Reagan

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Wahl in den USA: die kollabierenden Staaten von Amerika – und die Reagan-Revolution

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Montag 7.11.2016. Eifel. Na – fiebern Sie auch der Wahl so entgegen, wie Ihnen es nahegelegt worden ist? Nein, nicht der Bundestagswahl. Der US-Wahl. Kann mich nicht daran erinnern, dass wir schon mal so ein Spektakel darum gemacht haben. Sogar der Bundespräsident hat sich schon eingemischt und über einen der beiden US-Kandidaten den Kirchenbann verhängt …bzw vor ihm gewarnt (siehe Handelsblatt). Da ging ein Ruck durch die USA: „Der Gauck warnt vor Trump! Also nein: da können wir den nicht wählen. Jetzt nicht mehr…“. Ja – am deutschen Wesen soll die Welt genesen. Ob Gauck dann Medaillien bekommt, wenn Clinton gewählt wird, weil er Trump verhindert hat – durch mutigen, riskanten, harten persönlichen Einsatz?

Scherz beiseite: der peinlichste aller Bundespräsidenten hat ja gerade erst wieder in einem Spiegel-Interview krass gelogen: „Wer hasst, wird in Deutschland nie die Mehrheit erringen“ hat er einfach mal so in einem Interview behauptet (siehe Spiegel) und dabei völlig aus den Augen verloren, dass die Menschenhasser schon seit Jahrzehnten die Mehrheit im Lande haben: ohne sie wäre Hartz IV ja gar nicht denkbar.

Doch bleiben wir in den USA, dem „gelobten Land“ – „god´s own country“: womit klar wäre, wer hier einen ordendlichen Sockenschuss hat. So anmaßend waren zuletzt die Pharaonen. Jene Wahl, die uns überhaupt nicht zu interessieren hat, weil sie in einem anderen Land stattfindet, zeigte uns mal wieder recht deutlich, dass unsere Medienlandschaft zu einer reinen Propagandaschleuder verkommen ist: wohin man auch schaut, wird für Hillory Clinton Werbung gemacht und Trump verteufelt. Kaum einer (außer der Tagesschau) merkt, dass es noch andere Kandidaten gäbe, die man wählen könnte, die US-Wahl wurde medial aufgebauscht zum Kampf des Jahrtausends – dabei ist allen klar, wer gewählt wird: der Kandidat des großen Geldes. Man hat die Wahl zwischen Pest und Cholera, wobei die deutsche Medienlandschaft Cholera eindeutig den Vorzug gibt – aus Gründen, die niemand mit Verstand mehr nachvollziehen kann.

Dabei liegen die Gefahren ganz woanders – nicht in der Regierung und ihrem Frontsänger, sondern in dem Land selbst: und damit meine ich nicht die hohe Rate von Massenmördern, die unerkannt durchs Land ziehen. Ich war letztens mal bei der Deutschen Bank, um mich über die reale Staatsverschuldung der USA zu informieren – ein spannendes Thema (siehe Deutsche Bank): die etwas undeutliche Grafik, die man dort vorfindet, zeigen über 17 Billionen Dollar Schulden an … das entspricht ihrem gesamten Bruttoinlandsprodukt. Sowas gehört doch täglich in allen Medien verbreitet: die USA verbrennen Geld aus aller Welt, um einen massiv umweltschädlichen Konsumstandard zu halten, den sie sich gar nicht leisten können – und finanzieren damit eine höllische Kriegsmaschine, die sie finanziell absolut überfordert. Sie rüsten sich selbst in den Bankrott, wie sie es selbst einst in einem irrsinnigen Rüstungswettlauf mit der Sowjetunion gemacht haben … so lautet jedenfalls ihre Propaganda. Warum Sie das besser überstehen sollen als das riesige, rohstoffreiche Sowjetimperium, ist bislang ein Geheimnis. Warum dort keine Troika mit Sanktionen für Ordnung sorgt wie in Griechenland, ebenfalls.

Woraus besteht eigentlich die Wirtschaft in den USA, einst Kornkammer der Welt und führende Industrienation? 1,3 Prozent vom BIP trägt die Landwirtschaft dazu bei, 20.7 Prozent die Industrie … und 78 Prozent sind „Dienstleistungen“ (siehe Statista), also unter anderem die Leistungen der Banken und Versicherungen, die unter anderem mit dem Aktienmarkt ordentliche Gewinne einfahren – Gewinne, die man einfährt, weil man sich von der Zentralbank Geld für fast gar keine Zinsen leiht und damit Aktien kauft, die allein aufgrund des Kaufs dann steigen (siehe Handelsblatt). Nur nebenbei erwähnt, um den „Gehalt“ der Zahlen aufzuzeigen: der Wert aller „Finanzdienstleistungen“ der Welt ist vier mal so hoch wie das gesamte globale Bruttosozialprodukt (siehe Finanzen100), die USA tragen davon den Löwenanteil (siehe factfish).

Das ganze Papier hat also kaum realen Gegenwert.

Vollbeschäftigt sollen sie seien, diese USA (siehe Handelsblatt): jeder siebte jedoch ist damit beschäftigt, mit Lebensmittelmarken zu überleben, die Kinderarmut stieg von 1,7 Prozent im Jahre 2008 auf 20, 3 Prozent im Jahre 2010 (siehe: die Presse): kurz gefasst: „Die USA sind eine bankrotte Micky-Mouse-Wirtschaft“ (siehe: http://diepresse.com/home/wirtschaft/home/wirtschaft/international/587081/Amerika-ist-eine-bankrotte-Mickey-MouseWirtschaft), in der 80 Prozent der tollen neuen „Jobs“ im Niedriglohnsektor entstehen (siehe: http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-07/bedingungsloses-grundeinkommen-usa-andrew-stern), Daten, die man in den USA gern selbst aktuell verifizieren kann (siehe http://www.fns.usda.gov/pd/supplemental-nutrition-assistance-program-snap).

Alles Daten, die man sich mühsam zusammensuchen muss, anstatt sie im Ausgleich für seine GEZ-Gebühren frei Haus geliefert zu bekommen. Wir haben hier ein Land vor uns, in dem im Alltag die Angst regiert (siehe https://www.dasmagazin.ch/2016/08/05/das-bose-lauert-uberall/) und eine Armut existiert, wie wir sie sonst nur aus Afrika kennen (siehe http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-11/armut-usa-ohio-wahlkampf-nelsonville/komplettansicht) – und Sie glauben wirklich, dass es enorm wichtig ist, ob nun Trump die Befehle der Reichen ausführt oder Hillary? Die wählen dort doch nur den Kellner, der den grassierenden Sozialabbau serviert – mehr nicht. Den Showmaster des Niedergangs, regiert von Menschen, die sich mehr um die Farbe des Leders in ihrem neuen Ferrari kümmern als um das Wohl der Nation. Wir kennen das auch aus unserem Land: wie üblich, machen wir ja alles nach und sind auch besonders Stolz auf unseren Niedriglohnsektor, den wir künstlich mit brutaler politischer Gewalt geschaffen haben.

