Regierung

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Divide et impera: Wir werden mal wieder gespalten und niemand merkt es!

Terror in Deutschland. Heute: Schuld

Terror in Deutschland. Heute: Schuld

Montag, 24.3.2014. Eifel. Na – Sie sind aber leicht steuerbar, nicht wahr? So einen Untertan wie Sie hätte ich gerne: devot, immer sprungbereit, neue Befehle zu empfangen – und dann auch noch voller geheuchelter Freude fortlaufende Kürzungen der Lebensqualität hinnehmen: einfach Klasse. So wünscht man ihn sich, den Bürger, so wird er auch im Hintergrund der medialen Dauerberieselung immer dargestellt: in Krimis, Fernsehserien oder der Werbung. Ja – das macht man heute indirekt. So wurde ja auch die Jugendrevolte der ´68er gründlich ausradiert – und alle folgenden durch gezielt platzierte Rollenvorbilder und ein paar dicke Geldpreise für Gesang, Tanz und Laufstegswanderungen für immer und ewig unmöglich gemacht. Ja: „teile und herrsche“ – der Spruch führt direkt zu einer Show, wie „Wer wird Millionär“. Da verschenkt man eine Million für das Abfragen zweitklassigen Sachwissens und legitimiert so zum erstenmal die Schulbildung (zur Freude jeden Lehrers), da hat dann jeder das Gefühl: wir sind dabei! Die Welt ist doch gerecht!

Und es kommt ja auch nur auf das Gefühl an. Und Gefühle kann man gezielt steuern – von Außen. Macht jeder Werbepsychologe, wird aber in Untertanenkreisen recht selten thematisiert. Ja, was meinen Sie denn, warum die Parteien der großen Koalition immer noch so viele Stimmen bekommen, obwohl das Volk gegen Genmais, gegen den Einsatz deutscher Truppen im Ausland oder gegen die Kriminalisierung der Arbeitslosigkeit ist? Nun – die wollten ja auch nicht für Bankenpleiten oder Superboni zahlen – und müssen das trotzdem. Die müssen auch hinnehmen, dass zwei Euro Kindergelderhöhung gestrichen wurden, um damit 800 Euro Diätenerhöhung zu bezahlen. Na ja – Diäten sind gesund, dafür zahlen die Kinder sicher gern. Alles ein Erfolg gezielter Manipulation von Gefühlen.

Warum machen die eigentlich nicht den Maidan in Berlin auf? Ich meine: wir haben doch jetzt gesehen, dass man korrupte Regime nur mit Waffengewalt aus dem Amt jagen kann – und alle westlichen Regierungen haben das gut geheißen. Der Einsatz von Gewalt gegen Regierungen scheint also im Prinzip  nicht mehr so verpönt zu sein, wie es noch vor ein paar Jahren war – jedenfalls seitens der Regierung. Trotzdem bleibt das Volk daheim, süchtelt sich von Show zu Show und träumt von besseren Zeiten.

Wie kriegt man so etwas nur hin?

Dazu gibt es viele Antworten, ich möchte hier nur eine davon erläutern, die mir zu selten zur Sprache kommt: der Terror der Schuld.

Schuld? Sie fühlen sich nicht schuldig? Wirklich nicht?

Schon mal aus dem Fenster geschaut, direkt vor die Haustür? Ja – da steht eine gelbe Tonne. Und eine blaue – neben der alten grauen. Haben Sie keinen Komposthaufen, dann haben Sie wahrscheinlich noch eine grüne oder braune Tonne. In der Eifel hat man noch Komposthaufen: Nahrungsmittel sind halt im Prinzip zu wertvoll, als dass man sie nutzlos verbrennen sollte.

Warum stehen die Tonnen da?

Nun – weil SIE SCHULD HABEN! Artensterben, Waldsterben, Mutterbodenschwund, Giftfluten in jeder Form: DAS WAREN SIE! Lernt man in jeder Schule von klein auf. Früher, da haben Sie nur Juden, Andersdenkende und Andersartige vergast,  heute vernichten SIE den ganzen Planeten.Diese Schuld müssen Sie jetzt abarbeiten. Die Unternehmen und Regierungen, die das Versorgungssystem so umgebaut haben, dass es nur noch mit der Produktion von irrsinnigen Mengen an Verpackungsmüll läuft, sind daran völlig unschuldig.

SCHULD – das ist auch eine besonders deutsche Qualität. Wichtiger als die Lösung des Problems ist die Frage, wer Schuld daran hat. Hat man den gefunden, kann man den auf dem Scheiterhaufen verbrennen und der böse Fluch ist vom Dorf genommen – das war schon eine Eigenart der alten Germanen.

In den Managementseminaren der neunziger Jahre hatte man uns beigebracht, dass wir unser deutsches Denken ändern müssen. SCHULD sei doof, wurde dort gepredigt. Man hielt uns an, nach Japan zu schauen: dort wurde nicht der Schuldige bestraft, sondern gemeinsam mit ihm das Problem gelöst: das hatte sich als betriebswirtschaftlich viel effektiver erwiesen. Ich hatte mich zwar eher an andere Eigenarten der japanischen Kultur erinnert („Harakiri“ – bei Versagen), war aber offen für die neue Botschaft.

Immerhin: wo findet man in Deutschland schon Menschen, die sich nach einem Autounfall zusammensetzen und sich überlegen, was sie gemeinsam tun können, um den Prozessablauf im Straßenverkehr so zu optimieren, dass ihnen das nie wieder geschieht? Eher hat man doch zwei Schreihälse am Ort, die sich gegenseitig die Schuld zuschieben … als würde das die toten Beifahrer wieder lebendig machen.

Ebenso sollten wir nach den USA schauen: hatte dort jemand eine Firma vor die Wand gefahren, galt er als „erfahren“ und „besonders wertvoll“. Schraubt man sein schuldsüchtiges Deutschsein etwas zurück, merkt man schnell: da ist was dran. Sicher hat der Pleitier dies nicht gern getan – aber dafür wertvolle Erfahrungen gesammelt, die vielen anderen großen Nutzen bringen können … und ihm selbst erlauben, bei der nächsten Firmengründung umsichtiger und damit viel erfolgreicher zu agieren. So agieren „Winner“, so sagte man mir damals, während die altdeutsche Strategie eher die der „Looser“ war.

Ja, wir hatten damals noch keinen sozialdemokratischen „Niedriglohnsektor“, der den Konzernen erlaubt, trotz mieser Waren, schlechtem Service und elendig überzogener Spitzengehälter Supergewinne an Aktionäre auszuschütten. Damals hatten die Bundestagsabgeordneten ja auch noch nicht die Superultraluxusdiäten, mit denen sie am Aktienmarkt so richtig dick einsteigen konnten – auf Kosten der Minderversorgung des deutschen Nachwuchses.

Und wissen Sie, warum Sie so devot sind, so klein und miserabel?

Weil Sie SCHULD haben. Einen riesigen Batzen. Nicht nur ökologisch – auch sonst. Ihre Ansprüche an den Staat zum Beispiel: kaum auszuhalten. Wie eine Kuh würden Sie ihn melken, wenn man Sie nicht davon abhalten würde. Kein Wort mehr davon, das alles Geld des Staates eigentlich IHNEN gehört, dass sie stolz hervortreten und das Berliner Räuberpack auf besseren und sinnvolleren Einsatz IHRES Geldes verklagen sollten. Nein – SIE SIND SCHULD … wenn Sie von den 50% Steuern, die Sie real schon zahlen, ein wenig wieder haben wollen – für ihre Kinder, zum Beispiel.

Oder Ihre Ansprüche an die Wirtschaft. Die bieten ihnen wertvolle Arbeitsplätze, die Ihrem Leben Struktur geben … und Sie wollen das auch noch BEZAHLT haben: wie undankbar. Also: SCHULDIG!

Hunger in der Sahara? SIE SIND SCHULD – alles andere ist Verschwörungstheorie.

Stau auf der A1? IHRE SCHULD. Immerhin: wer steht denn da drin, in dem Stau?

Krieg auf der Krim? IHRE SCHULD – Sie haben den Putin zu positiv beurteilt.

Hunger? Durst? Kalt? Oh man, was sind Sie für ein Weichei! Und schuldig – wegen Ihren Mangelgefühlen leidet der ganze Planet.

Krankheit? SELBST SCHULD – falsch gegessen, falsch bewegt, falsch gedacht. Das Ägypter die Plage Krebs mangels Umweltgiften kaum kannten, erfahren Sie nur durch Projekte, die jenseits des Mainstream im Sumpf der Verschwörungstheorien blühen und die falschen Schuldigen suchen: Konzerne, Labore, Regierungen.

Deshalb haben wir hier auch so eine besondere Rezeption des Christentums: die hatten gleich eine URSCHULD – das kam der germanischen Mentalität sehr entgegen. Während man in den USA zum Gottesdienst fröhlich singt und tanzt wird hier BEREUT. Da ist der Deutsche stolz drauf, das macht er jedesmal, wenn er seinen Joghurtbecher spült und ihn danach – gleich einem sakralen Akt – in den besonderen Mülleimer trägt.

Das Sie nie ihre Zustimmung zur Produktion von Joghurtbechern in Plastik gegeben haben, die 4000 Kilometer zurücklegen, bis sie auf seinem Tisch landen … das gehört in den Dunstkreis der Verschwörungstheorien, die beständig hinterhältig und gemein versuchen, von den wahren Schuldigen abzulenken: IHNEN und ihren Genossen! Ihnen wäre auch klar, dass der Aufwand ein keinem Verhältnis zum Ertrag steht, aber dank staatlicher Subventionen für die Transportindustrie rentiert sich das … auf Ihre Kosten. Ebensowenig hätten Sie für den lebensgefährlichen Wechselstrom gestimmt, der nur für die Industrie sinnvoll war und unzählige Leben gekostet hat, während der harmlosere Gleichstrom völlig in Vergessenheit geriet.

Wahrscheinlich wären Sie auch nie in irgendeine Art von Krieg gezogen. Da Sie aber SCHULDIG sind, wird dies zu ihrer heiligen, staatsbürgerlichen PFLICHT.

