Reichsbürger

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Liebe Reichsbürger, ich hätte da eine Bitte!

Eine Glosse von Jens Berger

Spätestens nach dem in letzter Sekunde von tapferen Berlinern Schupos verhinderten „Sturm auf den Reichstag“ ist klar: Nicht die Umverteilung von unten nach oben, der alltägliche marktkonforme Wahnsinn oder die immer aggressiver werdende Hurra-Humanismus des Wertewestens bedrohen die Grundfeste unserer Gesellschaft, sondern ein Häufchen verwirrter Heilpraktiker, die denken, das Kaiserreich hätte immer noch Bestand. Dabei sind die medial omnipräsenten Reichsbürger nur die skurrile Spitze eines Eisbergs, der bei unseren schlaueren Mitbürgern, zu einem sorgsam von den Medien konditionierten Reiz führt – sobald so ein Verschwörungstheoretiker, ein Trump- oder Putin-Fan oder – Gott bewahre – ein rechtsoffener oder gar rechtspopulistischer Rechtsextremist etwas vor sich hin schwurbelt, ist dies für die Stützen der Demokratie der ultimative Beleg dafür, dass das genaue Gegenteil richtig sein muss. Denn wer will sich schon mit solchen Leuten gemein machen? Diese „Deppen-Dialektik“ bietet – geschickt eingesetzt – eine große Chance, endlich was in dieser Gesellschaft zu bewegen.

Jens Berger ist Redakteur der NachDenkSeiten. Er ist Journalist und Sachbuchautor. Zu seinen Büchern gehören „Stresstest Deutschland“, „Wem gehört Deutschland?“, „Der Kick des Geldes“ und „Wer schützt die Welt vor den Finanzkonzernen?“.

Neuer Schwung mit Schwarzweißrot?

Ein massiver Presserummel verhilft der längst eingemotteten Reichsfahne zu neuem Leben.

Ein Standpunkt von Hermann Ploppa.

Das war ja was an jenem historischen Samstag, dem 29. August 2020.

Da demonstrieren Hunderttausende, wenn nicht gar Millionen von besorgten Bürgern durch Berliner Straßen, um rund um die Siegessäule das Ende des Corona-Regimes zu verlangen. Das Festival der Freiheit nimmt seinen friedfertigen Verlauf. Die Kundgebungsteilnehmer denken gar nicht daran, Stress in irgendeiner Form anzuzetteln. Selbst das provozierende Auftreten ausgesuchter Bürgerkriegssoldaten bei der Berliner Polizei kann die Harmonie nicht stören.

Das Fest der Freude ist so intensiv, dass ein Klamauk vollkommen untergeht, der wenige hundert Meter weiter vor dem Reichstagsgebäude abgezogen wird. Als Gerüchte durchsickern, eine Handvoll Vollpfosten hätte versucht, den Reichstag zu stürmen, reicht die Reaktion von Kopfschütteln bis zu genervtem Hände-über-den-Kopf-Zusammenschlagen. Dass Provokateure so eine Nummer abziehen würden, war klar. Nur über das „wie“ bestand noch Unklarheit.

Regierungsbetrug Reichstagsskandal – Christoph Hörstel 2020-09-05

Vorsicht, Parteipropaganda – trotzdem hat er möglicherweise in weiten Teilen Recht

 

Vorwort für neue Gäste: Neue Mitte:
uneingeschränkt für ethisch begründete Politik
korrupte und unrechtmäßige Macht des globalen Finanzkartells: Grundübel unsere Zeit

3:07 – Nacharbeit zur erfolgreichen Corona-Demo!
ERFOLG: Kartellmedien: Bundesregierung muss Corona-Maßnahmen besser erläutern!
Propagandawelle: Rechtsextremisten, Verschwörungstheoretiker, Reichsbürger – warum gehen die anderen Demonstranten mit?
3 Gruppen: kleine Minderheit! – Die gehen mit, kann man kaum hindern
negatives Presseecho durch Aktivität Rüdiger Hoffmann / staatenlos.info: Kleindemo nebenan
Hoffmanns Truppe kooperiert mit Verfassungsschutz, Polizei + allem Gelichter, das sich denken lässt – Polizei-Kooperation hier zugegeben
Hergang: geplante Intrige Politik/Polizeiführung/Medien gegen Querdenken-Demo:
2-300 Menschen werden in ein umzäuntes und von Polizeikräften bewachtes Areal genau vor dem Reichstag gelotst
½ Stunde vor Begehen der Reichstagstreppe, erklärt Demo-Anmelder Rüdiger Hoffmann: „ich gehe jetzt zu Ballweg“ (= Leiter Querdenken-Demo)
benennt einen Verantwortlichen für die Zeit seiner Abwesenheit
der bekommt einen Schwächeanfall, benötigt Sanitäter-Hilfe
Aufmerksamkeit der kleinen Menge abgelenkt, Tamara Kirschbaum ergreift das Mikrophon auf der leeren Bühne
fordert auf, friedlich auf die Treppe zum Reichstagsgebäude zu gehen
3 Polizisten warten dort 2-3 Minuten, dann kommen Hilfskräfte – und Brutalität setzt ein

16:23 – Ballwegs Öffentlichkeitsarbeit – ungeübt, unsicher, eher schädlich:
kein Vorwurf, eher traurige Analyse: hat er nie gelernt
Frage: Warum macht er es dann? An seine Kameras lässt er ja auch keine Dilettanten!

18:29 – meine Sicht dazu:
Ballweg, Querdenken + Co.: gute Organisationsarbeit für Demo
inhaltlich: eher schwach
Hoffnung: nächste Demo für 26. September – wir werden dabei sein

20:28 – Corona-Wahnsinn

23:45 – Zweite Welle
völliges Durcheinander Corona-Maßnahmen in Deutschland + EU:
vermutlich nur Vorspiel und Rechtfertigung 2. Lockdown?

25:47 – Youtube und mitmachen: Diebstahl von Abos, Clickzahlen + Reichweitenbeschränkung
ACHTUNG: NM-Flyer: neue regionale Verteiler in
76703 Kraichtal
66989 Petersberg
Interessenten schreiben an info(AT)neuemitte.org

26:44 – Spendenaufruf: herzlichen Dank an alle Spender!
Bitte: wer noch nichts beigetragen – oder es kann: mithelfen – danke
27:31 – Video
Russla
28:46 – Aufruf an Wirtschaft und Adel – massenhaft spenden – oder mit mir investieren!:

35:49 – Wirtschaftsminister Altmaier erwartet Wirtschaftsaufschwung
kann Bundesregierung mit Schlamassel dank 2. Welle wiedergewählt werden?

