Religion

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Wo ist Gott!!!

Jedesmal wenn es irgendwo eine menschengemachte Katastrophe gibt, kommt unweigerlich die Frage auf: Wo ist Gott!!! Wie kann es eigentlich sein, das so ein liebes, gutes allmächtiges Dingen so etwas zuläßt – eine Frage, die in jedem Schützengraben hundertfach gestellt wird. Selbstverständlich führen wir auch in logischer Eindeutigkeit dann den Gegenbeweis, das es so etwas wie einen „Gott“ gar nicht geben kann, denn sonst hätte er ja den Supergau verhindert – oder das römische Imperium, die Horden von Hunnen und Mongolen, das dritte Reich oder die Atombombe.

Das ganz läuft schon ab wie ein Reflex … und erreicht in windeseile Gebiete jenseits jeglicher menschlicher Vernunft, was einen nicht verwundern sollte: immerhin haben wir die größten Katastrophen der letzten Jahrhunderte („Weltkriege“ genannt) gerade unter konzentriertem Einsatz von Vernunft erreicht und auf jegliche sentimentale Gefühlsduselei verzichtet.  Steht uns jemand im Weg, wird er vernünftigerweise ausgerottet: Indianer, Juden, Arbeitslose, Flora und Fauna – weg damit, im Namen der Vernunft.

Aber dann, wenn wir wieder einmal an den Gräbern der Resultate unserer Vernunftgebrauches stehen, taucht regelmäßig die jammernde Frage auf: „Gott, warum hast Du das zugelassen?“.

Antworten auf diese Frage wären einfach … doch die würden wir nicht hören wollen.

Würden wir Menschen miteinander arbeiten statt gegeneinander … wir hätten wesentlich weniger Katastrophen. Sogar die Pest hätte weniger schlimme Auswüchse gehabt. Wir bräuchten gar keine Götter … und erst recht bräuchten wir uns nicht darüber aufzuregen, das „Gott“ nicht den Bildern entspricht, die wir tagtäglich von ihm malen – obwohl er uns deutlich gesagt hat, das wir genau das sein lassen sollen.

Würde Gott wollen, das wir uns tagtäglich mit ihm beschäftigen, würde er jeden Morgen mit glühendem Finger Botschaften an die Wände eines jeden Single-Appartments schreiben und seinen Willen mit Mordsgetöse durch die Himmel verkünden. Offensichtlich … gefällt ihm aber eher die leise Art – oder er möchte, das man sich während der Aufführung überhaupt nicht mit Regisseur, Kameramann und Drehbuchautor beschäftigt.

Lassen wir uns doch einfach mal auf das Gedankenexperiment GOTT ein … diesmal aber nicht als Politiker, Wirtschaftsboss oder Naturwissenschaftler, einfach mal jenseits aller Rollen der Funktionseliten der Superreichen einfach nur als Mensch.

Wir machen uns auch keine Bilder von ihm … aber wir zeichnen einen gedanklichen Rahmen, eine (von vielen) denkbaren Perspektiven.

Wir reden hier von einem … Wesen (schon das Wort ist eine Anmassung, eine von vornherein falsche Hypothese – aber die menschliche Sprache versagt in diesen Bereichen sehr schnell, weshalb wir mit einfachen Bildern arbeiten müssen) … das Universen erdacht hat, einem Dingen, nach dessen Harmonien Galaxien kreisen.

In einem dieser Universen, in einer dieser Galaxien gibt es am äußersten Rand eine kleine blaue Kugel, auf der seit 150 Jahren „Naturwissenschaftler“ die Macht an sich gerissen haben und – wie dreijährige  Kinder mit Papas Pistole – immer wieder wunderbare Erfahrungen der Überforderung machen.

Doch das ist noch nicht alles. Das Wesen hat die Macht, all das, was „ist“ jederzeit immer wieder neu zu erschaffen. Für „ihn“ ist nichts unvergänglich, für ihn gibt es auch keinen Tod. Er ist bedeutungslos für ihn.

Klar sterben Menschen (und wir richten jetzt ausnahmsweise mal den intergalaktischen Fokus auf jene kleine blaue Kugel) … aber das das für GOTT irgendeine Bedeutung hat, ist eine blosse Unterstellung. Warum sollte das für ihn Bedeutung haben? STERBEN ist der PREIS, den man für LEBEN zahlen muss. Eine marktwirtschaftliche Gesetzmäßigkeit. Ist aber nicht so schlimm, weil GOTT den FILM jederzeit wieder starten kann und ihn sicher archiviert hat. Alle Seelen finden ihr Zuhaus in IHM (wobei manche fieserweise behaupten, man müsse allerdings auch hierfür einen Preis bezahlen: GLAUBEN. Wer nicht GLAUBT, vergeht, verliert den Kontakt zur Quelle allen  LEBENS, seine Seele verdunstet in der Leere).

Jede Form von LEID ist der PREIS, den man für LEBEN zahlen muss.

Das Menschen AKTIV LEID SUCHEN, ist uns nicht fremd: jeder Krimi, jeder Kriegs- und Horrorfilm, jedes Familiendrama im TV erfüllt dieses Kriterium. Wir wissen, das es Perspektiven gibt, in der Leiderfahrung (auch jenseits von Sado-Maso-Spielchen) für uns interessant wird und wir sind bereit, viel Geld in Form einer Eintrittskarte für dieses Leid zu bezahlen. Aus dieser Perpektive (aus der göttlichen Perspektive) wird menschliches Leid somit … ganz schnell klein und unbedeutend und wir finden uns in den Überzeugungen platonischer Philosophie wieder, nachdem wir uns dieses Leid auch ausgesucht haben – sollten uns aber hüten, hier in die Pervertierung US-amerikanischen „positiven Denkens“ abzugleiten, das letztlich Ausschwitz legitimiert.

Menschengemachtes Leid ist NIEMALS gottgewollt, darum gilt der Satz „Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst„. Ausschwitz ist wie Hiroshima, Ruanda oder Fukushima im Plan der Schöpfung nicht vorgesehen – was möglicherweise für die Verantwortlichen hinsichtlich ihrer persönlichen Speicherung und Archivierung auf Gottes Festplatte unangenehme Folgen haben kann, hier greift „natürliche Selektion“ möglicherweise mit ganz anderen Ergebnissen, sozial untaugliche Konstrukte landen im Papierkorb.

Natürlich fragen wir uns: Wie kann Gott das Leid der Naturkatastrophen zulassen. Hätte er die Erde nicht sicherer machen können?

Wahrscheinlich.

Auch wir könnten unsere Kinder vor jedem Leid schützen, wenn wir sie in Gummizellen halten würden. Aber … was wären das dann für Kinder?

Offenbar tut es der Seele gut, wenn sie gelegentlich mal mit Frost, Hunger und Tod konfrontiert wird. Wir brauchen aber solche Fragen auch gar nicht beantworten … auch die Fragen: „Wie süss ist rot?“, „Wie grün ist warm?“, „Wie schwer ist  bitter?“ können wir zwar stellen aber nie beantworten.  Leid und Tod sind Konstanten des Lebens, sie bilden den Rahmen, in dem wir existieren.

Wie schwer wiegt eigentlich „Leid“ … und was wiegt eine menschliche Lebensspanne von 120 Jahren (wenn es hochkommt) für eine unsterbliche Seele, die Äonen überdauert?

Ganz schnell … wird alles ganz klein, unwichtig, unbedeutend – und nur dann erträglich, wenn man GLAUBT. Glaubt (nicht im Sinne von „vermuten“, sondern im Sinne von „überzeugt sein ohne es prüfen zu können“), das wenn es denn einen GOTT gäbe er schon wissen wird was er tut, auch wenn man es als Mensch nicht versteht.

Für Menschen, die so leben können, ist „das Himmelreich nah“. Menschen die nicht so leben können, geraten schnell – psychisch – in jede Form von Hölle … selbst wenn es sich nur um Zahnschmerzen handelt.

Es ist halt oft eine Frage der Perspektive.

Wenn ich mir einen gütigen, liebevollen, allmächtigen Vater denke,  der nur dafür da ist, mir jeden Wunsch von den Lippen abzulesen, dann …. bekomme ich in der Tag mit gewissen Erscheinungen des Lebens Probleme. Aber wer hat eigentlich gesagt, das die Welt so sein muss, wie Kinder sie sich idealerweise vorstellen?

Und wer würde seinen Kindern alles geben, was sie sich nur wünschen?

Die Ergebnisse solchen Verhaltens – die „Wohlstandsverwahrlosten“ – kennen wir zur Genüge.

Und wenn wir Gott suchen sollten … dann werden wir ihn nicht im Kreise der „NATUR“ finden. Vielleicht meinen wir, seine gestaltende Hand in Bäumen, Landschaften und Wolkengebilden zu erkennen, doch viel eher erkennen wir dort im Aussen etwas, was im Inneren vorhanden ist.

„GOTT“ ist nach den Vorstellungen des ALTEN TESTAMENT mit LEBEN gleichzusetzen – und die Urkraft des „LEBENS“ können wir als Menschen viel besser in uns selbst suchen als in irgendeiner Erscheinungsform der sinnlichen Welt. Die Vorstellung, das man in Menschen Leben finden kann, hat uns die Naturwissenschaft zum Wohle der Rendite aber schon ziemlich ausgetrieben. Trotzdem wäre das eine mögliche und sinnvolle Antwort auf die Frage „Wo ist Gott!!!“:

In Euch.

Von erfolgreichen Suchen in diesen Gebieten berichten alle Weltreligionen, alle Heidenreligionen und alle unreligiösen schamanischen Traditionen – auch wenn sie jeder für sich mit anderen Bilderwelten arbeiten.

Man darf ihn aber auch gerne mit Mikroskopen und Ferngläsern suchen … sollte aber nicht den Schluß ziehen, das es ihn nicht gibt, wenn man ihn mit diesen Werkzeugen nicht findet.  Wenn ich mit einem Hammer keine Tastatur bedienen kann, heißt das auch nicht, das es keine Computerprogramme gibt.

 

 

Die Gorch Fock und der Untergang des Kapitalismus

Der kalte Krieg ist zurückgekommen. Zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer stehen sich die beiden Systeme wieder einmal unversöhnlich gegenüber … im Deutschen Bundestag. Auf der einen Seite: die Partei „die Linke“, auf der anderen Seite: der Rest, wie die Zeit schildert:

„Sie haben das Bekenntnis zum Kommunismus erneuert und das im deutschen Bundestag“, rief CSU-Generalsekretär Dobrindt sichtlich erbost in Richtung Maurers: „Antidemokratisch, verfassungsfeindlich und feige, das ist die Realität der Linke in Deutschland“.

Bei den anderen Parteien ist man entsetzt. Dieser Beitrag sei ja wohl „unterirdisch“ gewesen, sagte der Grünen-Abgeordnete Wolfgang Wieland. Aber er stünde nur exemplarisch für die Weltsicht der heutigen Linkspartei. Die „Kommunistin“ Gesine Lötzsch und der „Porschefahrer“ Klaus Ernst, das seien doch „Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht auf geistigem Mindestregelsatz“.

Die Zeit legt in einem weiteren Artikel nochmal nach:

Als finstere Realität hat es sich erwiesen, das Gespenst des Kommunismus. Der Begriff ist verbunden mit Mauer, Lagern, Millionen Toten. Und mit der größten Heuchelei, auf die sich je eine Willkürherrschaft gestützt hat. Die Instrumentalisierbarkeit des Traums von der großen Befreiung, der Werte von Solidarität oder Menschlichkeit zu den Zwecken hermetischer Politbüros war Bedingung dieser totalitären Macht. Die Rechtfertigung von Unrecht, Gemeinheit und Verrat mittels der Berufung auf das große Ziel gehört untrennbar zur Geschichte des Kommunismus.

Ich gestehe: das sind Perspektiven, die man nicht von der Hand weisen kann. Sie werden ja auch tagtäglich gepredigt, während der Zusammenhang zwischen der Herrschaft der Konzerne (Korporatokratie) und der Massenvernichtungsmaschinerie des Nationalsozialismus kaum erwähnt wird, obwohl der Geist der letzteren gerade wieder seine fröhliche Auferstehung feiert…und das nicht nur in den nicht veröffentlichten Kommentaren des Nachrichtenspiegels, in denen offen von „Spiegellesern“ zu Gewalt gegen Arbeitslose aufgerufen wird.  Der harte, kompromißlose Geist des NS-Staates hat sich aktuell gerade wieder an Bord eines Schiffes geschlichen, das mitlerweile laut Welt als „größter schwimmender Puff Deutschlands“ bezeichnet werden kann:

Die Zustände auf dem Segelschulschiff seien vor allem für weibliche Offizieranwärter schwierig, erzählte S. weiter. Es habe während der Fahrt an sexuell „eindeutigen und übereindeutigen Angeboten wahrlich nicht gemangelt“, erzählte sie. „Manche Frauen haben das auch als bedrängend empfunden.“ Die Bark werde deshalb in Marinekreisen als „größter schwimmender Puff Deutschlands“ bezeichnet.

Die Umgangsformen sind für Bürger in Uniform geradezu schon vorbildlich, wie die Welt in einem weiteren Artikel berichtet:

Mag das Bis-an-die-Grenze-gehen als pädagogisches Konzept vertretbar sein, so verletzt das Verhalten der Stamm-Mannschaft nach Seeles Tod jedes Gefühl von Anstand. Fotos zeigen Offiziere am 11. November bei einer feuchtfröhlichen Karnevalsfeier.

Andere Teile der Stammbesatzung sollen laut dem Bericht des Offiziersanwärters Geld gesammelt haben für denjenigen, der „die hässlichste Offiziersanwärterin knallt“. Was kurz nach dem Unfall gefeiert wurde.

Für einen schwimmenden Puff haben wir also Steuergelder in Massen übrig, während es an anderen Stellen dringend fehlt. Hier scheint der Bundestag – bislang jedenfalls – keine „verfassungsfeindliche, antidemokratische und feige“ Tendenzen zu erkennen, noch empfindet man das als „unterirdisch“. Das ist halt die Realität des echten Lebens, damit beschäftigt man sich nicht gerne, das deutet man gerne um – wie man im „Spiegel“ nachlesen kann, wo ein seltsames Vorkommnis noch seltsamer beschrieben wird:

Der Schuss wurde den Ermittlungen zufolge aus nächster Nähe abgegeben, die Feldjäger gehen von einer Entfernung von nur zwei Metern aus. Die Feldjäger schrieben nach ihren Recherchen, dass der Schütze in Richtung des zu Tode gekommenen Kameraden gezielt haben müsse, als sich der Schuss löste. Das werde auch durch die rekonstruierte Flugbahn des Projektils bestätigt, die am Tatort nachvollzogen worden war.

Wenn jemand einem anderen aus zwei Meter Entfernung in den Kopf schießt, so nannte man das früher … Hinrichtung.  Nur nicht in dem Bericht des Spiegel oder der Feldjäger, dort nennt man das anders:

In dem achtseitigen Feldjäger-Bericht, der bereits am 27. Dezember 2010 fertiggestellt worden ist, kommen die Ermittler zu dem Schluss, dass der tödliche Kopfschuss in einem Mannschaftszelt des „A-Zuges“ durch „die Nichteinhaltung von Sicherheitsbestimmungen und die Unachtsamkeit“ des Schützen, dem Hauptgefreiten Patrick S., zustande kam. Gleichwohl sei „auszuschließen, dass es sich um eine vorsätzliche Tat handelt“, heißt es in der Zusammenfassung der Ermittlungen.

Klar – Kopfschüsse gehören in einem Verein, der aus einem Segelschulschiff einen Puff macht ja zum normalen Alltagsverhalten. Schlimm ist, wenn jemand ein böses Wort sagt – wie Kommunismus – was im Ursprung den im Übrigen christlichen und demokratischen Wunsch nach einer angstfreien, gerechten Gesellschaft darstellt … einer Gesellschaft, wie Christen wie der Herr Dobrindt sie nach der Wiederkunft Christi erwarten.  Ich freue mich heute schon darauf, Herrn Dobrindt vor dem Erlöser zu sehen, wie er ihm entgegenschmettert, das „das Paradies verfassungsfeindlich, antidemokratisch und feige ist“ – womit auch schon mal deutlich geklärt sein dürfte, auf welcher Seite der CSU-Generalsekretär sich im Spiel GOTT gegen WIDERSACHER sehen würde. Da dürften dann die Linken bei der Endabrechnung deutlich besser dastehen, zumal das System, das uns eine verfassungfeindliche, antidemokratische und feige Bundeswehr präsentiert, selber laut Handelsblatt genauso am Ende ist wie die Ära der Segelschiffe und Menschenschinder:

Der Kapitalismus ist genauso gescheitert wie der Sozialismus. Diese Krise ist das Symptom eines fundamentalen Wandels, es sind die Geburtswehen für eine neue Welt. So etwas hat in der Geschichte möglicherweise noch nie stattgefunden. Die Lösungen werden nicht aus der Ökonomie, auch nicht von den Regierungen kommen. Die Menschen werden lernen, sich gegenseitig zu helfen. Ich denke, wir werden eine neue Menschlichkeit erleben. Das neue Kapital ist Wissen, während Geld an Bedeutung verlieren wird. Der krasse Egoismus der letzten Jahre wird sozial geächtet sein. Menschen Sinn zu ermöglichen wird wichtiger.

Der Verfasser des Artikels ist nicht irgendwer, sondern ein renommierter Professor und Unternehmensberater. Seine Kritik trifft den Kapitalismus genau dort, wo es weh tut: an der Börse:

Den klassischen Shareholder gibt es heute gar nicht mehr, es gibt nur noch Shareturner. Die meisten sind professionelle Investoren, die überhaupt nicht an einem Unternehmen interessiert sind. Sie kommen auf die Hauptversammlung, stimmen ab und wählen natürlich Leute ihres Geistes. Wenige Wochen danach verkaufen sie die Papiere.

Das bedeutet letztlich nichts anderes als das Ende des Kapitalismus. Und wer meint: „der Börse geht es doch prima, der Aufschwung ist da“ hat laut Professor Malik die Geschichte nicht verstanden:

Wer jetzt Entwarnung gibt, hat anscheinend nicht die Krise der 30er-Jahre studiert. Die aktuelle Erholung an der Börse ähnelt der von 1930, als auf den Crash im Oktober 1929 eine sensationelle Rally bis hinein in den April folgte. Zu diesem Zeitpunkt gaben alle Auguren der damaligen Zeit Entwarnung. Man glaubte auch an die Wirksamkeit der Fed-Maßnahmen. Dabei begann das Debakel erst. Am Ende stand der Dow Jones im Jahr 1932 bei 40 Punkten.

Nichteinhaltung der Sicherheitsbestimmungen und Unachtsamkeit“ töten Soldaten und Soldatinnen weltweit – und mit einer gewissen Systematik, wenn ich die Aussagen der Medien zur Gorch-Fock-Affäre richtig deute. Die gleichen Prinzipien haben uns laut Medien die Wirtschaftskrise beschert.  Das eine führte zum Ende der Gorch Fock, das andere zum Ende des Kapitalismus, der – auch wenn der Kommunismus keine Zukunft mehr hat – selber am Ende ist.

Und nun?

Wo sind die zukunftsweisenden, zukunftssichernden Ideen und Visionen unsere gewählten und überwältigend gut bezahlten Politiker, die uns mit sicherer Hand durch die stürmischen Zeiten geleiten? Oder haben wir es eher mit Granaten vom Typus des Kapitäns der Gorch Fock zu tun, der seinen Schützlingen laut Welt einen ganz besonderen Genuß zukommen lassen wollte:

„Aber Schatz möchte auf der offenen See segeln. Die Lotsen sagen: ‚dangerous’, sie sagen: ‚bad weather’. Aber Schatz möchte die volle Wucht des Ozeans spüren und die jungen Leute an Bord die Kräfte der Natur erleben lassen.“

Vielleicht wollen unsere Führungskräfte aus Politik und Wirtschaft uns auch die Kräfte der Natur erleben lassen: Hunger, Kälte, Krankheit, Vernichtungsängste sind für Arbeitslose ja schon alltägliche Begleiter geworden. Und wenn dann was schiefgeht, werden Politiker wohl ähnlich argumentieren wie der Kapitän des alten Seglers:

Die Reaktion von Kapitän Norbert Schatz auf den Tod der Offiziersanwärterin zeugt nicht gerade von Mitgefühl. Bei einer Ansprache an die Mannschaft am Tag nach dem Unfall soll er sinngemäß gesagt haben: „Flugzeuge stürzen ab, Autos verunglücken, und auch hier passieren Unfälle.“

Wie gut, das wir die Macht haben, dieses unfallfreudige System genauso still zu legen wie den altersschwachen Marinepuff. Allerdings werden wir für den Schritt wenig Verständnis auf der Kapitänsebene finden.

Der alternativlose Untergang des Euro 2011 und Harry Potter als Globalisierungsrebell

Wenn Vögelschwärme tot vom Himmel fallen, ist das immer ein Anzeichen für eine Apokalypse.  So jedenfalls dachten die Einwohner von Arkansas, als ihnen 1000 tote Vögel zum Jahresbeginn vor die Füße fielen und stellten sofort die Knallerei ein.  Geschichten dieser Art wurden dereinst von Charles Fort gesammelt, auch ich habe mal damit begonnen, mußte jedoch Mitte der neunziger Jahre feststellen, das sie systematisch aus den Nachrichten verschwanden. Pragmatischere Blätter wie die Ärztezeitung berichteten noch eine Weile über Phänomene, die außerhalb der Normalität waren (zum Beispiel jener Junge aus England, der mit seinem körpereigenen Magnetfeld regelmäßig Alarmanlagen in Kaufhäusern aktivierte) , doch dann wurde auch dort ein anderer Kurs gefahren.

Die tausend toten Vögel haben es jedenfalls nochmal in die Nachrichten geschafft … und noch bevor man sich des Rätsels bewußt werden konnte, waren auch schon die Experten da – hier in der WELT:

Das mysteriöse Vogelsterben in den USA ist nach ersten Einschätzungen von Wissenschaftlern durch Feuerwerk verursacht worden. Die fast 3000 getöteten Tiere seien vermutlich erschrocken, hätten die Orientierung verloren und seien dann gegen Häuser, Autos und andere Hindernisse geflogen, sagten Vogelkundler. Doch gelöst sei das Rätsel noch nicht, solange ausführliche Tests auf Vergiftungen oder Krankheiten ausstünden. Die Vögel waren auf einer Strecke von etwa zwei Kilometern tot vom Himmel gefallen.

Alles war wieder in Ordnung, Gott sei Dank. Wäre schlimm, wenn man den biblischen Geschichten eine neue hätte hinzufügen müssen. Wieder einmal war eine Ursache gefunden worden, bei der alle wieder ruhig vor dem Fernseher einschlafen können. Zwar stellt sich den „Verschwörungstheoretikern“ die Frage, warum man nicht regelmäßig große Mengen toter Vögel  zu Sylvester zu beklagen hat, aber solche Unkereien sind ja nicht umsonst seit dem 11.9.2001 tabu. Jetzt greifen nämlich die Experten richtig durch und wollen ihre eigenen Theorien kritiklos als Wahrheit verbreiten.

Diesmal haben sie jedoch die Rechnung ohne den Wirt gemacht, wie die WELT weiter berichtet:

Der plötzliche, mysteriöse Tod Tausender Vögel in der Nacht von Silvester zu Neujahr im US-Bundesstaat Arkansas war nur der Anfang: Rund 500 weitere Vögel sind in der Gemeinde Pointe Coupée im US-Bundesstaat Louisiana tot aufgefunden worden, sagte eine Sprecherin des Amtes für Fischerei und Fauna des Bundesstaats. Die Todesursache werde noch untersucht.

Und damit nicht genug, die Fische haben nochmal einen draufgesetzt, um die Böllertheorie endgültig ins Aus zu schießen:

Weiteres Rätselraten verursachte der Fund von 80.000 bis 100.000 toten Fischen in einem 160 Kilometer entfernten Fluss am Neujahrstag. Zwar konnten die Behörden einen Zusammenhang mit dem Massensterben der Vögel ausschließen, doch blieb die Ursache für den Tod der Fische in Erwartung der Ergebnisse der Autopsie zunächst ebenfalls unklar.

So funktioniert heute „Wissenschaft“ – und darum ist diese kleine Anekdote über tote Vögel so wichtig. Es geht nicht mehr darum, die Wahrheit herauszufinden – so etwas würde in der Tat sehr lange dauern – sondern nur noch darum, möglichst schnell eine Theorie zu veröffentlichen, die irgendwie plausibel klingt. Hat man diese Theorie formuliert, interessiert sich für das Phänomen selber niemand mehr – möglicherweise ein Grund, weshalb wir in Richtung „Fortschritt“ kaum noch Fortschritte machen aber immer besser beweisen können, das die Erde eine Scheibe ist.

Man fragt sich ja im Jahre 2011 schon, warum wir 1968 auf dem Mond gelandet sind, tolle Spekulationen über Ferienhotels, Müllentsorgung und Mienenwunder gestartet hatten und dann … 43 Jahre lang keine weiteren Schritte in diese Richtung unternehmen. 43 Jahre nachdem das erste Flugzeug gestartet war, konnte schon jedermann fliegen, wenn … er es bezahlen konnte. Dabei wäre der Mond eine ideale Endlagerstätte für Atommüll, könnte Energien mobilisieren wie ein Weltkrieg und somit enorme Profite generieren … doch seltsamerweise will man da nichts mehr von wissen.

Der war doch nicht etwa bewohnt – und die haben zurückgeschossen?

Um mal auf die Vögel und Fische zurückzukommen … da schießt bzw. schlägt schon jemand zurück. „Die Natur“ … so jedenfalls laut Handelsblatt:

Die Natur schlägt brutal zurück

Rückversicherer Munich Re erwartet im kommenden Jahr aufgrund des Klimawandels mehr Unwetter und Überschwemmungen. 2010 hatte der Katastrophenspezialist bei den Schäden aber Glück: Trotz einer vergleichsweise hohen Zahl an Naturkatastrophen lagen die Schäden nur knapp über dem Zehnjahresdurchschnitt.

Rekorde bei Umweltkatastrophen, tote Fische, tote Vögel … die Propheten des Alten Testament hätten damit keine Probleme gehabt. „Zorn Gottes“ droht. Wir haben Gott jedoch aus unseren Systemen herausdefiniert. Das das korrekt ist, können wir nicht beweisen, aber als Arbeitshypothese liegt der Satz „Gott ist tot“ seit hundertfünfzig Jahren der Naturwissenschaft zugrunde.  Schaut man sich die soziale Lage weltweit (und auch in Deutschland) an, so ist es keine Frage, das der alte jüdische Gott der Armen, der Entrechteten, der Kranken, Alten und Verfolgten keine Rolle mehr spielt und heute wohl als „Hartzi-Gott“ nur noch Tempel neben Sondermülldeponien bauen dürfte.  Die Naturwissenschaft hat den Armen ihren mächtigsten Anwalt genommen … und ihren größten Trost: die Hoffnung auf ein Jenseits.

Für die Armen (die wirklich Armen) hat der Tod keine Schrecken mehr. Wer tagtäglich befürchten muß, das er von Banden aufgegriffen wird, die ihm die Organe klauen, wer täglich nur noch Hunger leidet, durstig ist, friert und vor Schmerzen nicht mehr schlafen kann, der empfängt den Tod mit offenen Armen. Für den Armen bedeutet der Tod das endgültige Ende seiner Armut, die endgültige Befreiung vom Elend. Der Reiche jedoch verliert alles, was ihn Zeit seines Lebens ausgemacht hat … und hier sehen wir langsam die politische Dimension, die sich in dem Bereich der „Wissenschaft“ entfaltet.

Eine Diktatur der Ökonomie setzt voraus, das man die Ausgänge dicht macht. Kein Jenseits, keine Geister, keine Götter, keine Anderwelt – so ist sicher gestellt, das keiner entkommt. Da darf es auch keine unerklärlichen Todesfälle bei Vögeln geben (und auch kein intelligentes  Leben auf anderen Planeten, keinen menschlichen Geist und erst recht keine Seele), denn alles, was aus der Reihe tanzt, alle „unerwünschten Phänomene“ würden das Weltbild in Gefahr bringen … jenes Weltbild, das einigen Wenigen soviel virtuelle Geldhaufen einbringt.

Schaut man sich die 3000-jährige bekannte Geschichte der Philosophie an, so wundert man sich, wie eng und dogmatisch das Denken der Moderne geworden ist … so eng, das „Alternativlosigkeiten“ zur Tagesordnung gehören. Wir Menschen, die 1789 dafür gesorgt haben, das jeder immer und überall eine Alternative hat, marschieren gerade sehenden Auges in den Untergang …. und halten uns immer noch für eine fortschrittliche, aufgeklärte Gesellschaft, weil die Experten uns das mal gesagt haben. Doch hören wir erstmal die WELT zu dem Thema:

Die Euro-Zone taumelt – nach einer kurzen vorweihnachtlichen Atempause – weiter dem Abgrund entgegen: Die Risikoaufschläge für zehnjährige griechische, spanische und italienische Anleihen haben zwischen den Jahren neue Höhen erreicht. Neben Portugal, Spanien und dem führungslosen Belgien gerät jetzt auch die zweitgrößte Euro-Volkswirtschaft Frankreich zunehmend ins Visier der Finanzmärkte.

Die Stimmung auf der europäischen Polit-Bühne verharrt – trotz milliardenschwerer Rettungsaktionen – weiterhin in einem Schwebezustand zwischen Verunsicherung und Angst: In Brüssel erwartet eine überwältigende Mehrheit, dass der EU-Hilfsfonds für Pleite-Länder von derzeit 440 Milliarden Euro bis zum Sommer zumindest verdoppelt wird, weil nach Irland und Griechenland noch mehr Staaten gerettet werden müssen.

Und spätestens jetzt wird jeder merken, das mein weiter Exkurs zu toten Vögeln, toten Göttern und toten Philosophen ein direktes Loch in seinem Geldbeutel beschreibt, ein Loch, das täglich größer wird. Wer soll diesen Rettungsschirm von 880 Milliarden bezahlen? Nun … Deutschland, so lange wir es können. Und wenn wir das nicht mehr können, dann wird der Euro fallen.

So dicht am Abgrund könnte man auf die Idee kommen, den Weg nach vorn nicht weiter fortzusetzen, allerdings hat man hinter sich einen Chor von Experten, Politikern und Krisengewinnlern, die einhellig blöken, das dieser Kurs „alternativlos“ sei.

Die alten Propheten hatten es da einfacher.  Schon sie waren mit den gleichen scheinbar unüberwindlichen weltlichen Gewalten konfrontiert … aber hatten sich mit viel Arbeit einen Joker bewahrt. Wann immer der Schulterschluß von politischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Macht das Volk alternativlos in den Abgrund führte: Auf einmal schoß der liebe Gott persönlich in sie hinein und forderte Armenspeisungen, Einstellung der Menschenopfer und sogar renditefeindliche Nächstenliebe. Schon gab es eine gesellschaftliche Pattsituation … die wir jetzt international wieder erleben. Globalisierung gegen Islam ist im Prinzip nichts anderes … allerdings darf man nie vergessen, das die „Priesterkaste“ eine eigenständige gesellschaftliche Macht darstellt, die als „Showmaster des Jenseitigen“ in die Schulterschlußfront der Mächtigen gehört. Priester sind in etwa so heilig, wie Kaufleute ehrlich und Politiker gerecht sind.