Achten Sie mal darauf, wie oft Sie täglich die Botschaft vernehmen, dass SIE SCHULD SIND!

Jedesmal, wenn Sie den Müll trennen, merken Sie: eigentlich nur Mist, was ich da produziere. Jedesmal, wenn sie billig einkaufen, wissen Sie: Sie schaden der deutschen Wirtschaft. Jedes Mal, wenn Sie Ihren Lohn erhalten, wissen Sie: damit schade ich der Rendite der Anleger. Jedesmal, wenn Ihnen Blähungen entfleuchen, wissen Sie: Sie schaden dem Klima – oder dachten Sie etwa, was für eine Milliarde Kühe gilt, gilt nicht für sieben Milliarden Menschen?

Damit nicht genug: sie werden auch noch krank und produzieren so KOSTEN. Nicht Lärm, Gifte in Nahrung, Wasser und Luft, Käfighaltung oder lebenslänglich unnatürliche Bewegungsmuster ruinieren ihre Gesundheit, sondern SIE selbst, einfach, weil sie DA SIND!. Zum Schaden von Arzthonoraren und Pharmaprofiten. Wenn Sie elendiger Wicht doch wenigstens mehr Steuern zahlen würden, mehr Beiträge, höhere Preise – ja, dann könnte man sie wenigstens als halbwegs nützlich anerkennen: aber selbst dazu sind Sie zu schlecht … also: SCHULDIG.

An wirklich ALLEM!

Und wir glauben das. Deshalb machen wir keinen Maidan in Berlin – wir haben das ja alles verdient. Wir bräuchten ja auch gar nicht schießen – so zivisiert darf man ja wohl noch sein – wir bräuchten Ärzte, Politiker, Manger und Wissenschaftler nur mal kräftig daran zu erinnern, dass sie für LEISTUNG bezahlt werden … und nicht für die Produktion von Schuldgefühlen.

Die kriegen GELD … und zwar VIEL GELD … für die Lösung von Problemen – nicht für die möglichst billige Massenproduktion von Problemen.

Manager sollen die Versorgung der Gemeinschaft optimieren, so dass niemand Not leiden braucht.

Politiker sollen für den gerechten Ablauf der Verwaltung sorgen – und dafür, dass niemals so ein sinnloses Ekelprodukt wie ein Joghurtbecher mit Langstreckenkilometerleistung auf meinen Tisch kommt.

Ärzte … sollen HEILEN und nicht behandeln – BEHANDELN kann auch der Quacksalber mit Räucherstäbchen und Klangtherapie … zu deutlich geringeren Kosten.

Und Wissenschaftler sollen vor den Gefahren des Straßenverkehrs warnen, noch bevor der erste Benzinwagen erfunden wird, sie sollen die Gefahren des Reichtums aufzeigen, anstatt den Räubern ständig neue Waffen zu schenken und die Gefahr der Verstädterung des Planeten, anstatt die Folgen jenes krank machenden Siedlungskultes mit immer neuen Tricks zu vertuschen.

Trauen wir uns, selbstbewußt mit diesen Forderungen auf dem Berliner Platz zu stehen … und Staat und Wirtschaft das Geld fortzunehmen, wenn sie keine erkennbare Leistung bringen?

Nein.

Wir haben akzeptiert, dass dieser Planet nur ein einziges Problem hat – nämlich UNS.

Und wir sind der Regierung, der Wissenschaft und der Wirtschaft unendlich dankbar dafür, dass sie uns trotz unsere SCHULD noch mit durchfüttern.

Ist doch so, oder?

Übrigens: Gott … die höchste, denkbare Instanz unserer Kultur, der Chef aller Regierungen, der Eigentümer des ganzen Planeten und Schöpfer aller wissenschaftlichen Wahrheiten hat selbst seinen Sohn als Opferlamm zur Erde geschickt, um mit diesem Schuldzirkus aufzuräumen, der schon zu Zeiten des römischen Imperiums erbärmlichst entartete und in bestialischen Abschlachtungen im Zirkus mündete. Ein Grund, warum praktischer Atheismus auch im Vatikan so hoch im Kurs steht: der Schuldzirkus wäre mit Gottes Kindern sonst nicht erfolgreich durchzuführen.

Wir jedoch – haben uns für die andere Seite entschieden und beteiligen uns täglich selbst an der Verteilung der Schuld, was unter anderem in der Einführung von Hartz IV mündet … weil ja jeder selbst Schuld an seinem Zustand hat, nicht Regierung, Management oder Wissenschaft, die den ganzen modernen Gesellschaftsapparat mit unserem Geld gestalten und durch konkrete Entscheidungen einzelner Individuen in Form gießen.

Die sind natürlich … unschuldig und völlig machtlos, ständig nur bestrebt, unseren erbärmlichen Mangel mit großem Geschick auszugleichen – was ein mehr als fürstliches Honorar nur rechtfertigt.

Und weil wir uns wirklich schuldig fühlen, machen wir dass alles mit, freuen uns drüber und werden sogar als Arbeitslose zu Akteuren des Schuldzirkus … in dem wir den Jobcentermitarbeiter als größten Feind des Universums klar im Visier haben.

So etwas … geht wohl nur in Deutschland.

 

 

 

 

Wunderland Wahrheit

Ein Rundumschlag, für den man sich 2 Stunden Zeit nehmen sollte…

Ein Film von Freiheit durch Wissen

Freiheit durch Wissen ist eine Informationsseite auf Facebook, welche von mehreren Studenten betrieben wird.

Sie beschäftigen sich mit Themen wie Eurokrise, Geldsystem, Katholische Kirche, Geheimbünde, okkulte Musikindustrie, okkulte Filmindustrie oder die Bibel.

Der Administrator der Seite geht diesen Themen seit 3 Jahren nach. Das Ergebnis seiner Recherchen und gezogenen Schlüsse werden in diesem Film in Bilder gegossen.

Dieser Film soll zum nachdenken und selber recherchieren anregen. Ein zweiter Teil ist bereits in Arbeit und knüpft an diesen Film an.

Persönliche Stellungnahme zum Film:

Es wird KEIN Wahrheitsanspruch erhoben!!!!!!!

Der Film zeigt nur den Verlauf meiner Suche nach der Wahrheit auf! Ob die Eliten in den real existierenden Geheimbünden nun dem Okkultismus anhängen überlasse ich euch. Genauso was die These der okkulten Musik- und Filmindustrie betrifft, so möchte ich euch darüber entscheiden lassen ob da etwas dran ist oder nicht.

Eines ist mir bei meiner Suche jedenfalls klar geworden: Ich weis, dass ich nichts weis.

Der Film spiegelt lediglich mein Bestreben nach Erkenntnissen wieder.

https://de-de.facebook.com/pages/Freiheit-durch-Wissen-Nachrichten/249619278509595

A Message to the World (dt. Untertitel)

Eine Botschaft an die Welt – David Icke (ohne Echsen), Bill Hicks und noch ein paar Andere

Brauchen wir eigentlich … „Regierung“?

Sonntag, 17.2.2013. Eifel. Haben Sie es schon mal vermisst, regiert zu werden? Nein, das ist keine dumme Frage, die meine ich ernst. Haben sie schon mal ganz erschrocken aufrecht im Bett gesessen, weil ein schrecklicher Traum ihnen vorgegaukelt hatte, das Sie gar keine Regierung mehr hätten? Haben Sie gemerkt, welche unglaubliche Triebkräfte in Ihnen freigesetzt worden sind auf der Suche nach einem Regenten, nach jemandem, der endlich Struktur und Richtung in Ihr Leben bringt und wie unglaublich froh Sie waren, dann endlich jemanden gefunden zu haben der Ihnen sagt: DA GEHT ES LANG? Ich bin mir sicher - das haben Sie noch nie festgestellt. Ich bin mir sicher, Sie wissen genau was Sie wollen - wie alle anderen Bundesbürger auch: Frieden, Wohlstand, Glück, Berechenbarkeit der Zukunft und Sicherheit im Alter. Doch - wenn Sie sich diese Werte so anschauen ... wo hilft Ihnen dabei eine Regierung?

Sonntag, 17.2.2013. Eifel. Haben Sie es schon mal vermisst, regiert zu werden? Nein, das ist keine dumme Frage, die meine ich ernst. Haben sie schon mal ganz erschrocken aufrecht im Bett gesessen, weil ein schrecklicher Traum ihnen vorgegaukelt hatte, das Sie gar keine Regierung mehr hätten? Haben Sie gemerkt, welche unglaubliche Triebkräfte in Ihnen freigesetzt worden sind auf der Suche nach einem Regenten, nach jemandem, der endlich Struktur und Richtung in Ihr Leben bringt und wie unglaublich froh Sie waren, dann endlich jemanden gefunden zu haben der Ihnen sagt: DA GEHT ES LANG? Ich bin mir sicher – das haben Sie noch nie festgestellt. Ich bin mir sicher, Sie wissen genau was Sie wollen – wie alle anderen Bundesbürger auch: Frieden, Wohlstand, Glück, Berechenbarkeit der Zukunft und Sicherheit im Alter. Doch – wenn Sie sich diese Werte so anschauen … wo hilft Ihnen dabei eine Regierung?

Unser direkter Nachbar Belgien hat da zum Beispiel sehr interessante Erfahrungen gemacht. Die hatten 541 Tage lang keine Regierung – absoluter Weltrekord. Die ganze Weltbevölkerung zeigte sich erschüttert: wilde, barbarische Horden zogen durch das Land, verwüsteten die Frittenbuden und Comicläden, Trecks flüchtiger Belgier versuchten verzweifelt über die Deutsche Grenze zu kommen, die Städte brannten und das Land wurde unfruchtbar … was natürlich gelogen ist. In Wirklichkeit lebten die Belgier ihr Leben genauso wie zuvor. Es gab regelmässig zu essen, die Kinos zeigten Superfilme, der Urlaub an der eigenen Küste war sicher, die Läden blieben offen, Feuerwehr, Polizei und Krankenhäuser funktionierten wie zuvor und auch die Schulen blieben geöffnet – zum Leidwesen der Schüler. Allerdings muss ich sagen, das die belgischen Schulen schon heute dort sind, wo deutsche Schulen in zwanzig Jahren stehen, vorausgesetzt, wir fangen endlich mal an, Schüler realitätsnah auszubilden. In Belgien können sie die Schule mit einem Meisterbrief in der Tasche verlassen und sich sofort selbstständig machen – auch als Comiczeichner. Die wissen gar nicht, was Lehrstellenmangel ist – und das ganz ohne Regierung.