37:02 – Wichtige Mitteilung für die Freunde in der Schweiz!
CVP – Christlichdemokratische Volkspartei plant Umgestaltung
unsere Farben + unser Name: „Die Mitte“

39:24 – Russland: Anschlag auf westlich unterstützten Regime-Kritiker Nawalny
Nawalny angeblich mit Nowitschok vergiftet
Frage wem nützt Attentat auf Nawalny: geklärt: antirussische Kriegstreiber

43:30 – Weißrussland: Lukaschenko im Sanktionstauziehen
Plan einer Verfassungsreform spaltet Opposition erfolgreich

45:39 – Libanon: ein Rückschlag nach dem anderen
Weltbank streicht Kredit: Staudamm-Projekt
Gründe eher fadenscheinig: politischer Druck: USA/Israel

47:44 – Palästina: verschiedene Parteien trafen sich in Ramallah + Libanon
gegen Netanjahu-Regierung inzwischen zehntausende Demonstranten
Korruption: „crime minister“ statt prime minister
48:55 – Palästina-Tassen – VIDEO

50:08 – Türkei + Griechenland kurz vor Krieg: Seemanöver + Kriegsdrohungen
Griechenland offen militärisch unterstützt
Südamerika
51:56 – Syrien: bedeutende russisch-kurdische Annäherung + schwere Ölkrise
Moskau, vergangenen Samstag: kurdische Top-Delegation + altkommunistische syrische „Partei des Volkswillens“: Gespräch + Foto-Termin mit Außenminister Lawrow
Abzug aller fremden Truppen aus Syrien: auch USA!
wir hoffen auf türkisch-syrische Annäherung, versüßt durch Mittelmeer-Gas + Sicherstellung im PKK-
NEU: IS versucht Mordanschlag auf russischen General: IS weiter aktiv!
= CIA versucht… – CIA weiter militärisch aktiv

57:06 – Südamerika – Venezuela: Wahlteilnahme spaltet Opposition
Parlamentswahlen 6. Dezember
Präsident Maduro begnadigt 110 Oppositionelle, auch Anhänger CIA-Kandidat Guaidò

58:28 – zum Schluss
Versorgen Sie Arzt Ihres Vertrauens mit umfangreichen Infos über Ihre Gesundheitsprobleme mit Maske, Test + Impfung!
 

Berliner Senat erlässt Maulkorberlaß

Hinterher ist man immer schlauer.

Ein Kommentar von Bernhard Loyen.

Die Ereignisse vom 29.08. in Berlin erhielten auch internationale Aufmerksamkeit. Die deutschen Medien fokussierten sich nach diesem einerseits sehr ärgerlichen Tag, durch die Senatsdirektive Nötigung und Gewalt, anderseits so wichtigen, langen und wunderbaren Tag für alle besorgten, friedlichen und demokratieliebenden Teilnehmer, auf ein Randereignis von knapp 45 Minuten.

Nein, nicht die disziplinierten Hunderttausenden wurden diese Woche quer durch die Medienlandschaft thematisiert, nicht die größtenteils sehr guten Reden am Großen Stern wurden zur Ansicht gebracht, inklusive die des Fußballweltmeisters Thomas Berthold. Nicht die bewegende Rede eines inzwischen Ex-Grünen Politikers (1). Auch nicht die Anwesenheit von Robert F. Kennedy jr. in Berlin, inklusive seiner brillanten Analyse des Status quo und einem aufrichtigen – Ich bin ein Berliner. Das versprengte Häufchen, im Verhältnis zu den Massen auf der Strasse des 17. Juni, Teilnehmer einer anderen angemeldeten und seitens Berliner Versammlungsbehörde zugelassenen Demonstration wurde zum Talk of the Republic. Das Stürmchen auf die Reichstagsstufen, den Portaltreppen, wurde das Politikum der Gegenwart.

Das diese laue Veranstaltung überhaupt gar nichts mit der Querdenken-Demonstration zu tun hatte wird weiterhin konsequent nicht kommuniziert. Das 90% der vor dem Reichstag Anwesenden sich von den Hunderttausenden eindeutig abgrenzen wollten, auch kein Thema. Das diese Tatsache auf Gegenseitigkeit beruht, also aneinander klar definiertes inhaltliches Desinteresse, keinerlei Erläuterungen bei ARD & ZDF, bei Lanz, Maischberger, im Spiegel, der Zeit und allen anderen Erfüllungsgehilfen aus der Medienwelt.

Um 16:27 twitterte die Berliner Polizei, Zitat (2): Vor der Bühne im Bereich der Reichstagswiese wurden Teile der Absperrung umgeworfen. Es drangen Personen in den gesperrten Bereich vor. Dagegen sind wir vorgegangen & werden nun die Anwesenden von der Wiese herunterführen. Gleich gehen dort auch die Rasensprenger an.

Zur gleichen Zeit lauschten 2,4 km entfernt am Großen Stern (3) friedliebende Menschen den Reden auf der Bühne der Querdenken-Veranstalter. Das sah auch gegen 19:00Uhr nicht anders aus, als die überschaubare Gruppe sich auf den Portaltreppen des Reichstags versammelte (4).

Interessant ist die Tatsache, dass die Berliner Polizei, damit auch der Innensenator, jederzeit im Bilde waren, was da auf der Wiese vor dem Reichstag sich langsam dynamisiert

Ausbruch aus der Corona-Schreckensherrschaft

Seit 28. März 2020 stellen sich immer mehr Menschen hinter das Grundgesetz und die Demokratiebewegung — für eine basisdemokratische Verfassungserneuerung. Der Widerstand aus Berlin ist international geworden. Am Wochenende versammelten sich Millionen Menschen in Berlin, Paris und London. Aus ihnen entsteht die Zukunft nach Corona.

Ein Standpunkt von Anselm Lenz (Herausgeber der Wochenzeitung Demokratischer Widerstand).

Es war vorhersehbar gewesen: „Selbstverständlich wird das Corona-Regime seltsame bis verleumderische Bilder erzeugen. Zu erwarten ist, dass diese Bilder wieder von Agents Provocateurs des Regimes produziert werden. Es sind Phänomene, wie sie noch vom Ende der DDR bekannt sind.“ So hieß es auf dem Titelblatt unserer Wochenzeitung Demokratischer Widerstand, erschienen zum 29. August 2020.

Und schon am Abend löste das Regime das ein, was wir seit Monaten von ihm kennen: Während Hunderttausende im Tiergarten friedlich demonstrierten, sendeten die gleichgeschalteten Medienbetriebe Bilder von der Erstürmung der Treppen des Bundestags durch Party People, Menschen mit Fahnen der USA, der Türkei, der Niederlande, der Bundesrepublik, der bunten Friedensfahne — und, oh Wunder, des Deutschen Reiches, der Trikolore in Schwarz, Weiß und Rot aus dem späten 19. Jahrhundert. Wie durch ein zweites Wunder stoppen alle vor drei fuchtelnden Polizisten vor dem Panzerglas vor dem Plenarsaal ab und feiern.

Xavier Naidoo und die Diktatur der Gedanken

Freitag, 12.5.2017. Eifel. Na, Sie? Schön, dass wir uns mal wieder sprechen. Wird ja auch Zeit: ist einiges los in der Welt Zum Beispiel wackelt unser Weltbild gewaltig, weil Wissenschaftler mal wieder zu tief gegraben haben: 3,48 Milliarden Jahre alte Fossilien wurden in Australien entdeckt (siehe Grenzwissenschaften) … Leben ist also ganze drei Milliarden Jahre älter als bisher gedacht: so wenig wissen wir wirklich über diese Welt, von der „Wissenschaft“ so sicher ist, sie völlig im Griff zu haben. Wahnsinn, oder? Leben unter völlig lebensfeindlichen Bedingungen: gut möglich, dass die Erde schon dreißig mal von kapitalistischen Zivilisationen verseucht wurde, die sang- und klanglos untergegangen sind: würde einige Funde erklären, die wir bislang als „verbotene Archäologie“ kennen. Ja – außerhalb der kapitalismushörigen Dienstbarkeitswissenschaft gibt es immer noch ganz viele Wunder zu entdecken, wenn man die Welt undogmatisch sieht und Forschung ergebnisoffen betreibt anstatt die erlaubten Ergebnisse gleich vorzugeben: Wunder, die gleich morgen unser ganzes Weltbild auf den Kopf stellen könnten: wenn die Meinungsbüttel des Mammon dies zulassen würden.