Inzwischen gibt es wieder Bücher von US-Anwälten, die einen blühenden Rassismus in den USA anprangern (siehe https://magazin.spiegel.de/SP/2015/38/138603692/index.html?utm_source=spon&utm_campaign=centerpage): die Innenansichten dieser einst aufgeklärten Nation sind fürchterlich.

Fragen Sie sich auch, wie es dazu kommen konnte?

Nun – die Frage beantworten Ihnen die deutschen Qualitätsmedien ganz einfach: es gab einen Putsch. Eine amerikanische Revolution – von der wir so nie etwas in den Nachrichten gehört haben, aber deren Auswirkungen jeder spürt, der heutzutage gezwungen ist, sich stalinistisch anmutenden „Jobcentern“ zu übergeben, weil „der Markt“ für ihn keine Verwendung mehr hat. Ja – der „frische Wind“, der durch die westliche Welt zieht, wurde zentral gesteuert … ich habe mir schon öfter mal erlaubt, darauf hin zu weisen. „Zufällig“ … ein gern gewähltes Adjektiv bei der Beobachtung politischer Entwicklungen … ist hier auf Grund der Gesetze der Wahrscheinlichkeitsrechnung einfach zu … unwahrscheinlich.

Die gesamten Verwerfungen der einst so sorgfältig durchdachten und effektiv organisierten Weltpolitik kommen nicht durch schlechtes Wetter oder Sonnenwinde zustande, sondern durch Entscheidungen von Menschen mit Macht: das ist gar nicht anders denkbar. Darum dürfen wir uns ja über die Strippenzieher hinter den Kulissen keine Gedanken mehr machen, darum ist „Verschwörungstheorie“ verpönt: nichts fürchten die Verschwörer mehr als freie Bürger, die ihren Verschwörungen nachspüren und Theorien bilden, die einem den Staatsanwalt ins Haus schicken könnten – falls man den nicht auch schon gekauft hat.

Nur – bei einem kann man sich sicher sein: irgendwann kommt es ´raus. Es ist wie mit dem zweiten Schützen beim Mord an dem US-Präsidenten George F. Kennedy, jener Nachricht, die nur klein und versteckt weitergegeben wurde und die Mythen der US-Regierung über den Mord als Lügen dahinstellte – oder die Geschichte mit den Massenvernichtungsmitteln im Irak, die zu einem grausamen Angriffskrieg gegen ein kleines Wüstenland führte und einer Millionen Menschen das Leben kostete … jenseits aller Regeln, die wir uns als UN zum Zwecke der Wahrung des Friedens auferlegt hatten.

Über die Revolution des Ronald Reagan – eine Sockenpuppe der wahrhaft Mächtigen, der erste offizielle Schauspieler im Präsidentenamt, der gerne auch mal über außerirdische Invasoren faselte und dessen Frau im Weißen Haus Seancen abhielt, um mit Geistern reden zu können – wird heute offen gesprochen, von Georg Diez, einem Kolumnisten von Spiegel-online, der gerade in den USA weilt um bei der Wahl ganz nah dran zu sein (in Zeiten der globalen Vernetzung ein merkwürdiger Anachronismus – aber es gehört halt zum Kult der alten Mediengarde, immer auf Firmenkosten vor Ort dabei zu sein, um mal ein- zwei Passanten in New York zur Wahl zu befragen). Georg Diez – sonst weit davon entfernt, ein „Truther“ zu sein, ein Mensch, der sich nur selten erlaubt, über die Meinungsgrenzen der Korpokratie hinaus zu denken, schildert uns diese Revolution in klaren, knappen Worten – um zu erklären, warum Trump bei vielen Amerikanern so „in“ ist (siehe http://www.spiegel.de/politik/ausland/us-wahl-warum-donald-trump-wie-der-sieger-aussieht-a-1119975.html):

„Die eigentliche Geschichte ist die der vergangenen 35 Jahre, weil seit der Reagan-Revolution von 1980 eine konservative Camorra systematisch daran gearbeitet hat, die Grundlagen der liberalen Demokratie zu zerstören, indem das Diktat der Wirtschaft, der Egoismus und das Recht des Stärkeren über alles gestellt wurden.

Die eigentliche Geschichte ist die der vergangenen 25 Jahre, weil seit der Präsidentschaft von Bill Clinton 1992 die Demokraten, die linken und liberalen Kräfte (wie übrigens auch New Labour in England und die SPD), sich der Globalisierung wie einem Naturgesetz ergeben haben und Schritt für Schritt einen wesentlichen Teil ihrer Wähler verraten haben: die Arbeiter und die untere Mittelschicht.“

Das ist die Basis der modernen Weltgeschichte. Eine kriminelle Vereinigung („konservative Camorra“) hat 1980 die Macht im Staate übernommen. Zur gleichen Zeit wurde dem Bundeskanzler Helmut Schmidt in Davos vom Chef der Deutschen Bank gesagt, dass sich die Politik von nun an dem Diktat der Märkte zu unterwerfen hat – jener Märkte, die hauptsächlich mit minderwertigem Papier handeln, was einige wenige mit großer persönlicher Nähe zu politischen Entscheidern sehr reich machte.

Diese kriminelle Vereinigung hat eine deutsche Tochterfirma, sie nennt sich „Atlantik-Brücke“ und bildet ein Kartell von Wirtschaft, Politik und Medien, um den Willen dieser kriminellen Vereinigung in Deutschland umzusetzen. Ist ja alles öffentlich, das Zitat von Oetker, dass die „USA von 200 reichen Familien regiert wird, zu denen man per Atlantikbrücke guten Kontakt haben möchte“, war ja lang genug im Internet zu finden. Nur: unsere Gesellschaft hat nie eine Diskussion über diesen Tatbestand zugelassen, der zu Handlungen hätte führen können. Warum auch? Wir haben stattdessen gezielt Hass zwischen unseren Bürgern gesät, die insgesamt 14 Millionen Menschen, die bislang verharzt wurden (davon vier Millionen Kinder) zu Untermenschen erklärt und mit großer medialer und politischer Macht zur Jagd auf sie geblasen, damit die schlecht bezahlten Niedriglöhner jemanden hatten, der Schuld an ihrer Misere war: mit diesen Methoden wollten schon die nationalsozialistischen Planer der Kolonialisierung der Sowjetunion die russischen Völker politisch neutralisieren – durch Spaltung in jeder Hinsicht.

Ich erzähle Ihnen ja hier auch nichts Neues: zwei Drittel der deutschen Bevölkerung sind genervt vom Diktat der Wirtschaft über die Politik – zumal es nur das Diktat einer winzig kleinen Wirtschaft ist: der Konzernwirtschaft, die allerdings aufgrund undurchschaubarer Kapitalballungen genug Geld für massive Einflusnahme hat – und genug Geld für coole Pöstchen am Ende der politischen Karriere (vorausgesetzt, man hat vorher genug „geliefert“). Die Mehrheit der Deutschen will auch mehr Sozialstaat, mehr Menschlichkeit, mehr Frieden – aber die Camorra in den USA diktiert anderes.

