemischt, so hat er „die Arbeitslosen von den Straßen geholt“ – er brauchte sie für den Krieg. Mich erreichen Berichte, dass auch heute wieder Menschen nach diesem Hitler rufen – kleine Bürger, die um ihre Rente fürchten, weil die „Faulen“ nicht arbeiten gehen. Man nimmt gerne billigend in Kauf, dass dann wieder – wie Charlie Chaplin als Hitler in seinem Film forderte – alle Arbeitslosen erschossen werden, weil der Führer keine Arbeitslosen mag. Welchen Krieg nun die deutsche Industrie im Auge hat, weiß ich noch nicht.

Die „erfolgreiche“ Arbeitsmarktpolitik des Führers brachte auch eine gigantische Staatsverschuldung mit sich – darüber wird weniger geredet, obwohl sich auch unsere Staatsverschuldung jener der Kriegszeit angleicht: bald sind wir auf dem Niveau von 1942 – und haben kein jüdisches Eigentum, mit dem wir das bezahlen könnten.  Darum werden bei uns halt die Arbeitslosen ausgeplündert: allein fünf Millionen Erwachsene, die nach teilweise jahrzehntelanger Beitragszahlung noch ein Jahr Zeit haben, ihre Arbeit in einem gesättigten Markt zu verkaufen – dann greift der Staat ihr Eigentum an. Dort geht das – bei den Krisengewinnlern in der upper class scheint das unmöglich zu sein. Nun – die haben das System ja hinter unserem Rücken so gestaltet, dass der Geldfluß in großem Maße von unten nach oben geht: nur so bekommen wir unseren Feudalstaat wieder, der ach so bequem ist für die Elite der Lumpen in diesem Land.

Alles noch nicht so schlimm in Deutschland?

Das denken viele. Viele fallen auf die Jubelparolen der Regierung herein, die sich kaum noch von den Lügen unterscheiden, die ein Herr Goebbels unter das Volk gebracht hat. Ein Teamführer der von einem Oberst geleiteten Bundesagentur für Arbeit hat sich kürzlich beim Bundesrechnungshof gemeldet, siehe Spiegel:

Aber die Prüfer zitieren eine E-Mail von ihm. Eine Mail, die seine ganze Not offenbart. Und noch mehr: einen Skandal. Eine Betrugsmentalität, die sich anscheinend durch die ganze Bundesagentur für Arbeit zieht. Und noch viel mehr: Die Mail entlarvt ein System, das der Rechnungshof in diesem Bericht nun als krank beschreibt, geradezu irre, mindestens aber irregeleitet.

Ein krankes und irres System. Wetten, dass sich keiner Gedanken darüber macht, wie man es stoppen kann? Der Oberst hat sein System sogar gut durchorganisiert, wie eine Drückerkolonne funktioniert es mit Druck für die Frontleute und Prämien für den Chef, siehe BZ:

Pikant: Während bei Hartz-IV-Empfängern der Regelsatz (382 Euro) auch bei kleinsten Verstößen knallhart gestrichen wird, kassieren die Jobcenter-Bosse bis zu 4000 Euro Prämie. Herz oder Bonus?

Herz oder Bonus? Keine Frage: das System der Arbeitslosenvernichtung zieht bundesweit den Bonus vor. Am Ende dieses Systems stehen die Totalsanktionierten, die Eigentum, Geld und Wohnung verloren haben. Manche von ihnen nehmen sich das Leben, andere verhungern, wieder andere drehen durch und ermorden das Fußvolk der Arbeitslosenvernichtungsmaschine. Ein zu hartes Wort: Arbeitslosenvernichtungsmaschine?

Ja – wir leben in einer Diktatur der weichen Worte: das haben die Machthaber aus dem Dritten Reich gelernt. Man meidet die Öffentlichkeit und spricht sanft – aber schwingt immer noch den gleichen Knüppel. Es geht darum, die Arbeitslosen aus dem Bewusstsein der Bevölkerung zu entfernen, sie – eigentlich unschuldige Opfer der Globalisierung – werden zu Tätern stigmatisiert, an deren Eigentum man sich allerdings eine goldene Nase verdienen kann, wenn man bei der Zwangsversteigerung des gepflegten Häuschens nur früh genug auf der Matte steht. So hatte sich die Wirtschaft schon in den dreißiger Jahren saniert, als noch die Rasse über Leben und Tod entschied – und nicht Alter, Krankheit, Intelligenz oder Bildungsgrad.

Ja – für die Alten, die Kranken und die Dummen haben wir keinen Platz mehr im Land. Dabei gibt es sie immer noch: jene Kinder, die schon mit der Hauptschule überfordert sind. Über sie wird nicht gesprochen, weil sie unerwünscht sind, sie stören die saubere Statistik, für deren Bereinigung die Teamleiter der Jobcenter dicke Prämien kassieren, während ihre Opfer in den Gassen erfrieren.

Harte Worte, oder? Ungewohnt in diesem Land. Hier spricht man sanft – das ist eindeutig anders als früher …. aber jeder weiß auch so, was gemeint ist.

Das war früher auch so: jeder wusste, was mit den Juden (und den vielen anderen Mitmenschen) geschah – aber keiner sprach darüber. Man hatte zuviel Angst, selbst ins Visier zu geraten – genau wie heute.

Die Angst hat man auch zurecht: der Krieg der Reichen gegen die Armen läuft bundesweit weiter. Bis zu 25000 Jobs werden demnächst in der Autozulieferindustrie wegfallen bzw. ins Ausland verlagert werden, weil die großen Automobilkonzerne beständig den Druck erhöhen (siehe Manager Magazin).  Wieder einmal 25 000 Leute, die von heute auf morgen zu „faulen, asozialen Parasiten“ werden, denen man am Liebsten nichts mehr zu essen geben würde, weil sie nicht arbeiten (sinngemäß: Müntefering, SPD). Die zahlen dann auch nichts mehr in die Steuerkasse ein (was Politiker am meisten stört, denn immerhin möchte man sich aus dieser Kasse großzügig bedienen), was dazu führt, dass die Verschuldung der öffentlichen Hand immer weiter zunimmt – manche Bundesländer geben schon 33% ihrer Einnahmen für die Zinslast aus (während einer Minizinsphase! – siehe Manager Magazin), mit deutlichen Folgen für die Beschäftigen im öffentlichen Dienst: dort sind mitlerweile 2,2 Million Arbeitsplätzen seit 1991 weggefallen (siehe destasis).

Will aber mal der normale Verbraucher Vorteile aus den aktuellen Verhältnissen ziehen, merkt er schnell: für ihn ist das nicht gedacht. Die massenhafte Kündigung von gut verzinsten Bausparverträgen in Deutschland ist rechtens, Leben ohne Arbeit durch Zinseinkünfte ist dem neuen Adel vorbehalten (siehe Manager Magazin).

Dafür setzt man neue Hunde auf die Armen an: das Grundrechteforum meldet eine still vorgenommene Privatisierung des Gerichtsvollzieherwesens: aus den Beamten sind Kopfgeldjäger geworden, die sich ihren Lebensunterhalt durch Beute verdienen müssen – jenseits der Vorgaben des Grundgesetzes, an dessen diesbezüglicher Änderung gearbeitet wird.

Die Treibjagd auf Arme wird eröffnet.

Der Erfolg dieser Politik läßt auch nicht lange auch sich warten: sie ist tödlich – im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht nur Selbstmord, Hunger- und Kältetod fordern ihren Preis, die Armut selbst ist tödlich. Die Schere zwischen arm und reich öffnet sich immer weiter, Arme sterben inzwischen fünf Jahre früher als Reiche,  siehe Spiegel.

Spiegel (und auch die Welt … die zitiere ich aber nicht mehr, weil sie Geld für ihre Nachrichten nehmen wollen: dafür besorge ich ihnen doch keine Leser!) bemühen sich auch, die Schuld bei den Armen zu suchen: ihr Bildungsgrad ist es, der ihnen das Leben kostet.

Weniger dem System verpflichtete Intellektuelle kennen da andere Ursachen, siehe Handelsblatt:

Heizkosten steigen 2013 um bis zu 18 Prozent

Da kann man sonst noch so schlau sein: irgendwann kann man die Rechnungen nicht mehr bezahlen, man muss am Essen oder an der Wärme sparen – beides schadet der Gesundheit, für die wir 300 Milliarden Euro im Jahr ausgeben – unter anderem, um die Folge von Mangelernährung und angegriffener Gesundheit wegen Kälte und Schimmel in der Wohnung zu beheben. Absurd, oder?

Aber der Genozid an den Armen (da diese Zustände in einem der reichsten Länder der Erde herrschen, nehme ich an, dass sie mit Absicht so gestaltet werden und nenne sie deshalb beim Namen: Genozid) ist wichtig für die Disziplinierung der Massen – das wussten schon Hitler und Chaplin.

Hitlers alter Verbündeter Ungarn (Natomitglied seit 1999, EU-Mitglied seit 2004, zählt laut Human Development Index zu den hoch entwickelten Staaten) gibt hier auch schon mal den Takt für die Zukunft vor: unlängst beschloss das Parlament Gesetze gegen Odachlose – Obdachlosigkeit wird Straftat (siehe Handelsblatt).

Bin gespannt, ob wir das im Rahmen der Angleichung der EU-Gesetzgebung einfach auch mal heimlich übernehmen. Immerhin steigen auch hier die Zahlen der Obdachlosen ständig an (siehe Tagesspiegel), neue Gesetze erleichtern Räumungsklagen, damit es noch mehr davon gibt (siehe DasErste):

Räumungsklagen, die sich früher bisweilen über Jahre hingezogen haben, sollen in Zukunft schneller über die Bühne gehen. Zumindest wenn es nach dem Gesetzgeber geht. Die Gerichte sind aufgerufen, zukünftig Räumungsklagen vorrangig zu bearbeiten und zu terminieren. Um derartige Verfahren zu beschleunigen können dabei die Fristen für Stellungnahmen und Ladungen entsprechend abgekürzt werden.

Wenn das Jobcenter dann Sanktionen verhängt, kann man die früheren Arbeitnehmer schneller auf die Straße jagen, wo Hunger und Kältetod auf sie warten.

Schade, dass Chaplin Tod ist. Wäre interessant zu sehen, wie sein heutiger Film über die Berliner Republik lauten würde.

 

 

 

 

 

 

Wie man ein Rentensystem zerstört

Mit Dank an Herrn Flegelskamp.

Auch wenn es vielen Menschen nicht bewusst ist, das Umlagesystem der Rentenversicherung ist mit Abstand das beste Rentensystem, aber es wird seit vielen Jahren kontinuierlich zerstört. Warum, das habe ich in einem der letzten Beiträge verdeutlicht, Ein Rentensystem ist eine Goldgrube für die Versicherungswirtschaft und deshalb ist eine der Forderungen der WTO mit GATS, dieses System weitgehend zu privatisieren. Entsprechende Verträge mit der WTO werden in Brüssel abgeschlossen, am deutschen Parlament vorbei und für die Wahlbevölkerung absolut intransparent. Was da gekungelt wird, darüber spricht kein Politiker und auch die Presse verhält sich bei solchen Themen, als wüsste sie von nichts.

Welche Maßnahmen mit welcher Verantwortlichkeit erfolgen, um die Deutschen in die private Versicherungswirtschaft zu drängen, werde ich nun versuchen, ein wenig aufzudröseln, denn sie gehen weit über die bekannten Vorgänge hinaus und auch das BVerfG ist maßgeblich an diesem Spiel beteiligt.

Propaganda

Schon merkwürdig, mit der Installation der WTO in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts tauchte plötzlich das Schlagwort vom Generationenvertrag auf. Diesen Begriff hat allerdings auch der so genannte Vater des Umlageverfahrens Wilfrid Schreiber bei der Argumentation für das Umlageverfahren verwendet, wenn auch in einem völlig anderen Zusammenhang. Er kannte das Mackenroth Theorem und deshalb wusste er, dass jede zu zahlende Leistung immer von den in Arbeit befindlichen Generationen getragen werden müssen. Ihm war auch die Demographie nicht unbekannt. Er wusste, dass die arbeitende Gesellschaft sowohl für die junge Generation als auch für die Rente der nicht mehr im Arbeitsprozess befindlichen Alten aufkommen muss. Sein Bestreben war auch, nicht viele unterschiedliche Alterssicherungssysteme aufzubauen, sondern ein möglichst einheitliches System zu installieren. Das wurde von Adenauer und Erhard hintertrieben.

Seine Meinung über den Generationenvertrag war, dass die Beiträge zur Rente nicht, wie bei einer kapitalgedeckten Rente gehortet werden sollten, vor allem im Bewusstsein des Umstandes, dass in der Zeit nach dem Krieg eine relativ hohe Inflationsrate ja ein anderes Rentensystem erst erforderlich machte, weil die zinsfreie Kapitaldecke und eine nicht dynamisch organisierte Rente keine Steigerungen kannte und damit deren Konsumwert durch die Inflation immer geringer werden ließ. Und er wusste auch, dass Währungsschwankungen und Umstellungen des Währungssystems einem kapitalgedeckten Rentensystem unweigerlich den Garaus machen würden. Diese Unwägbarkeiten waren schon lange bekannt und hatten auch in der Weimarer Republik eine entscheidende Rolle gespielt.

Das mittels Umlagesystem zu verhindern war seine Vorstellung. Seine Idee, die arbeitende Generation zahlt Rentenbeiträge und statt dieses Geld festzulegen, wird es vom Staat für die aktuell zu zahlenden Renten verwendet. Durch die Kopplung an die Einkommen der arbeitenden Generationen und die damit verbundene Steigerung der Beitragseinnahmen partizipieren die Rentner an den durch Lohnsteigerungen (als Inflationsausgleich) auch steigenden Beitragsleistungen und ihre Rente steigt daher in relativ gleichen Umfang mit.

Er meinte mit „Generationenvertrag“ nicht einen festgeschrieben Vertrag, sondern die Dynamisierung der Renten und deren Anpassung an die Inflation. So wurde übrigens auch die Änderung des Rentensystems von Adenauer verkauft. Das Ludwig Erhard sich mit diesem Rentensystem nicht anfreunden konnte, ist verständlich. Er war ein Ordo-Liberaler und ihm war klar, dass damit der Versicherungswirtschaft ein ordentliches Geschäft durch die Lappen ging.

Wenn Presse und Politik heute tönen, Generationenvertrag bedeute, dass die Jungen die Renten der Alten zahlen, ist das reine Propaganda, um damit den Abbau der Renten zu begründen. So wie seit Einführung des Umlageverfahrens die Beitragszahler ausschließlich für die eigene Rente ihre Beiträge entrichtet haben, ist das auch heute noch.

Es spielt auch keine Rolle, ob eine Familie 5 Kinder hat und diese Kinder später angeblich die Renten der Kinderlosen zahlen. Diese Argumentation ist derart blöde, dass ich nicht glauben will, dass es wirklich Leute gibt, die so etwas glauben. Eine Familie mit 5 Kindern (um beim Beispiel zu bleiben) hat 5 Alte in die Welt gesetzt, vorausgesetzt, alle 5 Kinder werden nicht durch Krankheit oder Unfall oder durch tödlichen Einsatz beim Militär vorzeitig abberufen. Haben die 5 das Rentenalter erreicht, fordern sie ihre jeweils auf Basis ihrer gezahlten Beiträge eigene Rente. Das bedeutet, die 5 Kinder sind später mal 5 Rentenbezieher, vorausgesetzt, sie steigen nicht in Berufe ein, die nicht in der GRV versichert sind. Dann nämlich zahlen sie niemals Beiträge in die Rentenkasse. Das gilt auch für den Nachwuchs, der auswandert.

Ob Generationenvertrag oder Kindersegen gegen Kinderlose, alles dient der Propaganda, um die Renten zu drücken. Die gesamte Gesellschaft leistet einen Beitrag für die Kinder, aber nur ein Fünftel der Gesellschaft zahlt in die gesetzliche Rente ein und das auch nur, um damit einen späteren Rentenanspruch zu haben. Diesem Fünftel der Gesellschaft wird keine Wahl gelassen, denn selbst wenn sie an die Propaganda der Politiker und der „Experten“ glauben, sie müssen Beiträge in die GRV zahlen, auch wenn sie das nicht wollen. Wenn ich für jede Lüge, die in den letzten 50 Jahren von Experten und Politikern ausgesprochen wurden, einen Cent bekommen hätte, wäre ich heute steinreich und würde in der Forbes-Liste wahrscheinlich noch vor den Aldi-Brüdern stehen.