Um ein System zu erkennen, muß man sich gedanklich außerhalb des Systems bewegen können – eine Erkenntnis, die jedem Naturwissenschaftler bekannt sein dürfte. Ich will auch nicht kleinlich sein und verzichte auf die Herumunkereien bezüglich der Quantentheorien, die besagen, das schon das reine Beobachten von Systemen diese verändert. Wir bleiben da mal ganz konservativ … und erkennen trotzdem, das die Eleminierung sämtlicher Metapositionen in der Weltdeutung einen Absolutheitsanspruch generiert, der uns jetzt – logisch und konsequent – in den Untergang des Abendlandes führt. Alternativen dazu … sind undenkbar, weil wir dem Denken selbst so viele Schranken und Tabus auferlegt haben, das uns Alternativen gar nicht mehr in den Sinn kommen.

Und wer rettet uns da? Unglaublicherweise der unsägliche Harry Potter – jedenfalls nach „Grenzwissenschaft-aktuell“:

Lancaster/ England – Eine Studie des Psychologen Eugene Subbotsky von der „University of Lancaster“ belegt, dass magische Vorstellungen die Kreativität bei Kindern erhöhen, ohne, dass die Kinder allerdings durch entsprechende Stimulation, beispielsweise in Form von Filmen automatisch auch an Magie und das Übernatürliche zu glauben beginnen.

Eine einfache Funktion setzt ein: magisches Denken erlaubt die Schaffung einer Metaposition (die selber gar nicht „wahr“ sein braucht) – und schon sind Alternativen da.

Und schon weiß man, warum Atheismus die Voraussetzung totaler alternativloser Unterdrückung ist. Hoffen wir, das vor dem wirtschaftlichen Kollaps der Eurozone (deren Erhalt wir für unsere Exporte dringend brauchen) ein Prophet auftritt, der mit Hilfe von toten Vögeln, toten Fischen und Naturkatastrophen vor dem Zorn Gottes warnt und so verdeutlicht, das es unbedingt eine Alternative geben muß. Wir Normalbürger brauchen nämlich ganz dringend eine, bevor wir die achtzig-Stunden-Woche mit drastischen Lohnkürzungen und einer Rente mit 99 bekommen … und dann auch noch glauben sollen, das Demokratie wirklich besser als als das Kaiserreich, das uns wenigstens eine Rente mit 65 zubilligte.

„Leistungsträger“ leben uns übrigens schon Alternativen vor: Downshifting nennt sich das, erklärt bei Karriere.de:

In seiner neuen Position leitet der 62-Jährige das Marketing – aber auch das nicht mehr mit voller Kraft. Denn Müller verzichtete vor acht Jahren nicht nur auf den Chefsessel, sondern reduzierte auch seine Arbeitszeit drastisch. Zunächst auf 70, mittlerweile sogar auf 60 Prozent. – „Weil ich mehr Zeit haben wollte für meine Familie, für Freunde.“

So was geht also….jedenfalls unter Herrenmenschen. Ich höre aber gerade die Stimme Gottes im Hintergrund, der meint, das sollte für alle gelten, erst recht, wenn die Bürger eines demokratischen Landes mit einer grundgesetzlichen Garantie der Menschenrechte sind und den Gleichheitsgrundsatz im Grundgesetz verankert haben. Da wir ja diese christliche Leitkultur haben … dürfte das ja erst recht kein Problem sein, auch wenn diese Kultur an vielen Schulen Harry Potter verboten hat.

Aber es gibt halt weite Kreise, die an Alternativlosigkeiten ein elementares Interesse haben. Allerdings … können wir uns Alternativlosigkeiten finanziell schon jetzt nicht mehr leisten.


Weihnachtsansprache 2010

Weihnachten ist ja ein besonderes Fest. Schon lange vor den ersten Christen feierten die Bewohner dieser finsteren kalten Wälder jenen Tag, an dem das Licht wieder zu wachsen begann und der unerbittliche Vormarsch der Dunkelheit gestoppt wurde.  Als Symbol für dieses Fest holte man einen jener Zauberbäume hinein, die auch in der lebensfeindlichen Winterwelt ihr grünes Kleid nicht verloren – das begeisterte die Waldbewohner, davon wollten sie einen Teil abhaben, von diesem Segen wollten sie auf profitieren. Dann wurde – in Hoffnung auf bessere Zeiten – das Hausschwein geschlachtet. Letzte Reserven wurden angezapft, um die dunkle Zeit lebendig zu überstehen.

Wir sind recht fern von diesen Zeiten. Unsere Häuser gleichen kleinen Burgen, den Winter und seine Nöte haben wir überwunden. Im Vergleich zu jenen fernen Vorfahren sind wir unermeßlich reiche Zauberer. Kälte, Dunkelheit, Hunger, Freßfeinde – all das spielt für uns keine Rolle mehr. Eine Handbewegung von uns (an der richtigen Stelle) und es wird hell und warm in unseren Höhlen, durchsichtige Wände erlauben uns, das Toben der Winterstürme in aller Gemütlichkeit zu betrachten, andere Fenster in die Welt schicken uns Bilder von fernsten Orten und wildesten Phantasien. Obst, Brot, Gemüse, Fleisch – alles ist im Überfluss vorhanden, von dem was wir wegwerfen könnten andernorts ganze Familien vor dem Hungertod gerettet werden.

Wir feiern immer noch dieses Fest, doch hat es längst einen anderen Hintergrund. Irgendwann kam das römische Imperium in die Wälder unserer Vorfahren – diesmal nicht harmlos in Form von Soldaten sondern in Form von Mönchen. Die Geschichten, die sie erzählten,  faszinierten uns,  sie waren neu und ungewohnt.

Unsere Götter, so sagten sie, seien blinde Phantasien oder böse Dämonen, aber macht- und kraftlos. Es gibt aber einen mächtigen liebevollen Urgrund des Seins, der nun seinen Sohn auf die Welt geschickt hat, um dem Spuk ein Ende zu bereiten  – und wenn wir in Zukunft für ihn Kirchensteuer zahlen würden, dürften wir sogar unser Fest weiterfeiern – es würde dann eben sein Geburtstag sein.  Es gab ein paar weitere Bedingungen, die zu erfüllen waren – keinen umbringen, nichts klauen, die Eltern ehren … alles Dinge, die im Dorf sowieso schon üblich waren.  Das war nicht so das Problem. Und diese alten Götter waren sowieso nicht gerade der Hit – klauen unser Frauen, zürnen ständig herum, machen Blitz, Donner und derbe Späße: da kam das neue Angebot gerade recht.  Geärgert haben sich nur die alten Priester, deren Opfergaben nun in einen neuen Opferstock landeten.

Fast zweitausend Jahre später sitzen wir immer noch unter unserem Tannenbaum. Viel hat sich verändert seitdem. Vor allem – sind die alten Götter zurück. Finstere, undurchschaubare Mächte bedrohen unseren Alltag und trotz unserer ganzen Macht scheinen wir ihnen hilflos ausgeliefert.  Sie heißen anders als früher und wirken auch viel unmenschlicher. „Der Markt“ ist ein ganz fieser von ihnen. Er taucht ganz überraschend auf, stiehlt uns unsere Schätze, entführt sie in weite Ferne und läßt uns als mittellose Bettler zurück. Es werden auch wieder Menschenopfer gefordert, so wie die ganz alten Priester ihre Götter mit jungen Frauen besänftigen wollten, so muß der Markt mit dem Leid der Armen, Alten und Kranken besänftigt werden. Geht es ihnen zu gut, leben die fern von Kälte und Hunger, dann grollt der Markt und schickt seine unsichtbare Hand strafend durch das Land und zwingt uns, unsere eigene Ernte zu vernichten, in dem wir sie ins Meer schmeißen.

„Das Kapital“ ist ein weiterer Finsterling der üblen Sorte. Es saugt wie ein Vampir alle Lebenskraft, alle Freude und Daseinslust aus den Menschen und macht aus ihnen kleine leblose Maschinen, die nichts weiter tun, als an der Vermehrung seiner Macht zu arbeiten.

„Der Staat“ – der nächste Titan, der uns im Leben quält, auch das kälteste aller Ungeheuer genannt. Manchmal schützt er uns vor Markt und Kapital, doch nur, um uns wie Ameisen zu organisieren und durchzunummerieren, damit auch ja niemand seinem Schlachter entkommt. Während „Markt“ und „Kapital“ das göttliche Herrscherpaar sind, ist „Staat“ der Kriegsgott, der weltvernichtenden Gewalten entfesseln kann, wenn ihm gerade danach ist. Wenn er will, dann sperrt er Menschen sinnlos in Lager und macht aus ihnen Seife, läßt ganze Generationen von Menschen durch  Maschinen auf Schlachtfeldern zerfetzen.

„Stadt“, „Mode“, „Arbeit“, „Verkehr“, „Partei“  sind einige weitere Kinder von „Markt“ und „Kapital“. Sie alle fordern unsere Opfer – und auch Menschenleben. Sie bestimmen was wir denken, wie wir wohnen, wie wir uns kleiden, wie wir uns bewegen, wie wir das Haupthaar tragen, wie wir sprechen, singen, tanzen. Keiner der alten Götter hat je so in unser Leben eingegriffen, noch mußte auch nur eins unserer Menschenopfer so leiden wie jene, die der „Verkehr“ jeden Tag in Stücke reißt.

Und so langsam merken wir, das auch die Kälte wieder zurückkommt, der Hunger, die Dunkelheit. Vorbei sind die Zeiten, wo der Wald uns Essen und Wärme gab, die Jagd uns Nahrung und Kleidung, wo der Stamm für alle da war und die Gemeinschaft jedem Feind standhielt. Die neuen Götter halten uns in Einzelzellen und mästen uns gut, wenn wir brav sind. Sie sind mächtiger als die alten Götter … und unermeßlich viel grausamer. Doch seitdem der Gott der Christen tot ist, haben sich andere in die Lücke gestürzt. Die Natur mag halt kein Vakuum.

Niemals in ihrer ganzen leidvollen Geschichte war die Menschheit so hilflos den tobenden Gewalten der Umwelt ausgesetzt wie heutzutage, niemals lauerte die völlige Vernichtung der Menschheit – ja vielleicht sogar allen Lebens auf der Erde – so deutlich wie heute vor der Tür.  Vielen geht es trotz all der Gifte noch sehr gut dabei – immer noch sind Hunger, Kälte, Dunkelheit verbannt in diesen Jahreszeiten, doch hinter diesem schönen Schein bauen sich Gewalten und Gefahren auf, vor denen sich selbst die alten  Götter fürchten würden.

Und das … ist die Chance dieses Festes, das ständig daran erinnert, das auch die Dunkelheit ein Ende hat – und das man sie gesund und munter überleben kann. Es ist die Chance der Besinnlichkeit, die nicht umsonst jedes Jahr mit noch mehr Waren totgeschmissen wird, denn wenn wir zur Besinnung kommen würden, würden wir merken, das all die Götter, die unser Leben tyrannisieren, nichtig sind. Keiner von ihnen könnte widerstehen, wenn sich die Menschheit gegen ihn erheben würde. Nie war die Chance größer, das die Menschheit sich gegen ihre neuen Herren erheben konnte, nie war es einfacher, denn … die neuen Götter sind nur Gespenster in Köpfen, Gespenster allerdings, die uns soweit domestiziert haben, das wir eher jenen Hausschweinen gleichen, die wir selbst früher zu Weihnachten geschlachtet haben.

Das braucht uns aber nicht gefallen.

Der Ausbruch aus dem Gefängnis der Gedanken kann sehr leicht sein – und kann schon damit anfangen, das man sich morgen mal traut, etwas völlig unmodernes anzuziehen. Wollen wir jenem Geschlecht, das einst gegen Wolf und Bär in den Wäldern rang, zutrauen, das es sich wagt, einen Hut zu tragen, der nicht zum Kostüm paßt? Was, wenn wir zu Weihnachten nur aufbauende Worte anstatt aufzubauende Waren verschenken?

Die Botschaft des jüdischen Gottes (mit dem unser Fest ja auch viel zu tun hat) wird im Deutschen gerne streng übersetzt. Alternativ darf man „du sollst“ auch durch „du brauchst nicht“ übersetzen, was angesichts der damaligen gesellschaftlichen Gepflogenheiten einen viel größeren Sinn machen würde.

Du brauchst nicht morden, du brauchst nicht stehlen, du brauchst nicht ehebrechen … und am Samstag brauchst du auch nicht arbeiten.  Man tut dem jüdischen Gott in Wirklichkeit mit diesen Tätigkeiten keinen Gefallen, heißt es – und das war der neue Gedanke, der uns damals so fasziniert hat. All die häßlichen Dinge, die unseren Alltag so erschweren, braucht man nicht wirklich zu tun….es geht auch anders.

Wollen wir hoffen, das irgendwann ein neuer Moses von den Bergen kommt und neue Tafeln aufstellt:

Du brauchst nicht Socken tragen, die zur Unterwäsche passen. Du brauchst über die letzte DSDS-Sendung nicht mitreden zu können. Du brauchst nicht Dein Leben vergeuden, um den Ansprüchen von Markt und Kapital zu genügen, brauchst Deine Familie nicht vernachlässigen, um der Firma zu dienen, brauchst keine Sonderschichten fahren, um Staat und Partei reich zu machen.

Aber hoffentlich brauchen wir dazu nicht wieder einen Moses und einen neuen allmächtigen Gott – vielleicht schaffen wir das ja diesmal alleine.

Oder wir besinnen uns darauf, was wir in Wirklichkeit in diesen Tagen feiern, warum wir uns mit Gütern beschmeißen: um einem Märchen zu Gedenken, wonach der Urgrund des Universums (schon ein ziemlich großes Ding, wenn man genau bedenkt) Mensch geworden ist um in all dem Rauben und Morden kurz mal zu sagen, wie er sich das Miteinander vorstellt. „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“.

Eigentlich mal Zeit, das wir die Christen um uns herum daran erinnern – oder sie auffordern, ihre Religion konsequenterweise aufzugeben, offen zuzugeben, das sie lieber „Markt“, „Kapital“ und anderen widergöttlichen Mächten dienen als jenem unerschließbaren Urgrund allen Seins und aller Lebendigkeit, jenem höchsten denkbaren sittlichen Gedanken des Guten.

Vielleicht hilft uns die Besinnlichkeit, uns zu erinnern, das die Mächtigen dieser Erde keinesfalls jenseitigen Wirklichkeiten ablehnend gegenüberstehen – magische Rituale sind Bestandteil jeder Freimaurerei, der Wunsch, die Gunst des Schicksals durch geschickte Kombination von Farbe, Klang und Form zu gelangen hat zu vielen architektonischen Merkwürdigkeiten geführt – es sind nur Wirklichkeiten, die als „Herrschaftswissen“ nur wirklich eingeweihten Kreisen vorbehalten sind, für die Hausschweine gilt: „Gott ist tot“ und „Religion ist Opium fürs Volk“.  Das hindert das Schwein daran, aufzustehen und sich der Macht der neuen Götter zu entziehen: „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“.

Und wenn demnächst wieder ein Asozialer fordert, am Sozialstaat zu rütteln, sollten wir vielleicht einfach entschuldigend achselzuckend antworten: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“.  Sollen sich dann die Asozialen mit dem Papst streiten …. und sich offen dazu bekennen, das sie (wie er auch) antichristlichen Werten huldigen.

Dann haben wir Hausschweine endlich klare Fronten.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern vor allem ein … besinnliches Weihnachtsfest.

Das alternativlose Ende des Kapitalismus … oder der Demokratie

Wirtschaftlich gesehen ist der momentane Zustand des Landes eigentlich erbärmlich – eigentlich, weil die Aufschwungjubelchöre alles überdecken. So berichtet heute die „Welt“:

Harte Arbeitswelt: Laut einer neuen Studie hat sich die Zahl der Erwerbstätigen mit einem Zweitjob vervierfacht – innerhalb von nur zwei Jahren.

Da merkt so langsam jeder, was es heißt, nur noch für die Rendite anderer zu arbeiten: es bleibt für einen selber nichts mehr übrig, laut Frankfurter Rundschau noch nicht mal für die Autowartung:

Immer mehr Autofahrer vernachlässigen die Wartung ihres Autos. Dahinter steckt laut Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer der Mangel an Geld: Die schlecht gewarteten Autos seien ein Spiegel der Einkommensverteilung.

Man merkt: viele arbeiten bald nur noch, um sich das Auto leisten zu können, das sie für die Fahrt zu Arbeit brauchen. Und der Traum vom endgültigen Ende der Qual – die Rente – rückt laut FAZ in weite Ferne:

Die Älteren haben Schulden von 1,8 Billionen Euro für Bund, Länder und Gemeinden aufgetürmt. Werden die Jüngeren irgendwann fragen, warum sie diese Schulden bedienen sollen? Vielleicht können die nach Köpfen halbierten Kohorten nachwachsender Jahrgänge später sogar für die Rente der Babyboomer nicht mehr aufkommen.

In anderen Ländern sieht es ebenfalls nicht besser aus: man friert laut News.at in Österreich:

Gerade in eisigen Zeiten wie diesen ist die Zahl wirklich schockierend: 330.000 Menschen in Österreich können sich eine beheizte Wohnung nicht leisten. Vier Prozent der heimischen Bevölkerung, davon 58.000 Kinder, müssen laut Armutskonferenz in den eigenen vier Wänden bitter frieren.

Und in den USA, der stärksten Volkswirtschaft der Welt, wandert laut Süddeutsche Zeitung eine ganze Generation in die Armut:

Besonders betroffen sind die Jüngsten: Über ein Fünftel aller Kinder lebt danach in Armut.

Kein Wunder, das  laut Karl Weiss bei der Berliner Umschau die Zustimmung  zum Kapitalismus langsam sinkt:

Nur 15% der Deutschen meinen, die Politiker würden ihren Aufgaben gerecht und bei den „Wirtschaftslenkern“ sind es 26%. Doch zu einem Desaster wurde das Ganze bei der Frage, ob sich das Wirtschaftssystem Kapitalismus (das natürlich nicht so genannt wird) bewährt habe. Vor 16 Jahren noch sagten da 73% „ja“, doch dann begann diese Zustimmung Jahr für Jahr zu bröckeln. Im April 2010 war die Zustimmung auf 54 % gesunken. Dann aber, in den letzten Monaten, brachen die Umfragewerte regelrecht weg: Nur 6 Monate später finden nur noch 48%, der Kapitalismus habe sich bewährt und damit spricht sich zum ersten Mal eine Mehrheit der Bevölkerung gegen das kapitalistische Wirtschaftssystem aus.

Als Lösung des Problems zieht nun Karl Weiss gleich ein besonderes Kaninchen aus der Tasche:

Wer jetzt noch nicht gemerkt hat, der Kapitalismus ist nicht „unser“ System, der sitzt immer noch der Gehirnwäsche von Fernsehen, Zeitungen und Magazinen auf. Und viele Menschen begnügen sich nicht mehr damit, das bestehende für schlecht zu erklären, sie suchen auch nach Alternativen. Und da kommt dann immer wieder der gute alte Karl Marx ins Blickfeld. Nicht umsonst hat er bei der großen Umfrage vor einiger Zeit nach dem „bedeutendsten Deutschen“ den zweiten Platz gemacht. Wer weiss, demnächst steht er auf dem ersten.

So ist es mit den Menschen: immer, wenn es nicht mehr weiter geht, suchen sie einen Despoten, der ihnen das heilige Utopia fertig gebacken vor die Füße legt, gerne sind es magische Gestalten, die im unaufhaltsamen mechanischen Lauf der Geschichte quasi von der Vorsehung ausgewählt worden sind, ihre historisch unabwendbare Rolle in der Weltgeschichte zu spielen. Das die Rhetorik von Feudalisten, Nationalisten und Kommunisten da sehr ähnlich ist, verwundert niemanden.  Die Diktatur der eigenen Bande ist immer „gut“, die anderen Banden sind immer böse. Dabei scheint Marx mit einfachen Worten laut Wikipedia zu überzeugen:

Klassenherrschaft ist demnach für Marx keine zufällige, sondern eine gesetzmäßige Folge von Ausbeutung. Diese sei aber kein böser Wille der Kapitalisten, sondern ein Zwang: Um auf dem vom Kapital beherrschten Markt konkurrieren zu können, müssen sie lebendige Arbeit, die den Mehrwert produziert, ausbeuten. Die Konkurrenz führe zu immer größerer Kapitalkonzentration (Monopol– und Kartellbildung) und damit zwangsläufig zu Absatzkrisen und Kriegen. Sie zwinge die Kapitaleigner dazu, die Arbeitskosten so gering wie möglich zu halten und den größtmöglichen Profit anzustreben, um diesen in technologische Neuerungen investieren zu können. Dies wiederum führe zu einer immer stärkeren Bewusstwerdung der Notwendigkeit eines Umsturzes. Die sozialistische Revolution ist also nach Marx in den kapitalistischen Strukturen selbst angelegt. Damit erscheint die bürgerliche Gesellschaftsform nicht als moralisch zu verurteilende, sondern als nüchtern zu durchschauende Klassenherrschaftsform. Deren Analyse will die realen Ansatzpunkte zur Umwälzung der Macht- und Besitzverhältnisse erkennbar machen.

Es ist schön und tröstlich, wenn man als Junghegelianer christliche Heilserwartungen als automatischen Mechanismus auf die Geschichte überträgt – was jedoch, wenn Hegel falsch lag, was, wenn Ökonomie nicht alles ist, was das Handeln des Menschen bestimmt und was, wenn der Mensch an sich nicht so edel, gut und gerecht ist, wie er sein müßte, damit Marxismus funktioniert? Dann erleben wir, was wir erleben durften: der real existierende Sozialismus muß seine Bürger einsperren, damit sie nicht weglaufen, die Diktatur des Proletariats erzeugt Elend für alle, damit das Elend des Einzelnen nicht mehr so auffällt. Hebt man die Diktatur des Proletariats auf, blüht … unter anderem der Islam, nach sechzig Jahren Sowjeterziehung ein Phänomen, das viele für unmöglich gehalten haben.

Für Anhänger der marxistischen Theorie ist Geschichte nicht lebendig, sondern ein toter Mechanismus, in dem es keine Freiheit gibt und sich alles mit der Gesetzmäßigkeit von Automaten vollzieht.  Aus dieser Perpektive heraus ist Marxismus eine Lehre, die die Leblosigkeit der Welt verabsolutiert und als Dogma tyrannisch in die Massen preßt – obwohl es dazu keine Notwendigkeit gibt. Kommunismus und Religion paßten Jahrtausende lang gut zusammen:

Die beherrschende Produktionsweise der europäisch-vorderasiatischen Antike war die Sklavenhaltergesellschaft, die meist religiös begründet wurde. Ausnahme war im Vorderen Orient nur das frühe, als loserZwölfstämmebund organisierte Israel. Dessen Tora verlangt die regelmäßige Umverteilung des Bodenbesitzes zugunsten der Besitzlosen als Konsequenz des Glaubens an JHWH, den Sklavenbefreier (Lev 25). An dieses Recht erinnerten sozialkritische Propheten Israels bis hin zu Jesus von Nazaret (Lk 4,16 ff.), so dass die Jerusalemer Urgemeinde in Anknüpfung an jüdische Armenfürsorge eine urchristliche Gütergemeinschaft für ihre Mitglieder praktizierte.

Aber was von „den Juden“ kommt ist hierzulande nie gut angekommen – siehe Wikipedia:

Micha Brumlik schreibt unter Verweis auf Marx’ Briefe: „Marx war zeit seines Lebens – zumindest persönlich – ein glühender Antisemit.“ Jedoch fänden sich auch in seinem theoretischen Werk, so vor allem in Zur Judenfrage, antisemitische Thesen.[21]

Nun wird Marx mitlerweile auch sehr von Neoliberalen geschätzt, was manche nicht hindert, ihn bei jeder Gelegenheit als „Erlöser“ aus dem Hut zu zaubern. Was man ganz vergißt ist: der Klassenkampf selber existiert nicht mehr. Seine ökonomische Analyse des 19. Jahrhunderts greift nicht mehr, wenn es Rentenkassen und Versicherungen sind, die Kapitalbildung an vorderster Front betreiben und der idealisierte Herrenmenschentypus des „Proletariers“ einem landesweiten Bettlertum gewichen ist – Menschen, die von Sozialleistungen der Gemeinschaft abhängig sind.  War der Arbeiter noch ein Machtfaktor im Wirtschaftsprozess, so gehört er heute als „Arbeitsplatzbesitzer“ auf die andere Seite – die Seite der asozialen Ausbeuter und Egomanen. Seine Diktatur – deren Folgen vielen noch in deutlicher Erinnerung ist – verheißt nicht mehr Glück und Leben als die Diktatur des Kapitals. Die TAZ formuliert dies wie folgt:

Jene am Rand der Gesellschaft sind also angewiesen auf das politisch-solidarische Handeln institutioneller Akteure. Doch auf die war 2010 kein Verlass. Gerade die Gewerkschaften, die anlässlich des Sparprogramms der Bundesregierung einen heißen Herbst angekündigt hatten, haben ihre gesellschaftliche Aufgabe nicht wahrgenommen. Sie sind die Handelsvertreter der von der Bundesregierung vermeintlich verschonten Arbeitsplatzbesitzer.

In der leblosen Welt des Materialismus ist die Mechanisierung der Gesellschaft logische Konsequenz gesellschaftlicher Entwicklung und der Mensch wird zum „Kostenfaktor auf zwei Beinen“. Es ist betrüblich zu sehen, das – liest man die Kommentare zu dem TAZ-Artikel – immer noch Dogmen und Tabus das Denken beherrschen und Gewerkschaftskritik als solche schon gleich einen Platz auf der nachrevolutionären schwarzen Liste besorgt.

Dabei gibt es kein revolutionäres Potential mehr, das der kleinen Elite pseudolinker Führer einen sicheren Posten an den Fleischtöpfen der Maschinenwelt sichert – da gibt es nur noch „Lumpenproletariat“, das sich irgendwie über Wasser halten muß (zitiert bei Wikipedia):

Zu diesem „Auswurf, Abfall, Abhub aller Klassen“ zählte Marx „Vagabunden, entlassene Soldaten, entlassene Zuchthaussträflinge, entlaufene Galeerensklaven, Gauner, Gaukler, Tagediebe, Taschendiebe, Taschenspieler, Spieler, Zuhälter, Bordellhalter, Lastträger, Literaten, Orgeldreher, Lumpensammler, Scherenschleifer, Kesselflicker, Bettler, kurz, die ganze unbestimmte, aufgelöste, hin- und hergeworfene Masse, die die Franzosen la bohème nennen“ (MEW 8, 160f). Im Kommunistischen Manifest beschrieben Marx/Engels die subproletarischen Gruppen als „passive Verfaulung der untersten Schichten der alten Gesellschaft“.

Es ist kaum zu glauben, mit welcher Abscheu hier über Menschen gesprochen wird. Dort, wo der heilige Vollzeitarbeitsplatz abgeschafft wird, werden wir aber alle zu „Lumpenproletariat“ – und man bekommt eine Ahnung davon, das damals schon die Grundlage für den „Prolet-Arier“ geschaffen wurde, der sich von dem National-Arier in seiner Verachtung für Schwächere kaum unterschied. Was Marx früher „Lumpenproletariat“ nannte, nennt man heute „Hartz IV“. Es wird mit der gleichen Verachtung überzogen … und da wundert es nicht mehr, das in Wirklichkeit niemand sich für diese „Schicht“ interessiert, einer Schicht, der man gerne Marx als Opium (oder Karotte) vor die Nase hält.  Dabei wartet da auch nur kostenminimierende Lagerhaltung für menschlichen Sondermüll.

Der Ausdruck „Asoziale“ war hauptsächlich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine politisch genutzte Sammelbezeichnung für als minderwertig eingeschätzte Menschen aus der sozialen Unterschicht. Als „Asoziale“ wurden und werden teilweise bis heute insbesondere BettlerLandstreicherObdachloseProstituierteZuhälterFürsorgeempfängerSuchtkranke (z. B. Alkoholiker), HomosexuelleZigeuner und andere Unangepasste bezeichnet. (siehe Wikipedia)

Das Ende des Kapitalismus ist alternativlos – in vielerlei Hinsicht. Einerseits ist er am Ende. Andererseits gibt es keine Alternative, solange man an den Grundparametern des Denkens nichts ändert: die Lagerhaltung von Menschen in Plattenbauten ist die Konsequenz des Materialismus ebenso wie die kostengünstige Herrschaftsform des Absolutismus, wobei es für uns Lumpen einerlei ist, ob dort oben ein König oder ein Generalsekretär diktiert, wie wir unseren Alltag zu gestalten haben.

Sicherlich kann Religion als Nebenwirkung die Eliminierung revolutionären Potentials innehaben. Aber „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ ist eine ethisch wertvollere Maxime als die Formulierung präfaschistischer Formate wie „Lumpenproletariat“ … eine Sichtweise, die in den Lagern des Dritten Reiches sehr häßliche Nebenwirkungen hatte und im Prinzip bis heute rechte wie linke politische Systeme infiziert.

Politische Utopien, die „Herrenmenschen“ – in welcher Form auch immer – „Untermenschen“ gegenüberstellen, sind niemals mit Menschenrechten kompatibel, auch wenn sie dieselben noch so groß auf ihre Fahnen schreiben.  Und wenn es nicht gelingt, konstruktive Alternativen zum Materialismus zu formulieren … dann wird der militante Islam die Alternative sein, die weltweit den dogmatischen Materialismus überwindet.

Demokratie jedoch … bleibt ein Traum aus dem alten Griechenland. Aber die waren ja auch schwul und somit asozial.



Das Ende der sozialen Bewegung in Deutschland – Arbeit macht wieder frei

Viele Nachrichten flackern heute über den Bildschirm, die meisten beschäftigen sich mit Wikileaks. Da der Inhalt der bislang bekannten Depeschen sich mit meinem Bild der USA deckt, kann ich mir die Lektüre ersparen und erwarte da nichts Neues. Die US-Politik hatte schlimmere Katastrophen folgenlos überstanden – der Überfall auf ein neutrales Land wie den Irak, vorbereitet von einem Schwall von Lügen ist wohl deutlich rufschädigender als die deutsche Kanzlerin als Teflonpfanne zu beschreiben.  Währenddessen gibt es andere Nachrichten, die mir sehr nahe gehen, wie die hier bei scharf-links:

Unser Mitstreiter, Jörg G., erhängte sich heute in seiner Wohnung.