Seien Sie ehrlich: viele von Ihnen haben doch jetzt schon Angst, wenn sie diese Zeilen lesen: nicht, weil wieder globaler Krieg droht (eine Riesenchance für die Herren der Wirtschaft, die sicher und geborgen in Riesenbunkern im weiten Westen der USA jahrzehntelang auf die Ergebnisse warten können: bei höchstem Luxus), sondern Angst davor, diese Zeilen zu lesen – es könnten ja „Verschwörungstheorien“ sein. Damit bekäme man Ärger am Arbeitsplatz, im Verein, in der Nachbarschaft und auf dem Amt … soweit verängstigt sind wir ja schon.

Wie schön, dass wir jetzt mit Georg Diez argumentieren können – oder mit dem ZDF.

Ja – auch das ZDF – bzw. das Politmagazin Frontal 21 – klärt uns über die Hintermänner der Politik in den USA auf – im Rahmen eines Filmberichtes über die „gespaltenen Staaten von Amerika“. Der Bericht dauert nur sieben Minuten – endet aber mit einem entscheidenden Satz (siehe: ZDF)

„Zwei Milliarden Dollar für die unbeliebtesten Kandidaten, die es in den USA jemals gegeben hat. Noch nie war die Ablehnung größer. Die Bürger Amerikas fühlen sich von ihren politischen Eliten nicht mehr repräsentiert. Die Wut auf „die da oben“ wächst in allen politischen Lagern.
„Frontal 21“ und „ZDFzoom“ haben sich auf die Suche nach den Ursachen für diese Wut gemacht und dabei ein System politischer Korruption entdeckt, in dem Milliardäre den politischen Prozess nach ihren Vorstellungen steuern. Ein System, von dem Insider sagen, es würde die Mafia neidisch machen.“

„Mafia“ im ZDF, „Camorra“ im Spiegel – wir nähern uns der Wahrheit. Dem wahren Feind der Menschheit.

In dem Filmbericht lernen wir Studenten kennen, die für ihr Studium 45 000 Dollar Schulden machen mussten: deshalb boomt die Finanzwirtschaft. Wir lernen konservative Milizionäre kennen, die sich unter George W. Bush fühlten, als wären sie in einer Nazi-Partei, während andere Milizionäre problemlos mit Linken Kaffee trinken können: warum auch nicht? Nur, weil man im ersten Ansatz nach der Begegnung mit einem Problem unterschiedliche Lösungsansätze hat (schießen oder reden) – die meist massiv von der eigenen Biographie beeinflusst werden – kann man doch trotzdem miteinander reden, anstatt aufeinander zu schießen … wie es dem „Establishment“ gut gefiel, weil es für coole Bilder im Fernsehen sorgt und die Kritiker untereinander beschäftigt.

Zusätzlich erfahren wir, dass allein schon die „Oatkeeper“ über 30000 bewaffnete Kämpfer verfügen – während andere Milizen laut einer Meldung von Spiegel-online schon den Häuserkampf für die Zeit nach der Wahl üben.

Die Finanzcamorra bekommt ihr ensprechendes Millieu, in dem sie absolute Macht ausüben kann.

Wie ernst es die US-Bürger selber sehen, erkennt man, wenn man sich mit der neuen Bewegung „Democracy Spring“ auseinandersetzt: bundesweit wollen die im Kampf gegen jene „Camorra“ jetzt Teams für den zivilen Widerstand bilden, die gezielt gegen das korrupte System vorgehen. Teams, die bereit sind, jederzeit ihre Verhaftung zu riskieren. Teams, die wir auch in Deutschland dringend bräuchten, um amerikanische Verhältnisse zu verhindern. Die Unterzeichner von „Democracy Spring“: nicht nur die „Loser“ im System, sondern viele Politiker, die sehen, wie degeneriert das Land geworden ist (siehe ZDF):

„Politik in den USA ist zum Kampf der Milliardäre um politischen Einfluss geworden, bestimmt von Großspendern in beiden politischen Lagern. Wall Street und Industrie-Giganten, die die Welt nach ihren Vorstellungen gestalten wollen, nutzen dabei ein politisches System aus, das dafür extrem anfällig ist. Vom Sheriff über Abgeordnete bis zum Präsidenten sind die Kandidaten alle bei ihren Wahlkämpfen auf private Spenden angewiesen. Mit abstrusen und gefährlichen Folgen für den demokratischen Prozess.“

Jenen demokratischen Prozess, den es gar nicht mehr gibt.

Sicher – es gibt Studien, die belegen, dass die Welt allem Mediengetröte zum Trotz immer friedlicher wird (siehe vox.com), übersehen wird jedoch dabei, dass ein neuer globaler Krieg diese Verhältnisse schnell ändern könnte. Das beständig gebetsmühlenartig von den Reichen vorgetragene Problem der „Überbevölkerung“ ließe sich sich atomar schnell lösen und in Luxusbunkern gut aussitzen, man könnte sich sogar als Retter der Welt dabei fühlen.

Undenkbar?

Hiroshima und Nagasaki sind wieder blühende Städte. Das weiß nicht nur ich – das wissen auch „die“.

Und jetzt erzählen Sie mir bloß nicht nochmal, dass diese Camorra nicht auch „nine-eleven“ organisiert haben könnte – die haben die Macht dazu, den Willen und die Skrupellosigkeit, das haben sie in Folge dutzendfach bewiesen: in Afghanistan, im Irak, in Syrien, im Jemen, in Libyen, in der Ukraine und wer weiß wo sonst noch alles. Und sie wussten genau, dass sie für den großen Schlag gegen die weltweit existierenden Demokratien ein neues „Pearl Harbour“ brauchten.

Unser Problem heißt also nicht „Trump“ – auch wenn alle es so darstellen wollen.

Unser Problem heißt: „Finanzcamorra“.

Doch darüber offen und direkt zu reden, würde weltweit zu konkreten Handlungsaufträgen für Staatsanwälte führen … und ist deshalb – versehen mit dem Bannwort „Verschwörungstheorie“ – verboten.

(PS. wegen technischer Probleme mussten ein paar „Links“ in Langform eingefügt werden. Wir bitten dies zu entschuldigen).