Die Belgier selbst kommen in einem Artikel aus DeStandaard zu Wort, hier bei Presseurop.eu:

Der größte Vorteil einer Regierung mit begrenzten Befugnissen besteht in Zeiten klammer Haushalte in der Regelung des „vorläufigen Zwölftels“. Diese Regelung sieht vor, dass die Minister pro Monat ein Zwölftel ihres Vorjahreshaushalts zugeteilt bekommen, solange kein neuer Haushaltsplan verabschiedet wurde. In der Praxis kann das zu Einsparungen führen, da die Minister keine „neuen Initiativen“ mehr ergreifen dürfen. Und darin sind sie besser als im Abschaffen überholter Regelungen. Sie im Handeln hindern ist in Zeiten leerer Kassen, das Beste, was diesem Land passieren kann.

Das größte Problem war schnell erkannt: was tun, wenn ein ausländischer Diplomat vorbeikommt – und man hat keine Regierung, die ihn empfangen kann?

Aber mal  ehrlich: ist das unser Problem – als Bürger?

Die Probleme der belgischen Bürger begannen zu wachsen, als wieder eine Regierung vor Ort war, siehe TAZ:

Bereits am vergangenen Freitag demonstrierten zwischen 50.000 und 80.000 Menschen in Brüssel gegen die geplanten Sparmaßnahmen. Dazu gehören zum Beispiel die Kürzung des Arbeitslosengeldes und die Verschiebung des Alters für Frühpensionäre von 50 auf 55 Jahre bis 2018. Außerdem wurde die staatliche Förderung für Baumaßnahmen, die dem Klimaschutz zugute kommen, wie Wärmedämmung oder der Einbau von Solarzellen, gestrichen.

Die Sparmaßnahmen waren nötig. Die vorhergehenden Regierungen hatten das Land so sehr verschuldet, das empfindliche Maßnahmen der Geldgeber drohten – also führte man die lieber selbst durch.

Merkt man langsam, was eine „Regierung“ wirklich ist?

Ein feindlicher Kommandotrupp im eigenen Staat. Selbst völlig nutzlos, aber zur Verteilung volkseigener Gelder nahezu ideal.

Seltsam, das es Belgien auf einmal mit Regierung so schlecht ging. Im Deutschlandradio erfuhr man deutlich früher, das Belgien eigentlich keine Probleme hätte:

„Die wirtschaftliche Konjunktur ist gut in Belgien, es gibt keine Notmaßnahmen zu beschließen. Wir sind nicht in der Situation wie Griechenland, Irland, Portugal oder Spanien. Im Gegenteil, das Wachstum ist besser als in vielen anderen europäischen Ländern, die Arbeitslosigkeit ist zurückgegangen. Und die Staatsschulden, unser Hauptproblem, sind unter Kontrolle. Zweitens haben die Föderalstaaten in den vergangenen Jahren bereits sehr viele Kompetenzen übernommen und die Regionalregierungen und die Kommunen funktionieren auch jetzt einwandfrei. Zudem haben wir in Belgien das Konzept der geschäftsführenden Regierung etwas ausgeweitet.“

„Land ohne Kompass“ hat man den Beitrag genannt – und so darauf hingewiesen, das wir Bürger ohne Regierung dumm und blöde in der Gegend herumstehen. Dabei sieht es eher so aus, als bräuchten wir keine Regierung. Im Gegenteil – sie ist eher schädlich. Genau genommen ist sie ja nur noch ausführendes Organ der Lobbyorganisationen, die vor allem eins wollen: GELD.

Gibt es keine Regierung … dann gibt es auch kein Geld. In Belgien bekam die geschäftsführende Verwaltung das Geld abgezählt, jeweils für einen Monat. Mehr als da war konnte nicht ausgegeben werden. Natürlich zeterten die Verbände, Parteien und Politiker europaweit in den Medien, das da jetzt schnell wieder eine Regierung her mußte: immerhin war niemand mehr in der Lage, Verträge zum Schaden des eigenen Volkes zu unterschreiben. Keine konnte neue Regierungsflughäfen anleiern, neue Superbahnhöfe planen, Subventionen für die Auslagerung von Arbeitsplätzen anbieten oder sich neue Schindereien einfallen lassen, wie man die Gelder der Arbeitslosenversicherung zur Schaffung von Edelpöstchen für verdiente Parteikollegen im Arbeitsamt zweckentfremdet.

Lassen wir uns den Gedanken doch einfach mal weiterspinnen – immerhin ist Sonntag, da soll man ja über den Tellerrand schauen dürfen.

Was wäre, wenn wir Deutschen keine Regierung hätten. Nehmen wir einfach mal an, wir hätten nach dem Zweiten Weltkrieg keine mehr gehabt. Wir hätten eine Verwaltung aufgebaut, die aber nur einen Sinn hat: sozialen Ausgleich zu schaffen.

Es hätte keine Wiederbewaffnung gegeben, keine Nato, keine Bundeswehr – aber viel Geld für Bildung. Der böse Russe hätte sich wahrscheinlich sehr friedlich gezeigt – und viele Entwicklungsländer, die unser Prinzip von „Regierung“ übernehmen mussten (samt Korruption und Parteienfilz), hätten staunend aufgemerkt ob des deutschen Experimentes. Zur Absicherung hätten wir als christliche geprägtes Land den Vatikan als Paten nehmen können – und den lutherischen Weltbund: immerhin sollten die im Prinzip pazifistisch sein. Wir hätten uns einen besonderen Trick einfallen lassen können und behaupten können, das unser Boss Jesus ist, der Herr der Welt – gegen den kann man in diesen Breiten außerordentlich schlecht argumentieren, unsere Kultur versucht seit 2000 Jahren ihm nachzufolgen – jedenfalls offiziell. Und gegen den „Sohn Gottes“ dürfte jeder Provinzpolitiker chancenlos sein.

Auch wir hätten das Problem gehabt, das wir nicht mit ausländischen Regierung reden können – aber wozu sollten wir das auch? Bringt das Butter auf den Tisch, heizt das den Raum? Kaum.

Aber als die Wiedervereinigung kam, hätte man die Betriebe in Arbeiterhand lassen können – jedenfalls die, die von den Arbeitern zur Zeiten der DDR aufgebaut worden waren. Das muss man sich mal vorstellen: mit einem Schlag wurden alle Firmen der ehemaligen DDR enteignet und verkauft – alles dank „Regierung“. Gut, das wird in der Geschichtsschreibung so nicht dargestellt – aber die macht ja auch immer der Sieger.

Nach der Enteignung des Klassenfeindes wurden die Arbeitslosen in Deutschland enteignet – dank Regierung. Der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit wurde dank Regierung (und auf Wunsch der Weltbank und WHO) zum Kampf gegen die Arbeitslosen, den man – nach dem sie schon ihre Arbeit verloren hatten – auch den Rest noch wegnahm, den sie sich zuvor mühsam erspart hatten: der Triumphzug der international gewünschten Schuldenkultur war nicht mehr aufzuhalten.

Oder diese ganze Wirtschaftskrise – ohne Deregulierung durch Regierung wäre die an uns spurlos vorbeigegangen. Wir hätten auch kein Euro-Desaster – aber dafür einen viel besseren Ruf in der Welt. Wahrscheinlich hätten wir auch keine Probleme mit Arbeitslosigkeit, denn Arbeit ist ja mehr als genug da – nur das Geld sie zu bezahlen fehlt an allen Ecken und Enden, das hat jetzt Goldman-Sachs für seinen engagierten Einsatz in Griechenland bekommen.

Wäre das nicht sogar der nächste logische Schritt in der Entwicklung der menschlichen Zivilisation?

„Wir“ hatten schon mal entschieden, das wir keinen Adel und keine Könige mehr wollten – dafür gab es Aufklärung und Revolution. Wir haben denen sogar sicherheitshalber die Köpfe abgeschlagen, eine Methode, die sonst nur bei Untoten wie Vampiren und Zombies (auch Wesen, die nur vom Blute und dem warmen Fleisch ihrer Mitmenschen leben) Anwendung findet – aber man sieht daran, das man ganz sicher gehen wollte, das diese Pest nie wiederkehrt.

Und was haben wir dann gemacht?

Wir haben uns den neuen König GEWÄHLT – als ob der dadurch besser geworden wäre.

2013 können wir einen kurzen Blick auf die Leistungsfähigkeit der gewählten Könige erlauben – und siehe da: schaue ich nach Frankreich, Großbritannien oder die USA, dann sehe ich Demokratien, die seriell zu Angriffskriegen neigen – Frankreich aktuell in Mali, Großbritannien in Lybien, die USA überall auf der Welt.

Und der Adel?

Ist dank dicker Brieftasche überall auf der Welt zurück. Wir finden ihn und seine Büttel in unserem ganzen Alltag wieder: egal, wohin wir schauen. JEDER Bürger hat inzwischen einen Chef – und wenn er den nicht vom Betrieb gestellt bekommt, dann stellt der Staat extra zum „Chefsein“ einen Fallmanager für ihn ein, der ihn bis in die kleinsten Regungen seines Alltages kontrolliert … noch nicht einmal die Zahnbürsten im Badezimmer sind sicher.

Wahlkönige scheinen nicht besser zu sein als die alten Raubritter, das sehen wir ja sogar in Deutschland, wo Kanzlerin Merkel sich gerade begeistert dem US-Präsidenten andient, der für seinen Mittelstand eine transatlantische Freihandelszone möchte … und sie selbstverständlich von unserer Regierung auch bekommen wird. Da können wir auch wählen, was wir wollen: die Bruderschaft der Atlantikbrücke wird schon dafür sorgen, das diese Entscheidungen getroffen werden, egal, von welcher Partei.