Diese Nachricht erschüttert die Mitstreiter und ehrenamtlichen Mitglieder des Sozialen Zentrums Höxter  am heutigen 1. Adventtag zu tiefst.
Bei ihm fand die Polizei ein Gedicht über Angela Merkel, Jörg schrieb sehr nachdenkliche und gute Gedichte und er lebte seit längerer Zeit von ALG II. Im Beckmann Haus /Altenheim führte er zur Zeit einen Ein Euro Job durch, wo er zu spüren bekam, das man ihn nicht für voll nahm unter den Kollegen, dabei freute er sich so endlich etwas mehr Geld in der Tasche zu haben… immerzu bewarb er sich, auch im Ausland um endlich eine Arbeit zu bekommen, doch selbst mit 43 Jahren ist man wohl in der Berufswelt schon zu alt und erhält keine Chancen mehr.
Gesellschaftlich war er integriert, konnte aber an vielen Dingen nicht teilnehmen, da Versammlungen in Lokalen durchgeführt wurden in welchen sich ein ALG II ler kein Getränk leisten kann.
Jörg hatte auch viele Freunde und auch in unser Soziales Zentrum kam er oft und regelmäßig, keiner ahnte wie es in ihm ausschaut und er diesen Weg als einzigen Ausweg für sich sah erschüttert uns sehr.
Wieder einmal schlug das Gespenst Hartz IV um sich, und ein junger Mensch ist plötzlich nicht mehr unter uns.
Eine unmenschliche Hartz IV Gesetzgebung treibt viele seit Januar 2005 in den Freitod, wann endlich übernehmen die verantwortlichen Politiker hierfür die Verantwortung?

Wir wissen, das Arbeitslosigkeit krank macht – vor allem (aber nicht nur) psychisch krank. „Psychisch krank“ ist eine stark zunehmende Diagnose für unsere ganze Gesellschaftsform. Manchmal habe ich den Eindruck, das man im politisch verantwortlichen Bereich hier gerne „eingebildete Krankheiten“ vermutet, um die Ernsthaftigkeit der Lage zu kaschieren – was den Betroffenen nicht wirklich hilft. „Psychisch krank“ kann nämlich jederzeit tödlich enden – wie Krebs. „Psychisch krank“ kann bedeuten, das sich die Intelligenz und Tatkraft eine Menschen gegen ihn selbst richtet.

Suizid ist in Deutschland die häufigste nicht natürliche Todesursache. Laut „Pharmazeutischer Zeitung“ waren das im letzten Jahr 9571 Menschen, die sich das Leben genommen haben. Entsprechend einer Studie der UKE ist der Trend in Deutschland insgesamt rückläufig, allerdings zeigen die Autoren auch sehr deutlich auf, woher der Wind weht:

Das Risiko eines Suizids ist bei Menschen mit einer psychischen Erkrankung generell erhöht. Als Gruppen mit im Vergleich zur Gesamtbevölkerung erhöhtem Suizidrisiko gelten besonders Depressive, Alkoholiker, Medikamenten-und Drogenabhängige und Alte und Vereinsamte. Suizidalität hat ein hohes Mortalitätsrisiko: Nachuntersuchungen ergaben, daß ungefähr jeder 5. bis 10. Mensch, der einen Suizidversuch unternommen hat, später durch Suizid stirbt.

Nochmal das Ärzteblatt (sicher kein linksradikales Meinungsmacherblatt) zu den psychischen Folgen von Arbeitslosigkeit:

Arbeitslosigkeit wirkt sich negativ auf die psychosoziale Gesundheit aus. Sie kann unter anderem zu Resignation, Rückzug, vermindertem Selbstwertgefühl, vermehrter Inanspruchnahme von Gesundheitsdienstleistungen, Familien- und Partnerschaftskonflikten, sozialer Isolation, Schlafstörungen, depressiven Störungen, Angsterkrankungen, Suchtmittelkonsum und suizidalen Handlungen führen.

Und was unternimmt nun der Staat in diesem Zusammenhang? Bedroht die Bürger eines demokratischen Rechtsstaates mit Hunger, wenn sie nicht gehorchen. Wenn man im Politikunterricht einer Berufs- oder Hauptschule fragen würde, das denn das für Staaten sind, die ihren Bürgern mit langsamen, qualvollem Tod drohen (selbst wenn sie diese Drohung erstmal nicht wahrmachen), dann wird auch auf diesem nichtakademischen Bildungsniveau das Urteil einhellig sein: SCHURKENSTAATEN.

Das ist die Botschaft, die die Agenda 2010 unters Volk gestreut und die Franz Müntefering nochmal verdeutlicht  hat, damit auch ja niemand etwas falsch versteht:

Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.

Viele „Sanktionierte“ im Bereich Hartz IV wissen, das das praktische Konsequenzen hat. Auch die, die noch keine Sanktionen  erleben mußten, kennen die Tage, wo fünf Scheiben Brot für die Familie reichen mußten, weil Kosten für Reparaturen alle Rücklagen schlagartig aufgebraucht haben. Zudem kommt auch noch die „fürsorgliche“ Stimmung in der Gesellschaft hinzu, die auch ohne Armut suizidgefährdend sein kann, wie der Suizidforscher Wollersdorf in der wiwo schreibt:

Wolfersdorf: Selbst wenn es den Anschein hat, geht es bei einem Suizid nicht primär um wirtschaftliche Not. Das Entscheidende ist vielmehr der wahrgenommene Ehrverlust. Es gibt Hartz-IV-Empfänger, die sich töten, weil sie keine Weihnachtsgeschenke für ihre Kinder kaufen konnten. Auch bei ihnen spielt nicht der akute Geldmangel die zentrale Rolle, sondern das Gefühl persönlichen Versagens.

Für Hartz-Abhängige ist der Alltag schon Kampf genug – Kampf um Überleben gegen die Gesellschaft, die sie umgibt … und gegen sich selbst, die eigenen Ansprüche, Ideale, das eigene Selbstbild. Mit Hartz IV in einem der reichsten Länder der Welt zu überleben, trotz der Verachtung, der Geringschätzung und des teilweise unverhohlenen Hasses, der einem entgegengebracht wird, ist eine Leistung. Eine sehr große psychische Leistung, eine Leistung die alle Kräfte der Selbstmotivation, des Überlebenswillens und der Selbstdisziplin beansprucht. Aus der Perspektive heraus ist es jedoch nicht verwunderlich, das man keine Kräfte mehr übrig hat, um sich dem Erwerbsleben zuzuwenden. Insofern sind die „Sozialhilfekarrieren“ von Politik, Medien und Gesellschaft selbst geschaffen, weil hier – aus medizinisch-psychologischer Sicht – systematisch menschliche Wracks gezüchtet werden, damit man auf der anderen Seite Ressourcen zur Millionärspflege übrig hat.

Die Zusammenhänge sind logisch, plausibel … und trotzdem wundern sich manche Kreise, das die Masse der Hartz IV-Abhängigen nicht die Revolution ausruft. Der „heiße Herbst“ der Gewerkschaften ist deshalb – laut Martin Behrsing bei scharf links – einfach ausgefallen:

Am 26. November das „Sparpaket stoppen!  Bundestag belagern!“, so lautete der Aufruf des Berliner Bündnisses „Wir zahlen nicht für Eure Krise“. Die Absicht: Am letzten Tag der Haushalteberatungen in die Bannmeile des Bundestags einzudringen und den Abgeordneten rote Karten für ihre höchst unsozialen Kürzungen zu Lasten von ausschließlich armen Menschen zu zeigen, während die Profiteure der Krise weiterhin belohnt werden. Doch dazu kam es nicht.

Nun, zumindestens weiß ich jetzt, welch´ tolles Ereignis hier stattfinden sollte. Seit Monaten jubeln hier ja Einzelne herum, das die Erlösung dicht vor der Tür steht. Mir ist dieses falsche Spiel mit menschlichen Hoffnungen zutiefst zuwieder, ebenso wie der Mißbrauch menschlichen Elends zur Beförderung der eigenen politischen Karrieren. „Keiner von uns ahnte, wie es in ihm ausschaute“ … und es interessiert doch auch wirklich niemanden, wie es in bei den Betroffenen ausschaut, oder? Darum träumt man monatelang von der Weltrevolution, phantasiert sich jubelnde Massen von  Sozialstaatsrettern herbei anstatt sich mit der Wirklichkeit auseinanderzusetzen. Niemand wäre im dritten Reich auf die Idee gekommen, eine Revolte gegen das System auf den Schultern von KZ-Insassen zu veranstalten. Bei diesem Vergleich wird jedem klar, das es Unsinn wäre. Kaum jemand nimmt die soziale Lage von Hartz IV-Abhängigen so ernst, das er die Paralellen sehen könnte – oder wollte. Wer arbeitslos ist und Hartz IV bezieht, ist Leibeigener einer staatlichen Behörde – per Gesetz. Er hat Hausarrest und muß telefonisch jederzeit erreichbar sein. Viele sind alleinerziehend und schon deshalb ans Haus gebunden. Und alle wissen genau, das jeden Tag der Kürzungsbescheid ins Haus flattern kann, das man der Willkür manchmal sicher auch völlig inkompetenter Sachbearbeiter völlig ausgeliefert ist.

Anders als bei KZ-Insassen kann der unerträgliche Zustand aber ganz leicht geändert werden … einfach durch ARBEIT. ARBEIT macht nämlich wieder FREI, diesmal wirklich. Im Prinzip (und ich möchte hier auf PRINZIP verweisen) sitzen Hartz-Abhängige im ihrem eigenen Privat-KZ. Nicht im Vernichtungslager, sondern in jener Anstalt, die geschaffen worden ist, um ihnen Gelegenheit zu geben, sich auf ihre Pflichten zu konzentrieren: alle Arbeitskraft zu geben zum Wohle der Rendite ohne ständiges Schielen auf Bürger- und Menschenrechte.

Proteste gegen Stuttgart 21 und Gorleben sind Proteste, die auch von Rentern und Investmentbankern getragen werden können. Wer will schon wirklich mehr Steuern zahlen für die Bausünden der Politiker … oder über einem Endlager wohnen? Ich verstehe kaum, wie man sich da Hoffnungen machen konnte, diese Mengen (so viele sind es nun eigentlich auch nicht, nebenbei bemerkt) auch für die soziale Frage in Deutschland zu mobilisieren. Darüber macht sich nun Martin Behrsing Gedanken:

Es scheint, das Auslassen der sozialen Frage ist eine psychologische Abwehrhaltung, um der Angst gegen den Verlust der eigenen Klasse zu begegnen. Mithin scheinen die Verleugnungen der realen Armut von vielen Vertretern der bürgerlichen intellektuellen Schicht erklärbar und erklärt auch, warum es sozialen Bewegungen kaum gelingt, nennenswerten Protest zu mobilisieren. Deklassierte resignieren eher als sich zu wehren. Es kommt somit drauf an, in wie weit es den sozialen Bewegungen gelingen kann, exponierte Vertreter der bürgerlichen Mitte für das Anliegen der Deklassierten zu gewinnen, um die soziale Frage als das solidarisch verbindende Element weiter Teile unser Gesellschaft in den Vordergrund zu rücken, ohne sich von der bürgerlichen Mitte vereinnahmen zu lassen.

Vielleicht käme es einfach auch mal darauf an, die Deklassierten nicht selbst noch zusätzlich zu Deklassieren. Wie oft begegnet man denn in der Bewegung für ein soziales Deutschland alternden Betonkommunisten und wüste Egomanen, die nichts weiter im Sinn haben, als zu versuchen, die Menschen für ihre eigenen Zwecke zu mißbrauchen? Wäre es die Kirche, die nur dann Hilfe leistet, wenn die Schäflein auch brav zurück zum HERRN findet, wäre die die Empörung groß, heißt der HERR aber Marx, ist alles in Ordnung? Glaubt man wirklich, das Hartz-Abhängige wirklich nur blödes (ausrangiertes) Nutzvieh sind, bloß weil sie von der Gesellschaft so behandelt werden? Einfacher – und ehrenvoller, würdiger – anstatt immer wieder neuen Fähnchen hinterherzurennen (seien sie nun theistisch oder atheistisch, links oder rechts) ist es für den sozial Deklassierten, einfach arbeiten zu gehen. Das gibt ihm Würde wieder, das rettet sein Selbstwertgefühl – und wird sogar noch bezahlt. Und die Hoffnung, bald wieder Arbeit zu bekommen, hat die Mehrheit der Deklassierten (und die Mehrheit rutscht zwischendurch ja auch immer wieder hinein) – und die Zeit bis zu dem Eintritt in dieses Paradies kann man mit Fernsehen auch bei trocken Brot gut überstehen. Und das ist die Realisierung des Prinzips: „ARBEIT MACHT FREI“.

Und ist das Prinzip erstmal installiert, die Qualität akzeptiert, ist die Dimension der Ausformung des Prinzips eine Frage von kaum steuerbaren Zufälligkeiten, da ist der Schritt zur Lagerbildung und Vernichtung unwerten Lebens nicht mehr weit – und im Prinzip schon als möglich gedacht. Völkermord beginnt immer im Kopf – und dort bei der Akzeptanz von ganz einfachen Prinzipien, deren geschichtliches Ausleben in Folge tödliche Konsequenzen haben kann, wenn das Geld mal ausgeht, wie es zum Beispiel werden kann, wenn wir wirklich dreitausend Milliarden Euro brauchen, um die Folgen der EU-Krise zu bewältigen, wie die Berliner Umschau berichtet – was nebenbei auch den Vertrauensverlust der Märkte erkärt, die laut Welt langsam auch die deutsche Kreditwürdigkeit anzweifeln.

Möglicherweise sollten die Vertreter der sozialen Bewegungen, die nun exponierte Vertreter der bürgerlichen Mitte gewinnen wollen und sich über die Leugnung der Armut durch Vertreter des intellektuellen Bürgertums beschweren, mal überlegen, das es gerade Vertreter waren, die uns das Elend eingebrockt haben. Volksvertreter, Wirtschaftsvertreter, Parteivertreter, Gewerkschaftsvertreter, Bankenvertreter und was da sonst noch so alles kreucht und fleucht.

Dann versteht man vielleicht auch, warum man auf einmal anstatt eines heißen Herbstes einen kalten Winter erlebt, indem man ziemlich allein auf der Straße steht und niemanden mehr hat, den man herumkommandieren kann.

Und die Vorstellung, das man den tobenden weltumspannenden Gewalten der Globalisierung (bzw … seien wir ehrlich … der Amerikanisierung) Einhalt gebieten kann indem man einfach mal eine Demonstration in Berlin macht, enthüllt ein Ausmaß an politischer Naivität, die einfach nur Angst macht … aber nicht gerade zum Mitmachen einlädt – mal ganz abgesehen davon, das die Bewegung eine eigene Form von Grausamkeit transportiert:

„Alles könnte anders sein, wenn wir nur mehr demonstrieren“ verlangt von den Menschen nicht sonderlich viel mehr selbst vorgenommene Deformation der eigenen alltäglich erlebten Wirklichkeit als der Satz „es gibt Arbeit für alle!“, der heimlich über jeder ARGE schwebt und ihre Existenzberechtigung darstellt.

„Wer zahlt, befiehlt“ … ist eher die Realität, die sie erleben, einer Realität, der sich auch jeder Politiker jeden Tag beugt. Warum sollten die Bürger da anderer Meinung sein …

Der Tod des Kommunismus, der Demokratie, der Liebe und der Welt durch … Korruption und Materialismus

Deutschland atmet auf:  laut Spiegel wird wieder GELD verteilt:

Die Besitzer von Dax-Aktien können sich freuen: Laut einem Zeitungsbericht werden die 30 größten börsennotierten Konzerne Deutschlands im Frühjahr insgesamt 25 Milliarden Euro Dividende ausschütten. Damit ist der Rekordwert aus dem Boomjahr 2007 schon fast wieder erreicht.

So eine Botschaft ist zu diesem Zeitpunkt gern gesehen. Weihnachten steht vor der Tür … und da kriegen laut Manager-Magazin nicht nur Kinder leuchtende Augen:

Der Einzelhandel setzt im Weihnachtsgeschäft voll auf Menschen mit hohem Einkommen. Offenbar zu Recht: Kauflustige Gutverdiener könnten die ganze Branche für die Entbehrungen vergangener Jahre entschädigen, erwarten Experten. Die Vorlieben Gutsituierter spielen manchen Branchen besonders in die Hände.

Die Zahl der Menschen, die von diesem Wohlstand profitieren, steigt ständig. Es gibt immer mehr Menschen, die immer mehr Geld haben und immer mehr Menschen, die immer weniger haben, aber über die … reden wir nicht. Jedenfalls meint dies Hubertus Heil von der SPD in der Welt:

Heil: Ende 2010 müssen wir nicht mehr über die Agenda 2010 diskutieren, sondern müssen das kommende Jahrzehnt in den Blick nehmen. Wenn wir richtig handeln, kann Deutschland bis 2020 Vollbeschäftigung erreichen. Ich halte es für möglich, dass wir in fünf Jahren weniger als eine Million Arbeitslose haben.

Ein ungeahnter Wohlstand bricht über uns herein … über manche von uns. Erinnert irgendwie an den Katholizismus, der seinen Freunden auch immer ein paar Heilige vorgeführt hat, die jetzt schon da sind, wo wir alle mal hinkommen werden. Das Prinzip ist immer dasselbe: in der Zukunft machen wir für euch alles heil.

Katholizismus ist eine Strömung, die deutlich zunimmt, ebenso wie auch der Islam. Kommunismus, ein weiterer Kandidat von „in Zukunft machen wir alles heil“, verabschiedet sich gerade. Wenn man Materialismus predigt, sollte man auch genug produzieren können, um sich viele Leute mit Geschenken kaufen zu können – so haben die Kolonisatoren auch Fuß gefaßt – mit Glasperlen. Deshalb siegte die kapitalistische Strömung des Materialismus über die kommunistische Strömung – schlichtweg einfach durch Korruption. Man kauft einfach ganze Volksschichten sowie alle Funktionseliten und schon hat man die Kontrolle.

Viele freuen sich ja, das der Kommunismus tot ist. Soll ja nicht so lustig gewesen sein, in dem real existierenden Sozialismus. Gab halt keine Glasperlen … und deshalb lief das Volk in Scharen davon, sobald es die Gelegenheit hatte.  Das Volk will Brot und Spiele – jedenfalls in Zeiten spätrömischer Dekadenz. Dabei müßte jedem klar sein, der den demokratischen Ansatz bis zum Ende durchdenkt, das die ideale Demokratie sich vom Utopia des Kommunismus kaum unterscheiden kann – ohne wirtschaftliche Souveränität des Individuums nützt ihm die politische Souveränität wenig … was der Bürger tagtäglich erleben kann. Wer zahlt, befiehlt ist ein geflügeltes Wort, das sogar bei medizinischen Studien Gültigkeit hat … obwohl dort Menschenleben auf dem Spiel stehen.

Insofern bedeutet das Ende der Utopie des Kommunismus (der sich übrigens auch kaum von einer idealen urchristlichen Gesellschaftsform unterscheiden dürfte) auch das Ende der Utopie der Demokratie, die nicht stirbt, weil die Menschen davon überzeugt sind, das die Idee doof war, sondern, weil sie den Sinn dahinter nicht mehr sehen.

Insofern nützt auch es nichts, wenn man dem Volk noch so viel wirtschaftliche Vernunft um die Ohren haut, wie es das Handelsblatt versucht:

Fast eine Billion Euro an Vermögen haben deutsche Unternehmen seit 2003 im Ausland angehäuft. Die Hälfte davon hat sich verflüchtigt

Über Jahrzehnte haben die deutschen Unternehmen das gemacht, was ihre Aufgabe ist: Sie haben zusätzlich zu ihren einbehaltenen Gewinnen Finanzmittel aufgenommen für die Realkapitalbildung, ihre Netto-Investitionen waren immer höher als ihr Sparen, sie hatten daher ein Finanzierungsdefizit.

Das änderte sich ab 2003: Die Gewinne der Unternehmen stiegen deutlich an, in erster Linie als Folge sinkender Reallöhne. Statt ihre Investitionen zumindest in gleichem Maß zu erhöhen, akkumulierten die Unternehmen Finanzkapital: Sechs Jahre in Folge haben sie nun schon Finanzierungsüberschüsse. Diese legten sie primär in Form von Bankeinlagen, Aktien und Finanzderivaten an.

In aller Öffentlichkeit kann man die Ausplünderung der deutschen Wirtschaft im Detail darlegen, kann aufzeigen, das dieses Land keine Zukunft mehr haben kann, wenn es so weiterläuft und das Vermögen im Ausland einfach verbrannt wird … es ändert nichts.

Ähnlich müssen sich die Dorfältesten der Indianer gefühlt haben, als sie dem Dorf versucht haben klar zu machen, was geschieht, wenn man dem weißen Mann seine Jagdgründe für Glasperlen verkauft.

Unsere Glasperlen sind Plasmafernseher, I-Pods und Autos … was uns auf  die Idee bringen darf, das wir für irgendjemanden Indianer sind, die man mit Glasperlen besticht.

Es ist somit auch eigentlich nicht der Kapitalismus, der seinen Siegeszug angetreten hat. Der Kapitalismus als solcher mag so marode und voller Systemfehler sein wie Marx es prophezeit hat und deshalb regelmäßig von selbst zusammenbrechen. Hinter dem Kapitalismus steckt jedoch der Materialismus – und in dem der Kommunismus ebenfalls dem Materialismus huldigt, hat er ihm zusätzlich Macht gegeben.

Der Materialismus hat aber keinen Platz für Ideale. Und denkt man den Materialismus weiter, so ist ihm in seinem Utopia eine Welt voller seelenloser Maschinen wohl lieber als eine Welt voller glücklicher individueller Menschen. Wenn Mitleid, Nächstenliebe, ja – Liebe überhaupt – nur (Fehl)Funktionen des Gehirns sind, gibt es keinen Grund mehr, unnütze Esser an der politischen Entscheidungsfindung zu beteiligen, noch macht es irgendeinen Sinn, unnütze Esser überhaupt am Leben zu erhalten. Insofern ist Ausschwitz als Symbol ein Sinnbild für die Zukunft der Menschheit jenseits der Demokratie – aus der einfachen und im Übrigen strikt vernünftigen notwendigen Lösung des Problems, wie man unnötiges Menschenmaterial kostengünstig entsorgt, ohne sie einfach verdursten und erfrieren zu lassen (was eventuell auch teurer wird, wenn man die Bewachungskosten mit einrechnet).

Und insofern ist Weihnachten, wie wir es feiern und verstehen, das Fest des Triumphes des Materialismus über alle Ideale und über alle Menschlichkeit. Dort feiern wir seine Gaben, sein Paradies und seine Heilsversprechungen…..und darum sind wohl Weihnachstfeiern für sensible Menschen so ekelerregend, denn gleichzeitig feiern wird dort … den Tod der Liebe in der Welt.

Das aber Kinder und Demokratie immer mehr schwinden, sollte einen da nicht mehr wundern – beide brauchen die Liebe der Menschen zu ihnen.

Andererseits sollte einen das Erstarken des einst totgesagten Islam in den ehemaligen Ländern der Sowjetunion nicht sonderlich irritieren – durch den Verrat an dem Idealismus, durch die unheilige (und unnötige) Allianz von Kommunismus und Materialismus wurde Kommunismus zu einem ausführenden Organ und hat selbst keine liebenswerte Substanz mehr gehabt … denn die Liebe zur Arbeiterklasse, die Liebe zu Idealen von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit ist ein unverzichtbares Motivationsmoment, um sich mit seinem ganzen Leben in den Kampf für diese Ideale  zu stürzen.

Wo aber diese Liebe nicht mehr vorhanden ist, triumphieren die Glasperlen – wie bei allen anderen normalen Menschen auch. Deshalb triumphiert Disney über Marx … bei Disney ist einfach mehr Zauber (Liebe, wenn man so will) drin. Und darum sind Kommunisten so hilflos angesichts des Untergangs ihrer Ideale.

Die Menschen selbst handeln ebenfalls strikt vernünftig. Wie Kant in seiner Kritik der praktischen Vernunft detalliert bewiesen hat, gibt es ohne Gott keinen vernünftigen Grund zum moralischen Handeln. Ist Gott also tot (eigentlich DIE Kernbotschaft des in diesem Moment an sich selbst religiösen Materialismus), können die Öfen ungehindert lodern.

Das alles ist natürlich nicht zu kritisieren, denn der Mensch ist ein freies Wesen und darf sich die Welt, in der er leben möchte, nach freien Stücken frei entwerfen. Das wir das können, erleben wir jeden Tag … sofern finanzieller Mangel (oder unser Chef und seine Ansprüche an uns) nicht gerade unsere Freiheit Grenzen setzt.

Was den pingeligen  Eifelphilosophen da stört, ist eher die falsche Begrifflichkeit, in der sich die Menschheit bewegt. Wenn sie um das goldene Kalb tanzen wollen, dann sollen sie ein goldenes Kalb anbeten und keine christliche Weihnacht feiern. Sollen sie offen und bewußt ihre Liebe auf dem Götzenaltar des Baals opfern und ihre Kinder zum Zwecke der Renditesteigerung seiner Feuerrutsche übergeben ( im Kampf gegen diese Form von Religion hat sich, nebenbei bemerkt,  dereinst das Judentum herausgebildet)  denn dann bin ich mir auch sicher, das sie genau wissen, was sie für ihren Fernseher, ihr Handy und ihren I-Pod eigentlich opfern.

Und dann … darf ich die stärkste Religion der Welt, den Katholizismus, gezielt fragen, was sie denn gegen diesen weltweiten, die göttliche Schöpfung in ihrer Substanz direkt angreifenden und vernichtenden Teufelskult (der im Bohemian Grove einen interessanten Kumulationspunkt hat) zu tun gedenkt bzw. warum sie diesem Treiben so tatenlos zusieht. Nicht das ich eine Antwort erwarte (die bekommen wir gerade zur großen Beunruhigung des Konzernkapitals aus dem islamischen Raum), aber ich hätte dann das Recht, die Frage zu stellen, wieso wir das größte Artensterben seit 65 Millionen Jahren als gottgewollten Fortschritt deuten sollen. Den Materialismus brauche ich da nicht fragen, ihn interessieren „Arten“ nicht. Ein Erdball aus grauem Matsch, wie ihn manche als logisches Ende der technischen Entwicklung voraussagen, wäre ihm auch recht, da er mit Ästhetik, der Freude an Formen (oder Klängen, Gefühlen, Gerüchen) auch nichts am Hut hat.

„ARBEIT“ ist ein Werk des Teufels

Arbeiten ist doch was scheußliches an sich.  Ich weiß, darüber redet man nicht mehr gern, bzw. darüber darf man nicht mehr reden.  Sowohl Kommunismus als auch Kapitalismus und auch Nationalsozialismus haben Arbeit heilig gesprochen, letzterer hat aus Arbeit sogar einen (tödlichen und grausamen) Weg in die Freiheit gemacht. Schon die alten Germanen wußten, das Arbeit Kacke ist (um das mal sprachlich mit Emotionen aufzuladen), bei den Slawen war das auch nicht besser, sie Wiktionary

germanisch: arbaiþis, gotisch: arbaiþs, althochdeutsch: arapeit, mittelhochdeutsch: arebeitarbeitMüheBeschwernisLeiden, wahrscheinlich gemeinsame Herkunft mit Altkirchenslawisch работа (rabota: Mühsal, Sklaverei)

Arbeit – ein mühsame, schweres Leiden.  Den Menschen, der auftritt, die Menschheit von der Arbeit und ihrem rabota/Roboterdasein zu erlösen, müßten ja eigentlich alle zujubeln – zum Beispiel diese vielen jubelnden Gesichter, die man Montag Morgens auf dem Weg zur Arbeit im Auto, in der Bahn oder im Bus sieht. Die feiern ja schlichtweg innere Partys vor Glück, das wieder Montag ist.

Tage an denen wir nicht arbeiten, nennen wir ja immer noch Feiertage. Es müßten Leidenstage sein angesichts der positiven Propaganda zum Thema Arbeit. Möglicherweise ist das der Grund, warum der Lehrerkalender „Forum“ von „Clairefontain“ für uns nur mickrige 11 arbeitsfreie Feiertage ausweist, für Frankreich 14, für Japan 17 und für das Boomland China 21. Na ja, in China regiert sich das Volk durch die Partei selber, während in Deutschland die „Arbeitgeber“ durch die Parteien regieren – da merkt man den Unterschied der Systeme.  Bevor der Deutsche aber jetzt wieder jammert, weil er nicht nur länger arbeiten muß sondern auch weniger feiern darf: Irland hat nur sieben Feiertage – also immer nach Irland schauen, bevor man wild wird.

Arbeit macht krank, auch das ist bekannt … und es sind dabei nicht nur die Berufskrankheiten, die ins Gewicht fallen.

„Wer mechanische Arbeit am eigenen Leibe kennengelernt hat, wer das Gefühl kennt, das sich ganz und gar in einen geschlossenen Minutenzeiger einbohrt, das Grauen, wenn eine verflossene Ewigkeit sich in einem Blick auf die Uhr als eine Spanne von zehn Minuten erweist, wer das Sterben eines Tages nach einem Glockenzeichen mißt, wer Stunde um Stunde seiner Lebenszeit tötet, mit dem einzigen Wunsch, daß sie rascher sterbe, der wird das Märchen von der Arbeitslust mit Hohn beiseiteschieben“ – sagte einst Walter Rathenau.

Oder wie es Nietzsche formulierte:

Die Arbeit ist eine Schmach, weil das Dasein keinen Wert an sich hat.

Kein Wunder also, das soviel Mühe und Erfindungsreichtum darauf verwendet wurde, sich die Arbeit vom Hals zu schaffen und jenen göttlichen Fluch etwas zu vermindern.  Darum sind aus uns lustig reisenden Nomaden saßhafte Bauern geworden – war viel weniger Arbeit. Darum haben wir uns Pferde, Kühe, Schafe und Hunde dienstbar gemacht: eine deutliche Arbeitserleichterung.  Wir haben den Handel entwickelt und den Frieden schätzen gelernt, den der Handel braucht wie wir die Luft zum Atmen, um aus der gleichen Arbeit noch viel mehr herauszuholen … und uns noch viel mehr Feiertage leisten zu können.

Die Geschichte der Menschheit ist die Geschichte des Kampfes gegen die Arbeit … aber jetzt denke man sich mal, man würde damit an die Öffentlichkeit gehen: mit der Forderung der Abschaffung der Arbeit – oder zumindest der Forderung der deutlichen Reduzierung von Arbeitszeit und deutlichen Verbesserung von Arbeitsqualität.

Mit der Forderung, das sich jeder seinen Arbeitsplatz gestalten kann wie er möchte und vor allem auch die Zeit, wann er zur Arbeit kommt. Ausschlafen ist für die menschliche Gesundheit sehr wichtig … jedenfalls haben früher, als Medizinier noch automatisch „Anwälte des kleinen Mannes“ waren, Wissenschaftler dies behauptet – und auch die Revolutionäre der französischen Revolution von 1789 wollten neben König, Adel und Pfafferei auch noch die Uhren zerschlagen, weil sie der Meinung waren, das ihre Tyrannei schlimmer sei als selbst die schlimmste menschliche Diktatur.