 

 

 

 

 

Partei der Vernunft: Ronald Reagan kriegt posthum eine asoziale Filliale in Deutschland

Freitag, 23.3.2012. Eifel. Wunderbare Welt, oder? Der Frühling naht, die Vögel zwitschern und neue politische Mogelpackungen erwachen angesichts der Wahl in NRW aus dem Winterschlaf. Nun - seien wir ehrlich: wir suchen doch gerade nach neuen Parteien, oder? Die alten berufspolitischen Gurkentruppen kann doch in Wahrheit niemand sehen, die wählt man doch schon lange nicht mehr aus Überzeugung, sondern weil man das immer schon so gemacht hat - oder man wählt gar nichts mehr. Zudem brodelt es verdächtig im Volk - jedenfalls im Süden Europas. Wir erfahren nur selten etwas davon - wahrscheinlich hat die Kanzlette wieder mal den Wunsch geäußert, das deutsche Volk nicht mit Meldungen von Aufständen in Europa zu ängstigen ... nur gelegentlich sickert durch, das es an allen Ecken und Enden brennt und Obdachlosigkeit inzwischen bei vielen einstigen "Leistungsträgern" und ihren Familien um sich greift - mit Aussicht auf noch schlimmere Zustände im Dienste des neoliberalen Systems. Da man sich in Deutschland nicht sicher ist, ob die Forcierung der Obdachlosigkeit wirklich auch hier Erfolge zeigt, springt die EU mit einem neuen Wahnsinnsprogramm ein: es heißt "Wärmedämmung" und wird in letzter Konsequenz dazu führen, das viele billige Wohungen abgerissen werden und viele Eigenheimbesitzern die Zwangsversteigerung droht, wenn sie die 110 000 Euro nicht aufbringen, um ihr Haus auf EU-Traumstandard zu bringen.

Freitag, 23.3.2012. Eifel. Wunderbare Welt, oder? Der Frühling naht, die Vögel zwitschern und neue politische Mogelpackungen erwachen angesichts der Wahl in NRW aus dem Winterschlaf. Nun – seien wir ehrlich: wir suchen doch gerade nach neuen Parteien, oder? Die alten berufspolitischen Gurkentruppen kann doch in Wahrheit niemand sehen, die wählt man doch schon lange nicht mehr aus Überzeugung, sondern weil man das immer schon so gemacht hat – oder man wählt gar nichts mehr. Zudem brodelt es verdächtig im Volk – jedenfalls im Süden Europas. Wir erfahren nur selten etwas davon – wahrscheinlich hat die Kanzlette wieder mal den Wunsch geäußert, das deutsche Volk nicht mit Meldungen von Aufständen in Europa zu ängstigen … nur gelegentlich sickert durch, das es an allen Ecken und Enden brennt und Obdachlosigkeit inzwischen bei vielen einstigen „Leistungsträgern“ und ihren Familien um sich greift – mit Aussicht auf noch schlimmere Zustände im Dienste des neoliberalen Systems. Da man sich in Deutschland nicht sicher ist, ob die Forcierung der Obdachlosigkeit wirklich auch hier Erfolge zeigt, springt die EU mit einem neuen Wahnsinnsprogramm ein: es heißt „Wärmedämmung“ und wird in letzter Konsequenz dazu führen, das viele billige Wohungen abgerissen werden und viele Eigenheimbesitzern die Zwangsversteigerung droht, wenn sie die 110 000 Euro nicht aufbringen, um ihr Haus auf EU-Traumstandard zu bringen.

In diese krisengeschüttelte Zeit tritt nun die „Partei der Vernunft“ auf den Plan, die sich jetzt im Westen der Republik zum ersten Mal zur Wahl stellen will. Mich erreichen viele Stimmen, die gerade diese Partei als wahlpflichtig darstellen, weil sie mit tollen, frechen Sprüchen wirbt und sich auf dem Weg nach Utopia wähnt:

Wie sähe Utopia aus und welche Schritte sind dazu nötig, den Menschen Ihre Freiheit wiederzugeben? Durch jahrzehntelange Propaganda haben viele Menschen eine wichtige Botschaft vergessen: Jeder Mensch ist frei geboren. Nur der Staat kann aufgrund seines Gewaltmonopols die Freiheit des Einzelnen einschränken und das tut er. Immer häufiger und immer dreister. Im vergangenen Jahr erließ die nicht von den Bürgern gewählte EU-Kommission rund 3000 Gesetze und Verordnungen. Die Diktatur der Bürokraten ist traurige Realität.

In Wahrheit müsste sich der Staat darauf beschränken sein Gewaltmonopol zu nutzen um die Freiheit des Einzelnen zu verteidigen, denn dann schützt er die Freiheit aller.

Freiheit – wer würde das nicht gerne wählen. Freiheit – wer kann sich diesem Wert schon entziehen. Gerade der Adel zum Beispiel vermisst seine Freiheit gerade sehr und findet die engen, bürgerlichen Fesseln der napoleonischen Gesetze ganz fürchterlich – wie schön war es doch, als man jederzeit die Freiheit hatte, seine faulen, nichtsnutzigen Tagelöhner mit der Peitsche zu züchtigen und ihren Töchtern und Frauen währenddessen mal zu zeigen, wer wirklich ihr Mann ist.

Diktatur – wer würde angesichts dieser Kosten, die die Wärmedämmung mit sich bringt, nicht auf die Barrikaden gehen wollen,  um sein mühsam saniertes Fachwerkhaus vor dem Abriss zu schützen?

Man gibt sich auch sehr wissenschaftlich und steht damit ausserhalb jeder Kritik, denn wir haben gelernt, bei dem Wort „Wissenschaft“ so stramm zu stehen wie bei dem Wort „Vernunft“ – denn ausserhalb der Vernunft gibt es nur Deppen, wie man schon bei Goldman-Sachs festgestellt hat, die selber durch ihre Mordsgewinne festgestellt haben, wie durch und durch vernünftig ihre Geschäftspolitik ist – ebenso vernünftig, wie der Überfall auf Norwegen für Hitler war oder der Angriff auf den Irak für Haliburton.

Vernunft ist, wie man sieht, ein ebenso sehr dehnbarer Wert wir Freiheit.

Darum ist es auch nicht verwunderlich, das man umso verwunderter wird, je tiefer man nach den Wurzeln der Partei der Vernunft gräbt. Anfangs hört sich alles noch ganz fein ein – doch schon ein paar Sätze im Programm später wird es deutlicher – hier ist ein sehr eingeschränkter Freiheitsbegriff gemeint … und eine sehr praktische Vernunft:

Die Freiheit des Menschen, der Schutz des Eigentums und das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben sind unantastbar, solange keinem Dritten Schaden entsteht. Das bedeutet, dass niemand daran gehindert werden darf freiwillige Vereinbarungen zu treffen. Kein Individuum, keine Institution, kein Unternehmen und keine staatliche Stelle hat das Recht, mit oder ohne Androhung von Gewalt, jemanden zu zwingen, etwas gegen seinen Willen zu tun. Gewalt zu initiieren, um mittels Zwang etwas durchzusetzen, ist unmoralisch. Das gilt auch für den Staat. Bürger und Institutionen haben das Recht, aber nicht die Pflicht, sich zu sozialen Zwecken zusammenzuschließen. Niemand darf also gezwungen werden, einer solchen Sozialgemeinschaft beizutreten oder sie zu finanzieren.