Dass das alles Propaganda ist, sollte mit einem Blick auf die private Versicherungswirtschaft klar werden. Wovon zahlen die später die Renten und wovon ist die Höhe dieser Renten abhängig? Doch von nichts anderem, als von den eingezahlten Beiträgen. Nur dass diese Renten starr bleiben und ein heute abgeschlossener Versicherungsvertrag lediglich einen fixen Rentenbetrag garantiert. Mit lediglich einem (geringen) Anteil an den Gewinnen, die die Versicherung mit der Investition in oft dubiose Unternehmungen erzielt hat. Welche Kaufkraft die Höhe dieser Renten in 20 bis 50 Jahren haben wird, steht in den Sternen.

Der Vollständigkeit halber erwähne ich nochmals, dass durch das Umlagesystem die Beitragsleistungen der Arbeitnehmer in Form von Renten sofort zurück in den Wirtschaftskreislauf gelangt und damit im Inland die Wirtschaft ankurbelt und nicht, wie bei den Privaten, irgendwo im Ausland wohlmöglich in Rüstungsbetriebe fließt. Weil die Beitragsleistungen sofort zurück in die Wirtschaft fließen, bekommt der Staat aus den Beiträgen auch sofort wieder Steuereinnahmen und vor allem der Einzelhandel profitiert davon, dass die Rentner damit ihren Lebensunterhalt bestreiten. Deshalb gibt es kein besseres Rentensystem.

Mathematik

Jedermann kennt die Prognosen über die Altersarmut. Begründet wird das mit der Demographie und den zu niedrigen Geburtenraten. Auch diese Aussagen sind reine Propaganda. Wir haben eine hohe Arbeitslosenrate, das ist Fakt, auch wenn die Politik mit allerlei statistischen Tricks die Arbeitslosenzahl schönrechnet. Wir haben weltweit über 7 Milliarden Menschen auf diesem Planeten, mehr als 7 Milliarden Menschen, die Kleidung, Essen, Wohnung und Energie benötigen. Deutschland gehört dabei zu den dicht besiedelten Gebieten. Während man überall von Überbevölkerung spricht, behauptet man hierzulande, zu wenige Kinder würden geboren. Von der Überbevölkerung sprechen auch unsere Politiker, allerdings nicht im Zusammenhang mit Renten. Eigentlich ist die niedrigere Geburtenrate ein Beispiel, dem alle Länder dieser Erde folgen sollten, denn mehr als 7 Milliarden Menschen auf diesem Planeten, dazu mit überzogenen Ansprüchen bedeuten einen Raubbau mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen, der nicht ungestraft so fortgesetzt werden kann, ohne Konsequenzen zu haben. Sogar Sand für die Bauwirtschaft ist inzwischen Mangelware und ein beliebtes Schmuggelgut. Ursache ist, dass der Wüstensand für den Bau nicht verwendbar ist.

Doch das ist ein anderes Thema. Die Zahl der Geburten hat nichts mit den Renten zu tun. Der Staat hat die Rentenbeiträge verwendet um damit fällige Renten zu bezahlen. Das ist der Sinn des Umlageverfahrens. Damit verbunden ist allerdings auch die Verpflichtung des Staates, diese Leihgabe später in Form von Renten zurück zu zahlen. Das ist nichts anderes, als die Pfandbriefe und Staatsanleihen, die der Staat jedes Jahr in Umlauf bringt, mit einer vordefinierten Laufzeit. Er muss die vereinbarten Zinsen und wenn die Papiere fällig werden, das Geld zurück zahlen. Er macht das in Form der Ausgabe neuer Schuldpapiere und weil haushalten noch nie die Stärke der Bundesregierungen war, reicht es nicht, in Höhe der fälligen Zahlungen neue Schuldpapiere in Umlauf zu bringen, also macht der Finanzminister zusätzlich Schulden. Er verweigert nicht die Rückzahlung der Schulden, die er so aufgenommen hat, auch nicht die dafür zugesagte Verzinsung mit der Begründung, die Fertilitätsrate sei gesunken. Das macht er nur bei Beitragszahlern der GRV und den Rentnern der GRV. Der Staat hat das Geld genommen, nicht die Rentner. Dass es dieses Geld gewesen ist, mit dem der Staat seine Verpflichtungen aus dem Umlagesystem erfüllt hat, muss den Beitragszahler nicht wirklich interessieren und tun seinem damit erworbenen Rentenanspruch keinen Abbruch. Er leiht dem Staat das Geld nur und dieses Geld ist Teil seines Brutto-Lohns, wird aber netto von seinem Gehalt einbehalten. Es ist kein Pseudogeld, sondern echter Lohn, der für ihn die Sicherung der späteren Rentenzahlung bedeuten soll. Das war vor 50 Jahren nicht anders als heute. Nun heißt es, dass die Hälfte des Beitrags durch den Arbeitgeber bezahlt wird. Doch in der Kalkulation ist dieser so genannte Arbeitgeberbeitrag auch nur ein Teil der Lohnkosten und wird in der Betriebskostenabrechnung insgesamt unter Lohstückkosten auf das einzelne Stück des produzierten Guts ausgewiesen. Über Lohnnebenkosten lassen sich Politiker und Arbeitgeberverbände gerne aus, aber haben Sie schon mal was von Maschinennebenkosten (Wartung, Reinigung und Reparatur) oder von Kreditnebenkosten gehört? Wenn eine Maschine verschlissen ist, wird sie durch eine neue mit einem erheblichen Kostenaufwand ersetzt, ist ein Arbeitnehmer verschlissen, wird er kostenfrei ausgetauscht.

Nach dem Motto „lerne klagen, ohne zu leiden“ bringen die Arbeitgeberverbände immer wieder die Lohnnebenkosten als Faktor für Störung der Wettbewerbsfähigkeit ins Spiel und in dieser Richtung ist die Politik ja auch bereits aktiv. Bei dem Krankenkassenbeitrag hat sie bereits die Höhe des so genannten Arbeitgeberbeitrags eingefroren und bei dem Rentenbeitrag wird das auch noch kommen. Doch zuvor hat man, mit Hilfe das BVerfG einen anderen Weg der Rentenkürzung eingeschlagen. Galt früher, dass die Rente nicht besteuert wird, bzw. nur ein geringer Teil als so genannter Ertragsanteil, so wurde als Folge einer Klage eines Richters oder eines Staatsanwalts (mal heißt es so, mal heißt es so) ein Urteil erlassen, in welchem das BVerfG eine nachgelagerte Besteuerung der Renten fordert. Die Begründung mag man dem Urteil entnehmen. Nun muss man den Richtern ja zugutehalten, dass sie Jura studiert haben und Mathematik nicht zwangsweise beherrschen müssen, aber ob das reicht, den Verfassungsrichtern Absolution zu erteilen?

Was heißt eigentlich nachgelagerte Besteuerung? Es bedeutet schlicht, dass Rentenbeiträge künftig nicht mehr vom Brutto, sondern vom Netto berechnet werden. Das BVerfG hat zwar in seinem Urteil auch bedeutet, dass das nicht von heute auf morgen passieren dürfte, weil dann eine verbotene Doppelbesteuerung vorläge, aber dieses Verfahren schrittweise eingeführt werden müsse, spätestens ab 2005. Das führte dazu, dass ab 2005 die Rentnerbesteuerung nicht mehr auf Basis des Ertragsanteils erfolgt, was für die meisten Rentner Steuerfreiheit bedeutete, sondern ab 2005 mit 50% zu besteuern sei. Alle Renten mit Beginn bis 2005 werden zu 50 % besteuert. Der steuerpflichtige Rentenanteil steigt in Schritten von 2 %-Punkten von 50 % im Jahre 2005 auf 80 % im Jahr 2020 und in Schritten von einem 1 %-Punkt ab dem Jahr 2021 bis 100 % im Jahre 2040 an. Der steuerpflichtige Rentenanteil beträgt somit 50 % bei Rentenbeginn im Jahr 2005, 52 % bei Rentenbeginn 2006 usw. und schließlich 100 % bei Rentenbeginn ab 2040.

Doch dieses Unrechturteil des BVerfG hat noch eine zweite Seite, denn so, wie die Rentenbesteuerung zunimmt, nimmt die Beitragszahlung vom steuerlichen Brutto ab und wird schrittweise immer stärker vom Nettoeinkommen berechnet. Das mag im Arbeitsleben ja sogar von Vorteil sein, weil damit der Auszahlungsbetrag des Gehalts ein wenig steigt, aber wenn das das „mehr netto vom brutto“ des Herrn Westerwelle sein sollte, ist das ein schlechtes Geschäft. Es ist nun mal so, dass das Nettoeinkommen nicht unerheblich niedriger ist, als das Bruttoeinkommen. Mit dieser Regelung sinken dann auch die Beitragszahlungen mit der Folge, dass die Renten kleiner ausfallen und dann auch noch voll versteuert werden müssen. Dass dabei auch die Beiträge der Arbeitgeber zur Rente geringer werden, verdoppelt den Effekt der niedrigeren Beiträge.

Mit diesem Urteil hat das BVerfG einen nicht unerheblichen Beitrag zur Altersarmut geleistet und ich mag einfach nicht glauben, dass den Richtern das nicht bewusst gewesen ist. Ein Verfassungsrechtler soll mal gesagt haben, das BVerfG spreche kein Recht, sondern mache Politik mit anderen Mitteln. Ich glaube ihm und eine ausführliche Ausarbeitung hat der Rentner Dr. Horst Morgan dazu in der TAZ dargelegt.

Demographie

Die Demographie ist eine der dicksten Propaganda-Keulen der Politik. Mit dem Begriff „Demographie-Wandel“ wird eine Panik ausgelöst, die den Politikern zuarbeitet, denn darunter verstehen die meisten Menschen nur die Mär von den immer älteren Generationen (zumindest glaube ich das). Aber Demographie ist die Wissenschaft über Bevölkerungen und ihre Entwicklung und wie alle Wissenschaften sind die Grundtendenzen Annahmen, Theorien. Und Einigkeit herrscht da keineswegs vor. Was aber sind die Theoreme der Demographie?

Da ist zunächst die Fertilität, also die Geburtenrate in einem Land

Danach kommt wohl die Mortalität, wobei eindeutig und unwidersprochen ist, dass die, die mal geboren wurden, auch irgendwann wieder sterben werden. Das Problem dabei ist nur, wann? Wie einfach wäre es, wenn jeder, der mal geboren wurde, pünktlich nach 50, 60 oder 70 Jahren abtreten würde. Aber da gibt es die Spielverderber, die, die direkt oder wenige Tage oder Wochen nach der Geburt wieder diesen Planeten (indirekt) verlassen und andere, die nach 100 Jahren noch immer da sind.

Die dritte Betrachtung der Demographie umfasst die Migration, also die Zuwanderung, aber auch die Abwanderung. Dabei spielt allerdings das Warum weniger eine Rolle, sondern eher das dadurch bedingte An- und Abschwellen der Population.

Eines sollte hierbei schon klargeworden sein. Demographen sind Statistiker, die sich aber darüber hinaus auch mit den Gründen befassen. Und da herrscht wieder der Konkurrenzkampf um die einzig mögliche Wahrheit. Die einen sehen ihr Arbeitsgebiet als Erforschung aus sozialpsychologischer Sicht, andere sind der Ansicht, man müsse die Fragen von der ökonomischen Seite her betrachten.

Kommt dann noch die Politik ins Spiel, dann nutzt sie beide Formen der Betrachtung für ihre apokalyptischen Prognosen. Dabei spielt die Fertilität allerdings nur eine Rolle bei den Aussagen über die zu wenig geborenen Kinder und der damit drohende Untergang der Deutschen und vor allem die damit nicht besetzten Arbeitsplätze als Bedrohung des Rentensystems. Wem fällt schon auf, dass dieses Thema offenbar nur für die abhängig Beschäftigten, also die Beitragszahler der gesetzlichen Rentenversicherung angesprochen wird. Das gilt ebenso für die Mortalität, also die Sterberate. Glaubt man der Politik, dann werden wir immer älter, obwohl dieser Umstand offenbar nur bei den GRV-Versicherten eine Rolle spielt und dafür wiederum Statistiken als Beweis angeführt werden, die die gesamte Gesellschaft umfassen, obwohl das Wann der Mortalität durchaus von etlichen Faktoren abhängt, z. B der Lebensweise, dem Stress, den Gefahren, denen man aufgrund verschiedener Faktoren z. B. im Arbeitsleben stärker ausgesetzt ist als andere, die ein eher beschauliches Leben führen. Auch die recht unterschiedlichen Faktoren der medizinischen Versorgung werden dabei nicht weiter beachtet.

Derzeit schwankt die Fertilitätsrate so bei 1,4 bis 1,5 Kind je gebärfähiger Frau. Aber kann heute schon jemand sagen, was diese Kinder später einmal beruflich machen? Stellen Sie sich vor, 1,1 dieser Kinder würde in Berufe wollen, die zur Pflichtversicherung der GRV gehören. Dann wäre aber Heulen und Zähneklappern angesagt, denn man hätte keine Jobs für sie weil heute Maschinen einen großen Teil der Produktionsarbeiten ausführen. Definitiv kann man sagen, eine höhere Geburtenrate würde die Renten keineswegs sichern, wie die Politik uns weismachen möchte, sondern sie würde die Probleme verschärfen und die Zahl der Arbeitslosen erhöhen. Es gäbe keine Probleme der Rentenkasse und auch keine Probleme der Gesundheitsvorsorge und noch weniger Probleme mit der Arbeitslosigkeit, wenn man verwirklichen würde, was man mit dem technischen Fortschritt so enthusiastisch beteuert hat, dass man dem Menschen mehr Freizeit durch die Arbeit der Maschinen verschafft. Es würde als reichen, die wöchentliche Arbeitszeit um 10 Stunden zu reduzieren, dann hätten alle Arbeit, würden in die Kassen einzahlen und die Konzerne würden immer noch genug verdienen.

Wer von Demographie spricht, sollte nicht vergessen, dass auch die ca. 20 Jahre, die Zeit von der Geburt bis zum Eintritt in das Arbeitsleben von der Gesellschaft zu einem nicht unerheblichen Teil finanziert wird, ohne dass dafür die Eltern Beiträge entrichtet hätten, wie das das andere Ende der Demographie getan hat, denn Rentenanspruch in der GRV hat nur, wer Beiträge gezahlt hat und auf Basis der einbezahlten Beiträge bemisst sich später auch die Höhe der Rente.

Rentenzuschuss des Staates

Gerne kokettieren Politiker mit den Zuschüssen, die aus Steuermitteln vom Staat in die Rentenkasse eingezahlt werden. Verschlossener zeigen sich die Politiker, wenn man sie dann auf die Fremdlasten anspricht, mit denen die GRV als einziges Alterssicherungssystem belastet wird. Fremdlasten sind Zahlungen für Aufwendungen der Rentenkasse der GRV, die eigentlich aus Steuermitteln zu bezahlen wären. Bereits die Kriegsfolgelasten wurden zu mehr als 100% ausschließlich aus dem neu eingerichteten Umlagesystem finanziert. Nun werden sie sagen, mehr als 100% geht ja nicht. Doch, das geht, denn neben den Renten für Kriegerwitwen, Versehrten- und Waisenrenten wurden auch Ausgleichszahlungen für NS-Unrecht aus den Beitragszahlungen der Rentenversicherten der GRV finanziert. Ähnlich verhielt es sich bei der Wiedervereinigung. Die Renten der DDR-Bürger wurden von einem Tag zum anderen voll aus der GRV bezahlt. Argumentiert wurde, dass ja nun auch die ehemaligen DDR-Bürger in die Rentenkasse der GRV einbezahlen. Nun, wer die Machenschaften der Treuhand nach der Wende noch nicht vergessen hat, weiß, dass in der ehemaligen DDR Arbeitslosigkeit durch den Ausverkauf der DDR-Unternehmen in einem unverantwortlichen Ausmaß provoziert wurde. Die wenigen Beitragszahler mehr konnten die Mehrbelastung der GRV nicht ausgleichen und auch nicht die Übernahme der bereits bestehenden Anwartschaften und die Ausgleichzahlungen für DDR-Unrecht.