Ob sie recht haben, kann jeder für sich selbst entscheiden – ich habe noch nicht von Jubelrufen angesichts des Weckerklingelns gehört und bewege mich selbst morgens eher roboterhaft.

Biblisch gesehen war Arbeit mal ein Fluch – Gottes Strafe, die Konsequenz der Verbannung aus dem Paradies.  Arbeit und Paradies – das merkt man selber schnell – sind Gegensätze.  Aus diesem Grund – aus dieser Perspektive … und auch nur aus dieser Perspektive – müßten Arbeitgeber Teufel sein, die diesen schlimmen Fluch Arbeit täglich weitergeben und darauf achten, das auch jeder immer mehr davon bekommt.

Was wir aber in einer christlichen Kultur mit 70% irgendwie gläubigen Menschen zurecht sagen dürfen ist: Arbeit ist ein Werk des Teufels, und jeder, der dagegen spricht, tut sein Werk.

Es gibt wohl auch Zusammenhänge zwischen Arbeit und Geld, wie Alfred Döblin bemerkt, als er eine Analyse der Banknoten, der Dokumente des Kapitalismus fordert:

„Was hier an unschuldigen Kleinen um Ziffern spielt, als Göttinnen Gesetzestafeln hält und an gereiften Helden vor Münzeinheiten sein Schwert in die Scheide steckt, das ist eine Welt für sich: Fassadenarchitektur der Hölle.“

Die moderne Welt …. eine Hölle. Jedenfalls für die, den Fluch Arbeit noch am eigenen Leibe erleben. Jene, die Arbeit nur noch verteilen oder von ihren Früchten leben,  jene kleinen und großen Teufel, die einem das Leben schwer machen wollen – die finden sich hier vielleicht ganz gut zurecht, all jene, die in Verbänden, Parteien, Gewerkschaften und Kirchen an irgendwelchen Organisationsspitzen leben eint, das sie alle von der Arbeit anderer leben und das irgendwie ganz Klasse finden.

Vielleicht erklärt das, warum alle Versuche, das Leiden zu ändern, immer nur dazu führen, das es seine Gestalt ändert – jedenfalls war das die Meinung von Arthur Schopenhauer.

Es ist aber gut zu sehen, das wir diese primitive abergläubische Ablehnung von Arbeit seit kurzem hinter uns gelassen haben – jedenfalls offiziell. Arbeit ist zu unserem Lebenssinn geworden, zum Zwecke unseres Daseins, das verloren geglaubte Paradies ist zu uns zurückgekehrt und wir empfangen es lächelnd und voller Glückseligkeit … jedenfalls tun wir so, sobald wir den Arbeitsplatz betreten. Und das man diesen Jubel von uns noch erwartet, zeigt vielleicht am ehesten, wie tief wir schon gesunken sind.

Die Krönung der menschlichen Geschichte, der gemeinsame Endpunkt von Kapitalismus, Kommunismus und Nationalsozialismus ist: der Mensch als Roboter. Der Streit geht doch irgendwie nur noch um die Farbe der Uniform und welches genetischen Material zur Roboterproduktion statthaft ist und welches  nicht.

Schade, das wir halt arbeiten müssen um essen zu können, denn Essen wächst nicht auf Bäumen sondern liegt bei andern im Regal.  Und schade, das wir alle Religion aus unserem Leben zu verbannen trachten … alle, außer die des Teufels.

Seine Religion heißt Arbeit, sein Fluch Arbeitslosigkeit … bzw. in Deutschland Hartz IV.

Kühe gibt es nicht: Wissenschaft und Dogma

Die Stadt Denver läßt ja gerade laut ntv darüber abstimmen, ob sie eine „Kommission für außerirdische Angelegenheiten“ beruft:

Was soll man anstellen mit diversen „Hinweisen“ auf Außerirdische oder fliegende Untertassen? Über diese wichtige Frage können jetzt die Einwohner Denvers abstimmen. Stimmen sie mit Ja bekommt die Stadt im US-Staat Colorado eine „Kommission für außerirdische Angelegenheiten“.

Der Autor versucht sich weiterhin im Spott. „Hahaha … wie dumm muß man sein, um an Ufos´s zu glauben„! – diese Reflexhaltung hat man uns über viele Jahre anerzogen und ich persönlich finde auch: mit diesen Themen kann man sich köstlich amüsieren … allerdings nur auf Kosten anderer, was wiederum nicht so lustig ist, weil hier der Witz die Menschenrechte angreift. Witze reißen über Ufos, Geister und Spukgestalten können jene, die noch keine Erfahrung damit gemacht haben – man macht ja auch eher Frauenwitze, Judenwitze und Ausländerwitze, wenn man mit den Phänomenen eigentlich selbst überhaupt nichts zu tun hat – übrigens auch alles Witze, die auf Kosten der Menschenrechte gehen.

Was man sich für einen Moment ins Gedächtnis rufen sollte, ist die Tatsache, das 90% der Menschheit – mindestens – in irgendeiner Form einer religiösen Strömung angehören.  Sogar im materialistisch geprägten Konsumdeutschland – jetzt im Moment – sind es 70% der Bevölkerung, nur 28% sind ausgewiesene Atheisten oder Agnostiker.

Da wird Atheismus schnell zur eingebildeten Spinnerei, zur Idiotie einer verschwindend kleinen Minderheit.  Wie kann man also … allen Ernstes … über eine Stadt in Colorado Witze reißen, die ein viel geringeres (und besser dokumentiertes) Phänomen als den lieben Gott ernst nimmt?

Für einen gläubigen Menchen … das sollten sich Naturwissenschaftler mal in Ruhe durch den Kopf gehen lassen … ist ein Naturwissenschaftler, der sich auf die Straße stellt und sagt: „Es gibt in Wirklichkeit keinen Gott“ genauso wie jemand, der sich auf die Straße stellt und sagt: „Es gibt in Wirklichkeit keine Kühe„. Da es keine Kühe gibt, wird der Wissenschaftler alle Erfahrungen, die Menschen mit Kühen machen, alternativ interpretieren. Absichtliche Täuschungen, Einbildungen, Fehlinterpretationen von Erscheinungen von Pferden, Ziegen und Schafen – die Bandbreite von wirklichkeitsdeformierenden Taktiken und Argumenten ist sehr groß.  Übt man dann noch viel Druck aus, arbeitet mit Spott und Häme, Verachtung und Mobbing, dann werden auch die Zahl der Kuhmeldungen zurückgehen, schafft man es dann noch, mit entsprechenden Sendeformaten die Menschen in ihren Wohnungen zu halten, werden Kuhsichtungen erst recht selten.

Wäre schlimm für Rinderzüchter, weil die Bewegung für sie wahrscheinlich tödlich enden wird … sie sind ideologisch einfach zu sehr verblendet.

Andere werden nur ausgeladen, selbst wenn sie Nobelpreisträger sind. Wer an Kühe glaubt oder ihre Existenz allein schon theoretisch für möglich hält, hat in der Welt der Wissenschaft nichts verloren, so berichtet „Grenzwissenschaft-aktuell

London/ England – Bereits im vergangenen Frühjahr wurden drei hochrangige Wissenschaftler und Autoren aufgrund ihrer wissenschaftlich unkonventionellen Ansichten und ihres, auch öffentlich bekundeten, Interesses am Paranormalen von einer Fachkonferenz zur Quantenmechanik wieder ausgeladen.

So macht man Wissenschaft – wer Kühe sieht oder Geschichten von Kühen glaubt oder Kühe überhaupt theoretisch für möglich hält, wird einfach ausgeladen, weil die Existenz von Kühen schlicht und einfach schon lange widerlegt worden ist.  So kann man auch die Sichtung von fliegenden Kühen durch mehrere Augenzeugen ignorieren, weil man ja nichts davon erfahren hat und sie weiterhin im zweifelhaften Kosmos der Geschichten und Mythen verbleiben, wieder aus „Grenzwissenschaft-aktuell„:

Telefonisch in die Sendung zugeschaltet, erklärte Erdogan Karakus, er habe gemeinsam mit sieben weiteren Militärpiloten die UFOs im Mai 1983 über der westtürkischen Provinz Balikesir gesehen.

„Die UFOs schwebten und nutzen dabei eine uns unbekannte Technologie“ zitiert die Zeitung den ehemaligen General. Dieser erklärte weiter, er sei damals Teil einer Gruppe aus acht Piloten in vier türkischen Jets auf einem Trainingsflugs auf dem Weg in die südtürkische Stadt Adana gewesen, als plötzlich einer der Männer etwas ungewöhnliches am Himmel bemerkt habe: „Zunächst dachten wir, dass es sich um ein in Not geratenen Flugzeug mit Signallichtern handeln könnte, doch diese Vermutung konnte von der Flugaufsicht nicht bestätigt werden.“

Laut Karakus begleiteten die unbekannten Objekte die Flugstaffel etwa 15 Minuten lang und verschwanden dann in Richtung der Stadt Denizli. Nachdem man sich darüber einig war, dass es sich nicht um konventionelle Flugzeuge gehandelt hatte, habe er noch andere Piloten im Luftraum vor den Objekten gewarnt.

Während der Nahebegegnung habe einer der Piloten alle Lichter seiner Maschine ausgeschaltet, woraufhin die Objekte sich dem dritten Flugzeug genähert und ebenfalls ihre Beleuchtung ausschaltet hätten

Acht Zeugen, geschulte Beobachter (die sich als Kampfpiloten vor allem auch in der Identifikation von irdischen Flugobjekten auskennen sollten) … also, ich wüßte jetzt erstmal nicht, warum ich nicht sagen sollte: Vielleicht gibt es ja doch Kühe, erst recht, wenn sogar die Nasa auf die Möglichkeit eines sehr vollen Universums verweist, wieder „grenzwissenschaften-aktuell„:

Washington/ USA – Fast jeder vierte aller sonnenartigen Sterne beherbergt wahrscheinlich Planeten von der Größe der Erde – also insgsamt mindestens 41 Milliarden an der Zahl. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle gemeinsame Studie der „University of California“ und NASA und lässt somit auch Vermutungen zur Häufigkeit von potentiell lebensfreundlichen Planeten zu.

41 Milliarden Planeten … aber die „Krone der Schöpfung“ wohnt nur hier, zwischen Datteln, Castrop-Rauxel und Oer-Erkenschwick. Und das wirkt jetzt nur auf mich irgendwie mittelalterlich?

Nun ja, die können auch gar nicht hier vorbeikommen, weil wir es uns nicht denken können, wie die das denn schaffen sollten. Und damit das so bleibt, laden wir jene Wissenschaftler, die sich das denken können, einfach mal aus. Dann haben wir unsere Ruhe.  Nun, vielleicht sollten wir eher Bienen als Wissenschaftler einstellen, die scheinen mit viel weniger Gehirn viel mehr drauf zu haben, wieder „grenzwissenschaften„:

London/ England – Obwohl sie nur über ein Hirn von der Größe eines Grassamens verfügen, lösen Honigbienen das mathematische „Problem des Handelsreisenden“ schneller als Computer, die zu dessen Lösung oft mehrere Tage benötigen.

Das im Englischen als „Traveling Salesman Problem“ (TSP) bezeichnete Problem besteht darin, eine möglichst kurze Reihenfolge für den Besuch mehrerer Orte zu wählen. Besagte Honigbienen lernen in erstaunlich kurzer Zeit, die kürzeste Route zwischen zufällig gefundenen Blüten zu finden.

Soviel Kompetenz gleich nebenan. Gut, das wir jetzt Bienensterben haben, dann haben die Wissenschaftler wieder einen Konkurrenten weniger.

Wollen wir mal für uns alle hoffen, das Kühe wirklich nicht existieren. Eine Meldung bei Grenzwissenschaften beunruhigt mich schon:

Ithaca/ USA – In einer Reihe von Experimenten scheinen US-amerikanische Psychologen Beweise für übersinnliche Präkognition gefunden zu haben. In neun Testreihen untersuchte das Team um Dr. Daryl Bem von der „Cornell University“ (CU) die Idee, dass unser Gehirn die Fähigkeit besitzt, nicht nur die Vergangenheit zu reflektieren, sondern auch zukünftige Ereignisse vorauszusehen.

Warum mich das beunruhigt? Ich kenne persönlich hinreichend Menschen, die Träume, Visionen, Bilder von einer … sehr häßlichen Zukunft haben.  Ich würde mir gerne weiter einreden, das die nicht eintrifft.

Gut, das es keine Kühe gibt, Wissenschaftler undogmatisch sind und wir nun dank der Frankfurter Rundschau wissen, das die USA nur 80.000 Millionen Euro dafür ausgeben, uns ihre Sicht der Wirklichkeit weiß zu machen, was letztendlich dazu führt, das der Soziozid einer Kultur weitgehend unbemerkt geblieben ist – allerdings nicht bei der world socialist website:

Die Zerstörung, der die irakische Bevölkerung ausgesetzt wurde, ist in den vergangenen siebeneinhalb Jahren nur immer noch schlimmer geworden. Die USA haben einen Soziozid begangen, d.h. die Zerstörung einer gesamten Kultur. Neben Hunderttausenden Toten hat das Land Millionen Flüchtlinge zu beklagen. Krankheiten, Kindersterblichkeit und Mangelernährung haben enorm zugenommen. Die amerikanische Soldateska hat die Infrastruktur des Landes zerstört und die Wirtschaft in Trümmer gelegt. Die Arbeitslosigkeit liegt bei siebzig Prozent.

Wundert es da wirklich, das die Einwohner von Denver nach neuen Rettern suchen? Die müssen als Täter mit diesen Informationen leben – und möchten das vielleicht gar nicht, wissen aber gleichzeitig, das es kein entkommen gibt … jedenfalls nicht mehr auf normalem Wege.

Man stelle sich nur einmal wirklich für fünf Minuten vor, was geschehen würde … wenn es intelligente Kulturen dort draußen gäbe, die uns technisch weit überlegen sind … und kulturell beispielsweise die vollendete demokratische Gesellschaft leben – ein Zustand, der letztlich sehr ähnlich den Utopien von Kommunismus und Urchristentum ist.

Man stelle sich nur mal fünf Minuten vor, Seher könnten wirklich mit Toten reden – oder man könnte wirklich Gedanken lesen.

Alle Lumpen dieser Welt würden völlig unabhängig vom Parteibuch stramm zusammenstehen, um diese Kühe zu ignorieren, zu verfolgen und tot zu reden. Ich weiß aber jetzt nicht, ob das auch die Ursache fürs Bienensterben ist.



Sozialromantik und Völkermord

Es ist immer schwierig, über Ereignisse zu urteilen, bei denen man nicht selbst anwesend war – Beispielsweise den Alltag im Dritten Reich.  Vielen ging es da prima – bevor der Krieg ausbrach. Man hatte ja Aufschwung.

Weniger weit entfernt als der Völkermord im Dritten Reich ist – zeitlich gesehen – der Völkermord in Ruanda.  Ich versucht, zu ergründen, was dort geschehen ist – weil ich es noch grausamer empfinde als die Morde im Dritten Reich … falls man so gesehen überhaupt eine „Hitliste“ aufstellen kann.  Die beschriebenen Todesarten … lassen ein KZ fast als einen sozialromantischen Ort erscheinen. Aber auch nur fast … und nur in jenem engen Vergleichskanon. Stalinismus war auch grausam, aber kein Vergleich zu Konzentrationslagern – was Stalinismus auch nicht besser oder angenehmer macht.

Wie so etwas geschehen kann, wie es kommen kann, das Ärzte ihre Patienten töten, Nachbarn  kleine Kinder und alte Leute zerhacken und noch lebendig ohne Arme und Beine als Fraß für die Hunde übriglassen, das Schüler ihre Lehrer niedermetzeln, Pfarrer ihrer Gemeinde und umgehrt, bleibt für Aussenstehende ein Rätsel – ein Rätsel jedoch, mit dem man sich gerade in Deutschland beschäftigen muß, denn gerade hier kann man nicht sagen: bei uns würde so etwas nicht passieren.

Stimmt, so etwas nicht. Wir wählen Gas statt Ameisen und Hunden.

Immaculée Ilibagiza hat die Massaker überlebt: drei Monate lang in einer winzigen Toilette mit sieben anderen Frauen versteckt, beständig die Schreie der Opfer und Todesschwadrone im Kopf. Ihre Erlebnisse hat sie in einem Buch veröffentlicht, das als „Aschenblüte“ 2008 bei Ullstein erschienen ist.  Sie glaubt zu wissen, wie es anfing: Völkermord beginnt im Kopf, sagt sie.

Na ja, wo auch sonst. Sie hat eine eigene Internetseite, arbeitet inzwischen in New York, lefttotell heißt sei.

Ihre Geschichte ist eine sehr religiöse Geschichte, deshalb für Atheisten nicht geeignet. „Im Schützengraben gibt es keine Atheisten“ heißt ein geflügeltes Wort und bei der Lektüre dieses Buches konnte ich mich der Frage nicht erwehren, wieviel Trost, Hoffnung und Glück wohl der Glaube an Darwin und Marx gebracht hätten.  Ich schätze mal, das der Austausch von Religion durch Dogmatik hier keine Vorteile bringen würde.  Man merkt: Atheismus ist was für reiche weiße satte Leute in Europa.

Völkermord beginnt im Kopf, sagt Immaculée … und bemerkt die Versuchung bei sich selber. Nicht nur Gott ist bei ihr in der Isolationshaft sondern auch der Teufel.

Es ist – angesichts der Bestialität von Menschen – ein leichtfertiger Schritt zu sagen: der war vom Teufel besessen, erst recht, wenn am Vorabend der Massaker international bekannte Seherinnen von Leichenbergen und drohendem Unheil sprechen und sich ein „gelblich-schmutziger“ Schatten im Licht versteckt. Reiche weiße satte Menschen urteilen hier sehr schnell und sehr leicht: alles Humbug! – aber wenn man nicht das Glück hat, als Wohlstandsblase geborgen in sicheren vier Wänden die Realität nur noch über den Bildschirm erleben zu dürfen, dann kann man sich diesen nicht Luxus leisten.

Eingeschlossen in einer winzigen Toilette mit tobenden Mördern vor der Tür, die einen jeden Moment aufspüren können, geht das schlechter, wenn man verarbeiten muß, das der liebe nette immer korrekt gekleidete Nachbar gerade mit der Machete durchs Haus rennt und brüllt, das er schon 399 Kakerlaken erledigt hat und aus Immaculée gerne die Vierhundertste machen möchte.  Leichter ist es, wenn man sich sagen kann: da hatte der Teufel die Hand im Spiel. Erst recht ist es leichter, wenn man selbst auch seine verlockende Stimme vernommen hat.  Immerhin … man wird irgendwann mit den Tätern wieder Tür an Tür leben müssen. Das muß man irgendwie hinbekommen. Das erleichtert die Vorstellung, das kurzzeitig tausend Teufel in die Menschen gefahren sind … beziehungsweise, das die Menschen den Teufel in sich hineingelassen haben. Da wird schon fein differenziert und keine neuesoterische Verantwortungslosigkeit gepredigt.

Völkermord beginnt im Kopf – bei jedem einzelnen. So einfach ist er aufzuhalten – und so leicht ist er zuzulassen.  Daran mußte ich heute denken, als ich diesen Artikel in der Welt las:

Sozialromantik verhindert die Vollbeschäftigung

Weniger als drei Millionen Arbeitslose, dieser Erfolg ist auch Schröder zu verdanken. Umso wichtiger, dass von der Leyen Hartz-IV nicht ausbaut.

Hartz IV ist nur ein erster Schritt im Kopf. Unwertes, minderwürdiges Leben wurde definiert. Das war keine Kleinigkeit – noch sonderlich lustig. Arbeitslosigkeit wurde Straftatbestand, im Extremfall wurde der Tod des Kunden billigend in Kauf genommen – wenn ich die Gesetzgebung mal ganz PRAGMATISCH und nicht ROMANTISCH betrachte.

Asoziale Pragmatiker haben ihre Prinzipien in Wirklichkeit umgesetzt – Arbeit macht wieder frei. Zumindestens frei von der ARGE.

Auf der Ebene der Prinzipien stehen alle Figuren bereit für Völkermord. Die Frage ist, ob sie gezogen werden.

Man sagt (sowohl in Afrika als auch in Mexiko) der größte Schutz des weißen Mannes vor bösen Geistern ist sein Unglaube. Diane Fossey sah das anders. Noch in den USA bekam sie Panik, wenn jemand an ihre Haare oder abgeschnittenen Fingernägel ging – die Angst vor dem, was Hexer mit diesem Material anstellen können, saß ihr nach vielen Jahren Ruanda tief in den Knochen – so Phillip Gourevitch in seinem Buch: „Wir möchten Ihnen mitteilen, daß wir morgen mit unseren Familien umgebracht werden – Berichte aus Ruanda“, erschienen 1999 im Berliner Taschenbuchverlag.

Völkermord ist unchristlich, so sagt man. Doch gegen den Völkermord stehen hier „heilige Männer“, die Kanonen segnen, Hexen verbrannten, Juden verfolgten und dem Führer als  „ihrem Führer“ zum Geburtstag gratulierten. Die werden schneller umfallen als Kegel beim Bowling und mit Sicherheit vor keinem Teufel schützen.

Die Prinzipien, die die Hartz-IV-Gedanken tragen, werden weitere Folgen haben. Erst gestern habe ich die neuen Wünsche der Täter entdeckt: man will an die Krankenversicherung. Die ist in der Tat auch sozialromantisch (bzw. kommunistisch), ebenso wie die Rentenversicherung, die wohl als letzter Punkt geknackt wird. Und dann … aber auch erst dann … geht das große Sterben los. Zu schlimm gedacht? Man kann vor Völkermord nicht oft genug warnen. Lieber tausendmal umsonst gewarnt als wieder einmal zu spät reagiert.

Völkermord beginnt im Kopf … das versteht man hoffentlich auch, wenn man nicht an Teufel glaubt.  Man braucht die Teufel nicht hineinlassen … sollte man denen ins Gebetbuch schreiben, die an ihn glauben.

Bekämpft man ihn im Kopf – ist er schnell erstickt. Ein Streichholz ist schneller gelöscht als ein Waldbrand.

Bekämpft man ihn zu spät … kann man wieder nur kopfschüttelnd vor den Leichenbergen stehen und sagen: Wir müssen dafür sorgen, das das nie wieder passiert.

Das haben wir schon mal gesagt – 1945. 1994 stand die UN dann in Ruanda und … mußte ein „schon wieder“ einräumen. Es war nicht das erste Mal seit dem zweiten Weltkrieg, das so etwas geschah – aber es war eine neue Qualität an Systematik, Perfektion und Grausamkeit.

Und wer meint, mit Marx und Darwin in der Hand wäre man geschützt vor Volkermord, „guten“ Linken würde das nicht geschehen … er sei an die Roten Khmer erinnert, hier  im „Spiegel“

Etwa zwei Millionen Menschen, ein rundes Drittel der Bevölkerung Kambodschas, wurden zwischen April 1975 und Januar 1979 von den Steinzeit-Marxisten der Roten Khmer abgeschlachtet, vor allem Lehrer, Ärzte, Mönche, Professoren. Diktator Pol Pot, der „Bruder Nr. 1“, und sein Komplize Ta Mok, als der „einbeiniger Schlächter“ berüchtigt, wollten eine wahnwitzige Vision verwirklichen: Die uralte Kulturnation sollte gewaltsam auf die „Stunde Null“ zurückgedreht werden, um dort anschließend ein agrarisches Utopia zu schaffen – eine Gesellschaft ohne Intellektuelle, Bürgertum oder Technik, ausgerichtet nur an den Grundbedürfnissen.

Völkermord geht auch mit den besten Absichten. Eigentlich sind so richtig gute und vor allem alternativlos richtige Grundsätze immer der erste Schritt zum Völkermord.  Das meint ja kein Täter wirklich böse. Meistens ist man ja selbst edler Kreuzritter und die anderen sind heidnische unbelehrbare Barbaren oder schmarotzende Arbeitslose oder uneinsichtige „Andere“, die entweder unreligiös oder religiös oder falsch religiös sind … oder einfach nur unnütze Esser.

Nun, wir wissen um die Prinzipien der Gewalt – jedenfalls um einige. Wir brauchen keine Teufel um zu verstehen, wie sie funktioniert, das zeigt erst jetzt wieder eine Studie im Spiegel:

„Wenn man die Ursachen von Gewalt angehen möchte, ist es wichtig, dafür zu sorgen, dass Kinder nicht Gewalt oder Diskriminierung ausgesetzt werden“, betonte Kjaerum. Eine Politik gegen Jugendkriminalität oder gegen den Terrorismus müsse daher alltägliche Situationen der Ausgrenzung junger Menschen bekämpfen.

Darf ich dann der Regierung der Bundesrepublik Deutschland die Vorbereitung eines Völkermordes oder die Unterstützung bzw. Züchtung von Terrorismus vorwerfen, wenn ich die Ergebnisse dieser Studie mit der Hartz-Gesetzgebung für Kinder abgleiche?



Religionsfreiheit, menschliche Urteilskraft und gewaltpraktizierende Realpolitik

Irren ist menschlich. Es soll ja gerade bei Bloggern ein Vorrecht geben, sich irren zu dürfen, habe ich mal gehört. Soll sogar schick sein. Nun – warum auch nicht. Das menschliche Erkenntnisvermögen ist begrenzter als sein Anspruch, die Welt erklären zu müssen.  Da geschehen auch schon mal Dinge, die … eigentlich nicht geschehen dürfen, wie hier bei Yahoo:

Eine 60-jährige Patientin in Frankreich ist dem Tod gerade noch einmal von der Schippe gesprungen: „Ganz sicher klinisch tot“ lautete der Befund eines Arztes in Bordeaux, wo die krebskranke Frau im Zusammenhang mit einer Chemotherapie zusammengebrochen war, wie der Direktor der Poliklinik, Yves Noël, am Mittwoch mitteilte.

Dies habe ein Notarzt festgestellt, der versucht hatte, die Patientin zu reanimieren. Er habe sich auch mit weiteren Medizinern beraten und den „klinischen“ Tod von Lydie Paillard dann deren Kindern telefonisch bekannt gegeben.

Die Frau, die an eine Beatmungsmaschine angeschlossen worden war, wurde später in der Universitätsklinik von Bordeaux genauer untersucht und ein Hirntod dabei ausgeschlossen. Die 60-Jährige sei dann „14 Stunden später in der Uniklinik Bordeaux aufgewacht“.

Tod und Sterblichkeit ist so eine Sache, die die Politiker gerne verdrängen – aber nicht nur sie. Wir wissen alle, das wir sterben werden … aber wir glauben nicht daran. Habe ich jedenfalls mal gehört. Zu sehr würde die Tatsache unseres sicheren Endes unsere weitreichenden Zukunftspläne stören … beziehungsweise jene Pläne, die der Dauerkonsum von uns verlangt. So neigen wir schon mal dazu, die Wirklichkeit mit Gewalt zu verändern … was natürlich manchmal bizarre Folgen hat, wie dieser Fall in der Welt beweist:

Die 55 Jahre alte Witwe, ihre beiden Töchter und der Freund der älteren Tochter waren 2005 verurteilt worden, weil sie den 52-Jährigen erschlagen, die Leiche zerstückelt und teils den sieben Hofhunden zum Fraß vorgeworfen haben sollen.

Als im März 2009 die vollständige Leiche des Mannes nahe der Donau-Staustufe beim oberbayerischen Bergheim geborgen wurde, war klar, dass die früheren Annahmen und auch die einstigen Geständnisse zum großen Teil völlig aus der Luft gegriffen waren.

Die Bedeutung Wahrheit und Wirklichkeit, von Urteil und Entscheidung wird gerade vor Gericht deutlich. Gerade hier wird auch deutlich, wie wichtig es werden kann, sorgfältig zu arbeiten und sich bewußt zu sein, welche Urteile ich wann wo wie und warum fälle. „Gott ist tot“ ist ein Urteil, das Menschen nicht fällen brauchen – und es ist sofort falsch.  Für das Gegenteil ließe sich durch vernünftige Gottesbeweise noch eine gewisse geringe Wahrscheinlichkeit errechnen, aber auch hier versagt letztlich die menschliche Urteilskraft.

Gut, das man die sechzigjährige Frau nicht schnell eingeäschert hat, gut, das man die bestialischen Täter nicht öffentlich an den Pranger gestellt hat: beides wäre selbst ein Verbrechen gewesen. Gerade im letzteren Fall kommt noch erschwerend hinzu, das … die Polizei mutmaßlich der Wahrheitsfindung nachgeholfen hat.  Sowas kommt schon mal vor, wenn man es mit Menschen zu tun hat, die sich selbst für die Krone der Schöpfung halten und einfach „wissen, was wahr ist „.

Es ist … die geistige Einstellung der Diktatur, sozusagen ihre Vorstufe. Sie kann einem auf allen Ebenen gesellschaftlichen Lebens begegnen – und sollte überall sofort bekämpft werden. Es ist das Prinzip des Urteilens (des Vor-urteilens), das letztlich in Mord, Totschlag und Versklavung mündet. Der Ausländer ist kriminell, der Jude frißt kleine Kinder, die Deutschen sind alle Nazis,  der Weltuntergang kommt 2012, Arbeitslose sind dumm, faul und versoffen … die Liste ließe sich ewig verlängern. Am Anfang dieser Auswüchse steht immer … ein dummer Kopf.  Kommen diese Dummheiten von Menschen, denen man Intelligenz unterstellen muß, dann … liegt der Schluß nahe, das man es mit Absicht zu tun hat: die Geburt einer Verschwörungstheorie, geschuldet dem Glauben an die Vernunft der Regierenden.

Dabei geben die Regierenden offen zu, das sie … oft selbst einfach nur mal so herumexperimentieren. Es scheint ja auch legitim zu sein – wenn die Fähigkeit des Menschen, korrekte Urteile zu fällen, wirklich so beschränkt ist wie die Philosophie seit Jahrtausenden behauptet, dann kann man doch auch einfach mal so draufloshandeln. Das macht man gerade in England, wie der „Spiegel“ berichtet:

Was Osborne macht, ist ein gigantisches Politik-Experiment, ein Vabanque-Spiel mit ungewissem Ausgang. „Niemand weiß, was die Folgen sein werden – auch die Politiker nicht“, vertraute ein ranghoher Mitarbeiter des Finanzministeriums der „Financial Times“ an.

Einfach mal so einer halben Million Menschen die Existenzgrundlage nehmen – mal gucken, was dann passiert. Vielleicht klappt es ja wie in Deutschland: da hat der Staat 1,2 Millionen Stellen abgebaut – und keiner hats gemerkt. Aber die darauffolgende Massenarbeitslosigkeit mußte man zwar zur Kenntnis nehmen, konnt den Bürgern aber einreden, das nur ihre eigene Faulheit daran Schuld war.