Sollte man zweimal lesen – macht aber wahrscheinlich keiner. Die „freiwilligen Vereinbarungen“ sind zum Beispiel … der Kauf von Lehmanpapieren oder anderem Schrott. Aber die Gewinne, die man aus solchen Geschäften bezieht, die möchte man natürlich geschützt sehen. Der Text könnte auch vom Bundesverband der Leibeigenschaftsfans und Finanzbetrüger oder von der Organisation „Rettet den Feudalstaat“ unterschrieben werden.

Wer nun meint, diese Auslegung sei zu hart und einseitig, der sollte weiterlesen:

Das Programm orientiert sich an der Österreichischen Schule der Nationalökonomie um den Nobelpreisträger Friedrich August von Hayek. Die dort beschriebene „natürliche Ordnung“ akzeptiert den Menschen so wie er ist und nicht so, wie Politiker und Ideologen ihn haben wollen. Die Beschränkung staatlichen Handelns auf den Schutz von Leben, Freiheit und Eigentum seiner Bürger führt zu höherem Wohlstand und größerem finanziellen Spielraum für alle

Leben, Freiheit und Eigentum werden geschützt … nach einer beispiellosen historischen Phase der Umverteilung von unten nach oben. Wer gerade nichts hat … nun, der muss beten, das sich in seiner Nähe zufällig eine Sozialgemeinschaft etabliert hat, die ihn in ihrem Müll nach Lebensmitteln herumsuchen lässt.

Schauen wir doch mal, was der Herr Hayek so von dem Begriff „sozial“ hält:

„Wir verdanken den Amerikanern eine große Bereicherung der Sprache durch den bezeichnenden Ausdruck weasel-word. So wie das kleine Raubtier, das auch wir Wiesel nennen, angeblich aus einem Ei allen Inhalt heraussaugen kann, ohne daß man dies nachher der leeren Schale anmerkt, so sind die Wiesel-Wörter jene, die, wenn man sie einem Wort hinzufügt, dieses Wort jedes Inhalts und jeder Bedeutung berauben. Ich glaube, das Wiesel-Wort par excellence ist das Wort sozial. Was es eigentlich heißt, weiß niemand. Wahr ist nur, daß eine soziale Marktwirtschaft keine Marktwirtschaft, ein sozialer Rechtsstaat kein Rechtsstaat, ein soziales Gewissen kein Gewissen, soziale Gerechtigkeit keine Gerechtigkeit – und ich fürchte auch, soziale Demokratie keine Demokratie ist.“

Ein Wiesel-Wort ist das Wort „sozial“ wohl nur für Asoziale: nur die wissen nicht, was das bedeutet. Dementsprechend dürfte dann auch ihr Verständnis von „Freiheit“ und „Vernunft“ – weiteren „Wieselwörtern“ – entsprechend ärmlich sein. Nicht umsonst hat man 1789 dem Wort Freiheit noch die Wörter Gleichheit und Brüderlichkeit beigegeben, um einseitige Auslegungen zu erschweren. Wie asozial sich nun jene geben, die Hayek auf ihren Fahnen stehen hatten, ist hinlänglich bekannt:

In den 1980er Jahren fanden Hayeks Thesen teilweise praktische Anwendung in der Wirtschaftspolitik Ronald Reagans („Reaganomics“) und Margaret Thatchers („Thatcherismus“), mit deren Hauptakteuren er sich auch persönlich verschiedentlich austauschte.

Toll zu sehen, was man mit Hayek alles so anrichten kann – auch wenn sich, wie üblich, die „echten“ Hayonaisen von dem neoliberalen Unfug distanzieren, der uns die Krise eingebracht hat, die andere Hayonaisen jetzt mit den gleichen Methoden lösen wollen. Gerade jetzt, wo die „Reagonomics“ so richtig in Fahrt kommen und alle sehen, welchen Preis die Mehrheit der Menschen für diesen asozialen Dreck zahlen muss, kommen Leute daher, die das Säckel prall gefüllt haben und rufen nach einem Staat, der nur noch eins im Sinn haben soll: ihr Eigentum zu schützen.

Der Soziologe Colin Crouch sieht die grundlegenden Veränderungen in den USA während der Reagan-Administration in der Abwicklung wohlfahrtsstaatlichenInstitutionen, der Marginalisierung der Gewerkschaften und einer Spaltung zwischen Arm und Reich auf einem Niveau vergleichbar mit Ländern der Dritten Welt.

Jetzt, wo die Spaltung zwischen Arm und Reich auch in Deutschland beständig neue Höhepunkte erreicht, setzt sich Reich auf einmal hin und sagt: „So, jetzt machen wir den Sack zu und wollen auch nur noch den Staat als kostengünstige Söldneragentur zum Eigentumsschutz“.

Kein Wunder, das die den Begriff „sozial“ gar nicht kennen. Wer „Freiheit“ ohne „Gleichheit“ und „Brüderlichkeit“ denkt, der ruft nach den Freiheiten einer neuen feudalen Kaste. Überlegen wir doch mal kurz, wieviel Freiheit Rentern, Alleinerziehenden, Arbeitslosen sowie Schülern und Studenten bleibt, wenn die staatlichen Zahlungen ausbleiben? Wie sozial wird denn das Paradies der Reichen für uns … wenn die Neoliberalen noch mehr Macht bekommen?

Die Schlagworte sind einprägsam:

Raus aus dem Euro – um viele Stimmen von verängstigten Menschen zu bekommen, die gerade merken, was die Wirtschaft mit ihnen macht, wenn der Staat zu schwach ist

Schluss mit der Klimahysterie – damit man weiterhin mit dem SUV durch die Gegend brettern kann und viele weitere kritische Wählerstimmen bekommt, die Panik angesichts der drohenden Wärmedämmung kriegen

Keine direkten Steuern – damit man die Beute aus den vielen Raubzügen bei den Deppen auch für sich behalten darf.

Ich weiß, viele, die jetzt aus den verschiedenen aktuellen Bürgerrechtsbewegungen des 21. Jahrhunderts kommen, werden jetzt empört die Nase rümpfen – aber ich setze da gerne nochmal einen drauf … und gönne mir einen Blick auf Ron Paul, dem heimlichen Helden der „Wahrheitsbewegung“, der „Infokrieger“ und Freiheitsvernünftler.

Hat sich eigentlich schon mal jemand angeschaut, was dieser aus unserem Staat machen würde, wenn man ihn nur ließe, wie man wollte?

Ziele seiner Politik sind Deregulierung und geringe Steuern.

Da er zudem ärztliche Behandlung nicht als Menschenrecht ansieht, setzt er sich dafür ein, dass Arbeitnehmer eine Teilnahme an Sozialversicherungen wie Medicare und Medicaid ablehnen können, mit der Folge, dass sie keine Sozialbeiträge (payroll-tax) mehr zahlen müssen und dafür keinerlei Ansprüche mehr haben

Er ist ein Kritiker des amerikanischen Gesundheitssystems. Dabei lehnt er sowohl „universal healthcare“ nach europäischem Vorbild als auch private Krankenversicherungen ab, da deren Kosten immer weiter steigen würden, solange nicht der Patient, sondern eine dritte Partei die Rechnungen bezahlt.