Ich möchte nicht jede dieser Fremdlasten im Einzelnen ansprechen, sondern lediglich die vom DIW (dem man sicherlich keine linke Gesinnung unterstellen möchte) aufgestellte Aussage:

  • Kriegsfolgelasten (Kriegerwitwen-, Kriegswaisen-, Kriegsversehrtenrenten)
  • Anrechnungszeiten, z. B. für Ausbildung, wegen Arbeitslosigkeit oder wegen Krankheit
  • Kindererziehungsleistungszeiten (KLG)
  • Kindererziehungszeiten
  • Rentenberechnung nach Mindesteinkommen
  • Absicherung des Arbeitsmarktrisikos durch Rentenzahlung
  • Bestandsschutz für Renten in den neuen Bundesländern
  • Renten für Aussiedler
  • Ausgleich von NS-Unrecht
  • Ausgleich von SED-Unrecht.

Ich finde, vor allem die ältere Generation sollte das bei ihrer Wahlentscheidung am kommenden Sonntag, dem 22.09. 2013 auch mal in Betracht ziehen. Wahlentscheidungen sollten nicht aus Gewohnheit erfolgen und auch nicht auf Versprechungen fußen, von denen jetzt schon klar ist, dass sie gebrochen werden.

Brief von Frau Dr. Merkel an Eifelphilosoph – und die Antwort.

Brief von Frau Dr. Merkel an Eifelphilosoph - und die Antwort.

Sehr geehrte Frau Dr. Merkel. 

Mit gestriger Post haben ich von Ihnen einen Brief erhalten. Er war an die Wähler in unserem Hause adressiert – und das bin ich. Sie sehen auf dem Foto aus wie eine Großmutter, die von ihrem Enkel einen potthäßlichen aber selbstbemalten Blumentopf mit zwanghafter Freude entgegennimmt, zähneknirschend hebt sich deshalb auch nur ein Mundwinkel nach oben. Dieses Bild ist ein Ausschnitt aus einem Wahlplakat – und als solches schon eine Zumutung. Außerdem ist es durch den Druck verdunkelt. 

Ich bin natürlich dankbar für diese Zuwendung. Nach vielen unbeantworteten Briefen in die Kreise der Politik (eigentlich hatte nur Herr Dr. Westerwelle jemals geantwortet) ist es schön, einmal wahrgenommen zu werden. 

Ich habe mal bei der Post nachgefragt, was so ein Teil kostet. 30 000 Stück kosten 4089 Euro – im günstigsten Falle. Ich schätze mal – 30 Millionen Euro haben Sie anfertigen lassen, um das unvorteilhafte Portrait verteilen zu lassen und meine Kinder damit zu erschrecken. Das wären 4 Millionen Euro Portokosten. Vier Millionen Euro für einen schlechten Eindruck: nicht schlecht. 

Nun haben Sie mir nicht nur Ihr Bild zukommen lassen, sondern auch noch etwas Text, den ich gerne persönliche beantworten würde. 

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

Liebe Frau Dr. Merkel

an diesem Sonntag ist Bundestagswahl. 

Was Sie nicht sagen. Echt?

Sie entscheiden mit Ihrer Stimme darüber, welchen Weg unser Land in den nächsten Jahren gehen wird. 

Welchen Weg unser Land in den nächsten Jahren gehen wird, entscheidet Herr Dr. Ackermann und seine Freunde. Darum haben Sie für diesen exklusiven Kreis eine spezielles Event im Kanzleramt veranstalten lassen. Da Sie die Worte SIE ENTSCHEIDEN fett gedruckt haben, nehme ich an, dass Sie sich jetzt schon mal für die Ausführung der Pläne dieser Herren aus der Verantwortung ziehen wollen. Ich kann mit meiner Stimme nur wählen, was im Angebot ist, und das Angebot ist sehr dürftig. Durch den beständigen Kampf um die Mitte (die real gar nicht existiert) sind alle Parteien sehr ähnlich geworden – und durch ihre Gier nach Parteispenden sehr leicht steuerbar. Ja – ich weiß davon. Auch von Helmut Kohl und den Ehlerdings. Das war das Ehepaar, das fünf Millionen gespendet hatte und zufällig den Zuschlag für den Erwerb von 100 000 Eisenbahnerwohnungen bekam. Die deutsche Annington hat zwar ein Angebot für die Wohnungen gemacht, das 1 Milliarde Euro höher war als das der Ehlerdings – aber das war der CDU egal. Die zahlen keine Spenden. Überraschenderweise gingen 900 000 Euro davon an eine kleine, ganz unbedeutende Politikerin in Mecklenburg-Vorpommern, die damals niemand kannte. Kohl selbst hatte das angeordnet. Sie wissen, wen ich meine, ja? Die Frau ist später Bundeskanzlerin geworden.

Diese Frau hat Deutschland auf einen ganz anderen Kurs gebracht, auf einmal durften hier ganz seltsame Dinge öffentlich gesagt werden: 

„Wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit. Unsere Werte müssen sich auch im Zeitalter von Globalisierung und Wissensgesellschaft behaupten.“ – Rede zur 60-Jahr-Feier der CDU am 16. Juni 2005

„Man kann sich nicht darauf verlassen, daß das, was vor den Wahlen gesagt wird, auch wirklich nach den Wahlen gilt, und wir müssen damit rechnen, daß das in verschiedenen Weisen sich wiederholen kann.“

Sehen Sie, Frau Dr. Merkel – ich weiß, wie Führungspositionen besetzt werden. Da wird nicht gewürfelt, da werden hinter den Kulissen Fäden gezogen. Das ist sogar schon bei Bürgermeisterwahlen so: Fachleute suchen geeignete Kandidaten, die die Interessen der Geldgeber am Besten vertreten (siehe Spiegel). Was ich nur noch nicht weiß: wer Sie auserwählt hat und warum. Auf jeden Fall war er so mächtig, dass er Helmut Kohl dirigieren konnte, Sie zu seiner Nachfolgerin zu ernennen. 

Da hatte jemand schon früh große Pläne mit Ihnen, weil es zuvor ein positives Profiling gab. So jedenfalls sucht die Industrie Spitzenpersonal. Man will ja nichts dem Zufall überlassen. 

Deutschland hatte vier gute Jahre. 

Wir müßten mal über die Definition von Deutschland reden – und über die Definition von gut. Deutschland hat die höchste Staatsverschuldung in seiner Geschichte, eine Verschuldung, wie sie sonst nur im zweiten Weltkrieg erreicht wurde. Deutsche Arbeitnehmer mußten in den Jahren einen realen Lohnverlust hinnehmen, die Familien sind bewusst im Auftrag der Industrie zerstört worden, um die letzten Reste an Arbeitskräften auf Kosten der Betreuung und Erziehung der eigenen Kinder zu mobilisieren – übrigens auch das letzte Mal in diesem Ausmaß im Zweiten Weltkrieg geschehen. 

Wir haben gemeinsam viel erreicht. 

So kann man es sehen. Wir haben gearbeitet, Sie haben ausgegeben. Wir haben gespart, gewirtschaftet, gelitten – Sie haben das Geld beim Essen mit Ackermann verprasst. 

Ich möchte, dass auch die nächsten Jahre gut werden. 

Bei ihrer Vorstellung von gut wird mir jetzt schon  schlecht. 

Dafür braucht es eine Politik, die gute Chancen für die Menschen schafft und sie nicht durch höhere Steuern und Abgaben belastet.

Die Hälfte der Haushalte in Deutschland zahlt keine Steuern. Die andere Hälfte hinterzieht jedes Jahr 100 Milliarden an Steuern. Ein Viertel der deutschen Steuerzahler zahlt deshalb 80 % der Einkommensteuer, insgesamt macht die Lohnsteuer 25 % des Gesamtsteueraufkommens aus, während sich die Unternehmen via Körperschaftssteuer mit DREI Prozent beteiligen. Wenn nur Ihre Wähler und die Wähler der FDP mit der Steuerhinterziehung aufhören, könnten wir das obere Viertel der deutschen Steuerzahler gut entlasten. Tun sie aber nicht. Aber sie spenden viel dafür, dass Sie Kanzlerin bleiben. Warum wohl? Seit 1990 sind die Steuern für Unternehmen um 50% gesunken. 

Ich möchte, dass wir ein Land sind, das sein ganzes Gewicht als stärkste Volkswirtschaft Europas als Partner und Mittler einsetzt – gerade jetzt in Zeiten der Krise. Ich  möchte, dass wir ein Land mit soliden  Staatsfinanzen und einem stabilen Euro sind. Ein Land, mit besten Bedingungen für unsere Betriebe und mit sicheren Arbeitsplätzen, die gut bezahlt sind. 

Und ich möchte, dass Sie das nicht nur „möchten“, sondern mit aller Entschlossenheit wollen. 25 % der deutschen Arbeitnehmer laufen mit innerer Kündigung umher, was der deutschen Wirtschaft 100 Milliarden Euro im Jahr kostet.  Wir haben einen Boom bei Billigarbeit in jeder Form – was sich sonst nur Entwicklungsländer leisten können. Der Verlust entspricht dem Gewinn aller DAX-Konzerne zusammen (2011). So unbeliebt war Arbeiten noch nie – und noch nie war Arbeit so unwirtschaftlich und ertragslos. Na ja – das wissen Sie aber auch: deshalb gibt es ja Hartz IV. Der Staat greift massiv in die Märkte ein und zwingt die Arbeitnehmer an den Arbeitsplatz – zur Not auch umsonst oder für einen Euro die Stunde.  Das war aber Ihr rotgrüner Vorgänger, dafür können Sie wirklich nichts. Aber es ist Ihnen hoch anzurechnen, dass Sie wenigstens ehrlich sind:

„Man kann sich nicht darauf verlassen, daß das, was vor den Wahlen gesagt wird, auch wirklich nach den Wahlen gilt, und wir müssen damit rechnen, daß das in verschiedenen Weisen sich wiederholen kann.“

Darum nur „möchten“ und nicht wollen – ein frommer Wunsch statt einer Willenserklärung.

Ein Land, in dem wir die Familien weiter stärken und in dem wir unseren Kindern die besten Chancen bieten. Ich möchte, dass wir ein Land sind, in dem die Starken den Schwächeren helfen und Jung und Alt zusammenhalten. 

Jede zweite Ehe wird geschieden. Ein verheiratetes Paar mit Kindern verbringt täglich noch vier Minuten miteinander. Ein Kind lacht 400 Mal am Tag – ein Erwachsener noch 20 Mal. 2010 wurden durch Rentenbeiträge 185 Milliarden Euro eingenommen, aber 224 Milliarden Euro ausgegeben. Wer heute eine Arbeit aufnimmt und bis 67 arbeitet, bekommt eine Rente, die niedriger als Hartz IV ist – bei durchschnittlichem Verdienst. Das gilt auch schon jetzt: von 2003 bis 2010 haben sich die Kosten für Grundsicherung im Alter verdreifacht. Das moderne Arbeitsleben zerstört Familien in gigantischem Ausmaß – was ich selbst als „Leistungsträger“ persönlich erleben durfte. Dafür steht man völlig im Regen, wenn man seine Gesundheit für die Firma ruiniert hat – die Berufsunfähigkeitsrente wurde durch Ihren Vorgänger abgeschafft. Ich weiß, was Sie möchten – seltsamerweise geschieht aber real etwas ganz anderes. 

Dafür will ich weiter arbeiten. Dafür bitte ich um Ihr Vertrauen. 

Sie wollen weiter für Wunschdenken bezahlt werden? Und das nennen Sie Arbeit? Über den Begriff Arbeit werden wir uns auch nochmal unterhalten müssen. 

Seit 2000 sind die Unternehmensgewinne um 40 Prozent gestiegen (bei gleichzeitiger Reduktion der Steuerlast), die Zahl der Armenbegräbnisse wuchs zwischen 2006 und 2010 um 64 %, die Zahl der „Tafeln“ wuchs um 300% (seit 2000) – sie versorgen inzwischen 1,5 Millionen Menschen. Seit 1991 hat die Produktivität der Arbeitnehmer um 22,7 % zugenommen, ihre Löhne sind aber nur um 1,4 % gewachsen. 12 Millionen Menschen galten 2011 als arm, vor allem Arbeitslose und Alleinerziehende stehen da ganz weit vorne. Die Gehälter der Dax-Vorstände haben sich seit 2003 aber verdoppelt, inzwischen besitzen deshalb zehn Prozent der Deutschen 60 % des Vermögens. Dafür gehören aber inzwischen alle Bundestagsabgeordneten zu den oberen 1% der Einkommensbezieher. Ich verstehe, dass die alle weiter „arbeiten“ wollen und deshalb ganz viel gutes für das Volk „möchten“. Was sie aber „tun“ steht auf einem ganz anderen Blatt. Abgeordnete des deutschen Bundestages verdienen inzwischen bis zu 30000 Euro im Jahr mehr als Manager in der Wirtschaft (bei vergleichbarer Ausgangsbasis), dafür erreichen die Zinsen für Staatsschulden Platz Nr. 2 im Bundeshaushalt. 90 Millionen Euro erhielten deutsche Ministerien an „Sponsoring“ von Industrie und Verbänden – ein Anstieg von 20% in zwei Jahren. 

Dank Ihrer „Arbeit“ sterben die Deutschen in 300 Jahren aus – mangels Kinder. 163 Milliarden verschenkt der deutsche Staat jedes Jahr an die Industrie, deren Lenker und Leiter ihren Geburtstag im Kanzleramt feiern dürfen. Medikamente kosten in Deutschland zum Teil mehr als 500 % als in den Nachbarstaaten, dafür enthält unser Leitungswasser Spuren von über 100 Medikamenten. Kein Wunder, dass inzwischen jeder dritte Erwachsene an einer psychischen Erkrankung leidet. 

In jeder Woche fallen in Deutschland eine Million Unterrichtsstunden aus – die Hälfte der Lehrer sind über fünfzig. 20 % der fünfzehnjährigen können nicht richtig lesen und schreiben, unserer Klassen sind überfüllter als die in Griechenland oder Ungarn, weshalb Eltern pro Jahr 1,5 Milliarden Euro für Nachhilfe ausgeben müssen. 

Ich hoffe, Sie verstehen, dass Ihnen ich angesichts dieser Fakten nicht mein vollstes Vertrauen aussprechen kann. Leider erhalte ich nicht so viel Subventionen, dass ich  mich großartig am Sponsoring der Ministerien beteiligen kann, um andere Gesetze in die Wege zu leiten. 70 Mitarbeiter der Industrie tun das aktuell – machen davon schon über zehn Jahre. Kein Wunder, dass die Gesetze immer schlampiger werden:  139 Gesetze, die zwischen 1990 und 2011 erlassen wurde, wurden vom Verfassungsgericht kassiert, weil sie zum Teil sogar verfassungswidrig waren. 

Sehen Sie nun, wer in Deutschland regiert – und wer arbeitet? Wer die Zeche zahlt – und wer in Champagner badet?

Wenn Sie möchten, dass ich weiter als Ihre Kanzlerin arbeiten gehen kann, dann gehen Sie bitte am Sonntag zur Wahl und geben Sie beide Stimmen der CDU. 

Herzliche Grüße: Ihre Angela Merkel.

Gut, dass ich weiß, dass Sie mir nur geschrieben haben um die Zweitstimmenkampagne der FDP zu kontern. Dafür waren 4 Millionen Euro da –  zum Niederknüppeln des Partners. Ich fürchte, sie übersetzen auch das Wort „arbeiten“ falsch. Es steht nicht synonym für „kassieren“ – jedenfalls nicht im Lande der verarmten Deutschen. 

Ich würde überhaupt mal gerne einen Kanzler sehen, der etwas von Arbeit versteht. 

Sehr geehrte Frau Dr. Merkel: es tut mir leid, dass Sie an einen der letzten informierten Bürger geraten sind. Wir sind dank der Bildungs- und Informationspolitik der Regierung und der „Wirtschaft“ sehr selten geworden – fast im Aussterben begriffen wie der Rest des zum letzten Arbeitseinsatz mobilisierten Volkes. Ich weiß, dass Sie diese Entwicklung begrüßen: nur deshalb finden Menschen wie Sie noch Wähler- trotz der jede Intelligenz beleidigenden Resultate ihrer „Arbeit“. 

Ich möchte Sie aber ausdrücklich bitten, mich NIE WIEDER mit einem solch nichtssagenden Pamphlet zu belästigen, nur weil Sie möglichst wenig Stimmen an die FDP verlieren wollen.  Ich weiß nämlich, dass letztlich ich selbst es bin, der diese Aktionen bezahlen muss, nachdem die gesetzlich verankerten Subventionen der Regierung über die Kassen der Konzerne in die Taschen der Parteien geflossen sind. 