Wir haben ja auch die üblichen Begleiterscheinungen adeliger Gesellschaften wieder vor Ort: der Arbeitslose, den man seine bürgerlichen Rechte einfach mal auf ein Minimum beschnitten hat, so dass er dem alten Leibeigenen sehr nahe kommt oder den Leiharbeiter, der den alten Tagelöhnerposten wieder mit Leben erfüllt.

Man könnte fast in Versuchung kommen, zu vermuten, das gewählte Regierungen exakt das gleiche Übel darstellen wie monarchistische Diktaturen – nur die Verpackung ist anders und die Erbfolge ist differenzierter.

Nun – ich höre jetzt schon die Kritik: da ist ein großer Vereinfacher am Werk, der sich alles leicht macht, die politische Wirklichkeit ist in Wirklichkeit eine ganz andere.

Natürlich vereinfache ich da auch – das ist das Vorrecht eines Eifelphilosophen. Immerhin bin ich nur ein kleiner Feld-Wald-und Wiesenphilosoph, der Zahlen lesen kann, zum Beispiel die von Statista:

Die Mitglieder der großen Parteien SPD und CDU belaufen sich Ende 2012 auf 484382 oder 484397, die CSU liegt bei 150585, FDP auf 63123, Grüne kommen auf 59210.

Das macht zusammen 1,2 Millionen Menschen … die in einem 80 Millionen Volk EINHUNDERT PROZENT DER POLITIK BESTIMMEN!

IST DAS DEMOKRATIE?

Selbst wenn man die kleinen Krümmelparteien dazu zählt, kommt man nicht auf zwei Prozent der Bevölkerung. Sieht man dann noch die Macht, die die Parteien auch via Medien ausüben – und die Macht, die die Wirtschaft via Parteispenden auf die Parteien ausübt, dann wundert es nicht, das wir hier Verhältnisse wie in der Zeit Ludwig des XVI haben, siehe Wikipedia:

Als der Generalkontrolleur der Finanzen Jacques Necker 1781 erstmals die Zahlen des französischen Staatsbudgets (Compte rendu) veröffentlichte, war dies als Befreiungsschlag zur Herstellung allgemeiner Reformbereitschaft in einer ansonsten ausweglosen Finanzkrise gemeint. Seine Amtsvorgänger hatten da bereits vergebliche Anläufe zur Stabilisierung der Staatsfinanzen unternommen. Neckers Zahlenwerk schockierte: Einnahmen von 503 Millionen Livres (Pfund) standen Ausgaben von 620 Millionen gegenüber, wovon allein die Hälfte auf Zins und Tilgung für die enorme Staatsverschuldung entfiel. Weitere 25 % verschlang das Militär, 19 % die Zivilverwaltung und ca. 6 % die königliche Hofhaltung. Dass für höfische Feste und Pensionszahlungen an Höflinge eine Summe von 36 Millionen Livres anfiel, wurde als besonders skandalös angesehen.

Das kennen wir doch heute auch, oder? Trotz Enteignung des gesamten DDR-Vermögens haben wir unterm Strich eine Billion neuer Schulden gemacht – und damit ist die Regierung an sich noch lange nicht fertig.

Sollten wir uns angesichts dieser Paralellen der Entwicklung, angesichts des Aufblühens von Leibeigenschaft und Tagelöhnerdiensten nicht mal die Frage stellen, ob „Regierung“ und „Demokratie“ überhaupt generell miteinander vereinbar sind?

Für Deutschland ist die Frage einfach zu beantworten – unsere Regierung ist de facto eine Oligarchie politischer Kampfverbände, die alle vier Jahre ihren König wählen, damit dieser ihnen hilft, das Volk auszuplündern. Eine Oligarchie ist aber niemals und unter keinen Umständen eine Demokratie – beide Begriffe schließen sich gegenseitig aus. Oligarchien findet man sonst übrigens auch gerne in den Bananenrepubliken Süd- und Mittelamerikas … mit ähnlichen Folgen für das Volk.

Wie schön wäre es, wenn es bei den nächsten Wahlen eine echte demokratische Alternative zur Wahl gäbe, die anstelle von grassierender Staatsverschuldung, lebensbedrohlichen Leistungskürzungen und wuchernden Steuerschrauben, Ausverkauf an internationale (Drogen-)Geldgeber oder ausuferndem Truppeneinsatz im Ausland ganz einfache Werte vertritt: Frieden, Wohlstand, Glück, Berechenbarkeit der Zukunft und Sicherheit im Alter.

Nur … mit „Regierung“ und „Parteien“ – das können wir 2013 sagen – kriegen wir das wohl nicht mehr hin.

Aber gut, das Belgien uns gezeigt hat, das wir auch ganz gut ohne sie leben können – da kann dann auch keiner neue Sparmaßnahmen beschließen – oder den Ausverkauf Deutschlands an den internationalen Drogengeldadel.

Die Frage, ob wir Regierung brauchen, kann man aber denke ich sehr schnell beantworten: „Wir“ brauchen die nicht. Aber es gibt schon eine ganze Reihe von Organisationen, die mit Hilfe von „Regierung“ gut absahnen können. Große Konzerne zum Beispiel – die gibt es auch nur dank spezifischer Gesetze durch … „Regierung“.

 

 

 

DIE DEUTSCHLAND AG

Autor: U. Gellermann

Die wahre Hilfe für die armen Banken

Jetzt fordert der Chef der europäische Bankenaufsicht EBA, Andrea Enria, in einem Brandbrief an den Rat der europäischen Finanz- und Wirtschaftsminister, dass der europäische Rettungsschirm EFSF ab sofort direkt Geld an Banken geben darf, um sie vor Schieflagen zu retten. Kein Umweg mehr über die Sanierung der Staatshaushalte, kein demokratischer Firlefanz, nein, die Euro-Pipeline soll unmittelbar in die Tresore der Banken führen. Das muss der Bürger doch verstehen: Weil die armen Banken jede Menge faule Staatspapiere rumliegen haben, sinken deren Aktienkurse. Bei der Deutschen Bank zum Beispiel: Von einem Börsenwert von einst 50 Milliarden sackte sie auf schäbige 25 Milliarden. Aber auch andere europäische Finanzinstitute leiden unter dem Sack-Syndrom: Die Societé Genérale, die Loyds Banking Group, die Credite Suisse und viele andere mehr barmen um Kurse, Boni und Existenz. Dass darf Deutschland nicht zulassen. Doch Rettung naht: DIE DEUTSCHLAND AG (DAG).

Die DAG wird als erstes Aktien ausgeben, die dem von einer Ratingagentur unseres Vertrauens ermittelten Wert der Bundesrepublik entsprechen. Das spült sofort Geld in die Kassen. Nicht wenige Menschen und Unternehmen überall auf der Welt würden nur zu gern Mitinhaber der DAG werden. Verfassungsrechtliche Bedenken, das Land gehöre doch bereits seinen Bürgern, wird das Innenministerium sofort widerlegen. Besitz, wird der Innenminister sagen, Besitz bedeutet in der Juristerei, dass jemand über einen Gegenstand verfügt. Da werden ihm alle zustimmen: Zwar gibt es hie und da Wahlen, die nominal die Verfügung der Bürger über ihr Land reklamieren. Aber wenn es hart auf hart kommt, ob man die Armee ins Ausland schickt oder mal wieder Banken rettet, dann verfügen darüber eine Handvoll Politiker. Der juristische Hinweis war auch die letzte Äußerung des Innenministers, denn das Ministerium wird, nach der Umwandlung der Bundesrepublik in eine AG, in eines der vielen Profitcenter umgewandelt.

Der ganze ministerielle Wasserkopf kostet nur, bringt aber nichts. Nur die einzelnen Bestandteile des ehemaligen Innenministeriums – Polizei, Geheimdienste, Passwesen – sind echte Geldbringer. Warum sollte das Bürgerecht nicht meistbietend versteigert werden, statt mühsam über Integrationskurse erarbeitet? Draußen warten jede Menge Leute auf einen deutschen Pass. Wenn sie genug Geld haben: Immer rein mit Ihnen. Sie wünschen Kriminalitätsbekämpfung in Ihrem Viertel? Bitte sehr, bitte gleich, ein par Tausender auf den Tisch und schon geschieht was. Sie hätten gern was ausspioniert, als chinesischer Investor vielleicht bestimmte Bereiche der deutschen Industrie? Das kann nicht so schwierig sein, das Deutsche Geheimdienst-Center steht ihnen, bei entsprechender Vergütung, gern zur Verfügung.

Mit der Abschaffung des Justizministeriums nähern wir uns nur der Wirklichkeit: Schon heute bekommt der, der sich einen besseren (teuren) Anwalt leisten kann, eher recht als der mit einem billigeren Rechtsvertreter. Warum der Umweg? Die streitenden Parteien schieben einfach ein Bündel Scheine auf den Richtertisch und wer mehr geschoben hat, der gewinnt. Da die Gefängnisse auch zum Profit-Center gehören, wird der Weg der Rechts- und Straffindung erheblich vereinfacht: Sie als Kunde zeigen einen Verbrecher an, legen eine Summe in die Hand des jeweiligen Polizisten, der verfolgt den möglichen Kriminellen, liefert ihn ohne Umwege an die Gefängnisindustrie, deren Interesse ist eine möglichst lange Verwahrung, das bringt Umsatz, und schon ist auch dem Rechtsempfinden des einfach denkenden Bürgers Genüge getan, wenn er denn auf der zahlenden Seite ist.