Ich persönlich mag ja solche Rätsel: sie halten den Geist frisch. Eins habe ich letztens in der FAZ gefunden – jener Zeitung aus dem Bereich der Altpapiermedien, die erst kürlich verkündete, dass sie „wieder auf Erfolgskurs sei“ (siehe FAZ), sich dann aber den alternativen Fakten der Wirklichkeit stellen musste, die besagten, dass die Umsätze weiter in den Keller gehen (siehe Statista): die Auflage sank von 250000 im Jahre 2016 auf 240 000 im ersten Quartal 2017; hält dieses Blatt diese Sinkgeschwindigkeit bei, haben sie noch 6 Jahre – dann ist die FAZ Geschichte und ihre Aufgabe dankenswerterweise beendet. Aufgabe? Ja – sehr schön formuliert findet man das bei Wikipedia:

„Die Frankfurter Allgemeine Zeitung wird unter Journalisten seit langem als eines der deutschsprachigen Leitmedien eingestuft, denen die Funktion zukommt, gesellschaftliche Kommunikation und Öffentlichkeit zu gestalten und zu prägen“

Ich persönliche brauche kein Altpapier noch irgendeinen Schmierfinkenfuzzi, der meine Kommunikation gestaltet und prägt: ich denke, dass kann ich ganz gut alleine. Ich hätte immer noch gerne, dass Journalisten mich mit Fakten versorgen – ohne selbstherrlich zu beurteilen, welche davon jetzt angeblich „alternativ“ sein sollen oder nicht. Gehen Sie mal in den Bereich der Naturwissenschaft: dort ist alles voll von alternativen Fakten: sprechen Sie mit drei Wissenschaftlern (aber nicht mit den Journalisten, die sich dafür halten) – Sie werden sicher fünf Meinungen erhalten. Oder der Bereich der Geisteswissenschaften: die produzieren – wenn sie sauber arbeiten – das Gegenteil zur eigenen Meinung gleich mit, damit Sie persönlich und NUR SIE sich aus dem reichhaltigen Angebot für jene Variante der Wirklichkeit entscheiden können, die Ihnen am besten gefällt … aus welchen Gründen auch immer.

Was mir gefällt ist zum Beispiel der Artikel von Frau Leonie Feuerbach über das plötzliche Massensterben von 322 Rentieren (siehe FAZ) – also jenes Rätsel, über das ich vorhin sprach. Noch nie zuvor waren so viele Tiere auf einmal verendet. Die dogmatische Wissenschaft war sich sicher: eine Krankheit war es. Oder – da war man sich auch sicher – ein Blitz. Oder mehrere. Ganz sicher. Traf alle Tiere, weil die bei schlechtem Wetter so nahe zusammenrücken. Nur: schaut man sich den Film an sieht man … da liegen Leichen weit vom Mittelpunkt entfernt – ohne erkennbaren Kontakt zu anderen Tieren. Nun: egal. Hauptsache, alles wird schnell wegerklärt, damit bloß niemand auf die Idee kommt, Gelder für Forschung zu verlangen um einer anderen Wahrheit auf die Spur zu kommen. Wenn´s nicht nicht Krankheit war, war´s eben der Blitz. Mehr ist nicht erlaubt.

Tja – die Wahrheit. In der Philosophie weiß man seit 3000 Jahren, dass wir als Menschen – mit unserem mickrigen Erkenntnisvermögen und unserer äußerst begrenzten sinnlichen Ausstattung – der Wahrheit nie nahe kommen können, wir bewegen uns stetig im Bereich von „Vereinbarungswahrheiten“ – müssen wir auch, um überhaupt mal vom Grübeln ins Handeln kommen zu können. Solche Erkenntnisse stören eigentlich niemanden, sie machen neugierig, regen an, selbst zu forschen und zu denken und erlauben die sichere Gewissheit, in einer Welt von Wundern zu leben, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Manche jedoch … stört diese Sicht. Sie wollen lieber ihre eigene Wahrheit auf andere ausdehen und jene verfolgen, die auch nur ein wenig von dieser öffentlich verordneten Wahrheit abweichen – wobei wir wieder bei Leonie Feuerbach angekommen sind. Die hat sich – zur Rettung der Auflage der eigenen Zeitung – ein ganz besonderes Opfer ausgesucht: einen farbigen deutschen Sänger mit dem Namen Xavier Kurt Naidoo.

Nun – mir sagte der Name nichts, diese seltsame Hüpf-und Hops-Musik ist nicht mein Ding, ich gönne sie aber gerne anderen. Offenbar machen die aber Texte, die den Staat gefährden (siehe FAZ):

„Wie lange wollt ihr noch Marionetten sein?
Seht ihr nicht, ihr seid nur Steigbügelhalter
Merkt ihr nicht, ihr steht bald ganz allein
Für eure Puppenspieler seid ihr nur Sachverwalter“

Zu diesem Textstück meint Frau Feuerbach:

„Bei genauerem Hinsehen hat aber schon diese Strophe es in sich: Der manipulative „Puppenspieler“, der im Hintergrund die Fäden zieht, ist ein uraltes antisemitisches Klischee. Und der Begriff des Sachverwalters erinnert stark an die Vorstellung der sogenannten Reichsbürger, nachdem die Bürger der Bundesrepublik nur Personal einer von Amerika oder dem Weltjudentum gelenkten GmbH sind – der Personalausweis dient den Anhängern dieser kruden Ideologie als Beweis dafür.“

Selten solchen Unfug so konzentriert gelesen – aber zur Rettung der Auflage, zur zwanghaften Belebung des Mythos der „Reichtsbürgerhymne“ darf man wohl tief in die Unterstellungskiste greifen.

„Puppenspieler“ ist kein „uraltes antisemitisches Klischee“ … wir würden sonst die Augsburger Puppenkiste ganz neu bewerten müssen. Sicher: „Reichsbürger“ (ein neuer Kampfbegriff der deutschen Sektion der kapitalistischen Internationale, der den Begriff „Verschwörungstheoretiker“ nahtlos ersetzt) sind … in meinen Augen … besonders große Deppen – was ich leicht erklären kann. „Reiche“ – hatten wir nur zwei: das feudale Kaiserreich … oder das andere, mit Gröfaz und Massenmorden an Andersdenkenden; kurz gefragt: welches der beiden „Reiche“ hätten Sie denn gern? Den Kaiser, der zu blöde war, die europäische Friedensordnung zu wahren und weltweit Kolonien an sich riss … oder den österreichischen Aktmaler, über den man kaum ein Wort zu verlieren braucht. Ja – ich habe die Nachricht mit Freuden vernommen, dass einer der führenden deutschen Ultrarechtsblogger nun in den Knast kommt (siehe Standard): die Leugnung eines der historisch bestdokumentierten Ereignisse kann nur vor einem geistig sehr schwachen und zudem kriminell determinierten und menschenfeindlichen Hintergrund erfolgen – aber das ist ja nicht unser Thema.