Mit unfreundlichen und verärgerten Grüßen: Ihr Eifelphilosoph

PS: für den interessierten Leser – die Geschichte mit den Ehlerdings stammt aus dem Werk „Die Elefantenmacher“ von Müller und Lambrecht. Alle anderen Fakten stammen aus der hoch interessanten Sammlung „Unbeliebsame Wahrheiten“ von Jan Kluge – welches ich nur empfehlen kann, wenn man einen stabilen Magen hat. Dort findet man noch viel mehr Fakten, die man nicht für möglich gehalten hätte. Die Zitate von Merkel findet man mit Quellenangaben bei Wikiquote. Ausnahmsweise habe ich die Zitate im Sinne der besseren Lesbarkeit nicht einzeln aufgeführt. Ist ja auch ein Brief und keine wissenschaftliche Arbeit.

 

Oskar Lafontaine am 07.09.13 in Krefeld

Da die endgültige (und vollständige) Version aus schnitttechnischen Gründen noch ein paar Tage auf sich warten lässt, hier die ersten 2/3 der Rede von Oskar Lafontaine in Krefeld. Dann war die Speicherkarte voll 🙁
Quick and Dirty zusammengedengelt und mit schlechter Videoqualität schnell hochgeladen. Die Worte sind wichtiger als das Bild.

 

Wilfried Schmickler – Deutschland´s Zukunft

[Video, bitte Beitrag anklicken]

 

 

Unliebsame Wahrheiten über Arbeitgeber, Homoehe, kinderlose Rentner, Mütter in Deutschland und das kommende demographische Chaos

Unliebsame Wahrheiten über Arbeitgeber, Homoehe, kinderlose Rentner, Mütter in Deutschland und das kommende demographische Chaos

Montag, 11.3.2013. Eifel. Ich habe ein recht ereignisreiches Wochenende hinter mir, das mich mit Klagen über die deutsche Presse zurücklies. Sie würde viele Kommentare zensieren, auch wenn man im ersten Moment gar nicht verstünde, was denn daran schlimm sei, so wurde mir gesagt. Nun, sagte ich: kein Problem – für das, was die nicht sagen dürfen, sich nicht sagen trauen oder mit Rücksicht auf Anzeigenkunden nicht äußern, gibt es ja uns, die publizistische Graswurzelbewegung – wie können das: nur her mit der Meinung – wenn sie nicht gegen geltende Gesetze verstößt und irgendwelche braune Gülle befördert (auch nicht gut verpackt), veröffentlichen wir sie – das mache ich höchstpersönlich selbst. Ja, so wurde mir entgegnet, es sollte aber schon anonym sein – und hier wurde es richtig gruselig, weil es einer jener Momente war, an dem man merkt, in was für einem Land man inzwischen lebt: in der guten alten DDR – oder im Dritten Reich. Man darf hier jede Meinung haben – aber wenn man sie öffentlich äußert, dann hat man ein Problem … nicht mit dem Staat, dem Geheimdienst oder der Partei, aber mit dem Geheimbund der Neoliberalen, die dieses Land fest im Griff haben und dafür sorgten, das wir eine reale Arbeitslosigkeit von 50 % haben (wir berichteten). So betrifft die Angst der gelöschten Kommentatoren auch nicht den Staat … sondern den Arbeitgeber, der inzwischen als realer Blockwart der politischen Meinung angesehen wird – jedenfalls von stinknormalen Arbeitnehmern, die Angst vor der Kündigung oder Benachteiligung bei Neueinstellungen haben.

Es ist eine real vorhandene Angst, die einer fröhlichen Runde schnell die Stimmung versauen kann – und das in einem Land, das mal sehr freiheitlich war. Nun – schaut man in die Kommentarspalten der großen Zeitungen, so sieht man schnell, das der Hang zu einem Pseudonym sehr ausgeprägt ist – man kann daraus schließen, das viele genau diese Befürchtungen haben: was ist, wenn der Personalchef meine politische Meinung durch die Zeitung erfährt?

Die Antwort liegt auf der Hand: man wird sanktioniert – und hätte man das nicht im Kollegenkreis schon vielfach erfahren, gäbe es diese Ängste nicht.

Nun – wie veröffentlicht man also sinnvoll Leserkommentare, die keiner gemacht haben will? Man veröffentlicht sie als seine eigene Meinung – was es  auch ist – zum Beispiel über die Schwulenehe.

Ich gestehe – wenn man mich vor kurzem zu diesem breit getretenem Thema befragt hätte, dann hätte ich wahrscheinlich gar keine Meinung gehabt, noch großes Verständnis darfür, warum dieses Thema medial so breit getreten wird. Natürlich sollen auch Homosexuelle automatische Erb- und Sorgerechte für ihren Partner bekommen, natürlich sollen sie auch Verträge schließen dürfen, die ihrem gegenseitigem Vertrauen angemessen sind – da kann doch einfach nichts dagegensprechen, oder? Es sei denn, man ist wirklich ein voll durchgeknallter weltfremder CSU-Spinner mit verklemmtem angestaubtem Weltbild von vorgestern … jedenfalls tönt es so aus den Medien.

Trotzdem sehe ich ein, das eine Schwulenehe verboten gehört – und auf keinen Fall staatlich gefördert. Ich spreche da noch nicht einmal davon, das hier versucht wird, in großem Umfang das Steuersäckel zum eigenen Vorteil zu plündern, in dem man künstliche Lebensformen konstruiert, die so ursprünglicherweise vom Gesetzgeber nicht als automatisch schützenswert angesehen worden sind. Wieso auch – wie und warum die Leute zusammenleben, geht den Staat nichts an – aber auch wirklich gar nichts.

Eine Ausnahme sind: die Kinder.

Zu ihrem Schutz und zur Garantie ihrer besseren Versorgung wurden die Gesetze zum Schutz der Familie angedacht – nicht zur Pflege der egomanischen Beutegemeinschaften double income no child, die inzwischen Standardmuster der westlichen Welt sind – auch weil man mit einem Gehalt nicht mehr über die Runden kommt. An solche egozentrischen Räuberbünde hatte jedoch früher keiner gedacht, die gab es einfach nicht.

Nun gut, wir man sagen – immer noch kein Grund, Homoehen zu verbieten – und das stimmt. Der Grund kommt erst im nächsten Schritt, wo homosexuelle Paare komplett Familie spielen wollen … wozu man ein Kind benötigt, welches auch bei der Effektivierung der Reduktion der Steuerlast helfen soll.

Die Homoehe erzeugt … Adoptionsdruck. Jedes Homopaar, das zum freundlichen Nachstellen einer Vater/Mutter/Kind-Familie ein lebendiges Kind als Spielzeug und Familienstatisten braucht, nimmt einer echten Mutter das Kind weg – gerne auch direkt nach der Geburt, damit man sich an der Erziehung so richtig schön selbst verwirklichen kann. Die Homoehe erzeugt einen Markt für Kinderklau – und das muss unter allen Umständen vermieden werden … egal, wie sehr sich Homosexuelle auch damit brüsten, ganz tolle Eltern zu sein. Es darf hier einfach kein Markt entstehen – und ich persönlich weiß auch nicht, was daran jetzt beklagenswert sein soll: wenn ich schwul bin, dann weiß ich, das ich damit ein Leben lebe, in dem Kinder nicht vorkommen können – es sei denn, ich nehme sie anderen weg.

Ist doch ganz einfach, oder?

Aber wer interessiert sich im kinderfeindlichsten Land Europas schon für die Rechte der Kinder. Wer interessiert sich schon dafür, wie der kleine Wurm in Kindergarten und Schule da steht, wenn er mit Guido und Dieter als Eltern aufmarschiert? Und wer fragt eigentlich diesen kleinen Menschen, ob er als Erziehungsexperiment von homosexuellen Eltern herhalten möchte?

Ich bin da lieber auf der Seite der Kinder – und zwar ganz kompromisslos. Für den Rest reichen „eingetragene Lebenspartnerschaften“ – aber Kinder dürfen niemals zum Mittel von Lebensexperimenten werden. Dafür haben wir eine Erklärung der allgemeinen Menschenrechte erdacht und entworfen – und es wird Zeit, das man auch in Deutschland mal anmahnt, das KINDER auch MENSCHEN sind, die von Geburt an ein Recht auf Mutter und Vater haben, das der Staat nicht durch Förderung von Adoptionsexperimenten homosexueller Paare beschneiden darf.

Das führt uns direkt zu dem anderen Thema, zum Thema Mütter. Hier ist ja mal eine Eva Herrmann übelst ausgerutscht (und die Jagd auf sie liegt schon lange auf der Liste der Themen, denen ich mich irgendwann mal zuwenden möchte). Es ist natürlich auch ziemlich dämlich, über das Thema Mutter zu sprechen und gleichzeitig dadurch zu versuchen, den Hitler wieder aufzupolieren … ganz nach dem urdeutschen Motte: war ja nicht alles schlecht, früher.

Doch, war es. Mir liegen persönliche Aussagen von arischen, im NS-Staat integrierten Menschen vor, die einem deutlich vor Augen führen, das damals WIRKLICH ALLES SCHLECHT WAR! ALLES!!! Ganz einfach, weil an allem – inklusive Autobahnen, Mütterorden und Volksgemeinschaftsgefühl – BLUT KLEBT! Und nicht nur das von Juden. Man sollte auch nicht das Thema „Mutter“ dazu missbrauchen, den Führer in ein besseres Licht zu stellen – und man sollte in Deutschland dafür besonders sensibel sein – was aber nicht heißt, das man das Thema „Mutter“ einfach unter den Tisch fallen lassen darf, so wie wir es momentan machen.

Mal ehrlich: momentan verhalten wir uns doch so, als würden wir glauben, das die Kinder vom Klapperstorch gebracht oder von einer Zuchtfirma ausgespuckt werden. Sie gehören vom ersten Moment an dem Staat, der frei über sie verfügen kann … und es oft genug tut. Hinter jedem Kind steckt aber ein Mensch, der direkt zu ihm gehört und ohne den es das Kind gar nicht geben würde, ein Mensch, der dem Kind Schutz bietet, Fürsorge und Sicherheit … wenn auch nicht in jedem Fall.

Wir, als Gesellschaft, leben nur deshalb so unglaublich gut, weil wir diese Menschen, die so blöd waren, Kinder zu bekommen, hemmungslos ausbeuten. Die Menschen verstehen das – und kriegen keine mehr.

„Mutter sein“ ist harte Arbeit. 24-Stunden Rufbereitschaft an 7 Tagen die Woche, auch Feiertags, sogar Weihnachten. Selbst krank sein kann man sich die ersten sieben Jahre nicht erlauben – es sei denn, man hat einen arbeitslosen Ehemann daheim. Mutter sein heißt: Kacke wischen, Kotze im eigenen Bett, vom Teppich oder der Lieblingscouch entfernen, stundenlanges Geschrei wegen neu wachsender Zähne aushalten und am Kinderbett wachen, selbst wenn man völlig übermüdet ist.

Kein Arbeitnehmer würde das aushalten müssen, was Mütter (und auch Väter) einfach so leisten – und als Belohnung dafür werden sie gesellschaftlich verachtet und belächelt … ein Prozess mit vernichtenden Folgen für den deutschen Wirtschaftsraum, siehe Tagesschau:

Altkanzler Gerhard Schröder – ein Initiator und Verkünder der „Agenda 2010“ – hält eine „Agenda 2020“ für nötig. Deutschland brauche neues, umfassendes Reformpaket. „Deutschland kann seinen Vorsprung gegenüber aufstrebenden Wirtschaftsmächten wie Brasilien und China nur verteidigen, wenn wir hart an unserer Wettbewerbsfähigkeit arbeiten“, sagte er der „Bild“-Zeitung. Nur wenn dies gelinge, gebe es genug Arbeit, könnten Renten bezahlt werden, könne es gute Schulen und Straßen geben.

„Wegen unserer niedrigen Geburtenrate haben wir zu wenig Fachkräfte. „Angesichts des Bevölkerungsrückgangs brauchen wir Einwanderer.“

Wir können es auch anders ausdrücken: wegen der mütterfeindlichen Politik von Wirtschaft und Parteien stirbt das deutsche Volk einfach aus – und ein sterbendes Volk ist nicht wettbewerbsfähig – auch dann nicht, wenn es versucht, die Kinder ausländischer Mütter mit Kuchen und vielen Versprechungen ins eigene Hexenhaus zu locken.

Wir stehen sogar vor der völligen Vernichtung der gesamten Versorgungsstrukturen des Staates, die der nicht offen erklärte Krieg gegen den Beruf „Mutter“ in strikt logischer Folge nach sich zieht, siehe Spiegel:

Der Direktor des Instituts der Zukunft der Arbeit (IZA), Klaus Zimmermann, warnte, Deutschland ruhe sich auf seinem wirtschaftlichen Erfolg aus. Das sei „brandgefährlich und wird uns in spätestens fünf Jahren vor die Füße fallen, wenn das demografische Chaos ausbricht“. Er sehe im Gesundheits- und Pflegesystem genauso weiter Reformbedarf wie bei der Rente. „Die Rente mit 70 ist unabdingbar“, sagte Zimmermann.

Das „demographische Chaos“ ist jetzt schon unabwendbar – und vielleicht sollte es einen erschrecken, das es schon in fünf Jahren ausbricht. Wer jetzt vierzig Jahre alt ist, sollte sich auf ein Renteneintrittsalter von 85 einstellen – wenn überhaupt. Kein Handwerker, kein Alten- oder Krankenpfleger, kein Fernfahrer wird das gesund erreichen … aber dafür schikaniert einen dann das Jobcenter zwanzig Jahre länger.

Was wir viel eher brauchen würden, wäre die gesellschaftliche Akzeptanz einer ganz normalen gesellschaftlichen Tätigkeit – was uns bei Prostituierten leicht fällt, sollte uns doch bei Müttern nicht schwer fallen. Auch für Mütter sollte gelten, was für alle Menschen gilt, die hart arbeiten: der Job sollte BEZAHLT WERDEN!

Der muss auch bezahlt werden, um die drohenden „chaotischen Zustände“ aufzuhalten.

Und zwar supergut – denn ohne Mütter gibt es keine Zukunft … auch nicht mit Agenda 2020, 2030 oder 2040. Aber wir werden alle bis 85 arbeiten müssen, weil niemand mehr da ist, der die Rente erwirtschaften kann. Allein schon Schule und die ewig unterbezahlten Lehrer kommen doch ohne Mütter überhaupt nicht mehr aus. Wenn ich sehe, was die von Woche zu Woche von mir fordern: das ist schon ein Halbtagsjob: Transfer zu den Klassenfahrten, Krankentransport, Einkaufstouren nur für die Schule, gezielte Nachhilfe in allen Fächern, lückenlose Hausaufgabenkontrolle und professionelle Motivationssequenzen zur Förderung der Bereitschaft zur mündliche Mitarbeit in elendig langweiligem Unterricht – dafür würde ich in der Wirtschaft 5000 Euro im Monat bekommen …. und dasselbe nochmal für die Pflegeleistungen an Kleinkindern.

Unsere ganze Gesellschaft lebt nur von der AUSBEUTUNG DER MÜTTER – so wie die US-Wirtschaft einst von der Ausbeutung der Sklaven lebte oder der Feudalstaat durch die Ausbeutung der Leibeigenen – und wir beugen uns dieser asozialen Politik völlig kritiklos, weil der CIA dereinst den Feminismus in Europa massiv gefördert hat. Nun – nichts gegen Feminismus: er war ein dringend notwendiges Korrektiv … nur leider berücksichtigt er kaum die Bedürfnisse der Kinder.

Ich hatte als Kind noch eine echte Mutter, die ganz für mich da war. Das war völlig korrekt – und ich wäre nicht der, der ich jetzt bin, wenn ich zu den wohlstandsverwahrlosten vereinsamten Zöglingen der Moderne gehören würde, jene Art „neuer Menschen“, die aktuell herangezüchtet werden und sich durch ausgesprochene Rücksichtslosigkeit und Asozialität auszeichnen: wer nie Liebe erfahren hat, kann sie auch nicht geben – und besäuft sich deshalb gern, um die innere Leere auszufüllen … oder tendiert zu einem kleinen Amoklauf im sozialen Experimentierfeld „Schule“.