Dass solche Organisationen wie das Familien- oder Sozialministerium ersatzlos gestrichen werden ist selbstverständlich. Wie schon eine berühmter Sozialdemokrat sagte: Was sollen wir mit dem Gedöns? Damit ist keine Profit zu erzielen. Das ist beim Ministerium für Verteidigung völlig anders. Natürlich muss auch dort die Software (Ministerialbürokratie) von der Hardware (Kämpfende Truppe) getrennt werden wie die Spreu vom Weizen. Unsere prima Panzer, die tollen U-Boote und Fregatten, die tapferen Spezialeinheiten: Alles kommt auf den Markt und stützt so den Kurs der DAG. Wenn zum Beispiel die Kosovaren ein Hühnchen mit den Serben rupfen wollen, sagen wir denen was das kostet, die zahlen, und dann wird die Sache erledigt. Rebellen, die in der Nähe einer Ölquelle leben, könnten wir unsere Armee gegen Gewinnbeteiligung leihen: Geraten die Quellen unter Kontrolle der Aufständischen, dann zapfen wir mit.

Wenn solch überflüssige Ministerien wie jenes für Gesundheit gleich in die fürsorglichen Hände der der Pharmaindustrie übergehen, gegen eine ordentliche Abstandszahlung, wird die DAG nur entlastet. Auch das Ministerium für Finanzen, die größte Lachnummer wenn es um Effizienz geht, wandert in seinen ausschlachtbaren Bestandteile in private Hände: Der Bankenverband übernimmt das Bisschen was da Sinn macht sicher gern. Anders liegt der Fall beim Bildungsministerium: Solche Bestandteile wir Universitäten und Schulen lassen sich profitabel verwenden. Es wird immer Eltern geben, die für ordentliche Bildung auch ordentlich zahlen. Der nicht verkäufliche Quatsch, wie die Hauptschule und ihre Derivate, werden umgehend geschlossen: Was sollen die, die nichts zahlen können, mit Bildung anfangen? Sie bekommen ohnehin keinen Job. Und da im Rahmen der Rationalisierung der DAG ohnehin keine Transferleistungen mehr gezahlt werden löst sich das Problem biologisch: Diese Schicht wird einfach aussterben.

Bliebe noch das Ministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit. Zwar sollte die Geldverschwendung an irgendwelche Neger endlich aufhören. Aber als Museum könnte das Haus doch noch erhalten bleiben. Zumal der jetzige Amtsinhaber das Ministerium auflösen wollte, bevor er dort Chef wurde, sollte er künftig als Hausmeister durch die Räume führen und über ministeriellen Unsinn referieren. Selbstverständlich werden die notleidenden Banken bei der Ausgabe der Aktien bevorzugt. Das stärkt ihre Stellung im System und verkürzt die Zugriffszeit auf Gelddruckmaschinen und andere systemische Installationen erheblich. Von der DAG zur Euro AG ist es nur ein kleiner Schritt. Und genau dieser Fortschritt wird künftig die Rettungsschirme überflüssig machen. Auch die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, die jüngst noch frisches Kapital für Europas Geldhäuser gefordert hat, kann sich dann in Ruhe ihrem Verfahren wegen Begünstigung widmen, das vor einem französischen Gericht anhängig ist. Sie wechselt zwar dann das Metier, bleibt aber beim Thema: Finanzverbrechen.

Mit Dank an:

U. Gellermann, Rationalgalerie

 

 

Euro-Bonds, Wunderwaffe oder Kopfschuss für die 0017er Staaten?

EUR-OPA: Liebe Kinder, wir müssen heute mal wieder über ein ganz ernstes Thema reden, nämlich über die Euro-Bonds. Nein nein, dass sind nicht die vielen 007-James der europäischen Geheimdienste, hier geht es um das ganz große Geld und noch viel gefährlichere Waffen, die das Zeugs dazu haben ganze „Kontonente“ (ist die Weiterentwicklung der Kontinente durch die Banken) zu ruinieren. Es geht dabei um Monstersummen an Euros die unsere Politiker bewegen um uns ein friedliches Europa bei den Banken zu kaufen. Da werden nun ganz große Geschütze aufgefahren und wir wollen mal ein wenig beleuchten womit und wohin da geschossen werden soll. Natürlich rechnen wir dabei auch wieder ein wenig, weil es das Hirn trainiert und nur Sachen die man richtig berechnen kann wird man am Ende auch verstehen.

Was sind nun Bonds und Euro-Bonds?

Also, bislang war es so, dass jeder Staat von den 0017 Euro Teilnehmern seine Staatsfinanzen selber hoheitlich regelte und auch entsprechende Kredite in Form von Euro-Staatsanleihen aufnahm, sprich Schuldscheine verkaufte. Die nannten sich dann griechische, spanische oder auch deutsche Staatsanleihen. Jetzt sind aber die Schweine (PIGS) durch den europäischen Vorgarten gebrettert und haben am Finanzmarkt eine arge Verwüstung hinterlassen, die dazu führte dass die Banken den PIGS die Gelder nicht mehr so günstig wie bisher überlassen wollten. Bedauerlicherweise sind diese Staaten eh schon so gut wie pleite. Deshalb haben ganz schlaue Köpfe darauf hingewiesen dass es sich diese Länder eigentlich gar nicht leisten können so horrende Zinsen zahlen zu sollen und da war die Not gleich noch viel größer. Nun haben die Banken auch noch ihre Rating Agenturen beauftragt die entsprechenden Länder soweit runter zu raten dass man an diesen potentiellen Leichen erst richtig gut Geld verdienen kann. Dass haben die Rate-Agenturen auch weisungsgemäß gemacht und jetzt sind diese Länder völlig im Arsch und müssen besonders hohe Zinsen zahlen weil sie gar kein Geld haben.

Was soll sich zur bisherigen Situation ändern?

Weil es natürlich auch noch solvente Staaten unter den 17 gibt, haben die Banken sich gedacht, wenn die schon eins auf Familie mimen wollen, dann sollen doch die übrigen Familienmitglieder mal in die Tasche fassen und für die PIGS bezahlen. Dann könnte man das Geld für diese Länder wieder billiger hergeben. Anfangs hat man den Banken einfach nur Rettungspakete vor die Füße geworfen damit die das Maul halten, aber die haben immer noch bessere Ideen gehabt wie man an das Geld der Leute herankommt die noch welches haben. Der letzte Schrei ist jetzt folgender: die Familie der 0017er soll gemeinschaftliche Staatsanleihen unter dem Label „Euro-Bonds“ ausgeben. Da haftet dann jeder für jeden und der Bank tut es dann auch nicht mehr so weh wenn mal ein Familienmitglied zwischendurch ohnmächtig wird oder gar verstirbt, weil doch der Rest der Sippe dann die Zeche zahlt. Sprich, von den bisherigen Länder-bezogenen Staatsanleihen will man zu einem einheitlichen Format gelangen welches die EZB verwalten soll und alle Euro Teilnehmer kriegen dann ihre Kontingente über diesen Topf aus Brüssel zugewiesen. Natürlich müssen sie dafür auch ein wenig Haushaltshoheit an die Kommissare abgeben, dieses Prunkstück nennt sich dann Wirtschaftsregierung mit Sitz in Brüssel. Letzteres macht aber nix, weil die nicht gewählt werden müssen und deshalb ganz unabhängig sind. Das hat zwar nichts mehr mit Demokratie zu tun, aber die Banken stört dass nicht, es müssen nur zuverlässig und pünktlich die Zinsen abgedrückt werden … solange ist alles gut.

Wo liegen die Vor- und Nachteile, was ist mit den Kosten?

Der größte Vorteil dürfte zunächst darin liegen dass so nahezu alle Banken gerettet werden können, diese keine Zahlungsausfälle mehr befürchten müssen und weil alle Steuerzahler dieser 17 Staaten jetzt gesamtschuldnerisch (jeder für jeden) für die Erfüllung aller Verpflichtungen gegenüber den Banken haften. Als größte soziale Gemeinschaftsaufgabe von gut 500 Millionen Menschen ist dies ein völlig neuartiges Projekt, welches in der Geschichte dieser Erde beispiellos ist. Aber die Banken bedanken sich fein artig – wenn auch etwas nörgelig – weil sie sicher gerne noch etwas mehr verdient hätten für die harte Arbeit die sie Tag ein Tag aus leisten, um die Menschen von ihrem Geld zu befreien.

Jetzt dürfen wir mal wieder rechnen, dass ist auch ganz spannend, denn es gibt tatsächlich richtige Gewinner in dieser Geschichte. Nehmen wir mal die vier Problemländer Griechenland, Portugal, Irland, Spanien: Die haben zusammen etwas mehr als 1 Billion Schulden und weil sie so mies sind müssten sie dafür rund 7 Prozent Zins oder mehr zahlen, also rund 75 Milliarden Euro. Die restlichen Staaten haben rund 6 Billionen Schulden, die sie aufgrund ihrer guten Bonität locker für 3 Prozent Zins einkauften, also rund 180 Milliarden Zins pro Jahr dafür zahlen, alle zusammen müssten dann rund 255 Milliarden Zinsen an die Banken abdrücken.

Welche Staaten (Quelle: Wikipedia, Stand 2009)

Schulden
in Mrd.

Zinssatz
in %

Zins in
Mrd. Euro/a

€-Staaten ohne PIGS

5.998,70

3,00

179,96

 

Portugal, Irland, Griechenland,
Spanien – (PIGS)

1.063,70

7,00

74,46

Summe Zinsen bisher

254,42

Alle 17 €-Staaten
nach Euro-Bonds

7.062,40

5,00

353,12

Jetzt macht die Bank eine feine Mischkalkulation und sagt, wenn ihr alle zusammen, gute wie schlechte Familienmitglieder, jetzt Euro-Bonds haben wollt, dann machen wir euch das für 5 Prozent Zins über alles. Und schwups, jetzt zahlt man für zusammen 7 Billionen Schulden pro Jahr 353 Milliarden an Zinsen. Der Gewinner ist: zunächst natürlich die Banken, die tun sich jetzt für das gleiche Geschäft halt rund 100 Milliarden Euro pro Jahr mehr ins Säckel, weil doch das Risiko ach so groß ist und alle haften. Allein die Verwaltung ist mörderisch, dafür müssen wenigstens 5 Personen zusätzlich eingestellt werden (die 10.000 Entlassungen bei den Banken wegen anderer Vereinfachungen und schlechter Aktienkurse spielen hier jetzt gar keine Rolle). Und die zweiten Gewinner sind: Die PIGS natürlich, weil die die Kohle jetzt billiger kriegen. Ok, weil es unsozial wäre soll man über Verlierer nicht reden, die könnt ihr euch jetzt selbst errechnen, wer da die 100 Milliarden zusätzlich berippeln muss.