Unser Thema ist Leonie Feuerbach und Xavier Naidoo … der aber selbst mit den vielen Unterstellungen der Frau Feuerbach nichts zu tun hat. Das unser „politisches Personal“ nicht ganz das tut, wofür sie bezahlt werden, ist Mehrheitsmeinung in Deutschland: 60 % der Deutschen zweifeln an der Demokratie (siehe Handelsblatt – wahrscheinlich auch so ein rechtsradikales Schmierenblatt in den Augen der selbstverliebten Pseudolinken) – der enorme Einfluss der „Reichen“ auf die Politik wurde erst kürzlich aus dem Armutsbericht der Bundesregierung entfernt – und ist Gegenstand vieler seriöser wissenschaftlicher Forschung (siehe Lobbycontrol) … und mehr muss man in die Worte des Hüpfbarden nicht hineindeuten.

Lesen Sie doch mal die Ausführungen meines Kollegen „Parkwächter“ (keine Sorge, der heißt nicht wirklich so) zu dem neuen französischen Präsidenten, der mit viel Geld plötzlich aus dem Nichts auftauchte und über die Herkunft des Geldes auch gar nicht reden möchte (siehe Nachrichtenspiegel): dort kann man sehen, wie großes Geld große Politik machen kann. Das ist aber nie Sinn der Demokratie gewesen. Was Macron nun zu tun hat – nun: das schreiben ihm die Bezahlschreiber der Leitmedien jetzt schon vor: Abschaffung der 35-Stunden-Woche (nein, nicht zugunsten einer 30-Stunden-Woche, die aus humanistischen Gründen sehr sinnvoll wäre), Senkung des Mindestlohnes (es kann keine Milliardäre geben, wenn nicht Millionen für zu wenig Geld arbeiten) und Abschaffung des Kündigungsschutzes, damit in Betrieben wieder richtig durchregiert werden kann (siehe Spiegel).

Geht so Demokratie? Sollte man nicht selbst mitreden dürfen, wenn man selbst in Zukunft für immer weniger Geld in immer unsichereren Verhältnissen immer länger arbeiten soll? Ach – lassen wir das.

Weiter gehts mit Leonie und Xavier

„Und weil ihr die Tatsachen schon wieder verdreht
Werden wir einschreiten
Und weil ihr euch an Unschuldigen vergeht
Werden wir unsere Schutzschirme ausbreiten“

Was liest nun unsere Autorin da hinein?

„Das „Tatsachen verdrehen“ kann als eine Umschreibung des Lügenpresse-Vorwurfs gelesen werden. Das „an Unschuldigen Vergehen“ liest sich rätselhaft und wie ein Vorwurf des Kindesmissbrauchs. Ein beliebtes Thema im rechtsextremen Spektrum, wo seit Jahren die „Todesstrafe für Kinderschänder“ gefordert wird.“

Kann als Umschreibung gesehen werden – muss aber nicht. Kann auch einfach sein, dass man damit Arbeitslose meint, die selbst persönlich für die Folgen der Globalisierung und somit ihre Arbeitslosigkeit verantwortlich gemacht werden … und jetzt nicht nur in Deutschland sondern auch in Frankreich ausgeblutet werden, weil man ihr Existenzrecht als Mensch in Zweifel zieht. An „Unschuldigen vergehen“ ist übrigens weltweit eine anerkannte Sauerei: deshalb haben wir die Erklärung der allgemeinen Menschenrechte erfunden. Leider fehlt den Unschuldigen (den Kurden, den Armeniern, den Irakern, den Afghanen, den Andersdenkenden, den Juden, den Homosexuellen, den „Farbigen“, den Millionen hungernder Kinder, den Arbeitslosen – ja den Armen generell … um nur ein paar zu nennen) noch jener „Schutzschirm“ von dem da gesungen wird.

Ja – so einen Schirm könnten wir gut gebrauchen … der angeblich brillliante Physiker Stephen Hawking hat aktuell die der Menschheit zur Verfügung stehende Lebenszeit von 1000 auf 100 Jahre verkürzt (siehe Heise), weshalb wir schnellstens auf neue Planeten umsiedeln sollen. Der Schweizer Tagesanzeiger bestätigt, dass auch andere dieses Ende nun ausgerechnet haben, wir sehen, dass wir andere Probleme hätten – und an gleichem Orte findet man ja auch schon die Lösung der Probleme (siehe Tagesanzeiger):

„Zu den bekanntesten Forschern auf diesem Gebiet gehören Paul und Anne Ehrlich von der Stanford-Universität, die seit Jahren vor Überbevölkerung und gefährlicher Ressourcenverschwendung warnen. Sie werden zu den sogenannten Neomalthusianern gezählt. Der Ökonom Thomas Malthus warnte bereits im 18. Jahrhundert vor Überbevölkerung und einer drohenden Nahrungskrise. Er ging sogar so weit, dass er es nicht für ratsam hielt, Geld von Reichen zu Armen zu transferieren. Das führe zu einer weiteren Überbevölkerung und steigender Nahrungsnachfrage.“

Jetzt kennen Sie den wahren Grund der neoliberalen Offensive der letzten Jahrzehnte: die Ausrottung der Armen zur Rettung des Reichtums dient einzig und allein nur dem Fortbestand der Menschheit: wer könnte sich diesem hehren Ziel auch entziehen … vor allem, wenn es gut bezahlt wird?

Kehren wir vom Weltuntergang zurück zu Leonie und Xaxier:

„Alles nur peinlich und so was nennt sich dann Volksvertreter
Teile eures Volkes nennt man schon Hoch- beziehungsweise Volksverräter
Alles wird vergeben, wenn ihr einsichtig seid
Sonst sorgt der wütende Bauer mit der Forke dafür, dass ihr einsichtig seid“

Für Leonie völlig klar: es geht um Massenmord!

„Xavier Naidoo träumt also von einem Aufstand des kleinen Mannes gegen die Herrschenden. Statt Angestellter oder Arbeitsloser ist der kleine Mann hier ein Bauer, der mit der Mistgabel kämpft. Vielleicht hat er sich hier auch von der einstigen Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling inspirieren lassen, die den „Eliten“ mit Mistgabeln gedroht hatte.“

So kann man das deuten – muss man aber nicht. Man könnte auch mal anstatt Meinungen zu prügeln Bildung anhäufen, dann wüsste man, dass es ein Milliardär war, der den Terminus „Mistgabeln“ wieder ausgegraben hat. Den Brief des Nick Hanauer an seine Mitmilliardäre kann man in den deutschen Leitmedien offen nachlesen (siehe z.B. Welt). Muss nichts mit Frau Festerling zu tun haben – wer immer das auch seien mag (muss man die kennen?). Vor einer „neuen Oligarchie der Reichen“ warnt sogar unsere derzeitige Arbeitsministerin (siehe Tagesspiegel) – wahrscheinlich auch so eine antistaatliche Reichsbürgerin.

Die elendige Parade der an den Haaren herbeigezogenen Unterstellungen endet aber hier noch nicht, die Methodik, die der Stürmer schon gegen Juden erfolgreich anwandte, wird engagiert weiter benutzt:

„Als Volks-in-die-Fresse-Treter stößt ihr an eure Grenzen
Und etwas namens Pizzagate steht auch noch auf der Rechnung
Bei näherer Betrachtung steigert sich doch das Entsetzen
Wenn ich so ein´ in die Finger krieg´,
Dann reiß ich ihn in Fetzen
Und da hilft auch kein Verstecken hinter Paragraphen und Gesetzen“

Soweit der zornig erregte Barde. Was macht die FAZ-Lohnschreiberin daraus?