Das gerade in einer Zeit, in der Obdachlosigkeit, Hunger und Armut infolge der Deregulierung Europas Küsten erreichen eine Partei mit dem Begriff „Vernunft“ auf Stimmenfang geht, um noch mehr Staat abzubauen und zusätzlich auch noch alle Sozialsysteme zu vernichten, zeigt nur, das die wirklich sehr mit der Deppenhaftigkeit des Wahlvolkes rechnen.

Auch wenn man sich kritisch gibt, auf der „die NWO-frisst-uns-alle-Welle“ schwimmt und sich als Bürgerschützer gebärdet, bleibt unter´m Strich nur wenig übrig, was wählbar wäre – jedenfalls für Normalbürger, die nicht Millionen mit Betrug ergaunert haben.

Schaut man sich den Bundesvorstand an, so findet man vor allem jene Berufsgruppen, die einst die FDP groß gemacht haben: Investmentbanker, Unternehmensberater, Bankfachwirte, Geschäftsführer und Konzernjuristen. Kein Wunder, das man der FDP gezielt Mitglieder abwerben will – die neue Speerspitze des Neoliberalismus in Deutschland sucht in erster Linie Gefolgsleute bei der alten Speerspitze des Neoliberalismus.

Eine Wahlforderung jedoch … gefällt mir.

Teil der persönlichen Selbstbestimmung ist nach Paul etwa das Recht, Waffen zu tragen; die Lobbyorganisation Gun Owners of America vergab an Paul als einzigem Präsidentschaftskandidaten ein A+ Rating („1+“-Bewertung).

Diese Waffen werden wir für eine Neuauflage von 1789 brauchen, sollte es den Neoliberalen gelingen, ihren Staat in Deutschland und den USA zu verwirklichen. Das wäre auch Notwehr – und sehr edel, gälte es doch, die Armen vor der Kälte, die Kranken vor dem Tod, die Alten vor dem Siechtum und die Kinder vor dem Hunger zu bewahren.

Wer dieses asoziale Deutschland will, jene teutonische Form der Reagonomics, soll die ruhig wählen – aber er sollte wissen, was er da wählt. Wer am Klimawandel zweifelt, der Propaganda der US-Regierung misstraut, sich um den Machtzuwachs der EU wirklich Sorgen macht, sich den Werten der Aufklärung, des bürgerlichen Rechts oder der praktischen Vernunft verpflichtet sieht, sollte einen Bogen um jene Gruppierung machen.

Genau genommen ist es nur eine neoliberale Vereinigung, die in NWO-kritischer Verpackung an der Weiterführung jener Strömung arbeiten möchte, die bei uns durch Gerhard Schröder mit der Deregulierung der Finanzmärkte und dem Abbau des Sozialstaates durch Hartz IV schon fleissig fortschreitet – mit bekannten Folgen für Meschenrechte, Bürgererechte, Bürgerwürde und Staatshaushalt.

An den Folgen dieser Entwicklung leidet gerade ganz Europa … bzw. jene Deppen, nicht nicht in der Lage waren, durch clevere Manipulationen 17 Millionen beiseite zu schaffen.

Wer immer noch an den neoliberalen Zielen der Partei zweifelt, sollte mal das ältere Programm genießen, hier direkt beim Bundesvorsitzenden persönlich zu nachzulesen:

Abschaffung des Kündigungsschutzes, Aufhebung der Steuern für Dividenden und Aktienkursgewinnen, Abschaffung des Antidiskriminierungsgesetzes, Abschaffung des Mindestlohnes und der Arbeitslosenversicherung.

Ronald Reagen und Margret Thatcher würden den Mann wählen.

Ich nicht.

Warum ich diese Filiale der Reagonomics „asozial“ genannt habe?

Nun, wer sich so sehr gegen das Wort „sozial“ stemmt, ist wahrscheinlich stolz darauf, des Gegenteil davon im Titel zu tragen – ich wollte den Aktivisten also nur einen Gefallen tun.

 

 

 

Europa, das Reich des Bösen – und die Methoden seiner Feinde

Montag, 23.1.2012. Es gibt ja auch mal gute Nachrichten in der Welt: Schlecker ist pleite. Für die Mitarbeiter ist das natürlich keine gute Nachricht - obwohl die Leiharbeiter unter ihnen, die nach ihrer Kündigung für halben Lohn wieder eingestellt worden sind und die, die auf den internen Abschusslisten standen, die Nachricht wohl gelassener hinnehmen werden. Die Rettung naht jedoch - in Form von Heuschrecken, die durch den Kauf ihrer eigenen Kredite noch Gewinne machen. Das möchten wir Bürger sicher auch gerne mal machen, oder? Wir kaufen unsere eigenen Kredite und machen dadurch einen guten Schnitt. Für uns bleibt jedoch nur der Privatkonkurs - jener Privatkonkurs, der auch Anton Schlecker jetzt droht und sein monatliches Einkommen auf 1669, 37 Euro reduziert.  Immer noch ganz schön viel für jemanden, der seine Mitarbeiter schikanierte und tausende von ihnen um den gerechten Lohn betrog - aber so sind wir halt. Wir sind Sozialstaat ... und das macht uns  zum Reich des Bösen.

Montag, 23.1.2012. Es gibt ja auch mal gute Nachrichten in der Welt: Schlecker ist pleite. Für die Mitarbeiter ist das natürlich keine gute Nachricht – obwohl die Leiharbeiter unter ihnen, die nach ihrer Kündigung für halben Lohn wieder eingestellt worden sind und die, die auf den internen Abschusslisten standen, die Nachricht wohl gelassener hinnehmen werden. Die Rettung naht jedoch – in Form von Heuschrecken, die durch den Kauf ihrer eigenen Kredite noch Gewinne machen. Das möchten wir Bürger sicher auch gerne mal machen, oder? Wir kaufen unsere eigenen Kredite und machen dadurch einen guten Schnitt. Für uns bleibt jedoch nur der Privatkonkurs – jener Privatkonkurs, der auch Anton Schlecker jetzt droht und sein monatliches Einkommen auf 1669, 37 Euro reduziert.  Immer noch ganz schön viel für jemanden, der seine Mitarbeiter schikanierte und tausende von ihnen um den gerechten Lohn betrog – aber so sind wir halt. Wir sind Sozialstaat … und das macht uns  zum Reich des Bösen.