Das schönste an diesem Geschäft ist natürlich, wir wollen es nicht unerwähnt lassen: all das Geld was da benötigt wird, schenkt grundsätzlich die EZB den Banken für 0-1,5 Prozent Leitzins, damit die selbiges frisch geschöpftes Geld für die erwähnten 5% an die Staaten verleihen kann. Ihr fragt jetzt nach dem Sinn dieser Aktion? Warum die EZB den Staaten die Kohle nicht direkt zu 0,00 Prozent zur Verfügung stellt, wenn sie das Geld schon frisch erfindet? Dass geht nicht, weil die Banken dann keine Zinsen mehr bekämen und die reichen Leute, denen die Banken gehören, daran verarmen könnten. Sicher sind auch ein paar Sparer darunter und andere Anleger, aber Du und ich sind da nicht nennenswert vertreten. So etwas ist im Kapitalismus auch nicht wirklich vorgesehen. Wichtig ist nur, dass ihr für dieses erfundene Geld fleißig arbeitet damit die Geldberge weiterhin schön wachsen und gedeihen. Jetzt seht ihr auch wie wichtig die Banken sind und weshalb ohne die rein gar nichts läuft, denn wer will schon Landschaften ohne Geldberge haben, sähe dann ja aus wie Wüste.

Wie wird die Geschichte enden?

Weil nun das Geld auf der einen Seite und die Schulden auf der anderen immer mehr werden – es geht halt nicht anders – weil die Banken sich dass so ausgedacht haben und es deshalb kapitalistisches Gesetz ist, wird es wie folgt kommen. Die Euro-Bonds sollen den Finanz-Supergau noch ein wenig weiter hinauszögern, um das Maximum an Zinsen aus den Leuten aller Staaten rausquetschen zu können bevor die alle absehbar wie Dominosteinchen umfallen. Dieser Tag wird dann sein, wenn alle Arbeitskraft der Euro-Bonds-Staaten-Menschen nicht mehr ausreichen wird den Zinsdienst für das erfundene Geld bedienen zu können. Das interessiert allerdings das Geld nicht, es muss strikt nach Plan und pünktlich bedient mit reichlich Zinsen gefüttert werden, sonst bekommt man sein AAA Prädikat nicht und muss dann noch mehr zahlen wenn man kein Geld hat, wie oben bereits erwähnt.

So ihr Lieben, dass was ihr hier jetzt auf dieser Seite gelernt habt, dass schaffen unsere Politiker ihr ganzes Leben nicht zu lernen, oder sie wollen es halt nicht. Und jetzt habt ihr auch verstanden warum diese Waffe so gefährlich ist. Man muss damit gar nicht so genau zielen, man trifft immer und deshalb können die Banken richtig stolz auf diese Neuentwicklung sein. Sie können bedenkenlos alle Mitgliedsstaaten des Euro mit dieser Wunderwaffe ausstatten, denn sie haben die absolute Gewissheit, sofern einer damit auf sie zielt, dann trifft der garantiert immer den Richtigen. Deshalb sind die auch völlig furchtlos wenn damit mal einer zum Ballern bei denen vorbeikommt.

Zum Abschluss ein wenig Balsam für die Seele und für das gute Gefühl.

Ihr müsst euch jetzt nur vorstellen – es ist ja der Traum von einem Europa – dass wir alle eine ganz große Familie sind. Egal ob einer viel oder wenig arbeiten kann, ob er strukturelle Defizite hat oder nur schlechte Ausgangsvoraussetzungen … jetzt sind wir alle gleich … dank der Banken und der Euro-Bonds. Und wenn euer Nachbar mal seine Kredite nicht zahlen kann; macht doch nix, dafür seid ihr ja da. Auf gut Deutsch: die Leute in Europa waren noch nie sozialer als heute. Deshalb kommen sie auch mit sinkenden Löhnen gut zurecht, retten die Banken und erfreuen sich daran wenn es den ganz Wenigen, denen die Banken gehören, richtig gut geht. So stellen wir uns den aufgeklärten Europäer vor, ein echter Weltenbürger von Format. Und wer von euch hätte gedacht dass der Sozialismus ein weiteres Mal ausgerechnet von Banken erfunden werden sollte? Clevere Kerlchen nicht wahr!

Mit Dank an:

WiKa von der Nachrichtenagentur QPress

Supergau in Japan, Supergau in Deutschland – Ultragau weltweit 2012?

Jetzt ist es ja passiert: das Undenkbare, das Unmögliche, das, womit niemand hätte rechnen können: der Supergau. Wie wurden wir dereinst belächelt, als wir in den siebziger und achtziger Jahren gegen diesen Unfug demonstriert haben. „Träumer“, „Spinner“, „Romantiker“ hatte man uns genannt … aber wenigstens waren WIR keine IDIOTEN. Allen voran war da die publizisitische Waffen-SS der Konzernwirtschaft, die sich auch heute noch mit Supersprüchen hervortut, siehe Spiegel:

Drei-Punkte-Plan soll Unglücks-AKW retten

Was soll es da bitte schön noch zu retten geben? Eine Formulierung, die darauf hindeutet, das es sich hier um ein kleines Missgeschick handelt, so als sei ein Kind in einen Teich gefallen und man holt es schnell wieder heraus – und dann ist alles wieder gut.

Nicht ist gut.

Ich warte jetzt nur noch auf die Sprüche: „so ein bischen Radioaktivität hat noch keinem geschadet“, an Spottereien über „Gesundheitsromantiker“ oder den Hinweis darauf, das wir alle sowieso sterben müssen: „Aber wenn, dann bitte mit 100000 Kilowatt auf der Rechnung!“

Es geht doch hier auch gar nicht mehr um EIN Akw. Darf ich mal die Neue Züricher Zeitung zitieren? Die hat mitgezählt:
Die japanischen Behörden haben für drei Kernkraftwerke mit Siedewasserreaktoren nordöstlich von Tokio den atomaren Notstand ausgerufen. Beschädigt oder möglicherweise gefährdet sind zwölf Reaktorblöcke: sechs im AKW Fukushima Eins (Daiichi), drei in Fukushima Zwei (Daini) und drei in Onagawa.

Vielleicht gibt es einen Drei-Punkte-Plan, aber ich denke, er enthält vor allem drei altbekannte Argumente zur Rettung der Börse: TARNEN, TÄUSCHEN UND VERTUSCHEN.

Die Wahrheit ist: 2000 Grad heiße Brennstäbe lassen sich mit Wasser nicht kühlen. Die Lage ist völlig außer Kontrolle, die Reaktoren sind quasi sich selbst überlassen – was aber die Börse nicht toleriert hat. Darum ist jetzt Aktionismus angesagt, während eine gigantische humanitäre Katastrophe am Rande abläuft, die aber für die Herren der Wirtschaft nicht interessant ist – nur am Rande erfährt man von der Hoffnung auf ein Riesenkonjunkturprogramm, an dem man sich wieder eine neue goldene Nase verdienen kann.

Die ersten Unkereien der Atomwirtschaft kommen ja auch jetzt schon … womit wir zu dem nächsten GAU kommen – dem in Deutschland, hier mal in der SZ:

Während in Deutschland, 8900 Kilometer entfernt, eine in Anbetracht der vielen Tausend Opfer merkwürdig selbstbezogene Aufgeregtheit um die Atompolitik herrscht, erduldet die drittmächtigste Wirtschaftsnation der Erde ihr Schicksal – und versucht es zu wenden. Japan hat viele Naturkatastrophen erlitten und ist mit seinem Technik-Glauben auch immer wieder an ihnen gewachsen.

Der Technikglauben – der gute, alte Technikglauben – der rettet Japan und die ganze Welt. Wieder stehen auf der einen Seite die schlauen, cleveren Bastler, Tüftler und Schrauber, während auf der anderen Seite ihre verstrahlten Opfer als „Konjunkturprogramm“ herhalten dürfen.  Ohne die Technikgläubigkeit und die Skrupellosigkeit eines unmenschlichen Wirtschaftssystems hätten wir keinen Gau. Jede Dumpfnuss weiss, dass man einen heissen Topf nicht auf eine kaputte Herdplatte stellt, ebensowenig stellt man ein heisses AKW auf eine kaputte Erdplatte – woraus wir lernen, das Techniker und Wirtschaftsbosse noch dümmer als unsere dörflichen Dumpfnüsse sind … oder einfach boshafter.