Der Begriff „Pizzagate“ bezeichnet eine krude Verschwörungstheorie aus den Vereinigten Staaten. Sie besagt, dass verschiedene prominente Politiker, unter ihnen auch Hillary Clinton, aus einer Pizzeria heraus in geheimen Treffen einen Pädophilenring organisiert haben. Sie wurde im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf in rechten Kreisen verbreitet und ist an Absurdität kaum zu überbieten, wird von Naidoo und seiner Band aber offenbar für voll genommen. Möglich, dass sich hierauf auch die Zeile über die Unschuldigen bezieht. Die Gewaltandrohung steigert sich in dieser Strophe noch einmal, die ohne viel Phantasie als Aufruf zu Selbst- und Lynchjustiz jenseits der Gesetze gelesen werden kann.

Nun: sexueller Missbrauch von Kindern ist kein Kavaliersdelikt. Ich denke: jede Mutter und jeder Vater können die Gefühle des Sängers nachvollziehen. Es war das ZDF (auch so ein rechtsradikaler Reichsbürgersender) der uns über das Massensterben von Zeugen im Falle Dutroux informierte (siehe ZDF-Doku „Dutroux und die toten Zeugen“) und so für weitreichende Verunsicherung sorgte … auch bei mir (siehe Nachrichtenspiegel). Es bleiben viele Fragen offen – auch im Falle dieses „Pizzagate“, dessen Ursache nicht in „an Absudität nicht zu überbietenden“ Unterstellungen liegt, sondern in seltsamen Dokumenten, die Wikileaks veröffentlichte. Nun – ich halte nichts von den galoppierenden Hypothesenketten, die zu diesen E-Mails gebildet werden … alles hängt davon ab, ob man die Code-Sprache der Pädophilenringe wirklich auf diese Mails übertragen kann. Sicher – manches mutet seltsam an: z.B. 65000 Dollar für „Hot Dogs aus Chikago“ für ein privates Präsidentenfest im Weißen Haus scheint für Würstchen mit Brot etwas teuer zu sein, selbst wenn man 10 Dollar pro Wurst rechnet (siehe Archiv von Wikileaks). Viele Sätze ergeben scheinbar keinen Sinn, wenn man sie nur auf Pizza bezieht (siehe Wikileaks) – nur: es muss auch bedacht werden, welchen Unsinn wir alle reden, wenn man unsere Sätze aus dem Zusammenhang reißt und sie ohne unseren persönlichen Kontext interpretiert.

Doch … soweit geht der Barde Xavier Kurt ja gar nicht in seinen Texten. Ich bekomme übrigens auch Entsetzen bei der Erforschung der Dimensionen von Kindesmissbrauch, der in Hollywood gang und gebe zu sein scheint (siehe Focus) und bei den Verbündeten der USA in Afghanistan stillschweigend toleriert wird – auch wenn man die Schreie der Kinder meilenweit hört (siehe New York Times).

Was wir jedoch nicht übersehen dürfen: Xavier ist ein Hip-Hop-Sänger – mehr nicht. Verglichen mit anderen Barden … denen kaum eine so umfangreiche mediale Aufmerksamkeit gegönnt wird … ziemlich harmlos (siehe z.b. Zeit oder Stern) – kein Aufruf zur Massenvergewaltigung, Massenmord, Verstümmelung von Homosexuellen oder anderen Freizeitvergnügen einer verrohten Jugend … die seltsamerweise nicht so „antistaatlich“ angesehen werden, aber fette Verträge von Megakonzernen erhalten.

Ja – dann soll Xavier Kurt auch noch der gleichen Meinung wie Wolfgang Schäuble sein (wahrscheinlich auch noch so ein Reichsbürger) – das Deutschland nie ein wirklich souveränes Land gewesen sei (siehe Handelsblatt) – wer sich mit dem Weltbild führender US-amerikanischer Vordenker (wohl auch Reichsbürger) beschäftigt, versteht schnell, wie das gemeint sein kann (siehe Nachrichtenspiegel) – aber lassen wir das.

Sind Sie nun völlig verwirrt – wie Frau Feuerbach? Nun – ich hoffe, es ist mir gelungen, Ihnen aufzuzeigen, dass es sich bei der Meldung der FAZ über die „Reichsbürgerhymne“ des Herrn Naidoo um „Fakennews“ handelt – Fakenews von der übelsten Sorte. Im angeblichen „Kampf gegen rechts“ (der – wie die aktuellen Affären bei der Bundeswehr oder die Skandale im NSU-Prozess zeigen – gar nicht energisch genug geführt werden kann … aber aus unerfindlichen Gründen nicht effektiv genug geführt wird) wird die rechtsradikale Methodik der Verleumdung, der Unterstellung, der üblen Nachrede Standard in den „Leitmedien“, wobei „rechts“ auch nur noch ein Codewort ist für – ja, sagen wir mal: kapitalismuskritisch.

Natürlich gibt es auch Nazis, die mit dem Kapitalismus nicht liebäugeln – aber dadurch wird Kapitalismuskritik nicht ausdrücklich rechts, genauso wenig wie Aldi rechts ist, weil da auch Neonazis Gurken kaufen. Das wirklich Rechte – die Diktatur der Gedanken – wird gar nicht mehr wahrgenommen. Der Versuch zu bestimmen, was alles „rechts“ zu sein hat (wie z.B. ein Musikfestival in Berlin, siehe Tagesspiegel) und dies auch noch zu bestrafen (siehe den Kommentar zum Netzwerkdurchführungsgesetz bei Cicero) und wer alles „rechts“ ist, ist praktisch kaum zu unterscheiden von jenen irren Klängen, die 1933-1945 definierten, was alles „jüdisch“ (und deshalb „böse“) war und greift den Geist der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte an seiner Wurzel an.

Wollen Sie mal wissen, wie solche „Rechten“ für sich werben? Hier, ich habe da welche gefunden, bei dem so gescholtenen Festival (siehe pax-terra-musica):

„Egal ob Du aus Europa oder von weiter weg kommst. Egal ob Du Eingeborener oder Einwanderer bist. Egal ob Du Frauen liebst oder Männer, ob Du Deine Haare färbst oder Dreadlocks hast, ob Du Designer-Klamotten trägst oder im Second-Hand-Laden einkaufst. Egal wie viele Arme der Gott hat an den Du glaubst und ob Du überhaupt an höhere Wesen glaubst. Solange Du für den Frieden zwischen allen Menschen auf der Welt bist, wollen wir mit Dir tanzen!“

Frieden zwischen allen Menschen auf der Welt – wen sollte das schon stören?