Wir werden noch einen hohen Preis dafür bezahlen, das wir den Kindern die Kindheit und die Mütter gestohlen haben – aber wenigstens ist es das letzte Mal, das wir Deutschen einen Fehler gemacht haben: bei einer Geburtenrate von 8 Kindern auf 1000 Einwohnern werden wir in hundert Jahren diesen Wirtschaftsraum schlichtweg nicht mehr bevölkern können – und das ist wahrscheinlich auch gut so. In die Geschichte werden wir dann eingehen als eines der unmenschlichsten und dämlichsten Völkern der Weltgeschichte, das sich durch hemmungslose Gier, schrankenlosen Konsumwahn und grenzenlos ausgelebte Egozentrik selbst ausgelöscht hat.

Die Rede von Kanzler Schröder zur Jahresfeier der Agenda 2010 sollte man sich jedoch gut anhören: da wir nämlich nicht mehr Kinder bekommen werden, wird in Zukunft die Finanzierung von Straßen, Schulen und RENTEN UNMÖGLICH SEIN! Und ob die vielen Zuwanderer (sofern es sie überhaupt gibt) große Lust haben werden, den asozialen deutschen Schweinerentner mit seinen Luxusansprüchen durchzufüttern, wage ich zu bezweifeln … auch wenn das die Wunschträume vieler Egomanen durchkreuzen wird. Letztlich werden wir mit der brutalen Wahrheit konfrontiert werden, das nur ARBEIT wirkliche Werte schafft … und GELD jenseits aller wohlklingenden Propaganda NIEMALS WIRKLICH ARBEITEN KANN!

Das führt uns zu dem letzten Thema, das in den „ordentlichen Gazetten“ dieses Landes noch nicht mal als Kommentar geduldet wird: dem Thema der „Sozialschmarotzer“ – oder der „Asozialen“.

Ja, die gibt es. Sie sind sehr teuer, eigentlich unbezahlbar, verhalten sich völlig egozentrisch und vernichten durch ihren Lebensstil den gesamten Kontinent. Leider sind sie an der Macht und besetzen die Schaltzentralen der Macht in Europa – die Personalbüros. Dort findet man ihn: den kinderlosen Karrieremenschen, der sich selbst gerne als Leistungsträger bezeichnet.

Was aber wird aus diesem Leistungsträger im Alter, wenn er keinen Menschen hat, der ihn pflegt? Da hilft auch kein Joggen, keine teuren Vitaminpräparate oder luxuriöse Zaubermittel aus den Genlabors der USA: irgendwann ist der Körper so verschlissen, das man Hilfe braucht: er ist halt ein Gebrauchsgegenstand. Und was braucht der kinderlose Leistungsträger dann?

Menschen.

Selbst der größte Haufen Geld neben dem Bett ist nicht in der Lage, ihm den Hintern abzuwischen.

Wo sollen diese Menschen herkommen, deren Produktion man sich selbst so erfolgreich entzogen hat?

Natürlich von anderen. Die sollen sich die ganze unbezahlte Arbeit machen, ihre eigene Gesundheit ruinieren, damit Karl Ego am Ende seines Lebens nicht allein in seiner eigenen Scheiße liegt, die ihn langsam von außen bei lebendigem Leibe verdaut – was früher mal eine erbärmliche Foltermethode war.

Das ist pures Sozialschmarotzertum – und nichts anderes. Zudem hat man oft noch die meiste Lebensenergie darauf verwendet, ganz viel Tauschmittel für sich selbst zusammenzuraffen, die dann den anderen bei der Ernährung, Erziehung und Ausbildung ihrer Kinder gefehlt haben und somit eine völlig perverse asoziale Verhaltensstrategie aufgebaut, die in jeder zukunftsorientierten Gemeinschaft schlichtweg zum Ausschluss aus der Gemeinschaft geführt hätte, weil das eigene Superego die Zukunft aller gefährdet. Gegen diese feudalen und königlichen  Superegos haben wir dereinst Revolution gemacht – das sollte nicht unerwähnt bleiben.

Heute hat niemand mehr Interesse an einer Zukunft Deutschlands – und vielleicht sind wir wirklich zu dämlich um zu überleben und gehören einfach auf den Müllhaufen der Geschichte geschmissen, wo schon viele „Looser“ gelandet sind, die sich nicht ausreichend um die Rahmenbedingungen menschlichen Überlebens auf diesem Planeten gekümmert haben … dafür aber Unmengen bedruckten Papiers besaßen und sich deshalb für unermesslich „reich“ hielten.

Nun denn … erwarten wir also freudigst das demographische Chaos, das ab 2018 über uns hereinbrechen wird. Schön, das Wirtschaft und Politik schon jetzt davon wissen und wir nur nebenbei davon erfahren.

Wäre das nicht jetzt wirklich der Zeitpunkt für die ganz große gesellschaftliche Notbremse? Der Zeitpunkt für eine große Koalition der Vernunft und des Überlebensinstinktes gegen eine irrationale, perverse Gesellschaft der perfektionierten Selbstbereicherung einer räuberischen Elitekaste, die selbst vor Kinderklau nicht halt macht? Oder meint ihr wirklich alle, ihr haltet euren Job locker bis 70 durch … oder bis 80?

Doch selbst wenn … wo sollen die vielen Hände herkommen, die euch am Ende des Jobs pflegen sollen?

Gut – die Krankenkassen planen schon jetzt Verträge mit osteuropäischen und asiatischen Heimen, die sicher ganz glücklich darüber sein werden, die dämlichen Egodeutschen pflegen zu dürfen.

Zumindest … wird man ihr Geld gerne nehmen, und das nicht zu knapp. Armut ist da selbst für die tüchtigsten „Leistungsträger“ schon jetzt vorprogrammiert.

Was dann fern der Heimat wirklich geschehen wird, kann man heute schon an den Zuständen in deutschen Altenheimen sehen – und die sind so erbärmlich, das sie schlicht schon jetzt unsagbar sind.

Nicht immer und überall … aber immer öfter. Und dann … wird es auch keine Kinder geben, die mal nach dem Opa schauen, wenn der im Heim allein und verlassen in hungernd einer dunklen Kammer liegt, um die Rendite des Heims nicht in Gefahr zu bringen.

Vielleicht versenkt man ihn auch einfach fünf Wochen nach Einlieferung mit den anderen Neuankömmlingen in einem anonymen Massengrab: wen wird das dann noch wirklich interessieren, wie mit den „Kosten auf zwei Beinen“ verfahren wird, wenn sie doch nur kostensparend entsorgt werden – zugunsten der Egomanen der Zukunft?

Schöne neue Welt … oder?

Aber ich verstehe langsam, warum das als Kommentar gelöscht wird … das sind unliebsame Wahrheiten, die in der Tat jeden Bürger zum Aufstand motivieren könnten – wenn er nur mal drüber nachdenken würde.

Und das wollen wir ja nicht, oder?

 

 

Die Wahrheit und die Medienwelt: über die heimliche Desintegration des deutschen Mittelstandes

Montag, 10. Dezember 2012. Eifel. Wie haben wir eigentlich davon erfahren, das es in Deutschland eine geheime Allianz zwischen Regierung und sämtlichen Medien gibt? Durch Zufall. Jakob Augstein schrieb einen Artikel über die Zukunft des Journalismus in Deutschland und erwähnte - quasi nebenbei - das seit Oktober 2008 eine geheime Allianz zwischen Regierung und den führenden Medien besteht, die im Grunde besagt: das Deutsche Volk sei von der Wirklichkeit fern zu halten.  Das geschieht seitdem Tag für Tag - auch in der Eifel. Lokalblätter legen ihre politischen Artikel regelmäßig dem Bürgermeister zur Genehmigung vor, ohne sich etwas dabei zu denken - habe ich jetzt aktuell erfahren. Da geht sie hin, unsere gute alte Demokratie. Wie haben wir eigentlich von dem wirklichen Ausmaß der Arbeitslosigkeit in Deutschland erfahren? Durch Zufall. Alan Posener schrieb in der Welt einen Artikel über Beamte, einer der Beamten - überzeugter Christ - erwähnte nebenbei eine Nebenwirkung des "perversen Systems": schon 42 Millionen Deutsche sind erfasst. Bei 40 Millionen arbeitender Menschen eine überzeugende Zahl - für die sich niemand weiter interessiert, weil das von Augstein beschriebene Bündnis wirkt: die gesamte Medienwelt ist zum Regierungsfunk verkommen. Beunruhigt das niemanden, das Wahrheit und Medienwelt immer weiter auseinanderdriften? Schnell stellt sich die Frage: wozu noch Medien?

Montag, 10. Dezember 2012. Eifel. Wie haben wir eigentlich davon erfahren, das es in Deutschland eine geheime Allianz zwischen Regierung und sämtlichen Medien gibt? Durch Zufall. Jakob Augstein schrieb einen Artikel über die Zukunft des Journalismus in Deutschland und erwähnte – quasi nebenbei – das seit Oktober 2008 eine geheime Allianz zwischen Regierung und den führenden Medien besteht, die im Grunde besagt: das Deutsche Volk sei von der Wirklichkeit fern zu halten.  Das geschieht seitdem Tag für Tag – auch in der Eifel. Lokalblätter legen ihre politischen Artikel regelmäßig dem Bürgermeister zur Genehmigung vor, ohne sich etwas dabei zu denken – habe ich jetzt aktuell erfahren. Da geht sie hin, unsere gute alte Demokratie. Wie haben wir eigentlich von dem wirklichen Ausmaß der Arbeitslosigkeit in Deutschland erfahren? Durch Zufall. Alan Posener schrieb in der Welt einen Artikel über Beamte, einer der Beamten – überzeugter Christ – erwähnte nebenbei eine Nebenwirkung des „perversen Systems“: schon 42 Millionen Deutsche sind erfasst. Bei 40 Millionen arbeitender Menschen eine überzeugende Zahl – für die sich niemand weiter interessiert, weil das von Augstein beschriebene Bündnis wirkt: die gesamte Medienwelt ist zum Regierungsfunk verkommen. Beunruhigt das niemanden, das Wahrheit und Medienwelt immer weiter auseinanderdriften? Schnell stellt sich die Frage: wozu noch Medien?

Die Antwort kommt zum Beispiel von Steffen Grimberg von der TAZ:

Denn vor allem die Regionalpresse teilt schon jetzt das Schicksal der deutschen Brauereien: Immer mehr Journalismus kommt aus ein und demselben Redaktionskessel. Wie im Biermarkt wird am Ende die angebliche Angebotsvielfalt durch individuelle Etikettierung sichergestellt. Die Zahl der deutschen Zeitungstitel bleibt dabei mehr oder minder stabil. Die publizistische Vielfalt ist dagegen in den vergangenen dramatisch geschwunden.

Als Lösung des Problems empfiehlt Grimberg den Bezahljournalismus, der von der TAZ jetzt systematisch praktiziert wird: wer auf die Seite will, muss erstmal an einer PayWall vorbei: Wahrheit will bezahlt werden. Wer will aber schon für eine Wahrheit bezahlen, die von der Regierung willkürlich festgelegt wird? Wer will schon überhaupt für eine Wahrheit bezahlen? Wir kennen sie doch: Geld regiert die Welt – zum Beispiel in Griechenland, siehe Welt:

In keinem Land Europas ist die Korruption nach Einschätzung von Transparency International so verbreitet wie in Griechenland. Mit nur 36 von 100 möglichen Punkten bildet das hochverschuldete Land laut Korruptionsindex für das Jahr 2012 das Schlusslicht in Europa.

Die Folgen der Korruption sind klar erkennbar: die Mittelschicht in Griechenland löst sich auf – siehe Handelsblatt:

Tausende Griechen wie Karagaitanaki erfahren zurzeit, wie sich die Mittelklasse in ihrem Land auflöst. Lehrer, deren Gehalt um ein Drittel gesenkt wurde, stehlen Strom. In früher stabilen Stadtteilen steigt die Kriminalität und Familien haben Angst, mit ihren Kindern in den Park zu gehen.

Während wir in Deutschland noch von einem bedingungslosen Grundeinkommen träumen, hat in Griechenland die Desintegration des europäischen Mittelstandes begonnen.  Anhand des Beispiels von Frau Karagaitanaki erfahren wir auch, wie schnell das geht:

Als die frühere Café-Besitzerin Karagaitanaki ihren Laden eröffnete, betrug die Miete 400 Drachmen im Monat. Bis 2010 schnellte sie auf 3000 Euro hoch, zudem vervierfachten sich die Steuern und Nebenkosten allein seit 2000. Als Konsequenz musste sie die Preise anheben, woraufhin die Kunden wegblieben. Das Fass wurde zum Überlaufen gebracht, als ihr Vermieter erneut die Miete anhob und für einen 12-Jahres-Vertrag zusätzliche 40.000 Euro verlangte. Sie schloss das Café im Jahr 2010.

Man muss schon etwas länger suchen, um Informationen darüber zu finden, wie ein Nato-Staat vernichtet wird, ohne das die Bündnisgemeinschaft eingreift. Warum auch nicht: die Allianz zwischen Regierung und Medien trägt auch hier ihre Früchte. „Scharf-links“ gehört dieser Allianz wohl noch nicht an:

Der Kollege berichtete, daß sie mit einer entlassenen Oberschwester zur Apotheke„einkaufen“ gingen und diese ihnen berichtete, dass sie noch vor 2 Jahren niemals geglaubt hätte, dass sie mitten in Europa mit gesammelten Spendengeldern Medikamente für todkranke Menschen besorgen müsste.

Er berichtete auch von einem ehemaligen Berliner Busfahrer, der noch vor zwei Jahren in Berlin ca.2000 Euro verdient hätte und nun die gleiche Arbeit unter schlechteren Bedingungen in Athen für 480 Euro verrichtet, wovon er auch noch Steuern abzuführen hätte. 

Nachdenklich meinte der Referent, dass sie auf ihrer Reise viele griechische Gewerkschaftskollegen vor Ort kennengelernt hätten, die noch unter Schockwirkung standen. Die griechischen Kollegen schilderten ihre Lage und wunderten sich selbst darüber, wie in nur drei Jahren mitten in Europa derartige Zustände möglich wurden.

Schon längst müssten alle Journalisten den Aufstand proben, hier geschieht nichts weiter als die Etablierung der Agenda 2010 auf europäischer Ebene: mit Griechenland wird ein neuer europäischer Niedriglohnsektor geschaffen, der neue Maßstäbe für den europäischen Wirtschaftsraum setzen wird. Die Schlacht um Griechenland wird zum Angelpunkt einer Bewegung, die den gesamten europäischen Mittelstand binnen weniger Jahre aushebeln soll.

Wie bitte? Das gibt es nicht in Deutschland? Nur, weil wir es nicht erfahren, dafür sorgt Merkels Pakt mit den Chefredakteuren. Schaut man genauer hin, so haben wir schon lange eine Bewegung hin zu griechischen Verhältnissen. Schauen wir, was uns Kontraste vor zwei Jahren über Aushilfslehrer in Berlin berichtet hat:

Mit Nach -und Vorbereitung des Unterrichts arbeitet sie weit mehr als 20 Stunden in der Woche. Für sie ist es faktisch ein Halbtagsjob. Lohn erhält sie aber nur für die neun Stunden Unterricht. Dafür zahlt ihr der Staat gerade mal 600 Euro brutto im Monat.

Da haben wir eine jener 42 Millionen Jobcenterkunden, die in keiner Statistik auftauchen – und sie soll unsere Kinder zu Leistungsträgern erziehen? Quatsch – in politischen Kreisen weiß man schon längst, dass niemand mehr unsere Kinder braucht. Man braucht unser Geld – aktuell wieder einmal eine halbe Billion für die Bankenwelt (siehe Welt). Man gewöhnt sich schnell an solche Zahlen, oder? Man gewöhnt sich auch schnell an solche Horrormeldungen, wie sie Monitor vor einem Monat brachte:

Doch von einem Tag auf den anderen wurde alles anders. Da ging es um ihr Geld, Geld von Versicherten – und vor allem um ihr Zuhause. Die Bewohner bekamen Post vom Betreiber, der BonneVie Dottendorf GmbH. Die Miete des Heims sei teuer. Allen Bewohnern wurde der Umzug nahegelegt. Es herrschte Zeitdruck. Alte Menschen verschieben wie Lagerware?

Der Betreiber BonneVie Dottendorf habe über Monate keine Miete für das Haus bezahlt, erzählt man uns. Jetzt gab es eine Räumungsklage. BonneVie begann, das Haus zu räumen.