Manche nicht, und deshalb bekommen wir NACH jeder Katastrophe auch immer solche Berichte zu lesen, Berichte, die zuvor niemand hören wollte, hier in der ftd:

Masashi Goto kennt den Unglücksreaktor, er kennt ihn von innen, kennt all seine Schwachstellen. Viele Jahre hat der Ingenieur, der im weißen Hemd und grauen Anzug dort oben auf dem Podium sitzt, für den Kraftwerksbauer Toshiba gearbeitet. Sein Spezialgebiet waren jene Sicherheitsbehälter, die auch das Herz des Reaktors in Fukushima umschließen, er war damals an ihrem Design beteiligt. Nun kann er nicht mehr an sich halten.
„Ich war damals davon ausgegangen, dass ich an der ultimativen Verteidigungslinie arbeite, am entscheidenden Werkstück, dass die Bevölkerung vor der Strahlung schützt“, sagt Goto. „Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass das nicht so ist, dass diese Behälter einer Katastrophe wie einem Erdbeben nicht standhalten.“

Und was machen wir jetzt hier in Deutschland aus der Katastrophe, von der man uns in den letzten Jahrzehnten so oft gepredigt hat, das sie unmöglich sei?  Wir schalten hier Reaktoren ab, die gestern noch als völlig unbedenklich galten. Nicht das ich denen nachtrauere, aber … Atomkatastrophen sind doch wohl nicht ansteckend, oder? Welchen rationalen Grund gibt es denn, ohne neuerliche Risikobewertung für Deutschland die Dinger von heute auf morgen abzustellen? Welchen ausser … blanker Panik? Und wenn „da oben“ auf einmal blanke Panik herrscht, weil man plötzlich und unerwartet über ein paar Atomkraftwerke im eigenen Land gestolpert ist … VON WELCHER QUALITÄT SIND DENN DANN EIGENTLICH UNSERE REGIERUNGSFUNKTIONÄRE?
Das ist der Supergau für Deutschland. In Japan platzte ein Reaktorkern, darin war Radioaktivität. In Deutschland platzte der Regierungskern, darin war geballte Inkompetenz … oder gähnende Leere, was den gleichen Effekt hat. Natürlich ist auch Wahljahr und man muß auf den Anti-Atom-Zug aufspringen, weil sonst die Grünen gewinnen und dann in Folge dieses Sieges Deutsche Soldaten in Lybien einmarschieren – wer will das schon.
Nun ist Kernenergie in Deutschland aber auch ein hochsubventioniertes Geschäftsfeld – und ein hochprofitables, wie man bei Eurosolar nachlesen kann:
Je älter ein Atomkraftwerk, desto störungsanfälliger, aber auch umso profitabler ist sein Weiterbetrieb. Die Bau- und Kapitalkosten sind gewöhnlich abgeschrieben, während die laufenden Betriebskosten verhältnismäßig gering bleiben. Voraussetzung ist, dass Nachrüstungen unterbleiben und ein Bestandsschutz gewährt wird, wie in Deutschland seit 2001 mit der Vereinbarung von Bundesregierung und Stromkonzernen über die Laufzeiten von
Atomkraftwerken, dem so genannten „Atomkonsens“. Die Erzeugungskosten einer Kilowattstunde Atomstrom können unter diesen Bedingungen auf bis zu 1 ct gesenkt werden und durch Verkauf zum Strombörsenpreis Gewinnmargen von bis zu 500% erzielt werden.

Für 500 % Gewinn gehen wir in Deutschland aber aufs Ganze. Wer alles bereit war, ohne Rücksicht auf die Gesundheit der Bevölkerung ganz tief in dessen Tasche zu greifen ist auch öffentlich, siehe Hintergrund:

Während noch diskutiert wurde, erhöhte RWE-Chef Jürgen Großmann den Druck mit einer bundesweiten Anzeigenkampagne – dem „Energiepolitischen Appell“. Vierzig Manager, unter ihnen die Chefs der vier großen Energiekonzerne, protestieren darin gegen die Brennelementesteuer, sprechen sich für Laufzeitverlängerungen und den Ausbau von Kohle aus. Andernfalls stellen die Unterzeichner eine preisgünstige Energieversorgung infrage. Unterschrieben haben neben dem Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann einige Vertreter stromintensiver Industrien wie Ekkehard Schulz (Thyssen- Krupp), Werner Wenning (Bayer) oder Jürgen Hambrecht (BASF), der Manager der Fußballnationalmannschaft und Sohn eines früheren RWE-Vorstandes, Oliver Bierhoff, sowie Wolfgang Clement, Aufsichtsratsmitglied bei der RWE Power AG.

Da haben wir unter anderem auch führende Köpfe der Agenda 2010, die schon mit diesem Machwerk bewiesen haben, wie man aus Mitbürgern ganz schnell „Parasiten“ machen kann. Kein Wunder, das man auch keine Hemmungen hat, diese Parasiten im Dienste des Wachstums einer erhöhten Strahlendosis auszusetzen … Radioaktivität soll ja auch wachstumsfördernd sein.

Das große finanzielle Engagement der Deutschen Bank als Atomfinanzierer passt gut zu ihrem sonstigen Auftreten: Ihre Vertreter sprechen sich offen für eine „Renaissance der Atomkraft“ aus und passend dazu bietet die Deutsche Bank ihren Privatkunden gezielt radioaktive Investitionen an: Das „S-Box Nuclear Power Index Zertifikat“ bündelt die Erträge von 20 führenden Atomfirmen. An welchen verheerenden Umweltbelastungen und Gesundheitsgefährdungen von Menschen sich der Anleger hierbei beteiligt, verschweigt der Anlageprospekt.

Damit sich das Investment auch lohnt, muß man im Atombereich selbstverständlich die gleichen Maßnahmen ergreifen wie auf allen anderen Geschäftsfeldern auch:

Je länger ein Atommeiler am Netz ist, umso größer wird das Risiko von Unfällen durch Materialermüdung. Um Kosten zu sparen und Gewinne zu steigern, reduzieren die Energieversorger Reparatur- und Wartungsarbeiten. Mängel werden verspätet oder gar nicht erkannt. Wachsende Arbeitsbelastung führt zu verminderter Wachsamkeit während des Betriebes. All dies erhöht das Risiko für schwere Störfälle. „Somit ist klar, dass das Risiko eines nuklearen Unfalls mit jedem Jahr, das ein Atomkraftwerk über zwei Jahrzehnte hinaus in Betrieb ist, signifikant steigt.“

Womit man sagen kann: die Konzernwirtschaft in Deutschland arbeitet Hand in Hand mit den Banken am deutschen nuklearen Supergau, den wir dann nicht mehr so gemütlich auf der Talkshowcouch aussitzen könnten.

Und wenn in Deutschland was passiert … wer bezahlt dann eigentlich die Schäden?

Nun, die Gemeinschaft der Banken- Euroretter wird wieder mal einspringen, jene schwerreichen Menschen, die den Ackermann Tag für Tag neidisch werden lassen: der Ottonormalbürger. Atomgewinne werden privatisiert, die Risiken jedoch – wie im Bankwesen – sozialisiert. So macht man Riesenprofite von 500 % und kann den Privatflieger auf die Bahamas jederzeit abheben lassen, wenn mal was schiefgeht. Wir jedoch … dürfen dann zahlen, siehe Tagesspiegel

Atomkraftwerke sind bisweilen kaum versicherbar. Im Falle eines bewaffneten Konflikts oder einer schweren Naturkatastrophe kommen die Versicherer nicht für Schäden auf, bei Terroranschlägen hingegen schon.

Trotz der Atomunfälle in Japan wollen die Versicherer ihre Sicherheitsanforderungen an die deutschen Kernkraftwerke nicht verschärfen. „Die deutschen Auflagen sind sehr streng“, sagte Dirk Harbrocker, Geschäftsführer der Deutschen Kernreaktor-Versicherungsgemeinschaft (DKVG), dem Tagesspiegel. Zudem gebe es in Deutschland keine schweren Erdbeben. „Ein Störfall wie in Japan kann sich in Deutschland nicht ereignen“, betonte Harbrocker.

Asozialer geht´s kaum noch, die Japaner merken das laut Hintergrund gerade selbst:

Den größten Teil des Schadens dürfte dem Bericht zufolge auf die Betroffenen und die japanische Regierung entfallen. Die Folgen von Atomunfällen gelten in der Branche als nicht versicherbar. Die Schäden sind kaum zu kalkulieren, die Prämien für eine solche Versicherung würden unermessliche Höhen erreichen.

Der nukleare Supergau in Deutschland ist also vorprogrammiert, nur der Veröffentlichungstermin steht noch nicht fest. Die Kraftwerke in Deutschland sind so „unzerstörbar und sicher“ wie die in Japan … einfach mal die Sprüche der Betreiberfirma VOR der Katastrophe abrufen. Da gibt es wahrscheinlich auch Broschüren mit Argumentationshilfen vom Weltverband der Atomeierleger.

Neben dem aktuellen nuklearen Supergau in Japan, dem baldigen nuklearen Supergau in Deutschland droht uns aber möglicherweise nächstes Jahr der Ultragau, der selbstverständlich genauso unmöglich ist wie der jetzige Supergau in Japan (warum man aber dann UNMÖGLICHE Riskien nicht trotzdem einfach mal versichert, verstehe ich dann nicht ganz. UNMÖGLICHE Risiken sollten doch in den Prämien sehr günstig liegen, sie treten doch einfach NIE ein. Offensichtlich ist der Supergau nicht mehr UNMÖGLICH, wenn es ums Geld geht).

Zum ULTRAGAU 2012 muß ich weiter ausholen. Das Datum 2012 ist natürlich „gefährlich“, weil … es esoterisch verseucht ist. Weltuntergänge werden erwartet. Ganz unesoterisch kommt die NASA daher, siehe shortnews vom Oktober letzten Jahres:

Die NASA warnte kürzlich in einer Studie vor einem gefährlichen Sonnensturm auf der Sonnenoberfläche, der die Erde treffen könnte. Nach neuesten Erkenntnissen wird er aber vermutlich so gewaltig sein, dass er eine Zerstörung der Stromnetze auf der gesamten Erde auslösen kann.

Die NASA erklärte, dass bereits in den Jahren 1859 und 1921 geomagnetische Stürme Telegrafenleitungen völlig außer Kraft setzten. Ein Sonnensturm mit größerem Kraftfeld könnte heute noch weitaus schlimmere Folgen haben. Menschen wären ohne Transportmöglichkeiten, Kommunikation und Strom.

Das wiederum hätte schwerwiegende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, denn dieser Zustand würde uns als Geiseln in einem elektrischen Kollaps festhalten. Der gegenwärtige Sonnenzyklus wird als einer der intensivsten bezeichnet, der je in den letzten 400 Jahren registriert wurde.

Wenn denn dann … alle Menschen keinen Strom mehr haben, ja sogar gar kein Strom mehr fließen kann, weil einfach die Leitungen kaputt sind … verwandeln sich dann nicht weltweit alle Nuklearrektoren in großer Verbrüderung in kleine Dreckschleudern, weil ALLE SICHERHEITSSYSTEME AUSFALLEN – wie jetzt in Japan?