Ach ja – jene, die Lust darauf haben, Milliardäre zu werden. Das wird man nicht als … „Sozialromantiker“. Dafür braucht man andere „Qualitäten“ (siehe Zeit):

„In den Führungsetagen von Unternehmen finden sich dreieinhalbmal so viele Psychopathen wie im Durchschnitt der Bevölkerung, wie Robert Hare, Psychologe und Forensiker aus Vancouver, und der New Yorker Unternehmensberater Paul Babiak durch Hunderte von Interviews herausgefunden haben.“

Und Leute mit diesen Qualifikationen … haben gerne die Kontrolle über jeden einzelnen Gedanken im Land. Und auch ein Faible für gewisse politische Richtungen, die die Möglichkeit des unbegrenzten Auslebens der eigenen Asozialität garantieren – mit Schampus, Kaviar und SUV, auch wenn die natürliche Welt an den Folgen erstickt und wir … ganz ganz rasch … neue Planeten brauche: egal wie.

Und so kommt – im unauffälligen, edelmütigen Gewand des „Kampfes gegen Rechts“ –  der Faschismus als politischer Arm des Kapitalismus wieder zurück nach Europa.

Und wer in Frieden mit allen Bürgern der Welt tanzen will … ist ein böser Nazi.

 

 

 

 

 

Wie Verschwörungstheorien in Wirtschaft und Politik Demokratie und Marktwirtschaft retten: der große Auftrag der „Friedensdemos“

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Samstag, 23.8.2014, Eifel. Ein wunderbarer Tag zum Rasenmähen, Auto waschen, baden und Sportschau gucken. Haben wir früher so gemacht, haben schon unsere Eltern so gemacht, werden auch unsere Kinder so machen. So sieht man uns ja auch gerne: funktionierend und berechenbar wie Arbeitsameisen.

Das ist eigentlich neu. In meiner Schulzeit (von irgendwann bis 1979) wurde von uns kritisches Denken verlangt, sogar die Religionslehrerin forderte uns auf, religiöse Dogmen in Frage zu stellen. Das schien auch gut so zu sein: immerhin lebten wir in einer Demokratie, die vor allem eins gelernt hatte: wie eng ihr Überleben von der Freiheit der Meinung der einzelnen Bürger abhing … und wie erschreckend und vernichtend es sein kann, wenn ein Filzteppich von Partei und Wirtschaft, von Medien und Polizei diese freie Meinungsbildung unterstützt, ja, als Regierung sogar vorgibt, wie das Volk die Welt zu sehen hat. Letzteres hat sogar unsere Bundeskanzlerin gemacht: „Deutschland geht es gut“ (siehe CDU mit Bezug auf ein Interview mit SuperIllu).

Gleiches behauptet sie sogar in der Neujahrsansprache 2011 (siehe Badische Zeitung). Wer würde der beliebtesten Politikerin Deutschlands auch widersprechen wollen?

Nun – eigentlich sollte das jeder machen, einfach,  um die Aussage im Sinne Helmut Kohls, dem Ziehvater von Frau Merkel, zu  überprüfen: Entscheidend ist, was hinten ´rauskommt. (siehe: Zitate-online)

Sehen Sie den Unterschied zwischen Westkanzler und Ostkanzlerin? Der Westkanzler fordert auf, Politik zu beurteilen – die Ostkanzlerin bestimmt, wie das Urteil auszusehen hat, nimmt der Ergebnis vorweg. Da hat ein Wandel in der Politik stattgefunden, unmerklich, schleichend, leise, aber im Ergebnis deutlich zu erkennen: was Meinung ist, gibt das Establishment vor. Viele Journalisten springen auf den Zug der Kanzlerin auf – es ist immer schön, auf der Seite der Sieger zu stehen, erst recht, wenn ab und zu ein Job als wohlbegüteter Pressesprecher der Regierung dabei herauskommen kann.

Mit Speck fängt man Mäuse, möchte man meinen.

Natürlich wissen die Journalisten das. Sie wissen aber auch, dass sie mit ihrem Job Profiteure des Systems sind – was die Sache etwas schwierig macht. Hören wir dazu Harald Schuhmann:

„Medien können niemals als die Speerspitze eines gesellschaftlichen Umbruchs fungieren. Es sind ja die Jounalisten, die Medienarbeiter, die dies tun müssten. Und die sind tief eingebettet in unsere Gesellschaft. Woher sollte denn plötzlich ein avantgardistisches Bewusstsein unserer Medienarbeiter kommen? Neunundneunzig Prozent unserer Kollegen wären damit überfordert, nicht nur intellektuell, sondern auch von der Ausbildung her“. (Dirk C. Fleck, Die vierte Macht, Hoffmann und Campe 2012, Seite 11)

Tief eingebettet in ein System, das so marode ist, dass jedes Hinterfragen die Börse zum Absturz bringen könnte – des jedenfalls wissen die Chefredakteure, die enorm von ihrem Wissen und ihrem Einfluss profitieren, führende Kräfte auf der Titanic sind – mit der gezielten Aufgabe, die dritte Klasse ruhig zu halten, während die erste Klasse bei laufender Musik ins Rettungsboot steigt. Börse – das wissen sie – ist in erster Linie Psychologie. Ist die Stimmung gut, kaufen die Leute; ist die Stimmung schlecht, wandert das Geld in Gold und Silber und wird unterm Kissen versteckt. Als oberste Spaßmacherin steigt deshalb die Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland in die Bütt und verkündet wo immer sie geht und steht: DEUTSCHLAND GEHT ES GUT!!!

Hans Ulrich Jörges vom Stern hat dazu noch eine eigene Meinung – und ein paar Zahlen (Fleck, a.a.O., Seite 267)

„Das Unglück ist, das die spannendsten Geschichten im Wirtschaftsteil der Zeitung stehen. Dort kann man zum Beispiel lesen, dass im vergangenen August in Deutschland etwa 884000 verschiedene Finanzderivate gehandelt wurden, aber nur zum kleinen Teil an der Börse, der Rest ging unkontrolliert über den Banktresen“.

Wahnsinn, oder? Das Schicksal des Landes in der Hand von Zockern, die sich einen Dreck scheren um den Erhalt der gesellschaftlichen Solidargemeinschaft der Republik, um den volkswirtschaftlichen Nutzen ihres Treibens, um die Erhaltung der lebensnotwendigen ökologischen Grundfunktionen der Welt oder um die finanzielle Absicherung der Rechte, die die Erklärung der allgemeinen Menschenrechte garantierte.

Hans Ulrich Jörges (dessen Interview mit dem Zitat „Über uns hängt ein großer Hammer“ überschrieben ist), erläutert uns aber noch mehr – zum Beispiel die Herausforderung, die diese Zeit an den Normalbürger stellt.

„Das Unglück für normale Menschen ist, dass sie viele unterschiedliche Medien beobachten müssen, wenn sie sich ein einigermaßen zutreffendes Weltbild machen wollten. Dieses Weltbild muss aus vielen Bruchstücken zusammengesetzt werden“.

Darf ich das mal auf Deutsch übersetzen – für uns normale Menschen? OHNE VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN SIND ABBILDUNGEN DER WAHRHEIT NICHT MEHR DENKBAR.

Es gibt keine Medienformate mehr, die – ganz im Sinne Helmut Kohls – einmal nüchtern analysieren, was „hinten herauskommt“.  Über allem steht Angela Merkels Dogma, dass es Deutschland gut zu gehen hat, damit man an der Börse so richtig gut verdienen kann – das wir in der Realwirtschaft in Deutschland eine Arbeitslosigkeit von über 60 % vorliegen haben (nach den strengen Regeln von Joseph Stieglitz – wir berichteten), ist so eine Information, die man nur erhält, wenn man Bruchstücke zusammensucht.