Da werden jetzt viele schlucken, denn das Reich des Bösen war ja mal die Sowjetunion. Das hatte Ronald Reagan gesagt. Das erste mal durfte ein Schauspieler direkt den Präsidenten spielen und aufsagen, was die Superklasse der USA – jener 200 Familien, die dort das Sagen haben – so denkt. Wenn man die Nachrichten aufmerksam verfolgt, merkt man, das dieses Thema immer noch brandaktuell ist, denn immerhin war unser Aussenminister jetzt gerade in den USA um sich genau für diese Vorwürfe zu rechtfertigen: wieder einmal bedroht der Sozialismus, das Reich des Bösen, die freie Welt – siehe Handelsblatt:

Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat den Kurs der Bundesregierung in der Euro-Krise bei seinem USA-Besuch vehement verteidigt. Den Vorwurf der Republikaner im US- Präsidentschaftswahlkampf, Europa sei in den Sozialismus abgeglitten, wies er am Freitag in Washington entschieden zurück. „Den Sozialismus haben wir in Europa – übrigens auch dank der Hilfe der Vereinigten Staaten von Amerika – vor mehr als 20 Jahren abschließend überwunden“, sagte er. „Ich glaube auch, dass es viele Verbündete gibt in den Vereinigten Staaten von Amerika, die auch diese spitzen Töne gegen Europa in gar keiner Weise teilen.“

Wieso muss ein deutscher Aussenminister zu solch hanebüchenen Vorwürfen öffentlich Rechenschaft ablegen? Wieso muss er sich auf Verbündete in den USA berufen und die quasi um Hilfe bitten?

Die Antwort auf diese Frage ist einfach: weil die zweihundert reichsten – und überwiegend republikanischen – Familien nach dem ersten Reich des Bösen auch das zweite Reich des Bösen zu Fall bringen wollen. Dort sitzen Fanatiker, die von der Weltherrschaft träumen – und diesen Traum seit 2001 konsequent in die Tat umsetzen. Mord an Verdächtigen im Ausland, illegale Angriffskriege, Folter, illegale Inhaftierungen – kein Mittel ist ihnen zu ekelig, um ihre Ansprüche weltweit durchzusetzen … wir hören es täglich in den Nachrichten, nur dürfen wir nicht mehr über die Auftraggeber reden, denn die haben auch viele Freunde in Deutschland. Diese Freunde sorgen rund um die Uhr dafür, das wir nicht zu viele kritische Fragen stellen.

Immer wieder stößt man auf die Legende, das der militärisch-industrielle Komplex der USA die Sowjetunion einfach totgerüstet hat. Malte Lehming, Redakteur des Tagesspiegels, fasst dies kurz zusammen:

Darauf hatte Reagan mit seiner berühmten Juni-Rede von 1982 („Reich des Bösen“) zielstrebig hingearbeitet. Sein strategisches Ziel formulierte er klar und weitsichtig: „Die Sowjets wurden gezwungen, sich zu entscheiden: entweder ihre Politik der permanenten Konfrontation mit dem Westen zu beenden oder zunehmenden zerstörerischen Druck an der Heimatfront aushalten zu müssen.“ Massive Rüstungsinvestitionen plus der Ankündigung am 23. März 1983, eine Strategische Verteidigung (SDI) aufzubauen, brachten den ideologischen Gegner an den Rand des Ruins. Fußnote: Just in der Zeit publizierte ein SPD-Politiker namens Oskar Lafontaine ein Buch mit dem Titel „Angst vor den Freunden“. Er meinte die USA.

Schon seltsam, das wir dreißig Jahre nach dieser Rede wieder über Attacken aus den USA reden – diesmal jedoch Ratingattacken. Nun ja – jedenfalls müssten wir darüber reden, wenn uns klar werden würde, das die Maschinerie, die auf das Ende der Sowjetunion hingearbeitet hat, sich nicht einfach selber aufgelöst hat, als der Warschauer Pakt zerbrach. Die Netzwerke der Macht, die diese Entwicklung forciert haben, existieren höchstwahrscheinlich immer noch – und brauchen ein neues, lukratives Ziel. Europa zum Beispiel – liegt auch im Osten, hat auch sozialistische Züge und vor allem: es hat ganz viel Geld. Noch.

Es sind US-Fonds, die sich jetzt auf Schlecker stürzen werden – Fonds, die durch die Krise jetzt erstmal richtig tolle Chancen erhalten haben, da der Markt für „Distressed Fonds“ im ansonsten kerngesunden Europa lange Zeit ein Schattendasein führen mußte.

Wenig erfährt man auch über andere Totrüstaktionen, die in Europa gelaufen sind, die aber in diesem Zusammenhang gerade wieder aktuell werden.  Es waren in den achtziger Jahren die USA, die unter anderem Griechenland (aber auch alle anderen Natostaaten) dazu aufgefordert hatten, ihre Rüstungsanstrengungen zu erhöhen. Was hatten wir damals nicht alles für Lücken: Bomberlücken, Panzerlücken, Raketenlücken – zudem gab es ja auch noch den Krieg mit dem Natopartner Türkei, der zuletzt erst 1995 wieder auszubrechen drohte.

Seltsam, das niemand heute ernsthaft die Bedrohung des kleinen Griechenlandes gegen die übermächtigen Türken publizistisch aufgreift – oder das die große „moslemische Gefahr“ in dieser Hinsicht nie thematisiert wird, wo man sich doch sonst kaum bremsen kann.

So wurde das kleine Griechenland von seinen Verbündeten mit Geld versorgt, um sich Waffen gegen einen Verbündeten der Verbündeten kaufen zu können, die sie sich gar nicht leisten konnten. Doch auch dabei bekamen sie Hilfe, siehe Süddeutsche Zeitung:

Genau wie die amerikanischen Investmentbanken versuchten, aus der Überschuldung der US-Haushalte Profit zu schlagen, witterten sie Gewinnchancen im Pfuhl der griechischen Defizitsünden. Im Mittelpunkt steht einmal mehr der Branchenprimus Goldman Sachs. Goldman half Athen bereitwillig dabei, massive Schulden anzuhäufen und jahrelang über die eigenen Verhältnisse zu leben.

Die Regierung möchte eine starke griechische Streitmacht gegen Russland, im Streit mit den Türken lässt man die Griechen allein und Goldman Sachs lässt sich dann noch gut dafür bezahlen, die Situation schön zu reden.

Die Opfer: all jene Griechen, die nun obdachlos geworden sind. Totgerüstet – dank der Hilfe von Goldman Sachs.

Wäre die Wallstreet ein Nonneninternat, könnte man noch sagen: die waren so blöd und weltfremd, die haben von nichts gewusst. Allerdings zeugen die neuen Betrugsfälle von einem hohen Ausmass an krimineller Energie, das in dieser Branche herrscht. Kein Wunder: wer Volkswirtschaften totrüstet, der killt auch seine Oma – wenn es Gewinn bringt.

Wo wir gerade bei den Themen Rechenkünsten und Griechenland sind: hier deutet sich ja jetzt gerade an, das sich das Land auch noch künstlich arm gerechnet hat, um an europäische Gelder zu gelangen, mit denen man dann Goldman-Sachs wiederum Gutes tun konnte. Kein Wunder, das für Europa alle Wege zur Lösung des Griechenlandproblems nur noch „hässlich“ zu nennen sind.

Die USA jedoch – werden stetig reicher dadurch. Jedenfalls jene Superklasse, die schon Schauspieler zur Totrüstung der Sowjetunion angeworben hatten – eine Totrüstung, die gerade auch den USA dazu führt, das immer mehr Gemeinden undemokratische Notverwalter bekommen. Offensichtlich sollte die Demokratie auch totgerüstet werden.