Es scheint jene konsumesoterische Philosophie des „positiven Denkens“ zu sein, von der Korporatokratie und den Kosmokraten in die Welt gesetzt, damit alle Denken, eine Welt von 12 Milliarden Milliardären, die sich alle reich gedacht haben, wäre möglich, weil die Wirklichkeit sich völlig dem menschlichen Denken und Wollen unterordnet.  Nun – auch wenn die Quantenphysik durch das Doppelspaltelement einen gewissen Einfluß von „Beobachtung“ und „Aufmerksamkeit“ auf Umwelt vermuten läßt: wir werden eine Sonne behalten – und auch einen Mond. Unserer Willkür sind da offensichtliche Grenzen gesetzt, auch wenn skrupellose Geschäftemacher da Grenzenlosigkeit propagieren.

So kann positives Denken ganz schnell zu negativem Handeln führen … und auf einmal gibt es „Geständnisse“ und „Urteile“, die das Papier nicht wert sind, auf das sie geschrieben wurden. Da darf man doch nebenbei auch mal fragen, mit welchen Methoden die Polizei hier so im Verborgenen arbeitet … mitlerweile.

Der mangelnde Respekt vor der Begrenztheit unseres Urteilsvermögens führt regelmäßig in allerschönste politische Katastophen … erst recht, wenn sich Politiker gezwungen sehen, die Wirklichkeit mit Gewalt in jene Form zu bringen, die sie sich gerade gedacht haben. Die Welt berichtet aktuell aus einem schönen Beispiel in Frankreich:

Am Montagabend boten die Abendnachrichten des Senders France 2 dadaeske Unterhaltung: Der Moderator fragte den Staatsminister für Transport, Dominique Bussereau, ob es Treibstoffmangel in Frankreich gebe. Der Minister, der in einem feudalen Regierungsbüro saß, präsentierte freudig eine frisch ausgedruckte Frankreich-Karte, die das Land in grün zeigte: Da wo Grün sei, gebe es auch Benzin, behauptete Bussereau und erklärte mit fester Stimme: „Es gibt keinen Treibstoffmangel.“

In ganz Frankreich brachen in diesem Moment die Menschen vor den Bildschirmen in schallendes Gelächter aus. Die Szene hatte etwas Ceausescu-haftes. Viele Franzosen hatten den Tag damit verbracht, eine Tankstelle mit ein paar Tropfen Benzin zu suchen. Und sofern sie eine fanden, standen sie stundenlang Schlange.

Ähnlich geht es in Deutschland den Bürgern, wenn sie die neuen Aufschwung- und Arbeitsmarktdaten erhalten. Die Pest des positiven Denkens, jener naive Glauben an die Willkürlichkeit und Beliebigkeit von Wirklichkeit, scheint inzwischen via Unternehmensberatung endlich alle Etagen der Politik in Europa erreicht zu haben.

Darf ich dazu mal eine aus Film und Fernsehen bekannte  Persönlichkeit zitieren?

2 x 3 macht 4
Widdewiddewitt und Drei macht Neune !!
Ich mach‘ mir die Welt
Widdewidde wie sie mir gefällt

So spricht die Efraimstocher Pippi Langstrumpf auf ihrer gleichnamigen Internetseite und offenbart so in Kurzform das Programm der Regierung Merkel.

Sowohl die Religionsfreiheit als auch das diffizile Verfahrenswesen deutscher Gerichtsbarkeit sind dem Glauben an die Mangelhaftigkeit menschlichen Urteilsvermögens geschuldet, beides sind unverzichtbare Bestandteile einer demokratischen Rechtskultur. Darum muß die Freiheit der Religon IMMER die Freiheit aller Religionen bedeuten.  Verbiete ich eine Religion (oder benachteilige sie), so urteile ich automatisch, das eine andere „richtiger“ ist – ein Urteil, das sich kein Mensch gerechterweise anmaßen kann.

Habe ich dann eine „richtige“ Religion (was in diesem Sinne auch für die staatlich verordnete Monokultur des Atheismus gilt)… geht das Massenmorden und Hexenjagen ganz schnell wieder von vorne los – darum brauchen wir mehr als eine Religion … und darum sollte die Gesellschaft und der Staat sich über mehr Wettbewerb freuen.

Da gewisse religiöse Anschauungen aber auch „Nebenwirkungen“ haben … nicht nur steuerlicher Art … wird man auf die Dauer nicht umhinkommen, Verfahren zur Beurteilung von Religion einzuführen.  Wer meint, die Opfer der Konzentrationslager hätten sich ihr Schicksal selbst ausgesucht um ein Karma der Vergangenheit zu sühnen … öffnet zukünftigen Tätern Tür und Tor. Jeder Mörder wird Karmahelfer. Darum setzen gerade Mörder und andere Täter solche Gedankengebilde gerne in die Welt. Um sich vor solchen gedanklichen Abenteuern zu schützen … wird es wichtig, sie wie Arzneimittel zuzulassen oder ihnen die Zulassung zu verweigern, wobei ein öffentliches Missionsverbot für nichtzugelassene Religionsformen ausreichen würde, sowohl der Religionsfreiheit gerecht zu werden als auch den Schaden durch „Nebenwirkungen“ zu minimieren.

Schön wäre es … wenn es so etwas auch für politische Experimente geben könnte. Ein Gremium, das politische Strömungen und Positionen auf Nebenwirkungen untersucht und Parteien, die „wer nicht arbeitet soll auch nicht essen“ auf ihre Fahnen schreibt die Zulassung entzieht.  Oder ein Gremium, das die „Therapien“, die Politiker für das Volk verordnen,  erstmal – wie Medikamente – umfangreichen Studien und Tests unterzieht, sowie ein Medikament vor der Zulassung umfangreich geprüft wird. So könnte man manchen Amoklauf durch Verbot des Privatfernsehens verhindern, wie die Seite grenzwissenschaft-aktuell berichtet:

TV-Serien, Filme und Videospiele mit gewaltverherrlichendem Inhalt können gerade, aber nicht nur, Teenager desensibilisieren und fördern zudem aggressives Verhalten. Zu diesem Schluss kommt eine US-Studie und liefert erstmals die neurologischen Grundlagen für das bereits zuvor festgestellte gesellschaftliche Phänomen.

Wenn die schon schädlich sind …. wie schädlich ist dann erst gewaltpraktizierende Realpolitik?

Völlig unschädlich … wenn man den Regierungen Europas glauben darf. Hat gar keine Nebenwirkungen und wird bedenkenlos geschluckt.

Wer möchte – und es bezahlen kann – kann sich möglicherweise dann bald laut Spiegel Westerwelle, Merkel oder Seehofer als Original ins Wohnzimmer stellen – die müssen nur vorher sterben, dann geht das:

Die Preise stehen offenbar schon fest: Ein plastinierter Körper soll 69.615 Euro kosten, ein Torso ist für 56.644 Euro zu haben, ein Kopf für 22.015 Euro.

Na ja, ich wette mal: mit „Promis“ geht das nicht. Verwurstet werden andere. Eine Nebenwirkung der Religion „Atheismus“: der Mensch wird Matsch und schutzlos allen (eben auch den perversen) Interessen ausgeliefert.  Wenn „Mensch“ nur „Tier“ ist, dann darf man ihn auch schlachten und ausschlachten.

Es wird Zeit, das die Menschheit erwachsen wird, ihre Freiheit erkennt – und ihre Grenzen aktzeptiert.  Wir brauchen dann auch keine Götter und Priester mehr … aber so haben wir ja auch mal angefangen: „Du sollst Dir kein Bild machen von Gott deinem Herrn“.

Wollte nur keiner hören … die Markt- und Machtchancen waren einfach zu verlockend. Das werden sie auch bei der Leichenverwertung …. und anderen gewaltpraktizierenden Erscheinungen der Realpolitik sein.

Ob man bald seine Kinder für Plastinate verkaufen muß, um sein Hartz-Geld zu kriegen? Der Markt testet ja gerade schon Preise …


Esoterik, Geisterspuk, Marx und die Gesundbeter

Kaum ein Feld betrete ich ungerner als das der Esoterik. Und kaum ein Feld ist nötiger zu betreten als gerade dies. Gerne würde ich dem Religionswissenschaftler Harmut Zinser folgen, hier bei Wikipedia zitiert:

So schreibt der Religionswissenschaftler Hartmut Zinser in einer Aufklärungs-Broschüre der Hamburger Innenbehörde: „Über ein Verborgenes können eigentlich keine Aussagen gemacht werden, dann wäre es kein Verborgenes mehr. Anhänger des Okkultismus und der Esoterik aber machen genau dies. Sie schreiben dem Unbekannten und Verborgenen bestimmte Eigenschaften zu, beispielsweise die Wirkung von Geistern, Toten, anderen Lebenden oder eines Weltbewusstseins usw. zu sein. Es ist dies der Grundfehler der Esoterik und des Okkultismus, dass er über ein tatsächliches oder angenommenes Unbekanntes Aussagen macht. Wenn immer es möglich ist, diese Aussagen zu überprüfen, stellt sich heraus, dass die esoterischen Aussagen über ein Unbekanntes und Verborgenes falsch, unnötig und irreführend sind. Esoteriker wie Okkultisten ertragen offensichtlich die Tatsache nicht, dass uns Menschen vieles unbekannt und verborgen ist und schreiben sich ein Wissen und auch Macht über das Unbekannte und Verborgene zu. Dies mag ihren Wünschen entsprechen, nicht aber der Wirklichkeit.“[70]

Genauso gut könnte er diese Zeilen aber den Naturwissenschaften ins Heft schreiben, die auch dem Unbekannten und Verborgenen bestimmte Eigenschaften zuschreiben, nämlich NICHT die Wirkung von Geistern, Toten, anderen Lebenden oder eines Weltbewußtseins zu sein. Wann immer es möglich ist, diese Aussagen zu überprüfen, stellt sich heraus, da die naturwissenschaftlichen Aussagen über ein Unbekanntes oder Verborgenes falsch, unnötig und irreführend sind. Naturwissenschaftler wie Materialisten ertragen offensichtlich die Tatsache nicht, das uns Menschen vieles unbekannt und verborgen ist und schreiben sich ein Wissen und auch Macht über das Unbekannte und Verborgene zu. Dies mag ihren Wünschen entsprechen, nicht aber der Wirklichkeit.

Wenn man in einer Kritik die Hauptworte austauschen und durch ihr Gegenteil ersetzen kann, ist die Kritik gegenstandslos. Das hätte auch die Hamburger Innenbehörde merken müssen, die mit dem Geld der Steuerzahler eine somit dogmatische und den Grundsätzen menschlicher Freiheit (und auch der staatliche garantierten Religionsfreiheit) zuwiderlaufende Schrift finanziert hat.  Dabei gäbe es eine Kritik, die fundiert wäre – und auch bei Wikipedia genannt wird – eine Kritik, die auch die Variationen und Dimensionen von Esoterik begiffen hat:

Viele Kritiker, aber auch manche Esoteriker selber beklagen einen „Supermarkt der Spiritualität“:[72] Verschiedene, teils widersprüchliche spirituelle Traditionen, die über Jahrhunderte in unterschiedlichen Kulturen der Welt entstanden, würden in der Konsumgesellschaft zur Ware, wobei sich verschiedene Trends und Moden schnell abwechselten („gestern Yoga, heute Reiki, morgen Kabbala) und als Produkt auf dem Marktihres eigentlichen Inhalts beraubt würden (Lifestyle). Dieser Umgang sei oberflächlich, reduziere Spiritualität auf Klischees und beraube sie ihres eigentlichen Sinnes.

Dabei ist aber wiederum auch verblüffend, was alles in einen Topf geworfen wird. Yoga empfiehlt auch mein Orthopäde, es ist die Königsdisziplin der Rückengymnastik. Das jetzt Staat und Kirche Yoga verbieten wollen, verwundert mich aber nicht: an Schmerzen verdienen beide. Reiki kenne ich nicht (und möchte es auch nicht kennenlernen), die Kabbala ist ein komplexe Farben- und Formenlehre, die den Ausfluß Gottes in die Welt beschreibt – ein elementarer Bestandteil jüdischer Mystik. Das zu verbieten lohnt sich auch, wer sich damit beschäftigt, konsumiert nicht mehr und zahlt vielleicht auch keine Kirchensteuer.

Kein Wunder, das auch die Kirche gegen Esoterik wettert (nach Wikipedia, gleicher Ort):

Gott kann seinen Propheten und anderen Heiligen die Zukunft offenbaren. Die christliche Haltung besteht jedoch darin, die Zukunft vertrauensvoll der Vorsehung anheimzustellen und sich jeglicher ungesunder Neugier zu enthalten. (…) Sämtliche Formen der Wahrsagerei sind zu verwerfen: Indienstnahme von Satan und Dämonen, Totenbeschwörung oder andere Handlungen, von denen man zu Unrecht annimmt, sie könnten die Zukunft „entschleiern“. Hinter Horoskopen, Astrologie, Handlesen, Deuten von Vorzeichen und Orakeln, Hellseherei und dem Befragen eines Mediums verbirgt sich der Wille zur Macht über die Zeit, die Geschichte und letztlich über die Menschen, sowie der Wunsch, sich die geheimen Mächte geneigt zu machen. Dies widerspricht der mit liebender Ehrfurcht erfüllten Hochachtung, die wir allein Gott schulden. Sämtliche Praktiken der Magie und Zauberei, mit denen man sich geheime Mächte untertan machen will, um sie in seinen Dienst zu stellen und eine übernatürliche Macht über andere zu gewinnen – sei es auch, um ihnen Gesundheit zu verschaffen –‚ verstoßen schwer gegen die Tugend der Gottesverehrung.[64]

Also die „guten“ Esoteriker gegen die „bösen“ Esoteriker. Der Wille zur Macht über die Zeit, über die Geschichte und letztlich über die Menschen ist doch auch Antrieb der Kichenpolitik der letzten zweitausen Jahre gewesen – warum sollte man sie anderen vorwerfen? Nun – aus einem einfachen Grund. Wer Macht will, braucht Menschen. Viele Menschen. Der Sucht nach Macht entspringt auch die Religionskritik von Marx, die in erster Linie Kritik gegen die „Tugend der Gottesverehrung“ ist:

Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüth einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks.

Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks. Die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammertales, dessen Heiligenschein die Religion ist. “

Quelle: Wikipedia

Dabei bedient sich Marx der gleichen Prinzipien, mit der auch die Kirche ihre Schäfchen im Stall hält: Folgt mir und ich werde Euch ins Paradies führen. Sein Paradies ist die klassenlose Gesellschaft, die im Detail der Paradiesvorstellung der Kirche entspricht – beide liegen im Jenseits, das marxistische Paradies in unerreichbarer Zukunft, das kirchliche Paradies im unerreichbaren Himmel hinter den Himmeln, beide gelten aber mit viel Arbeit auch auf Erden als erreichbar, wobei der christliche Weg der einfachere ist:

Gehe hin, verkaufe alles, was du hast, und gib’s den Armen,

Quelle: Bibeltext

Das darf man keinem Christen in diesem Land ernsthaft vorschlagen, weshalb das Christentum an der gleichen Krankheit leidet wie der revolutionäre Marxismus, hören wir dazu mal Trotzki, einen Revolutionär der ersten Stunde:

Die durch und durch philisterhafte, unwissende und einfach dumme Hetze gegen die Theorie der permanenten Revolution entsprang gerade diesen psychologischen Quellen. Bei einer Flasche Wein oder auf dem Heimweg vom Ballett sprach ein selbstzufriedener Bürokrat zu dem anderen: „Der hat immer nur die permanente Revolution im Kopfe.“ Eng damit verbunden sind die Anschuldigungen wegen meiner Ungeselligkeit, wegen meines Individualismus, Aristokratismus und so weiter. „Aber doch nicht immer und nicht alles nur für die Revolution, man muß auch an sich denken“ – diese Stimmung wurde übersetzt mit: „Nieder mit der permanenten Revolution“ Der Widerstand gegen die theoretischen Ansprüche des Marxismus und die politischen Ansprüche der Revolution nahm für diese Menschen allmählich die Form des Kampfes gegen den „Trotzkismus“ an. Unter dieser Flagge vollzog sich die Entfesselung des Kleinbürgers im Bolschewik. Darin eben bestand mein Verlust der Macht, und das ergab die Form, in der dieser Verlust erfolgte.

Quelle: marxists.org

Das hier Religion als Opium des Volkes empfunden wird, ist klar: wie bei der Esoterik geht es um Macht über Menschen. Aber da tun sich Christen, Esoteriker und Marxisten überhaupt nichts, in ihren Zielen sind sie sich da einig: alle wollen ins Ballett. Die einen sind schon drin, die anderen wollen auch hinein, weshalb das Proletariat die Diktatur ausrufen muß:

Das Proletariat (ursprünglich im nicht-marxistisch vom lat. proletarius „der untersten Volksschicht angehörend“) bezeichnet die mit der Entwicklung des Kapitalismus und der Industrialisierung entstandene neue Klasse von abhängig Beschäftigten in den aufkommendenManufakturen und Fabriken. Marx definiert den Proleten als doppelt freien Lohnarbeiter: Frei von Leibeigenschaft, also im Besitz seiner selbst und „frei“ von Produktionsmitteln, die ihm ein Überleben durch Arbeit sichern könnten.

Quelle: Wikipedia

Heute, mit der Erfahrung der Korporatokratie, der weltweiten Diktatur der Konzerninteressen im Hintergrund, sehen wir die Fronten noch deutlicher, die sich im 19.Jahrhundert schon abzeichnen: alle Revolution führte nur dazu (und sollte einzig diesem Zwecke dienen) dem Intellektuellen einen besseren Platz am Fleischtopf der Konzerne zu sichern. Hatte er den inne, baute er auch den Ford in Lizenz. War Religion Opium fürs Volk, so war es der Marxismus erst recht. Der Marxist braucht den Konzernarbeiter um einen Sitz im Vorstand zu bekommen – und nur darum geht es. Marxismus gegen Kapitalismus war eine Lüge – von Anfang an. Es ging nur um eins: die Ausbreitung der Konzernherrschaft und die Mobilisierung der Massen zu diesem Zweck, weil die Konzernherrschaft eine weltweite Ausbreitung des westlichen Feudalismus versprach, der sich „der Arbeiter“ gerne anschloß. Sein Engagement (und das der Gewerkschaften)  gegen die Agenda 2010 war dementsprechend … entlarvend.

Und doch hatten alle drei Großmächte und Fangarme der Korporatokratie einen gemeinsamen Feind, gegen den sie heute noch vorgehen: die Esoterik. Der friedliche meditierende Zen-Buddhist auf der Bergspitze läßt sich nicht in revolutionäre Masse umwandeln, noch in Produktivkapital, noch in Kirchensteuer, der Medizinmann der Sioux führt den Kampf gegen die Eisenbahn und die Fabriken des weißen Mannes nicht aus territorialen Ansprüchen heraus, sondern weil nach seiner Überzeugung die Kultur des weißen Mannes zur Vernichtung der Welt führt, die Indianer des Amazonasbeckens führen ihren Krieg, weil ihnen das Leben des Waldes heilig ist.  Darum brachte die US-Armee gezielt die Medizinmänner um – nicht die Kriegshäuptlinge, darum sterben auch heute noch weltweit die „heiligen“ Männer des Volkes – und darum führen in der Eifel die Gesundbeter und dörflichen Heiler ein Leben im Verborgenen.

Was können die Gesundbeter? Schmerzen nehmen – gerade die Schmerzen von Brandwunden. Sie können Blutungen stillen, gerade bei schweren Verletzungen. Ärzte schwören darauf, schicken ihre Patienten lieber zum Heiler als ins Krankenhaus. Überraschend für mich war, das ich die einige der Ärzte persönlich von früher kenne – und jetzt ihre andere Seite kennenlerne. Überraschend ist auch, das ich – nach zwanzig Jahren – ein Fremder bin, dem man mit Zurückhaltung begegnet. Die Angst ist groß – vor der Kirche, vor dem Staat, vor den Medien – kurz: vor den Herrschern der Welt.

Mitten in Deutschland (und dann noch in der Eifel) solcher Angst zu begegnen, betrübt. Man berichtet mir von Heilern, gibt mir sogar Daten zu Kontaktpersonen (wenn ich mal persönlich was brauchen sollte) … aber jene Plätze, die Migräne heilen, verrät man mir nicht.  Überraschend ist – in unserer ach so freien, ach so aufgeklärten Gesellschaft gibt es schon viel Literatur über diese Phänomene – doch keine Konsequenzen hinsichtlich ihrer Nutzbarmachung für die Menschen.

Stattdessen überschwemmt man den Markt mit US-amerikanischer Wischi-Waschi-Esoterik, die die Menschen immer weiter in die Fangarme der Korporatokratie führt.

Nun – ich halte mein Versprechen, erzähle nichts über Gesundbeter…. nur etwas über ihr Weltbild. Grob und unpersönlich.  Es ist das älteste Weltbild der Menschheit, dem man dort begegnet, es ist die Welt der Hindu, der Buddhisten, der alten Juden, der Urchristen. In ihr ist Gott keine durch die Bibel vermittelte Annahme, sondern eine lebendige, erfahrbare Realität – wie auch die Dämonen. Es ist das alte, schamanische Weltbild, das sich hier offenbart – weil es Wirklichkeit ist. Keine Wahrheit – nur Wirklichkeit. Es ist ein Weltbild, das der Realität von Menschen sehr gerecht wird, denn wir Menschen sind alle auf einer „esoterischen“ Reise. Sie beginnt mit der Geburt und endet mit dem Tod – wir kommen aus der Welt der Rästel und gegen in eine Welt der Rätsel, was uns eine gewissen Gelassenheit angesichts der aktuellen Politik verleihen kann, eine Gelassenheit, die man gut gebrauchen kann, um angesichts des Wahns nicht selbst zur Bestie zu werden. Es ist die Aufgabe des Heilers, den Menschen auf dieser Reise vor Schaden zu bewahren,  wie es die Aufgabe des Philosophen sein sollte, ihn vor der Manipulation zu schützen … und die Frage zu stellen: wo ist der Platz der Vegetarier beim Kampf um die Fleischtöpfe?

Wenn wir Fronten in dieser Welt ziehen wollen, wenn wir die Welt als Kampf von Ideen verstehen wollen, so verläuft die Front der Auseinandersetzung anders. Es ist der Kampf des Indianervolkes am Amazonasbecken gegen die Ölindustrie.

Auf der einen Seite Menschen, die glücklich und zufrieden mit drei Stunden Arbeit am Tag im Paradies leben, auf der anderen Seite eine gigantische Maschinerie, die das Paradies verspricht … in Zukunft, im Jenseits, im Himmel, in der Utopie, mit einem zehn-Stunden-Arbeitstag in der Betonwüste am Stadtrand von Bitterfeld.  Die einen leben nachhaltig, gesund, umweltverträglich und schützen sich erfolgreich vor bösen Geistern, die anderen schützen sich nicht … und werden selbst zu bösen Geistern, die die Welt ausplündern und vernichten.

Es ist letztendlich der Mythos des Kampfes des Zauberers gegen die seelenlosen Ungeheuer – und er erscheint aktueller denn je.

Dort, wo Esoterik Wirklichkeit wird, wird sie zur Gefahr für die herrschenden Kasten … von denen es halt nicht nur eine gibt.  Sie ist geeignet, den Mob zu demobilisieren, den Menschen zu sensibilisieren, seine Aufmerksamkeit zu schärfen, seinen Horizont flexibel zu erweitern und ihn unabhängig zu machen von den Heilsversprechen der Kosmokraten aller Art …. und das stört den Kirchenmann, den Revolutionär und den Kapitalisten – man braucht ja den Mob, um ins Ballett zu kommen.

Und was den Geisterspuk generell angeht: den Luxus, nicht an ihn zu glauben, kann man sich nur erlauben, wenn man noch keinem begegnet ist. Das unterscheidet Kant von Goethe, Darwin von Jung. Allerdings hatte Kant einen gewissen Respekt davor, er meinte nur: das geht uns nichts an. Auch das ist eine Grundüberzeugung der Medizinmänner und zauberkundigen Heiler.

Es gibt übrigens eine möglicherweise hilfreiche Richtschnur im Umgang mit Esoterik, falls man nun doch dem Rat von Kant (und Castaneda – doch das ist ein anderes Thema) nicht folgen möchte: Esoterik im ursprünglichen Sinne ist kostenlos und ideologiefrei. Wer Geld nimmt oder Führerschaft beansprucht, ist ein Heuchler. Todsicher. Wer Reklame für sich macht, auch. Darum darf man ruhigen Gewissens die Abteilung „Esoterik“ in der Buchhandlung meiden, alles, was relevant ist, findet sich bei Platon – und mehr braucht kein Mensch.

Gott, der Papst, der Steinbrück und die Zukunft Deutschlands

Sich Gedanken über die Zukunft zu machen ist immer ein heikles Geschäft und ähnelt der Wetterprognose. Zudem spielt ein Faktor eine Rolle, der beim Wetter nie …. oder fast nie …. eine Rolle spielt: Geschichte wird nur von Menschen gemacht und Menschen sind launig, wankelmütig, wechselhaft und unzuverlässig.  Vielleicht treten ja morgen alle in die Kirche ein und die Welt wird ein Paradies?

„Die Katholiken in Großbritannien und auf der ganzen Welt werden sich weiter dafür einsetzen, Brücken der Freundschaft zu anderen Religionen zu bauen sowie Fehler und Wunden der Vergangenheit zu heilen“, sagte Benedikt am Freitag in London vor führenden Vertretern anderer Religionen.

„Sobald ein solcher Respekt und eine solche Offenheit bestehen, werden die Menschen aller Religionen gemeinsam wirksam für den Frieden und das gegenseitige Verständnis arbeiten und so vor der Welt ein erstrebenswertes Zeugnis geben“, fügte das Kirchenoberhaupt an.

Glaubt man dem Papst, so ist es nur ein kleiner Schritt, der zum Frieden nötig ist:

In seinen langen Ausführungen vor etwa 2000 Zuhörern hob Benedikt den Glauben als Partner einer an Vernunft orientierten Gesellschaft hervor und bekräftige seine Forderung nach einem ethischen Handeln in Politik und Wirtschaft auch im Kampf gegen Hunger und Armut. „Die Religion ist für die Gesetzgeber nicht ein Problem, das gelöst werden muss, sondern ein äußerst wichtiger Gesprächspartner im nationalen Diskurs.“

Besorgt sei er darüber, „dass die Religion und besonders das Christentum in einigen Bereichen zunehmend an den Rand gedrängt werden, auch in Ländern, die großen Wert auf Toleranz legen.“ Manche sprächen sich dafür aus, die Stimme der Religion zum Schweigen zu bringen oder wenigstens ganz auf die Privatsphäre zu beschränken, sagte er mit Blick auf atheistische Strömungen im Land.

Quelle: Spiegel-online

Die Methode, mit der man Öffentlichkeit manipuliert, ist ziemlich einfach und wird weitläufig gelehrt. These aufstellen, Gegenthese zulassen, Synthese genießen.

Seit zweitausend Jahren arbeitet die Kirche nun für den Frieden. Die Ergebnisse sind … vorsichtig ausgedrückt – beunruhigend.

Vielleicht liegt das darin begründet, das „Kirche“ und „Religion“ zwei völlig verschiedene Dinge sind? Nehmen wir … die Bibel.  Neben Tolkiens „Herr der Ringe“ das meistverkaufte Buch der Welt. Was ist die Bibel? Eine Sammlung von Erzählungen (überarbeitet und den Erfordernissen der Kirche und der Zeit angepaßt) der Begegnungen von Menschen mit etwas, das sie „Gott“ nennen.

2 Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus.
3 Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.
4 Du sollst dir kein Gottesbild machen und keine Darstellung von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde.
5 Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir Feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation;
6 bei denen, die mich lieben und auf meine Gebote achten, erweise ich Tausenden meine Huld.

Quelle: Wikipedia

Vor dreitausend Jahren war das … die Aufforderung zum Atheismus. Aus dem Grund glauben heute ja noch viele, das die Juden mit dem Teufel im Bunde sind. Aber … die haben ja auch Christus umgebracht. Weiß man ja.

Geht man nun in eine katholische Kirche, so findet man: ein Gottesbild. Hängt tot von Kreuzen herab. Weil die Protestanten Gebote nicht nur predigen sondern auch einhalten wollten, haben sie die Leichen von den Kreuzen entfertn.

Aus philosophischer Sicht ist es eine Weise Erkenntnis. „Mach´ Dir kein Bild von Dingen, von denen Du keine Ahnung hast“ – hört sich auch heute  nicht verkehrt an.

In Zeiten, wo der „Fortschritt“, der „Wohlstand“, die „Arbeit“ und der „Arbeitsplatz“ quasi religiöse Elemente sind und sich alle einer „unsichtbaren Hand des Marktes“ unterwerfen, sogar noch weiser.

Nun ist die Bibel ja von Priestern gesammelt worden und voll von Menschen, die selbst persönlich mit Gott gesprochen haben. So etwas geht. Machen auch heute noch viele – nur nicht bei den Katholiken, denn dort … ist der Papst zwischengeschaltet worden. Als Stellvertreter Christi auf Erden quasi Gottes Stiefsohn. Und der Sohn hat ja gesagt, was Sache ist:

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

DAS zentrale Gebet. Milliardenfach aufgesagt. Ganz einfache Botschaft: was ICH will, ist nicht zu wichtig. Was Gott will, ist wichtig. Und er wird selbst am Besten Wissen, was er will.

Kurz: irgendwo da draußen (oder tief drinnen) exisitiert der lebendige Urgrund allen Seins und will seine Ruhe haben. Er will sein eigenes Ding durchziehen und verbietet den Menschen ausdrücklich, sich detalliert mit ihm zu beschäftigen. Man darf zu ihm beten … muß sich aber immer gegenwärtig sein, das es SEIN Wille sein soll, der geschieht – und nicht der Eigene.

Religion und Atheismus sind somit kein Gegensatzpaar – und da wird auch der Erkenntnistheoretiker glücklich, der weiß, das Urteile in jeder Art in diesen Gefilden eine Lüge sind.

Er ist ja auch mit wenig zufrieden. Es sind ja keine Horrorgebote, die er uns auferlegt: nicht stehlen, nicht morden, nicht lügen und was ihm da noch so einfällt: sind doch alles Sachen, die auch außerchristlich weltweit verboten sind. Hätte er uns eigentlich nicht noch extra sagen müssen. Ganz wichtig jedoch ist ihm … die Freiheit des Menschen. Ganz sauer wird er, wenn man „anderen Göttern“ hinterherrennt. Klar – folgt man seinen Gedanken, dann gibt es die anderen ja gar nicht. Und außerdem hat er den Menschen wohl absichtlich so geschaffen, das er Göttern nicht hinterherrennen braucht. Er kann frei und ungebunden sein eigenes Dingen durchziehen.