Nun – beim Thema Wirtschaft schalten die meisten Menschen leicht ab – was nicht verwunderlich ist: das Thema ist nur schwer verdaulich. Vielleicht hilft ein letzter Weckruf von Herrn Jörges, der klar macht, dass wir hier nicht nur um die richtige Form der Alterssicherung feilschen:

„Bei der Finanzkrise geht es in Wahrheit um die Frage, wer die Welt beherrscht, ob Politik und Demokratie überleben. Oder ob uns Demokratie aus der Hand genommen wird und wir von Mächten manipuliert werden, auf die wir keinen Einfluss mehr haben“.

Wir sehen: es geht hier nicht um Kleinigkeiten. Ich wage mich sogar noch etwas weiter vor – mit einem der inzwischen fast schon verbotenen Vergleiche mit dem Dritten Reich … einer für eine demokratische Zivilgesellschaft sehr lehrreichen Zeit, die umsonst durchlitten wurde, wenn man sie einfach nur auf billigste Art und Weise verdrängt und zu einer großen Ausnahme (die nie nie nie wieder geschehen wird) um- und abwertet: was werden die Herren Edelzocker mit jenen Menschen machen, die sie als Parasiten empfinden, als Ballast, als Renditeblocker, als Kosten auf zwei Beinen – wenn diese Menschen arm, alt, krank oder behindert sind? Können wir uns auf ihren großen Edelmut verlassen, auf ihren untadeligen humanen Charakter, auf ihre ausgeprägte soziale Ader, ihr hochethisches Verantwortungsbewusstein … oder werden sie industrialisierte Problemlösungen aus der deutschen Geschichte vorziehen, die Kostenminimierung bei größtmöglichen Profit garantieren?

Denken sie bitte gründlich nach, bevor sie antworten. Es könnte ihr Schicksal werden – ihre ganz persönliche Zukunft.

Liegen wir in unserer Analyse richtig, so werden wir aus dem Kreis der überforderten neunundneunzig Prozent des deutschen Journalismus einen heftigen Gegenwind gegen jene Wahrheiten bekommen, die sich der Normalbürger aus den Bruchstücken der Medienflut herausgearbeitet hat – wobei hier über „richtig“ und „falsch“ gar nicht zu urteilen wäre, weil Meinungsbildung in einer Demokratie IMMER erstmal richtig ist, bevor der Diskurs über ihren Wahrheitsgehalt beginnt – ein Diskurs, der IMMER subjektiv geprägt ist und im Prinzip überhaupt kein „richtig“ und „falsch“ kennt.

Dieser Gegenwind ist auch aktuell da – und die etablierten Systemmedien schließen sich zu einer merkwürdigen „Allianz der Überforderten“ zusammen und versuchen eine Bewegung im Keim zu ersticken, die Michel Chossudovsky in seinem Buch „Das Szenario eine Dritten Weltkrieges“ deutlich gefordert hat, um die Kriegsanstrengungen der Rüstungswirtschaft und bellizistischer Kreise in der Politik aufzuhalten … Anstrengungen, aufgrund derer wir im Jahre 2014 aktuell in einer heftigen Auseinandersetzung mit dem Wirtschaftspartner Russland stehen (siehe Chossudovsky, Das Szenario eines Dritten Weltkrieges, Kopp Verlag 2012, Seite 137):

„Gegenwärtig ist die Entwicklung eines umfangreichen Basisnetzwerkes erforderlich, das in seiner Mobilisierung darauf abzielt, gegen Amtsmissbrauch und Entscheidungsprozesse vorzugehen, die den Krieg betreffen. Dieses Netzwerk sollte auf allen Ebenen der Gesellschaft angerichtet werden: in Städten und ländlichen Regionen, an den Arbeitsplätzen und in den Gemeinden. Gewerkschaften, Landwirtschaftsorganisationen, Berufsverbände, Wirtschaftsvereinigungen, Veteranenverbände und kirchliche Gruppen sollten aufgerufen werden, sich in die Organisationsstruktur der Friedensbewegung zu integrieren. Von entscheidender Bedeutung ist auch, dass diese Bewegung das Militär nicht ausschließt, sondern umfassen mit einbezieht, um den Männern und Frauen, die dem Militär dienen, deutlich zu machen, dass es für den Krieg keine moralische Legitimierung gibt.“

Wir erleben in Deutschland gerade, wie sich ein solches Netzwerk bildet – und müssen feststellen, wie weitblickend die Entscheidungen des ehemaligen Verteidigungsministers von Guttenberg waren, aus der Bundeswehr eine Freiwilligenarmee zu machen, wodurch eine gewissen Selektion stattfindet, die den Einschluss einer Friedensbewegung deutlich erschwert (gestern erhielt ich die – ungeprüfte – Information, dass inzwischen 80 % der Bundeswehrsoldaten Russlanddeutsche sind … vielleicht kann der jemand mal nachgehen?).

Wie reagieren aber die neunundneunzig überforderten Prozent der deutschen Journalisten darauf?

Die linke TAZ läßt eine Volontärin antreten, die Friedenbewegung niederzuschreiben:

Bei einigen mag politische Naivität eine Rolle spielen, andere dürften sich freuen über den Sumpf aus Antisemiten, Reichsbürgern, Neonazis, Chemtrail-Theoretikern, Anhängern der Truther-Bewegung und all den anderen obskuren Rechten, die um ein Mehr an Einfluss buhlen – getreu dem Motto: Deutschland erwache.

Nun – Antisemiten findet man in Deutschland reichlich, es gibt einen Artikel der Bundeszentrale für politische Bildung aus dem Jahre 2006, der gerade hochgradig aktuell erscheint:

  1. wenn, gerade in Deutschland, Vergleiche von Aktionen des Staates Israel mit den Untaten des Naziregimes vorgenommen oder entsprechende Andeutungen gemacht werden (z.B. Israel betreibe die „Endlösung der Palästinafrage“). Denn diese Vergleiche zielen tendenziell oder eindeutig fast immer darauf, die Opfer von einst zu den Tätern von heute zu machen. Sie gründen sich zumeist in einer Erinnerungs- und historischen Verantwortungsabwehr („Schlussstrich“) in bezug auf die Untaten der NS-Vergangenheit.
  2. wenn Israel isoliert wird als ein Staat, der sich fundamental unterscheide von allen anderen und kein Existenzrecht habe.
  3. wenn Juden in Deutschland kollektiv für die Politik der israelischen Regierung verantwortlich gemacht werden oder Kritik an Israel sich in eine generelle Kritik an allen Juden oder Juden in anderen Ländern wandelt.

Da wird sich manch ein „linker“ wiederfinden.

„Reichsbürger“ (der Link funktioniert bei der TAZ nicht mehr) sind im Vergleich zu der riesigen antisemitischen Strömung  eine „wirre, irre Sekte“ (siehe Berliner Kurier), die mit spitzfindigen Methodiken ein juristisches Überleben des Dritten Reiches (oder des Kaiserreiches) dokumentieren wollen – dass man mit der gleichen Methodik auch belegen könnte, dass die Erde eine Scheibe ist, wird kaum zur Kenntnis genommen, durch die Vermengung jener Sekte mit dem Antisemitismus in Deutschland wird dieser jedoch mit einem Schlag ziemlich verharmlost und klein geredet.