Schlecht bezahlte Lehrer, obdachlose Alte: Szenen einer sterbenden Gesellschaft – mitten in Deutschland. Es erwischt auch gehobene Schichten wie den Wirtschaftsanwalt Hans Scharpf, der einen klaren Blick für die Machtverhältnisse in Deutschland hat, siehe Geolitico:

„In meinen Augen sind die Banken Räuber“, sagt er. Sie würden den Staat erpressen. Er spricht von „Politik in den Fängen wirtschaftskrimineller Netze“ und fragt: „Was leisten die Banken eigentlich, dass sie soviel Geld von uns wollen?“ Gemeint sind Zins und Zinseszins. Mit letzterem steigen Vermögen oder Schulden nämlich gar exponentiell.

Das diese Entwicklung noch viel weniger finanzierbar ist als ein bedingungslose Grundeinkommen, dürfte auch jedem Menschen ohne Taschenrechner klar sein – aber wir reden nicht darüber.

„Ich verrate Ihnen jetzt mal etwas“, sagt Scharpf. Seine Augen funkeln, und es ist unzweifelhaft klar, dass er nun so etwas wie das unappetitliche Ergebnis einer schwierigen Obduktion auftischt. „Das ganze Bankwesen ist ein großer Betrug. Banken schaffen Geld aus dem Nichts. Sie geben es an ihre Kunden weiter und lassen sich das Nichts mit Zins und Zinseszins bezahlen“, sagt er. Das könne er nicht länger akzeptieren, weder für sich selbst, noch als Verteidiger des Rechtsstaates.

Das Schiff Europa gleicht Titanic – die deutschen 1.Klasse-Passagieren glauben aber noch, sie könnten dem Untergang entgehen, wenn sie nur ihre eigene Tür fest geschlossen halten oder möglichst hoch klettern, dabei ist jedem klar: Griechenland war nur das erste Finanzleck, dem schnell weitere folgten: langsam aber sicher versinkt der ganze Kontinent in einem unbeherrschbaren Schuldensumpf. Die deutsche Politik reagiert darauf bemerkenswert und stemmt sich mit aller Kraft gegen … neue Antikorruptionsgesetze für deutsche Abgeordnete, siehe Welt:

Für Bestechlichkeit werden Beamte hart bestraft, aber bislang sind alle Anläufe gescheitert, den Straftatbestand auf Abgeordnete auszuweiten. Die Volksvertreter wehren sich gegen eine solche Änderung des Strafgesetzbuchs mit dem Argument, in der Ausübung ihres Mandats beeinträchtigt zu werden.

Augenscheinlich stören Antikorruptionsgesetze schon heute die Ausübung des Bundestagsmandates – ein interessanter Aspekt, auf den ich von alleine gar nicht gekommen wäre.

„Wirtschaftskriminelle Netze“ schützen sich erfolgreich gegen eine Beeinträchtigung ihrer erfolgreichen Geschäftsstrategien – und forcieren so den Untergang des Kontinentes.

Natürlich trifft es inzwischen auch die reichen Deutschen und nicht nur die 42 Millionen Jobcenterkunden, über die nicht mehr gesprochen wird, weil sie mit viel Geld und ganz ausgefeilten statistischen Tricks unsichtbar gemacht worden sind. Man hört zwar schon das Plätschern der See im griechischen Quartier, glaubt aber noch dem Pressesprecher des Kapitäns, das dort Badetag ist. Währenddessen ist schon klar, das in Zukunft auch deutschen Millionären das Wasser bis zum Hals stehen wird, siehe Spiegel:

Die Deutschen sparen sich zu Tode – und bekommen immer weniger dafür. Wenn jemand selbständig ist und eine Million Euro fürs Alter zurückgelegt hat, dann hat er bisher gedacht, er bekommt vier Prozent Zinsen darauf, also 40.000 Euro im Jahr. Jetzt stellt er fest: In zehn Jahren sind es vielleicht nur noch 15.000 Euro. Und was macht er? Er spart noch mehr. Das ist ein Teufelskreis.

Und damit steht dieser eine Millionär nicht alleine da. Denken wir weiter: nehmen wir an, er schafft es, drei Millionen Euro an die Seite zu legen: damit hätte er dann 45 ooo Euro. Immer noch viel zu wenig, um den Altenheimplatz zu finanzieren, vor allem, weil an diesem Platz auch ganz viele Leute Geld saugen wollen, um sich selbst vor dem Schicksal jener Insassen zu schützen, die sie aktuell mangels Finanzmasse aus dem Heim verjagen.

Nicht vergessen: wir reden hier über das Schicksal von Menschen, die einen Gewinn von 3 Millionen Euro angesammelt haben. Über das Schicksal, das den 42 Millionen Jobcenterkunden droht, wollen wir gar nicht spekulieren. Wir brauchen auch gar nicht darüber zu spekulieren, wie wissen schon, das wir in Zukunft in Deutschland für sie wo wenig Platz haben werden wie die Griechen für heute für ihre Bevölkerung.

Schon heute ist klar, das der gesamte deutsche Mittelstand überhaupt keine Zukunft mehr hat. Sie ist schlichtweg nicht zu bezahlen. Selbst Multimillionäre kommen schon ins Schleudern, wenn sie versuchen, ihre eigene Altersversorgung zu sichern und machen die gleiche Erfahrung wie die Nobelpassagiere der Titanic vor hundert Jahren: es erwischt zwar die griechische Klasse zuerst – aber das schützt meine Nobelsuite nicht vor dem Untergang.

Zu drastisch, diese Vision?

Natürlich: deshalb gibt es doch diese Allianz zwischen Politik und Medienwelt. Wir empfinden solche Wirklichkeiten als drastisch, weil man uns mit „Infotainment“ rund um die Uhr einlullt, damit wir Nachrichten wie diese hier gar nicht mehr verstehen können, siehe Spiegel:

Der Metallkonzern Alcoa und der französische Einzelhändler PPR ziehen sich aus Südeuropa zurück – ohne Pläne zu haben, noch einmal zurückzukehren. Sie alle stehen für den Exodus der Unternehmen, der genau das Kapital, die Innovation und die Führungspersönlichkeiten abzieht, die Südeuropa dringend braucht, um Schuldenkrise und Rezession zu überwinden.

Die Ratten verlassen das sinkende Schiff – und zwar endgültig.  Wenn die gehen, kann man davon ausgehen, das der Wirtschaftsstandort wirklich tot ist – und wir sehen, wozu wir noch Medien brauchen: um den Untergang so lange wir möglich zu verschleiern.

Die Bürger Deutschlands und Europas müssen so lange beschäftigt werden, bis die findigen und kundigen Wirtschaftskriminellen ihre Beute in ihren Rettungsboote auf den Bahamas verstaut haben.

Wer da noch glaubt, ein bedingungsloses Grundeinkommen – die Rettungsweste des kleinen Mannes – sei die Lösung aller Probleme, hat schon den Untergang akzeptiert, ohne allerdings  zu realisieren, das man auch mit Weste in den eiskalten Gewässern der Globalisierung nicht lange überleben kann. Das Grundeinkommen von 1000 Euro wird mit Sicherheit kommen – und wenn es da ist, wird man von uns wie von Frau Karagaitanaki 40 000 Euro Miete verlangen – zusätzlich zu dem, was wir sonst schon bezahlen. Ebenso werden die Preise für Strom und Lebensmittel steigen, dafür sorgt aktuell die Lobby der Finanzindustrie in Brüssel, siehe Foodwatch:

Heute berichte ich Ihnen aus Brüssel, wo ich gemeinsam mit zahlreichen anderen Organisationen versuche, die Verhandlungen zur Regulierung der Rohstoffbörsen zu beeinflussen. Leider muss ich erkennen:Noch immer stellt sich die übermächtige Finanzlobby der Regulierung des unmoralischen Zockens und Spekulierens uneinsichtig entgegen – als ob es die große Finanzkrise 2008, die uns alle an den Rand einer wirtschaftlichen Katastrophe brachte, als ob es die hochheiligen Versprechen der Banker, sich zu ändern und als ob es die Schwüre der Politiker, ein solches Desaster in Zukunft zu verhindern, nicht gegeben hätte.

Und die Finanzlobby wird – dank der Zineszinsautomatik – von Jahr zu Jahr stärker, während wir Bürger im gleichen Maße schwächer werden: mit jedem Euro für die Griechenlandrettung stärken wir jene Kräfte, die das Problem Griechenland überhaupt erst ins Leben gerufen haben.

Ist es nun verständlich, weshalb die Allianz zwischen Regierung und Medien alternativlos ist?

Es geht um die Plätze  in den Rettungsbooten. Je später wir erfahren, das das Schiff sinkt, umso mehr können sich besser informierte Mitwisser bequem aus dem Staub machen. Wir werden dann auch erleben, wohin uns der Bezahljournalismus führt: die Wahrheit wird dann sehr sehr teuer werden – die Wahrheit über den Untergang wird schlichtweg Summen kosten, die sich so schnell kein Normalbürger mehr leisten kann.

Aber das ist eigentlich schon heute so.

Ist der Untergang aber wirklich so unvermeidlich wie der der Titanic?

Ich denke – überhaupt nicht, wenn wir als Gesellschaft schnell genug handeln.

Dann stopfen wir das Leck, pumpen das Wasser heraus, lassen die Lumpen mit ihren Rettungsbooten im Eismeer treiben und sorgen dafür, das wir einen NEW DEAL bekommen:

Mit der massiven Interventionspolitik des Staates in fast allen Gesellschaftsbereichen gab der New Deal einer entmutigten, verunsicherten und richtungslosen Nation neue Hoffnung. Anders als im Deutschen Reich und in vielen anderen Ländern konnte die Demokratie in den Vereinigten Staaten durch die Phase der Weltwirtschaftskrise hindurch bewahrt werden. Die Marktwirtschaft wurde gerettet, indem vor allem durch Regulierung des Bankensystems und des Wertpapierhandels eine stabilere Wirtschaftsordnung geschaffen wurde.

Damit haben wir schon das Motto, das die partei-, klassen- und politikübergreifende Bewegung einen kann: New Deal.

Und damit sind wir noch nicht mal antiamerikanisch.

Jetzt brauchen wir nur noch die Medien dazu – und die Reise Europas kann doch noch weitergehen.

 

 

Hartz IV tötet immer noch – auch ganze Familien. Über die Opfer der Sanktionen gegen Deutschland.

Mittwoch, 28.11.2012. Eifel. Ich weiß, das ganze Geschreibsel über Hartz IV stört jetzt schon einige Leser. Habe ich schon mitbekommen. Aber nur weil Krieg und Goldpreis viel unterhaltsamer sind, verschwindet dieses Gräuel doch nicht einfach. Zudem ist es nur ein Ausdruck, eine Ausformung einer weltumspannenden Bewegung, die nichts weniger im Sinn hat als die Vernichtung der Lebensqualität und Lebensgrundlage vieler zugunsten der Fettlebe einiger weniger: ein Wahnsinnskrieg tobt da gerade, ein Krieg, der hauptsächlich erstmal wirtschaftlich geführt wird. Ja, Hartz IV stellt politische Sanktionen gegen das deutsche Volk dar - wir unterscheiden uns in dieser Hinsicht kaum von dem Iran, nur redet man mit uns nicht so deutlich darüber. Selbstverständlich sterben auch hier Menschen. Frank Schönwetter zum Beispiel, jener Aktivist, über den wir kürzlich geschrieben hatten: der wird übermorgen obdachlos, hat jetzt schon kein Geld mehr für Briefmarken. Den ersten Advent feiert Frank auf der Straße - bei Minus 10 Grad. Ja, ich weiß: er hatte uns versprochen, das das nicht geschehen wird. Er hat sich aber geirrt. Kann ja mal vorkommen.

Mittwoch, 28.11.2012. Eifel. Ich weiß, das ganze Geschreibsel über Hartz IV stört jetzt schon einige Leser. Habe ich schon mitbekommen. Aber nur weil Krieg und Goldpreis viel unterhaltsamer sind, verschwindet dieses Gräuel doch nicht einfach. Zudem ist es nur ein Ausdruck, eine Ausformung einer weltumspannenden Bewegung, die nichts weniger im Sinn hat als die Vernichtung der Lebensqualität und Lebensgrundlage vieler zugunsten der Fettlebe einiger weniger: ein Wahnsinnskrieg tobt da gerade, ein Krieg, der hauptsächlich erstmal wirtschaftlich geführt wird. Ja, Hartz IV stellt politische Sanktionen gegen das deutsche Volk dar – wir unterscheiden uns in dieser Hinsicht kaum von dem Iran, nur redet man mit uns nicht so deutlich darüber. Selbstverständlich sterben auch hier Menschen. Frank Schönwetter zum Beispiel, jener Aktivist, über den wir kürzlich geschrieben hatten: der wird übermorgen obdachlos, hat jetzt schon kein Geld mehr für Briefmarken. Den ersten Advent feiert Frank auf der Straße – bei Minus 10 Grad. Ja, ich weiß: er hatte uns versprochen, das das nicht geschehen wird. Er hat sich aber geirrt. Kann ja mal vorkommen.

Aktuell macht ja das Jobcenter Witzenhausen von sich reden. Dort berichtet Antenne Hessen über ganz neue Auswüchse der neudeutschen Asozialenkultur:

Ein weiterer Fall ist bekannt, wo man von einem hochschwangeren Teenager verlangt, trotz Mutterschutz einer Arbeit nachzugehen. Da dies durch die Schwangerschaft nicht möglich ist, sanktioniert Frau S. den 16-Jahre jungen Teenie mit 30% der Leitungen. Eine Katastrophe für die werdende Mutter.

Klar – mit 16 Mutter werden ist schon nicht gerade toll. Sich trotzdem für das Kind zu entscheiden, eine kleine Heldentat, denn: das eigene Leben ist dann im Eimer – für immer, denn die Zeit, die man wegen Geburt und Erziehung nicht im Hamsterrad mitrennt, holt man nie wieder auf. Was Antenne Hessen nicht weiß, aber mir aus verlässlicher Quelle zugetragen worden ist: Schwangere arbeiten zu schicken gehört zu den Richtlinien der Mitarbeiter. „Schwangerschaft ist keine Krankheit“, so der Leitsatz der Bundesagentur für Arbeit – Fehlgeburten durch Überlastung werden billigend in Kauf genommen.

Bei diesen Zuständen denkt man unwillkürlich an die Arschlochbeseitigungsinstrumente der französischen Revolution, bevor man sich wieder im Griff hat und vermeidet, auf das gleiche Niveau zu sinken wie der deutsche „Sozialstaat“.

Wen wollte man auch beseitigen? Die Mitarbeiter? Hören wir nochmal Antenne Hessen:

84 von 100 getesteten Sachbearbeitern / Jobcenter, waren überfordert mit Stresssituationen oder konnten einige Aufgaben nicht richtig lösen. So reagierte man auf gereizte Situationen, mit Ausbrüchen und Drohungen. Oftmals wollte man unserem Probanden das gesamte Geld Streichen, wenn er sich nicht sofort beruhigen würde.

Das sind die Kennzeichen eines Terrorregimes, das immer gerne die unfähigsten Dödel von der Straße holt, sie mit Macht ausstattet und dann auf die Bürger loslässt. Bei uns nannte man das früher mal die „SA“, wo der Krieg offener geführt wird, nennt man sie die „Todesschwadrone“.  Was hier perfide ist: erfüllen die Sachbearbeiter nicht ihre Zielvorgaben (die Sanktionierungsquote), kommen sie selbst ins Ghetto der Entrechteten.

Richtige Todesschadrone brauchen wir noch nicht. Das erledigen die Leute bei uns schon selber, siehe Welt:

Sie tötete ihre drei Kinder, schickte dem Vater SMS über die Morde. Später wollte sich die 38-Jährige auf der Autobahn umbringen. 

Ein Drama, über das die Welt oft berichtet. Man hätte die Geschichte auch anders schreiben können. Das Unternehmen des Vaters war insolvent, er war depressiv (ein Zustand, der immer mehr Menschen in Deutschland ergreift, auch ohne das das Jobcenter willkürlich ihre Restexistenz vernichtet) und … auf Hartz IV angewiesen. Dort landen Unternehmer immer sofort. Vater in der Klinik, Mutter mit drei Kindern vor der überforderten Sachbearbeiterin – noch Fragen? Ich höre bis hier das eifernde Gekeife „Nu machen Sie doch mal die Kinder ruhig„.

Hat sie gemacht. Die sind jetzt ruhig.