War eigentlich alles mal ganz funktionabel eingerichtet, will mir scheinen. Da ist ich auch kein Platz für eine Kirche. In dem Heldenepos „Der Herr der Ringe“ finden sich deshalb auch kaum Götter. Eigentlich kommt er ganz ohne aus, obwohl Tolkien (der selbst ein gläubiger und überzeugter Katholik aus England war) Zauberer, Elben, Zwerge, Drachen und eine Vielzahl übler Ungeheuer auferstehen läßt … beziehungsweise eine Unmenge europäischer Mythen in seinem Epos zu einer einzigen Bilderwelt vereint. Letzteres ist vielleicht auch der Grund für seinen Erfolg … irgendwo dürfte uns das alles irgendwie bekannt vorkommen. Nur einmal wird eine Kirche erwähnt: im „Silmarillion“, so einer Art Genesis für Mittelerde, findet sich ein Tempel für einen bösen Gott (der aber eigentlich nur ein gefallener Engel ist – aber Tempel bleibt Tempel).

Sogar das Wochenende hat Gott erfunden.

Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du, dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin, dein Vieh und der Fremde, der in deinen Stadtbereichen Wohnrecht hat.

Noch nicht mal Sklaven, Tiere oder Gastarbeiter sollen da malochen. Sollte man mal dem Bundesverband der Deutschen Industrie über die Eingangstüren ihrer Konferenzsäle hängen. Aber auch die Kirchen selbst huldigen gerne anderen Göttern:

Nur: Zum Angebot der katholischen Bank zählt der Investmentsparplan Uniprofirente, dessen Gelder bei Uniglobal investiert werden. Zu dessen Werten gehörten in diesem Jahr neben Tabakkonzernen die Rüstungsfirma BAE Systems, die von Atom-U-Booten bis zu Jagdbombern weltweit ein komplettes Waffenarsenal anbietet, und bis vor kurzem der langjährige Streumunitionshersteller Lockheed Martin. Peinlich auch das Bild des aktuellen BKC Treuhand Portfolio: Dessen jüngster Halbjahresbericht weist Alkoholwerte wie Carlsberg und Unternehmen wie Walmart aus, die wegen ihrer Arbeitsbedingungen massiver Kritik ausgesetzt sind.

Quelle: Spiegel-online

Was bleibt uns Menschen da übrig, wo These (Religion – Kirche) und Antithese (Atheismus – Materialismus) beide das gleiche Ergebnis haben: die Welt wird Hölle. Zumindest für die geistig Armen, die dem Sohn Gottes mal so wichtig waren. Na, vielleicht hat er damals schon gewußt, das die mal über sein werden:

Was die Menschen in 20 Jahren bedroht

Die unter der Leitung des Zukunftsforschers Georges T. Roos erstellte Studie zeigt nicht ganz überraschend vor allem eines: Das Leben wird komplizierter. Wir müssen uns in einer komplexen Welt zurechtfinden, in der Informations- und Kommunikationstechnologie den Alltag noch stärker prägen werden. Das Leben wird weiter beschleunigt. Kopfarbeit wird körperliche Arbeit noch mehr ablösen; die Anforderungen an die Arbeitnehmer steigen, der Leistungsdruck wird zunehmen. Klar ist, dass diese Veränderungen und Anforderungen krank machen können.

Quelle: NZZ Online.

Für die, deren mentale Kompetenz nur zum Bauer reicht, wird kein Platz mehr da sein. Die Zukunft wird ein kleiner Hamsterkäfig, in dem immer weniger immer schneller rennen müssen. Das das auf die Dauer nicht gutgeht, weiß auch der Herr Steinbrück:

Der Ex-Finanzminister wirft den Blick in den Abgrund bei der Finanzkrise. Er empört sich über Verkommenheit von Teilen der Wirtschaftselite und mangelnde Standfestigkeit der politischen Klasse. Der Sozialstaat bisheriger Prägung wird zum Auslaufmodell erklärt.

Quelle: Welt-online

„Auslaufmodell Sozialstaat“ … denkt man reflexhaft gleich an Arbeitslose. Doch um diese verschwinden kleine Minderheit geht es nicht. Es geht um die Kranken und Alten, die zu teuer werden, wenn sich an dem System nichts ändert. In einer Welt, die von Menschen mit christlichen Werten regiert wird, bräuchte man sich keine Sorgen machen. Aber offensichtlich hat Peer Steinbrück als Politiker andere Erfahrungen gemacht.

„Wir sind nicht ausreichend auf die Zukunft vorbereitet. Unser Fundament hat Risse. Die schlechteren Tage der letzten Jahre könnten auf lange Sicht die besseren gewesen sein.“

Für diese eher düsteren Vorahnungen bleibt Steinbrück den Beweis aus seiner Sicht nicht schuldig. Mit größter Sorge betrachtet er die eklatanten Entscheidungsdefizite der Europäischen Union. Anhand von Beispielen zeigt er auf, wie Europa gegenüber Amerika und vor allem gegenüber China immer weiter an Kompetenzen, Fähigkeiten und Einfluss verliert. Er nimmt tektonische Verschiebungen der politischen und ökonomischen Zentren auf dieser Welt wahr und geht vor allem mit den Europäern und Amerikanern hart ins Gericht.

Diese Art von Sozialdemokratie jedenfalls fordert heraus und verdient Respekt.

Quelle: Welt-online

Das letzte Lob kommt von: Friedrich Merz. Kein Unbekannter in der politischen Welt. Eng verbandelt mit der Atlantikbrücke, die im Auftrag der Kosmokraten (siehe Jean Ziegler)  und der Korporatokratie (siehe John Perkins) die Ausplünderung Europas, Asiens, Afrikas, Australiens und … nicht  zuletzt … ganz Amerikas vornehmen, dabei im Laufe der Jahrzehnte wirtschaftliche Systeme aus dem Gleichgewicht bringen und sinnlos zerstören, was den Tod von hunderten von Millionen von Menschen zur Folge hat. Und dabei haben sie gerade erstmal angefangen, sich auszudehnen, befinden sich noch in einem recht frühen Stadium der Ausbreitung.

Stehlen, Morden, Lügen … alles kein Problem. Man will ja kein Weichei sein.

In der Gestalt des modernen Konzerns ist uns ein neuer Gott erwachsen, an den wir glauben müssen, weil er sich die Welt angeeignet hat. So wie uns die Vorsehung Hitler geschickt hat, hat uns die unsichtbare Hand des Marktes den Konzern geschickt … will man uns jedenfalls glauben machen.

Konzerne … sind als gesellschaftliche Akteure Psychopathen. Der kanadische Film „Corporation“ untersucht dieses Ungeheuer, das Monarchie, Kirche und Kommunistische Partei gleichermaßen ersetzt hat (und deshalb auch in China problemlos Fuß fassen kann).  Das Ergebnis: Konzerne sind als gesellschaftliche Akteure geistig kranke Psychopathen – aufgrund ihrer Konstruktionsparameter können sie auch nie etwas andere sein.

Aus der Sicht der Religion haben sie sogar noch mehr ersetzt: sie sind an die Stelle Gottes getreten indem sie sich die ganze Schöpfung zu eigen machen. Was wir essen, was wir trinken, der Boden auf dem wir gehen, die Struktur unseres Alltages, unser Leben von der Geburt bis zu Tod: alles minutiös durchgeplant und auf maximale Rendite getrimmt.  Noch nie gab es in der Geschichte der Menschheit eine Macht, die so sehr den Alltag der Menschen bestimmt hat und der man so wenig entkommen konnte.

Na ja, das Alte Testament hatte uns ja schon mal gewarnt: das wird nicht gut gehen.

Am Ende der Geschichte wartet auf uns eine Welt, in der nur noch diejenigen Überleben können, die sich für die Profite der Konzerne maximal abstrampeln können. Wer schwächelt … fliegt aus der Kurve.

Das sollte man mal mit dem Papst diskutieren. Der Islam hat deshalb soviel Zulauf, weil seine Bürger die teuflische Macht der Korporatokratie deutliche spüren – dort wirkt sie noch mit größerer Gewalt als hier, wo sie sich flächendeckend durchgesetzt hat.  Die Kirche hat da weniger Zulauf, weil sie selbst Konzern geworden ist … der älteste Konzern der Welt. Ware? Dieselbe wie Disney. Gottesbilder.

Was ich mir von der Kirche in Zukunft wünschen würde? Das sie ihren Job macht und den Menschen lehrt, mit Gott zu sprechen. Mit ihm – nicht über ihn. Soll ja möglich sein – die Bibel ist voll von solchen Geschichten.  Oder das sie wenigstens über die Gefahren des Götzendienstes aufklärt … aber dazu müßte sie ihn erstmal selber sein lassen. Ich kann allerdings nicht ausschließen, das es der Rendite schaden würde … und das die Guttenbergs dieser Welt bei der Auswahl ihrer Dorfpfarrer strengere Maßstäbe anlegen würden, wenn diese Anfangen, ihren Gott ernst zu nehmen.

Und wer den Bogen so spannen will … aus dieser Perspektive sind „Kosmokraten“ Satanisten – auch ganz ohne Kutte, persönliche Menschenopfer und erotische Rituale.  Allerdings kennt die christliche Religion eigentlich keinen Teufel. Jedenfalls nicht den, den Hollywood uns jedes Jahr in neuen Variationen zeigt.

Bekenntnisse eines Economic Hitman, die Korporatokratie, der Widerstand und die Liebe der Menschen

Ich sage es besser gleich vorne weg: John Perkins Buch „Bekenntnisse eines Economic Hit Man“ hat Schwächen.  Es gibt einige logische Brüche in seinen Erlebnissen, seinem Lebenslauf und seiner Arbeitsbeschreibung, die man vielleicht gerne überliest, weil das Thema so brisant ist. Ich kann nicht beurteilen, was in diesem Buch wahre, erlebte Geschichte ist, weil der Autor auch jahrzehntelang sein Geld durch tarnen, tricksen und täuschen verdient hat.  Manches wirkt seltsam naiv in seinem Buch (zum Beispiel die Geschichte über seine verschiedenen, von seinem Auftraggeber angefertigten Lebensläufe), andererseits fehlt die klare Verbindung – SEINE klare Verbindung zur politischen Welt in den USA.

Was er aber geschaffen hat, ist: einen Begriff. So sind wir Menschen halt: wir brauchen Begriffe, um uns über Phänomene austauschen zu können. Haben wir die Begriffe nicht, erkennen wir das Phänomen nicht. Korporatokratie, die Herrschaft der Konzerne, ist etwas, das wir täglich bemerken, kaum ein Tag vergeht, wo ihre Anschläge nicht sichtbar werden:

So langsam denke ich merkt es jeder: es wird eng auch in diesem Land. Gestern erstmal wieder den gesamten Sozialhilfeetat einer einzigen Bank zusätzlich in den Rachen geschoben und heute schon kommt der Hinweis: es könnte noch viel mehr werden:

Hypo Real Estate hat 80 Milliarden in PIIGS-Staaten stecken

Die Hypo Real Estate ist weiter stark in den schuldengeplagten EU-Ländern tätig. Damit ist sie wie keine andre Bank von einer Staatspleite oder einzelnen Ausfällen bedroht.

Quelle: Wirtschaftsblatt.at

Das Spiel der Ausplünderung ganzer Volkswirtschaften läuft also weiter. Was eben so weiter läuft: die Bildung und Ausbildung einer Kosmokratenkaste in Deutschland, etwas das früher aus gutem Anstand und Sitte heraus noch nichtmal gedacht worden wäre, läuft heute als Selbstverständlichkeit: Parteispitzen gehen in Konzerne, Konzerne schicken Mitarbeiter zur Gesetzesentwicklung in die Ministerien und über allen folgenden Transaktionen wacht der Bankenclan.

Perkins nennt diese Herrschaftsform Korporatokratie, Jean Ziegler ihre Akteure Kosmokraten. In Deutschland können wir einige Namen dieser Clique nennen, die schon Günter Ogger in seinem Werk „Nieten in Nadelstreifen“ kritisiert hat, wir kennen (zum Teil) ihre Netzwerke, ihre Medienmacht und ihre gesellschaftlichen Ziele, die in nichts anderem bestehen als in der völligen Ausplünderung unserer Sozialkassen.

Es wird nicht anders mit uns verfahren als mit einem Entwicklungsland: man greift sich gezielt einige wenige heraus, die man mit Geld überschüttet, damit die einem helfen, den Rest des Landes auszunehmen. Ist man damit fertig – schmeißt man das Land weg.  Es wird dauern, bis sie mit Deutschland fertig sind, weil wir so viel haben, aber jeder merkt täglich an der Zapfsäule oder den TEuro-Preisen im Geschäft wie das Geld in großen Mengen abfließt.

Es ist das erste wirkliche weltumspannende Imperium, das für seine Feinde einen Riesennachteil hat: es hat keinen festen Ort an dem es zu Hause ist.  Einfach nach Rom marschieren nützt heute nichts  mehr. Gleichzeitig ist es aber überall, nach sechzig Jahren gezielter Ausbreitung bestimmt es, was wir essen, was wir an Bildung zu uns nehmen, was wir für Musik hören und welche Kleidung wir tragen – es definiert unseren unpolitischen Platz in der Gesellschaft bis ins Detail und sorgt dafür, das wir nach altrömischer Manier beschäftigt bleiben: an der Stelle von Brot und Spielen treten Burger und Game Shows.

Wir dürfen auch Politik machen, das stört das Imperium nicht. Einfach hinein in die Parteien – wer sich bis obenhin durchboxt wird gekauft … oder kaltgestellt. Politische Richtung spielt keine Rolle.  Widerstand gegen diese Praxis gibt es auch in den Parteien, denn die Bruchlinie der Korporatokratie und der Kosmokraten läuft direkt quer durch alle gesellschaftlichen Institutionen – Kirche inklusive.  Nach sechzig Jahren ist alles subversiv durchsetzt und mehrfach abgesichert, damit das große Abkassieren ungestört weitergehen kann.

Die Prinzipien sind die gleichen wie im römischen Imperium – ein gut ausgebautes Transport- und Kommunikationsnetz, eine dichtes Netz von Stützpunkten in unterschiedlicher Größe, von denen aus Herrschaft möglich ist und schon ist das Imperium da. Was in den Dörfern der besetzten Gebiete geschieht, interessiert nicht, wen die als Häuptling wählen, ebensowenig – Hauptsache, die liefern pünktlich ihren Tribut ab.

Was sich geändert hat, sind die Waffen. In einer perfekt bis ins Detail durchorganisierten Welt braucht man das Leben eines Menschen nicht mehr mit der Lanze zu bedrohen: Arbeitslosigkeit reicht vollkommen.  Hunger war als preiswerte aber perfekte Waffe schon den Römern gut bekannt.

Widerstand gegen dieses Imperium scheint von vornherein undenkbar … und hier wundert mich die Naivität des Economic Hitman John Perkins, der meint es wäre möglich, die Konzerne zu Werkzeugen der Menschlichkeit umzubauen, die weltweit für Frieden und Wohlstand sorgen.  Sicher, theoretisch wäre das denkbar. Mit der Gestaltungsmacht der Großkonzerne könnte man die Welt in kürzester Zeit in ein Paradies verwandeln, wo jeder Mensch nur noch soviel zu arbeiten braucht, wie er gerade mag, jeder in materiellen Wohlstand lebt und alle glücklich und zufrieden den Tag genießen.

Schade nur, das die Personalauswahl gerade die herzlosen Egozentriker bevorzugt, weil sie eben nicht will, das da auf einmal „Sozialromantiker“ Politik machen – das könnte ja das Imperium gefährden.

Wir könnten uns auch mit dem bislang historisch gesicherten Satz zufriedengeben, das jedes Imperium bisher zusammengebrochen ist – einfach ein paar Jahrhunderte warten, dann löst es sich schon irgendwie auf.  Oder wir haben Pech, befinden uns am Ende der Geschichte und es kommt danach nichts mehr außer der Diktatur der Kosmokraten, die solange dauert, bis auch das letzte verwertbare Element des Planeten in materiellen Müll einerseits und immateriellen Kontostand andererseits umgewandelt worden ist. Die Erde sieht dann aus wie der Mars (und wir sind ja schon auf dem besten Wege dahin) aber Hauptsache die Eigenkapitalrendite stimmt.

Oder wir entscheiden uns angesichts unseres unvermeidlichen Todes und persönlichen Untergangs unser eigenes Leben lieber aktiv zu gestalten und schon alleine das ist Widerstand.

Jeder Widerstand gegen frühere Diktatoren fing damit an, das man sich eine sichere Basis suchte. Berge, Wälder, Sümpfe, ein Schiff … Hauptsache erstmal weit weg.

Die sichere Basis kann man teilweise heute sehr bequem haben: einfach den Fernseher auslassen und keine Zeitungen mehr lesen. Die Medien gehören heutzutage einer Handvoll Menschen, die bestimmen, wie unsere Wirklichkeit aussieht. Es macht keinen Sinn, sich dem auszuliefern, denn Kultur und Religion das Materialimus – jener notwendige Grundpfeiler der Ideologie der Korporatokratie – werden in jedem Beitrag gefördert.

Förderlich wäre, alles in Frage zu stellen. Wirklich alles. Gibt es wirklich keinen Gott, keine Götter? Wo ist der Beweis dafür? Gibt es wirklich kein Leben nach dem Tode? Wo sind die Beweise? War vor der Geburt wirklich gar nichts?

Wenn wir erstmal anfangen, die Welt wieder als wundervollen Ort voller wundervoller Möglichkeiten zu begreifen, werden wir merken, das unser Leben an Qualität zunimmt, weil unsere Neugier, unsere Phantasie und unsere Kreativität wiedererweckt werden – auch wenn wir zu diesen und anderen Fragen keine Antworten finden werden weil sie nicht beantwortbar sind. Die menschlichen Sinne sind zu schwach um außer gelegentlichen Schatten und Gespenstern mehr von der Welt hinter der Wirklichkeit zu erfassen, wir müssen uns damit anfreunden, das unsere Ohren und Augen nicht alles mitbekommen, was die Welt an Qualitäten zu bieten hat.  Wir brauchen auch nicht alles mitbekommen, denn diese Sinne sind nicht dazu gedacht, die Welt zu beherrschen, sie sind dazu gedacht sie zu genießen … und das können wir immer weniger, auch deshalb, weil die sinnliche Qualität unserer Wahrnehmung nachläßt – auch weil die stinkende, lärmende grelle Wirklichkeit unserer Innenstädte die Abstumpfung der Sinne zu einem Segen werden läßt.

Wir brauchen keine Antworten auf dieses letzten Fragen: wo komme ich her, wo gehe ich hin, was ist mein Platz in der Welt? – aber wir sollten uns niemals von niemanden die Freiheit streitig machen lassen, diese Fragen stellen zu dürfen …. wo diese Freiheit schon in Gefahr ist, steht die Diktatur nicht mehr in der Tür, sie ist schon eingetreten.

All jene dialektischen Kniffe, die Welt in Gegensatzpaare aufzuteilen, von denen eins richtig und eins falsch zu sein hat (so wie letztens hier aufgetaucht: Pragmatismus kontra Mystizismus) führen in letzter Konsequenz zum Konzentrationslager und Völkermord, weil sie eine ausschließliche Wahrheit gegen eine absolute Falschheit mit allen Mitteln verteidigen müssen. Rechts gegen links, oben gegen unten, Religion gegen Wissenschaft, Migration gegen Deutschland … die Gegensatzpaare sind beliebig austauschbar und werden auch beliebig ausgetauscht: Hauptsache, das Volk dreht sich weiter um sich selbst.

Dabei haben wir Menschen etwas, das vollendet mystisch ist und Sinn unseres ganzen Treibens sein sollte: früher nannte man es Liebe. Das gibt es heute nur noch selten. Ein Phänomen, das enorm stört und deshalb ausgemerzt wird – mit äußerst häßlichen Folgen.  Das Wort ist schon so erfolgreich zerredet, verwässert und entfremdet worden, das es schon als peinlich gilt, es auszusprechen … es ist die allerletztes Bastion einer Wirklichkeit jenseits der materiellen Wahrnehmung, die uns über den tristen langweiligen und wertlosen Alltag erheben kann und doch immer seltener wird.

Es wird aber wohl nicht lange dauern, da wird man auch die Liebe der Menschen als gegenstandslos erklären, als wüste Verirrungen der Hirnchemie – und dann hat man, was man will: eine völlig lieblose und leblose Welt, die Krönung jeder materialistischen Philosophie. Und in dieser Welt wird Auschwitz Alltag und Völkermord zum Zeitvertreib.  Nun, das mag schön sein, denn aus alten Zeiten ist die Kunde überliefert, das die Jagd auf Menschen die spannendste Jagd sein soll – nur leider ist sie gerade verpönt – aber das kann man ja ändern.

Es wundert nicht, das der rebellische ehemalige  Economic Hitmen sich eine Heimat sucht, die religiös anmutet aber es nicht ist.

http://www.dreamchange.org/

Warum es keine Religion ist? Nun, Religion redet über Gott, siehe Wikipedia:

Als Religion (lat: religio, zurückgeführt auf religere = immer wieder lesen; oder religare = zurückbinden) bezeichnet man eine Vielzahl unterschiedlicher kulturellerPhänomene, die menschliches Verhalten, Handeln, Denken und Fühlen prägen und Wertvorstellungen normativ beeinflussen. Es gibt keine wissenschaftlich allgemein anerkannte Definition des Begriffs Religion.

Religiöse Weltanschauungen und Sinngebungssysteme stehen in langen Traditionen und beziehen sich zumeist auf übernatürliche Vorstellungen. So gehen viele, aber nicht alle Religionen von der Existenz eines oder mehrerer persönlicher oder unpersönlicher über-weltlicher Wesen (z. B. einer Gottheit oder von Geistern) oder Prinzipien (z. B. Dao, Dhamma) aus und machen Aussagen über die Herkunft und Zukunft des Menschen, etwa über das Nirvana oder Jenseits. Sehr viele Religionen weisen gemeinsame Elemente auf, wie die Kommunikation mit transzendenten Wesen im Rahmen von Heilslehren, Symbolsystemen, Kulten und Ritualen.

Perkins orientiert sich an schamanische Welten … und die reden mit Gott (wobei dieser Begriff hier äußerst unpassend ist), nicht über ihn.  Eine ganz andere Baustelle, eine Wirklichkeit jenseits des Imperiums … und eine tödliche Wirklichkeit. Jener Ursprung aller religiösen Gefühle und priesterlichen Deutungsmuster über die Welt wird verfolgt und vernichtet – weltweit … vielleicht, weil es ein sicherer Hafen gegen die Gewalten des Imperiums ist. Ein Imperium, das weltumspannend ist, zwingt einen gerade dazu, sich eine Basis außerhalb zu suchen, von der aus man agieren kann … uns es funktioniert, selbst wenn diese Basis nur der Einbildung entspringen sollte.  Es entspricht auch der Freiheit des Menschen, seine Welt zu deuten zu dürfen, wie er es möchte.

Wenn man aber nun gern in Gegensatzpaaren hegelianischer Geschichtsphilosophie denkt, so wäre ein Gegensatz zu Materialismus Liebe. Liebe zu Kindern, zur Heimat, zum Garten, zu alten, kranken und behinderten Menschen,  zur Welt, zur Menschheit an sich und ihrer Zukunft.  Liebe, nicht Sex. Das Grundsatz „Alles ist liebenswert“ scheint mir auch zu sinnvolleren Lebensalternativen zu führen als der materialistische Grundsatz:  „Alles ist toter  Matsch„.  Aus letzterem wird … letztendlich nur Wüste, aber es ist die gelebte Philosophie der Kosmokraten (und das letztliche materielle Ergebnis ihres wirtschaftlichen Treibens: die Welt wird Müll).

Und auf einmal merkt man auch, welcher tieferer Sinn in Ritualen der Kosmokraten liegen könnte, die auffällig oft mit (kostenintensiven) Kindesmißbrauch in Verbindung gebracht werden: solche Rituale töten tiefste Empfindungen ab, die einen wiederum zu einem besseren rationalen Wesen machen, das seinen Job im Sinne der Korporatokratie (und im Sinne von Aufschwung, Vernunft und Fortschritt) noch besser machen kann.

Die US-Armee desensibilisiert ihre Soldaten ähnlich – was mitlerweile zu häßlichen Ausfallserscheinungen führt:

US-Soldaten sollen Zivilisten Körperteile abgeschnitten haben

Entsetzen in den USA: Amerikanische Soldaten sollen afghanische Zivilisten getötet und dann Körperteile als Trophäen mitgenommen haben. Ihnen drohen harte Strafen.

Quelle: Die Zeit

Lieblosigkeit hat halt ihren Preis – wie alles im Leben.

Insofern ist schon allein der Traum von der Schaffung einer liebevolleren Welt Widerstand gegen die Welt der Korporatokratie .  Und die konkreten Schritte dazu? Gedanklich selbständig werden. Kinder können das gut. Die Frage „Warum ist das so„…. ist der erste Schritt zur Auflösung des Imperiums.

Darum kann es gar nicht genug Menschen geben, die Fragen stellen.

Und darum sind mir esoterische Träumer insgesamt lieber als nüchterne Parteifunktionäre – wenn ich denn unbedingt wählen muß.

Sorge Dich nicht, lebe! Bohemian Grove und die Religion der Banker

Diesen Satz haben viele von Ihnen sicherlich schon oft gehört: „Sorge Dich nicht, lebe!“ Überall laufen mitlerweile die Apostel des grundlosen Dauergrinsens herum und versuchen einem, ihre Philosophie zu verkaufen. Was sie dabei nicht erwähnen … diese Philosophie ist tödlich – für die eigenen Kinder, für den Nachbarn, für den notleidenden Fremden … und letztlich sogar für sich selbst.

Was ebenfalls wenige wissen: diese Philosophie wird bewußt und gezielt gefördert – aus politischen Gründen, denn ein größeres Geschenk kann man den Feinden der offenen Gesellschaft gar nicht machen, als mit diesem Gift das Denken zu benebeln.

Aber schauen wir erstmal, worum es geht, Amazon erklärt uns das gern:

Inhalt: Die Botschaften, die Carnegie seinen Lesern vermittelt, sind – wie er im Text immer wieder betont – den meisten Menschen in der Theorie bereits bekannt: »Sorgen machen krank« und »Der Erfolg ist in dir« lauten zwei seiner zentralen Thesen. Das Wissen um diese Erkenntnisse allein könne aber nicht zu einem erfüllteren Leben führen. Der Autor verweist daher immer wieder auf die Notwendigkeit der praktischen Umsetzung dieser Lebensweisheiten im Alltag. Anhand von anschaulichen Fallbeispielen, die er mit Anekdoten aus seinem Leben spickt, und in einfachen Worten zeigt Carnegie seinen Lesern den Weg zu einem zufriedeneren Leben.
Struktur: Carnegie gliedert sein Buch systematisch in mehrere Teile, die dem Leser Schritt für Schritt den Weg zu mehr Lebensqualität erklären. Nach kurzer Einführung, in der er seine Beweggründe darlegt und eigene Erlebnisse beschreibt, beginnt er in – mittlerweile – klassischer Ratgebermanier damit, dass er zunächst Grundbegriffe klärt, dann das Problem und seine Entstehung analysiert und schließlich seine praktische Methode zur Problembewältigung vorstellt. Im Anhang lässt er ehemalige Schüler zu Wort kommen, die von ihrer erfolgreichen Angstbewältigung berichten.
Wirkung: In Deutschland steht die inzwischen schon klassische amerikanische Anleitung zu mehr Erfolg im Leben seit über 1000 Wochen ununterbrochen auf der Bestsellerliste. Sorge dich nicht – lebe! wurde in 17 Sprachen übersetzt und allein in Deutschland 2,8 Millionen Mal verkauft. Carnegies Bücher werden weltweit in 38 Sprachen vertrieben, in mehr als 70 Staaten praktizieren Niederlassungen sein Trainingskonzept. J. D.

Und weiter:

In diesem Buch behandelt Carnegie das wohl drückendste Problem des heutigen Menschen: Sorge – Angst – Aufregung. Es ist ein fesselndes, leicht zu lesendes und in hohem Grade anregendes Handbuch zur Bewältigung unserer vielen Sorgen. In ihm legt der Autor die Grundsätze nieder, dank deren Befolgung der Leser sein Leben reicher und glücklicher zu gestalten vermag. Auch der Gesundheit sind diese Grundsätze dienlich, denn zahllose Menschen ohne organische Schäden „sorgen sich krank“. Zwar wissen die meisten, daß anhaltende Sorgen unsere Kraft verringern und das logische Denken beeinträchtigen; sie glauben aber nicht, daß man etwas dagegen tun kann. In diesem Buch beweist jedoch Carnegie auf Grund seiner erprobten und bewährten Technik, daß man etwas tun kann.Treffend wurde sein Wirken in einem Artikel charakterisiert, der nach seinem Tod in einer Washingtoner Zeitung erschien: „Carnegie wußte, was er tat, und er tat es mit erstaunlichem Erfolg. In seinen Büchern und Kursen hilft er Menschen, Hemmungen abzubauen und – wie es einer seiner Besteller ausdrückt – Freunde zu gewinnen. Millionen sind von seiner Philosophie des gesunden Menschenverstandes beeinflußt worden, die sich als wertvolle Hilfe zu Glück und Erfolg erweist.

Was einem nicht erklärt wird: Sorgen, Angst und Aufregung sind notwendige und natürliche Bestandteile des Lebens. Die Philosophie des „Sorge Dich nicht, lebe“ wird man in keinem Bauernhaus finden, denn Sorglosigkeit hat hier sofort Konsequenzen – dabei ist die Gestalt, die im Sommer mit der Weinflasche über das Feld tanzt und eben genau laut singend jene Philosophie der Sorgenfreiheit verbreitet, altbekannt…. als jener, den man nach der Schneeschmelze tot im Wald wiederfindet – verhungert, erfroren, endgültig sorgenfrei.

Darum mußte die Menschheit warten, bis es Wohlstand im Überfluß gab, bis die Arbeits- und Lebenszusammenhänge soweit entfremdet waren, das die Menschen hilf- und haltlos in der Gegend herumstanden, erst dann konnte man das Gift der asozialen Egozentrik und des lebenslangen Genießertums ohne Reue und Verantwortung in die Welt setzen – die Konsequenzen trug jemand anderes  irgendwo am Ende der Wertschöpfungskette.

Jedem Rentner, jedem Arbeiter, Angestellten und jedem Manager, jedem der auch nur einen Euroschein in die Hand nimmt, müßte man eigentlich sagen: Es klebt Blut an Eurem Geld. Das Blut von Kindern in Afrika, von Frauen in Asien und Mittelamerika, das Blut von Indianern, deren Gold bis heute noch die Sicherheit für unser Geld darstellt, das Blut von Kindern in Europa, die mit ihrer Arbeitskraft die Industrie aufgebaut haben, das Blut der Trümmerfrauen, die ihr mit einer Minirente abgespeist habt.

So etwas hört man nicht gerne, das ist mir klar. Doch wenn man es nicht hört und begreift … wie sollte sich jemals was dran ändern. Am Ende der 25%-Rendite steht irgendwo ein blutiges Kind, eine geschändete Frau, ein verhungerter Mensch.  Gott faxt dem Ackermann das Geld nicht zu.  Aber noch bevor man sich Gedanken über die Zusammenhänge machen darf,  kommt schon der erste vorbei und jubelt: „Sorge Dich nicht, lebe!“.