„Chemtrail-Anhänger“ wiederum führen eigentlich nur den klassischen Medienauftrag durch, ihre Umwelt kritisch zu beobachten und eigene Schlüsse daraus zu ziehen – der Verweis auf die Wikipediaseite führt ungewollt direkt zur Skepsis der Kritiker: zwei Bilder von Kondensstreifen aus dem Jahre 2012 und aus dem Jahre 1944 verdeutlichen das Problem: was sich deutlich erkennbar 1944 hinter der Maschine auflöst, bleibt im Jahre 2012 starr am Himmel hängen – eigentlich Grund für eine nüchterne, wissenschaftliche und vor allem ideologiefreie Auseinandersetzung mit dem Thema, die Methode, auf ein in erster Linie naturwissenschaftliches Thema mit dem Vorwurf des „Rechtsextremismus“ zu antworten, könnte in anderen Zusammenhängen dazu führen, dass die Erde wieder zur Scheibe wird … weil „Rechte“ behaupten, sie sei eine Kugel.

Die Anklage gegen „Truther“ jedoch führt mitten ins Herz der demokratischen Meinungsbildung: hier werden im Rahmen der „Truther-Bewegung“ kritische Fragen zur Regierungstheorie über die Vorfälle der Attentate am 11.9.2001 in den USA gestellt. Ich habe hier beständig ein Buch von Christian C. Walther aus dem Jahre 2003 zur Hand: 119 Fragen zum 11.9., unterhaltsam als „Test“ gestaltet, der dem Leser die freie Wahl gibt – ich warte bis heute darauf, dass die US-Regierung mir die 119 Fragen beantwortet, so dass ich das Buch zur Seite legen kann (siehe C.C. Walther, 119 Fragen zum 11.9, Heyneverlag 12/2003), bislang warte ich seit 11 Jahren vergeblich auf glaubwürdige Antworten und habe ich die Hoffnung aufgegeben, dass ich als demokratischer Bürger eines demokratischen Rechtsstaates irgendwann einmal eine zweifelsfreie Version der Vorfälle erhalten werde – was DER Lieferauftrag an Medien und Regierung wäre.

Ich würde der Verdammung der Truther sogar zustimmen wenn … ja, wenn ich keinerlei Zweifel an der hohen Ethik der US-Administration hätte, die sind aber seit der Brutkastenlüge und dem durch ebensolche Lügen über Massenvernichtungswaffen im Irak hinreichend legitimiert: wer grundlos einen Angriffskrieg mit einer Million Toten (Zählung läuft aktuell noch, die Folgen des Krieges sind noch nicht ausgestanden) in Kauf nimmt, dem sollten man im Prinzip ALLES zutrauen.

Aber nicht nur die Linken laufen Sturm gegen den Normalbürger, der versucht, sich eine eigene Meinung zu bilden, auch der Spiegel reiht sich in den Marsch gegen die Basisfriedensbewegung ein – aktuell der von mir hoch geschätzte Georg Diez in einer Auseinandersetzung mit einem mir nicht bekannten Rapper (siehe Spiegel):

Das sind die Gedanken und Codes, die in der alten Bundesrepublik in rechten Kreisen herumgereicht wurden, das ist der Lackmus-Test für politische Dummheit, der heute noch gilt: Sind wir befreit worden 1945 oder haben wir den Krieg verloren? Und nur wenn wir den Krieg verloren haben, wenn die Alliierten uns also keinen Gefallen damit getan haben, dass sie Hitler besiegten, nur dann macht das Gerede überhaupt Sinn, dass Deutschland „immer noch besetzt“ ist.

Jemand, der sich eine andere Meinung bildet als „Der Spiegel“ ist deshalb noch nicht dumm – außerdem kann man ohne Weiteres der Meinung sein, dass wir 1945 befreit wurden, aber trotzdem immer noch besetzt sind. Bevor man hier als vermeintlich „Besetzter“ meutert, sollte man sich nochmal mit der unseligen Geschichte Deutschlands befassen, mit den unheimlichen, wachsenden Paralellen unserer „sozialdemokratisch-grünen“ Sozialreform zur „Aktion Arbeitsscheu Reich„, der NS-Version des Kampfes gegen die „Parasiten“ (siehe hierzu auch: labournet): es ist vielleicht ganz sinnvoll, dass der „deutsche Geist“, der 1933-1945 sich vollumfänglich austobte, im Zaum gehalten wird: im Prinzip spricht nichts dagegen, dass eine der ältesten und stabilsten Demokratien der Welt auf jene Gesellschaften ein besonderes Auge hat, die schon mal bewiesen haben, dass sie kollektiv zur ungebremsten Massenvernichtung ihrer Mitbürger in der Lage sind.

Trotzdem darf man sich die Frage stellen: wie unabhängig und frei ist Deutschland eigentlich, wie frei sind unsere Politiker. Wer hier nach US-Besatzungstruppen schielt, schielt falsch – und hat wohl echte Besatzungstruppen noch nie erlebt, aber die Intention der Frage ist richtig … und wird von einem Journalisten wie Hans Ulrich Jörges geteilt, der die gesamte Demokratie durch die Finanzwelt gefährdet sieht.

Natürlich macht der Normalbürger Fehler bei der Erstellung seiner Analysen: es wäre Aufgabe des Journalisten, ihm bei der Meinungsbildung zu helfen – durch AUSGEWOGENE Berichterstattung, die beide Seiten eines Konfliktes in Augenschein nimmt. Stattdessen geht man den bequemen Weg als Claqueur der Regierung: „Deutschland geht es gut, Verschwörungen (oder kriminelle Elemente in Politik und Wirtschaft) gibt es nicht, die gesellschaftliche Elite ist durch und durch edel, hilfreich und gut und wir sind auf dem besten Wege, das Paradies auf Erden schon morgen zu verwirklichen – außerdem ist die Welt im Prinzip ein lustiger Ponyhof, voller Spaß für jedermann.“

Natürlich gibt es bei der sich formenden Friedensbewegung auch Hitlerfans – die gibt es aber auch in Sozialverbänden, bei Feuer- und Bundeswehr, bei Aldi und McDonalds, beim Jobcenter und in den Kirchen – ohne das diese gesellschaftlichen Erscheinungsformen damit automatisch rechtsradikal werden … dies ist der hauptsächlich unsaubere Kurzschluss, den die Kritiker der Friedensbewegung gedankenlos unternehmen – weil sie mit dem notwendigen gesellschaftlichen Umbruch von der Ausbildung her und intellektuell überfordert sind.

Demgegenüber stehen Normalbürger, die sich anschicken, Demokratie und Marktwirtschaft zu retten, in dem sie sich eine eigene Meinung (genannt: „Verschwörungstheorie“) bilden … was wohl im Jahre 2014 schon verdächtig ist, ohne das jemand auffällt, wie sehr dieses „verdächtig sein“ an den Grundfesten der Demokratie rüttelt.

Und mit etwas Glück werden diese Bürger auch den Beginn des Dritten Weltkrieges verhindern … wenn wir alle ihnen helfen, anstatt sie auszugrenzen, abzuurteilen und mit bösen Flüchen zu belegen.

„Dialog“ – wäre da ein urdemokratisches Stichwort, was jetzt fallen sollte.

Wäre auch im aktuellen Konflikt Nato-Russland empfehlenswert.

 

 

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