Ist natürlich alles nur Vermutung, vielleicht schwammen die auch in Geld.  Ich kenne selbst einen Unternehmer, der hat mehrere Mietshäuser, ein gut gehendes Geschäft mit Partybedarf, einen Mercedes-Benz der Luxusklasse und bezieht Hartz IV. Man muss halt wissen, wie das geht – und der Schritt vom Geschäftsmann zum Betrüger wird immer kleiner, je asozialer die Gesellschaft wird. Man weiß ja, wovor man fliehen muss.

Es gibt aber Studien, die belegen, das viele ihre Chancen in diesem System ganz realistisch sehen, siehe Handelsblatt:

Mehr als die Hälfte der aus einfachen Verhältnissen stammenden Menschen unter 30 Jahren glaubt nicht, dass in Deutschland ein Aufstieg in eine höhere soziale Schicht möglich ist. Einer neuen Studie zur Chancengerechtigkeit zufolge ist mehr als ein Drittel der Gesamtbevölkerung überzeugt davon, dass Leistung sich nicht lohnt und allein das Elternhaus zählt. Der Glaube, sich durch Leistung verbessern zu können, sei aber eine Grundvoraussetzung dafür, sich verstärkt zu engagieren, sagte die Geschäftsführerin des Allensbach-Instituts.

Hier ist es mal sehr wichtig, auf den Sprachgebrauch zu achten. „Aus einfachen Verhältnissen“ stammen dort die Menschen, während der Spiegel im gleichen Fall anders argumentiert:

Einmal arm, immer arm: Davon ist in Deutschland die Mehrheit der jungen Leute aus sozial schwachen Verhältnissen überzeugt.

„Sozial schwach“ sind Menschen mit einer Schwäche der Gemeinschaftsfähigkeit – Mörder, Diebe, Zuhälter, Vergewaltiger, Neoliberale oder Ausbeuter. Was der Spiegel meint, wenn er dieses Kampfwort der Unmenschen gebraucht, ist der Begriff „arm“ – also finanziell schwach. Das sollte der Spiegel aber wissen, denn er berichtet ja selbst darüber:

Dabei liegen die Karten seit Jahren offen auf dem Tisch. Der im Namen einer nebulösen Wettbewerbsfähigkeit in die Wege geleitete soziale Kahlschlag beispielsweise in Deutschland zeigt erste Effekte. Die Wirtschaft tut das, was man gerne „brummen“ nennt, mit einem Bruttoinlandsprodukt von 2,6 Billionen Euro ist das Land eine der größten Volkswirtschaften der Welt, die mit Abstand größte in Europa allemal. So reich ist unser Land, dass es sich sogar etwas so Unbezahlbares wie die Armut leistet. Nirgendwo in Europa – ausgenommen in Rumänien und Bulgarien – ist die Armut zuletzt schneller gewachsen. Fast drei Millionen Kinder leben unter der Armutsgrenze

Deutschland ist einer der weltweit führenden Armutsproduzenten!

Da werden die Agentenführer der deutschen Regierung begeistert sein, die Lobbyisten der Asozialen jubeln: Umbau Deutschland wird ein voller Erfolg. Wie der Iran bekommen wir Sanktionen aufgebrummt, aber anders als der Iran können die Bürger dieses Landes nicht hintenherum Geschäfte mit Gold machen, siehe Spiegel. Daran sieht man auch, wie ernst die „westliche Wertegemeinschaft“ ihre Gemeinschaft und ihre Werte nimmt: winkt einer mit Gold, dann ist der politische Sanktionswunsch sofort zweitrangig. Warum erklärt man das nicht unseren Arbeitslosen?

Ach ja – die mussten ihr erspartes Gold schon vorher abgeben, die leben eher unter den Bedingungen eines besetzten Landes – in einer der größten, brummenden Volkswirtschaften der Welt.

Irre, oder?

Nein, nicht irre. Deutschland hatte schon in den siebziger Jahren gestört. Die Gewerkschaften, die politischen Demonstrationen, die Bewegung der Grünen: da drohte Gefahr an der Ostfront der USA, das durfte so nicht lange weitergehen. Also erschuf man sich ein paar Instrumente, bestach ein paar hundert Politiker, Showmaster, Parteifunktionäre und Intellektuelle, um ein Klima zu schaffen, das wieder für Disziplin im Lande sorgte. Es wäre undenkbar gewesen, wenn die Bundesrepublik im Strudel des ökonomischen Putsches auf einmal zur Insel der Glückseligen geworden wäre, die fernab von aller Ausbeuterei ein funktionierendes alternatives demokratisches Wirtschaftssystem etabliert hätten – da musste dringend sanktioniert werden, sonst wäre das ganze Gerede von der Alternativlosigkeit der wirtschaftlichen Entwicklung ja völlig unsinnig gewesen.

Die deutschen Bürger selbst – braucht man nicht mehr. Die sind über – weil demokratieverseucht. Die haben das Gerede nach dem Krieg über Menschenrechte und Demokratie  zu ernst genommen – und fühlten sich noch gut und edel dabei. Die will man nicht mehr, die sind zu teuer, ihre Gewerkschaften zu aufmüpfig, die Ausbeutungsquote der Bürger zu gering.

Nun – das ändert sich ja gerade im großen Stil – auch dank der von Goldman-Sachs konstruierten Euro-Krise, siehe Handelsblatt:

Statt Griechenland einen offenen Schuldenschnitt zu gewähren gibt es ein Bündel verschiedener Maßnahmen, die den Steuerzahler alle Geld kosten werden, die aber nicht so leicht zu durchschauen sind.

Wo der Steuerzahler für dumm verkauft wird, wird die Regierung zum Feind und Verräter – aber solche Worte benutzen wir hier nicht mehr, weil wir schon längst in der Sphäre der Alternativlosigkeit geistlos dahinvegetieren. Wir würden auch sonst merken, wohin die Reise geht, siehe Handelsblatt:

Im Wahljahr steigen die Renten, die Parteien beglücken die Ü65-Generation mit der Aussicht auf Mindestrente (SPD) oder Lebensleistungsrente (CDU). Dabei sagen Experten, dass das aktuelle Rentensystem keine Zukunft hat.

Wir können Europa nicht mehr bezahlen, wir können die Rente nicht mehr bezahlen – aber wir reden lieber nicht darüber, um die Konsumlaune nicht zu trüben. Das könnte ja dem Einzelhandel das Weihnachtsgeschäft vermiesen, bei dem man gerade (siehe Spiegel und Handelsblatt) ein dickes Plus erwartet, obwohl die Konsumlaune schon getrübt ist.  Das man von dem Geld dann mit Mineralöl verseuchte Schokolade kauft (siehe Spiegel) interessiert nur am Rande. Wir haben uns schon längst daran gewöhnt, von der Industrie nur noch mit fein verpackten Abfällen gefüttert zu werden. Fröhliche Weihnachten – an dem man Benzin nicht nur im Tank, sondern auch im Magen hat.  Für Leute mit „Benzin im Blut“ ein Superfest.

Unter den Sachbearbeitern, die gezwungenermaßen als Vollzugsbeamte der Armutvollstreckungsbehörden arbeiten, befinden sich auch Menschen mit einem Gewissen – und einem entsprechendem Urteilsvermögen, siehe Welt:

Dummerweise haben sie, als sie noch arbeiten konnten, ein Haus gekauft. Das müssten sie, nach dem Buchstaben des Sozialgesetzbuchs, verkaufen und den Gewinn erst einmal aufzehren, bevor sie Geld vom Staat bekommen. Jacobi ist vorhin vorbeigefahren und hat Fotos gemacht. Traurig betrachtet er das liebevoll restaurierte, wärmegedämmte Bauernhaus mit den Geranien vor den Fenstern. Ein Gesetz, das diesen Leuten nicht anders als durch Enteignung zu helfen weiß, nennt der gläubige Katholik „eine Perversion“.

Noch ein mutiger Mensch, der offen ausspricht, was alle denken, während die Medien das Gegenteil propagieren. Wir erfahren in dem Artikel auch nebenbei, wie viele Menschen schon als Opfer der Sanktionen gegen Deutschland in die Fänge der Armutsbehörde geraten sind:

Herr Jacobi hat via Computer den Zugriff auf 42 Millionen Datensätze. Das entspricht der Hälfte der Bevölkerung. Wer staatliche Leistungen beantragt, verzichtet faktisch auf die Privatsphäre. Da ist es für den gläsernen Bürger ganz gut zu wissen, dass er es mit einem Mann zu tun hat, der nicht nur gewissenhaft ist, sondern auch ein Gewissen hat.

Das erste Mal erfahren wir, wie viele Deutsche schon erfasst worden sind:

ZWEIUNDVIERZIG MILLIONEN!!!

Mal ein Grund, Farbe und Wortgröße deutlich zu verändern. Zweiundvierzig Millionen Deutsche – weit mehr als die Hälfte – sind von der Armutsvollzugsbehörde erfasst worden, ihre Vermögen sind registriert und zum Einzug vorbereitet. Zweiundvierzig Millionen Deutsche leben in einem von Arbeitslosigkeit verseuchten Umfeld. Sie sind halt nicht immer alle gleichzeitig arbeitslos – aber wir können doch wohl zurecht formulieren, das zweiundvierzig Millionen Deutsche in „ungesicherten Verhältnissen“ leben – und sei es auch nur, weil die Tochter mal drei Monate arbeitslos war.

Da die Jobcenter alle Daten erheben – unter Androhung drakonischer Strafen – haben wir also aktuell 42 Millionen gläserne Bürger … und nicht nur die drei- bis sieben Millionen Arbeitslosen, die man gelegentlich offiziell zugibt.

42 Millionen Bürger, die bis aufs Hemd ausgezogen werden, mit Müll gefüttert werden, sich das teuerste Gesundheitssystem der Welt leisten – mit äußerst miserablen Leistungen – und jetzt auch noch von ihren Ärzten verlassen werden, siehe Ärztezeitung:

Das Modell, die Kassenpraxis zwei Tage in der Woche zu schließen und in der Zeit in Teilzeit als Honorararzt oder in der Schweiz zu arbeiten, werde immer häufiger von Ärzten umgesetzt

Das sind die bestbezahltesten Ärzte Europas, laut Stepstone (wir berichteten) die Spitze der Besserverdiener in der BRD – und nachdem sie das alles abgeräumt haben, machen sie die Praxis dicht und verdienen zusätzlich noch im Ausland, während die Beiträge der Steuerzahler weiter in ihre Taschen fließen.

Unsere medizinische Versorgung gleicht bald der in einem sanktioniertem Land – aber wir wollen und dürfen das nicht so sehen. Eben sowenig wie die Gewalt in Altenheimen, siehe Ärztezeitung:

Gabriele Wilkens, Dozentin für Altenpflege an der Berufsfachschule in Osterholz-Scharmbeck bei Bremen, schätzt die Dunkelziffer bei Gewalt in der Pflege „relativ hoch“ ein

Den letzten beißen die Hunde – schon jetzt kann man sehen, was für eine Welle an Gewalt über Deutschland hereinbrechen wird, wenn die 42 Millionen sanktionierten Deutschen in den Ruhestand gehen wollen und sich in einer erbärmlichen Altersarmut wiederfinden.

Schlechte medizinische Versorgung, grassierende Armut, minderwertige Nahrung: Kennzeichen eines sanktionierten Landes, die gekrönt werden von den Sanktionen der Atomlobby, die uns als Strafe für die Ausstiegsphantasien die Preise hochtreibt und den Strom abstellt, siehe Welt.

Wie das funktioniert in einem Land mit hochintelligenten Menschen? Nun – manchmal erfahren wir davon. Nicht immer, aber manchmal. So hat man auch die ganze deutsche Ärzteschaft bekommen und zu Geldsaugern umgebaut – und so bekommt man jeden, der an anderen Schaltstellen der Macht steht, siehe Handelsblatt:

Die abgewickelte WestLB hat Sparkassen-Chefs, Stadtwerker und Beamte auf Weltreise geschickt. Der Vorgang hätte ein Fall für den Staatsanwalt werden können, wenn die Bank nicht eine stille Lösung bevorzugt hätte.

„Stille Lösungen“ gibt es im ganzen Land – sonst würden ja die Zeitungen brennen müssen vor lauter Warnmeldungen. Wir finden diese Meldungen nur in der alternativen Presse, die täglich gegen die von der Regierung angeordneten Alternativlosigkeit anschreibt, siehe Hintergrund:

Jüngste Berichte, denen zufolge der taiwanesische Konzern Foxconn Fabriken in den USA errichten will, verdeutlichen, dass das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ nun in die vierte Phase eines Prozesses eingetreten ist, den man als eine „Rekolonialisierung“ bezeichnen könnte, der die USA wirtschaftlich auf einen „Dritte-Welt“-Status degradiert.

Das ist eine sehr gut Nachricht, die uns zeigt, welche Zukunft uns in Deutschland erwartet:

Foxconns Arbeiter hausen in überfüllten Schlafsälen, die sich auf dem Werksgelände befinden. Sie arbeiten in 12-Stunden-Schichten und sind üblicherweise gefährlichen Bedingungen ausgesetzt. Jüngst erkrankten 137 Arbeiter, nachdem sie iPads mit giftigen Chemikalien reinigen mussten. In den letzten fünf Jahren haben sich 17 Foxconn-Beschäftigte während der Arbeit das Leben genommen. Netze wurden rund um das Werk installiert, um jene Arbeiter aufzufangen, die aus den Fenstern springen.

Das ist unsere Zukunft, auf die wir mit großen Schritten zumarschieren. Die Altenheime dieser Zukunft werden – aus rein betriebswirtschaftlichen Gründen, die mit Faschismus nichts zu tun haben – alternativlos an Konzentrationslager erinnern (falls sich dann überhaupt noch jemand an diese Todesfabriken erinnern kann). Die Zustände für Arbeiter und Angestellte werden kaum besser sein – aber ihre Lager liegen näher am Büro.

Das ist politisch so gewollt – und an vielen Dritte- und Zweite-Welt Ländern erfolgreich erprobt worden, bis man sich traute, das auch an der ersten Welt auszuprobieren – wir stehen ja nicht allein an dieser Front, sondern gehören – wie die USA selbst – zu den Opfernationen, die zur Ausschlachtung freigegeben worden sind.

Das Prinzip ist immer das Gleiche: man finanziert durch massive Verschuldung des Staates eine „Herrenkaste“, die dann – finanziell super ausgestattet, aber im sozialen Bereich ausserordentlich schwach ausgebildet – zum Melken der Eingeborenen antritt.

In Deutschland hat diese Bewegung einen Namen: Hartz IV.

Manche denken immer noch, es ging um die harmlose Zusammenlegung von Arbeits- und Sozialhilfe – das sind die, die auch dachten, in der Weihnachtsschokolade sei kein Mineralöl.

Dabei geht es um nichts anderes, als das, was man im Umgang mit feindlichen Nationen immer macht: das Volk durch Sanktionen in die Knie zwingen.

Alle Völker – der ganzen Erde.

 

 

 

 

 

 

Wie Wirtschaftskiller den Mittelstand vernichten … und was wir dagegen tun können

Dienstag, 6.11.2012. Eifel. Heute wird in den USA gewählt, habe ich gehört. Der Sieger steht von vornherein fest: das ganz große Geld. Wir wissen das schon längst. Wir haben nämlich alle John Perkins gelesen - Bekenntnisse eines Economic hit man. Sicherlich eins der wichtigsten Bücher, das Bürger eines demokratischen Rechtsstaates schon in der Schule lesen sollten, damit sie wissen, auf welche Welt sie treffen (zitiert nach let´s make money, einem Film, der jährlich zu Weihnachten in allen Klassen der Oberstufe aufgeführt werden sollte):

Dienstag, 6.11.2012. Eifel. Heute wird in den USA gewählt, habe ich gehört. Der Sieger steht von vornherein fest: das ganz große Geld. Wir wissen das schon längst. Wir haben nämlich alle John Perkins gelesen – Bekenntnisse eines Economic hit man. Sicherlich eins der wichtigsten Bücher, das Bürger eines demokratischen Rechtsstaates schon in der Schule lesen sollten, damit sie wissen, auf welche Welt sie treffen (zitiert nach let´s make money, einem Film, der jährlich zu Weihnachten in allen Klassen der Oberstufe aufgeführt werden sollte):

Die Spezies der Economic Hit Men (Wirtschaftskiller) ist ein Produkt unserer Zeit, in der Kriege gegen andere Länder mehr oder weniger ersetzt wurden durch den Wirtschaftsimperialismus von Großkonzernen. Sie sind hoch intelligente, hoch bezahlte Profis, die weltweit Länder um Zigmilliarden betrügen. Sie schleusen Weltbank-, Regierungsgelder und ‚Entwicklungskredite’ in die Taschen einiger Großkonzerne und reicher Familien, die über die natürlichen Ressourcen verfügen. Zu ihrem Instrumentarium gehören gezinkte Wirtschafts- und Finanzprognosen, Wahlmanipulationen, Schmiergelder, Erpressung, Sex und Morde. Sie treiben ein Spiel, das so alt ist wie Macht und Herrschaft; doch im Zeitalter der Globalisierung hat es eine neue und bedrohliche Dimension angenommen.