Dabei geht es gar nicht um Schuldverteilung. Wir alle – sind hereingelegt worden wie die Rinder, denen man Tiermehl untergejubelt hat.  Rinder essen Gras, kein Fleisch – aber man hat sie hereingelegt. Heraus kam: Rinderwahnsinn.

Welche Form von Wahnsinn uns befallen wird, weil man uns Kinderblut in die Wertschöpfungskette gemischt hat, weiß ich noch nicht genau, aber ich bin mir sicher, das die Mehrheit der Menschen in unserer Zivilisation das ablehnen würde, wenn sie zuvor davon gewußt hätten. Haben sie aber nicht – und fühlen sich schuldig, wenn sie davon hören. Nun sind wir aber schon längst keine souveränen Menschen mehr – und das ist die Quelle unserer Sorgen.  Der Bauer (der jeden Carnegie noch vom Land gejagt hätte, weil dieser Urvater aller Unternehmensberater nur jene Probleme lösen hilft, die man ohne ihn gar nicht hätte – jedenfalls als Bauer) wußte noch genau, warum er was tat. Er sah den Wert seiner Arbeit … und seine Arbeit machte noch wirklich frei (ein Satz der später zu einer teuflischen Fratze wurde). Je mehr er arbeitete, umso höher waren die Reserven und umso weniger brauchte er sich Sorgen machen.

Wir jedoch leben in einer anderen Situation. Wir „modernen Menschen“ haben alle – auch die Hartz-IV-Abhängigen – eher den Status von Höflingen. Wer von uns weiß denn noch, wie er sich notfalls vom Wald ernähren kann, bis sich die erste Ernte einstellt? Wer weiß, mit welchem Holz man schnell Feuer machen kann, um überhaupt erstmal die Nächte zu überleben? Wer weiß überhaupt noch, was Wald ist? In Deutschland … haben wir keinen mehr. Kleine Fleckchen noch, aber generell haben wir biologisch toten Nutzwald, der rund um unsere Agrarsteppen herumsteht. Obwohl wir viele Grüne in verantwortungsvoller Position haben, verarmt die Natur auch in Deutschland immer mehr … und je mehr sie verarmt, umso größer wird unsere Abhängigkeiten von der Versorgungsmaschinerie, die in Welt außerhalb der höfischen Demokratien über Leichen geht um unsere Preise niedrig zu halten.

Es stellt sich die Frage, ob wir uns überhaupt noch wehren könnten angesichts dieser erschreckenden Abhängigkeit. Nur die Gnade und die Großzügigkeit der Herrschenden bewahren uns doch noch vor dem Hungertod, kriegen wir keine Arbeit mehr (was schon geschehen kann, wenn wir nur gerechten Lohn fordern) … dann merken wir, wie unendlich hilflos und almosenabhängig wir sind. Ein erbärmlicher Zustand – erst Recht am Hofe des Königs der Welt, wo sich der Reichtum der Erde seit Jahrhunderten ballt bzw. zusammengerafft wird (und von dieser Diebesbeute gibt man uns ein wenig ab. Das nennt man dann: Verteilungsgerechtigkeit).

Aber wenn wir uns dessen bewußt werden, dann wissen wir, woher die Sorgen, Ängste und die Aufregung kommt – die Natur hat uns nämlich nicht umsonst mit diesen Gefühlen ausgestattet. Sie haben wichtige Funktionen, die uns zur Wachheit, Vorsicht und gezielter Lebensplanung anhalten.  Wenn wir also Sorgen und Ängste haben … DANN STIMMT WAS NICHT. So einfach ist das. Brüllt der Löwe in der Nacht, ist´s mit dem Leben bald vorbei, wenn ich mir keine Sorgen mache. Teile ich mir meine Ressourcen nicht ein, droht der Hunger vor der nächsten Ernte. Höflinge natürlich … können sich eine andere Philosophie erlauben:

Positives Denken (nicht zu verwechseln mit „Positiver Psychologie“) geht von der Annahme aus: „Wer Erfolg erwartet, der bekommt Erfolg. Wer Misserfolg erwartet, der bekommt Misserfolg“. Ziel des positiven Denkens ist, durch Autosuggestionen das Bewusstsein und Unterbewusstsein zu beeinflussen. Durch die sog. „self-fulfilling prophecy“, die „sich selbst erfüllenden Prophezeihung“, soll positives Denken auch zu positiven Effekten führen. Ausgegangen wird von der Vorstellung, der Mensch sei programmierbar und es gebe für alle Menschen die eine „richtige Programmierung“.

Vertreter des Positiven Denkens und damit verwandter Themen sind u.a. Dale Carnegie, Joseph Murphy, Erhard Freitag, Oscar Schellbach, Napoleon Hill, Norman Vincent Peale, Anthony Robbins, Brian Tracy, Tom Peters, Vera F. Birkenbihl oder auch Jürgen Höller.

Martin Seligman schreibt dazu in seinem Buch „Der Glücks-Faktor“: „Positives Denken besteht oft darin, sich Dinge einzureden wie «Jeden Tag, in jeder Weise, geht es mir besser und besser» und das auch – ohne jeden Beweis oder trotz dagegensprechender Beweise – zu glauben. Wenn Sie an solche Sprüche wirklich glauben können – bravo! Der Punkt geht an Sie. Vielen gebildeten und in kritischem Denken geschulten Menschen gelingt diese Art der Selbstüberhöhung jedoch nicht.“

Quelle: Glücksarchiv

Der politisch gewünschte Effekt jener krebsartig wuchernden Philosophie ist phantastisch: die Leute sitzen nur noch in ihren Wohnungen und denken sich die Welt schön. Ist ja auch viel einfacher, ohne Verantwortung durchs Leben zu gehen. Doch hier … kommt der Moment, wo das Kinderblut schuldig macht. „Bewußt nicht wissen wollen“ …. ist unverantwortlich. Es ist gemütlich, bequem und hilft bei der ausgelassenen Lebensfreude, ist aber einfach … verantwortunglos.

Und dieser Verantwortungslosigkeit haben wir vieles zu verdanken. Nicht umsonst ist Dale Carnegie Liebling von Handel, Banken und Industrie:

Carnegie ist in Deutschland hauptsächlich als Autor der Bestseller „Sorge dich nicht – lebe” und „Wie man Freunde gewinnt” bekannt. Er gilt aber auch als Begründer der weltweit größten Seminarorganisation für Kommunikations- und Führungstrainings, die heute in aktualisierter Form regelmäßig in 70 Ländern der Welt abgehalten werden.

ManagerSeminare machte sich im letzten Sommer auf in die Provinz, um über einen der etwa 120 jährlich in Deutschland stattfindenden Carnegie-Kurse zu berichten. Unsere Wahl fiel auf Osnabrück, der drittgrößten Stadt Niedersachsens. Dort sind Carnegie-Kurse seit genau 20 Jahren eine feste Einrichtung. Von Anfang an dabei: der Dale Carnegie-Lizenznehmer Hajo Sommerfeld (51) aus Stuhr bei Bremen, der in abwechselnder Kooperation mit der IHK, der Handelskammer oder dem Einzelhandelsverband Carnegie-Kurse durchführt. Seine Teilnehmer gewinnt Sommerfeld über Empfehlungen und Zeitungsanzeigen. Der Dauererfolg der Bücher Carnegies sorgt zusätzlich für Interessenten. Viele Osnabrücker Unternehmen, bei denen Sommerfeld auch interne Workshops zum Thema Qualitätsmanagement durchführt, schicken ihren Führungsnachwuchs „zu Carnegie”, so daß im halbjährlichen Rhythmus immer wieder neue Kurse stattfinden können.

Quelle: Managerseminare.de

Die Kunst, Freunde zu gewinnen, ist für Höflinge in der Tat überlebenswichtig … aber wie weit entfernt ist diese Ethik von derjenigen meiner bäuerlichen Vorfahren: Lewer dod üs slav:  Lieber tot als Sklave sein.

Die Ethik des „Sorge Dich nicht, lebe“ führt auch direkt in die Wirtschaftskrise unserer Zeit: das Leben auf Pump, vor allen in den Quellenländern dieser Philosophie sehr beliebt.  „Iß´ alles heute auf, der morgige Tag sorgt für sich selbst“…. das haben die dann auch gemacht. Heute kaufen, morgen bezahlen … übermorgen pleite.

Aber egal:  Sorge dich nicht, lebe.

Der Vorläufer aller großen Bücher über Positives Denken ist das Werk von Dale Carnegie: Sorge dich nicht, lebe! Viele weitere Autoren folgten: Dr. Joseph Murphy, Napoleon Hill, Norman Vincent Peale und viele weitere.

Die simple Botschaft war stets: Wer Erfolg erwartet, der bekommt ihn. Wer Unglück erwartet, bekommt es auch. Modernere Bücher folgen ergänzend dem Wunsch, immer noch mehr zu nehmen und noch mehr zu genießen. „Nimm Dir doch einfach mehr vom Leben“ …

Quelle: Methode.de

„Nimm Dir doch einfach mehr vom Leben…“ Familien mit einer langen Wegelagerertradition wissen diesen Satz zu schätzen. Andere wissen, das Gott vor den Erfolg die Arbeit gesetzt hat (die uns nun auch noch von den Maschinen weggenommen wurde).

Und diese Philosophie wird – wen wundert es noch – weltweit mit steigendem Nachdruck verbreitet:

Dale Carnegie setzt auf praxisnahe Methoden und Prozesse. Wir entwickeln Programme, die unseren Teilnehmern umsetzbares Wissen, Fähigkeiten und Methoden vermitteln – und einen messbaren Mehrwert bringen, für Sie und Ihr Unternehmen. Dale Carnegie Training ist weltweit führend, Menschen wirklich weiterzuentwickeln und das Beste aus ihnen herauszuholen. Wir verbinden bewährte Lösungen mit den Herausforderungen des modernen Berufslebens – für Ihren Erfolg!

Quelle: dalecarnegie.de

Dort werden jene Geschäftsleute geschult, die lernen, nur auf den Erfolg zu schauen und nicht auf den Preis, den man selbst und erst recht andere dafür zahlen müssen – aber zahlen muß immer jemand.

Da die Methode aus den USA kommt, muß man sich nicht wundern, das auch der liebe Gott seinen festen Platz in ihr hat.

Man sollte denken, das Fernsehprogramm heutzutage wäre schon grausig genug und an Volksverblödung nicht mehr zu toppen. Doch die Kirchen belehren uns eines Besseren und so soll demnächst „Bibel-TV“ auf die Menschheit losgelassen werden. Wie Deutschlands größtes Volksverdummungsorgan meldet, soll heute der Vertrag zur Gründung der Betreibergesellschaft unterschrieben werden. Ab dem Herbst soll es losgehen, 24 Stunden am Tag. Laut Planung soll der Zuschauer mit Bibelversen und Jesus-Filmen beglückt werden. Die dreckigen Finger im Spiel haben – wer sonst? – natürlich die Kirchen, christliche Organisationen und ein Verleger, Norman Rentrop, der die Anteilsmehrheit halten wird.

Rentrops VNR Verlag für die deutsche Wirschaft, trat bisher mit erlesenen Veröffentlichungen wie Besser Leben – Neue Strategien für Ihren persönlichen Erfolg und Das Robbins Power Prinzip in Erscheinung. Dale Carnegie, bekanntgeworden unter anderem durch sein Machwerk Sorge Dich nicht – Lebe läßt grüßen. Im selben Stil geht’s weiter bei Benefit, hier verspricht die Verlagswerbung mehr Gesundheit, ein erfolgreicheres Arbeiten, neue Freunde, den Zustand der Glückseligkeit und die am besten gehüteten Geheimnisse rund um die Kohle. Weiter gibt der Verlag Ratgeber zum Umgang mit abhängig Beschäftigten und dessen Heuern und Feuern heraus. Die obligatorischen Börsentraktate runden den schlechten Eindruck ab. Der Weg des Psalmenfunks an die Börse dürfe dann auch nicht mehr weit sein. Mögen dann die Aktien noch tiefer in den Keller rutschen.

Quelle: Humanist.de

Der Rückgriff auf Religion ist in diesem Zusammenhang geschickt – und notwendig. Letztlich braucht es eine „höhere Macht“ als Garant für den Erfolg der Methode.

So kann es auch nicht wundern, das Bankgeschäfte Gottesdienst werden:

Im Interview outet sich Blankfein als Erfüllungsgehilfe einer höheren Macht: „Wir helfen den Unternehmen zu wachsen, indem wir ihnen helfen, Kapital zu bekommen. Unternehmen, die wachsen, schaffen Wohlstand. Und das wiederum ermöglicht es den Menschen, Jobs zu haben, die noch mehr Wachstum und noch mehr Wohlstand schaffen.“ Banken, so seine Schlussfolgerung, haben einen gesellschaftlichen Zweck und verrichten „Gottes Werk“.

Quelle: diePresse

Und gerade im Rückgriff auf die Religion zeigt sich, das „Sorge Dich nicht, lebe“ nur funktioniert, wenn man weite Teile der Realität auch der religiösen Systeme ausblendet:

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Während die Carnegies dieser Welt ihren Willen aufzwingen wollen – womit wir schließen wollen, das ihr Herr ein anderer ist als der, der offiziell genannt wird:

Matthäus 4,8–11:
Darauf führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit
und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest.

…. für Christus gab es noch eine ganze Welt, für die kleinen Kinder Gottes … einen Parkplatz, eine Beförderung, eine Gehaltserhöhung, einen neuen Job?

Mir scheint, wenn die Legionen Carnegies den Kopf aus dem Sand nehmen würden, würden sie sehen müssen, das sie im religiösen Kontext eindeutig das Werk Satans tun. Da bleibt der Kopf lieber unten und man überläßt die Entscheidungen im Leben über Wirtschaftsordnungen, gerechte Sozialsysteme, Asylpolitik, demokratische Grundordnungen und anderen unwichtigen Kram lieber den Experten, während man sich selber … den schönen Dingen des Lebens zuwendet.

Politisch, ethisch, religiös eine Philosophie im Abseits. Eine Philosophie für verantwortungslose Egozentriker.  Eine Philosophie, mit der man guten Gewissens Schrottimmobilien verkaufen und Blutgeld sammeln  kann … was ja auch der Beweis dafür ist, wie gut sie funktioniert.

Wenn sie aber letztlich nur mithilfe eines Gottes funktionier und dieser Gott im Urteil der Religion derselben Menschen Satan ist … darf man dann die positiven Denker als Satansanbeter bezeichnen?

In ihrem eigenen Kontext: ja. Und nach welchem anderen sollte man sie sonst beurteilen außer nach ihrem eigenen?

Wunderts da noch, das die erfolgreichsten Männer der Welt im Bohemian Grove Rituale feiern, die an Kinderopfer erinnern … ein Ritual, das sie „Begräbnis der Sorge“ nennen?

Mich nicht.

Nach einem alten Sprichwort stinkt der Fisch immer vom Kopfe her.


Der Sinn des Lebens und der Käfig der Kultur

Die Frage nach dem Sinn des Lebens beschäftigte hunderte von menschlichen Generationen. Heute ist sie gelöst: Beschäftigung, Konsum und Fernsehen sind an die Stelle von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit getreten, alles andere gilt als Unsinn, der scharf angegriffen wird.  Wir reagieren so, weil wir so erzogen worden sind, möchten uns das aber verständlicherweise nicht zugestehen, weil wir ja sonst nicht mehr ganz so frei wären und die ganze künstliche Werteblase, die uns die Werbeagenturen tagtäglich verkaufen, in Frage stellen müßten.

Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist hochpolitisch – und darum darf man sie nicht umgehen.  Gleichzeitig führt sie in das Gebiet der Mystik, der Magie und der Religion, Gebiete, die zu betreten für die moderne  Konsumameise verboten sind. Nur der Bundeskanzler darf wissen, das es druidische Rituale (nur für Männer!) gibt und daran teilnehmen, für das Volk ist schon die bloße Vorstellung es gäbe so etwas verboten – darum beschäftigen sich keine großen Medien mit diesem eigentlich großen Thema.

Entscheide ich mich dazu zu sagen: das Leben hat einen Sinn … dann berühre ich automatisch eine ganze Reihe anderer Themenfelder, die letztlich in die Frage münden: „Welchen Gott hätten sie denn gern?“ Dabei kann man andererseits sagen: die Frage noch Gott oder Nichtgott braucht uns nicht zu berühren.  Offensichtlich reichen unsere Erkenntnisinstrumente nicht aus um es aus der Welt heraus erkennen zu können – und Erinnerungen scheinen bei der Geburt komplett gelöscht zu werden, so das wir uns ein einen „Sinn“ überhaupt nicht mehr vorstellen können.

Erinnert an … Prüfung ohne Spickzettel.

Manche Menschen haben schon den Sinn der menschlichen Gattung einfach gesetzt: gezüchtet als Futter für die Götter (Lovecraft) oder als ihre Arbeitskräfte (Präastronautik), nach Abmarsch der Züchter vergessen worden und … jetzt haben wir den Salat … als Gattung deshalb auch lebensunfähig.  Das wäre … denkbar. Auch wenn die Garde der materialistischen Welterklärer jetzt aufschreit … dazu gibt es keinen Grund, denkbar sind diese Weltmodelle, hinreichende Indizien sind vorhanden. Hinreichende, nicht ausreichende … ich hoffe, man kennt den Unterschied.

Unsere Lieblingssinngebung geht ungefähr in diese Richtung: der Mensch ist ein zufälliges Produkt einer chaotischen materiellen Ursuppe – ungefähr so wahrscheinlich wie die Vorstellung, das ich eine Zeitung erhalte, wenn ich einen Haufen Buchstaben nur oft genug in die Luft werfe. Auch denkbar, übrigens, selbst wenn die Garde der Gläubigen zun aufschreit, allerdings sind letztendlich für diese Vorstellung mehr Hypothesen nötig als für die religiöse/magische Deutung der Welt, weshalb sie vernünftigerweise unwahrscheinlich ist.

Die materialistische Weltsicht ist und war jedoch nötig, um die Lufthoheit der politischen Kirche über die Welt für das Denken zurückzudrängen, deshalb wollen wir den Materialismus nun nicht zu sehr verunglimpfen … allerdings scheint mir seine Zeit gezählt, wenn die Physiker unter den Materialisten sagen, das die ganze Welt eher ein Hologramm und Materie mehr so eine Art eine Einbildung ist.

Letztere Vorstellung kommt so ziemlich zeitgleich in allen Weltkulturen vor … so vor cirka 2000 – 3000 Jahren treten weltweit Individuen auf, die alle das Gleiche predigen: die Materie ist das Gefängnis des Geistes, der bestrebt ist, sie zu verlassen.  Auch diese Vorstellung verleiht der Menschheit kein Ruhmesblatt, denn … man wird wohl seine Gründe gehabt haben, uns hier einzusperren.  Jedoch sollte man uns zugute halten, das … es vielleicht auch Verführung war, Glitzertand oder das Versprechen von Macht, das uns hier hereingelockt hat. Oder aber … und das ist im Kreise der Möglichkeiten eine der wenigen Ehrenhaften … wir haben uns freiwillig zu genau diesem Leben entschieden, das wir jetzt führen, so wie wir in einen Film ins Kino gehen bzw in einem mitspielen (an letztere Möglichkeit arbeiten wir ja ganz gezielt).   Das meinte Platon/Sokrates und auch weite Teile der unreligiösen griechischen Philosophie (deren Leistung unter anderem war, das die die Götter aus dem Leben der Menschen herausdrängte).

Letztere Überzeugung hat viel Logik, das muß man ihr lassen … und sie würde auch erklären, warum wir alles vergessen, was vorher war – nur so können wir unsere Rolle überzeugend spielen.  Andererseits … eine schauderhafte Vorstellung, das man seinen morgendlichen Tagesgruß an die Welt in die Kanalisation entrichtet und dabei Trillionen von Seelen im Universum als Zuschauer hat: Big Brother der Galaxis-West, sozusagen.

Was nun letztlich der Sinn des Lebens ist … wir können ihn vernünftigerweise kaum erfassen. Wir brauchen uns aber andererseits nicht verbieten zu lassen, darüber nachzusinnen, denn die momentan in westlichen Gefilden vorherrschende Maxime „das Leben ist sinnlos also beute es zu Lebzeiten maximal aus“ funktioniert nur mit einer Reihe von Hilfshypothesen … denn in der sinnlosen Welt darf es keine dem Menschen übergeordneten bzw. höherentwickelten Wesen geben, auch muß der Tod zwangsläufig das absolute Ende sein.

Als Naturwissenschaftler wissen wir jedoch: je mehr Hypothesen wir zu Erkärung eines Phänomens brauchen umso unwahrscheinlicher ist die Wahrheit, die daraus resultiert.  Ein Universum mit dem Menschen an der Spitze jeglicher Entwicklung zu konstruieren, ist für den Konsum und die Ausbeutung der Masse sehr nützlich, aber wissenschaftlich gesehen ein viel zu enger Käfig … doch gerade um diesen Käfig geht es ja.

Was macht denn diese Philosophie der Sinnlosigkeit aus uns? Vergängliche unbedeutende kleine Würmer, die man nach belieben zertreten kann, denn: es gibt ja nach dem Tode nichts, was an Strafe kommen würde, noch gäbe es eine Seele, die Schaden nimmt noch einen Gott, der ob Auschwitz in Zorn geraten würde.  Und somit ist die Philosophie des Atheismus eine Philosophie die Massenvernichtung und maximale menschliche Entwürdigung möglich macht (was aber nicht heißt, das Atheisten jetzt Massenmörder sind … es gibt gute Gründe, Atheist zu sein).

Noch ein Beispiel?

Was hat Hartz IV zu tun mit „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“? Viel, wenn man unterstellt, das die Schröder-Maschmeyer-Gang sich selbst nicht ausstehen kann, aber sonst? Aber Weihnachten in der Kirche singen, ja? Nur … für den Fall, das man sich dann doch geirrt hat. Denn das man sich da irren kann, weiß man….erzählt es aber nicht gerne weiter.

Wir machen eine ganze Reihe von Annahmen, wenn wir über die Welt urteilen, wie wir es gerade tun, dabei sieht unser Verstand seine Grenzen – es ist reine Politik, die uns vormachen will, diese Grenzen gäbe es nicht.  Dabei sind sie vielfältiger Art.

Noch ein Beispiel.

Wir halten uns für die Krone der Schöpfung und die einzige intelligente Lebensform auf diesem Planeten, dabei gibt es Untersuchungen über die Intelligenz von Delfinen und die Komplexität des Struktur von Walgesängen, die das Gegenteil belegen, aber solche Wahrheiten würden unsere Beweisführung stören und deshalb ignorieren wir sie bis  Wale und Delphine endlich ausgerottet und im Reich der Mythen und Sagen angelangt sind.

Denken wir uns aber jetzt mal die Welt aus der Sicht eines Baumes. Ich weiß, Bäume haben kein Gehirn und können nicht denken (andererseits gibt es medizinisch gut belegte Fälle, in denen Menschen noch gut funktionierten, obwohl das Gehirn durch eine Axt … beeinträchtigt wurde, aber wir wollen jetzt mal nicht kleinlich werden)  doch  es soll ja ein Gedankenexperiment werden.

Wenn wir uns jetzt denken, wir wären ein Baum … was würden wir von Menschen wahrnehmen (ungefähr in der Art, wie wir wahrnehmen, das unsjemand in einer Menschenmenge anstarrt) ? Unsere Sinne … wären anders. Langsamer. Unsere Wahrnehmung wahrscheinlich ebenfalls, möglicherweise auch die Zeitwahrnehmung. Sommer – Winter wären wie Tag und Nacht. Manchmal … ganz selten … bleibt ein Mensch lang genug in unserer Nähe, das wir seine Aura wahrnehmen können. Aber seine Existenz beweisen könnten wir nicht … das Gebot der experimentellen Wiederholbarkeit könnten wir nicht erfüllen. Dieser Mensch kommt und geht halt wie er will. Und bevor er mit der Axt kommt … beenden wir lieber das Gedankenexperiment, denn so weit trägt der Vergleich nur in Gruselgeschichten.

Alle menschlichen Kulturen weltweit berichten von Wesen, die in Anderwelten neben uns leben. Die Berichte sind manchmal erstaunlich deckungsgleich und selbst unsere materialistische Kultur konnte „Geister“ nicht ausrotten, Fanny Mosers Buch „Spuk“ liefert hier einige bemerkenswerte Geschichten. Um diese Phänomene denkbar zu machen, müßten wir nur einen Schritt machen: nämlich unterstellen, das sich die Existenz dieser Wesen zu uns verhält wie unsere zu einem Baum: unsere Existenzebenen sind zu verschieden, als das man mit naturwissenschaftlichen Methoden Zugriff bekommen könnte (so wäre auch für einen Baum allein den Denkkategorie „Gehen“ unvorstellbar und wahrscheinlich sogar undenkbar – so etwas gibt es in seinem Begriffs- und Vorstellungsvermögen gar nicht. Wozu auch? Er kann gut ohne das Baum sein), es gibt nur zufällige Begegnungen mit außergewöhnlichem Charakter.

Vergleichende Kulturwissenschaften führen bei uns jedoch – leider – ein sehr kümmerliches Dasein, dabei könnten ihre Ergebnisse abendfüllende Shows liefern, die die ganze Welt verzaubern würden. Und präsentiert man dann doch lieber Dieter Bohlen.

Man wird wissen, warum.

Es kam in unserem Autorenkreis die Frage auf, ob wir eigentlich die Welt des „Übernatürlichen“ den Rechtsradikalen überlassen wollen. „Übernatürlich“ ist da schon ein Wort, auf das ich allergisch reagiere. „Übernatürlich“ gibt es nicht, das Wort gewinnt nur dadurch Existenz, das man den Rahmen der Realität sehr eng knüpft – so eng, das selbst einem eingefleischten Materialisten die Luft wegbleibt … und natürlich darf man das nicht den Rechtsradikalen überlassen. Ein Erfolg Hitlers war, das er das Wunderbare, das Fantastische wieder zurück in den Kreis der erlaubten Wirklichkeiten zurückholte, das er … auf die Möglichkeit einer Tür im Käfig hinwies, jenem Käfig, an dem damals schon so kräftig gebaut wurde.

Es wäre ein Riesenfehler, diese essentiellen Bereiche der Deutungshoheit von Deutschnationalen zu überlassen, ebenso wie es ein Fehler ist, die Fragen betreffs der Götter den Priestern zu überlassen, beide Gruppierungen neigen dazu, vollkommen unsinnigen Mumpitz zu verkaufen, Mumpitz, der nur deshalb ankommt, weil Verdurstende sogar Eselspisse dankbar annehmen.

Brauchen wir uns denn überhaupt Gedanken um Themen machen, die unsere Lebenskreise nicht direkt berühren, gibt es überhaupt einen Anlaß, ein erstes Moment, das zum Innehalten anregt?

Ja. Leider. Leider deshalb, weil man sich viel harte gedankliche Arbeit sparen könnte, wenn es jenes Phänomen nicht gäbe.

Die allerwenigsten Menschen kämen auf die Idee, angesichts eines Verkehrsunfalls erstmal Wagen und Opfer nach plünderbaren Wertgegenständen zu untersuchen. Sie helfen spontan und ohne großartige Reflexion.  Menschen tragen eine Moral in sich, obwohl das sehr unvernünftig ist – ein Phänomen, dessen sich schon Mao bewußt war und das sich der rationalen Erklärung entzieht. Wir haben ein Gespür dafür, was gut und richtig ist und diese Gespür bleibt, obwohl im Jahre 2010 das „Über-ich“ völlig anders geprägt ist als noch in den dreissiger Jahren, als es zur Erkärung von „Moral“ erfunden wurde.  Daraus kann man folgern … das es „das Gute“ wohl doch gibt. Und schon steht jemand mit Jesuslatschen vor der Tür und verlangt Einlaß.

Andererseits … gibt es dann auch das Böse. Das bewußte absichtliche Quälen und Vernichten …. und das Verführen dazu.

Und schon sind wir in der Welt von STAR WARS angelangt, Bankenclan, Technologieunion und Handelsgilde wollen die Republik zerstören … und hinter all dem steckt als leitende Intelligenz ein „Sith-Lord“ als Manifestation des absolut Bösen.

Lese ich Nachrichten, so ist das allerdings nicht mehr Star Wars sondern Deutschland 2010.  Nur diesen Lord habe ich noch nicht gefunden … aber die arbeiten ja auch immer im Verborgenen.

Wenn wir uns der Frage nach dem Sinn des Lebens stellen wollen (man muß es nicht tun …. aber man kann es tun, man darf es tun, es ist nicht verboten), dann müssen wir die Fähigkeit haben, Wahrheiten in Wahrscheinlichkeiten auszudrücken – immer mit der sicheren Gewißheit, das 30% schon sehr viel sind -mehr als Menschen mit ihren beschränkten Mitteln erreichen können.

Wenn wir uns Gedanken über das „Übernatürliche“ machen wollen (das ist verboten, das ist „kulturell unangemessener Wahn“ und wird mit Psychiatrie nicht unter zwei Jahren bestraft), müssen wir uns vorsichtig bewegen. Die einzige Sicherheit die wir dort haben ist die Sicherheit, das wir überhaupt nicht im Ansatz wissen, was um uns herum vor sich geht – und je weiter die Physiker in das innere der Welt schauen, umso mehr merken wir, wie wenig wir eigentlich wissen.

Schön, als die Erde noch eine Scheibe war, um die sich die Sonne drehte – aber die Wahrheit scheint viel komplizierter zu sein.

Der Kampf um die Deutungshoheit ist jedoch wichtig … existentiell wichtig. Der Deutungskäfig unserer Kultur ist nicht nur eng … er richtet auch eine Menge Schaden an. In ihm wachsen Überzeugungen und Handlungsstrategien, die geeignet sind, alles Leben auf unserem Planeten auszulöschen … und über kurz oder lang wird das auch geschehen: die vollständige Umwandlung von natürlichen Ressourcen in Geld.

Dann haben wir gigantische Vermögen auf den Konten … aber nicht eine Kartoffel ist mehr übrig.

Darum sind wir gezwungen, zu neuen Ufern aufzubrechen … oder auch einfach zu vergehen.

Möglicherweise sind wir ja doch eher eine Plage, ehedem gezüchtet als Arbeits- und Nutzvieh. Aber zumindest hätten wir die Wahl, uns zu entscheiden und zu etwas anderem zu entwickeln.

Noch.

Über Menschen die Spuren hinterlassen haben, auch bei mir.

Ich möchte hier einen Mann vorstellen der maßgeblich an meiner Persönlichkeitsstruktur mitverantwortlich war, es ist Eugen Drewermann. Obwohl ich die irdische Institution Kirche ablehne, denn sie sind in meinen Augen maßgeblich mit daran beteiligt an dem Leid und Elend auf der Welt, doch was Eugen Drewermann betrifft, könnte ich fast wieder ein gläubiger Mensch werden.

Das sind Menschen, mit einem sauberen Charakter von denen man sich vor allem in der Führungsspitze mehr wünschen würde, wenn es sie denn überhaupt gibt.