Wo das enden soll? Es endet immer gleich. Sollte sich die Superklasse der USA (bzw. ihre Erfüllungsgehilfen in den Konzernen und Regierungen) mit ihrem Modell durchsetzen, dann droht uns allen letztendlich wieder das Übliche, siehe Spiegel:

Selektion an der Rampe: Ein SS-Arzt teilt die Ankömmlinge in zwei Kategorien ein – in die Arbeitstauglichen und die Arbeitsunfähigen. Der etwa vierjährige Junge vom vorherigen Bild wird hier gewaltsam von seinem Vater getrennt. Kleine Kinder, kranke und alte Menschen wurden unmittelbar nach ihrer Ankunft in Auschwitz zu den Gaskammern abtransportiert – im Bildhintergrund links zu sehen. Die „Arbeitstauglichen“ bilden die Gruppe rechts.

Liveberichte eines KZ-Häftlinges – als Skizzen überliefert.

Zu weit hergeholt?

Die Selektion findet gerade jetzt und hier in Deutschland schon wieder statt. Jene Menschen, die den Finanzheuschrecken hier Tür und Tor geöffnet haben, haben sie als Hartz IV eingeführt, die Schufa betreibt die Selektion in größerem Stil: anstatt nach Arbeitskraft wird nach finanzieller Ausbeutbarkeit selektiert. Warum haben wir Hartz IV eingeführt? Um den Forderungen des US-gesteuerten IWF nachzukommen, Forderungen, die in dem Sozialstaat ein teures „Monster“ sahen.

Gut, das Schröder, Fischer und Clement diesen Sozialstaat abgebaut hatten und nebenbei noch die Bundeswehr als Hilfstruppen für die US-Armee bereitstellten.

Man sollte sich wirklich mal überlegen, welche Skrupel Menschen haben, die in Griechenland zehntausende von Menschen obdachlos machen, um ein paar Dollar mehr zu machen. Und diese skrupellosen Menschen werden vom „Markt“ ja auch bestens bedient: Eigentumswohungen für 14000 Euro pro Qudratmeter (von dem Geld können die Kinder von Arbeitslosen 14 Jahre ihre Ernährung finanzieren), Yachten für mehrere Millionen Euro: für die Büttel der Superklasse ist das Beste gerade gut genug.

Und wir europäischen Normalbürger? Wir müssen uns damit abfinden, das uns bald der Strom ausgeht und wir mit 62 endgültig ausselektiert werden – weil wir dann schon als zu alt angesehen werden, um auch nur einen Hund halten zu dürfen.

Und wem das noch nicht reicht, der sei an den Ron Paul-Blog verwiesen:

Mittlerweile wurde die Geschichte bereits in einigen Mainstream-Medien veröffentlicht und dürfte daher bereits eine gewisse Verbreitung im „Allgemeinwissen“ haben: Der Großvater von George Bush, Prescott Bush, unterstützte seinerzeit den Aufstieg Adolf Hitlers und versuchte sogar in den USA, durch einen Staatstreich den damaligen Präsidenten Roosevelt zu stürzen und eine faschistische Diktatur zu errichten. Dies wurde buchstäblicher in letzter Sekunde durch General Smedley Butler, der von den Verschwörern eingeweiht wurde und die Putschpläne aufdeckte, verhindert.

500000 Mann sollte Butler erhalten – der Film „Corporation“ erwähnt dies und präsentiert

Butler in einem Filmdokument.

Nun, der Militärputsch schlug fehl, weil der General nicht länger Gangster für US-Konzerne spielen wollte – dafür kommen jetzt die Notverwaltungen.

Anton Schlecker hat die US-Geschäftspraktiken in Deutschland angewendet – und ist damit sehr reich geworden. Lohndumping, Gewerkschaftsverfolgung, Mitarbeiterschikane – die hässliche Fratze des „american way of live“ hat uns nicht nur dort Sklavenarbeit für Hungerlöhne eingebracht. Das er nun in die Insolvenz muss, ist ein wirklich gutes Zeichen.

Das die Superklasse auch an seiner Insolvenz verdient, nicht.

Europa ist für eine gewisse Kaste in den USA zum Reich des Bösen geworden und der Aussenminister ruft in den USA verzweifelt nach Hilfe.

Darf man wirklich so blauäugig sein und ignorieren, das diejenigen, die den Putsch gegen Roosevelt organisierten, die Hitler unterstützt hatten, immer noch aktiv die Fäden in den USA in der Hand halten? Darf man wirklich die Möglichkeit ignorieren, das Fanatiker aus diesen Kreisen am 11.9.2001 einen neuen Putsch in die Wege geleitet haben, der ihnen ungeahnte Möglichkeiten an die Hand gab, ihre wirtschaftliche Macht weltweit in politische Macht umzuwandeln?

Argentinien war mal so blauäugig, dem IWF zu folgen. Privatisierung von Staatseigentum, Reduzierung von Sozialleistungen zugunsten niedriger Steuersätze für Unternehmen: das was Griechenland jetzt durchführen soll, hatte auch Argentinien in den Abgrund gestürzt. Die kurze Phase des argentinischen Frühlings hatte auch Schröder und Konsorten zu den „Reformen“ in Deutschland angeleiert – die Folgen durften die Kunden von Lehman bezahlen … und alle, die für „die da oben“ „unten“ sind.

Hören wir abschließend eine Stimme aus jenen Kreisen, die unser Aussenminister jetzt wohl meint, wenn er von jenen Amerikanern spricht, die spitzen Töne gegen Europa nicht teilen:

Der Linguist Noam Chomsky veröffentlichte 1998 Profit over People – Neoliberalism and Global Order. Er vertritt darin, der Neoliberalismus habe seit Ronald Reagan und Margaret Thatcher weltweite Hegemonie erlangt. Dies habe zur Privilegierung weniger Reicher auf Kosten der großen Mehrheit geführt. Große Konzerne und Kartelle beherrschten das politische Geschehen in den USA. Der freie Markt bringe somit nicht im geringsten eine Wettbewerbsordnung hervor. Durch den politischen Einfluss großer Unternehmen auf die US-amerikanischen Parteien werde dauerhaft die Demokratie untergraben. Die US-Regierungen hätten dazu durch Subventionen und Importzölle beigetragen. Ein typisches Beispiel der Unterstützung von Großkonzernen durch die Regierung sei die Welthandelsorganisation.

Das ganze ist aber keine Verschwörungstherorie … das ist einfach nur Big Business. Mehr nicht. Die sortieren das „drüben“ nicht unter Politik ein (dann in dieser Kategorie würde es in der Tat Probleme geben) sondern in der viel unbedenklicheren Kategorie Wirtschaft.

Und damit die US-Wirtschaft florieren kann, müssen wir zum Reich des Bösen werden.

Kanzerlin Merkel nennt das dann auch gerne mal: marktkonforme Demokratie.

 

 

 

 

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