Ich weiß, das kann nicht passieren. Der Drei-Punkte-Plan zur Rettung des Reaktors (tarnen, täuschen und vertuschen) wird verhindern, das wir überhaupt etwas darüber erfahren.

Und angesichts des moralischen und ethischen Supergaus, den wir momentan neben dem nuklearen Supergau hinsichtlich von Verantwortung und Kompetenz in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft erleben, können wir zumindest sicher sein, das wir erst drei Jahre später über das Ende der Welt informiert werden – wenn überhaupt. Und möglicherweise spielen die Verantwortlichen gerade deshalb so enorm auf Zeit, legen ihre atombombensicheren Saatguttresore an und … kriegen dann doch Panik, wenn es jetzt schon losgeht.

Wahrscheinlich sind sie aber einfach nur dumm und gierig, denn laut Manager-Magazin planen sie ja in den USA schon ganz viele neue Reaktoren:

Der Bau neuer Kernkraftwerke ist eines der wenigen großen Vorhaben, auf die sich Demokraten und Republikaner derzeit in Washington ohne viel Gefeilsche verständigen können. Barack Obama hat in die Budgetvorlage für den Haushalt 2012 rund 36 Milliarden Dollar Kreditgarantien für den Bau neuer Atomkraftwerke eingeplant, mit Unterstützung der Republikanischen Opposition. Nach dem Unfall im Kraftwerk von Three Mile Island in Pennsylvania 1979 wurden 30 Jahre lang keine neuen Genehmigungen für den Bau solcher Kraftwerke erteilt.

Doch bis 2020 sollen vier neue Reaktoren in Georgia, Tennessee und South Carolina ans Netz gehen.

Wir kriegen schon noch unseren Weltuntergang (oder unser „Parasitenausrottungsprogramm“). Die „Heilige Allianz der Unfehlbaren“ aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik wird schon dafür sorgen – aber kurz bevor sie merken was läuft, kriegen sie dann doch wieder Panik.

Und schon weiß man, warum in Deutschland gestern noch „hochsichere“ Kernkraftwerke in Massen abgeschaltet werden.

Die waren nie sicher, die sind nicht sicher und die werden niemals sicher sein.

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

Eiseskälte

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Eiseskälte

© Jotha

Das verlorene Glück der Deutschen

Jetzt geht ja ein Ruck der Hoffnung durch das Land: Der Bundestag hat den Bürger entdeckt. Das war besonders für Regierungsmitglieder schwer, die durch die getönten Scheiben der Nobellimousinen generell kaum noch Kontakt zur Wirklichkeit bekommen und ohne Zuarbeitung diverser Fachreferenten schon allein die Nachrichten kaum noch verstehen würden.

Das man wach geworden ist, hat einen Grund. Trotz der staatlich verordneten Aufschwungeuphorie bleibt der Bürger grimmig. Um das zu erkennen, braucht man eigentlich keine Studien, dazu reicht ein Spaziergang durch die nächstgelegene Einkaufspassage oder ein Blick in vorbeisausende Automobile.  Solche Erfahrungen macht man nicht durch getönte Scheiben … und um sich solche Erfahrungen zu ersparen, tönt man die Scheiben ja gerade und läßt sich die Welt lieber durch den Fachreferenten erklären. Was dieser jedoch von der Welt zu berichten hat, findet sich unter anderem in der Welt:

Es ist schon ein Kreuz mit den Deutschen. Ihre Wirtschaft boomt, die Regierung erhöht ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr von 1,8 auf 2,1 Prozent, und doch sind nur noch 48 Prozent der Bürger von den Vorzügen der sozialen Marktwirtschaft überzeugt, ergibt eine Studie des Bankenverbandes.

Mitte der 90er-Jahre waren es fast doppelt so viele. Heute wollen 90 Prozent sogar eine neue Wirtschaftsordnung, in der Umweltschutz einen höheren hat als bisher und die den sozialen Ausgleich in der Gesellschaft anstrebt, ist das Ergebnis einer Umfrage der Bertelsmann-Stiftung.

90 % wollen eine neue Wirtschaftsordnung? Das heißt … 10 % sind schon Millionäre? Nun, das könnte man ja noch hinnehmen, das hat man ja gewollt: eine superreiche Kaste von Leistungsträgern schaffen, die dann den gesetzgebenden Politikern so richtig dankbar sind, weshalb es mitlerweile zwischen Politik und Wirtschaft einen fliegenden Personalwechsel ohne Rücksicht auf Fachkompetenz gibt. Nun – die hatte man vorher auch nicht, dafür gab es ja Fachreferenten.

Das Grummeln des Deutschen geht deshalb auch weiter:

Das Volk hadert sogar mit der Demokratie. Eine Mehrheit von 65 Prozent traut der Politik die Lösung dringender Probleme nicht mehr zu. Und 60 Prozent sind der Ansicht, Politik werde zu häufig gegen die Wünsche der Menschen gemacht, ergab eine Emnid-Umfrage im Dezember 2010.

Na, das muß man mal positiv sehen: immerhin trauen 35 % der Bevölkerung die Lösung dringender Probleme zu – der Rest hat Hör- und Sehhilfen im Einsatz. Immerhin 40 % meinen, Politik werde ab und zu auch zum Nutzen der Bürger gemacht – hier wirkt wohl noch das katholische Prinzip von „Glauben und Vertrauen“ stark nach.

Natürlich sieht man die Gefahr: die liebgewonnenen Seilbahnen zu den Aufsichtsratssesseln sind bedroht. Da drohte Ungemach – obwohl man es geschafft hat, das die Deutschen 2010 noch länger vor dem Fernseher saßen als die Jahre zuvor. Das Volksverblödungsprogramm „Brot und Spiele“ läuft rund um die Uhr auf allen Kanälen und trotzdem haben die Deutschen noch eine eigene Meinung und nach dieser geht es ihnen schlecht.

Liegt ja vielleicht daran, das der Lohn von dreissig Jahren harter Arbeit darin bestehen kann, das man im Krankheitsfalle seine Ersparnisse aufbrauchen darf, um die Sozialkassen zu schonen. Oder das es immer mehr Kranke gibt, obwohl die Ärzte immer mehr verdienen. Oder das die auch sonst beispielhaften Chinesen mit 60 in Rente gehen, während wir momentan schon bis 67 schuften dürfen und somit noch mehr Chancen haben, vor Erreichen des Rentenalters bei der ARGE zu landen.

Es liegt vielleicht daran, das Familienglück heutzutage bestraft wird – man nennt Familie modern „Bedarfsgemeinschaft“ und erfährt nebenbei, das die ARGE auch eine Trennungsprämie in Form von Alleinerziehendenzuschlägen zahlt.  Vielleicht liegt es daran, das Vater und Mutter sich in 50-Stundenwochen zu Tode schuften und sich von Lehrern als Dank dafür anhören dürfen, das sie keine Zeit mehr für ihre Kinder haben und die zu schlecht auf den Unterricht vorbereitet sind. Möglicherweise liegt es auch daran, das die Medien voll von strahlenden Märchen vom schnellen Geld als Superstar sind, während man selbst seine Kinder für eine Ausbildung als Automechaniker oder Krankenschwester motivieren soll oder viel Geld erwirtschaften muß, um sie nach dem Studium durchs Praktikum zu bringen.

Es mag auch daran liegen, das auch die Berufstätigen langsam merken, das die Jagd nach Wachstum ihnen keine Zeit zum Leben mehr läßt, wie ein berufstätiger Leser in einem Kommentar zu dem Artikel anschaulich beschreibt:

Natürlich bin ich sehr glücklich, weil ich gesund bin und in einer harmonischen Ehe lebe. Das ist auch das Allerwichtigste.
Ich bin aber voll berufstätig und fühle mich ständig überlastet. Die Anforderungen werden immer höher, ich kann nachts oft schlecht schlafen, habe Angst zu versagen und habe keine Freizeit. Ich würde gern etwas kürzertreten, das geht aber nicht bei dem Arbeitgeber. Entweder ganz oder gar nicht, deshalb bestimmt die Arbeit mein ganzes Dasein. Deshalb wäre ich glücklicher, wenn ich alles ein wenig „entschleunigen“ und mal eine Auszeit nehmen könnte. Viele suchen Arbeit, ich habe eine und schaffe es nicht mehr. Man kann es sich nicht aussuchen, aber weniger wäre manchmal wirklich mehr. Man kann nicht immer nur im Turbo funktionieren.

Das sind Erfahrungen, vor denen auch „Führungskräfte“ nicht gefeit sind, wo es sich doch eingebürgert hat, für 50 % mehr Gehalt 100 % mehr Leistung zu fordern, weil es genug Menschen gibt, die diesen Kuhhandel gerne mitmachen, bis sie merken, das sie doch keine Maschine sind und vor allem: altern.

Eigentlich hatten wir das mal so geplant, dass man in der Jugend richtig ´reinhaut, um im Alter dann kürzer treten zu können. Stattdessen gibt es für die Jugend Praktikum und für das Alter Hartz IV.

Kann es sein, das es da Zusammenhänge zum Glücksempfinden gibt?

Kann es sein, das man … nicht zu schnell über die Armen lachen sollte?

Übrigens gelten die Bürger von Bhutan, einem der ärmsten Länder als die zufriedensten der Welt. Bhutan war das erste Land, das das „Bruttoglücksprodukt“ eingeführt hat. Gemessen wird es, indem die Regierung die Zufriedenheit der Bürger mit der Entwicklung von Bildung, Umwelt, Kultur und Sozialem feststellt.

„Man benötigt nicht viel Intelligenz, um einzusehen, dass das endlose Streben nach materiellem Wohlstand in einer Welt mit begrenzten Ressourcen nicht nachhaltig ist“, sagte der bhutanische Ministerpräsident Jigme Thinley einst auf dem UN-Millenniumsgipfel in New York.

Ich fürchte, ich weiß jetzt schon, was uns in Deutschland  in zwei Jahren präsentiert wird: Hartz IV wird umbenannt in Glück 7 – und auf einmal sind alle Deutschen glücklich … oder eben reich.


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