Ich stelle dies aus einem Grund hier hinein, vielleicht erreiche ich damit den einen oder anderen, der sich vielleicht an dieser Persönlichkeit orientieren kann, es steht jedem frei.

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Die Kirche, die Reichen und der Zorn des HERRN

Wir hier in Deutschland sollen ja jetzt alle mehr Insekten essen. Viel mehr. Meint jedenfalls der Herr Arno van Huis von der Welternährungsorganisation FAO.

Geht es nach dem für die UNO-Welternährungsorganisation (FAO) tätigen Experten Arnold van Huis, sollen künftig auch in den westlichen Industrienationen Insekten verstärkt auf den Speiseplänen zu finden sein. Angesichts der sprunghaft steigenden Weltbevölkerung stehe laut einer aktuellen Studie demnach außer Frage, dass es künftig ressourcenfreundlichere Alternativen zu Fleisch geben müsse.

Quelle ORF

Leider erfährt man nicht, ob dieser freundliche Herr selbst schon mal gekostet hat und mit gutem Beispiel vorangeht, auf jeden Fall hat er schon mal ausgerechnet, das für uns hundert Gramm Würmer am Tag reichen werden.  Ich weiß nun nicht, ob diese Nachricht absichtlich lanciert wurde, während wir intensiv über die Hartz IV-Regelsätze diskutieren, gehe aber erstmal nicht davon aus, da es sich um eine Nachricht des ORF handelt.

Im Zusammhang mit der Diskussion um die Regelsätze versucht sich ja jetzt auch die Kirche sich  in einem neuen Licht darzustellen:

http://www.welt.de/politik/deutschland/article8788648/SPD-und-Kirchen-setzen-von-der-Leyen-unter-Druck.html

Zollitsch begründete seine Forderung nach höheren Hartz-IV-Sätzen mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das die Regierung zu der nun anstehenden Reform verpflichtet hatte. „Es hat uns wieder neu ins Bewusstsein gerufen, dass der Staat aus Verfassungsgründen ein Existenzminimum zu gewährleisten hat“, sagte er. „Eine Anhebung des Regelsatzes ist hierzu ein wichtiger Schritt. Wir haben eine Verpflichtung, uns für ein menschenwürdiges Leben einzusetzen. Ich warne vor sozialem Kahlschlag und fordere soziale Ausgewogenheit.“

Gibt es denn so was? Da hatte der Bischof … und alle anderen auch … doch glatt vergessen, das wir eine Verfassung haben,  die die allgemeinen Menschenrechte schützt.  Wie gut, das das Verfassungsgericht uns an diese für viele Bürger vollkommen unbedeutende und unbekannte Tatsache erinnert  hat: wie sind keine Sado-Maso-Bude, obwohl ich bei vielen Journalisten von Vier-Buchstaben-Blättern schon den Eindruck habe, das so ein bischen Sadismus gern gesehen werden würde.  Schwache quälen … ist inzwischen gesellschaftlich akzeptabel, wenn die arm sind.

Das der Bischof so etwas vergessen hat, wundert mich besonders, da die Geschäftsbedingungen seines Unternehmens weit über die allgemeinen Menschenrechte hinausgehen: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst. Na, das hatte er wohl auch vergessen. Darum sage ich das jetzt hier nochmal: Gott liebt die Armen besonders und sein Bodenpersonal tut gut daran, dies nicht nur mit Worten zu achten:

Die Option für die Armen ist ein theologisches Prinzip, das eine besondere Parteinahme für die Armen betont und in den 1960er und 70er Jahren in den von der Theologie der Befreiung geprägtenlateinamerikanischen Kirchen wiederentdeckt wurde.

Das Prinzip wird auf biblische Wurzeln bezogen, z.B. die Seligpreisungen der Bergpredigt und das Welt- und Heilsethos, welches in Jesu Worten und Handlungen zum Ausdruck kommt. Gott selbst hat demnach eine Entscheidung zugunsten der Armen getroffen.

Die klassische katholische Soziallehre kennt das Prinzip der Solidarität, formuliert aber keinen expliziten Vorrang der Armen. Stärker der Fall ist dies in einzigen Dokumenten des Zweiten Vatikanischen Konzils, u.a. in Gaudium et Spes 1 und Lumen gentium 8. Diese Texte wurden in Lateinamerika spezifischer ausgelegt. Ausgangspunkt ist die reale Erfahrung des Lebens der Armen in einer von Ausbeutung und Ungerechtigkeit geprägten Gesellschaft. Darauf reagiert die Gestaltung christlicher Praxis in den Basisgemeinden, wobei eine direkte Parteinahme für die Armen sichtbar wird.

Quelle: Wikipedia

Sehe ich den Einsatz von Ein-Euro-Jobbern in kirchlichen Bereichen, so frage ich mich, ob DER HERR das so gerne sieht. Zum Beispiel hier, in Bergisch-Gladbach, da wird richtig angepackt:

Die Evangelische Kirchengemeinde Bergisch Gladbach will Zeichen setzen und geht deshalb richtig ran: Für insgesamt 60 Arbeitslose schafft sie 1-Euro-Jobs in fast allen Arbeitsfeldern von Kirche und Diakonie. „Mensch & Arbeit – Förderinitiative RheinBerg“ heißt das Projekt, das seit 25. Oktober läuft und sich durchaus noch personell ausweiten könnte.

Schauen wir genauer hin, was denn die Kirche so antreibt, diese Leute einzustellen:

„Es ist erschreckend, wie viele qualifizierte Leute auf der Straße stehen“, sagt Thomas Werner.

Stimmt, da ist viel Berufserfahrung und Engagement vorhanden … und das kriegt man jetzt total billig!

Die Überzeugung: „Je größer und gründlicher man die Maßnahme anlegt, desto stabiler läuft sie.“ Nicht kleckern, sondern klotzen. Wenn schon, denn schon. „Wir würden auch 300 nehmen.“ Gemeinsam mit der Bergisch Gladbacher Agentur für Arbeit wurde ein Konzept gestrickt, das 20 Jugendliche, 20 Frauen und 20 weitere Erwachsene im Rahmen der 1-Euro-Jobs in den Gemeindedienst stellt. Das Willkommen mit Kaffee und belegten Brötchen war Ehrensache und das Team stellte fest: „Die Leute sind total motiviert.“  Etwa die Hälfte der neuen Kräfte arbeitet im Evangelischen Krankenhaus (EVK) Bergisch Gladbach in den Bereichen Betreuung, Pflege, Garten und Hausmeistertätigkeiten. Die übrigen 30 sind an verschiedenen Standorten tätig: Die sechs Kindereinrichtungen der Kirchengemeinde können auf je zwei Mitarbeiter zählen, das Q1 Jugend-Kulturzentrum sowie die Gnadenkirche mit Friedhof und altem denkmalgeschützten Gräberareal auf je vier.

Ganz viele arme Menschen, die billig helfen, kirchliche Vermögen aufzubauen und aufgebautes Vermögen zu schonen. Nein, was sind das edle und gute Menschen. So selbstlos. Ganz im Sinne des HERRN.

Es handelt sich dabei wohl um neue Protestanten, die sich wieder von der Linie des Karl Barth entfernen:

Die evangelische Theologie hält eine Soziallehre aber nicht mehr mit Hinweis auf die Fortwirkung der Ursünde in allen gesellschaftlichen Sphären für unmöglich. Sie hat also sowohl ihren Quietismus als auch das Bündnis von Thron und Altar verlassen. Vor dem Ende des 1. Weltkriegs galt der Protestantismus in Deutschland nämlich als strikt monarchistisch, also in diesem Sinne als politisch ungefährlich, im Gegensatz zum Katholizismus wandten sich nur Minderheiten der sozialen Frage und den Problemen der Arbeiterklasse zu.

Der Begründer des Christlichen Sozialismus in Deutschland war der evangelische Theologe Christoph Blumhardt (1842-1919), in der Schweiz Leonhard Ragaz. Auch der Schweizer Theologe Karl Barth, wohl der bedeutendste Erneuerer des Protestantismus im 20. Jahrhundert, vertrat einen religiösen Sozialismus, er wies auch auf Gemeinsamkeiten zwischen der biblischen Überlieferung der Lehre Jesu Christi und dem den meisten Kirchenleuten verhassten Marxismus hin.

Quelle: Wikipedia

Womöglich wird hier das Bündnis von Thron und Altar erneuert. Natürlich war Gerhard Schröder NICHT Beifahrer von Margot Kässmann, denn wäre das so gewesen, würden sich hier Abgründe auftun, die für das Gemüt des Deutschen unerträglich wären. Wie gut, das der Anwalt, der dies aus vertraulicher Quelle erfahren haben will, seine Aussage nun zurückgenommen hat:

Die hier befindliche Passage wurde durch eine am 06.04.2010 zugestellte einstweilige Verfügung des Landgerichts Hamburg, 325 O 100/10, untersagt.

Da wurde ja ziemlich viel Wind gemacht, der – wie üblich – den Verdacht erst nochmal richtig anheizt, erst recht, wenn man sieht, wie sonst noch gegen den Geheimnisverrat vorgegangen wird. So berichtet der Fokus über Ermittlungen gegen Polizeibeamte:

Nach der Alkoholfahrt von Margot Käßmann sind bei der Staatsanwaltschaft Hannover drei Strafanzeigen wegen Geheimnisverrats eingegangen. Unter Verdacht stehen offenbar Polizeibeamte.

Die Justiz soll klären, wie die Alkoholkontrolle der ehemaligen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche (EKD) binnen kurzer Zeit an die Öffentlichkeit gelangte und ob Polizisten vertrauliche Informationen weitergegeben haben.

Das Ziel dieser Anzeige bleibt mir schleierhaft.  Soll in Zukunft die Prominenz unerkannt besoffen durch Hannover fahren dürfen? Bei aller Liebe zum Datenschutz: als Person des öffentlichen Lebens sollte man da auch gegen Polizisten tolerant sein.

Aber … so ist sie halt, die deutsche Oberschicht. Man bleibt gerne unerkannt unter sich. Da läßt sich auch besser mauscheln, so jedenfalls die Aussage einer „Sinus-Studie“, zitiert im Manager-Magazin:

Neben allen Unterschieden gibt es auch einige Gemeinsamkeiten, die die Sinus-Forscher in allen Oberschichtmilieus ausgemacht haben. Da wäre zum Beispiel die ungewohnt starke Familienorientierung aller reichen Deutschen. Die Oberschicht denkt in geradezu dynastischen Kriterien: Es gehört zu ihren wichtigsten Anliegen, das Unternehmen, den Immobilienbesitz oder die Kunstsammlung wohlbehalten an die nächste Generation zu übergeben. Eigene, zahlreiche und möglichst wohlgeratene Kinder zählen deshalb zu den wichtigsten Statussymbolen.

Eine weitere Besonderheit: Alle Reichen verkehren am liebsten in Netzwerken mit ihresgleichen oder aber mit alten Freunden. Dieses Netzwerk mag für manche der Golfclub sein, die Nachbarschaft in einem elitären Villenviertel oder aber der Kreis alter Schulkameraden, die einen schon mochten, als man noch kein Geld hatte. Ob bewusst oder unbewusst: So wollen sich viele Reiche davor schützen, dass andere Menschen sie um ihres Geldes willen ausnutzen. Eine Urangst, die bekanntlich schon Dagobert Duck zu schaffen machte.

Und wie man reich wird? Ganz einfach: man nimmt von vielen wenig und hat dann selbst viel zu verteilen. Einige tausend Helfer bezahlt – schon läuft der Geldspeicher über.

Die Stromkonzerne werden ihren Kunden in diesem Jahr einer Studie zufolge rund eine Milliarde Euro zu viel in Rechnung stellen. Die Preise im Stromeinkauf seien zuletzt um 30 bis 40 Prozent gesunken, die Preise für Stromkunden aber im Schnitt um sieben Prozent gestiegen, heißt es in der Untersuchung der Grünen-Bundestagsfraktion. Laut Strombranche steigen die Preise voraussichtlich auch 2011 weiter.

Quelle: Yahoo

Irgendwann akkumuliert die Beute natürlich, die in der Familie gehortet wird.  Während man dem Volk das Glück des konsumfreudigen Singledaseins predigt und jene, die auf die Predigten hereingefallen sind als alleinerziehende  Ein-Euro-Jobber weiter ausbeutet, achtet man selber fein darauf, mehr und mehr und mehr zu machen – über Generationen hinweg.

Für die Erben als solche … auch kein Zuckerschlecken, denn anstatt ein eigenes Leben kriegen sie mit Geburt den Beruf  „Sohn“  selbst  wenn sie lieber Koch geworden wären. Auch bei der Wahl des Ehepartners reden die Eltern gerne schon mal ein Wörtchen mit, STATUS ist weit wichtiger als LIEBE. Für das Volk …. der Anfang vom Ende, denn irgendwann gibt es nichts mehr zu verteilen, es sei denn, der Staat vertuscht diese Tatsache durch steigende Verschuldung.

Darf ich den geneigten Kirchenmenschen noch etwas erzählen? Jenseits des Opiums, das sie ans Volk verteilen? Zwei kleine Dinge nur, damit es später nicht wieder heißt: Ach, hätten wir das nur gewußt … das haben wir ja TOTAL VERGESSEN!

Jesus kritische Haltung gegenüber den Reichen findet sich auch an anderen Bibelstellen wie jene über den Mammon:

Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.“

– Mt 6,24 EU

14Er fand dort im Tempel die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler sitzen. 15Da flocht er sich eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle samt ihren Schafen und Rindern aus dem Tempel hinaus, verschüttete den Wechslern das Geld und stieß ihre Tische um 16und rief den Taubenhändlern zu: ‚Schafft das weg von hier! Macht das Haus meines Vaters nicht zu einem Kaufhause!‘“

– ‚Die Heilsbotschaft nach Johannes‘ 2,13-16 übersetzt von Hermann Menge[1] (Einheitsübersetzung siehe: Joh 2,13-16 EU)

Quelle: Wikipedia

Und ich persönlich kann nur sagen: wenn da mal der HERR wirklich wiederkommt – was die ja glauben  – gibt das richtig dicken Stunk. Aber mal ehrlich. so wie die leben, glauben die doch selber nicht dran.  Sie leben von ihrem Gott wie andere von der Philosophie. Wie tröstlich zu wissen, das er trotz aller Unkenrufe … doch wiederkommen könnte.  Das wird dann ein lustiges Geschrei geben:  auf einmal sind alle so schwach und menschlich gewesen, auf einmal wird nach Gnade geschrieen … die sie den Ärmsten unter sich nicht gewähren wollten – weil sie es einfach vergessen hatten.  Hat der aber nicht auch gesagt: was ihr den Ärmsten unter euren Brüdern antut, das …. ach, lassen wir das. Man will ja keinem Angst machen in der Spaßgesellschaft, sonst ist ja schnell Schluß mit lustig und Frau Käßmann wird ganz nüchtern.

Kindesmißbrauch: die Religion der Elite … und der Kreuzzug gegen den Islam

Man kommt nicht umhin sich manchmal Gedanken über Religion zu machen. Spricht man über „Religion“ so dauert es nicht lange und es kommt jemand mit dem Satz: „Opium fürs Volk“. Richtig. Da mag was dran sein. Warum sollte nicht auch das Volk sein Opium bekommen von dem die Elite über alle Maßen viel hat.  Aus der Sicht von Karl Marx auch verständlich, das er Religion auf so etwas pragmatisch-funktionales reduziert – er kannte noch keine Theologie der Befreiung – genau wie die, die heute, gerade jetzt, Theologie studieren. Während meiner Studienzeiten waren es die Theologiestudenten, die nach Nicaragua gegangen sind, um dem Volk gegen die Sandinisten beizustehen. Sie waren überzeugt davon, Gottes Werk zu tun, ihre Professoren hatten alle Hände voll damit zu tun, ihnen das auszureden.  Dort gewannen die Studenten, hier die Professoren.

Religion und Gott … das merkt man schnell … hängen zusammen wie Werbeabteilung und Produkt. Das Produkt kann ohne die Werbeabteilung bestehen und verliert dadurch nichts von seinem Wert, die Werbeabteilung ist ohne das Produkt hilflos … erst recht, wenn man die Geschichte bedenkt die hinter dem Produkt steht.

Einst gab Gott den Menschen ein Paradies (und es kann nicht weit weg von der Eifel gewesen sein, ich war hier gestern wieder unterwegs und – wie üblich – überwältigt von der Landschaft und ihren Kompositionen) … das haben sie vermasselt. Dann, frisch auf der Erde, kamen „Gottessöhne“ (bitte weder Kirche noch Theologen nach diesen biblischen Gestalten fragen … es darf sie nicht geben. Ein Wunder, das der Text noch nicht – wie viele andere – aus der Bibel entfernt wurde),  vögelten sich durch die liebreizende weibliche Menschenwelt und hinterließen einen Nachwuchs, der von manchen einfach „Ungeheuer“ genannt wurde. Das fand Gott nicht gut und schickte die Sintflut.

Ich nächsten Schritt suchte er sich ein Volk aus. Er hatte gemerkt: so einfach klappt das nicht mit dem wieder paradiesfähig werden. Damit die Kollegen da unten mal wissen wo der richtige Weg ist, suche ich mir mal ein richtig armes Volk aus, damit die zeigen, wie ich mir ein vernünftiges Zusammenleben vorstelle.

Auch das ging in die Hose. Schon ganz am Anfang. Kaum war Moses beim Boss, um die Anweisungen für die nächsten Jahrtausende zu holen, waren die ganzen Errettungswunder für die Katz und das Volk tanzte wieder um das goldene Kalb.  Ergebnis: neue Gebote, heute noch bekannt als: „Die Zehn Gebote“. Ganz einfache Ausführungen für ziemlich renitentes Volk, das letztlich … und davon handelt der Rest des Alten Testamentes …. in seiner Gesamtheit völlig versagt hat.

Darum sprach Gott: „Gut, ich schicke meinen Sohn persönlich. Soll der denen mal klar machen, wie man menschlich miteinander umgeht“. Der Sohn schmiß die Händler aus dem Tempel und landete am Kreuz.  Möglicherweise – hier scheiden sich aber die Geister – kam nach seinem Sohn noch einer aus der Wüste, gegen dessen Religion die Elite der westlichen Welt gerade einen neuen Kreuzzug führt.

Wo das alles geendet hat? In einer christlichen Kirche:

http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Casimir_Marcinkus

Eine echte Bank, Cisalpina auf den Bahamas, von Calvi und Erzbischof Marcinkus verwaltet, war anscheinend tief darin verstrickt, Kokaingelder aus Lateinamerika mit Hilfe der World Finance Corporation in Miami sauber zu waschen.

Zeitweise konnte Marcinkus den Vatikan nicht verlassen, da es einen Haftbefehl gegen ihn gab. Der Vatikan zahlte 241 Millionen US-Dollar als Entschädigung an die Geschädigten, hielt aber an seiner Unschuld fest.

Sabrina Minardi, die Ex-Geliebte von Mafia-Boss De Pedis, behauptet laut Presseberichten, De Pedis habe 1983 die 15-jährige Emanuela Orlandi im Auftrag von Erzbischof Marcinkus entführt. [2]

Ein lustiger kleiner Bankenskandal, der leider nie ganz aufgedeckt werden konnte, weil die Zeugen … na ja, lest selbst bei Wikipedia:

Der Präsident der Ambrosiano, Roberto Calvi, tauchte unter, aber am 18. Juni 1982 fand man ihn unter der Blackfriars Bridge in London hängend, die Taschen mit Ziegelsteinen gefüllt. Am selben Tag stürzte Calvis Sekretärin, Graziella Corrocher, aus einem Fenster der Bank in Mailand zu Tode. In beiden Fällen sprach man sowohl von Selbstmord als auch von Mord. Michele Sindona, enger Freund von Marcinkus und ebenfalls für die Ambrosiano tätig, starb im Gefängnis an einer Zyanidvergiftung.

Meine Frage wäre … wieviel vom Geist Gottes gibt es noch in einer Kirche, in der so etwas möglich ist? Und falls noch jemand Fragen haben sollte … ich habe hier neben mir gerade noch einen Ordner mit dem Thema Kindesmißbrauch … und da gibt es auch Akten über Heimkinder.

Woher kommt eigentlich diese perverse Lust am foltern und zerstören von Menschen, die das Kirchenvolk so umtreibt? Warum ist gerade die Kirche so tief in Geschäfte der Hölle verstrickt? Warum findet man die Machenschaften des Teufels gerade im Vatikan, wo man doch meinen sollte, das ihre Exorzisten ihn wenigstens dort heraushalten können?

Die Antwort ist einfach.

Gott ist tot.

Jedenfalls in den Augen der kirchlichen Würdenträger. Er selbst ist wahrscheinlich anderer Meinung  – und selbst, wenn es ihn nicht geben sollte, so hätte er per Definition das Potential, sich gleich jetzt und hier neu zu erfinden. Priester können nur dann Kinder mißbrauchen, wenn der Glaube an ihre Religion in ihnen völlig erloschen ist.  Warum trotzdem Priester? Schon mal nach den Vermögenswerten der Kirchen geschaut?

Ist ein Riesenkonzern, diese „Kirche“.

http://www.kirchenimmobilien.de/Grundbesitz_und_Gebaeude.pdf

Grundbesitz

Flächengröße

Bodenwert geschätzt

Mill. m²

anteilig

EUR/m²

Mill EUR

anteilig

Waldflächen

1.501

19,21 %

0,2564

385

0,43 %

Landwirtschaftliche Flächen

5.767

73,82 %

1,0916

6.294

6,97 %

Bauland

544

6,97 %

153

83.779

92,60 %

Gesamt

7.812

100,00 %

90.256

100,00 %

Differenzierung des konfessionellen Grundbesitzes nach Verwendung und Lage der Flächen (Hochrechnung Frerk S. 218)

Coca Cola verkauft Zuckerwasser, Puma Turnschuhe, die Kirche Träume … wie auch Hollywood. Mit Träumen scheint man gutes Geld machen zu können. Und dieser Konzern ist für Lumpen aller Art ein gefundenes Fressen. Von wegen „eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als das ein Reicher in den Himmel kommt“. 

Doch der Kindesmißbrauch hat noch tiefere Ursachen. „Lasset die Kindlein zu mir kommen“ sprach der Herr. Spricht es heute ein Pfarrer oder Priester zuckt die Gemeinde gleich zusammen und versteckt die Kleinen unter der Kirchenbank. „Lasset sie zu mir kommen denn ihrer ist das Himmelreich“.

Und schon … schließt sich der Kreis.  Wie kann ich am deutlichsten Demonstrieren, das ich die Botschaft und Wahre Lehre verstanden habe, wie kann ich zeigen, das ich würdig bin, dem erlauchten Kreis anzugehören, dem Kreis der Elite, die – wie die Freimaurer im 33. Grad – die große Wahrheit verkündet bekommen: ES GIBT KEINEN GOTT!

Das ist der Grundsatz der Religion der Elite. Der Lumpenelite, um genau zu sein.  Und wie die Mafia von ihren Anwärtern verlangt, erstmal einen kalt zu machen, hat die Lumpenelite ihr eigenes Aufnahmeritual, für das Menschen wie Marc Detroux erstmal Frischfleisch heranschaffen muß.

Dutroux behauptete, er selbst sei nur eine Art Handlanger gewesen. Die Mädchen seien nicht nur für ihn allein bestimmt gewesen, sondern auch für andere Personen, die teilweise „höchste Protektion von ganz oben” genießen würden. Als Anstifter und Kopf eines Kinderschänderringes, für den Dutroux gearbeitet habe, beschuldigte er nach der Verhaftung und während des Prozesses wiederholt Nihoul.[5]

Laut der ZDF-Reportage Die Spur der Kinderschänder – Dutroux und die toten Zeugen[6] von 2001 verstarben während der Ermittlungszeit nach Dutroux‘ Verhaftung 27 Zeugen, die im Prozess aussagen wollten. Der Staatsanwalt Hubert Massa beging im Juli 1999 Suizid.[7]

(Quelle: Wikipedia)

Wer einmal an einem solchen Ritual teilgenommen hat … der bleibt dem Verein treu, selbst wenn er an Kinderschändung als solcher keine Lust hat.  So bekommt man treue, loyale Mitarbeiter. Auch bei dem Kinderhilfswerk UNICEF:

In diesem Jahr fand eine gewaltsame Zerschlagung der bis dato von UNICEF unterstützten offiziellen pädophilen Interessenvertretung Belgiens mit Namen CRIES, statt, wobei auch eine Reihe von belgischen UNICEF-Funktionären, wie Michel Felu und Philippe Carpentier, wegen sexuellen Missbrauches und Besitzes von Kinderpornographie verhaftet und verurteilt wurden.

Wer mehr über die Versorgungslinien der Lumpenelite erfahren möchte, der englischen Sprache mächtig ist und über einen stabilen Magen verfügt, findet hier noch eindringlichere Bilder:

http://www.isgp.eu/dutroux/Belgian_X_dossiers_of_the_Dutroux_affair.htm

In Belgium this milieu has largely been represented by the Vatican and US intelligence-linked right wing of the PSC, and coincidentally, besides numerous accusations of child abuse against PSC members, some have also been accused of ritual abuse and Satanism, albeit largely through Opus Dei.

Wieder einmal unsere alten Freunde vom Vatikan … und von Opus Dei – doch hier mal mit Kindesmißbrauch an anderen, rituellen Dimensionen.

http://www.aufklaerungsgruppe-krokodil.de/DerFallMarcDutroux_2.pdf

In einem Zusatz des Dossiers mit dem Datum 2. Juni 1997 vervollständigt X3 ihre Aussage.

Sie spricht von einem Schloss, in Mitten eines Parkes, wo Kinder, in Käfige eingeschlossen,

darauf warten, „dranzukommen“

Im kleinen Turm des Schlosses befände sich eine kleine Ausstellung der Leichen von Kindern. Die Gruppe von Erwachsenen sei immer die selbe – an

die fünfzig – unter denen sie nur wenige kannte. Dort endeten die Abende nie ohne einem

Todesfall

Die Prominenten machten Jagdpartien mit Doggen auf die Kinder, die nackt in den Park freigelassen würden. Kinder würden an Bretter gebunden und mit Rasierklingen und

Nadeln gefoltert. „Ich habe auch Menschenfleisch essen müssen, Kinderfinger mit Gelé

serviert“

 

.. (Verhör von X3, BSR, 2. Juni 1997, Protokollziffer 151.829. Diese Information findet sich in AFFÄRENIHOUL-DUTROUX: BRIEF AN DIE EUROPÄISCHEN ABGEORDNETEN..)

Zeugin X3 serviert uns unappetitliches, dem wir uns im Moment mal stellen müssen. Schon immer störte mich an den Detroux-Geschichten der Mangel an Sinn und Funktionalität der Zusammenhänge. Das ändert sich, wenn man die Initiationsriten der Mafia zu Hilfe nimmt und ihre Funktionalität erkennt.

Einmal mitgemordet, schon gehört man dazu. Auf Gedeih und Verderb, für immer und ewig. Dann gibt es Posten, Aufträge, Chancen.

Ich weiß nicht, ob die Zeugin X3 die Wahrheit sagt, traue aber dem Adel alles zu, wo ich doch jetzt gelernt habe, das sie sich immer noch als „über-den-Normen-stehend“ definieren. Definiert man sich so, muß man sich ab und zu beweisen, das da auch was dran ist. Einfach mal ein paar Bauernkinder schlachten – das macht man doch seit Jahrtausenden, was ist denn schon dabei.

Hochgradig komplex organisierte Kindervergewaltiger … wo man auf den Philipinen alles nahezu umsonst bekommen kann? Das macht keinen Sinn. Aber Detroux ist nun mal real, Marcincus auch … das kann man nicht wegdiskutieren – obwohl es versucht wird, sogar mithilfe der Ausrottung der Zeugen.

Jedoch … eine Religion der Lumpenelite, die „Es-gibt-keinen-Gott“-Religion … die macht Sinn. Symbolische Menschenopfer im Bohemian Grove (wir berichteten) machen ebenfalls Sinn, erst recht, wenn die „Menschenpuppe“ groß wie ein Kind ist. Das Ritual der „Einäscherung der Sorge“ vor dem Bildnis der kinderfressenden Göttin Lillith ebenfalls. Kein Gott … keine Sorge, das irgendwann mal wieder ein zorniger Gott erscheint, der einen für die eigenen Sauereien zur Verantwortung ziehen wird.  Und ein symbolischer Akt für die Engehweihten, die zu Beginn des „Happenings“ im Grove darauf aufmerksam gemacht werden … woran sie einst real teilgenommen haben und weshalb sich keiner der Beteiligten Sorgen zu machen braucht, das irgendwann mal irgendwas an die Oberfläche kommt.

Das die Symbolik der Religion der Lumpenelite gerne auch mal satanisch ist, ist nur eine (sinnvolle) Spielerei. Sie glauben auch nicht an den Teufel.

Ich muß den Leser aber noch weiter strapazieren, denn es gilt noch einen letzten Gedankengang zu betreiben, noch einen letzten Schluß zu ziehen.

Was wäre für diese Lumpenelite und ihre Religion die größte Gefahr? Klar, ein echter lebendiger Gott, der sich nur zurückhält, weil er es mal versprochen hat und deshalb den Regenbogen als Zeichen an den Himmel gestellt hat. Aber … an den glauben die wirklich nicht. Ihre Religion besagt, das es nichts gibt außer dem, was sie für wahr halten (und damit spucken sie der Philosophie, der Psychologie und insbesondere den Erkenntnistheoremen mitten ins Gesicht – was aber nicht stört, da es um Macht und nicht um Wahrheit geht).

Die größte Gefahr wäre eine Religion, die nicht korrumpierbar ist wie der Vatikan. Menschen, die unabänderlich von der Existenz Gottes überzeugt sind. Menschen, deren Reich – wie das Reich Christi – „nicht von dieser Welt ist“ … und die somit mit Methoden dieser Welt nicht zu manipulieren sind.

Zum Beispiel … der Islam.

Und auf einmal haben wir einen plausiblen Grund (neben dem offensichtlichen und permanent gepredigten, das der ISLAM natürlich nur irgendwie BÖSE sein kann) weshalb der Kreuzug gegen den Islam mit aller Gewalt geführt wird … und erst enden wird, wenn alle werden wie die Christen oder tot sind.

Eben wie in Europa.

Ohne Detroux … und ohne die toten Zeugen, ohne den Bohemian Grove, ohne den real existierenden Kindesmißbrauch durch Menschen, die eigentlich davon überzeugt sein müßten, für ihre Taten in die Hölle zu kommen, würden diese Hypothesen nicht funktionieren.

Aber denkt man sich eine Religion, deren oberster Satz „Es gibt keinen Gott“ ist … so wird alles plausibel. Jedenfalls für Philosophen, denn die wissen genau, das es sich bei diesem Satz um eine durch nichts bewiesene oder zu beweisende willkürliche Setzung handelt … also um puren Glauben. Ergo: eine Religion.

Quod erat demonstrandum

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