Sie treiben jenes Spiel, von dem wir nichts wissen dürfen, obwohl es uns doch betrifft. Sie sind das Öl im Getriebe der globalisierten Welt, sie sind die Terroristen, Selbstmordattentäter und Bombenleger der Sieger, sie dirigieren Politik, wirtschaftlichen Erfolg und gesellschaftliche Prozesse. Solange sie unterwegs sind, sind unsere Wahlen nur eine Farce. Sie sind auch der Grund, weshalb die Welt der Mächtigen vor „Verschwörungstheorien“ so eine panische Angst hat – würde man sie nicht zum TABU erklären, so würden emsige Forscher in allen Wirtschaftsangelegenheiten sowie jeglichen politischen Strömungen ihre Spuren erkennen … und man würde feststellen, das hinter den Fassaden von „Demokratie“ Entscheidungen getroffen werden, die alternativlos sind.

Ein Beispiel dazu?

Gern.

Aktuell lauert die Finanzwelt wieder auf einen ganz großen Coup, siehe Handelsblatt. Warren Buffet hat 47,8 Milliarden Dollar eingesammelt: Geld, das die Reichen zuviel haben. Sie haben es deshalb zuviel, weil der Staat die Banken mit billigstem Geld überschüttet hat, das diese wieder zu außerordentlich günstigen Konditionen an ihre besten Freunde ausgeliehen haben. Warrens Aufgabe ist es jetzt, diese billige Geld jemand anderem aufzudrücken – und zwar zu Spitzenpreisen. Dafür kauft er Aktien (was nicht ganz so der Bringer ist) oder … ein ganzes Unternehmen. Diesmal ein ganz Großes.

Hat er das Unternehmen dann gekauft, muss dieses ganz schnell Gewinn abwerfen. Das macht man am Besten durch Massenentlassungen, in den USA geht das seit den 90´er Jahren so. Nichts kann die Bilanzen schneller glänzen lassen als ein kräftiger Schlag mit der Entlassungsaxt. Das würde natürlich den Staat stören … wenn nicht die Economic Hit Man dafür gesorgt hätten, das der Widerstand im Keim erstickt wird. Das geht gut mit Geld. Die politische Kaste ist inzwischen darauf gedrillt, das sie beständig von viel Geld umflossen wird. Wer sich zum Beispiel gefragt hat, wie denn der Gauck seinen Lebensunterhalt finanziert, der erfährt aktuell, das der auch – wie der Kanzlerkandidat der SPD – 25000 Euro von den Bochumer Stadtwerken bekommen hat (siehe Spiegel). Wenn die Wirtschaftskiller das Geld nicht selber mitbringen, so bringen sie eben Ideen, wie man es von der Masse wiederbekommen kann: Preiserhöhungen bei Strom (siehe Welt) oder KFZ-Versicherungen (ebenfalls Welt) sichern den stetigen Strom des Bakschisch, um die politische Kaste regelmäßig mit kleinen Zuckerchen versorgen zu können.

Die braucht man nämlich, diese Kaste, denn das System der Geldmultiplizierung hat einen Haken: man hat zwar auf der einen Seite enorme Gewinne … aber in den Betrieben fehlen die Leute, die die Arbeit machen. Gut, oft kann man den ganzen Laden dicht machen und die Produktion ins Ausland verlagern, aber wenn man den Stempel „Wertarbeit“ haben möchte, dann belässt man die Kirche lieber im Dorf – und übergibt den Job den Wirtschaftskillern, denn die haben Mittel und Möglichkeiten, entsprechende Lösungen durchzudrücken.

Die Lösung des Problems war einfach: damit die deregulierten Kapitalmärkte sich wie ein Orkan durch die Realwirtschaft fräsen konnten, brauchte man einfach nur Menschen, die möglichst umsonst die Arbeit der Entlassenen machen: die Idee der Leiharbeit war geboren, die von ihren Schöpfern noch heute gefeiert wird, weil die Hälfte der Leiharbeiter nach zwei Jahren einen festen Job gefunden hat – oft allerdings bei einer kleinen Firma (siehe Handelsblatt). Der Haken: zwei Jahre lang arbeiten die deutlich billiger – was kein Politiker gut finden dürfte, denn: die zahlen dann auch viel weniger in die Versicherungen ein. Aber dafür gibt es ja diese obszön hohen Honorare für Vorträge.

So macht Warren Buffet mit Geld des amerikanischen Steuerzahlers Geld auf Kosten des deutschen Steuerzahlers, der letztlich für all die Zahlungsausfälle durch Leiharbeit aufkommen muss.

Toller Trick, oder? Hätte wir Bürger auch solche Wirtschaftskiller – wir hätten Ruckzuck unseren Sozialstaat wieder und könnten unsere Demokratie retten, jene Demokratie, die – wie Carl Amery in einem Brief an Horst Köhler schrieb – inzwischen nur noch die Musik bestimmt, die beim Untergang der Titanic gespielt wird.

Schauen wir doch zurück nach Amerika, dem Mutterland der Demokratie und der Lokomotive der Weltwirtschaft, jenem Land, das sich gerade mit 5,8 Milliarden Dollar den teuersten Wahlkampf aller Zeiten geleistet hat (siehe Welt). Hier fallen immer mehr Leute immer schneller aus der Mittelschicht in die Unterschicht (siehe Spiegel), nach Selbsteinschätzung der Bürger waren es 2008 noch 25 %, die sich zur Unterschicht zählten, während es 2012 schon 33 % sind – mit Spitzenwerten von 39 % bei den Jugendlichen.

Die Welt sieht heute „schockierende Zahlen“, nach denen Amerika auf „Dritte Welt -Niveau“ sinkt. Sie zitiert dazu den Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz, der 99 % der Amerikaner in der Sklaverei sieht:

Die Zahlen, die Stiglitz anführt, sind schockierend. Einem Prozent der Amerikaner gehört mehr als ein Drittel des nationalen Gesamtvermögens. Das Durchschnittseinkommen dieser Gruppe betrug 2007 nach Steuern 1,3 Millionen, das der unteren 20 Prozent 17.800 Dollar. Die obersten 0,1 Prozent der Amerikaner streichen alle anderthalb Tage soviel ein, wie die unteren 90 Prozent in einem Jahr verdienen.

Allein die sechs Erben des Wal-Mart-Supermarkt-Imperiums verfügen über ein Vermögen von 69,7 Milliarden Dollar; das entspricht dem Gesamtvermögen der unteren 30 Prozent. Bei dem reichsten Hundertstel kamen in den Boom-Jahren vor der Krise 65 Prozent des Zuwachses beim Volkseinkommen an; seit der Krise 93 Prozent. Während diejenigen, die sich für die Mittelschicht hielten, in der Großen Rezession ihre Häuser und ihre Ersparnisse verloren, geht es den Leuten, die für die Misswirtschaft verantwortlich waren, blendend.

Liest man den Artikel weiter,  erfährt man, das Stiglitz die gezielte und absichtliche Vernichtung aller Marktgesetze anprangert. Wenn man sich nun fragt, wie das nur bewerkstelligt wurde, so braucht man nur John Perkins lesen: die Antwort steht dort in großen Lettern.

Wer nun glaubt, wir in Europa sind da ja noch sicher, der vergisst, wie groß der Einfluss der Wirtschaftskiller auch hier ist: die Agenda 2010 ist letztlich ihr Werk, das nötig war, um auch auf deutsche Steuergelder in steigendem Ausmaß zugreifen zu können – die Hauptakteure sind ja auch entsprechend belohnt worden.  Aktuell dreht sich das Sozialabbaukarussel weiter, diesmal mit Frankreich als Kampfziel – auch dort sollen Lohnnebenkosten drastisch gesenkt werden (siehe Spiegel). Wir kennen dieses Lied schon, es wurde auch hier gesungen, das Ergebnis war Leiharbeit und Einnahmeeinbußen für die Krankenversicherung, die Rentenversicherung, die Pflegeversicherung und die Arbeitslosenversicherung. Welche Folgen das für die Menschen vor Ort hat, erwähnt heute die Welt:

Die Fakten sind erschreckend: Fast eine Viertelmillion Demenzkranker wird in Deutschland mit Psychopharmaka ruhiggestellt, um den überlasteten Pflegern weniger Arbeit zu verursachen; gut zahlende Heimbewohner werden zu Zehntausenden an die Betten gefesselt oder leiden Hunger und Durst; das Wundliegen wird zur Volkskrankheit.

Darüber kann auch nur ein Günther Jauch lächeln, weniger gut Betuchten fällt auf, dass das das Schicksal der „gut zahlenden“ Patienten ist: gefesselt und mit Drogen vollgepumpt hungrig und durstig in der eigenen Scheiße zu liegen – Hauptsache, die Rendite stimmt. Kann sich jemand vorstellen, was geschieht, wenn sich die Pflegefälle in Zukunft vervielfachen? Und was geschieht mit jenen, die weniger zahlen können?

Wir steuern hier auf Zustände zu, die uns den Tod durch wilde Tiere im Alter als äußerst begrüßenswert erscheinen lassen – und klugen Ratschluss göttlicher Weisheit. Ich denke, die Mehrheit der so gefolterten Alten wäre dankbar, wenn ein Rudel Wölfe ihrer erbärmlichen Qual ein schnelles Ende bereiten würde – oder wenn man sie einfach nach alter Indianerart im Schnee aussetzen würde – das alles ist weniger schmerzhaft als bei lebendigem Leibe von den eigenen Ausscheidungen verdaut  und langsam wegen Hunger und Durst wahnsinnig zu werden.

Bedenkt man, das 99 % der bundesdeutschen Bevölkerung dieses Schicksal droht, weil irgendwann JEDER zum Pflegefall wird, dann sieht man, das wir auf eine Zukunft zusteuern, die dem Holocaust das Wasser reichen kann – aus rein betriebswirtschaftlichen Gründen. Sogar der deutsche Bundestag und die Regierung arbeiten aktiv an dieser Entwicklung mit, in dem sogar sie die Rentenkasse durch Einsatz von Scheinselbständigen um die sowieso schon viel zu geringen Einnahmen betrügen (siehe Spiegel) oder durch Schönrechnerei von Privatisierungen den Staat entreichern (ebenfalls Spiegel).

Wir machen hier in Deutschland inzwischen die gleichen Erfahrungen wie andere Dritte-Welt-Länder: wo die Wirtschaftskiller aktiv sind, zerfällt die soziale Ordnung im großen Stil, Ethik, Moral und normaler menschlicher Anstand verschwinden aufgrund neuer „Anreizsysteme“ in der Bedeutungslosigkeit. Andererseits erreichen diese Killer richtige Wunder: so entsteht gerade im politisch geächteten Nordkorea das höchste Hotel der Welt, bezahlt von einer ägyptischen Telefonfirma, geleitet von der deutschen Kempinskigruppe, gedacht für chinesische Gäste (siehe Handelsblatt). Deutlicher kann man wohl nicht klar machen, wie bedeutungslos politische Mächte in unserer Zeit geworden sind – und das sie wirklich nur noch die Begleitmusik zum Untergang der Titanic stellen.

Welche Konsequenzen hat nun John Perkins selbst aus den Erkenntnissen seiner jahrelangen Tätigkeit gezogen? Er gründete die Organisation Dream Change, die nichts anderes im Sinne hat als die Erde zu retten, in dem sie die Menschen zu einem neuen globalen und individuellen Bewußtsein anleitet – inspiriert durch schamanische und indianische Kulturen. Seine Liste der „wakeful Organisiations“ zeigt eine große Bandbreite von „alternativen“ gesellschaftlichen Projekten und eine große Sympathie für schamanische Weltbilder.

Wer nun denkt, das dieser Wirtschaftskiller nun vollständig den Verstand verloren hat, hat nicht weit genug gedacht. Wer eine Bewußtseinsänderung will, braucht eine stabile Basis, die noch nicht von den perfekten in sich geschlossenen Weltbildern der Korporatokratie erreicht wurde und die bewiesen hat, das sie nachhaltig und harmonisch mit ihre Umwelt leben kann, um auch zukünftigen Generationen das Überleben zu sichern … und der eigenen qualvollen Vernichtung durch hochpreisige Altenheime zu entgehen.

Der Freiheitskampf, der John Perkins vorschwebt, der neue Unabhängigkeitskrieg, wie er ihn in seinem Werk „Weltmacht ohne Skrupel“ nennt, muss sich sehr radikal mit den Werten dieser Gesellschaft auseinandersetzen – und hier hat sich schon immer die Religion als gedanklicher Gegenpol zu den Mächten der Welt angeboten. Leider haben die westlichen Kirchen hier versagt, in dem sie den Neoliberalismus in ihren Reihen dankbar empfangen haben (mit enormen Gehaltszuwächsen bei den Kirchenoberen) – dabei wäre „liebe Deinen Nächsten“ schon eine hinreichenden Botschaft, um das Leben der menschlichen Gemeinschaft kooperativer, sozialer und umweltverträglicher zu gestalten. In Zeiten, in denen dem heiligstem Ort der Christenheit – der Grabeskirche in Jerusalem – die Schließung wegen unbezahlter Wasserrechnungen droht (siehe Spiegel), darf man wohl zurecht davon ausgehen, das die christlichen Kirchen andere Werte vertreten als die, die in ihren Lehren verbreitet werden.

Konsequent setzt Perkins nicht nur auf politische Hoffnungen, was bei seinen Erfahrungen kein Wunder ist: immerhin ist JEDER Politiker durch Wirtschaftskiller erreichbar – und wie oft haben wir uns schon über die Tatsache gewundert, wie bewußtseinsverändernd die Mitgliedschaft im Parlament sein kann.

Wenn Sie versucht sind, einkaufen zu gehen, um den Stress abzubauen, sollten Sie lieber laufen gehen, meditieren, lesen oder eine andere Beschäftigung finden“ – so einer von vielen Ratschlägen des John Perkins (aus: Weltmacht ohne Skrupel, Seite 302). „Fahren Sie ein kleineres Auto, ziehen Sie in ein kleineres Haus, reduzieren Sie ihre Garderobe und allen materiellen Besitz„, empfiehlt er weiter als Ergebnis eines Bewußtseinswandels, der sowieso zwanghaft auf die meisten von uns zukommen wird, wenn in Deutschland die „Sparmaßnahmen“ so um sich greifen wie im übrigen Europa … jenem Europa, das inzwischen im Fokus der Wirtschaftskiller angekommen ist und leibhaftig erfährt, wie einem plötzlich die Souveränität über das eigene Leben aus der Hand genommen wird.

Andererseits – ist die Hinwendung zum Schamanismus vielleicht auch einfach der Erkenntnis geschuldet, das angesichts der Macht, Skrupellosigkeit, der kriminellen Energie und der organisatorischen Perfektion der Wirtschaftskiller nur noch beten hilft.

Wer die Erfahrungen von John Perkins visuell erleben möchte: die gibt es jetzt auch als Film (siehe 3sat).

Wer nun allerdings glaubt, das alles sei ein bedauerlicher Einzelfall, der mit der bundesdeutschen Wirklichkeit überhaupt nichts zu tun hat, der ist gut beraten, sich einmal gründlich mit der Arbeitsweise und den Auswirkungen von „Unternehmensberatungen“ zu beschäftigen, die unsere Leben in  Deutschland gründlicher umgebaut haben als jede Wirtschaftskrise … und auch in Altenheimen den Pflegetakt mit der Stoppuhr vorgaben.

Und was wir von Indianern lernen können?

Nun – die sind so organisiert, das drei Stunden Erwerbsarbeit pro Tag ihre Ernährung sicher stellen – ganz ohne Maschinen. Wäre das nicht ein Ziel, für das man streiten kann – auch dann, wenn man vor den Konsequenzen für unser Alter die Augen erfolgreich verschließt?

 

 

 

 

 

 

 

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